GP Teleph.Anschl. Perford Enger Bad Oe“ en, Mlotho&cmp; Krez, M 83 Pr Teleph. Anschl. 1 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. 1%5 Abonnementspreis vierteljährlich pränumorande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Sonnabend, 31. Mai. werden bis spätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Petitzeile für Stadt und Kreis Herford,] 1902 Oeynhausen und Amt Rehme 10 Pfg., sonst 13 Pfg. 12. Jahrgang. 12. Jahrgang. Amtliche# Anzeigen für den Kreis Hersord. eute abend von 8 Uhr ab wird das Wasserhauptrohrnetz gespült. 679e Städtisches Gas= und Wasserwerk. Innere Kolonisation. Auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses stand der Antrag des Abg. v. Bockelberg (kons.), betreffend die innere Kolonisation. In ihm werden 12 Millionen Mark zum Erwerb von Grund und Boden gefordert und zu dessen Umwandlung in kleinere Rentengüter für Bauern und ländliche Arbeiter. Abg. v. Bockelberg(kons.) begründete den Antrag, der schon im Vorjahre vom Hause angenommen sei. Es komme darauf an, den kleineren und mittleren Grundbesitz zu heben. Der Vorwurf des Abg. Dr. Crüger, daß es sich nur darum handle, den Großgrundbesitzern seßhafte Arbeiter zu schaffen, sei hinfällig, wenn auch die Arbeiterfrage für die Landwirtschaft brennend sei. Mit vorläufig 12 Millionen könne man 12 000 ha besiedeln. Eine kommissarische Beratung des Antrages erscheine ihm überflüssig. Abg. Glatzel(natl.) teilte mit, daß ein Teil seitzer Freunde den Antrag unterstütze, weil auch sie die innere Kolonisation fördern wollten, die bisher große Lücken aufzuweisen habe. Der Antrag werde manche davon beseitigen, namentlich sei die Ansiedlung von Bauern in Ostpreußen wünschenswert. Ohne Kommissionsberatung werde es aber wohl nicht gehen. Abg. Dr. Hirsch(frs. Vp.) erinnerte daran, daß auch die Hoffnungen, die auf das Rentengutsgesetz und das Zwischenkreditgesetz gesetzt seien, nicht in Erfüllung gegangen seien; daher betrachteten seine Freunde auch diesen Antrag mit Mißtrauen, seine Durchführung würde eine neue Steigerung der Güterpreise zur Felge haben. Auch in Posen und Westpreußen seien infolge Inaugurierung der Auskaufspolitik die Preise der Güter erheblich gestiegen Besser als die Bildung von kleinen Gütern wäre die Parzellierung der großen Güter und Domänen. Abg. Dr. Lotichius(natl.) bemerkte, er sei mit der Tendenz des Antrages einverstanden, da die Ansiedlung von Bauern im Osten dringend nötig sei. Der Privatthätigkeit dürfe man nicht alles auf diesem Gebiet überlassen, auch der Staat habe die Pflicht einzugreifen. Abg. Schmitz(Ztr.) erwiderte dem Abg. Dr. Hirsch, auch das Zwischenkreditgesetz habe beachtenswerte Erfolge gehabt. Dem Bauernstand müsse geholfen werden, wenn er nicht untergehen solle. Wenn das Fideikommißwesen sich zu stark entwickeln sollte, würde er es auch bekämpfen. Abg. Frhr. v. Zedlitz(freik.) hält den Antrag für spruchreif; jedenfalls werde seine Partei dafür stimmen. Wenn nicht ein kräftiger Vorstoß auf diesem Gebiete gemacht werde, würden wir mit unserer inneren Kolonisation bald auf dem Nullpunkt sein. Landwirtschaftsminister von Podbielski erklärte, daß die Regierung eine bestimmte Stellung zu dem Antrage noch nicht eingenommen habe, sie hege aber dagegen eine Reihe von Bedenken. Um in allen Provinzen Kommissionen zu bilden, würden bedeutendere Mittel notwendig sein, als diese 12 Millionen, auch hätte man dann in den Provinzen Posen und Westpreußen drei Kommissionen nebeneinander. Der Aatrag sei nicht geeignet, die Vorlage zur Förderung des Deutschtums im Osten zu unterstützen. Einer Aufteilung der Domänen würde er sich energisch widersetzen, da dieselben eine große Kulturaufgabe hätten. Abg. Frhr. v. Wangenheim(kons.) teilte die Befürchtung nicht, daß die Provinzen Posen und Westpreußen durch diesen Antrag geschädigt werden dürften. Der passive Widerstand der Regierung gegen so wichtige Anträge wie den vorliegenden sei zu bedauern. Sie beschränke sich darauf, dem Hause und dem Lande alljährlich ein Zugstück vorzuführen. im vorigen Jahre die Kanalvorlage, in diesem Jahre die Polenvorlage. Abg. v. Riepenhausen(kons.) bedauerte ehenfalls, daß die Regierung so wenig Wert auf Anträge lege, die hier mit großer Mehrheit angenommen worden seien. Die Rede des Herrn Landwirtschaftsministers wirke entmutigend, noch dazu bei dieser großen Hitze. Landwirtschaftsminister v. Podbielski wies auf die außerordentlich großen Lasten des Landwirtschaftsministeriums hin. Die Grenze der Leistungsfähigkeit sei jetzt erreicht. Alle seine Räte seien voll beschäftigt, teils in den verschiedenen Kommissionen, teils mit Ausarbeitung von Gesetzentwürfen. Trotz alledem wolle er in der Ansiedlungssache thun, was irgend möglich sei. Hierauf wurde der Antrag der elften Kommission überwiesen, welcher der Antrag v. Arnim betr. die General=Kommissionen zugewiesen war. Für die Sitzung am Montag stehen die Anträge der Abgg. Grafen Limburg=Stirum und des Freiherrn von Zedlitz auf Verstärkung des Zollschutzes für die Landwirtschaft auf der Tagesordnung. Zur Tagesgeschichte. Deutschland Frühjahrsparade der Berliner Garnison. In Gegenwart des Schahs von Persien und des Kronprinzen von Siam nahm der Kaiser gestern auf dem Tempelhofer Felde die große Frühjahrsparade über die Truppen der Garnison Berlin ab. Der Schah war im offenen Vierspänner erschienen. Ueber der schwarzen verschnürten Uniform trug der Herrscher Persiens das Orangeband des ihm bei seiner Ankunft verliehenen schwarzen Adlerordens, auf dem Haupte eine schwarze Lammfellmütze mit kostbaren Edelsteinen. Der Kronprinz von Siam, welcher der Parade zu Pferde zusah, trug hellgraue siamesische Uniform mit hellgelbem siamesischem Ordensband, dazu einen Tropenhelm. Der Kaiser hatte die Paradeuniform des 2. Garde=Regiments z. F. mit dem Bande des Schwarzen Adler=Ordens angelegt. Es fanden zwei Vorbeimärsche statt. Die Kavallerie ritt im Trabe vorüber. Beide Male führte der Kaiser dem Schah das 2. Garde=Reg. z. F. vor, wobei der Schah sich im Wagen erhob. Prinz Kuzust von Sachsen(der Thronfolger) führte dem Kaiser die Garde=Schützen, der Großherzog von MecklenburgSchwerin die Garde=Kürassiere vor. Als beim zweiten Vorbeimarsch das 2. Garde=Regiment antrat, sprengte, wie weiter gemeldet wird, der Kaiser an die Téte des Regiments und führte es bei dem Schah von Persien und dem Kronprinzen von Siam vorbei, vor den fremden Fürstlichkeiten mit dem Marschallstabe salutierend. Anläßlich der Frühjahrsparade fand nachmittags 6 Uhr in der Bildergallerie des Königlichen Schlosses beim Kaiser Galatafel statt. Im Verlaufe derselben erhob sich der Kaiser zu einem Trinkspruch, worin er den Schah in Deutschland willkommen hieß, der freundschaftlichen Beziehungen gedachte, welche sich zwischen allerhöchstseinem Großvater und Vater und dem Vater des Schahs durch lange Jahre entwickelt haben und Wünsche für das Fortbestehen eines besten Einvernehmens zwischen dem Deutschen Reich und Persien aussprach. Se. Majestät trank auf das Wohl des Schahs. Der Schah erwiderte in persischer Sprache mit einem Hoch auf den Kaiser. Borsäure im Fleisch. Nach dem Beschluß des Bundesrats vom 18. Februar soll jeder Zusatz von Borsäure zu Fleisch und dementsprechend natürlich auch zu allen anderen Nahrungs= und Genußmitteln diese gesundheitsschädlich machen. Demgegenüber erregt neuerdings eine Veröffentlichung des Prof. Dr. O. v. Lippmann in der„Chemikerzeitung" vom 24. Mai berechtigtes Aufsehen. Dieser bekannte Gelehrte hat bei der Untersuchung von Citronensäften, rohen Citronen, Orangen(Apfelsinen), sowie einiger anderer Südfrüchte, intensive, oft sogar, wie er besonders hervorhebt, erstaunlich starke Reaktionen auf Borsäure erhalten. Aehuliches war bereits schon früher von Hopfen und manchem Rohzucker, ferner von Weintrauben, Aepfeln, Birnen, Pflaumen und anderen einheimischen Früchten bekannt. Man fragt sich in Fachkreisen erstaunt, wie es möglich sein soll, daß der allgemein stattfindende anhaltende Genuß dieser Früchte, die zum Teil Borsäure in so erheblichen Mengen enthalten, trotzdem bisher von Jedermann ohne Ausnahme als außerordentlich bekömmlich und die Gesundheit fördernd angesehen werden konnte, wenn in Wirklichkeit Borsäure bedingungslos gesundheitsschädlich wäre, wie doch der Beschluß des Bundesrats auf Grund des Gutachtens des Reichsgesundheitsamtes vorausgesetzt hat. Das Fabersche Polenzirkular. Direktor Pickel, der Urheber des Polenzirkulars, wurde von der Firma Faber in Nürnberg entlassen. Die Krönungsfeierlichkeiten in England. Prinz Heinrich von Preußen verläßt am 19. Juni mit dem Flaggschiff„Kaiser Friedrich III.“ Kiel und begiebt sich zu den englischen Krönungsfeierlichkeiten. Als Begleitschiff wird Kreuzer„Niobe“ genannt. Die Genesung Lord Methuens macht, wie aus Johannesburg berichtet wird, tagtäglich bessere Fortschritte. Die Verwundung scheint nach den jetzt eingetroffenen Nachrichten angesichts der inzwischen verstrichenen Spanne Zeit weit schwerer gewesen zu sein als angenommen werden konnte. Der General ist in diesen Tagen von dem Hierzu Beilage sowie Illustriertes Sonntagsblatt. Militär=Hospital nach seiner Privat=Residenz in Johannesburg überführt worden. Zur Zeit geht er noch immer auf Krücken. Sein verletztes Bein, das ursprünglich vier Zoll kürzer war als das andere, ist durch die ärztliche Kunft wieder dermaßen gestreckt worden, daß die Differenz bis auf einen Zoll aussücher?. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 31. Mai 1902. * Im Juni! Morgen treten wir nun ein in den Monat, welcher uns die Natur in ihrer vollen Herrlichkeit erschließt! Der Juni ist der Monat der üppigsten Blüte und daher hat der Dichter Recht, wenn er von ihm singt: Wachsendes Weben— Täglich neu,— Auf den Wiesen— Duftendes Heu,— Auf den Feldern— Goldene Saat,— In der Seele— Reifende That,— Sonniger Himmel— Leuchtend und klar;— Stolz auf der Höhe— Prangest du, Jahr! Der Juni ist der eigentliche Sommerfrischenmonat, der Monat, in welchem der jugendfröhliche Frühling mit dem thatkräftigen männlichen Sommer um die Herrschaft kämpft. Der Juni hat auch den Namen Rosenmonat, denn er bringt uns die Lieblingsblume der ganzen Welt. Hoffentlich gestaltet sich das Wetter so, daß sich auch diese Blütenpracht bestens entfalten tann. Waldfrieden. Wie wir zu unserer Freude vernehmen, wird auch unmittelbar am Aufstieg zum Waldfrieden eine Haltestelle der Kleinbahn eingerichtet, doch werden die Züge dort nur auf Begehr halten, die Billets gelten für Friedensthal und Waldfrieden. Die Ausgabe für die Billets ab Haltestelle Waldfrieden nach allen Stationen der Kleinbahn wird Herr Baumann im Waldfrieden übernehmen. Diese Einrichtung, für welche der Kleinbahn sehr zu danken, wird unserem und auch dem Salzufler Publikum, welches die Erholung im Freien liebt, sehr zu statten kommen. ) Haltestellen der Kleinbahn sollen, wie wir vernehmen, im hiesigen Stadtbezirk eingerichtet werden: Göbenstraße, Lübberthor, Bergerthor(Kleinbahnhof), SalzuflerChaussee etwa bei 1,2 km., Friedensthal, Waldfrieden; auf der lipp. Seite kommen in Betracht: Gröpel, Kleinbahnhof Salzuflen, Kurpark, und dann jenseits Salzuflen:„Lose.“ Gerade diese letzte Haltestelle wird für Wald=Ausflüge von besonderer Bedeutung werden. *¼ Der westfälische Lehrerverband zahn gegenwärtig 82 Ortsvereine mit 1730 Mitgliedern. * Der christlich=vaterländische Männerverein unternimmt morgen einen Ausflug nach Sternberg=Liederhef. Die Abfahrt erfolgt mittags mit dem Zuge 11 Uhr 42 Min. Zum 25jährigen SStiftungsfest des Turnerbundes, das morgen von nachmittags 3½ Uhr an in den Anlagen des Bahnhofshotels stattfindet, hat der festgebende Verein ein recht abwechslungsreiches Programm aufgestellt, sodaß den Besuchern des Festes hübsche Stunden bereitet werden. Zur Teilnahme an dieser Turnerfestlichkeit haben sich auch verschiedene auswärtige Vereine angemeldet. *** Promenadenkonzert. Morgen mittag von 11½ Uhr ab konzertiert die Düngelsche Kapelle auf dem Neuen Markt. Das Programm ist wie folgt: 1. Mit frohem Mut „Marsch“ v. Wiggert; 2. Ouverture z. Operette„Leichte Kavallerie" v. Suppé; 3. Spanische Bettlerin„Walzer" v. Orth; 4. Steuermannslied u. Matrosenchor a. d. Op.„Der fliegende Holländer“ v. R. Wagner; 5. Fantasie a. d. Op. „Die Vestalin: v. Spontini. Ein Frühkonzert der Düngelschen Kapelle findet morgen auf dem Schützenhofe statt. Die Gelegenheit, den Kaffee bei Konzert und zugleich in so prächtigen Anlagen, wie sie unser Schützenhof bietet, einzunehmen, wird jedenfalls gern benutzt werden. Der Beginn des Konzerts ist auf 6½ Uhr festgesetzt. Etwas neues für die hiesige Gegend soll morgen nachmittag im Bürgervereinsgarten hier veranstaltet werden. Wie schon im Inseratenteil angekündigt, wird daselbst ein ganz eigenartiges Kinderfest arrangiert, was jedenfalls großes Vergnügen bereiten wird. Wir weisen auch an dieser Stelle auf diese Veranstaltung hin; in anderen Städten hatten sich zu den gleichen Belustigungen mit den Kindern auch viele Erwachsene eingefunden. * Eine neue Sommerwirtschaft ist jetzt am Otternbusch errichtet und zwar von Herrn Bäckermeister Biere. Mit dieser Einrichtung ist eine erwünschte Neuerung geschaffen; im übrigen sei noch auf das diesbezügliche Inserat in der heutigen Nummer u. Bl. verwiesen. Schwer verletzt wurde gestern nachmittag gegen 6 Uhr der jüngste Sohn des Schlachtermeisters Donnermann hier. Derselbe hatte auf dem väterlichen Lande oberhalb der Gastwirtschaft Tiller an der Ahmserstraße gearbeitet und wollte die Heimfahrt antrete. Als sich der junge Mann auf den Wagen begab, ging das eine der Pferde durch, infolgedessen er, wie man annimmt, zu Fall kam und von seinem eigenen Gespann überfahren wurde. Schwer verletzt lag der Bedauernswerte da; ein sofort herbeigerufener Arzt, Dr. Rütiermann, ordnete die Ueberführung desselben nach dem katholischen Krankenhause an. Der junge Mann hat an beiden Seiten des Kopfes je einen Schädelbruch erlitten, außerdem ist der linke Kieferknochen gebrochen, die Unterlippe durchrissen und ein Schulterblatt ausgerenkt; aus beiden Ohren quoll Blut. Möchte es gelingen, den Verunglückten, welcher ob seiner Biederkeit und ob seines Fleißes überall sehr beliebt ist, am Leben zu erhalten; bis nachts 2 Uhr war derselbe ohne Bewußtsein.— Die beiden Pferde konnten erst auf der Steinstraße angehalten werden. * 27 Grad im Schatten und 24° in den Schulklassen waren gestern nachmittag zu verzeichnen. ** Blühende Kornblumen wurden bereits auf Feldern in der Altstädter Feldmark angetroffen. ** Hagelversicherung. Hoch steht die Saat, die Aehren zeigen sich; Gefahr kann jeder Tag durch Hagelschlag bringen. Versäume keiner, sich gegen derartige Verluste durch Versicherung zu schützen. # Vom Unwetter am Donnerstag liegen noch folgende Meldungen vor: e Bischofshagen. Bei dem nachmittags gegen 5 Uhr hier niedergegangenen Gewitter sind auch unsere lachenden Fluren durch einen schweren Hagelschlag heimgesucht worden. Viele Leute haben ihre ganze Roggenernte verloren. Ein Glück ist es, daß die Sommerfrucht noch nicht weiter entwickelt ist; dieselbe dürfte wenig Schaden erhalten haben. Dagegen wird die in Aussicht stehende Obsternte ebenfalls vernichtet sein. Kachtenhausen. Hier in der Gegend und weiter bis Oerlinghausen hat das Unwetter enormen Schaden angerichtet. Das Gewitter, das gegen 6 Uhr heraufzog, hatte ein furchtbares Hagelschauer im Gefolge. Die Gegend wurde buchstäblich vom Hagel bedeckt, der an den Wegen und an besonders ausgesetzten Stellen noch später ziemlich hoch lag. Das Getreide dürfte ziemlich gelitten haben. Minden. Während des nachmittags seit 5 Uhr hier niedergegangenen, schweren Gewitters, verbunden mit anhaltendem strömenden Regen, streifte ein Blitz den Schornstein der Glasfabrik von Schwarze in der Poria, beschädigte den oberen Teil desselben, riß in das Dach des an ihn grenzen— den Schuppens, den etwa 20 dort mit Strohhülsenbinden beschäftigte Mädchen kurz vorher verlassen hatten, ein ca. 5 m großes Loch und beschädigte die elektrischen Leitungsdrähte. „Menschen sind, soweit bekannt, nicht verletzt worden.. In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett 40—50 Pfg., Butter Pfd. Mk. 1,15, Eier Pfd. 45 Pfg., Wirsing 30—35 Pfg., Rosenkohl Pfd. 35 Pfg., junge Wurzeln Bd. 15 Pfg., Steckrüben 5 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., Zwiebeln 2 Pfd. 25 Pfg., Kohlrabi Bund 10 Pfg., Blumenkohl 50—55 Pfg., Schnittsalat Portion 10 Pfg., Kopfsalat Kopf 10 Pfg., Spargel Pfd. 75—80 Pfg., Radieschen Bund 10 Pfg., Streifrüben 4 Bund 10 Pfg., Gurken Stück 30—40 Pfg., Seefische Pfd. 18—30 Pfg. en Sundern, 31. Mai. Kriegerfest. In Mesters Restaurant veranstaltet morgen nachmittag unser Kriegerverein die Feier seines diesjährigen Stiftungsfestes; an demselben nimmt auch der Kriegerverein aus Schweicheln teil. Enger, 31. Mai. Zum 28. Minden* Navensberger Sänger= Bundesfest. Morgen wird nun in unserer Stadt und zwar im Gasthof „Zum Deutschen Hause" diese Festlichkeit, worauf wir schon wiederholt hinwiesen, abgehalten. Die Beteiligung verspricht eine sehr rege zu werden; gegen 300 auswärtige Sänger, von denen sich ca. 250 zum Festessen angemeldet haben, werden erwartet. Aus Herford werden sich die Gesangvereine Arion und Eintracht an dem Bundesfest beteiligen. Das Fest=Programm ist in seinen Einzelheiten wie folgt: 7—8 Uhr morgens: Empfang der fremden Vereine am Bahnhof, Marsch zum Hotel Schierholz, woselbst Begrüßung seitens der Stadt stattfindet. Im Anschluß hieran: General=Probe im Saale des Herrn Karl Brüggemann. 11½—12½ Uhr: Früh=Konzert vor Schierholz' Hotel. 1 Uhr: Festessen. 3½ Uhr: Antreten sämtlicher Vereine vor dem „Westfälischen Hof.“ 4 Uhr: Festmarsch durch die Stadt. 4½ Uhr: Gesang=Wettstreit. 8 Uhr: PreisVerteilung; nachdem Fest=Ball. Unter Begrüßung der verehrten Sängergäste wünschen wir dem Feste einen recht schönen Verlauf. Enger, 31. Mai. Vortrag. Am Sonntag, den 1. Juni, nachmittags 6 Uhr, wird Herr Redakteur Basch im Gemeindehause hier im Auftrage des Westf. Provinzialverbandes vom Blauen Kreuz(Sitz: Herford) einen sachgemäßen Vortrag halten über das Thema:„Die Gefahren des Mißbrauchs geistiger Getränke und der Kampf gegen denselben, zugleich ein Weg zur Trinkerrettung.“ Eintritt frei für Jedermann. Dreyen, 30. Mai. Die KommunalsteuerHebeliste für 1902 liegt 14 Tage lang bei Herrn Vorsteher Meyer zu Eißen zu Jedermanns Einsicht offen. en Besenkamp, 30. Mai. Schulbau. Der Schulvorstand und die Gemeindevertretung erklärten sich in ihrer gestrigen Sitzung für die Errichtung einer Schule mit 3 Klassenzimmern und zwar im Dorfe, zumal die Zugangswege zu dieser Schule von allen Seiten in gutem Zustande sind, was bei der alten Schule stellenweise zu wünschen übrig läßt. — Der Verkauf der alten Schule soll im Auge behalten werden. *, Kirchlengern, 30. Mai. Fahnenweihe. Der hiesige Kriegerverein veranstaltet am Sonntag das Fest seiner Fahnenweihe. Provinz und Nachbarstaaten. Bielefeld, 30. Mai. Gerichtliches. Amtsrichter Rolff hier ist zum Landrichter ernannt und an das hiesige Landgericht versetzt. ** Niederbecksen, 30. Mai. Auszeichnung. Dem Maurerpolier Frodermann hier wurde jetzt das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. * Minden, 30. Mai. Krankenhaus=Neubau. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte gestern den Neubau eines städtischen Krankenhauses Die Kosten belaufen sich einschließlich 40 000 Mk. für Grunderwerb auf 387.000 Mk. Es sind zunächst 89 Betten vorgesehen, die aber auf 119 vermehrt werden können. ** Paderborn, 30. Mai. Graf Waldersee wird erst am 7. Juni in der Senne eintreffen zwecks Besichtigung der jetzt dort übenden westfälischen Regimenter. * Bochum, 30. Mai. Grabschändung. Die Strafkammer verurteilte heute den 13jährigen Schüler Wilhelm Herzog von Langendreer wegen Grabschändung zu einem Jahre Gefängnis. Aus Rache über eine erlittene Züchtigung demolierte er am 25. März das Grab der verstorbenen Frau seines Rektors Krebber. Der Mitschüler Hinkelbein, welcher ihm dabei behilflich war, erhielt einen Monat Gefängnis. Einiges über das„Gesundbeten". die Seit„die Kirche Christi der Scientisten, oder Kirche der christlichen Wissenschaft"(church scientist) bei uns in Deutschland ihren Einzug gehalten hat, begegnet einem immer wieder ein sehr bedauerlicher Irrtum, der im Interesse unserer Kirche unbedingt berichtigt werden muß. Man verwechselt absichtlich oder unabsichtlich die biblische Lehre von Krankenheilung durch Gebet mit den Gebetsheilungen der Scientisten; und doch sind diese so verschieden von einander wie Himmel und Hölle, Gott und Teufel. Um uns über den tiefen Unterschied klar zu werden, müssen wir die Lehren der sogenannten„Kirche Christi der Scientisten“ ansehen und dann hören, was die heilige Schrift uns sagt. Die Kirche der Scientisten ist von einer Amerikanerin, Miß Eddy, gegründet worden. Die Folge davon ist, daß drüben und auch bei uns die Frauen dabei eine Hauptrolle spielen. In Amerika hat diese neue„Kirche" bereits 500 Kirchen mit 500000 Mitgliedern. Bei uns erwirbt sie hauptsächlich in Berlin und Hannover Anhänger. So kann man neuerdings im Kirchenzettel eines Berliner Blattes lesen:„Die Kirche Christi der Scientisten, Habsburgerstraße 12. Deutscher Gottesdienst um 10 Uhr, englischer um 11½ Uhr“. Ein Teilnehmer an diesem Gottesdienst schreibt darüber:„Auf dem Katbeder sitzt ein Herr und eine Dame, was wahrscheinlich der Zweieinigkeit:„Vater und Mutter Gott“, entsprechen soll. Zu Beginn werden stehend englische Hymnen gesungen (was sich auch nur ein deutsches Publikum bieten läßt); dann wird von der Dame und dem Herrn auf dem Katheder das Vaterunser unsers Heilandes altarnierend mit dem Vaterunser der christlichen Wissenschaft hergesagt, welches selbstverständlich von der allwissenden Miß Eddy erfunden ist. Nach erneutem Gesang englischer Lieder erfolgt die Predigt, die lediglich darin besteht, daß der Herr auf dem Katheder Stellen der Bibel vorliest und daß dann die Dame einige dazu passende Stellen aus den Werken der Miß Eddy bringt. Es erfolgt dann der Schlußgesang und gleich darauf beginnt der englische Gottesdienst in derselben Weise.“— Welch verworrene Phantasien die Gründerin dieser neuen „Kirche" hat, zeigt besonders das Vaterunser der christlichen Wissenschaft, es lautet wörtlich: „Unser Vater und Mutter einer christlichen Anstalt zur Erholung aufhält, der wird doch selbstverständlich auch bitten, daß Gott den Aufenthalt segnen und ihm die Gesundheit zurückgeben möge. Es ist eine arge Verleumdung, wenn es in den Blättern vielfach so hingestellt worden ist, als käme es in erster Linie auf den Verdienst an. Wir wissen, daß ganz ungläubige Leute in die Häuser gegangen sind, weil sie in keinem anderen Erholungshaus so billig hätten leben können. Wer also gerecht sein will, der darf die christlichen Erholungshäuser nicht mit dem Unfug der Scientisten in einen Topf werfen. D. G. Vermischtes. Ein Rotschwänzchennest unter einem Eisenbahnwagen. Aus Königssee(Schwarzburg=Rudolstadt), 30. Mai, wird gemeldet: Heute nachmittag lief auf der hiesigen Station ein von Magdeburg kommender Güterwagen ein, an dessen unterer Seite sich ein Rotschwänzchennest mit drei fast flüggen Jungen befand. Das begleitende Rotschwänzchenmännchen, das den Weg von Magdeburg hierher(cu. 230 Kilometer) neben dem Wagen mit dem Nest geflogen war, fütterte, so oft sich Gelegenheit bot, was z. B. auf der Uebergangsstation Oberrottenbach beobachtet wurde, die Jungen. Der Wagen war am 27. Mai in Magdeburg abgegangen. Das Rotschwänzchenweibchen wird infolge von Ermattung zurückgeblieben sein. Inhaftnahme einer„Gesundbeterin“. In Pößneck überraschte die Polizei in dem Hofe eines großen Geschäftshauses eine„Gesundbeterin" während der Ausübung ihres Treibens und nahm deren Verhaftung vor. Eine Anzahl kranker und gebrechlicher Personen waren zugegen und hatten die alte Frau für ihr„Gesundbeten" bereits honoriert. Verhaftete heißt Lüdiger und wohnte in dem Dorfe Dreitzsch. Die alte Frau soll ihr Treiben bereits seit längerer Zeit allwöchentlich an einem bestimmten Tage in dem Hofe dieses Grundstückes ausgeübt haben. Zwei Durchbrenner, ein Mädchen von 13 und ein Knabe von 11 Jahren, angeblich aus Wandsbeck stammend, wurden in Lübeck angehalten. Man fand bei ihnen über: 400 Mk. Bargeld. Die Witwe des französischen Iustizministers Humbert, des Schwiegervaters der Madame Humbert, hat gegen den Pariser„Gaulois“ eine Verleumdungsklage angestrengt, weil das Blatt behauptet, der Justizminister have nach dem Bontoux=Krach 500000 Franks bei dem Bankhause Leopold See deponiert. Die Witwe schreibt, ihr Gatte habe nicht das mindeste Vermögen hinterlassen. (Fortsetzung in der Beilage.) Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Herford. Nachrichten vom 24. bis 30. Mai 1902. Geburten: Ein Sohn: dem Kolon August Heitlindemann=Eickum, Bahnarbeiter Heinrich Horstkotte=Schweicheln, Lehrer Karl Dustmann=Diebrock. Eheschließungen: Zimmermann Hermann GößlingEickum mit Auguste Schaberg=Eickum. Sterbefälle: Witwe Friederike Winter geb. Kindermann=Laar, 81 Jahre 4 Monat. Geboren 1 Tochter: Dr. med. Hermann Buddeberg in Bielefeld. Gestorben: Töchterchen Mariba des Herrn Hermann Fleer in Bünde, Witwe Friedrich Wehmeyer, geb. Nolting, 50 Jahre, in Oeynhausen, Kanzleirat Karl Cordes, 76 Jahre, in Minden. Gott, Allharmonischer, Anbetungswürdiger, Dein Reich ist gekommen, Deine Güte ist allgegenwärtig und allmächtig. Mach uns fähig, zu wissen deinen Willen, Wie im Himmel, so auch auf Erden, Gott ist alles in allem. ** Eilshausen, 31. Mai. Agentur. Vielfachen egnen entgegenkommend, haben wir in Eilshausen an Gauat Hern Witz, Thüitg umere Sgentur Lezteagen. werden täglich entgegengenommen. Gieb uns Gnade. Erfülle unsere verlangenden Herzenswünsche, Und Liebe spiegelt sich in Liebe wieder; Führe uns nicht in Versuchung, Sondern befreie uns von Sünde, Krankheit und Tod. Denn Gott ist ein gegenwärtiges Gut, Substanz, Leben, Wahrheit, Liebe. Die Lehre dieser Schwärmer stimmt durchaus nicht mit der heiligen Schrift. Einen Teufel oder eine satanische Welt existiert in Wirklichkeit nach ihrer Meinung gar nicht, denn von einem guten Gott kann kein Teufel kommen. Krankheit und Sünde ist nur Einbildung. Jesus wußte das und konnte darum Kranke heilen und Sünder beruhigen. Der Gott der Scientisten ist nicht der Gott der Bibel. Eigentlich ist auch Gott überhaupt nicht da, denn das„Gute" ist Gott. Alles, was die Scientisten treiben, ist nichts als Zauberei und Gotteslästerung. Die Heilung von Krankheit besteht darin, daß der Kranke einsieht, daß er sich die Krankheit eben nur einbildet, und ihm diese Ueberzeugung beizubringen, nennt man das„Gesundbeten". Die ganze Sache ist Teufelswerk so schlimmer Art, wie man es sich nar denken kann. An das Dasein eines Teufels glauben diese Leute nicht, und darum kann er so leicht mit ihnen sein Spiel treiben. Es wird darum jeden unparteiisch denkenden Menschen aufs tiefste empören, daß die hier und da in Deutschland und der Schweiz bestehenden christlichen Erholungshäuser, wie Männedorf usw. in letzter Zeit durch gehässige Artikel einfach mit diesen„Gesundbetern"“ in einen Topf geworfen werden. Das kann nur böser Wille oder Unkenntnis der Verhältnisse sein. Aus eigener Anschauung wissen wir, daß in diesen Häusern sich achtbare, klar und nüchtern denkende Leute aus allen Ständen aufhalten, um neue Kräfte für ihren anstrengenden Beruf zu suchen. Freilich wird in diesen Häusern gebetet und die Bibel gelesen, geschähe das nicht, dann verdienten die Häuser ihren christlichen Namen nicht. Es kann aber doch das Lesen in der heiligen Schrift und das Beten noch nicht Schwärmerei genannt werden. Es ist auch durchaus keine Schwärmerei, wenn man erwartet, daß Gott auf das Gebet hin einen Menschen heilen kann. Nur der nackte Unglaube kann diese biblische Thatsache leugnen. Wer sich in Handel und Verkehr. Berlin, 28. Mai. Heu und Stroh. Richtstroh 7,16—7,66 Mk., Heu 7,30—10,20 Ml. Course der Berliner Börse. Mitgetellt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ges. Herford, 30. Ma. 1902. 91.80 3% Preuss Consoe 9 /8 0„„ 101,90 3% Deutsche Reichsanleihe 92,10 3½%„„ 102.— 3% Westt. Prov.-Anl. 89,40 3 1/% 40 4% Bielef. Stadtanleihe 4% Hamb. HypothekenPfandbriefe 1900 4% Rhein. Westf. Bodenkred.-Pfandbriefe 1905 100.75 4% Meining. Hypoth99.90 104,10 103,60 100,20 Pfandbriefe 1900 100,10 Deutsche Bank-Akt. 210,75 Disc. Commandit-Akt. 188,50 A. Schaaffh.usen'scher Bv. 121.— Gelsenkirchener Bergw.Aktien 171.50 Hibernia Bergw.-Aktien 173,70 Harpener dto. 177,60 Harb.-Wien. Gummi-Akt. 338.— Phönix Bergw.-Aktien 129.— Bankdiscont 3½ Tendenz: fest. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 31. Mai Höchste Temperatur des Vortages: 28,4°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 13,80. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 18,0°. 11„„: 22,60 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 751,3 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 0,0 mm. Wind: Still. Himmel: Heiter. Voraussichtliches Wetter. 1. Juni. Vorherrschend bewölkt und drückend; Gewitterbildung wahrscheinlich. Telegramme und Telephonische Meldungen. Gäste der diesjährigen deutschen Manöver. Newyork, 31. Mai. Um jedwedes Mißverständnis hinsichtlich der amerikanischen Offiziere, die den deutschen Truppenmanövern beiwohnen sollen, zu beseitigen, verständigte Holleben den Staatssekretär Hay, daß der Kaiser seine förmliche Einladung an die Chefs der Armeedepartements erneuert habe. Besonders erwähnt seien der Generaladjutant der Armee, sowie die Generale Young und Wood. Der Botschafter fügt hinzu, die amerikanischen Gäste dürften in Deutschland einen herzlichem Empfang finden. Thätigkeit der Vormundschaftsrichter. Berlin, 31. Mai. Der Justizminister hat angeordnet, Beilage zu Nr. 125 der Herforder Zeitung für Stadt u. Land. Der Künigenbrunnen. Ein Roman aus dem Hochspessart von F Eduard Pflüger. (38. Forts. u. Schluß.)—(Nachdr. verboten.) Wenige Minuten später entlud sich mit Blitz und Donner ein wolkenbruchartiger Regen, vor dem Roger unter dem dichten Laub des Hochspessartwaldes ziemlich geschützt stand. Wohl eine Viertelstunde lang ging das Wetter nieder, dann ließ Blitz und Donner nach und an den Gewitterregen schloß sich, wie das im Gebirge ja immer zu sein pflegt, ein eintönig rauschender Landregen. Als der Graf sich ein wenig aus dem Walde hervorwagte, wo er hinaus auf die Wiesen sehen konnte, bemerkte er zu seiner Freude den zurückkehrenden langen Peter, aber ohne den gewünschten Mantel. Dagegen folgte ihm auf wenige Schritte zur Verwunderung des Grafen der alte Mechenhart, der das verlangte Kleidungsstück trug. Peier ging direkt auf die Stelle zu, wo der Graf wartete, Mechenhart aber blieb gedankenvoll mitten im Regen stehen und betrachtete sich das Trümmerfeld, „Was hat mein alter Diener?“ fragte Roger jetzt den herankommenden Peter. „Er sagt, er habe eine Idee und darum ist er mit herausgekommen, oder den Schatz habe er gefunden, ich weiß nicht was. Nun steht er da im Regen und träumt. Wahrhaftig, wenn ich ihn nicht so lange gekannt hätte, ich sollte meinen er wäre übergeschnappt, Millionen seien zu verdienen und was er nicht allesgeredet hat.“ Nach diesen Worten drehte sich Peter um und rief: „Mechenhart, der gnädige Herr wartet auf den Mantel!“ „Ja so“, antwortete der Alte und ging eiligst zu seinem Herrn, der jetzt mit dem Pferde am Zügel aus dem Walde trat. Diensteifrig half er ihm in den Regen rock und wischte mit seinem riesigen Taschentuch den Sattel ab, damit Roger trocken aufsteigen konnte. „Herr Graf, ich habe eine Entdeckung gemacht, aber ich bin mit herausgekommen, um erst zu prüfen, ehe ich spreche, jetzt sehe ich jedoch, daß meine Entdeckung richtig ist und wenn ich nicht irre, bedeutet sie einen Schatz von Millionen Wert.“ „Für den Herrn Baron von Hobbach?“ „Für den Herrn Baron von Hobbach, gnädigster Herr Graf... sehen Sie sich einmal hier das Gras an.“ „Ja, es ist schmutzig.“ „Ganz recht, gnädiger Herr, aber der Schmutz hat eine eigentümliche blaugraue Farbe, das ist kein gewöhnlicher Schmutz, das ist eine Thonerde und fühlen der gnädige Herr einmal wie weichgeschmeidig und fein diese Erde ist, die der gottverfluchte Schatzgräber in die Kiste gefüllt hat, wenn mich nicht alles trügt, so ist das Klingenberger Thon.“ „Klingenberger Thon“? wiederholte überrascht der Graf. „Jawohl, Klingenberger Thon und wenn der Herr Baron viel davon unter der Erde hat, so ist er ein gemachter Mann und braucht keineswegs den Schatz des Herrn Hatto.“ Es war Roger bekannt, daß die Stadt Klingenberg die nur wenige Kilometer von Eschau entfernt am Main liegt, im Besitz eines Thonbergwerks sei, das eine feuerfeste Thonart liefert, die in der ganzen Welt berühmt ist und so zu sagen mit Gold aufgewogen wird, weil die Gefäße, die aus ihr hergestellt werden, zu allen Schmelzarbeiten benutzt werden können. Der Reichtum der Gemeinde hängt von diesem Thonbergwerk ab uno zwar trägt es so viel Geld ein, daß kein Klingenberger Bürger eine Steuer zu bezahlen braucht, da alle Gemeindelasten durch die Einkünfte dieses Bergwerks gedeckt werden, ja es erhält noch jeder der tausend Einwohner durchschnittlich 150 M. jährlich bar herausgezahlt. Das Thonwerk repräsentiert einen Wert von vier bis fünf Millionen Mark und nun behauptete dieser alte Mechenhart, diese graublaue zähe Erde, die hier von dem Gewitterregen aufgeweicht in trüben Lachen stand, sei der wertvolle Klingenberger Thon, der festeste von ganz Europa, der sogar über die See gehandelt wurde. Das wäre allerdings ein seltsamer gewaltiger Fund und es kam Roger in den Sinn, ob nicht der selige Herr Hatto von Hobbach den Thon eigenhändig in die Kiste gefüllt habe und dann durch seine seltsame Geheimschrift die Nachkommen darauf hinweisen wollte. Unmöglich war das nicht, denn der Klingenberger Thon war uralt und wahrscheinlich schon in der Zeit des Herrn Hatto berühmt. „Was auch geschehen möge, hört Ihr Leute, Ihr schweigt und sprecht zu niemand ein Wort über Eure Entdeckung. Mechenhart reich mir eine Hand voll Erde, ich will hinüber nach Klingenberg reiten und den alten Bergrat fragen, ob Du richtig gesehen hast, vorher soll aber niemand etwas davon erfahren, denn eine abermalige Täuschung wäre zu bitter.“ Nach diesen Worten zog Roger sein Taschentuch aus der Tasche und ließ sich möglichst trockene Erde hineinfüllen, um dann trotz Regen und Wind nach Klingenberg zu reiten. Nach Verlauf einer reichlichen halben Stunde war er beim Thonbergwerk angekommen und fragte nach dem Bergrat Freudenstadt, der in seinem Bureau war und den Grafen sofort vorließ. „Mit was kann ich dienen, Herr Graf?“ fragte der höfliche alte Herr. „Mit einer Auskunft, wenn ich Ihre Zeit nicht auzusehr in Anspruch nehme.“ „O bitte sehr.“ Dann zog der Graf das Taschentuch voll Erde hervor und breitete es vor dem erstaunten Bergrat aus. „Sie wollen wissen, was das ist, Herr Graf, nun das kan ich Ihnen sagen, das ist Klingenberger Thon, haben Sie den etwa auf Ihrem Gebiet gefunden?“ „Nicht auf meinem, Herr Bergrat, sondern auf dem des Herrn Baron von Hobbach.“ „Dann kann sich der alte Herr gratulieren. Aber lassen Sie doch einmal sehen, wir wollen ihn oberflächlich analysieren.“ Der Bergrat schüttete etwas von der Erde in ein Probierglas, löste es in Wasser auf, zündete eine Gasflamme unter einem Eisengestell an und erhitzte die Mischung. Ex holte dann einige Büchsen und Gläser, goß geschäftig einige Tropfen von der Flüssigkeit zu, warf dann einige Körnchen dieses oder jenes Salzes hinein, dann nahm er einen Platinatiegel und erhitzte den trockenen Thon, bis er zu schmelzen ansing, dann legte er alles bef Seite und sagte: Herr Graf, es ist der wertvolle Klingenberger Thon, die kleine Probe, die Sie mir gebracht haben, ist sogar noch besser als unserer, sie nähert sich mehr dem Kaolin und enthält weniger Kali und Magnesia als unserer.“ „Können Sie mir darüber ein ganz kurzes Gutachten ausstellen, Herr Bergrat?“ „Mit großem Vergnügen“, und sofort setzte sich der alte Herr bereitwillig an den Schreibtisch und händigte nach wenigen Minuten das Gutachten dem Grafen ein. „Ich danke tausendmal. Herr Bergrat.“. „Bitte sehr, keine Ursache, wenn Sie aus Ihrem Thon* Allscho bergwerk eine Aktiengesellschaft machen, vergessen Sie mich nicht, ich zeichne einen tüchtigen Posten.“ Die beiden Herren lachten lustig auf und schüttelten sich zum Abschied die Hände. Kaum war Roger wieder im Sattel, so gab es für ihn kein Halten mehr. In möglichster Schnelligkeit jagte er nach dem Wildenstein, hatte er doch eine Freudenbotschaft zu bringen, die aller Not und aller Sorge ein Ende machte. XXIV. Es sind etwa drei Wochen vergangen, seitdem der alte Mechenhart jene großartige Entdeckung gemacht hatte. Auf dem Wildenstein spricht man nicht mehr von Sorgen und Not, man spricht nur von der herannahenden Hochzeit Ihrings mit dem Grafen Wettenburg. Ueberall herrscht eitel Freude, nur der alte Baronist nicht ganz zufrieden, denn da die Geologen festgestellt haben, daß die Thonschicht zum größten Teil auf Wettenburger und nicht auf Wildensteiner(Gebiet liegt, fühlt er sich ein bißchen seinem Schwiegersohn gegenüber als Schuldner. Er ist eben eine eigentümliche selbstgerechte Natur, die ungern einem anderen etwas verdankt. Wenigstens kann er sich damit trösten, daß Roger Wettenburg ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle ist, der ihn niemals fühlen lassen wird, daß eigentlich er der Retter des Wildensteins sei. Manchmal in stillen Abendstunden, wenn sie allein zusammensitzen und von der Vergangenheit und Zukunft plaudern, macht der alte Herr eine Andeutung, wie viel er Roger schulde, wie sehr er ihm zu Dank verpflichtet sein müsse. Der Wettenburger aber schüttelt dann ernst den Kopf und seine schönen Augen nehmen jenen Ausdruck an, den der alte Baron kennt und respektiert. „Nichts da, Papachen, ich bin imm erdar dein Schuldner, du hast mir Ihring gegeben, und das ist mehr als alles auf der Welt.= 674 Sogar mit dem Kommerzienrat Fink hat der Wildensteiner ein für allemal Frieden geschlossen uno zwar aus dem Grunde, weil der alte Herr sich vom Geschäft zurückgezogen hat und nur als freundlich aufgenommener Gast im Hause verkehrt. Die Leitung des ausgedehnten Geschäfts hat Herbert übernommen, der auch die neue Gesellschaft unter dem Namen„Gottes Hilfe am Künigenbrunnen“ mit fünf Millionen Mark gegründet hat. Da hat doch die neue Zeit über die alte gesiegt und die vom Wildensteiner so sehr angefeindete Eisenbahn wird nun doch gebaut. Seltsamerweise ist die Opposition des alten Herrn gar nicht mehr von der früheren Schärfe. „Es ist eine andere Zeit, es ist eine andere Zeit.“ sagt er,„und ich will nichts mehr damit zu thun haben.“ „Das brauchst du auch nicht, antwortet ihm dann ruhig Roger. Du bleibst der Bannerherr des Spessarts. Deine Rechte soll keine neue Zeit antasten. Und dann wendet er sich zu Ihring und sagt in herzlichem Ton, indem er sie in die Arme schließt:„Für uns ist eine neue Zeit gekommen.“ „Ja,“ antwortet sie, ihn selig aublickend,„und eine glückliche.“ Ende. Vermischtes. Der gordische Knoten. In der Wochenschrift„L'Ami des Bétes“ ist zu lesen: Eine Dame aus der Provence hatte ihren Hund einem neuen Herrn anvertrauen müssen. Als sie von einer langen Reise zurückkehrte und den Liebling abholen wollte, weigerte sich der Pflegevater, der in der Normandie wohnte, ihn herauszugeben. Schließlich einigte man sich darüber, daß Derjenige das Tier behalten sollt, dem es freiwillig folgen würde. Der Herr begleitete die Dame bis auf eine Anhöhe und nahm hier von vor Abschied. Das arme Tier war unschlüssig, es eilte von der Einen zum Anderen, und um ihm keinen Kummer zu bereiten, beschlossen die Beiden, ein Paar zu werden. In eine Chinesin verliebt. Ein junger Mann aus der Umgegend von Königsberg i. Pr., der den Krieg in China mitmachte, verliebte sich dort in eine Chinesin und versprach ihr die Ehe. In seiner Heimat angelangt, arbeitete er den Winter über im Bergwerk zu Palmnicken. Jüngst erhielt er von seiner Braut ein Schreiben, er möge doch sobald wie möglich zurückkommen, die Eltern hätten eingewilligt und sie könnten sich heiraten. Dem Schreiben war eine reichliche Geldsumme zur Reise beigefügt. Der Bergmann hat sofort seine Sachen gepackt und schwimmt bereits auf dem Meere seiner neuen Heimat zu. Bädern und Sommerfrischen. = Von der Weser, 30. Mai. Das Weserthal von Holzminden bis Hameln bietet wohl in den zwischen Polle und Bodenwerder gelegenen Partien einen Glanzpunkt, welcher in seinen bewaldeten Bergen, üppigen Wäldern und bequem zu erreichenden Aussichtspunkten eine Fülle von Naturschönheiten bietet, wie solche selbst am Rhein wohl selten zu finden sein werden. Eine Tampferfahrt von Polle bis Bodenwerder zeigt uns weserlinksseitig neben prangenden Fluren die steilen Klippen der Stein= oder Teufelsmühle, weserrechtsseitig den Breitenstein und weiter den bewaldeten Vogler, sowie diesem wieder gegenüber, nahe an der Stadtgrenze belegen, den Hopfenberg mit seinen muldenförmigen Einsenkungen und hervortretenden Bergkuppen. Mit dem Eckverg und dem Heyener Berg findet dann das liebliche Thal von BodenwerderKemnade seinen Abschluß. Sowohl mit Dampfschiff als auch mit der Bahn erreichbar— von Station Emmerthal der Hannov. Altenbekener Bahn in 40 Minuten— eignet sich Bodenwerder=Kemnade vorzüglich zur Sommerfrische für Erholungsbedürftige und Rekonvaleszenten. Im übrigen sei auf das diesbezügliche Inserat in der vorliegenden Nummer u. Bl. verwiesen. Von Mund zu Mund hat sich der Ruf der„PatentMyrrholin=Seife“ als unübertroffene hygieniche Toiletteseife fortgepflanzt, und groß ist heute die Anzahl derer, die dem fortgesetzten Gebrauch dieser ärztlich so warm empfohlenen Seife eine gesunde feine Haut und schönen Teint verdanken. Ihre Anhänger mehren sich von Tag zu Tag und in allen Ländern findet eine fortwährend sich steigende Nachfrage statt. Wer die„Patent=Myrrholin=Seife“ einmal gebraucht, wird sie unentbehrlich finden. Man verlange überall, auch in den Apotheken, nur diese Seife und nehme keine andere.[531m 651e Aecht nur in versiegelten eriigen Partofe 1à 301.50 Tofef sicher alle Insecten sammt Brut. Millionenfach bewährt gegen Fliegen. 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Kräuter=Wein beseitigt alle Störungen in den Blutgeäßzen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd aus die Neubildung gesunden Blutes. ##urc rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter=Weines werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome, wie: Kopfschmerzen, Aufstoßen, Sodbrennen,Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen veralteten Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie Beklemg.mung, Kolikschmerzen, Herzklopfen, Schlastosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter=Wein rasch u. gelind beseitigt. Kräuter=Wein behebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungsystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. bleiches Aussehen, Blutmangel, sind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und eines krankhaften Zustandes der Leber, Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abna und Gemütsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke langsam dahin. KräuterWein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräutervein steigert den Appetit, fördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerve. und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuter-Wein ist zu haben in Flaschen à.4 1,25 u. 175, in Herford, Salzuflen, Vlotho, Enger, Bünde, Jöllenbeck. 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Die Friedensaussichten seien um so sicherer, weil Kitchener selbst nach England berichtet hat, daß er die Möglichkeit bezweifelt, die Buren besiegen zu können. 174 Die von metner verstorbenen Mutter bislang gefuhtte Restauration& Gartenwirtschaft ist von mir übernommen und wird unter dem Namen „Schloßhof Sundern fortgeführt. Mein eif iges Bestreben wird es sein, das verehrte Publikum durch beste und prompte Bedienung zufrieden zu stellen. Kegelbahn.— Kinder-Spielplatz. Kaffee und Mileh in bekannter Güte. gepflegte Biere und Weine sowie sonstige Getränke. Louis Schürmann, Sundern. In Spenge im Saale des Herrn Heidtmann. Nur wenige Tage!! 585e Eröffnung: Donnerstag, den 29. Mai. Ausstellung der Schlacht bei Sedan am 1 September 1870. Stellung der Truppen mittags 12 Uhr(verkl. Schlachtfeld-Nachbildung. Kein Panorama, auch keine Bilder sondern tausende aus Holz gearbeitete Figuren Das ganze Werk umfaßt einen Raum von 120 Quadratmeter. 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Juni: Als erste große Operette gelangt: Die Fledermaus v. Joh. Strauß, unter Mitwirkung des gesamten städtischen Orchesters zur Aufführung. M Anfane 8 Uhr. 1 Preise der Plätze: Im Tagesverkauf bei Herrn Hans Oestreich, Obernstr. 37. Nummerierter Sperrsitz Mk. 1.—, 1 Platz 60 Pig., An der Kasse: Soerrsitz Mk. 1,25, Platz 75 Pfa., Gallerie 40 Pfa. Sonntags findet der Billetvorverkauf nachmittags von 4½ Uhr an der Theaterkasse statt. Vor Beginn und nach Schluß der Borstellung halten die Wagen der Straßenbahn vor dem Theater. 674: Abfahrt von Herford 74 Uhr, „„ Bielefeld 1143„ Vaterl. Männerverein Der Verein macht am Sonntag, den 1. Juni einen Ausflug nach Sternberg-Linderhof. Die Mitglieder werden dazu freundlichst eingeladen. Abfahrt 11“ mittags. Fahrkorte bis Farmbeck. 6282 Der Vorstand. Buden- sowie Karoussell=, Schießbuden=usw.-Platze sind noch zu dem am 8. Juni auf Bahnhof Oetinghausen stattfindenden 6862 Jeuerwehrfest abzugeben. Meldungen an Bahnhofswirt Weres Suiftberg. Sonntag, den 1. Juni, nachmittags 4½ Uhr im neuen Konfirmandensaale: 639e 1. Blankrenz=Versammlung. Zwangsversteigerung. Montag, d. 2. Juni d. nachm ittags 1 Uhr, werde ich im Lokale des Wirts Herrn Winkelmann in Herford, 3 Ballen Svaltleder, 80 Pfd. Pechdraht, 2 Stücke Cort, 1 Stück gedrucktes Sackleinen, 1 Ballen Futterstoff und 1 Ko„vierpresse mit Tisch öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Der Verkauf findet bestimmt statt. 669e Herford, den 30. Mai 190.. Hartwig, Gerichtsvollzieher. täglich frisch gestochen. 570e Frau Ida Werner Allgemeine Orts-Krankenkasse für gewerbliche Arbeiter der Stadt Herford. Außerordentliche General-Versammlung Montag, 9. Juni cr., abends 8½ Uhr im Lokale des Herrn Tieste. 681e Tagesordnung: 1. Gehalts=Erhöhung des Kassierers. 2. Aenderung des§ 49 der Statuten betr. Vertreterwahl für die General=Versammlungen. 3. Aenderung der§ 13 betr. Gewährung von Krankengeld für die Sonn= und Feiertage. Vorstand D. Korte. Zwangsversteigerung. Montag, 2. Juni d. J., nachmittags von 1½ Uhr ab, werde ich im Versteigerungslokale beim Wirt HerrnE. Winkelmann am Lübbertvor hier: 1 vollständiges 1½schläfr. Bett, 1 Betistelle mit Matratze, 1 Plüschsofa, 2 Sofatische, 1 Sofa, 1 Kleiderschrank, 1 Vertikow, 1 Spiegel mit Konsole, 1 Waschtisch, 1 Regulator u. 6 Rohrstühle öffentlich meistbietend gegen Barzaolung versteigern. 688e Herford, 31. Mai 1902. Wehmeyer, Gerichtsvollzieher. INVIVNNNNN Nr. 82 vorzügliche 6 Pfg. Ligarre Ign. Pelster, Gehrenberg 25. 788 Ich beabsichtige 45 nicht eingegangene Forderungen aus der Konkursmasse Koch im Gesamtbetrage von 1469 Mk. 87 Pfg. öffentlich zu verkaufen. 648e Termin hierzu habe ich auf Donnerstag, 5. Juni cr., nachmittags 5 Uhr auf meiner Schreibstube angesetzt. Verzeichnis der Schuldner kann daselbst eingesehen werden. Der Rechtsanwalt: Brand, Justizrat. Konkursverwalter. Technikum Eutin (Ost Holstein) 478e Maschinenbau, Hoch- u. TiefbauTechniker- und Meisterkurse. Spezialkurse zur Verkürzung der Schulzeit. Prospekte gratis. (Wer eine Wohnung zu vernieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) In meinen Hause, Göbenstr. 24 habe eine abgeschlossene Wohnung von 5 geraden Zimmern nebst Zubehör per gleich oder später zu vermieten. 600e A. Schulze. Möbl. Zimmer zu vermieten. 605e Kriedhofstraße 7. Möbliertes Zimmer mit Gartenbenutzung zu vermieten. Offerten unter 686e an die Exp. Zwei mit Morgenkaffee an 1 oder 2 Herren per 1. Juli zu vermieten 682e Höckerstr. 4. Zwei freundlich in der Nähe des Alten Marktes per sofort oder später zu ver mieten. Zu erfragen in der Exp. d. Ztg. 667e Die Parterre=Etage Lübberstraße 19, 5 Räume nebst 2 Räume der 2ten Etage und Zubehör zum 1. Okt. preiswert zu vermieten. Näheres bei A. Dürkopp. Eine Woynung von 4 Räumen ist zum 1. Oktober, ev. auch früher, an ruhige Mieter zu vermieten. 99e Bäckerstraße Nr. 9. Junger Mann erhält Kost und 630e. Johannisstr. 9. 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Junger Mann. welcher beabsichtigt, eigene Existenz zu gründen, wünscht mit einem Fräulein von gutem Aeußern zwecks späterer Heirat in Verkehr zu treten. Gefl. Angebote sind unter Levie 162 in der Exp. d. Ztg- zu binterlegen. Anonym zwecklos, Verschwiegenheit zugesichert. 662e Gottesdienste der Baptisten=Gemeinde, Herford Am Gange Nr. 3. Vorm. 10 Uhr: Predigt. Nachm. 1½/„ Sonntagsschule. „ 5„ Predigt. Mittwoch abends 8½ Uhr: Gebetstunde. Dr. Bojahr. und Kistenteile jeder Art für Bahn, Dost und Otzristen Export. Kleine Kisten für Seifen, Zucker etc. Holzwolle, Crockenrahmen, Flaschentransportkasten etc. empfiehlt billigst 722a] C. J. Becker, Dampfsäge- u. Kistenfabrik, Köln-Nippes. Der vorgerückten Saison wegen werden von heute ab sämtliche SommerWaren meines Lagers, als: Damen=Kragen, Jaquettes, Blousen, Kattune, Satins, Kostüm-Röcke, Unterröcke, Herren= u. Knabenanzüge, Waschanzüge, Knaben=Blousen, Jaquettes, Hosen, Arbeiter=Garderobe u. s. w. zu jedem annehmbaren Preise abgegeben. Bedeutende Posten Reste von Kleiderstoffen in Wolle und Baumwolle zur Hälfte des Wertes. Gehrenberg 12. 678e Hermann Schönenberg. Turngemeinde Herford. Freiwillige Feuerwehr Wi-Trienglug am Dienstag, 3. Juni nach dem Turnen im Vereinslokal. Tages=Ordnung: 1. Gaufest. 2. Bericht über die Pfingstturnfahrt. 3. Verschiedenes. 683e Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Turnrat. Turngemeinde Herford. Diejenigen Mitglieder, welche an dem Gaufest in Halle teilnehmen wollen, werden ersucht, sich in die im Vereinslokal ausliegende Liste einzuzeichnen. Abfahrt: Sonntag, den 8. Juni morgens 8,26 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 684e Der Turnrat. Am Sonntag, den 8. Juni d. Is., findet die Feier unseres 5. Stiftungsfestes in den Anlagen des Herrn H. Meyer am hiesigen Bahnhof statt. Programm: 3 bis 4 Uhr nachmittags: Empfang der fremden Wohren. 4 bis 5 Uhr nachmittags: Externsteine. Hotel Kaiserhof. Sonntag, den 1. Juni: Großes Militär Konzert, ausgeführt von der gesamten Kapelle des 4. Westfälischen Kürassier-Regiments v. Driesen, unter persönlicher Leitung des Kgl. Stabstrompeters Anfang 4 Uhr. Herrn Foitzick. Nach dem Konzert: Tanzkränzchen. Eintritt 50 Pfg. 663e Unerreicht in Güte und praktischer Verwendbarkeit sind 687e LEE -Würze, würfel Maggi's SuppenOtto Paschen, Bäckerstr. 5 bis 6 Uhr nachmittags: Konzert und daran anschließend Ball. Jedermann wird hierdurch freundlichst eingeladen. 672e Der Vorstand. Gelegenheitskauf! Von Mittwoch, 28. Mai ab verkaufe ich einen großen Gelegenheitsposten: cal. 400 Stück Kinderkleidchen für die Hälfte des reellen Wertes. 665e Zum vollständigen Ausverkauf Knaben-Anzüge zu jedem annehmbaren Preise. Julius Eick Nachf. Herford. Herford. Bank=Verein zu Herford e. G. m. u. vergütet für Spareinlagen, auch von Nichtgenossen, bis 4% auf Check=Conto 654e 88g Schützenhof Sonntag, den 1. Juni 1902, morgens 6½ Uhr: Frühkonzert. Entree 25 Pfg, Kinder 10 Pfg. 644e Im Garten des Bürgervereins. Sonntag den 1. Juni: Grofges Kinder= u. Familien-Fest a la Baden=Baden, unter Leitung des Herrn Dr. Ulk. Von 4 Uhr ab: Grosses Garten-Konzert. Jedes Kind erhält beim Eintritt eine originelle, höchst komische Kopfbedeckung gratis. Um 6 Uhr: Aufsteigen des RiesenLuftballons„Meteor.“ Kinderspiele aller Art. Kassenöffnung 3 Uhr. Anjana des Festes 4 Uhr. Entree: Erwachsene 20 Pfg. „ Knder 15 Es ladet ergebenst ein 623e A. Dierker. Hiesiges und Münchener Blert in Syphons. 510k Hotel Stadt Bremen. Sechen ∆ * P. P. Mit dem heutigen Tage eröffne ich meine neue Sommerwirtschaft auf dem Otternbusch bei Herford und halte dieselbe Ausflüglern, Familien 2c. bestens empfohlen. Für gute Speisen und Getränke werde ich Sorge tragen. Auch meine neuen schattigen Anlagen bringe ich in empfehlende Erinnerung. 671e Bitte mein Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. Friedrich Biere. Krieger=Verein Sundern ferert am u. Fumi sein diesjähriges Vereinsfest. Zu zahlreichen Besuch ladet freundlichst ein. 673e Der Krieger-Verein Sundern. Wilhelmshöhe beliebter Ausflugsort, in 20 Minuten vom Bahnhof zu erreichen.— Schöne schattige Anlagen und Veranda. ff. Kaffee, Weine, Biere, Liqueurs sowie kalte Speisen. Eigene Konditorei. Süsse und saure Milch. Für die Unterhaltung der Kinder: Karussells, Schaukel, Rundlauf. Wilhelm Beiner. 6 □ Bahnhofswirtschaft Oetinghausen. Zur beginnenden Sommerzeit halte ich mein Restaurant mit Garten dem auswärt'gen Dublikum bestens empfohlen. Meine lagen eignen sich ganz besonders, da ein geräumiger Kinderspielplatz vorhanden, zum Aufenthalt von Familien. Die Anlagen sind aufs sauberste neu hergestellt. Die geräumigen Zimmer und 2 hübsche Veranden bieten bei ungünstigem Wetter angenehmen Aufenthalt. Für musikalische Unterhaltung ist durch Aufstellung von Musikinstrumenten gesorgt. Meine Speisen und Getränke sind bekanntlich gut und lege ich hohen Wert auf die Verabreichung vorzüglichen Kaffees und Milch. Für Familienfeste eignen sich meine Lokalitäten ganz besonders. 57ge Meyer, Oetinghausen. Näherinnen für bunte und weiße Sachen T. Elsbach& Co. Wäsche=Fabrik. 668e