G 12. Jahrgang. KO oyrogistr hesehegece Godenholsen. ag ärhg Teleph.Anscht. WPesotb.eicnerwubers 8! Teleph. Anschl. E 106 Diese Zettung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mar! bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. „ c Inserate werden bis####testens vorm. 11 Uhr erbeten. JJac Dienstag, o. Mai. Preis der einspaltigen Vetitgesle für Stadt und Kreis Herford,] 1902 #d1 Oeyubausen und Amt Reame210 Pfg., sonst 13 Pfg. Amtliche# Anzeigen für den Kreis Hersord. ie von dem Herrn Vorsitzenden der Veranlagungskommission festgesetzte Gemeindesteuerliste derjenigen Eingesessenen der Stadtgemeinde Herford, welche nicht mehr als 900 Mark mit einem fingierten Normalsteuersatze für 1902 zur GemeindeEinkommensteuer eingeschätzt sind bezw. auf Grund von Normalsteuersätzen gemäß den Vorschriften des§ 74 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891 zu Kommunal=Abgaben herangezogen werden, liegt vom Tage der ortsüblichen Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an vierzehn Tage lang auf dem Steuer=Bureau im Rathaus II, Zimmer Nr. 8 während der Vormittags dienststunden zu Jedermanns Einsicht offen. Gegen die Veranlagung steht den Steuerpflichtigen binnen einer Ausschlußfrist von vier Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist die beim Vorsitzenden der Veranlagungskommission anzubringende Berufung zu. 131e Herford, 3. Mai 1902. Der Magistrat: Busse. Im Wege der Zwaugsvollstreckung soll das in der Gemarkung Herford belegene, im Grundbuche von Herford Altstadt Band 2, Blatt 431(Grundsteuermutterrolle Artikel Nr. 1046, Gebäudesteuerrolle Nr. 481), zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau Handelsmann Dietrich Höweler, Henriette geb. Husemann zu Herford eingetragene Grundstück, Flur 1 Nr. 659, Hinter der Mauer, Hofraum mit Wohnhaus Nr. 5, 52 qm groß, mit 105 Mk. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt, am 13. Mai 1902, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 16— versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 17. Februar 1902 in das Grundbuch eingetragen. Herford, den 9. März 1902. Königliches Antsgericht. 4180 Zwangsversteigerung. Im Weze der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Herford belegene, im Grundbuche von Herford Stiftberg Band 5 Blatt 14(Grundsteuermutterrolle Art. Nr. 2764, Gebäudesteuerrolle Nr. 3796) zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Handarbeiters Wilhelm Weitkamp, früher zu Falkendiek, jetzt zu Herford Stiftberg Nr. 170, eingetragene Grundstück Flur 24 Nr. 1483/409, am Langenberge, Hofraum mit Wohnhaus Nr. 170, 17 ar 45 qm groß, mit 150 Mk. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt, am 14. Mai 1902, vormittags 9½ Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 16 versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 24. Februar 1902 in das Grundbuch eingetragen. Herford, 9. März 1902. 479e Königliches Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvoustreckung sollen die in der Gemarkung Herford belegenen, im Grundbuche von Herford Altstadt Band 3 Blatt 441(Grundsteuermutterrolle Art. Nr. 36, Gebäudesteuerrolle Nr. 1742) zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bauunternehmers Heinrich Strunk zu Herford eingetragenen Grundstücke Flur 28 Nr. 821/197, 456/197, 820/197, am Kirchhofe, Garten, Hofraum mit Wohnhaus Nr. 322, Weg, zusammen 6,97 ar groß, mit 540 Mark Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt, am 14. Mai 1902, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 16— versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 15. Februar 1902 in das Grundbuch eingetragen. 4170 Herford, den 9. März 1902. Königliches Amtsgericht. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Das Auftreten des deutschen Kronprinzen in Düsseldorf hat auf alle Festteilnehmer einen sehr sympathischen Eindruck gemacht. Ein sehr angesehenes Blatt der Schweiz, die„Neue Zäricher Ztg.“, berichtet wie folgt über den Kronprinzen: Als der junge Thronfolger sich unter Fanfarenstößen zu seiner Rede auf das Gedeihen der Ausstellung erhob, stiegen selbst die ältesten Kommerzienräte auf die Stühle, um besser sehen und hören zu können. Der Kaisererbe besitzt noch ganz der Reiz der liebenswürdigen Jugendlichkeit. Als diese Versammlung meist bejahrter Herren die bekannte Preußenhymne sang mit dem Refrain:„Liebling des Volkes zu sein, Heil Kronprinz dir!“ senkte er mit schüchternem Vergnügen die Augen und errötete bescheiden bis über die Ohren, was die allseitige Freude steigerte. Dann begann er seine eigene Rede erst leise, dann lauter und mit wachsender Unbefangenheit vorzulesen. Er erregte lebhafte Zustimmung, als er dann sagte, wie durch die Verbindung von Industrie und Kunst auf dieser Ausstellung vor aller Welt bekundet werden solle, daß das deutsche Volk trotz energischem Wettbewerb auf materiellem Gebiete nicht daran denke, seine idealen Aufgaben zu vernachlässigen. Ebenso, als er sein Hoch ausbrachte auf Alle, die an der Ausstellung mitwirkten, und zwar vom ersten Leiter bis zum letzten Arbeiter. Zu der schmächtigen Jünglingsgestalt mit liebenswürdig weichen und milchbärtigen Gesichtszügen machte der bescheidene Ernst und der Versuch, möglichst bestimmt zu sprechen, einen sehr artigen und reizvollen Eindruck, so daß wiederholtes Händeklatschen und lebhaftes Bravo den jungen fürstlichen Herrn in seinem ersten größeren oratorischen Versuch freundlich ermunierte. Der Kronprinz ähnelt noch sehr viel seiner Mutter und ist im persönlichen Auftreten sehr sympathisch. Er macht den Eindruck eines jungen Herrn, der seine fürstliche Repräsentationspflicht mit gewissenhaftem Eifer vollzieht, wie ihm überhaupt ein stiller Ernst und starkes Pflichtgefühl von vertrauten Kennern seines Charakters nachgerühmt werden.“ Vom Reichstag. Graf Ballestrem eröffnete die gestrige Sitzung mit folgenden Worten: Meine Herren, ich habe Ihnen eine tief erschütternde Trauernachricht mitzuteilen. Unser Kollege, das Mitglied des Reichstages, der Abg Friedel, seit dem 6. März 1900, gewählt für den 2. Wahlkreis von Oberfranken, ist heute auf dem Wege von seiner Heimat nach Berlin, wohin er sich als Abgeordneter begeben wollte, durch einen Eisenbahnunfall getötet worden. Wir beklagen auf das Schmerzlichste den Verlust des Heimgegangenen, der auf dem Wege der Pflicht den Tod erlitt. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Meine Herren, Sie haben sich zu Ehren des Verstorbenen von Ihren Plätzen erhoben, ich konstatiere dies. Alsdann wird die Diätenvorlage für die Mitglieder der Zolltarifkommission in dritter Lesung angenommen; dagegen stimmten die Freisinnigen, die Sozialdemokraten und die Antisemiten. Bei Fortsetzung der 2. Beratung des Toleranzantrages wurden die Kommissionsbeschlüsse angenommen. Nunmehr folgte die erste Beratung der Zuck ervorlagen. Graf Bülow leitete die Debatte mit einer längeren Rede ein, in der er die gegen die Brüsseler Zuckerkonvention gerichteten Angriffe zurückwies, die Gründe darlegte, die uns zu einer Verständigung mit England nötigten, da andernfalls Frankreich, Holland und Belgien auf unsere Kosten zu solcher Verständigung gelangt wären, und zuguterletzt dringend vor einer Verschleppung der Beratung abriet, da solche Verschleppung Niemandem zugute komme, aber auf die ganze internationale Behandlung der Frage beunruhigend einwirken müßte. Das Zentrum ließ durch den Abg. Becker Verweisung an eine 28gliedrige Kommission beantragen. Der freisinnige Volksparteiler Wiemer sprach für die Vorlage und sogar gegen Kommissionsberatung. Letztere verlangte aufs entschiedenste der konservative Abg. v. Levetzow, der sich eine Durchpeitschung der Vorlage verbat und vieles darin als aufklärungsbedürftig bezeichnete. Der Sozialdemokrat Wurm sprach sich gegen Kommissionsberatung aus. Die Rechte wolle die Branntweinsteuernovelle verabschieden, aber die Zuckersteuervorlage scheitern lassen. Nachdem Abg. v. Kardorff in gleichem Sinne wie der Abg. von Levetzow Stellung genommen und unter starker Unruhe der Linken wochenlange Kommissionsberatungen angekündigt hatte, ward ein Vertagungsantrag angenommen. Nun kam es aber zu einer lebhaften Geschaftsordnungsdebatte. Präsident Graf Ballestrem schlug vor, außer dem Schutztruppengesetz und Fortsetzung der ersten Beratung der Zuckersteuervorlage noch Petitionen auf die heutige Tagesordnung zu setzen. Der Abg. Sieg beantragte außerdem, auch die Branntweinsteuer auf diese Tagesordnung zu setzen. Die Redner der Linken wollten den Zucker, die der Rechten den Branntwein bevorzugen. Ehe es zur Abstimmung kam, bezweifelte Abg. Richter die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der Namensaufruf ergab die Anwesenheit von nur 162 Mitgliedern, nachdem sich ein Teil der äußersten Linken dem Aufruf entzogen hatte. Es blieb mithin bei der vom Präsidenten vorgeschlagenen Tagesordnung. Preußischer Landtag. Im Abgeordnetenhause erbat und erhielt gestern zunächst Präsident v. Kröcher die Ermächtigung, dem Kronprinzen zu seinem heutigen Geburtstag die Glückwünsche des Hauses darzubringen. Auf der Tagesordnung standen lediglich Petitionen. Eine Petition des Landesvereins preußischer Volksschullehrerinnen um Zulassung der Frauen zu den politischen Vereinen beantragte die Kommission, durch Uebergang zur Tagesordnung zu erledigen. Abg. Dr. Krieger (frs. Vp.) beantragte Ueberweisung an die Regierung zur Berücksichtigung, da es endlich an der Zeit sei, eine Bestimmung aufzuheben, durch welche den Frauen die Teilnahme am öffentlichen Leben verwehrt wird und sie den Lehrlingen und Schülern gleichgestellt werden. Das widerspreche der Thatsache, daß Frauen Beamtinnen, Lehrerinnen und Aerzte werden können. Das Endresultat aller Reformbestrebungen werde wohl sein, daß den Frauen dieselben Rechte verliehen werden wie den Männern. Die Versammlung des Bundes der Landwirte im Zirkus Busch habe das Verdienst, daß die Frauen in Berlin wenigstens als Hörerinnen zu Versammlungen zugelassen werden. Abg. Willebrand(C., war der Ansicht, daß die Frau in die Familie gehöre und in die politische Arena nicht hinaustreten dürfe. Seine Partei sei bereit, das Gebiet der Erwerbsthätigkeit der Frau zu erweitern, nicht aber ihre politischen Rechte. Minister des Innern Freiherr von Hammerstein führte aus, die Ausdehnung der Berufsthätigkeit der Frauen sei aus sozialen Gründen mit Freude zu begrüßen; namentlich auf dem Gebiete der Arpiens pflege sei die Mithülfe der Frau unentbehrlich. Daß eine politische Thätigkeit der Frau segensreich wirken werde, müsse er vorläufig bestreiten. Mit großer Vorsicht sei in den fünfziger Jahren von der Regierung und dem Landtag der Grundsatz aufgestellt worden, daß an politischen Versammlungen nur Derjenige teil nehmen solle, der politische Rechte und Pflichten habe. Diese Rechte den Frauen zu geben, ständen heute noch dieselben Bedenken wie damals entgegen. Die Frauen mögen sich in Berufsvereinen zusammenschließen, in eigentlichen politischen Vereinen hätten sie nichts zu thun, wenigstens nicht auf die Dauer. Die§§ 8 und 12 des Vereinsgesetzes enthalten keine Verpflichtung der Polizei, jede Versammlung zu beaussichtigen, etwa mit dem Zweck, anwesende Frauen zu entfernen. Bestimmten, politisch scharf hervortretenden Vereinen gegenüber sei die Polizei angewiesen, auch schärfer vorzugehen, anderseits sie als einfache Zuhörerinnen auch zuzulassen. Diese Anordnung sei für die ganze Monarchie getroffen.(Beifall.) Abg. Dr. v. Heydebrand(kons.) trat für Uebergang zur Tagesordnung ein, Abg. Dr. Sattler(natlib.) für Ueberweisung zur Erwägung. Nachdem die Abgg. Dr. Hirsch(frs. Vp.), Freiherr v. Heereman (Zentr.), Dr. Müller(frs. Vp.) gesprochen, wurde ein Schlußantrag angenommen, und über die Petition selbst zur Tagesordnung übergegangen. Es wurde sodann eine große Reihe anderer Petitionen meist nach dem Kommissionsvorschlage erledigt, darunter eine solche auf Abschaffung der Arreststrafe für Subalternbeamte und eine weitere auf Verbot der Beteiligung von Beamten an handeltreibenden und landwirtschaftlichen Genossenschaften. Damit war die Tagesordnung erledigt. Befinden der Königin Wilhelmina Aus Schloß Loo sind ungünstige Nachrichten über das Befinden der Königin Wilhelmina der Niederlande eingetroffen: Die Königin ist Sonntag abend vorzeitig entbunden worden. Eine zweite Meldung besagt: Professor Roosenstein und die anderen Aerzte befinden sich unausgesetzt am Krankenlager der Königin. Die Aerzte sind dauernd mit der Königin beschäftigt, welche sehr leidend ist und deren Wehgeschrei im ganzen Palast gehört wird. Es wurde eine künstliche Grburt herbeigeführt, die mehrere Stunden erforderte. Es ist das der zweite Fall dieser Art binnen kurzer Zeit. Nach dem gestern nachmittag 2 Uhr ausgegebenen Krankheitsbericht ist der Zustand der Königin bis jetzt befriedigend. Wie dem„Reuterschen Büreau“ aus Schloß Loo gemeldet wird, stand die am Sonntag abend eingetretene Komplikation im engen Zusammenhang mit der infektiösen Krankheit, woran die Königin leidet. Die notwendig gewordene Operation ging glücklich von statten, welche in ähnlichen Fällen oft vorkommen. Man sieht daher in der Umgebung der Königin die Lage als hoffnungsvoll an, zumal alle Symptome darauf hinweisen, daß eine augenblickliche Gefahr nicht mehr vorhanden ist. Zur Lage in China. Bei dem Aufstand in Chenatingen wurde ein französischer Priester ermordet. Die Gesandten dringen darauf, daß die Regierung den Aufstand unverzüglich unterdrücke. Der frauzösische Gesandte wird einen Sekretär in das Aufstandsgebiet entsenden, der eine Untersuchung anstellen soll. Reuter meldet aus Peking vom 4. d. Mts.: Der Ausstand bei Chingtingfu nimmt zu und dehnte sich bereits auf einen Umkreis von 50 Meilen aus. Ein weiterer Priester wird vermißt. Zum Burenkrieg. Wie in Brüssel verlautet, bot Kitchener den Burenführern folgende Bedingungen an: 1) ein selbständiges Parlament; 2) die Begnadigung der Rebellen durch einen königlichen Gnadenakt ohne allgemeine Amnestie; 3) zwei Ratsstellen für den Transvaalstaat, eine für den Orangestaat in einem neu zu errichtenden Regierungsrat; 4) 8 Millionen Lstrl. für den Transvaalstaat, 4 Millionen Lstrl. für den Orangestaat zum Wiederaufbau der zerstörten Farmen; 5) Aufhebung aller Konfiskationsdekrete; 6) die Rückkehr aller Gefangenen. Lord Wolseley, der nach Afrika gesandte englische Oberfeldherr wurde bei seiner Rückfahrt aus Afrika von einem Vertreter des Londoner„Daily Expreß" interviewt, dem er gesagt haben soll: Die Buren zeigen sich alle entschlossen, bis zum letzten Augenblicke zu kämpfen. Nachdem sie sahen, wie viele in jedem Monate von ihren Leuten getötet und wie viele gefangen genommen werden, wie all' ihr Eigentum zertrümmert oder ihnen weggenommen wird, sehen sie nicht ein, was sie durch ein Nachgeben gewinnen können. Ich glaube nicht, daß sie einwilligen werden, Frieden zu schließen, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Feldmarschall Wolseley, der bekanntlich als Vertrauter des englischen Königs nach dem Kriegsschauplatze gesandt wurde, um einmal„wirklich“ Authentisches zu melden, was bei der Lügenhaftigkeit der Kriegsberichte Kitcheners sehr nötig war, hat damit endlich reinen Wein eingeschenkt: Alle Berichte über Kampfmüdigkeit und Friedenssehnsucht der Buren waren erfunden, um das englische Volk bei der Zahlungslust zu erhalten! Herforder Kreisnachrichten. Herford, 6. Mai 1902. * Zum heutigen(20.) Geburtstage des Kronprinzen haben die öffentlichen Gebäude Flaggenschmuck angelegt. ∆ Grundsteinlegung. Heute vormittag 11 Uhr fand die feierliche Grundsteinlegung zum Bau der neuen höheren Mädchenschule statt. Zu Beginn der Feier sprach Herr Pastor Schengberg ein Gebet, worauf die üblichen Hammerschläge erfolgten. Der Wortlaut der in den Grundstein eingefügten Urkunde ist wie folgt: Unter der Regierung Wilhelms II., Deutschen Kaisers und Königs von Preußen und zur Zeit, als Herr Freiherr v. d. Recke v. d. Horst Ober=Präsident der Provinz Westfalen, Herr Schreiber Regierungs=Präsident zu Minden, Herr G. v. Borries Landrat des Kreises Herford, Herr Quentin 1., Herr Busse 2. Bürgermeister und Herr Justizrat Lücken Stadtverordneten=Vorsteher zu Herford war, haben sich am heutigen Tage, Dienstag, den 6. Mai 1902, Unterzeichnete, der 1. Bürgermeister der Stadt Herford, der Direktor der Höheren Mädchenschule O. Siebert, der Stadtbaumeister Lichte und der Verwaltungs=Ausschuß der Schule in Gemeinschaft mit dem Lehrer=Kollegium an diesem Orte feierlich versammelt, um den Grundstein zu diesem Neubau der Höheren Mädchenschule zu legen. In den Grundstein wurde eine Metallkiste versenkt, welche birgt: 1. Diese Urkunde, 2. ein Druckstück zur Begründung der Notwendigkeit dieses Baues vom Direktor Siebert, 3. u. 4. ein Exemplar des 1. und 2. Jahresberichts der Schule., 5. ein Schriftstück des Direktors über den jetzigen Zustand der Schule, 6. u. 7. einen Stunden=Plan der Schule, Winter=Halbjahr 1901/1902 und Sommer=Halbjahr 1902, 8. einen städtischen Verwaltungsbericht 1895/1900(fällt aus), 9. einen desgleichen 1. April 1900/1901,(beide enthaltend Abschnitte, die Schule betr), 10. u. 11. die beiden neuesten Nummern der hiesigen LokalPresse. Gott segne diesen Neubau, alle die aus= und eingehen und unsere liebe alte Stadt Herford. Eine Sitzung der Stadtverordneten findet wieder am nächsten Freitag statt. Die Tagesordnung kommt in der nächsten Nummer zum Abdruck * Ein Leichenzug bewegte sich heute vormittag nach der Strafanstalt zu. Leidtragende und Postbeamten gaben bis dahin dem verstorbenen Herrn Briefträger Hildner das letzte Geleite. Die Leiche wird per Wagen bis nach Lübbecke gebracht, woselbst die Beerdigung erfolgt. ** Auf Besuch vom Tode ereilt wurde gestern der 25 jährige Reichsbankassistent Hammer aus Bielefeld. Derselbe weilte seit Sonntag hier bei einem Freunde und fand dort ganz unerwartet seinen Tod. □□ Außer in der Sophienstraße, welche infolge der dort stattfindenden Arbeiten noch immer schwer zu passieren ist, läßt auch die Beleuchtung in der Göbenstraße und zwar besonders nahe an der Schlachthofbrücke zu wünschen übrig. Mit Rücksicht auf die daselbst vorgenommenen Straßenarbeiten ware es sehr ratsam, daß die Laternen auch nachts beleuchtet bleiben. * Jägerkreise führen Klage darüber, daß auf den Feldern herumtreibende Hunde, namentlich Foxterriers, den jungen Hasen nachstellen und somit die Jagd schädigen. Wir werden daraufhin gebeten, aufmerksam zu machen, daß die Hunde jetzt anzulegen sind, widrigenfalls die Jäger berechtigt sind, die Hunde abzuschießen. * Vereinsnachrichten. Die Turngemeinde hält heute abend nach dem Turnen in Biermanns Saale eine Hauptversammlung ab.— Für morgen nachmittag beruft der Lehrerverein nach dem Centralhotel eine Sitzung ein. ** Das Residenztheater=Ensemble zu Hannover giebt am nächsten Montag im Bürgerverein ein Gastspiel. An die Aufführung der Komödie„Die Neuvermählten“ schließt sich ein Ueberbrett'l an. Billets sind im Vorverkauf in Wessel's Zigarrenhandlung zu haben. Verhaftet wurde gestern mittag der Fuhrknecht Raabe von hier, der vom Königl. Amtsgericht hier steckbrieflich verfolgt wurde. R. hat eine zweimonatliche Haftstrafe zu verbüßen und dieselbe trotz Aufforderung nicht angetreten. Nochmals der Fall Niemeyer. Von beteiligter Seite werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß doch gegen den noch immer vermißten Arbeiter Niemeyer ein Verfahren wegen Meineids schwebt. Gegen N. soll ein Steckbrief erlassen werden. ** Regenschauer, just wie im April, gingen in den letzten Tagen nieder und fielen in die Baumblüte. Der durstigen Erde war wohl diese Erfrischung zu gönnen und nicht minder unseren Obstbäumen, aber doch meinen manche Leute, daß diese Niederschläge der Baumblüte schaden. Neuere Beobachtungen und Untersuchungen haben jedoch ergeben, daß der Obstbaum während der Blütezeit einer gewissen Feuchtigkeit bedarf. Bei Obstbäumen, die überreich blühen und nicht tragen, ist oftmals der letzte Grund im Mangel an genügender Feuchtigkeit zu suchen. Die Narbe in der Blüte ist trocken und der Blütenstaub haftet nicht. Kurzer vorübergehender Regen schadet daher der Baumblüte kaum, wenn bald wieder sonnige Tage folgen. Andauernder Regen verhindert selbstverständlich die Befruchtung, da eine Bildung von Blütenstaub dann völlig ausgeschlossen erscheint. Fahrplanwünsche. Aus der Handelskamwer zu Bielefeld wird uns folgendes mitgeteilt: Von dem Vertreter der Handelskama er im Bezirkseisenbahnrat Frankfurt a. M. ist für die nächste Bezirkseisenbahnrats=Sitzung folgender Antrag eingebracht worden: Bezirkseisenbahnrat wolle befürworten, daß auf der Strecke Altenbeken-Unna ein Schnellzug mit Haltestationen in Paderborn, Geseke, Lippstadt und Soest eingelegt werde, der Altenbeken etwas nach 8 Uhr morgens verläßt. und in Unna den Anschluß an den 9.43 von Unna nach Schwerte, Hagen, Elberfeld, Düsseldorf und Köln abfahrenden Schnellzug(72) erreicht. Als Gegenzug wollen Bezirkseisenbahnrat die Einlegung eines Personenzuges befürworten, welcher Anschluß erhält an den in Unna 1.22 eintreffenden Schnellzug(59) von Köln und welcher in Paderborn den Anschluß an den 4.36 morgens von Paderborn nach Holzminden abgehenden Personenzug Nr. 353 erreicht. Elverdissen, 5. Mai. Viehmarkt. Am Freitag, den 9. d. M. findet der diesjährige Frühjahrs=Viehmarkt hier statt. e Eickum, 5. Mai. Radfahrerverein„Vorwarts". In der letzten Generalversammlung wurde beschlossen, das diesjährige Stiftungsfest am 20. Juli auf dem Hofe des Kolons Wefing hier zu feiern. i Enger, 5. Mai. Kriegerverein. In der gestrigen Monatsversammlung hielt der die Verhandlungen leitende zweite Vorsitzende auch einen längeren Vortrag über den Stand der Denkmalsfrage(gemeinsames Krieger= und Wittekinddenkmal). Redner hob hervor, daß wohl mit dem Bau in kurzer Zeit begonnen werden könnte. Die Versammlung nahm diese Mitteilung mit Freuden entgegen. Am Verbandsfeste in Spradow will der Verein teilnehmen. Eine offizielle Beteiligung am Kriegerfeste in Oetinghausen wurde hingegen abgelehnt; den einzelnen Kameraden bleibt es natürlich überlassen, sich auch an diesem Feste zu beteiligen. en Enger, 5. Mai. Die Steuerlisten der Gemeinden des Amtes Enger für 1902 liegen 14 Tage lang auf dem Amtsbureau aus. kk Siele, 5. Mai. Schulneubau. Ein neuer Schulbau soll demnächst hier in der Nähe der alten Schule errichtet werden. •! Westerenger, 5. Mai. Fast verunglückt wäre gestern abend auf der Kleinbahn hier eine Mannsperson. Als der letzte von Spenge kommende Zug die hiesige Station verlassen wollte, versuchte die betreffende Person noch in den schon fahrenden Zug zu springen. Dies gelang jedoch nicht mehr und wurde die Person einige Meter vom Zuge mitgeschleift. Von einigen Leuten, welche vom Perron aus Unfall angesehen hatten, wurde die Persönlichkeit vom Zuge weggerissen und soll, wie verlautet, ohne Schaden zu nehmen, davongekommen sein. Provinz und Nachbarstaaten. * Bielefeld, 5. Mai. Schwere Ausschreitungen. Der Arbeiter Ostmann ließ sich am Samstag abend kurz nach 11 Uhr mit einer Droschke nach seiner Wohnung, Webereistraße, fahren. Da er sich zur Zahlung des Fahrpreises weigerte, sollte die Festnahme durch einen Schutzmann erfolgen. Der Beamte wurde von dem inzwischen hinzugekommenen Bruder des O. mit Steinen geworfen und bald entstand dadurch ein erheblicher Menschenauflauf. Die Umstehenden ergriffen für Ostmann Partei. Von allen Seiten wurde der Schutzmann mit Steinen beworfen, sodaß er in die Wictschaft Pallmeyer flüchten mußte. Nun bombardierte die Menge die Wirtschaft mit Wurfgeschossen. Zwei große Spiegelscheiben, sowie die Scheiben der Hausthür wurden zertrümmert. Der dem Wirte entstandene Schaden beläuft sich laut G.=A. auf ca. 500 Mk. Wie der Polizeibericht noch meldet, wurden vier Personen wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung sowie thätlichen Angriffs auf Polizeibeamte festgenommen; ein fünfter ist heute morgen verhaftet. * H a m b u r g, 5. M a i. D u r c h G a s e r n t i c k t. D u r c h Ausströmen von Gas ist in der letzten Nacht in einem Hause am Hammersteindamm eine aus vier Personen bestehende Familie erstickt. * Lübeck, 5. Mai. Wohlthätige Stiftung. Der Hamburger Kaufmann Karl v. Borries hat seiner Vaterstadt Lübeck 400000 Mk. zur Errichtung einer Stiftung für bejahrte Frauen und Jungfrauen der gebildeten Stände geschenkt. Die Stiftung, für die der Lübeckische Staat das Terrain kostenfrei hergiebt, führt den Namen v. Borries=Stiftung. Künigenbrunnen. Ein Roman aus dem Hochspessart von F. Eduard Pflüger. (18. Fortsetzung.)—(Nachdr. verboten.) Während sie sprach war sie aufgestanden, ihre Augen leuchteten und sie schien den Graseu als der Inbegriff aller Schönheit, als das begehrenswertesie Weib, das er je gesehen und der Gedanke, daß gerade ihm beschieden sein sollte, die Liebe in dieses jungfräuliche Herz zu hauchen, hatte etwas unsagbar Beseligendes. Er konnte sich nicht beherrschen, er ergriff ihre Hand und zog sie an die Lippen. „Sie haben recht, Ihring, jeder echte Jäger ist mit der Natur verwachsen und die Natur ist es, die den gewaltigen Zauber auf ihn ausübt, sodaß er alles vergißt, wenn er mit der Büchse in der Hand durch den stillen Wald wandert.“ „Das wollen wir aber jetzt thun. Nehmen Sie dort den Drilling meines Vaters, es ist die beste Waffe auf dem Wildenstein und lassen Sie uns gehen. Ich fürchte, es wird schon ein bißchen spät sein und ich habe zur Vorsicht unseren kleinen Jagdwagen anspannen lassen, damit wir schneller in das Schippacher Revier hinuntergelangen.“ Sie gingen hinaus, wo der Kutscher am hohen Greifenthor den mächtigen Schweißhund an der Leine haltend bei dem Gefährt harrte. Roger half Ihring einsteigen und folgte dann. Gehorsam sprang der Hund nach und streckte sich zu Füßen seiner Herrin nieder. Der Kutscher stieg auf den Boa, lustig knallte die Peitsche in das Grau der schwindenden Nacht hinein und der leichte Wagen flog von den rüstigen Pferden gezogen den breiten Weg hinunter an einem zur Sommerszeit harten Feldweg entlang, damit man nicht durch Eschau zu fahren brauchte, hinein in den Wiesengrund, so daß bald das Wahrzeichen von Schippach, die hohe rote Fabrik auftauchte. Wo die Straße am Wegkreuz vor Himmelthal nach Mönchsberg abbiegt, hielt der Wagen und Ihring stieg mit Roger aus, um in den dunklen Hochwald der Wendelshöhe einzubiegen Ein schmaler Pfad führte sie immer bergauf. Tiefes Duukel herrschte noch unter den Buchen, die hie und da von schlank aufstrebenden Kiefern durchsetzt waren. Es war kühl draußen, aber unter den Bäumen im Hochwald hatte die Schwüle des Tages noch ihren Platz behauptet so daß den beiden Bergansteigenden recht warm wurde und sie mit Freuden eine kahle Höhe begrüßten, wo lustiger Morgenwind strich. „Hier ist unser Platz, dort in den Binsen wird der Bock bald auftauchen. Nun ist freilich noch zu wenig Licht und wir können uns ruhig niedersetzen.“ Der Wildensteiner Förster hatte hier einen hübschen Anstand ausgegraben und in der Tiefe eine behagliche Bank gebaut. Sie war eigentlich nur für einen Jäger berechnet und Roger wollte am Waldrand entlang sich einen andern Stand suchen. Aber Ihring meinte:„Bleiben Sie doch, Graf, es ist ja nicht unumgänglich nötig, daß wir den Bock schießen und es ist mir in der Dunkelheit ein wenig unheimlich, wenn ich so ganz allein hier sitze.“ Roger stellte sich neben die Sitzende und stützte seine Arme lässig auf das Graspostament, das der Förster hier angelegt hatte. Der Hund hatte sich zur Seite niedergelassen und man sah, wie er aufmerksam in die vorliegende Waldblöße blickte, man konnte aus seiner Spannung bemerken, daß er genau wußte, worum es sich handelte. „Ist es nicht herrlich, Graf Wettenburg, so den anbrechenden Morgen im Hochwald zu erwarten.“ „Gewiß, hören Sie nur dieses eigentümliche zauberische Rauschen in den Bäumen und sehen Sie wie der Nebel über die Binsen streicht und jetzt, hören Sie nichts?“ Ganz in der Ferne ertönte ein leises Piepen, dann antwortete abseits ein anderer Vogel, dann zwitscherte es ganz in der Nähe der beiden Harrenden, als ob ein Vogel im Traum aufgescheucht worden wäre und verschlafen sein Lied vor sich hingesungen hätte. Wenige Minuten atemlosen Harrens folgten, dann vernahm man das gedämpfte Locken der Schwarzamsel und die Antwort des Weibchens. „Hören Sie, Graf, Meister Schwarzamsel ruft seine Gattin zum Frühstück.“ „Ja, ja, ich höre es.“ Wettenburg starrte tranmverloren in die langsam lebendiger werdende Natur. „Wie wunderbar ist es,“ hub er dann an,„wie sich alles nach dem grauenvollen Dunkel der Nacht freut, wie alle Gefühle zu dem Jubel hindrängen und alles Irdische und Falsche von uns abfällt, wenn wir so der großen Natur gegenüberstehen.“ „Kommen Sie, Graf, setzen Sie sich neben mich, was wollen Sie so lange stehen, hier ist Platz. Wir müssen uns zwar ein bißchen zusammen drängen, aber ich denke wir werden uns schon vertragen.“ „Vertragen meinen Sie, wenn Sie sich mit mir vertragen wollen, ich empfinde es als das größte Glück, so neben Ihnen sitzen zu können.“ „Ach, gehen Sie, wie mögen Sie nur so etwas reden,“ und dabei lachte sie glockenhell auf. „Aber Sie sind ein unvorsichtiger Jäger, gnädigste Baronesse, glauben Sie, daß der Bock, wenn er Ihr Lachen hört, uns vors Gewehr kommen wird.“ „Lassen Sie doch den Bock, wenn wir ihn heute nicht schießen, schießen wir ihn morgen oder übermorgen. Seien Sie mir nicht böse, lieber Graf, ich habe Sie nicht um der Jagd willen so früh aus den Federn gescheucht.“ „Ich weiß es, Sie wollten bloß den Sonnenaufgang im Hochspessart sehen.“ „Nein, noch etwas anderes.“ Ihr Gesicht wurde merklich ernster und ernster und ihre großen schönen Augen ruhten mit einem leichten Ausdruck von Besorgnis auf dem feinen aristokratischen Gesicht des Grafen:„Muß ich Ihnen eine lange Erklärung geben für mein Verhalten, das einigermaßen unweiblich und excentrisch erscheint.“ „Rein, ich verstehe alles und billige alles, was Sie thun.“ „Es ist gut, Graf, sehen Sie, ich habe niemanden, mit dem ich mich aussprechen kann. Mein Vater ist alt und kann mich nicht so verstehen, wie es für mich notwendig ist, wie er mich verstehen müßte, um mich zu be=greifen. Ich weiß, es ist eine Anmaßung von mir, daß ich gerade Sie in meine kleinen Kümmernisse einweihe, aber es ist mir als ob ich seit der wunderbaren Musik des„Tristan“ in Ihnen einen Freund gesunden hätte.“. „Deu treuesten, Ihring, den Sie finden können.= „Ich wußte es und danke Ihnen.“ Sie reichte ihm ihre Hand, die er leise und innig drückte.„Sehen Sie, es war mir ein so dunkles Gefühl, als ob ich mit Ihnen sprechen müßte, als ov ich Ihnen sagen müßte, was mich bewegt und bekümmert und als od Sie der einzige Mensch wären. der Vermischtes. Eisenbahnunglück bei Leipzig. Gestern morgen um 4 Uhr entgleiste der von Leipzig nach Berlin über Bitterfeld fahrende D=Zug Nr. 21 auf dem Bahnhof Zschortau. Bei dem Unglück büßten zwei Reisende, der Reichstagsabgeordnete Johann Friedel aus Bayreuth und eine Frau Hirsch, das Leben ein; zwei Personen, eine Dame und ein junges Mädchen, sind schwer, sechs andere Passagiere leicht verletzt. Die getötete Dame trug seinen Trauring mit der Inschrift:„Verheiratet Nizza 1871“. Unter den Verletzten befinden sich folgende Namen: Marie Leder(Berlin), Marie Sternberg mann Friedrich Sander=Bünde und Dienstmagd Auguste Wölker=Spenge, Arröder Heinrich Ellerbrock=Spenge=Mühlenburg und Dienstmagd Sophie Obrock=Häger. Sterbefälle: Student Heinrich August Julius Wiegmann=Lenzinghausen, 21 Jahre; Heinrich Adolf Tappe=Spenge 3 Tage; Witwe Anne Marie Elisabeth Walkenhorst, geb. Siekmann=Lenzinghausen 78 Jahre; Arbeiter Johann Friedrich Wilhelm Schierbaum=Spenge=Martinsstift, 22 Jahre; Ehefrau Anna Marie Elisabeth Bogt, geb. Schaale=Hücker=Aschen, 48 Jahre; Bergmann Johann Heinrich Goldstein=Lenzinghausen, 24 Jahre; Ehefrau Anna Margarethe Ilsabein Tinkeldei, geb. Schäpersmann=Spenge 68 Jahre. Wohnungen (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Zwei junge Leute erhalten Kost und Logis. 120e Johannisstr. 9. Stellungen (Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. kand.) Eine freundliche Wohnung von 3 Zimmern wird zum 1. inderlosen Ein Tischlergeselle für Bau= und Möbeltischlerei nach außerhalb für sofort gesucht. Nachzufragen in der Exped. d. Bl. unter Nr. 74e. Weinclub-Saal in Herford, W. Sonntag, den 11. Mai und Dienstag, den 13. Mai 8 Uhr Abends Zwei Concerte des Hofpianisten RAOUL KOCZALSK Programm des 1. Concertes. Programm des 2. Concertes. I. Sonate pathétique. a) Grave.— Allegro brio. b) Andante con moto. c) Rondo. II. a) Prélude Des-dur b) Impromptu As-dur. c) Nocturne. d) Valse, E. moll. III. Barcarolle(F. moll). „Einsame Blumen“. „La Sirène“. Mazourka. Etude, op. 57. „Rigoletto“ (Concertparaphrase). Grosser Concertflügel von Julius Blüthner. Kompositionen des Raoul Koczalski. Verlag von P. Pabst, Leipzig. Gavotte(A-moll); Mazurka(F-moll); Nocturne(As-dur); Valse triste(A-moll); Rhapsodie Polonaise(E-moll); Valse fantastique(H-moll), Preludio(E-dur), Mazourka(A-moll), Mazourka(E-moll); Scherzo-Fantasie(G-dur); Fantasie (E-moll); Vorspiel zur Oper„Hagar“ für Pianoforte; Grosse Fantasie(D-moll); Etude op. 57;„Ob ich dich liebe“ Lied—. sind in Musikalienhandlungen zu haben. Preise der Plätze: Numerirter Platz 3 Mk., unnumerirter Platz 2 Mk., Schülerkarten 0.50 Mk. Die Eintrittskarten sind in der Buchhandlung von Herrn Wolff und Abends an der Casse zu haben. mir ein Wort, muß eine Tochter all ihre Hoffnungen auf Lebensglück, all ihre zärtlichen Gedanken dahingeben, um den Vater zu retten?" „In unserem Stande: ja. Wir haben kein Recht, unserem Herzen zu folgen, wir haben nur eine Verpflichtung, das ist die Verpflichtung gegen die Familie.“„„ Einen Augenblick trat eine schwüle Pause ein. Ihring konnte nicht sogleich antworten, sie hatte sich das alles schon selbst gesagt, aber sie hatte gehofft, der Graf würde anders urteilen, denn sie glaubte untrügliche Zeichen seiner Liebe zu ihr entdeckt zu haben, sie hatte geglaubt, er würde sagen: Nein, Ihring, nein, lassen Sie den Wildenstein schießen und alles, was damit zusammenhängt, ich liebe Sie ja, ich will Sie haben, nehmen Sie ihn nicht, der Sie ja doch nur erkauft, den Sie nie lieben können. Es war ihr, als ob Wettenburg eine eben aufknospende, herrlich duftende Blüte in ihrem Herzen gebrochen hätte und deshalb sagte sie auch mit jener eigentümlichen Rauheit, die so lebhaft an den Vater erinnerte: „Es ist gut, Graf, ich danke Ihnen für Ihren Rat und ich werde ihn befolgen. Aber da ist ja unser Bock!“ (Fortsetzung folgt.) „LE MESSIN“, Metz. Verbtussen. ist die vorzügl. Wirkung der Radebeuler: Carbol=Theerschwefel=Seife v. Bergmann u. Co., Radebeul Dresden Schutzmark.: Steckenpferd geger alle Arte Hautunreinigkeiten und Hautausschläge, wie Mitesser, Gesichtspickel, Pusteln, Finnen, Hautröte, Runzeln, Blütchen, Leberfl. 2c. a Stuck 50 Pfg. bei: 5205 Wilh. Epseloy. Stenographie zum Selbstunterricht 50 Pfz. bei Adolf Pottkamp, Buchhandlung, Lühberstraß:. Fernspr. 74.(5080 nachmittags 1 Uhr soller auf Aeckers Hof Bergerthor: 100 Haufen Bau= u. Breunholz, 3000 Dachziegel meistbietend gegen Barzablung verkauft werden. 145e eisangabe 19. mer eiswert zu sen in der r. 94e. Gesucht für 1. Juli ev. früher von einer größeren Kleiderabrik tüchtiger junger Mann ür Reise und Lager. Reflektanten, welche längere Zeit in dieser Stellung thätig waren, wollen Offerten unt. 14e an die Exv. d. Zta. einreichen. umer in guter ; d e r P o s t jabe an die mberger uberg i. L. 155e Von einer größeren Kleiderabrik für 1. Juli ev. früher erster Zuschneider gesucht. 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Wie in Brüssel verlautet, bot Kitchener den Burenführern folgende Bedingungen an: 1) ein selbständi 2) die Begnadigung der Rebellen durch e Gnadenakt ohne allgemeine Amnestie; 3) zwe den Transvaalstaat, eine für den Orangesta zu errichtenden Regierungsrat; 4) 8 Million Transvaalstaat, 4 Millionen Lstrl. für den Wiederaufbau der zerstörten Farmen; 5) Konfiskationsdekrete; 6) die Rückkehr aller G Lord Wolseley, der nach Afrika gesandt feldherr wurde bei seiner Rückfahrt ar einem Vertreter des Londoner„Daily Ext dem er gesagt haben soll: Die Buren zeig schlossen, bis zum letzten Augenblicke zu kän sie sahen, wie viele in jedem Monate von tötet und wie viele gefangen genommen wer Eigentum zertrümmert oder ihnen weggenom sie nicht ein, was sie durch ein Nachgeben Ich glaube nicht, daß sie einwilligen wer schließen, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Feldmarschall Wolseley, der bekanntlic des englischen Königs nach dem Kriegsse wurde, um einmal„wirklich“ Authentisches bei der Lügenhaftigkeit der Kriegsberichte Kit war, hat damit endlich reinen Wein einge richte über Kampfmüdigkeit und Friedensseh waren erfunden, um das englische Volk bei zu erhalten! 6. u. 7. einen Stunden=Plan der Schule, Winter=Halbjahr 1901/1902 und Sommer=Halbjahr 1902, 8. einen städtischen Verwaltungsbericht 1895/1900(fällt aus), 9. einen desgleichen 1. April 1900/1901,(beide enthaltend Abschnitte, die Schule betr), 10. u. 11. die beiden neuesten Nummern der hiesigen LokalPresse. Gott segne diesen Neubau, alle die aus= und eingehen und unsere liebe alte Stadt Herford. Eine Sitzung der Stadtverordneten findet wieder am nächsten Freitaa statt. Die Tagesordnung kommt eingelegt werde, der Altenbeken etwas nach 8 Uhr morgens verläßt, und in Unna den Anschluß an den 9.43 von Unna nach Schwerte, Hagen, Elberfeld, Düsseldorf und Köln ab fahrenden Schnellzug(72) erreicht. Als Gegenzug wollen Bezirkseisenbahnrat die Einlegung eines Personenzuges befürworten, welcher Anschluß erhält an den in Unna 1.22 eintreffenden Schnellzug(59) von Köln und welcher in Paderborn den Anschluß an den 4.36 morgens von Paderborn nach Holzminden abgehenden Personenzug Nr. 353 erreicht. Elverdissen, 5. Mai. Viehmarkt. Am Freitag, den 9. d. M. findet der diesjährige Frühjahrs=Viehmarkt hier statt. AaEAvRTAT n MarHerforder Kreisnachri Herford, * Zum heutigen(20.) Geburts prinzen haben die öffentlichen Gebäude gelegt. ∆ Grundsteinlegung. Heute v fand die feierliche Grundsteinlegung zum höheren Mädchenschule statt. Zu Beginn Herr Pastor Schengberg ein Gebet, wo Hammerschläge erfolgten. Der Wortlaut d stein eingefügten Urkunde ist wie folgt: Unter der Regierung Wilhelms II., und Königs von Preußen und zur Zeit, v. d. Recke v. d. Horst Ober=Präsident der Herr Schreiber Regierungs=Präsident zu M Borries Landrat des Kreises Herford, Herr Busse 2. Bürgermeister und Herr Justizra ordneten=Vorsteher zu Herford war, haben Tage, Dienstag, den 6. Mai 1902, 1. Bürgermeister der Stadt Herford, der D Mädchenschule O. Siebert, der Stadtbau der Verwaltungs=Ausschuß der Schule in dem Lehrer=Kollegium an diesem Orte fe um den Grundstein zu diesem Neubau der schule zu legen. In den Grundstein wurde eine# welche birgt: 1. Diese Urkunde, 2. ein Druckstück zur Begründung der 9 Baues vom Direktor Siebert, 3. u. 4. ein Exemplar des 1. und 2. Schule 5. ein Schriftstück des Direktors über der Schule, Der Künigenbru Ein Roman aus dem Hochspessart von (18. Fortsetzung.)— Stimmen der Presse über Concerte des Raoul von Koczals ki 7 Concerte in Wien (1891— 1892— 1894— 1897). Frele K. k. Hofrat. Universitätsprofessor Dr. E. Hanslick in„Neue „Die Vorzüge Koczalskis sind auffallend, ja glänzend. Seine Technik stellt ihn jetzt schon in die Reihe der ersten Virtuosen. Vor allem, welch beneidenswert schöner, saftiger Anschlag! Welche Virtuosität der linken Hand in der grossen C-moll-Etude von Chopin, welch vollendete Skalen- und Trillertechnik! Dazu die riesige Ausdauer und das unfehlbare Gedächtniss!“ Fr. Ritter Gaigg von Bergheim in„Reichspost“ es wird schon Während sie sprach war sie aufgeste leuchteten und sie schien den Grafeu als Schönheit, als das begehrenswerteste Weib und der Gedanke, daß gerade ihm beschiel Liebe in dieses jungfräuliche Herz zu ha unsagbar Beseligendes. Er konnte sich n ergriff ihre Hand und zog sie an die Lippe „Sie haben recht, Ihrung, jeoer echt Natur verwachsen und die Natur ist es, Zauber auf ihn ausübt, sodaß er alles ve der Büchse in der Hand durch den stillen „Das wollen wir aber jetzt thun.“ Ni Drilling meines Vaters, es ist die beste stein und lassen Sie uns gehen. Ic#### ein bißchen spät sein und ich habe zur Vorsicht uneren kleinen Jagdwagen anspannen lassen, damit wir schneller in das Schippacher Revier hinuntergelangen.“ Sie gingen hinaus, wo der Kutscher am hohen Greifenthor den mächtigen Schweißhund an der Leine halteno bei dem Gefährt harrte. Roger half Ihring einsteigen und folgte dann. Gehorsam sprang der Hund nach und streckte## zn Füßen seiner Herrin nieder. Der Kutscher stieg auf den Bock, lustig knallte die Peitsche in das Grau der schwindenden Nacht hinein und der leichte Wagen flog von den rüstigen Pferden gezogen, den breiten Weg hinuter an einem zur Sommerszeit arten Feldweg entlang, damit man nicht durch Eschau zu fahren brauchte, hinein in den Wiesengrund, so daß bald das Wahrzeichen von Schippach, die hohe rote Fabrik auftauchte. Wo die Straße am Wegkreuz vor Himmelthal nach Mönchsberg abbiegt, hielt der Wagen und Ihring stieg mit Roger aus, um in den dunklen Hochwald der Wendelshöhe einzubiegen. Ein schmaler Pfad führte sie immer bergauf. Tiefes Duukel herrschte noch unter den Buchen, die hie und da von schlank ### Kiefern durchsetzt waren. Es war kühl draußen, aber unter den Bäumen im Hochwald hatte die Schwüle des Tages noch ihren Platz behauptet so daß den beiden Berg„ Raoul von Koczalski, der jugendliche Pianist, spielte gestern vor einem zahlreichen Publikum in seinem zweiten diesjährigen Concerte und erntete stürmischen Beifall. Das Programm, das gestern von Koczalski vorgeführt wurde, umfasste Chopin, Liszt und Schumann. Insbesondere in der Wiedergabe der Kompositionen des ersteren glänzte dieser Virtuos durch die umfassende gewaltige Kraft seines Anschlages und doch wieder an anderen Stellen durch die zartmelancholische Interpretierung der klagenden, aus der Tiefe eines sehnenden Herzens dringenden Tonperlen Chopin'scher Muse. Die oft unentwirrbar scheinenden Knäuel der sich durchschlingenden Stimmen lösst Koczalski mit Klarheit, und offen treten dem Hörer die verschlängelten Pfade der Töne, gezeichnet von der Méisterhand des jungen Heros, entgegen. Von den Liszt'schen Kompositionen brachte der Pianist „Rigoletto-Concert-Paraphrase“ mit solchem Feuer und so überwältigender Kraft zu Gehör, wie wir sie von Liszt selbst oder von Rubinstein in ähnlicher Weise zu hören bekamen.“ 9 Concerte in Frankfurt a. M. (1894— 1897). Professor F. Schaum in„Frankfurter Zeitung“ „Koczalski versteht es, den noblen Tonschöpfungen Chopins hohen poetischen Reiz zu verleihen durch die Art, wie er in seinem Vortrag den Charakter spontaner Nachdichtung ausprägt. Dabei ist nichts ausgeklügelt, nichts unwesentliches in den Vordergrund gestellt, während die Fähigkeit einer spielenden Bewältigung auch der heikelsten technischen Schwierigkeiten jenen Grad von Ruhe und Sicherheit gewährleistet, ohne den ein ganzer Genuss nicht möglich wäre.“ M. Meisterbernd schreibt im„Frankfurter Journal“ „Raoul Koczalski entwickelt einen Zartsinn im Nachfühlen und eine Treue und Wahrheit in der Wiedergabe Chopin'scher Werke, wie beides nicht vollendeter gedacht werden kann. Chopins Leidenschaft und Schwärmerei, sein herbes Weh und süsses Träumen, sein Ernst und seine Koketterie, wie sie in der gespielten Nummer des Programms zum Ausdruck kommen sollen, wurden durch Koczalskis Spiel in ihrer Eigenart vortrefflich wiedergegeben. Die poesievolle Stimmung und die Anmut des Ausdruckes in dem Vortrag des Impromptu und der Nocturne machte einen erhebenden Eindruck; die Fiorituren und Verzierungspassagen spielte er hierbei mit unnennbarem Zauber; sein Pianissimo klang wie ein Hauch, zart und duftend. Den heroischen Zug, der durch die As-dur-Polonaise weht, spielte der Künstler mit freudigem Pathos und dankte mit dem As-dur-Walzer, on 42, als Zugabe.“ 12 Concerte in Berlin (1893— 1894— 1896), Dr. Heinrich Neumann im„Berliner Tageblatt“ „Das ist's, das zwingt uns, still zu stehen.“ Diese Worte Hamlets passen, wie keine anderen, auf die Leistungen des Hofpianisten Raoul Koczalski, welcher gestern im Saale der Sing-Akademie sein zweites Konzert veranstaltete. Das Bewunderungswürdige, geradezu Phänomenale an der Leistung Horzaiskis ist nicht sowohl die weit entwickelte Technik, welche derselbe besitzt. Aber wo der Geist des Zuhörers wie vor einem Wunder staunend stille steht, das ist das merkwürdig gereifte Verständnis, welches die Vorträge des jugendlichen Künstlers durchweht. Dieses tiefe Eindringen in den geistigen Gehalt Chopin'scher, Schumann'scher, Liszt'scher Klavierkompositionen war es denn auch weit mehr, als die spielende Ueberwindung der materiellen Schwierigkeiten, das die Kopf an Kopf gedrängte Menge zu brausenden Ovationen hinriss“. 14 Concerte in Leipzig (1892— 1893— 1894— 1896. Professor Bernhard Vogel anlässlich des 1000. Jubiläums-Konzertes Raoul Koczalskis in Leipzig in„Neue Zeitschrift für Musik“ „In der Specialität des Chopinspieles nimmt er unbestritten den Platz ein, den Anton Rubinstein leer gelassen seit seinem allzufrühen Hleimgang. Wer die Klippen und Tücken der HI-moll-Sonate kennt, an denen schon berühmte Matadore gescheitert, der steht angesichts der Ruhe und sicheren Ueberlegenheit, mit welcher der jugendliche Jubilar sie sämtlich bewältigt, vor einem jener Rätsel, für die es nun einmal eine nüchterne, erschöpfende Auflösung nicht giebt. Und verhielt es sich etwa anders bei seiner Wiedergabe von Schumanns „Carneval“, dessen Bilderreichtum ihm sich ebenso vollständig erschlossen hat, wie die Kühnheit der Liszt'schen Paraphrasen über„Ernani“ und„Rigoletto“? Die entzückende Tonpracht des Blüthner-Flügels feierte unter seinen Händen zugleich grosse Triumphe. Im langsamen Satz des Chopinschen E-mollConcertes klang alles wie Vögleingesang im süssen Mai.“ 11 Concerte in Dresden (1892— 1893— 1896). Hermann Starke in„Dresdener Nachrichten“ Raoul Koczalski, der vorgestern in dem dicht besetzten Saale des Musenhauses einen Chopin-Abend gab, gehört seit ungefähr vier Jahren zu den pianistischen Grössen, deren Erscheinen im Concertsaal noch immer eine Sensation bedeutet. Ueber seine phänomenale Technik neues zu sagen, hiesse oft Gerühmtes wieder rühmen; das ist auch nicht das Ueberraschende, Eigenartigste an seinem Spiel, wenn schon es den Laien am meisten an Koczalski bestechen mag und auch der Klavierspieler vor einer. Leistung wie der ganz brävourösen Exekutierung der Riesenzugabe, die der junge Zauberer am Flügel vorgestern mit spielender Leichtigkeit überwälligte, ehrfürchtig seinen Ilut läften wird. Aber das„geistige Moment bleibt nach wie vor das Rätselhafte an Koczalski und seinem Spiel.“ 13 Concerte in München (1893—1896). Musikdirektor Heinrich Porges in„Münchner Neueste Nachrichten“ „Die Art, wie Koczalski die Werke Chopins interpretiert, muss geradezu genial genannt werden, sie hat den Charakter einer freien schöpferischen Nachdichtung. In ihr verbindet sich eine wie ausgemeisselte Plastik in der Profilierung der Themen mit der Wärme einer seelenvoll empfindenden Natur und der Kraft einer seine Aufgabe mit sicherem Bewusstsein beherrschenden Persönlichkeit. Hoch gesteigert ist nun uuch das technische Können Koczalskis, sowohl in Bezug der sieghaften Ueberwindung ausserordentlicher Schwierigkeiten, wie nach Seite des Anschlags, der sehr bedeutende Tonstärke mit weicher Fülle vereinigt: Der junge Virtuose, der aber zugleici. oder vielmehr vorwiegend ein echter Musiker vom Scheitel bis zur Sohle ist, versteht es, jedes Stück in seiner Eigentümlichkeit zu erfassen, Grazie und Anmut zeigt er in dem Nocturno in H, feuriges Temperament in der Polonaise in As von Chopin leidenschaftliche Energie in dem Presto der Sonate in Cis-Moll von Beethoven. er genau wußte, worum es sich hanbeite. „Ist es nicht herrlich, Graf Wettenburg, so den anbrechenden Morgen im Hochwald zu erwarten.“ „Gewiß, hören Sie nur dieses eigentümliche zauberische Rauschen in den Bäumen und sehen Sie wie der Nebel über die Binsen streicht und jetzt, hören Sie nichts?“ Ganz in der Ferne ertönte ein leises Piepen, dann antwortete abseits ein anderer Vogel, dann zwitscherte es ganz in der Nähe der beiden Harrenden, als ob ein Vogel im Traum aufgescheucht worden wäre und verschlafen sein Lied vor sich hingesungen hätte. Wenige Minuten atemlosen Harrens folgten, dann vernahm man das gedämpfte Locken der Schwarzamsel und die Antwort des Weibchens. „Hören Sie, Graf, Meister Schwarzamsel ruft seine Gattin zum Frühstück.“ „Ja, ja, ich höre es.“ Wettenburg starrte tranmverloren in die langsam lebendiger werdende Natur. „Wie wunderbar ist es,“ hub er dann an,„wie sich alles nach dem grauenvollen Dunkel der Nacht freut, wie alle Gefühle zu dem Jubel hindrängen und alles Irdische und Falsche von uns abfällt, wenn wir so der großen Natur gegenüberstehen.“ „Nein, noch etwas anderes.“ Ihr Gesicht wurde merklich ernster und ernster und ihre großen schönen Augen ruhten mit einem leichten Ausdruck von Besorgnis auf dem feinen aristokratischen Gesicht des Grafen:„Muß ich Ihnen eine lange Erklärung geben für mein Verhalten, das einigermaßen unweiblich und excentrisch erscheint.“ „Nein, ich verstehe alles und billige aues, was Sie thun.“ „Es ist gut, Graf, sehen Sie, ich habe niemanden, mit dem ich mich aussprechen kann. Mein Vater ist alt und kann mich nicht so verstehen, wie es für mich notwendig ist, wie er mich verstehen müßte, um mich zu be=greifen. Ich weiß, es ist eine Anmaßung von mir, daß ich gerabe Sie in meine kleinen Kümmernisse einweihe, aber es ist mir als ob ich seit der wunderbaren Musik des„Tristan“ in Ihnen einen Freund Hen sreuesten, Ihring, den Sie finden Könnean= wußte es und danke Ihnen.“ Sie reichte ihre Hand, die er leise und ming drückte.„Segen Ste, es war mir ein so dunkles Gefühl, als ob ich mit Ihnen sprechen mußte, als ob ich Ihnen sagen müßte, was mich bewegt und bekümmert und als ob Sie der einzige Mensch wären, der Vermischtes. Eisenbahnunglück bei Leipzig. Gestern morgen um 4 Uhr entgleiste der von Leipzig nach Berlin über Bitterfeld fahrende D=Zug Nr. 21 auf dem Bahnhof Zschortau. Bei dem Unglück büßten zwei Reisende, der Reichstagsabgeordnete Johann Friedel aus Bayreuth und eine Frau Hirsch, das Leben ein; zwei Personen, eine Dame und ein junges Mädchen, sind schwer, sechs andere Passagiere leicht verletzt. Die getötete Dame trug seinen Trauring mit der Inschrift:„Verheiratet Nizza 1871“. Unter den Verletzten befinden sich folgende Namen: Marie Leder(Berlin), Marie Sternberg mann Friedrich Sander=Bünde und Dienstmagd Auguste Wölker=Spenge, Arröder Heinrich Ellerbrock=Spenge=Mühlenburg und Dienstmagd Sophie Obrock=Häger. Sterbefälle: Student Heinrich August Julius Wiegmann=Lenzinghausen, 21 Jahre; Heinrich Adolf Tappe=Spenge 3 Tage; Witwe Anne Marie Elisabeth Walkenhorst, geb. Siekmann=Lenzinghausen 78 Jahre; Arbeiter Johann Friedrich Wilhelm Schierbaum=Spenge=Martinsstift, 22 Jahre; Ehefrau Anna Marie Elisabeth Bogt, geb. Schaale=Hücker=Aschen, 48 Jahre; Bergmann Johann Heinrich Goldstein=Lenzinghausen, 24 Jahre; Ehefrau Anna Margarethe Ilsabein Tinkeldei, geb. Schäpersmann=Spenge 68 Jahre. Meiofbaston der Modaktion Wohnungen (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Zwei junge Leute erhalten Kost und Logis. 120e Johannisstr. 9. Stellungen (Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. kand.) von Eine freundliche Wohnung 3 Zimmern wird zum Raoul Koczalski's Lebensgang und künstlerische Sntwickelung. Auszug aus der Broschüre unter dem Citel„Raoul Koczalski“, Skizze von Drofessor Bernh. Vogel. Verlag D. Dapst in Leipzig. auf den mir ein Wort, muß eine Tochter all ihre Hoffnungen Lebensglück, all ihre zärtlichen Gedanken dahingeben, um Vater zu retten?".. gni u„„ 0„ In unserem Stande: ja. Wir haben kein Recht, unserem Herzen zu folgen, wir haben nur eine Verpflichtung, das ist die Zerpflichtung gegen die Familie.“ Einen Augenblick trat eine schwüle Pause Augenblick trat eine schwüle Pause ein. Ihring konnte nicht sogleich antworten, sie hatte sich das alles schon selbst gesagt, aber sie hatte gehofft, der Graf würde anders urteilen, denn sie glaubte untrügliche Zeichen seiner„siebe zu ihr untrügliche Zeichen seiner Liebe zu ihr entdeckt zu haben, sie hatte geglaubt, er würde sagen: Nein, Ihring, nein, lassen Sie den Wildenstein schießen und alles, was damit zusammenhängt, ich liebe Sie ja, ich will Sie haben, nehmen Sie ihn nicht, der Sie ja doch nur erkauft, den Sie nie lieben können. Es war ihr, als ob Wettenburg eine eben aufknospende, herrlich duftende Blüte in ihrem Herzen gebrochen hätte und deshalb sagte sie auch mit jener eigentümlichen Rauheit, die so lebhaft an den Vater erinnerte: ist gut, Graf, ich danke Ihnen für Ihren Rat und ich werde ihn befolgen. Aber da ist ja unser Bock!“ (Fortsetzung folgt.) ist die vorzügl. Wirkung der Radebeuler: Carbol=Theerschwefel=Seife v. Bergmann u. Co., Radebeul Dresden Schutzmark.: Steckenpferd geger alle Arte Hautunreinigkeiten und Hautausschläge, wie Mitesser, Gesichtspickel, Pusteln, Finnen, Hantröte, Runzeln, Blütchen, Leberfl. 2c. Stuck 50 Pfg. bei: 5205 Wilh. Epseloh. Stenographie zum Selbstunierricht 50 Pfz. bei Adolf Pottkamp, Buchhandlung, Lühberstraß:. Fernipr, 74.(5080 nachmittags 1 Uhr sollen auf Aeckers Hof Bergerthor: 100 Haufen Bau= u. Brennholz, 3000 Dachziegel meistbietend gegen Barzablung verkouft werder. 45e Festons, Stickereien und Be sitzartikel empfiehlt in großer Auswahl bei billigster Preisstellung. Anton Schaefers, Gehrenberg 11. Feinstes Sauerkraut 2 Pid. 7 Pig., 10 Pid. 65 Pfa. 50 Pid. 3 Mt. 133e Heineich Nolting. Die Familie von Koczala Koczalski entstammt altem Adel und führt in ihrem Wappen eine Schlange. Der Großvater sowohl wie der Vater des Raoul Koczalski widmeten sich dem juristischen Studium und hatten ihren dauernden Wohnsitz in Warschau. Hier erblickte Raoul Armand Georg von Koczala Koczalski das Licht der Welt unter den denkbar erfreulichsten Verhältnissen des Elternhauses. Zwei und ein halbes Jahr alt, hörte er mit dem Vater im Theater die Oper„Faust“. Unbeschreibliche Eindrücke trug er davon und, zu Hause angelangt, war es das Erste, sich auf dem Flügel den „Walzer“ und„Marsch“ so gut(natürlich nur mit einem Finger) zurecht zu legen, als es überhaupt möglich. Dieser Beweis gußerordentlicher musikalischer Auffassungsgabe bestimmte die Eltern, das hoffnungsreiche Kind in Musik unterrichten zu lassen. Nach zwei Monaten des mütterlichen Elementarunterrichtes übernahm ein gediegener Klavierlehrer, Julian Gadomski, der grundsätzlich von allen technischen Uebungen absah, die weiteren Lektionen; Raouls Vater überwachte sie sorgfältig. Man wählte einige leichte Klavierstücke als ersten Unterrichtsgegenstand; Raoul begann fleißig und aufmerksam Noten zu lesen mit peinlichster Beachtung aller Vortragszeichen, sehr genau nahm er es auch mit dem Takthalten, dem Anschlagen der Tastien mit dem entsprechenden Finger, dem gleichzeitigen Zusammengreifen beider Hände, der Phrasierung wurde vollste Aufmerksamkeit geschenkt, dagegen aber die Fingergeläufigkeit gar nicht in Betracht gezogen—Ließ die Ausführung eines Musikstückes nach mehreren Wiederholungen bezüglich der Richtigkeit nichts zu wünschen übrig, so mußte Raoul entfernt vom Piano, ja sogar in einem anderen Zimmer, um jede direkte Ratserholung am Instrument abzuschneiden, das Stück auf Notenpapier mit genauester Beachtung aller Vortragszeichen niederschreiben, und zwar aus dem Gedächtmis. Acht Monate hatte dieser Unterricht(je eine halbe Stunde früh und abends alltäglich) gedauert, als von einem befreundeten Privathause, wo ein musikalischer Abend zu wohlthätigem Zwecke stattfinden sollte, Raouls Mitwirkung erbeten wurde. Kaum vier Jahre alt, spielte der Kleine zum ersten Male am 15. März 1888 vor einer größeren Oeffentlichkeit und vor dichtgefülltem Saal. Voll Entzücken, staunender Bewunderung hing die Zuhörerschaft an den phänomenalen Leistungen Raouls; sein Name lebte von diesem Abend an auf allen Lippen und wenige Tage nach diesem glänzenden Debut sandte an Vater Koczalski das Comitee, welches damals eine Musikausstellung veranstaltete, eine Einladung mit der Bitte, das neu auftauchende Wunderkind in der Ausstellung spielen zu lassen. Am anderen Tage, am 21. März 1888, beschrieben alle Tagesblätter mit Entzücken Raouls Auftreten. Nach solchen vielseitigen und untrüglichen Beweisen eines außerordentlichen Talents beschlossen die Eltern eine Reise nach PetersZurg, um die höchste und maßgebendste Instanz in allen pianistischen Angelegenheiten, Anton Rubinstein, zu befragen, wie Raoul in der Folge seinen Studiengang zu ordnen habe. Der heißersehnte Augenblick, im Konservatorium für Musik in Petersburg dem abgöttisch verehrten Meister Anton Rubinstein vorgestellt zu werden, rückte endlich heran. Nachdem ihm Raoul Valse, Op. 69, Nr. 1 von Chopin vorgespielt datte, umarmte ihn Rubinstein gerührt und erklärte, daß wenn sich des Knaben Talent wie seither glücklich weiter entwickele, Lüsse ihm eine der höchsten Stellen in der ausübenden Kunst unfehlbar zufallen. Läßt sich ein kräftigerer Beweis des warmen Interesses, das Rubinstein an dem jüngsten seiner pianistischen Kollegen nahm, wohl denken als der, daß er die Lehrstunden Itzterbrach und sämtliche Professoren berief, um Zeugen von Raouls Spiel zu werden? Von diesem Tage ab schenkte ihm der „Neister die aufrichtigste Anteilnahme, erkundigte sich unablässig nach dem Gegenstand seiner Studien, trug nahezu väterliche Fürforge um die physische wie geistige Entwickelung Raouls und beglückte ihn oft mit Zeichen herzlicher Liebe. Wenige Jahre nur währte leider dieses fördersame Verhältnis: denn viel zu früh entriß der unerbittliche Tod den großen #leister und noch größeren Menschen der Zeitgenossenschaft. Das letzte Mal traf Raoul mit Rubinstein in Stuttgart anläßIch des dortigen Musikfestes zusammen, wo der Komponist sein großes Oratorium„Christus“ persönlich leitete. Es fand sich Lelegenheit, den Meister mit den neuesten Kompositionen Raouls bekannt zu machen. Als er sie hörte, rief er enthusiasmiert Lus:„Wenn die Welt jetzt Raoul als Virtuosen mit Entzücken hört, wird sie ihn sicherlich als Komponisten und Tonkünstler xereinst noch mehr preisen. Meiner Ansicht nach steht Raoul als Komponist weit höher denn als Virtuose.“ Wahrlich ein Olcher Ausspruch aus solchem Munde bleibt denkwürdig für alle Zeiten!— Kehren wir nun nach dieser kleinen Abschweifung Rich Vetersburg zurück; hier machte er in zwei Konzerten umsomehr Furore, als Rubinstein allerorten die Phänomenalität saouls zu rühmen für Kollegialitätspflicht erachtet hatte. Auch die Kritik stimmte in den allgemeinen Jubel ein. „: Nach der ersten Konzertreise durch Rußland, wo Raoul vom 23. September 1888 bis April 1889 nicht weniger als 61 onzerte gegeben und 100,000 Rubel(200,000 Mark) eingeheimst hatte, trat er, auf den Besuch der Pariser Weltausstellung sich ##stend, wieder einmal vorher noch in seiner Vaterstadt Warschau auf. Nach den Triumphen in Paris gab er aufoder Rückreise ##nige Konzerte im musikfrohen Prag. Das dortige Nationaltheater erdröhnte unter den Jubelrufen, die Raouls Spiel von Anng bis Ende hervorrief. Ein lautes Echo fanden sie in den Besprechungen der Prager Tageszeitungen. Im Mai 1891 einer I#ladung nach Bukarest folgend, wurde er von vielen Personen der höchsten Stände, die sich mit ihm bereits während der Pariser Veltausstellung bekannt gemacht, auf's herzlichste in der Hauptstadt des rumänischen Königsreichs bewillkommnet. Nach den Konzerten in Rumänien suchte Raoul mit Eltern und Lehrer Lemberg auf: dort gelang es ihm bald, die Uhere Bekanntschaft des hochangesehenen Direktors der dortigen Musikschule, mit Louis Maret, zu machen. Damit trat eine (Ue, bedeutsam in Raouls künstlerische Entwickelung eingreifende Persönlichkeit in des Knaben Lebenssphäre. Louis Marek war ##e lang ein bevorzugter Schüler Franz Liszt's. Welch ein Segen für Raoul, der Unterweisung Louis Mareks fortan teilAftig zu werden! Alle Begeisterung und herzliche Liebe wandte der Lehrer dem musenbegnadeten Zögling zu. Nach zweimonatAug 1. kinderlosen reisangabe 119. mer eiswert zu sen in der tr. 94e. er in guter der Post gabe an die omberger mberg i. L. 155e zemeinde rford. Frauen. ungunterlfahrtstage, Ausflug Silbermühle gs 1 Uhr 115e heinen bittet Turnrat. ein gegend. Mai, im Central= ag: e Willens. die Schule.“ 117c nkasse beiter des denhausen. imlung 9. Mai, Ihr ereinshause. n: resrechnung. ai 1902. sitzende: akeljahn. Ein Tischlergeselle für Bau= und Möbeltischlerei nach außerhalb für sofort gesucht. Nachzufragen in der Exped. d. Bl. unter Nr. 74e. Gesucht für 1. Juli ev. früher von einer größeren Kleiderfabrik tüchtiger junger Mann für Reise und Lager. Reflektanten, welche längere Zeit in dieser Stellung thätig waren, wollen Offerten unt. 14e an die Exv. d. Zta. einreichen. Von einer größeren Kleiderfabrik für 1. Juli ev. früher erster Zuschneider gesucht. Derselbe muß selbständig Muster schneiden und erfolgreiche Thätigkeit in Herforder oder Bielefelder Kleiderfabrik nachweisen können. 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Reuter meldet aus Peking vom 4. d. Mts.: Der Ausstand bei Chingtingfu nimmt zu und dehnte sich bereits auf einen Umkreis von 50 Meilen aus. Ein weiterer Priester wird vermißt. Zum Burenkrieg Wie in Brüssel verlautet, bot Kitchener den Burenführern folgende Bedingungen an: 1) ein selbständi 2) die Begnadigung der Rebellen durch e Gnadenakt ohne allgemeine Amnestie; 3) zwe den Transvaalstaat, eine für den Orangesta zu errichtenden Regierungsrat; 4) 8 Million Transvaalstaat, 4 Millionen Sstrl. für den Wiederaufbau der zerstörten Farmen; 5) Konfiskationsdekrete; 6) die Rückkehr aller G Lord Wolseley, der nach Afrika gesandt feldherr wurde bei seiner Rückfahrt ar einem Vertreter des Londoner„Daily Exp dem er gesagt haben soll: Die Buren zeig schlossen, bis zum letzten Augenblicke zu kän sie sahen, wie viele in jedem Monate von tötet und wie viele gefangen genommen wer Eigentum zertrümmert oder ihnen weggenom sie nicht ein, was sie durch ein Nachgeben Ich glaube nicht, daß sie einwilligen wer schließen, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Feldmarschall Wolseley, der bekanntlic des englischen Königs nach dem Kriegsse wurde, um einmal„wirklich" Authentisches bei der Lügenhaftigkeit der Kriegsberichte Kit war, hat damit endlich reinen Wein einge richte über Kampfmüdigkeit und Friedensseh waren erfunden, um das englische Volk bei zu erhalten! 6. u. 7. einen Stunden=Plan der Schule, Winter=Halbjahr 1901/1902 und Sommer=Halbjahr 1902, 8. einen städtischen Verwaltungsbericht 1895/1900(fällt aus), 9. einen desgleichen 1. April 1900/1901,(beide enthaltend Abschnitte, die Schule betr), 10. u. 11. die beiden neuesten Nummern der hiesigen LokalPresse. 8 8„ Gott segne diesen Neubau, alle die aus= und eingehen und unsere liebe alte Stadt Herford. Eine Sitzung der Stadtverordneten findet wieder am nächsten Freitag statt. Die Tagesordnung kommt eingelegt werde, der Altenbeken etwas nach 8 Uhr morgens verläßt, und in Unna den Anschluß an den 9.43 von Unna nach Schwerte, Hagen, Elberfeld, Düsseldorf und Köln abfahrenden Schnellzug(72) erreicht. Als Gegenzug wollen Bezirkseisenbahnrat die Einlegung eines Personenzuges befürworten, welcher Anschluß erhält an den in Unna 1.22 eintreffenden Schnellzug(59) von Köln und welcher in Paderborn den Anschluß an den 4.36 morgens von Paderborn nach Holzminden abgehenden Personenzug Nr. 353 erreicht. in Elverdissen, 5. Mai. Viehmarkt. Am Freitag, den 9. d. M. findet der diesjährige Frühjahrs=Viehmarkt hier statt. 4 1 fahl dem Joh Leb sind töte AFE EPAEAN MarHerforder Kreisnachri Herford, * Zum heutigen(20.) Geburts prinzen haben die öffentlichen Gebäude gelegt. ∆ Grundsteinlegung. Heute v fand die feierliche Grundsteinlegung zum höheren Mädchenschule statt. Zu Beginn Herr Pastor Schengberg ein Gebet, wo Hammerschläge erfolgten. Der Wortlaut d stein eingefügten Urkunde ist wie folgt: Unter der Regierung Wilhelms II., und Königs von Preußen und zur Zeit, v. d. Recke v. d. Horst Ober=Präsident der Herr Schreiber Regierungs=Präsident zu M Borries Landrat des Kreises Herford, Herr Busse 2. Bürgermeister und Herr Justizra ordneten=Vorsteher zu Herford war, haben Tage, Dienstag, den 6. Mai 1902, 1. Bürgermeister der Stadt Herford, der D Mädchenschule O. Siebert, der Stadtbau der Verwaltungs=Ausschuß der Schule in dem Lehrer=Kollegium an diesem Orte fe um den Grundstein zu diesem Neubau der schule zu legen. In den Grundstein wurde eine# welche birgt: 1. Diese Urkunde, 2. ein Druckstück zur Begründung der? Baues vom Direktor Siebert, 3. u. 4. ein Exemplar des 1. und 2. Schale, 5. ein Schriftstück des Direktors über der Schule, Der Künigenbru Ein Roman aus dem Hochspessart von (18. Fortsetzung.)— # es wiro schon Während sie sprach war sie aufgeste leuchteten und sie schien den Grafeu als Schönheit, als das begehrenswertesie Weib und der Gedanke, daß gerade ihm beschie Liebe in dieses jungfräuliche Herz zu ha unsagbar Beseligendes. Er konnte sich n ergriff ihre Hand uno zog sie an die Lippe „Sie haben recht, Ihring, jeoer echt Natur verwachsen und die Natur ist es, Zauber auf ihn ausübt, sodaß er alles ve der Büchse in der Hand durch den stillen „Das wollen wir aber jetzt thun.„N Drilling meines Vaters, es ist die beste Wa stein und lassen Sie uns gehen. Ich fürchte, ein bißchen spät sein und ich habe zur Vorsicht unseren kleinen Jagdwagen anspannen lassen, damit wir schueller in das Schippacher Revier hinuntergelangen.“ Sie gingen hinaus, wo der Kutscher am hohen Greifenkhor den mächtigen Schweißhund an der Leine halteno bei dem Gefährt harrte. Roger half Ihring einsteigen und folhte dann. Gehorsam sprang der Hund nach und streckte sich zu Füßen seiner Herrin nieder. Der Kutscher stieg auf der F##, lustig knallte die Peitsche in das Grau der schwindenden Nacht hinein und der leichte Wagen flog von den rüstigen Pferden gezogen den breiten Weg hinunter an einem zur Sommerszeit harten Feldweg entlang, damit man nicht durch Eschau zu fahren brauchte, hinei in den Wiesengrund, so daß bald das Wahrzeichen von Schippach, die hohe rote Fabrik auftauchte. Wo die Straße am Wegkreuz vor Himmelthal nach Mönchsberg abbiegt, hielt der Wagen und Ihring stieg mit Roger aus, um in den dunklen Hochwald der Wendelshöhe einzubiegen. Ein schmaler Pfad führte sie immer bergauf. Tiefes Duukel herrschte noch unter den Buchen, die hie und da von schlank aufstrebenden Kiefern durchsetzt waren. Es war kühl draußen, aber unter den Bäumen im Hochwald hatte die Schwüle des Tage noch ihren Platz behauptet so daß den beiden Berg(e feld Ver. Wa lichem Studium in Lemberg trat Raoul die erste Konzertreise nach Wien an; am 19. Dezember 1891 stellte er sich den Kunstfreunden der schönen österreichischen Kaiserstadt im Bösendorfersaale vor. Ungeheuer, nur mit sich selbst zu vergleichen, war die Wirkung, die sein Spiel auf alle, auf die Laien, wie auf die Fachgenossen, ausgeübt. Die maßgebendsten Kritiker Wiens hatten sich eingefunden und Ed. Hanslick, Ludwig Speidel, Hirschfelo, Helm, Frey 2c. gaben ihrer Begeisterung in den Berichten der größten Tageszeitungen freudigen Ausdruck. Von hier aus wandte sich Raoul konzertierend nach Ungarn. In Budapest, Graz, Laibach, Agram, Salzburg rc. wiederholten sich die Wiener Triumphe, oft sogar noch in gesteigertem Grade. Die erste Stadt, wo er in Deutschland auftrat, war Dresden. Im schönen Elbflorenz mit seiner starken aus allen Gegenden der Windrose sich rekrutierenden Fremdenkolonie erblühten ihm berauschende Huldigungen. Kritiker von der weitgreifenden Bedeutung eines Ludwig Hartmann, Ferd. Gleich(neuerdings hochbetagt in den Ruhestand zurückgetreten), Hermann Starke, Dr. I. Poppe u. a. fanden in ihren Besprechungen kaum genug Worte, um öffentliche Dolmetscher des Entzückens zu werden, das sie im schönsten Einklang mit dem Publikum bei dem Spiele Raouls empfunden hatten, Sieben Konzerte in Dresden bei überfülltem Saale bezeugten ebenso sehr die allgemeine, oft an Frenesie grenzende Begeisterung der Kunstfreunde, wie den damit Hand in Hand gehenden außerordentlichen materiellen Erfolg. Meist waren die Karten zu den in Aussicht gestellten Konzerten sogleich nach den ersten Anzeigen vergriffen; die Arrangeure hatten Mühe, die Konzertbesucher auf ihren Plätzen im Saale unterzubringen, denn der Raum erwies sich zu klein. So war z. B. für das vierte Konzert der Saal bereits ausverkauft, als der Hofmarschall meldete, Se. Majestät Könia Albert von Sachsen mit Gefolge wolle dem Konzert seine hohe Gegenwart schenken. Die königliche Loge bleibt in der Regel mit achtzig Sitzen für den Gebrauch der königlichen Herrschaften reserviert; die Arrangeure hatten sich so hohen Besuches nicht versehen und die Plätze an das Publikum verkauft; man versetze sich nun in die Bedrüngnis der Konzertveranstalter, als sie die Loge räumen lassen und sie den königlichen Gästen zur Verfügung stellen mußten. Leipzigs Ruhm als Musikstadt, seit Jahrhunderten begründet und immer von Neuem befestigt durch außerordentlich Kunstthaten, ließ das Beste erhoffen für Raouls Auftreten daselbst; aufs Reichlichste sind denn auch alle Erwartungen erfüll worden und von jener Zurückhaltung die sich der Pleißathonor aft angesiehts nener Kuntterscheinungon auforlogt mar in worden und von jener Zurückhaltung, die sich der Pleißathener oft angesichts neuer Kunsterscheinungen auferlegt, war in den sieber Raoul=Konzerten in Leipzig nicht die geringste Spur zu bemerken; so enthusiasmierend hatte noch kein Pianist auf die Gemüter eingewirkt, Stets spielte Raoul vor übervollem großen Saal; die Sympathien, die er sich sogleich bei seinem ersten Auftreten erworben, sind ihm bis zur Stunde treu geblieben, seine unzähligen Verehrer freuen sich der stetigen Entfaltung seines Genies begrüßen jede seiner neuen Kompositionen mit Anteil und widmen ihnen die gebührende, kritisch wohlwollende Beachtung. AlAndenken an die ersten Leipziger Triumphe sind Raoul besonders teuer die Bänder eines Kranzes mit der Aufschrift:„Dem junger hochgefeierten Hofpianisten Raoul Koczalski. Verein der Leipziger Presse. 6. März 1893.“ Von Leipzig dehnten sich Raoul: Konzertreifen nach Norden aus; sie glichen ununterbrochenen Triumphzügen. Im Mai und Juni desselben Jahres wurde das kunstliebende Publikum Londons Zeuge von Raouls pianistischer Wunderthaten. Besitzt vielleicht kein Land der Welt wie England so viele illustrierte Zeitungen, so erklärt sich hierau leicht die Thatsache, daß in London nicht weniger als 26 illustrierte Tages=, Wochen= oder Monatszeitungen das Bild des sen sationerregenden Knaben brachten. Bei der Rückkehr nach Deutschland überraschte er in seinen Konzerten während der Monat Oktober und November seine immer mehr wachsende Verehrerschar mit der erstmaligen Vorführung des Vorspiels zur Oper„Hagar“ In der Rheinprovinz, fünfmal im ausverkauften Gürzenichsaal zu Köln, konzertierte er Dezember 1893, in den erstei Monaten 1894 in Bayern, Württemberg, Baden 2c. München, wo acht Tage Konzerte stattfanden, stand in seiner Begeisterung für ihn kaum hinter Dresden und Leipzig zurück; dasselbe gilt von Stuttgart und Karlsruhe, wo er an neun Abenden auftrat Von Süden wandte er sich während des Oktober, November und Dezember nach Norden. In Hamburg, wo ein Euges d'Albert wegen mangelnder Zuhörerschaft sein zu Gunsten des Bülow=Denkmals geplantes Konzert hatte einstellen müssen, strömt ihm in neun Konzerten eine unzählbare Hörerschaft zu. Bremen, Königsberg, Danzig empfingen ihn mit gleichem Jubel Nun galt es, noch bis Skandinavien vorzudringen. In den größten Städten Schwedens und Norwegens hallte Raouls Ruhr wieder in den während des Januar und Februar 1896 gegebenen Konzerten.— Im März wurde Holland der Schauplatz seine Heldenthaten, im April Belgien. Bei der Rückkehr nach Paris im Mai errang er sich in 5 Konzerten mit dem weltberühmtet Lamoureux=Orchester, das unter Leitung des Komponisten dessen kurz vorher entstandene„Symphonische Legende“ zu Aufführung brachte, unbeschreibliche Triumphe; sie gewannen deshalb an Bedeutung, weil das Pariser Publikum, das ihn bis dahin nur als Pianisten gekannt, ihn nun auch als Dirigenten und Komponisten bewundern sollte und von jeder seiner dre Künstlereigenschaften sich gefangen nehmen ließ. Oktober und November 1895 erregten in Petersburg ungeheures Aufsehen di von ihm veranstalteten sechs Chovin=Abende. Seit Anton Rubinstein die Augen für ewig geschlossen, war eine gleich en zückende Interpretation der Werke des größten polnischen Tonpoeten nicht wieder vernommen worden.— Wie ist Raoul zu solchen tiefeindringenden Spezialstudium Chopins gelangt? Nach dem bereits 1892 erfolgten Tode seines teuren Lehrers Ludwi Marek hatte er sich mit voller Begeisterung ausschließlich in die Pflege Chopinscher Kompositionen versenkt und zwar unte der Führung von Karl Mikulis. Jahre hindurch einer der bevorzugtesten Schüler Chopins in Paris, darf Mikuli wohl als di lauterste Quelle betrachtet werden, aus der sich am reichsten und besten schöpfen läßt beim Specialstudium der Chopinschen Kom positionen. Er, der sich zugleich mit der Herausgabe der Chopinschen Werke(Leipzig, Fr. Kistner) als einer ihrer zuverlässigste und pietätvollsten Editoren erwiesen, hat denn auch alles, was er teils durch persönliche Unterweisung von seinem großen Lehre sich angeeignet, teils durch rastlose Beschäftigung mit Chopins sämmtlichen Musenkindern sich an fördersamen Beobachtunge erworben, auf Raoul übertragen; so erklärt sich seine Vertrautheit, das innigste Verwachsensein mit Chopin auf die ungezwungenst Weise; natürlich bildete die Genialität Raouls immer wieder die erste Voraussetzung zu solchen überraschenden Erfolgen in de Chopinspecialität.— Schon jetzt ist Raoul überschüttet mit Auszeichnungen glänzendster Art. Der König von Dänemark, di Königin=Regentin von Spanien, der(jüngst ermordete) Schah von Persien, der Sultan der Türkei, der König von Rumänien Prinzessin von Wales, Herzogin Tyra von Cumberland und viele andere hohe Persönlichkeiten haben ihm reichliche Huldbeweis gewidmet.— Die geistige, physische und künstlerische Entwickelung Raouls hat seit Jahresfrist 1895—1896) so außerordentlich Fortschritte gemacht, daß er nun mehr in Reih und Glied getreten mit den vollbürtigsten Virtuosen; in der That nimmt er mag man den Kern der reproduzierenden Kunst suchen und finden wo man will, mit den klangvollsten pianistischen Namen de Gegenwart auf. Er lebt und webt so vollständig in seiner wunderbaren Mission, daß sich ihm alles zu lohnendem Genuß veredell was dem Profanen als mühselige Arbeit erscheinen mag. Was Torquato Tasso in den Worten niedergelegt:„Ulenn ich nich dichten oder sinnen soll, so ilt das Leben mir kein Leben mehr!“ hat Raoul auf seine Fahne geschrieben. er genau wußte, worum es sich hanbeite. „Ist es nicht herrlich, Graf Wettenburg, so den anbrechenden Morgen im Hochwald zu erwarten.“ „Gewiß, hören Sie nur dieses eigentümliche zauberische Rauschen in den Bäumen und sehen Sie wie der Nebel über die Binsen streicht und jetzt, hören Sie nichts?“ Ganz in der Ferne ertönte ein leises Piepen, dann antwortete abseits ein anderer Vogel, dann zwitscherte es ganz in der Nähe der beiden Harrenden, als ob ein Vogel im Traum aufgescheucht worden wäre und verschlafen sein Lied vor sich hingesungen hätte. Wenige Minuten atemlosen Harrens folgten, dann vernahm man das gedämpfte Locken der Schwarzamsel und die Antwort des Weibchens. „Hören Sie, Graf, Meister Schwarzamsel ruft seine Gattin zum Frühstück.“ „Ja, ja, ich höre es.“ Wettenburg starrte tranmverloren in die langsam lebendiger werdende Natur. „Wie wunderbar ist es,“ hub er dann an,„wie sich alles nach dem grauenvollen Dunkel der Nacht freut, wie alle Gefühle zu dem Jubel hindrängen und alles Irdische und Falsche von uns abfällt, wenn wir so der großen Natur gegenüberstehen.“ „Nein, noch etwas anderes.“ Ihr Gesicht wurde merklich ernster und ernster und ihre großen schönen Augen ruhten mit einem leichten Ausdruck von Besorgnis auf dem feinen aristokratischen Gesicht des Grafen:„Muß ich Ihnen eine lange Erklärung geben für mein Verhalten, das einigermaßen unweiblich und excentrisch erscheint.“ „Nein, ich verstehe alles und billige alles, was Sie thun.“ „Es ist gut, Graf, sehen Sie, ich habe niemanden, mit dem ich mich aussprechen kann. Mein Vater ist alt und kann mich nicht so versiehen, wie es für mich notwendig ist, wie er mich verstehen müßte, um mich zu be=greifen. Ich weiß, es ist eine Anmaßung von mir, daß ich gerade Sie i meine kleinen Kümmernisse einweihe, abex gs ist z##ls ob ich seit der wunderbaren Musik des„Tristan“ in Ihnen einen Freund v. H, treuesten, Ihring, den Sie finden können ## wußte es und danke Ihnen.“ Sie reichte ihm ihre Hand, die er leise und innig drückte.„Sehen Ste, es war mir ein so dunkles Gefühl, als ob ich mit Ihnen sprechen müßte, als ob ich Ihnen sagen müßte, was mich bewegt und bekümmert und als ob Sie der einzige Mensch wären. der k n 9 2 1 8 ei u e 9 t 1 Vermischtes. Eisenbahnunglück bei Leipzig. Gestern morgen um 4 Uhr entgleiste der von Leipzig nach Berlin über Bitterfeld fahrende D=Zug Nr. 21 auf dem Bahnhof Zschortau. Bei dem Unglück büßten zwei Reisende, der Reichstagsabgeordnete Johann Friedel aus Bayreuth und eine Frau Hirsch, das Leben ein; zwei Personen, eine Dame und ein junges Mädchen, sind schwer, sechs andere Passagiere leicht verletzt. Die getötete Dame trug seinen Trauring mit der Inschrift:„Verheiratet Nizza 1871“. Unter den Verletzten befinden sich folgende Namen: Marie Leder(Berlin), Marie Sternberg (Berlin), Lilly Manns(Friesing), Charlotte Döring(Bitterfeld) und Rittergutsbesitzer Wandel(Posen). Mit furchtbarer Vehemenz müssen die am meisten von dem Unfall betroffenen Wagen aus dem Gleise gesprungen sein. Glücklicherweise war mann Friedrich Sander=Bünde und Dienstmagd Auguste Wölker=Spenge, Arröder Heinrich Ellerbrock=Spenge=Mühlenburg und Dienstmagd Sophie Obrock=Häger. Sterbefälle: Student Heinrich August Julius Wiegmann=Lenzinghausen, 21 Jahre; Heinrich Adolf Tappe=Spenge 3 Tage; Witwe Anne Marie Elisabeth Walkenhorst, geb. Siekmann=Lenzinghausen 78 Jahre; Arbeiter Johann Friedrich Wilhelm Schierbaum=Spenge=Martinsstift, 22 Jahre; Ehefrau Anna Marie Elisabeth Bogt, geb. Schaale=Hücker=Aschen, 48 Jahre; Bergmann Johann Heinrich Goldstein=Lenzinghausen, 24 Jahre; Ehefrau Anna Margarethe Ilsabein Tinkeldei, geb. Schäpersmann=Spenge 68 Jahre. Brieskasten der Redaktion. oe. Bisher war es nicht möglich, darüber etwas zu erfahren. Der Einladung kann nicht entsprochen werden. unstr die atten 1 der Fertuns bietet N die Gam eit and weir’ sle zum G##, zur Einladung Lotterie- Zusammenspiel von Loosen der 8. Wohlfahrts-Lotterie zu Zwecken der Deutschen Schutzgebietr. # Dem was Im Hugenblick Du ausgeschi##### C# Na witn, od Du's nicht ewig wirst verboten.) Worms, Datum des Postste tlich rfüll ieber tüter reten nies Als ngei toul scher □ 8 rau sen nat# ar“ rster rung trat ue ömt übel uhr eine mtei 31 bi dre 0 ent chen dwi inte di kom ste hre nge en de di tien RER lich es 0 delt R □ □ □ K — □ X — □ — 9 □ 2 ∆0 □ ∆ Ew. Wohlgeboren beehre mich hiermit zum Beitritt meines Zusammenspiels ganz ergebenst einzuladen. Durch das Zusammenspiel einer grösseren Anzahl Loose der 8. Wohlfahrts-Lotterie wird bezweckt: I. Die Gewinnchancen der einzelnen Spieler bedeutend zu erhöhen. II. Das Risiko zu vermindern. Die sehr oft gehörte Klage eines Spielers: Mein Loos ist wieder nicht gezogen, wird hierbei aufhören, da beim Zusammenspielen von 100 Loosen mit verschiedenen Nummern, wie er bier geplant ist, nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung mehrere Loose gezogen werden müssen, und es ist bei 100 Loosen doch 100mal eher wahrscheinlich, einen grösseren Treffer zu machen, als wie wenn man nur 1 Loos spielt. Wie Sie aus umstehendem Statut ersehen, ist der Beitrag nur Mk. 3.30, welcher so klein, dass ein Risiko fast vollständig ausgeschlossen ist. Zum Schluss möchte ich nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, dass es bei einer so grossen Anzahl von Loosen, wie solche hier zusammen gespielt werden, sehr wahrscheinlich ist, dass auch grössere Gewinne erzielt werden. Solhen diese Loose jedoch sehr ungünstig spielen, d. h. dass kein grösserer Treffer herauskommt, nur einige mit dem kleinsten Gewinne gezogen werden sollten, so würde sich der Veriust der einzelnen Spieler nur auf 1—2 Mark belaufen, also immer noch nicht mal soviel betragen, wie werm ein einzelner Spieler allein ein Loos spiek und dieses nicht herauskommt. Umstehend Statut, welches über alles Weitere lehrt. Sie werden nach Schluss der Ziehung es nicht bereuen, dass Sie als Mitglied beigetreten sind, die Gewinnchancen sind gans bedeutend erhöht und das Risiko vermindert. Falls Sie jetzt beizutreten wünschen, wollen Sie mir Ihre Beitritts-Erklärung gefl. sofort zugehen lassen— auch wenn Sie den Beitrag später einsenden wollen, da bei späterhin eintretender Knappheit der Loose die Be. schaffung event. sehr schwierig werden könnte. Nehmen Sie von umstehendem Statut gefl. Kenntniss und ich werde alsdann alles Weitere veranlassen. Also— Glückauf zum grossen Loos! Mit vorzüglicher Hochachtung HEINRIOH RUPP Haupt-Lotterie-Büreau aller erlaubter und genehmigten Privat- und Klassen-Lotterie-Loosen. kann ihn retten und ven Besitz, aber raten Sie mir, sagen Sie mir ein Wort, muß eine Tochter all ihre Hoffnungen auf Lebensglück, all ihre zärtlichen Gedanken dahingeben, um den Vater zu retten?" „In unserem Stande: ja. Wir haben kein Recht, unserem Herzen zu folgen, wir haben nur eine Verpflichtung, das ist die Verpflichtung gegen die Familie.“ Einen Augenblick trat eine schwüle Pause ein. Ihring konnte nicht sogleich antworten, sie hatte sich das alles schon selbst gesagt, aber sie hatte gehofft, der Graf würde anders urteilen, denn sie glaubte untrügliche Zeichen seiner Liebe zu ihr entdeckt zu haben, sie hatte geglaubt, er würde sagen: Nein, Ihring, nein, lassen Sie den Wildenstein schießen und alles, was damit zusammenhängt, ich liebe Sie ja, ich will Sie haben, nehmen Sie ihn nicht, der Sie ja doch nur erkauft, den Sie me lieben können. Es war ihr, als ob Wettenburg eine eben aufknospende, herrlich duftende Blüte in ihrem Herzen gebrochen hätte und deshalb sagte sie auch mit jener eigentümlichen Rauheit, die so lebhaft an den Vater erinnerte: „Es ist gut, Graf, ich danke Ihnen für Ihren Rat und ich werde ihn befolgen. Aber da ist ja unser Bock!“ (Fortsetzung folgt.) Verblüffend! ist die vorzügl. Wirkung der Radebeuler: Carbol=Theerschwefel=Seife v. Bergmann u. 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(Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. kand.) Ein Tischlergeselle für Bau= und Möbeltischlerei nach außerhalb für sofort gesucht. Nachzufragen in der Exped. d. Bl. unter Nr. 74e. Gesucht für 1. Juli ev. früher von einer größeren Kleiderfabrik tüchtiger junger Mann für Reise und Lager. Reflektanten, welche längere Zeit in dieser Stellung thätig waren, wollen Offerten unt. 14e an die Exv. d. Zta. einreichen. Von einer größeren Kleiderfabrik für 1. Juli ev. früher erster Zuschneider gesucht. Derselbe muß selbständig Muster schneiden und erfolgreiche Thätigkeit In Herforder oder Bielefelder Kleiderfabrik nachweisen können. Offerten unt. 13e an die Exp. d. Zta. Volontär gesucht, selbiger kann sich in allen Fächern ausbilden. C. Demtröder, Coiffeur, Bielefeld. 640d Krantheitshalber auf sofort zuverlässiger 159e gesucht. Bäckergeselle C. Müller. 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Schnippelbohnen 2 Vfd. 15 Pfo., 10 Pfo., 140, Pfg. 134. Heinrich Nolting. Zum Pfingstfest#aoe ich ca. 100 St. diesjährige 8—10pfündige 147e fette Gänse a Pfd. 90 Pfg. abzugeben. Dieselben werden sauber gerupft und franko Haus geliefert. Bestellungen bitte bis zum 14. d. M. machen zu wollen. NB. Die Gänse sind gerode wie im Herbst mit Getreide gemästet und sehr zart und wohlschmeckend. H. Brackmann, Landwirt, Bermbeck Nr 5 bei Herford. Wasserglas vorzüglichstes Eier=Konservierungsmittel. 135e Heinrich Nolting. Ia. Saatmais in vorzüglich keimfähiger Ware eingetroffen bei132e Heinrich Nolting, Sament dl. 216 egierung den Aufstand unverzüglich unterdrücke. Der frausische Gesandte wird einen Sekretär in das Aufstandsgebiet tsenden, der eine Untersuchung anstellen soll. Reuter meldet aus Peking vom 4. d. Mts.: Der Ausind bei Chingtingfu nimmt zu und dehnte sich bereits auf nen Umkreis von 50 Meilen aus. Ein weiterer Priester ird vermißt. Zum Burenkrieg. Wie in Brüssel verlautet, bot Kitchener den Burenführern lgende Bedingungen an: 1) ein selbständi ) d i e B e g n a d i g u n g d e r R e b e l l e n d u r c h e nadenakt ohne allgemeine Amnestie; 3) zwe en Transvaalstaat, eine für den Orangestat i errichtenden Regierungsrat; 4) 8 Million ransvaalstaat, 4 Millionen Lstrl. für den Liederaufbau der zerstörten Farmen; 5) onfiskationsdekrete; 6) die Rückkehr aller G Lord Wolseley, der nach Afrika gesandt ldherr wurde bei seiner Rückfahrt au nem Vertreter des Londoner„Daily Exp em er gesagt haben soll: Die Buren zeig hlossen, bis zum letzten Augenblicke zu kän e sahen, wie viele in jedem Monate von stet und wie viele gefangen genommen wer figentum zertrümmert oder ihnen weggenom e nicht ein, was sie durch ein Nachgeben ch glaube nicht, daß sie einwilligen wer hließen, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Feldmarschall Wolseley, der bekanntlic es englischen Königs nach dem Kriegssc surde, um einmal„wirklich“ Authentisches ei der Lügenhaftigkeit der Kriegsberichte Kit oar, hat damit endlich reinen Wein einges ichte über Kampfmüdigkeit und Friedensseh varen erfunden, um das englische Volk bei u erhalten! Herforder Kreisnachri Herford, * Zum heutigen(20.) Geburts peinzen haben die öffentlichen Gebäude gelegt. *A Grundsteinlegung. Heute v and die feierliche Grundsteinlegung zum höheren Mädchenschule statt. Zu Beginn gerr Pastor Schengberg ein Gebet, wo Hammerschläge erfolgten. Der Wortlaut d stein eingefügten Urkunde ist wie folgt: Unter der Regierung Wilhelms II., und Königs von Preußen uno zur Zeit, v. d. Recke v. d. Horst Ober=Präsident der Herr Schreiber Regierungs=Präsident zu M Borries Landrat des Kreises Herford, Heri 5 Busse 2. Bürgermeister und Herr Justizra 166 ordneten=Vorsteher zu Herford war, haben Tage, Dienstag, den 6. Mai 1902, 1. Bürgermeister der Stadt Herford, der D Mädchenschule O. Siebert, der Stadtbau der Verwaltungs=Ausschuß der Schule in dem Lehrer=Kollegium an diesem Orte fe um den Grundstein zu diesem Neubau der schule zu legen. In den Grundstein wurde eine# welche birgt: 1. Diese Urkunde, 2. ein Druckstück zur Begründung der? Baues vom Direktor Siebert, 3. u. 4. ein Exemplar des 1. und 2. Schule., 5. ein Schriftstück des Direktors über der Schule, Künigenbru Ein Roman aus dem Hochspessart von (18. Fortsetzung.)— Während sie sprach war sie aufgeste leuchteten und sie schien den Grafeu als Schönheit, als das begehrenswertesie Weib und der Gedanke, daß gerade ihm beschie Liebe in dieses jungfräuliche Herz zu ha unsagbar Beseligendes. Er konnte sich n ergriff ihre Hand und zog sie an die Lippe „Sie haben recht, Ihring, jeder ech Natur verwachsen und die Natur ist es, Zauber auf ihn ausübt, sodaß er alles ve der Büchse in der Hand durch den stillen „Das wollen wir aber jetzt thun. N Drilling meines Vaters, es ist die beste Wa stein und lassen Sie uns gehen. Ich fürchte, es wiro schon ein bißchen spät sein und ich habe zur Vorsicht unseren kleinen Jagdwagen anspannen lassen, damit wir schneller in das Schippacher Revier hinuntergelangen.“„„ Sie gingen hinaus, wo der Kutscher am hohel. Greifenkhor den mächtigen Schweißhund an der Leine halteno bei dem Gefährt harrte. Roger half Ihring einsteigen und folgte dann. Gehorsam sprang der Hund nach und streckte sich zu Füßen seiner Herrin nieder. Der Kutscher stieg auf den Bock, lustig knallte die Peitsche in das Grau der schwindenden Nacht hinein und der leichte Wagen flog von den rüstigen Pferden gezogen den breiten Weg hinunter an einem zur Sommerszeit harten Feldweg entlang, damit man nicht durch Eschau zu fahren brauchte, hinein in den Wiesengrund, so daß bald das Wahrzeichen von Schippach, die hohe rote Fabrik auftauchte. Wo die Straße am Wegkreuz vor Himmelthal nach Mönchsberg abbiegt, hielt der Wagen und Ihring stieg mit Roger aus, um in den dunklen Hochwald der Wendelshöhe einzubiegen. Ein schmaler Pfad führte sie immer bergauf. Tiefes Duukel herrschte noch unter den Buchen, die hie und da von schlank aufstrebenden Kiefern durchsetzt waren. Es war kühl draußen, aber unter den Bäumen im Hochwald hatte die Schwüle des Tages noch ihren Platz behauptet so daß den beiden Berg6. u. 7. einen Stunden=Plan der Schule, Winter=Halbjahr 1901/1902 und Sommer=Halbjahr 1902, 8. einen städtischen Verwaltungsbericht 1895/1900(fällt aus), 9. einen desgleichen 1. April 1900/1901,(beide enthaltend Abschnitte, die Schule betr), 10. u. 11. die beiden neuesten Nummern der hiesigen LokalPresse. Gott segne diesen Neubau, alle die aus= und eingehen und unsere liebe alte Stadt Herford. * Eine Sitzung der Stadtverordneten findet nieden am nächsten Freitag statt. Die Tagesordnung kommt eingelegt werde, der Altenbeken etwas nach 8 Uhr morgens verläßt, und in Unna den Anschluß an den 9.43 von Unna nach Schwerte, Hagen, Elberfeld, Düsseldorf und Köln abfahrenden Schnellzug(72) erreicht. Als Gegenzug wollen Bezirkseisenbahnrat die Einlegung eines Personenzuges befürworten, welcher Anschluß erhält an den in Unna 1.22 eintreffenden Schnellzug(59) von Köln und welcher in Paderborn den Anschluß an den 4.36 morgens von Paderborn nach Holzminden abgehenden Personenzug Nr. 353 erreicht. Elverdissen, 5. Mai. Viehmarkt. Am Freitag, den 9. d. M. findet der diesjährige Frühjahrs=Viehmarkt hier statt. —— FS LhGAGpTG. De n F. E fr A si 9 G st T 6 3 6 d 6 C K n 9 * * b 2 h 2 d 9 d 1 3 t I 1 1 P·#S 88.3 SG SEE BOERO 4 1.2 □ *" S oo F E. 83 SS G 2TE 5 S 5 g. 9.9 S##2 F# Der Verkauf der Loose ist von den Hohen Regierungen im ganzen Umfange des Deutsch. Reichesgestattet. Anzahl der Loose 500000. S#BSSSPDÄAAEG. 6 S Jecel BNENGI M M Bn Nui un Men inn pie upzreg ins tolroges undunmisung er genau wußte, worum es sich handelte. „Ist es nicht herrlich, Graf Wettenburg, so den anbrechenden Morgen im Hochwald zu erwarten.“ „Gewiß, hören Sie nur dieses eigentümliche zauberische Rauschen in den Bäumen und sehen Sie wie der Nebel über die Binsen streicht und jetzt, hören Sie nichts?“ Ganz in der Ferne ertönte ein leises Piepen, dann antwortete abseits ein anderer Vogel, dann zwitscherte es ganz in der Nähe der beiden Harrenden, als ob ein Vogel im Traum aufgescheucht worden wäre und verschlafen sein Lied vor sich hingesungen hätte. Wenige Minuten atemlosen Harrens folgten, dann vernahm man das gedämpfte Locken der Schwarzamsel und die Antwort des Weibchens. „Hören Sie, Graf, Meister Schwarzamsel ruft seine Gattin zum Frühstück.“ „Ja, ja, ich höre es.“ Wettenburg starrte tranmverloren in die langsam lebendiger werdende Natur. „Wie wunderbar ist es,“ hub er dann an,„wie sich alles nach dem grauenvollen Dunkel der Nacht freut, wie alle Gefühle zu dem Jubel hindrängen und alles Irdische und Falsche von uns abfällt, wenn wir so der großen Natur gegenüberstehen.“ „Nein, noch etwas anderes.“ Ihr Gesicht wurde mertlich ernster und ernster und ihre großen schönen Augen ruhten mit einem leichten Ausdruck von Besorgnis auf dem feinen aristokratischen Gesicht des Grafen:„Muß ich Ihnen eine lange Erklärung geben für mein Verhalten, das einigermaßen unweiblich und excentrisch erscheint.“ „Nein, ich verstehe alles und billige alles, was Sie thun.“ „Ee ist gut, Graf, sehen Sie, ich habe niemanden, mit dem ich mich aussprechen kann. Mein Vater ist alt und kann mich nicht so versiehen, wie es für mich notwendig ist, wie er mich verstehen müßte, um mich zu be=greifen. Ich weiß, es ist eine Anmaßung von mir, daß ich gerade Sie i meine kleinen Kümmernisse einweihe, aber es ist mir als ob ich seit der wunderbaren Musik des„Tristan“ in Iynen einen Freund n, DHen treuesten, Ihring, den Sie finden können„Ic wußte es und danke Ihnen.“ Sie reichte ihm ihre Hand, die er leise und innig drückte.„Sehen Ste, es war mir ein so dunkles Gefühl, als ob ich mit Ihnen sprechen müßte, als ob ich Ihnen sagen müßte, was mich bewegt und bekümmert und als ob Sie der einzige Mensch wären der s Vermischtes. Eisenbahnunglück bei Leipzig. Gestern morgen um 4 Uhr entgleiste der von Leipzig nach Berlin über Bitterfeld fahrende D=Zug Nr. 21 auf dem Bahnhof Zschortau. Bei dem Unglück büßten zwei Reisende, der Reichstagsabgeordnete Johann Friedel aus Bayreuth und eine Frau Hirsch, das Leben ein; zwei Personen, eine Dame und ein junges Mädchen, sind schwer, sechs andere Passagiere leicht verletzt. Die getötete Dame trug seinen Trauring mit der Inschrift:„Verheiratet Nizza 1871“. Unter den Verletzten befinden sich folgende Namen: Marie Leder(Berlin), Marie Sternberg (Berlin), Lilly Manns(Friesing), Charlotte Döring(Bitterfeld) und Rittergutsbesitzer Wandel(Posen). Mit furchtbarer Vehemenz müssen die am meisten von dem Unfall betroffenen Wagen aus dem Gleise gesprungen sein. Glücklicherweise war der Zug verhältnismäßig schwach besetzt. Als Ursache der Entgleisung wird mit Bestimmtheit der Bruch einer Axe des Tenders bezeichnet; der erste Personenwagen kippte nach rechts, der zweite nach links um, während der Küchenwagen sich an beiden vorbei auf dem Gleise vorwärts schob. Lokomotive, Tender und Packwagen rissen sich los, rasten noch etwa 600 Meter weiter und blieben dann auf freiem Felde auf den Schienen stehen; die letzten Wagen entgleisten ebenfalls nicht. Die beiden Getöteten hatten sich im ersten und zweiten Wagen befunden und weisen schwere Schädelbrüche auf. Eine Dame, die durch Teile des Wagens eingekeilt war und einen Bruch des linken Armes erlitten hat, wurde nach Beseitigung der Hindernisse aus ihrer Lage befreit und aus dem Wagen herausgeholt. Der Koch im Küchenwagen schlief bei dem Unfall in einer Hängematte und kam mit einer Beule am Kopfe davon. Die 17jährige Charlotte Döring, Tochter eines Bauunternehmers in Bitterfeld, erlitt eine Verwundung am Rücken und die Musiklehrerin Lilly Manns, zuletzt in Freising, einen Kniescheibenbruch. Die Schwerverwundeten wurden nach dem städtischen Krankenhause in Leipzig übergeführt. Auf einer Turnfahrt kam Sonntag abend in Oranienburg der Turner Alfred Breetsch aus Reinickendorf ums Leben. Mit einem Freünde versuchte er in der Nähe des Bahnhofes auf einen vorbeifahrenden Güterzug zu klettern, that einen Fehltritt und wurde von den Rädern zermalmt. Die operierte Löwin. In der Menagerie Viano in Reggio Emilia befindet sich eine prächtige Löwin namens „Lea“, die seit einiger Zeit an einer schweren Augenkrankheit litt. Herr Viano mußte sich endlich entschließen, sie operieren zu lassen. Bor einigen Tagen wurde nun in der Menagerie die Operation von dem Angenarzt Dr. Tirelli in Gegenwart zahlreicher Aerzte und Tierärzte vorgenommen. Die Löwin war vorher mit starken Stricken und Lederriemen, die ihr den Kopf festhielten, gefesselt worden. Dr. Tirelli trat darauf in Begleitung seiner Assistenten in den Käfig ein und ging mit großer Ruhe ans Werk. Die Operation dauerte nur wenige Minuten. Als„Lea" wieder von den Fesseln befreit war, begann sie wild zu brüllen und wollte sich in ihrer Wut auf den Operateur stürzen. Herr Viano hielt sie aber zurück, so daß nicht der geringste Unfall zu beklagen war. □ 0 90 0 K □ 0 J. (0 für den Kreis Herford. Spenge. Nachrichten vom 15. bis 30. April 1902. Geburten: Ein Sohn: dem Zigarrenarbeiter August Tappe=Spenge, Zigarrenarbeiter Heinrich Sachser=Spenge, Zigarrenarbeiter Hermann Tiemann=Spenge. Eine Tochter: dem Kolon Eduard Ploghaus=Spenge, Kaufmann August Opitz=Spenge. Auf geboten: Heuerling Heinrich Tiemann=Oberjöllenbeck und Dienstmagd Anna Menkhoff=Lenzinghausen, Müllergeselle Heinrich Aufderheide=Bennien und Dienstmagd Henriette Siekkotter=Hücker=Aschen. Eheschließungen: Lehrer Wilhelm Mertens=Ennigloh und Haustochter Louise Meierotto Hücker=Aschen, Fuhrmir einen ehrlichen Rat geben könne. Sehen Sie, Graf, Sie haben ja schon längst gemerkt, wie es auf dem Wildenstein steht. Es mag der Rückgang unserer Vermögensverhältnisse auf die Zeiten, die sich geändert haben, zurückzuführen sein, es mag an der etwas unmodernen Natur meines Vaters liegen, ich will darüber nicht urteilen, nicht rechten, genug, wir sind auf den Punkt angekommen, daß, wenn nicht eine energische Hilse von außen kommt, wir wahrscheinlich die Herrschaft Wildenstein aufgeben und mit den Trümmern unseres Vermögens irgendwo in einer kleinen Stadt ein Unterkommen suchen müssen. Glauben Sie nicht, daß mich das schreckt, ich habe keine Bedürfnisse, ich würde gern mit Wenigem, mit dem Allerwenigsten zufrieden sein, aber mein Vater. Er soll den Wildenstein verlassen, wo sein Geschlecht seit einem halben Jahrtausend Herr war, er soll in den letzten Jahren des Lebens sich womöglich in einer Stadt einkerkern lassen, der hier sein Leben lang frei herumstreifte... das wäre sein Tod, sein sicherer Tod, und es wird so kommen, wenn ich nicht eingreife.“ „Hören Sie, Ihring, das ist doch nur auf eine einzige Weise möglich?“ „Ja, nur auf eine einzige Weise, Sie verstehen mich. Ich kann ihn retten und den Besitz, aber raten Sie mir, sagen Sie mir ein Wort, muß eine Tochter all ihre Hoffnungen auf Lebensglück, all ihre zärtlichen Gedanken dahingeben, um den Vater zu retten?“ „In unserem Stande: ja. Wir haben kein Recht, unserem Herzen zu folgen, wir haben nur eine Verpflichtung, das ist die Verpflichtung gegen die Familie.“ Einen Augenblick trat eine schwüle Pause ein. Ihring konnte nicht sogleich antworten, sie hatte sich das alles schon selbst gesagt, aber sie hatte gehofft, der Graf würde anders urteilen, denn sie glaubte untrügliche Zeichen seiner Liebe zu ihr entdeckt zu haben, sie hatte geglaubt, er würde sagen: Nein, Ihring, nein, lassen Sie den Wildenstein schießen und alles, was damit zusammenhängt, ich liebe Sie ja, ich will Sie haben, nehmen Sie ihn nicht, der Sie ja doch nur erkauft, den Sie nie lieben können. Es war ihr, als ob Wettenburg eine eben aufknospende, herrlich duftende Blüte in ihrem Herzen gebrochen hätte und deshalb sagte sie auch mit jener eigentümlichen Rauheit, die so lebhaft an den Vater erinnerte: *EE ist gut, Graf, ich danke Ihnen für Ihren Rat und ich werde ihn befolgen. Aber da ist ja unser Bock!“ (Fortsetzung folgt.) mann Friedrich Sander=Bünde und Dienstmagd Auguste Wölker=Spenge, Arröder Heinrich Ellerbrock=Spenge=Mühlenburg und Dienstmagd Sophie Obrock=Häger. Sterbefälle: Student Heinrich August Julius Wiegmann=Lenzinghausen, 21 Jahre; Heinrich Adolf Tappe=Spenge 3 Tage; Witwe Anne Marie Elisabeth Walkenhorst, geb. Siekmann=Lenzinghausen 78 Jahre; Arbeiter Johann Friedrich Wilhelm Schierbaum=Spenge=Martinsstift, 22 Jahre; Ehefrau Anna Marie Elisabeth Bogt, geb. Schaale=Hücker=Aschen, 48 Jahre; Bergmann Johann Heinrich Goldstein=Lenzinghausen, 24 Jahre; Ehefrau Anna Margarethe Ilsabein Tinkeldei, geb. Schäpersmann=Spenge 68 Jahre. Rriefkasten der Redaktion. oe. Bisher war es nicht möglich, darüber etwas zu erfahren. Der Einladung kann nicht entsprochen werden. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 6. Mai Höchste Temperatur des Vortages: 11,70 Niedr. Temperatur in der Nacht: 3.80 Temperatur um 7 Uhr vorm.: 5,20 „11„„ 7.80 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 7534 mmn Tägliche Niederschlagshöhe: 1,2 mm. Wind: Lebhafter WNW. Himmel: Bewölkt; zeitweise Regenschauer. 7. Mai. Bei mäßigen westlichen Winden Witterungsfortdauer. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Generalversammlung der Feldmarken Herford's und Stiftberg Freitag, den 9. Mai, abends 8 Uhr im Vereinshause. Tagesordnung: 1. Besprechung und Beschluß zum Antrage unterer Vertreter als Stadtverordnete ur gemeinsamen Vereinigung mit der Bürgervereinigung. 2. Verschiedene Berichte. 3. Aufnahme neuer Mitglieder u. Hebung der Beiträge. Die Vertreter der 3. Abteilung sind uns willkommen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet. 111d Der Vorstand. Am Himmelfahrtstage: Konzert der Düngel'schen Kapelle im Fürstlichen Kurpark Salzuflen. 3½—7 Uhr nachw. Entree fur Erwachsene 30 Pfg. „ Kinder 15 Pfa. a Vers. Ia. Virgin-Pflanzmais empfiehlt billiost 58e B. Kunkel, Bügelstr. 4. Posthörnchen, Wochs., Sveck=, Perl=, Reis=, Hinrichs=RiesenKrupbohnen sowie sämtliche Sorten Stangenbohnen enpfiehlt billigst 69e Heinrich Nolting, Samenhdlg Der Stadi=Auflage unterer heutigen Nummer liegt ein Prospekt betreffend Konzerte des Hofpianisten Raoul von Koczalski bei. 157e 1fnserer heutigen Nummer L liegt ein Prospekt der 8. Wohlfahrts=Lotterie der Firma Heimich Rupp Worms a. Rh. bei dessen Beachtung bestens empfohlen wird. 151e Brockmanns Berggarten. Zur beginnenden Sommerzeit halte ich mein Restaurant mit Garten wiederum dem hiesigen und auswärt'gen Dublikum bestens empfohlen. Die Anlagen des„Berggartens“ eignen sich ganz besonders, da ein geräumiger Kinderspielplatz vorhanden, zum Aufenthalt von Familien. Die Anlagen wurden aufs sauberste wieder hergestellt. Die geräumigen Säle bieten bei ungünstigem Wetter angenehmen Aufenthalt und habe ich durch die Aufstellung eines ganz neuen klangvollen Konzert-Orchestrions für musikalische Unterhaltung gesorgt. Meine Speisen und Getränke sind bekanntlich gut und lege ich hohen Wert auf die Verabreichung vorzüglichen Kaffees. Für Familienfeste eignet sich der„Berggarten“ ganz besonders. 100 Fr Brockmann. nungen Stellungen (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Zwei junge Leute erhalten Kost und Logis. 120e Johannisstr. 9. Eine freundliche Wohnung von 3 Zimmern wird zum 1. Juli von einem kinderlosen Ehepaar gesucht. Angebote mit Preisangabe erbitte unter A. B. 119. er mit voller Pension preiswert zu vermieten. Nachzufragen in der Exped. d. Bl. unter Nr. 94e. Möbliertes Zimmer mit ganzer Kdst, wird in guter Famtlie in der Nähe der Post gesucht. Offert. mit Preisangabe an die Expedition des„Blomberger Anzeiger“ in Blomberg i. L. erbeten. 155e Turngemeinde Herford. Die FrauenAbteilungunter= nimmt am Himmelfahrtstage, den 10. Mai einen Ausflug nach Externsteine, Silbermühle 2c. Abfahrt: Mittags 1 Uhr 15 Minuten. 115e Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Tururat. Lehrerverein Herford u. Umgegend. Sitzung Mittwoch, den 7. Mai, nachmittags 5 Uhr im Central= Hotel. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Die Willensbildung durch die Schule.“ 2. Geschäftliches. 117c für gewerbliche Arbeiter des Amtes Herford=Hiddenhausen. Generalversammlung am Freitag, den 9. Mai, abends 7 Uhr im evangelischen Vereinshause. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung. 2. Verschiedenes. Herford, 1. Mai 1902. Der Vorsitzende: 127e W. Strakeljahn. Reizende Neubeiten in Gürteln, Gürtel=Schlössern, Lavalliers, Kragen von Seide und Spitzen, Crepe=Chiffon=Boa's etc. bei Frieda Wagner Radewiger Straße 24. Ecke Löhrstraße, 1 Treppe. Verblüffend! ist die vorzügl. Wirkung der Radebeuler: Carbol=Theerschwefel=Seife v. Bergmann u. 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