18. Jahrgang Telanh. 4ut Haufand(ngersad OeP)ty), Telephanschl. . 100 1.— Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. WE 126 Abonnementspreis vierteljährlich pränumerands 1,25 Mark, — ILOI bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Montag, 2. Juni Inserate werden bis srertestenz vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Vi Oeynhausen und Amt für Stadt und Kreis Herford, ehme 10 Pfg., sonst 15 Pfg. Anzeigen für den Kreis Herford. ie Verzeichnisse der Unternehmer der nach dem land= und forstwirtschaftlichen Unfall=Versicherungs=Gesetz vom 5. Mai 1886 versicherungspflichtiger Betriebe im hiesigen Stadtbezirke und der Auszug aus der Genossenschaftstabelle A. liegen vom 2. Juni er. ab 2 Wochen lang zur Einsicht der Beteiligten auf unserer Kämmereikasse offen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß binnen einer weiteren Frist von 2 Wochen die Betriebsunternehmer, unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung, gegen die Beitragsberechnung bei dem Sektionsvorstande hierselbst Einspruch erheben können.[677e Herford, den 31. Mai 1902. Die Polizei=Verwaltung Der 1. Bürgermeister. Quentin. Aie obermilitärärztliche Untersuchung der im Kreise Herford wohnenden Invaliden und Unterstützungsempfänger, deren Pension bezw. Unterstützung Ende Oktober d. Is. abläuft, findet am 9. und 10. Juni d. J., vorm. 9¾ Uhr in Herford in der Turnhalle(Wirt Aecker) statt. Den Beteiligten wird dieses mit dem Bemerken zur Kenntnis gebracht, daß ihnen noch besondere Gestellungsbefehle durch die Meldeämter zugehen werden Sollte einem bis Ende Oktober d. Is. anerkannten Invaliden oder Unterstützungsempfänger ein diesbezüglicher Befehl spätestens am 7. Juni d. Is. nicht zugegangen sein, so hat er sich umgehend beim Meldeamt zu melden. Detmold, 27. Mai 1902. 583e Königliches Bezirkskommando. Friedensschluß im Burenkrieg. Mit großer Spannung blickte in diesen Tagen die ganze zivilisierte Welt nach Südafrika, wo in Vereeniging die Beratungen der Burenführer stattfanden. Werden die Verhandlungen dem tapferen Burenvolke den Frieden bringen? so fragte man sich immer und immer wieder. Jetzt endlich ist die Nachricht eingetroffen, daß diese Frage im bejahenden Sinne gelöst ist. Schon heute in aller Frühe ging uns folgendes Telegramm zu: London, 1. Juni. Eingetroffener Nachrichten zufolge ist der Friede erklärt. Die Frage, unter welchen Bedingungen der Friede geschlossen ist, bleibt freilich vorerst noch unbeantwortet. Auch die folgenden, noch im Laufe des Vormittags eingetroffenen telephonischen Meldungen geben hierüber keinen Aufschluß. Diese Nachrichten lauten wie folgt: London, 1. Juni. Kitchener telegraphiert unter dem 31. Mai: Das die Bedingungen der Uebergabe enthaltende Schriftstück wurde heute abend 10½ Uhr von allen Burendelegierten, Milner und Kitchener unterzeichnet. Weitere Mitteilungen über den erfolgten Friedensschluß werden morgen nachmittag seitens des Ministers Balfour im Unterhause gemacht werden London, 2. Juni. In politischen Kreisen macht sich allseitig Erstaunen darüber geltend, daß der Friedensabschlus an einem Sonntag bekannt gegeben wurde. Im Zusammenbang damit, daß in der Kitchener'schen Meldung keine heiten uver die Bedingungen des Friedens gemacht sind, schließt man, daß diese Bedingungen für die Buren sehr günstige sind, so daß die englische Regierung alle Ursache hat, die Nachrichten erst allmählich bekannt zu geben Aufruf König Eduards. London, 2. Juni. König Eduard richtete an sein Volk einen längeren Aufruf, darin seiner großen Freude über die Beilegung des Krieges Ausdruck gebend. Die Aufnahme des Friedensschlusses. London, 2. Juni. Der Abschluß des Krieges wurde in allen Kirchen verkündet; überall wurden Dankgebete gesprochen. In den Straßen der Stadt herrschte bis spät in die Nacht ein besonderes lebhaftes Treiben; große Volksmassen durchzogen die Straßen und sangen patriotische Lieder. Zur Tagesgeschichte. Deutschland Die Potsdamer Garnison in Parade. Am Sonnabend vormittag 9 Uhr fand im Lustgarten eine Parade der gesamten in Potsdam garnisonierenden Truppen statt. Der Kaiser begab sich vom Neuen Palais kommend in Begleitung des Prinzen Heinrich zu Pferde nach dem Stadtschlosse. Er trug die Uniform des Garde du Corps mit schwarzem Küraß, Prinz Heinrich die des I. Garderegiments. Der Schah von Persien kam im offenen Vierspänner nach dem Stadtschlosse. Der Kaiser ließ darauf die Truppen, die ein dreifaches Hurra ausbrachten, präsentieren, und ritt sodann die Front ab. Er nahm gegenüber dem Denkmal Friedrich Wilhelms I. Aufstellung, um den Vorbeimarsch abzunehmen. Hinter dem Kaiser standen die in Potsdam weilenden Prinzen. Von den Fenstern des Stadtschlosses aus sahen der Schah von Persien mit Gefolge, der Kronprinz von Siam mit Gefolge, der junge Herzog von Koburg und die Prinzessin Friedrich August von Sachsen dem Schauspiele zu. Das erste Garderegiment defilierte wit dem neuen Präsentiergriff. Der Kaiser führt beide Male das Regiment Garde du Corps vor, Prinz Heinrich das erste Garderegiment. Prinz Eitel Friedrich war beim ersten Garderegiment eingetreten. Nach dem Vorbeimarsch der Truppen wurde eine kurze Kritik abgehalten. Dann kehrten der Kaiser nach dem Neuen Palais, der Schah nach dem Orangerie=Gebäude zurück. Wie weiter gemeldet wird, präsentierte sich auf dieser Parade als Neuheit die Garde=Maschinengewehr= Abteilung, die zum ersten Male in der Parade=Aufstellung bemerkt wurde: eine schmucke, wehrhafte Truppe in hellem, grünlich durchwirktem Waffenrocke mit hellbraunem Lederzeug und hellbraunen Stulpstiefeln und mit dem Jägertschako mit weißem, nach vorn überfallendem Haarbusche. Die Truppe entbehrt nicht des malerischen Reizes; die Maschinengewehre sind wahre Meisterstücke der Waffenkunst, handlich und flink zu handhaben. Der Trinkspruch des Schahs von Persien. Die in persischer Sprache gegebene Antwort des Schahs auf den Trinkspruch des Kaisers gelegentlich der Galatafel am Freitag nachmittag lautet in deutscher Uebersetzung:„Ich bin dankba,, daß es mir vergönnt worden ist, Ew. Majestät kennen zu lernen. Ich bin froh bewegt durch Ew. Majestät freundliche Worte und hoffe, Gett moge geben, daß die traditionellen guten Beziehungen unserer beiden Länder sich noch befestigen. Ich fühle mich beglückt durch den gastfreundlichen Empfang, den Ew. Majestät mir bereitet haben. Ich trinke auf das Wohlergehen des Kaisers, der Kaiserin, des kaiserlichen Hauses, sowie auf das Wohl des deutschen Heeres nach der glänzenden Parade, der ich heute habe beiwohnen können.“ Kaiserbesuch in Rußland. Ein Besuch des Kaisers in Rußland ist jetzt eine beschlossene Sache. Der Zar hatte den Kaiser mittels eigenhändigen Schreibens eingetaden, den Kaiser=Marinemanövern im August beizuwohnen, worauf Kaiser Wilhelm die Einladung mit Dank annahm. Der Monarch wird im Anschluß an seine diesjährige Nordlandsreise, die am 5. August in Emden endet, für kurze Zeit nach Berlin kommen, um die während der Nordlandfahrt als nicht dringend zurückgestellten Regierungsgeschäfte zu erledigen. Indessen geht die„Hohenzollern“ nach Kiel und erhält dort ihre Ausrüstung für die Rußlandfahrt. Der Kaiser wird in den russischen Gewässern nicht an Land gehen, sondern dem Zaren an Bord seines Schiffes die Besuche abstatten. Im Fürstentum Reuß ä. L. packt der alte reichsverdrossene Griesgram allmählich weiter zum Auszug ein. Die„Reussische Landeszeitung" veröffentlicht folgende Erklärung:„Mit Ende dieses Monats wird die bisherige Leitung der„Landesztg.“ zurücktreten und hat demnach von diesem Zeitpunkt ab keinerlei Einfluß mehr darauf, daß die„Landesztg.“ wie bisher in politischer Beziehung den legitimistisch=föderalistischen Standpunkt weiter vertritt. Auch der Vertraute des entschlafenen Grollers Heinrichs XXII., der Direktor der fürstlichen Landrentenbank Kommissionsrat Jahn, ist aus seiner Stellung als Vertreter der fürstlichen Kammer im Landesausschuß abberufen worden, und Konsistorialrat Gerold, der noch bei der Beisetzung des Fürsten und auch unmittelbar darauf in einem Damen=Konventikel für die Anschauungen des alten Fürsten eingetreten war und den bevorstehenden Umschwung bedauert hat, wird demnächst sein Amt und seine öffentliche Wirksamkeit aufgeben. Die Polenvorlage. Die Kommission für diese Vorlage nahm sie jetzt mit 13 gegen 7 Stimmen in unveränderter Fassung an. Zum Grenzzwischenfal Wie die„Lothr. Nachr.“ von zuständiger Seite erfahren, hat in dem Grenzzwischenfalle Houry die an Ort und Stelle vorgenommene Untersuchung nicht mit Sicherheit feststellen können, ob die Festnahme Hourys, wie dieser behauptet, wirklich auf deutschem Boden erfolgt ist. Man nehme vielmehr an, daß die französischen Beamten ihre Befugnisse nicht überschritten, den Houry vielmehr auf französischem Boden verhaftet haben. Dieser befindet sich gegenwärtig im Untersuchungsgefängnis zu Villerupt. Zum Befinden der Königin Wilhelmina. Wie aus Schloß Loo gemeldet wird, verweilte am Sonnabend die Königin Wilhelmina zum ersten Male seit ihrer Erkrankung kurze Zeit im Freien. Sie wurde in einem Tragsessel aus dem Schlosse in den Park getragen und genoß das herrliche Frühlingswetter. Russische Schulzustände. Die„Now. Wr." teilt nach einem Provinzblatte mit, daß ein Lehrer im Gouvernement Wolhynien jährlich sechs Rubel Gehalt bezieht. Der Glückliche ist ein alter Soldat, der im Sommer als Gemeindehirt thätig ist und im Winter die Jugend belehrt. Zur Not kann er lesen, vom Schreiben hat er keine Ahnung. Der Fall steht keineswegs vereinzelt da. Sehr viele Lehrer in Landgemeinden beziehen jährlich 50—75 Rubel und sind froh, wenn sie das Geld erhalten. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 2. Juni 1902. a* Sonntag im Juni. Der letzte Frühlingsmonat ist gekommen und mit ihm erst alle Frühlingsherrlichkeit. Der Flieder schwankt in düfteschweren Dolden, die Saaten wogen im sanft bewegten Wind. Die Welt liegt im Sonnenglanz. Wohin der Blick schweift, überall freundliche Gesichter und bunte Farbenpracht. Gommerliche Lüfte wehen über Stadt und Land. Ueberall strecken uns die Bäume ihre jungbelaubten Aeste entgegen. Die Anlagen, jeder Garten, jeder Graben hat sich mit frischen Blumen geschmückt. Die mächtigen Kastanien entfalteten ihre Blütenkegel, die sich wie die Lichter von einem Christbaume abheben. Die Sträucher sind mit weißen, oder roten, oder gelben Blüten übersäet. In den alten Wipfeln der Bäume ist ein Singen und Klingen der Vögel, und auf grünem Rasen tummelt sich froh die so gern lustige Jugend. Ein Hauch von Frühlingsseligkeit liegt an einem solchen Sonntag über der Menschheit. Die Natur steht jetzt in voller Pracht und Schönheit. Laßt sie uns jetzt in vollen Zügen genießen! ¼. 486 Bäder wurden am Sonnabend im Brausebad verabfolgt, im Monat Mai überhaupt 1674 Bäder. Das Brausebad ist bekanntlich auch Donnerstags und Freitags von 5 bis 9 Uhr abends geöffnet. *∆ Flußbadeanstalten Die Besitzer dieser Anstalten haben sich infolge der jetzt eingetretenen warmen Witterung beeilt, wieder die so erwünschte Badegelegenheit zu schaffen und sind nun die Badeanstalten der Frau Wehmeyer und Overbeck sowie des Herrn Spilker eröffnet. Nützen wir also die Zeit, so lange der Sommer winkt, aus und gönnen wir unserem Körper recht oft die Erholung eines erfrischenden Bades. □ Die Schützen am Bergerthor waren gestern früh gegen 5 Uhr gezogen worden und zwar geschah dies, um die dortige Badeanstalt errichten zu können. Mittags wurden die Schützen wieder geschlossen. Auf dem Bahnhofsvorplatz schreiten die Regulierungsarbeiten rüstig voran; jetzt wird auch an der Tieferlegung der Neuen Bahnhofsstraße gearbeitet. *. Am Billetschalter des Staatsbahnhofs war gestern schon zu den ersten Morgenzügen ein großer Andrang, da das Wetter viele zu einem Ausflug veranlaßt hatte. Da an schönen Sonntagen auch weiterhin eine derartige Ausflugslust vorhanden sein dürfte, wäre es ratsam, an diesen Tagen noch einen Schalter für die Billetausgabe zu öffnen. a Unser allgemein beliebter Mitbürger, Herr Rentner Peter, feierte gestern seinen 87jährigen Geburtstag. Ob dieses Tages wurden demselben zahlreiche Glückwünsche aus Familien= und Bekanntenkreisen dargebracht. Mehr als 30 Jahre versieht Herr Peter mit der größten Gewissenhaftigkeit und seltenem Eifer auch das Küsteramt der St. Petrikirche, welches er jedoch bei Einweihung der neuen Kirche niederzulegen beabsichtigt. Möge dem alten Herrn noch ein weiterer gesegneter Lebensabend beschieden sein. *.* Im Befinden des jungen Herrn Donnermann schreitet erfreulicherweise die Wendung zum Besseren fort, was hoffentlich auch weiterhin der Fall ist. Schützengesellschaft. Die Wahldeputation der Schützengesellschaft hält heute abend eine Sitzung ab. Mit Bedauern würde man es sehen, falls es sich bewahrheitet, daß der Mojor sowie die Hauptleute Beckmann und Fischer ihre Aemter niederlegen. * Auf dem Feuerwehrtag in Rinteln wurde u. a. beschlossen, daß der nächstjährige derartige Tag in Dissen=Rothenfelde stattfindet; dort wird auch über die Abhaltung des nächsten Feuerwehrverbandsfestes für MindenRavensberg und Lippe Beschluß gefaßt werden. Am gestrigen Feuerwehrfeste in Rinteln nahmen auch ca. 30 Mitglieder der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr teil. * Die Berufsgenossenschaft der Schornsteinsegermeister des deutschen Reiches(Sektion 8) hielt am Sonnabend in Görges Hotel bier eine Versammlung ab. Nachmittags unternahmen die Herren einen Rundgang durch Herford und statteten auch unserem schönen Schützenhofe einen Besuch ab. Turnerbund=Herford. Eine sehr rege Beteiligung fand die gestrige 25jährige Stiftungsfestfeier. Die mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser endende Festrede hielt der Vorsitzende, Herr Schmitz. Recht vorzügliches wurde wieder im Turnen geleistet. Seitens des Gaurats war ein schriftlicher Glückwunsch eingegangen. * Gesangverein„Eintracht". Schon wieder einmal gelang es dem Gesangverein„Eintracht" und zwar beim gestrigen Gesangswettstreit des Minden=Ravensberger Sängerbundes in Enger einen Preis zu erzielen. Der Verein tagt beim Wirt Herrn E. Winkelmann und begeht im nächsten Jahre die Feier seines 25jährigen Bestehens. Seit vielen Jahren steht die„Eintracht" unter der bewährten Leitung des Herrn Kantor Wilkes. h Ein Vergnügen seltener Art wurde gestern den Besuchern des prächtig geschmückten BürgervereinsGartens bereitet; daselbst war ein Kinderfest arrangiert worden. Etwa 700 Kinder nahmen daran teil. Dieselben waren des Lobes voll ob des Gebotenen; auch die Erwachsenen hatten daran ihre helle Freude. s Das gestrige Frühkonzert der Düngelschen Kapelle hatte ca. 50 Personen auf: dem Schützenhofe versammelt. Am nächsten Sonntag soll wieder ein derartiges Konzert stattfinden; damit würde den Wünschen vieler Besucher entsprochen werden. *= Blühender Roggen. Auf einem Felde in Elverdissen steht bereits der Roggen in Blüte. *+ Zur Verbreitung besserer Kenntnisse in der Witterungskunde hat der Kultusminister in Ergänzung des Erlasses vom Oktober 1901 in einem Sondererlasse vom Mai ds. I. den Provinzialschulkollegien von Rheinland und Westfalen für höhere Schulen die Verwendung der vom Aachener Meteorologischen Observatorium neu herausgegebenen täglichen Wetterkarten empfohlen. . Eine Revision der Gärten auf das Vorhandensein der Blutlaus war jetzt von der Polizeiverwaltung angeordnet worden; nur im nördlichen und westlichen Teile der Stadt wurden Gärten angetroffen, in denen die Blutläuse ziemlich stark vertreten waren. * F r e i g e s p r o c h e n. D e r K l e i n h ä n d l e r K a r l B r a n d t sowie dessen Söhne, die Maurer Heinrich und Friedrich Brandt von hier waren angeschuldigt, am 4. Januar den Fabrikarbeiter R., der bei Brandt zur Miete wohnte, zur Räumung der Mietswohnung genötigt zu haben. Sie hatten sich dieserhalb am Sonnabend vor der Strafkammer in Bielefeld zu verantworten, wurden jedoch freigesprochen. 1. Beim Fischen ertappt. Ein unfreiwilliges Bad nahmen am Sonnabend abend in der Nähe des Krankenhauses zwei Raubfischer, die unberechtigt in der Werre fischten. Als zwei Polizeibeamten auftauchten, sprangen die Fischer, ihr Handwerkszeug und ihre Beute im Stiche lassend, ins Wasser, durchwateten den an jener Stelle ziemlich tiefen Fluß und gewannen das jenseitige Ufer, wo sie das Weite suchten und fanden. s. Gestohlen wurden einem Arbeiter am Sonnabend ein Paar neue Stiefel, die der Eigentümer während der Arbeitszeit in der Scheune seines Arbeitgebers aufbewahrt hatte. ** Ein fremder junger Gauner hatte sich in der Marienstraße einlogiert unter der Angabe, daß er hier Arbeit habe. Heute mittag wartete man vergeblich auf sein Kommen; es stellte sich heraus, daß der Mensch einem Mitbewohner des Hauses 61 Mk. sowie eine goldene Uhrkette und anderes entwendet hatte. # In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfz., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett 40—50 Pfg., Butter Pfd. 90 Pfg., Eier Pfd. 45 Pfg., junge Wurzeln Bd. 15 Pfg., Steckrüben 5 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., Zwiebeln 2 Pfd. 25 Pfg., Blumenkohl 50—55 Pfg., Schnittsalat Portion 10 Pfg., Kopfsalat Kopf 10 Pfg., Spargel Pfd. 50—60 Pfg., Radieschen Bund 10 Pfg., Streifrüben 4 Bund 10 Pfg., Gurken Stück 20—25 Pfg., Kartoffeln Ctr. 2,30 Mk. werden Monats=Abonnements auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten unseren Boten sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. s Enger, 31. Mai. Stadtverordnetensitzung. Diesmal wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die Anstellung eines 7. Lehrers zu Ostern 1903 wurde beschlossen. Die Königl. Regierung soll hierzu um Erwirkung einer fortlaufenden außerordentlichen Unterstützung ersucht werden. 2. Von der Einrichtung eines Haushaltungs=Unterrichts soll Abstand zenommen werden, da die Wanderhaushaltungsschule dem vorhandenen Bedürfnis genügt. 3. Die Blitzableiter=Anlagen für die Schule und für das Haus an der Brüderstraße werden Herrn Klostermann sen. hierselbst übertragen. Derselbe hat Garantie für richtige Funktionierung für 5 Jahre zu übernehmen. 4. Der Beschluß behufs Einrichtung einer Sparkasse wird aufrecht erhalten. 5. Die Baugesuche Böndel, Feldmann, Nordmeyer, Wefelmeyer, Gerdener und Jürging Altemeier u. Nagel wurden genehmigt. Jürging u. Altemeier haben ihr Gebäude auf der Fluchtlinie zu errichten. Bei Nagel wird eine Verpflichtung zum Ausbau der projektierten Straße seitens der Stadt nicht übernommen. en Enger, 1. Juni. Sängerbundesfest. Beim Wettsingen errang den 1. Preis Gesangverein„Einigkeit"=Enger, den 2.„Sängerwarte"=Bielefeld den 3.„Harmonie"=Minden, den 4.„Eintracht"=Herford. * Spenge, 31. Mai. Rotlaufseuche. Unter dem Schweinebestande des Neubauers Heinrich Bobbenkamp Nr. 295 hier ist diese Seuche festgestellt. *∆ Bünde, 1. Juni. Verleihung der Städteordnung. Se. Maj. der Kaiser hat unserer Stadt, die bekanntlich bisher nach der Westsälischen Landgemeindeordnung verwaltet worden ist, die Städteordnung verliehen. Die Trennung von Stadt und Amt ist somit vollzogen. n Gohfeld, 1. Juni. Ertrunken Heute nachmittag ertrank hier in der Werre der in Oeynhausen Wilhelmstraße Nr. 36 wohnhafte, etwa 18jährige Malergehilfe Arnold Menze. Derselbe war mit wehreren Kollegen zum Baden gegangen, wobei ihn der Tod schnell ereilte. Bei den Bemühungen derselben, den 9I. zu retten, wäre beinahe Herr Stühmeyer selbst ertrunken. Der so plötzlich ums Leben Gekommene war der einzige Ernährer seiner Familie. Provinz und Nachbarstaaten. * Salzuflen, 31. Mai. Vom Bade. Die Kurliste weist bis zu Ende dieser Woche eine Frequenz von cu. 240 Kurgästen auf. Dies ist für den Monat Mai mit dem schlechten Wetter ein noch günstiges Resultat. * Oeynhausen, 31. Mai. Besitzwechsel. Die Besitzung der Frau Dr Weihe ist von Herrn Schlachtermeister Fr. Niebage für 70000 Mk. erworben. Detmold, 31. Mai. Ueber Nützlichkeit und Schäden der Krähen sprach bei der Generalversammlung des deutschen Jagdschutz=Vereins(Landes=Verein Hannover) in hiesiger Ressource Landesforstrat Quaet=Faslen=Hannover. Den interessanten Ausführungen entnehmen wir laut Ldsztg. folgendes: Im Verein seien die Jäger der Ueberzeugung gewesen, daß die Krähe schädlich sei; doch habe man der Frage nicht näher treten wollen, ohne die Landwirte und Zoologen zu befragen. Deshalb seien u. a. der Direktor des Zoologischen Gartens Dr. Schäff und Assistent Dr. Fritze vom hannoverschen Provinzialmuseum zu den Verhandlungen herangezogen worden, desgleichen mehrere hervorragende Landwirte. Dr. Fritze habe die Krähe für schädlich erklärt, da ihr Nutzen längst nicht den Schaden aufwiegen könne, den sie verursache. Dr. Schäff sei anderer Meinung gewesen und habe die Krähe nicht für sehr schädlich gehalten. Als dann auch noch mänenrat Köster die Krähe für unschädlich erklärt habe, sei ein Umschlag eingetreten. Köster sei der Ansicht, daß die Krähe für die Landwirtschaft von Nutzen sei. Festgestellt sei, daß die Nebel= und die Rabenkrähen am schädlichsten seien; diese lebten einzeln und seien leicht zu vertilgen. Man habe sich dann im Vorstande zu folgender Aeußerung entschlossen:„Die Vertilgung der sporadisch nistenden Krähe ist zu empfehlen, also die Nebel= und die Rabenkrähe auch ferner als schädlich zu behandeln. Die Saatkrähe, in Rücksicht auf den Nutzen, den sie der Landwirtschaft schaffe, nicht zu verfolgen. Der vorzügliche Kenner der hiesigen Vogelwelt, Lehrer SchachtJerxen, ist ebenfalls schon in Schrift und Wort für die Nützlichkeit dieser Krähenart eingetreten und hat sich gegen das sinnlose Abschießen dieser Tiere sehr ausgesprochen. * Neuß, 31. Mai. Zum Eisenbahnunglück. Der Weichensteller, dem das Eifenbahnunglück mit zur Last gelegt wird, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. * Essen, 31. Mai. Der Schah von Persien kommt am Dienstag auf der Reife nach Köln auch nach Essen, um die Kruppschen Werke zu besichtigen. * Hamburg, 1. Juni. Ein schrecklicher Ranbmord wurde gestern nachmittag in Altona verübt. Eine in der Hafenstraße wohnende Frau wurde in ihrer Wohnung mit einem Beil erschlagen tot aufgefunden. Der Thäter, ein Seemann, welcher früher bei der ermordeten Frau logierte, ist der Polizei bekannt und dürfte bereits von der Kriminalpolizei verhaftet worden sein. Geraubt wurden ein Geldbetrag von 100 Mk., Schmuck und eine Uhr. Vermischtes. Kaiserlicher Guadenakt. Wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange verurteilte vor kurzem das Berliner Schwurgericht die Witwe F. zu 3 Monaten Gefängnis. Sie hatte ihren Ehemann, einen notorischen Säufer, mit einem Topf kochenden Wassers begossen, als er sie wieder mit einem Beile bedrohte, weil sie ihm kein Geld zum Schnaps geben wollte. F. erlitt Brandwunden, denen er erlag. Die Geschworenen, die zu ihrem Bedauern die unglückliche Frau schuldig sprechen mußten, veranstalteten für sie eine Geldsammlung und richteten ein Gnadengesuch an den Kaiser. Dieses ist insofern von Erfolg gewesen, als jetzt im Gnadenwege die dreimonatliche Gefängnisstrafe auf einen Monat ermäßigt worden ist. Die Ritterlichkeit unseres Kronprinzen hat am Montag in Rathenow einer jungen Dame, der Tochter eines dort wohnenden Dr. Weinert, eine hohe Freude bereitet. Diese befand sich zufällig in Begleitung ihrer Eltern auf dem dortigen Bahnhof, als der Kronprinz mit dem fahrplanmäßigen Zuge 11,14 Uhr abends auf der Fahrt von Berlin nach Bonn die Station passierte. Während nun der Zug m Rathenow hielt, erkannte die Familie Weinert in dem Salonwagen den Kronprinzen und winkte ihm mit Tüchern Grüße zu. Dies veranlaßte den Kronprinzen, seinen Leibjäger abzusenden, der Fräulein W. aus dem Salonwagen als Spende einen prächtigen Blumenstrauß mit schwarz=weißer Schleife überbrachte. graue Haus. Roman von B. Corony. (Nachdruck verboten.) 1 Von zwei Rappen gezogen, raste ein ländliches Gefährt der Bahnstation zu. Derjenige, der die Zügel fest in Händen hielt, ein Mann mit grauem Haupt und unschönen Gesichtszügen, hatte keinen Sinn für das Bild, das die mondüberglänzte Landschaft darbot. Wie lau und duftend war doch die Luft; über die Gartenmauern schwankten Zweige voll weißer und rosiger Blüten, Nachtfalter gaukelten um das Fuhrwerk. Bald war das Stationsgebäude erreicht. Ein gellender Pfiff ertönte, eine schwarze Dampfsäule stieg auf.— Der Zug nahte. Wenige Minuten später stand ein junger Mann, der dem Zug entstiegen war, vor dem ungeduldig nach ihm spähenden Führer des Wagens.„Die Mutter todtkrank", stieß er hastig hervor;„warum bin ich nicht früher davon in Kenntnis gesetzt worden?" rief er vorwurfsvoll. „Meinst Du etwa, mir die Schuld beimessen zu dürfen?“ fuhr der Getadelte auf;„wenn Einer Deine Mutter liebte und ihr jeden Wunsch ablauschte, so war ich es; hättest Du ebenso gedacht, dann wäre ihr nicht der Schmerz bereitet worden, Dich jahrelang entbehren zu müssen! Ich konnte Dir nicht früher Regorigt, gegen, dermn. das Unglüick kam so jäh, daß es uns alle . Sschigvtragt tral. Run schnell in den Wagen, sie wartet es####5, Führwerk dahin; der Gutsbesitzer Fritz Steiner schonte heute seine Pferde nicht.8 Die Stirne gerunzelt, die Lippen fest aufeinander gepreßt, starrte der Sohn finster in die herrliche Frühlingsnacht hinein. Durch des Vaters Worte waren Selbstvorwürfe in seiner Seele geweckt worden. * N a c h e i n e r w i l d e n F a h r t s t a n d e n d i e P f e r d e s t i l l. geht sie noch?“ fragte der Gutsherr den herbeieilenden Knecht: seine sonst barsche Stimme zitterte. Ja,“ antwortete der Bursche während eine Maad sich aus dem Fenster neigte und die Angekömmenen heranwinkn. Der Gutsherr folgte dem die Treppe hinanstürmenden Sohn nicht; er trat in sein von den Strahlen des Mondes matt erhelltes Arbeitszimmer, warf sich auf einen Lehnstuhl, legte die Arme auf den Tisch und ließ den Kopf darauf sinken. Ein unbeschreiblicher Schmerz, dem die lindernde Thräne fehlte, wühlte in dem Herzen des starken, rauhen Mannes. Der Sohn war an das Lager der Sterbenden geeilt; dort hatte er sich auf die Kniee geworfen. Wie waren die geliebten Züge der Schwerkranken verfallen, wie sehr hatte der unsichtbare Finger des Todes seine geheimnißvollen Zeichen der Vernichtung in das teure Antlitz geschrieben. Seit Jahren hatten sich Mutter und Sohn nicht gesehen; infolge eines heftigen Streites mit dem strengen und jähzornigen Vater war der Sohn lange dem Elternhause ferngeblieben; jetzt bereute er seinen Trotz und seine Schroffheit bitter und klagte, daß er auf dem ganzen Erdenrund keinen Ersatz für das treueste, aufopferndste Mutterherz finden würde. „Ich halte ihn Dir bereit, lieber Gerhard,“ sagte die Sterbende mit träumerischem Lächeln, und es war, als vermöchten ihre überirdisch leuchtenden Augen in dem Buche der Zukunft zu lesen. „Was meinst Du?“ fragte Gerhard, ihre abgezehrten Wangen streichelnd. „Im Begriff, die Welt zu verlassen, möchte ich Dir ein Wesen zeigen, das Dein guter Engel werden kann!“ „Darüber sprechen wir später, liebe Mutter.“ „Für mich giebt es kein„später mehr; so höre denn: Meine Freundin, die verwitwete Rätin von Tellheim in Berlin hat eine achtzehnjährige Tochter. Die Briefe Annas gewährten mir einen Einblick in ein reines, edles Gemüt; immer war es mein Wunsch, daß Eure Herzen sich finden möchten. Aber sie ist nicht schön, kaum hübsch. Ich besaß ein Bildchen von ihr, weiß aber nicht mehr, wo ich es hinlegte: Du wirst es wohl noch finden. Um sie lieb zu gewinnen, muß man ihr innerstes Wesen kennen lernen. Dazu dürfte sich Dir Gelegenheit bieten, da Du Frau von Tellheim meine letzten Grüße überbringen sollst.“ Die Kranke nahm aus der neben ihr liegenden Bibel ein verfiegeltes Couvert und reichte es dem Sohn. Dabei fiel eine kleine Photoaraphie zu Boden= auf deren Rückseite Gerbars als er sie aufhob, laß:„Zur Erinnerung an Deinen Freund Hans Werner.“ Er legte das Bild zurück. „Und jetzt habe ich nur noch eine Bitte an Dich," fuhr Frau Steiner mit müder, leiser Stimme fort:„Schließe Dich nur recht innig an den Vater an und sei der Trost seines Alters. Es war immer ein großer Schmerz für mich, daß Ihr Euch nicht verstehen konntet.“ „Es soll anders werden!" versicherte Gerhard;„ich gelobe es Dir.“ „Du nimmst mir durch dieses Gelöbnis eine schwere Sorge vom Herzen," flüsterte die Sterbende und schloß mit einem Seufzer der Erleichterung die Augen. Aus dem stundenlangen Schlummer der Erschöpfung, der nun folgte, erwachte Frau Gertrud nur, um ihren letzten Kampf zu bestehen. Die blassen Lippen stammelten nur unverständliche Worte; dem Blick, der nichts Irdisches mehr zu gewahren schien, mochten sich bereits die Geheimnisse des Jenfeits enthüllen. Vater und Sohn standen tiefgebeugt am Sterbebette. Fritz Steiner wollte sich nicht schwach zeigen und war es doch in dieser Stunde; zum ersten Male nach langen Jahren wurden ihm die Augen wieder feucht. Als wäre sein treues Weib ein Kind, faßte er sie in die Arme, richtete sie empor und sprach zu ihr. Als hätte seine Stimme sie von der Pforte der Ewigkeit zurückgerufen, schlug sie noch einmal die schweren Lider auf und flüsterte:„Gottes Segen über Euch Beide; möchtet Ihr Euch verstehen lernen und recht innig zu einander halten.“ Ein Ausdruck unendlicher Zärtlichkeit verbreitete sich über ihr Gesicht. Die brechenden Augenlblieben jetzt dem Sohne zugewandt, bis sie sich für immer schlossen. Der Morgen dämmerte; in Gold und Purpur flammten die Fensterscheiben der Stube. Immer noch saß Fritz Steiner an dem Lager seiner dahingeschiedenen Gattin; er blickte auf die regungslose Gestalt, deren Antlitz so stillen, unendlichen Frieden ausdrückle. Der Sohn saß ihm gegenüber, düster und in sich versunkelt. Als es im Hofe laut zu werden anfing, trat er auf den Vater zu und wollte ihm einige herzliche Worte sagen. der Gutsherr drückte ihm nur schweigend die dargereichte Hand; er hob sich und ging aus dem Zimmer, um Soldaten in Theaterkostümen. Zur Marienburger Schloßweihe wird mitgeteilt, daß das Militär, etwa 300 Mann, das am 5. Juni nach dort kommandiert ist, nicht die Uniformen, sondern alldeutsche Kostüme tragen wird, welche vom Hoftheater in Wiesbaden geliefert werden. Gelegentlich seiner jünsten Anwesenheit in Wiesbaden hatte der Kaiser gemeinsam mit dem Jutendanten, Kammerherrn von Hülsen, die Kostüme ausgesucht. Die letzteren sind bereits in Marienburg eingetroffen. Eidesleistung eines der rechten Hand Beraubten. Das Landgericht zu Augsburg entschied die öfter aufgeworfene und verschieden beantwortete Frage, ob eine Person, der die rechte Hand fehlt, den Stummel des rechten Armes mit der künstlichen Hand, oder die gesunde linke Hand bei der Eidesleistung zu erheben habe, dahin, daß die betreffende Person den Eid unter Erhebung des amputierten rechten Armes zu leisten habe. Ein Hundertjährigex. Dem Justizrat Zabel in Seelow, der jetzt seinen 100. Geburtstag feierte, ist aus Anlaß des seltenen Festes der Charakter als Geheimer Justizrat verliehen worden. Eine sonderbare Testamentsgeschichte wird demnächst den Strafrichter beschäftigen. Das Bürgerliche Gesetzbuch bestimmt im Gegensatz zum Allgemeinen Landrecht, daß nicht nur gerichtliche Testamente, sondern auch schriftliche Verfügungen ohne jede Förmlichkeit, die sich im Nachlaß vorfinden, gesetzliche Giltigkeit als letztwillige Anordnungen haben sollen. Dies ist für den Tapezierer Heinrich Seydel in Steglitz verhängnisvoll geworden. S., Hausbesitzer und Gemeindevertreter in Steglitz, erfreute sich des Besitzes einer alten, reichen Tante. Sie saß auf ihren Geldsäcken, wollte bei Lebzeiten nichts herausrücken, sondern vertröstete ihn und die anderen Freunde und Verwandten stets auf ihr Testament. Als sie starb, war aber kein Testament bei Gericht vorhanden. Zur Feststellung der gesetzlichen Erben wurde ein Nachlaßpfleger eingesetzt. Bei diesem ging eines Tages ein Testament durch die Post ein, in dem S. als Erbe des etwa 100000 Mk. betragenden Nachlasses ernanntswar. Damit waren aber die anderen Verwandten nicht zufrieden. Sie hegten den Argwohn, daß S. der Verfasser des Testaments, und erstatteten Anzeige. Ein Schreibsachverständiger erklärte auch, daß S. der Verfasser der Urkunde sei, und S. wurde verhaftet. Rechtsanwalt Dr. Schwindt hat nun den Antrag gestellt, weitere Sachverständige zu vernehmen; er bot auch für die Haftentlassung eine Kaution von 10000 Mk. an. r wegen Unterschlagung von Kirchengeldern und Fälschung der Kirchenbücher verhaftete Pastor Disselhoff (Trebbin) ist zur Beobachtung seines Geisteszustandes nach der Berliner Charitee gebracht worden. In der Wohnung ihres Geliebten, eines Referendars, verübte die 25jährige Verkäuferin M. aus der Flottwellstraße in Berlin Selbstmord. Als abends der Referendar, welcher sein Verhältnis mit dem Mädchen lösen wollte, dieses aus seinem Zimmer verwies, schoß sie sich mit dem Ausruf:„Ueber meine Leiche sollst Du an dieser Stelle hinwegschreiten" vermittelst eines mitgebrachten Revolvers eine Kugel in den Mund und blieb sofort tod. Schreckensthat einer Mutter. Die in der Choriner Straße in Berlin wohnende Frau des Tapezierers Aubert erdrosselte ihren 6½jährigen Sohn und gab sich dann selbst den Tod. Anscheinend hat Not die Frau zu dem unseligen Schritt verleitet. Wurft wieder Wurst. Das Bürgermeisteramt einer westfälischen Industriestadt hat eine Einrichtung getroffen, die mit einem kleinen Malheur endete. Es ließ nämlich den Lieferanten der Stadt 2 pCt. Skonto an ihren Rechnungen kürzen und erregte natürlich durch dieses Verfahren recht oft böses Blut, namentlich bei den kleineren Gewerbetreibenden. Ein Elektrotechniker kürzte ebenfalls kurzer Hand die städtische Gasrechnung um 2 pCt., dies ließ sich aber die städtische Verwaltung nicht gefallen, sie beschritt den Klageweg und— bekam die Kosten des Verfahrens auferlegt. Ein Kampf zwischen Storch und Falken ist in Lügumkloster beobachtet worden. Ein Storchenpaar, das sein Nest am Westende der dortigen Kirche erbaut hatte, wurde von den im Kirchturm nistenden Falken angegriffen. Der Kampf begann mit gewaltigem Geschrei; es dauerte aber nicht lange, da wurden unten am Fuße der Kirche zwei Falken tot aufgefunden. Sie waren von den Schnäbeln der Störche durchbohrt. Das älteste Schiff der Welt ist, wie einem englischen Blatt aus Teneriffa berichtet wird, dort verkauft und abgebrochen worden. Es ist das italienische Schiff„Anita“, das im Hafen zu Genua registriert ist. Die im Jahre 1548 in Genua gebaute„Anita“ ähnelte der„Santa Maria“ des Christoph Columbus. Sie machte ihre letzte Reise Ende März 1902 von Neapel nach Teneriffa, also vor nur wenigen Wochen. Die„Anita“ war außergewöhnlich kräftig gebaut und hat zahllose Stürme und Tornados in allen Teilen der Welt ausgehalten, aber sie war auch das langsamste Schiff auf dem Meere, denn sie gebrauchte 205 Tage zu einer Reise von Baltimore nach Rio de Janeiro. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Offene Fragen an den Magistrat. Heute sollen laut Bekanntmachung die Jagden in den Feldmarken verpachtet werden und gestatten wir uns nachstehende Fragen: 1) Weshalb werden die Jagden zweieinhalb Jahre im Voraus verpachtet? Die alten Pächter haben die Jagden noch bis zum 1. September 1904 und werden dieselben ganz ausschießen in den beiden Jahren, wenn sie wissen, daß sie dieselbe nicht wieder bekommen. In zwei Jahren wird die Pachtsumme auch enschieden höher, da alle Jagden von Jahr zu Jahr im Werte steigen resp. teurer bezahlt werden. 2) Weshalb geschieht die Verpachtung nicht öffentlich, wie allgemein üblich mit der Bedingung, der Magistrat kann unter den drei höchst Bietenden einen Pächter aussuchen. 3) Kann der Prolongationsvertrag mit Herrn Rendanten Höpker, welcher bekanntlich nur 75 Mk. für die große Jagd „Radewiger Feldmark" bezahlt und dem aus uns ganz unbekannten Gründen diese Jagd bis 1. September 1916 prolongiert ist, nicht aufgehoben werden? Für diese Jagd kämen mindestens 350 Mk. pro Jahr, sodaß die Stadt hierdurch einen ganz unnötigen Ausfall in den 12 Jahren von ca. 3000 Mk. hat. Wenn aber Herrn Höpker die Jagd prolongiert wird, müssen die anderen Pächter auch die Jagden prolongiert erhalten. Was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig. Mehrere Jäger. Litterarisches. * Die vielgelesene Halbmonatsschrift„Niedersachsen“, von der uns soeben die Nummer 14, 15 und 16 des 7. Jahrgangs in gewohnter Reichhaltigkeit und bewährter Ausstattung zugehen, verdankt ihren großen Leserkreis dem Umstande, daß sie den Freunden der Heimat, ihrer Kunst, Sitte, Sprache und Art, wie dem ernsten Forscher eine Fülle schätzbaren Materials bringt, während der Familientisch sich an den gemütvollen Erzählungen, lehrreichen Schilderungen und nicht zuletzt an den reichen Gaben niederdeutschen, behaglichen Humors ergötzt. Der billige Preis von 1,50 Mk. vierteljährlich ermöglicht auch dem Unbemittelten die Haltung dieses beliebten Blattes. 653e) * Soeben erschien im Verlage von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig eine von Dr. med. Fritz Köhler in Elberfeld verfaßte Broschüre„Die Gebetsheilung“(Preis 1 M.). 652e) Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Stadt Herford. Nachrichten vom 26. bis 31. Mai 1902. Geburten: Ein Sohn: dem Handarb. August Basse, Kaufmann Wilhelm Gottwald, Konditor Friedrich Riemann, Schuhmacher August Kunst, Handarb. August Kemena, Bäcker Friedrich Niederlohmann, Kürschner Karl Scholz, Zimmermann Heinrich Hurre, Handarbeiter Wilhelm Heitland. Eine Tochter: Schneider Wilheim Heitland, Landbriefträger Friedrich Haubrock, Ziegeleibesitzer Johannes Bunge, Fabrikarb. Wilhelm Berg, Lehrer Hermann Magnus, Pferdeknecht Wilhelm Stute, Arbeiter Hermann Brünger. Aufgeboten: Reisender Walter Ehlert und Schneiderin Martha Modeß, Kommis Otto Hertz und Verläuferin Louise Blech, Dienstknecht Wilhelm Imberg und Dienstmagd Friederike Rose. Eheschließungen: Prokurist Rudolf Friedrich und Anna Stuke, Zimmermann Richard Ahrens und Anna Lemkemeyer, Bäckermeister Ludwig Breipohl und Friederike Schneider. Sterbefälle: Arbeitsunternehmer Heinrich Schröder 56 I., Paul Heidegger 8 Monat, Johannes Witte 4 J., Erich Riewe 1 I., Alwine Corvey 25 I., Erich Hilker 7 Mon., Fabrikarb. Wilhelm Tauchmann 31 I., Witwe Mathilde Teuschow 71 I., Ehefrau Friederike Fürhoff gen. Venghaus 67 I., Dekorateur Karl Gellert 44 J., Georg Wehmeher 11 Monat a. Jamilien-Nachrichten. Geboren 1 Sohn: Pastor Dustmann in Volmerdingsen. Gestorben: Bäckermeister Heinrich Schürmeyer, 64 Jahre, in Oeynhausen. H. Beckmann gen. Brandt, 86 Jahre, in Klein=Aschen. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 2. Juni Höchste Temperatur des Vortages: 32,1°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 16,30. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 20.8°. 11„„: 30,00 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 755,0 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 0.0 mm Wind: Still. Himmel: Heite. Voraussichtliches Wetter. 3. Juni. Witterungsfortdauer; Gewitterbildung wahrscheinlich. Dr. med. Grosskopffe" Janze Jahr Sanatorium Klushügel Ehxeikalischdistestische #. bei Oenabrück. Curanstalt Gesammtes Wasserheilverfahren, Sonnen-, elegtr. Licht-, Medizinal-Dampf Bäder. Diäteuren. Massage, Inhalatoriam. Prosp. kostenfret Julius Maggi, der Erfinder der bekannten MaggiErzeugnisse und Chef der Maggi=Gesellschaften, wurde zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Er war 1889 und 1900 Preisrichter auf den Weltausstellungen in Paris. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil verantwortlich: Geora Bese Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Zwangsversteigerung. Dienstag, den 3. Juni d. vormittags 9 Uhr, werde in dem Garten des Gärtners Georg Seher zu Stift Berg: 2 Karren, 2 Brausen, 2 Harken, 2 Häcker, 1 Sense, 2 Schaufeln, 1 Gewächshaus, 4 Mistbeete mit Inhalt, 1 großen Posten Blumentöpfe, 1 Posten Ziersträucher, 1 Garteneinfriedigung, 2 Lorberbäume in Küben, 1 Rasenschneider und 1 Posten Dünger öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Der Verkauf findet bestimmt hatt. Herford, den 1. Juni 1902. Hartwig, Gerichtsvollzieher. Bon heute ab kostet unsere Sitzrahn=Toselbuiter Mä. 1,10, Molkerei Lemgo, Niederlage Elisabetbstr. 13. Aee bleibt alzei die besie! 40 Pfg. per Stück. den Knechten und Mägden ihre Arbeit zuzuweisen. Das Wirtschaftsgetriebe durfte nicht ins Stocken geraten. Der trauernde Sohn starrte in den blühenden Garten hinab. Der Lenzeszauher, die jubelnden Vögel, alles schien ihm heute hassenswert und eine Verhöhnung seines Schmerzes; unfaßlich schien ihm das Geschehene. Leise weinend schlich die treue Magd des Hauses hin und her; sie legte Blumen auf das nun stillstehende Herz und auf die wachsbleichen Hände der Verstorbenen.„Blicken Sie nicht so finster, lieber Herr,“ sprach sie schluchzend;„ihr ist wohl; sehen Sie nur das selige Lächeln, das ihre Lippen umspielt.“ „Du meinst es gut, aber was helfen mir diese Trostgründe? Laß mich allein!“ sagt er fast heftig. Als die Alte schon auf der Schwelle stand, rief er sie doch zurück; er bat sie, ihm alles. was auf die letzten Tage der Geschiedenen Bezug hatte, zu erwie unbeholfen und doch wie erschütternd klang die schlichte, oft von heftigem Weinen unterbrochene Erzählung der Dienerin. Genug, genug.— gehl“ preßte Gerhard hervor. Als die Thür hinter ihr zufiel, stützte er die Stirn in beide Hände und versank wieder in schmerzliches Nachsinnen, aus dem ihn bald abermals die Magd weckte. Auf den Fußspitzen schleichend, trat sie ein, entzündete mehrere Kerzen am Kopfende des Lagers und kam sodann heran mit der schüchternen Frage:„Was soll denn damit geschehen? Ich hab's neben der Frau ihrem Bett gefunden.“ Unwillig wandte Gerhard sich um. Da funkelten ihm von einem Elfenbeintäfelchen zwei nachtschwarze Augen entgegen. Das Bildchen mußte ein Künstler gemalt haben. Diese Züge lebten; bald war es, als zucke sonniges Lächeln über sie hin, bald schienen sie wie versteinert in Schmerz. Schimmerndes Goldhaar umrahmte die griechisch geformte Stirne und schmiegte sich in üppigen Locken an den fein gerundeten Hals. War dies das Conterfei von Anna Tellheim? Aber dann mußte die Mutter schon jedes Urteilsvermögen verkoren haben, indem sie das Mädchen reizlos nannte. Er legie das Portrait zu dem für die Rätin bestimmten Briefe der Mutter und verwahrte es mit diesem. Gertrud Steiner, die treue Gattin, die liebende Mutter, die Wohlthäterin der Armen und Hilfsbedürftigen, ist zur letzten Ruhe gebettet worden; an einem lauschigen Plätzchen, unter Trauerweiden und Rosenbäumen schläft sie; der Epheu, den ihr Gatte aus dem Garten genommen und auf ihr Grab verpflanzt, schlingt die dunkelgrünen Ranken um den Grabhügel. Wie grabesöde kam dem vereinsamten Mann jetzt das früher so traute Heim vor; tiefe Linien hatte der Schmerz mit scharfem Griffel in sein Antlitz gegraben. Das Leid, welches in seiner Brust tobte, wollte er nicht gelindert sehen, und das machte ihn nur noch schroffer und verschlossener. Scheu wichen ihm die Dienstleute auf dem Erlenhof aus. Niemand wagte es, ihm ein teilnehmendes Wort zu sagen, obgleich Jeder das Hinscheiden der edlen Frau beklagte. Gerhard versuchte, sich dem Verdüsterten zu nähern,„Vater,“ begann er,„ich habe mir bisher manches gegen Dich zu Schulden kommen lassen: vergieb; es soll fortan anders werden. Die Mutter mahnte mich an meine Pflicht.“ Fritz Steiner sprang auf; er wandte sich ab und preßte die Fäuste an die Augen, als wollte er die gegen seinen Willen hervorquellenden Thränen zerdrücken, erwiderte aber dann mit barschem Ton:„Es ist schlimm, wenn der Sohn einer solchen Mahnung bedarf; geliebt habe ich Dich stets und für Dich gearbeitet und gespart. Mir wurde es in meiner Jugend nicht so gut geboten wie Dir; ich mußte mich, nur der eigenen Kraft vertrauend, aus dem Nichts emporringen und Brust an Brust mit dem Schicksal kämpfen. Das hattest Du nicht nötig, und der Dich davor schützte, war ich! Dafür hätte ich wohl mehr Liebe und Fügsamkeit von Dir erwarten dürfen, als Du mir bisher bewiesen hast. Du bist leider in vieler Hinsicht anders geartet als ich; nur eines haben wir miteinander gemein; den festen Willen! Aber gerade diese einzige Charakterähnlichkeit entfernte uns von einander.“ „Sie soll es künftig nicht mehr," versicherte der Sohn. Und nun, da das Eis jahrelanger Zurückhaltung gebrochen war, stromten ihm die Worte der Versöhnung unaufhaltsam von den Lippen. Wohl zuckte es oft seltsam in den harten Zügen des Landwirts, aber er war kein Mann, der Rührung und Weichheit zeigen wollte. Schon aut!“ unterbrach er; ich alaube Die und nehme gern die oargebotene Hand an. Vielleicht trage ich auch selbst die Schuld, daß nicht alles zwischen uns gewesen ist, wie es hätte sein sollen; wenn es künftig anders wird, desto besser für uns beide. Doch nun gilt es, sich aufzuraffen. Aus dem Herzen läßt sich die Trauer um unwiederbringlich Verlorenes nicht bannen, aber matt, schlaff, unfähig zu fruchtbringender Thätigkeit darf sie uns nicht machen. Mein liebster Wunsch war’s daß Du Landwirt werden und dereinst den Erlenhof bewirtschaften solltest. Du hast Dir jedoch Deinen Beruf selbst gewählt, also vernachlässige ihn nicht. Der teuren Mutter Andenken wird würdiger durch energisches Vorwärtsstreben als durch nutzlose Klagen geehrt. Kehre nach Hannover zurück, und studiere weiter im Baufach, in der Nähe jener Männer, die Dich durch Rat und Empfehlungen unterstützen können; später magst Du in irgend einer größeren Stadt Deinen bleibenden Wohnsitz nehmen.“ „Ich will thun, wie Du mir rätst.“ „Wähle Dir unter den Sachen der Verstorbenen etwas aus, was Dich immer recht lebhaft an sie erinnert.“ Gerhard griff nach der Bibel.„Dieses Buch,“ sagte er mit verhaltener Rührung,„hat sie so oft geöffnet, um für mich zu beten; darf ich es behalten?“ „Nimm es und halte es stets in Ehren.“ „Hier zwischen den Blättern liegt eine Photographie, willst Du die nicht an Dich nehmen, Vater? Hier ist sie.; Eine Wolke verdüsterte Steiners Antlitz, als er das Bild erblickte und hastig die Hand danach ausstreckte. „Steht uns dieser Hans Werner, dessen Name auf der Rückseite angegeben ist, nahe; ist er verwandt mit uns?“ fragte Gerhard. „#r ist längst gestorben. Hans war mein bester Jugendfreund; ich verdanke ihm sehr viel; er streckte mir, der ich damals Verwalter auf einer Besitzung bei Bremerhaven war, die Mittel vor, selbst ein Gut zu pachten, sodaß ich Deine Mutter heimführen konnte. Später traf ihn schweies Unglück; doch ist dies ein Familiengeheimnis, das zu bewahren ich mich verpflichtet fühle. Sprechen wir nicht mehr davon; der unglückliche Mann ist seit vielen Jahren von der Last eines Lebens. das ihm menig Freude und viel Leid nebracht befreit“ (Fortsetzung folgt.) Protektor: Se. Kaiserl. und Königl. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reiches. Industrie- und Gewerbe-Ausstellung verbunden mit einer Deutschnationalen Kunst-Ausstellung. = Eröffnet seit 1. Mai 1902.— Ausstellungslotterie. 7 Hauptgewinne: mit 135 000 M. baar. Insgesamt 500000 M. Gewinne. Los 1 Mark— Generalvertrieb: Ferd. Schäfer, Düsseldorf, Königsallee. einige Tage! Nur einige Tage Ausverkauf! Wegen Aufgabe des Geschäfts gebe einzeln ab: Sommerjoppen und Röcke, bunte Barchend hemden für Männer, Frauen und Kinder, blaue Arbeiterjacken, gestreifte Kittel, Nachtjacken, Zwirnhosen 2c. 2c. weit unter Preis. Stoffe obiger Artikel auch meterweise, ebenfalls unter Preis. Wiederverkäufer eventl. auf Kredit. Wilh. Altenburg, Zabrik fertiger Arbeiterklidang Steinthorwall 11. 660e (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Junger Mann erhält Kost und Logis. 630e Johannisstr. 9. Zur Impfung empfehle sämtliche Kindersachen wie: Hütchen, Jäckchen, Schürzen, Lätzchen, Nache Spitzenkragen, Lund.(9#. Hemdchen u. s. w. schaft besonders E# Ferner eine große auf meine leichten V## nuswa, Haus=, WirtschaftsS. u. Tändelschürzen, Möblierte Zimmer eventl. mit Pension in gut bürgerl. Hause zu vermieten. Zu erfr. unt. 647e in d Exp. Gefunden wurbe eine Herrenuhr mit Kette Pohlmann, Schwarzenmoor, Nr. 61. Verloren Eine goldene Brosche von der Blothoerstr. bis zur reformierten Kirche verloren gegangen. Gegen Besohnung abzugeben. Blothoerstr. 8. Unterzeuge sowie auf sämtliche Wäsche aufmerksam. Wegen vorgerückter Saison gebe garnierte Hüte weit unter Preis ab. 2825 Technikum Eutin (Ost-Holstein) 478e Maschinenbau. Hoch- u. Tiefbau. Techniker- und Meisterkurse Spezialkurse zur Verkürzung der Schulzeit. Prospekte gratis. Detmolder Lotterie. Ziehung am 2s. und 26. Juli 1902. Es gelangen zur Verlosung: 1 vollständig elegantes Gespann, 25 Pferde und Füllen, 20 Stück Rindvieh u. 1954 andere Gewinne (Fahrräder, Maschinen, Haushaltungsgegenstände 2c.) also zusammen — 2000 Gewinne im Gesamtwerte von 22500 Mk. Lose à 1 Mark, 11 Lose für 10 Mark sind zu beziehen durch die Geschäftsstelle 559e der„Herforder Zeitung für Stadt und Land., He- He-HeHederich! Verlangen Sie bitte Offerte in Eisen-Vitriol bester Qualität von Karl Meves, Adler-Drogerie, Herford, Höckerstrasse. 675e Erport. Kleine Kiten zur a. Tavvi, Pes Moln-Nippes Wv. Weidheg. Sitz=Wagen um ganz dam't zu räumen unter dem Einkauf von 7 Mark an. Sportwagen zu bedeutend ermäßigten 324e Preisen. Leiter= u. Kasten-Wagen. Schiebkarren # in Holz und Eisen. CroquettSpiele, SommerSpiele und Bälle. Wiederverkäufer äußerste 4 Engros-Preise. Wv. Weinberg, Herford, Bäckerstraße 26/28. (Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Ein tüchtiger 661e Schmiedegeselle auf sofort gesucht. H. Quest. Lockhausen, b. Herford. Ein Verkäufer für Dachziegel und Ziegeleifabrikate gegen hohe Provision gesucht. Schriftl. Offert. unt. 6452 an d. Exv. d. Z. erbeten. t für Komctoir und Lager gesucht. Carl Müller. Ein sucht Stellung. 632e Offert vostl. Detmold V. 100. können Herren, welche Wirte besuchen, bekommen durch den Vertrieb einer gesetzlich geschützten bochseinen Spezialität. Eberenz& Müller, Frankfurt am Main. Zum 1 Oktober d. J. findet ein junges Mädchen freundl. Aufnahme in ev. Lehrerfamtlie(Stadi) zur Erlernung der Küche u. Haush. Geringe Verg w. gef. Schriftl. Anfr. unt. A. B. an d. Exv. d. Bl Saubere Literdaschen kauft jedes Quantum. Markt=Drogerie. Spargel täglich frisch gestochen. 570e Frau Ida Werner. Oelrettig (Raphanus oleiferus) eignet sich vorzüglich zur schnellen Heranziehung großer Futtermassen und auch zur Gründüngung. 621e Heinrich Nolting Samenhandlung. Lina Osterhage Hermann Götze, Ingenieur Verlobte, Löhne, Kassel im Mai 1902. Die Geburt eines zeigen hocherfreut an Carl Kranstuss jr. und Frau, Irma geb. Friedrich. Herford; den 31. Mai 1902. Salz= u. Essiggurken Heinrich Nolting. Kruck, Vertreter für Naturheilkunde und Homöopathie in Hausberge bei Porta, Westf. Auf Wunsch Besuche nach auswärts Bestellungen können im Restaurant „Zur Post“ in Herford abgegeben werden. Junge Mädchen finden dauernde und lohnende Beschäftigung bei 627e Wilh. Steinker, Karton nagen=Fabrik. Ein jüngeres Dienstmädchen auf sofort oder später gesucht. Nähere Auskunft: Freiheitstr. 8. sucht Handschuh- u. Kravatten Gehrenberg 2. Mit dem heutigen Tage eröffne ich meine Badeanstalt. Frau Wwe Wehmeyer Bergerthor. Dienstag, den 3. Juni, abends 8½ Uhr: der städt. Kapelle. — Entree 40 Pfg.— Vorjährige Karten haben zu diesem Konzert noch Gültigkeit. Abonnements sind in der Zigarrenbandlung des Herrn A. Wessel und abends an der Kasse am Haupteingang 8 Stück zu Mk. 2 zu haben. Turngemeinde Herford. Kaurt-Vertanzlung am Dienstag, 3. Juni nach dem Turnen im Vereinslokal. Tages-Ordnung: 1. Gaufest. 2. Bericht über die Pfingstturnfahrt. 3. Verschiedenes. 683e Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Turnrat. Turngemeinde Herford. Diejenigen Mitglieder, welche an dem Gaufest in Halle teilnehmen wollen, werden ersucht, sich in die im Vereinslokal ausliegende Liste einzuzeichnen. Abfahrt: Sonntag, den 8. Juni morgens 8,26 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 684e Der Turnrat. Possberg& Schumacher. Fernsprecher Nr. 110. Koks, Brikets, Kalk, Cement, Platten, Chamottesteine, Rohrgewebe und alle sonstigen Baumaterialien Comptoir: Engerstraße 415. 280 Täger: Engerstraße 415 u. Diebrockerstraße 4. I Inserm Freunde, dem Dachdeckermeister Fritz Schatz zu seinem 50. Geburtstage ein donnerndes Lebehoch, dass es von dem Bahndamm schallt und an der Hämelinger Brücke wiederhallt. Gift hei dat Fättken nich, Krigt hei siene Franzisken nich. Die vereimgten Schaßkopfspieler. Die schönste Plättwäsche erhalt man durch Anwendung der weliberühmten amerikanischen Brillant-Glausstärk 1990 Fitz Schulz jug. Aktisogesellschaft, Leigzig Weltausstellung Paris 19##. leicht und sicher mit jedem Plätteisen Nur ächt mit Schutzmarke „Globus.“ In Packeten a 20 Pfg. überall vorrätig. Unerreicht in Güte und praktischer Verwendberkeit sind0 In 410 0 687e -Würze, Maggi's Suppenwürfel. ETE Otto Paschen,