Teleph. Anschl. N 83 Teleph. Anschl. aP 100 1 Diess Zettung erscheint um Abend jeden Wochentages. Inn 1 Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, *I bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Dienstag, 17. Juni. Inserate werden bis Preis der einspaltigen B# Oeynhausen und Amt ens vorm. 11 Uhr erbeten. 1— eile für Stadt und Kreis Herford,I 1902 ehme 10 Pfg., sonst 13 Pfg. Anzeigen Herford. Handels-Register des Königlichen Amtsgerichts in Herford. Die unter Nr. 72 des Handelsregisters Abt. A eingetragene Firma Blob& Poagenpohl in Herford. (Firmeninhaber: der Kaufmann Karl Arthur Blob in Herford) ist gelöscht am 14. Juni 1902. 317f Das fünfzigjährige Inbelfest des Germanischen Museuns zu Nürnberg. Die Feier des fünfzigjährigen Jubiläums des Germanischen Museums begann vorgestern vormittag in einem Festakt in der großen neuen gothischen Waffenhalle des Museums, wo das Geschenk des Kaisers, ein kostbarer Schrein in altdeutschem Stil mit der Sammlung der Siegel der deutschen Kaiser, bereits Aufstellung gefunden hatte. Nachmittags und abends wurden die festlichen Veranstaltungen zur Jubelfeier des Germanischen Museums fortgesetzt. Die Stadt Nürnberg ist mit Guirlanden, Triumphbögen und Fahnen prächtig geschmückt; vielfach haben altdeutsche Banner und Standarten Verwendung gefunden, die sich der Architektur der Stadt sehr schön anpassen. Gestern früh trafen kurz hinter einander Prinz=Regent Luitpold von Bayern, der Großherzog von Baden und der König von Württembera in Nürnberg ein. Um 9 Uhr lief der Sonderzug mit dem Kaiserpaar ein, mit diesem auch der Reichskanzler. Nach Begrüßung schritt der Kaiser unter der Führung des Prinz=Regenten die Front der Ehrenkompagnie ab. In der festlich geschmückten Empfangshalle hielt Bürgermeister Schuh die Willkommensansprache, die mit einem Hoch auf das Kaiserpaar und die Fürstlichkeiten schloß. Der Kaiser sprach im Namen der Kaiserin und in seinem eigenen herzlichen Dank für die Begrüßung aus. Er sei dem PrinzRegenten dankbar für die großartige Idee, heute die Festteilnehmer auf einem althistorischen Boden zusammenzurufen. Er fasse seinen Dank in das Grußwort zusammen: Der Burggraf von Nürnberg grüßt Nürnberg! Er fordere die Anwesenden in dem Amte, das er heute zum ersten Male wieder verwalte, auf, auf den Prinz=Regenten ein Hoch auszubringen. Hierauf bestiegen die Fürstlichkeiten die bereitstehenden Wagen und zogen in die Stadt ein. Vom Bahnhof bewegte sich unter Glockengeläute und Kanonendonner der glänzende Zug der Fürstlichkeiten im Schritt durch das Königsthor am alten Dürerturm vorbei in die Altstadt. Auf dem ganzen Wege bildeten Truppen Spalier, die Mannschaften prösentierten Gewehr, die Fahnen senkten sich, und die Kapellen spielten die preußische, württembergische und die badische Nationalhymne. Hinter den Soldatenreihen drängte sich trotz des leichten Regens eine dichte Menschenmenge. Den Zug eröffnete eine Schwadron Bamberger Ulanen. Von Ordonnanzoffizieren zu Pferde geleitet und mit Spitzenreitern folgte der à. la Daumout gefahrene vierspännige Wagen mit dem Kaiser und dem Prinzregenten, die nach allen Seiten dankten. Im zweiten gleichen Wagen saßen die Kaiserin und die Prinzessin Leopold. Hierauf folgte eine Schwadron Cheveauxlegers. Im offenen Vierspänner kamen der König von Württemberg mit dem Prinzen Leopold. Der Reichskanzler, die übrigen Würdenträger und das Gefolge schlossen sich an. Am Fürstenthor machte der Zug halt. Der Kaiser nahm hier in Gegenwart der Kaiserin, des Prinz=Regenten, des Königs von Württemberg und des Großherzogs von Baden bei strömendem Regen den Parademarsch der Truppen ab, die Spalier gebildet hatten. Dann begaben sich der Kaiser und der Prinz=Regent, eskortiert von Ulanen, zur Burg. Die Kaiserin folgte, eskortiert von Cheveauxlegers. Auf dem inneren Burghofe erwies eine Ehrenkompagnie des 14. Infanterie=Regiments die Ehrenbezeugung. Der Kaiser, die Kaiserin und der Prinzregent haben auf der Burg Wohnung genommen. Die übrigen Fürstlichkeiten nahmen in der Stadt Absteigequartier. Auf dem Wege zur Burg hatten Vereine und Schulkinder Aufstellung genommen. Um 2 Uhr begaben sich die anwesenden Fürstlichkeiten zu Wagen, von einer Kavallerie=Eskorte begleitet, nach dem Museum, wo die Hauptfeier begann. Vor dem Germanischen Museum war eine Ehrenkompagnie aufgestellt, die den Fürstlichkeiten die Honneurs erwies. Von der Gallerie des Hauptgebäudes ertönten Fanfarenklänge. Im Waffensaal waren die bereits vorgestern erschienenen Deputationen, sämtliche Würdenträger und die Herren und Damen des Gefolges versammelt. Um 2 Uhr erschien der Prinzregent, der die Kaiserin führte, der Kaiser mit der Prinzessin Leopold, der Prinz von Württemberg, der Großherzog von Baden, Prinz Ludwig, Prinz Leopold, der Reichskanzler, der bayerische Ministerpräsident und die übrigen bayrischen und preußischen Minister. Direktor Bezold dankte in kurzer Rede den Fürstlichkeiten für ihr Erscheinen und ihre dem Museum gewidmete Anteilnahme. Der Kaiser verlas hierauf die Urkunde, worin er der Fürsorge gedachte, die Kaiser Wilhelm I und der Kaiser und die Kaiserin Friedrich dem Germanischen Museum hatte zuteil werden lassen und wodurch er der Sammlung Dr. Otto Posses, deutsche Kaisersiegel, die die Entwickelung der deutschen Geschichte vom Tage der Karolinger bis zum Ende des römischen Reiches deutscher Nation veranschaulicht, ergänzt durch das Siegel Kaiser Wilhelms I., Kaiser Friedrich III. sowie durch das von ihm selbst geführte Siegel, das er dem Museum zum dauernden Besitz überweist. Hierauf besichtigten die Fürstlichkeiten den ausgestellten Schrank und unternahmen sodann einen Gang durch das Museum. Nach dem Rundgange kehrten die Fürstlichkeiten in den Waffensaal zurück, wo nach einem Prolog vom Bürgermeister Jäger, der vom Stadttheaterregisseur Veit im Heroldskostüm gesprochen wurde, durch die Mitglieder des Nürnberger Turnvereins zwei Reimspiele von Hans Sachs, nämlich die ungleichen Kinder Evas und der Krämerkorb, in seiner ganzen vom Dichter gewollten Urwüchsigkeit dargestellt wurden. Nachdem die Majestäten noch Cercle gehalten, kehrten das Kaiserpaar und der Prinzregent auf die Burg, die übrigen Fürstlichkeiten in ihre Absteigequartiere zurück. Am Eingange zur Burg und auf der Wiese vor der Kapelle hatten sich Mitglieder der Schnepper=Schützengesellschaft in mittelalterlichem Kostüm mit Armbrust und Hellebarden neben den Zelten malerisch gelagert. Abends fand im Rathause ein Festmahl statt, wobei der Prinzregent zwischen dem Kaiser und der Kaiserin saß. Bei der Tafel hielt der Kaiser eine Rede, worin er das Germanische Museum als Symbol der germanischen Kultur, in der sich der deutsche Einheitsgedanke verkörperte, feierte, welches das Haus Wittelsbach unter seinen Schutz und Schirm genommen, das, seiner althergebrachten Ueberlieferung folgend, in Treue zu Kaiser und Reich stehe, auf blutiger Wahlstatt und nach siegreichem Kampf. Der Kaiser fuhr sodann fort, das Deutsche Reich sei von den deutschen Fürsten wieder aufgerichtet und mit tiefem Dank gegen Gott stehe er tief bewegt auf Närnbergs Boden und stolz auf seine Würde als Burggraf vor dem erlauchten Regenten und Vater dieses Landes. Treu werde er das Kleinod des Landes bewahren, indem er fest auf die bewährte Reichstreue des Wittelsbachschen Hauses baue. Der Kaiser schloß mit einem Hurrah auf den Prinzregenten.— Anläßlich der Jubiläumsfeier des Germanischen Museums verlieh der Kaiser eine Reihe Orden. Von Nürnberg aus begiebt sich das Kaiserpaar nach Bonn, wo die Ankunft für heute vormittag angesetzt ist. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Kaiserbesuch auf Schloß Schaumburg. Kaiser Wilhelm soll in der nächsten Zeit zum Besuch der Königin der Niederlande auf Schloß Schaumburg eintreffen. Vom König von Sachsen. Der gestern abend 6 Uhr ausgegebene Krankheitsbericht lautet: „Eine Besserung im Befinden des Königs ist im Laufe des Tages nicht eingetreten. Die Schwächeerscheinungen dauern fort.“ Der Nachfolger Thielens. In den„Berl. Neuesten Nachr.“ wird jetzt versichert, duß die Ernennung des Generalmajors Budde zum Nachfolger des Ministers von Thielen sich demnächst bestätigen werde. Fleischbeschaugesetz. Das Abgeordnetenhaus hat gestern das Ausführungsgesetz zum Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz in dritter Beratung endgiltig angenommen.§ 1 ward nach dem Beschluß zweiter Lesung, welche hinsichtlich der Schweine die Hausschlachtungen von der obligatorischen Trichinenschau ausnimmt, angenommen. Auch der Rest des Gesetzes fand mit zwei Ausnahmen unverändert die Mehrheit. Im§ 13 ward die Gebührenfreiheit für nochmalige Untersuchung schon untersuchten Fleisches nach einem freikonservativen Antrag nur insoweit festgesetzt, als die nochmalige Untersuchung durch Gemeindebeschluß angeordnet ist. Ferner ward zu§ 20 ein Antrag Herold angenommen, wonach diese Bestimmungen über die Gebührenfreiheit erst am 1. Oktober 1904 in Kraft treten sollen. Minister v. Hammerstein hatte schwere Bedenken gegen § 13 geäußert und um dessen Streichung gebeten, für den Fall der Annahme des§ 13 aber auch um Annahme besagten Antrags Herold gebeten, damit die Gemeinden sich nach anderen Einnahmen umsehen könnten. Denn es sei klar, daß die Bestimmung, wonach die Gemeinden bei einer zweiten Untersuchung keine Gebühren erheben dürfen, gegen das Kommunalabgabengesetz verstoße. Der Minister deutete an, daß eine Neuregelung der Sache durch Abänderung des Kommunalabgabengesetzes oder bei Beratung des in nächster Session zu erwartenden neuen Schlachthausgesetzes möglich sei. Da das Haus beschlußunfähig war, wollten die Freisinnigen durch einen Antrag auf namentliche Abstimmung die gestrige Verabschiedung des Gesetzes verhindern. Sie mußten aber— die Anzweiflung der Beschlußfähigkeit durch einen Einzelnen ist im Abgeordnetenhause unzulässig— auf dies Vorhaben verzichten, da sie selbst nicht die zur Unterstützung eines solchen Antrags erforderlichen 50 Mann auftreiben konnten. Aufhebung der Gerichtsferien. Die Vereinigung von Handelskammern des niederrheinischwestfälischen Industriebezirkes hat an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in der die Beseitigung der Gerichtsferien gewünscht wird. In der ausführlichen Begründung wird u. a. angeführt, welche gewaltigen Nachteile dem Handelsstande durch die Termin=Verzögerungen erwachsen, die die Ferien mit sich bringen. In Oesterreich=Ungarn bestehen die Gerichtsferien nicht. Zum Besuch des deutschen Geschwaders in England. Anläßlich des jüngsten Besuchs des deutschen Geschwaders in den irischen Gewässern, schrieb ein irisches Blatt über„das hungrige Aussehen der deutschen Matrosen“, die während des Aufenthaltes des Prinzen Heinrich in Dublin der Landeshauptstadt einen Besuch abstatteten. Die deutschen Blaujacken, die bekanntlich weit besser und reichlicher verpflegt werden, wie ihre britischen Kameraden, fühlten sich durch diese Bemerkung beleidigt und sandten nun Photographien der„halb verhungerten“ Mannschaften mit höflicher Empfehlung an den Herausgeber der Zeitung, mit der Einladung, Gegenstücke unter den britischen Blaujacken aufzuweisen, was schwer fallen dürfte, da sich die beiden, neben strotzender Gesundheit, durch einen Leibesumfang und eine Größe auszeichnen, die sie zu wahren Riesen stempeln. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 17. Juni 1902. Krieger=Sanitätskolonne vom roten Kreuz zu Herford. Gestern abend hielt unsere hiesige Sanitätskolonne ihre erste Uebung im Freien ab. Um 8½ Uhr traten erfreulicherweise sämtlich erschienene Mitglieder bei der Restauration Aecker an und marschierten von dort, mit Tragbahren und Verbandskästen ausgerüstet, nach dem Uebungsplatze ab. Zu diesem ist eine Wiese, neben der Menckhoff'schen Villa belegen, ausgewählt und von dem Besitzer bereitwillig für die Uebungen der Sanitätskolonne zur Verfügung gestellt. Bei der gestrigen Uebung war die Idee zu Grunde gelegt, daß an dem nach der Salzuflerstraße zu belegenen Teile der Wiese eine Schlacht stattfindet und daß auf dem oberen hügeligen Terrain der Verbandsplatz sei. Die aus zwei Abteilungen bestehende Kolonne trifft in der Nähe des Verbandsplatzes ein, marschiert nach den Ambulanzwagen, empfängt dort die Tragen, mit denen sie in die Gefechtslinie eilt, dort die Verwundeten aufsucht und diese nach Anlegung von Notverbänden zu dem Verbandsplatze trägt. Die Uebung wurde mit Geschick und Eifer ausgeführt und die Mitglieder bewiesen, daß sie die im Laufe des Winters empfangenen theoretischen Anweisungen gut aufgenommen hatten und im Stande sind, im Ernftfalle das theoretisch Erlernte in die praktisch thätige Menschenliebe umzusetzen. Wenn dieses Resultat den Beweis liefert, daß die Mitglieder der Sanitätskolonne sich mit Ernst und Eifer den freiwillig übernommenen Pflichten widmen, so ist dabei doch nicht zu übersehen, daß es keine leichte Aufgabe ist, eine Sanitätskolonne für ihre Zwecke sorgfältig auszubilden und sie soweit zu bringen, daß sie sowohl im Kriegsfalle als auch bei Unglücksfällen in Friedenszeiten im Stande ist, wirksame Hilfe am rechten Platze zu leisten. Der Instrukteur der Kolonne, Herr Dr. Brücher, hat es nicht allein verstanden, in klarer leichtfaßlicher Weise den Unterricht zu leiten und die Mitglieder gründlich für den Samariterdienst auszubilden, sondern auch, was eben so hoch anzuschlagen ist, durch freundliche, mit Humor gewürzte Ausfür den Kreis einandersetzungen den Unterricht fesselnd und anregend zu gestalten gewußt und dadurch den Mitgliedern Lust und Liebe für die gute Sache eingeflößt. Den schönsten Lohn für seine uneigennützige Thätigkeit muß Herr Dr. Brücher freilich darin finden, daß die Mitglieder der Kolonne sich zu den Versammlungen pünktlich und zahlreich einstellen, seine Unterweisungen mit lebhaftem Interesse in sich aufnehmen und daß sich dank seiner anregenden Vortragsweise ein schönes kameradschaftliches Verhältnis in der Kolonne entwickelt hat. Die Uebungen im Freien finden im Laufe dieses Monats noch viermal statt und ist damit die Ausbildung der Sanitätskolonne für diesen Sommer beendet. Ein zahlreich erschienenes Zuschauerpublikum folgte der gestrigen Uebung mit lebhaftem Interesse, doch bleibt es wünschenswert, daß unter den Bürgern Herfords sich auch thätiges Interesse für die Förderung der Zwecke der Sanitätskolonne bezeigt. * B e t r e f f s A b h a l t u n g d e s d i e s j ä h r i g e n Schützenfestes wird u. a. in der für Donnerstag bevorstehenden Sitzung des Vorstandes der Schützengesellschaft Beschluß gefaßt werden. Die beiden Extrazüge, welche am Sonntag über Herford nach Detmold fuhren, waren von über 3000 Personen, bekanntlich Eisenbahnbeamten mit ihren Angehörigen besetzt. *) Rost'sches Solo=Quartett. Für Publikum wie Quartettisten gleich erfreulichen Erfolg hatte das gestern abend im Schützenhofsaale gegebene Konzert des bestens bekannten Rost'schen Solo=Quartetts. Der Konzertabend sprach bei gutem Besuch so an, daß die Zuhörer trotz des reichhaltigen Programms immer wieder noch weitere Gaben verlangten. Unsere schönen, deutschen Volksweisen, die das Quartett besonders pflegt, wie wirkten sie bei dieser geradezu unerreicht dastehenden Wiedergabe aufs Gemüt! Auf jede Nummer einzugehen, welche tadellose Intonation, warm beseelten Vortrag und echt künstlerisches Charakterisierungsvermögen bekundete, würde zu weit führen; als besonders prächtig wollen wir nur das schöne „Vineta“ von Heim hervorheben; hier überragte der Vortrag fast die Komposition an sich. Um das Programm noch abwechslungsreicher zu gestalten, wäre den Quartettisten zu empfehlen, das heitere Element etwas mehr zu berücksichtigen. ** Lose=Augelegenheit. Wie uns mitgeteilt wird, sind noch einige Lose der V. Lotterie des Preußischen Landeskrieger=Verbandes, auf welche kleinere Gewinne gefallen sind, nicht vorgezeigt worden. Der Umtausch der alten Briefmarken mit dem Aufdruck„Reichspost“ erfolgt bekanntlich seitens der Postverwaltung nur noch bis Ende Juni. Es empfiehlt sich daher, die Restbestände auf das Vorhandensein alter Marken nochmals zu prüfen und event. den Umtausch bald zu besorgen! . Durch übermäßig schuelles Fahren mit einem Fahrrade wurde am Sonnabend der Schüler August Elbrecht umgefahren. Derselbe erlitt am Fuße eine Hautabschürfung; außerdem verlor der Junge das Mittagbrot für seinen Vater, welches ihm aber im Hotel Rorig ersetzt wurde. “ Schwindeleien. Die Fälle, daß ein etwa 15jähriger Bursche den Kindern das Geld abschwindelt, mehren sich; so hat derselbe gestern vormittag einer 9jährigen Schülerin eine Mark abgeschwindelt.— Der Maurer Held hier erschwindelte sich in der vorigen Woche bei dem Bäckermeister D. hier 1 Mark mit der Angabe, seine Frau sei gestorben und er besäße nicht die Mittel, dieselbe beerdigen zu lassen. Die Angabe hat sich aber als gänzlich unwahr herausgestellt. * Laar, 16. Juni. Probefahrt. Am Freitag fand die erste Probefahrt zur Einholung des Generals von Roon zur Fahnenweihe in Laar mit dem Viergespann(2 schwarze Hengste des Kolon Bartling und 2 schwarze Stuten des Kolon Behring in Eickum) statt. Die Fahrt in allen Gangarten, wobei auch scharfe Kurven gefahren wurden, ging von Eickum über Diebrock, Laar, Vilsendorf, Jöllenbeck und wurde laut N. W. V.=Z. von einem Mitglied des Vorstandes des Kriegervereins begleitet und von beiden Herren Vorsitzenden in Augenschein genommen, welche ihre volle Zufriedenheit aussprachen. # Westerenger, 16. Juni. Die Preise des Radfahrens sind: Korsofahren 1. Preis Klub„Bielefeld“ in Bielefeld, 2. Preis„Frisch Voran"=Bielefeld, 3. Preis „Wanderlust"=Bielefeld, 4. Preis„Germania“ in Milse, 5. Preis„Dornberg“ in Dornberg, 6. Preis„Jöllenbeck“ in Jollenbeck, außer dem Bunde erhielten noch je einen Preis „Vorwärts"=Eickum und„St. Annen“ in St. Annen. Reigenfahren: 1. Preis„Wanderlust"=Bielefeld, 2. Preis „Bielefeld" in Bielefeld und 3. Preis„Frisch Voran"=Bielefeld. Langsamfahren: 1. W. Pankoke=Bielefeld, 2. W. Dreyer=Bielefeld und 3. Siekmann=Heepen. 20 Löhne(Ort), 16. Juni. Von Raufbolden wurde gestern abend ein auswärtiges Fuhrwerk angehalten und der Besitzer desselben ohne jeden Grund geschlagen und bedroht. Die beiden Hauptschuldigen, zwei hiesige junge Burschen, wurden heute verhaftet. m Löhne(Bahnhof), 16. Juni. Diebstahl. Mittelst Einsteigens wurden kürzlich aus dem Keller des Bäckers N hierselbst mehrere Behälter mit Margarine gestohlen und mit einer Schiebkarre forttransportiert; auch in andern Häusern sind die Diebe beuerkt worden, wo sie aber ohne Beute wieder abziehen mußten. * Bünde, 16. Juni. Zu dem Abschiedskommers zu Ehren des Amtsgerichtsrats Dr. Weihe hatte sich am Sonnabend abend eine große Anzahl von Herren aus dem ganzen Gerichtsbezirk im Stadtgartensaal eingefunden. Das Festkomitee holte den Gefeierten n seiner Wohnung ab. Der Vorsitzende, Amtsrichter Reismann, brachte das Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus, und die Festreden hielten, wie wir dem Tgbl. entnehmen, die Herren Amtmann von Schütz und Pfarrer Baumann, ersterer mit einem Hoch auf den Herrn Gerichtsrat, letzterer mit einem solchen auf die Familie schließend. Herr Ehrenamtmann Meyer=Waghorst sprach im Auftrage des Vorstandes des Westfälischen Bauernvereins und des landwirtschaftlichen Lokalvereins Bünde den Dank aus für die thätige Unterstützung der Sache beider Vereine durch den Scheidenden. Im Anschluß daran warf Herr Schöning=Vlotho einen Blick auf die Bewegung von Industrie und Landwirtschaft gegen die der Tabaksindustrie zugedachte Mehrbelastung im Jahre 1894, auf das treue Zusammenhalten und die kräftige Unterstützung, die die Industrie damals von der Landwirtschaft erfahren und brachte ein Hoch auf Industrie und Landwirtschaft aus. Darauf stattete Herr Gerichtsrat Dr. Weihe seinen herzlichsten Dank ab für die ihm veranstaltete Abschiedsfeier, die ihm unvergeßlich sein wird. Zum Andenken an die Zeit der Wirksamkeit in Bünde und an die Abschiedsfeier wurde dem Herrn Gerichtsrat ein prachtvolles Gedenkblatt überreicht. * Bünde, 16. Juni. Ankauf. Der an der Fünfhausenstraße; liegende Garten der Frau Witwe Wellensiek ist laut Ztg. von dem Architekten Schierbaum angekauft worden; die Quadratrute zu 100 Mark. * Bünde, 16. Juni. Unglücksfall. Am Sonnabend ereignete sich bei dem Neubau des Herrn Kröger ein bedauerlicher Unglücksfall. K. hatte mit einem Beil hantiert und wollte dasselbe in einen Balken einhauen. Das Beil prallte aber ab und fiel dem Bedauernswerten so heftig auf den Kopf, daß er eine schwere Verletzung davontrug. Westfalen und Nachbarstaaten. ** Oeynhausen, 16. Juni. Der Plan über den Bau einer neuen Telegraphenlinie an der bei Kmst. 0,27 von der Kreisstraße Oeynhausen=Löhne abzweigenden Dorfstraße in Mellbergen liegt bei dem hiesigen Postamt vom 9. d. Mis. ab 4 Wochen aus. Detmold, 16. Juni. 4. Gaufest des Gaues III des deutschen Radfahrer=Bundes. Am 21., 22.u. 23. Juni findet hier das Sommergaufest des Gaues III(Westfalen) des deutschen Radfahrerbundes statt. Großartige Vorbereitungen sind zu dem Feste getroffen, seitens der Bürgerschaft und des festgebenden Vereins, und es dürfte wohl ein schönes Fest zu Stande kommen. Die Beteiligung der fremden Vereine wird eine sehr gute werden, sodaß ein Festzug am Sonntag, 22. Juni, durch die Straßen der Stadt sich bewegen wird, wie ihn Detmold selten gesehen hat. Die Opferfreudigkeit unserer Bürger verdient volles Lob; denn es finden sich nicht wenige unter den Preisen, welche ihren Ursprung in der Gebefreudigkeit der Bürger haben. Die Stadt, der Wirteverein, die Brauerei Falkenkrug und die Aktienbierbrauerei in Detmold, die Lipp. Landeszeitung, der Gau III, der Deutsche Radfahrerbund haben wertvolle Preise gestiftet, und hochgestellte Persönlichkeiten haben Preise in Aussicht gestellt. Das Festbuch ist reichhaltig ausgestattet und zahlreiche Ansichten von Detmold, dem Hermannsdenkmal und den Externsteinen verschönern dasselbe. Da die Bücher wohl bald vergriffen sein dürften, so ist ein baldiges Kaufen derselben anzuraten. Außer dieser Beschreibung von Detmold sind noch das vollständige Festprogramm, Festlieder, Radfahr=Humor und ein InseratenAnhang vertreten. Die Festbücher sind in der Hinrichsschen Hofbuchhandlung, bei allen Mitgliedern der Radfahr=Riege Detmold und in der Geschäftsstelle der Lipp. Landes=Zeitung zu haben. Das eigentliche Fest findet auf dem Schützenberge statt, nachdem am Abend vorher ein Festkommers mit Aufführungen im Odeon vor sich gegangen ist. Am Sonntag bewegt sich der Festzug vom Kaiser-Wilhelms=Platz durch die Straßen unserer Stadt. Dieser, das Preisreigenfahren und das Rad=Wett=Polo, bei dem man so recht die Gewandtheit der Fahr bewundern kann, dürften die Hauptanziehungspunkte des Festes sein. Wer mit den Veranstaltungen der Radfahrer, besonders des Reigen=Fahrens, vertraut ist, weiß, daß jede Piece, die beim Reigenfahren ausgeführt wird, ein wahres Meisterstück von Gewandtheit und Sicherheit ist. So z. B. hatten wir im Winter 1902 in Osnabrück Gelegenheit, den Osnabrücker, den Lüdenscheider, den Münsterschen und andere Radfahrer=Vereine zu sehen, deren Reigen fast vollständig aus Rückwärtsfahren bestand. Auf dem Schützenplatze findet während des Sonntags=Nachmittags Konzert statt. Außerdem ist für das Vergnüngen des Publikums seitens der einzelnen Festausschüsse bestens gesorgt. Es sind derart Vorbereitungen getroffen worden, daß gewiß niemand unbefriedigt das Fest verlassen wird. Die Vereine, welche am Korso, welcher mittags 1 Uhr beginnt, teilnehmen, werden fast ausnahmsweise mit geschmückten Rädern fahren, so daß das Ganze einen farbenprächtigen, reizenden Anblick gewähren wird. Das Reigenfahren und Radwett=Polo findet auf einem besonders errichteten Podium vor der Schützenhalle statt, sodaß ein Jeder das Fahren bequem sehen und verfolgen kann. Außer der Schützenhalle werden noch einige Zelte auf dem Schützenplatze aufgebaut. Abends findet Festball statt. Am Montag werden die Radfahrer frühmorgens die Stadt besichtigen und dann sich auf ihr Stahlroß schwingen, um unser Land und besonders den Teutoburger Wald kennen zu lernen. — Das 3. Gaufest im Jahre 1900 fand bekanntlich in Paderborn statt. Die Beteiligung der Paderborner Bürger war eine allgemeine, und auch die dort garnisonierenden Offiziere des Husaren=Regiments und des Infanterie=Regiments waren fast vollzählig vertreten. Wir glauben annehmen zu können, daß in Paderborn Niemand das Fest unbefriedigt verlassen hat. Hoffen wir, daß wir dasselbe vom Detmolder Gaufeste sagen können. All Heil! * Osnabrück. 16. Juni. Zur Predigerwahl Weingarts in Borgfeld bei Bremen schreibt die hiesige Ztg.: So ist denn dem schwergeprüften Manne, den das Hannoversche Landeskonfistorium seiner Zeit von der dritten Pastorstelle in St. Marien enthob, und dem die Regierung des Großherzogtums Sachsen in dem Lande Karl Alexanders für die Pastorstelle in Röda die Bestätigung versagte, im Staate Bremen eine Zuflucht gewährt, wo er wieder als Geistlicher wirken kann. Wenn es auch heute noch hier in Osnabrück schmerzlich bedauert wird, daß der reich begabte und allbeliebte Pastor Weingart nunmehr endgiltig aus unserer Mitte scheidet, so wird doch die Genugthuung und die Freude allgemein sein, daß derselbe nunmehr seinem Berufe wiedergegeben ist. Wir geben dem herzlichen Wunsche Ausdruck, daß er in Borgfeld eine ihn befriedigende und für das Wohl seiner neuen Gemeinde ersprießliche Thätigkeit finden möge. * K i r c h h o r s t e n, 1 6. J u n i. B l i t z s c h l a g. A m Sonnabend nachmittag wurde hier während eines Gewitters der Maurer Blaume vom Blitz erschlagen. * Warendorf, 16. Juni. Fundamente gesunken. Im Maschinenhaus der am Hesselfluß in Sassengraue 245 Roman von B. Corony. 13. Fortsetzung.„[Nachdruck verboten José's Züge verfinsterten sich jäh; der Ausdruck seines Gesichtes wurde dadurch sehr abstoßend; fast zu rasch erruute er die Bitte. Diese Hast zeigte weniger von höflichem Nachgeden, als von verletztem Stolz. In der nächsten Allee blieb er hinter einer Baumgruppe stehen und blickte nun durch schwankendes Gezweig auf das ruhende Mädchen,„Sie ist noch krank,“ murmelte er vor sich hin;„man muß Geduld mit ihr haben.“ In herrlichster Schönheit war der Sommer vorübergezogen. Als der September die ersten purpurroten und fahlgelben Farben dem saftigen, üppigen Grün beimengte, als Astern anstatt der Rosen blühten, empfing Gerhard am Altar sein junges Weib und trat unmittelbar nach vollzogener Trauung die Hochzeitsreise an. Des Glückes verklärende Macht hatte Ediths ungewöhnliche Reize während der Brautzeit, die nur kurz war, noch entzückender gemacht; heute aber war sie schmerzlich erregt. Warum, so fragte sie sich, verweigerte der Schwiegervater, sie liebend ans Herz zu schließen? Warum hatte Katharina sich heute fast so geberdet, als handle es sich um ein Begräbnis und nicht um die seligste Stunde in dem Leben ihres Schützlings? Der Abschied vom Bruder war Edith sehr schwer ge.„Ich würde nun und nimmer von Dir scheiden,“ hatte sie it gesagt, Thegte ich nicht die Ueberzeugung, daß Dir ebenfalls be ein holdes Glück erblüht;“ sie hatte ihm dies immer und imn Wogen gehoben. Verhard sie in den bereit stchent Nun war es still und einsam in dem grauen Hause, de auch Martha, die sich nur schwer und langsam erholte, hatte vor mehreren Wochen verlassen, um an der See vollständ Genesung zu suchen. Unter dem Schutze einer von He Förster engagierten Gesellschaftsdame weilte sie in Nordern José hielt es in diesen Räumen, die früher sein# waren, nicht mehr aus; er packte eines Morgens seine Re tasche und fuhr zum Erstaunen Katbarinas nach Berlin# angekommen, suchte er die Wohnung des Herrn Förster auf, vernahm jedoch, daß dieser erst um ein Uhr, und zwar in einem bestimmten Restaurant zu treffen sei. Dort fand er ihn zur angegebenen Stunde. Herr Förster sprang beim Anblick des Doktors freudig erregt empor; er reichte ihm die Hand und rief dem Kellner zu: „Wir speisen in einem reservierten Zimmer!" Als er bald mit seinem Gaste in dem kleinen, traulichen Winkel saß, schüttelte er ihm nochmals die Hand und sagte:„Das freut mich! Das ist eine prächtige Ueberraschung! Nun, was meinen Sie, lieber Doktor, das Mädel, die Martha, wird doch wieder mit runden, rosigen Bäckchen heimkommen? Herr Gott, wie sehr fehlt sie mir!" „Und doch werden Sie Ihr Töchterchen vielleicht bald ganz und gar entbehren müssen," erwiderte José. „Soll das heißen, daß sie mir doch stirbt?“ rief der erschrockene Mann und sein rotes Gesicht bedeckte plötzlich tiefe Blässe.“ „Das meine ich nicht, wohl aber, daß Einer kommen und Ihnen den Schatz entführen könnte," sagte Dr. Werner. „Ich verstehe nicht—“ „Nun, wenn sich ihr Herz regt—“ „„Ach so!— Na, ich dächte, das hätte noch Zeit“ versetzte Forster; er lehnte sich beruhigt zurück und that einen langen Zug aus dem vor ihm stehenden Glase.„Trinken Sie, lieber Doktor; möge Ihnen der Himmel verzeihen, daß Sie mir eben so unnötigen Schreck einjagten. Stoßen wir einmal auf die Gesundheit meines Kindes an!— So!— Ja, wenn die Kleine aus dem Nest flattern will, dann muß ich sie freilich lassen, aber bis dahin dürfte noch manches Jahr vorüber ziehen.“ „Sind Sie dessen so gewiß?“ „Ich sollte denken—“ „Und wenn Sie sich irren?“ „Mein Begriffsvermögen ist etwas schwerfälliger Natur,“ bemerkte Förster, das Glas niederstellend und sich weit über den Tisch lehnend.„Sie machen Andeutungen, als sollte ich etwas von Wichtigkeit erfahren. Na, dann heraus mit der Sprache!“ „Sie gaben mir einst Ihr Wort, daß ich Alles, auch das Höchste, von Ihnen fordern dürfe,“ sagte José. „Ja ja; ein Schuft will ich heißen, wenn ich Ihnen mein ersprechen nicht nalter Wozu ich mich einmal verpflichtet ibe, das gilt und ist ebenso unwidertuflich, als hätte der Notar in Siegel darunter gedrückt. Also was verlangen Sie von mir?“ „Ihre Tochter.“ Des Bauunternehmers gutmütiges Antlitz zeigte plötzlich nen Ausdruck verständnißlosen Staunens.„Darauf war ich llerdings nicht vorbereitet,“ stotterte er, sich mit dem bunten idenen Taschentuch über die Stirne fahrend.„Und aufrichtig esagt, weiß ich gar nicht, wie meine Antwort ausfallen soll.“ „Ich glaube, darüber kann kein Zweifel herrschen, wenn es ch um einen festen, ehrlichen Vorsatz und nicht um eine leere hrase handelte,“ erwiderte José nicht ohne Schroffheit. „Mein lieber Doktor, auch der pflichtgetreueste Mensch ist och immer nur im stande, für sich selbst zu bürgen,“ entegnete Förster mit einer gewissen Schärfe.„Hätten Sie jetzt esagt:„Ich begehre die Hälfte Ihres Vermögens“, so würde h erklärt haben:„Wohl und recht! Meine Zusage gilt.“ „Ja, ich verstehe; Geld und immer wieder Geld! In den ollen Säckel greifen, das ist allerdings die bequemste Art, eine schuld der Dankbarkeit abzutragen,“ rief José bitter.„Erinnern die sich daran, Herr Förster, daß ich schon einmal ein ähnliches lngebot zurückwies. Ich besitze, was ich nötig habe, und bin keiner von Denen, die ein Attentat auf eine wohlgespickte Börse nachen; ebenso wenig suchte ich Sie zu Ihrem Versprechen zu rängen, denn was ich für Ihre Tochter that, das geboten mir Zeruf und Ehrgeiz. Ganz unaufgefordert gaben Sie mir die Zusage.— Aus der Verlegenheit, Ihr Wor brechen zu müssen, ette ich Sie, indem ich es Ihnen hiermit freiwillig zurückgebe!“ Er schob den Stuhl weg und machte Miene, das Zimmer zu erlassen. „Halt! So gehen wir nicht auseinander!“ rief Förster, hm in den Weg tretend;„mir soll Niemand den Vorwurf machen, daß ich nur zum Schein und ohne die Absicht, es einzulösen, in Versprechen geleistet hätte; es handelt sich da höchstens um in Mißverständnis. Ich kann nur das gewähren, was mein st. Martha hat aber ihren eigenen Willen, und den lasse ich hr; haben Sie ihr Herz gewonnen, so wende ich nichts ein, venn mir auch die Sache etwas überraschend gekommen ist, denn ich meine, das lebenslustige Kind paßt überall besser hin, als ins graue Haus. Doch darüber ließe sich ja sprechen, berg belegenen mechanischen Buntwebereien der Firma Brinkhaus sind unerwartet die Fundamente eingesunken, sodaß sämtliche breiten Webstühle außer Betrieb gesetzt werden mußten. Bis auf etwa 20 jüngere Arbeiter, die in der gleichartigen Fabrik der Firma in Warendorf untergebracht werden konnten, wurden alle Weber entlassen. * Köln, 16. Juni. Ein neuer Gaunertrick. Ein fremder Radfahrer erklärte dieser Tage verschiedenen Inhabern von Wirtschaften an der Neußerstraße in Merheim mit großer Beredtsamkeit die Vorteile, die ihnen erwüchsen, wenn er ihre hierzu ausersehene Schenke als Absteigestelle einer gewissen Radfahrervereinigung bezeichne. Daß der Fremde im voraus 5 Mk. für ein zu schickendes Straßenschild beanspruchte, schien dabei die Hauptsache zu sein. Auf Vorschläge zur nachträglichen Erhebung des Betrages oder Abgabe einer Adresse zwecks Erkundigungen ließ sich der Unbekannte nicht ein, sondern versuchte sein Heil alsbald in der nächstfolgenden Wirtschaft. Hoffentlich gelingt es bald im Interesse der Leichtgläubigen, die auf den Kniff hineinfallen, den Schwindler zu garätes. Der Zusammenbruch der Leipziger Bank vor dem Schwurgericht. Leipzig, 16. Juni. Vor dem Schwurgericht des hiesigen Landgerichts begann heute unter gewaltigem Andrange des Publikums der Prozeß gegen die vormaligen Direktoren der Leipziger Bank, Exner und Gentzsch, und die Mitglieder des Aufsichtsrats dieser Bank, die Kaufleute Dodel, Schröder, Wölker, Wilkens, Bankier Mayer, Buchhändler Vörster und Privatier Fiebiger. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Müller, die Verteidigung führen Justizrat v. Gordon=Berlin und Rechtsanwalt Rucker=Leipzig für Exner, Justizrat Broda=Leipzig für Gentzsch, die Rechtsanwälte Zehme und Rosenthal=Leipzig für die übrigen Angeklagten. Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses begann die Vernehmung Exners. Exner sagt aus: Im Sommer 1895 waren 6 Herren an die Leipziger Bank mit dem Ersuchen herangetreten, ihnen einen größeren Vorschuß auf mehrere Jahre fest zu gewähren, weil sie im Besitz von alten Treberaktien waren und, überzeugt von der Güte des Unternehmens, noch junge Aktien zukaufen wollten. Die Bank war vorläufig nicht darauf eingegangen, bewilligte aber doch weiterhin der Trebergesellschaft auf Kontokorrent 200000 Mk. Kredit, sodann 500000 Mk. Kredit und führte später die Kapitalserhöhung der Trebergesellschaft von 1½ Millionen auf 3 Millionen durch mit einer Provision von ½ Prozent, was der Aufsichtsrat genehmigt hatte. Es folgte später eine weitere Finanzierung von 3 auf 6 Millionen mit einem geringen Prozentsatz als Provision; damals besaß die Trebergesellschaft ein größeres Guthaben bei der Leipziger Bank, etwa ½ bis 1 Million Mark. Es kam dann die Transaktion in Bosnien, wo die Bank Garantie für 1½ Millionen Gulden übernahm und 175 000 Gulden bezog. Exner bezeichnete es als einen großen Fehler, daß der Aussichtsrat der Bank ihm verwehrte, in den Aufsichtsrat der Trebertrocknung einzutreten, denn die Engagements der Bank würden dann nicht so groß geworden sein. Er betont sodann, daß die Direktion nie einen Kredit bewilligt habe oder auf ein nennenswertes Engagement eingegangen sei ohne die Genehmigung des Aufsichtsrats. Außerdem bestand in der Bank eine sehr eingehende Kontrole der Obligos; alle 2 Monate fand eine Durchsicht sämtlicher Engagements sowie aller Konten statt, sodaß zu keiner Zeit der Aussichtsrat über ein bestehendes Engagement nicht unterrichtet gewesen ist. Die Bank sei nicht blind in die einzelnen Engagements hineingegangen. In 4½ Jahren habe der Aufsichtsrat und die Direktion 18 Etablissements besichtigt; später sei es ihm unbehaglich geworden, daß das Engagement mit der Trebergesellschaft so gewachsen sei. Als 1900 die Engagements in Kassel sehr bedeutend geworden waren, habe der Aussichtsrat der Leipziger Bank beschlossen, eine größere Summe selbstschuldnerischer Garantie vom Aufsichtsrat in Kassel zu fordern, die in Höhe von 4 Millionen gegen Verpfändung von cedierten, der Trebergesellschaft abgekauften Außenständen gegeben wurden: die Form war von und am Ende wären Sie auch nicht abgeneigt, ihr zu Liebin die Residenz überzusiedeln. Doch das liegt ja meiner Ansich nach noch in weitem Felde. Martha ist noch so ein kindisches unselbständiges, kleines Ding und obendrein noch krank; kehr sie gesund zurua und ist es ihr Wunsch, Ihnen anzugehören— dann— wie gesagt, soll es an meiner Zustimmung nich fehlen. Jetzt kann man unmöglich mit einer Frage, die über ihre ganze Zukunft entscheidet, an sie herantreten.“ Ich bin derselben Ansicht; andernfalls hätte ich Ihr Tochter nicht aus meinem Hause abreisen lassen, ohne die betreffende Frage an sie zu richten.“ „Und sind sie überzeugt, daß Ihnen eine günstige Antwor geworden wäre? Verzeihen Sie den Zweifel, den ich da aus spreche. Ich habe Martha bisher immer nur als ein rech übermütiges Geschöpfchen gekannt und gemeint, ihre Wahl müsse dereinst auf Einen fallen, der das Leben auch sozusagen au die leichte Schulter nimmt, mit ihr scherzte und lacht, wie mi einem Kinde. Na— ich kann mich ja getäuscht haben. Eir Geschäftsmann wie ich versteht nichts von Liebesschwärmerei Asso, wenn sie das Glück an Ihrer Seite zu finden hofft, bin ich einverstanden; das letzte Wort in dieser Angelegenheit gehör ihr: im Spätherbst kommt sie zurück; dann wollen wir sehen Dann wird es auch an der Zeit sein, über verschiedenes andere zu reden und mauches festzustellen. Denn das sage ich Ihnen, einen kleinen Quälgeist, ja den verkörperten Eigensinn führen Sie mit ihr heim. Was Sie mir da mitteilten, überraschte mich so, daß mir förmlich der Kopf wirbelt.“ „Ich begreife das, Herr Förster,“ sagte José;„Die erstrebten stets nur das Praktische und dachten sich Ihren künftigen Schwiegersohn als einen reichen Mann. Ein sorgenfreies Leben kann ich Martha bereiten, bin aber allerdings nicht fähig, was Luxus und verschwenderische Freigebigkeit anbelangt, mit einem Krösus zu wetteifern. Vielleicht biete ich ihr einst Höheres— einen berühmten Namen! Sie halten diesen Ausspruch des unbekannten Landarztes möglicherweise für Thorheit und Selbst überschatzung; aber ich kenne meine Leistungsfähigkeit, meine vor nichts zurückschreckende Energie; ich weiß, daß ich das Schwerste vollbringen könnte, um die, welche meine ganze Seele erfüllt, über alle anderen Frauen zu heben. Noch hin ich keine wissenschaftliche Autorität hoffe aber es zu werden und gerade Gentzsch juristisch geprüft; daraus seien die sogenannten Separatkonten entstanden. Exner erläutert dann die Gründung weiterer Tochtergesellschaften, von deren Rentabilität die Bank und die Trebergesellschaft überzeugt gewesen seien und fährt fort: Da die Verwaltung der Trebergesellschaft außerordentlich kostspielig war, faßte man den Entschluß einer Fusion der Trebergesellschaft mit den Tochtergesellschaften, um die Treber= gesellschaft vollständig zu sanieren und die Leipziger Bank zum großen Teil abzustoßen. Durch den Zusammenbruch der Dresdener Kreditanstalt und so weiter seien Schwierigkeiten eingetreten, und die Leipziger Bank suchte nun in Berlin um Unterstützung nach. Exner meint, daß man dabei zu ehrlich gewesen sei und zu viel enthüllt habe. Die bekannte, bei Einstellung der Zahlungen veröffentlichte Darlegung sei die Wiedergabe der festen Ueberzeugung der Verwaltung gewesen. Bei sachgemäßer Abwickelung würden viele Millionen der Bank erhalten geblieben sein.— Hierauf tritt eine Pause ein. Vermischtes. Bouner Korps Borussia, dessen 75jähriges Bestehen jetzt in Gegenwart des Kaisers begangen wird, zählt nach der letzten S. C.=Meldung nur 12 Aktive, ferner 10 Renoncen, 4 Conkneipanten und 8 Inaktive. Erster Chargierter ist v. Bentivegni, zweiter v. Schubert, dritter Graf Dönhoff; als Fuchsmajor walten v. Stryk und v. Saldern. Unter den Aktiven befindet sich Prinz Ratibor. Der vornehmste„Conkneipant“ ist Kronprinz Wilhelm; seine Gefährten in dieser feuchtfröhlichen Eigenschaft sind Fürst von Schönburg=Waldenburg, Graf von Franken=Gierstorpff und Freiherr von Uexküll. Das Korps hat ein eigenes Haus in der Kaiserstraße zu Bonn. Eine kriegsstarke Kompagnie des Garde=Fußartillerie= Regiments in Spandau erhielt plötzlich am vorgestrigen Spätabend den Befehl zum Ausrücken, ohne daß die Mannschaften über Ziel und Zweck dieser militärischen Anordnungen orientiert waren. Die unter dem Kommando des Hauptmanns von Hellfeld stehende Kompagnie wurde noch in der Nacht in Stärke von 250 Mann mittelst Sonderzuges nach Bremen befördert, wo den Leuten als Ziel ihrer geheimnisvollen Fahrt die Stadt Emden bezeichnet wurde. Die Spandauer Kompagnie wird in Gemeinschaft mit den Harburger Pionieren und zwei Bataillonen des Oldenburger Infanterie=Regiments Nr. 91 an den in diesen Tagen stattfindenden Landungsmanövern bei Borkum teilnehmen. Die Mannschaften beziehen zunächst in Emden Bürgerquartiere und werden dann zur Teilnahme an den erwähnten Uebungen auf der Insel Borkum eingeschifft, wo sie in und in vorhandenen Quartieren untergebracht werden. Das Manöver wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Umgestoßenes Testament. Kardinalfürstbischof Kopp wurde vom Breslauer Gericht verurteilt, eine Erbschaft von 42000 Mk., welche ihm die später ganz verblödete Tischlerwitwe Preuß vermacht hatte, an deren einzige, auf Pflichtteil gesetzte Tochter herauszuzahlen, weil die Erblasserin schon bei Abfassung des Testaments geisteskrank gewesen ist. In dem Prozeß gegen Sanden und Genossen behauptete gestern der Staatsanwalt, der Angeklagte Eduard Sanden habe in fünf Jahren für seine persönlichen und hauswirtschaftlichen Bedürfnisse 886 000 Mk. aus der Bank entnommen, für die Zwecke von Kirchenbauten 24000 Mk. und für Wohlthätigkeitszwecke 21000 Mk. Eine verheerende Feuersbrunst wütete gestern laut Meldung aus Sagan im herzoglichen Jagdschloß in Groß=Selten. Das 48 Zimmer zählende Gebäude ist vollständig vernichtet worden. Das Schloß war mehrere hundert Jahre alt und im Jahre 1875 von Herzog Ludwig umgebaut worden. Eine ganze Familie verbrannt. Im Dorfe Oberblauen bei Zell im Wiesenthale wurde gestern früh ein von drei Familien bewohntes Haus durch Feuer zerstört. Dabei verbrannte die aus sieben Köpfen bestehende Familie des Straßenwärters Waetzel. Standesamt Rehme zu Oeynhausen. Nachrichten vom 15. Mai bis 1. Juni 1902. Geburten: Ein Sohn: dem Tabacksagenten Fritz Wüllner, Tischler Adam Ebert, Cigarrensortierer Gottlieb dusch Marthas Besitz; ihre Liebe und Hingabe soll mir zum leuchtenden Stern werden, der mich ans Ziel bringt!“ Försters plumpe Hand faßte Josés Arm.„Mein lieber Doktor,“ sagte er lächelnd,„Sie vergessen schon wieder, daß Sie zu einem Manne aus dem Volke sprechen; was verstehe ich von Ihren hohen Zielen und Plänen, und wie wäre es mir möglich, Ihre Lebensanschauungen zu begreifen? Für mich handelt es sich nur um das Glück meines einzigen Kindes; was ich thun kaun, um dieses zu sichern, dazu bin ich erbötig. Sobald Martha hier ist, fragen Sie selbst bei ihr an.“ „Gut, ich werde warten.“ Der Doktor legte seine schlanken, weißen Finger in die Rechte des Bauunternehmers. Noch einmal klirrten die Gläser an einander und dann verließ José das Restaurant, um mit dem nächsten Zuge die Heimfahrt anzutreten. Woche auf Woche verging; der Spätherbst kam mit seinen rauhen Stürmen und riß die letzten purpurroten Blätter von den Zweigen, aber Martha kehrte nicht in das väterliche Haus zurück; einem Zugvögelchen gleich flatterte sie dem Süden zu; nur brieflich, berichtete sie in die Heimat über ihr Wohlergehen; den Briefen an Edith legte sie zuweilen auch einige Zeilen des Dankes an José bei. Der Doktor wartete mit der Geduld eines Mannes, der die feste Bürgschaft seines Glückes zu besitzen meint. Mehr und mehr hatte er sich in den Gedanken hineingelebt, Marthas innigste Zuneigung gewonnen zu haben; ihre lebhafte Korrespondenz mit seiner Schwester trug nicht wenig dazu bei, ihn in dieser Ueberzeugung zu bestärken. Edith sah gegenwärtig Welt und Menschen wie durch rosige Schleier; aus ihrer Seele quoll ein Born des Lichtes und übergoß damit selbst das Alltäglichste; sie maß die Herzensregungen Anderer nach der Größe ihres eigenen Empfindens. Der einzige bittere Tropfen, welcher in den Freudenbecher der jungen Frau fiel, war der feltsame Empfang, den sie bei einem kurzen Besuch auf dem„Erlenhof“ fand. Nicht daß Gerhards Vater ihr schroff und unfreundlich entgegengetreten wäre; aber tiefer Gram schien ihn niederzudrücken; sie erriet mit der Feinfühligkeit ihres sensitiven Wesens, daß sie die Ursache dieses Kummers war.„Was hat Dein Vater nur gegen mich?“ fragte sie ihren Gatten(Fortsetzung folgt.) Relle, Restaurateur Albert Fritsch, Geschäftsreisenden Bernhard Rülcke. Eine Tochter: dem Postassistenten Herm. Zipf, Installateur Heinrich Lammertz, Schuhmacher Ludwig Altehage, Fuhrunternehmer Friedrich Lenger. Eheschließungen: Milchhändler Max Frey und Wirtschafterin Marie Bohle, Kaufmann Walter Vogeler und geschäftslose Adele Neumann, Kaufmann Gustav Heinecke und geschäftslose Ida Peist, Militär=Invalide Otto Hartmann und Wilhelmine, verw. Kröhl, geb. Willgerodt. Gestorben: Witwe Anna Marie Luise Kirchhof, geb. Köster, 70 J.; Karl Nolting, 10 M.; Witwe Schirmer, geb. Jaeger, 73 J.; Bürstenmacher Julius Röhse, 32 J.; Steueraufseher a. D. Karl Aug. Bugge, 74 I.; Platzarbeiter Heinr. Moritz Dorndorf, 59 I.; Apotheker Gustav Bambera, 58 J.; Strafanstaltsvorsteher Ludwig Bartels, 50 I.; Lehrer a. D. Eduard Schmidt, 67 J.; Friederike Wehmeyer, geb. Rolting, 49 J.; Bäckermeister Heinr. Schürmeyer, 64 Jahre. Geboren 1 Sohn: Dr. Pape in Detmold. Pastor Graeve in Minden. 1 Tochter: Lehrer Niebuhr in Bielefeld. Bankvorstand Mecker in Bünde. Gestorben: Sophie Klöpper, 72 Jahre, in Detmold. Musiklehrer Heinrich Pieper in Bielefeld. Briefkasten der Revaktion. Ein Freund der Waisen. Den Einsender des diesbezüglichen Artikels für den Sprechsaal bitten wir zunächst um Angabe seines Namens. Wir werden dann sofort dem Wunsche um Aufnahme des Eingesandts nachkommen. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 17. Juni Höchste Temperatur des Vortages: 18,2°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 5,80. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 11,60. „„11„„: 16,0% Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 752,0 mm. Tägliche Niederschlagshöhe:— wm Wind: Schwacher W. Himmel: Vorwiegend bewölkt. Wetter. 18. Juni. Bei schwachen westlichen Winden Witterungsfortdauer. Handel und 13. Juni. Heu und Stroh. Richtstroh 6,82—7,50 Mk., Heu 7,20—9,80 Mk. Telegramur und Telephonische Meldungen. Zum Befinden des Königs von Sachsen. Sibyllenort, 17. Juni. Die Abnahme der Körperkräfte im Befinden König Albert's hält, obwohl eine Aenderung im Krankheitszustand nicht eingetreten ist, an. Der Kranke zeigte gestern weniger Neigung zum Gespräch, als sonst. Ein starkes Sinken der Temperatur etwa als Folge von Gewitter würde dem Patienten Linderung verschaffen. Fürstbischof Dr. Kopp fuhr gestern nach Sibyllenort zurück. König Eduard von England. London, 17. Juni. Aus Windsor wird gemeldet: Der König hatte gestern eine Anzahl Gäste zum Diner eingeladen und empfing sie selbst. Der Prinz von Wales erklärte dem Major von Windsor, der König habe sich am Sonnabend eine leichte Erkältung zugezogen, es ginge ihm viel besser und er müsse sich nur in Acht nehmen. Zum Frauenstudium. Berlin, 17. Juni.: Der akademische Senat hat den Antrag der an der Berliner Universität studierenden Frauen, welche das Reifezeugnis eines Mädchen-Gymnasiums besitzen, ebenso wie die Männer zu immatrikulieren, abgelehnt und beschlossen, dieses Recht den Frauen nicht zuzugestehen. Vom Treber=Schmidt. Kassel, 17. Juni. Gegen den in Haft befindlichen Generaldirektor Schmidt ist das Verfahren so weit gediehen, daß dem Inhaftierten gestern die mehrere hundert Seiten umfassende Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zugestellt ist und dem Beschlußsenat des Landgerichts übergeben wird. Die Anklage gegen Schmidt beschränkt sich auf betrügerischen Bankerott und Wechselfälschung. Verantwortlicher Redakteur: Paal Suttler, tür den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Druck und Verlaa: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, lam Gehrenberg.) Junlight Jeife? SUNLIGHT SEIFE ersten Rangesseite Sunlight Seife besitzt sehr hohe Reinigungskraft. GTIAT TRUT CETEE ist eine garantiert reine SURLIGHT SEITE und neutrale Seife. Sunlight Seife ist äusserst ausgiebig, sparsam im Gebrauch. ist auch zum Bade und zur Toilette zu verwenden. SUNLIGHT SEIFE Todes- Anzeige. Am 15. d. Mts., abends 11¾ Uhr entschlief sanft nach kurzem mit grosser Geduld ertragenem, schwerem Leiden im Alter von 55 Jahren mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Grossvater, der Spediteur 302f Hermann Schnieder. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen Auguste Schnieder. geb. Hollmann. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. Juni nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhause, Brutlachstr. aus, statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter Martha, insbesondere den Herren Lehrern sowie den Mitschülern und Schülerinnen für die erwiesene Aufmerksamkeit sagen hiermit unsern 3191 verbindlichsten Dank. Schneidermeister H. Stucke und Familie. Krieger=Verein. Unser langjähriges Mitglied Kamerad(300f Hermann Schnieder ist heute entschlafen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. Juni, nachmittags 3½ Uhr statt, und ersuchen wir die Kameraden um 3 Uhr zum Abholen der Fahne beim Vorsitzenden H. Wessel vollzählig anzutreten. Herford, 15.Juni 1902. Der Vorstand. Garantiert reine 312f Weine aus der Weinkelterei E. A. Metsch, Kitzingen a. Main sind stets am Lager und zu Originalpreisen abzugeben im Vereinshaus. Carl Plötz, Fernsprecher 170. Neue extra große Rollmöpse mit Gurkeneinlage a Stück 8 Ofg. 252f Heinrich Nolting. Lebensversicherungs- u. 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Referent: Generalsekretär Dr. 2 2. 9 Uhr Fackelzug nach Gut Obernfelde mit Musik, Anspi an den Jubilar und Ueberreichung einer Adresse. Fackeln werden gratis im Hotel Wellmann an die Teilne! abgegeben.) 3. 10 Uhr Rückmarsch nach Gasthof Wellmann. Daselbst mütliches Zusammensein bei Bier und Konzert bis zur 9 fahrt des Extrazuges um 12 Uhr ab Lübbecke. IV. Gaufest Gau III Westtalen des Deutschen Radfabrerbundes. Am 21., 22. und 23. ds. Mts. findet in Detmold das Sommerfest des Gaues III des Deutschen RadfahrerBundes statt.— Sonnabend: im Odeon. Radfahrriege Detmold. für den ganzen Minden=Ravensberger Bezirk zu Lübbecke im Gasthof Wellma am 23. Juni 199., ½8 Uhr abends, zur Ehrung des zweiten stellvertretenden Präsiden des Westfälischen Bauernvereins Herrn Freiherr von der Recke zu Obernfel Erbmarschall im Fürstentum Minden, bei Gelegenheit der Feier seiner Goldenen pa w un ve □ R gt de vo di m 11 de al zu be ke vr R zi z gi # I. de 6 m er 1 p# si 8 9 st Grosser Eröffnungs- Festkommers Sonntag: Um 1 Uhr mittags Preiskorso durch die Strassen der Stadt. Zielpunkt: Schützenberg. Um 2 Uhr: Festessen. Anschliessend KunstReigenfahren und Radwett-Polo. - Preisschiessen.— Festball.— 8 Uhr Preisverteilung. Zu obigen Veranstaltungen ladet ganz ergebenst ein 285f d 1 st n st p p n f. 8 grosse tote Ratten! Gestern abend legte ich Ihr„Es hat auf meinem hofraum aus und wurde dasselbe gie gefressen. heute morgen fand ich 8 große### latten und wie viele mögen sich noch verkroch haben! Großartig ist der Erfolg! So schrieb 5 A. 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