12. Jahrgang. 0 erkorden GS 12. Jahrgang eitung NG 67 Diese Zettung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark. bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Donnerstag, 20. März. Inserate werden bis pätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Vetn#esle für Stadt und Kreis Herford, Oeynhausen und Amt Reume 10 Pfg., sonst 15 Pfg. 1902 Die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ ist für den Kreis Herford das wirksamste Insertionsorgan. Amtliche 2### Anzeigen für den Kreis Herford. Abendkursus für Koch- und Haushaltskunde. Zweck des Kursus ist die praktische Erlernung einer ganz beschränkten Anzahl Kochrezepte für die Zubereitung guter, billiger und kräftiger Kost im kleinen Haushalt, sowie die Erwerbung der notwendigsten Kenntnisse über den Nährwert, den Einkauf und die Behandlung der marktgängigsten Nahrungsmittel. Die Exlernung geschieht am Herde selbst. Kreis der Besucherinnen. Der Besuch ist allen Mädchen und Frauen gestattet, in erster Linie aber bestimmt für Mädchen, welche die Eingehung der Ehe beabsichtigen, aber infolge ihrer Beschäftigung auf der Fabrik oder in anderer gewerblicher Arbeit in keiner Weise Gelegenheit haben, die für vernünftige und wirtschaftliche richtige Haushaltsführung unbedingt notwendigen praktischen, sowie auch einige theoretischen Kenntnisse zu erwerben. Zeit des Kursus. Anfang am 2. April, Ende am 14. Mai, 6 Wochen hindurch sollen jede Woche an zwei Abenden, am Mittwoch und Freitag von 7½ bis 9½ Uhr die Kurse abgehalten werden, also wöchentlich 4 Stunden, im ganzen 24 Stunden, erteilt werden. Ort und Leitung. Die mit 6 Herden und allen sonstigen Erfordernissen ausgestattete Kochschnle der Bürgerschule im städtischen Gebäude in der Hämelingerstraße wird benutzt. Die Leitung übernimmt die hierfür besonders praktisch vorgebildete, bewährte Lehrerin für Koch= und Haushaltungskunde an der städtischen Bürgerschule. Vergütung. Beansprucht wird die Zahlung einer Gebühr von 3 Mark für den ganzen Korsus. Jedoch wird dieselbe Frauen und Mädchen, welche zur Zahlung nicht glauben imstande zu sein, auch gern erlassen. Meldungen bis 26. März 1902 auf dem Rathause I(Stadtsekretariat, Zimmer Nr. 5) in den gewöhnlichen Dienststunden. Herford, den 8 März 1902. Der I Bürgermeister: 2426 Quentin. Der Gärtner Dammann ist von uns als Stadtgärtner angenommen worden, was wir mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis bringen, daß demselben die Aufsicht über sämtliche städtische öffentliche Anlagen übertragen worden ist. Herford, 18. März 1902. 5060 Der Magistrat: Quentin. Die Besitzer von Erbbegräbnisstellen auf dem städtischen Friedhofe werden hiermit aufgefordert, ihre Stellen bis 1. April cr. ordnungsmäßg zu reinigen und in Stand setzen zu lassen. Bei den durch die nach obigem Termine erfolgenden Revisionen zu Tage tretenden Vernachlässigungen werden die in den Erbbegräbnisverträgen angedrohten Maßregeln angewandt werden. 552b Herford, den 25. Februar 1902. Der Magistrat: Quentin. Studentendemonstrationen in Rußland. Ueber eine erneute Studentendemonstration in Petersburg vo. letzten Sonntag geht einem Berliner Blatte folgender Bericht zu:„In der ersten Mittagsstunde gauchten plötlich Hunderte, von Studenten in der Nähe der Kasanschen Kathedrale auf, die in den letzten Jahren schon wiederholt der Schauplatz von Tumulten war. Die Polizei war bereits seit einigen Tagen davon unterrichtet, daß für Sonntag eine große Kundgebung geplant sei. Der 16. März ist der Todestag der Studentin Wengerowa, die sich vor einigen Jahren in der Peter=Pauls=Festung, wo sie als politisch Verdächtige festgehalten wurde, aus Verzweiflung das Leben naym, indem sie sich mit Petroleum begoß und sich dann anzündete. Ein Teil der studierenden Jugend verehrt sie noch heute als Märtyrerin. Das Gerücht von einer beabsichtigten Demonstration hatte seit dem frühen Morgen auch schon ungeheure Menschenmassen nach dem Newski=Prospekt gelockt. Als nun die Studenten auftauchten, mischten sie sich sofort unter das Publikum, schrieen Hurra, entfalteten rote Fahnen und warfen aufrührerische Proklamationen unter die Menge. Die Polizei war aber flink zur Hand. Hunderte von Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde, sowie Gendarmen eilten mit unglaublicher Schnelligkeit herbei. Das Publikum wurde aufgefordert, den Plätz sofort zu räumen, was sich aber infolge des enormen Andranges von allen Seiten her nicht so bald durchführen ließ. Die Polizei ging nun sofort zu Thätlichkeiten über, und zwar arbeitete zunächst die bekannte Nageika. Bald ertönte das Kommando:„Blank gezogen!“ und rücksichtslos hieben nun die Polizisten mit Säbeln in die Menge hinein, vornehmlich natürlich auf die Studenten und ihre treuen Begleiterinnen, denn an jungen Mädchen, Zuhörerinnen der hohen Kurse, fehlte es auch diesmal nicht. Einem Studenten wurde die linke Backe total heruntergehauen, einem anderen ein Teil der Kopfhaut, wieder andere trugen starke Verletzungen an den Ohren davon, darunter auch eine Dame. Unter den Verwundeten befinden sich auch viele ganz unveteiligte Personen, die in das Gedränge geraten waren und nicht mehr heraus konnten. Einige Studenten, die bereits in hilflosem Zustande auf dem Pflaster lagen, wurden von Dworniks noch tüchtig bearbeitet, bis sie das Bewußtsein verloren. Schließlich gelang es der Polizei, die Ruhe wieder herzustellen. Die Hauptbeteiligten wurden verhaftet, die Schwerverwundeten in die nächsten Häuser geschafft und dort von Krankenwagen des Roten Kreuzes abgeholt. Unter den Schwerverwundeten befindet sich auch ein Bezirksund ein Revieraufseher. Die ganze Szene hinterließ bei den Zuschauern einen furchtbaren Eindruck. Ueber 200 Studenten wurden per Etappe aus Petersburg ausgewiesen. Die Lage der Studenten dürfte durch die Demonstration sich nicht gebessert haben, die Regierung soll vielmehr entschlossen sein, wieder auf die strengeren Maßregeln zurückzugreifen. Dem Zaren wurde von den Vorfällen sofort Bericht erstattet. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Zur Rückkehr des Prinzen Heinrich. Das Linienschiff„Kaiser Wilhelm II.“ mit dem Kaiser und Prinz Heinrich an Bord traf gestern nachmittag 5½ Uhr in Kiel ein und machte vor der Marineakademie fest. Auf den im Hafen liegenden Schiffen hanten die Besatzungen Paradeaufstellung genommen und begrüßten den Kaiser und den Prinzen mit Hurrarufen. Als„Kaiser Wilhelm II.“ auf der Fahrt durch den Kaiser Wilhelmkanal bei Rendsburg vorüberkam, präsentierten die am Ufer aufgestellten Truppen der dortigen Garnison, und die Bevölkerung brachte dem Kaiser und dem Prinzen Heinrich stürmische Huldigungen dar. Die Reise des deutschen Kronprinzen. Der Kronprinz trug sich gestern vormittag in das Goldene Buch der Stadt Bamberg ein, das ihm in der Residenz vorgelegt wurde. Gegen mittag besuchte der Kronprinz in Begleitung des Prinzen Rupprecht unter Führung des Dompropstes Dr. Lingg den Dom. Bei der Fahrt zum Offizierkasino wurde der Kronprinz von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. In der Straße vor der Ulanenkaserne bildete das Ulanenregiment Spalier. Abends findet in der Residenz Hoftafel statt. Die Geschenke des Sühneprinzen Tschun. Bekanntlich hatte Prinz Tschun bei seiner Sühnereise nach Berlin eine große Zahl chinesischer Kunstgegenstände mitgebracht, die er im Namen des Kaisers von China dem deutschen Kaiserpaar als Geschenke darzubringen wünschte. Die Annahme dieser Geschenke wurde aber mit Rücksicht auf den besonderen Charakter der Mission abgelehnt. Auf eine erneute Bitte des Prinzen, wenigstens zu gestatten, daß die Gegenstände den chinesischen Sammlungen der königlichen Museen von Berlin überwiesen werden möchten, ist nunmehr die kaiserliche Erlaubnis eingegangen, jedoch mit der Bemerkung, daß dabei auch andere in Betracht kommende deutsche Museen berücksichtigt werden sollen. In Befolgung dieses Befehls sind jetzt laut Ministerialverfügung verschiedenen deutschen Museen und gewerblichen Instituten kostbare Seidenstoffe u. s. w. überwiesen worden. Ausweisung wegen politischer Umtriebe. Etwa 40 russische und polnische Studenten, meist Hörer der technischen Hochschule in Charlottenburg, wurden wegen eine Beilage. politischer Umtriebe und weil sie sich unliebsam gemacht hattenaus Preußen ausgewiesen. Einige der Ausgewiesenen sollen einer verbotenen Verbindung angehört haben. Mehrere Rufsen sind noch vor Empfang des Ausweisungsbefehls nach der Schweiz abgereist. Herforder Kreis=Nachrichten. Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und. werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 20. März. * Pädagogisches Seminar. Nach einer Verfügung des Königl. Provinzial=Schulkollegiums zu Münster hat Herr Minister die Verlegung des Pädagogischen Seminars von Minden genehmigt und bestimmt, daß es von Ostern d. I. am Friedrichs=Gymnasium in Herford seine Thätigkeit fortsetzt. Die Leitung des Seminars wird Herrn Gymnasialdirektor Prof. Dr. Windel übertragen.— Im Interesse der Wertschätzung unserer Schulverhältnisse wie der Stadt selbst ist die vorstehende Nachricht mit Freuden zu begrüßen. Wir konnten schon vor längerer Zeit darauf hinweisen, daß Verhandlungen betreffs Verlegung des Seminars nach hier im Gange waren. Zur Schülervorstellung. Das Sonnabend in der Schülervorstellung zur Aufführung gelangende historische Schauspiel„unu=Tise“ behandelt eine interessante Episode aus dem Leben Leopolds I., Fürsten von AnhaltDessau, preußischen Feldmarschalls und Vertrauten des Königs Friedrich Wilhelm I. Er ist als„Alter Dessauer“ eine der volkstümlichsten Figuren der preußischen Geschichte. Durch die Einführung des Gleichschrittes und des eisernen Ladestockes legte er den Grund zur taktischen Ueberlegenheit der preußischen Infanterie. Das Stück schildert einen historischen Vorgang, nämlich die Ehe des Fürsten mit der Tochter des Apothekers Föse, Anna Luise(1698), und führt den Zuschauer trefflich in die damaligen Zeitverhältnisse und den originellen Charakter des Haupthelden ein. ** Zur Theatervorstellung am Sonnabend soll nunmehr, da Schüler sich nicht genügend gemeldet haben, der Eintritt jedermann freistehen, so lange der Billetvorrat reicht. Einlaßkarten zum Preise von 50 Pfg. für alle Plätze sind schon jetzt auf dem Rathause II, Zimmer Nr. 4, zu haben.„ = Das gestrige Konzert des Bielefelder Orchesters war ein Glanzfinale der diesjährigen musikalischen Wintergenüsse, welches, was geschmackvolle Auswahl des Programms, sowie exakteste Durchführung seiner einzelnen Nummern angeht, den verwöhntesten Kunstfreund befriedigen, nein, mehr noch, entzücken mußte. Den ersten Teil des Abends füllte Beethovens bedeutende 3. Sinfonie aus, die der Meister im Jahre 1803 in seiner republikanischen Gesinnung dem großen Konsul der Franzosen in Verehrung gewidmet hatte. Ueber ¾ Stunden lang hält das herrliche Werk die ausführenden Künstler in aufreibender Anspannung ihrer Kräfte und der Hörer wird vom Beethovenschen Ernst gefesselt und zugleich entzückt. Besonders in dem ergreifenden Trauermarsch packt der musikalische Dichter das Gemüt mit erschütternder Gewalt. Aus dem 2. Teil des Programms drang Goltermanns Konzert für Cello ebenfalls tief zu Herzen. Die entzückende Cantilene ist ein Liebesgesang, dem man unwillkürlich aus den Tiefen des eignen Gefühls Worte unterlegen möchte. Auch in des russischen Komponisten Capriccio wird die subjertive Empfindung mitgerissen. Man ist mitten im wechselnden Treiben der farbenbunten Karnevalzeit unter Italiens lachendem Himmel, an dem nur zweimal die ernsten Schatten der beginnenden Zeit als wirkungsvolle Kontraste vorüberziehen. Tschaikowsky's Muse werden wir auch am Mittwoch, 9. April. noch einmal, und zwar in ihrer bedeutendsten Kraft, zu bewundern Gelegenheit haben; und dieses Konzert wird zugleich auch noch eine außerordentliche Beigabe durch die bedeutenden Gesangsleistungen des Wagnersängers Bruns, Königl. Hofopernsängers, bringen, der in Bielefeld schon die begeistertste Aufnahme gefunden hat. Wir empfehlen schon jetzt an dieser Stelle dieses bevorstehende Unternehmen der freundlichen Gunst unserer Leser. # Landwirtschaftl. Lokalverein. Der Verein hielt am Mittwoch, den 19. d. Mts., seine Versammlung ab. Nach Ver##h####e Anzahl Saat=usw.=Angebote, wurde ein Schreiben über Buchführungskurse mitgeteilt, in welchem vor einem Reisenden der Firma Reinhold Kühne in Berlin gewarnt wurde. Die Entschädigungsbedingungen beim Gebrauche von „Susserin“ gegen den Rotlauf der Schweine seitens der Farb werke vorm. Meister, Lucius u. Brüning in Hoechst a. M. kamen zur Kenntnis, desgl. der Ausnahmetarif für Düngemittel und Rohstoffe für Kunstdünger vom 1. Mai 1902 bis 30. April 1907, die Lehrkurse in der Obstbaumzucht in Herford an der Landwirtschaftsschule, Bekanntmachung des Reichskanzlers über den Fettgehalt der Butter ab 1. Juli d. J. und den Bestimmungen über die vom 1. April ab zu verwendenden Briefmarken usw. Eine Anzahl Exemplare einer Schrift über Herstellung von Obst= und Beerenweinen fand Liebhaber. Der nächste Punkt der Tagesordnung: Anschaffung einer fahrbaren Hederichspritze wurde zurückgestellt, vom Vorsitzenden aber der zeitige Stand der Frage der Hederich= bzw. Unkrautvertilgung und der dabei gebrauchten Geräte bekannt gegeben. Darnach referierte Herr Vorsteher Detring, Altstädter Feldm., über Buchführung und Buchführungsformulare der Landwirtschaftskammer. Zur Beteiligung an einem Kursus in Buchführung, der kostenfrei abgehalten werden soll, meldeten sich 20 Mitglieder. Die Bestimmungen der am 1. April d. I. in Kraft tretenden Bullenkörordnung für die Provinz Westfalen wurden vorgelesen, darnach die Verhandlungen geschlossen und der neu eröffneten Maschinenhalle ein Besuch abgestattet. ** Die eine Baumreihe Linden, welche bisher vor dem alten Postgebäude am Bahnhof stand, ist jetzt gefällt. Die Planierungsarbeiten der Straße werden baldigst in Angriff genommen. a Heimische Industrie. Unserer gestrigen diesbezüglichen Notiz können wir noch hinzufügen, daß die Oberkörper der beiden Figuren in der Holzbildhauerei des Herrn Solter hier geschnitzt sind. * Frühlings=Anfang ist da! Am morgigen Freitag, abends 9 Uhr, tritt die Sonne in das Zeichen des Widders, womit der Lenz seinen astronomischen Anfang nimmt und der Winter nun vom Schauplatz abtreten soll. Soll! Ob er's dem Kalender und uns zu Liebe jetzt wirklich schon thun wird? Hoffen wir's, denn mit Sturm und Braus bereitete er sich in den letzten Tagen auf das Ende seiner Herrschaft vor und schwächer, immer schwächer wird seine Macht. Des Winters Leiden, aber auch seinen vielen Freuden weihen wir ein stilles Gedenken und freudig begrüßen wir das Nahen des Lenzes und die Ankunft seiner Sendboten, die uns in dem Pfeifen der Staare, in den lieblichen Blüten der Schneeglöckchen und den zarten„Kätzchen“ der Weiden die Hoffnung auf schönere und bessere Zeit mit Allgewalt wecken und beleben. □ Schöffengericht. In der gestrigen Sitzung fungierte als Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrat Vahle. Schöffen waren die Herren Gemeinde=Rendant Herm. Beinfohr=Enger und Neubauer Kaspar Dunkelau=Hiddenhausen. Die Amtsanwaltschaft vertrat Herr Bürgermeister Busse.— Zur Verhandlung kamen folgende Sachen: Der Eisendreher Herm. M. zu Overstedt=Magdeburg erhielt wegen Mißhandlung des Bahnassistenten Hermann Sch. hier 6 Mk. Geldstrafe bzw. 1 Tag Gefängnis.— Wegen Forstdiebstahls pp. wurde der Arbeiter W. Wk., Neust. Feldmark, zu 2,50 Mk. und der Arbeiter W. St. in Schwarzenmoor zu 6 Mk. Geldstrafe verurteilt. Wk. muß außerdem 50 Pfg., St. 60 Pfennig Schadenersatz an die Staatskasse zahlen. Arbeiter Fr. P. zu Schwarzenmoor, ebenfalls wegen Forstdiebstahls pp. angeklagt, wurde freigesprochen.— Die Anklage gegen den Zuckerwarenreisenden Hch. L. von hier wurde wegen Ausbleibens des Angeklagten vertagt.— Ferner wurde die Anklage gegen die Vorstandsmitglieder des Turnerbundes, Schm., Kr. und K. wegen Abhaltung einer öffentlichen Tanzbelustigung vertagt, da die Angeklagten den Einwand erhoben, daß das abgehaltene Tanzfest nur von Mitgliedern besucht gewesen sei. Hierüber soll Beweis erhoben werden.— Der Arbeiter Hch. S., Neustädter Feldmark, stand unter Anklage, Kostgänger in seine Mietswohnung ausgenommen zu haben, obschon die zum Schlafen bestimmten Räume nicht den vorgeschriebenen Mindestkubik-Inhalt hatten. Das Urteil lautete auf 3 Mk. Geldstrafe bzw. 1 Tag Haft.— Wegen Beleidigung erhielt der Maurer A. S. hier, Brüderstraße, 20 Mk. Geldstrafe. Von der Anklage des Hausfriedensbruchs, qualifizierter Körperverletzung und Bedrohung wurde er freigesprochen.— Der Maurer und Kleinhändler Ludwig H., Neustädter Feldmark, wurde wegen unbefugten Kleinhandels mit Branntwein zu einer Geldstrafe von 100 Mk. verurteilt.— Wegen thätlicher Beleidigung und unsittlichen Angriffs auf eine verheiratete Frauensperson erhielt der Arbeiter Aug Mt. Radew. Feldm. 14 Tage Gefängnis.— Der Arbeiter Siegmund Z. von hier war angeklagt, mit dem zur Hauptverhandlung nicht erschienenen Arbeiter Heinrich V. hier in mehreren Häusern ider Neust. Feldmark gebettelt zu haben. Bei dem Neubauer Herm. Berger drohten sie sogar mit Inbrandsetzung des Hauses, falls ihnen kein Mittagessen gegeben würde. Z. erhielt wegen Bedrohung 6 Wochen Gefängnis, wegen Umhertreibens und Bettelns je 3 Wochen Haft. Zugleich wurde seine demnächstige Ueberweisung an die Landespolizeibehörde ausgesprochen. Gegen den nicht erschienenen B. wurde ein Vorführungsbefehl erlassen.— Der Hefenhändler H. Sa. war angeklagt, seinen Sohn Fritz im Januar d. I. nicht zum Schulbesuche angehalten zu haben. Das Urteil lautete auf Freisprechung, da nachgewiesen wurde, daß Sa. seinen Sohn zum regelmäßigen Schulbesuche angehalten, also vollständig seiner Pflicht genügt habe. m Schwurgericht. Gestern stand vor dem Schwurgericht in Bielefeld Verhandlung an gegen den Maler Wilhelm Rennekandt und den Arbeiter Wilhelm Krüger, beide von hier und bereits vorbestraft. Die Angeklagten werden beschuldigt, am 22. Oktober 1901 in einem Gehölze zu Eilshausen ein Portemonnaie mit 35 Mk. Bargeld dem Ziegler Hermann Eickhoff weggenommen zu haben. Die Beweiskraft ruhte nur in dem Zeugnisse des 2. Zeugen Eickhoff. Derselbe ist aber ein sehr beschränkter Mensch, dessen Zeugnis mit Rücksicht auf seine Persönlichkeit nicht zuverlässig erschien. Der Staatsanwalt beantragte daher selbst die Freisprechung der Angeklagten, welche dann auch auf Grund des Wahrspruches der Geschworenen erfolgte. Der Fabrikant Block aus Herford, der trotz ordnungsmäßiger Ladung im Termin nicht erschienen war, wurde in eine Ordnungsstrafe von 10 Mt. genommen, In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg. 30—50 Pfg., Butter Pfd. Mk. 1,15, Eier Pfd. 50—55 Pfg., Rotkohl Kopf 10—30 Pfg., Wirsing 30—35 Pfg., Weißkohl 30—35 Pfg., Rosenkohl Pfd. 35 Pfg., Wurzeln Pfd. 8 Pfg., Schwarzwurzeln Pfd. 30 Pfg., Steckrüben St. 5 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., Zwiebeln 2 Pfd. 15 Pfg., Kohlrabi Bund 10 Pfg., Bratfische Pfd. 35 Pfg., Endivien Kopf 15—20 Pfg. Blumenkohl 50—70 Pfg. Beschwerden über unregelmäßige Zustellung der„Herforder Zeitung für Stadt und Land" bitten wir direkt unserer Geschäftsstelle, Brüderstraße, mitzuteilen, damit sofort Abhilfe geschaffen werden kann. Verlag und Redaktion. —s Enger, 19. März. Stadtverordnetensitzung. Am Mittwoch, den 26. März d. I., nachmittags 5 Uhr, findet im Amtshause die nächste Sitzung der Stadtvertretung statt. Die Tagesordnung ist wie folgt: 1. Errichtung einer städtischen Sparkasse. 2. Besserung der Hagenstraße. 3. Gesuch des Zigarrenarbeiters Gottlieb Sprekelmann um Erlaubnis zum Bau einer Veranda. 4. Entschädigung des W. Fleer für den zu viel abgetretenen Grund und Boden zur Kreischaussee Enger=Spenge. 5. Gesuch des Hermann Ebke um Erlaubnis zum Bau eines Wohnhauses. 6. Antrag Bothe Nordhausen auf Entschädigung bezüglich der Trottoiranlage vor seinem Hause Burgstraße. 7. Verschieder es. * Enger, 19. Marz. Industrielles. Entgegen anderweitigen Meldungen ist zu bemerken, daß es die Firma Engelhardt u. Biermann in Bremen leider abgelehnt hat, die Ehlsche Zigarrenfabrik zu übernehmen. * Bünde, 19. März. Herforder Schulen. Hierzu schreibt die hiesige Zeitung: Die Stadt Herford bietet mit ihren höheren Schuleinrichtungen auch für Bünder Familien= väter manches Angenehme. Die Stadt selbst, obgleich dort nicht Großstadtluft weht, bietet mit ihrer Umgebung und ihren Einrichtungen Vieles, was auf Geist und Gemüt vorteilhaft einwirkt. Die Stadt wird mit dem zu erwartenden baldigen Ausbau der Bahn Bünde=Herford uns bedeutend näher gerückt, sodaß ein großer Teil der Schüler, die auf entfernten Lehranstalten untergebracht sind, später die Fahrgelegenheit ausnutzen und von Bünde aus täglich zum Besuche der Unterrichtsstunden hinüberfahren werden. ** Bünde, 19. März. Die Herforder Kapelle. giebt hier im Stadtgarten am ersten Osterfeiertag unter Leitung des Herrn Düngel ein Konzert. #i Kirchlengern, 19. März. Arg mißhandelte gestern der Zigarrenarbeiter V. hierselbst im angetrunkenen Zustande seine Frau. Schon hatte der Mensch seiner Frau eine Handvoll Haare aus dem Kopfe gerissen und war gerade dabei, dieselbe zu erwurgen, als auf das Geschrei der Verzweifelten und der Kinder Nachbarn zur Hülfe herbeieilten. Als die bedauernswerte Frau nun flüchten wollte, brach sie erschöpft zusammen; das Blut quoll ihr aus Mund und Nase. Der saubere Ehegatte wurde vom Wachtmeister Kähne verhaftet. * Kirchlengern, 19. März. Gerichtliches. Der bisher unbestrafte Zimmergeselle Hermann Schewe von hier, welcher sich am Abend des 20. August v. J. in der Nähe der Elsemühle zu Spradow an einem 16 Jahre alten Mädchen vergangen hatte, erhielt vom Schwurgericht in Bielefeld wegen Sittlichkeitsverbrechens 1 Jahr Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte 8 Monate Gefängnis beantragt. -0 Quernheim, 19. Mär. Einbruch. Dem Kleinhändler W. hier wurde nachts die Ladenkasse ausgeräumt. Die leere Schublade fand man hinter einer Hecke. =0 Obernbeck, 19. März. Ein Wilddieb wurde hier vom Wachtmeister Jacobs ermittelt und ein auseinanderzunehmendes, für Wilddiebe besonders gefertigtes Gewehr beschlagnahmt. in Bischofshagen, 19. März. Besitzwechsel. Im Wege der Subhastation ging heute die Besitzung des Müllers Karl Sturhan hier in den Besitz des Kolons Rasche Nr. 24 Depenbrok zum Preise von 10000 Mk. über. ** Mennighüffen, 19. März. Personalnotiz. Lehrer Brinker ist von Fülme nach hier versetzt. Westfalen und Nachbarstaaten. ** Rehme, 19. März. Versetzt ist Lehrer Kurlbaum von Hahlen nach hier. =n Oeynhausen, 19. März. Schöffengericht. Unter Vorsitz des Herrn Amtsgerichtsrats Kayser fungierten in der heutigen Sitzung die Herren Kolon Friedrich Schepper zu Mennighüffen und Landwirt Sieveking zu Obernbeck als Schöffen. Vertreter der Staatsanwaltschaft war der stellvertretende Amtmann, Herr Wiegand. Verhandelt wurde u. a. in nachstehenden Sachen: Der Fabrikarbeiter Karl zu Werste ist angeklagt, im Monat Januar in der Thonwarenfabrik H Rasche Aktien=Gesellschaft zu Oeynhausen Eisenteile in die Maschinen geworfen zu haben, wodurch einige Räder beschädigt wurden, infolgedessen ein Schaden von 90 Mk. entstanden ist. Das Urteil lautete auf 10 Tage Gefängnis. — Dem wiederholt vorbestraften Maurer Wilh. B. zu Niederbeasen wird zur Last gelegt, am 6. und 8. Dezember in die Wohnung des Arbeiters Fritz Eikermann gedrungen zu sein, und auf dessen Aufforderung sich nicht entfernt zu haben. Es wurde auf eine Geldstrafe von 20 Mk. bezw. 2 Tage Gefängnis erkannt.— Der wegen Körperverletzung unter Anklage stehende Zigarrenarbeiter Sch. zu Mennighüffen erhielt 30 Mk. Geldstrafe bezw. 5 Tage Gefängnis.— Der Kaufmann Wilhelm Mosel zu Löhne hatte gegen den Reisenden R. zu Oeynhausen Privatklage erhoben, weil derselbe Aeußerungen gemacht hatte, die geeignet waren, den Kredit des Privatklägers zu gefährden. Das Urteil lautete auf 50 Mk. Geldstrafe bezw. 5 Tage Gefängnis. * Paderborn, 19. März. Der Prozeß wegen des Eisenbahnunglücks bei Altenbeken. Der Prozeß wegen des Altenbekener Eisenbahnunglücks wird am Freitag vor der hiesigen Strafkammer und zwar der vielen Zeugen wegen im Sitzungssaale des Zentralgefängnisses beginnen. Der Generaldirektor der pfälzischen Eisenbahnen, Geyer=Ludwigshafen, ist als Sachverständiger geladen. Merkwürdige Verlobungs- und Trauringe. Die Sitte, daß Brautpaare bereits jenen glatten goldenen Reif tragen, der eigentlich erst an den Händen der Eheleute zu sehen sein sollte, ist wohl eine ausschließlich deutsche Sitte. Engländerinnen und Amerikanerinnen, Französinnen und Italienerinnen erhalten von ihrem Zukünftigen am Verlobungstage gewöhnlich einen Brillantring, während der Bräutigam selbst durch kein äußeres Zeichen erkennen läßt, daß er„gebunden" ist. Höchst eigenartig ist der Verlobungsring, den die Gattin eines berühmten englischen Schriftstellers besitzt der seltsam ziselierte breite Goldreif hatte vor einigen tausend Jahren die Hand einer ägyptischen Prinzessin geziert und war ihr in den Sarg mitgegeben worden.— Mit Stolz trägt eine in den Londoner Gesellschaftskreisen sehr bekannte Dame einen bleiernen Ring; dieser sonderbare Fingerschmuck ist aus einer Flintenkugel gefertigt, die ihrem jetzigen Manne währerd eines Feldzuges fast das Leben geraubt hätte.— Einen knöchernen Verlobungsring zu besitzen, darauf ist eines der schönsten Mädchen Englands stolz, denn dieser Ring ist nicht bloß ein Symbol der Liebe ihres Bräutigams, sondern auch das seines Mutes. Er hatte am Abend vor seiner Abreise nach Afrika, wo er auf Löwen jagen wollte, der jungen Dame seine Liebe erklärt und ihr Jawort erhalten. Beim Abschiede wünschte die für das gefährliche Unternehmen ihres Anbeters begeisterte Maid einen Ring, der aus dem Beinknochen des ersten von „ihm"“ erlegten Löwen geschnitzt sei. Der kühne Jäger hatte nach seiner Rückkehr nichts Eiligeres zu thun, als den eigentümlichen Wunsch zu erfüllen.— Vielleicht den kostbarsten Ring hat die junge Mrs. Banderbilt bei ihrer Verlobung an den Finger gesteckt, denn ein großer Bcillant im Werte von 40000 Dollars und viele kleine Brillanten zieren ihn. Wohl der kleinste Ring, der jemals die Hand einer Braut geschmückt, war der, den Prinzeß Marie, Tochter Heinrichs des Achten von England, bei ihrer Vermählung mit dem Dauphin von Frankreich am 5. Oktober 1518 erhielt. Die Prinzeß war gerade 2 Jahre und der Bräutigam 7 Monate und 8 Tage alt. Die Vermählung wurde mit großem Pompe in Greenwich gefeiert. Junge Hausherren. Nicht weniger als 68 sechszehnjährige„Herren" vermag Berlin aufzuweisen, die einen selbständigen Haushalt führen, und 17 Jahre alte HaushaltungsVorstände giebt es sogar 99 nach den Feststellungen der Berliner Gewerkschafts=Kommission bei der ArbeitslosenStatistik. Von 196 Haushaltungs=Vorständen im Alter von 18 Jahren sind drei schon Vater. Die Mehrzahl der Haushaltungs=Vorstände steht im Alter von 26—30 Jahren. Die Zahl der jugendlichen Haushaltungs=Vorstände weiblichen Geschlechts ist erheblich geringer, als bei den männlichen. 16jährige Mädchen und Witwen mit eigenem Haushalte giebt es 42, darunter nur eine, welche Mutter ist. 17jährige weibliche Haushaltungs=Vorstände sind 39 und 18jährige 51 gezählt worden. Seltene Ehrlichkeit. Dem Stationsvorsteher des Staatsbahnhofes zu Braunschweig ging dieser Tage ein Schreiben aus einem in der Nähe Hamburgs belegenen Orte zu, worin es heißt, daß der Schreiber im Juli 1857 beim Lösen eines Billets 20 Silbergroschen zu viel herausbekommen, dies aber erst nach der Abfahrt gemerkt habe. Er habe nun immer die Absicht gehabt, den Betrag zurückzusenden, doch seien stets wieder Umstände eingetreten, die die Ausführung seiner Absicht vereitelt hätten. Jetzt sende er nun die 2 Mk. nebst den in 44½ Jahren aufgelaufenen Zinsen und Zinseszinsen im Gesamtbetrage von 11,50 Mk. Der Vorsteher wird ersucht, den Betrag den Nachkommen des damals in den 50er Jahren stehenden Schalterbeamten, von dem eine genaue Beschreibung gegeben wird, zu übermitteln, und wenn letztere nicht vorhanden oder nicht aufzufinden seien, das Geld der Idiotenanstalt Neu=Erkerbde zu überweisen. Dem Briefe war gleichzeitig das damals(zehn Jahre nach der Eröffnung der Bahn Braunschweig=Hannover) gelöste Billet beigelegt. Es ist dieses ein sogenanntes Zettelbillet, das damals im Volksmunde„Dampfzettel“ genannt wurde. Ein langer Schlaf. Aus Saarbrücken berichtet die „T. Z.: Großes Aufsehen rief vor etwa zwei Jahren in Deutschland die in einen Dauerschlaf versunkene 13jährige Tochter des Bergmanns Krämer im nahegelegenen Hülsweiler hervor. Mit dem eigenartigen Zustand dieses Mädchens, das erst vor zwei Monaten wieder erwacht ist, beschäftigten sich damals zahlreiche medizinische Autoritäten. Nachdem das Kind ein Jahr in ununterbrochenen Schlafe im elterlichen Hause gelegen hatte, wurde es in die Irrenanstalt zu Merzig gebracht, wo es ferner sechs Monate schlafend verbrachte. Da der Mund der Krämer selbst unter Anwendung von Gewalt nicht zu öffnen war, mußte dem bedauernswerten Geschöpfe die Nahrung durch die Nase zugeführt werden. Vor ungefähr zwei Monaten ist die Krämer nun zum Bewußtsein gekommen, doch war ihr Gedächtnis derart geschwunden, daß ein weiterer Aufenthalt in der Merziger Anstalt am Platze schien. Nachdem nach ferneren zwei Monaten nunmehr das Erinnerungsvermögen größtenteils wieder zurückgekehrt und der Krämer das während des Dauerschlafes über die Zähne gewachsene Zahnfleisch entfernt worden ist, konnte das Mädchen dieser Tage als geheilt entlassen werden. Gegenwärtig befindet es sich bei seinen Großeltern im benachbarten Dudweiler Der im Stadttheater zu Plauen engagierte Schauspieler Wedell, der mit der Tochter seines Direktors gegen dessen Willen ein Liebesverhältnis unterhielt, erschoß im Bade Linda, wohin die junge Dame gebracht worden war, erst diese und dann sich selbs. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Die mit schwerem Gelde der Steuerzahler erbäute Schlachthofbrücke ist fertiggestellt und wäre es doch wohl an der Zeit, diese Brücke nunmehr endlich auch dem Verkehr zu übergeben.— Warum ist dieselbe für den Fuhrwerksverkehr immer noch gesperrt?— Soll etwa damit gewartet werden, bis die Kleinbahnstrecke Herford=Salzuflen eröffnet wird? Wir denken, daß diese Zeilen genugen werden. den Magistrat zu veranlassen, Vorkehrungen zu treffen, daß die Brücke dem Fuhrwerksverkehr schleunigst freigegeben wird. R. Course der Berliner Börse. t von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ges. Herford, 19. März 1902. 3% u 31/kuss Consols 92.40 3% 101.75 31% Gtsche Reichsanleihe 92,70 3% F 5.„ 101,80 31% Vestf. Prov.-Anl. 40 elef.„Stadtanleihe 102.80 Samb. Hypotheken49 Sandbriefe 1900 100,10 Ahein. Westf. Boden#### Pfandbriefe 1905 100.50 Meining. Hypoth.100.— 104.— Pfandbriefe 1900 100.25 Deutsche Bank-Akt. 214,50 Dresdener Credit-Anstalt—.— Disc. Commandit-Akt. 195,60 A. Schaaffhausen'scher Bv. 123,50 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 164,10 Hibernia Bergw.-Aktien 160,25 Harpener dto. 163,60 Harb.-Wien. Gummi-Akt. 317,90 Phönix Bergw.-Aktien 139.— Bankdiscont 3% Tendenz: matt. Zeit Briefkasten der Redaktion. H. In diesem Falle darf der Lohn für die fehlende nicht in Abzug gebracht werden. 2½ März. Bei ftürmischen südwestlichen Winden vorherrschend bewölkt und veränderlich. Niederschläge wahrscheinlich. Station Herford. Witterungsbericht vom 20. März. Höchste Temperatur des Vortages: 11,0“. Niedr. Temperatur in der Nacht: 5,40. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 7,70. „„11„„: 10,6% Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 744,0 mm. Tägliche Niederschlagshöhe:— mm. Wind: Lebhafter SSW. Himmel: Heiter. Die Vorbereitung zum Verwaltungsdienst Berlin, 20. März. Der in der Ausarbeitung nahezu fertiggestellte Gesetzentwurf betr. die Reform der Vorbereitung zum höheren Verwaltungsdienst sieht, wie die„Nat.=lib.Korr.“ erfährt, ein siebensemestriges Studium und eine 3½jährige praktische Dienstzeit vor. Zum Burenkrieg. Haag, 20. März. Holland unterhandelt wegen der Entsendung mehrerer Ambulanzen für die Buren. Man erwartet einen günstigen Abschluß. London, 20. März. Der Londoner Korrespondent des Blattes„Newyork Journal“ will wissen, daß Kruitzinger, selbst wenn das Kriegsgericht ihn zum Tode verurteilen sollte, nicht hingerichtet werden würde. Seit Dela eys großmütiger Freilassung des Lords Methuen seien die höchsten Kreise in England davon überzeugt, daß es unklug und nicht politisch sein wurde, gefangene Burenoffiziere zu erschießen. Darum, Ihr Hausfrauen, verlangt nur: Mobaur-Schutz-Borue„PIimissima“ mit Aufdruck:„Vorwerk“ Wollene Schutz-Borde„„„Vorwerk“ Schweiss-Blätter(Tricot- u. Gummi-Platten,„„Vorwerk“ Kragen-Einlage. spezien„Plaruca“ m. 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Wen, ich ihm seiner Zeit vorschlug, über gewisse Punkte mit ihm mich öffentlich auszusprechen, dann that ich dies in dem Glauben, es mit Jemand zu thun zu haben, der für sachliche Gründe empfänglich sei. Daß die Verbindungsstraße zwischen Schlachthofstraße und Lübberthor nach der Magistratsvorlage weder dem Allgemeininteresse der Stadt und Feldmarken noch der Kleinbahn dienlich in. das wird auch Herr Wendt einsehen, nachdem diese hergestellt ist. Seine Behauptung, daß die Ausführung des von mir vertretenen Projektes größere Kosten der Stadt und ihren Steuerzahlern auferlegt hätte, ist vollständig unzutreffend und gerade das Gegenteil wäre erfolgt, denn die Grundstücksbesitzer waren mit dem Betrage zufrieden, den die Kleinbahngesellschaft für das Magistratsprojekt zahlen wird. Da aber die dann geschaffene Straße, die zugleich die kürzeste Verbindung zwischen Lübberthor, Stiftberg und Kleinbahnhof war, sich aller Voraussicht nach rasch angebaut hatte, waren die Kosten für Herstellung der Straße der Kanal=Wasser= und Gasleitungen in den Stadtsäckel zurückgeflossen. Es wäre demnach ein ganz hervorragend gutes Geschäft für die Stadt geworden, während diese Ausgaben jetzt festgelegt bleiben, da Anbauten an dieser Magistratsstraße so gut wie gar keine erfolgen können. Dazu verliert aber die Stadt noch einen ansehnlichen Teil des Bruches und einen wertvollen Bauplatz an der Schlachthofstraße, wofür Beides sie nichts erhält. Wenn Herr Wendt meint, der Herr 1. Bürgermeister habe das Gegenteil nachgewiesen, so irrt er darin wieder. Pflicht der Stadtverordneten ist es, irrige Anschauungen aufzuklären, was meinesteils geschehen ist und befand ich mich damit in Uebereinstimmung mit den bei dieser Angelegenheit am meisten Interessierten, deren in der Feldmark liegende Gärten unter der niemals wiederkommenden Gunst der Verhältnisse zu wertvollen Bauplätzen umgewandelt worden wären. Was die Gasanstalt anbetrifft, so wird diese in einigen Jahren sicherlich verlegt werden, ob mit oder ohne Genehmigung des Herrn Wendt, weil dies in den natürlichen Verhältnissen begründet ist. Auch ist Herrn W's. Unterstellung, ich hätte diese Verlegung jetzt beantragt, wiederum irrig, sondern, weil diese Verlegung über kurz oder lang kommen wird(ähnlich wie in Bielefeld bereits zweimal und in Detmold in diesem Jahre), war ich dagegen, daß für einen Kohlenschuppen 9000 Mk. und, nachdem ich dagegen opponiert hatte, auch 7000 Mk. ausgegeben werden sollten. Eben so gut wie die Eisenbahnen sich mit billigeren Kohlenschuppen begnügen, kann es auch die Stadt; überhaupt hielt ich einen solchen für entbehrlich, zumal der Garten des Gasinspektors zur Lagerung des Koaks noch zur Verfügung steht. Eine Verlegung der Gasanstalt wäre schon vor Jahren angezeigt gewesen, ehe man nach und nach die große Summe von 155000 Mk. zu An= und Umbauten der Gasanstalt verwendete, ihre demnächstige Verlegung kann aber trotzdem nicht von der Tagesordnung verschwinden, weil ihr hervorragender, von drei Straßen umgrenzter Bauplatz in Größe von etwa 330 Quadratruten einen Wert von etwa 66.000 Mk. repräsentiert, den man an einer für eine Gasanstalt viel vorteilhafter gelegenen Stelle unterhalb der Stadt und zugänglich entweder von der Staatsbahn oder Kleinbahn noch für einen viel billigeren Preis erhalten kann, wobei man dann jährlich noch einige tausend Mark an Rollgeld spart und eine vorteilhafte Verwertung der Nebenprodukte erzielen kann, was zusammen einen Betriebs=Gewinn von etwa 10000 Mark in jedem Jahre zur Folge hätte. Abgesehen davon, gewähren wir unsern Mitbürgern am Rennthore durch die Entfernung der Gasanstalt erhebliche Vorteile, weil ihre zu nahe gelegenen Besitzungen durch die Gasanstalt entwertei sind. Eine neue Gasanstalt läßt sich an abgelegener Stelle errichten. Wenn nun Herr Wendt diese meine Ansichten für„Blödsinn" und„Unsinn" erklärt(nach dem Berichte der Herforder Zeitung), so soll mich das nicht abhalten, bei jeder Gelegenheit ebenso wieder zu handeln und die Interessen der Stadt und Feldmarken, wie der Steuerzahler auch in dieser Angelegenheit zu wahren, wenn der Magistrat wieder mit Anträgen kommen sollte, um sich von den Stadtverordneten größere Summen für die Gasanstalt an ihrer jetzigen Stelle bewilligen zu lassen... E. Schönfeld. (41. Fortsetzung.) Sonneck. Roman von Rudolf Elcho. (Nachdr. verb.) Evchen muß den Mann achten, dem sie ihr Herz erschließt und darum schreckt mich die Aussicht gar nicht, noch lange ihres Vaters Moselblümchen trinken zu müssen, grechaster uns gr#### nicht so sauer ist, wie Sie, Herr Posthalter, uns glauben machen wollen.“ „Na, nu!“ bemirkte der Adjutant Göbel,„hoffentlich geht er Ihner..# lieber Langmann, wie jenem Prinzen in Moritz Hartmanns Märchen, der so lange, um eines köstlichen Kuchens willen, eine Veste belagerte, bis der Kuchen schimmlig geworden war. Es könnte auch geschehen, daß ein anderer Bewerber, der keck und verwegen dem blonden Lämmchen entgegenginge, weit rascher ans Ziel gelangte, als Sie, der Sie es mit dem zarten Entgegenkommen halten.“ „Nun, ich wette, daß es Keinem gelingt,“ rief Langmann bitzio Dem Adjutanten flog die Erinnerung an das Veilchensträußchen durch den Sinn, welches Torsten auf dem Schloßplatz von Evchen erhalten hatte, und er bemerkte mit listigem Augenblinzeln:„Sie sind bekanntlich mit Wettvorschlägen rasch bei der Hand, mein Bester, dies Mal aber möchte ich wirklich auf eine hohe Wette eingehen, falls unser gemeinschaftlicher Freund Torsten sich verpflichten wollte, in den Wettbewerb einzutreten.“ „Was soll das heißen?“ fragte Torsten lächelnd. „Nun, ich behaupte, daß es einem ganz Unparteiischen, wie Dir, in kurzer Frist gelingt, das Herz dieses Fräuleins zu gewinnen, welches Herr Langmann für eine Art von unüberwindlicher Festung hält. Wolltest Du Dich, lieber Torsten, auf Ehrenwort verpflichten, dem Mädel ernstlich die Cour zu schneiden, so würde ich ein gutes Diner für uns Alle und zwanzig Flaschen Sekt verwetten, daß Evchen Winter Dir nach acht Tagen ein offenes Liebesbekenntniß ablegt. Nun, mein lieber Langmann, hätten Sie wohl den Wunsch, auf diese Proposition einzugehen?“ Und der Ingenieur, dem der Wein die Sinne ganz umnebelt hatte, schrie, indem er zur Bekräftigung auf den Tisch schlug:„Ich halte die Wette!" „Nun wäre es wirklich ein famoser Spaß," bemerkte Graf Wallis und strich seinen Bart,„wenn Sie, Herr von Torsten, auf diese Liebes=Konkurrenz eingingen.“ Doch Torsten sträubte sich noch, als aber auch Julius Hille in ihn drang, den Ingenieur seiner Thorheit zu überführen, gab er den scheinbaren Widerstand auf und verpflichtete sich, in den Wettbewerb um Evas Gunst einzutreten. Ingenieur Langmann aber gab auf Verlangen sein Ehrenwort, daß er den Gegenstand der Wette weder warnen, noch durch irgend ein anderes unlauteres Mittel die Absicht seines Rivalen hintertreiben wolle. Dreizehntes Kapitel. Wurde jemals im„Lamm“ eine lebhafte Unterhaltung beim Frühschoppen geführt, so war es am Tage nach dem Ballfest. Die Mehrzahl der Gäste war ihm fern geblieben, weil sie der in der Post verkehrenden Gesellschaft fremd oder feindselig gegenüberstand, sie lauschte daher dem satirischen Festbericht des in ihrer Mitte befindlichen Bürgermeisters Pott mit schadenfrohem Vergnügen. Pott verstand es meisterlich, die Vorgänge in die heitere Beleuchtung zu rücken und schilderte jetzt die Verlegenheiten und Thorheiten einiger Gäste mit so viel trockenem Humor, daß der Maurermeister Schmidt, dem man um seiner kleinen Statur, seiner rothen Nase und schrillen Stimme willen in Zecherkreisen den Kosenamen Hähnchen beigelegt hatte, fast jeden Satz mit einem Auflachen begleitete. Dies Lachen aber klang wie das Krähen eines jungen Hahnes und wirkte so ansteckend auf die Nachbarn, daß bald eine Lachsalve die andere jagte und der dicke Gerichtsvollzieher Schroth sich die über die feisten Backen rollenden Lachthränen mit der Nachthaube seiner Frau abwischte, die er versehentlich statt eines Taschentuchs eingesteckt hatte. Die lustige Unterhaltung erfuhr eine ernstere Wendung durch einige Herren, deren unvermuthetes Erscheinen dem Bürgermeister Pott die geflüsterte Bemerkung entlockten:„Da haben wir ja die Matadore des Festes!“ Vom Ingenieur Langmann geführt, traten der Landrath, Adjutant Göbel und Herr von Torsten in die Herren stube und nahmen an dem noch freien Tische vor dem Sopha Platz. Sofort verstummte am Stammtisch das schallende Gelächter und mit unverhohlener Ueberraschung und Neugierde schauten die Anwesenden zu den raren Gästen hinüber. Die größte Ueberraschung malte sich in des Lammwirths Zügen. Er fuhr sich über den eisgrauen Kopf, erhob sich dann vom Tisch und trat grüßend zu Langmann hin, der ihm die Hand entgegenstreckte und mit grämlicher Miene bemerkte:„'n Tag lieber Winter, bitte besorgen Sie uns doch'n Katerfrühstück. Was für'n Wein tringt man denn zur Wiederbelebung?“ „Wie wär's, wenn ich den Herren den gemeinsten Kutscher schänkte? Sie, lieber Langmann, sehen so aus, als hätten Sie sich an Hilles Liebfrauenmilch vergiftet; vielleicht brauchen Sie ein Gegengift.“ Die neuen Gäste lachten und Langmann rief in komischer Verzweiflung:„Gott schütze uns vor solchen Pferdekuren! Nein, bringen Sie uns was Trinkbares — sagen wir Aßmannshäuser, aber inen guten alten Jahrgang". „Die Herren sollen prompt bedient werden!"— Winter trat auf die Schwelle der großen Gaststube, in der einige Bauern und Fuhrleute saßen, und rief die Bestellung der dort aufwartenden Eva zu. Unterdessen begrüßte der Bürgermeister den Landrath und gab seiner Verwunderung Ausdruck, ihn im Lager der Opposition zu sehen. „Ei, wer als Beamter die Interessen des Kreises fördern will“, bemerkte der Baron lächelnd, aber in rhetorischer Pose,„der muß mit allen Parteien Fühlung zu gewinnen suchen. Im Grunde streben wir ja alle den gleichen Zielen zu, nur unsere Wege sind verschieden. Apropos Weae! Wissen die Herren schon daß der Oberbaurath Müller heute hier eintrifft, um ein fachmännisches Urtheil über das Chaussee=Projekt abzugeben und die Entwürfe zu prüfen? Wir stehen dicht vor der Ausführung und wahrlich, es ist die höchste Zeit, daß diesem dringendsten Bedürfniß unseres Kreises abgeholfen wird.“ Diesen Worten folgte am Stammtisch ein langes Schweigen, das nur durch Hähnchens starkes Räuspern unterbrochen wurde, dann bemerkte der Bürgermeister Pott:„Ich weiß nicht, ob die übrigen Gemeinden den idealen Standpunkt des Herrn Landraths theilen, für unsere Stadtgemeinde giebt es aber nach meiner Ansicht ein weit dringenderes Bedürfniß, das heißt Schuldentilgung. Hier der Herr Gerichtsvollzieher wird uns darüber belehren, bei wie vielen Bürgern die Steuern alljährlich durch Pfändung eingetrieben werden müssen und wie oft die Exekutionen fruchtlos ausgefallen sind". Dem Gerichtsvollzieher kam dieser Hinweis auf seine amtlichen Erfahrungen recht ungelegen, denn er wollte lieber hundert Zwangsvoustreckungen vornehmen, als einmal die Absichten einer hohen Regierung durchkreuzen. Er schob darum seine fuchsige Perrücke von einem Ohr auf's andere und brummte etwas von steuerfeindlichen Drückebrüdern und verwahrlostem Volk. Als Hähnchen ihm nun im krähenden Tone zurief:„Heraus mit der Statistik!" antwortete er barsch:„In der Kneipe enthülle ich keine Amtsgeheimnisse und freuen Sie sich meiner Verschwiegenheit, Sie Mann mit der zugeknöpften Tasche!“ Hähnchens Röthe verbreitete sich jählings von der Nase über's ganze Gesicht, er sprang in kampfbereiter Haltung vom Stuhle auf und rief dem dicken Gerichtsvollzieher zu:„Was wollen Sie damit sagen? Sie haben es wohl darauf abgesehen, meinen Kredit zu untergraben, Sie verschwiegener Beamter, Sie? Um meinetwillen brauchen Sie sich doch nicht zu bemühen?“ Nein, aber um Ihrer Gläubiger willen!" brummte der Gerichtsvollzieher und entfesselte damit Hähnchens Wuth. Während dieser dem kalt lächelnden Gegner schimpfend und gestikulirend auf den Hals rückte, nahm Torsten sein Skizzenbuch zur Hand, um durch eine Bleistiftskizze die Charakterköpfe der Streitenden festzuhalten. Er zeichnete gerade im Schutze eines hohen Huts, da trat Evchen in's Zimmer, um der Gruppe Langmann und Genossen das Katerfrühstück aufzutragen. Sie stutzte, als ihre Blicke auf Torstens Kopf fielen, und verschämt trat sie an den Tisch. Der Ingenieur und Adjutant grüßten sie vertraulich, was Torsten veranlaßte von seinem Skizzenbuch aufzusehen. Unter den Blicken seiner dunklen Augen vertiefte sich das Roth auf des Mädchens Wangen und ein Zittern durchlief ihren Körper. Die Gläser klirrten unter ihren Händen, und sie ordnete den Tisch mit solcher Hast, als brenne ihr der Boden unter den Füßen. Als Hähuchens Toben und Wüthen wirkungslos an dem Phlegnia des Gerichtsvollziehers abgeprallt war, fand der Bürgermeister, daß man den Freuden der Geselligkeit eine Grenze ziehen müsse und hob die Sitzung am Stammtisch auf. Langmann und Genossen verzehrten einen Hering nebst mehreren Eiern und kräftig gewürzter Cervelatwurst, dann sprachen sie wacker dem rothen Aßmannshäuser zu.(Fortsetzung folgt.) Verantwortlicher Reda kteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil ver antwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) 154c Mehrere Tausend Meh Maß von 50—60 Mi. „ 0 M k. itz. i Pc E.& M. Becher, Herford 5085 Bäckerstrasse 22. Bäckerstrasse 22. Zur Konfirmation tückgardinen empfehlen wir: Schwarze und farbige # Kleider-Besätze## per Meter von 4 Pfg. an, bis zu den elegantesten Neuheiten. Stickerei-Röcke 1— von Mk. 1,00 an.— ! H a n d s c h u h e a u s S t o f f v. Mk. 0,28 an. à# Glacé-Handschuhe. 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