O Etrung hir: X für Teleph. Anschl. lecHherford Enger sad de N0 85 P er Teleph. Anschl. 49 989 68 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Vertaljährlich pränumerande 1##25 bei Postbestellung kommt das Bestellgeld binzu Freitag, 21. März. Inserate werden bis spätestaus vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Vetitzelle für Stadt und Kreis Hersorh, Oeynhausen und Amt Rehme 19 Pfg., sonst 13 Pfg. 1902 Die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ ist für den Kreis Herford das wirksamste Insertionsorgan. Amtliche# Anzeigen für den Kreis Hersord. Schüler= und Volksvorstellung im Theater Sonnabend, den 22. März, 6 Uhr abends. Eintritt für alle Plätze 50 Pfennig, Gallerie 30 Pfennig. Der alte Fritz nach der Schlacht bei Leuthen und Des alten Dessauers erste und einzige Liebe. Da Schüler sich nicht genügend gemeldet, soll nunmehr * Eintritt jedermann— solange der Billet=Vorrat reicht freistehen. Billets auf dem Rathause I Zimmer Nr. 4 an der Kasse von 5 Uhr an. Der 1. Bürgermeister. Quentin. 539c Die Besitzer von Erbbegräbnisstellen auf dem städtischen Friedhofe werden hiermit aufgefordert, ihre Stellen bis : April cr. ordnungsmäßg zu reinigen und in Stand setzen lassen. Bei den durch die nach obigem Termine erfolgenden Resionen zu Tage tretenden Vernachlässigungen werden die in Erbbegräbnisverträgen angedrohten Maßregeln angewandt Veriden. 55880 Herford, den 25. Februar 1902. Der Magistrat: Quentin. Für die Buren=Frauen und=Kinder den Konzentrationslagern Südafrikas wird ja nun durch L##tschlands tapferes Vorgehen eine bessere Zeit anbrechen. ir wollen es immerhin dem englischen Auswärtigen Amt Lntbar anrechnen, daß es von nun an nicht nur die für die Prenlager eingesandten Natural=Gaben zollfrei auf allen südstikanischen Häfen hineinläßt, sondern auch den Transport Iselben von den Häfen bis in die Lager kostenlos bebirken will. z.. Nun kommt es aber darauf an, nicht planlos zu helfen, Adern das für diesen Zweck erwa gesammelte Geld auch saktisch anzuwenden und die Naturalien richtig auszusuchen. Eine eingehende Besprechung mit der Familie Goudsteen Harlem, deren Hausmutter mit ihren Kinderchen selbst Knatelang in einem Konzentrationslager zugebracht hat und * b e i d e d i e V e r h ä l t n i s s e T r a n s v a a l s u n d d e s O r a n j e f r e i s t a a t s 8Nau kennen, ergiebt folgendes: „ An Kleidungsstücken sind alle diejenigen Kleidungsstücke heiden, welche oft gewaschen werden müssen, denn das Hosser ist in den Lagern überaus knapp. In dem Lager zu ##etoria bestand nur eine einzige Pumpe für 600 Familien, d war an eine regelmäßige Wäsche also nicht zu denken. lich ist das Klima darin sehr gefährlich, da die Tage heiß, * Nächte kalt sind.— Es ist darum Leinwand und auch sumwolle nicht angebracht. Dagegen vor allen Dingen für serkleider und Hemden Flanell oder farbiger Baumsollbieber. Letzterer besonders beliebt. An Kleidern emeiden die Burenfrauen gern alle hellen Stoffe. Alles ist ' dort in Trauer; kaum ist eine Mutter da, die nicht ihren Lann, ihren Bruder, ihren Sohn im Felde verloren hat oder #ken Kinderchen nicht im Lager dahin gestorben sind. Darum eden sie schwarze und dunkle Stoffe von Wolle oder BaumLolle. Für die Kinderchen kann ja immerhin baumwollener Stoff, auch heller geliefert werden. " Vor allen Dingen sollten aber diese Stoffe alle im Stück geliefert werden, nichts zugeschnitten und sichts genäht. Es ist eine besondere Wohlthat für die lglücklichen Mütter und Frauen, wenn sie Beschäftigung beOmmen, und sie sind gewöhnt, alle ihre Kleidungsstücke selbst nzufertigen, auch die Kopfbekleidung. Es muß ihnen nur Zubehör geliefert werden, also: die Bänder zum und zu Gürteln, gute Nadeln, Scheren und Fingerlite, schwarzen und weißen Zwirn, Knöpfe. Nur die Schuhe gen, die Frauen sich nicht selbst machen, also gutes Schuhdas auch in dem Schmutz aushält, für Frauen und am besten einfache starke Schnürschuhe, ist fertig zu *% nebst den nötigen Fetten zum Einschmieren. z.7.„ An Nahrungsmitteln ist am meisten vermißt für die “ Kinder die Milch, welche in den Lagern durchaus fehlt. Es sollte wenigstens für die Säuglinge doch immer den Kisten eine Anzahl Büchsen kondensierter Milch beigefügt werden, ebenso andern Milchersatz für Kinder, z. B. Nestlesches Kindermehl und ähnliches, auch Chokolade und Kakao. Auch die Männer in den Lagern zu St. Helena, Ccylon, Bermuda würden bereit sein, einen Teil ihrer Kleidungsstücke selbst anzufertigen.— Doch müssen der Hauptsache nach fertige Kleidungsstücke, am liebsten von dunklen Wollstoffen, die Röcke in Gestalt von Joppen, geschickt werden. Wir sind bereit, alle Gegenstände dieser Art, auch in kleinen Partieen, zu sammeln und die Sendungen sicher an Ort und Stelle zu befördern. Bethel, in März 1902. Die Sammelstelle für Südafrika. F. v. Bodelschwingh, Pastor. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Von Sr. Maj. dem Kaiser. Der Kaiser hat seinem Dank an die Tochter des amerikanischen Präsidenten, die Taufpatin seiner neuen Yacht „Meteor", dadurch besonderen Ausdruck gegeben, daß er, wie ein Telegramm aus Wilhelmshaven meldet, der Stationsyacht d 2 den Namen„Alice Roosevelt" verlieh. Zur Reise des Kronprinzen. Gestern vormittag ist der deutsche Kronprinz auf der Werrabahn, von Meiningen kommend, in Eisenach eingetroffen und vom Großherzog auf dem Bahnhof empfangen worden. Auf der Fahrt zur Wartburg wurde er von Tausenden herzlich begrüßt. Auf der Wartburg ist Frühstückstafel. Mittags erfolgte die Abfahrt nach Weimar. Eine Besserung auf dem deutschen Arbeitsmarkt stellt die„Arbeitsm.=Korr." fest, indem sie u. a. schreibt: Während bisher jedem Versuch, die industrielle Lage als günstiger geworden, hinzustellen, die Ziffern vom Arbeitsmarkt über die Zahl der beschästigten und der beschäftigungslosen Hände mit unerbittlicher Gleichmäßigkeit gegenüber standen, zeigen die Zusammenstellungen über den Februar zum ersten Male seit Beginn der Krisis eine leise Besserung. An den öffentlichen Arbeitsnachweisen ist die Zahl der Arbeitsuchenden, die sich um 100 offene Stellen bewarben, von 220,2 im Januar auf 208,3 im Februar zurückgegangen, d. h. es besteht zwar immerhin noch ein bedeutendes Ueberangebot von Arbeitskräften, aber es ist bemerkenswert, daß die als Vorbote des Frühlings schon im Februar einsetzende Besserung in der Lage des Arbeitsmarktes auch in diesem Jahre Platz fand, während bisher der Niedergang durch keinen Wechsel der Jahreszeit aufgehalten wurde. Noch deutlicher geht eine Besserung aus den Mitgliederziffern der Krankenkassen hervor. Chinesische Entschädigungszahlung. Seitens der chinesischen Regierung ist nunmehr die letzte Rate der vom deutschen Auswärtigen Amt für die Zerstörung des deutschen katholischen Missionseigentums ausbedungenen Entschädigung gezahlt worden. Französisch-russisches Abkommen. Der russischen Diplomatie ist es gelungen, auch Frankreich zu bewegen, sich in einer Erklärung der Auffassung Rußlands vom englisch=japanischen Vertrage anzuschließen: nämlich, daß dieser Vertrag, der anscheinend nur geschlossen ist, um jene Mächte und China gegen Rußland zu sichern, vielmehr umgekehrt völlig den russischen Grundsätzen entspricht, daß dagegen Rußland ebensogut wie Frankreich vielmehr Ursache haben, sich gegen andere Mächte(England), die gerade diese Grundsätze stören könnten, zu sichern! Man dreht also den Spieß einfach um und setzt dem englisch=japanischen Vertrag einen russisch=französischen entgegen. Beide wollen nach ihrem Wortlaut dasselbe und sind doch in der That gegeneinander geschlossen: Die Pariser„Agence Havas" veröffentlicht nämlich folgende Note: Die diplomatischen Vertreter Frankreichs und Rußlands teilten heute den Ministern des Aeußern der Mächte, welche das Protokoll von Peking vom 7. August 1901 unterHierzu eine Beilage. zeichneten, folgende Erklärung mit: Den verbündeten Regierungen Frankreichs und Rußlands ist der englisch japanische Vertrag vom 30. Januar 1902 mitgeteilt worden, ein Vertrag, der abgeschlossen ist, um den Status quo und den allgemeinen Frieden im äußersten Orient zu sichern und die Unabhängigkeit Chinas und Koreas, die für Handel und Industrie aller Nationen offen bleiben sollen, aufrecht zu erhalten. Sie waren völlig befriedigt in dem Vertrage, die wesentlichen Grundsätze vorzufinden, die sie selbst zu wiederholten Malen erklärten aufzustellen, und welche die Grundlage ihrer Politik bilden. Die beiden Regierungen sind der Ansicht, daß die Respektierung dieser Grundsätze zugleich eine Garantie für ihre speziellen Interessen im äußersten Orient sei. Gleichwohl seien sie gezwungen, ihrerseits den Fall ins Auge zu fassen, wo eine aggressive Aktion der beteiligten Mächte oder neue Wirren in China die Integrität und die freie Entwickelung dieser Mächte in Frage stellen und eine Drohung für ihre Interessen werden könnten; die beiden verbündeten Regierungen behalten sich vor, eventl. auf die Mittel bedacht zu sein, um sich hiergegen Schutz zu sichern. Aus London liegt betreffs dieses Gegenbundes folgende Meldung vor: Die französisch=russische Note berührt hier unangenehm. Die Blätter erklären sie für einen Gegenzug gegen den englisch=japanischen Vertrag und für die öffentliche Erklärung, daß das Bündnis zwischen Rußland und Frankreich auch auf den fernen Osten ausgedehnt sei. Die Reservation der Rechte in der Note sei eine verhüllte Drohung. Der„Standard“ bringt einen pessimistisch gehaltenen Artikel, worin er einen Grund zu Besorgnissen in dem unkontrollierbaren Gange der Ereignisse in China betrachtet, für die die Revolte im Süden ein böses Vorzeichen sei. Von Cecil Rhodes. Die letzten aus Kapstadt in London eingetroffenen Nachrichten über Mr. Rhodes lauten wenig hoffnungsvoll; danach sitzt der Kranke seit 10 Tagen in seinem Bett, da er liegend nicht zu atmen vermag. Man sucht ihn durch Zuführung von Sauerstoff bei Kräften zu erhalten. Herforder Kreis=Nachrichten. Ritteilungen von allgemeinem Interesse sind uus stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) 21. März. Mit dem Verkauf der neuen Postwertzeichen ist nun begonnen worden; jedoch sind die neuen Postwertzeichen nicht vor dem 1. April zur Frankierung giltig. Die bisherigen Postmarken werden schon mit Ende März außer Kurs gesetzt. Die betreffende Bekanntmachung des Reichspostimtes hinsichtlich der Uebergangszeit bestimmt das folgende: die am 1. April den Briefkästen entnommenen, mit alten Postwertzeichen frankierten Sendungen sind ohne Nachtaxe abusenden. Im übrigen sind Sendungen, die im Reichspostgebiet vor dem 1. April mit neuen Postwertzeichen oder nach dem 31. März mit alten Postwertzeichen(Reichspost= oder württemsergischen Post-Wertzeichen) franktert aufgeliefert werden, an sie Absender zum Bekleben mit giltigen Postweitzeichen zuückzugeben. Wenn dies aber ohne Verzögerung nicht möglich st, so sollen trotz Verwendung der unrichtigen Postwertzeichen, sie vor dem 1. April mit neuen frankierten Sendungen allsemein, die nach dem 31. März mit alten Wertzeichen franierten Sendungen bis auf Weiteres ohne Nachtaxe abgesandt verden. Die Bestimmungs=Postanstalten haben die mit unichtigen Wertzeichen versehenen Sendungen ohne Erhebung von Porto an die Empfänger auszuhändigen. . Einen Vortrag über den Burenkrieg eine Lehren für einen Krieg der Zukunft hielt estern abend Herr Major a. D. Strosser aus Minden in leckers Turnhalle vor den Mitgliedern der hiesigen militärischen Vereine. Die Fehler der Buren im ersten Teil des Freiheitsampfes faßte Redner zusammen in Mangel an Disziplin Kitführung der Frauen und Kinder in den Reihen der kämpfenden, Mangel an Ausrüstung und Unfähigkeit, selbst ie glänzendsten Siege auszunutzen. Im zweiten Teile des ampfes, hätten die Buren gelernt, Krieg zu führen und sich abgewöhnt. Jetzt teilten sich die in Jeinere Abteilungen, die sich zur Ausführung eines streiches schnell vereinigen und nach Ausführung desselben denso schnell wieder auseinander gehen. Hätten die Buren tese Art Kriegführung von Anfang an eingeschlagen, so würden die Engländer längst aus Afrika herausgeworfen worden sein. Redner bemerkte u. a. auch, daß bei den verwundeten Buren die Wunden in verhältnismäßig kurzer Zeit heilen, weil diese Kämpfer keinen Alkohol zu sich nehmen. Mit dem Wunsche, daß die Buren doch den Sieg davon tragen, schloß der Vortragende seine interessanten Ausführungen, die von den zahlreichen Zuhörern aufmerksamst verfolgt wurden. Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. In der gestrigen General=Versammlung des„Bezirksverein Herford des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke", erstattete der Vorsitzende Bericht über die Vereinsarbeit im vergangenen Jahre. Aus demselben war zu ersehen, daß der Verein, welcher in letzter Zeit größere öffentliche Versammlungen 2c. aus verschiedenen Gründen nicht gehalten hat, in geräuschloser Weise mit Eifer seine Thätigkeit fortgesetzt hat. Die Verbreitung von Schriften, welche über die Gefahren des Alkoholismus belehren, ist einer der Hauptzweige dieser Arbeit; ist doch vielfach immer noch Unkenntnis und Gedankenlosigkeit eine Hauptursache des Alkoholmißbrauchs im Volke. Auch durch sonstige Bemühungen hat der Verein weiter segensreich gewirkt. Die Zahl der Mitglieder ist weiter nicht unwesentlich gewachsen. Nachdem sodann die Jahresrechnung vorgelegt und dechargiert worden, wurde der Arbeitsplan für das neue Jahr besprochen. Ferner wurde berichtet über den Erlaß des Kultusministeriums betr. Belehrung der Kinder in den Schulen über die Alkoholgefahr, sodann über den neuen Verein„Gasthaus=Reform" und über die neue Mäßigkeitsbewegung unter den Eisenbahnbeamten u. s. w. * An den höheren Schulen nehmen bereits morgen die Osterferien ihren Anfang. ** Zur Volks- und Schüler=Vorstellung, die für morgen nachmittag 6 Uhr bevorsteht, sind Billets auf Rathaus I(nicht II) und zwar Zimmer Nr. 4 zum Preise von 50 Pfg. für alle Plätze zu haben, außer Gallerie, wofür ein Preis von 30 Pfg. festgesetzt ist. Näheres enthält noch diesbezügliche Bekanntmachung des Herrn 1. Bürgermeisters unter der Rubrik„Amtliche Anzeigen". □ Festlichkeiten in der Karwoche. Es sei hiermit daran erinnert, daß gemäß der Provinzial=Polizeiverordnung vom 21. und 7. Juli 1897/98 in der ganzen Karwoche und am 1. Osterfeiertage weder öffentliche noch private Tanzmusiken, Bälle und ähnliche Lustbarkeiten veranstaltet werden dürfen. Am Karfreitag dürfen außerdem theatralische Vorstellungen sowie Schaustellungen und öffentliche Lustbarkeiten mit Ausnahme der Aufführung ernster Musikstücke(Oratorien 2c.) nicht stattfinden. In der Hermannstraße treibt sich seit einigen Abenden em sehr verdächtiges Individuum umher, das vor allem die einzelnen Gebäude eingehend in Augenschein nimmt. Jedenfalls dürfte es sich für die Bewohner jener Straße empfehlen, immer genau darauf Obacht zu geben, daß alles fest abgeschlossen ist. Auch die übrigen Bewohner der Stadt dürften auf ihrer Hut sein, da es nicht ausgeschlossen ist, daß es der Mensch auch auf andere Straßen abgesehen hat. s. Gewerbeftreitsache. In der gestrigen Sitzung des Gewerbegerichts wurden 3 Strafsachen verhandelt. Es klagte der Werkmeister E. gegen die Firma W. u. Co. wegen Lohnforderung, entstanden durch unrechtmäßige Entlassung aus seiner Stellung. Durch bedingtes Endurteil des Gerichts wurde der Ausgang der Streitsache von zwei durch den Kläger zu leistende Eide abhängig gemacht. Die beiden anderen Streitsachen Zigarrenarbeiter D. gegen Fabrikanten R. und Tischler L. gegen den Tischlermeister O. beide ebenfalls wegen Lohnforderung wurden durch Vergleich erledigt. ! Gestohlen wurde gestern abend gegen 6¼ Uhr vor einem Hause eines hiesigen Kaufmanns ein Fahrrad im Werte von 200 Mk. Der Radfahrer, der sich das Rad geliehen hatte, war in das Haus gegangen und hatte das Rad vor dasselbe hingestellt. Als er zurückkam, war dasselbe verschwunden. Das Rad ist von weißen Felgen, grün emailliert, Marke„Möwe“. * Enger, 20. März. Arbeitseinstellung. Zu der kürzlich unter dieser Spitzmarke gebrachten Notiz wird ergänzend berichtet, daß von Lohnabzügen bei der Firma A. Dieckmann keine Rede sein kann, da Herr D. nur Akkordarbeiter beschäftigt. Infolge angehäufter Aufträge sei von der Firma eine tägliche ½stündige Verlängerung der Arbeitszeit angeregt worden, worauf mehrere Arbeiter nicht eingegangen seien. *e Hiddenhausen, 20. März. Ziegenversicherung für das Kirchspiel Hiddenhausen. In der gestern stattgefundenen Versammlung behufs Gründung einer Ziegenversicherung wurden die Statuten durchberaten. Es wurde festgesetzt, daß für je 1 Mk. des Toxwertes der Ziegen 5 Pfg. Prämie fürs Jahr erhoben werden sollen. Als Bezirksvorsteher wurden für Hiddenhausen die Herren Wilh. Bergmeyer Nr. 100 und Karl Schweppe Nr. 122, für Eilshausen Herr Schuhmacher Fischer, Brandhorst Herr Wippermann, Oetinghausen Herr Haubrock Nr. 130 und für Bustedt Herr Omannsiek Nr. 111 gewählt. Anmeldungen für die Versicherung nehmen die genannten Herren jetzt schon entgegen. Spenge, 20. März. Der Gesang=Verein „Groysinn“ hier hat beschlossen, diesen Sommer eine Rheinreise zu machen und die Ausstellung in Düsseldorf zu besuchen. Blotho, 20. März. Schul nachrichten. Dem am 1. April in den Ruhestand tretenden Lehrer Sturhan hier ist der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hoyenzollern verliehen worden. Die neue Lehrerstelle an der hiesigen Volksschule wurde dem Lehrer Meyer aus Schildesche übertragen. * Oeynhausen, 20. März. Flotter Un dem hiesigen Königlichen Amtsgericht fand gestern satz. Vor bekanntlich der zwangsweise Verkauf der Besitzung von Karl Sturhan, bestehend aus Wohnhaus und Windmühle in Bischofshagen statt. Koson Rasche zu Gohfeld gab das Höchstgebot mit 10.000 Mk. ab und war somit Käufer. Nach etwa 2 Stunden war er laut B.=G. schon wieder Verkäufer mit einem Gewinn von 1000 Mk. Auch der neue Käufer erklärte, daß er diese Besitzung nicht für sich kaufe, sondern von einem Freunde dazu beauftragt sei. Vielleicht verdient er ebenfalls noch 1000 Mark. Ein nettes Geschäft bei diesen schlechten Zeiten! Vermischtes. Die Kosten der Berliner Hochbahn. Ueber die Baukosten der Hochbahn spricht sich der soeben ausgegebene Geschäftsbericht der Gesellschaft für elektrische Hoch= und Untergrundbahnen in Berlin für 1901 dahin aus, daß die Kosten der Stammstrecke einschließlich aller Erweiterungsbauten, Umänderungen, mit Wagenpark, Kraftwerk, Betriebsbahnhof, Bauzinsen, Grunderwerb sich nach dem gegenwärtigen Stande der Abrechnung auf rund 32½ Millionen Mark belaufen. Die Grunderwerbskosten betrugen 7 Millionen Mark. Durch Vermietungen werden etwa 4½ Millionen verzinst, so daß die Verkehrseinnahmen etwa 28 Millionen zu verzinsen haben. Vom Blitz erschlagen. Bei dem kurzen Gewitter mit Schnee untermischt, welches in Württemberg am Sonntag niederging, wurde im Orte Fischbach, Amt Billingen, eine Frau vom Blitz getroffen und war sofort tot. (Fortsetzung in der Beilage.) Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Die Beantwortung der Bemerkungen des Magistrats auf den offenen Brief der Bürgervereinigung an Herrn Ratsherrn Brand zur Abwehr seiner Angriffe auf diese wird sich verzögern, weil die Generalversammlung vorerst ihre Stellungnahme dazu erklären muß. Der Vorstand der Bürgervereinigung. Handel und Verkehr. Berlin, 18. März. Heu und Stroh. Richtstroh 6,82—7,32 Mk., Heu 6,70—8,70 Mk. Course der Berliner Börse. Mitgeteilt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-GeHerford, 20 März 1902 92.40 3½%„„ 101,70 3% Deutsche Reichsanleihe 92,60 3½%„„ 101,70 3% Westf. Prov.-Anl.— 3 1/% 4% 10 3% Preuss Consol 100.— 104,— 103.— 4% Hamb. HypothekenPfandbriefe 1900 100,10 4% Rhein. Westf. Bodenkred.-Pfandbriefe 1905 100.50 4% Meining. Hypoth.Pfandbriefe 1900 100,20 Deutsche Bank-Akt. 214,10 Dresdener Credit-Anstalt—.— Disc. Commandit-Akt. 195.30 A. Schaaffhausen'scher Bv. 123,50 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 164.— Hibernia Bergw.-Aktien 161,40 Harpener dto. 164,— Harb.-Wien. Gummi-Akt. 317,90 Phönix Bergw.-Aktien 138,90 Bankdiscont 3 Tendenz: fest. über Mk. 53 890 270 Versicherungssumme. Hiervon kamen zur Annahme 6600 Anträge über Mk. 42674760, wodurch der Versicherungsbestand am Jahresschlusse auf 105 850 Policen mit Mk. 626565702 Versicherungskapital stieg. Der reine Zuwachs des Jahres 1901 betrug im Gesamtgeschäft Mk. 24652 303(im Vorjahre 24 217776). Der Abgang hielt sich in normalen Grenzen. In der eigentlichen Lebensversicherung fielen Mk. 7407713 für Todesfälle an. Der Abgang durch Erleben des Fälligkeitstermins in der alternativen Versicherung beziffert sich auf Mk. 2753857. Infolge vorzeitigen Austcitts durch Rückkauf, Reduktion und Aufgabe der Versicherung verminderte sich der Bestand nur um 1% der im Laufe des Jahres auf den Todesfall versichert gewesenen Summe, obwohl die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse einen höheren freiwilligen Abgang erwarten ließen. Verwaltungskosten sind wiederum gefallen und zwar von 5,1% der Jahreseinnahme im Vorjahre auf 5,0%: Auch die finanziellen Ergebnisse des Jahres 1901 sind befriedigend ausgefallen; doch sind sie zur Zeit noch nicht zahlenmäßig genau festgestellt. Die Dividenden an die##ersicherten betragen in 1901 nach Plan A I(altes System, mit Nachvergütung der rückntöndigen Dividenden) 35% der ordentlichen Jahresprämie und außerdem 17 ½% der alternativen Zusatzprämie(seither 34 bezw. 17%),— nach Plan A II (neues System, ohne Nachvergütung rückständiger Dividenden) 39% der ordentlichen Jahresprämie und außerdem 19½% der alternativen Zusatzprämie(seither 38 bezw. 19%) nach Plan B(steigende Dividende) wie im Vorjahre 2,6% der Gesamtprämiensumme. Den geehrten Bewohnern von Mennighüffen und Umgegend zur Nachricht: Komme Mittwochs und Sonnabends zum Haarschneiden und Rasieren nach dort, von nachmittags 5 bis 10 Uhr im Hause des Bäckermeisters Heidsick. Telegramme und Telephonische Meldungen. französisch=russische Abkommen. Berlin, 21. März. In hiesigen maßgebenden Kreisen erblickt man in dem neuen Zweibunde auf asiatischem Boden nicht eine Erschwerung, sondern eine Erleichterung der politischen Lage. Wenn wirklich eine Macht Angriffspläne in China verfolgen sollte, so können sie durch nichts besser verhindert werden, als durch die Gewißheit, daß Rußland auch in Asien die starke Militärmacht Frankreichs hinter sich hat. Verein für Frauenstimmrecht. Berlin, 21. März. Reichskanzler Graf Bülow empfing gestern eine Deputation des„Vereins für Frauenstimmrecht". Fräulein Anita Augsburg überreichte eine Adresse, worin namens der deutschen Frauen um Vorlage eines Reichsgesetzes gebeten wird, lautend:„Die vereinsrechtlichen Beschränkungen der Frau sind in allen deutschen Staaten aufgehoben.“ In der Adresse wird ferner gebeten, daß durch Reichsgesetz bestimmt werde, daß das weibliche Geschlecht gleiche Anrechte auf Immatrikulation auf den Hochschulen habe wie das mannliche. Der Reichskanzler erwiderte, er werde den Bundesrat und Reichstag in für die Bestrebungen der Deputation günstiger Weise zu beeinflussen suchen. Er wolle sich der Angelegenheiten des Vereins ernstlich annehmen. Kammersänger Bulß+. Berlin, 21. März. Kammersänger Bulß starb auf einer Konzertreise in Temeswoa(Ungarn) an Lungenentzündung. Burenkrieg. London, 21. März. Aus Pretoria wird gemeldet: Die Meldung, daß De Wet und Steiin auf ihrer Flucht nach dem Westen den Fluß in der Nähe von Parys überschritten, wird bestätigt. General Elliot sandie Truppen zur Verfolgung ab, welche den Feind jedoch nicht mehr erreichten.(De Wet ist also erfteulicherweise abermals glücklich entkommen, was eine neue Schlappe der Engländer in sich schließt. Die Red.) Lebensversicherungs= und Ersparnis=Bank in Stuttgart(Alte Stuttgarter). Das Geschäft hielt sich im Jahre 1901 auf der Höhe des Vorjahres. Zu erledigen waren insgesamt 8331 Anträge Fr. Müller, Friseur. Löhne, 18. März 1902. 485c Sonnabend bis Ostern 6400. Gratis-Zugabe. Kafse Magazin Buchthal 9. Bäckerstr. 9 Zur Lieferung von Eisenguss, roh und fertig bearbeitet, zu Bauzwecken, für Ziegeleien, ferner Maschinenteile aller Art nach vorhandenen und eingesandten Modellen oder Zeichnungen, Teile zu landwirtschaftlichen Maschinen, sowie auch komplette Maschinen(Göpel, Häckselmaschinen 2:.] Spezialität: Formmaschinenguss für Massenartikel, LohnSchleiferei und Vernickelungs-Anstalt empfiehlt sich. 227c Friedrich Seelhorst, Bünder Eisenwerk, Bünde j. Wesisalen. 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Hohe Dividenden. . 1, 0 9 0 M i l l i o n e n M a r k 886 Millionen Mark 99 Millionen Mark Aeusserst günstige 521c Versicherungs-Bedingungen nungen Stellungen m:“, eine Wohnung zu verinsen en hat ooer mieten will, Herforz“ dies in der sehr beachteten Zeitung für Stadt u. Land.) Eige schöne Wohnung 2 Minuten vom Heimieten. Pof, zum 1. Agren Nähere Auskunst Salzuflerstraße 19. Ein Mödlettes Zimmer zu vermieten. 481c Gäusemarkt 7, 1. Erg. (Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Aelterer erfahrener Buchhalter sucht noch für einige Stunden des Tages Beschäftigung zur Führung der Bücher 2c. Gefl. Offerten unter Nr. 4550 Einige tüchtig K 5250 Morgen treffen große grüne Heringe Julius Riedel, geg. d. Post. 3 jährigen geschlachtet. Großartiges Fleisch empfiehlt 424c H. Oetzmann, Roßschlachter. Obst= und Gartenbauverein für Herford u. Umgegend. Versammlung am Sonnabend, 22. März, abends 8 Uhr, im evangelischen Vereinshause. 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Er verwünschte die im Ransch eingegangene Wette und hätte lieber die Buße gezahlt, als zu deren Austrag die Hand geboten. Als er nun gegen Mittag abgeholt worden war, hatte er einen Versuch gemacht, von dem Handel loszukommen, allein seine„Tugendboldenhaftigreit“ war so derb verspottet worden, daß er den Rückzugsplan aufgab und mit dem resignirten Ausspruch den Weg zum„Lamm antrat:„Nun denn— Verderben gehe sund a““ Eochen jetzt den Frähstüicstich abräiunte, fand Langmann seine Ahnung, daß die Wette einen schlimmen Ausgang nehmen werde, bestätigt. Toxsteu hatte seine Zeichnung vollendet und als Evchens Blick zufällig auf die Karikatur der streitenden Stammgäste fiel, mußte sie hell auflachen. Sie setzte die Tablette ab, betrachtete das Bildchen genauer und sagte dann im Tone ehrlicher Bewunderung:„Sie sind ja ein Tausendkünstler!“ „Ja, das ist er“, rief der Adjutant lachend, denn auch er hatte das Bild betrachtet.„Es fragt sich aber, lieber Torsten, ob es nicht leichter ist, den Gegenstand zu verzerren, als ihn zu treffen.“ „Aber die beiden Kampfhähne sind ja sprechend ähnlich!“ urtheilte der Landrath. „Freilich, Personen mit groben Zügen sind leicht darzustellen“, fuhr der Adjutant fort,„aber den weichen Formen eines jugendlichen, schönen Frauenkopfes beizukommen, na, das ist schon’ne andere Sache. Ich möchte wetten, daß Torstens Kunst an einem Portrait von Fräulein Evchen scheitern würde.“ „Das käme auf einen Versuch an“, bemerkte Torsten gleichmüthig.„Es fragt sich nur, ob das Fräulein mir Gelegenheit geben will, sie genau zu betrachten.“ „Daraus wird nichts“, bemerkte der alte Winter. „Meine Tochter muß sich in der Wirthschaft rühren und hat keine Zeit für solche Scherze übrig. Junge Mädels sollen sich tummeln und nicht sitzen bleiben.“ Langmann, der die schlimmen Absichten seiner Freunde durchschaut hatte, athmete bei dieser schroffen Ablehnung des Lammwirths erleichtert auf. Herr von Torsten aber sagte lächelnd:„Sie mißverstehen mich, Herr Winter, ich will Ihr Töchterchen nicht mit Sitzungen langweilen, sondern sie nur betrachten dürfen, während sie hier thättg ist und ich als Gast meinen Schoppen trinke. Es heißt doch am Ende keinen Raub begehen, wenn ich die Schollheit eines jungen Menschenkindes im Bilde wiederzugeben trachte.“ „Das freilich kann ich keinem Gast verwehren", bemerkte der Lammwirth und betrachtete schmunzelnd Torstens Zeichnung.„Kommen Sie recht oft und zeichnen Sie so oft und so viel und so lange Sie wollen.“ „Ich bitte Sie um Ihre Zustimmung, liebes Fräulein.“ Herr von Torsten wandte sich mit einem warmen Blick an Eva. Diese schaute zaghaft und doch beglückt zu ihm hinüber und senkte leicht den schönen Blondkopf. Nun fand sich der interessante Fremde täglich im „Lamm" ein und zwar zu einer Stunde, in der nur wenig Gäste seinen Verkehr mit Eva störten. Auf dem Felde waren die Frühjahrsarbeiten im Gange und der Lammwirth widmete diesen manchen Vormittag. So kam es, daß seine Tochter viel mit Torsten allein war und von Tag zu Tag vertraulicher mit ihm verkehrte. Es hatte zuerst den Anschein, als betrachte dieser das Mädchen nur als Objekt für die zeichnerische Darstellung. Wenn sie ihm gegenüber saß, ließ er sie reden un nur von Zeit zu Zeit eine Frage hin. Sie enthüllte ihm bald ihre kleinen Leiden und Schmerzen, ihre stillen Wünsche und Hoffnungen. Er schien den innigsten Antheil an ihrem Geschick zu nehmen und bei der tiefung in die Reize ihrer jugendfrischen Persönlichkeit und bei der Erkenntniß ihres arglosen Gemüths und ihres sinnigen Wesens fühlte er sich wirklich zu ihr hingezogen. Bald brachte er ihr ein Blumensträußchen, bald ein bescheidenes Schmuckstück und weidete sich an dem Entzücken, das diese Liebeszeichen hervorriefen. Als er nun gar seine Erlebnisse erzählte und sich den Anschein gab, als halte er sie allein für würdig, seine Bekenntnisse und all' die schwierigen Lagen zu erfahren, in die ihn ein grausames Schicksal versetzt, da schwoll ihr das Herz in Liebe und Dankbarkeit. Ingenieur Langmann sah mit wachsender Unruhe die Fortschritte, welche seines Freundes Eroberung machte. Da er sein Wort verpfändet hatte, Eva nicht zu warnen, so glaubte er dem Lammwirth wenigstens einen Wink betreffs der seine Tochter bedrohenden Feuer, indem er Eva in rauhen Worten verbot, im Herrenzimmer zu erscheinen und den Gegenstand ihrer Verehrung einen Abenteurer und Schwindler nannte. Die Folge davon war, daß sie dem geliebten Mann ein Stelldichein unter den blühenden Obstbäumen des Gartens gab und sich hier mit dem Geständniß an seine Brust schmiegte:„Ich bin Dein und will Leid und Freud’ mit Dir theilen, Du bester, Du herrlicher Mann!" Acht Tage nach Abschluß der Wette konnte Torsten den betheiligten Zechkumpanen ein Briefchen Eva Winters vorlegen, das mit„Liebster“ anfing und mit„Dein auf ewig“ schloß und im Uebrigen recht grobe Verstöße gegen die Orthographie und Grammatik enthielt. Langmann zahlte kuirschend die Wette, und als in der Post das Mahl verzehrt und der Sekt getrunken wurde, suchte er sich dadurch gegen den Stachel des Hohns unempfindlich zu machen, daß er eine Schaale des perlenden Tranks nach der andern in sich hineingoß und lallend die Ueberzeugung aussprach:„Die Menschheit ist für eine zweite Sintfluth reif“. Graf von Wallis hatte das Fest auf Schloß Sonneck mit so viel Geschmack und Prachtaufwand inscenirt, daß die Gäste beim Betreten der festlich geschmückten Räume überrascht und völlig geblendet wurden. Alexander Monticelli rief seinem Schwager scherzend zu:„Du hast den alten Kasten in ein Versailles verwandelt! Fühlst Dich wohl auf Sonneck als Roi Soleil?“ Der Graf erwiderte galant:„Da unser Maifest zwei so strahlenden Erscheinungen wie Deiner Braut und Deiner Schwester zur Folie dienen soll, so muß Sonneck doch auch sonnig und frühlingsduftig erscheinen". Alexander, der die beiden Mädchen am Arm führte, sah von seiner Verlobten, einer vollerblühten Blondine mit keckem Stumpfnäschen und lachenden Augen zu Julie, seiner jüngsten Schwester hinüber, einer schlanken Brünette, deren hohe Stirn und blitzende Augen Jugendlust verriethen und sagte:„Kinder, das Kompliment ist meinem Schwager gelungen. Na, Ihr braucht nicht zu erröthen. Ihr wäret in der That würdig, in einem Sonnenwagen Apolls gen Himmel zu fahren, wie er den Plafond dieses Zimmers schmückt.“ Der Graf wandte sich in stolzer Haltung den von Sillach eingetroffenen Gästen zu. Er hatte die mit Ordenszeichen geschmückte Uniform angelegt und bot in dieser eine so stattliche Erscheinung dar, daß es dem an der Seite des Landraths eingetretenen Oberbaurath zu Muthe wurde, als sei er in den herrlichen Räumen bei einem Fürsten zu Gast. Dieser Eindruck wurde noch verstärkt, als ihm der Graf nach freundlicher Begrüßung seine Frau vorstellte, deren Schönheit und Vornehmheit ihn etwas aus der Fassung brachte. Er fand erst die Sprache wieder, als Gräfin Maria ihn willkommen geheißen und durch die Frage nach dem Verlauf seiner Reise ein kurzes Gespräch einleitete. Als die Gräfin sich darnach der Fürstin Lüttgenau und deren Nichte zuwandte, war der Staatsbeamte von dem Zauber ihrer Persönlichkeit noch so benommen, daß er dem Landrath zuflüsterte:„Ich bin baff! Solch' eine huldvolle Dame ist mir noch nicht vorgekommen". „Als die Gäste das Speisezimmer betraten, dessen Wände mit einer Kopie der Makart'schen Diana und allegorischen Figuren geschmückt waren, staunten sie über die Blüthenpracht, welche den weiten luftigen Raum verschönte. Auf den Wandborten erhoben sich aus Bronzevasen die üppigen Doldentrauben des Rhodendron gleich weißen und rothen Flammen, daneben blühende Azaleen. Die mit reichen Silbergeschirren, Kristallschalen und geschliffenen Gläsern überdeckte Tafel hatte nur Lilien zum Schmuck, die aus hohen venetianischen Gläsern hervorblühten. Die Arme der Kronleuchter aber waren mit Maiglöckchen umkleidet und ein Sträußchen dieser duftigen Blumen stand in kleiner von Amoretten gehaltenen Porzellanvase vor dem Gedeck eines jeden Tischgastes. Dieser feinen Ausstattung der Tafel entsprachen die köstlichen Speisen und Weine, die den Gästen von gut geschulten Dienern gereicht wurden. Der Graf hatte die Tischordnung so entworfen, daß der Oberbaurath in der Mitte der Tafel zwischen seiner Frau und der gesprächigen Fürstin Lüttgenau seinen Platz erhielt. Ihm gegenüber saß der Landrath, der Julie Monticelli zu Tisch geführt hatte und dem Valeska, die Nichte der Fürstin, zur Linken saß. Der Graf hatte seine künftige Schwägerin zur Tischnachbarin begehrt mit der Bemerkung, er müsse sie vor dem Schicksal bewahren, von ihrem Verlobten schon vor der Hochzeit todt geschwatzt zu werden Die Schwiegereltern des Grafen, der Major und seine Familie, der Rektor und Dechant von Sillach, Julius Hille und Adjutant Göbel, Ingenieur Langmann, sowie zwei Gerichtsbeamte mit ihren Frauen hatten sich vor der Tafel niedergelassen. Ganz zuletzt rückten Pastor Linz und sein Zögling Othmar in den Kreis der Festgenossen. Beide hatten sich gesträubt, der Einladung Folge zu leisten, als der Schloßherr aber erklärte, daß von ihrem Erscheinen seine Verzeihung abhänge, gaben sie um des lieben Friedens willen nach. Sie wußten es, daß der Graf, der so gerne mit seinem Besitz prahlte, vor der Gesellschaft auch in der Rolle des großmüthigen und nachsichtigen Familienvaters Bewunderung erregen wollte. Und er hatte die Genugthuung, daß alle die Gäste, welche Othmars Streiche kannten, von seinem Edelmuth und seiner versöhnlichen Gesinnung mit warmer Anerkennung sprachen, ja, daß der Rektor gar diesen Akt christlicher Milde als zu weit gehend bezeichnete. Während bei Tische der Duft der Blumen und Gluth des Weines und die Schönheit der im Festkleid prangenden Gestalten die Sinne der Gäste umschmeichelten und die fröhliche Stimmung weckten, saß Othmar still und nachdenklich am Ende der Tafel und gedachte der schönen Stunden, die er mit der Gräfin und seinem Mentor in dem nebenan aelegeuen Musikzimmer das zweite Quartal 11. AuSAAn OAIALNAN Bestellungen entgegengenommen. Da sich 1902 werden schon jetzrin unseren Agentarende Bezugspreis in den Agenturen billiger als wie bei der Post stellt, empfiehlt es sich, die Bestellungen möglichst in unseren Agenturen zu machen. Mit Rücksicht darauf, daß die Leserzahl fortgesetzt zunimmt, erweist sich die„Herforder Zeitung für Stadt und Land" auch als sehr wirksames Insertionsorgau, was vielfach eingegangene Schreiben bestätigen. Redaktion u. Verlag verlebt hatte. Damals war er ein Gleichberechtigter, jetzt aber nur ein Geduldeter. Damals tauschte er mit ihr, vor deren Schönheit in seinen Augen alle übrigen Frauen verblaßten, wie die Sterne vor der Sonne, seine geheimsten Gedanken aus, freute sich ihres Verständnisses und war selig, wenn sie seine Anschauungen und Gefühle theilte oder ihm gar ein Wort der Ermunterung sagte. Jetzt konnte er aus der Ferne sehen, wie sich Andere um ihre Gunst bemühten und es that ihm weh, wenn sie diesen freundlich Antwort gab bder gar zulächelte. Er empfand es als eine willkommene Ablenkung, als der Hausherr sich erhob, um ein Hoch auf das Brautpaar auszubringen. Der Graf glaubte sich im Besitz einer starken oratorischen Begabung und sprach gern und lange. Er liebte die Phrase und damit stand seine Neigung im Einklang, lange Sätze leise zu beginnen und dann, die Kraft des Tones steigernd, die Schlußworte mit Heftigkeit hervorzustoßen. So brachte seine Rede einen ähnlichen Eindruck hervor, wie flackernde Winde: er beunruhigte die Hörer, aber er riß sie nicht mit sich fort. Othmar fällte insgeheim das Urtheil: So falsch wie sein ganzes Wesen ist, so klingt auch seine Rede. Er bemerkte, daß Gräfin Marias Blicke bei dem Hochruf sein Gesicht streiften, und sagte sich mit leisem Triumphgefühl: sie muß das auch empfunden haben und wir begegnen uns in dem gleichen Gedanken1 (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Der Nimrod auf der Lokomotive. Ein bisher noch nicht dagewesener Vorfall hat sich auf der Kleinbahn Deutsch Krone=Virchow zugetragen. Als ein Eisenbahnzug sich auf der Fahrt zwischen Keßburg und Klausdorf befand, ge wahrte der Zugführer neben der Strecke einen Rehbock. Sogleich lud er ein mitgeführtes Jagdgewehr und streckte das Wild zu Boden; gleich darauf erlegte er von der Maschine aus eine Recke. Dieser Jagdfrevel war von anderen Personen bemerkt worden und wurde zur Meldung gebracht. Der Wildschütze hat nun zunächst seine Stellung verloren und wird obendrein noch vor dem Strafrichter zu erscheinen haben. Ein blinder Abiturient. Am Gymnasium in Wandsbeck bestand ein blinder Abiturient die Reifeprüfung. Er hat ursprünglich nur die Volksschule durchgemacht und sich erst später, nachdem er im Jünglingsalter plötzlich erblindet war, durch Privatunterricht weitergebildet. Diebischer Enthusiasmus. Der„Evening News“ wird aus Newyork gemeldet, daß der Küchenchef Rupert Fritzder bei dem Stapellauf der Yacht des Kaisers Wilhelm das Essen lieferte, durch die Raritätenjäger ruiniert worden ist. Er lieh sich große Mengen Silberzeug für die 2000 Gäste und viele von diesen nahmen Messer, Gabeln, Löffel, Salzfässer und andere Gegenstände als„Andenken" mit. Fritz kann das fehlende Silberzeug nicht ersetzen; er meldete seinen Konkurs an und trat von seiner Stellung als Oekonom des Liederkranzklubs zurück. Eine Anekdote von Frau Dewet verdient jetzt erzählt zu werden, nachdem ihr Mann den Engländern immer auf wunderbare Art entschlüpft. Ein englischer Offizier wies die Frau des Burengenerals darauf hin, wie unmöglich es ihrem Mann wäre, den Truppenkordon, der um ihn gezogen war, zu durchbrechen. Da Frau Dewet ihn durchaus nicht zu verstehen schien, legte der Offizier zwölf Eier im Kreise auf einen Tisch und dazu noch eine halbe Krone in die Mitte. Die Eier, erklärte er und zeigte auf sich selbst, sind die Engländer, das Geldstück, dabei wies er auf ein Bild Dewets an der Wand, wäre ihr schlauer Gatte. Es war ein vorzüglicher Anschauungsunterricht, der auch von glänzendem Erfolg gekrönt war.„Ich verstehe", sagte die Burenfrau einfach,„aber wo ist Dewet?“ Und die halbe Krone war verschwunden. Ein außergewöhnlich fleißiges Legehuhn besitzt der Schuldiener Probst in dem Harzorte Gandersheim. Diese Henne hat es nämlich fertig gebracht, ihrem Besitzer in sechs Jahren tausend Eler zu bescheren. Als nun in diesen Tagen das mit allgemeiner Spannung erwartete tausendste Ei erschienen war, legten alle Häuser in der Straße, in welcher Herr Probst wohnt, Flaggenschmuck an! Gegen Schuupfen hilft Forman. 3520 Berantwortlicher Reda kteur: Paul Sattle#, für den Inseratenteil ver antwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Schmitt's Tanz= u. Anstands=Unterricht für Schüler höherer Lehranstalten in Herford beginnt am Sonnabend, den 19. April, im Bürgerverein. Anmeldungen sind an Herrn Wessel, Credenstraße 14, erbeten. 4300 M. Schmitt u. Frau, Bielefeld, Herforderstraße 31. Ueberall vorrätig! Schuhw von 6035 Radewigerstr. 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