12. Jahrgang. 12. Jahrgang Ne 83 Teleph. Anschl Ne 83 Teleph. Anschl N 76 Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. vierteljährlich pränumerando 1.25 Mark bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Dienstag, 1. April. ## werden bis spätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Vettigelle für Stadt und Kreis Herford, Oeynhausen und Amt Reames10 Pfg., sonst 15 1902 Amtliche Anzeigen für den Kreis 6M Herford. Donnerstag, den 3. April 1902, nachmittags 5 Uhr: Sitzung des Ausschusses der Stadtverordneten. Herford, den 30. März 1902. Der Vorsitzende: Lücken. 180 Tagesordnung für die am Freitag, den 4. April 1902, nachmittags 3 Uhr stattfindende Stadtverordnetenversammlung. 1. Einführung und Verpflichtung des neugewählten Stadtverordneten Professor Fellinger, 2. Erneuter Antrag des Magistrats wegen Erteilung des Zuschlages betr. Lieferung und Einbauen der Turbinen des Elektrizitätswerkes durch die Firma Amme, Gieseke& Konegen in Braunschweig, 3. Zweite Lesung sämtlicher Nebenvoranschläge für 1902, 4. Erste Lesung des Hauptvoranschlages der Kämmerei=Kasse für 1902, 5. Antrag des Magistrats betr. Bewilligung von 3200 Mk. für Kanalanlagen beim Kleinbahnhof Bergerthor. 19d. Herford, den 29. März 1902. Der Stadtverordneten=Vorsteher. Lücken. Militärische Erfahrungen aus der Chinaexpedition. In der„Kreuzztg.“ zieht Oberstleutnant a. D. von Haine das militärische Facit aus dem Chinafeldzuge. Wir entnehmen dem interessanten Artikel folgende Sätze: Bewaffnet war das Expeditionskorps mit den neuesten, in: Armee vertretenen Modellen von Gewehr, Geschütz, Karabiner und Lanze. Obwohl große Gefechte gegen ebenburtige Gegner nicht geführt worden sind, so genügte der Verlauf der Expedition doch, festzustellen, daß alle Waffen durchaus kriegsbrauchbar und ganz entschieden auf der Höhe der heule allgemein gestellten Anforderungen stehen. Beim Infantgriegewehr steht die Länge des Seitengewehrs nicht völlig in Einklang mit der Dauerhaftigkeit und Festigkeit der Vorrichtung zum Aufpflanzen desselben. Auch haben unsere Leute ###s als Stichwaffe sehr geeigneten Seitengewehrs im Handgemenge noch immer eine unüberwindliche Vorliebe für den Kolbengebrauch, dem sich der Schaft des Gewehrs nicht eewachsen zeigte. Bezüglich der kleinkalibrigen Geschosse will ich nicht anzuführen unterlassen, daß mir mehrere Fälle erinnerlich sind. in denen die Getroffenen, obwohl edle Teile vertetzt waren, doch noch längere Zeit lebten. Sehr zu bedauern ih, daß das zum ersten Male in unserer Armee in Georauch genommene Gebirgsgeschütz nicht zu einer Verwendung in größerem Umfange gelangt ist, um die Anschau###en über die Notwendigkeit dieser Waffe und die Zweckmaßigkeit ihrer Konstruktion zu klären. Wie in der Vergangenheit, so war die Lanze auch jetzt wieder bei unserem Gegner besonders gefürchtet. Allerdings sind die von ihr verursachten Wunden geradezu fürchterlich. Da die Lanzenflaggen schon aus weiter Ferne erkennbar sind, dürfte es sich empfehlen, für dae Feld allgemein ihre Abnahme von der Lanze anzuordnen. Wie die Bewaffnung, so war auch die Ausrüstung den neuesten Beständen der Armee entnommen. Im besonderen haben sich unsere Feldfahrzeuge ganz hervorragend bewährt. Die zu Beginn der Expedition häufig gehörte Ansicht, die Feldfahrzeuge würden sich als unbrauchbar herausstellen und durch die ländesüblichen zweirädrigen Karren ersetzt werden müssen, erwies sich als unbegründet. uns aber hauptsächlich fehlte, waren fahrbare und wayrend des Fahrens heizbare Kochapparate, die vor auen wegen des in ungekochtem Zustande genossenen gesundheitsschädlichen Wassers der dortigen Gegenden doppelt notwendig sind. Ein Teil der russischen Truppen war mit Küchenwagen ausgestattet, in denen das Essen für je eine Kowpagnie u. s. w. während des Marsches hergestellt wurde, und die auch in der Lage waren, das erforderliche Wasser abzukochen. Die Vorteile dieses Systems leuchten ein und fordern zur Nachahmung auf. Der Mann bekommt unmittelbar nach dem Einrücken ins Biwak oder Ortsbiwak sein warmes Essen, das obendrein noch besser zubereitet und daher gesünder, ist, als wenn der Einzelne sich selbst etwas zusammenbraut. Für die Ruhe des Einzelnen wird dadurch viel Zeit gewossiiet was der Leistungsfähigkeit des Ganzen zu Gute kommt. Die Verteilung der Lebens= und Genußmittel auf den einzelnen Mann, durch die so unendlich viel verloren geht, fällt fort. Viele Truppenteile ließen bei längerem Stillstande kompagnieweise u. s. w. abkochen. Sie haben die wohlthuenden Folgen in der Besserung des Gesundheitszustandes sehr bald empfunden. Freilich würde durch Einführung derartiger Küchenwagen die Bagage der Kompagnie u. s. w. um ein weiteres Fahrzeug vermehrt. Wie ich meine, überwiegen aber die Vorteile diesen Uebelstand, und besonders auf einem Kriegsschauplatz, auf dem der Genuß oder Gebrauch ungekochten Wassers und nicht gründlich gargekochter Speisen derartige massenhafte Erkrankungen zur Folge haven kann, daß die Schlagfertigkeit der Truppe in Frage gestellt wird. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. In der deutschen Armee pensioniert wurden nach den Aufzeichnungen der„Volkszta“ seit 1. Januar 1902: 5 Generäle der Infanterie, 7 Generalleutnants, 3 Generalmajore, 16 Oberste, 5 Oberstleutnants, 28 Majore, 33 Hauptleute, 22 Oberleutnants, 22 Leutnants, Summa 141 Offiziere. Kosten pro Jahr: zirka 530000 Mk. Ohne Pension wurden verabschiedet 1 preußischer Oberleutnant und 2 preußische Leutnants. Ohne Pension zur Reserve und Landwehr überführt wurden 1 preußischer Rittmeister, 2 preußische Oberleutnants, 21 Leutnants,(19 preußische, 1 bayerischer und 1 sächsischer). Der Gesamtabgang an Offizieren beträgt somit in dem verflossenen Vierteljahr 168. Buren als deutsche Soldaten in DeutschSüdwest=Afrika. Infolge des unglückseligen Krieges in Südafrika ist bekanntlich ein Teil der Buren nach Deutsch=Südwest=Afrika „getreckt" und hat sich dort mit Genehmigung der deutschen Reichsregierung angesiedelt. Nachdem diese Leute die deutsche Reichsangehörigkeit erworben haben, werden in diesem Jahre zum ersten Male die wehrpflichtigen Burensöhne in die Schutztruppe eingestellt werden, um ihrer Militär=Dienstpflicht zu genügen. Es dürfte sich hiervei nach amtlicher Schätzung um etwa 120—150 junge Leute handeln. Zum Tode Cecil Rodes'. Rhodes Leiche wird auf der von ihm bei der Belagerung von Kimberley für das Geschütz„Long Cecil" erbauten Lafette bei der Leichenfeier in Kapstadt nach der Kathedrale und von dort in einem Separatzug nach Buluwayo übergeführt, von wo die Beisetzung auf der Matopo Hills stattfindet. Zur Lage in China. In der südlichsten Präfrektur von Tschili kam es zu Unruhen infolge der Versuche der Lokalbeamten, die Entschädigungsgelder für die von den katholischen Missionaren erlittenen Verluste einzutreiben. Es heißt, daß viele Leute getötet worden sind. Zum Burenkriege. Wie das englische Kriegsamt mitteilt, fand am 24. März bei Suthorland ein Kampf statt, wobei die Engländer 8 Tote, 8 Verwundete und 29 Gefangene verloren, darunter 1 Hauptmann.— Sutherland liegt im Westen der Kapkolonie. Herforder Kreis=Nachrichten. (Miteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 1. April. * Die Tage der Ostern sind vorüber, verklungen sind die Feierglocken, und die Alltäglichkeit mit ihrem Hasten und Jagen ist wieder an die Stelle der kurzen Ruhe= und Erholungspause, die uns das Fest gebracht, getreten. Das Wetter war diesmal wenig festtagsmäßig; Sturm und Regen, mit Schneeflocken vermischt, setzten wiederholt ein, so daß von einem weiteren Ausflug ins Freie, von einem Ergehen in Wald und Feld keine Rede sein konnte. ** In der Stiftberger Kirche ist an den Festtagen die neue Orgel in Benutzung genommen worden. *] In der Neustädter Kirche wurde am 1. Feiertag von der Kanzel herab auch mitgeteilt, daß von jetzt ab die gemieteten Kirchensitze, wenn sie bis nach der Lithurgie nicht besetzt sind, für jedermann zur Verfügung stehen. * Herr Amtsgerichsrat Dr. Weihe aus Bünde ist in richterlicher Eigenschaft nach Cassel versetzt * Betreffs Umtauschs der alten Postwertzeichen war heute vormittag ein großer Andrang am Postschalter, infolgedessen es vielfach beklagt wurde, daß nicht mehr Beamten zur Verfügung standen. Da es mit dem Umtausche aber nicht zu große Eile hat— die Marken können ja noch bis Ende Juni umgetauscht werden— so waren wohl postseitig auch keine besonderen Vorkehrungen getroffen worden. Die alten Postwertzeichen dürfen bekanntlich jetzt nicht mehr benutzt werden. Die Oberammergauer Passionsspiele waren hier während der Festtage im Bürgerverein zur Aufführung gekommen. Die Vorstellungen wiesen nur schwachen Besuch auf. Düngel=Konzert. Das am 1. Ostertage auf dem Schützenhofe abgehaltene Konzert der städtischen Kapelle erfreute sich eines recht guten Besuchs. Die Bestrebungen, die Düngelsche Kapelle hier zu halten, scheinen erfreulicherweise von Erfolg gekrönt zu werden. Die Leistungen der Kapelle waren durchweg gute. Herr Düngel hatte ein gehaltreiches Programm aufgestellt; das Publikum kargte nicht mit reichem Beifall. ∆ Das Konzert des Soloquartetts des Hannoverschen Männergesangvereins, welches gestern nachmittag im Schützenhofsaale hier gegeben wurde, war nur schwach besucht. Von den Darbietungen imponierten insbesondere diejenigen des Teuoristen und Bassisten. Das geringe Interesse, welches man für das Konzert bekundete, war wohl auch darauf zurückzuführen, daß wir hier selbst über tüchtige Kräfte auch in den Gesangvereinen verfügen. * Ein philharmonisches Konzert findet am Mittwoch, den 9. April, abends 8½ Uhr, im Schützenhossaale hier vom Bielefelder städtischen Orchester statt. Wie schon früher mitgeteilt, hat Herr Königl. Musikdirektor Ochs für dieses Konzert den Königl. Hofopernsänger Heinrich Bruns aus Berlin, der als Wagnersänger in Musikkreisen bekannt ist, gewonnen. Im übrigen sei auf das diesbezügliche Inserat in der vorliegenden Nummer u. Bl. verwiesen. *9—6 Gauturnfest. Wie nunmehr feststeht, findet das diesjährige Gaufest für den Minden=Ravensberger Gau am 7. und 8. Juni statt. Daß dieses Turnfest in diesem Jahre in Halle i. W. abgehalten wird, meldeten wir bereits. #3 Die Handelskan mer zu Bielefeld tritt am Dienstag, 8. April er., zu einer Gesamtsitzung zusammen. Die Tagesordnung ist wie folgt: 1. Festsetzung des Haushaltsplans pro 1902/3; 2. Fürsorge für die Handelskammerbeamten; 3. Wünsche der Vereinigung der belgischen Handelskammer zum Handelsvertrage mit Deutschland; 4. Entwurf eines schweizerischen Bundesgesetzes betr. den schweizerischen Zolltarif. 5. Das Blenden der Schaufenster an Sonn= und Feiertagen. 6. Eingabe des Kontrollverbandes deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender betr. Einführung von Gewichtsstücken zu 250 g und 125 g sowie Ausprägung von Scheidemünzen im Nennwerte von 25 Pfg. 7. Aufhebung der Bestimmungen über die Lohnzahlungsbücher für minderjährige Arbeiter. 8. Antrag der Bielef. Allg. Ortskrankenkasse betr. Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht auf die Handlungsgehilfen und Lehrlinge, welche nach§ 1 des Krankenversicherungsgesetzes der Versicherungspflicht nicht unterliegen. 9. Ministerial=Erlaß betr. Auswüchse und Ausstellungswesen. 10. Antrag des Verbandes der Vereine Kreditreform betr. Vervollständigung des polizeilichen Meldewesens. 11. Einrichtung einer Kammer für Handelssachen bei dem Amtsgericht in Minden. 12. Antrag der Fabrik Stolzenberg auf Begutachtung einer Warenzeichen= Angelegenheit. 13. Eingänge und 14. Letzte Lesung des Jahresberichts. = Herforder Diskonto=Bank. Dem in der Generalversammlung vorgelegten Geschäftsbericht pro 1901 entnahmen wir bereits, daß die wirtschaftliche Krisis auch in dem Herforder Bezirk namentlich die Ziegeleien, das Bau= und Tischlerei=Gewerbe sowie Holz=Handel und Industrie betroffen hat. Die Bank treffen dadurch Ausfälle im Konto=Korrent; sie hat namentlich einen großen Verlust beim Georg'schen Konkurse in Löhne zu überwinden, laut Bericht entstanden dadurch, daß Sicherheiten teilweise ihr entfremdet, teilweise minderwertig geworden sind, letzteres besonders bei den Realsicherheiten durch das Einstellen der Betriebe. Die Verhältnisse sind noch ganz ungeklärt und der Verlust daher noch nicht zu beziffern, er könne aber die Höhe der beschlossenen Rücklage nicht überschreiten, es wird nämlich der Gesamtüberschuß des verflossenen Jahres im Betrage von 177902 Mk. zur Deckung des Ausfalles und auf Hypotheken zurückgestellt. Die Dividende von 3 pCt.= 75000 Mk. wird dem Spezialreservefonds entnommen. Es erbrachten in 1901 Zinsen 119829 Mr.(169071 Mk.), Provision 53993 Mk.(52771 Mk.), Effekten 8549 M.(7834 Mk.), Devisen 743 Mk.(1107 Mk.), Beteiligungen 32 295 Mk.(7753 Mt). Der zur Rückstellung gelangte Reingewinn einschließlich 559 Mk. Vortrag beträgt wie schon gesagt 177902 Mk.(201 643 Mk.)(Pro 1900 wurden 6 pCt. Dividende verteilt.) Der Gesamtumsatz der Bank ist gegen das Vorjahr um ca. 8 ½/2 Millionen auf 69,9 Millionen zurückgegangen. Die Verpflichtungen der Bank betrugen Ende 1901 4,1 Millionen außer 482 399 AvalAccepte und 600000 Mk. Bürgschaften, dagegen verfügte sie über 2,2 Mill. Kasse, Wechsel und Effekten, beinahe 2 Millionen müssen also in den auf 4,6 Millionen bezifferten Debitoren Deckung finden. Wie weit die letzteren gedeckt sind, sagt der Bericht leider nicht. Das Konto der Beteiligungen (hauptsächlich an der Westfälischen Bank und Bünder Bank) steht der Rh. W. Ztg. zufolge mit 755355 Mk., die Konsortialien mit 60805 Mk. zu Buche. Die ausstehenden Hypotheken haben sich von 6000 Mk. auf 96 850 Mk. erhöht. Die Reserven enthalten nach obiger Entnahme und ohne den zurückgestellten Gewinn noch 289566 Mk., gleich 11,58 pCt. des Aktienkapitals von 2 500800. Der Vorstand hofft in Zukunft wieder angemessene Dividenden herauszuwirtschaften. 4 Pferdemusterung. Von den im hiesigen Kreise vorhandenen 5037 Pferden wurden 4106 der Musterungskommission vorgeführt; von diesen wurden 2137 als kriegsbrauchbar und 1969 als im Kriege nicht verwendbar bezeichnet. . Eine Rauferei entstand gestern abend bei einer Tanzmusik vor dem Lübberthor, bei deren Verlauf einige Fensterscheiben zertrümmert wurden. Auch vor dem Steinthore fand eine Schlägerei statt. ¼ Bauernregeln für April. Wenn der April Spektakel macht, giebts Heu und Korn in voller Pracht.— Aprilen=Regen bringt stets uns Segen.— Je früher im April der Schlehdorn blüht, desto früher der Schnitter zur Ernte zieht.— Auf Aprilwetter und Herrengunst darf niemand sich verlassen.— Sind die Reben um Georgi(23.) noch blind, so freut sich dessen Mann und Kind.— So lange die Frösche vor Marci(25.) geigen, so lange müssen sie nach Marci schweigen.— April kann rasen, nur der Mai halt Maßen. — Nasser April verspricht der Früchte viel, April dürre, macht die Hoffnung irre.— Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet leicht der Bäume Blütenpracht.— Der April sei noch so gut, der Landmann kriegt einen weißen Hut.— Kommt Aprilsturm schon bei Zeiten, ist das Ende wohl zu leiden.— Dürrer April ist nicht des Bauern Will.— Gedeihen die Schnecke und die Nessel, füllen Speicher sich und Fässel.— Bauen im April schon Schwalben, giebts viel Futter, Korn und Kalben. - Enger, 31. März. Steuerliches. Da demnächst die Austeilung der neuen Steuerzettel für das Steuerjahr 1902 erfolgt, lassen wir nachstehend eine Aufstellung der seitens der Gemeinden zur Erhebung gelangenden Prozente zu den einzelnen Steuerarten folgen: Einkommensteuern Realsteuern Enget 180 Proz. 200 Proz. Belke=Steinbeck 180„ 200„ Besenkamp 180„ 200„ Herringhausen# 100„ 100„ Oldinghausen 100„ 120„ Bödinghausen 165 180„ Siele 175„ 200„ Westerenger 220„ 187„ Westfalen und Nachbarstaaten. * Oeynhausen, 31. März. Verleihung der Chinadenkmünze. Der langjährigen Vorsitzenden des Vaterländischen Frauen=Vereins, Frau Elisabeth Vogeler hier ist für ihre Verdienste um die Expedition nach China die hierfür vom Kaiser gestiftete Chinadenkmünze aus Stahl verliehen worden. * Rehme, 30. März. Kirchliches. Die durch den Abgang des bisherigen hiesigen Pfarrers, Pastor Seippel, nach Gütersloh erledigte Pfarrstelle ist jetzt vom Konsistorium wieder besetzt worden, und zwar laut Westf. Zig. durch den außerordentlichen Professor an der Universität Marburg, Herrn Cremer, ein Sohn des bekannten Theologen Prof. Cremer. Unser neuernannter Seelsorger hat bereits früher schon eine Reihe von Jahren ein Pfarramt bekleidet. Sein Wunsch, wieder ein Pfarramt und zwar auf dem Lande zu besitzen, ist die Veranlassung zu dieser Ernennung gewesen. Am Sonntag nach Ostern wird Herr Pastor Seippel hier seine Abschiedspredigt halten. * Warendorf, 30. März. Ein schlimmes Zusammentreffen mit Wilddieben. In der Nähe des Dorfes Einen wurde ein Förster von drei vermummten Wilderern überwältigt und schwer verletzt; die Thäter sind entkommen. * Gagen. 30. März. Großfeuer. Durch Feuer wurden hier in dem Elektrizitätswerk der Firma Hugo Lanz sämtliche Maschinen zerstört. Das Gebäude brannte total. Der Schaden beträgt mehrere hunderttausend Mark und soll durch Versicherung nicht annähernd gedeckt sein. Die Firma Lanz lieferte den Strom zu Leucht= und Betriebszwecken an eine große Anzahl von Fabriken, Geschäften und Wirtschaften, die durch den Brand in große Verlegenheit geraten sind. Ein städtisches Elektrizitätswerk existiert noch nicht. Köln, 30. März. Kühnes Gaunerstückchen. Im südlichen Stadtteile an der Mainzerstraße hat die Straßenbahnverwaltung alte Schienen aufgestapelt, welche gelegentlich der Umwandlung der Pferdebahn in die elektrische außer Dienst gestellt worden sind. An dieser Stelle erschien infolge von Annoncen in auswärtigen Blättern dieser Tage nachmittags um 3 Uhr eine Reihe Personen zu einer Versteigerung von Schienen, die ein Herr, der einen schönen Knebelbart trug, unter Beihilfe eines Ausrufers auch alsbald abhielt. Nach Abwiegung auf einer Dezimalwage, fand das Altmaterial zum Preise von 46,50 Mk. für die Tonne schnell Abnehmer. In einer benachbarten Wirtschaft kassierte der Verkäufer darauf etwa 5000 Mk. ein und verabfolgte Quittungen unterschrieben mit dem nicht ganz ungewöhnlichen Namen Mäller. Alsdann wies Herr Müller die Käufer an, sich zum Rathause, Zimmer 48, zu begeben, wo auch er anwesend sein werde, und wo sie die Abfuhrscheine in Empfang nehmen könnten. Bald darauf suchten viele Personen im Rathause das nicht existierende Zimmer Nr. 48. Man wurde neugierig und wies die Leute endlich zu Beamten, die möglicherweise Auskunft geben könnten. Aber alles war vergebens. Nach allen Richtungen arbeitete der Fernsprecher; von einem Verkaufe von Schienen aber war den Personen, die es hätten wissen müssen, nichts bekannt. Jetzt suchen die Geprellten, denen selbstverständlich ein schleunigst bestellter Schutzmannsposten die Abnahme der Schienen verweigerte, in Gemeinschaft mit der Polizei eifrig nach„Herrn Müller mit dem Knebelbart“. — Das Gaunerstückchen wird hier viel belacht. Vermischtes. Ein Studenten=Schedz des Krouprinzen. Während der Anwesenheit des Kronprinzen in der alten Reichsstadt Rothenburg o. T. fand auch eine Fahrt ins Zauberthal statt. Wie überall bei solchen Gelegenheiten, war die liebe Schuljugend in einem großen Schwarm hinter, neben und vor dem Wagen. Da aber die Fahrt ziemlich rasch und zu Thal ging, mußte die Mehrzahl der Schüler nach und nach immer weiter zurückbleiben, und der Abstand zwischen den Wagen mit den hohen Herrschaften und der patriotisch=vergnügten Jugend wurde immer größer. Nur einigen Dauerläufern gelang es, trotz der raschen Fahrt dicht bei dem Wagen zu bleiben, bis die Steigung an der sogenannten langen Steige kam; nun aber wollten den Schnellläufern die Kräfte versagen. Da ließ der Kronprinz halten, hieß deren zwei sich auf dem Kutschbock zu dem in der höchsten Gala befindlichen Postillon setzen, drei weitere wurden in dem zurückgeschlagenen Dache des zweiten Wagens untergebracht, und so ging es flott durch die Stadt zum Bahnhof. Man kann sich denken, daß die kleinen Fahrgäste nicht wenig angestaunt und nicht minder von ihren Altersgenossen beneidet wurden Einbruch auf dem Bahnhose Laudenbach an der Main=Neckarbahn. Einer Meldung aus Frankfurt a. M. zufolge wurde auf dem genannten Bahnhofe in der Nacht zum estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen Freitag ein Einbruch versucht. Ein Mensch drang in den Kassenraum der abgelegenen Station, während sich ein wärter einen Augenblick entfernt hatte, und feuerte drei Schüsse auf den Vorsteher ab, welche den Beamten an der Hand, an der Schulter und am Kopfe verletzten. Der auf den Lärm herbeieilende Hilfswärter verfolgte den Räuber, der vor Heidelberg von Gendarmen verhaftet wurde. Seinen eigenen Sohn erschossen. Wie aus Danzig gemeldet wird, erschoß der Fischzüchter Wölcke=Schönbeck aus Fahrlässigkeit mit einem Revolver seinen eigenen 1 4jährigen, eben erst eingesegneten Sohn. Folgen des Klavierspiels. 27 Stunden hintereinander Klavier gespielt hat, wie schon kurz aus Marseille berichtet wurde, ein Franzose namens Granier, natürlich auf Grund einer Wette. Anderhalb Stunden Pause waren ihm im ganzen zugebilligt. Am Montag abend begann er seine Kraftleistung, spielte die ganze Nacht durch und machte während des folgenden Tages nur kurze Pausen, indem er kräftige Nahrung zu sich nahm. Nachmittags bekam er einen Krampf in den Fingern, der aber durch Massieren beseitigt wurde. Gegen Schluß stieg ihm das Blut zu Kopf, und die Hände schwollen stark an. Er gewann seine Wette um 800 Mark, bekam dann aber einen Nervenanfall und brach zusammen.— Und doch war dies alles noch nichts gegen die Leistung eines Anwesenden, der gewettet hatte, diese 27 Stunden das Klavierspiel mit anzuhören. Nach den ersten 10 Stunden trat bei ihm völlige Geistesabwesenheit ein, fünf Stunden darauf wurde er irre und hielt sich für Richard Wagner, Bungert und Strauß in einer Person, in der 20. Stunde mußte man ihm die Zwangsjacke anlegen, da er in Tobsucht verfiel, und 30 Minuten vor Schluß starb er im Starrkrampf. und Tochter. Ein merkwürdiges Familienbild entrollte sich kürzlich vor dem Richter des achten Bezirkes in Wien. Die junge Handarbeiterin Hermine F. klagte ihre leibliche Mutter, die Hausbesorgerin Katharina Haag, wegen wörtlicher und thätlicher Beleidigung an.— Richter: Das sind traurige Verhältnisse, wenn die Tochter die Mutter anklagt. — Klägerin: die Mutter hat mich zuerst verklagt, da bin ich zu 24 Stunden Arrest verurteilt worden.— Richter: Trotz= dem sollten Sie der Mutter verzeihen.— Klagevertreter: Wenn die Mutter vor dem Appellgericht erklären will, daß sie einverstanden ist, wenn die Strafe der Tochter in eine Geldstrafe umgewandelt wird, ziehe ich die Klage zurück.— Mutter: Um keinen Preis, sie soll sitzen!— Richter: Sie werden sich doch nicht lieber auch verurteilen lassen?— Mutter: Warum nicht? Ich bin auf Alles gefaßt: aber eher laß' ich Riemen aus mir schneiden, bevor ich verzeih!— Es wird nun der Zeuge des Vorfalles vernommen, welcher angiebt, sein Sittlichkeitsgefühl habe sich gegen die unflätigen Schimpfnamen gesträubt, mit denen die Mutter ihre Tochter überhäufte; auch habe sie die Tochter mit einem Korbe blutig geschlagen.— Richter: Frau Haag! Gleichen Sie doch aus! Verzeihen Sie. Ihrer eigenen Tochter!— Angeklagte: Um keinen Preis!— Klagevertreter: Bei der früheren Verhandlung hat die Tochter ihre Mutter unter Thräuen um Verzeihung gebeten, sie wollte vor ihr knieen!— Angeklagte: Ich gleich mich nicht aus, um keinen Preis der Welt!. Der Richter verkündete das Urteil, womit Frau Haag gleichfalls zu vierundzwanzig Stunden Arrest. verurteilt wurde; dann fragte er sie: Nehmen Sie die Strafe an?— Angeklagte: Ganz gerne, aber sie muß auch sitzen! — Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Die Anstellung eines Berufsturnlehrers betreffend Ein„Eingesandt“ in der Dienstagsnummer dieses Blattes mit der Unterschrift„Mehrere Steuerzahler" greift mich an, weil ich bei der Etatsberatung der Bürgerschule auch in diesem Jahre für Anstellung eines Berufsturnlehrers eingetreten sei. Wenn der Herr Einsender sich mit seinem Namen unterzeichnet hätte, wie ich es gewohnt bin zu thun, wenn ich an die Oeffentlichkeit trete, ließe sich leichter mit ihm über den Gegenstand diskutieren, auch wäre es für den Leser leichter, seine Ausführungen auf ihren wirklichen Wert zu prüfen und man könnte klarer sehen, ob er berechtigt wäre, sich mit der Verschönerungsfirma„Mehrere Steuerzahler" zu unterzeichnen. Sonneck Roman von Rudolf Elcho. (49. Fortsetzung.)—(Nachdr. verb.) Der Major und selbst der an die Stichelreden seiner Frau gewöhnte Fürst hatten durch starkes Räuspern und Augenzwinkern den Redefluß der Fürstin zu hemmen gesucht, aber der hämische Schlag fiel und traf das Opfer so schwer, daß ees bis an die Lippen erbleichte. Mit zitternden Händen setzte Eva die Tassen auf den Tisch nieder, und während sie die Fürstin groß ansah, stammelte sie mit schwerer Zunge:„Wette— Torsten— guter Ruf? Was wollen Sie damit sagen?“ „Ah. Sie spillen die Ueberraschte mit grossem Talent!“ „Durchlaucht, mir scheint doch, Sie thun Fräulein Winter Unrecht", warf der Major jetzt ein.„Ich bitte Sie dringend, jeden weitern Ausfall zu unterlassen. Die Sache ist mir peinlich". Ah Saperlipopette! Hab' ich Unwarrheit gesagt, Herr Major?“ „Nein, aber es giebt Wahrheiten, durch welche man harmlose Menschen ebenso tief verletzt, wie durch die giftigste Lüge.“ Den Beweis für des Majors in ärgerlichem Ton hervorgestoßene Behauptung lieferte Evchens Aussehen. Ihr schien alles Blut aus den Adern nach dem Herzen geströmt zu sein, und sie griff nach der Brust, denn ihr Herzschlag erlahmte, und vor ihren Augen verfinsterte sich die Sonne. Ein Schwindel befiel sie, und sie mußte sich auf den nächsten Stuhl stützen, um nicht zur Erde zu stürzen. Die Fürstin, welche gewohnt war, alle Personen schonungslos zu behandeln, die nach ihrer Ansicht auf einer tieferen Stufe des sozialen Lebens standen, erschrak doch, als sie in das todtbleiche Gesicht des wankenden Mädchens sah und stieß ein„Jessus Maria!“ aus. Der Major sprang auf und wollte Eva zu Hilfe kommen; sie aber nahm ihre letzte Kraft zusammen, und als ihr ein Glas Wein angeboten wurde, schüttelte sie stumm den Kopf und ging langsam der Halle zu. Sie hatte dabei das Gefühl, als wären ihre Füße mit Bleigewichten beschwert, und als schwirre ihr ein Rad im Kopfe herum. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen, aber es war ihr so zu Muthe, als sei der Himmel eingestürzt, und um sie her breite sich ein wüster Trümmerhaufen. Sie mußte sich am Eingang der Halle an den gleichen Pfahl lehnen, der einer jungen Berglinde zur Stütze diente, denn die Knie zitterten ihr, und ihr Herzschlag stockte bei dem Gedanken: Du warst der Gegenstand einer frivolen Wette, und Torsten, den Du wie einen Gott verehrtest, hat ein teuflisches Spiel mit Dir getrieben— was soll nun werden?— Sie hauchte die Frage über ihre zuckenden Lippen, und ein so tiefes Wehgefühl stieg in ihr auf, daß Thränen ihre Augen verschleierten. Plötzlich zuckte ihr der Name Langmann durch's Hirn. Er sollte ja mit Torsten gewettet haben und war zur Hand; sie hatte ihn in der Halle gesehen; er zum Mindesten mußte ihr Rede stehen. Sie raffte sich auf und eilte, so rasch ihre Füße sie trugen, durch die weite Halle. Der Ingenieur saß mit einigen Schützen bei der vollen Flasche. Als plötzlich Evas geisterbleiches Gesicht vor ihm auftauchte, erschrak er, und als sie ihn durch Blicke und einen Wink aufforderte, ihr zu folgen, erhob er sich zögernd. Eva ging voraus und kehrte sich nicht an die Zurufe der Stiefmutter, die ihrer Hilfe beim Buffet bedurfte. Als sie draußen in den Anlagen ein einsames Plätzchen in den Wachholderbüschen erreicht hatte, kehrte sie sich nach dem Ingenieur um, dem es recht beklommen in der Brust wurde. Mit rauher, heiserer Stimme stellte Eva die Frage:„Sie haben mit Torsten gewettet— um was? Bei Gottes Barmberzigkeit suchen Sie nicht nach Ausflüchten. Ich muß die Wahrheit wissen— die volle Wahrheit!" Sie umklammerte seine Arme und sah ihn mit flehenden Blicken an. Ein tiefes Mitleid überkam den Ingenieur, und da er eine ehrliche Haut war, so gestand er die Wahrheit ein. Er führte nichts zu seiner Entschuldigung an, als daß seine Bewunderung ihrer Schönheit den Anlaß zu der unseligen Wette geboten hatte. Er habe zuerst Bedenken gehabt, aber als man ihn gedrängt und verhöhnt, sei er im trotzigen Vertrauen auf ihre Sittsamkeit und spröde Mädchenhaftigkeit darauf eingegangen. In der tollen Weinlaune sei er sich der schlimmen Folgen um so weniger bewußt gewesen, als er Torsten derzeit noch für seinen Freund und einen anständigen Menschen gehalten. Er hätte geglaubt, es bedürfe nur eines Winkes, einer Bitte, um diesen zu bewegen, von dem frivolen Spiel abzulassen. Er bereue jetzt seine Schuld, bereue sie aufrichtig und wolle Alles thun, um sie zu fühnen. Eva aber rang die Hände und stöhnte wie eine Sterbende. Den Ingenieur erfaßte eine tiefe Besorgniß. Er war schwerfällig und suchte vergebens nach Trostworten. In ihrem Leid und ihrer Hilflosigkeit erschien ihm Eva liebenswürdiger als im Frohsinn und er hätte vor ihr niederknien und aufschreien mögen: Nimm mein Leben als Buße! Und plötzlich tauchte ein kühner Gedanke, ein heroischer Entschluß in ihm auf. Mit einer vertraulichen Bewegung legte er seine Arme um ihre Schulter und sagte:„Ich kann Sie nicht leiden sehen, Evchen.... wahrhaftig nicht. Grämen Sie sich nicht um den Abenteurer; er ist Threr nicht werth Er hat Sie nicht allein betrogen. (Fortsetzung folgt.) aus dem Hinterhalte mich angreifend bin ich berechnigt anzunehmen, daß der Herr Einsender ein Interesse daran daß hier nicht eingeführt wird, was in vielen vorwärtsstrebenden Orten von der Größe Herfords längst sich als Außerordentlich wohlthätig für Körper, Geist und Gemüt ünserer Jugend herausgestellt hat, oder sollte er lediglich die Absicht haben, sich an meiner Person zu reiben, dann würde diese seine„Liebhaberei", wie der Herr sich ausdrückt, mich gar keinen Eindruck machen. Wie notwendig die Anstellung eines Berufs turnlehrers erkennt man aus solchen Angriffen. Der Einsender hat sichtbarlich keine Ahnung von der großen Bedeutung, welche ein wirklicher Turnunterricht auf die heranwachsenden Generationen hat, er hat keine Ahnung davon, daß dieses wichtige Lehrfach nicht so nebenher von Jedermann ausgefüllt werden kann, sondern daß dazu ein längeres Studium und fortgesetzte Uebung sowie eine ganz besondere persönliche Qualifikation gehört. In dieser Beziehung ist es mit einem Turnlehrer genau dasselbe wie mit einem Lehrer für Sprachen oder andern wissenschaftlichen Fächern. Auch wird ein durch turnerische Uebungen sachgemäß trävierter junger Mensch aufnahmefähiger für andere Bildungsstoffe gemacht. Ein richtiger und ausgiebiger Turnunterricht hat auf die Befestigung der Gesundheit, des Charakters moralischer Lebensarundsätze unserer jungen Leute den wohlthätigsten und nachhaltigsten Einfluß. Nur in Verkennung aller dieser Vorteile kann man sich dagegen sträuben, wie es zum größten Nachteil des deutschen Volkes in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts während einer Zeit der schimpflichsten Reaktion geschah!— Die Steuerzahler, um welche der Herr Einsender so besorgt ist, brauchen aber bei Anstellung eines Berufsturnlehrers gar nicht in Anspruch genommen zu werden, denn die Zeit, welche die Lehrer jetzt mit dem sogenannten Turnunterricht verbrauchen, läßt sich anderweitig für solche Unterrichtsgegenstände verwerten, welche im Rahmen dieser LehrFäfte liegen und wodurch sich dann eine Lehrkraft ersparen läßt. Die Anzahl der Lehrer und die Gesamtausgabe braucht Oeshalb bei Anstellung eines Berufsturnlehrers eine Erhöhung sicht zu erfahren. Hoffentlich wird der Magistrat, nachdem die Stadtverordnetenversammlung bereits im vergangenen Jahre die Anstellung empfohlen hai, sich nunmehr diesem Wunsche anschließen. E. Schönfeld. — Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Stadt Herford. Nachrichten vom 24. bis 29. März 1902. Geburten: Ein Sohn dem Fabrikarb. Hermann Lücking, Fabrikarbeiter Heinrich Reitemeyer, Maler Karl Jäger, Arbeiter Slgust Grosse=Kirchhoff, Fabrikarbeiter Josef Overhage, Tischler Lugust Heibrock, Maler Albert End, Postschaffner Heinrich Zeitmann, Mühlenbesitzer Friedr. Reckendorf, Reisender Friedr. Veidt, Handacbeiter Aug. Beugholt, Prediger Emil Bojahr. 9. Eine Tochter dem Kohlenhändler Gustav Winkelmann, Schrer Emil Kropp, Postbote Wilhelm Lindhorst, Schlosser Leinrich Frentrup, Zuckerarbeiter Wilhelm Seebohm. " Aufgeboten: Polizei=Sergeant Franz Miedke und Thestine Senf, Fabrikarbeiter Wilhelm Tauchmann und Fabrikarbeiterin„Wilhelmine Stratemann, Buchbinder Otto etten und Theresia Hamspohn, Malermeister Friedrich Köller ###d Emma Pottharst, Weber Heinrich Schmiedeskamp und Pläherin Ida Wessel, Fabrikarbeiter August Schwidt und ArLeiterin Anna Mowe, Knecht Wilhelm Berg und Näherin Marie Mowe, Oberpostassistent August Schwarze und Charlotte Mormann, Fabrikarbeiter Eduard Lohmann und Näherin venriette Dücker, Maurer Gottlieb Haddenhorst und FabrikFbeiterin Hanne Buschmann, Kaufmann Werner Tilly und Nathilde Kleinsorgen. „., Ebeschließungen: Tischler Wilhelm Läge und ITherin Hanne Kicker, Zigarrenarbeiter Robert Fischer und erwitwete Tischler Wilhelmine Kallmeier. S. Sterbefälle: Ehefrau Minna Mester 36 J., Fleischer Leinrich Huep 45 J., Georg Möller 9 M., Ehefrau Luise 6·Amann 54 J., Zigarrensortierer Paul Hoy 51 J., Tischler Erl Wittland 40 J., Rentner Gustav Eickhoff 48 J., Kaufn Theodor Kattenbracker 63 J., Alfred Brocks 1 J., DDüwe Christine Klenke 76 J., Handelsmann Johann Karn .“ I., Kolon Wilhelm Warmke 81 J. alt. Familien-Nachrichten. #. Verlobt: Margarete Frotscher mit Kaufmann Karl Heppfangnn sowie Oga Neumann mit Karl Homborn in Gestorben: Söhnchen Fritz des Herrn Gustav Bluenau, 3½ Jahre, in Bünde. Adolf Paulsmeyer, 53 Jahre, a Rehme Nr. 13. Oekonom Kaspar Heinrich Grothaus, 79 bähre, in Groß=Dornberg. Telegramar und Telephonische Meldungen. Reichstagsabgeordneter Dr. Lieber*. #. Berlin, 1. April. Wie aus Camberg gemeldet wird, ist Lselbst der Reichstagsabgeordnete Dr. Lieber(Zentr.) gestern Uttag im Alter von 63 Jahren gestorben. Neue Schlappe der Engländer. g. London, 1. April. Ein Telegramm, welches über ein berichtete, das in der Nacht zum 6. März bei CalNa stattgefunden hatte, wurde von der Zensur zurückgeei Das Telegramm meldete nämlich, daß in jener Nacht ang„„I#lische Kolonne unter Oberst Dorau von dev Buren mKeiffen und aufgerieben wurde. Sämtliche Proviantmußten die Engländer den Buren überObers Ich einer weiteren Meldung über dieses Gefecht wurde 80 a“ Dorau nebst 11 Mann nach heftigem krampfe getötet. Engländer wurden verwundet. #. Zum Burenkrieg. Vert., 2t2ria, 1. April. Die Bemühungen Schall Burghers, -Endlungen mit Steijn zu eröffnen, sind bisher erfolglos gewesen. Dewet und Steijn kreuzten die Hauptlinie nach Westen, begleitet von Vanniekerk und Vandervelde. Ihre Spur wurde bis Parijs festgestellt. Ein Denkmal für Liebknecht. Berlin, 31. März. Auf dem städtischen Zentralfriedhofe bei Friedrichsfelde fand gestern vormittag die Enthüllung des Liebknecht-Denkmals unter reger Beteiligung von Sozialdemokraten statt. Vor dem Frieshofe befanden sich zahlreiche Gendarmen, die aber keinen Anlaß zum Einschreiten hatten. Loubets Reise nach Rußland. Petersburg, 1. April. Der Präsident von Frankreich trifft am 20. Mai zum Besuch des Zarenpaares in Kronstadt ein. Der Aufenthalt ist auf 3 Tage vorgesehen. Schneesturm. Thorn, 1. April. Seit gestern früh herrscht im Weichselgebiet starker Schneefall, begleitet von heftigem Sturm. Winterwetter in Oesterreich. Wien, 31. März. Heute nacht ist in ganz Unter=Oesterreich und Steiermark heftiger Schneefall eingetreten. Gegen Schnupfen Forman=Aether=Watte:(Dose 30) Z Die Lieferung der Fahnen, Banner und Standarten für die Industrie= und Gewerbe=Ausstellung in Düsseldorf ist der Bonner Fahnenfabrik in Bonn übertragen worden. Süb. Mederll s Weltausst. Paris## Eidenstoffe un. Muster portofrei. Deutschlands grösstes Specialgeschäft WICHELS& Cie BERLIN sw. 19 Leipzigerstrasse 48. Ecke Markgrafenstrasse. beim Ankauf von Thomasmehl! Einer von der Direktion der landwirtschaftlichen Winterschule in Treptow a. R in Nr. 10 der Landwirtschaftlichen Wochenschrift für Pommern vom 7. März erlassenen Warnung entnehmen wir folgendes: Es werden jetzt sehr viele minderwertige Mehle oder sogar verschiedene Mischstoffe, denen womöglich durch künstliche Färbung mit Koble das Aussehen eines Thomasmehles gegeben wird, in den Handel gebracht. Eine große landwirtschaftliche Bezugsvereinigung diesseitigen Beziiks erhielt vor kurzem von der Firma Wilhelm Dossow in Witten a. d. Ruhr ein Angebot von Thomasmehl ohne Gehaltsgarantie frei Empfangsstation zum erstaunlich billigen Preise von Mk. 348.— für 200 Centner. Auf die erfolgte Rückfrage, daß doch wohl irgend eine Garantie betreffs der Löslichkeit der Phosphorsäure vorhanden sein müsse, erklärte die Firma, daß sie keine Garantie übernähme, daß aber das Mehl laut Untersuchung mindestens 5,2% citronensäurelösliche Phosphorsäure enthalte. Bei diesem angegebenen Gehalt wäre also der reelle Wert dieser sogenannten Thomas chlacke ca. Mk. 170.— statt 348— Dieses offene Anerbieten rechnet entweder mit der Unkenntnis des Zwischenhändlers, oder man muß notgedrungen annehmen, daß die Firma von ihren Adnehmern erwartet, daß sie sich ihrerseits an Konsumenten— den Bauern— schadlos halten, indem sie minderwertige Ware als gute— scheinbar recht billig— verkaufen. Es zeigt sich hier wieder einmal recht deutlich, wie vorsichtig der Landwirt beim Ankauf seine Düngemittel sein muß und daß er gut thut, seinen Bedarf bei Genossenschaften, die unter sachverständiger Leitung und Aufsicht stehen, zu decken; andererseits muß er auch von jedem Händler volle Gehaltsgarantie verlangen und deren Richtigkeit durch Untersuchung prüfen lassen." 767c Verantwortlicher Reda kteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil ver antwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Naturheilverein Herford. Mittwoch, den 2. April, abends 8½ Uhr pünktlich, im oberen Saale des Bürgervereins: Generalversammlung, 1. Dortrag des Herrn Oberlehrer Fricke über Magen= und Darm leiden, 2. Jahresbericht, 3. Kassenbericht, 4. Wahl der Kassenprüfer, 5. Vorstandswahl, wozu wir die Mitglieder mit ihren Damen freundlichst einladen. 60 Der Vorstand. Sommersprossen verschwinden unbedingt durch den Gebrauch von 157e Bergmann's Semmersprossen-Seife allein fabriziert von Bergmann& Co., in Radebeul-Dresden. à Stück 50 Pfg. bei: Neustädter Apoheko. 30 bis 40 Hausen Blennholz werden am Mittwoch, den 2. d. M., mittags 1 Uhr auf unserm Zimmerplatze Golzstcaße meistmietend gegen Barzahlung verkauft. 5d Gebrüder Sewina. Rotklee, Weißklee, schwed. Klee, Wiesengras, ital. u. engl, billigst bei 9d Lampe. Svenge. Pflanzbohnen, Maierbsen, Rittererbsen, Buchsbaumerbsen, offeriert 9d C. Lampe, Spenge, i. W. 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Ausgenommen können nur solche werden, welche bis zum 1. Mai das 6. Lebensjahr vollendet haben. Die Impfscheine der Kinder sind vorzulegen und von den nicht hier geborenen auch die Geburtsscheine. 2d Peitz, Hauptlehrer. Zum Einfriedigen liefere: Draht und Drahtgeflechte jeder Art, verzinkten Stacheldraht ca. 250 Meter per Haspel 8,— verzinkten Weidendraht ca. 700 Meter per 100 Kar. 21— Mk., alle anderen Aitikel zu billigsten Preisen. Wäscheleinen (Prima verzinkt) 30. Meter lang per Stück nur 1.00 Mk. öfferiere Waschmaschinen u. Mangelmaschinen zu billigsten Preisen. Carl Wilmsmeyer, Herford, Kleine Mauerstr. 7. 224 Christian Duentin, Herfort. Buehdruckerei. Verlag der Herforder Zeitung für Stadt und Land. „ der Mitteilungen des Vereins ehem. Landwirtschafts-Schüler. „ des Minden-Ravensberger Gaublattes. Anfertigung aller Drucksachen. Louis Ranzow. Elegante Anfertigung feiner Herren=Anzüge. 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April ab an unserer Kasse zur Auszahlung. 100 Herford, den 26. März 1902. Herforder Diskonto=Bank. Horstmann. Pelizaeus. Wohne jetzt Gehrenberg 11, I. 659c Sprechstunden: Vormittags 8—10 Uhr. Nachmittags 2—3 Uhr Dr. med. Paul Brücher, prakt. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer. Bürgerschule. Die Aumeldungen neuer Schüler nimmt der Unterzeichnete in seinem Amtszimmer in der Bürgerschule wie folgt entgegen: 7300 Am Mittwoch, 2 Aprik, morgens von 8—10— Neustadt; 10—12— Altstadt; nachmittags„ 2—4— Radewig. Bei der Anmeldung ist der Impfschein vorzulegen und für die auswärts geborenen Kinder auch der Taufschein. Es werden nur die Kinder aufgenommen, welche bis zum 1. Mai das 6. Lebensjahr erreicht haben. De: Rektor: H. Decius. Alle Sorten I. garantiert zaverlässige Qualität offeriert. 92 C. Lampe, Spenge. Lebensbäume in allen Größen und vielen Sorten in Massen vorrätig bei 9d C. Lampe, Spenge i. W. Schützenhof. Mittwoch, den 9. April, 8½ Uhr: 30 Philharmonisches Konzert des städtisehen Orchesters in Bielefeld. Direktion: Königl. Musikdirektor Tr. Ochs. Solist: Konigl. Mofopernsänger Heinzieh Bruns-Berbin Eintrittskarten: Nummerierter Platz 2 Mk., un nummeriertelr Platz 1 Mk bei Herrn Wessel, Gehren berg. An der Abendkasse Mk. 2,50 und Mk. 1,50 Bekanntmachung. Verschönerungsverein. In Gemäßheit des§ 4 der Statuten ist die diesjährige ordentliche 7626 Generalversammlung des hiesigen Verschönerungsvereins auf Donnerstag, 10. April, abends 8½ Uhr im Lokal des Herrn Gastwirts Görges anberaumt. Die Mitglieder des Vereins werden hierdurch ergebenst eingeladen. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht, Rechnungslegung, Erteilung der Decharge. 2. Wahl des neuen Vorstandes. Herford, den 27. März 190.. Der Vorstand des Verschönerungsvereins,