12. Jahrgang. □ Eitung igor fin: 48 für □S 12. Stadt.Kand .]. Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. B 20 S. 40 1 bei Postbestelung lommt das Bestelleld binza Donlterstag, 80: Iulltuutt, Inserate werden bis Preis der einspaltigen P Oeynhansen und Amt is spätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Petitzeile für Stadt und Kreis Herford, mt Rehme 10 Pfg., sonß 19 Pfg 1902 Goethe in Rom. Wenn schenken eine Kunst ist, dann versteht Kaiser II. sie besser, als irgend ein anderer Fürst. Er hat es mit seinem Geschenk an die Stadt Rom aufs neue bewiesen. In der Thal konnten die Beziehungen, die das deutsche Volk mit der ewigen Stadt verknüpfen, kaum sinnfälliger zum Ausdruck gebracht werden, als durch die Gestalt Goethes. Rom und Germanien waren seit mehr als zwei Jahrtausenden mit einander in Verbindung; bald war es kriegerischer Wettbewerb, bald friedlicher Austausch. Rom hat Germanien unterjocht, aber die Germanen haben das römische Reich zerbrochen. Die deutschen Kaiser wurden Roms Oberherren. Doch in Rom steckte eine unüberwindliche Lebenskraft; so erzeugte es aus sich heraus ein zweites weltumspannendes Imperium, das Papsttum. An die Stelle des Schwertes trat das Kreuz. Und zum dritten Male ging von Rom ein Strom der Kraft und des Lebens aus; es war die Wiedergebürt antiker Wissenschaft und Kunst. Und auch diesmal fiel Deutschland dem lockenden Bann Roms anheim. Nicht durch Ablehnung des Renaissance=Geistes war die Befreiung möglich; denn diese Ablehnung wäre gleichbedeutend gewesen mit einem Verzicht auf jede höhere Kultur. Nur durch eine Verschmelzung und Durchdringung des antiken mit dem deutschen Geiste konnten wir unsere Eigentümlichkeiten bewahren. Niemand hat diese Notwendigkeit tiefer empfunden, niemand hat so viel dazu mitgeholfen, Rom und Deutschland in einer höheren Einheit zu verbinden, als Goethe. Er ist der eigentliche Repräsentant dieses geistigsten Kampfes, der zwischen Deutschland und Rom sich abgespielt hat, ein Dichter und Denker, der zwei große Kulturen in sich trug und seinem Volke so den höchsten Sinn des Daseins erschloß. Als Vertreter des dritten Reiches, das den Jahrtausenden des Streites sich bildete, wird Goethe i Zukunft das ewige Rom zieren— ein Symbol der innigen Zusammengehörigkeit römischen und deutschen Geistes. Gewiß wird es dabei nicht an Widerspruch fehlen. Noch U es nur ein kleiner Teil des Volkes, der sich in der Luft Goethes heimisch fühlt. Wer jedoch die Höhenluft Gosthes ütmen gelernt hat, der weiß, daß nur in ihr die Menschheit zu ihrer schönsten Blüte entfalten kann. Weite Kreise steut es daher, daß auch der deutsche Kaiser, wie sein Gechenk an Rom beweist, ein tiefes Gefühl für den Zusammenvang der Dinge hat. ** Vertreter Roms dankte der Fürst Colonna für das Kaisers mit folgenden Worten: in deran-## schenk einer Statue Goethes an die Stadt Rom, sein G":“ auern er als viel beneideter Gast weilte, in der geister“ 5. erglänzte und sich zu unsterblichen Werken beGebers eine a unser Herz, das in dieser That des erhabenen Deutsch Bekräftigung der alten Hinneigung Goethe, err. zu Italien, ausgedrückt durch den großen Majestät wirz. Jul Einklang mit den Gedanken Ew. das er so besa. Bildnis Goethes in diesem unseren Rom, ständigen u.. lievu, immerdar ein Unterpfand der bedie beide Böster ga##güchlichen Freundschaft sein, Eure Majestät an...“: Im Namen Roms, nach dem richteten, danke ich eu.: glücklichen Tage Ihre Gedanken die glühendsten Winkzr.. enkwürdige Geschenk und sende Deutschlands.““ fur das Wohl Eurer Majestät und Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Der Prinz von A vormittag *“ Peinz von Wales iste gestern vormittag von Neu=Strelitz über Köln nach ondon av, wo er heute mittag 1 Uhr eintrifft. Aus den Parlamensen. Reichstag hieu gestern sogenannten Schwerinsg ab Der Antrag Bassermann auf Einführung von besonren, nach näher entwickelten Grundsätzen zu erichtenden s zischen Schiedsgerichten ward nach kurzer Debatte, den Kickeschircihe Giotzer auns dun Bchant un. chdem Ministertol“ Lings entsprechenden Gesetzentwurfs für auod Aactut ir Sesianmte Aosch getzale bate duer je nahe Butchn mon überwiesen. Dann wurde der im gliedrigen Kommt gngtene und angenommene, von der biog bon b ug ud van Zautan eagchauche isinnigen Vereinigung Lund Schaffung besserer Sicherheiten Wohzigeheimnises bei den Ruchzagswagen, in erster und ester Lehtre angenommen...4, gab es gestern zunächt ae Eae der Schusberwalung, danun bi der Foristzug der Debatte zum Etatstitel„Gehalt des Landwirtschaftsministers“ wieder ein sehr gemischtes Potpourri von Beschwerden, Wünschen und Anregungen von lokaler oder auch allgemeiner Bedeutung. Der nationalliberale Abg. Eckels brachte die Lage in Vermögensverfall geratener Domänenpächter zur Sprache, die nationalliberalen Abgg. Engelmann und Lotichius erörterten die Bekämpfung der Reblaus. Der Abg. Mayer=Diepholz befürwortete die Beibehaltung des Anerbenrechts in seiner Heimat und beschwerte sich über die Handhabung der Vormusterung des Pferdebestandes und der kriegsbrauchbaren Fahrzeuge. Neue. Marinevorlage in Sicht. Der sozialdemokratische„Vorwärts" veröffentlichte gestern einen Erlaß des Reichsmarineamtes vom 6. Januar d. Is., wonach dem Reichstage im Winter 1904/5 eine Novelle zum Flottengesetz vorgelegt werden soll. Um Klarheit betreffs der Veröffentlichung im„Vorwärts" zu erhalten, interpelliert gestern in der Budgetkommission des Reichstags Abg. MüllerSagan den Staatssekretär v. Tirpitz wegen des Erlasses betreffs Vergrößerung der Auslandsflotte. Staatssekretär v. Tirpitz erklärte, der Erlaß sei autentisch; er bedauere zwar, daß der Erlaß entwendet worden sei, erkenne aber nicht an, daß in demselben irgend etwas Verfängliches enthalten sei Der Erlaß hätte ruhig in der„Nordd. Allg. Ztg.“ veröffentlicht werden können. Eine erhebliche Verstärkung der Auslandsflotte sei unbedingt erforderlich: eine solche Forderung habe er für 1905—1906 schon bei der Beratung des letzten Flottengesetzes angekündigt. Abg. Bebel empfiehlt, solche Erlasse in der„Nord. Allg. Ztg.“ zu publizieren, ehe sie im„Vorwärts“ erschienen seien. Die französische Wasservorlage. Die Pariser Kammer nahm in ihrer vorgestrigen Sitzung die Vorlage betr. die Herstellung von schiffbaren Wegen und die Verbesserung von Kanälen und Häfen mit 491 gegen 48 Stimmen an. Die Vorlage bezweckt hauptsächlich den Ausbau der Häfen Dünkirchen, Boulogne, Dieppe, Havre, Saint=Nazaire, Nantes, Bordeaux, Bayonne, Cette und Marseille, sowie den Bau eines Nordostkanals. Herforder Kreis=Nachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wuusch Herford, 30. Jannar. * Zur Stadtverordneten=Ersatzwahl. Nachdem nun der Termin für die bevorstehenden Ersatzwahlen für das Stadtverordneten=Kollegium bekannt gegeben ist, wird bereits in besonderer Weise die Frage ventiliert, wer für diese Wahlen als Kandidaten aufzustellen ist. Mit Rücksicht darauf, daß zwei der früheren Mitglieder des Kollegs der Radewig angehörten und diese zur Zeit nicht mehr vertreten ist, empfiehlt es sich, bei der Ausstellung von Kandidaten in erster Linie die Radewig zu berücksichtigen.— Wie immer, so stellen wir auch diesmal zur Vorbesprechung der Wahl die Spalten unseres Blattes gern zur Verfügung. Zuch Zum Musikvereinskonzert. Alle Musikfreunde werden auch an dieser Stelle auf das morgen abend im Weinklub stattfindende Konzert hingewiesen. Das vorliegende Programm ist interessant und abwechslungsreich und dürfte einen hohen Kunstgenuß in Aussicht stellen. Eingeleitet wird der Abend durch einen unserm Musikverein gewidmeten Chor, komponiert von Rich. Fricke. Frau Beatrice von Fossard, welche sich im vergangenen Winter hier auf das Vorteilhafteste eingeführt hat, wird den ganzen Cyklus Frauenliebe und Leben von Schumann, außer ganz neuen Liedern von H. Wolf und H. Schmidt, das berühmte Chanson Bohème aus Bizet's Carmen singen. Für den instrumentalen Teil sind die Herren Kammervirtuos von Fossard und Ch. Bertram aus Bückeburg gewonnen worden. Ersterer wird auf der Ritter'schen Viola alta, worauf er ein Meister allerersten Ranges ist, die Elegie von Ernst, Romanze von Vieuxtamps und Allegro von Bach zum Vortrag bringen. Hert Bertram, welcher uns durch sein seelenvolles Spiel und seine große Technik auf dem Violoncello unsere volle erregte, wird uns durch ein Adagio von Popper, Scherzo, Goens und Chanion navoutaune von Cassella erfreuen.„Außerdem singt der Frauenchor des Vereins 3 reizende, im Volkston gehaltene Lieder von H. Hoffmann., Allen dürfen wir einen hohen Genuß in aussicht steulen und wollen wir hoffen, daß die Bestrebungen des Musikvereins durch ein volles Haus anerkannt und belohnt werden. Waldfrieden. Auf der letzten Wegstrecke vor dem Waldfrieden sind zur Besserung der Fußgänger=Passage Kiesschüttungen erfolgt; es waren viele Klagen laut geworden über den schlechten Zustand, der auch den Besuch des Waldfriedens beeinträchtigte. Hoffentlich sind bald Mittel stadtseitig verfügbar zu machen, um die Chaussee bis zum Waldfrieden durchzuführen, und so den Besuch in jeder Jahreszeit zu ermöglichen. Der Verein alter Krieger und Landwehr leute zu Herford veranstaltet bekanntlich am nächsten Sonntag im Vereinshause die Feier von Kaisers Geburtstag. Wie wir erfahren, wird Herr Rektor Bohnenkamp aus Minden, der auch hier als Redner bereits durch seine Ansprachen im Christlich- vaterländischen Männerverein bekannt ist, die Festrede halten. Das Programm bietet auch eine Reihe interessanter Bilder aus dem Soldatenleben, so daß den Besuchern hübsche Stunden bevorstehen. Der Postunterbeamten=Verein„Einigkeit“ bereitet für nächsten Sonntag in Brinkmanns Lokal die Feier seines diesjährigen(7.) Stiftungsfestes vor. Mit dieser Veranstaltung, welche nachmittags 5 Uhr ihren Anfang nimmt, ist die Feier des Geburtstags Sr. Maj. des Kaisers verbunden. Das Programm bietet Konzert, theatralische Aufführungen und Ball. L Militär=Brieftaubenwesen. Dem hiesigen Brieftauben=Liebhaber=Verein ist vom Kriegsministerium eine bronzene Staatsmedaille, sowie ein prachtvoll ausgeführtes Diplom für die vorzüglichen Leistungen seiner Tauben beim Wettflug ab Spandau im Jahre 1901 verliehen worden. Die Medaille trägt auf der Vorderseite das Bildnis Sr. Maj. Kaiser Wilhelms II. und auf der Rückseite eine über einer Festung fliegenden Taube mit der Umschrift:„Für Verdienste um das Militär=Brieftaubenwesen.“ Auch schon im vergangenen Jahre errang der Verein eine Staatsmedaille.— Es ist erfreulich, daß die Bemühungen dieses Vereins von so schönen und zugleich weiter anspornenden Erfolgen begleitet sind. *. Die Rothkäppchen=Aufführung seitens der oberen Klassen der Bürgerschule findet am 16. Februar statt. Zum Bohnée=Gastspiel. Ueber die Partie des Derblay schrieb die Düsseldorfer Zeitung gelegentlich des Bohnée'schen Gastspiels: Das, meine ich, ist die wahre Kunst des Schauspielers, so zu geben und für den Genießenden so zu empfangen; zwischen Bühne und Auditorium muß ein tiefernster Gedankenaustausch bestehen, und beide Teile müssen die Empfindung haben, daß sie miteinander und für einander leben; so nur erhält die Schauspielkunst die rechte Weihe und Würdigung.— Wohlan denn, sagen wir es kurz heraus, Herrn Bohnée ist es gelungen, sich mit seinem Philipp Derblay so ins Herz hinein zu spielen, wie sich einst Jung Werner in das Herz Margaretens hinein trompetete. Man war von seiner Erscheinung durchaus gefangen genommen, die auch äußerlich den Hüttenmeister zu einem vornehmen Bezwinger und edlen Sieger erhob. Man darf behaupten, daß der „Hüttenbesitzer“ in so vortrefflicher Besetzung für den Gast einen vielversprechenden Anfang bildete, und man darf von weiteren Gastspielen mit Gewißheit erwarten, daß sie in gleicher Weise interessant und bedeutungsvoll sein werden, denn mir seinem ersten Auftreten hat Herr Bohnée den untrüglichen Beweis gegeben, daß der vorzügliche Ruf, der ihm ging. in jeder Weise seine Berechtigung findet.— Bezüglich dieses Gastspiels erhalten wir aus dem Theaterbureau noch folgende Notitz: Da das Theater am Freitag wohl nicht alle Besucher fassen kann, so sehe man sich rechtzeitig nach einem guten Platze um. II Schöffengericht. In der gestrigen Sitzung fungierten unter dem Vorsitze des Herrn Amtsgerichtsrat Vahle die Herren Kolon Beek von Elverdissen und Kolon Lücking von Diebrock als Schöffen. Herr Polizeiinspektor Hohmuth vertrat die Amtsanwaltschaft. Folgende Strafsachen kamen zur Verhandlung: Der Lehrling Otto G. früher hier jetzt zu Hankenberge b. Iburg war beschuldigt, am 17. Nov. „ Is. auf dem Trottoir der Bäckerstraße ein Packet befördert zu haben, welches infolge seiner Form und Größe geeignet war, die Passanten zu gefährden und zu belästigen. Er war deshalb in eine Polizeistrafe von 3 Mk. genommen. Der hiergegen erhobene Einspruch wurde verworfen.— Der Wirt P. von hier war mit einem polizeil. Strafmandate von 6Mk. bedacht, weil er in der Nacht zum 15. Dezember über die ###h, de hinaus noch Gäste in seinem Lokal geduldet haben sollte. Der hiergegen eingelegte Einspruch brachte ihm Strafermäßigung auf 3 Mk.— Der Ziegler Heinrich V. von Neust. Feldm. hatte seine Tochter Johanne in der Zeit vom 25.—27. November v. Is. oyne Entschuldigung vom Schulunterricht ferngehalten und war deshalb in eine Polizetstrafe von 3 Mk. genommen. Auf den hiergegen erhobenen Einspruch erfolgte die Verurteilung des Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 6 Mk. bzw. 2 Tagen Haft.— Die Sache gegen den Gärtner Heinrich Sch. von hier wurde, da ein Zeuge nicht erschienen war, vertagt.— Der Arbeiter August St. von hier war angeklagt, die Fabrikarbeiterin Marie H. von Neust. Feldm. thätlich beleidigt zu haben. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und endete mit der Verurteilung des Angeklagten wegen schwerer Beleidigung zu einem Monat Gefängnis.— Der Cigarrenarb. Ernst Nolting von hier sollte sich durch mehrere selbständige Handlungen der Bedrohung, Beleidigung, der Mißhandlung und des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht haben. Wegen Bedrohung und Hausfriedensbruchs erfolgte Freisprechung des Angeklagten, wogegen er wegen Beleidigung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 20 Mk. bzw. für je 6 Mk. zu einem Tage Gefängnis verurteilt wurde.— Die Heuerlinge Hermann D. und H. von Spenge sollten ohne Begleitung des Jagdberechtigten die Jagd auf dem Grundstücke des Kolon O. daselbst ausgeübt haben. Sie waren deshalb durch Strafbefehl mit 15 Mk. bestraft. Auf den hiergegen erhobenen Einspruch erfolgte Freisprechung, weil sie wegen derselben Strafthat bereits bestraft waren.— Der Handarbeiter Wilhelm F. von Sundern Nr. 61 hatte ohne Entschuldigung seine Tochter dem Schulunterricht entzogen und war deshalb in eine Polizeistrafe von 1 Mk. genommen. Auf den hiergegen erhobenen Einspruch wurde die Strafe auf 3 Mk. erhöht.— Der Fabrikant Hermann D. von hier hatte, weil er mit einem Neubau ohne baupolizeiliche Genehmigung begonnen hatte, ein polizeil. Strafmandat von 10 Mk. bekommen. D. hatte hiergegen Einspruch erhoben, der jedoch auf seine Kosten verworfen wurde.— Wegen Bedrohung und Hausfriedensbruchs, sowie Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung hatte sich der Arbeiter B. aus Sundern zu verantworten. Angeklagter ist in die Wohnung des mit ihm dasselbe Haus bewohnenden Tischlers Bl. gekommen und ist mit der Frau desselben in Wortwechsel geraten. Im Verlaufe des Streites soll Angeklagter gegen den abwesenden Ehemann Bl. Drohungen ausgestoßen, auch die Wohnung erst auf wiederholte Aufforderung verlassen haben. Den heimkehrenden Bl. hat er auf der Straße angehalten und soll ihn dann beleidigt und mißhandelt haben. Wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung wurde Angeklagter zu einer Geldstrafe von 20 Mk. bzw. 4 Tagen Gefängnis verurteilt, wegen der übrigen Strafthaten erfolgte jedoch Freisprechung.— Reisender Louis B. aus Enger war beschuldigt, ohne polizeiliche Abmeldung nach Hannover verzogen zu sein. Es trat Freispruch ein, da die Behauptung des Beschuldigten, er habe nach wie vor in Enger seinen Wohnsitz und dort seine Wohnung, unwiderlegt blieb.— Der Kohlenhändler Sp. von hier wurde beschuldigt, durch lautes Skandalieren einen Menschenauflauf verursacht zu haben. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung.— Der Brauereiarbeiter Wilhelm N. aus Schweicheln wurde wegen qualifizierter Körperverletzung mit 15 Mk. bzw. 3 Tagen Gefängnis bestraft.— Die Arbeiter Karl Hr. und Friedrich M., beide von hier, hatten den Lehrer H. beleidigt und wurden deshalb ein jeder mit 6 Mk. bzw. 2 Tagen Haft bestraft. Der wegen derselben Strafthat mitangeklagte Arbeiter E. wurde freigesprochen.— Die Cigarrenarbeiterin Anna L. von hier wurde für schuldig befunden, der Arbeiterin Anna Sch. einige Schläge mit einem Schirme versetzt zu haben. Das Urteil lautete auf eine Geldstrafe von 5 Mk. bzw. 1 Tag Gefängnis.— Der Parfümeriefabrikant K. von hier sollte bei einer am 24. November v. J. vorgenommenen Revision 3 schulpflichtige Kinder in seinem Betriebe beschäftigt gehabt haben. Die Sache wurde vertagt, da über die Einrede des Angeklagten, sein Betrieb sei nicht als Fabrik anzusehen, Beweis erhoben werden soll. . Verschwunden ist seit einigen Tagen der Steinmetzgehilfe Gerhard Lammers von hier. Es wird vermutet, daß der Verschollene, der an Fallsucht litt, auf der Bowerrebrücke einen Anfall bekommen, ins Wasser gestürzt und ertrunken ist. Thatsächlich wollen Kinder gesehen haben, daß am 28. d. Mts. von jener Brücke aus ein Mann ins Wasser gefallen und ertrunken sei. An der Mittelstädter Mühle ist bis auf einen Hut nichts aufgefangen worden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß bei dem reichlichen Wasserstande der Leichnam mit fortgetrieben worden ist. * Auf einer falschen Darstellung beruhte die gestrige Meldung betreffs Untreue. Es sind zwar Warea ausgetauscht worden, doch handelte es sich nicht um gestohlenes Gut, was besonders hervorgehoben sei. Für Februar und März werden schon jetzt in unseren Agenturen sowie bei den Briefträgern Bestellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ entgegengenommen. Verlag und Redaktion. un Elverdissen, 30. Jan. Besitzwechiel. Die Besitzung des Kolons Heinrich Hockamp Nr. 68 hier ist von dem Auktionator Linnenbrügger hier käuflich erworben worden und zwar zum Preise von 12000 Mk. n Falkendiek, 29. Jan. Jagdverpachtung. Die Gemeindevertretung beschloß einstimmig, den am 1. August 1903 ablaufenden Jagdkontrakt für die jetzigen Pächter auf weitere 10 Jahre zu verlängern. Es zeugt dieser Beschluß von dem hier bestehenden guten Einvernehmen zwischen Pächtern und Gemeinde. * Enger, 29. Jan. Verschiedenes. Der Kriegerverein, sowie der Landwehr= und Reserveverein feierten am Sonntag in ihren Vereinslokalen Kaisers Geburtstag durch Theater und Ball. Im Kriegerverein war die Feier öffentlich, dagegen feierte der Landwehr= und Reserveverein geschlossen. Im Kriegerverein wurden laut Westf. Ztg. außer 2 Theaterstücken auch lebende Bilder aus dem Transvaalkriege vorgeführt, welche mit großem Beifall aufgenommen wurden. Im Reserveverein wurde außer komischen Vorträgen und Couplets auch ein Zweiakter aufgeführt. Sämtliche Spieler führten ihre Rollen tadellos durch.— Die zum Sonntag nachmittag einberufene Generalversammlung des hiesigen Konsum=Vereins E. G. m. b. H. war von ca. 100 Mitgliedern besucht. Die Tagesordnung enthielt: 1. Revisionsbericht, 2. Feststellung der vom Lagerhalter zu leistenden Kaution. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Peter Coring, leitete die Versammlung. Zunächst wurde der Antrag eines Mitgliedes, auf die Wahl eines Vorsitzenden aus der Mitte der Versammlung lautend, vom Vorsitzenden als Einberufer der Versammlung als statutenwidrig zurückgewiesen. Punkt 1 wurde nach recht lebhafter Debatte dem Vorstande zur Berücksichtigung überwiesen. Zum Punkt 2 wurde die vom Lagerhalter zu stellende Kaution auf 1000 Mark festgesetzt. Außerdem wurden laut Anz. vom Vorsitzenden die Gründe für den kürzlich erfolgten Mietsvertrag mit Herrn E. Isacson, in dessen Gebäude an der Steinstraße am nächsten 1. Sept. die Geschäftsräume des Konsum=Vereins verlegt werden sollen, erklärt.— Das seitens des Präsidenten Krüger an Herrn Heinr. Brüggemann bezüglich des De Wet=Denkmals gerichtete Handschreiben ist im Brüggemannschen Lokal hier unter Glas und Rahmen aufgehängt und wird von allen Burenfreunden mit besonderer Freude betrachtet. Hier ist man stolz darauf, daß Enger nun in der Lage ist, ein De Wet=Denkmal errichten zu können. * Spenge, 29. Jan. Schwer mißhandelt. Sonntag Nacht wurde der Klempner Hermann Erdbrink zu Wallenbrück von dem Arbeiter Heinrich Vogtschmidt und dem Arbeiter Friedrich Vogtschmidt von hier mit einem langen Eisenstock und mit einem Messer auf der Straße schwer mißhandelt. Erdbrink hat laut B. G. 3 Messerstiche in den Kopf und Rücken erhalten; durch Schläge sind ihm außerdem das linke Handgelenk und das Grundglied des Zeigefingers der rechten Hand gebrochen worden. * ünde, 29. Jan. Schöffengericht. In der letzten Sitzung führte Gerichtsassessor Bever den Vorsitz. Schöffen waren die Herren Werkmeister Heemeyer und Gymnasiallehrer Apel Vertreter der Amtsanwaltschaft: Herr Amtmann v. Schütz. Laut Tgbl. kamen folgende Sachen zur Verhandlung: Der Schlachtermeister Sally Horwitz von hier erhielt, weil er am 18. November 1901 in Bünde öffentlich und in Aergernis erregender Weise ein Schwein mißhandelte und zwar dadurch, daß er dieses beim Abladen vom Wagen auf die Erde schlagen ließ, 1 Mk. Geldstrafe bezw. 1. Tag Hast.— Der Tagelöhner Theye von Ennigloh erhält, weil er seiner Ehefrau beim Entwenden von Gartenfrüchten behilflich gewesen ist, eine Geldstrafe von 10 Mk. bezw. 2 Tage Haft. Die Verhandlung gegen die Ehefrau Theye wird, da dieselbe erkrankt ist, vertagt.— Der Arbeiter Heinrich Deuker von Südlengern wird von der Anschuldigung der Körperverletzung freigesprochen. Deuker hatte den Arbeiter Temke mißhandelt, war jedoch von letzterem hierzu vorher gereizt worden.— Der Werkmeister Gerkinsmeyer von Kirchlengern wird von der Anklage, den Werkmeister Rabe zu Südlengern mißhandelt zu haben, freigesprochen. Rabe bekundete eidlich, daß er von dem Angeklagten geschlagen sei, während dies durch einen anderen Zeugen widerlegt wurde. Das Gericht nahm an, daß Rabe sich in der Person geirrt hat.— Der Arbeiter Friedrich Steinhage, z. Z. hier in Haft, erhält wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Sachbeschädigung und Bettelns 3 Wochen Gefängnis und 3 Tage Haft.— Der Händler August Niemeyer von Werfen wird wegen Pfandbruchs mit einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen bestraft.— Wilhilm Wißmann und Heinrich Rathert zu Dünne sind angeklagt, eine zahme Krähe, welche dem Kolon Hilker zu Dünne gehörte, vorsätzlich und rechtswidrig getötet und dieselbe gequält zu haben. Es erhalten beide wegen Sachbeschädigung je 2 Mk. Geldstrafe bezw. 1 Tag Gefängnis und außerdem Rathert wegen Uebertretung des§ 3678 R. Str.=G.=B. eine Geldstrafe von 1 Mk. bezw. 1 Tag Haft.— Der Heuerling Wilhelm Vellbert Nr. 110 Hunnevrock und Tagelöhner Kaspar Maschmann von der Bünderfeldmark werden wegen Pfandbruchs mit je einer Woche Gefängnis bestraft. s Löhne, 29. Jan. Kaisers Geburtstag wurde am Sonntag auch vom Kriegerverein hier festlich begangen. Bei dieser Feier zeigte sich auch wieder die echt patriotische Gesinnung dieses Vereins. Nach einem vom Vorsitzenden, Herrn C. Kuhlmann, auf Se. Maj. den Kaiser ausgebrachten, mit großer Begeisterung aufgenommenen Hoch, nahm der Ball seinen Anfang, in dessen Verlaufe auch der notleidenden Buren durch eine Sammlung gedacht wurde.— Der Rauchklub„Einigreit" feiert den Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers am nächsten Sonntag durch ein Tanzkränzchen im Vereinslokale bei Herrn Gastwirt B. Baumann. ** Mlatho, 29. Jan. Polizeiliches. Es ist jetzt für hier die Gründung einer neuen Polizeisekretärstelle beschlossen worden. Bureaugehilfe C. Schümer hier wird mit der Verwaltung dieser Stelle betraut werden. Aus Provinz und Nachbarstaaten. *# Bielefeld, 29. Jan. Zum Ableben Eckert's. In der heutigen Stadtverordneten=Sitzung kam Stadtrat Törner auf das plötzliche Ableben des Musitdirektors Eckert zu sprechen, um die vielen irrigen Auffassungen, als ob der Mazistrat Herrn Eckert zu wenig Entgegenkommen gezeigt habe, aufzuklären. Darnach hat sich der Magistrat schon im November v. I. mit Eckert bezüglich der Verzichtung auf die Bezeichnung„städtische Kapelle“ geeinigt. Neuerdings wollte Eckert 3000 Mark für Ueberlassung seiner Noten und Instrumente an den Magistrat haben. Nun hatte aber Musikdirektor Maull, der frühere Inhaber der Kapelle, erklärt, daß Eckert ihm noch einen Teil des Kausprei es für die Uebernahme seines Musikunternehmens schulde; auch seien seine Noten noch nicht bezahlt. Der Magistrat mußte daher von dem Erwerb der Maullschen Noten absehen und bot Eckert 1500 Mk., womit dieser auch einverstanden war. Das Abkommen war wenige Tage vor dem Ableben Eckerts vertragsmäßig abgeschlossen worden. Nun will der Magistrat Die„Herforder Zeitung für Staor und Land“ ist für den Kreis Herford das wirksamste Insertionsorgan. Treue um Treue. Ein Roman aus Transvaal von Ferdinand Runkel. 42. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) „In den Sattel, Mijnheers, und nun vorwärts!“ Die Burenpatrouille nahm den Wagen in die Mitte, und nun ging es in scharfem Trab auf der Straße dahin, während Rieneck mit einer seltsamen Wehmuth die kalte, schweigende Marij in den Kissen des Wagens stützte, als ob das Stoßen auf dem holprigen Weg ihr noch Schmerzen bereiten könnte. Mevrouw van t'Hoff saß still in ihrer Ecke und weinte unablässig. Nach einer halben Stunde verfiel das Kommando in Schritt und plötzlich wurde vollständig angehalten. Rieneck schaute aus dem Wagen heraus und bemerkte, daß die Buren von den Pferden herunter waren und sich niedergeworfen hatten. Wieder ritt eine englische Patrouille heran, wieder war sie begleitet von dem Civilisten, diesmal aber in größerer Stärke und dem kleinen Burenkommando mindestens um das Dreifache überlegen. Aber es wurde in aller Ruhe geschossen, und Rieneck, der seine Büchse inzwischen wieder erhalten hatte, betheiligte sich an dem Gefecht. Es war durchaus nichts zu machen, denn in kurzer Zeit waren sie von den Ulanen umringt. Rieneck erkannte jetzt in dem Civilisten Frank Whitney, dessen Gesicht wohl noch röther und noch unsympathischer schien. Schnell hob er sein Gewehr, und indem er den Kolben fest in die Schulter zog und das Auge die Visirlinie entlang fliegen ließ, murmelte er wie eine Beschwörungsformel den Namen Marij zwischen den Zähnen. Er drückte ab, und Whitney schlug über den Hals seines Pferdes aus dem Sattel. Jetzt drängte man sich auf einen Knäuel, die Gewehre starrten nach allen Seiten, aber Rieneck zog sein Taschentuch aus der Tasche und schwenkte es zum Zeichen der Unterwerfung. „Die Waffen nieder, Mijnheers. Widerstand ist umsonst, erhaltet Euer Leben dem Vaterland.“ Mit zornigem Knirschen stießen die muthigen Bauern ihre Büchsen mit dem Kolben auf die harte, steinige Straße, daß sie in Spitter gingen. Dann kamen die Ulanen ruhig heran und machten das kleine Detachement zu Gefangenen Ein junger, eleganter Offizier war jetzt an den Wagen herangeritten, um in tiefer Erschütterung sich vor Mevrouw van. k'Hoff zu verbeugen. Darauf wandte er sich an Rieneck mit der Frage: „Wer sind die Damen?“ „Es ist die Frau und die Tochter des Landdrosten Pieter van k'Hoff, auf dem Weg nach Pretoria, mit Erlaubnißschein des Feldmarschalls.“ „Darf ich diesen Erlaubnißschein sehen, Sir?“ „Es ist ihr Recht.“ Und er zog ihn aus der Tasche und reichte ihn dem Offizier hin. „Sie sind der Vetter der Damen?“ wandte er sich dann an Rieneck. „Aufzuwarten!“ antwortete Rieneck. „Ja, der Paß ist zweifellos echt, aber Sie haben geschossen auf unsere Patrouille!“ „Ja!“ „Und Sie sind ein Bur?“ fuhr der Leutnant fort, „darum bin ich gezwungen, Sie zu verhaften.“ „Und wer soll die Damen nach Pretoria führen, wo der Vater, dem der Krieg jetzt schon ein zweites Kind genommen hat, sie schmerzlich erwartet? Was kann es Ihnen denn auf einen Mann ankommen. Seien Sie großmüthig, und senden Sie wenigstens einen von uns mit den Damen.“ „Sie meinen natürlich sich selbst?“ „Nicht mich, Leutnant, suchen Sie sich den Aeltesten und Schwächsten aus. Ich kann im Kriege Ihren Landsleuten noch viel schaden, denn ich bin gesund und deutscher Offizier.“ „Aha! Also nicht der Vetter der Damen.“ „Nein, mein Herr, eine kleine Nothlüge.“ „Dann wissen Sie vielleicht auch, wo sich einer Ihrer deutschen Kameraden befindet, der mit Cronjes Armee gefangen sein soll und um dessen Freilassung von seiner heimathlichen Regierung gebeten wurde.“ „Wenn Sie mir den Namen nennen.“ Der Leutnant zog sein Notizbuch heraus, blätterte eine kurze Weile und las dann laut: Scaf Rieneck=Rothenfels.“ Wolbemar horchte erstaunt auf und antwortete dann kurz:„Der bin ich selbst, mein Herr.“ „So? Nun, da kann ich Ihnen die Mittheilung machen, daß Ihr Souverain durch Vermittelung des Kabinets unserer Königin um Ihre Auslieferung gebeten hat, falls Sie an der Coodoosranddrift mit gefangen sein sollten. Sie müssen freilich Ihr Ehrenwort geben, in diesem Kriege nicht mehr gegen England zu dienen. Wollen Sie das thun und es mir in meinem Taschenbuche schriftlich bestätigen, so sind Sie frei und können meinetwegen über Pretoria nach Ihrer Heimath zurückkehren, falls Sie es nicht vorziehen, nachdem Sie Ihre traurige Pflicht gegen die Damen erfüllt haben, in das Hauptquartier des Feldmarschalls zurückzukehren, um das Telegramm Ihres Souverains persönlich in Empfang zu nehmen.“ „Ich ziehe das Letztere vor.“ „Gut. So habe ich nur noch eins! Können Sie mir den Beweis erbringen, daß Sie Graf Rieneck=Rothenfels sind?“ „Ohne weiteres, mein Herr. Nehmen Sie meine Brieftasche und untersuchen Sie meine Papiere, Sie sehen, ich übergebe Sie Ihnen ohne jedes Zögern und ohne irgend welche Schriftstücke daraus zu entfernen.“ „Ich danke Ihnen, ich werde mich mit aller Diskretion meiner Pflicht erledigen.“ Das war in kurzer Zeit geschehen, und indem der Offizier die gefangenen Buren in die Mitte nahm, grüßte er höflich Mevrouw van k'Hoff, und mit einem„Auf Wiedersehen in Bloemfontein“ wandte er sich an Rieneck und ritt dann in der entgegengesetzten Richtung von dannen. Schwer und hart hatte der Krieg das Haus Pieter van t'Hoffs betroffen. Die herrlichsten Blüthen der Familie hatte er dahingerafft. Aber der Schurke, dem die arme Marij den Verlust ihres Lebens verdankte, war seinem Verhängniß nicht entgangen. Pieter van k'Hoff erhielt von seiner Regierung die Erlaubniß, sich auf seine Farm zurückzuziehen und sich der Trauer um seine beiden Kinder und dem Zuspruch an seine tiefgebeugte Gattin ganz zu überlassen. Oben auf dem Pavillon, wo Marij so gern geweilt hatte, gruben ihr die Zulus ein tiefes Grab, an dem niemand als die drei von dem Verlust so schmerzlich Betroffenen standen. von der Witwe des E. sämtliche Noten erwerben, soweit dies Herr Maull gestattet. * Gütersloh, 29. Jan. Auszeichnung für treue Wacht. Der Kaiser hat dem Bahnwärter Heinrich Wittenstein, welcher in der Nacht zum 20. d. M. vor dem Vorbeifahren des Schnellzuges Nr. 10, in welchem sich auch der Kronprinz befand, zwischen Isselyorst—Gütersloh den Schienenbruch entdeckte, für bewiesene Aufmerksamkeit das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen und befohlen, daß ihm dasselbe am Geburtstage Sr. Majestät ausgehändigt werden sollte. Eisenbahn=Bau= und Betriebs=Inspektor Bußmann überreichte das Ehrenzeichen dem umsichtigen Beamten unter einer rührenden Ansprache auf der Haltestelle Isselhorst. * Oeynhausen, 29. Jan. Schlechter Theaterbesuch. Direktor Krug teilt mit, daß er in Rücksicht auf den andauernd schwachen Besuch des Theaters und die dadurch bedingten pekunjären Verluste nicht in der Lage sei, die Vorstellungen fortsetzen zu können. * Minden, 29. Jan. Rote Kreuzmedaill: Landrat Bosse hier ist die Rote Kreuzmedaille dritter Klasse verliehen worden. Die gleiche Auszeichnung erhielt auch Frau Witwe Minna Wehrkamp in Rahden. * Wunstorf, 29. Jan. Grausiges Packet. Dem Bahnhofskellner de Fontaine war dieser Tage ein kleiner Kleiderpack zur Aufbewahrung übergeben worden. Er legte das Bündel neben sich und stützte sich darauf; plötzlich gab es nach und fiel halbgeöffnet auf den Boden. Bei näherem Zusehen entdeckte man die Leiche eines neugeborenen Kindes, das in einem seidenen Unterrock eingewickelt war. Der grausige Fund wurde sofert dem Magistrat übermittelt. * Hagen, 29. Jan. Der Duellfreund Cuny. Der Staatsanwaltschaftsrat Cuny in Berlin, der auf dem Burschenschafterkommers sich zu Gunsten des Duells ausgesprochen hatlt, wurde an die hiesige Staatsanwaltschaft versetzt und soll die Geschäfte hier bereits am Sonnabend Vbernchguel. * Düren, 29. Jan. Uhrendiebstahl. In der verzangenen Nacht wurde hier ein großer Uhrendiebstahl verübt. Ueber 100 goldene Uhren, Ketten, Ringe und andere Schmucklechen, sowie die Tageskasse fielen den Einbrechern zur Beute. Diebe hatten die elektrische Leitung zerschnitten. Vermischtes. Die bekannte Frau Oberleutnant Richter wurde ###ch Verbüßung der ihr wegen Diebstahls auferlegten GeEnenisstrafe von 6 Monaien aus dem Mainzer PolizeiFresthause entlassen. Ihr Mann, der früher bei den Mainzer Lder stand und ihretwegen ein blutiges Duell ausgefochten hat, nahm sie in Empfang. Er soll bereits seinen Abschied Engereicht haben und will mit ihr nach Amerika gehen. Tod infolge von Diphtheritisinfektion. Assistenzarzt Dr. Arnold Hildebrandt in Danzig hat vor etwa zwölf segen im chirurgischen Stadtlozarett an einem Kinde, das schwer an Diphtheritis erkrankt war, einen Luftröhrenschnitt Lemacht. Bei dieser Operation muß er sich infiziert haben, eill am letzten Montag erkrankte er plötzlich an dieser KrankUnter den schwersten septischen Allgemeinerscheinungen. in Zustand verschlimmerte sich, die Erkrankung griff auf die tiche über. Trotzdem schließlich noch der Luftröhrenschnitt Lemacht wurde, erlag er Sonnabend früh seinem schweren eden Leiden. Das operierte Kind ist in der BesserungVerstorbene ist erst 28 Jahre alt; er ist ein Sohn des Pastor Hildebrandt in Hankensbüttel. Aufsehen erregt die Verhaftung des dachte: Hillger in Großlichterfelde bei Berlin unter dem Verv. I### geeutlichen Meineids. Derselbe hatte im November ihm„.““ dr Strafkammer des Berliner Landgerichts einen felder G..! gelegten beleidigenden Artikel gegen den LichterScmeinde Vorsteher, der in einer Lichterfelder Zeitung erschienen war, unter seinem Eide als nicht von ihm herrührend bezeichnet. Es wurden aber neuerdings in der betreffenden Redaktion Haussuchungen vorgenommen, die belastendes Material gegen Hillger ergeben haben. Ueber die Benzinexplosion in Wittgensdorf(Königr. Sachsen) werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Material= warenhändler Hertig hatte eine Sendung von 50 Litern Benzin erhalten und im Keller untergebracht. Als er am Sonnabend früh die Kellerräume mit offenem Licht betrat, erfolgte unter fürchterlichem Knall eine Explosion. Das zweistöckige Gebäude stürzte zusammen und begrub den Besitzer unter den Trümmern. Von dem Gebäude steht nur noch eine Giebelwand. Vier Personen wurden verletzt. Den Studenten in Jena wurde vom Prorektor der Universität das Betreten ihres üblichen Mensurplatzes verboten und sie wurden durch die Polizei thatsächlich daran gehindert. Der Gruß der Telephonistinnen. Ein Ukas des Telegraphenvorstehers in Mainz thut den Telephonistinnen kund und zu wissen, daß sie die höheren Beamten in dem Büreau, auf den Treppen, auf den Fluren und im Hofe der Postgebäude zu grüßen haben. Eine Unterlassung des Grußes werden strenge Maßregeln nach sich ziehen. Rattenfänger von Paris, der heißersehnte, läßt noch immer auf sich warten, während die Ratten selbst in unheimlicher Weise sich aufzudrängen beginnen. In gewissen Hospitälern sollen sie sich so zu Hause fühlen, als seien Hospital und Kranke nur ihretwegen da; sie rücken oft zu fünfzig heran, springen unverfroren auf die Betten, so daß den Kranken nichts übrig bleibt, als sich mit ihnen gütlich abzufinden; sie werfen den Tieren Brodkügelchen hin, um sie wenigstens zu beschwichtigen und abzuhalten. Im Hospitalhofe findet jeden Augenblick ein Turnier zwischen Ratten und Hunden statt, gewöhnlich für erstere ganz ungefährlich, da es ihnen an Schlupflöchern nicht fehlt. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Auf das Eingesandt in der„Herforder Zeitung" betr. des Brandes bei Kolon Rieso sei erwähnt, daß die Freiwilligen Feuerwehren von Löhne und Gohfeld gegen 11 Uhr abends auf der Brandstätte eintrafen, der Brand aber schon um 9 Uhr zum Ausbruch kam. Gegen 9½ Uhr traf die Spritze von Schwarzenmoor und Falkendier auf der Brandstätte ein und gab schon nach wenigen Minuten Wasser auf die schwerbedrohten Nebengebäude. Wenn nicht früher Hilfe gekommen wäre, als die Löhner und Gohfelder Wehren eintrafen, wären sämtliche Gebäude eingeäschert worden, denn um 10 Uhr brannte schon der Giebel des einen Hauses, welches mit Heu und trockenem Holze gefüllt war. Es ist daher nur der Spritze von Schwarzenmoor und Falkendiek zu danken, daß der Brand auf seinen Heerd beschränkt wurde, was eben um 11 Uhr nicht mehr möglich war. Falkendiek, 29. Jan. 190.. A. V. Geboren 1 Sohn: Dr. Füchtenbusch in Oeynhausen. Gestorben: Hermine Heck, 18 Jahre, und Fritz Ilske, 58 Jahre, in Bielefeld. Meteorologische Station Herford. Witterungsbericht vom 30. Januar Höchste Temperatur des Vortages: 4,0“ Niedr. Temperatur in der Nacht:—1,00 Temperatur um 7 Uhr vorm.:—1,00. „„11„„: 0,8% Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 758,7 wm. Tägliche Niederschlagshöhe: 0,6 mm Wind: Lebhafter NW. Himmel: Bewöllt. 31. Jan. Vorherrschend wolkig und etwas kühler mit mäßigen westlichen Winden. Als Na.——— hatte und man:: sich über dem lieben Madchen gewölbt Pieter van#### das einsame Haus zurückgekehrt war, bat „Mifnher.g dn: wir haben Sia##on Rieneck, bleiben Sie bei uns, Sie wissen, die wir an Sio##.# wenn sich auch unsere Hoffnungen, lichen Kinder nicht ftei, durch den Tod unserer unvergeßes uns ein Trost# efüllen konnten, so wissen Sie doch, daß wir von der theun#####en Mann um uns zu haben, mit dem nungsvollen Joris zur" von unserm geliebten, hoffIhnen fordern, aber##en können. Es ist viel, was wir von sitz reicht für zwei vom tonnen auch viel bieten. Unser Bewenn ich die Augen schrig#. Sie sollen sich mit Reinert, mögen theilen.“ scließe, wie ein Sohn in unser VerEs trat eine ziemlich r. sich Rieneck auf und sah dem##r Pause e. Endli., richtee vorgekommen war wie jetzt, ruhig: ihn noch nie so alt „Seien Sie mir nicht böse. Fort.,) fest in die Augen. nicht sein. Wenn mich auch mein. vang Hoff, es kenn Pflicht ruft mich nach Deutschlanz Oond hier herzieht, meine esce sehe P4 un der Setmuach beritent ie uuhen Per Grab immer eine Heimath für Sie zst„., daß noch enn ich gehe, Minher ban k Hoff, braucht damit dach micht soae se le Keiten, Setraden zu Veh. Transdal ist a h# mein Freund, Sie kommen nicht wieder: a1#1,7 och komme doch wieder, daß verspreche ich Ihnen, denn Kauben Sie mir, in meiner Heimath kann ich doch nicht leben mung. finde dort nur Enttäuschungen und betrogene Hoffmeis“ Ich komme wieder, sobald ich meiner Pflicht gegen nach## Fürsten genügt habe. Nun aber muß ich fürs Erste Di. gmfontein in das feindliche Hauptquartier.“ ie Abreise erfolgte an einem der nächsten Tage. Rieneck reiste mit seinem Wagen, seinen beiden Kaffern und Jaretzki, den er nach Deutschland mitzunehmen beschloß, den Hartsfluß abwärts bis zur Straße nach Mamusa und legte von dort ganz gemächlich die vierhundert Kilometer nach Boshof zurück. Von dort fuhr er die ihm schon bekannte Straße nach Bloemfontein. Er erreichte ungehindert die Hauptstadt des Oranje=Freistaates und meldete sich im Hauptquartier des Feldmarschalls. Was er dort erfuhr, war allerdings für ihn überraschend. Graf Echter von Mespelbrunn telegraphirte im Auftrage des Fürsten Ermfried, daß der Falschspieler Fuchs sich freiwillig dem Gericht gestellt und ein Geständniß abgelegt habe. Da aber nicht er, sondern Selbold das eigentliche Verbrechen begangen hatte, so mußte auf Freispruch erkannt werden. Rieneck war durch diese Aussage vollkommen rehabilitirt. Das Telegramm schloß etwa mit folgenden Worten: „Seine Königliche Hoheit haben die Gnade gehabt, Sie unter Beförderung zum Hauptmann zum persönlichen Dienst zu befehlen. Ihre Auswechslung ist auf diplomatischem Wege ermöglicht worden, und ich ersuche Sie, auf dem kürzesten Weg zu uns zurückzukehren. Der Fürst wartet Ihrer in unveränderter Gnade.“ Nachdem Rieneck von diesem Telegramm, das ihm von amtlicher Seite zugestellt worden war, Kenntniß genommen hatte, zögerte er nicht, so schnell als möglich nach Deutschland zurückzukehren, und es bot sich ihm, da man gerade den General Cronje nach St. Helena brachte, Gelegenheit, mir seinem ehemaligen Heerführer die Reise zusammen zu machen. Und als der einsame Felsen im atlantischen Meer auftauchte und das Regierungsboot von St. Helena anlegte, umarnite ihn der eiserne Cronje und legte ihm wie segnend die„Kehren Sie zurück, Müinheer, und werden Sie glu lich. Vergessen Sie aber nicht ganz Ihrer Freunde und Kampfaenossen von Südafrika" (Schluß folgt) Telegramr und Telephonische Meldungen. Für die Veteranen. Berlin, 30. Jan. Die einstimmige Annahme des Antrags auf Einbringung eines Nachtragsetats im Interesse der Kriegsinvaliden und Veteranen verspricht auf den Bundesrat die Wirkung zu äußern, daß man sich sagt, es sei nicht möglich, die bisherige Linie der Zurückhaltung weiter zu verfolgen. in Reichstagskreisen verlautet, finden Verhandlungen zwischen den verbündeten Regierungen darüber statt, eine höhere Summe als die vorgesehene zu dem bewußten Zweck in den Etat einzustellen. virn 0 Hoffnungen auf Friedensschluß in Südafrika Berlin, 30. Jan. Von unterrichteter Seite verlautet, daß England nur dann auf Verhandlungen sich einlassen wird wenn sie von den in Südafrika käupfenden Burenführern veranlaßt werden. Eine Verhandlung mit dem Präsidenten Krüger oder Leyds ist völlig ausgeschlossen. Von Seiten der übrigen Mächte hat eine Beteiligung an dem Vermittlungsversuch des holländischen Ministerpräsidenten Kuyper nicht stattgefunden. Die Aeußerung Balfours, daß die englische Regierung die von Herrn Kuyper gemachten Vorschläge in Erwägung ziehen werde, läßt darauf schließen, daß eine Friedensverhandlung auf dieser Grundlage nicht außer dem Bereich der Möglichkeit liegt. Zum Burenkrieg. London, 30. Jan. Die Regierung hat für das mit dem 31. März d. I. endigende Etatsjahr im Parlament einen Nachtragskredit von 100 Millionen Mark eingebracht zur Deckung der Mehrkosten des Krieges in Südafrikg. Schweres Brandunglück. Wreschen, 30. Jan. Durch Feuer wurden drei Häuser eingeäschert. Vierzehn Familien, meist arme Leute, sind obdachlos; der Schaden ist groß. Falschmünzer entdeckt. Halberstadt, 30. Jan. Die Kriminalpolizei entdeckte in einem Hause der Tannenstraße eine Falschmünzerwerkstatt. Zahlreiche falsche 20=Markstücke und andere Falsifikate wurden beschlagnahmt. Der Inhaber der Wohnung ist verhaftet, Verantwortlicher Redakteur: Vaul Sattler, für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Brockmann’s Berggarten empfiehlt seine täglich gut geheizten Restaurationszimmer. Jeden Mittwoch ist der grosse Saal geheizt. Um zahlreichen Besuch bittet 659a Fr. Brockmann. SchuhwarenAusverkauf. in meinem neuen Lokal nur frische und gänzlich neue Waaren zu haben, verkaufe ich bis zu meinem Amzug die Restbestände meines bisherigen Lagers zu jedem annehmbaren Preise. 657a Verdingung. Die Tischler=, Schlosser=(Beschläge) und MalerArbeiten zum Neubau der Petri=Kirche in Herford sollen getrennt vergeben werden. Zeichnungen, Anbietungs= und Ausführungsbedingungen sind im Bureau des Unterzeichneten einwschen. 6520 Die Angebote sind in verschlossenem Umschlage mit einer den Inhalt bezeichnenden Aufschrift versehen bis zum Sonnabend, den 8. Februar d. J., vormittags 11 Uhr im Bureau des Unterzechneten einzureichen, woselbst die Eröffnung derselben in Gegenwart der etwa erschienenen Unternehmer erfolgen wird. Herford, den 29. Januar 1902. Der bauleitende Architekt: 8 8 Jeden Sonnabend bis Ostern 6490. Grats-Zugabe. Karse Maganin Buchthal 9. Bäckerstr. 9 de Scheusische per Pfd. 35 und 38 Pfg. per Psd. 35 Pig. Holz=Verkauf. Auf dem Rittergute Steinlacke— oben im Kahlenberge— sollen Mittwoch, 5. Februar er., mittags 1 Uhr: ca. 35 Lä chen zu Dielen und Bauholz, 16 Buchen zu Nutzund Brennholz, 20 Eichen zu Kellerbalken, 10 Erlen zu Holzschuhen, sowie in der Allee vor dem Gute 9 dicke Eichen verkauft werden. 650a Hiddenhausen, 29. Januar. W. Kramer. G per Pfd. 50 Pfg. Prascholen G per Pfd. 25 Pfg. Gempfiehlt. 6550 Wilh. Havemann. Feinsten Schweizerkäse „ Rahmkäse (echter Gonda) „ Tilsiter Käse „ Edamer Käse „ Kräuter=Käse „ Nieheimer Käse 641a] Frau Ida Werner. Verkauf. Empfehle billigst · Eal (seinstes Backöl). 648a Friedrich Monke. Hochteinen Honig a Pld. 60 Pfg., 6 Pfd. 3 Mk., empfiehlt. 648a Friedrich Monke. Bernhörster’s SanitätsDährzwieback ist die beste Nahrung für Kinder und Kranke. Selbiger ist vom Nahrungsmittel-Chemiker Herrn Dr. Treue untersucht und zeichnet sich durch seinen hohen Gehalt an Nähr stoffen besonders aus. — à Packet 20 Pfg.— Gleichzeitig empfehle meinen nur aus feinster Süßrahmbutter hergestellt. Erhältlich bei Herrn H. Stedefeder, Steinthor. Friedr. Monke, Bäckerstraße. Matzmann, Neuer Markt. I. H. Reckendorf, Neuer Markt Frau Ida Werner, Gehrenberg. C. Hölscher, Gehrenberg. H. Nolting, Rennstraße. Hauch, Hollandstraße. Wo nicht zu haben, versende von 3 Mark an. 651a Th. Vernhörster, Friedrichsdorf i. W., Ai#back= und Bisquitfabrik. a. Honig (chem. rein) a Pfd. 60 Pfg. 6 Psd. 3 Mk. 646a Heinrich Nolting. Zahn-Atelier. Künstlicher Zahnersatz ohne Entfernung von Wurzel. Stiftzähne, Brücken- u. Kronenarbeit. Plombieren, Zahnoperationen. Gust. Mäder, Herford, Am Gange 4, frühere Wohnung des Herrn Dr. Nolting. 51m Ein im flottsten Betriebe stehende Bäckerei u. Kolontolwaren= handlung am Platz: i“t per Mai oder Juni anderweitig zu verpachten. Reflektierende wollen ihre Off. unt. 633a in der Exp. d. Zeitung niederlegen. Verdingung. Die Tischler=, Schlosser=, Glaser= und Anstreicherarbeiten zum Neubau des Pfarrhauses zu Enger i. W. sollen getrennt vergeben werden. Zeichnungen und Verdingungsunterlagen liegen beim Herrn Kirchenkassenrendenren in Enger i. W. vom 30. Jan. 1902 an zur Einsicht aus und können letztere daselbst gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden. Die Offerten sind bis zum 8. Februar 1902 auf dem Baudureau der Anstalt Bethel bei Bielefeld einzureichen. 6324 Baubnrean d. Anstalt Bethel Der Regterungsbaumeister: K. Siebold Accept=Credit erhalten solvente Firmen. Offert. unter A. Z. 367 an Rudolf Mosse, Magdeburg erbeten. ine mit Fräulein Johanne Landwehr ist mit dem heutigen Tage aufgehoden, welches ich hiermit zur Kenntnis bringe. 642a Heinrich Vahle, Radewiger Feldmark. Die zur Konkursmasse der Herforder Holz-Industrie gehörigen Grundstücke an der Engerstraße hierselbst sollen unter günstigen Bedingungen verkauft werden. Die gesamte Grundfläche, wozu auch ein Bauplatz zur Größe von 5 ar 57 qm gehört, umfaßt ein Areal von ca. 18 ar. Auf dem Hauptgrundstück steht ein noch fast neues Fabrikgebäude, Kesselhaus und Schornstein, sowie zwei große Holzschuppen und Pferdestall. In dem Fabrikgebäude ist bisher Bautischlerei mit Dampf betrieben. Der Betrieb kann jederzeit wieder ausgenommen werden, da sämtliche bisher benutzten Maschinen 2c. noch vorhanden sind und sich in gutem Zustande befinden. In dem Gebäude befir det sich elektrische Lichtanlage. An Maschinen sind vorhanden: 505a eine Bandsäge eine Kreissäge mit Vorgelege eine Dictenhobelmaschine mit Vorgelege eine Langlochbohrmaschine, verbunden m. Kehlmaschine und Vorgelege eine große Kehlmaschine mit Vorgelege eine Fraismaschine zwei Schleifsteine einen Profilmesserschleifapparat eine Pundelsäge mit Vorgelege eine Dampfmaschine ein Dampfkessel eine Dynamomaschine mit Spannvorrichtung und Schallitafel eineLichtanlage für drei Glühlampen ein Akkumulator. Auch steht die Besitzung ohne Maschinen zum Verkauf, da sie zu jedem anderen Betriebe verwendbar ist. Anzahlung nach Uebereinkunft. Die näheren Verkaufsbedingungen können bei mir eingesehen werden. Reflektanten wollen sich bis zum 1. März cr. bei mir melden. Herfort, 23. Januar 1902 Der Konkursverwalter: Lümkemann, Rechtsanwalt und Notar Feinsten Kräuterkäse „ Holländer Käse „ S c h w e i z e r K ä s e „ Harzkäse empfiehlt 648a Friedrich Monke. Stift Berg feiert am Sonnabeno, den 1. Februar Gebartstag Sr. Mai. des Kaisers auf dem Schützenberge durch Konzert und Ball. Anfang 8 Uhr abends. Mitglieder und Freunde mit ihren Damen sind herzlich eingeladen. Der Vorstand. Stadttheater in Herford. Bürger=Verein. Direktion: Josef Zwenger. Wegen Vorbereitung zum Gastspiel des berühmten I. Helden und Liebhabers Herrn —. Oskar Bohnée:— Ritter pp vom Stadttheater in Cöln, bleibt die Bühne bis Freitag, den 31. d. Mts. geschlossen. Freitag, 31. Januar 1902, Einmaliges Gastspiel des Herrn Oskar Bohnée Ehrenmitglied der Königl. Akademie Stella D' Italia zu Florenz Ritter des St. Katharinen=Ordens II. Klasse, Inhaber des Stern von Italien am grünen Bande, sowie der Großen DanteMedaille für Kunst u. Wissenschaft vom Stadttheater in Cöln. 5560 Präparierte Katzenfelle, sicher wirkendes Mittel gegen Rhenmatismus, Erkältung, Herenschuß etc, a St. 3 Mk., gefüttert 5 Mk. Alleindepot 335a Klaatzen Bäckerstr. 21. Fernsprecher 305. (Le Maitre de Forges) Schauspiel in 4 Akten von Georges Ohnet. Novitäten- Preise. Musik von der Kapelle des Herrn C. Düngel Kassenöffnung 7½ Uhr. 612a Anfang 8½ Uhr. NB. Sämtliche freien Entrees mit Ausnahme der Herren Vertrete: der Presse sind aufgehoben. Die Direktion. Sonnabend, den 1. Febrnar, 9 Uhr abends: Gssang-Verein Concordia Sonnabend, 1. Febr. cr., abends 9 Uhr: Markes-Ball in Brockmanns Berggarten. Masken und närrische Abzeichen sind am Festabend beim Komitee zu haben. 640a Wir bitten, die Karten vorher bei den Herren Brockmann, Steinmeier und Tieste oder Donnerstag abend im Vereinslokale(Hotel zur Dost) in Empfang zu nehmen. Das Komitee. Turnverein Jahn. Unser diesjähriger findet am Sonntag den 9. Februar in den Lokalitäten des Herrn Adolf Schulzestatt. Anfang nachmittags 6 Uhr. Abends 12 Uhr große Preisverteilung an die besten Masken. Einlaßkarten sind bis zum 9. Februar, nachmittags 6 Uhr im Vereinslokal bei Herrn Adolf Schulze, sowie bei den Mitgliedern zu haben.(653a Die Preise sind im Schaufenster der Wwe. Weinberg, Bäckerstraße, ausgestellt. Das Komitee. # Musikverein Herford (geg. 1820) Freitag, 31. Januar, abends 8 Uhr, im Saale des Weinklubs: Konzert unter Mitwirkung von Frau Beatrice von Fossard (Gesang), der Herren: Konzertmeister A. Beyer (Violine), Kammervirtuos G. von Fossard(Viola alta), und Christian Bertram(Violoncello) aus Bückeburg. 5598 Programm: Musik, Ouverture für gemischten Chor von R. Fricke (Neuheit), Frauenchöre von H. Hofmann, Frauenliebe und Leben von H. Schumann, Solostücke für Viola alta, Solostücke für Cello etc. etc. Einlasskarten a Mk. 1,50 sind bei dem Oekonomen des Weinklubs zu haben. An der Abendkasse Eintritt a 2,00 Mk. Litterarischer Klub Neue Sonnabend, den 1. Februar, abends 8 Uhr, Großer Masken-Bal und großer mit verschiedenen Ueberraschungen Preisverteilung Masken sowie närriiche Abzeichen sind abends in der Neuen Welt beim Komttee zu haben Karten sind vorher vom Vorstand sowie von Herrn Liedtke abzuholen.(629a] Das Komitee. Am Sonntag, 2. Februar feiert der Post-Unterbeamten-Verein„Einigkeit“ im Vereinslokale der Frau Wwe. Brinkmann sein 6844 7. Stiftungs=Fest verbunden mit der Geburtstags=Feier Sr. Majestät des Kaisers durch theatral. Aufführungen und Ball. Freunde und Gönner des Vereins sind hiermit eingeladen. Karten sind an der Kasse zu haben. Der Vorstand. Zur Karneval-Saison 80 empfehlen wir: Seidene Herren=Masken Stück 25 Pfg., Seidene Damen=Masken.. 22 Paar vou 30„ „„ 30 v. 2 9 Schellen— Flitter— Münzen— Fächer — Gold- und Silber=Spitze— Tarlatan Atlasse— Sammt in allen Farben. E,& m. Becher Obn= und Gartenbauverein für Herford u. Ulgegend. Versammlung aitt M Sonnabend, 1. Februar, abends 8 Uhr. im Edangelischen Vereinshause. Tages Ocdnung: 1. Eingänge. 2. Bortrag über Spargel Pflanzungen. Reserent: Herr Obergärtner Strube. 3. Rechnungslage. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 644a Der Vorstand aler schneil und bilrrast D Stellung finden will, verlange per Postkarte die„D utsche Vakanzenpost in gen. 630 8 1 Herford, Bäckerstraße 23. 4750 Herford, Bäckerstraße 23. Kohlensäure. Wir bringen den Herren Konsumenten hierdurch zur Kenntnis, daß wir den Verkaufspreis für Verford und Umgebung auf 5.25 Mk. pro 10 Kilogramm in Leihflaschen bei dreimonatiger mietfreier Leihfrist festgesetzt haben. Gleichzeitig machen wir die Herren Mitglieder des Nordwestdeutschen Gastwirte=Verbandes höflichst darauf aufmerksam, daß wir der Verbandsleitung gegenüber uns zum Abschluß eines Vertrages bis Ende 1910 bereit erklärt haben, wodurch am besten die in weiten Kreisen der Herren Konsumenten verbreitete Befürchtung, die Kohlensäure=Preise würden unsererseits noch erhöht werden, zerstreut wird. Für den Fall des Zustandekommens dieses Abschlusses offerieren wir der Verbandskasse eine Vergütung von 25 pro 10 Kilogramm.mm 6450 Deutsche Kohlensäure=Gesellschaft m. b. H. Berlin=N. W. 7. M Kr 2d der un au La gu un ein der lise bei ich we ein dei W an W ac un ja sie da so un let Le etr die ger lu do zw es der 19 wr Ze De Bi erl me ein do int ein zie Ce