12. Ne 83 Teleph. Anschl. Ne 83 Teleph. Anschl Zeitung erschem am Abend jeden Wochentages. nnementspreisteljährlich pränumerande 1,25 Mark bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Inserate werden bis Preis der einspaltigen Vei Oeyubausen und Amt vorm. 11 Uhr erbeten. seile für Stadt und Kreis Herford, 10 Pfa., sonst 15 Pfg. 1902 Weibliche Gewerbe=Inspektoren. Die Mitwirkung der Frauen bei der Gewerbeaussich macht immer mehr Fortschritte. Neuerdings ist der GewerbeInspektion in den Herzogtümern Koburg und Altenburg sowie im Fürstentum Reuß j. L.(Gera) je ein Assistentin beigegeben worden, während in Braunschweig die Anstellung einer solchen bevorsteht. Außerdem sind zwei weitere Hilfsbeamtinnen der Gewerbeinspektion für Berlin provisorisch angestellt worden. Wie aus den Berichten der bayrischen, badischen und württembergischen Gewerbeinspektionen hervorgeht, haben sich dort die weiblichen Aufsichtsbeamten recht gut bewährt. Von Interesse ist die Bekanntmachung, mit welcher der Gewerbeinspektor des Herzogtums Sachsen=Altenburg die neuangestellte Assistentin, ein Fräulein Helene Brieger aus Schöneberg bei Berlin eingeführt: Mit dem 1. Mai d. J. ist dem Gewerbeinspektor eine weibliche Hilfskraft(Assistentin) beigegeben worden. Die Einrichtung ist in erster Linie zum Nutzen der weiblichen Arbeiterschaft unseres Herzogtums getroffen; sie kann aber nur nutzbringend werden, wenn die Arbeiterinnen der Assistentin ihr volles Vertrauen entgegenbringen und mit Anliegen jeder Art fleißig an sie herantreten. Solche Anliegen persönlich vorzubringen, ist Gelegenheit gegeben, einmal während der üblichen Amtsstunden auf dem Zimmer der Assistentin in den Diensträumen, dann bei den von der Assistentin vorgenommenen Besichtigungen der gewerblichen Anlagen. Ferner wird vom 1. Juni d. J. ab die Assistentin hier in Altenburg sowie in den Städten Gößnitz, Schmölln, Roneburg, Meuselwitz, Eisenberg, Kahla und Roda regelmäßige Sprechstunden abhalten. Ein ständiger Anschlag an den für die öffentlichen Bekanntmachungen in den Rathäusern üblichen Stellen wird auf die Tage, die Stunden und den Ort der Sprechstunden hinweisen. Von den Arbeitgebern darf erwartet werden, daß sie der Thätigkeit der Assistentin nicht nur nichts in Weg legen, sondern gewillt sein werden, sie nach Möglichkeit zu fördern. Die Hilfsbeamtinnen der Fabrikinspektion in Preußen beziehen ein Gehalt von 1800—2400 Mk. Die Assistentin der württembergischen Gewerbeaufsicht bezieht 2400 Mk. Gehalt und 200 Mk. Wohnungsgeld. Weniger günstig ist z. Z. noch die Hilfsbeamtin der badischen Fabrikinspektion gestellt; sie hat 2000 Mk. Gehalt, doch soll sie demnächst den Fabrikinspektoren gleichgestellt werden. Für die Assistentin in Reuß j. L. sind 1400 Mk. ausgeworfen. Die fünf amtlichen weiblichen Vertrauenspersonen der sächsischen Gewerbeaussicht erhalten vorläufig zusammen eine Entschädigung von 2000 Mk. Zur Tagesgeschichte. Deutschland Der Kaiser in Elsaß=Lothringen. Am Sonnabend früh 7 Uhr 20 Min. fuhr der Kaiser vom Bahnhof Metz nach Novéant und von dort in einem bereit stehenden Wagen nach Gorze, stieg jenseits Gorze zu Pferde und übernahm das Kommando über die kombinierte Division. Nach der Disposition, die der nun folgenden Uebung zu Grunde lag, war die Feste Lothringen bereits früher gefallen, während die Feste Kronprinz an diesem Morgen eingenommen worden war. Nunmehr sollte die dem Kaiser unterstellte Division von 9 Bataillonen Infanterie, 12 Feldgeschützen, 8 schweren Feldhaubitzen, 1 Kompagnie Pioniere und 1 Eskadron Dragoner gegen die Feste Kaiserin vorgehen und sie mit stürmender Hand nehmen. Nach 9 Uhr begannen die beiderseitigen Patrouillen in den das Mancethal einsäumenden Gehölzen, sich zu beschießen; dann eröffneten die auf den Höhen nördlich vom Boisdes=Gnomes aufgestellten schweren Feldhaubitzen das Feuer auf die Feste Kaiserin. Diese war als noch im Bau befindlich und nicht armiert gedacht; nur zwei Bataillone Infanterie, eine Kompagnie Vioniere und vier Maschinengewehre bildeten die Besatzung, die später durch zwei weitere von Moulins kommende Bataillone Infanterie und zwei Batterien Feldartillerie unterstützt wurde. Die Feldartillerie des Kaisers fuhr gegen 11 Uhr vor Gravelotte auf und eröffnete das Feuer auf die feindliche Stellung. Der Kaiser hatte die Hauptmasse der Truppen durch den Wald von Vaux geführt und umfaßte so die feindliche Aufstellung in der linken Flanke, während ein Teil im Mancethale bis zur Höhe der Feste Kaiserin vorgegangen war und dann, rechts umbiegend, den linken Flügel der Besatzung bedrohte. Nach 11 Uhr entwickelte sich ein immer heftiger werdendes Feuergefecht zwischen den aus den Wäldern heraustretenden Angreifern und den Truppen der Besatzung der Feste, an der auch die mittlerweile von Moulins herangekommene Artillerie teilnahm. Gegen 11½ Uhr erschien die feindliche Stellung dermaßen erschüttert, daß der Kaiser bei dem großen numerischen Uebergewicht seiner Division zum Angriff übergehen konnte, der erst auf dem rechten und dann auf dem linken Flügel erfolgte und als gelungen angegommen wuroe. Kurz vor 12 Uhr war bie Uebung beendet. Hierauf versammelten sich die Offiziere um den Kaiser zu einer Besprechung, die fast eine Stunde dauerte, während die Truppen auf dem kürzesten Wege in ihre Quartiere zurückkehrten. Der Kaiser unternahm dann eine Besichtigung der Feste Kaiserin, deren Ausführung dem Architekten Heister=Metz übertragen ist. Gegen 2 Uhr nachmittags kehrte der Kaiser nach Metz zurück und nahm bei dem Kommandeur der 34. Division, Prinzen Heinrich 19. Reuß, das Mittagessen ein, an dem außer dem Gefolge eine größere Anzahl höherer Persönlichkeiten teilnahm. Um 4 Uhr begab sich der Kaiser nach Kurzel zurück. In offenem Wagen wurde sofort nach Urville weitergefahren. Zum Aufenthalt des Kronprinzen in Schlesien. Der Kronprinz bestieg Donnerstag nachmittag im Schloßhofe zu Oels ein Tandem und fuhr mit Leutnant v. Wurmb nach kurzer Probefahrt im Hofe in raschem Tempo nach KleinEllguth. Die Begeisterung der am Schlosse und in dessen Nähe auf den Kronprinzen Harrenden war ungeheuer. Der künftige deutsche Kaiser zu Rade in den Straßen der Stadt, das war ein so ungewohnter und neuer Anblick, daß das Hurrah= und Bravorufen kein Ende nehmen wollte. Die beiden jungen Watdmänner benutzten ein Adler=Rad mit ungefähr 84“ Uebersetzung. Im Forsthause anzelangt, begab sich der Kronprinz mit dem Förster Zimmermann auf einen eiwa vierstündigen Pürschgang. Auf diesem war ihm das Jägerglück hold. Er erlegte 6 Böcke, mit den am Mittwoch geschossenen also 12. Als der Kronprinz von dem Pürschgange zurückkehrte, besichtigte er die Jagdbeute, unterhielt sich lange Zeit mit den vor dem Forsthause versammelten Jagdgenossen, sah sich auch das Zimmer im Jagdhause an, wo Oberst von Pritzelwitz übernachtete, neckte die anwesende Dorfjugend und bestieg dann mit Herrn v. Wurmb den Wagen. Das Tandem wurde aufgeladen, und die Herren fuhren bis zum Hentkeschen Gasthofe, wo die Chaussee anfängt. Forstmeister Freiherr v. Löwenstern war schon vorher nach Oels zurückgefahren. Vom Gasthause in Klein=Ellguth bis zum Schlosse ging die Fahrt wieder zu Rad ohne jeden Aufenthalt auf dem von Radfahrern nicht als Chaussee erster Güte bezeichneten Wege, der an vielen Stellen bedeutende Steigungen aufweist; auch kam der Wind von vorn. Das Alles aber hinderte den Kronprinzen nicht im Mindesten; er saß so ruhig auf dem Rade, als ob es bei Rückenwind bergab ginge. Viele Radler aus der Stadt waren auf der Chaussee dew Kronprinzen entgegengefahren und begrüßten ihn mit:„All Heil, kaiserliche Hoheit!“ worauf der fürstliche Sportsman mit einem freundlichen„All Heil!“ dankte. Die Radler schlossen sich nun alle dem kronprinzlichen Tandem an und kamen mit ihm nach der Stadt. Auf den Straßen hatte sich bereits um 7 Uhr eine riesige Menschenmenge angesammelt, die geduldig wartete. Endlich nach langem Harren gegen 9¼ Uhr kam der Kronprinz mit leicht geröteten Wangen in Oels an und fuhr unter brausenden Hurrahs und All Heil=Rusen nach dem Schlosse, wo das Souper eingenommen wurde. Da am Freitag früh die Kutscher der von einer Breslauer Firma gestellten Wagen die Zeit verschlafen hatten, konnte die Abfahrt nach Klein=Ellguth statt wie festgesetzt um 3¼ erst um 3¾ Uhr erfolgen. Der Kronprinz benutzte den Wagen der scharfen Luft wegen. Die Rückfahrt erfolgte bereits um 8½ Uhr. Bis jetzt hat der Kronprinz das schönste Wetter gehabt. Freitag nachmittag fuhr er wieder nach KleinEllguth; die Rückkehr erfolgte wie üblich beim Dunkelwerden. — Der Kronprinz hat keine Köche aus Potsdam mitgebracht, sondern eine Oelserin, Frau Scholz, kocht diesmal für den Schloßherrn und seine Gäste. Von Prinz Heinrichs Amerikafahrt. Am Tage der Ankunft des Prinzen Heinrich in NewYork wurde der Kaufmann Karl Kaspar in Oswego, N. von seiner Gattin mit Zwillingen beschenkt. In seiner Freude über das glückliche Familienereignis nannte er den einen Knaben Heinrich und den anderen Roosevelt, erbat sich aber dazu von dem Prinzen und dem Präsidenten die Erlaubnis. Von dem Privatsekretär des Präsidenten erhielt er alsbald einen Glückwunsch und die Versicherung, daß Roosevelt das ihm zugedachte Kompliment zu schätzen wisse. Jetzt hat er auch folgendes vom 27. April aus Kiel datiertes, vom Hofmarschall Freiherrn von Seckendorff unterzeichnetes Schreiben erhalten: „Se. Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen lassen Sie noch nachträglich zur Geburt des Zwillingspaares herzlichst beglückwünschen und wollen die Patenschaft für den einen der Knaben auch gerne annehmen. Die anbeifolgende, von Sr. Königlichen Hoheit unterschriebene Phorographie soll den Knaben dauernd daran erinnern, daß an seinem Geburtstag der erlauchte Bruder des Deutschen Kaisers auf amerikanischem Boden gelandet und während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten ein treuer und dankbarer Freund des amerikanischen Volkes geworden ist.“ Erzbischof Dr. Simar von Köln j. Aus Köln, 24. Mai, wird gemeldet: Die dumpfen Klänge der Kaiserglocke, untermischt vom Totengeläute anderer Kirchen, verkündeten um 5½ Uhr der Kölner Bürgerschaft, daß der katholische Kirchenfürst, Erzbischof Dr. Simar im Alter von 66 Jahren nach nur viertägiger Krankheit infolge einer heftig auftretenden Lungenentzündung gestorben ist. Er war bis vor etwas mehr als zwei Jahren Bischof von Paderborn und hat sich als ein zwar strenggläubiger, doch milder und friedlich gesinnter Priester bewährt. Am 24. Oktober 1899 wurde er vom Kölner Domkapitel zum Erzbischof gewählt und hielt, nachdem er am 19. Februar 1900 dem Kaiser den Treueid geleistet hatte, seinen feierlichen Einzug in Köln. Die Diözese verliert in ihm einen Leiter, der sich auch in nicht katholischen Kreisen großer Wertschätzung erfreute.— Die Beerdigung ist auf Dienstag, vormittags 8 Uhr, festgesetzt. Der Heimgegangene wird neben seinem Vorgänger Krementz in der Gruft unter dem Chor des Domes beigesetzt. In Eupen, der Geburtsstätte des Erzbischofs, läuteten ebenfalls anläßlich dessen Ablebens die Trauerglocken. Streit um die Statue Friedrichs des Großen Vor wenigen Tagen erst hat Präsident Roosevelt erklärt, es bedürfe keines Beschlusses des Kongresses, um das Geschenk Kaiser Wilhelms anzunehmen. Diese Erklärung hat scheinbar lebhaften Widerspruch gefunden, denn im Repräsentantenhause zu Washington hat Stephens=Texas eine Resolution eingebracht, in der erklärt wird, Amerika könne von keiner auswärtigen Nation eine Statue annehmen oder an einem öffentlichen Platze errichten, die einen König, Kaiser, Fürsten oder Machthaber darstelle, der über irgend eine Nation geherrscht hat oder herrscht.— Es ist wohl ausgeschlossen, daß dieser Antrag Annahme findet. Immerhin ist er bezeichnend für die Anschauung in Amerika. Vom Präsidenten Loubet. Der französische Präsident hat sich nun wieder vom Zarenpaar verabschiedet und die Heimreise nach Frankreich angetreten. Sein Aufenthalt in Rußland hat die Welt nicht aufgeregt. Der Zar hat die„Waffenbrüderschaft“ der beiden Nationen gefeiert; aber diese Waffenbrüderschaft hat keineswegs aggressive Tendenzen, im Gegenteil soll das Bündnis nur den allgemeinen Frieden, die Wohlfahrt und den Fortschritt der Völker sichern. Wie noch aus Petersburg gemeldet wird, fehlten bei der Abfahrt des französischen Geschwaders 50 französische Matrosen. Die Bauernunruhen in Rußland. Nach Meldungen aus den Gebieten des Bauernaufstandes beträgt die Zahl der aufrührerischen Bauern noch immer 80000. Im Moskauer Kaganka=Gefängnis befinden sich 300 Soldaten und 18 Offiziere interniert. Ein Regiment Infanterie wurde von Moskau verlegt, weil von den Offizieren verheimlicht worden war, daß bei einem größeren Fest der Mannschaften aufrührerische Proklamationen verteilt worden sind. Wahrscheinlich dürfte es sich bei diesen Soldaten um solche handeln, die bei Zusammenstößen mit den aufständischen Bauern sich geweigert haben, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Zum Burenkrieg. Gelegentlich eines Banketts in London hielt der englische Kriegsminister eine Rede, worin er ausführte, es würde über seine Pflicht hinausgehen, wenn er auf den jetzt vor sich gehenden Austausch von Mitteilungen eingehen würde, welche, wie man hoffte, das Vorspiel zur Uebergabe der im Felde stehenden Buren bilden werde. Die ReLierung sei so entschlossen, wie je und werde die Beseitigung der Schwierigkeiten nicht erkaufen mit der Aufopferung von irgend etwas, das der dauernden Sicherung des Friedens in Südafrika dienen könne.— Etwas Endgiltiges in der Angelegenheit der Friedensunterhandlungen liegt auch heute noch nicht vor. Die Red. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 26. Mai 1902. Musikvereinskonzert. Im großen Saale des Schützenhofes fand gestern nachmittag das große Konzert des Musik=Vereins statt. Da das Werk:„Gustap Adolf“ von Max Bruch in seinen einzelnen Chören und Solopartien von uns schon besprochen ist, so können wir uns hier nur darauf beschränken, zu erklären, daß die Aufführung das Erwarten wohl aller Besucher nicht nur voll befriedigte, ja oft übertraf. Die Chöre verrieten ein sorgfältiges Studium und volles Einleben in die Gedanken des Komponisten. Die recht innigen Weisen des Edelknaben Leubelsing brachte Frau Iduna Walter=Choinanus, Landau, in feinfühlender Weise zur Wiedergabe. Ihre wundervolle klangreiche Altstimme füllte den großen Saal vollkommen und im Fluge hatte sie sich die Herzen der Hörer erobert. Herr Heinr. Bruns, Berlin, ist uns ein schon lieb gewordener Gast; wir hatten erst kürzlich die Freude, seinen Heldentenor hören zu dürfen. Die Titelpartie war durch den Baritonisten Herrn Arthur van Eweyk, Berlin, aufs Beste vertreten. Die hehre Heldengestalt des Schwedenkönigs, ihn, den Retter der evangelischen Sache in Deutschland, der für seinen Glauben und für die Freiheit der Brüder siegt und stirbt, sahen wir im Geiste vor uns.„Ein feste Burg ist unser Gott", das war der Grundton und Schlußakkord des Werkes, in den die Zuhörer begeistert mit einstimmten.— Dem Musikverein und seinem Dirigenten Herrn Königl. Musikdirektor Päts sowie nicht minder dem mitwirkenden Lehrergesangverein gebührt für die Veranstaltung des Konzertes die vollste und wärmste Anerkennung und aufrichtiger Dank. Möchte jedes Konzert ebenso zahlreich besucht sein wie dieses und das edle Streben, nur das Beste zu bieten, sowie die mühevollen Wochen der Vorbereitung dadurch mehr wie bisher belohnt werden.— Auch der„klingende Erfolg“ muß immer besser werden, weil ja mit derartigen großeren Aufführungen wesentliche Unkosten verbunden sind. So ist dem Musikverein für die gestrige so schöne Veranstaltung noch ein Defizit von mehreren hundert Mark entstanden. □ Eine allgemeine deutsche Schulstatistik, die erste ihrer Art, soll im Jahre 1904 auf Veranlassung des Kultusministers Dr. Studt veranstaltet werden. Durch diese Statistik soll festgestellt werden, wie viel Schulen aller Art es im Deutschen Reiche giebt, ferner wie viel Lehrer thätig sind, wie viel Schüler unterrichtet werden, wie viel Analphabeten vorhanden sind, wie die Lehrerbesoldungen beschaffen sind, lche Ausgaben der Staat für das Schulwesen bisher geleistet hit usw. Auch andere auf das interne Schulwesen bezügliche Fragen sollen durch diese Statistik geklärt werden. *∆ Im Silberkranze. Am heutigen Tage feiern die Eheleute Zigarrensortierer Emil Gerber und Frau geb. Müller das Fest der silbernen Hochzeit, wozu auch wir herzlichst gratulieren. # Die Handelsschule unternahm gestern einen Ausflug. ** Eine Versammlung der Vertrauensmänner für die konservative Partei Minden=Ravensbergs findet am Mittwoch nachmittag 3 Uhr im Vereinshaus hier statt. *9—0 Turnerisches. Der gestern hier stattgefundene Vorturnertag für den Minden=Ravensberger Gau war von ca. 70 Turnern besucht. Da das Wetter günstig war, konnte der Aufmarsch sowie die Freiübungen für das Gaufest in Halle auf dem Platz vor der städtischen Turnhalle stattfinden. An das Turnen schloß sich in Biermanns Restaurant ein gemeinschaftliches Essen an, worauf die beratende Versammlung begann. Als Ort für den nächsten Vorturnertag wurde Bünde bestimmt. =e Fußballsport. Vor einigen Wochen hat sich hier ein Fußballklub gebildet, der jeden Sonntag nachmittag auf dem Lübberbruche Spiele veranstaltet. Der Klub verfügt bereits über eine stattliche Anzahl von Mitgliedern. *½ In Brinkmanns Garten eröffnete gestern abend bei gutem Besuch die Düngelsche Kapelle den Reigen der diesjährigen Gartenkonzerte. Hoffentlich gestattet die Witterung bald die Fortsetzung solcher Veranstaltungen. Wie uns die Westfälisch=Lippische=Vereins bank mitteilt, sind jetzt auch die Certifikate der Preuß. Hypothekenbank=Pfandbriefe an der Berliner Börse zur Notiz gelangt und zwar mit 15,10%. Runmehr stellt sich die Rechnung wie folgt: Man bekam für Mk. 100 4% Pfandbriefe Mk. 80 nominell abgestempelte Pfandbriefe und Mr. 15 nominell in Aktien. Die 4% Pfandbriefe notierten gestern 99%, mithin für Mk. 80—79,20. Mk. 15 in Aktien notierten gestern 15,10; insgesamt würde man also heute für je Mk. 100 der früheren Werte Mk. 94,30 bei einer Veräußerung zu dem bevorstehenden Börsenkurse erhalten. Welche Chancen den Aktien inne wohnen, läßt sich naturgemäß nicht beurteilen, dagegen dürften sie bei den Pfandbriefen jedenfalls wohl ziemlich erschöpft sein, da ja selbst die 4% für 10 Jahre unkündbaren Pfandbriefe der alten bewährten Pfandbriefinstitute nur ca. 101—102% notieren, also nur etwa 2—3% höher. Man wird daher u. E. den Verkauf der Pfandbriefe ruhig befürworten können, während sich eine bestimmte Erklärung bezüglich der Aktien nur schwer geben läßt. Wie in der jüngst stattgehabten Generalversammlung mitgeteilt wurde, dürfte für dieses Jahr eine Dividende kaum zur Ausschüttung kommen, während die Aktien pari stehen. Zu weiteren Auskünften ist obiges Bankinstitut gern bereit. werden Monats=Abonnements auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten unseren Boten sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. “ Impftermine. Die diesjährigen Impfungen finden wieder in der alten Bürgerschule statt und zwar am 2., 3., 4., 5, 16., 17., 18., 19. und 30. Juni sowie am 1. und 2. Juli, nachmittags 4 und 5 Uhr. ∆ Zwei Radfahrer wurden gestern abend gegen 8 Uhr auf der Salzuflerstraße von zwei des Weges kommenden Burschen ohne jede Veranlassung belästigt; einer der Radler erhielt sogar einen Stockhieb ins Gesicht. Mehrere Passanten nahmen sich sofort der Radfahrer an, so daß diese nicht noch mehr von ihrern Angreifern körperlich mißhandelt werden konnten. ¼. Ermittelt und verhaftet wurde am Sonnabend nachmittag ein Dieb, der in Unterwüsten in einem Bauernhofe eingebrochen war und einem Knechte einen Anzug, eine Nickeluhr, Wäschegegenstände, ein Portemonnaie mit Inhalt und noch mehreres andere gestohlen hatte. Der Bestohlene kam vorgestern nach hier, um einen Freund aufzusuchen; zu seiner Ueberraschung erblickte er auf dem Neuen Markte eine Person, die den gestohlenen Anzug trug. Der Dieb, welcher verhaftet wurde, heißt Streballis; er war erst hier zugereist, um sich Arbeit zu suchen. * Unglücksfall. Gestern morgen kam der etwa zehnjährige Sohn des Arbeiters Wilh. Rottmann, Ahmserchauffee, beim Klettern über einen Zaun so unglücklich zu Fall, daß der Knabe den linken Arm brach. 4 Selbstmord. Der österreichische Arbeiter Withelm Tauschmann von hier, jener Ehegatte, der in der Hochzeitsnacht seine mit Schleier und Kranz geschmückte Frau mißhandelt hatte, hat gestern nachmittag um 3¾ Uhr feinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. Der Grund ist in dem ehelichen Unfrieden zu suchen; obgleich erst 6 Wochen verheiratet, lebten die Eheleute doch in täglichem Zank und Streit, so daß die Frau öfters mißhandelt wurde. Gestern mittag hatte wieder eine derartige Familienszene stattgefunden, wobei die Frau abermals körperlich mißhandelt wurde, weshalb sie gegen mittag das Haus verließ, um zu ihren in Knetterheide wohnhaften Eltern zurückzukehren. T. hat darauf seine Stube von innen verschlossen und sich, auf dem Bette sitzend, mittels Revolver in den Mund geschossen. Mitbewohner des Hauses stiegen darauf durch das Fenster in die Mohnung und fanden T. auf dem Bette als Leihe vor. Das Messer. Auf der Salzusterstraße gerieten gestern abend gegen 11 Uhr mehrere junge Leute in Streitigkeiten, in deren Verlauf der Weber Menking von hier den Fabrikarbeiter Reinbach durch einen Messerstich— mit einem sogenannten Genickfänger,— so erheblich im Unterleib verletzte, daß die Ueberführung des R. in das katholische Krankenhaus erfolgen mußte. Menking, der angiebt, in Notwehr gehandelt zu haben, wurde verhaftet. ea In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett 40—50 Pfg., Butter Pfd. Mk. 1,15, Eier Pfd. 45 Pfg., W 30—35 Pfg., Rosenkohl Pfd. 35 Pfg., junge Wurzeln B. Pfg., Steckrüben 5 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., Zwiebeln 2 Pfd. 25 Pfg., Kohlrabi Bund 10 Pfg., Blumenkohl 50—55 Pfg., Schnittsalat Portion 10 Pfg., Kopssalat Kopf 10 Pfg., Spargel Pfd. 75—80 Pfg., Radieschen Bund 10 Pfg., Streifrüben 4 Bund 10 Pfg., Gurken Stück 30—40 Pfg., Seefische Pfd. 18—30 Pfg. Provinz und Nachbarstaaten. a Niederbecksen, 24. Mai. Gerichtliches. Der 58 Jahre alte und vorbestrafte Tischler Heinrich Rehlmeyer wollte am 26. Februar d. J. seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau in Rehme einen Besuch abstatten, wobei er sich derart benommen hatte, daß ihm der Hausbesitzer, Handarbeiter Thies, das Verweilen auf seinem Grundstück untersagte. Daraufhin hat er den Thies zunächst mit dem Verbrechen des Totschlags bedroht und sodann mit einem Messer verletzt. Die Bielefelder Strafkammer verurteilte heute den Angeklagten wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung zu 9 Monaten und 2 Wochen Gefängnis, sowie wegen Uebertretung des Feld= und Forstgesetzes zu 1 Tag Haft. #n Dehme, 24. Mai. Feuer. Heute abend gegen 8¾ Uhr brannte das Wohnhaus des Arbeiters Wilhelm Witte total nieder. * Neuß, 24. Mai. Eisenbahnunglück. Der 66jährige Weichensteller, der das verhängnisvolle Signal zur Abfahrt des Güterzuges in der Nacht auf Dienstag gegeben hat, ist verhaftet und nach Düsseldorf in Untersuchungshaft gebracht worden.— Die„Nordd. Allg. Zig.“ giebt eine eingehende Schilderung über die Entstehung dieses Unfalls, soweit die behördlichen Untersuchungen dies bereits fefigestellt haben, und bemerkt dabei: Sicher sei, daß der Weichensteller sich um die Stellung des Ausfahrtssignals nicht gekümmert und die Abfahrt des nach Düffeldorf bestimmten Güterzuges angeordnet oder wenigstens zugelassen habe, obwohl er keinen Auftrag dazu erhalten hatte, daß ferner der Zugführer des Güterzuges das Abfahrtssignal dem Lokomotivführer erteilt habe, ohne sich von der Fahrstellung des für seinen Zug geltenden Ausfahrtssignals zu überzeugen, was bei dem herrschenden klaren Wetter ohne Schwierigkeit möglich gewesen sei, und daß auch der Lokomotivführer des Güterzuges sich nicht nach dem für ihn gestandenen Signal umgesehen und ebenso wenig darauf geachtet habe, daß die von ihm zu befahrende Weiche für ihn faisch lag, während dicht hinter ihm auf der rechten Seite das Signal für den Personenzug auf Fahrt stand. * Bochum, 24. Mai. Fünf Monate= unter der Erde. Auf der Zeche„General“ wurde Ende Dezember v. I. bei der Kohlenförderung ein Teil der Schachtzimmerung derart zerstört, daß die unterste Sohle nicht mehr befahren werden konnte. 5 Pferde, die sich in der betreffenden Strecke befanden, konnten nicht herausgeschafft werden, sondern wurden, als das Grubenwasser im Schacht stieg, an eine höher gelegene Stelle getrieben. Es gelang, sie zu verflegen, und wider alles Erwarten blieben sie gesund. Mittlerweile ist nun ein neuer Zugang zu dieser Sohle getrieben worden, um die Kohlen mit einem Haspel herauszuschaffen. Dieser Tage sind die eingeschlossenen Pferde endlich aus ihrem Gefängnisse erlöst worden. * Bremen, 24. Mai. Eine zwölfjährige Selbstmörderin. Ein zwölfjähriges Mädchen stürzte sich in selbstmörderischer Absicht in den Holzhafen, konnte aber gerettet werden. Sie hatte einem bei ihren Eltern wohnenden Einlogierer wiederholt Geld gestohlen, sodaß die Eltern ihr mit der Besserungsanstalt drohten. Der Kaisermaikäser ist in diesem Jahre beim GardeFüsilier=Regiment noch nicht eingetroffen. Der Kaiser pflegt schon seit Jahren den ersten ihm zu Gesicht kommenden MaiDer Künigenbrunnen. Ein Roman aus dem Hochspessart von F. Eduard Pflüger. (33. Fortsetzung.)—(Nachdr. verboten.) Man zindek auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auff einen Leuchter, so leuchtet es denen Allen, die im Hausse sind. Ihr seyd das Licht der Welt. Es mag die Statt, die auff dem Berge liegt, nicht verporgen seyn. Ihr sollt nicht wehnen, daß ich gekommen pin, das Gesetz oder die Propheten auffzulesen, ich pin nicht gekommenl auffzulesen, sondern zu erfillen. Ihr seyd das Saltz der Erde, wo nun das Saltz tumb wird, womit soll man saltzen? Es ist zu nichts hinfort nutze, denn daß man es hinaus schitte und lasse es die Leute zertretten. Im ersten Vers entsprach das S der Zahl achtzehn, das E der Zahl fünf, das I der Zahl neun unddas G der Zahl sieben. Nun mußte er nachforschen, was in der Kabbala diese Zahlen bedeuten. Vielleicht konnte er dann auf eine Erklärung kommen. Aber alle seine Bemühungen blieben fruchtlos, trotzdem er die gesamte Niederschrift des alten Freiherrn in Zahlen übertrug, trotzdem er addierte, subtrahierte, dividierte, potenzierte und die Wurzel zog, nichts wollte ihm gelingen. Keinen Anhaltspunkt boten ihm die Zahlen und auch ihre kabbalistische Bedeutung ließ sich nicht auf irgend einen Ort oder eine Gegend zurückführen, wo der Schatz vergraben liegen konnte. Mit den Buchstaben also, die in Zahlen umgesetzt wurden, ni.. Er mußte nun forschen, ob sich in der Geheimjrift Zahlen fanden, die in Buchstaben umgesetzt werden nuten, dann war vielleicht eine Möglichkeit zu finden. Dann „ lym wieder auf, trotzdem er keine Zahlen finden konnte, in die drei letzten biblischen Verse mit dem Worte Ihr beinnen. I war neun, H war acht und R war siebzehn. as war etwas Geheimnisvolles, acht und neun gaben siebihn. I und I zusammengenommen und R war auch siebIhn. Aber vergeblich zerbrach er sich den Kopf, er konnte chts finden, worauf diese doppelte siebzehrn hingewiesen hätte R. vielleicht war so etwas gemeint. Er nahm die Spezialirte des Seiessarts vor und suchte na# Namen die auffällig zwei K hatten. Aber er fand nichts. Rin prüfte er die anderen Anfangsworte. Da war wieder dreimal„selig", noch einmal„ihr“, einmal„denn" und einmal„mant, aber auch das gab keinen Sinn, wie sehr er auch die Buchstaben durcheinanderwirbelte, die gleichen wegstrich, er bekam keinen Namen heraus, der auf der Karte zu finden gewesen wäre. Wo lagen also noch Zahlen verborgen, die auf Buchstaben deuten könnten? Er nahm sich wieder die Bibel vor und las Mathäus, Kapitel fünf. Mathäus?? Einen Augenblick stutzte er bei dem Namen und suchte wieder eifnig auf der: Speffartkarte uach, ohne natürlich einen derantigen Namen zu finden, der annähernd mit dem Namen des. Evangelisten zusammenstimmte, ja auch nur mit den Blichstaben gebildet sein konnte. Kapitel fünf? Und nun noch einmal fünf? Fünf!! Ja, da war ja die Zahl fünf, was bedeutet sie denn in der Buchstabenreihe Ein E. Eschau, Ehrenberg, Echter und nun erinnerte er sich auch noch, daß der Mespelbrunn, der auf dem Gebiet der Echter gelegen hatte, früher Espelborn geheißen hatte, aber bei der Fülle von Namen wurde ihm wieder die Sache bedenklich, denn ein Mann wie Hatto von Hobbach, der den Ortsnamen des Schatzes in einer Geheimschrift niederlegte, hatte sicherlich dafür gesorgt, daß unter keinen Umständen ein Zweifel herrschte. Die fünf war es also nicht. Da er aber einmal darauf gekommen war, die Zahl des Kapitels als bedingend für die Lösung des Geheimnisses anzuerkennen, so fragte er sich jetzt, ob die Zahl der Verse in Buchstaben ausgedrückt, nicht einen Ortsnamen ergeben könnten. Der erste war Vers zehn, der zweite, Vers zwanzig, der dritte, Vers dreizehn, der vierte, Vers neun, der fünfte, Vers sieben, der sechste, Vers fünfzehn, der siebente, Vers vierzehn, der achts, Bers siebzehn und der neunte wiederholte den Vers dreizehn. Nun schrieb er sich in dieser Reihenfolge die Zahlen nebeneinander auf: 1c. 20. 15. 9. 7. 15. 14 13. 11. Dann setzte er die betreffenden Buchstaben darunter und hatte em überraschendes Ergebuis. Der zehn entsprach das K, der zwanzig das U, der dreizehn das N. der neun das I, der nehen das G der fünfzehn das P der vierzehn das O der siebzehn das R und der dreizehn wiederum das N. Die Buchstaben zusammen ergaben den Namen„Kunigporn“, was nichts anderes, als die altertümliche Schreibweise des Namens. Künigenbrunnen war. Hei, das war eine Entdeckung, damit war ja das Rätsel: gelöst: Der Künigenbrunnen mit seinem salzigen Wasser und der Sage von seinem Goldgehalt. Das alles hatte darauf hingedeutet und man war, fast seit drei Jahrhunderten so verblendet gewesen, das nicht zu entdecken. Nun war es ja klar, das versunkene Schloß lag unter der Wiese, dort waren sicherlich noch Gewölbe und Kammern erhalten, in einer dieser hatte Hatto den Schatz verborgen. Wie geschickt war er gewesen, er brauchte die Wiese nur auszuheben und den Rasen wieder einzusetzen, dann wucherte schnell das Gras über die Spuren. Er trat an das hohe Bogenfenster, das von der Bibliothek hinaus in den Berggarten blickte und schaute zum Himmel auf, der in seiner wunderbaren Sternenklarheit auf ihn herniederblickte und sein Herz erhob sich, in tiefer Dankbarkeit gegen den, der über dem Sternenzelt wohnte und die Geschicke der Menschen leitete, wie die Wasserbäche auf dieser schönen Erde. So hatte die Hoffnung des alten Wildensteiners doch nicht getrogen und das alte Sprichwort bewährte sich in seiner gewaltigsten Weise: Wenn die Not am größten, so ist Gottes Hilfe am nächsten. Fern im Osten sah der Wettenburger jetzt schon fahle Streifen über den Waldbergen auftauchen, die die Sterne erblassen machten und eine seltsame Müdigkeit und Erschlaffung nach der furchtbaren Anspannung aller seiner Geisteskräfte kam über ihn, aber er durfte nicht schlafen, denn das Geschick drängt. Wer weiß wie lange Zeit es dauerte, bis man den Schatz gehoben hatte, man mußte graben und forschen. Er ging hinaus und stieg die Treppe hinauf, um an der Thür seines getreuen Mechenhart zu klopfen., Sofort wurden schlürfende Tritte im Innern laut, die Thür öffnete sich und angezogen trat ihm der alte Mann Schon auf, alter Mechenhart?„Ja, schon auf, gnädiger Herr. Ich sah das Licht in der zihliothek und dachte mir der gnädige Herr arbeite won käfer regelmäßig den Garde=Füsilieren zuzusenden, hat aber in diesem Jahre wohl wegen des kalten Wetters noch keine Gelegenheit dazu gehabt. Ein bevorzugter Roman. Wir lesen in den„Leipz N. Nachr.": Der Kaiser hat die Widmung des neuesten Romanes der Dichterin Nataly v. Eschstruth, betitelt„Die Bären von Hohen=Esp“, angenommen. Es ist dies der erste Fall, daß der Kaiser die Widmung eines Romanes genehmigt hat. Kaiserin und Hochzeitspaar. Gelegentlich eines Spazierganges von Badenweiler nach Oberweiler traf die Kaiserin ein Hochzeitspaar an, das soeben am Traualtar den kirchlichen Segen empfangen hatte. Sie„### die jungen Leute an und ließ sich mit ihnen in ein längeres Gespräch ein, indem sie sich nach den Privatverhältnissen des Paares #d ihm schlisclick viol Glück und Segen zu dem Ulanen=Regiments Nr. 12 in Insterburg, der im dritten Jahre dient und sich zurzeit im dortigen Garnison=Lazareth befindet. Er ißt und trinkt von Zeit zu Zeit in halbwachem Zustande nach Verordnung des Arztes, um alsbald wieder in tiefen Schlaf zurückzusinken. Der Schlafende giebt zwar auf die an ihn gerichteten Fragen Antworten, doch sind diese ganz verworren und unverständlich. Außer dem fast andauernden Schlafe ist das einzig wesentliche Krankheitszeichen ein stark verlangsamter Puls. Die Aerzte stehen vor einem Rätsel. Ein Idyll aus dem Storchleben. Aus Glogau wird geschrieben: Schon seit einer Reihe von Jahren hat inmitten des Dorfes Weißholz im hiesigen Kreise auf Wohngebäude des Freigärtners August Jantke ein Storchenpaar sein Domizil aufgeschlagen. Auch in diesem Jahre traf in der alten Wohnung pen hielt GrobreinEheschließungen: Klempnermeister Friedrich Säger in Enger, Werther=Chaussee Nr. 301, mit der gewerblosen Wilhelmine Rottmann in Diebrock Nr. 82, Colon Heinrich Gerdener in Herringhausen Nr. 6 mit der gewerblosen Auguste Gerdener in Herringhausen Nr. 27, Maurer Heinrich Wellmann in Oldinghausen bei Nr. 9 mit der Näherin Anna Gießelmann in Eickum Nr. 18. Sterbefälle: Anna Johanne Marie Laker in Pödinghausen Nr. 38 2 M., Witwe Hanne Marie Ilsabein Hartmann, geb. Cassing, 78 I, Witwe Anne Marie Elisabeth Scheele, geb. Bäumer, 68 Jahre alt. Jamilien-Nachrichten. Geboren 1 Sohn: Pastor v. Bodelschwingh jun., Bethel. — Stork in Gütersloh. Mosberg, 46 Jahre, und Tischre, in Bielefeld. Berliner Börse. Appischen Vereinsbank, Akt.-Ges. 24. Ma. 1902. Pfandbriefe 1900 100,10 Deutsche Bank-Akt. 208.40 Disc. Commandit-Akt. 185.25 A. Schaaff hausen'scher Bv. 119.50 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 168,30 Hibernia Bergw.-Aktien 166.— Harpener dto. 174.— Harb.-Wien. Gummi-Akt, 339.— Phönix Bergw.-Aktien 126.— Bankdiscont 3% Tendenz: fest. Nr 9. Monatliche Beilage zur Deutschen Dorf=Zeitung. (Herausgeber; Heinrich Sohnrey=Berlin.) 1902 Amtlicher Anzeiger der Königlichen Ansiedelungskommission für die provinzen Westpreußen und Posen. Amtlicher Teil. Anfragen Ansiedelungslustiger über die Ansiedelungsbedingungen, Lage, Preis und Bodenbeschaffenheit der einzelnen Güter, Reiseweg und sonstiges sind zu richten an die „Königliche Ansiedelungskommission zu Posen,“ die darauf nähere Auskunft erteilt. und erst nach einigen Jahren zu tilgende Darlehen(sogenannte Ergänzungsdarlehen) bis zum Höchstbetrage von ¾ des nachgewiesenen eigenen Vermögens zu einem niedrigen Zinsfuß gewährt werden. In Ausnahmefällen können Darlehne sogar über den Betrag des nachgewiesenen eigenen Vermögens hinaus gegeben werden. 3. Vor der Rentenzahlung werden 1 bis 3 Freijahre gewährt. 4. Der zuziehende Ansiedler wird mit seinem Umzugsgute von der nächsten Bahnstation unentgeltlich mit Gutsgespann abgeholt und in vorhandenen Gutsgebäuden vorläufig untergebracht. 5. Beim Aufbau und bei der ersten Bestellung hilft die fiskalische Gutsverwaltung ihm, soweit nötig, durch unentgeltliche Gespannleistungen; Baumaterialien, namentlich Ziegelund Feldsteine, werden zu billigem Selbstkostenpreise überlassen. Wer nicht selbst aufbauen will, kann auch fertige Gehöfte gegen Zahlung der Selbstkosten übernehmen. 6. Der Ansiedler, der im ersten Jahre wegen des Gehöftbaues noch nicht selbst ernten kann, erhält bis zur ersten Ernte— abgesehen vom Saatgut— Mund= und Wirtschaftsvorrat für sich, seine Familie und sein Vieh nach den dafür erlassenen näheren Bestimmungen unentgeltlich. Bei Uebernahme der stehenden Ernte gelten die bezügl. Vereinbarungen. 7. Anschaffung von Obstbäumen für die neuen Stellen erfolgt durch die Ansiedelungskommission unter Uebernahme von ¾ der Kosten. 8. Zur Erleichterung der öffentlichen Lasten werden den neuen Ansiedlergemeinden unentgeltlich Grundstücke überwiesen, deren Wert bis zu 5 Prozent der aufgeteilten Gutsfläche beträgt. Soweit die Ansiedelungskommission die Erbauung neuer Kirchen und Schulen ans Anlaß der Besiedelung für erforderlich erachtet, werden die erstmaligen Bankosten vom Staate getragen. Gemeinschaftliche Besichtigungsreisen von Ansiedelungslustigungen auf bestimmte, von der Ansiedelungskommission bezeichnete Güter haben in den letzten Jahren mit gutem Erfolge stattgefunden. Es sollen daher auch im laufenden Jahr solche Reisen veranstaltet werden. Dazu ist jedesmal eine Beteiligung von mindestens 30 Personen erforderlich, die sich gemeinschaftlich durch einen damit beauftragten Vertrauensmann einen Wagen 4. Klasse bei dem nächsten Stationsvorstande rechtzeitig bestellen. Es stellt sich dann z. B. von Minden in Westfalen bis Gnesen, das mitten im Ansiedelungsgebiete liegt, der Fahrpreis nur auf 9 Mark 60 Pfennige für die Person, also für Hin= und Rückfahrt auf 19 Mark 20 Pfennige.(Die Meile Eisenbahnfahrt kostet 10 Pfg.) Fuhrwerk und Unterkunft auf den betreffenden Gütern erhalten die Teilnehmer unentgeltlich. Zur Teilnahme zugelassen werden nur ernsthafte Kauflustige, nicht solche Personen, die aus bloßer Neugierde oder zu sonstigen Zwecken mitfahren. Um dies prufen zu können, muß derjenige, der die Leitung einer solchen Reise übernimmt, vorher die ausgefüllten Fragebogen der Teilnehmer an die Ansiedelungskommission einrechen. Denjenigen Teilnehmern, die sich auf dem betreffenden Gute, das den Zielpunkt der Reise bildet, wirklich ankaufen und ihre Bietungskaution einzahlen, wird auch der Eisenbahnfahrpreis erstattet werden. Wo Vertrauensmänner der Ansiedelungskommission ernannt sind, werden diese ersucht, die Vorbereitung der Reise zu übernehmen. Wo solche nicht bestellt sind, muß es einer der Reiselustigen selbst thun. Etwaige Anfragen über die beste Art der Veranstaltung solcher Reisen u. dgl. sind, wie alle sonstigen Anfragen, an die Königliche Ansiedelungskommission zu Posen zu richten und werden von dieser umgehend beantwortet. A. Die Erleichterungen für den Eigentumserwerb, die dem Käufer einer Ansiedlerstelle von der Königlichen Ansiedelungskommission gewährt werden, sind folgende: 1. Der Grund und Boden braucht nicht mit Kapital bezahlt zu werden, sondern wird gegen eine jährliche Rente von höchstens 3 pCt. der fiskalischen Selbstkosten zu Eigentum überlassen. 2. Zum Aufbau der Gebäude und zur Beschaffung des In" ventars soll der Erwerber das besitzen, doch können ihm unter festgesetzte Vermögen selbst Umständen dazu zinsfreie B. Für den Pächter einer Anfiedlerstelle. Der Aufban des Pachtgehöfts erfolgt entweder durch den Pächter auf Kosten des Fiskus, oder durch die AnsiedelungsKommission. Die Pacht ist festgestellt auf die Rente vom Landwert zuzüglich 2 bis höchstens 3 pCt. vom Gebäudewert. Pächter erhalten 1 Freijahr. Im Pachtvertrage werden zugleich die Bedingungen festgesetzt, unter deuen Pächter nach Ablauf der Pachtzeit oder auch vorher die Stelle zu Eigentum erwerben kann. Die Pachtstellen sind in erster Linie für Ansiedelungslustige mit nachgewiesener landwirtschaftlicher Tüchtigkeit und mit kleinem Vermögen(von 1200 Mk. an aufwärts) bestimmt und sollen mit einer durchschnittlichen Flächengröße von 40 bis 60 Morgen zur Auslegung kommen. 0 90 30 30 10 10 70 10 75 e Station Herford. rricht vom 26. Mai. es Vortages: 17,9°. der Nacht: 5,90. hr vorm.: 8,40. „: 13,20 vorm.: 762,5 mm. shöhe: 0.0 mn.. . Himmel: Bewölkt; zeitweise stliches Wetter. westlichen Winden Witterungsfortelephonische Meldungen. Naj. dem Kaiser. eute vormittag besuchte der Kaiser sdienst in der hiesigen Kirche, zu e Vereine aus der Umgegend einGottesdienst fuhr der Kaiser in zu Kurzel und kehrte alsbald nach Erzbischofs Simar. im Dompropst Dr. Berlage lief gramm des Kaisers aus wollte der alte Baron nicht denken, denn dann fier naturlich alles Hoffen zusammen und das Gespenst der Zwangsversteigerung drängte sich um so fürchterlicher auf. Aber warum sollte der Schatz nicht an der Stelle liegen wo ihn Hatto verborgen? Nun darüber würde man sich ja sehr bald klar werden. Vor allem galt es Zeit zu gewinnen, um die Zwangsversteigerung hinaus zu schieben und zu diesem Behufe mußte der Kommerzienrat von der Entdeckung des Geheimnisses Fnachrichtigt werden und schließlich war er es doch der alten Zekanntschaft und Geschäftsfreundschaft schuldig die Schrauben nicht allzu fest anzuziehen(Forts. folgt.) Kleimann in Herringhausen bei Nr. 1, Lemkemeyer in Siele Nr. 20, Colon August Göhner in Westerenger Nr. 9, Kohlenhändler Carl Niemann in Enger, Burgstr. Nr. 67, Werkführer Wilhelm Gläsker in Enger, Bielefelder Chaussee Nr. 271, Chausseearbeiter Heinrich Hartwig in Westerenger bei Nr. 12, Ackersmann August Bartling in Herringhausen Nr. 24, Maurer Hermann Heinrich Heidbrink in Enger, Werther=Chaussee bei Nr. 213. Aufgeboten: Schriftsetzer Johann Carl Runkel in Mülheim am Rhein, Rheinstr. Nr. 38, mit der gewerblosen Anna Kampmann in Enger, Bielefelderstr. Nr. 186. inscheiden des Erzbischofs Simar Trauer erfüllt. Ich spreche dem Diözese zu dem schweren Verlust, eine so zeitige Abberufung des s Erzbistum Köln gebracht hat, aus. Die großen Verdienste des hm bekleideten kirchlichen Aemtern patriotischer Gesinnung gepaarten inschaften sichern ihm bei mir für und dankbares Gedenken.“ graphierte:„Ich bin über den Tod ich noch vor kurzem in Düsseldorf t allein die katholische Kirche, das ihm einen seiner besten Männer.“ Bülow telegraphierte:„Ew. r das so unerwartete Hinscheiden cten Erzbischofs Simar hat mich der Erzdibzese spreche ich zu dem mit ihr das Vaterland erleidet, Friedrich von Baden, Minister Los und Oberpräsident Nasse 1. inische Kaisergeschenk. Der Antrag gegen die Aufstellung sroßen wurde an die zuständige Vorsitzende gab die Zusicherung, mmmission still begraben werden. surenkrieg. Blätter berichten aus Südafrika, das Kommando Fouchs angegriffen er Versammlung in Vereeniging unde wurde er von den englischen urenkommandos verschont. Rückkehr. Anlaß der Rückkehr des Prä27. d. Mts. werden sämtliche öffentliche irchen Flaggenschmuck anlegen. Abends findet Illummation statt. Das Nordgeschwader ist aus Cherbourg abgegangen und begiebt sich nach Dünkirchen, wo Loubet eine Flottenschau abhalten wird. Petersburg, 25. Mai. Präsident Loubet spendete für Wohlthätigkeitszwecke 100 000 Franken. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil verantwortlich: Geora Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Herforder Kreisnachrichten. Herford, 26. Mai 1902. Musikvereinskonzert. Im großen Saale des Schützenhofes fand gestern nachmittag das große Konzert des Musik=Vereins statt. Da das Werk:„Gustap Adolf“ von Max Bruch in seinen einzelnen Chören und Solopartien von uns schon besprochen ist, so können wir uns hier nur darauf beschränken, zu erklären, daß die Aufführung das Erwarten wohl aller Besucher nicht nur voll befriedigte, ja oft übertraf. Die Chöre verrieten ein sorgfältiges Studium und volles Einleben in die Gedanken des Komponisten. Die recht innigen Weisen des Edelknaben Leubelfing brachte Frau Iduna Walter=Choinanus, Landau, in feinfühlender Weise zur Wiedergabe. Ihre wundervolle klang den großen Saal vollkommen und im Herzen der Hörer erobert. Herr Hein uns ein schon lieb gewordener Gast; wir die Freude, seinen Heldentenor hören zu partie war durch den Baritonisten Herri Berlin, aufs Beste vertreten. Die he Schwedenkönigs, ihn, den Retter der e Deutschland, der für seinen Glauben un Brüder siegt und stirbt, sahen wir im feste Burg ist unser Gott", das war Schlußakkord des Werkes, in den die einstimmten.— Dem Musikverein und sei Königl. Musikdirektor Päts sowie nich wirkenden Lehrergesangverein gebührt für Konzertes die vollste und wärmste A richtiger Dank. Möchte jedes Konzerte sein wie dieses und das edle Strebe bieten, sowie die mühevollen Wochen der mehr wie bisher belohnt werden.— Ar folg“ muß immer besser werden, weil j ßeren Aufführungen wesentliche Unkosten ist dem Musikverein für die gestrige so noch ein Defizit von mehreren hundert □ Eine allgemeine deutsche erste ihrer Art, soll im Jahre 1904 Kultusministers Dr. Studt veranstaltet Statistik soll festgestellt werden, wie vie im Deutschen Reiche giebt, ferner wie wie viel Schüler unterrichtet werden, r vorhanden sind, wie die Lehrerbesoldt niche Ausgaben der Staat für das Schi hit usw. Auch andere auf das interne Fragen sollen durch diese Statistik gekl ∆ Im Silberkranze. Amh Eheleute Zigarrensortierer Emil Gerber das Fest der silbernen Hochzeit, wozi gratulieren. Die Handelsschule unte Ausflug. ** Eine Versammlung der für die konservative Partei Min am Mittwoch nachmittag 3 Uhr im Vi e Turnerisches. Der ges Vorturnertag für den Minden=Raven ca. 70 Turnern besucht. Da das Wei der Aufmarsch sowie die Freiübungen Halle auf dem Platz vor der städtische An das Turnen schloß sich in Biermar meinschaftliches Essen an, worauf die! begann. Als Ort für den nächster Bünde bestimmt. =e Fußballsport. Vor einige ein Fußballklub gebildet, der jeden E dem Lübberbruche Spiele veranstaltet. reits über eine stattliche Anzahl von In Brinkmanns Garter bei gutem Besuch die Düngelsche Kape jährigen Gartenkonzerte. Hoffentlich bald die Fortsetzung solcher Veranstalt Wie uns die Westfälise bank mitteilt, sind jetzt auch die Hypothekenbank=Pfandbriefe an der Berliner Börse zur Notiz gelangt und zwar mit 15,10%. Runmehr stellt sich die Rechnung wie folgt: Man bekam für Mk. 100 4% Pfandbriefe Mk. 80 nominell abgestempelte Pfandbriefe und M. 15 nominell in Aktien. Die 4% Pfandbriefe notierten gestern 99%, mithin für Mk. 80—79,20. Mk. 15 in Aktien notierten gestern 15,10; insgesamt würde man also heute für je Mk. 100 der früheren Werte Mk. 94,30 bei einer Veräußerung zu dem bevorstehenden Börsenkurse erhalten. Welche Chancen den Aktien inne wohnen, läßt sich naturgemäß nicht beurteilen, dagegen dürften sie bei den Pfandbriefen jedenfalls wohl ziemlich erschöpft sein, da ja selbst die 4%, für 10 Jahre unkündbaren Pfandbriefe der alten bewährten Pfandbriefinstitute nur ca. 101—102% notieren, also nur etwa E den Nerkauf der Näheres enthält die kleine Schrift„Bauernland“ von Heinrich Sohnrey, die das Ausiedelungswesen zutreffend schildert und gegen Einsendung von 10 Pfg. in Briefmarken von dem Ausschuß für Wohlfahrtspflege auf dem Lande, Berlin W., Köthenerstr. 23, zu beziehen ist. Alle sonstigen Aufragen sind zu richten an die Königl. Ansiedelungskömmission in Posen(Mühlenstr. 128). Neue Auslegung. Einladung an Ansiedelungsbewerber zur Besichtigung des Gutes Kiekrz. 694 ha große, im Kreise Posen West gelegene Gut Kiekrz ist zur Besiedelung in 40 Stellen verschiedener Größe ausgelegt. Die Ansiedlerstellen werden zu Eigentum gegen Rente vergeben. Die Rente ist von der Ansiedelungs=Kommission auf 3% der fiskalischen Selbstkosten festgestellt. Der Acker ist ein guter Mittelboden und steht in guter Kultur, er eignet sich zum Anbau der meisten hier landesüblichen Fruchtarten. Wiesen sind nur in verhältnismäßig geringem Umfange vorhanden. Die Verkehrslage ist sehr günstig. Kiekrz ist mit der 13 km entfernten, 120 000 Einwohner zählenden Provinzialhauptstadt Posen durch die dicht am Gutsgehöst liegende Haltestelle Kiekrz der Vollbahn Breslau—Posen—Stargard verbunden. Auf der Strecke verkehren täglich 8 Züge, von denen 6 in Kiekrz halten. Die Fahrtdauer von Kiekrz bis Posen beträgt rd. ¼ Stunde. Eine evangelische Schule soll in Kiekrz neu errichtet werden. Eine evangelische Kirche befindet sich in dem 4 um entfernten Orte Rokietnice. Der Künigenb Ein Roman aus dem Hochspessart v. (33. Fortsetzung.)— Man zindek auch nicht ein Lich einen Scheffel, sondern auff einen LeuAllen, die im Hausse sind. Ihr seyd das Licht der Welt. E dem Berge liegt, nicht verporgen seyn Ihr sollt nicht wehnen, daß ich oder die Propheten auffzulesen, ich p# zulesen, sondern zu erfillen. Ihr seyd das Saltz der Erde, wird, womit soll man saltzen? Es i denn daß man es hinaus schitte und le Im ersten Vers entsprach das S der Zahl fünf, das I der Zahl ne sieben. Nun mußte er nachforsch diese Zahlen bedeuten. Vielleicht k Erklärung kommen. Aber alle sei fruchtlos, trotzdem er die gesamte Freiherrn in Zahlen übertrug, trotzde dividierte, potenzierte und die Wur gelingen. Keinen Anhaltspunkt bo auch ihre kabbalistische Bedeutung I einen Ort oder eine Gegend zurückführen, wo der Schatz vergraben liegen konnte. Mit den Buchstaben also, die in Zahlen umgesetzt wurden, war es nichts. Er mußte nun forschen, ob sich in der Geheimschrift Zahlen fanden, die in Buchstaben umgesetzt werden konnten, dann war vielleicht eine Möglichkeit zu finden. Dann fiel ihm wieder auf, trotzdem er keine Zahlen finden konnte, daß die drei letzten biblischen Verse mit dem Worte Ihr begannen. I war neun, H war acht und R war siebzehn. war etwas Geheimnisvolles, acht und neun gaben siebzehn, I und I zusammengengmmen und R war auch sieb zehn. ea Iu den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., 40—50 Pfg., Butter Pfd. Mk. 1,15, Eier Pfd. 45 Pfg., P 30—35 Pfg., Rosenkohl Pfd. 35 Pfg., junge Wurzeln B. Pfg., Steckrüben 5 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., Zwiebeln 2 Pfd. 25 Pfg., Kohlrabi Bund 10 Pfg., Blumenkohl 50—55 Pfg., Schnittsalat Portion 10 Pfg., Kopfsalat Kopf 10 Pfg., Spargel Pfd. 75—80 Pfg., Radieschen Bund 10 Pfg., Streifrüben 4 Bund 10 Pfg., Gurken Stück 30—40 Pfg., Seefische Pfd. 18—30 Pfg. Provinz und Nachbarstaaten. # Niederbecksen, 24. Mai. Gerichtliches. Der Kr Hert eert 0 •12000 Aber vergeblich zerbrach er sich den Kopf, er konnte karte des ##ssart altzterrime## stagte er sich jegi, so en.. Buchstaben ausgedrückt, nicht einen Ortsnamen ergeben könnten. Der erste war Vers zehn, der zweite, Vers zwanzig, der dritte, Vers dreizehn, der vierte, Vers neun, der fünfte, Vers sieben, der sechste, Vers fünfzehn, der siebente, Vers vierzehn, der achts, Bers siebzehn und der neunte wiederholte den Vers dreizehn. Nun schrieb er sich in dieser Reihenfolge die Zahlen nebeneinander auf: 10. 20. 13. 9. 7. 15. 14 13. 17. Dann setzte er die betreffenden Buchstaben darunter und hatte ein überraschendes Ergebnis. Der zehn entsprach das K, der zwanzig das U, der dreizehn das N. der neun das I, der sieben das G der fünfzehn das P der vierzehn das O der Streifen über den Waldvergen auftanchen, di rn u blassen machten und eine seltsame Müdigkeit und Erschlaffung nach der furchtbaren Anspannung aller seiner Geisteskräfte kam über ihn, aber er durfte nicht schlafen, denn das Geschick drängt. Wer weiß wie lange Zeit es dauerte, bis man den Schatz gehoben hatte, man mußte graben und forschen. Er ging hinaus und stieg die Treppe hinauf, um an der Thür seines getreuen Mechenhart zu klopfen. Sofort wurden schlürfende Tritte im Innern laut, die Thür öffnete sich und angezogen trat ihm der alte Mann entgegen. „Schon auf, alter Mechenhart?“ „Ja, schon auf, gnädiger Herr. Ich sah das Licht in der Bihliothek und dachte mir der gnädige Herr arbeite wohl Nier adhahd in G-eäider ertichen ur uer in diesem Jahre wohl wegen des kalten Wetters noch keine Gelegenheit dazu gehabt. Ein bevorzugter Roman. Wir lesen in den„Leipz R. Nachr.": Der Kaiser hat die Widmung des neuesten Ronanes der Dichterin Nataly v. Eschstruth, betitelt„Die Bären von Hohen=Esp“, angenommen. Es ist dies der erste Fall, daß der Kaiser die Widmung eines Romanes genehmigt hat. Kaiserin und Hochzeitspaar. Gelegentlich eines Spazierganges von Badenweiler nach Oberweiler traf die Kaiserin ein Hochzeitspaar an, das soeben am Traualtar den kirchlichen Segen empfangen hatte. Sie hielt die jungen Leute an und ließ sich mit ihnen in ein längeres Gespräch ein, indem sie sich nach den Privatverhältnissen des Paares und ihm schließlich viel Glück und Segen zu dem kr k1 Li. Oeiseein Ulanen=Regiments Nr. 12 in Insterburg, der im dritten Jahre dient und sich zurzeit im dortigen Garnison=Lazareth befindet. Er ißt und trinkt von Zeit zu Zeit in halbwachem Zustande nach Verordnung des Arztes, um alsbald wieder in tiefen Schlaf zurückzusinken. Der Schlafende giebt zwar auf die an ihn gerichteten Fragen Antworten, doch sind diese ganz verworren und unverständlich. Außer dem fast andauernden Schlafe ist das einzig wesentliche Krankheitszeichen ein stark verlangsamter Puls. Die Aerzte stehen vor einem Rätsel. Ein Idyll aus dem Storchleben. Aus Glogau wird geschrieben: Schon seit einer Reihe von Jahren hat inmitten des Dorfes Weißholz im hiesigen Kreise auf dem Wohngebäude des Freigärtners August Jantke ein Storchenpaar sein Domizil aufgeschlagen. Auch in diesem Jahre traf „Mama“ Storch in der alten Wohnung ein, hielt Großreinmachen, leate Eier und erwartete den Herrn„Papa“, der aber Fanei Gm Eheschließungen: Klempnermeister Friedrich Säger in Enger, Werther=Chaussee Nr. 301, mit der gewerblosen Wilhelmine Rottmann in Diebrock Nr. 82, Colon Heinrich Gerdener in Herringhausen Nr. 6 mit der gewerblosen Auguste Gerdener in Herringhausen Nr. 27, Maurer Heinrich Wellmann in Oldinghausen bei Nr. 9 mit der Näherin Anna Gießelmann in Eickum Nr. 18. Sterbefälle: Anna Johanne Marie Laker in Pödinghausen Nr. 38 2 M., Witwe Hanne Marie Ilsabein Hartmann, geb. Cassing, 78 I, Witwe Anne Marie Elisabeth Scheele, geb. Bäumer, 68 Jahre alt. Jamilien-Nachrichten. Geboren 1 Sohn: Pastor v. Bodelschwingh jun., Bethel. 1 Tochter: Seminarlehrer Stork in Gütersloh. Gestorben: Joseph Mosberg, 46 Jahre, und TischG.=An Sn#cht 62 Jahre, in Bielefeld. Berliner Börse. Appischen Vereinsbank, Akt.-Ges 24. Ma. 1902. 70 80 80 80 10 10 70 10 75 100,10 24840 185.25 Pfandbriefe 1900 Deutsche Bank-Akt. Disc. Commandit-Akt. A. Schaaff hausen'scher Bv. 119,50 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 168,30 Hibernia Bergw.-Aktien 166.— Harpener dto. 174.— Harb.-Wien. Gummi-Akt, 339.— Phönix Bergw.-Aktien 126.— Bankdiscont 3% Tendenz: fest. Station bericht vom 26. Mai. des Vortages: 17,9°. in der Nacht: 5,90. Uhr vorm.: 8,4°. „„: 13,20 ir vorm.: 762,5 mm. igshöhe: 0,0 mm. W. Himmel: Bewölkt; zeitweise westlichen Winden WitterungsfortTelephonische Meldungen. Maj. dem Kaiser. Heute vormittag besuchte der Kaiser ottesdienst in der hiesigen Kirche, zu frere Vereine aus der Umgegend eindem Gottesdienst fuhr der Kaiser in tift zu Kurzel und kehrte alsbald nach des Erzbischofs Simar. Beim Dompropst Dr. Berlage lief elegramm des Kaisers aus m Hinscheiden des Erzbischofs Simar iger Trauer erfüllt. Ich spreche dem nzen Diözese zu dem schweren Verluft, rch eine so zeitige Abberufung des das Erzbistum Köln gebracht hat, ime aus. Die großen Verdienste des on ihm bekleideten kirchlichen Aemtern treuer patriotischer Gesinnung gepaarten tereigenschaften sichern ihm bei mir für iches und dankbares Gedenken.“ z telegraphierte:„Ich bin über den Tod , den ich noch vor kurzem in Düsseldorf Nicht allein die katholische Kirche, das ert in ihm einen seiner besten Männer.“ azler Bülow telegraphierte:„Ew. n über das so unerwartete Hinscheiden hverehrten Erzbischofs Simar hat mich kapitel der Erzdibzese spreche ich zu dem den mit ihr das Vaterland erleidet, eid aus.“ rzog Friedrich von Baden, Minister oberst Los und Oberpräsident Nasse ebungen. merikanische Kaisergeschenk. Mai. Der Antrag gegen die Aufstellung des Großen wurde an die zuständige " Der Vorsitzende gab die Zusicherung, der Kommission still begraben werden. im Burenkrieg. ai. Die Blätter berichten aus Südafrika, ruppen das Kommando Fouchs angegriffen mt an der Versammlung in Vereeniging esem Grunde wurde er von den englischen ndere Burenkommandos verschont. Loubets Rückkehr. der S., wollte der alte Baron nicht denken, denn dann fier naturlich alles Hoffen zusammen und das Gespenst der Zwangsversteigerung drängte sich um so fürchterlicher auf. Aber warum sollte der Schatz nicht an der Stelle liegen wo ihn Hatto verborgen? Nun darüber würde man sich ja sehr bald klar werden. Vor allem galt es Zeit zu gewinnen, um die Zwangsversteigerung hinaus zu schieben uno zu diesem Behufe mußte der Kommerzienrat von der Entdeckung des Geheimnisses Fnachrichtigt werden und schließlich war er es doch der alten Zekanntschaft und Geschäftsfreundschaft schuldig die Schrauben nicht allzu fest anzuziehen..(Forts. folgt.) Kleimann in Herringhausen bei Nr. I, Schmier Hmnn Lemkemeyer in Siele Nr. 20, Colon August Göhner in Westerenger Nr. 9, Kohlenhändler Carl Niemann in Enger, Burgstr. Nr. 67, Werkführer Wilhelm Gläsker in Enger, Bielefelder Chaussee Nr. 271, Chausseearbeiter Heinrich Hartwig in Westerenger bei Nr. 12, Ackersmann August Bartling in Herringhausen Nr. 24, Maurer Hermann Heinrich Heidbrink in Enger, Werther=Chaussee bei Nr. 213. Aufgeboten: Schriftsetzer Johann Carl Runkel in Mülheim am Rhein, Rheinstr. Nr. 38, mit der gewerblosen Anna Kampmann in Enger, Bielefelderstr. Nr. 186. zi. Aus Anlaß der Rückkehr des Prä27. d. Mts. werden sämtliche öffentliche irchen Flaggenschmuck anlegen. Abends findet Illumination statt. Das Nordgeschwader ist aus Cherbourg abgegangen und begiebt sich nach Dünkirchen, wo Loubet eine Flottenschau abhalten wird. Petersburg, 25. Mai. Präsident Loubet spendete für Wohlthätigkeitszwecke 100000 Franken. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Herforder Kreisnachrichten. Herford, 26. Mai 1902. #zss Musikvereinskonzert. Im großen Saale des Schützenhofes fand gestern nachmittag das große Konzert des Musik=Vereins statt. Da das Werk:„Gustap Adolf“ von Max Bruch in seinen einzelnen Chören und Solopartien von uns schon besprochen ist, so können wir uns hier nur darauf beschränken, zu erklären, daß die Aufführung das Erwarten wohl aller Besucher nicht nur voll befriedigte, ja oft übertraf. Die Chöre verrieten ein sorgfältiges Studium und volles Einleben in die Gedanken des Komponisten. Die recht innigen Weisen des Edelknaben Leubelfing brachte Frau Iduna Walter=Choinauus, Landau, in feinfsihlenden Weise zur Wiedergabe. Ihre wundervolle klang den großen Saal vollkommen und im F Herzen der Hörer erobert. Herr Hein uns ein schon lieb gewordener Gast; wir die Freude, seinen Heldentenor hören zu partie war durch den Baritonisten Herrn Berlin, aufs Beste vertreten. Die he Schwedenkönigs, ihn, den Retter der er Deutschland, der für seinen Glauben und Brüder siegt und stirbt, sahen wir im C feste Burg ist unser Gott"“, das war Schlußakkord des Werkes, in den die Z einstimmten.— Dem Musikverein und sei Königl. Musikdirektor Päts sowie nich wirkenden Lehrergesangverein gebührt für Konzertes die vollste und wärmste A richtiger Dank. Möchte jedes Konzert el sein wie dieses und das edle Streber bieten, sowie die mühevollen Wochen der mehr wie bisher belohnt werden.— Au folg“ muß immer besser werden, weil je ßeren Aufführungen wesentliche Unkosten ist dem Musikverein für die gestrige so noch ein Defizit von mehreren hundert □ Eine allgemeine deutsche erste ihrer Art, soll im Jahre 1904 Kultusministers Dr. Studt veranstaltet Statistik soll festgestellt werden, wie vie im Deutschen Reiche giebt, ferner wie t wie viel Schüler unterrichtet werden,### vorhanden sind, wie die Lehrerbesold: miche Ausgaben der Staat für das Schi usw. Auch andere auf das interne Fragen sollen durch diese Statistik gekl ∆ Im Silberkranze. Amh Eheleute Zigarrensortierer Emil Gerber das Fest der silbernen Hochzeit, wozi gratulieren. Ausflug. n4 ** Eine Versammlung der für die konservative Partei Min am Mittwoch nachmittag 3 Uhr im V e Turnerisches. Der ge Vorturnertag für den Minden=Raven ca. 70 Turnern besucht. Da das Wei der Aufmarsch sowie die Freiübunger Halle auf dem Platz vor der städtische An das Turnen schloß sich in Biermai meinschaftliches Essen an, worauf die begann. Als Ort für den nächste Bünde bestimmt. —e Fußballsport. Vor einige ein Fußballklub gebildet, der jeden dem Lübberbruche Spiele veranstaltet. reits über eine stattliche Anzahl von In Brinkmanns Garte. bei gutem Besuch die Düngelsche Kapjährigen Gartenkonzerte. Hoffentlich bald die Fortsetzung solcher Veranstal *ch Wie uns die Westfälist bank mitteilt, sind jetzt auch di Der Künigenb Ein Roman aus dem Hochspessart r (33. Fortsetzung.)— Man zindek auch nicht ein Lic einen Scheffel, sondern auff einen Leu Allen, die im Hausse sind. Ihr seyd das Licht der Welt. 6 dem Berge liegt, nicht verporgen seyr Ihr sollt nicht wehnen, daß ich oder die Propheten auffzulesen, ich: zulesen, sondern zu erfillen. Ihr seyd das Saltz der Erde, wird, womit soll man saltzen? Es denn daß man es hinaus schitte und! Im ersten Vers entsprach das S der Zahl fünf, das I der Zahl n sieben. Nun mußte er nachforsch diese Zahlen bedeuten. Vielleicht— Erklärung kommen. Aber alle si fruchtlos, trotzdem er die gesamt Freiherrn in Zahlen übertrug, trotzdi dividierte, potenzierte und die Wu gelingen. Keinen Anhaltspunkt b auch ihre kabbalistische Bedeutung tieß sech einen Ort oder eine Gegend zurückführen, u graben liegen konnte. Mit den Buchstaben also, die in Zahlen umgesetzt wurveit, war es nichts. Er mußte nun forschen, ob sich in der Geheimschrift Zahlen fanden, die in Buchstaben umgesetzt werden konnten, dann war vielleicht eine Möglichkeit zu finden. Dann fiel ihm wieder auf, trotzdem er keine Zahlen finden konnte, daß die drei letzten biblischen Verse mit dem Worte Ihr begannen. I war neun, A war acht und R war siebzehn. Das war etwas Geheimnisvolles, achr und neun gaben siebzehn. I und H zusammengenommen und R war auch siebzenn Aber vergeblich zerbrach er sich den Kopf, er konnte nichts finden, worauf diese doppelte siebzehrn hingewiesen hätte R R. vielleicht war so etwas gemeint. Er nahm die Spezialkarte des Siesarts vor und nute nach Vanen, die aufslig Hypothekenbank=Pfandbriefe an der Berliner Börse zur Notiz gelangt und zwar mit 15,10%. Runmehr stellt sich die Rechnung wie folgt: Man bekam für Mk. 100 4% Pfandbriefe Mk. 80 nominell abgestempelte Pfandbriefe und Mr. 15 nominell in Aktien. Die 4 ½ Pfandbriefe notierten gestern 99%, mithin für Mk. 80—79,20. Mk. 15 in Aktien notierten gestern 15,10; insgesamt würde man also heute für je Mk. 100 der früheren Werte Mk. 94,30 bei einer Veräußerung zu dem bevorstehenden Börsenkurse erhalten. Welche Chancen den Aktien inne wohnen, läßt sich naturgemäß nicht beurteilen, dagegen dürften sie bei den Pfandbriefen jedenfalls wohl ziemlich erschöpft sein, da ja selbst die 4%, für 10 Jahre unkündbaren Pfandbriefe der alten bewährten Pfandbriefinstitute nur ca. 101—102% notieren, also nur etwa —„—„ In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett 40—50 Pfg., Butter Pfd. Mk. 1,15, Eier Pfd. 45 Pfg., E 30—35 Pfg., Rosenkohl Pfd. 35 Pfg., junge Wurzeln B. Pfg., Steckrüben 5 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., Zwiebeln 2 Pfd. 25 Pfg., Kohlrabi Bund 10 Pfg., Blumenkohl 50—55 Pfg., Schnittsalat Portion 10 Pfg., Kopfsalat Kopf 10 Pfg., Spargel Pfd. 75—80 Pfg., Radieschen Bund 10 Pfg., Streifrüben 4 Bund 10 Pfg., Gurken Stück 30—40 Pfg., Seefische Pfd. 18-—30 Vle. Aus Provinz und Nachbarstaaten. a n o u b o c k s e n 2 4. M a i. G e r i c h t l i c h e s. D e r Bemerkungen. Es kostet die Fahrt nach der Station Kiekrz: Bei Benutzung der 3. Wagenklasse werden die Kosten durch Gebrauch der Rückfahrkarten mit 45 tägiger Gültigkeit erheblich herabgemindert. Die Erwerber von Ansiedlerstellen ohne Gebäude erhalten drei, diejenigen, welche Stellen mit Gebäuden erworben haben, ein bis zwei Freijahre. Aitfragen an die siskalische Gutsverwaltung Kiekrz, Post am Oite, oder an die Kgl. Ansiedelungskommission in Posen. Besichtigung des Gutes jederzeit möglich. verwalter erwünscht. Vorherige Mitteilung an den GutsZur Besiedelung. liegen zur Zeit im ganzen 70 Güter mit 1800 Stellen aus, die größtenteils sofort, zum Teil erst dann abgebbar sind, wenn die Gebäude für den Betrieb der Gutswirtschaft entbehrlich werden. Eine größere Anzahl von Stellen ist noch verkäuflich auf folgenden Gütern(die eingeklammerten Worte hinter den Gutsnamen bedeuten den Kreis, in dem das Gut liegt— die folgende Zahl die Gesamtgröße des Gutes in ha—4 Morgen): (Fortsetzung.) 7. Sosnica(Krotoschin), 840 ha— 40 Stellen, davon vergeben 30 Stellen,— 5 km von der nächsten Eisenbahnstation und Kreisstadt Pleschen entfernt. Schule am Ort, Kirche in dem 4 km entfernt liegenden Marktflecken Dobrzyca, der regen Marktverkehr hat. 8. Gosciejewo(Obornik) 699 ha in 39 Stellen kürzlich ausgelegt, 12 Stellen bereits verkauft. Bodenverhältnisse auch Verkehrslage günstig, da nur 2 kn von der nächsten Eisenbahnstation Rogasen, sowie von der gleichnamigen Stadt mit Amtsgericht 2c., 4 km entfernt. Acker, soweit nötig drainiert. Wiesen genügend vorhanden. Schule wird erbaut; Kirche befindet sich in dem angrenzenden Dorf Gosciejewo. 9. Wolitz(Schubin) 795 ha, von 28 ausgelegten Stellen sind 13 verkauft. Guter Mittelboden mit reichlichen Wiesen, unmittelbar an der schiffbaren Netze gelegen, mit eigener Verladestelle. Kirche in dem 1 km entfernten Marktstädtchen Bartschin, 2 kn von der Zuckerfabrik Znin gelegen, die mit Bärtschin durch Eisenbahn verbunden ist. 10. Tuchorze mit Recklin— Bomst— 1815 ha, davon zur Besiedelung 900 ha in 47 Stellen kürzlich ausgelegt, wovon 17 Stellen verkauft sind. Boden in guter Kultur, auch zum Anbau von Hopfen geeignet, wo nötig, drainiert. Wiesen reichlich vorhanden. Tuchorze selbst ist Eisenbahnstation. Nächster Marktort Kreisstadt Wollstein, 8 km Eisenbahn oder 10 km Landweg. Kirche und Schule werden am Ort erbaut. Spiritusbrennerei auf dem Gute, soll später einer von den Ansiedlern zu bildenden Gesellschaft übereignet werden. Im Anschluß an die Brennerei ist die Errichtung einer Dampfmolkerei geplant. Die nächste Ansiedlergemeinde Dt. Zodien liegt 7 km entfernt. 11. Kobylnik(Posen West) 357 ha, kürzlich zur Besiedelung in 25 Stellen ausgelegt. Verkehrslage günstig, 5,5 km von der Bahnstation Rokietnice entfernt, 18 km von Posen. Schule am Orte, Kirche in Rokietniece, Boden guter Mittelboden zum Anbau sämtlicher Feldfrüchte geeignet. Nur wenige Stellen sind noch abzugeben auf folgenden fast fertig besiedelten Gütern: Alswede(Schroda) 1 Stelle, Ulanowo (Gnesen) 2 Stellen, Wilcza(Jarotschin) 1 Stelle, Dominowo (Schroda) 4 Stellen, Miloslawitz(Wongrowitz) 1 Stelle, Ziemnitz (Kosten) 4 Stellen, Gorä(Posen West) 3 Stellen, Branitz(Schwetz) 3 Stellen, Oschnau(Znin) 2 Stellen, Laskirch=Gontsch=Hohenau (Znin) 1 Stelle, Rynsk(Briesen) 3 Stellen.(Forts. folgt.) Ferner sind noch von den 2197 ha großen in 99 Stellen ausgelegten Gute Demlowalonka(Briesen) die nachstehend aufgeführten Stellen sofort abzugeben. Boden ist in guter Kultur, durchweg kleefähig und soweit nötig drainirt. Nächste Eisenbahnstation Briesen 8 km, Postagentur am Orte. Kirche und 2 Schulen sind neu erbaut. Einrichtung einer Genossenschaftsbrennerei geplant. Feldmark wird von 2 Chausseen durchschnitten. Für die Redaktion verantwortlich Oekonomierat Dr. Ludloss in Posen.— Druck: Spezialdruckerei für Massenauflagen Adolf Allmers. Varel in Oldenburg. enser war Vers zehn, der zweite, Vers zwanzig, der dritte, Vers dreizehn, der vierte, Vers neun, der fünfte, Vers sieben, der sechste, Vers fünfzehn, der siebente, Vers vierzehn, der achts, Vers siebzehn und der neunte wiederholte den Vers dreizehn. Nun schrieb er sich in dieser Reihenfolge die Zahlen nebeneinander auf: 10. 20. 13. 9. 7. 15. 14 13. 17. Dann setzte er die betreffenden Buchstaben darunter und hatte ein überraschendes Ergebnis. Der zehn entsprach das K, der zwanzig das U, der dreizehn das N. der neun das I, der sieben das G der fünfzehn das P der vierzehn das O der en auf blassen machten und eine seltsame Müdigkeit und Erschlaffung nach der furchtbaren Anspannung aller seiner Geisteskräfte kam über ihn, aber er durfte nicht schlafen, denn das Geschick drängt. Wer weiß wie lange Zeit es dauerte, bis man den Schatz gehoben hatte, man mußte graben und forschen. Er ging hinaus und stieg die Treppe hinauf, um an der Thür seines getreuen Mechenhart zu klopfen. Sofort wurden schlürfende Tritte im Innern laut, die Thür öffnete sich und angezogen trat ihm der alte Mann entgegen. „Schon auf, alter Mechenhart?“ „Ja, schon auf, gnädiger Herr. Ich sah das Licht in der Bibliothek und dachte mir der gnädige Herr arbeite woh käfer regelmäßig den Garde=Füsilieren zuzusenden, hat aber in diesem Jahre wohl wegen des kalten Wetters noch keine Gelegenheit dazu gehabt. Ein bevorzugter Roman. Wir lesen in den„Leipz N. Nachr.": Der Kaiser hat die Widmung des neuesten Romanes der Dichterin Nataly v. Eschstruth, betitelt„Die Bären von Hohen=Esp“, angenommen. Es ist dies der erste Fall, daß der Kaiser die Widmung eines Romanes genehmigt hat. Kaiserin und Hochzeitspaar. Gelegentlich eines Spazierganges von Badenweiler nach Oberweiler traf die Kaiserin ein Hochzeitspaar an, das soeben am Traualtar den kirchlichen Segen empfangen hatte. Sie hielt die jungen Leute an und ließ sich mit ihnen in ein längeres Gespräch ein, indem sie sich nach den Privatverhältnissen des Paares erkundigte und ihm schließlich viel Glück und Segen zu dem neugeschlossenen Bunde wünschte. Nunmehr hat die Kaiserin dem jungen Ehepaare das Bildnis des Kaisers in schönem Rahmen überreichen lassen. Zur Widmung der Bronzestatue Friedrichs des Großen für die Vereinigten Staaten wird noch mitgeteilt, daß auf Befehl des Kaisers sich Professor Uphues persönlich nach Washington begeben wird, um dort zur gegebenen Zeit die Aufstellung seines Werkes zu leiten. Saatenstand im Deutschen Reiche um Mitte Mai. Winterweizen 2,4, Mai 1901 3.5, Sommer= weizen 2,7(2,5), Winterspelz, 2,4(2,3), Winterroggen 2,7 (3,0), Sommerroggen 2,6(2,3), Sommergerste 2,7(2,4), Hafer 2,8(2,5), Klee 2,7(3,0), Luzerne 2,0(2,8), Wiesen 2,9(2,5). Die wegen Auswinterung 2c. umgepflügte Fläche beträgt in Prozent der Anbaufläche bei Winterweizen 0,3, Mai 1901 38,1, bei Winterspelz 0,2(0,9), bei Winterroggen 0,2(9,0) bei Klee 1,3(10,8) und bei Luzerne 1,9(9,4). Der günstige Stand der Saaten im April verschlechterte sich infolge der andauernd ungünstigen Witterung erheblich. Besonders stark litten die Sommerfrüchte. Die Frühjahrsbestellung ging bis Ende April glatt von statten. Der Winterweizen litt weniger als der Winterroggen; letzterer litt namentlich auf leichtem nassen Boden durch die Kälte stark, er wurde dort spitz. Immerhin wird mehrfach hervorgehoben, daß auch jetzt noch keine ernsteren Besorgnisse für das Gedeihen der Wintersaaten beständen, sofern bald wärmeres Wetter einträte. Die Bestellung der Felder mit Sommerung konnte bis zum Eintritt des nassen Wetters nicht überall beendet werden. Der Einjährige im Extrazuge. Auf dem Bahnhofe zu Erlangen traf dieser Tage ein Extrazug ein, dem zu aller Verwunderung als einziger Passagier ein— EinjährigFreiwilliger entstieg. Der junge Marsjünger hatte in Hof den Personenzug versäumt und kam dadurch in die Gefahr, zu spät im Dienst zu erscheinen. Kurz entschlossen bestellte er sich daher einen Extrazug, der den geängstigten Einjährigen auch pünktlich an das Ziel brachte. Das Billett zu diesem Sonderzug soll allerdings ziemlich teuer gewesen sein. Der schlafende Ulan. Seit nunmehr drei Wochen schläft der Ulan Bernecker von der 5. Eskadron des litanischen noch und wollte herunter rommen, um Sie zu Bett zu jagen und nun kommen der gnädige Herr selber herauf.“ „Ja, alter Mechenhart, ich komme selber, um Dir die Mitteilung zu machen, daß ich das Geheimnis des Schatzes gefunden habe, komm herunter, ich will es Dir zeigen. Der Künigenbrunnen ist der Ort, wo Hatto von Hobbach seine Reichtümer verbarg.“ Mechenhart war starr vor Staunen. Wie ein Jüngling frisch sprang er die Treppe hinunter und schlug die Hände zusammen vor Ueberraschung, wie einfach und natürlich die Lösung des Rätsels gewesen war. „Nun hinunter, sattle mir mein Pferd, ich muß jetzt hinüber nach dem Wildenstein und den Alten wecken. Die aufgehende Sonne soll einen Glückstag beleuchten, wie er auf dem Wildenstein noch nie empfunden wurde.“ Eine halbe Stunde später trabte Roger in dem grauen Frühmorgenlicht dem Wildenstein entgegen. Je näher er dem Schlosse kam, desto heftiger wurde seine Aufregung, seine Freude. Er fühlte sich so glücklich, so unendlich selig, daß es ihm beschieden war, die Familie der Geliebten vom Ruin zu retten. Das war wenigstens ein Ausgleich dafür, daß er nicht mit Geld helfen konnte. Konnte? Er konnte wohl, aber der alte Wildensteiner war ein Romantiker, der an seinen Ideen zu Grunde ging, an seiner Opposition gegen den Eisenbahnbau. Roger war ja bereit gewesen, die Wettenburg zu verkaufen, aber der Alte wollte ja nicht. Schließlich hätte er sich vielleicht doch gefügt, aber inzwischen war der Bruch gekommen, Roger ohne Einfluß auf die Verhältnisse, die sich nun zu Ungunsten des Barons entwickelt hatten. Nun war, Gott sei Dank, alles in Ordnung. XXI. Auf dem Wildenstein erregte die Entdeckung Rogers natürlich die denkbar größte Aufregung. Damit war ja in der That aller Not ein Ende gemacht, denn wenn der Schatz nur annähernd das hielt, was die Sage von ihm erzählte, so mußte mit dem aufgefundenen Gold die Möglichkeit gegeben sein, nicht nur alle Schulden zu bezahlen, sondern auch alle Hypotheken mit einem Male abzulösen. In der großen Aufregung, die sich aller auf dem Wildenstein bemächtigt hatte, auch der Dienerschaft natürlich, denn sie war ja aus dem Spessart gebürtig und meistens schon vom Aeltervater her im Dienste der freiherrlichen Familie: in der großen Aufregung also war verhältnismäßig am ruhigsten der alte Freiherr. Nicht, daß er einen Zweifel in die Eristenz des Schatzes gesetzt hätte, das war ja nun nicht mehr gut möglich, denn die Zusammenstellung der Verse aus dem fünften Mathäuskapitel, die keinen andern Zusammenhang hatten, als den, daß die Verszahlen in Buchstaben übersetzt den Namen„Kunigporn“ ergaben, sprach zu deutlich von der Absicht des Ahnherrn, damit den Schatzort den Nachkommen zu überliefern. Wenn aber der Schatz nicht da war? Daran wollte der alte Baron nicht denken, denn dann fiel natürlich alles Hoffen zusammen und das Gespenst der Zwangsversteigerung drängte sich um so fürchterlicher auf. Aber warum sollte der Schatz nicht an der Stelle liegen wo ihn Hatto verborgen? Nun darüber würde man sich ja sehr bald klar werden. Vor allem galt es Zeit zu gewinnen, um die Zwangsversteigerung hinaus zu schieben und zu diesem Behufe mußte der Kommerzienrat von der Entdeckung des Geheimnisses Fnachrichtigt werden und schließlich war er es doch der alten Bekanntschaft und Geschäftsfreundschaft schuldig die Schrauben nicht allzu fest anzuziehen(Forts. folgt.) Ulanen=Regiments Nr. 12 in Insterburg, der im dritten Jahre dient und sich zurzeit im dortigen Garnison=Lazareth befindet. Er ißt und trinkt von Zeit zu Zeit in halbwachem Zustande nach Verordnung des Arztes, um alsbald wieder in tiefen Schlaf zurückzusinken. Der Schlafende giebt zwar auf die an ihn gerichteten Fragen Antworten, doch sind diese ganz verworren und unverständlich. Außer dem fast andauernden Schlafe ist das einzig wesentliche Krankheitszeichen ein stark verlangsamter Puls. Die Aerzte stehen vor einem Rätsel. Ein Idyll aus dem Storchleben. Aus Glogau wird geschrieben: Schon seit einer Reihe von Jahren hat inmitten des Dorfes Weißholz im hiesigen Kreise auf dem Wohngebäude des Freigärtners August Jantke ein Storchenpaar sein Domizil aufgeschlagen. Auch in diesem Jahre traf „Mama“ Storch in der alten Wohnung ein, hielt Großreinmachen, legte Eier und erwartete den Herrn„Papa“, der aber nicht erschien. Da wollte ein anderes Storchpaar der Nestinhaberin die Wohnung streitig machen. Nach längerem Kampfe kam es endlich dazu, daß die alte Störchin den neuzugereisten männlichen Storch als Ehegatten adoptierte, während die treulos verlassene„Witwe“ sich auderweitig ein Heim suchen mußte. Der neue Hausherr hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als die schon angebrüteten Eier aus dem Neste herauszuwerfen. Es wurden neue legitime Eier gelegt, und das Storchpaar lag mit großer Sorgfalt seinem Brutgeschäft ob. Da wurde nun von unbekannter Hand die Störchin erschossen und auf einer Wiese tot aufgefunden.„Papa“ Storch wartete vergeblich auf die Rückkehr seiner Ehehälfte. Da kam ein anderes Storchpaar und wollte dasselbe Nest beziehen. Nach hartem Kampfe und diplomatischen Unterhandlungen wurde eine Einigung dahin erzielt, daß die zugereiste Störchin beim bisherigen Inhaber des Nestes verblieb und der betrogene Gatte abreiste. Gegenwärtig ist nun das neu kopulierte Storchpaar mit den Vorbereitungen zu einem Brutgeschäft beschäftigt. Die Katastrophe auf den Kleinen Autillen. Der russische Finanzminister teilte dem Gouverneur der Bank von Frankreich mit, daß die russische Regierung der französischen Regierung für die Notleidenden auf Martinique 250 000 Frcs. zur Verfügung stelle.— Die russische Regierung vergißt wohl ganz, daß Millionen Russen von einer Not bedrückt sind, die nicht weniger schlimm ist als die auf Martinique. Waren doch soeben riesige Hungerrevolten der Bauern! Grubenunglück. Ein in London eingetroffenes Telegramm aus Montreal meldet: Freitag hat eine Explosion schlagender Wetter in einer Kohlenzeche in Fernie, BritischColumbia, 125 Bergleute getötet, darunter elf weiße. Diese waren fast alle Ungarn. Lustiges Allerlei. Schöner Gedanke. Neudekorierter:„Jetzt möchte ich durch ein Spalier nichtdekorierter Feinde gehen. Schlau. Junger Ehemann(bei der Heimkehr, zum Dienstmädchen):„Wenn meine Frau nur nicht beim Küssen schmeckt, daß ich Bier getrunken habe... pröbieren Sie doch einmal, Anna!“ Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Nachrichten vom 19. bis 24. Mai 1902. Geburten: Ein Sohn dem Schneider Peter Schumacher, Arbeiter August Klußmann, Bügeler Heinrich Lindemann, Maurer Johann Ueberfeld, Zuckerarbeiter Hermann Stumpe, Conditor Franz Laup, Weichensteller a. D. Carl Steffen, Tischler August Bitter, Schausteller Hugo Heydemann, Maurer Johann Schröder. Eine Tochter dem Arbeiter Friedrich Marwedel, Tischler Leopold Wöhler, Arbeiter Gottlieb Lücking, Tischler Friedrich Höcker, Commis Friedrich Strenger, Gemüsehändler Franz Lemkemeyer, Maurer Wilhelm Müller, Tischler Wilhelm Störmer. Aufgeboten: Kupferschmiedegeselle Gustav Backert und Fabrikarbeiterin Olga Griffel, Wagenmeister Carl Mennicke und Zuschneiderin Bertha Stock, Oberlehrer Dr. Jphil. Wilhelm Hennigs und Margarethe Scholle. Eheschließungen: Schuhmacher Julius Tscheche und Johanne Blomberg, Arbeiter Hermann Cassing und Näherin Anna Walkenhorst, Fabrikarbeiter August Stüwe und Dienstmagd Johanne Westerheide, Schlosser Heinrich Weder und Plätterin Marie Posor. Sterbefälle: Ehefrau Johanne Steding genannt Kruse 49 J., Wilhelm Bäumer 3 T., Friedrich Dunker 2 J., Friederike Oehlmann 5 I, Tischler Wilhelm Koch 41 J. Amt Enger. Nachrichten vom 8. bis einschl. 24. Mai 1902. Geburten: Ein Sohn dem Handarbeiter Heinrich Wöhrmann in Westerenger bei Nr. 3, Tischler Heinrich Tiemann in Belke=Steinbeck Nr. 16, Uhrmacher Friedrich Schierholz in Enger, Kirchplatz Nr. 71, Ackersmann August Brockmann in Pödinghausen Nr. 17, Maurer Heinrich Gießelmann in Enger auf dem Bruch bei Nr. 150, Ackersmann[Heinrich Brandt in Oldinghausen Nr. 10, Cigarrenarbeiter Carl Balke in Enger, Niedermühlenstraße Nr. 40a, Cigarrenarbeiter August Niehaus in Enger, Werther=Chaussee bei Nr. 294, Cigarrenarbeiter August Göhner in Westerenger bei Nr. 80, Handarbeiter Friedrich Deppermann in Westerenger bei Nr. 18, Müller Arnold Riepe in Enger, Linnenbrink Nr. 92. Eine Tochter dem Cigarrenarbeiter Heinrich Strahtmann in Enger, Opferfeldstraße bei Nr. 216, Handarbeiter Hermann Kleimann in Herringhausen bei Nr. 1, Schmied Heinrich Lemkemeyer in Siele Nr. 20, Colon August Göhner in Westerenger Nr. 9, Kohlenhändler Carl Niemann in Enger, Burgstr. Nr. 67, Werkführer Wilhelm Gläsker in Enger, Bielefelder Chaussee Nr. 271, Chausseearbeiter Heinrich Hartwig in Westerenger bei Nr. 12, Ackersmann August Bartling in Herringhausen Nr. 24, Maurer Hermann Heinrich Heidbrink in Enger, Werther=Chaussee bei Nr. 213. Aufgeboten: Schriftsetzer Johann Carl Runkel in Mülheim am Rhein, Rheinstr. Nr. 38, mit der gewerblosen Anna Kampmann in Enger, Bielefelderstr. Nr. 186. Eheschließungen: Klempnermeister Friedrich Säger in Enger, Werther=Chaussee Nr. 301, mit der gewerblosen Wilhelmine Rottmann in Diebrock Nr. 82, Colon Heinrich Gerdener in Herringhausen Nr. 6 mit der gewerblosen Auguste Gerdener in Herringhausen Nr. 27, Maurer Heinrich Wellmann in Oldinghausen bei Nr. 9 mit der Näherin Anna Gießelmann in Eickum Nr. 18. Sterbefälle: Anna Johanne Marie Laker in Pödinghausen Nr. 38 2 M., Witwe Hanne Marie Ilsabein Hartmann, geb. Cassing, 78 I, Witwe Anne Marie Elisabeth Scheele, geb. Bäumer, 68 Jahre alt. Geboren 1 Sohn: Pastor v. Bodelschwingh jun., Bethel. 1 Tochter: Seminarlehrer Stork in Gütersloh. Gestorben: Joseph Mosberg, 46 Jahre, und Tischler Gustav Specht, 62 Jahre, in Bielefell. Course der Berliner Börse. Mitgeteilt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ges. Herford, 24. Ma. 1902. 3% Preuss Consol2 91,70 3½%„„ 101,80 3% Deutsche Reichsanleihe 91.80 3½%„„ 101,80 3% Westt. Prov.-Anl.—.— 3½%„„ 100,10 4%„„ 104,10 4% Bielef. Stadtanleihe 103,70 4% Hamb. HypothekenPfandbriefe 1900 100,10 4% Rhein. Westf. Bodenkred.-Pfandbriefe 1905 100,75 4% Meining. Hypoth.Pfandbriefe 1900 100,10 Deutsche Bank-Akt. 208,40 Disc. Commandit-Akt. 185.25 A. Schaaffhausen'scher Bv. 119,50 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 168,30 Hibernia Bergw.-Aktien 166,— Harpener dto. 174.— Harb.-Wien. Gummi-Akt, 339.— Phönix Bergw.-Aktien 126.— Bankdiscont 3% Tendenz: fest. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 26. Mai. Höchste Temperatur des Vortages: 17,9°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 5,9°. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 8,4°. „„11„„: 13,20 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 762,5 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 0,0 mm. Wind: Schwacher W. Himmel: Bewölkt; zeitweise Sonnenschein. Wetter. 27. Mai. Bei schwachen westlichen Winden Witterungsfortdauer. Telegramme und Telephonische Meldungen. Von(Sr. Maj. dem Kaiser. Kurzel, 25. Mai. Heute vormittag besuchte der Kaiser mit dem Gefolge den Gottesdienst in der hiesigen Kirche, zu welchem sich auch mehrere Vereine aus der Umgegend eingefunden hatten. Nach dem Gottesdienst fuhr der Kaiser in das Wilhelm Viktoria=Stift zu Kurzel und kehrte alsbald nach Schloß Urville zurück. Zum Tode des Erzbischofs Simar. Köln, 25. Mai. Beim Dompropst Dr. Berlage lief folgendes Beileidstelegramm des Kaisers aus Urville ein: „Die Meldung vom Hinscheiden des Erzbischofs Simar hat mich mit aufrichtiger Trauer erfüllt. Ich spreche dem Domkapitel und der ganzen Diözese zu dem schweren Verlust, den Gott der Herr durch eine so zeitige Abberufung des treuen Oberhirten über das Erzbistum Köln gebracht hat, meine wärmste Teilnahme aus. Die großen Verdienste des Verewigten in allen von ihm bekleideten kirchlichen Aemtern und seine seltenen mit treuer patriotischer Gesinnung gepaarten ausgezeichneten Charaktereigenschaften sichern ihm bei mir für alle Zeiten ein freundliches und dankbares Gedenken.“ Der Kronprinz telegraphierte:„Ich bin über den Tod des Erzbischofs Simar, den ich noch vor kurzem in Düsseldorf begrüßte, tief betrübt. Nicht allein die katholische Kirche, das ganze Vaterland verliert in ihm einen seiner besten Männer.“ Der Reichskanzler Bülow telegraphierte:„Ew. Hochwürden Telegramm über das so unerwartete Hinscheiden des auch von mir hochverehrten Erzbischofs Simar hat mich tief bewegt. Dem Domkapitel der Erzdibzese spreche ich zu dem schmerzlichen Verlust, den mit ihr das Vaterland erleidet, mein herzlichstes Beileid aus.“ Auch Erbgroßherzog Friedrich von Baden, Minister Rheinbaben, Generaloberst Los und Oberpräsident Nasse sandten Beileidskundgebungen. Das nordamerikanische Kaisergeschenk. New York, 26. Mai. Der Antrag gegen die Aufstellung der Statue Friedrichs des Großen wurde an die zuständige Kommission verwiesen. Der Vorsitzende gab die Zusicherung, der Antrag werde in der Kommission still begraben werden. Burenkrieg. London, 26. Mai. Die Blätter berichten aus Südafrika, daß die englischen Truppen das Kommando Fouchs angegriffen haben. Fouchs nimmt an der Versammlung in Vereeniging nicht teil, und aus diesem Grunde wurde er von den englischen Truppen nicht wie andere Burenkommandos verschont. Loubets Rückkehr. Paris, 26. Mai. Aus Anlaß der Rückkehr des Präsidenten Loubet am 27. d. Mts. werden sämtliche öffentliche Gebäude in Dünkirchen Flaggenschmuck anlegen. Abends findet Illumination statt. Das Nordgeschwader ist aus Cherbourg abgegangen und begiebt sich nach Dünkirchen, wo Loubet eine Flottenschau abhalten wird. Petersburg, 25. Mai. Präsident Loubet spendete für Wohlthätigkeitszwecke 100000 Franken. Verantwortlicher Redakteur: Baul Sattler, für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Protektor: Se. Kaiserl. und Königl. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reiches. Industrie- und Gewerbe-Ausstellung verbunden mit einer Deutschnationalen Kunst-Ausstellung. Eröffnet seit 1. Mai 1902.= Ausstellungslotterie. 7 Hauptgewinne: mit 135 000 M. baar. Insgesamt 500.000 M. Gewinne. Los 1 Mark. Generalvertrieb: Ferd. Schäfer, Düsseldort, Königsallee. Wilh. Kruck, Vertreter für Naturheilkunde und Homöopathie in Hausberge bei Porta, Westf. 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