en. 65 ind st S 035 und etc. ligs es. Diese Zettung erscheint am Abend jeden Wochentages. Ibonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Freitag, 21. Februar. Inserate werden bis spätestens Breis der einspaltigen Petitzeile für Stadt und Kreis us vorm. 11 Uhr erbeten. Oevuhansen und Amt Rehme 10 Pfg., sonst 15 1902 Herford. Amtliche für den Verding. Die Ausführungsarbeiten zum kreischausseemäßigen Ausbau eines Gemeindeweges von Klosterbauerschaft an den Höfen Thaleshorft und Ahlemeier vorbei bis zur Grenze des Kreises Lübbeke sollen öffentlich vergeben werden. Länge der auszubauenden Strecke 1546 lsdm. Postmäßig verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zu dem auf Sonnabend, den 1. Marz d. J, vormittags 11 Uhr anberiumten Verdingungstermine an die unterzeichnete Verwaltung einzureichen. Das Längennivellement der Strecke, sowie die Querprofile und Lodenbewegung sind während der Dienststunden auf dem diessetigen Bureau einzusehen. 4706 Angebotsformulare und die sonstigen Unterlagen sind gegen Entrichtung von 1,30 Mk. hier erhältlich. Herford, den 20. Februar 1902. Die Kreischaussee=Verwaltung. #ls gefunden wurde eine goldene Damenuhr und ein Regulator angeweldet. Weitere Auskunft wird auf dem Polizei=Bureau(Rathaus II Zmmer Nr. 1) erteilt. 5305 Herford, den 19. Feb uar 1902. Die Polizei=Verwaltung. I. V.: Der II. Bürgermeister. Busse. Koks. Von heute an kostet ein Zentner Koks 65 Pfg. ab Gasanstalt ohne Unterschied des Quantums. Kerford, 21. Februar 1902. 434b Städtisches Gas= und Wasserwerk. Verdingung. Die Herstellung eines gewölbten Durchlasses von 18,0 m Länge Ind 1,50 m lichter Weite in Staion 198+5 der Neubaulinie Lage—Bielefeld soll vergeben werden und zwar: Rund 130 chm Bodenaushub „ 130„ Fundamentbeton „ 62" Ziegelsteinmauerwerk Inschließlich Lieferung der Materialien jedoch ausschließl. des CeJentes. Angebote mit der Aufschrift: Angebot auf HerstelIIng eines gewölbten Durchlasses unter dem Hauptgeleise * km. 198+ 5 der Bahnlinie Lage—Bielefeld" sind mit Tschluß der Proben von Ziegel und Werksteinen bis zum „„onnabend, 8. März 1902, vormittags 11 Uhr, reic.r Königl. Eisenbahnberriebs=Inspektion zu Bielefeld einzuerz*, wo dieselben in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter geg### werden. Auch können von dort die Verdingungsunterlagen ger“ post- und bestellgeldfrete Einsendung von 0,80 in Bar bezoBrden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Vielefeld. im Februar 1902. Königliche Eisenbahn=Betriebs-Inspektion. Ankauf von Kohlengruben. Auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses stand gestern auch der Gesetzentwurf betr. den Erwerb von Bergwerkseigentum im Oberbergamtsbezirk Dortmund. Durch denselben wird die Regierung ermächtigt, einen Betrag von 58 Millionen Mark zum Erwerb einer Reihe von Bergwerken auszugeben und die Summe durch Staatsanleihe zu beschaffen. Handelsminister, Möller begründete den Gesetzentwurf und warf einerg#tugglick auf die Entwicklung des Kohlenberg= baues in Preußen. Nicht immer sei derselbe so rentabel gewesen wie gegenwartig; erst die Einführung der Eisenbahnen steigerte den Wert der Kohle. In den sechziger und achtziger Jahren habe die Verzinsung der Bergwerke nur 1¼ bis 1½ Prozent betragen und stieg erst, als die Zersplitterung der Gesellschaften aufhorte und sich Syndikate bildeten. Wenn gegen sie auch viele„„gen la. geworden wären, hätten sie doch im Ganzen wohlthätig gewirkt; freilich müsse der Staat suchen, ihre innerpolitische Tendenz einzuschränken. Das könne * am besten durch Erwerb eigener Bergwerke. Die jetzt zu erwerbenden seien erst teilweise erschlossen, lägen aber im besten Teile des Kohlenreviers, umgeben von den rentabelsten Gruben großer Gesellschaften, z. B. der Hibernia. Der Minister kam dann auf die Verstaatlichung des gesamten Bergbaues zu sprechen und betonte, daß dafür keine Aussicht sei und er auch dafür nicht die Verantwortung übernehmen möchte. er empfahl dann die Vorlage dem Wohlwollen des Hauses, dat aber um Beschleunigung, da für den Ankaufstermin der April in Aussicht genommen sei. Abg. Dr. Schultz-Bochum Glat.=lib.) trat warm für den Ankauf der Bergwerke ein, da die im Besitz des Staates befindlichen einen bedeutenden Ueberschuß ergeben. Nur bitte er genau den Preis zu prüfen, nach seiner Berechnung würden in den neuen Lagern 4 Milliarden Tonnen Kohle enthalten sein. Abg. Itmer(frk.) riet auch zur schleunigen Erwerbung, da später der Preis sich wahrscheinlich steigern würde. Abg. Kindler(freis. Vp.) war der Ansicht, daß der Staat sich in seinem Kohlenbedarf möglichst unabhängig von Privaten machen müsse, die Kommission werde über die Höhe des Ankaufspreises am besten entscheiden. Abg. Dr. Weihe(kons.) begrüßte die Vorlage besonders aus dem Grunde, weil sie eine wirksame Konkurrenz gegen die Syndikate und die Zwischenhändler schaffen werde. Abg. Dr. Ostrop(Zentr.) sprach sich ebenfalls für die Vorlage aus, welche darauf der Budgetkommission überwiesen wurde. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Die Beratung des Justizetats. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde auch die Beratung des Justizetats fortgesetzt. Abg. Marx (Centr.) bat um Vermehrung der Stellen der etatsmäßigen Kanzlisten. Geheimrat Vierhaus erwiderte, es sei ein Plan behufs Vermehrung der subalternen Stellen ausgearbeitet, jedoch könnten für die Kanzlisten nicht allzu viel etatsmäßige Stellen geschaffen werden. In Berlin und den anderen Großstädten herrsche ein übermäßiger Andrang von Militäranwärtern. Abg. Goldschmidt(freis. Vp.) meinte, das erkläre sich daraus, daß die Militäranwärter hier ihr besseres Fortkommen fänden, als in der Provinz. Man erhöhe in der Provinz die Diäten und verkürze die Arbeitszeit, so werde sich das Verhältnis bald ändern. Geheimrat Vierhaus versicherte, daß der Justizminister seine ganze Aufmerksamkeit der Hebung des Kanzlistenstandes zuwende. Die Militäranwärter hätten das Recht, sich in anderen Oberlandesgerichtsbezirken zu melden, wenn Berlin überfüllt sei, thäten es aber selten. Geh. Finanzrat Halle nahm das Finanzministerium dagegen in Schutz, daß es zur Besserstellung der unteren Justizbeamten keine Mittel bewillige. Abg. Dr. Göschen(nat.=lib.) hielt für nötig, die Militäranwärter rechtzeitig über die schlechten Aussichten der Kanzlistenlaufbahn aufzuklären, damit sie sich anderen Zweigen zuwenden könnten. Abg. Goldschmidt(freis. Vp.) bestritt nochmals, daß eine Besserung der Gehaltsverhältnisse stattgefunden habe, namentlich sollten aber bei kurzen Beurlaubungen die Gehälter weiter gezahlt werden. Abg. Willebrand(kons.) schloß sich den Ausführungen des Abg. Dr. Göschen an. Abg Dr. Friedberg(nat.=lib.) meinte, die Regierung sei allen Wünschen auf Gehaltserhöhungen gegenüber sehr nervös. Präsident v. Kröcher stellte nachträglich die Denkschriftüber das Gerichtsvollzieherwesen mit zur Besprechung. Abg. Im Walle(Ctr.) ging auf dieselbe ausführlich ein und behauptete, daß die Berichte der Landesgerichtspräsidenten zu optimistisch gehalten seien; auch sei die Beobachtungszeit noch zu kurz. Geheimrat Vierhaus bemerkte, die neue Gerichtsvollzieherordnung habe sich im allgemeinen bewährt; Verbesserungen würden später möglich sein. Viele Beschwerden z. B. über Verschleppungen hätten sich bei der Untersuchung als unbegründet herausgestellt. Abg. Seydel=Hirschberg(nl.) empfahl eine Vermehrung der Gerichtsvollzieher. Geheimrat Vierhaus erwiderte, eher würde man zu einer Verminderung derselben kommen. Abg. Peltasohn(fr. Vg.) wies auf die Pflicht der Rechtsanwälte hin, hier die Beschwerden über die neue Gerichtsvollzieherordnung vorzubringen. Abg. Dr. Göschen(nl.) bat um Erhöhung des Gebührenanteiles der Gerichtsvollzieher, ebenso Dr. Crüger. Damit schloß die Erörterung über die Denkschrift. Beim Titel Gerichtsdiener und Gefangenaufseher wünschte Abg. Hoheisel(Ctr.) bessere Seelsorge für die Gefangenen und geeignete Beschäftigung derselben. Geheimrat Werner antwortete, auch in den kleinsten Gefängnissen finde eine ausreichende Seelsorge statt. Abg. Sall(kons.) bestritt dies; es seien dafür viel zu wenig Geistliche. Abg. Schmidt=Warburg (Ctr.) war der gleichen Ansicht. Hierauf wurde die Weiterberatung vertagt. Die Regierung und die Zolltarifvorlage. In der Zolltarifkommission erklärte gestern Graf Posadowski, angesichts der früheren Erklärungen des Reichskanzlers werde es nicht überraschen, wenn er jetzt erkläre, daß die Zustimmung der verbündeten Regierungen für die Kompromißanträge in keinem Stadium der Beratungen zu haben sein werden. Mit Rücksicht auf diese Kundgebung rät der konservative „Reichsbote“ zum Nachgeben, indem er schreibt:„Durch die„ Erklärung der Regierung ist die Lage eine sehr ernste geworden. Um so mehr aber ist es nötig, daß sie mit Ruhe und ernster Besonnenheit behandelt wird, zumal der Unterschied zwischen den Kompromißantrag und der Regierungsvorlage nur noch ein kleiner, 50 Pfg. betragender ist.“ Der Train beim Kaisermanöver. Von militärischer Seite wird geschrieben: Wie wir vernehmen, sollen im ganzen 10 Trainbataillone an den diesjährigen Kaisermanövern des 3. und 5. Armeekorps teilnehmen. Wie es scheint, wird es sich dabei entweder um einen Verpflegungsversuch der manöverierenden Truppen im Großen durch die Kolonnen dieser Trainbataillone, oder um die Darstellung und Verwendung des kriegsgemäßen Trains zweier Armee=Abteilungen handeln. Jedenfalls wird dieser Zusammenzug des Trains einzig in der Geschichte der Feldmanöver dastehen. Die Zahl der Kriegsinvaliden. Eine Uebersicht über die Zahl der vorhandenen Kriegsinvaliden, unterschieden nach Dienstgrad und Lebensalter, sowie nach dem Grade der Invalidität, bei Unteroffizieren und Gemeinen, ist im Reichstage erschienen. Für das ganze deutsche Heer stellen sich die Zahlen wie folgt dar: 2552 Offiziere(Durchschnittsalter 61 Jahre), 46 448 Unteroffiziere und Mannschaften(Durchschnittsalter 57 Jahre). Die kaiserliche Marine weist an kriegsinvaliden Offizieren und Deckoffizieren 4 auf, bei einem Durchschnittsalter von 64 Jahren, an Unteroffizieren und Mannschaften 17(Durchschnittsalter 59 Jahre). Beihilfen an Bedürftige der Kriegsteilnehmer. Die Budgetkommission des Reichstags nahm einstimmig die Resolution des Grafen Ortola an, die Forderung von 6200000 Mk. zur Gewährung von Beihilfen an Hilfsbedürftige der Kriegsteilnehmer aus dem Feldzug 1870/71 und aus den von den deutschen Staaten vor 1870/72 geführten Kriege auf 7500000 Mk zu erhöhen. Zum 25jährigen Papstjubiläum Leos XIII. Zur Feier des 25. Jahrestages der Erwählung des Papstes wurde gestern in der Peterskirche in Rom ein feierliches Tedeum abgehalten. Der Feier, die vom Kardinalstaatssekretär Rampolla celebriert wurde, wohnten 24 Kardinäle, etwa 40 Bischöfe und die päpstlichen Nobelgarden in Galauniform bei Eine Menge von etwa 20000 Köpfen erfüllte die Kirche. Aus Anlaß der Feier waren etwa 300 Vertreter der katholischen Vereine Roms erschienen, die brennende Kerzen trugen, ferner viele Abordnungen religiöser Anstalten Italiens und des Auslandes. Als der Papst nach der Feier, hinter den Fenster seiner Gemächer stehend, zusah, wie die Teilnehmer die Basilika verließen, wurde er von der Menge, die Hüte und Tücher schwenkte, ehrsurchtsvoll begrüßt. Dem Papst, der sich sehr wohl befindet, gingen sehr zahlreiche Glückwunschdepeschen aus allen Teilen der katholischen Christenheit zu. Der Papst empfing gestern auch im Thronsaale den Ausschuß, der sich für die Veranstaltung von Festlichkeiten aus Anlaß des 25. Jahrestages der Thronbesteigung des Papst:s gebildet hat; der Ausschuß überreichte dem Papste Erinnerungsmedaillen zur Verteilung an Pilger. Ein neuer Erfolg der Buren. Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 19. Februar: General Gilbert Hamilton berichtet, daß er gestern, während er sich auf dem Marsche nach Nigel befand, bei Klippan ein Gefecht mit dem Feinde gehabt habe, in denen Verlaufe ein Teil der zweiten Dragoner, der nach dem linken Flügel detachiert war, umzingelt und abgeschnitten wurde. Zwei Offiziere wurden schwer verwundet, 2 Mann gerötet, 6 verwundet und 46 gefangen genommen, welche später aber wieder freigelassen wurden. Hamiltons Abteilung war zu schwach und konnte deshalb den Feind aus seiner starken Stellung nicht vertreiben; sie setzte den Marsch auf Nigel fort. Oberst Mackenzie, der im Norden des Banighersees operiert, nahm 10 Buren gefangen. Schade, daß die Freilassung der Gefangenen die schönsten Erfolge der Buren illusorisch macht. Aber die zahlreichen Erfolge der letzten Zeit beweisen doch, daß die Thatkraft der Buren noch in keiner Weise gebrochen ist. Die Unruhen in Spanien. In Catalonien, dem Treibhause der spanischen Revolntionen, gährt es von neuem in bedenklicher Weise. An ver schiedenen Orten, haupisächlich in Barcelona und dessen näherer Umgebung, ist es bereits zu blutigen Zusammenstößen mit der bewaffneten Macht gekommen, und es ist auch bereits von der Regierung der Ausnahmezustand beschlossen. Die nächst liegende Ursache bildet der Ausstand der Arbeiter in den Metallund Webwarenfabriken zur Erzielung günstigerer Arbeitsbedingungen; die eigentliche treibende Kraft aber ist in der allgemeinen Unzufriedenheit der Catalonier nicht nur mit der jetzigen Regierung, sondern mit der Zugehörigkeit Cataloniens zu Spanien überhaupt zu suchen. Nach einer neueren Meldung aus Madrid wird die Lage in Spanien immer bedenklicher. Die letzten Straßenkämpfe in Barcelona dauerten drei Stunden. Die reichen Familien und Nonnen haben die Stadt verlassen. Von den Ausständigen wurden 3 Arbeiter, welche die Arbeit wieder aufnehmen wollten, getötel, ferner wurde ein Bäcker, welcher den Preis des Brotes erhöhte, ermordet. Der Verkehr der Straßenbahnen ist noch nicht wieder aufgenommen. Auf den Märkten herrscht Mangel an Lebensmitteln. Die Ausständigen verhindern das Schlachten von Vieh im Schlachthause. Weitere Truppenverstärkungen sind eingetroffen. Die Ruhestörungen haben einen ausgeprägt anarchistischen Charakter. Herforder Kreis=Nachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 21. Februar. * Städtische elektrische Zentrale. Wie wir erfahren, sind nunmehr Projekt und Kosten=Anschläge für dieses Werk von Herrn F. Bokelmann fertig gestellt und werden— soweit möglich— durch Druck vervielfältigt und allen Mitgliedern beider Stadtbehörden zugestellt. Die Gesamtkosten des Werkes betragen— und zwar mit Einschluß von Mark 65000 Ankaufspreis der Peper=Mühle, 50000 Mk. für die Schönfeldsche Wasserkraft und einer Summe von 5—6000 Mk. für bauliche Veränderungen in der Mühle— etwas über 280000 Mk., keinesfalls überschreiten sie 290000 Mk. Wenn man bedenkt, daß allein die Königl. Bahn=Verwaltung vertragsmäßig über 24000 Mk. jährlich für elektrischen Strom zu zahlen haben wird, so kann man wohl sagen, daß die finanziellen Grundlagen dieses neuen städtischen Unternehmens völlig gesichert erscheinen. Bedenkt man ferner, daß der frühere Kappsche Anschlag ohne Ankaufspreis Peper und ohne die Erweiterungs=Anlagen durch Hinzutreten des Bahn=Vertrages Mk. 220000 betrug, so muß man weiter sagen, daß die Stadt diesen Bau— wie einstens auch den des Wasserwerks— in einer sehr günstigen Zeitlage ausführt, wo bei allgemein schlecht liegenden wirtschaftl. Konjunkturen alle Unternehmer und Fabriken in lebhafter Konkurrenz dringend Aufträge wünschen. Endlich aber möchte auch wohl der billige Erwerb der Wasserkraft mit gewirkt haben zu der so sehr günstigen Lösung dieser Frage für die Stadt. ** Die beiden oberen Klassen der Landwirtschaftsschule begaben sich gestern unter Leitung des Herrn Direktors und des Herrn Oberlehrer Schulz nach Bünde, um daselbst an der Beerdigungsfeier für den in diesen Tagen verstorbenen Schüler der Anstalt, August Bonnemeyer, teilzunehmen. *A An der Landwirtschaftsschule erreichen in diesen Tagen die schriftlichen und mündlichen Prüfungen für das bevorstehende Abschlußexamen ihr Ende. * Vom Kabinettschef des Präsidenten Krüger ging Herrn Otto Schmidt hier ein längeres Dankschreiben für eine von mehreren hiesigen Herren nach Hilversum gesandte Geldspende zu. Das Schreiben, welches mit dem Transvaalwappen versehen ist, liegt im Zigarrengeschäft des Herrn Ötto Schmidt, Alter Markt Nr. 8, zur Einsichtnahme aus. = Bezüglich der Lortzing- Feier wird uns noch mitgeteilt, daß es zweckmäßig sei, wenn sich die Besucher in den Besitz eines Programms setzten, weil die Chorlieder, welche auf dem Programm ausgedruckt sind, dann besser zu verstehen seien.— Da der Saal erst um 3½ Uhr geöffnet wird, so ist es unnötig, diesmal so früh zum Schützenhof zu pilgern. Ein Reservieren von Plätzen ist nicht gestattet. Für die Mitwirkenden und die Vorstandsmitglieder und deren Damen sind die beiden vorderen Tischreihen bestimmt. Bemerkt sei noch, daß Albert Lortzing am 23. Oktober 1803 in Pyemont, wo ihm mittlerweile ein Denkmal gesetzt ist, geboren wurde; am 21. Januar 1851 verstarb L. in Berlin. T#-Anzeigen werden in einem Familienblatte, wie dies die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ ist, besonders beachtet und so empfiehlt es sich, auch die Geburts=, Verlobungs=, Vermählungs= und Todes=Anzeigen der im ganzen Kreise Herford sehr beachteten„Herforder Zeitung für Stadt und Land" zu überweisen. Konzert. In dem gestrigen Konzert war der Kgl. Musikdirektor, H.rr Ochs, manchen an ihn ergangenen Wünschen nachgekommen, wenn er als ersten Teil seines Programms die Beethovensche 6. Sinfonie setzte, ein Werk, das der Komponist nach dim schweren Gewittersturm mit Napoleon zu Anfang des eben verflossenen Jahrhunderts im vollen Sonnenschein seiner schöpferischen Thätigkeit schuf. Er schildert darin mit unverkennbater Deutlichkeit Seelenzustände und bringt sie mit einer solchen Bestimmtheit im Instrumententeil zum Ausdruck, daß ein poetisches Bild vor dem Ohre des Hörers entsteht. Die Wiedergabe des lieben Werkes war eine vollendete, geschmackvolle. Weniger konnten wir uns mit dem 2. Teile des Abends befreunden. I. de Swert's d-moll Konzert gab zwar Gelegenheit, die virtuose Geschicklichkeit des Herrn Dado auf dem Violincello zu bewundern, aber das Stück ermüdet etwas durch die fast beständige weiche Tonart. Der Walzer von Tschaikowsky wurde mit Berve vorgetragen, aber er atmet nicht den Geist eines deutschen Tanzes, als welchen wir den Walzer schätzen, und erweckt eher die Vorstellung eines Csärdäs, dem gewaltsam der ¾=Takt eingefügt ist. Eine reizende Schöpfung ist Saint=Saëns„Nacht in Lassabon“, deren einschmeichelnde, von den einzelnen Instrumenten aufgenommene Melodie den Hörer unwillkürlich in einen schaukelnden Nachen des herrlichen Golfs versetzt. Den Schluß des tadellos durchgeführten Programms bildete Richard Wagners:„Einzug der Götter in Walhall“. Um aber in dem gewaltsamen Gewirr von Blech und Schlachzeug an der Hand der mildernden, weichen Linien von Streichorganen und Holzstimmen sich zu einer befriedigenden Auffassung hindurchzuwinden, bedarf es eines ziemlichen Stücks von der Geduld jener einziehenden Götter. Das Konzert war gut besucht, doch lange noch nicht in dem Maße, wie es die vorzüglichen Leistungen des Bielefelder Orchesters verdienen. er Landwirtschaftl. Lokalverein. Die am letzten Mittwoch stattgefundene Versammlung war, wie schon kurz erwähnt, recht gut besucht. Verschiedene Preislisten und sonstige Angebote wurden verteilt. Eine von der Landwirtschaftskammer veranlaßte Anseitung zur Buchführung wurde zwei Mitgliedern übergeben, welche in der nächsten Sitzung über den Inhalt referieren werden.— Die Rechnung des Vereins für 1901 war fertig gestellt, revidiert und kamen die einzelnen Posten zum Vortrage. Es erfolgte Entlastung des Rechnungslegers. Sodann erhielt der Molkerei=Instruktor Oeser=Münster i. W. dos Wort zu einem Vortrage über „Milchgewinnung und Mischverwertung". Nach einer kurzen Uebersicht über die Fortschritte der Molkerei seit den 60ger und 70ger Jahren des vorigen Jahrhunderts besproch Redner die Erfordernisse der Milchgewinnung: leistungsfähige Kühe, zweckgemäße Behandlung der Tiere, rationelle Zusammensetzung des Futters, Verfahren beim Melken, Behandlung der Milch u. s. w. Bezüglich der Verwertung der Milch wurden die einzelnen Arten derselben durchgesprochen: Verbuttern im eignen Haushalt, Verfuttern an Mastkälber, direkter Verkauf, Verbrauch der Magermilch als Futter für Kälbec und Schweine, Absatz an größere Sammelmolkereien. Dabei wurde gezeigt, daß außer beim Verkauf der Milch an Stadtkundschaft, eine Verwertungpro Liter über 10 Pfg. im eigenen Betriebe selten stattfindet, daher die Beteiligung an einer Sammel= molkerei zu empfehlen ist, schon deshalb, um die Arbeit, welche die Verwertung der Milch durch Herstellung von Butter im eigenen Betriebe erfordert, zu vereinfachen und zu verkürzen. — Es folgte eine rege Debatte und darnach Schluß der Versammlung. Fl1 Im Gewerbeverein war der gestrige Vortrag nur schwach besucht. Die Ausführungen des Herrn Dr. phil. Weigt aus Hannover über den„Deutschen Bürger= und Bauernstand im Mittelalter" waren recht fesselnd. * Der Ausbau der Marienstraße ist stadtseitig bereits mit vorgesehen. In den Anleiheplan, der demnächst dem Stadtverordnetenkollegium unterbreitet werden wird, ist nämlich für die Marienstraße ein größerer Betrag eingestellt. Mit dem Ausbau der auf ca. 10 m projektierten Straße kann freilich erst begonnen werden, wenn der Minister diese große Anleihe genehmigt hat, was erst nach Monaten der Fall sein dürfte. - Enger, 20. Febr. Diebstahl. Am Dienstag zum Markttag wurde dem Büreaugehülfen Fr. aus Dreyen hier gelegentlich einer Tanzmusik ein dunkler Ueberzieher mit karriertem Futter entwendet. Provinz und Nachbarstaaten. „It Oeynhausen, 20. Febr. Eine allgemeine Versammlung der Handwerker der Stadt Oeynhausen, des Amtes Rehme und von Gohfeld findet am Sonntag nachmittag im Saale des Schützenhofes hier statt. Näheres ist aus dem betreffenden Inserat in der heutigen Nummer der Herforder Zeitung zu ersehen. n Oehnhausen, 20. Febr. Schöffengericht. Unter Vorsitz des Herrn Amtsgerichtsrats Kayser fungierten gestern als Schöffen die Herren Kolon Friedrich Beöyr zu Melbergen und Gastwirt Heinrich Stuke zu Dehme. Vertreter der Staatsanwaltschaft war Herr Amtmann Schwier. Verhandelt wurde in folgenden Sachen: Der Zigarrenarbeiter Friedrich H. zu Volmerdingsen hatte daselbst die Jagd ausgeübt, ohne im Besitze eines Jagdscheins zu sein. Das Urteil lautete auf 30 Mk. Geldstrafe bezw. 5 Tage Gefängnis, sowie auf Einziehung des Gewehres. Die Z'garrenarbeiter Wilh. H., Wilh V. und Heinr. S., sämtlich in Obernbeck, hatten am 21. Sextember in der Werre bei Löhne durch Einwerfen von Sprenzstoffen Fische getötet und gefangen. Es wurde auf je 30 Mk. Geldstrafe bezw. 5 Tage Gefängnis erkannt.— Der Bahnarbeiter Karl N. zu Mahnen ist angeklagt, durch die Vorspiegelung, er hätte von seinem Vater noch 1000 M. zuforder, eine andere Person um 75 M. beschwindelt zu haben. Das Urteillautete auf 10 Tage Gefängnis.— Dem Arbeiter Wilhelm Br. zu Eidinghausen wird zur Last gelegt, am 24. Dezember dem Kleinhändler Scheid zu Eidinghausen 30 Psd. Nüssi, dem Konsumverwalter Meyer zu Oeynhausen ein Paar Plüschschuhe und dem Kaufmann Rüdenberg zwei Vorhemdchen entvendet zu haben. Der Angeklagte erhielt eine Woche Gefängnis.(Auf die weiteren Verhandlungen kommen wir noch zurück. Die Red.) e Eidinghausen, 20. Febr. Das Schöffengericht zu Oeynhausen hatte in der Sitzung vom 8. Januar d. Is. den Schmied Wilhelm Schnabel vor hier wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Beleidigung mit 15 Tagen und den Schlosser Hermann Berning von hier, sowie den Klewpner Heinrich Lambeitz aus Oeynhausen wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs mit je 14 Tagen Gefängnis bestraft, wogegen sämtliche Angeklagten Berufung eingelegt hatten. Die Strafkammer änderte nun gestern das erste Urteil ab und erkannte gegen Schnabel wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung auf eine Geldstrafe von 25 Mk. bzw. 5 Tage Gefängvis, gegen Berning und Lambertz wegen gefährlicher Körperverletzung auf je 20 Mk. Geldstrafe bzw. 4 Tage Gefängnis. Von der Anklage des Hausfriedensbruchs wurden sie freigesprochen. 20. Febr. Der Dank des Kronprinzen. Im Auftrage des Kronprinzen sind dem Hilfsbahnwärter Heinrich Wittenstein und dem Weichensteller Möller Die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ ist für den Kreis Herford das wirksamste Insertionsorgan. Sonneck. Roman von Rudolf Elcho. (18. Fortsetzung.)—(Nachdr. verb.) Er schlüpfte lachend in die Stube, klatschte in die Hände und rief in übermüthigem Ton:„Ja, wenn ein Menschenkind sich auf den Gletschern des Berner Oberlands den Föhn um die Ohren wehen läßt, wenn es mit der Brandung der Adria ringt und sich im gesegneten Thurgau sein Brod verdient, dann muß es doch reifer werden! Hast Du den Flaum an meiner Oberlippe und unter den Schläfen bemerkt? Ei, die Männlichkeit sproßt mir aus allen Poren! Nur da droben im Oberstübchen" — er schlug sich vor die Stirn—„herrscht KindheitsDämmerung". Er lachte hell auf, verzehrte frohgemuth das Frühstück, welches die Alte ihm vorsetzte, und sagte: „Nun will ich bei Dir überwintern. Alte, wie der Fuchs im Bau. Mit dem Herrn Grafen und seiner schönen, hochmüthigen Frau aber werd' ich gelegentlich ein Tänzchen wagen.“ „Wenn Dir nur kein Leid geschieht!“ seufzte die Alte. „Sie sind die Stärkeren.“ „Wollen sehen.“ Als er seinen Hunger gestillt, schlief er wie ein Murmelthier und wanderte dann, der sinkenden Sonne entgegen, in den Forst. Der Graf und seine Gäste hatten Glück bei der Frühpürsche gehabt. Ein Zehnender, ein Sechzehnender und gar ein Achtzehnender waren zur Strecke gebracht worden. Von diesen reckenhaften Hirschen hatte Fürst von Lüttgenau zwei, der Graf aber einen und zwar den Achtzehnender gestreckt: Das kapitale, weitausgelegte Geweih dieses stolzen Edelhirsches erregte allgemeine Bewunderung, denn es war besonders schön geperlt. Der Träger des Geweihs aber war, während er mit rückgelegter Krone durch den Forst stürmte hinters Schulterblatt getroffen worden und brach im Unterholz zusammen. Es gelang den Jägern nicht, das kolossale Wild, dessen Gewicht man auf zweihundert Kilogramm schätzte, aus dem Holz zu ziehen und so ließ man es verendet liegen. Die Treiber sollten es am Abend auf den Wagen laden. In bester Stimmung hatte der Graf dann sein Jagdgefolge gegen Mittag nach der Försterei geführt, wo ein opulentes Gabelfrühstück bereitet war. Hier tafelten die Jäger stundenlang und tranken auf das Wohl des Jagdherrn, dessen Meisterschuß der Fürst in einem launigen Toast rühmte. Der Graf aber brachte einen Toast auf das Wohl seiner Gäste aus, erwies dem Fürsten besondere Reverenz, indem er ihm die glänzendsten jagdlichen Eigenschaften nachrühmte und ihn den fürstlichen Waidmann nannte, von dessen Büchse das Waidmannsheil unzertrennbar sei. Dem Fürsten habe er das Hochfühl zu danken, mit der er am Abend das herrliche Hirrschgeweih seiner Gattin zu Füßen legen werde. Nach mehrstündiger Rast nahmen die Jäger dann am Nachmittag ein Kesseltreiben im Glockenthal vor, dem beinahe hundert Hasen und mehrere Rehe zum Opfer fielen. Als der Förster die Strecke übersah und die Leiterwagen herankamen um die Jagdbeute aufzunehmen, citirte einer der Jäger das„Schicksalslied" Lampes: „Menschen, Hunde, Wölfe, Luchse, Katzen, Marder, Wiesel, Fuchse, Adler, Raben, Uhns, Kräven, Jeder Habicht, den wir sehen, Elstein ja nicht zu vergessen, Alles, alles will ihn fressen." Die Herren lachten und schritten dem Forst zu, in dem die gestreckten Edelhirsche lagen. Als sie nach längerem Marsche zur Stelle kamen, fehlte dem kapitalen Achtzehnender der Kopf mit dem Geweih. Der Graf wurde beim Anblick des geköpften Edelhirschs bleich vor Wuth und die Waidgenossen theilten seine Entrüstung Er schalt zuerst den Fürster Scharf, daß er die kostbare Jagdbeute unbewacht gelassen und trat dann in übelster Stimmung über den Bergkamm hin den Heimweg an. Die Jagdgesellschaft passirte eben die Dohlenfelsen, da schrie plötzlich der Hundejunge Christ:„Der Hirschkopp!“ und deutete auf die Felsspitze links von der Schlucht. Einige Jäger blickten in der angedeuteten Richtung aufwärts und erkannten, daß der riesige Fels, der beinahe Obeliskenform hatte, von dem Hirschgeweih gekrönt war. Sie traten aus der Schlucht heraus und die unter ihnen, welche scharfe Augen, oder gar ein Fernrohr besaßen, bemerkten, daß der das Geweih tragende Kopf ihnen zugekehrt war und die Zunge wenr aus dem Geäse streckte — wie zum Hohn. Die Jagdgesellschaft beäugte den Felsen von allen Seiten und fand es unbegreiflich, wie der schwerc Hirschkopf über die steilen Felswände, welche freilich von Rinnen und Schrunden durchfurcht waren, hinaufgelangt sei. Nach längerer Untersuchung entdeckte Förster Scharf in einer der Felsrinnen ein langes fingerdickes Hanfseil, das von der Felsspitze herabhing bis zu der Stelle, die gleichsam den Untersatz des Obelisken bildeten. Da dieser auf seiner Spitze eine verkrüppelte Fichte trug, so hatte der unbekannte Felsbesteiger wahrscheinlich seinen Raub auf den nicht allzu schwer zu erklimmenden Absatz hinaufgeschleppt, hatte dann das Geweih an dem einen Ende seines Seils befestigt und war mit dem andern Ende im Gürtel durch die Felsrinne bis zur Spitze hinauf geklommen. Dort hatte er das Seil an der Fichte befestigt, den Hirschkopf dann hinaufgezogen und sich an dem Seil wieder herabgelassen. Der Streich war mit einer an Todesverachtung grenzenden Verwegenheit und fast übermenschlichen Geschicklichkeit ausgeführt worden. Der Graf bot sofort hundert Mark Belohnung dem der den Hirschkopf herrunter holen werde.(Fortsetzung folgt.) hier als Anerkennung für ihre in der Nacht zum 20. Januc d. I. erwiesene Pflichttreue je eine silberne AnkerremontoirUhr mit der Chiffre des Kronprinzen überreicht worden. Lengerich, 20. Febr. Hohes Alter. Zimmermeister Hermann Wellemeyer vollendet am 14. März sein 100. Lebensjahr. * E s s e n, 2 0. F e b r. D i e A r b e i t e r w o h n u n g e n Krupps. Welch dominierende Stellung Geheimrat Krupp in der hiesigen Kommune einnimmt, geht aus einigen Angaben hervor, welche der amtlichen Wohnungsstatistik entnommen sind. Hiernach besitzt Krupp 1121 Häuser mit 4016 Wohnungen(22 282 Bewohner). Krupp ist Besitzer resp. Mietsherr von 11,8 Prozent der Essener Grundstücke. 10,78 Prozent der Wohnungen, worin 11,21 Prozent der Bewohner von Essen sind. Danach ist jeder achte Einwohner Essens Mieter von Krupp. Rechnet man zu dem Kruppschen Hausbesitz noch den der Kruppschen Beamten und Arbeiter hinzu, so kann man sagen, daß jedes sechste Haus(und jeder sechste Einwohner) Essens zu Krupp gehört. Vermischtes. Taufsekt. Es läßt nun bald Miß Roosevelt Die Yacht vom Stapel laufen. Sie hat den Sekt schon kalt gestellt, Um sie zuvor zu taufen. Natürlich einen deutschen Sekt! Doch nehm' ich eins ihr übel: Sie hält die Marke zu versteckt Im eisgefüllten Kübel. Zuschauend diesem schönen Brauch, Den übt das holde Wesen, Möcht' gern ich auf dem Flaschenbauch Den Firmenstempel lesen. Vom Sekte, den der Rhein erzielt, Meid' ich in Zukunft diesen, Der so besonders sich empfiehlt, Um ihn— ins Meer zu gießen! (Lustige Blätter.) Neue Verkehrsgewohnheiten. Eine neue Art von Verkehrsgewohnheiten wird der Berliner auf der nun zur Eröffnung gekommenen Hochbahnstrecke sich zu eigen machen müssen. Die Einrichtungen der Fahrkartenlösung und Prüfung ist im allgemeinen von der Stadtbahn her bekannt. Auch wird es mit Hilfe der zahlreichen Wegweiser leicht sein, sich mit der Neuerurg vertraut zu machen, daß für Abfahrt und Ankunft je ein besonderer Bahnsteig vorgesehen ist. Anders das Einund Aussteigen. Man steigt in die Hochbahnwagen durch Schiebefhüren, die an den beiden Enden der Wagen angebracht sind. Der eigene Bahnkörper, der dem elektrischen Betrieb zum ersten Nale in Berlin auf der Hochbahn zur Verfügung steht, ermöglicht ein ungewohnt schnelles Anfahren. Es wird von zuständger Seite mitgeteilt, daß die Züge schon in 10 Sekunden die volle Geschwindigkeit erreicht haben. Versuche, in einen anfahrerden Zug einzusteigen, sind somit lebensgefährlich. Da ferner die Wagen je nur zwei Ausgänge haben, so ist der kurze Aufenthalt auf den Haltestellen ohne Rast, aber auch ohne Hist auszunützen. Wie Kardinal Levigerie zusammengewachsene lwillinge taufie. Ein französisches Blatt erzählt: Kardinal Lavigerie befand sich einst auf einer Pastoral=Reise im südlichen Algerien, als ihm in irgend einem Bezirk gemeldet wurde, daß eine Frau zwei unzertrennbare Kinder, wie es Radica und Dudica vor der Operation waren, zur Welt gebracht habe. Der Geistliche des Ortes berichtete seinem Erzbischof über die große Aufregung, die dieses Ereignis in der ganzen Gegend hervorgerufen habe, und bat dann den Kardinal, die zusammengewachsenen Schwestern persönlich zu taufen.„Meinetwegen! sagte der Kardinal.„Sie sagten, daß sie unzertrennbar seien?" Schön, dann nennen wir sie „Paresse"(Trägheit) und„Administration"(Regierung).“ Eine Gebetsheilanstalt befindet sich auch in Männedorf am Züricher See. Sie soll über etwa 70 Plätze verfügen und wird von den Sommergästen, besonders von Süddeutschen, aber auch aus weiterer Entfernung, bis aus Hamburg, stark frequentiert. Das Geschäft blüht, man zählt manchmal 120 Tischgäste. Die deutsche Heringsfischerei auf hoher See wird in diesem Jahre durch 127 Schiffe mit einer Besatzung von 1815 Mann betrieben werden. Emden wird sich mit 66 Loggern(darunter ein Dampflogger) beteiligen, Vegesack mit 23(darunter ebenfalls ein Dampflogger), Elsfleth mit 16 und Glückstadt mit 14, während von Geestemünde endlich 8 Dampfer auf den Fang ausgehen werden. Noch vor zehn Jahren war die Emder Heringefischerei=A.=G. das einzige Unternehmen, das(mit 19 Schiffen) dem Heringsfange auf hoher See diente. der Redaktion. J. K. Zur Führung von Waffen bedürfen Sie eines Waffenscheins, den die Polizeibehörde bzw. Landratsamt ausstellt. Ob man sich im Falle eines Angriffs mit einer Schußwaffe verteidigen darf, läßt sich nicht ohne Weiteres mit Ja oder Nein beantworten; es kommt hier ganz auf die Art des Angriffs an. Geboren 1 Sohn: Lehrer A. Plöger in Hunnebrock. Pastor Köhne in Bielefeld. 1 Tochter: Gustav Hasenclever in Detmold. Gestorben: Modelleur Franz Schermer, 69 Jahre, in Eidinghausen. Marie Speckmann geb. Lüking, 52 Jahre, in Oldinghausen. und Verkehr. Berlin, 18. Febr. Heu und Stroh. Richtstroh 6,82—7,32 Mk., Heu 6,60—8,40 Mk. TEE estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. Meteorologische Station Herford Witterungsbericht vom 21. Februar. Höchste Temperatur des Vortages: 2.8°. Niedr. Temperatur in der Nacht:—0,30. Temperatur um 7 Uhr vorm.:—0.4“, Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 760,9 mm. Tägliche Niederschlagshöhe:— mm Wind: Schwacher SO. Himmel: Bedeckt. 22. Febr. Bei schwachen südöstlichen Winden Witterungsfortdauer. Telegramar und Telephonische Meldungen. Zur Reise des Prinzen Heinrich. Newyork, 21. Febr. Der Stapellauf der neuen Yacht des deutschen Kaisers wird schwierig sein, falls der Ostwind die Eismassen der Küste von Shooten Island zutreibt; ein Eisbrecher steht bereit. Studentennnruhen in Rußland. Kiew, 21. Febr. Hier fanden große Demonstrationen seitens der Studenten statt. Kosaken hieben mit Säbeln auf die Studenten ein. Diese ergriffen alsdann die Flucht. Hinrichtung Kneißl's. Augsburg, 21. Febr. Der Raubmörder Kneißl ist heute früh 7 Uhr durch den Scharfrichter Riechhardt hingerichtet worden. Das allgemeine Wahlrecht in Belgien. Lüttich, 21. Febr. In einer sozialdemokratischen Versammlung betonte ein Redner, daß man sich das allgemeine Wahlrecht erzwingen müsse, wenn es der König nicht bestätigen würde; evtl. müsse derselbe über die Grenze spediert werden. Die Lage in Spanien. Madrid, 21. Febr. Die Unruhen dauern fort. Die Regierung weigerte sich auf eine Interpellation über die Vorgänge in Barcelona zu antworten. Die Pockenepidemie in London. London, 21. Febr. Hier greift die Pockenepidemie weiter um sich. Gestern sind 54 neue Fälle amtlich bekannt gegeben worden. 1242 Personen liegen krank in den Spitälern. Großer Schaden durch Schneefälle. Rom, 21. Febr. In Piemont und Sardinien fanden gewaltige Schneefälle statt. Der Verkehr ist unterbrochen, manche Ortschaften sind ganz abgesperrt; viele Viehherden sind umgekommen. Verantwortlicher Reda kteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil ver antwortlich: Geora Bese, und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Verliner Kaufhaus Hermann Leimann Gehrenberg 22, im Hause des Herrn A. Dürkopp. Auswahl von Neuheiten in Besatzartikeln. Seidenstoffe a Sammete,* Spachtelstoffe, Seiden=Litzen, 4 Kordel=Besätze, Atlas=Blenden,# Besatz=Knöpfe,& Sammetband,* Spachtel=Einsätze. 4155 Für Konfirmanden: Gestickte Röcke,+ Handschuhe,## Corsetts,# Hosenträger,# Wäsche, Käufer erhält Sennabend und Sonntag ein kleines Atelier vo Martin Herrmann Herford, Brüderstrasse 34. Aufnahmen zu jed.Tageszeit, auch Sonntags.—Ausführung in allentrossen„a., eren Garantie für gute Bilder.— Schnelle Bedienung.— Billige Preise. 1485 Weinklub. Sonnabend, 22. Febr. 1902: Musikalischer Abend. Anfang 8¼ Uhr präzise. Deutschnationaler= Handlungsgehilfen=Verband Ortsgruppe Herford. Sonntag, den 23. Februar: * Ausflug nach Salzuften (Hotel Schmelzer). Abfahrt 2 Uhr 42 Min. nachm. Um rege Beteiligung bittet 4275"„ Der Vorstand. Neueste Lackschrift-Schule zum Selbstunterricht. Leichteste Methode. Zu erlernen in einigen Tagen. Von ersten Autoritäten empfohlen. Pr. 3 M. Nach nahme. L. Capell, Hannover, Gr. Packhofstr. 46. Brockmann's Berggarten empfiehlt seine täglich gut geheizten Restaurationszimmer. haden Mittwoch ist der grosse Saal geheizt IIm zahlreichen Besuch bittet Fr. Brockmann. 659a Eine allgemeine HandwerkerVersammlung findet Sonntag, den 23. Februar, nachmittags 2½ Ul beginnend, im Saale des Schützenhofes in Oeynhausen stat wozu alle Handwerker der Stadt Oeynhausen, d's Amte Rehme und Gohfeld eingeladen werden. In dieser Versammlun werden Vertreter der Handwerkskammer über Zwecke und Ziele de Handwerkerinnungen Vorträge halten. 4225 Um zahlreichen Besuch bitten.—.„ Einberufer. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss wurde uns gestern abend mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Invalide August Seher nach langem Leiden im 37 Lebensjahre durch den Tod entrissen. 421b Um stilles Beileid bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Seher. Herford, 19. Febr. 1902. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. d. Mts., nachmittags 3 Uhr vom Kreiskrankenhause aus statt. (Wer eine Wohnung zu vermieten hat ooer mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) 2 eleg. möbl. Herrenwohnungen mit voller Pension per 1. März zu vermieten. Deichthorstraße 1b. Gesucht! 1—2 unmöblierte Zimmer innerhalb der Stadt von einzelner Person gesucht. Offerten unt. 3955 an d. Exp. d. Ztg. Stellungen (Stellungs=Gesuchenno=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Suche sofort einen soliden Malergehülfen, der in Möbelnstreichen erfahren ist. 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