Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich prännmerande 1.25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Freitag, □ 15. Inserate werden bis Preis der einspaltigen# Oeynhausen und Am estens vorm. 11 Uhr erbeten.I e für Stadt und Kreis Herford, 1902 eame 10 Pfg., sonst 18 12. Jahrgang. 12. Jahrgang. England und die Burenstaaten. Die Minensteuer verdoppelt. Eine der Hauptbeschwerden der Minenmagnaten über die Ungerechtigkeiten der „rückständigen Burenregierung" bildeten die Klagen über die „kolossale Besteuerung“, der Minenausbeute. Der Krieg ist beendet, die Börsenherren von Johannesburg haben ior erreicht, die Burenregierung existiert nicht mehr, also muß auch das goldene Zeitalter jetzt anbrechen, die Ungerechtigkeiten der Burenregierung verschwinden und überall größte Zufriedenheit herrschen. Aber gerade das Gegenteil tritt ein: Anstatt daß die Minensteuer verschwindet, wird sie verdoppelt. Eine am Montag in Pretoria erlassene Proklamation hebt den Beschluß des Volksraad auf, nach welchem eine Steuer von 5% vom Reingewinn der Minen erhoben wird; statt dessen wird eine Steuer von 10% vom Reinertrag der Ausbeutung von Claims, Mynpacht=Rechten und anderen goldführenden Grundstücken in dieser Kolonie erhoben. Als dieser Reinertrag ist der Wert des gewonnenen Goldes anzusehen nach Abzug der Gewinnungskosten und in der Proklamation näher angegebenen Kapitalabschreibungen. Proklamation an die Aufständischen. Eine Proklamation besagt, daß alle Aufständischen, die nicht Feldkornets oder Friedensrichter sind, wenn sie sich vor dem 10. Juli ergeben, nur mit Entziehung des Stimmrechtes für Lebenszeit bestraft werden. Die Feldkornets oder Friedensrichter unterliegen irgend einer anderen Strafe. Todesstrafe ausgenommen. Bedingung ist in beiden Fällen, daß die Betreffenden nicht des Mordes oder irgend einer anderen, gegen die Kriegsgebräuche verstoßenden Handlung sich schuldig gemacht. Aufständische, welche nicht bis zum 10. Juli sich ergeben, unterliegen der ganzen Strenge des Gesetzes. Chamberlain hielt im Verein der Kolonialbeamten eine Rede, in der er ausführte, England habe alles erlangt, wofür es gekämpft habe. Die Art, wie die Buren die Bedingungen angenommen hätten, sei ein gutes Vorzeichen für die Zukunft. England habe viel zur Befestigung des Reiches gethan. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Vom Kaiserpaar. Gestern früh 6 Uhr begab sich der Kaiser, in der Uniform des Regiments Gardes du Corps, zu Pferde vom Neuen Palais nach dem Bornstedter Felde. Hier waren das Regiment Gardes du Corps und das Leibhusaren=Regiment aufgestellt. Der Kaiser ritt die Front der beiden Regimenter ab. Inzwischen war die Kaiserin, ebenfalls zu Pferde, vom Neuen Palais auf dem Felde eingetroffen. Die Prinzessin Friedrich Leopold war zu Wagen anwesend. Darauf fand die Besichtigung der beiden Regimenter statt, der ein FeuerExerzieren folgte, wozu das Lehr-Infanteriebataillon, die Unteroffizierschule und eine Batterie der Garde=Feldartillerie herangezogen waren. Hieran schloß sich die Kritik und ein zweimaliger Parademarsch. Der Kaiser führte darauf das Regiment Gardes du Corps nach Berlin zurück. Dort nahm der Kaiser an einem Frühstück beim Offizierkorps des Regiments Gardes du Corps teil. Der Kaiserbesuch und der polnische Adel. In polnischen Kreisen wird erzählt: Dieser Tage hatten in Posen eine größere Anzahl Vertreter des polnischen Adels aus den verschiedensten Teilen der Provinz eine Besprechung, um sich darüber schlüssig zu werden, wie sich der polnische Adel bei der Anwesenheit des Kaisers zu verhalten habe. Es verlautet, daß der Kaiser die Absicht hege, bei seiner Ankunft in Posen eine noch schärfere Rede wie in Marienburg gegen das Polentum und Slaventum zu halten. Die Vertreter des polnischen Adels in der Provinz Posen einigten sich schließlich bei ihrer Besprechung dahin, daß diejenigen polnischen Adligen, welche Würden und Aemter bekleiden, sich bei den Kaisertagen in Posen einzufinden haben. Es seien dies beispielsweise der Vizemarschall des Provinziallandtages und ähnliche Würdenträger, ferner diejenigen Polen, welche den Kammerherrntitel haben usw. usw. Der übrige Teil des polnischen Adels aber würde während der Kaisertage in Posen in der Provinzialhauptstadt nicht erscheinen. Diese Mitteilung wird in der hier wiedergegebenen Form von maßgebenden polnischen Persönlichkeiten in Posen kolportiert. Die Krankheit des Königs von Sachsen. Der gestern abend 6 Uhr in Sibyllenort ausgegebene Krankheitsbericht lautet: „Das Befinden des Königs war am heutigen Tage ein sehr wechselndes. Erscheinungen bedenklicher Schwäche sind vorherrschend. Seltener und nur auf kurze Zeit zeigte der Kranke größere Teilnahme. Der Zustand ist nach wie vor ernst.“ Das Wetter ist heiß und für den Kranken ungünstig. Zwei Kriegsschiffe zusammengestoßen. Aus Kiel, 12. Juni, wird gemeldet: Gestern abend stießen beim Manöver in der Stranderbucht die Linienschiffe„Weißenburg" und„Kurfürst Friedrich Wilhelm" zusammen. Ueber diese Kollision liegt folgende ausführlichere Meldung vor: Bei der Inspizierung wurde von dem Geschwader abends in der Stranderbucht eine Treffenfahrt ausgeführt. Hierbei kollidierten die Linienschiffe„Weißenburg" und„Kurfürst Friedrich Wilhelm". Letzteres erhielt auf Backbordseite bei der Abteilung 6 ein Leck, so daß die Abteilung volllief. Doch wurde das Schiff dadurch in seinen Uebungen nicht behindert. Durch Taucher wurde später festgestellt, daß der„Kurfürst Friedrich Wilhelm“ gerade unter dem Panzergürtel ein durch den Rammsporn der„Weißenburg" verursachtes Leck in Form eines 30 Zentimeter breiten Dreiecks erhalten hatte, außerdem einige Beulen, auch sind an der Rammstelle die Fugen der Panzerplatten etwa fingerbreit geöffnet. Die Kollision erfolgte durch Versagen des Ruderapparates der„Weißenburg" und geschah bei fast großer Fahrt. Daß der Schaden nicht bedeutender ist, darf auf den Widerstand des Panzers zurückgeführt werden. Der Rammsporn der„Weißenburg" ist beschädigt und schief geworden. Abgeordnetenhaus. In seiner gestrigen Sitzung überwies u. a. das Abgeordnetenhaus die Petitionen um gesetzliche Regelung der Besoldungen der Leiter, Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Mittelschulen und höheren Mädchenschulen der Regierung als Material. Lehrermangel. Zum Kapitel Lehrermangel wird aus Breslau geschrieben: Gegenwärtig fehlen in Oberschlesien nahezu an 300 Lehrer, um die vorhandenen Stellen ordnungsmäßig besetzen zu können. Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter in Cigarrenfabriken. Der Minister für Handel und Gewerbe hat die Regierungspräsidenten angewiesen, für die bevorstehende Erneuerung der Bekanntmachung vom 8. Juli 1893 über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in den zur Anfertigung von Cigarren bestimmten Anlagen, deren Gültigkeit am 1. Mai. n. I. erlischt, unter Zuziehung der Gewerbeaufsichtsbeamten zu prüfen, ob etwa noch weitere Beschränkungen der Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Betrieben der erwähnten Art oder sonstige Abänderungen der Bekanntmachung vom 8. Juli 1893 angezeigt erscheinen. Insbesondere ist zu erwägen, ob der Lustraum für jeden Arbeiter auf mindestens zehn Kubikmeter zu erhöhen ist. Die Beschlagnahme der Bibliothek der russischen Studenten in Halle a. S. steht mit der im vorigen Jahre erfolgten Auflösung des polnischen Studentenvereins im Zusammenhang, dessen Mitglieder viel mit Russen auch jetzt noch verkehrten. Die beschlagnahmten Bücher haben zum Teil sozialistischen und anarchistischen Inhalt. Deutsche Postanstalten im Auslande. In Weihsien und Canton(China) werden deutsche Postanstalten eingerichtet. Der Burenkrieg und die deutschen Missionshäuser. Das Ende des südafrikanischen Krieges wird auch in verschiedenen deutschen Missionshäusern freudig begrüßt. Die Freunde der Hermannsburger Mission hatten sich vorgenommen, bei ihrem bevorstehenden Jahresfeste ein großes Gebet für die Wiederherstellung des Friedens zu halten, nun werden sie ein Danklied singen. Es handelt sich bei den in Südafrika Hierzu eine Beilage. wirkenden vier deutschen Missionsgesellschaften um beträchtliche Zahlen. Beim Ausbruch des Krieges gab es im englischen Gebiet und den Burenrepubliken 132 deutsche Missionsstationen mit einem Personalbestand von 191 Missionsarbeitern, wobei die Ehefrauen der Missionare nicht mitgerechnet sind. Am stärksten ist die Gesellschaft Berlin I vertreten, die von der Kapkolonie bis hinauf nach Nordtransvaal auf 55 Hauptstationen 86 deutsche Missionsleute stehen hatte. Die Hermannsburger Mission unter den Sulu und Betschuanen verfügte über 46 Hauptstationen mit 52 Missionaren. Die Brüdergemeinde hatte in der Kapkokonie 21 Stationen mit doppelt so viel Brüdern, und die Rheinische ebendaselbst 10 Niederlassungen mit 13 Arbeitern. Am meisten haben bekanntlich die Berliner und Hermannsburger unter den Kriegswirren zu leiden gehabt. Viele Stationen sind zerstört, die Missionare wurden in halber Gefangenschaft gehalten oder zur Abreise aus dem Lande genötigt. Nun gehen sie mit frischen Kräften und neuem Eifer an ihre Arbeit. Es ist ein Glück für die südafrikanische Mission, daß gerade die deutschen Glaubensboten so stark dort vertreten sind, da sie außerhalb der Parteien stehen und sich durch ihr tadelloses Verhalten während des Krieges die Sympathien aller Beteiligten erworben haben. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 13. Juni 1902. ** Schutzengesellschaft. Die Behörden der Schützengesellschaft setzen sich in diesem Jahre wie folgt zusommen: Wahldeputation und Verwaltungsrat sind dieselben geblieben, während der Vorstand aus folgenden Herren besteht: Oberst: Architekt Köster. Major: Kreistierarzt Ostermanr. Hauptleute: Alb. Degen, Wilh. Fischer, Karl Schierbaum, Karl Steffen. Oberleutnants: Leop. Busse, F. Poggenpohl, Aug. Siebert, Fr. Streuber. Leutnants: Gärtner Breder, Fritz Dresing, Epseloh, Jul. Heidemann, Hüsemann, Karl Joly jr., Aug. Oberschachtsiek, Wilh. Opitz, Fritz Pracht, Wilh. Schwabedissen, Willy Weddigen, Jul. Weingarten jr. Adjutanten: Rud. Kranefuß, Arthur Lühl. Bataillonsarzt: Dr med. Hentschel. *** Mit klingendem Sviel rückten heute morgen die Schüler unseres Gymnasiums aus, um ihre Turnfahrt zu unternehmen; wie immer sind die Ziele der einzelnen Klassen verschieden. * An Schule Stiftberg II wurde gestern der Anbau gerichtet. Derselbe soll anfangs Oktober bezogen werden. *+ Probe=Fegen. In ihrer letzten Sitzung beschloß die Fuhrpark=Kommission auch, demnächst unter Aufsicht der Mitglieder dieser Kommission ein Probe=Fegen zu veranstalten und zwar soll dies nicht mit der Fegemaschine sondern mit Handbetrieb geschehen. Wie wir noch vernehmen, soll auch geprüft werden, ob nicht das Fegegeld von 20 auf 15 Pfg. herabgesetzt werden kann.— In der Bürgerschaft wird man es freudigst begrüßen, daß nun auch seitens der Fuhrpark=Kommission diese Angelegenheit einer eingehenden Prüfung unterzogen wird. . Herfords Fleischverbrauch im Mai. Auf dem Schlachthofe wurden im vergangenen Monat geschlachtet: 20 Bullen(20), 6 Ochsen(4), 89 Kühe(82), 11 Rinder(8), 8 Pferde(10), 188 Schweine(205), 12 Schafe(8), 281 Kälber(290) und 2 Ziegen(1); zusammen 617 Stück, 11 weniger wie im Vorjahre. Beanstandet wurden ein Schwein wegen Seuche und ein erkrankter Ochse. Vereinnahmt wurden 1410,05 Mk.; 4,10 Mk. weniger als im Vorjahre. Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf das Vorjahr. ). Geschäftsjubiläung. Am morgigen Tage begeht se Leinenverein sein 50jähriges Bestehen. Den Arbeitern wird anläßlich dieser Feier auf der Berglust eine größere Festlichkeit gegeben. #eh Kaufmännischer Verein. In der gestrigen Generalversammlung wurde der Vorstand wiedergewählt; auch wurde die beantragte Umänderung der Satzungen zwecks Eintragung des Vereins beschlossen. a Im Bürgervereinsgarten gab gestern abend die Düngelsche Kapelle ein Abonnementskonzert, das sich regen Besuchs erfreute. Die recht gefällige Durchführung des hübsch gewählten Programms fand vielen Beifall. ** Das Wetter scheint sich endlich wieder anders gestalten zu wollen. Es war dazu aber auch die höchste Zeit, denn die Feldfrüchte sind in ihrem Wachstum so weit gelangt, daß sie die Sommersonne, die Wärme, wohl vertragen können. Jetzt bietet sich unserem Auge ein buntbewegtes, farbenfreudiges Bild auf Wiese und Feld dar. Das graugrüne Halmenmeer wogt uns entgegen, Kornblumen, Mohn und wie die Feldblumen alle heißen, nicken uns freundlich zu. Das Korn blüht und nach normalem Verlauf haben wir in sechs Wochen die Kornernte zu erwarten. Im allgemeinen steht eine gute Ernte in Aussicht. * Von der Kleinbahn überfahren. Als gestern abend gegen 8 Uhr der letzte Arbeitszug der Kleinbahn nach Salzuflen zurückfahren wollte, erfolgte auf der Salzuflerstraße ein recht bedauernswerter Unglücksfall. Infolge eines Stoßes der Wagen geriet ein auf dem Zuge befindlicher Arbeiter unter denselben und wurde an der Brust sowie am Kopf so schwer verletzt, daß der Tod nach wenigen Stunden eintrat. Der so plötzlich seiner Familie entrissene, ca. 40 Jahre alte Arbeiter stammt aus Sachsen und hinterläßt seine Frau mit 6 Kindern. Bereits am Montag früh hatte die Kleinbahn einen Arbeiter überfahren. Dieser Unglücksfall trug sich bei Salzuflen zu. Dort war ebenfalls einer der Arbeiter und zwar auf gleiche Weise wie gestern hier von dem Arbeitszug überfahren worden; diesem Manne sind beide Beine abgefahren worden. Die Schuld an diesen traurigen Vorkommnissen scheint daran zu liegen, daß die Züge mit zu großer Geschwindigkeit gefahren werden; hoffentlich tritt nun nach dieser Richtung hin eine Aenderung ein. . Eingebrochen wurde in vergangener Nacht in das Schuhwarenlager der Firma Steuer u. Rauh in der Mönchstraße. Die Diebe sind durch ein Fenster, welches nach der Herberge gelegen ist, in das Lager eingestiegen. Es ist noch nicht festgestellt, was von den Spitzbuben mitgenommen worden ist. * Enger, 12. Juni. Glücklicher Sturz. Der Zimmerpolier Bergmann von hier, welcher bei dem Neubau des Gastwirts Nienaber in Dreyen beschäftigt war, fiel gestern bei der Arbeit von dem etwa 10 m hohen Gerüst. Glücklicherweise erlitt B. nur einige Hautabschürfungen. = Westerenger, 12. Juni. Zum Radfahrerfest. Recht umfangreich sind die Vorbereitungen, welche zu diesem am Sonntag und Montag in Ostheiders schönem Garten=Restaurant und den angebauten Zelten stattfindenden Fest getroffen sind. Auf dem Festplatze werden auch verschiedene Buden aufgestellt. An der Korsofahrt am Sonntag nachmittag 4 Uhr nehmen 9 auswärtige Vereine teil, so daß sich diese Fahrt recht interessant gestalten dürfte. Für 6 Uhr ist der Beginn des Reigenfahrens festgesetzt; hierfür sind 3 Ehrenpreise ausgesetzt. Konzert, Ball und Preisverteilung bilden die weiteren Programmnummern. Die Festmusik wird von der Düngelschen Kapelle ausgeführt. Am Montag nachmittag 4 Uhr nimmt das Meisterschaftsfahren des Kreises Herford seinen Anfang. Dieses Rennen erfolgt bekanntlich auf der Chaussee vom Bahnhof bis zur Kreisstraße Werther. Aus Provinz und Nachbarstaaten. * Bielefeld, 12. Juni. Verschiedenes. Ein eigenartiges Verfahren ist nach dem„Wächter" hier kürzlich in einer Erbschaftssache eingeschlagen worden. Das Objekt war vom Gericht zu hoch angenommen, worauf unter dem 2. d. Mts. das Amtsgericht die betreffende Erbin benachrichtigte, daß nach der vom Notar erhaltenen Auskunft der Wert des gütergemeinschaftlichen Vermögens nur 100000 Mf. beträgt; die Gerichtsschreiberei sei angewiesen, die Gebühren und Auslagen nach dieser Wertangabe anderweit zu berechnen; es werde der Erbin demnächst eine neue Kostenrechnung zugestellt werden. Diese neue Kostenrechnung war bis zum Montag, s. noch nicht in Besitz des Gatten der auf einer Reise befindlichen Dame gelangt. Trotzdessen erschien am 9. d. Mts. ein Gerichtsvollzieher im Hause jenes Herrn und pfändete, als Zahlung abgelehnt wurde. 2 Gegenstände im Werte von 50 Mk, an welche Siegel angelegt wurden. Infolgedessen hat der von der Pfändung Betroffene das Amtsgericht ersucht, die Pfändung sofort rückgängig zu machen und die Siegel entfernen zu lassen.— Am SchützenfestMontag fällt von nun an der Unterricht in den hiesigen Bürgerschulen aus.— Seit dem 2. ds. Mts. wird der Arbeiter Eduard Weßel von hier vermißt. Derselbe verließ seine Familie mit der Angabe, er wolle seinen Bruder in Herford besuchen. Er ist dort aber nicht eingetroffen und seitdem nach hier nicht zurückgekehrt. Den Umständen nach wird ein böswilliges Verlassen der Familie nicht angenommen, vielmehr vermutet, daß dem Vermißten ein Unglück zugestoßen ist. Weßel ist 31 Jahre alt, 1,58 m groß, hat dunkelblonde Haare, stumpfe Nase, vollständige Zähne, dunkelblonden Schnurr= und Spitzbart, kräftige Gestalt und gesunde Gesichtsfarbe. Am Hinterkopf hat er mehrere kahle Stellen durch Haarausfall. Bekleidet war er mit dunkelgrauem Jacket, weichem schwarzem Filzhut mit schwarz=weißem Bande. * Oeuuhausen, 12. Juni. Vom Bade. Die Amtliche Kurliste Nr. 12 verzeichnet bis zum 9. Juni 3841 Eingeschriebene, 5211 Durchgereiste und 40087 Bäder. Die Liste vom 10. Juni des Vorjahres schloß mit folgenden Zahlen: Eingeschriebene 3766, Durchgereiste 5697, Bäder 39746. in Oeynhausen, 12. Juni. Schöffengericht. Unter Vorsitz des Herrn Amtsgerichtsrats Kayser fungierten in der gestrigen Sitzung die Herren Kolon Meinert zu Wulferdingsen und Kolon Wilh. Nagel zu Bischofshagen als Schöffen. Amtsanwalt war Herr Amtmann Schwier. Verhandelt wurde in folgenden Sachen: Der Maurergeselle Karl Sch. zu NiederLechten hatte ein polizeiliches Strafmandat über 3 Mk. erKaniche### an einem Gebäude in der Herforderstraße eine Veränderung ausgeführt hatte, ohne hierzu die Ercheidung heantragt. 3.8.5 k.—.Sch. hatte richterliche Entscheidung beantragt. Da der Meister für die Arbeiten verantwortlich ist, trat Freispruch ein.— Der Handlungsgehilfe Gustav R. zu Melbergen hatte in der Nacht zum 27. Januar einen der Wwe. König gehörenden Pfeiler vorsätzlich umgeworfen. Das Urteil lautete auf 5 Mk. Geldstrafe bezw 1 Tag Gefängnis.— Der Restaurateur Ernst R. von hier hatte ein polizeiliches Strafmandat über 3 Mk. erhalten, weil er an seinem Hause eine Veränderung ohne polizeiliche Erlaubnis vorgenommen haut. Da die Veränderung aber so geringfügiger Natur war, daß dazu keine Erlaubnis erforderlich war, wurde auf Freisprechung erkannt.— Dem Maler Ernst M. zu Eidinahausen waren zwei polizeiliche Strafmandate zugestellt worden, weil er seinen Hund ohne Aufsicht hatte umherlaufen lassen, so daß das Tier in den Gärten der Nachbarn Schaden angerichtet hatte, und weil dieser Hund ferner durch Bellen und Heulen die Nachbarn in der nächtlichen Ruhe gestört hatte. Das Urteil lautete auf 6 bezw. 3 Mk. Geldstrafe.— Die Maler T., B. und W., früher hier, jetzt in Hannover, hatten jeder ein auf 3 Tage Hast lautendes polizeiliches Strafmandat erhalten, weil sie in der Nacht zum 27. April durch Singen und Johlen, sowie durch Zerstören von Gerüsten allerlei Unfug verübt haben sollten. Zwecks Ladung neuer Zeugen mußte die Verhandlung vertagt werden. — Dem Werkführer Wilh. R. zu Werste wird zur Last gelegt, am 17. April ein 14jähriges Mädchen ohne Arbeitsbuch beschäftigt zu haben. R. hatte ein polizeiliches Strafmandat erhalten und hiergegen gerichtliche Entscheidung beantragt. Diese Sache wurde ebenfalls vertagt, um noch weitere Zeugen zu laden.— Dem Kleinhändler Karl Schl. zu Mennighüffen war ein polizeiliches Strafmandat über 20 Mk. zugestellt worden, weil dessen Ehefrau am 20. Januar an den Maler H. Brink Schnaps verkauft haben sollte. Da hierbei aber kein Gewinn erzielt wurde und somit von einem Handel keine Rede sein konnte, trat kostenlose Freisprechung ein.— Die Arbeiter Paul P. und B. zu Löhne sind angeklagt, jeder eine wollene Decke, der Firma Stodiek& Co. in Löhne gehörig, gestohlen zu haben. Gegen B. wurde auf Freisprechung erkannt, weil gegen denselben kein Beweis zu erbringen war. Dagegen sah sich das Amtsgericht nicht zuständig, den fünfmal vorbestraften P. abzuurteilen, sondern verwies die Sache an das Landgericht in Bielefeld.— Der Händler Heinrich K. zu Melbergen hatte 3 Mk. Polizeistrafe erhalten, weil er die Zigarrenarbeiterin Auguste Törner 4 Wochen in Kost und Logis gehabt hatte, ohne dieselbe anzumelden. Die beantragte richterliche Entscheidung blieb ohne Erfolg.— Der Händler Wilb. O. zu Löhne hatte am 28. Januar in Mennighüffen mit Fischen hausiert, ohne im Besitz eines Wandergewerbescheins zu sein. Das Urteil lautete auf 12 Mk. Geldstrafe bezw. 1 Tag Haft.— Gegen den Schuhmacher Gottlieb H. zu Lohne war von seiten dessen Ehefrau und Schwiegermutter Strafantrag gestellt worden. Da dieselben aber von ihrem Rechte der Eidesverweigerung Gebrauch machten, trat Freisprechung ein.— Der Bäcker Heinrich T. zu Südlengern erhielt 3 Wochen Haft, weil er sich am 24, Februar in Löhne bettelnd umhergetrieben hatte; gleichzeitig wurde auf Ueberweisung an die Landespolizei erkannt.— Der Maurer Karl E. aus Niederbecsen, zur Zeit in Celle zur Verbüßung einer Zuchthausstrafe, hatte am 19. Februar in Rehme an einem Neubau mehrere Mauern vorsätzlich umgeworfen. Der Angeklagte wurde zu einer Zusatzstrafe von 2 Monaten Zuchthaus verurteilt.— Der Händler Heinrich Kr. zu Melbergen hatte ein polizeiliches Strafmandat über 10 Mk. erhalten, weil er der Ww. Ziehe sowie dem Händler Schwarz Aufenthalt gewährt hatte, ohne dieselben polizeilich anzumelden. Die Sache wurde zwecks weiterer Zeugenladung vertagt.— Die Schlosser Fritz H. und Friedrich Pl. von hier standen unter Anklage, den Schlosser Karl Niedringhaus vorsätzlich körperlich mißhandelt zu haben. Das Urteil lautete gegen H. auf 6 Mk. Geldstrafe und gegen Pl. auf Freisprechung.— Der Gemeindevorsteher Friedrich Schwagmeier zu Obernbek hatte gegen den Sägemühlenbesitzer Wilh. B. daselbst Klage erhoben, weil derselbe sich geäußert haben soll, der Privatkläger hätte einen zur Konkursmasse Geilker gehörigen Wagen gestohlen. Das Urteil lautete auf 300 Mk. Geldstrafe bezw. 30 Tage Gefängnis. * Hannover, 12. Juni. In ihr 102. Lebensjahr eingetreten ist am heutigen Tage Frau von Ilten, geb. Freiin Grote. Es ist erinnerlich, wie bei der vorigjährigen Hundertjahrfeier der alten, noch immer sehr rüstigen Dame der Kaiser brieflich und telegraphisch unter Uebersendung eines Geburtstagsgeschenkes sein Interesse und Wohlwollen für „die Letzte, die noch den Kanonendonner von Waterloo gehört", bekundete. * Berghosen, 12. Juni. Gnadenakt. Vom Kaiser begnadigt wurde der Berginvalide F. Sälzer von hier, welcher von der Dortmunder Strafkammer zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt war. S. hatte sich einer Körperverletzung seiner Mutter schuldig gemacht, indem er sie mit einer Kanne geworfen hatte. Der Wurf war aber nicht dieser, sondern einem anderen zugedacht gewesen. * Witten, 12. Juni. Im Zuge verletzt. Gestern abend wurden auf den Personenzug Dortmund=Hagen mehrere Revolverschüsse abgefeuert. Ein Passagier wurde leicht verletzt. Der Thäter entkam. * Cuxhaven, 12. Juni. Der neue Leuchtturm auf Helgoland, mit dessen Bau im August v. I. begonnen wurde, ist jetzt soweit hergestellt, daß er dem Betriebe übergeben werden soll, womit dann das bisherige alte Leuchtfeuer außer Thätigkeit tritt. Die Gesamtanlagekosten des neuen Leuchtturms belaufen sich auf ca. 350000 Mk. Giftmordprozeß Thomaschke. Zur gestrigen Verhandlung wurde Thomaschke auf einer Tragbahre von drei Gefangenen in den Saal getragen. Sein Gesicht ist leichenblaß. Er ist auf der Bahre festgeschnallt, und diese wird so in den Anklageraum gestellt. Wie der Gefängnisarzt begutachtet, ist Thomaschke trotz seiner Schwäche im Stande, der Verhandlung zu folgen. Im Verlaufe derselben fragte der Präsident den Angeklagten auch nach dem Grund des Selbstmordversuchs. Thomaschke antwortete: Die ungerechte Strafe, die ich erhalten habe, wegen der Urkundenfälschung.(Thomaschke ist zu sechs Jahren Zuchthaus wegen Fälschung eines Postscheines bei Verpfändung eines Sparkassenbuches am 6. März verurteilt worden).— Präsident: Also, Sie haben die That begangen rein aus Verzweiflung, im Vollbewußtsein Ihrer Unschuld? Es sieht doch aber so aus, als ob ein gewisses Schuldbewußtsein vorliegt.— Angeklagter Thomaschke: Durchaus nicht, Herr Präsident! Ausstellungsdefizit. Die in Mannheim abgehaltene Deutsche Landwirtschafts=Ausstellung ergab ein Defizit von 150000 Mk. Von einer Betrunkenen erstochen. In Herten wurde bei einem Trinkgelage der Bergmann Alois Leben von seiner betrunkenen Gattin erstochen. Die Thäterin ist verhaftet. Eine weitgereiste Hochstaplerin. Von ihrem Schicksal ist endlich die achtundzwanzigjährige Gouvernante Marie Avemann erreicht worden, welche unter dem Namen von Avemann in fast allen Hauptstädten Europas, wie Berlin, Paris, Rom, Madrid, Brüssel rc. unter Benutzung von Referenzen hochgestellter Persönlichkeiten sich Geldmittel zu verschaffen gewußt hat, was ihr um so leichter wurde, als sie sich als Tochter eines Generals der früheren hannoverschen Armee ausgab. Auf Grund gefälschter Zeugnisse hat sie dann Stellungen erhalten. In den meisten Fällen soll sie sich einen Reisekostenvorschuß erschwindelt haben und nach Empfang desselben spurlos verschwunden sein. Die Hochstaplerin, welche sich stets als Waise ausgab, ist die Tochter rechtlicher Eltern, die gegenwärtig noch in der Nähe von Osnabrück ansässig sind. Ihre Verhaftung erfolgte in Berlin, von wo aus sie. zunächst dem Gerichtsgefängnisse in Hannover zugeführt wurde, da sie dort ebenfalls ein Konto zu begleichen hat. Aus einem Zeitungsroman. Am Schluß des Romans der neuesten(24.) Nummer der Privat=Beamten=Zeitung heißt es: Bei Ilses Eintritt sprang sie mit einem wahrhaften salte mortale bis fast in die Mitte des Raumes hineig und rief der Schwefter triumphierend entgegen: (Fortsetzung auf Seite 175.) Militärisch. Gattin(beim Abschied):„Ich werde Dich mit der Mutter im Manöver besuchen.... Soll ich telegraphieren, wann wir kommen!" Rittmeister:„Jawohl... Depeschiere einfach: Feind in Sicht!“ Jamilien-Nachrichten. Geboren 1 Sohn: dem Telegraphen=Assistent Bothe in Bielefeld. Gestorben: Fabrikant Friedrich Wilhelm Beinke, 58 Jahre, in Rödinghausen. Minna Schlemeyer, geb. Sievert, 27 Jahre, in Detmold. Fabrikant Heinrich Gille in Bielefeld. Course der Berliner Börse. Mitgetellt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ges. Herforc, 12. Juni 1902. 5 Preuss 3½% Consoe Fio n„ 101,90 3% Deutsche Reichsanleihe 92,60 Prov.-Anl. 3½%„„ 4%½„ 4% Bielef. Stadtanleihe 4% Hamb. HypothekenPfandbriefe 1900 100,10 4% Rhein. Westf. Bodenkred.-Pfandbriefe 1905 100,75 4% Meining. Hypoth.102,00 8.25 9975 104,20 103,60 Pfandbriefe 1900 100,20 Deutsche Bank-Akt. 210,10 Disc. Commandit-Akt. 187,50 A. Schaaffhausen'scher Bv. 121,75 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 174,10 Hibernia Bergw.-Aktien 176,60 Harpener dto. 178.— Harb.-Wien. Gummi-Akt. 337.75 Phönix Bergw.-Aktien 128.50 Bankdiscont 3% Tendenz: still. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 13. Juni Höchste Temperatur des Vortages: 21,9°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 12,10. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 15,1“. „„ 11„„: 18,10 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 744,7 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 0,5 mm Wind: Mäßiger S. Himmel: Bewölkt; zeitweise heiter. Voraussichtliches Wetter. 14. Juni. Bei mäßigen südlichen Winden vorherrschendbewölkt; Regen wahrscheinlich. Telegrammr und Telephonische Meldungen. Zur Erkrankung des Königs von Sachsen. Sibyllenort, 13. Juni. Es steht schlecht mit dem König, die Stimmung im Schlosse ist eine höchst gedrückte, die Kräfte des Monarchen schwinden immer mehr; alle Fenster des Parterre Zimmers an der Wasserseite des Schlosses sind weit geöffnet, um genügend frischer Luft Eintritt zu verschaffen. Am Krankenbett weilen außer den behandelnden Aerzten die Königin, ferner der Kammerdiener und die beiden Leibjäger. Vor dem Hauptportal bewegen sich in ernstem Gespräch die Damen und Herren des Hofes. Erkundigt man sich, wie es steht, so ist ein trübes Achselzucken: Schlecht, leider schlecht: aber ein glücklicherweise noch nicht ganz schlecht die AntwortZum Rücktritt des Eisenbahnministers. Berlin, 13. Juni. In Angelegenheiten des Abschiedsgesuches des Ministers von Thielen ist eine Entscheidung der Krone noch nicht ergangen. van Houtens CX00 Ein nahrhaftes, belebendes Getränk, velches einen wohlthuenden Einfluss auf die Nerven ausübt. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sat#ler tür den Inseratenteil verantwortlich: Geora Bese, Druck und Verlag: eyristian Quenlin, sämtlich in Herford. zedition: Brü (Redaktion und Exped Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) 9 arenhaus Hermann Herzfeld Gehrenberg 1s Herford Gehrenberg 15. Extra-Preise Bedruckt Kattun 85; Bedruckt Kattun mit Säumchen sehr elegant Batift, weiß, rosa, hellblau Mull-Blusen mit Säumchen und 352 Durchsatz Seide, entzückende Neuheiten Zur Hälfte des Wertes 550 Et für die Visionswoche. upons: weiße Röcke mit Valenciennespitzen 3 Leinen=Röcke 15% Aspacca=Röcke 2 et Moiré=Röcke 3 46 Elegante Moiré=Röcke 6 Reinseid. Taffet=Röcke 12e4 4% e e-he ecech in Kattun, Satin, Organdy, Waschseide für Kleider und Blusen passend. * ∆ B4 e 8 911 o. Su r 0 Steppdecken aus Kattun und Satin von Mk. 2,50 an. Wilhelmshöhe beliebter Ausflugsort, in 20 Minuten vom Bahnhof zu erreichen.— Schöne schattige Anlagen und Veranda. ff. Kaffee, Weine, Biere, Liqueurs sowie kalte Speisen. 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Hoftheater in Weimar, Konzertsänger Carl Rost, Cöln, Obernsänger Carl Röseling vom Stadttheater in Aachen. Entree Mk. 1. 194f#. Vorverkauf 75 Pfg. Mitglieder von Gesangvereinen nur im Vorverkauf 50 Pfg. Vorverkauf in der Cigarren-Handlung von August Wessel. e ate abe ur, Gtaee ge reee e e ae ne e e e ae ae 2. Sommerkrische Johannaberg. Dienstag, den 17. Juni, nachmittags 5 Uhr: 23 Konzert des rühmlichst bekannten Rost'schen SoloQuartetts aus Köln. Eintrittspreis: Im Vorverkauf Mk. 1,—.(Hinrichsschen Hofbuchhandlung Detmold und am Buffet in Johannaberg). An der Kasse Mk. 1,25. 229f Zur gefälligen Beachtung! Einem hiesigen sowie auswärtigem Publikum zur Nachricht, daß ich das Urnau Nachf. nur unter meiner alleinigen Firma führen werde und bitte daß Vertrauen der alten Firma auch gütigst auf mich zu übertragen. Achtungsvoll H. Schumann aus Brannschweig. NB. Liefere die Ware für Bazare. 242f Wilhelmshöh, Sundern. Freitag, den 13. Juni, abends 8½ Uhr: I. Abonnements-Konzert. 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Da ist zunächst die gewaltige Maschinenhalle, die wahrhaft nur als ein ernster, majestätischer Dom bezeichnet werden kann; dann aber fieden wir solche in der Ausstellungshalle III(Polygraphisches Gewerbe) in der Handwerkskammer, im gemeinsamen Gebäude der Gutehoffnungshütte und der Deutzer Gasmotorenfabrik, sowie in den Bauten des Bergbaulichen Vereins, geradezu glänzend vertreten. Die Maschinenhalle selbst ist nächst dem Haupt-Industriegebäude der größte Bau der Ausstellung. Die Gesamt=Länge beträgt 280 m. die Breite 52 m. und bedeckt das Ganze mit den dazu gehörigen Anbauten für 20 Dampfkessel, Puwpen, Kondensationsmaschinen und Kühltürmen eine Gesamtfläche von ca. 20 000 gm. Im ganzen sind 26 Dampfmaschinen der verschiedensten Systeme von 40—3000 HP ausgestellt, die eine Kraftleistung von rund 12000 HP darstellen. Da aber Kraft und Lichtleistung nie zusammenfallen, ist die wirklich benötigte Energie resp. Kraftübertragung jeweils nur 6000 HP. Etwas weiter im Hauptschiff steht das riesige Modell der 10 000 t=Presse der Firma Bräuer, Schuhmacher& Co. in Kalk. Das Original hier aufzustellen, war natürlicherweise bei den Vorbereitungen für Fundamente 2c, die hierzu erforderlich gewesen wären, nicht möglich. Außer diesen Stücken richten noch die 3 Laufkrahne von je 30000 kg Tragfähigkeit, sowie die in der Halle vorn untergebrachten elektrische Zentrale— die größte, welche bisher auf einer Ausstellung zu sehen war— die Blicke direkt auf sich. Mit ganz besonderem Interesse wird jeder auch die hunderte von Hilfsmaschinen in Augenschein nehmen, deren oft geradezu wunderbare Arbeit man nicht genug anstaunen kann. Der Reihe nach sind da Brennerei= und Brauerei=Apparate, Holzbearbeitungsmaschinen, Maschinen für die chemische Industrie, Schuhlederfabrikation, Papierindustrie und das Buchdruckgewerbe, in seltener Mannigfaltigkeit vorhanden. Daß die vorgeführten Fabrikate der Maschinenindustrie den stärksten Anziehungspunkt der ganzen Ausstellung hier bilden und nicht irgend ein sensationelles Vergnügungsunternehmen, dünkt mir nicht nur eine Folge der allgemeinen Bedeutung dieser Industrie, sondern gilt mir vor allem als eines der besten Kennzeichen des Düsseldorfer Unternehmens, des Kennzeichens, welches es von mancher anderen Ausstellung unterscheidet und ihm seinen Stempel aufdrückt, nämlich der sittliche Ernst, der nichts von sportlicher Rekordschlagerei auskommen läßt. Ebenfalls an der Hauptallee gelegen, mitten in einer Masse von kleinen Pavillons gedrückt erscheinend neben der reichen Architektur der nachbarlichen Bauten des Bochumer Vereins und der Rheinischen Metallwaren=Fabrik, liegt die einfach gehaltene„Halle III“, welche die Gruppen XV, XVI und XX, Polygraphische Gewerbe,(mit Photographie), Papierindustrie, Schul= und Unterrichtswesen beherbergt. Der Bau mußte als Erweiterung der Hauptindustriehalle, deren Räume sich trotz der weit über 30000 gm Fläche, als viel zu klein erwiesen, eilig hingesetzt werden und man konnte daher wohl weniger Wert auf reiche äußere Gestaltung legen. Eingetreten bemerkt man, daß gleich vorn links und rechts sich Lese= und Preßzimmer befinden. Neugierig einen Blick in den links liegenden Saal werfend, in dem nach einer Notiz einige hundert Tagesblätter und Zeitschriften aufliegen, bemerken wir wenig Anwesende und der große Tisch„reserviert für die Presse“ ist ganz„ledig“. Er wird es auch wohl bleiben, denn behaglich wird keiner es hier finden, wo sich zu sehr die Reklame des Inventarlieferanten vordrängt, der diese Bureaumöbel und=Maschinen, die ja alle praktisch großen Wert haben mögen, als Ausstellungsobjekte hier stehen hat. Ein breiter Gang teilt die Halle in 2 Hälften, deren linke das Polygraphische Gewerbe und einen Teil der Papierindustrie, die rechte dagegen Schulwesen und Photographie enthält. Mir ist es, als ob der alte Gutenberg mit seinen Holztypen und seiner schönen 36 zeiligen Bibel auf das wirre Getriebe von Rädern und Rädchen herabsähe und ihn ob des schreckensvollen Anblickes kaltes Grausen fasse und er sich kopfschüttelnd frage, wie es denn überhaupt noch möglich sei, daß diese Leutchen des zwanzigsten Jahrhunderts mit ihrer Auto= und Chromotypie, ihrer Zinko= und Photolithographie, ihren Pigmentdrucken, Galvanoplastik ihn noch als„Großen" verehren könnten und noch immer einen der ersten Wohlthäter der Menschheit in ihm sähen. Nun zum eigentlichen polygraphischen Gewerbe. Daß Deutschland die meisten Bücher fabriziert, ist nach einem häufig gemachten Ausspruch weltbekannt, aber was an Buchschmuck und besonders Einbänden geleistet wird und daß der darin entwickelte Geschmack sich vor keiner Konkurrenz zu fürchten braucht, fühlt man hier erst recht.— Weil mit dem Besprochenen und den vielen modernen Reproduktionsverfahren direkt zusammenhängend, möchte ich hier gleich die photographischen Objekte kurz erwähnen. Ganz besonders reichhaltig und imposant ist die weiterhin hier untergebrachte Papierindustrie; fast unzählige Papier= und Pappenverarbeitungsmaschinen sind täglich in ihrer Arbeit zu sehen, Musterbeutel, Düten aller Art, Schachteln von der kleinsten bis zur größten sehen wir herstellen, ganze Haufen der so populären Papierschlangen und Konfettes liegen vor unseren Augev. In einer ganzen Reihe von Schränken bringen die Tapeten= und Geschäftsbücherbranche ihre Erzeugnisse und hervorragend glänzend ist die Ausstellung von Gebetbüchern, der einfachsten und prunkendsten Art. In der weisen Erkenntnis, daß mit der gesunden Entwickelung der Pädagogik aller wahrer Fortschritt eng verknüpft ist, hat das Schul- und Unterrichtswesen für seine Ausstellung die benötigten Unterstützungen seitens der Staatsregierung und Provinzialverwaltung erhalten. Allgemeine Bildungsanstalten sind nicht vertreten, sondern durchweg nur Fachschulen, die in direktem Zusammenhang mit Industrie und Gewerbe stehen und daher auch die zukünftige Gestaltung derselben den reichsten Einfluß haben. Allgemein tritt der herrschende Raummangel zwar arg hervor und bedingt eine enge Begrenzung, die eine wirkliche Entfaltung, wie sie am Platze gewesen wäre, unmöglich machte, doch wird die Gruppe nicht nur Schulmännern,= sondern auch Gewerbetreibenden und Industiellen reichste Anreguug geben. Mit dem Gefühl wirklicher Befriedigung nehmen wir von „Halle III“ Abschied, um uns zu dem Sonderbau der Düsseldorfer Handwerkskammer zu begeben, der mit seinem roten Ziegeldach, seiner mittelalterlichen Architektur(die zum Inhalte allerdings im Widerspruche steht) einen anheimelnden Eindruck macht und im Innern eine Sammelausstellung enthält. Handwerk! Bei dem Namen denke ich an Wagners Meistersinger, an seinen herrlichen Poeten und Schuster Hans Sachs und an den großen Aufzug der Schmiede, Schneider, Buchbinder, Bäcker und Schuhmacher mit all' ihren Wimpeln, ihren Meistern, Gesellen und Lehrbuben; ich denke an das Gesellen=, an das Meisterstück, an all den Innungskram und all' die Innungszeremonien des Mittelalters. Aber hier aus dem Gebäude höre ich von Innen kommend Maschinengerassel und eintretend sieht das Auge fast nichts wie Maschinen oder MaschinenFür das 3. Quar- 1## Ausoren Agentunen Bestellungen entgegengenommen. Da sich tal werden schon iet in unseren Kuenturen der Bezugspreis in den Agenturen billiger als wie bei der Post stellt, empfiehlt es sich, die Bestellungen möglichst in unseren Agenturen zu machen. Mit Rücksicht darauf, daß die Leserzahl fortgesetzt zunimmt, erweist sich die„Perforder Zeitung für Stadt und Land" auch als sehr wirksames Insertionsorgan, was vielfach eingegangene Schreiben bestätigen. Redaktion u. Verlag. arbeit. Ja, hier wird es einem klarer noch, wie in all' den gewaltigen Palästen ringsumher, daß das Zeitalter des Handwerks vorüber ist und das schöne Wort„Handwerk hat goldenen Boden“ hört man heute nicht mehr viel, erscheint einem aber hier geradezu als Lüge. Die Buchbinder haben rechts eine retrospektive Buchbinderwerkstatt untergebracht, gleich daneben aber in vollem Betriebe eine komplette moderne mit vielen Maschinen; die Zuckerbäcker arbeiten mit„neuesten Maschinen", wie da zu lesen ist; weiter befindet sich eine„moderne Musterbäckerei“ nebenan. Schönes leisten die Kunstschmiede, besonders steht vorn am Eingange ein für die Stadt Cleve bestimmter Brunnen von geradezu herrlicher Arbeit, die beweist, was geschickte Hände, vereint mit Geist, doch noch gegenüber den Maschinen zu schaffen vermögen: Die Schuhmacher und Schneider sind auch gut vertreten, doch meistens durch bekannte große Firmen; von„Meister und Geselle" merkt man nur hier und da noch etwas! Wie jeder Pavillon, ist auch in der Handwerkskammer ein besonderer Anziehungspunkt, der aber hier charakteristischer Weise nichts mit Handwerk zu thun hat. Es ist eine Brutmaschine, an die heranzukommen mit Lebensgefahr verknüpft ist, so sehr wird dieselbe umlagert. Eine ganze Reihe der„fertig fabrizierten“ kleinen Kücken trippelt vergnügt in einem kleinen umzäunten Raume herum.— Für heute verabschieden wir uns von der Ausstellung, um demnächst den Rundgang fortzusetzen. Vermis Die Heimat der deutschen Uhr. Daß Kuckucks., Wachtel-, Musikuhren und dergl. ihre Heimstätte im Schwarzwald hatten, ist vielleicht allgemein bekannt, weniger aber, daß die gesamte deutsche Uhrenfabrikation im Schwarzwald ihren Hauptsitz hat. Die„Deutsche Export=Revue" bringt über dieses interessante Thema einen längeren illustrierten Aufsatz, dem wir folgendes entnehmen: Nach Karl Schirek verdankt die Schwarzwälder Uhrenindustrie ihre Entstehung einer im Jahre 1685 gegebenen Anregung des Abtes Paul von St. Peter; ein wandernder Händler mit Glas hatte eine hölzerne Wanduhr mit nach Hause gebracht, die man mehrererseits nachzuahmen versuchte, und von dieser Zeit an wird im Schwarzwald die Uhrmacherkunst als Hausindustrie betrieben. Mit der Einführung der Maschine wurde jedoch die Hausindustrie mehr und mehr zurückgedrängt, so daß sie heute neben der Fabrikindustrie nur eine sehr bescheidene Rolle spielt. Der Hauptübergang vom Kleinbetrieb zum Großbetrieb vollzog sich in den siebziger Jahren, als die Gebrüder Junghaus in Schramberg die Massenfabrikation nach amerikanischem Muster einführten und damit die ersten sogenannten Amerikaneruhren auf den Markt brachten. Die Gesamtproduktion der Schwarzwälder Uhrenindustrie beträgt heute ca. 8 Millionen Stück Großuhren verschiedenster Art im Gesamtwert von ca. 30 Mill. Mk. Insbesondere sind es vier große Firmen, deren Produktion allein schon mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion des Schwarz= waldes beträgt. Die bedeutendste Firma, die„Vereinigten Uhrenfabriken von Gebr. Junghaus und Thomas Haller“ ist eine Aktiengesellschaft, die im ganzen etwa 2500 Arbeiter beschäftigt. Die tägliche Produktion dieser Firma beträgt annähernd 8000 Stück Uhren fix und fertig, zum Versand bereit. Sodann kommt die Hamburg=Amerikanische Uhrenfabrik in Schramberg mit einer Tagesproduktion von 3—4000 Stück Uhren, und Friedrich Mauthe in Schwenningen mit ebenfalls ca. 4000 Stück; ferner Schlenker u. Kienzle in Schwenningen mit etwa 1500—2000 Stück. Bis vor etwa 30 Jahren hat die Uhrenfabrikation im wärttembergischen Teil des Schwarzvaldes im Vergleich zu ihrer badischen Schwesterindustrie nur eine sehr bescheidene Rolle gespielt. Man schätzte die jährliche Produktion der gesamten Schwarzwälder Uhrenindustrie 1862 auf 1 Million Stück, 10 Jahre später auf 1,8 Mill. im Wert von 10 Mill. Gulden; davon soll damals auf Württemberg nur etwa der zehnte Teil gekommen sein. Jetzt werden im württembergischen Schwarz= Das graue Koman von B. Corony. 10. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.] „So leben Sie wohl, wenn wir uns heute nicht mehr sehen sollten,“ rief Herr Förster, dem jungen Mann die Hand schüttelnd. Zu der Tochter gewendet, fügte er hinzu:„Du kannst nun auch etwas ins Freie kommen, denn hier ist es kalt, trotz des gewaltigen Feuers in allen Oefen.“ Nur ungern und zögernd fügte sich Martha. Kaum war sie aus dem Hause getreten, als ihr schon wieder ein anderer Einfall durch den Kopf schoß.„Sieh nur die prächtige Schneedecke, Papa, und den tiefblauen Himmel; was meinst Du zu einer Schlittenfahrt?“ „Ach, wo sollen wir denn jetzt einen Schlitten hernehmen?“ „Der wird ganz gewiß zu finden sein; ich möchte gar zu gern zwischen diesen Wäldern dahin fliegen; bitte, bitte, mache mir die Freude!“ „Na, wir wollen einmal sehen,“ entgegnete der Vater. Was hätte er wohl seinem Liebling abschlagen können. Nach kurzer Rücksprache mit dem Hotelbesitzer stellte dieser seinen eigenen, eleganten Schlitten zur Verfügung. Zwei junge, feurige Rappen wurden rasch vorgespannt, und bald ertönte ein munteres Schellengeläute. Des Mädchens blaue Augen blitzten vor Freude, das liebliche Gesicht sah so frisch wie eine Rose aus; das Pelzbarettchen saß keck auf dem blonden, in zwei dicke freihängende Zöpfe geflochtenen Haaren. Welch' ein sanftes Dahingleiten über die glatte, silberne Fläche; wie wohl that die frische Winterluft, wenn sie das helle, auf die Stirne fallende Lockengekräusel zerzauste. Marthas melodisches Lachen mischte sich mit dem lustigen Schellengeklingel.„Nur noch weiter!“ bat sie immer wieder, wenn der Vater meinte, daß es Zeit sei, umzukehren. Zwischen mächtigen Waldungen hindurch führte jetzt der Weg, und wenn der Wind sich erhob, wehte er flimmernden Schnee von den Zweigen So wuß es den Vägeln zu Mut sein, wenn sie im raschen Flug dayinschwirren,“ rief das Mädchen; „nur rasch vorwärts,“ rief sie dem Kutscher zu;„Papa giebt ein gutes Trinkgeld.“ Der Rosselenker ließ sich das nicht zweimal sagen; er schnalzte mit der Zunge und hieb auf die Pferde ein. Diese jagten in rasender Eile weiter, so daß sie beinahe dort, wo die schmale Fahrstraße sich jäh und schlangenartig wand, einen Mann, der müde daher wanderte, niedergetreten hätten. Fluchend sprang der Erschreckte zu Seite und schwang den dicken Knotenstock. Da scheute der eine Rappe, bäumte sich hoch auf, schlug dröhnend die Hinterhufe gegen das leichte Gefährt und sprengte, wild an den Zügeln zerrend, weiter. Auch das andere Pferd wurde unruhig; es warf den Kopf zurück und schlug aus. Vergebens bemühte sich der Kutscher, die jungen Tiere zum Stehen zu bringen; er wurde von seinem Sitz geschleudert. Zwar raffte er sich auf und versuchte die Zügel die über den hartgefrorenen Boden schleiften, wieder zu ergreifen. Doch die Pferde rasten weiter und hörten auf keinen Zuruf. Links und rechts flog der Schlitten, an felsigem Gestein zerkrachend. Martha schrie vor Angst und Entsetzen laut auf; sie klammerte sich krampfhaft an den Vater, ihn so an jeder freien Bewegung hindernd. Weit geöffnet starrten ihre Augen; jede Spur von Farbe war aus dem kindlichen Antlitz gewichen, gellende Hilferufe rangen sich über die verblaßten Lippen. Endlich stürzte das eine Pferd, und nachdem das andere noch einmal mit gewaltigen Hufschlägen das zerbrochene, zur Seite geschleuderte Gefährt getroffen, blieb es stehen. Ohne Schaden genommen zu haben, sprang Förster auf. So weiß wie der Schnee, regungslos wie eine Todte, lag Martha dicht an der schroffen Felsenwand. Das Pelzmützchen war weit weggeflogen, und das blonde Haar umflutete wirr und halbgelöst die zarte Gestalt. Herr Förster hob seine Tochter empor und trug sie mit starken Armen, bis ein ländliches Fuhrwerk nahte; in dieses bettete er die Ohnmächtige recht sanft und weich und murmelte dabei nnaufhörlich:„Es ist nichts— nur der Schreck hat sie über wältigt; morgen wird alles wieder gut sein.“ Aber der Ausdruck seiner förmlich in Todesangst versteinerten Züge widersprach diesen Worten Eine Emigkeit dünkte ihm die Fahrt ois zu dem Hotel, in dessen ruhigstes Zimmer man die Verunglückte brachte. Kaum zehn Minuten später stand der alte Sanitätsrat Brenkendorf an dem Krankenlager. Seine Miene war sehr ernst und bedenklich; die kurzen, unbestimmten Antworten auf des besorgten Vaters Fragen ließen diesen das Schlimmste fürchten. Der ratlose Mann depeschierte an Anna von Tellheim, und diese zögerte nicht, zu kommen. Wo es Hilfe und Trost zu bringen galt, rief man nie vergebens nach ihr. Sie reiste noch mit dem Nachtzug ab und traf schon in früher Morgen stunde in Wernigerode ein. Marthas Zustand hatte sich bedeutend verschlechtert; die todesähnliche Regungslosigkeit hatte sich in heftige Fieberunruhe verwandelt. „Ich darf Sie nicht täuschen; die Gefahr ist groß und meine Hoffnung verschwindend klein,“ sagte der erfahrene Arzt, nachdem abermals ein Tag und eine Nacht verflossen waren.„Ziehen Sie noch einige andere Aerzte zu Rate.“ „Die ersten Professoren sollen mir her!“ rief Förster; „wenn das Mädchen stirbt, dann hat mein Leben kein Ziel und keinen Zweck mehr.“ Der sonst so phlegmatische, schwer aus seiner Ruhe zu Bringende, war kaum mehr zu erkennen. Verstört, verfallen, gealtert sahen seine plumpen Züge aus; aber der Schmerz ließ sie förmlich veredelt erscheinen.„Mein Alles ist sie!“ stammelte er mit erstickter Stimme;„wenn ich mir denke, daß sie nie mehr lachen und jubeln wird, daß sie, der verkörperte Frohsinn, hinunter muß unter die kalte, schwere Erde, daß sie auf ewig still und starr unter dem Marmorblock liegen soll, dann meine ich, es ist am besten, wenn ich gleich mit hinunter komme, denn hier oben könnte mir's nimmermehr wohl werden.“ Seine Stimme erstickte in Schluchzen. Obgleich Anna nicht minder ergriffen war, so erblaßte ihr eigener Gram und zerfloß wie Nebel vor dem Leid des verzweifelten Mannes, der nichts auf der Welt geliebt hatte, als das kleine flatterhafte, reizende Wesen. Alles vergessend preßte sie die Hand des neben ihr stehenden Gerhard. Auch er war gekommen, um dem unglücklichen Vater sein innigstes Beileid zu bezeugen; vlötzlich rief er wie Jemand, wald jährlich 4½ bis 5 Mill Stück Uhren im Werte von 15 bis 16 Mill. Mark fabriziert, d. h. der Stückzahl nach, wie bereits gesagt, mehr als im badischen Schwarzwald, dem Werte nach ebensoviel. Dieser Ausschwung des württembergischen Schwarzwaldes rührt wohl in der Hauptsache daher, daß in ihm zuerst die Fabeikation nach amerikanischem System und damit die Fabrikation in großem Stil ausgenommen wurde. Wie viel Sterne stehen am Himmel? Die bildliche Exponierung des nächtlichen Himmelsgewölbes, die auf der Sternwarte in Greenwich während der letzten zwei Jahre vorgenommen wurde, sollte in der Nacht auf Sonntag durch die letzte Aufnahme einer noch fehlenden Strecke beendigt werden. Der Himmel war aber so mit Wolken bedeckt, daß es unmöglich war, die Arbeit auszuführen, wozu sich erst im März 1903 wieder Gelegenheit bieten wird. Auf den fertigen Platten sind bereits 212507 Sterne gezählt worden und den Rest schätzt man auf 3000000. Die Aufnahmen der südlichen Hälfte, die in Kapstadt und Sydney vorgenommen werden, liegen noch nicht vor; jene von Greenwich genügen aber schon, um den Begriff von der Größe des Weltraums noch verwirrender zu machen, als er an sich schon ist. Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Amt Gohfeld. Nachrichten für den Monat Mai 1902. Geburten: 1 Sohn: dem Müller BüschenfeldJöllenbeck, Cigarrenfabrikant Kriete=Depenbrock, Kolon GrieseMelbergen, Neubauer Johannsmeier=Melbergen, Fabrikarbeiter Kleimeyer=Bischofshagen, Handarbeiter Niemeier=Depenbrock, Tischler Gerlach-Melbergen, Handarbeiter Hur-Jöllenbeck, Müller Weihe=Jöllenbeck, Heuerling Remmert=Jöllenbeck, Viehhändler Kortemeyer=Jöllenbeck. 1 Tochter: dem Maurer Eickmeyer=Melbergen, Müller Gerling=Melbergen, Schrankenwärter Westphal=Bischofshagen, Kolon Schröder= Jöllenbeck, Cigarrensortierer BrackmannJöllenbeck, Kolon Kruse=Bischofshagen, Bahnarbeiter Siemer= Bischofshagen, Arbeiter Schomburg=Melbergen, Stationsgehülfe Teckemeyer=Bischofshagen, Badearbeiter Flottmann=Depenbrock, Handarbeiter Gieselmann=Depenbrock, Heuerling SanderDepenbrock. Aufgevoten: Bahnarbeiter Karl Haustochier Engel Kemena=Depenbrock, Regierungs=CivilSupernumerar Alexander Müller=Minden i. W. mit Haustochter Maria Fehring=Bischofshagen, Gastwirt Heinrich BögeholzBischofshagen mit Haustochter Anna Breder=Bischofshagen, Tischler Christoph Kaspar Hermann Heinrich Prüßner=Depenbrock mit Haustochter Friederike Wilhelmine Luise FinkeJöllenbeck. Eheschließungen: Fabrikarbeiter Friedrich Augustin zu Jöllenbeck mit der Haustochter Caroline Potthast zu Depenbrock, Maurer Hermann Westerwelle zu Mellbergen mit der Dienstmagd Friederike Böker zu Niederbecksen, Postschaffner Adolf Thies zu Bischofshagen mit der Haustochter Wilhelmine Krüger zu Bischofshagen, Handarbeiter Friedrich Wehmeyer zu Bischofshagen mit der Näherin Johanne Köster zu Bischofshagen, Bergmann August Fischer zu Ueckendorf mit der Schneiderin Marie Blase zu Melbergen, Bahnarbeiter Karl Hemeier zu Werste mit der Haustochter Engel Kemena zu Depenbrock, Regierungs=Zivil=Supernumerar Alexander Müller zu Minden mit der Haustochter Maria Fehring zu Bischofshagen. Gestorben: Landwirt Friedrich Wehmeyer=Depenbrock 82 J., Ehefrau des Landwirts Baumann=Depenbrock 63 J, Sohn des Landwirts Stucke=Bischofshagen 3 M., Ehefrau Luise Steinmann= Melbergen 51 I., Ebefrau des Schmiedemeisters Kespohl=Depenbrock 49 J., Tochter des Kolons Schröder=Jöllenbeck 8 St., Näherin Louise Mester=Bischofshagen 21 I., Ehefrau Wilhelmine Möller=Depenbrock 20 J., Sohn des Rangierers Held=Bischofshagen Nr. 34 1 I., Leibzüchter Heinrich Nolting=Jöllenbeck 76 J., Colon Karl Demberg= Jöllenbeck 68 J., Schlosser Friedrich Lenz=Melbergen Nr. 60 33 J., Tochter des Tischlers Meier=Depenbrock 2 J., Sohn des Zig.=Sort. Eilbracht-Bischofshagen 1 J. alt. für den Kreis Herford. Jehufs Räumung der kleinen Werre und der Bouwerre 2 ist am Montag, den 16. Juni cr. das Wasser abgelassen und werden die Verpflichteten hiermit aufgefordet, die Räumungsarbeiten sofort vornehmen zu lassen bei Vermeidung von Strafe und Ausführung auf ihre Kosten. Besonders wird auf die Instandsetzung der Ufer hingewiesen. Die Räumung muß innerhalb Zer Tage bewirkt sein. Sämtliche die Vorflut hindernden Pfähle pp. sind aus dem Flußbett zu entfernen. 190f Herford, den 5. Juni 1902. Die Polizeiverwaltung. I. V.: Busse. Zwecks Aufbringung der Enschädigungen für die an Rotz, Lungenseuche und Milzbrand gefallenen Tiere hat nach den Vorschriften über die Aufnahme und Fortführung der Viehbestandsverzeichnisse und über die Erhebung der Abgaben vom 23. März 1891(Amtsbl. Nr. 14 S. 92) am 1. Juni cr. im Stadtbezirke Herford eine polizeiliche Aufnahme der abgabepflichtigen Viehbestände stattgefunden. Dieses Verzeichnis liegt vom 13. Juni d. J. ab 14 Tage lang während der Dienststunden in unserem Polizeibureau zur Einsicht der Beteilieten aus. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses sind innerhalb der vorgeschriebenen Frist bei dem Magistrate hierselbst anzubringen. 226f Herford, den 11. Juni 1902 Der Magistra:: Busse. Verdingung. 1. für die Herstellung einer Futtermauer von rd. 560 cbm. Mauerwerk und Lieferung der Materialien; 2. der Erdarbeiten von rd. 6400 chm Boden; 3. der Abbrucharbeiten des alten Empfangsgebäudes, des Wasserturmes und des Abortgebäudes auf Bahnhof Herford am Mittwoch, 18. Juni 190., vormittags 11 Uhr bei der Königl Eisenbahn=Betriebs=Inspektion in Bielefeld. Die Verdingungsunterlagen können gegen kosten= und bestellgeldfreie Einsendung von 1,00 Mark in Bar nicht in Briefmarken von der Betriebs-Inspektion in Bielefeld bezogen werden. Zeichnungen liegen bei Letzterer während der Dienststunden zur Einsicht aus. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Bielefeld, den 8. Juni 1902. Königliche Eisenbahn=Betriebs=Inspektion. Visselhöveder Tafel- Honig besteht aus natürlichem Bienenhonig und feinster Invert-Raffinade Derselbe zeichnet sich durch feines Aroma und Wohlgeschmack, hohen Nährwerth und Bekömmlichkeit aus. Jedes Versandgefäns trägt diese Schutzmarke. Zu haben in den meisten Colonialwaren- u. Delicatessengeschäften. haben bei: 128 Friedrich Monke. Detmolder Lotterie. Ziehung am 2s. und 26. Juli 1902. Es gelangen zur Verlosung: 1 vollständig elegantes Gespann, 25 Pferde und Füllen, 20 Stück Rindvieh u. 1954 andere Gewinne (Fahrräder, Maschinen, Haushaltungsgegenstände 2c.) also zusammen: 2000 Gewinne im Gesamtwerte von 22500 Mk. — Lose à 1 Mark, 11 Lose für 10 Mark sind zu beziehen durch die Geschäftsstelle 559e der„Herforder Zeitung für Stadt und Land., Vision empfehle 120 cm. breit von 85 Pfg. an. 197 Ferd. Mattis Feinste Bauernbutter solange der Vorrat reicht per Pfd. 1,00 Mk. 186f Allerfeinste CentrifugenTafelbutter S# per Pfd. 1.10 Mk. empfiehlt Chr. Röckemann Back= und Puddingpulver, d ote Grütze, Bauille=Zucker, imbeer=, Kirsch= u. Erdbeersaft, Apfelwein empfiehlt 200e Julius Riedel, geg. d. Post. Neue Rollmöpse mit Gurkeneinlage à Stück 7 Pfg. 1777 Heinrich Nolting Hausfahnen Reinecke, Hannover. Verein der Feldmarken Herford's und Stiftberg. Die Mitglieder, welche durch den Verein Saatwicken bestellen wollen, mögen sich im evanal. Vereinshause einschreiben. Die Vereinsliste liegt bei Herrn Plötz bis zum 22. Juni aus. 216 Der Vorstand. Viel Geld verdienen Hausierer 2c. durch J. Zentel, Straßburg i. Ell. Autol unübertroffenes 94f Oel für Motorwagen, H. Möbius& Sohn Haunover— London— Basel. 1 1 1 e 1 der sich auf etwas von Wichigten besinnt:„Lassen Sie doch; um keine Zeit zu verlieren, den Dr. Werner holen. Er hat schon unglaubliche Erfolge erzielt, ungewöhnliche Energie und Ausdauer entwickelt und in manchen, selbst hoffnungslos scheinenden Fällen Hilfe und Rettung gebracht; ich hörte ihn von vielen Seiten rühmen.“ „Wenn er mir mein Kind rettet, so will ich ihm ewig dankbar dafür sein; er könnte von mir fordern, was er wollte, es sollte ihm gewährt sein.“ „Ich beeile mich, ihn herbeizurufen,“ entgegnete Gerhard und lief rasch nach dem grauen Haus; aber er wurde nicht vorgelassen. „Der Herr Doktor ist dringend beschäftigt; ich werde ihm aber die Sache mitteilen,“ erwiderte Frau Hellmuth, nachdem er den Grund seines Kommens erklärt hatte. „Dann ersuche ich Sie, es gleich zu thun,“ sagte er kurz; denn die Abweisung hatte etwas Verletzendes; er wußte, daß man ihm die Möglichkeit benehmen wollte, Edith zu begegnen. Sein Stolz gestattete ihm kein längeres Verweilen, aber die Gitterthür schließend, konnte er sich doch nicht enthalten noch einmal den Blick zu wenden. Und nun grüßten ihn zwei flammende Augen. Das geliebte Madchen neigte sich, trotz der scharfwehenden Winterluft, weit aus dem Fenster und ihre Lippen bewegten sich, als flüsterten sie leise, süße, zärtliche Worte. Unterdessen öffnete die Hellmuth nach kurzem, scharfem Zimmershüre ohne das übliche„Hereinl“ abzuwarten, Joses Er stand am Fenster, wandte sich aber rasch um und rief zornig:„Was fällt Ihnen ein, mich zu stören? Ich will altein sein! „Stören? Sie arbeiten doch jetzt nicht," bemerkte Katharin in ihrer kühlen Weise. „Weil ich hier stehe? Meinen Sie, ich müsse immer wie ei Schuliunge am Tisch sitzen und die Feder eintauchen?— I denke. „Indem Sie Herrn Steiner nachstarren?“ „Nun ja, der giebt mir genug zu denken.— Also, we giebt's— was wollte er?“ „Sie zu einem gefährlich Erkrankten rufen.“ „Wer ist's?“ „Ein junges Mädchen— Martha Förster, die Tochter des Besitzers von der Villa drüben; sie machte vor ein paar Tagen mit ihrem Vater eine Schlittenfahrt und stürzte aus dem von den scheu gewordenen Pferden zertrümmerten Fuhrwerk; Sie werden dringend ersucht, sofort zu ihr zukommen.“ „Wie kommt denn das? Man hat ja den Sanitätsrat Brenkendorf geholt. Der wird schon zu helfen wissen.“ „Der hat sie bereits aufgegeben.“ „So?— Und da erinnert man sich, daß noch ein anderer Arzt hier existiert.“ Ein bitteres, hämisches Lächeln spielte um seinen Mund. „Beeilen Sie sich!— Die Sache scheint äußerst dringend zu sein!“ mahnte die Hellmuth. Und ihr Drängen war nicht umsonst. Als Dr. Werner in die von Förster bewohnten Räume des Hotels trat, machte er auf Anna einen unangenehmen Eindruck. Der schleppende Gang, der scheue, entweder zur Erde gesenkte, oder rastlos umherirrende Blick, der zuweilen scharf und stechend aufblitzte, die leise, tonlose Stimme mißfielen ihr entschieden. Ohne die mindeste Teilnahme zu bekunden, ließ der junge Arzt in einem Nebenzimmer sich den Vorfall schildern und fuhr nur mechanisch mit der Hand über die Stirn, oder that einige Fragen, welche Förster mit fiebernder Angst und fast flehendem Ton beantwortete. „Führen Sie mich nun zu der Kranken,“ sagte José. Anna schritt voran; dabei war es ihr, als müsse sie schützend die Hände über das junge Wesen breiten, als geleite sie in Gestalt des finsteren, abstoßenden Mannes das verkörperte Unheil an das Lager der Freundin. Sie sträubte sich gegen die Empfindung, schämte sich ihrer und konnte sie doch nicht unterdrücken. Lange sah der Arzt auf das bleiche, kindlich zarte Antlitz nieder. Wie eine Schlummernde war Martha anzusehen, bis sich endlich die blauen Augen öffneten und verstört um sich blickten, während der kleine Mund Worte irren Schreckens stammelte. Da umfaßte José die im Fieber Tobende; er hielt sie fest, beschützte sie gegen ihr eigenes Rasen und ließ dann die Erschöpfte wieder sanft in die Kissen gleiten. Damit erteilte er mit halblauter Stimme Befehle, welche sich Anna zu erfüllen beeilte. „Sagen Sie mir, ob sie leben wird!“ stöhnte der unglückliche Vater. In demselben Moment öffnete sich die Thür des Nebenzimmers, und zwei berühmte Aerzte, welche der Telegraph zu gleicher Zeit gerufen hatte, traten ein. Wohl über eine Stunde verweilten sie an dem Krankenlager, erwägend, prüfend, sich leise miteinander und mit José unterhaltend. Schließlich erklärten sie, man dürfe die junge Dame ruhig der Obhut des Dr. Werner überlassen. Anna folgte den Professoren auf den Korridor. „Bereiten sie den Vater auf das ärgste vor,“ sagte der eine von ihnen,„ich fürchte, daß ihm ein herber Verlust droht.“ Förster aber hatte die furchtbare Wahrscheinlichkeit schon in den Mienen der Aerzte gelesen und war wie von einem zerschmetternden Schlag getroffen.„Sie brauchen mir nichts zu sagen,“ herrschte er Anna, die nun zu ihm trat, rauh an;„ich weiß wohl, daß keine Hoffnung mehr ist.“ „Nur sehr geringe,“ vernahm er Josés tonlose Stimme, „aber dennoch gebe ich sie nicht auf; solange ein Funke noch glimmt, halte ich auch die Möglichkeit, ihn wieder zur Flamme anzufachen, nicht für ausgeschlossen.“ „Versprechen Sie mir das Leben meines Kindes?“ rief der Vater. „Ein Versprechen, das meine berühmten Kollegen nicht zu geben wagten, dürfen Sie von mir, dem Landarzt, nicht erwarten,“ erwiderte Werner kühl.„Die beiden Herren haben den verlorenen Posten mir überlassen, und ich will versuchen, ihn siegreich gegen den Feind zu verteidigen. Daß der Kampf wenig Hoffnung auf Erfolg bietet, verhehle ich Ihnen nicht.“ „Wenn Sie mir das Mädchen retten, dann giebt es nichts, was ich Ihnen verweigern würde!“ rief Förster.„Sie glauben — Sie hoffen?“— „Ich glaube und hoffe gar nichts, sondern versuche und erwäge" Leise 2og er die Thür hinter sich zu und entfernte sich (Fortsetzung folgt.)