2. 0X 12. Jahrgang. Teleph. Anschl, gerBad en, lotho&ck Kreie 34 Teleph. Anschl. N 133 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mer bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Dienstag, 10. Juni. Inserate werden bis spätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Vetitzeile für Stadt und Kreis Herford,I 1902 Oeynhausen und Amt Rehme 10 Pfg., sonst 15 Pfg. K Amtliche### Anzeigen für den Kreis Herford. ie Ausführung der Erd= und Chaussierungsarbeiten einschließlich Lieferung der Materialien zum Ausbau der 530 Meter langen Wegestrecke von der Herforder Chaussee am Doberge nach Bustedt soll öffentlich mindestfordernd vergeben werden Angebote mit entsprechender Ausschrift sind unter Verschluß kostenfrei zu dem auf Freitag, den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr in der Lindemann'schen Wirtschaft zu Bustedt anberaumten Eröffnungstermine an den Unterzeichneten einzureichen 187 Kostenanschlag und Bedingungen können bei mir eingesehen we den. Herford, 9. Juni 1902. Der Amtmann: v. der Schulenburg. ie Dampfwalze arbeitet vom 11. bis 20. Juni ds. Is. auf den Kreisstraßen Kirchlengern=Beck(Station 4,8 bis 5,3-4-50) und Löhne=Mennighüffen(Station 0,3 bis 5,8.) Herford, den 9. Juni 1902. 171f Die Kreischausse=Verwaltung. Nr. 2807/109, am Walle, Hofraum mit Wohnhaus, 5 ar 79 gm. groß und mit 750 Mark Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt, am 18. Juni 1902, vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 16— versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 17. März 1902 in das Grundbuch eingetragen. 2275 Herford, den 28. März 1902. Königliches Amtsgericht. Verkauf auf Abbruch einer eisernen Bahnsteighalle auf dem Bahnhofe Herford am 14. Juni 1902, vormittags 11 Uhr, bei der Betriebsinspektion in Bielefeld. Die Bahnsteighalle besteht aus 8 profilierten, gußeisernen Säulen von 3,15 m Höhe und 17 cm Durchmesser in 6,60 m bezw. 8,80 m Entfernung. 230 gm Wellblechabdeckung und 60 gm Oberlichtverglasung. Die Verdingungsunterlagen können gegen kosten= und bestellgeldfreie Einsendung von 0,50 Mk. in Baar, nicht in Briefmarken, von der Betriebs-Inspektion Bielefeld bezogen werden. Zeichnungen liegen bei letzterer während der Dienststunden zur Einsicht aus. Zuschlagsfrist 8 Tage. Bielefeld, 5. Juni 1902. Königl. Eisenbahn=Betriebsinspektion. 5 thor in Herford ist zum 1. Juli d. J. die Wirtschaft nebst Restaurationsgarten und Wohnung zu verpachten. Die Pachtbedingungen liegen in unsern Geschäftsräumen während der Dienststunden aus und werden auf Anfordern gegen Erstattung von 0,75 Mk. abgegeben. Schriftliche Angebote auf diese Verpachtung sind bis zum 20. d. Mts. an uns einzusenden. Herford, den 5. Juni 1902. 140f) Herforder Kleinbahnen. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Verdingung. Die Arbeiten zur Herstellung der Hochbauten auf Kleinbahnhof Blotho sollen in 2 Losen vergeben werden. Los I. Stations= und Abortgebäude. Los II. Lokomotivschuppen und Kohlenschuppen. Verdingungsunterlagen nebst Zeichnungen können bei unserer Bauleitung zu Herford, Bahnhofstraße 426, Werktags während der Dienststunden eingesehen werden, wohin auch die Angebote postfrei und versiegelt bis zum 25. d. M. einzureichen sind.menrgnun n# 180 Angebotsformulare sind gegen kostenfreie Einsendung von Mr. 1.50 bezw. von der Bauleitung zu beziehen. Freie Auswahl unter den Bewerbern wird vorbehalten. Herford, den 8 Juni 1902. Herforder Kleinbahnen Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Herford belegenen, im Grundbuche von Herford Bauerschaft Altstadt Band 18 Blatt 47(Grundsteuermutterrolle Art. Nr. 2355) zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Eheleute Kaufmann August Hoffmann und Helene geb. Dürkopp zu Wattenscheid in Gütergemeinschaft eingetragenen Grundstücke Flur 28 Nr. 945/235, in 4 Linden, Wiese, 3 ar 80 am groß, Grundsteuerreinertrag 0,60 Thaler. Flur 28 Nr. 946/232, daselbst, Wiese, 1 ar 98 am groß, Grundsteuerreinertrag 0.31, Thaler. Flur 28 Nr 947/232, daselbst, Garten, 7 ar 19 am groß, Grundsteuerreinertrag 1,41 Thaler am 18. Juni 1902, vormittags 9½ Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 16— versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 5. März 1902 in das Grundbuch eingetragen. zana Mlen 178 Herford, den 28. März 1902. Königliches Amtsgericht Pastor Schowalter über den Friedensschluß. Ueber den Friedensschluß in Südafrika schreibt der auch in Herford bekannte Pastor Schowalter in der„Tägl. Rundschau“ wie folgt: Der jetzt abgeschlossene Friede ist eine furchtbare und unerwartete Enttäuschung. Von den europäischen Vertretern der Buren glaubte niemand daran. Auch zu der Zeit, da der Ministerpräsident Dr. Kuyper Unterhandlungen führte, war, wie wir von ihm persönlich wissen, von einer Aufgabe der Selbständigkeit keine Rede. Und von zweien der Männer, welche die Unterhandlungen in Pretoria führten, liegen uns aus dem ersten Stadium der Unterhandlungen Briefe vor, von denen der eine ohne nähere Angaben die Hoffnungsfreudigkeit stärkt und der andere direkt erklärt, daß Friede ohne Unabhängigkeit undenkbar sei. Gewiß ist auch, daß die Burenvertreter von den ersten Verhandlungen in Pretoria weggingen, wie vor ¾ Jahren Botha von Kitchener,— ohne irgend welche Zusage und in der Gewißheit, daß sie das Angebot Englands ihren Leuten nur vorzulegen brauchten, um allgemeiner Entrüstung und Ablehnung zu begegnen. Schowalter bezeichnet es als selbstverständlich, daß die Männer, die sich zur Annahme der schweren Bedingungen hergaben, es nicht in ihrem persönlichen Interesse gethan haben. Was hat den Druck auf sie ausgeübt? Daß es in Vereeniging zu ernsten Debatten kam, ist bekannt; aber warum stimmte dort die Majorität für den Frieden? Haben die tapferen Männer das aufreibende und abstumpfende Leben des Gehetztwerdens und Selbstzagens nicht mehr ertragen können? Hat sie das Elend überwältigt, das ihnen aus dem verwüsteten Lande und den verweinten Augen seiner Bewohner entgegenstarrteSind sie den Gewissenskämpfen unterlegen, als man sie beschuldigte, ohne Aussicht auf Erfolg das Wohl ihrer Mitbürger zu opfern? Kamen sie sich vor wie Leute, die Sisyphusarbeit verrichteten? Wäre es so, wir hätten nicht das Recht, den Helden Vorwürfe zu machen, die, verlassen von aller Welt, seit vielen Monaten einen Riesenkampf kämpften, vor dem die mächtigsten Staaten Europas zurückschrecken. Mit dem Herzen haben sie Krieg geführt; ihr Herz hat ihnen wohl auch den Friedensschluß diktiert.— Am wahrscheinlichsten ist es dem eifrig nach Gründen Suchenden, daß die Konferenz von Vercenigung sich von der Hoffnung habe leiten lassen, daß der Krönungstag den Kaprebellen die Amnestie bringen werde, und daß demzufolge das Friedensinstrument vor diesem Termin unterzeichnet sein müsse. Zur Tagesgeschichte. Deutschland Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Herford belegene, im Grundbuche von Herforo Radewig Band 7 Blatt 43(Grundsteuermutterrolle Artikel Nr. 2801, Gebäudesteuerrolle Nr. 947) zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Privatiers Karl Weselmeyer zu Herford eingetragene Grundstück Flur 1 Vom Kaiserpaar. Der Kaiser begab sich gestern früh 6 Uhr vom Neuen Palais aus zu Pferde nach dem Bornstedter Felde, eine halbe Stunde später folgte die Kaiserin ebenfalls zu Pferde. Nachdem der Kaiser zuerst das 1. und dann das 3. Garde=UlanenRegiment besichtigt hate, fand ein Exerzieren im Feuer statt, zu dem Infanterie, Artillerie und die MaschinengewehrAbteilung hinzugezogen waren. Nach der Kritik fand ein Parademarsch sämtlicher beteiligten Truppen statt, worauf der Kaiser sich an die Spitze des 3. Garde=Ulanen=Regiments setzte und es nach der Kaserne zurückführte, wo abermals ein Vorbeimarsch stattfand. Um 9 Uhr folgte ein Frühstück im Kasino, an dem der Kaiser teilnahm. Prinz Eitel Friedrich wird in nicht allzuferner Zeit nach Bonn übersiedeln, um dort gemeinsam mit seinem Bruder mehrere Semester zuzubringen. Für den Aufenthalt des Prinzen Eitil Friedrich werden schon jetzt die nötigen Vorbereitungen getroffen. U. a. soll die Wohnung des Prinzen, die Villa Danziger, in der Wörtstraße zum jährlichen Preis von 7000 Mk. gemietet worden sein. Die beiden militärischen Begleiter des Prinzen siedeln ebenfalls mit nach Bonn über.. Zur Marienburger Kaiserrede schreibt der„Wielkopolanin", das verbreitetste Posener polnische Blatt, die Rede bilde einen Beweis dafür, was der Kaiser von den Polen denke und von welchen Gefühlen er den Polen gegenüber beseelt sei. Deutlicher hätte dies der Kaiser nicht mehr sagen können. Es sei dies auch wichtig für das Verhalten der Polen während des Kaiserbesuches in Posen. Die Polen würden sich sehr ruhig verhalten, das heißt sich nicht einmal auf der Straße zeigen. Die Krankheit des Königs von Sachsen. Nach neueren Nachrichten aus Sibyllenort ist der Zustand des Königs zwar noch sehr ernst, doch scheint die augenblickliche Gefahr beseitigt. Deshalb kehren Prinz Friedrich August und Gemahlin nach Dresden zurück. Gestern mittag hat der König zum ersten Male wieder etwas festere Nahrung zu sich genommen, später ein Stündchen auf der Veranda zugebracht. Abends 6 Uhr wurde folgender Krankheitsbericht ausgegeben: „Den Tag über war eine allgemeine Unruhe wieder vorherrschend. Im übrigen ist eine wesentliche Aenderung in dem Befinden des Königs nicht zu verzeichnen.“ Die Annahme der Zucerkonvention. Der Reichstag hat gestern die Brüsseler Zuckerkonvention angenommen, und zwar mit einer stattlichen Mehrheit, die sich aus den Sozialdemokraten, den drei freisinnig=demokratischen Gruppen, dem Gros der Nationalliberalen, einem Teil des Zentrums, der Mehrheit der Freikonservativen und einer Minderheit der Konservativen zusammensetzte. Die Illumination des deutschen Botschaftspalais. Die„Rh.=Westf. Ztg.“ meldet aus Mülheim: Die hiesige Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes besprach in ihrer Monatsversammlung u. a. auch den Frieden in Südafrika. Betreffs der Meldung, daß das deutsche Botschaftspalais in London am Montag aveno aus Anlaß des Unterganges der beiden Burenstaaten reich illuminiert hatte, soll der Vertreter des hiesigen Wahlkceises, Reichstagsabgeordneter Dr. Beumer, um Aufschluß gebeten werden, ob dies zutrifft. Ferner wurde der geschäftsführende Ausschuß beauftragt, den Verbandsvorsitzenden Professor Hasse zu bitten, beim Auswärtigen Amt anzufragen, ob die Nachricht über die Illumination zutreffend sei. Im bejahenden Fall soll eine Protestkundgebung stattfinden und man wird sich deshalb dann mit den übrigen Ortsgruppen in Verbindung setzen. Niederlande. Zwei niederländische Arbeiter sind vor kurzem aus Rheine in Westfalen ausgewiesen worden. Darob tobende Entrüstung in der niederländischen Kammer. Der Minister des Aeußern erwiderte auf die Interpellation, er kenne weder die Thatsache noch den Grund der Ausweisung. Jede Regierung aber habe das souveräne Recht der Ausweisung Fremder und er, der Minister, erwarte zunächst den Bericht des niederländischen Gesandten in Berlin. Die Königin Wilhelmina trifft nun heute nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr auf Station Balduinstein ein und wird sich von dort nach Schloß Schaumburg begeben. Mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand der Königin findet ein Empfang nicht statt. Die neuen Feldgeschütze für die österreichische Armee. In der österreichischen Delegation erklärte der Kriegsminister, daß die Kriegsverwaltung bezüglich der Haubitzen die einheimischen Werke zur Konkurrenzbeteiligung nicht auffordern konnte, weil dies kostspielige Einrichtungen vorausgesetzt hätte, welche für die Beschaffung von Haubitzenrohren im Betrage von 2100000 Kronen nicht rentiert hätten. Dagegen konstatiert der Minister mit Genugthuung, daß sich die Kriegsverwaltung bezüglich der Marine=, Küsten= und Festungsgeschütze, die von der inländischen Firma Skoda bezogen würden, vom Auslande völlig emanzipiert hätte. Bezüglich neuer Feldgeschütze dauerten die Versuche fort, sowohl mit Bronzerohren eigener Erzeugung als auch mit ausländischen und heimischen Stahlrohren, welche bezüglich der Güte des Materials jenen des Auslandes, wenn nicht über, doch gewiß gleichwertig seien. In der jüngsten Zeit hätten die Skodawerke die Kriegsverwaltung zu soeben abgeschlossenen neuen Versuchen über sprengsicheren Kanonenstahl eingeladen, welcher nach den vorliegenden Akten dem besten Kanonenstahl ebenbürtig, wenn nicht überlegen ist. Das Kabinett Combes. Das neue französische Ministerium hat sich konstituiert. Von seinen Mitgliedern gehörten drei, Delcassé, André und der Landwirtschaftsminister Mongeot, dem Kabinett WaldeckRoufseau an. Fünf andere haben schon früher irgend ein Portefeuille innegehabt: Combes war Unterrichtsminister unter Bourgeois im Jahre 1896, Rouvier war sechsmal Minister und einmal Conseilspräsident, Marnejouls, der jetzt den öffentlichen Arbeiten vorsteht, war Handelsminister, und Trouillot, der derzeitige Handelsminister, verwaltete das Portefeuille der Marine im Kabinet Brisson von 1898, in demselben Ministerium war Vallé Unterstaatssekretär des Innern. Nur Chaumié, Pelletan und Daumerque haben bisher keinen Anteil an irgend einer Regierung genommen. Den Fraktionen nach verteilen sich die neuen Männer folgendermaßen: Combes und Vallé gehören zur demokratischen Linken des Senats, Chaumié zur republikanischen Union derselben Körperschaft; Camille Pelletan und Daumerque sind Mitglieder der radikosozialistischen Gruppe in der Kammer, Mougeot steht unter den Fahnen der sogenannten radikalen Linken; Trouinot und Maruejouls bekennen sich als Anhänger der demokratischen Union, der auch Rouvier und Delcassé zuzurechnen sind. Ein englisches Dementi. Reuter erklärt: Die von Burenvertretern in Holland so hartnäckig in Umlauf gesetzte Andeutung, den in London amtlich veröffentlichten Uebergabebedingungen seien irgend ein geheimes Protokoll oder geheime Bestimmungen beigefügt, entbehrt aller Begründung. Damit wird auch die Hinterpforte geschlossen, aus der, wie Burenfreunde hofften, noch günstigeres Licht auf die traurigen Uebergabebedingungen geworfen wurde. Botschaft Schalk Burgers und Bothas. Der Londoner„Standard" veröffentlicht folgende vom 31. Mai datierte Botschaft Schalk Burgers und Bothas: „Offener Brief an alle Offiziere und Beamte der Burghers, die bis zum heutigen Tage ihre Pflicht gegenüber dem Lande und dem Volke treu erfüllt haben. Kameraden, Brüder, Landsleute! Wir danken Euch herzlich für Euren Heroismus und für die Hinopferung von so Vielem, was Euch teuer und lieb war, wir danken Euch für Euren Gehorsam und Eure treue Pflichterfüllung in Allem, was dem Afrikandervolke zur Ehre und zum Ruhme gereicht. Wir raten Euch Allen, Euch in den Frieden zu schicken, Euch ruhig und friedfertig zu verhalten und der neuen Regierung Gehorsam und Achtung zu erweisen. Von den Vertretern der beiden Staaten ist eine Kommission ernannt worden zur Beschaffung von Geldmitteln u. s. w. für die Witwen und Waisen, deren Gatten und Väter ihr Leben gelassen haben im Kampfe für Freiheit und Recht und die in unserer Geschichte ewig fortleben werden. Wir sprechen unser innigstes Mitgefühl aus Denen, welche trauern, und bitten Gott, daß er ihnen Kraft geben möge, ihr Kreuz zu tragen. Auch unseren Weibern und Kindern möchten wir unseren Dank aussprechen, die so tapfer Opfer gebracht und so bitteres Leid getragen haben. Jetzt, da der Friede geschlossen ist— wenn er auch nicht ein Friede ist, wie wir ihn ersehnten— laßt uns da verharren, wohin Gott uns geführt hat. Mit gutem Gewissen können wir erklären, daß 2½ Jahre lang das Volk den Kampf in einer Weise geführt hat, wie es die Geschichte bisher kaum kannte. Lasset uns nun einander die Hände reichen für einen anderen großen Kampf, der vor uns liegt, für die geistige und soziale Wohlfahrt des Volkes, lasset uns allen bitteren Gefühlen entsagen, lasset uns vergessen und vergeben, auf daß die tiefen Wunden heilen mögen. Rückbeförderung von Burengesangenen. Nach einer englischen Meldung hat die Freilassung der Burengefangenen bereits begonnen. Auf den Bermudainseln sind sämtliche Offiziere auf Ehrenwort entlassen worden mit der Erlaubnis, die Insel zu durchstreifen. Die Gefangenen, welche den Treueid ablegen, werden so schnell wie möglich nach ihrer Heimat befördert werden. Die entflohenen Gefangenen, welche von den Engländern wieder gefaßt worden und diejenigen, welche von den Behörden wegen Vergehens aus Südafrika verbannt wurden, werden nicht auf Kosten der Regierung zurückbefördert werden. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 10. Juni 1902. ** Das Reichsgericht hat folgende Entscheidung getroffen:„Ist durch Trunksucht eines Ehegatten und ressen Verhalten während der Trunkenheit eine Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses herbeigeführt, so wird der Scheidungsgrund nicht ohne weiteres durch vorübergehende Heilung von der Trunksucht beseitigt.“ . Zur Vision. Gestern nachmittag wurden die Budenplätze zu der diesjährigen Vision vergeben. Die Nachfrage nach Plätzen war wieder sehr groß. ** Allgemeine Ortskrankenkasse für gewerbliche Arbeiter. Die gestrige, in Tiestes Lokal unter dem Vorsitz des Herrn D. Korte stattgehabte außerordentliche Generalversammlung war von car 50 Personen, darunter etwa 40 Arbeitnehmer, besucht. Ohne wesentliche Debatte wurden die einzelnen Punkte der Tagesordnung mit großer Majorität angenommen. Auf Grund dieser Beschlüsse wird nun auch Krankengeld für die Sonn= und Feiertage gewährt. Beschlessen wurde auch, daß jedes Mitglied ein Krankenkassenstatut erhält. Die Verhandlungen gingen rasch von statten; nach ¾ stündiger Dauer konnte die Versammtung wieder geschlossen werden. *9— Zur Preisverteilung auf dem Gauturnfest. Der mit dem 2. Preise ausgezeichnete Bünder Turner W. Kaufmann hat die Annahme des Kranzes verweigert, weil er infolge einer Differenz mit Kampfrichtern, die Steinstoßen zu werten hatten, an zwei Geräten, an denen noch 30 Punkte erreicht werden konnten, nicht mehr mit geturnt hatte. Der 1. Sieger war bekanntlich W. Pankoke=Bielefeld mit 123½ Punkten. ! Um zu nächtigen, hatte sich in der letzten Nacht ein Liebespärchen in eine Villa am Deichthorwalle eingeschlichen; gegen 12 Uhr wurde es, bereits im tiefen Schlafe sich befindend, von der heimkehrenden Hausfrau bemerkt. Während die Polizei gerufen wurde, hatte das Pärchen es vorgezogen, durchs Fenster das Weite zu suchen. Festnahme eines Geisteskranken. Heute morgen gegen 5 Uhr wurde ein Arbeiter, namens Wolsky, aus Westpreußen gebürtig, von einem Polizeibeamten betroffen, als er sich in verdächtiger Weise an der Thür der Münsterkirche zu schaffen machte. Im Besitz des W. wurden 52 Mk vorgefunden, die er sich in seiner letzten Arbeitsstelle verdient haben will. Er gab an, sich auf der Heimreise zu befinden; hier wollte W. erst noch dem Geistlichen seine Sünden bekennen, da er Angst bekommen habe, überfahren zu werden. Man scheint es hier mit einem Geisteskranken zu thun zu haben. % Diebstahl. Dem Handelsmann Koch aus Brake wurde gestern von seinem auf dem Neuen Markt aufgestellten Wagen 1 Sack Kartoffeln entwendet. Die# nue bereits zur Anzeige gebracht. Die Kartoffelu be###### sich wieder im Besitze des Eigentümers. m Oetinghausen, 9. Juni. Vom Fr####rwen=fest. Gestern feierte die hiesige freiwillige Feuerwehr in den Anlagen des Herrn H. Meyer am hiesigen Bahnhof ihr 5. Stiftungsfest. Von den eingeladenen Wehren waren diejenigen von Herringhausen, Hiddenhausen, Hücker=Aschen, Kirchlengern, Spenge und Schweicheln erschienen. Die Uebungen der Wehr Oetinghausen wurden exakt ausgeführt und verdient besonders das vorzügliche Kommando hervorgehoben zu werden. Nach dem Durchmarsch sämtlicher Wehren durch unsere mit Ehrenpforten und Guirlanden geschmückten Gemeinde begaben sich die Festteilnehmer zum Festplatze, der in seiner Mannigfaltigkeit einen interessanten Anblick darbot. Zur Belustigung der Jugend waren die verschiedensten Buden erbaut. Für Unterkunft und Bewittung der Gäste hatte Herr Meyer in reichstem Maße Sorge getragen, so daß in den 2 Restaurationszelten sowie in den Räumlichkeiten des Stations=Gebäudes jeder seine Wünsche bef.iedigen konnte. Die wenig günstige Witterung that der Festfreude keinen Abbruch. Nach Abgang des letzten Zuges gegen 12 Uhr abends endete das Fest in gehobenster Stimmung. Alle Teilnehmer werden gern an dasselbe zurückdenken. k Enger, 9. Juni. Verschiedenes. In der Nacht zum 7. d. Mts. ist im 1. Stockwerk des Kaufmann Isacsonschen Hauses neben dem Schornstein ein Balken verbrannt, was erst am nächsten Tage entdeckt wurde.— Der Knecht W., früher bei dem Kohlenhändler K. hier im Dienst, hat bei einer Frau in Spenge einen Betrag von 6,60 Mk. für gelieserte Kohlen einkassiert, jedoch nicht abgeliefert. Anzeige ist erstattet. #i Besenkamp, 9. Juni. Feuerwehrfest. An der gestrigen Feier des Stiftungsfestes unserer freiwilligen Feuerwehr in Meyers Lokal hier nahmen auch verschiedene auswärtige Wehren teil. Von der hiesigen Wehr wurde auf die Windmühle ein Sturmangriff unternommen. In 2 Minuten war Wasser oben auf der Mühle zum Spritzen bereit; jedenfalls eine sehr gute Leistung. Das Fest nahm bei Konzert und Ball einen schönen Verlauf. k Pödinghausen, 9. Juni. Guter Fang. Da seit längerer Zeit hiesigen Einwohnern Hühner abhanden gekommen waren, wurde jetzt eine Fuchsjagd veranstaltet, weil man vermutete, daß die Hühner von Füchsen weggebracht wurden. Diese Vermutung hat sich auch bestätigt. Man fand nämlich fünf junge Füchse vor. Vier derselben bissen die mitgenommenen Hunde tot, während es gelang, den fünften lebend einzufaugen. In der Fuchshöhle fand man auch erbissene Hühner vor. Von den alten Füchsen war bisher noch nichts zu sehen. in Westerenger, 9. Juni. Zum Radfahrerfest. Zur Preis=Korsofahrt haben sich bisher 8, zum Reigenfahren 3 Vereine sowie zum Rennen bzw. Langsamfahren 31 Fahrer angemeldet. Die Anmeldefrist ist noch bis zum 11. Juni, abends 6 Uhr— beim Schriftführer des Radfahrervereins C. Ostheider— ausgedehnt worden. Die Preise sind von Mittwoch ab beim Kaufmann Oftheider hier ausgestellt. * H ü c k e r, 9. J u n i. A u ß e r o r d e n t l i c h e Generalversammlung der Spar= und Darlehnskasse Spenge und Hücker=Aschen. Wie schon im Inseratenteil angekündigt, findet am Mittwoch, 11. Juni. nachmittags 3 Uhr im Lolale des Gastwirts und Kaufmanns Trampe eine Generalversammlung der Spar= und Darlehnskasse Spenge und Hücker=Aschen statt. Die Tagesordnung ist wie folgt: Die Versicherung landwirtschaftlicher Bauten bei der Westsälischen Provinzial=Feuer-Sozietät, Referent Herr Gen Sekretär Dr. Buer.— Das Genossenschaftswesen und seine Bedeutung für die Landwirtschaft, Referent Herr Ueffing.— Die neuesten Bestrebungen auf dem Gebiete der Viehzucht, Referent Gen.=Sekretär Dr. Buer. Alle Mitglieder des Bauern=Vereins und Freunde von auswärts sind zu recht zahlreichem Besuch freundlich eingeladen. * Bünde, 9. Juni. Gerichtleches Gerichtsassessor Mox Tewaag ist von hier nach Dortmund versetzt. graue Haus. Roman von B. Corony. 7. Fortsetzung.(Nachdruck verboter Der Aufenthalt in den von Ihnen zu wissentschaftlichen Zwecke benutzten Räumen scheint mir für ein junges Mädchen nig geeignet,“ sagte er,„Was der starke Geist eines Mannes er faßt, dürfte das Weib oft nur verwirren und zum Zwi spalt mit sich selbst führen.“ Die gesenkten Wimpern des Doktors hoben sich, und ei feindlicher Blick funkelte unter ihnen hervor.„Ich kenne meir Schwester länger als Sie, Herr Baumeister," erwiderte er schro und abweisend;„wir Geschwister, im zarten Alter der Elter beraubt, waren früh auf einander angewiesen. Edith ist m das Teuerste auf der Welt, und indem ich mit ihr von meine Plänen spreche, indem ich ihr Einblick in mein ganzes Thu und Streben gestatte, hebe ich sie von der Stufe, auf welch andere Mädchen zu stehen pflegen, hoch empor. Wir sir uns gegenseitig unentbehrlich und gehören zusammen—s Zeit und Ewigkeit.“ Dieser Ausspruch beunruhigte und quälte Steiner ur reizte ihn zu der Bemerkung:„Und dennoch giebt es eine no mächtigere Empfindung als Geschwisterliebe, und diese durf früher oder später eine Aenderung der Verhältnisse herbeiführen „Wohl kaum,“ entgegnete José mit eisigem Lächeln;„i sagte einst zu Edith: Du bleibst bei mir und ich bei Dir, lange wir einander bedürfen. Sie legte ihre Hand in die mei und erwiderte:„Es gilt“; nie bricht ihr Wort nie.“ „Aber Sie werden es ihr freiwillig zurückgeben, wer ihr Glück ein derartiges Opfer erfordern sollte.“ In diesem Falle gewiß, nur meine ich, daß es ziemli schwer sein würde, mir genügende Garantieen für ihre Zukur zu bieten. Ich gehöre nicht zu den harml zeugenden Seelen; schon als zu den harmlosen, leicht zu in meiner Eigenschaft als Arzt habe recht Vieles beobachtet, was mir die Ehe geraden ein irdisches Eden erscheinen ließ. Es dürften sich im 9 Arr Steiner. und mich verhind wieder Zweifel in mir regen, Herr Steiner meine Lustimmung zu aeben“ Wie boshaft und stechend blickten die dunklen Augen, wiesarkastisch lächelte der farblose Mund. Gerhard haßte den Mann in diesem Moment; er glaubte zu erraten, daß derselbe ihm gerne ein recht tiefes Weh zufügen, einen recht scharfen Stich ins Herz versetzen würde. Er ahnte auch, daß der lauernde Blick, welcher zuweilen unter den sich jäh hebenden und eben so jäh wieder herabsinkenden Lidern hervor blitzte, ihn durchschaute und bis auf den Grund seiner Seele drang, daß José sein innerstes Wesen eben so kühl und genau erforschte, als stehe er mit der Sonde in der Hand am Lager eines Verwundeten oder als prüfe er einen sogenannten interessanten Fall. Er erhob sich, Abschied nehmend, und fragte: „Darf ich wohl hoffen, daß Sie meine Besuche jemals erwidern?“ „Rechnen Sie mir diese Versäumnis nicht als Unhöflichkeit an“, entgegnete Dr. Werner.„Ruft mich die Pflicht nicht an ein Krankenlager, so bin ich mit schriftlichen Arbeiten oder mit zeitraubenden Versuchen beschäftigt. Bisher war es mir unmöglich, eine freie Stunde zu finden. Freilich kann ich Ihnen auch meinerseits nicht zumuten—“ „Ich werde wieder kommen,“ unterbrach Gerhard,„vorausgesetzt, daß Sie es mir nicht geradezu verbieten.“ Der Dokttor nickte, aber in dem kalten, spöttischen Ausdruck seines Gesichtes war zu lesen:„Du bemühst Dich vergebens; was Du hier suchst, wird Dir niemals zuteil werden.“ Steiner wollte es nicht verstehen. Wie hätte er von Edith lassen können, aus deren Blick ihn längst die entzückenden Zeichen heimlicher Freude, unbewußtes Gewähren, glühendes Empfinden grüßten. Wie er nach ihr, so verlangte sie nach ihm; das meinte er sicher zu wissen. Wäre es nur einmal möglich gewesen, sie ohne Zeugen zu sprechen. Doch der Bruder und Katharina Hellmuth wußten diese Hoffnung stets zu vereiteln. Sinnend, erregt durchschritt er den Garten. Da schimmerte es hell durch das Gezweig und lockte, ihn näher zu treten. Welch ein Bild!— die abgebrochene Säule mit einer Guirlande wilder R Wind trieb ein lustiges Spiel mit dem krausen flimmer Mädchens, ließ es emporflattern und wie einen Galdfäden gewobenen Schleier wieder auf die schöneSchültern fallen. Heiß stammte es auf in den dunklen Augensternen, und die durchscheinende Blässe des lieblichen Antlitzes wich tiefem Erröten. Gerhard ergriff die kleine, weiche Hand, welche Edith ihm zum Abschied darbot; er sprach zu ihr erst ruhig und gefaßt, dann aber immer leidenschaftlicher und feuriger. Konnte er denn auch die vorschriftsmäßige Form wahren, wenn er um dieses Mädchen warb? Nein, dem wehrten zwei finstere Gestalten— José und Hellmuth. Wie im Fluge mußte er sein Glück erfassen, es gleichsam rauben, losreißen wie eine Rose vom dornigen Gezweig. An Ediths Wimpern hingen schimmernde Thränen. Der kleine Mund zuckte, die junge Brust wogte, und aus den brennenden Augen las Steiner die wonnigste Antwort auf seine Frage. Da rief eine schrille, stahlharte Stimme:„Edith, wo bleibst Du?“ Die Zweige wurden auseinander gebogen, und Katharina Hellmuth erschien, nachdem Gerhard sich eben entfernt hatte. Stolz und heraus fordernd stand Edith der alten Frau gegenüber.„Was willst Du und warum folgst Du mir auf Schritt und Tritt?“ rief sie empört aus;„ich bin kein Kind, das man unaufhörlich überwachen muß. Warum schleichst Du mir nach? Kann ich nirgends weilen, ohne daß Du auf meiner Spur bist, als bedürfte ich der strengsten Bevormundung? Das wird unerträglich; es reizt zum Widerstand.“ „Der Bruder wartet auf Dich,“ erwiderte die Hellmuth kurz.„Er hat heute viele Krankenbesuche zu machen und will nicht aufgehalten sein. Komm, das Mittagessen steht auf dem Tisch; ich spioniere keineswegs, sondern suche einfach unangenehme Auftritte zu verhindern. Hörst Du nicht, wie ungeduldig José schon klingelt. Er darf keine Zeit verlieren.“ Als die Damen in das Speisezimmer traten, war José bereits anwesend und, wie es schien, in seiner schlimmsten Ge mütsverfassung. Nur flüchtig und unfreundlich begrüßte er die Schwester und genoß fast nichts von den aufgetragenen Gerichten, legte aber wiederholt die Hand an die Stirn, als fühlte er dort einen heftigen Schmerz. Schweigend bot Katharina eine Schüssel nach der anderen an und stellte sie ahne zu nötigen mieder weg Aus Provinz und Nachbarstaaten. * Schötmar, 9. Juni. Ausflügler aus Herford. Am gestrigen Tage machte der Herforder Gesangverein„Sängerwarte" nach dem Brüggenhause einen Ausflug. Durch Vortragen von einigen schönen Liedern wurde auch anderen Besuchern eine fröhliche Unterhaltung geboten. * Lemgo, 9. Juni. Gauturnfest. Gestern fand hier das lippische Gauturnfest statt. Am Wettturnen nahmen 33 Turner teil, von denen 13 über zwei drittel der Punktzahl erreichten. Im Festzuge waren etwa 300 Turner mit 15 Fahnen vertreten. * Melle, 9. Juni. Drei Kälber warf eine Kuh des Restaurateurs Drees auf dem„Waldmeister.“ Alle 3 Tierchen sind gesund * Hefs.=Oldendorf, 9. Juni. Entsprungen. Heute morgen entsprang aus dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis der 24jährige Schweizer und Schlachter Emil Fäßler, der sich wegen Fahrraddiebstahls seit dem 2 d. M. in Untersuchungshaft befand. Fäßler ist bartlos, hat ein blutunterlaufenes Auge und einen Bluterguß im Augapfel. * Bückeburg, 9. Juni. Ein Schwindelgenie ersten Ranges beschäftigte dieser Tage die hiesige Strafkammer in der Person des 27jährigen Zieglers Schäfer aus Unterwüsten bei Salzuflen. Schäfer, der verheiratet ist und .. Kinder hat, ist derjenige Mann, der vor einigen Monaten die Schmidt'sche Ziegelei in Müsingen kaufte, aber glücklicherweise als Schwindler entlarvt wurde, bevor er größeren Schaden angerichtet hate, als daß er die Gastwirte Vogt und Struckmann um Beträge seiner Zeche 2c. betrogen hatte. Besser war ihm ein früherer Schwindel bei Rathenow aeglückt. Dort hatte er eine große Ziegelei für 240000 Mark schon wirklich gekauft, und mit der Kaution eines von ihm engagirten Geschäftsführers den Kaufstempel bezahlt, auch sonst Ingenieure und Kaufleute bei diesem Anlaß gründlich angeschmiert, nebenbei betrügerische Liebschaften angeknüpft 2c. Wegen aller seiner Straftaten hatte er sich jetzt hier zu verantworten. Eine Strafe von 2 Jahren 6 Monaten wurde ihm zuerkannt. * Münster, 9. Juni. Ueber die Abkürzung der Inspektionsreise Waldersees in Rheinland und Westfalen waren allerhand unkontrollierbare Gerüchte verbreitet worden. Es hieß, Waldersee sei plötzlich von Wesel abgereist, weil er in Sachen des Dienstes mit dem kommandierenden General von Bissing(VII. Armeekorps, Münster) in Konflikt geraten sei. Waldersee habe seine Befugnisse als Generalinspekteur nach Ansicht des Korpskommandeurs über das bisherige geltende Maß ausgedehnt. Die Angelegenheit sei dem Kaiser zur Entscheidung unterbreitet worden Jetzt wird von Münster von„authentischer Seite" aus(also wohl aus der Umgebung v. Bissings selbst) die Wahrheit dieses Gerüchtes in Abrede gestellt. Waldersee sei lediglich durch dienstliche und Privatgeschäfte veranlaßt worden, seine Reise abzubrechen.— Diese Version klingt nicht viel wahrscheinlicher als das obige Gerücht. Dann müßten dieselben„dienstlichen und Privatgeschäfte", den Feldmarschall sehr lange in Hannover Die fest geschlossenen Gardinen hüllten das geräumige Gemach, dem die mit schwarzem Leder bezogenen Möbel ohnehin schon ein düsteres Ansehen gaben, in Halbdunkel. Auch Edith sah zerstreut umher, dabei leuchtete es wie ein köstliches, wonniges Empfinden aus ihrem Blick, und um den roten Mund spielte ein reizendes Lächeln. Sie dachte und empfand lebhafter als andere Menschen, und ihr schönes Antlitz wurde zum Spiegel jeder Seelenregung. José beobachtete die Schwester unaufhörlich, doch ohne sie es merken zu lassen, dabei zuckte es seltsam in seinen scharfen Zügen. Endlich stieß er den Stuhl zurück und stand auf mit den Worten:„Ich habe keine Zeit mehr! Adieu.“ „Sprich doch zu ihm; sage etwas recht Freundliches," flüsterte Katharina dem Mädchen zu. Wie aus einem Traume wachgerüttelt, rief ihm Edith nach:„Kommst Du bald zurück; werden wir den Abend mit einander verbringen?“ „Ich weiß es nicht!“ erwiderte er kurz;„vielleicht seht Ihr mich in wenigen Stunden wieder, vielleicht bleibe ich die ganze Nacht weg!“ „Gehst Du zu einem Schwerkranken?“ „Ja.“ „Du hast ja gar nichts genossen, José, Trinke wenigstens ein Glas Wein,“ bat die Schwester schmeichelnd. „Nein, nein, laß' doch; ich will nichts.“ Alles reizte und verdroß ihn heute; kaum gönnte er den Frauen einen flüchtigen Abschiedsgruß. Edith achtete nicht darauf; sie eilte in den Garten hinunter und wiegte sich, die Hände unter dem Kopf verschränkt, in der Hängematte. Das rotgoldene Haar glitzerte zwischen den weiten Schlingen des Netzes hindurch, einzelne lockige Strähnen hingen wirr bis zu den bunten Wiesenblumen hinab. Ein heißes, aufregendes Erwarten färbte des Mädchens sonst so bleiche Wangen, und dennoch legte sie sich keine Rechenschaft ab über das, was sie von der Zukunft verlangte und hoffte. Wie ware es ihr auch möglich gewesen, die tausend Fragen, die ihr Herz bestürmten, zu beantworten, die wonnigen Gedanken in klare, feste Formen zu fassen und einzuengen? Dieses süße Nichtsthun, dieses glückselige Verharren auf der Schwelle zwischen Traum und Wachen ließ ihr die Stunden wie im Fluge verrinnen, bis Katharinas Stimme die holde Betäubung verscheuchte. Komm' ins Haus! Ein Gewitter droht,“ sagte die Hellmuth. Edith richtete sich jäh empor. „Ich dachte, Du würdest von selbst herein kommen,“ fuhr die Hellmuth fort;„hörtest Du denn das dumpfe Grollen nicht schon längst?“ „Ich habe kaum darauf geachtet; ich war zu müde, um mich auch nur zu rühren.“ Weißgesäumte, schwer niederhängende Wolken türmten sich dort, wo der feurige Sonnenball hinter den Bergen verschwunden war, übereinander. Die Schwalben flatterten dicht am Boden hin und streiften ihn mit den metallisch schimmernden So regungslos, als habe ein Zauberspruch die ganze Natur in Schlaf versenkt, standen Baum und Strauch, selbst Blumenkelche und Halme schwankten nicht mehr. Todähnliches Schweigen herrschte ringsumher, und die Luft schien mit Elektrizität überPlötzlich zuckte blaues Licht hernieder, das Auge mit grellem Schein blendend. Ein Donnerkrach, und zu gleicher Zeit erhob sich ein wütender Orkan; er bog die Bäume, daß sie ächzten und knarrten, jagte abgerissene Blätter in tollm Wirbel umher und fuhr heulend um das Haus. (Fortsetzung folgt.) festgehalten haben, denn er hat bekanntlich auch die über 8 Tage später beabsichtigten Manöver in der Senne abgesagt. * Düsseldorf, 9. Juni. Festnahme einer Mädchenhändlerin. Einen guten Fang machte gestern die hiesige Polizei. Es gelang ihr, eine elegant gekleidete Dame in einem hiesigen Hause festzunehmen, die ihr schon längere Zeit als Mädchenhändlerin bekannt war und auch schon mehrere Mädchen in ihr„Hotel“ zu Arnheim in Holland geliefert hatte. Zugleich mit der Kupplerin wurde einer ihrer Kumpane verhafter. Vermischtes. Der erste große englische„Krönungsball“ der diesjährigen Londoner Saison wurde am Mittwoch von dem Herzog und der Herzogin Devonshire gegeben. Ihr prachtvoller Palast, der selbst dem königlichen Buckingham=Palast inbezug auf innere Ausstattung überlegen ist und eine der Sehenswürdigkeiten Londons bildet, prangte in einem feenhaften Licht= und Blumenschmucke. Was zu den Spitzen der höchsten Gesellschaft zählt, fand sich zu diesem Feste ein. Die Königin, die Prinzessin von Wales und Prinzessin Viktoria erscheinen gleich bei Eröffnung des Balls. Der König, der anläßlich des Derby=Tags die Mitglieder des sehr exklusiven Jockeyklubs beim Diner zu Gästen hatte, erschien gegen Mitternacht in Begleitung des Prinzen von Wales. Von den Toiletten der Damen erzählt man sich Wunder. Die Transvaal=Marke. Man kann der englischen Verwaltung sicherlich nicht vorwerfen, daß sie ihre Zeit verliert. Am Sonnabend, den 31. Mai wird der Friede zwischen Lord Kitchener und den Bundesdelegierten unterzeichnet, am Sonntag, den 1. Juni wird das Ereignis offiziell gemacht, und am Mittwoch, den 4. Juni setzt das„Post Office" die Transvaal=Marke in Umlauf. In der Mitte der Marke befindet sich das Porträt von S. M. Eduard VII; in der Umrahmung die üblichen Angaben; oben die Königskrone, und unten ein Wort, ein einziges, das aber schwerwiegend ist: „Transvaal". Aus dem Zuchthaus ausgebrochen. Gegen 4 Uhr nachmittags sind gestern aus dem Zuchthaus in Moabit drei in der Abteilung für Simulanten internierte Gefangene ausgebrochen. Im ganzen hatten den Fluchtplan etwa 10 Gefangene verabredet und schlugen den ihnen entgegentretenden Aufseher der Abteilung nieder. Mittelst einer Leiter gelang es dreien von ihnen, über die Gefängnismauer zu entkommen. Einer der Flüchtlinge wurde alsbald von den nach allen Richtungen sofort ausgeschickten Gefängnisbeamten am Lehrter Güterbahnhofe erwischt, wo er sich unter einem Wagen niedergekauert hatte, und in das Gefängnis zurückgebracht. Ein eigenartiger Straßenbahnunfall ereignete sich gestern morgen in Danzig. Vor dem alten Salvatorkirchhof in Petershagen fuhr ein elektrischer Wagen in eine Gruppe Leichenträger, die eine Leiche nach dem Friedhofe brachten. Der Metallsarg stürzte auf 4 Träger, die so schwer verletzt wurden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Auch mehrere andere Personen wurden verletzt. Feuerwerksstoffe explodierten gestern mittag in der Werkstatt des Feuerwerkers Brenner in Rostock. Das Feuer wurde bald gelöscht, Brenner jedoch verbrannte. Die Gattin des Ministers v. Thielen hat einen bedauerlichen Unfall erlitten. Am Sonnabend abend von einem Ausfluge zurückkehrend, wurde sie in Berlin auf dem Potsdamer Platz von einer Droschke überfahren und am Kopfe erheblich verletzt. Selbstmord wegen Koufiszierung eines Loses. Der Hausbesitzer Georg Sanderl in Paschallern(Niederösterreich) wurde erhängt aufgefunden. Sanderl hatte in der Hamburger Lotterie 70000 Mk. gewonnen. Die Finanz= Behörde konfiszierte das Los und den Gewinn, weil die Lotterie in Oesterreich verboten ist. Aus Schmerz verübte Sanderl Selbstmord. Der Lämmergeier als Kindesräuber. Aus Uzica (Kroatien) wird gemeldet: Ein nahegelegenes serbisches Dorf wurde vor einigen Tagen in große Aufregung versetzt. Eine Feldarbeiterin, die sich zur Arbeit begab, ließ ihr einjähriges Kind in der Obhut ihrer elf Jahre alten Tochter zurück, die jedoch das Kind ohne Aufsicht ließ und in den Hof trug. Ein Lämmergeier, der gerade den Hof umkreiste, erblickte das Kind, stürzte mit Blitzesschnelle aus seiner Höhe herab und entführte es in die Lüfte. Auf das Geschrei des Kindes eilten die Nachbarsleute herbei, konnten aber nur mehr zusehen, wie der Lämmergeier mit dem aus Leibeskräften schreienden Kinde immer weiter in die Höhe stieg. Der Kindesräuber hatte sein Opfer mit sich in den Horst geschleppt. Die Bauern, die sich aufmachten, um das geraubte Kind zu retten, erstiegen zwar unter unsäglichen Mühen den steilen Nistplatz des Lämmergeiers, aber sie fanden nur mehr blutige Knochen und blutgetränkte Kleiderreste vor. Die Heuschreckenplage sucht gegenwärtig Allgier heim. In den Provinzen von Oran und Constantine haben die Heuschrecken seit mehreren Tagen den größten Teil der Weinberge zerstört und ähnliche Nachrichten kommen aus anderen Teilen Allgiers. Mordthat in London. Ein furchtbarer Mord an einer Frau, der in einem der ärmeren Bezirke Süd=Londons verübt worden ist hat die ganze Stadt in die höchste Aufregung versetzt. Die näheren Umstände der Mordthat erinnern an die Verbrechen des berüchtigten Frauenmörders„Jack der Aufschlitzer", der vor einigen Jahren London in Schrecken hielt. Die Leiche der Frau, anscheinend einer fremden, wurde auf der Schwelle einer Thür gefunden. Die Unglückliche ist nach der Ermordung erst in siedendes Wasser geworfen, darnach skalpiert und in ein Dutzend Stücke zerschnitten worden. Der Leiche fehlten die Eingeweide. Die Gesichtszüge der Ermordeten, die etwa 30 Jahre alt geworden sein dürfte, sind erkennbar. Bisher hat man noch keinerlei Anhaltspunkte, die zur Ermittelung des Mörders führen könnten Cholerafall in Peking. In der japanischen Kaserne zu Peking ist ein Todesfall an Cholera vorgekommen. Der Verstorbene kam von Tientsin, wohin die Krankheit kürzlich aus Shanghai verschleppt wurde. Aus der Höheren Töchterschule.„Ist der Mond bewohnt?“ fragt der Professor.—„Einer gewiß,“ sagt eine Schülerin errötend.—„Welcher denn, Fräulein Eise?“— Else:„Der Honigmond...“ Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Amt Enger. Nachrichten vom 26. Mai bis einschl. 7. Juni 1902. Geburten. Ein Sohn: dem Handarbeiter Heinrich Hollmann=Enger, Eschstraße Nr. 261, dem Schneider Hermann Stork=Herringhausen Nr. 56, dem Kolon August Biermann= Dreyen Nr. 32, dem Wirt Emil Meyer=Besenkamp Nr. 55, dem Handarbeiter Heinrich Ellerbrock=Besenkamp Nr. 9, dem Landwirt Hermann Reinke=Herringhausen Nr. 125, dem Ackersmann Heinrich Brutlach=Pödinghausen Nr. 18, dem Zigarrenarbeiter August Ebke=Enger, Meller Chausse Nr. 267. Eine Tochter: dem Maurer August Hippe=Besenkamp Nr. 3, dem Ackersmann Hermann Reinke-Siele Nr. 11, dem Neubauer Peter Möllering=Dreyen Nr. 60, dem Zigarrenarbeiter Karl Kniepkamp=Enger, Bruch 174, dem Zigarrenarbeiter Rudolf Maschmann=Besenkamp Nr. 24, dem Zigarrenarbeiter Friedrich Hokamp=Enger, Hagen Nr. 276, dem Zigarrenarbeiter August Niemeyer=Enger, Opferfeldstraße 185, dem Zigarrenarbeiter Heinrich Danielmeyer=Enger, Hagen Nr. 328, dem Handarbeiter August Bäumer=Oldinghausen Nr. 10, dem Zigarrenarb. Heinrich Wortmann=Belke=Steinbeck Nr. 16. Aufgeboten: Schuhmachermstr. Hermann VogelsangEnger, Werther Chaussee Nr. 294 mit gewerblose Auguste Stöwe=Wallenbrück Nr. 7, Zigarrenarbeiter Hermann EdlerOetinghausen Nr. 104 mit Schneiderin Auguste Stork=Herring= hausen Nr. 100, Schmied Caspar Raukohl=Besenkamp Nr. 82 mit Zigarrenarbeiterin Anna Steffmanr=Besenkamp Nr. 6, Landwirt Hermann Ellerbrock=Herringhausen Nr. 13 mit gewerblose Johanne Feld=Oetinghausen Nr. 8. Eheschließungen: Kolon Withelm Hartwig=Dreyen Nr. 12 mit gewerblose Koroline Wickeland=Westhöyel Nr. 16, Kreis Melle, Metzgermstr. Friedrich Esdar=Herne(Kreis Bochum), Bergstr. Nr. 17, mit gewerblose Anna Lindemeier=Enger, Mühlenweg Nr. 91, Schriftsetzer Carl Runkel=Mülheim a. Rh., Rheinstraße Nr. 38, mit gewerblose Anna Kampmann=Enger, Bielefelderstraße Nr. 186. Sterbefälle: Heuerling Johann Niehaus-Westerenger Nr. 1, 62 I.; Witwe Anna Marie Elisabeth Dannmeyer geb. Rottmann-Enger auf dem Hagen Nr. 142. 68 J.; gewerbloser Josef Katz=Enger, Opferfeldstr. Nr. 5, 77 I.; Witwe Anna Margarethe Ilsabein Beckendorf geb. Ahleweld=Besenkamp Nr. 11, 77 I.; Wilhelm Friedrich Eduard Gieselmann=Enger, Eschstraße Nr. 250, 7 Mon.; Handarbeiter Caspar Heinrich Meyer=Enger=Wörde Nr. 87. 68 I.; Johanne Christine Mathilde Brünger=Enger, Bredenstr. 320, 11 J. alt. Jamilien-Nachrichten. Geboren 1 Tochter: Musikdirektor W. Lamping in Bielefeld. Gestorben: Ilsabein Morgmeier geb. Kindermann, 80 Jahre, in Blanken. der Revaktion. Z. Mietsverträge über 300 Mk. sind stempelpflichtig; wenn nichts ausgemacht ist, muß der Vermieter die Gebühr hierfür tragen. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 10. Juni Höchste Temperatur des Vortages: 13,9°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 7,40. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 8,0°. „„ 1 1„„ 1 0, 4 0 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 746,7 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 12,2 mm. Wind: Mäßiger W. Wetter: Trübe und regnerisch. 11. Juni. Bei kühlen westlichen Winden vorwiegend bewölkt; zeitweise etwas Regen wahrscheinlich. Einziehung der Burenflagge. Rotterdam, 10. Juni. Präsident Krüger ließ die Flagge des Transvaal= und Freistaates von Oranjelust in Utrecht niederholen. Er erkannte somit äußerlich die englische Souveränität über die südafrikanische Republik an. Die Burenführer nach dem Friedensschluß. London, 10. Juni. Aus Heilbron wird berichtet: Sämtliche Burenkommandanten und Feldkornets dürfen ihre Waffen behalten, während den übrigen Buren nur ihre Pferde gelassen werden. Zum Tode Jonberts. Londen, 10. Juni. Aus Durban wird depeschiert: Schalk Burger erklärte einem Vertreter der„Natal Mercury", der alte Generalissimus der Buren Joubert sei an einer Krankheit, nicht an einer Verwundung gestorben. Die innere Lage Rußlands. London, 10. Juni. Das Blatt„Sunday Special" erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß die innere Lage Rußlands sehr beunruhigend sei. Obwohl infolge der strengen Censur nichts darüber an die Oeffentlichkeit dringe, scheine es sicher zu sein, daß Rußland sich einer großen Krisis nähere, durch die das russische Volk das Zugeständnis irgend einer Art parlamentarischer Regierung erzwingen werde. Die höchsten Kreise sind ernstlich beunruhigt, weil kein Zweifel daran obwalte, daß ein großer Teil der Armee mit der Bewegung sympathisiert. Der Zar sei persönlich sehr beliebt, aber er sei außer Stande, den kommenden Sturm zu beschwichtigen, was nur durch große Zugeständnisse in der Richtung einer Veränderung des bestehenden autokratischen Regiments möglich wäre. Wolkenbruch. Budapest, 10. Juni. Die Ortschaft Nagy Syvellves wurde durch einen Wolkenbruch vollständig überschwemmt. Bernntwortlicher Redakteur: Paui Satilek, für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Deuck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) In der That ist Ori das sicherste, wirksamste, zuverlässigste Insekten-Jötungsmittel — #ötet radikal speziell Fliegen, Läuse, Kakerlaken, Schwaben 2c. Aus erzielt.“—„Half besser wie andere —„Derwende blos nur noch Ori.“ Jede Originalflasche im Garantiekarton luftdicht und doppelt verpackt. Niemals lose zum Nachfüllen. Also Vorsicht beim Einkauf. Dreis pro Fl. 50, 60, 100 Ofg. überall zu haven. 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