12. Jahrgang 12. Jahrgang. Teleph. Anschl, le Herford Engersadde.? N 83 Teleph. Anschl. N 124 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Freitag, 30. Mai. Inserate werden bis Preis der einspaltigen Vet Oeynhausen und Amt testens vorm. 11 Uhr erbeten. seile für Stadt und Kreis Herford, 1902 Amtliche Anzeigen für, den Kreis Herford. Handels-Vlegister des Königlichen Amtsgerichts in Herford. Bei Nr 38 des Handelsregisters Abt. A ist am 28. Mai 1902 eingetragen: Die bisherige Firma M. Schulz in Herford ist ge ändert und lautet: jetzt„M. Schulz, Inh. Hermann Landwehrmann in Herford“. Inhaber derselben ist der Kaufmann Hermann Landwehrmann zu Herford. 643e Handels=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Herford. 642e In unser Handels=Register Abt. A. ist unter Nr. 364 die Firma: Bictoriawerke, Minna Friedrichs in Herford und als deren Inhaberin die Ehefrau Fabrikant Eduard Friedrichs, Minna geb. Klein zu Herford am 28. Mai 1902 eingetragen. Handelsregister des Königlichen Amtsgerichts zu Herford. 641e Bei Nr. 8 des Handelsregisters, Abt. B.(Firma BetonWerke Westfalia, Gesellschaft mit beschränkter Hafttung in Herford) ist am 28. Mai 1902 eingetragen: Die Vertretungsmacht der stellvertretenden Geschäftsführerin Ehefrau Eduard Wilhelm Friedrichs,[Minna geb. Klein zu Herford ist erloschen. Deutsche Interessen in Persien. Der Schah von Persien holt in diesem Jahre den Besuch in Berlin nach, auf den er vor zwei Jahren, eingeschüchtert durch das bekannte Pariser Attentat, verzichtet hat. Der Anwesenheit Muzafer=Edins in Deutschland wohnt natürlich nicht dieselbe politische Bedeutung inne, wie seinen Besuchen in London und Petersburg, wir beteiligen uns nicht an dem heißen Konkurrenzkampf, den Rußland und England in Persien und am Persischen Golf ausfechten; immerhin aber dürfen wir nicht mit verschränkten Armen diesem Gegenspiel zuschauen; wir können es nicht darauf ankommen lassen, daß der britische oder der russische Einfluß oder auch der der beiden Mächte zusammen im Reiche des Schahs der allein herrschende wird und der wirtschaftlichen Bethätigung Deutschlands die Thore verschließt. Ueber das, was von deutscher Seite aus zu geschehen hat, schreibt man dem H. K.: Gegenwärtig haben wir nur zwei Konsulate in ganz Persien: das von der Gesandtschaft mit versehene Generalkonsulat zu Teheran und das Konsulat zu Buschir. Von unserem durch Staatsvertrag erworbenen Rechte auch in Tabris ein Konsulat zu errichten, ist bisher noch kein Gebrauch gemacht worden. Leider entspricht dem auch ungefähr die geringe Intensität unserer Handelsbeziehungen zu Persien, tweil die Meinung vorwaltet, Persien sei ausschließlich russischenglische Interessensphäre, innerhalb derer es für Angehörige anderer Nationen keinen Platz gebe. Thatsächlich sind aber weder Rußland noch England gegenwärtig und vielleicht noch in geraumer Zeit in der Lage, durch das Unternehmerkapital und wirtschaftlich=verkantile Leistungsfähigkeit ihren Prätentionen den nötigen materiellen Nachdruck zu geben. Nur in wenigen Landesteilen hat Rußland vermöge seiner Eisenbahnen das Uebergewicht, im übrigen aber dürfte die deutsche Konkurrenz ebenso durch ihre Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse des persischen Marktes wie durch die so vielfach auf dem Weltmarkte bewährte Ueberlegenheit der deutschen Waren in Qualität und Preis über englische und zumal über russische Waren in vieler Hinsicht den Sieg davontragen. Daß die geplante Verlängerung der russischen Eisenbahnen und Chausseen in Persien die russische Machtsphäre sehr bald stark erweitert, ist in Anbetracht der russischen Finanzverhältnisse auch nicht zu fürchten.(In diesem Punkte teilen wir den Optimismus unseres Korrespondenten nicht. Die Red. d.„H. K.“) Jedenfalls aber sind die russischen Exporteure den westeuropäischen bei weitem nicht gewachsen— trotz der bedeutenden indirekten und direkten Exportprämien, die der Staat an sie bezahlt. Die wichtigsten persischen Ausfuhrartikel sind Opium, Perlen, Gummi, Teppiche und Früchte; eingeführt werden vornehmlich baumwollene Gewebe, Tuche, seidene und halbseidene Waren, Eisenartikel, Waffen, Glaswaren, billige Bijouterien. Selbst wenn man den nördlichen Teil Persiens als russische Sphäre außer Betracht läßt, beträgt der allein über die Häfen des Golfes gehende Handel Persiens, Einfuhr und Ausfuhr zusammen, 75 Millionen Mark. Der deutsche Import beträgt davon nur kaum eine Million Mark, und der Export aus Persien ist noch geringfügiger. Von deutscher Seite sollte zunächst mindestens das Terrain geschickt sondiert werden, und die Anwesenheit des Schahs bietet vielleicht günstige Gelegenheit in dieser Beziehung, namentlich insoweit staatliche vorbereitende, schützende und fördernde Maßnahmen möglich sind. ** Potsdam, 29. Mai. Der Schah von Persien traf heute nachmittag 6 Uhr hier ein und wurde vom Kaiser, den Prinzen und der Generalität und dem Staatssekretär des Auswärtigen empfangen. Die Ehrenwache bildete eine Kompagnie Gardejäger, deren Musik die persische Nationalhymne spielte. Der Kaiser, in der Uniform des 1. Garde=Regiments, und der Schah in persischer Uniform mit dem Bande zum Großkreuz des Roten Adlerordens, schüttelten sich wiederholt die Hand und begaben sich nach Abschreiten der Ehrenkompagnie im offeven Wagen nach der Orangerie, wo beim Eintreffen des Schahs die persische Reichsstandarte gehißt wurde. Eine Kompagnie des 1. Garde=Regiments bildete die Ehrenwache. Nach Vorstellung der beiderseitigen Gefolge kehrte der Kaiser nach dem Neuen Palais zurück. Der Schah besuchte um 7 Uhr das Mausoleum und legte am Grabe des Kaisers und der Kaiserin Friedrich Kränze nieder. Neues Palais, 29. Mai. Der Kaiser empfing heute abend 7 Uhr den Gegenbesuch des Schahs und überreichte demselben eigenhändig den Schwarzen Adlerorden. Der Schah überreichte hierauf dem Kaiser die hohe persische Ordensauszeichnung. Zur Abendtafel waren geladen: der vormittags in Potsdam eingetroffene Kronprinz von Siam, Prinz Paribatra von Siam und das Prinzenpaar Friedrich August von Sachsen. „ Potsdam, 29. Mai. Der Kronprinz von Siam legte heute nachmittag am Sarkophage des Kaisers Friedrich im Mausoleum an der Friedenskirche einen Kranz mit rotweißer Schleife nieder. Der siamesische Gesandte und die Mitglieder der Gesandtschaft waren zugegen. Darauf stattete der Kronprinz den in und bei Potsdam wohnenden Fürstlichkeiten Besuche ab. Zur Tagesgeschichte. Deutschland Zu der Ernennung des Reichstagsabgeordneten Baron de Schmid zum Rittmeister berichtet die„Gazette de Lorain", daß Herr de Schmid am 21. Mai zum Abendessen beim Kaiser eingeladen wurde. Er saß dabei rechts von dem Monarchen. Beim Dessert teilte ihm der Kaiser seine Ernennung zum Rittmeister mit und trank gleichzeitig auf die Gesundheit des neuen Rittmeisters. Nach dem Diner führte der Kaiser den Baron in sein Privatgemach und schrieb eigenhändig eine Depesche an Frau de Schmid, um sie von dem Gunstbeweis, der ihrem Gatten zu teil geworden, persönlich zu benachrichtigen. Zum Aufenthalt der holländischen Königin in Deutschland. Schloß Schaumburg im Lahnthal, wo die Königin Wilhelmina demnächst längeren Aufenthalt nehmen wird, wurde 1850 von dem damaligen Inhaber der Grafschaft Schaumburg, dem Erzherzog Stephan von Oesterreich, der den Titel Fürst von Schaumburg annahm, auf einem Berge im Südwesten von Diez erbaut. Das Schloß ist von herrlichem Hochwald und Gartenanlagen umgeben. Nach dem Tode des Erzherzogs Stephan fielen beide Grafschaften an den Prinzen Georg Ludwig von Oldenburg. Jetzt gehören die Grafschaften sowohl wie die Schaumburg dem Fürsten von Waldeck, dem Bruder der Königin=Mutter der Niederlande, der einen Prozeß gegen den Prinzen von Oldenburg anstrengte, welcher 1887 zu seinen Gunsten entschieden wurde. Neuuniformierung unserer Ende vorigen Jahres war in Berlin eine gemischte Kommission, bestehend aus Offizieren von allen deutschen Kontingenten zusammengetreten mit der Aufgabe, die im Chinakriege gemachten Erfahrungen zu sammeln und über die Nutzbarmachung derselben für die deutsche Armee und speziell für die in China zurückgelassenen Besatzungstruppen Vorschläge zu machen. Als Grundlage hierzu dienten die von den ostasiatischen höheren Kommandostellen und auch vom Oberkommando eingereichten Berichte. Die Berechnungen erstreckten sich hauptsächlich auf die Uniformfrage, wobei unstreitig die meisten Erfahrungen gesammelt worden sind und sich mancherlei Verbesserungen als notwendig ergeben haben. Wertvolles Material für Verbesserungsvorschläge auf diesem Gebiet lieferte auch besonders der unmittelbare Vergleich unserer Hierzu eine Beilage. Bekleidung mit derjenigen der fremdländischen Truppen. Das Resultat dieser Beratungen scheint jetzt vorzuliegen und zu einem Beschluß geführt zu haben. Denn wie mitgeteilt wird, soll die Uniform des ostasiatischen Besatzungskorps von Grund aus umgestaltet werden. Weder die Sommer= noch die Winteruniform hat sich in China besonders bewährt. Namentlich hält es auch schwer, die seinerzeit in Zehntausenden von Stücken für die Chinakrieger bestellten Katzenpelze vor Mottenschaden und Einflüssen des Klimas zu bewahren. Aber auch die anderen Bekleidungsstücke, namentlich Fußbekleidung und Rock, sind für die ostasiatischen Verhältnisse nicht besonders praktisch. Die deutsche Heeresleitung ist zu der Ansicht gelangt, daß die Ausrüftung der englisch=indischen Truppen für den Dienst in Asien sehr zweckmäßig ist. Das Kriegsministerium hat daher bei der indischen Regierung je eine Garnitur der Sommer= und Winterausrüstung der indischen Kavallerie und Infanterie bestellt. Falls diese Ausrüstung den Beifall der militärischen Sachverständigen findet, dürfte in absehbarer Zeit mit der Neuuniformierung, bei der natürlich alle deutschen Abzeichen gewahrt bleiben, begonnen werden. Selbstverständlich werden bei den Lieferungen nur deutsche Firmen berücksichtigt werden. Damit dürften wir der Aufstellung einer besonderen Kolonialtruppe einen Schritt näher gerückt sein N Zwischenfall an der deutsch=franzlösisschen Grenze. Wie die„Lothr. Nachr.“ aus Diedenhofen melden, hat sich neuerdings wieder in Deutsch=Oth ein Grenzzwischenfall ereignet. Ein luxemburgischer Staatsangehöriger namens Goury aus Villerupt wurde bei dem Versuch, die französische Grenze auf Umwegen, wahrscheinlich wegen Schmuggels, zu überschreiten, von französischen Grenzwächtern auf deutschem Boden festgenommen und mißhandelt, am folgenden Tage aber gegen 500 Frks. Kaution freigelassen. Das Amtsgericht Diedenhofen hat den Thatbestand an Ort und Stelle aufgenommen. Die Friedensverhandlungen im Burenkriege. U. a. liegen heute folgende Nachrichten vor: Pretoria, 29. Mai. Die hiesige Konferenz ist gestern geschlossen worden. Abends reisten die Burendelegierten nach Vereeniging ab. London, 29. Mai. Das„Reutersche Büreau" erfährt, die vorhandenen Anzeichen deuten auf einen befriedigenden Ausgang der gestern abgeschlossenen Verhandlungen hin. Der Kabinettsrat, der noch gestern abend eiligst einberufen wurde, trat heute morgen zu einer Sitzung zusammen. Auch Chamberlain war anwesend, obwohl er an einem Gichtanfall leidet. Balfour erklärte im Unterhaus, er hoffe, am Montag das Ergebnis der jüngsten Besprechungen in Südafrika mitzuteilen, er könne aber nicht versichern, daß er in der Lage sein werde, dies zu thun. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 30. Mai 1902. □ Unwetter. Gestern nachmittag gegen 5½ Uhr stieg hier ein Gewitter herauf, das aber weiter zog; als der Donner noch vernehmbar war, setzte leichter Regen ein, derselbe ließ aber bald wieder nach. Gegen 7 Uhr begann es von neuem zu donnern; dieses Gewitter war auch von starkem Regen begleitet. In der Stadt wie auch in einzelnen Gemeinden des Kreises, so in Sundern, Oetinghausen, Enger, sind beide Gewitter sehr gnädig aufgetreten; in anderen Bezirken der Umgegend sowohl als namentlich auch im Lippischen hat es dagegen stark gehagelt. Es sind uns hierzu folgende Nachrichten zugegangen: Das gestern abend zwischen 6 und 7 Uhr niedergehende Gewitter brachte ein machtiges Hagelschauer. Von der Egge ab in nordwestlicher Richtung wurden die Bewohner eines großen Teils von Schwarzenmoor(die Hofe) besonders stark davon betroffen. Hier waren die niedersausenden Schlossen größer als Hühnereier. Sie lagen noch stundenlang trotz des heftigen nachfolgenden Regens im Grase. Ein großer Teil der Halmfrüchte ist vernichtet. Im Waldfrieden erreichten die Schlossen die Stärke von Taubeneiern. ·0 Löhne, 30. Mai. Gestern abend ging hier mit einem Gewitter ein heftiger Hagelschlag nieder, der an den zarten Garten= und Feldfrüchten und Obstbäumen teilweise erheblichen Schaden angerichtet hat. Die herniederprasselnden Eisstücke waren in Wallnußgröße. K Salzuflen, 30. Mai. Gegen 6½ Uhr entlud sich hier gestern abend ein schweres Gewitter mit Hagel. Der Regen floß in Strömen, so daß die nieder gelegenen Straßen bald völlig unter Wasser standen. Etwa 10 Minuten nach Beendigung des Unwetters fand man noch die Schlossen in großen Mengen auf den Straßen und Feldern. Da das Unwetter nicht von Sturm begleitet war, ist erfreulicherweise durch dasselbe kein besonderer Schaden angerichtet worden. m Altenbeken, 30. Mai. Hier hatten wir gestern schon seit 2 Uhr nachmittags Gewitter, die bis gegen abend mäßig auftraten. Alsdann kam ein heftiges Gewitter zur Entladung; auch starker Hagel ging hernieder. Ein kalter Blitzschlag traf das Haus des Rangiermeisters Claas; die Fenster des Hauses wurden zertrümmert, auch kamen im Innern des Gebäudes leichte Beschädigungen vor. Bei Warburg brannte infolge Blitzschlags ein größeres Gut völlig nieder. *§ Vom Museum. Seitens des Herrn Martin Herrmann sind reizende Punkte der Stadt herausgegriffen worden, um dieselben im Bilde festzuhalten. Von diesen Photographien ist jetzt je ein Exemplar auf Veranlassung des Altertumsvereins angekauft worden. Die Bilder sollen, in einem schmucken Bande vereinigt, dem Museum überwiesen werden. Obgleich der Finanzabschluß des Vereins ein guter ist, ist es doch wünschenswert, daß die der Allgemeinheit zu Gute kommenden Bestrebungen des Altertumsvereins immer größere Unterstützung finden. Der Jahresbeitrag ist ja ein sehr mäßiger. *∆ Für das Missionsfest in Brackwede, welches am nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr in der dortigen Kirche stattfindet, hat Herr Pastor Gottschalk hier die Predigt übernommen. ## Personalie des Königl. Amtsgerichts. An Stelle des zum 1. Juni nach Dortmund versetzten Herrn Landrichter Dr. Hüttenhein ist zum genannten Tage Herr Gerichtsassessor Dr. Reining aus Burgsteinfurt nach hier versetzt. c Bernsüberfüllung im niederen Justizdienste. Nach Mitteilung des Justizministeriums sind durch zahlreiche in den letzten Jahren eingelaufene Bewerbungen für die meisten Stellen im niederen Justizdienste so viele Militäranwärter— das sind Personen, die sich im Besitze des Zivilversorgungsscheins befinden— vorhanden, daß neu hinzukommende Bemerber keinerlei Aussicht auf Anstellung in absehbarer Zeit huben. Dieses gilt für alle, abgesehen von den Stellen für u verheiratete Sicherheitsaufseher und Schreibgehilfen bei den Strafanstalten sowie von den Gefängnisaufseherstellen. Letztere Stellen werden wegen der mit ihnen verbundenen großen Dienstleistungen und der geringen Besoldung wenig begehrt. ut Eine Beschränkung in der Anstellung von weiblichem Personal im Post- und Telegraphengebiete soll nach einer Verfügung des Staatssekretärs des Reichs=Postamts vorgenommen werden. Bei den für das Statsjahr 1902/03 neu vorgesehenen 3000 Assistentenstellen sollen auf Postämtern 1. und 2. Klasse Gehülfinnen bis auf weiteres überhaupt nicht angenommen werden, während bei Einstellung der Assistenten für den übrigen Dienst in erster Reihe mannliches ersonal berücksichtigt werden soll. Bei den selbständigen Telegraphenämtern sino Gehülfinnen bis auf weiteres nur insoweit einzustellen, als hierbei der Fernsprecherdienst in Betracht kommt. . Staatliche Reisebeihilfen für die Düsseldorfer Ausstellung. Der Handelsminister bewilligte etwa vierhundert deutschen Handwerksmeistern Reisebeihilfen für die Düsseldorfer Ausstellung von 50 bis 150 Mk. Lehrerverein. Der hiesige Lehrerverein machte am Ritwoch nachmitag einen Ausslug nach Schwarzennoor. err Schmalhorst hielt daselbst eine Probelektion mit den chülern der I. Klasse über die Entwicklung des Postwesens. Darnach gings über die Egge durch die im herrlichsten Frühlingsschmuck prangenden Felder und Wälder nach Uffelsmeyer, wo bei einer guten Tasse Kaffee eine eingehende Besprechung der Lektion stattfand und noch einige geschäftliche Sachen erledigt wurden. ∆ Der Musikverein unternimmt am Sonntag, den 8. Juni, einen Ausflug und zwar voraussichtlich nach Externstein. ** Geschäftskauf. Wie wir erfahren, ist das Leinenund Wäsche=Geschäft des verstorbenen Herrn Max Schulz von Herrn Hermann Landwehrmann käuflich erworben worden. Derselbe will mit seinem Detail= ein Engrosgeschäft verbinden. — Ueber die Maifeiern hat das Berliner Gewerbegericht insofern ein grundsätzliches Urteil gefällt, als es die wegen Feierns am 1. Mai entlassenen Arbeiter mit ihren Lohnforderungen abgewiesen und damit unberechtigtes Feiern am 1. Mai als Entlassungsgrund anerkannt hat. * Der heutige Viehmarkt war in allen Gattungen gut beschickt. Tragende Kühe wurden mit 200—320 Mk. verkauft, Weide=Kühe kosteten 150—200 Mk. Bei Pferden war der Handel flau. In Schweinen wurde ebenfalls nur wenig gehandelt; Säue kosteten 70—120 Mk., Ferkel 18 bis 20 Mk. und Stangen 40—60 Mk.— Angetrieben waren 236 Pferde, 214 Kühe und 1462 Schw.ine. An Standgeld wurden 146,10 Mk. vereinnahmt. r Elverdissen, 29. Mai. Die Impfung der impfpflichtigen Kinder der hiesigen Gemeinde findet am nächsten Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, in der Schule hier statt. Die Nachbesichtigung erfolgt am 11. Juni, nachmittags 4 Uhr, ebendaselbst. k Enger, 29. Mai. Diebstähle. Verschiedenen auf der Kenterschen Ziegelei hier beschäftigten Arbeitern sind allerlei Sachen: Kleidungsstücke, Wäsche, Uhrketten, ein Fahrrad sowie Portemonnaies mit Inhalt entwendet worden: im ganzen dürften, die entwenderen Sachen und Geld einen Wert von ca, 150 Mk. haben. Der Verdacht lenkt sich auf einen Arheiter, welcher am 26. d. Ms. von dem Ziegelmeister in Arbeit genommen wurde und welcher angab, Fritz Meyer zu heißen, aus Vahrenholz b. Rinteln stammend. Er will zuletzt bei einem Gärtner in Herford in Stellung gewesen sein. Schon am 27. d. Ms. wurde derselbe krank und legte sich zu Bett bis zum 28. morgens zwischen 9 und 10 Uhr. dieser Zeit ist er gesehen worden, wie er die Ziegelei mit einem Fahrrade verließ und in der Richtung nach Enger— die Ziegelei liegt außerhalb— fuhr. Da er beim Eintreffen auf der Ziegelei ein Fahrrad bei sich führte, so kam diese Sache weiter nicht auffällig vor, bis man am Mittag die Diebstähle entdeckte. Der angebliche Meyer hat sein mitgebrachtes, altes und defektes Fahrrad auf der Ziegelei stehen lassen und ein anderes, besseres dafür mitgehen heißen. Das gestohlene Rad ist Marke Möve aus Mülhausen=Thüringen. Die Felgen des Rades haben eine weiß=gelbe Farbe. n Enger, 29. Mai. Verletzung. Der Kistenarbeiter R. von hier, beim Kistenfabrikanten Möhlender in Beschäftigung, kam gestern mit den Händen einer in Betrieb befindlichen Säge zu nahe und verletzte sich dabei nicht unbedeutend. ! Enger, 29. Mai. Unfug. Auf der Kleinbahnstrecke Herford=Enger wurde letzthin wieder eine Bremse von unbefugter Hand angedreht. i Belke=Steinbeck, 29. Mai. Gemeindesache. In der gestrigen Gemeinderatssitzung erklärte sich die Vertretung mit der Umgemeindung der Parzelle Flur 12 Ar. 1358/2 aus der Gemeinde Oetinghausen in die hiesige Gemeinde einverstanden. Alsdann beschloß die Vertretung die Abtretung einiger Grundstücke an die Kolone Coring, Meyer Nr. 6 Steinbeck und Kolon Hachmeister in Hillegossen. Auch wurde vom Vorsitzenden ein Beschluß des Kreis=Ausschusses betr. Umgemeindung von Grundstücken zwischen den Gemeinden Beike=Steinbeck und Herringhausen bezw. Enger mitgeteilt. •s Spenge, 28. Mai. Schlacht bei Sedan. Seit gestern weilt Herr Reitmeyer aus Hinden hier, um den Bewohnern von Spenge und Umgegend die plastische Darstellung der Schlacht bei Sedan zu zeigen. Das ganze Schaustück ist ein Kunstwerk, das man bewundern muß. Jede einzelne Figur der ungefähr 10 000 Soldaten ist genau und sauber geschnitzt, die Aufstellung der verschiedenen Truppenteile so meisterhaft ausgeführt, daß man glaubt, mitten in einem großen Gefecht zu stehen. Ein Besuch dieses eigenartigen Werkes ist wegen des geringen Eintrittspreises jedem ermöglicht und sehr zu empfehlen. is Spenge, 29. Mai. Volks= und Jugendspiele. Nach Pfingsten hat sich hier ein„Verein zur Förderung der Volks= und Jugendspiele“ gebildet, der es sich zur Aufgave macht, zunächst die liebe Schuljugend an freien Nachmittagen auf Spielplätzen zu sammeln, damit sie ihre Glieder spielend stärke. Diese Vereinsbildung ist sehr zu begrüßen. Die Insektenfanggürtel müssen Anfang Juni, spätestens aber dann, wenn die ersten Früchte fallen, bei Hochstämmen ungefähr 1 m über dem Boden, bei Zwergobstbäumen dicht unterhalb des untersten Astes um den Stamm gebunden werden, sodaß das Oelpapier nach außen und die Wellpappe nach innen kommt. Bei dem Fanggürtel kommt die umgeschlagene Seite nach oben und wird mit Bindfaden oder Draht fest angebunden. Unten muß der Gürtel locker anliegen, damit die Schädlinge hineinkriechen können. Es fangen sich hier neben anderen Schädlingen hauptsächlich Obstmaden und Blütenstecher. Man läßt die Gürtel den ganzen Sommer hindurch ruhig sitzen, sobald jedoch die ersten Frostnächte kommen, gewöhnlich in der Zeit vom 5.—20. Oktober, streicht man etwas Raupenleim(3—4 mm dick und 4—5 cm breit) auf das Oelpapier zum Fange des Frostnachtsschmetterlings. Im Januar=Februar, auf alle Fülle bevor warme Witterung eintritt, nimmt man die Gürtel vorsichtig ab und verbrennt sie, sonst kriechen die Tiere aus den Gürteln heraus und wieder auf die Bäume. Sehr zu empfehlen ist es, im Dezember=Januar bei kalter Witterung das untere Band zu lösen und den Gürtel auf einigen Stellen zu zerschneiden. Die Insekten fressenden Vögel, namentlich Meisen, säubern sehr bald die Güttel, die ihnen ein willkommenes Futter in dieser kargen Zeit bieten. Ist in den Gürteln nichts mehr vorhanden, so wird der ganze Baum von unten bis oben von den Vögeln abgeputzt. Man gewöhnt sich auf die Weise die Insektenfresser in seinen Garten, welche den Kampf gegen die Schädlinge viel erfolgreicher aufnehmen, als wir es selbst vermögen. Gürtel und Leim besorgt auf Wunsch der Obstbau=Verband für Westfalen und Lippe seinen Mitgliedern zum Selbstkostenpreis. Die Bestellungen sind, um Verzögerungen zu vermeiden, möglichst rechtzeitig bei der„Geschäftsstelle des Obstbauverbandes für Westfalen und Lippe in Herford“ einzureichen. Es kosten: a) Die Gürtel je 10 m 1,30 Mk. b) Der Raupenleim: 1 kg.. 0,90 Mk. 5 kg, 3.— Mk. Größere Posten nach vorheriger Vereinbarung. c) Oelpapier zum Aufstreichen des Leimes bei jungen Bäumen, die noch nicht tragen und keine Insektengürtel brauchen: 40 m 0.75 A#es Kroninz und Nachbarstaaten. ** Oeynhausen, 29. Mai. Verschiedenes. Auch in diesem Jahre ist bereits vom Bade eine verhältnismäßig große Frequenz zu melden. Die zuletzt ausgegebene amtliche Kurliste verzeichnet bis zum 26. Mai 2320 Eingeschriebene (27. 5. 1901: 2278), 2074 Durchgereiste(1901: 2104) und 21594 Bäder(1901: 19541).— Am nächsten Sonntag wird das Kurtheater zur diesjährigen Saison seine Pforten wiederum öffnen; als erste Vorstellung gelangt die Novität Alt=Heidelberg von W. Meyer=Förster zur Aufführung. * Pinneberg, 29. Mai. Durch Blitzschlag wurden gestern abend 7 Uhr die Leimfabrik von Dunker und die Dachpappenfabrik von Binne und Sohn in Brand gesetzt. Die beiden großen Fabriken brannten völlig nieder. Die Lieblingsblume des Kaisers ist und bleibt die rote Nelke, und zwar eine besonders schöne und kostbare Züchtungsart, die in Deutschland unter der Bezeichnung„Bismarck" und in Frankreich unter dem Namen„Carnot“ gewonnen wird. Wir heben diese Thatsache, schreibt die Magdeb. Ztg., noch einmal hervor, da ein Berliner Blatt sich bemüht, sie anzuzweifeln. Es spricht für die Unbefangenheit des Kaisers, wenn er diese Blume liebt, auch wenn die Sozialdemokraten sie für sich in Anspruch nehmen. Der Kaiser erhält regelmäßig von seiner Gemahlin zum Geburtstage, wie zum Verlobungs= und Hochzeitstage einen großen Prachtstrauß von etwa 40„Carnot-Nelken" und man sollte meinen, daß die Kaiserin wohl am besten weiß, welche Blumen ihrem Gemahl eine besondere Freude bereiten. Wenn der Aachener Polizeipräsident die dortigen Bürger ersuchte, sich lieber nicht mit roten Nelken zu schmücken, so that er es offenbar, um Mißverständnisse auszuschließen. Spielzeug für die Zarenkinder, das„Onkel Loubet" nach Petersburg mitbrachte, wird in der„Fronde" geschildert: Die älteste Zarentochter, Großfürstin Olga, erhielt von dem Präsidenten von Frankreich einen kleinen Automobilwagen, der durch zwei Pedale in Bewegung gesetzt wird. Alle Beschläge, Griffe, Laternen, Tritte sind aus getriebenem Nickel, die Kissen und das Innere des Wagens aus CapSaffian. Die Großfürstin Tatjana bekam eine von Risler entworfene Toilette im Stil Louis 15. Ueber der Toilette befindet sich in Gold die großfürstliche Krone, die wunderbaren Spitzenvorhängen als Stützpunkt dient; über der Krone entfaltet sich ein großer Busch von Federn des australischen Straußes(Nandu). Da der australische Strauß in seinem Schwanz nur zwei solcher Federn hat, mußte man fünfzig(!) Vögel töten, um ein so duftiges Straußfedernbouquett zu erhalten. Das auf der Toilette liegende Tuch ist Brüsseler Applikation auf Chantillyspitze, das Waschgerät ist aus Sevresvorzellan, die Bürsten aus grünlichem Elfenbein mit dem Namenszug der Großfürstin in Gold, die Kämme aus hellgelbem Schildkrot und die Flacons sind aus geschliffenem Bergkrystall mit Deckeln und Pfropfen aus massivem Gold. Die Großfürstin Anastasia wurde mit einem sehr feinen Lederkoffer bedacht, der vier Schubladen enthält. In der ersten, mit rosafarbenem Atlas ausgeschlagenen Schublade, die ein Bett bildet, liegt eine Puppe, so groß wie ein zweijähriges Kind. Die anderen Schubladen enthalten die Wäscheausstattung und drei verschiedene Toiletten der Puppe, und zwar ein englisches Kostüm, eine russische Robe mit echt nationalem Schmuck und eine Balltoilette aus weißer Seide mit echten Chantilly=Volants und Guipurebesatz am Leibchen. Die kleine Großfürstin Maria erhielt einen automatischen weiblichen Clown, in Weiß und Rosa gekleidet. Auf einer Schulter der weiblichen Gestalt sitzt ein kleiner Affe, der alle Bewegungen des Clowns nachmacht. Wenn der Clown den Kopf dreht, dreht auch der Affe den Kopf, und wenn der Clown grüßt, thut der Affe sofort dasselbe— ein kleiner Virtuose der Nachahmung und der unbedingten Folgsamkeit. Ein Hundertjähriger. Am Sonnabend vollendet der Senior der Stadt Seelow(Kreis Lebus), Justizrat sein hundertstes Lebensjahr. Der Jubilar erfreut sich noch einer außergewöhnlichen körperlichen und geistigen Frische. Zum Kircheneinbruch in Berlin. Die Einbrecher, welche kürzlich aus der Himmelfahrtkirche mehrere von der Kaiserin gestiftete Geräte stahlen, sind verhaftet worden. Es sind der ehemalige Missionsschüler, jetzige Kutscher R. Ullrich und der Schlosser P. Braun. Sie wurden festgenommen in dem Augenblick, als sie das eingeschmolzene Metall verschärfen wollten. Ullrich, welcher vielfach vorbestraft ist, u. a. auch wegen Kirchenräuberei in der Hedwigskirche, hatte sich nach seinem Geständnis in das Gotteshaus einschließen lassen und auf diese Weise den Raub bewerkstelligt. Die„größte Gaunerei des Jahrhunderts“ scheint sich mit anderen Verbrechen verwickeln zu wollen. So bringt man jetzt den Mord des Liller Bankiers Schotsmans, der 1899 im Bahnabteil getötet wurde, damit in Zusammenhang. Der Mord ist nie aufgeklärt worden. Man erzählt jetzt, Schotsmans habe der Humbert 1896 drei Millionen geliehen, die 1899 zahlbar waren. Der Mord geschah unmittelbar vor der Fälligkeit dieser Schuld und fiel mit der sonst nicht zu begründenden Anwesenheit Romain Daurignacs, eines Bruders der Humbert, in Lille zusammen. Aus dem Hintergrund taucht auch die Gestalt von Humberts Vater, dem großen Juristen und gewesenen französischen Justizminister, in immer sonderbater Beleuchtung auf. Es wird allgemein behauptet, er sei der eigentliche Erfinder der Gaunerei gewesen, habe sie durch standesamtliche Fälschungen eingeleitet, durch sein persönliches Ansehen gefördert und durch seine Verbindungen in der Welt der Richter aufrecht erhalten. Man sagt ihm außerdem nach, er habe für seine Rolle beim Zusammenbruch der„Union=générale(er ließ bekanntlich Bontoux verhaften) 500000 Franks Bestechung bekommen. Eva Humbert ein Mann? Von Personen, welche mit der Familie Humbert eng befreundet waren, liegt in eine Erklärung vor, daß„Fräulein Eva Humbert", deren auffallend hohe Gestalt und ganz unweiblich klingende Stimme jedermann befremdeten, männlichen Geschlechts jei. Als Motiv dieses Betrugs wird angegeben, daß schon vor Geburt dieses Kindes der Crawford=Schwindel eingeleitet war. Nach dem ursprünglichen Plane hatte der alte Crawford die Tochter des angebetenen aber leider einem anderen vermählten Weibes(der Frau Humbeit) zur Erbin der Hundert Millionen unter der Bedingung eingesetzt, daß das junge Mädchen den Neffen des Erblassers heirate. Und zur Durchführung dieser romantischen und rührenden Kombination hatte, vermutet man, Frau Humbert das Trauzeugnis fälschen lassen. Daß sich die flüchtigen Humberts nach Griechenland gewandt hätten, glaubt man vielfach. Jetzt ist, wie man aus Athen mitteilt, das französische Konsulat im Piräus benachrichtigt worden, daß das Ehepaar Humbert auf einem deutschen Postdampfer nach Athen unterwegs sei. Ueber die Frage der eventuellen Auslieferung der Flüchtlinge haben schon Beratungen der griechischen Behörden stattgefunden (Fortsetzung in der Beilage.) Letzte Nachricht. Unwetter in Paris. Paris, 30. Mai. Gestern abend entlud sich über Paris ein heftiges Gewitter, verbunden mit Wolkenbruch. hatte doch er sogar einen Rügenblick an die Existenz des Schatzes geglaubt. Und dagewesen mußte er auch sein, dafür sprach die Geheimschrift und die Kiste und der Ort, wo sie gefunden worden war. Wo nun war der Schatz geblieben? Offenbar hatte in der langen Zeit, die bis zum heutigen Tag vergangen war, ein anderer die Oeffnung des Ganges im Wettenburger Walde gefunden, war vorgedrungen, hatte das Gewölbe des Wachtturmes entdeckt und die Kiste. Er hatte sie geöffnet, das Gold herausgenommen und Erde dafür hineingefüllt. Das war der Gang der Ereignisse, wie er nun unerbittlich klar vor aller Augen lag. Es war vorbei mit jeder Hoffnung, zu Ende mit dem schönen Traum und wenn man den alten Wildensteiner, der eben noch frisch wie ein Jüngling hochhäuptig unter seinen Leuten herumgegangen war, betrachtete, mußte man es tief bedauern, daß ihn dieser Schicksalsschlag getroffen, denn der Jüngling schien plötzlich zum Greise geworden, sein Haupt hing auf die Brust, sein Auge war erloschen und er stützte sich schwer auf den Arm Rogers der ihn selbst mit bekümmertem Herzen nach dem Wagen führte, um den trostlosen alten Mann nach Hause zu bringen. Aber ein Gutes hatte die Sache doch, denn der Kommerzienrat sah ein, was für ein furchtbares Unheil er anzurichten die Absicht gehabt hatte und im stillen sagte er sich daß er doch wohl hier nicht mit der anfänglich geplanten Schroffheit vorgehen dürfe, ohne das Leben des Mannes zu gefährden, mit dem er schon ein halbes Jahrhundert in engster Verbindung stand. XXIII. Als der nächste Morgen über den vernichteten Hoffnungen des Wildensteiners heraufstieg, war es als obder Himmel mit den enttäuschten Schatzgräbern Schmerz empfände. Dunkel und schwer zogen Wolken vom Westen her vor einem heftigen stoßweise anbrausenden Wind. Wie es im Spessart so häufig ist, hatte die Temperatur einen Sturz um zehn Grad erlitten, und es war fast herbstlich kühl. Roger stand an dem hohen Bogenfenster seiner Bibliothek und blickte hinaus in den Tanz der Elemente und so wenig er dem Sturm draußen gebieten konnte, so wenig konnte er das Weh in seinem Innern unterdrücken. Zusammengesunken waren die stolzen Hoffnungen, nicht aber der Glaube an Ihring und an ein bescheidenes eng begrenztes Glück. Es hielt ihn nicht auf der finsteren Höhe der Wettenburg, er wußte, daß sein Platz an der Seite der enttäuschten Freunde, der trauernden Geliebten sei und schnell machte er sich auf dahin zu gelangen. „Aber gnädiger Herr“, sagte Mechenhart, als er Roger zu Pferd steigen sah,„Sie müssen scharf zureiten, wenn Sie noch vor dem Regen Wildenstein erreichen wollen.“ Und Roger nahm sich die Warnung seines alten Diener zu Herzen, setzte seinem Pferde die Schenkel in die Seite und eilte in schlankem Trab davon. Als er an der Trümmerstätte der versunkenen Burg und der versunkenen Hoffnungen vorüberkam, beschlich ein heißes Weh sein Herz und er fühlte, daß es ihm aufbehalten sei, Stütze, vielleicht Retter der Wildensteinschen Familie zu werden. Gerade jetzt, wo der junge Träger des Wildensteinschen Namens in die Burg seiner Väter eingezogen war, mußte der Schlag den alten Freiherrn um so empfindlicher getroffen haben. Einen Augenblick hielt er an und betrachtete sich das Trümmerfeld. In Gedanken versunken blickte er in die offenen Gewölbe und es gelüstete ihn abzusteigen, um selber in aller Ruhe noch einmal zu forschen, ob er nicht doch noch etwas von dem verheißenen Golde fände. Und wirklich ritt er jetzt näher heran. Ehe er sichs versah, hielt er mit seinem Pferde vor der alten Kiste, die noch umgestürzt in dem Haufen mißfarbener Erde lag. Wäre jemand zugegen gewesen, der ihm das Pferd hätte halten können, so wäre die Versuchung, noch einmal in die Gewölbe hinabzusteigen, Herr über ihn geworden, so aber bemeisterte er sich und ritt nur langsam zwischen den Trümmern hin und her. Da war es ihm plötzlich, als ob sich am Ende des unterirdischen Ganges etwas bewege und von einer Besorgnis getrieben, daß jemand die Gewölbe untersucht und den Schatz gefunden haben könnte, ritt er auf die Waldstelle zu, fand aber niemand als den langen Peter, der bedächtig aus der sei Grafen zu erfüller Höhle hervorkroch. Aber er war seltsam entstellt, sein Gesicht war blau wie das eines Clowns und auch an den Händen klebte ihm eine eigenartige blaufarbige Erde. Roger mußte laut auflachen, als er den Dienstmann des Wildensteiners aus der Höhle hervorkriechen sah und er fragte ihn, was er denn noch da unten zu suchen gehabt habe. „Der gnädige Herr hat mich noch einmal heruntergeschickt, um ganz genau nachzusehen, ob keine Spur mehr von dem gesuchten Golde zu finden sei. Ich habe alles abgeleuchtet und alles durchsucht, aber es ist nichts, auch nicht das Geringste zu entdecken. Wo wollen denn der gnädige Herr hin, es wird in wenigen Minuten ein furchtbares Wetter losbrechen, sehen Euer Erlaucht nur nach dem Himmel.“ Roger folgte der Weisung und entdeckte jetzt in der That, daß es sich tüchtig zusammengezogen hatte. „Nun Peter, ich stehe ja hier im Wald fast trocken, vielleicht seid Ihr so gut und lauft hinauf nach der Wettenburg und laßt Euch von Mechenhart meinen Regenmantel geben, damit kann ich in Ruhe durchreiten.“ „Gern, gnädiger Herr Graf“ und schon machte sich der lange Peter mit Riesenschritten auf, um den Wutsch des (Schluß folgt.) Standesamt Rehme zu Oeynhausen. Nachrichten für die Zeit vom 18.—24. Mai. Geboren: 1 Sohn: dem Kolon Friedr. SchomburgNiederbecksen Nr. 1, Zig.=Arb. Ernst Köllina=Eidinghausen Nr. 10., Maurer Wilh. Hanke=Rehme Nr. 197, Schlosser Otto Fergee=Dehme Nr. 140, Werkmeister Heinrich SanderRehme Nr. 125. 1 Tochter: dem Zig.=Arb. Herm. Rahlmann=Rehme bei Nr. 338, Zig.=Arb. Hendrik van der Veer=Rehme b. Nc. 371, Kaufm. Eugen Kemmer=Niederbecksen Nr. 370, Fabrikarb. Wilh. Kraemer=Eidinghausen Nr. 189. Aufgeboten: Kolon Heim. Wegener=Eidinghausen Nr. 15 und Hebamme Witwe Karoline Schneckener, geb. Meier das. Nr. 179. Eheschließungen: Tischler Wilh. Wichmann=Oeynhausen, Reuterstr. 7 und Luise Brackmann=Niederbecksen Nr. 250. Bahnarb. Heinr. Schwichs=Rehme Nr. 350 und Marie Althoff das. Nr. 82. Kolon Friedr. Karweg=Dehme Nr. 28 und Dienstmagd Wilhelmine Mohme das. Nr. 15. Gestorben: Ehefrau Charl. veremeier geb. ZelleEidinghausen Nr. 55; Kind Luise Brandt=Niederbecksen Nr. 395, 1 J. alt; Kind Aug. Taake=Rehme Nr. 170, 1 Monat alt; Schneider Ludwig Vogt=Volmerdingsen bei Nr. 25, 53 Jahre alt. (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten für Stadt u. Herforder Zeitung für Land.) bestehend aus 3 Räuu. men, etwa 10 Min. vom Staatsbahnhof entfernt, ist für Oktober zu vermieten. Näheres unter 585e in der Exp. d. Zto. 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In Werther bei Herrn A. Osterkamp. 34e Her= 1c ge al in 51 n der hl er n ir e ei in e er a in se 0 e 2e 4 Beilage zu Nr. 124 der Herforder Zeitung für Stadt u. Land. Amtliche Anzeigen für den Kreis Hersord. er Mühlenbesitzer Hermann Huth, Radewigerstraße 41 hierselbst wohnhaft, beabsichtigt seine Stauwehre an der Aa bei der Raabe'schen Besitzung und bei der Mühle einer baulichen Veränderung zu unterziehen, ohne jedoch eine Erhöhung des Staues herbeizuführen. Dieses Unternehmen wird hierdurch gem.§ 16 ff. der R. G. O. mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntnis gebracht, etwaige Einwendungen gegen dasselbe binnen 14 Tagen nach der Herausgabe der diese Bekanntmachung enthaltenden Nr. der Herforder Zeitung für Stadt und Land bei der unterzeichneten Behörde schriftlich in 2 Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen und zur mündlichen Erörterung der erhobenen Einwendungen in dem zu diesem Zwecke auf Montag, 10. Juni d. Is., vormittags 11 Uhr im Dienstzimmer des II. Bürgermeisters Rathaus II Zimmer Nr. 5 vor dem II. Bürgermeister zu erscheinen. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist können Einwendungen gegen das Unternehmen in diesem Falle nicht mehr geltend gemacht werden, auch wird mit der Erörterung etwaiger Einwendungen in dem anberaumten Termine im Falle des Ausbleibens der Widersprechenden vorgegangen werden. Beschreibung, Zeichnungen und Pläne liegen im Polizeibüreau(Rathaus II Zimmer Nr. 1) während der Einwendungsfrist offen. 580e Herford, 24. Mai 1902. Der Magistrat: Busse. cOie diesjährige öffentliche Impfung findet am 2. 4. 5. 16. S 17. 18. 19. und 30 Juni, 1. 2. und 3. Juli nachmittags 4 und 5 Uhr in der alten Bürgerschule(Freiheit= und Arndtstraßenecke gegenüber der Post) statt. Den Eltern und Pflegeeltern von imspflichtigen Kindern wird durch die Revierbeamten rechtzeitg eine Vorladung zugestellt werden. 623e Herford, den 26. Mai 1902. Die Polizei=Verwaltung. J. V. Busse. 70 m Montag, den 9. Juni d. Is., 3 Uhr nachmittags, sollen die Budenplätze für den Visionsmarkt auf der Schützen= und Tiemeyer'schen Wiese vergeben werden. Reflektierende wollen sich um diese Zeit an Ort und Stelle einfinden. Die Gewerbescheine sind mit zur Stelle zu bringen. 622e Herford, den 28. Mai 1902. Die Polizei=Verwaltung. I. V. Busse. außen fällt nie etwas von der Dachung. Ein wie großer Vorteil für landwirtschaftliche Gebäude hierdurch entsteht, liegt auf der Hand, da ein Niederstürzen des brennenden Daches unmöglich ist. Es kann bei dieser Dachung z. B. Vieh gerettet werden, so lange das Gebäude steht. Dies ist ein so immenser Vorteil gegenüber anderen Dachungen, daß hierdurch allein schon Millionen Kapital dem Lande erhalten werden können. Auch für Eisaufbewahrungshallen dürfte sich die Anwendung eines solchen Strohdaches empfehlen. IIIII Das graue Haus! So betitelt sich der neue, wieder höchst spannende Roman, mit dessen Abdruck wir in diesen Tagen beginnen. Jetzt neu hinzutretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis Ende Mai gratis zugestellt. Redaktion und Verlag. Zeitgemäße Betrachtungen. —(Nachdruck verboten.) *„Immer weiter". Allen Menschen, welche streben und etwas erreichen wollen,— ist ein Losungswort gegeben— dem sie gern Beachtung zollen,— das sie anspornt, hochzusteigen— auf des Daseinsstufenleiter— und nie müßig sich zu zeigen— und es lautet: Immer weiter!—— Ach die Welt freut mehr und minder— sich am Materiellen heute— viel moderne Menschenkinder— sind recht anspruchsvolle Leute;— die Bescheidenheit ist selten— Jeder hält sich für gescheidtet— und um möglichst viel zu gelten— Strebt man weiter, immer weiter!—— Viele streben in die Ferne — mag das Glück auch nahe liegen— greifen muß man zur Laterne— sucht man die, die sich„begnügen“— in dem Kampf um Glück und Ehren— ist der Mensch ein grimmer Streiter-- und es treibt ihn sein Begehren— immer weiter. immer weiter!—— Wenn die ersten Rosen blühen— in des Juni wärmern Tagen— wird der Mensch ins Freie ziehen— mit besondrem Wohlbehagen— auch im Gang durch blüh'nde Felder— gilt stets ein Genußbereiter,— doch man lockert auch die Gelder— und reist weiter— immer weiter!—— Früher nahm im heimschen Garten— sich 8Die Anfuhr von 290 com. Steine aus den Steinbrüchen weller!—— krinter naom im betmichen umten— sich sowie 190 ahn ze tz....s zu Bermbeck, der Mensch die Ruhepause— heute löst er Rückfahrkarten Steingrut, soll am Sannek. u. 20 Juvee.— und bleibt lange fort von Hause.— Hat er einst geliebt Steingrut, soll am Sonnabend, 31. d. Mts., vormittags 10 Uhr auf hiesiger Amtsstube öffentlich an den Mindestfordernden vergeben werden. Nähe Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. 593e Herford, 28. Mai 1902. ## Der Amtmann: v. der Schulenburg. Feuersicheres Strohdach und seine Entdeckungsart. Hierzu wird uns geschrieben: Die Strohdächer gehören für landwirtschaftliche Gebäude zu den dichtesten, zweckmäßigsten und allerwohlfeilsten, ihre Anfertigung und Ausbesserung erfordert bei der Einfachheit der Arbeit keine große Geschicklichkeit, so daß in jedem Dorfe, wo diese Art Dächer noch vorkommt, passende Arbeiter dazu sich finden. Diese Strohdächer sind leicht und kann deshalb der Dachverband auch schwächer sein. Sie halten im Sommer kühl und im Winter warm, auch ist das Material allenthalben zur Stelle. Sie würden also allen Erfordernissen entsprechen, wenn sie nicht so feuergefährlich wären. Aus letzterem Grunde sind sie in den Städten polizeilich verboten, und wurden alle das Wandern— als ein rüstger Vorwärtsschreiter,— heute trägt mit vielen Andern— ihn der D=Zug immer weiter! Nun ist's Frühling auf den Fluren;— ist's auch Frühling im Gemüte?— Sind verwischt der Stürme Spuren? Steht der Frieden auch in Blüte?— Friede ist schon angebandelt— schreibt der„Times“ ein Mitarbeiter.— Er ist sicher!— man verhandelt immer weiter, immer weiter! — Friede wär schon längst geschlossen,— ließe es sich nur erreichen,— daß der Buren zähe Sprossen— ihren„harten Steijn“ erweichen!— Der will trotz des Krönungsfestes— weiter kämpfen, immer weiter!— Er erstrebt nicht Englands Bestes,— und das ist doch hart! Ernst Heiter. Vermischtes. Ein operierter Wolf. Die Wissenschaft hat doch heut zu Tage weit gebracht! In Lyon machte der Augenarzt Dr. Rollet eine doppelte Staaroperation an einem Wolfe! Letzterer, ein alter Kalabreser, befand sich in einer — r Menagerie und war seit einiger Zeit erblindet. Man fesselte möglichen harten Dachungen eingeführt. Es wurde damit ion mittelst Stricken. Dr. Rollet trat mit seinen Assistenten erreicht, daß die Gebäude in einer billigeren Gefahrenklasse in den Käfig, chloroformierte den vierbeinigen Patienten und gegen Feuer versichert wurden. Für den Inhalt der Gebäude erwiesen sich die harten Bedachungen nicht praktisch. Es ist bekannt, daß unter Stein, Cement oder ähnlicher Dachung das Getreide, Heu, Klee usw. stets feucht liegen. Soll ein früher weichgedecktes Gebäude ein hartes Dach erhalten, so ist eine extrahierte kunstgerecht die beiden trübe gewordenen Linsen. Die Operation soll vortrefflich gelungen sein. Der Patient befindet sich vollkommen wohl. Selbstmord aus verletztem Ehrgefühl Nach einer elterlichen Züchtigung ins Wasser gegangen ist die 16 durchgreifende Reparatur event. Erneuerung des Dachstuhles Jahre alte Schneiderin Charlotte Spreewitz aus Berlin. Das Mädchen ging eines Abends ohne Erlaubnis der Eltern zum Tanz und ließ sich dann von einem jungen Manne nach Hause bringen. Frau Spreewitz stellte deshalb ihre Tochter zur Rede und gab ihr ein paar Ohrfeigen. Am nächsten Morgen ging das Mädchen zur gewohnten Zeit vom Hause weg, aber nicht zur Arbeit, sondern in den Humboldthafen. Dort fand ein Stromarbeiter sie gestern als Leiche wieder. Eine seltene Ladung. Wie aus Eydtkuhnen gemeldet wird, traf dort eine Ladung von Mammulhzähnen und Knochen ein, um an eine größere Speditionsfirma nach Berlin weiter expediert zu werden. Diese sind in Sibirien im Eise vorgefunden worden. Die Ladung besteht aus 41 Colli im Geerforderlich. Um nun Dächer feuersicher herzustellen und gleichzeitig eine vollkommene Ventilation zu schaffen, hat Herr W. Klement, Dachdeckermeister in Teterow in Meckl. nach vielen Versuchen ein Dach konstruiert, welches allen Anforderungen völlig genügt und auf jedes Strohdachgebäude ohne irgend welche Viränderung des Dachstuhles gelegt werden kann. Das vom Erfinder zum Patent angemeldete Strohdach wird dadurch feuersicher gemacht, daß das Strohdach vor der Eindeckung mit einer eisenoxydhaltigen Erdart, der ein bestimmter Zusatz von Ammoniakkalkwasser beigemengt ist, imprägniert wird. Das Stroh wird hierdurch dauerhafter, die Imprägnierung ist leicht mit den überall vorhandenen Stoffen aus= wicht von zusammen 3400 Kilogramm. Jeder Zahn hat unführbar. Die Eindeckung geschieht mittelst Strohgeflechtplatten, gefähr eine Länge von 1¼ bis 1½ Metern bei einem sr. 70 em im Quadrat und 4—6 cm stark, mittelst ver- Längsdurchschnitt von 10 bis 15 Zentimetern an der Zahnzintten Drahtes oder getheerten Bindfadens. Diese Platten wurzel. im Winter auf Vorrat gefertigt werden. Kurz vor Durch echte Importen verraten wurde der Kellner M###rauch werden die Platten nach vorstehend aufgeführter Max Kraemer aus Grimmen, als er einen„Sore“„verMethode imprägniert und auf jeder Lattung bis 35 cm Weite schärfen" wollte. Kraemer kam zu einem Trödler in Berlin an beginnend mit verzinktem Draht befestigt und bot ihm 600 Zigarren verschiedener Sorten zum Kaufe und zwar so in Verband, daß stets die erste Platte die dritte an. Der geringe Preis von 12 Mk., den er verlangte, fiel um reichlich 10 cm überdeckt und der Bindedraht überdeckt dem Trödler auf, da er unter der Ware auch echte Importen Vis erkannte. Um den Mann noch weiter auf die Probe zu stellen, Probeversuche haben ergeben, daß diese Dachung durch bot er ihm nur 4 Mk., und als er sich auch hiermit zufrieden Anhalten von Feuerzundern uverhaupt nicht in Brand gesetzt erklärte, da er Geld brauche, schickte er zur Polizei und ließ werden kann. Auf dem 22ach; lezot ggszeindete Feuer haben ihn festnehmen. Es stellte sich heraus, daß die Zigarren von nicht die geringste Wirkung, so daß Flugfeuer keine Gefahr einem Einbruch herrührten, der in der Nacht zum Sonntag bringt. Ein im Innern angelegtes Feuer entzündete das im Parkrestaurant zu Südende verübt wurde und bei dem Dach unter keinen Umständen; das Dach stürzt nach innen die Diebe 2000 Stück erbeuteten. Der Verhaftete ist wegen zusammen, wenn der Dachstuhl durchgebrannt ist. Nach Diebstahls schon vorbesraft Ein Roman aus dem Hochspessart von F. Eduard Pflüger. (37. Fortsetzung.)—(Nachdr. verboten.) leuchtete allen ein und so ging man energisch gegen die Decke des Kellergewölbes vor und Spitzhacke und Brecheisen machten in dem von der Feuchtigkeit morsch gewordenen Mauerwerk bald so große Löcher, daß man bequem eindringen konnte. So wurde auch der Gang bloßgelegt und rüstige Männer waren bald dabei, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Aber es dauerte doch bis gegen Abend, ehe man soweit Luft gemacht hatte, daß ein Eindringen in den Gang möglich war; und nun wurde mit aller Energie vorgedrungen, es zeigte sich in der That, daß der Gang in ein zweites Gewölbe führte, das aber gänzlich verschüttet schien. Es mußte unter der Stelle liegen, wo der Bergfriet, oder wie man in der modernen Sprache sagen würde, der Wachtturm, gestanden hatte. Es ist dies ein Turm, der meist nur von Dienstmannen bewohnt wird und dessen untere Gewölbe zu Gefängnissen benutzt werden. Im siebzehnten Jahrhundert natürlich, wo Hatto gelebt, wußte niemand etwas von diesem Turm, vielleicht, daß die Gewölbe unter der Wiese noch nicht in dem Maße verschüttet waren wie heute, oder daß durch die Brunnenkammer ein Zugang möglich gewesen war. Man drang durch das Gewölbe, das vollständig mit Steinen, Erde und sonstigem Unrat erfüllt war und gelangte wiederum zu einem Gang, der durchaus gut erhalten war. Der lange Peter, der unter den Arbeitern der kouragierteste war, faßte den Entschluß, mit Roger zusammen in diesem Gang vorzuschreiten. Statt der Fackeln wurde eine ge schlossene Laterne genommen und nun drangen die beiden Männer, ohne sich durch irgend etwas beeinträchtigen zu lassen, in dem niederen feuchten Gewölbe vor. Es war schwer und sehr mühsam, und nur langsam gewannen die beiden Terrain. Aber nach Verlauf einer halben Stunde war es ihnen plötzlich, als ob ein frischer Luftzug ihr Gesicht träfe und der lange Peter wandte sich nach Roger um und meinte:„Ich glaube, gnädiger Herr Graf, daß der Gang an die Oberfläche der Erde führt.“ Und wie um diese Worte zu bestätigen, bemerkten sie jetzt vor sich einen ganzdünnen hellen Schimmer und im Verlauf von wenigen Minuten waren sie an einer kleinen Oeffnung, durch die das Licht des Tages hereinblitzte. „Das ist ja interessant, wir haben es hier offenbar mit einem für Verteidigungszwecke angelegten Gang zu thun, der an irgend einer unverfänglichen Stelle ins Freie führt, von wo aus sich dann die belagerten Burgbewohner verproviantieren konnten, falls die Belagerung länger dauerte als ihre Nahrungsmittel reichten.“ „Wir müssen hier durch, Peter“, sagte Roger und sogleich machte sich der kräftige Mann daran, mit der Spitzhacke die Oeffnung zu erweitern, was keine besonderen Schwierigkeiten machte, da man ja hier nur Erde wegzuräumen hatte. Es war daher in wenigen Minuten ein Loch geschaffen, durch das die beiden Männer bequem ins Freie kriechen konnten und siehe da, sie fanden sich auf Wettenburger Gebiet in einem undurchdringlichen Gebüsch und sahen, daß das Ende des Ganges hier absichtlich durch Anpflanzungen verdeckt worden war. Außerdem hatte die Erde nachgegeben und den Eingang verschüttet, so daß in neuerer Zeit kaum jemand in der Lage gewesen ihre Entauch den Gedanken, daß in diesem neuen Gewölbe oder in dem unterirdischen Gang der Schatz verborgen sein müsse, denn das war ja ganz klar, daß vor beinahe dreihundert Jahren Hatto von Hobbach, der ein gewaltiger Jäger gewesen, wohl den Eingang zu dem versunkenen Schloß durch Zufall gefunden haben konnte und auf diesem wohl geborgenen Wege den lange vergeblich gesuchten Schatz untergebracht hatte. Warum aber war gar keine Andeutung gemacht worden, warum hatte er nur den Künigenbrunnen als Schatzort angegeben? Roger antwortete auf die Frage des Kommerzienrates: „Weil er wahrscheinlich annahm, daß bei Untersuchung des Künigenbrunnens auch der unterirdische Gang gefunden werden müßte, wie es ja in der That geschehen ist.“ Allgemein war man bereit, die Arbeit ruhen zu lassen und am nächsten Tage planmäßig und genau Gewölbe und Gang zu durchforschen, aber der alte Freiherr war von einer solchen Aufregung, daß er keinen Aufschub mehr dulden wollte. „Unten in dem Gewölbe ist es ja doch dunkel, wir können daher nicht anders als mit Licht arbeiten, ob es also Nacht ist oder nicht, bleibt dasselbe. Vorwärts Leute, hinein, und laßt mir kein Fleckchen ununtersucht, ichkomme mit!“ Die Arbeit wurde bald von Erfolg gekrönt, denn nach Verlauf von einer Stunde fand sich unter Geröll und sonstigem Schutt eine ziemlich große morsche Eichenkiste, die zwei der stärksten Männer nicht aufheben konnten. „Dann wollen wir sie zertrümmern“ meinte Roger,„und ihren Inhalt so hinaufschaffen.“ Aber der alte Baron war mißtrauisch und ordnete an, daß sie vermittelst Rollen und Tauen an das Tageslicht befördert werden müsse. Das nahm eine ziemliche Zeit in Anspruch und es war schon ziemlich dunkel, als die schwere Kiste endlich auf dem Wiesenboden neben dem Künigenbrunnen niedergesetzt wurde. Zunächst ging man daran, den Deckel aufs Eingehendste zu reinigen, um zu sehen, ob er irgend welche Zeichen trüge. Es fand sich aber nichts als ein roh mit dem Messer eingeschnitztes Wappen der Wildensteiner mit der Jahreszahl 1629. Bei dieser Entdeckung bemächtigte sich der ganzen Gesellschaft eine ungeheure Bewegung. Hier lag es ja ganz klar u Tag, daß man es mit einer Kiste aus der Zeit des Herrn datto zu thun hatte. Jetzt konnte sich auch niemand mehr halten und in wenigen Minuten war der Deckel gesprengt und es zeigte sich, daß die eichene Kiste nur der Mantel für eine eiserne war, die wohl den Schatz enthielt. Der Deckel dieser eisernen Kiste gab verhältnismäßig leicht nach und die schnell zufassenden Hände des Wildensteiners brachten eine Hand voll Erde zu Tag.„ „Oho,“ meinte er,„man har hier nochmals einen Täuschungsversuch unternommen und die Dukaten mit Erde bedeckt. Vorwärts Leute, faßt einmal die Kiste an und stülpt sie um, damit wir sehen, was auf ihrem Boden ist!Das geschah denn auch, aber nun war das Erstaunen sehr groß, denn die eiserne Kiste enthielt nichts als Erde. Mit zitternden Händen durchwühlte der aute Mann den Erdhaufen, aber es fand sich nichts, und doch war es klar, daß in dieser Kiste der Schatz des Wildensteiners verborgen gewesen war. Eine tiefe Enttäuschung bemächtigte sich aller, und selbst der Kommerzienrat Fink vermochte kein Wort zu sprechen Handel und Verkehr. „. Berlin, 27. Mai. Heu und Stroh. Richtstroh 400—7,60 Mk., Heu 7,40—9,40 Mt. Vornussichtliches Wetter. 81. Mai. Bei schwachen südlichen Winden vorherrschend bewölkt, zeitweise heiter. Jamilien-Nachrichten. Gestorben: Kohlenhändler Feitz Klausing, 32 Jahre, in Bünde. Töchterchen Gertrud des Ober=Telegraphen=Assistenten Schelv in Detmold. Ri-o-ne Chocolade Waffelncäkesfabrn S4lb. Mederke Welonsest. Parte Eidenstvite un. Muster portofrei. Deutechlands grösstes Specialgeschäft HICHELS& CEe BERLIN Sv. Leipztgerstrasse 48, Hermann Gehrenberg 15. Sonnabend, 31. Mai Sonntag, 1. Juni HERFORD Montag, Juni Gehrenberg 15. Dienstag, 3. Juni Mittwoch, 4. 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Die Mitglieder werden dazu eindlichst eingeladen. ####0fahrt 124- mittags. Fahrkarte Garmbeck. 628e Der Vorstand. Zwangsversteigerung. Montag, den 2. Juni d. J., mittags 1 Uhr anfangend, werde ich im Lokale des Wirts Herrn Winkelmann in Herford, Lübbe thor: 636e 1 Ladenschrank, 1 Tresen, 1 Spiegel, 1 Ofen, 1 Tisch, 1 Balkenwaage, 1 SchaufensterGestell, 40 Blumenvasen, 25 Topfblumen, 1 Rasenschneider, 2 Baumsägen, 2 Blumenständer, 45 Blumenkörbe, 1 größeren Posten künstlicher Blumen, Kränze, Palmwedeln, künstliche Blätter. Schleifen, Brautschleier Topfhüllen, Manschetten, Kranzbuchstaben, Minschettenpapier, Blumendreht und verschiedene andere Sachen öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Der Verkauf findet bestimmt Herford, 29. Mai 1902. Hartwig, Gerichtsvollzieher. Grottensteine empfiehl" 3680 Grundmann, Plattemühle bei Vlotho. M Im Garten des Bürgervereins. Sonntag den 1. Juni: Grosees Kinder= u. Familien-Fest a la Baden=Baden, unter Leitung des Herrn Dr. Ulk. Von 4 Uhr ab: Grosses Garten-Konzert. Jedes Kind erhält beim Eintritt eine originelle, höchst komische Kopfbedeckung gratis. Um 6 Uhr: Aufsteigen des RiesenLuftballons„Meteor.“ Kinderspiele aller Art.— Kassenöffnung 3 Uhr. Anfang des Festes 4 Uhr. Entree: Erwachsene 20 Pfg. „ Kinder 15„ Es ladet ergebenst ein 623e A. Dierker Feinsten Himbeersaft 2 Liter 140 Pfg. ercl. 543. Heinsich Nolting. FFETFTTT 28. Minden-Ravensberger Sänger-Bundesfest Enger, den 1. Juni 1902, im Saale und angebautem Zelte des wirts Carl Brüggemann, Gasthof Deutschen Hause.“ Entree: Herrenkarten: Konzert 50 Pfg., Ball 1 Partoutkarten 1,25 Mk. Damen=Partoutkarten 50 Pfg. l624e Festkomitee. FT M Sonntag, den 1. Juni 1902, morgens 6½ Uhr: Frühkonzert. Entree 25 Pfg, Kinder 10 Pfg. 644# Konditor=Verband Herford feiert am 31. Mai sein 4. Stiftungsfest im Lokale des Herrn Büscher, Lindenhof. 631e Es ladet ein Der Vorstand. Damen= u. Herrenbehandlungen firden täzlich statt in praktischer Weise als: Dampfbäder, Wannenbäder, Packungen, Massage und dergleichen bei Carl Meyer, Triebenstr. 19, Naturheilkundiger. Ca. 1000 zu ganz ausser Taghemden— Nachthemden— Beinkleider— Nachtjacken— Frisierjacken. Mädchenhemden###1 a Knabenhem sind von heute an zum Verkauf ausgelegt. 638e Gustav Edelstein Nachf. Photograph. Atelier von Martin Herrman He ford, Brüderstrasse 34. Aufnahmen zu jed.Tageszeit, auch Sonntags.— Ausführung in allen Grössen u.Manieren Garantie für gute Bilder.— Schnelle Bedienung.— Billige Preise. 148b Danksagung. HIerzlichsten Dank allen denen, die meine liebe gute Tochter, unsere Schwester, Schwägerin und Tante Alwine Corvey# S zu Grabe geleitet haben, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, besonders Herrn Pastor Richter für die trostreichen Worte am Grabe. Herford, Bielefeld, Worcester, Löhne, Der trauernde Vater u. Geschwister. Frischen Granat, geräuch. Schellfisch, „ Aale. 635e"(Raphanus oleiferus) Julius Riedel, geg. d. Post. leignet sich vorzüglich zur schnellen Heranziehung großer Futtermassen und auch zur Gründüngung. 621e □empfichlt Heinrich Nolting H. Oetzmann. Roßschlachter. Samenhandlung. Schmetterlingsnetze 10, 30, 35 und 50 Pfennig. Botanisiertrommeln von 30 Pfennig an. Feldstühle 50 Pfennig sowie sämtliche 634e Sommerspiele in großer Auswahl neu angekommen. Max Horn Brüderstrasse 40. Wohnungen Zum 1. Juli sucht ein Herr 2 unmöblierte Zimmer mit Bedienung. Offerten mit Preisangabe unt. K. Ch. 625e an die Exped. d. Ztg. erbeten. Junger Mann erhält Kost und Logis. In unterem neuerbauten Hause Annastraße, etwa 5 Minuten vom Staatsbahnhof entfernt, sind zwei bessere abgeschlossene 4 Etagen nebst Zubeyör sowie Veranda und Garten zum 1. Juli oder später zu vermieten. 633e Gebrüder Sewing, Bäckerstr. 18. la. Saatbuchweizen empfiehlt 6062 630e Johannisstr. 9. Heinrich Noltina, Samenbdla. Breidenbach& Cie. 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