Herforder G eneralanzeiger für den Kreis Herford. N 150. #1 Montag, Mittwoch und Freirag Abend. Abonnementspreis vlertelfährlsch 75 Pl. pränumerando, vom Brfesträger ins Haus gebracht 1 Mark. Inserate werden bis vormittags 10 Uhr erbeten, und kostet die 1 spaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pf. Redaktion und Expedition: Gehrenberg 320(Eingang an der Brüderstraße). 1894. Lokales und Provinzielles. (Nachbruckunserer Originalberichte ist nur mit deutl. Quellenangabe gestattet.) f Herford, 14. Dez. Nicht genug kann in den jetzigen Wochen die Mahnung wiederholt werden: — und Grundlasten müssen die hiesigen Geschäftsleute ihr gehöriges Teil beitragen. Viele unterhalten ein nicht unbedeutendes Personal und was von diesen, sowie im ganzen Hausstande des Gewerbetreibenden verbraucht wird, das kommt ebenfalls dem hiesigen Gemeinwesen zu gut. So mancher der Geschäftsleute hat das Jahr hindurch seine Not, um das Geld aufzubringen, das er hier in der Stadt für Mieten 2c. zu bezahlen hat. Darauf sollte denn auch jetzt zum Weihnachtsfeste genügend Rücksicht genommen und das Geld nicht aus der Stadt getragen werden. Namentlich auch bei größeren und theureren Geschenken sollte doch Jeder zuerst an die hiesige Geschäftswelt denken und tor den Verdienst zuwenden. Man hört es leider nur gar zu häufig, daß theuere Sachen von auswärts bezogen worden sind, die hier am Platze ebenso schön zu haben gewesen wären. Es ist ja bekannt genug, daß die hiesige Geschäftswelt jeder Branche nicht nur leistungsfähig ist, sondern sich es auch angelegen sein läßt, jedem Geschmacke gerecht zu werden und eine reichhaltige Auswahl zu bieten. Selbstredend kann sie das aber nur, wenn auch die wertvollen Gegenstände wirklich gekauft werden und nicht etwa als Ladenhüter Kapital und Kosten verschlingen müssen. Man möge daher auch den hiesigen strebsamen Geschäftsleuten die nötige Unterstützung dadurch zu Teil werden lassen, daß man nur am Plätze kauft. + Ohne Protest gegen die StadtverordnetenWahlen ist es doch nicht abgegangen. Ein solcher wurde vielmehr, aus der Feldmark kommend, am Mittwoch beim Magistrat eingereicht. Der Protest stützt sich im wesentlichen auf die vielfach besprochene Ansicht, daß bei der Wahl einige Stadtverordnete auf volle sechs Jahre hätten gewählt werden müssen. Solches wäre in dem Falle nothwendig gewesen, wenn es sich auch um Ersatzwahlen für verstorbene, verzogene oder aus anderen Gründen aus dem Kollegium geschiedene Stadtverordnete gehandelt hätte. Dies liegt hier aber nicht vor. Auch giebt die Städteordnung keine Vorschrift darüber, daß zwischen Neu= und zur Erweiterung des Kollegiums Gewählten ein Unterschied bei der Wahl zu machen sei. Es wird vielmehr das Loos in 2 Jahren zu entscheiden haben, wer von den jetzt neugewählten Stadtverordneten auszuscheiden hat. * Ein Hänneschentheater wird von Weihnachten ab hier Vorstellungen geben. * Vortrag. Im christlich= vaterländ. Männerverein spricht am Sonntag Abeno 6½ Uhr Herr Gymnasiallehrer Schumacher über„ Deutsche Weihnachten." Jedermann, besonders auch Frauen, hat freien Zutritt. * Im Schöffengericht am Mittwoch wurde über Injurienklagen verhandelt. Es wurden dabei 3 Geldstrafen verhängt. 16 Mark hat die Ehefrau A. wegen Beleidigung der Arbeiterin S. zu bezahlen. 10 Mark Frl. K. auf Klage der Näherin M. 3 Mk. die Ehefrau T. auf Klageantrag der Witwe Qu.— Die übrigen Sachen endeten durch Vergleich. * Zur glatten Abwickelung des PostSchalterverrehrs während der Weihnachtszeit kann das Publikum selbst wesentlich beitragen. Die Einlieferung der Weihnachtspäckereien sollte nicht lediglich oder vorwiegend bis zu den Abendstunden verschoben, namentlich müßten Familiensendungen thunlichst an den Vormittagen aufgegeben werden. Selbstfrankirung der einzuliefernden Weihnachtspackete durch Postwerthzeichen sollte die Regel bilden. Mit seinem Bedarf an Postwerthzeichen müßte sich ein Jeder schon vor dem 19. Dezember versehen. Zeitungsbestellungen dürften nicht in den Tagen vom 19. bis 24. Dezember bei den Postanstalten angebracht werden. Für die am PostSchalter zu leistenden Zahlungen sollte der Auflieferer das Geld abgezählt bereit halten. Die Bfolgung dieser Rathschläge würde der Post und dem Publikum gleichmäßig zum Nutzen gereichen. * Gnadenquartal: Sehr wenig bekannt und ebensowenig geübt ist die Bestimmung, daß das sog. Gnadenquartal nach dem Tode eines Beamten sofort fällig ist. Während die Beamten selbst ihre Besoldung vierteljährlich im Voraus, und zwar am ersten Tage des beginnenden Vierteljahres, beziehen, kann das Gnadenquartal an die Hinterbliebenen unmittelbar nach dem Tode des Beamten ohne vorherige Anweisung ausgezahlt werden. Stirbt z. B. ein Reichs= oder ein preußischer Staatsbeamter im Laufe dieses Monatr (Dezember), so gebührt den Hinterbliebenen nicht nu das Gehalt des Sterbemonats(welches der Beamte ja schon am 1. Oktober d. I. im Voraus bezogen hat), sondern auch sofort nach dessen Tode die Besoldung für Januar, Februar und März k. J. die auf Grund der vorzulegenden Sterbeurkunde ohne weiteres gezahlt werden darf. * Westf. Feuerwehr=Verband. Eine sehr ausführliche und lehrreiche Statistik hat der westfälische Feuerwehr=Verband herausgegeben, der unter der trefflichen Leitung des Herrn W. Mummenhoff=Mochum steht. Genaue Angaben sind vorhanden über die Anzahl der Mitglieder, Geräthe, vorausgabten Gelder, Unfälle, Brände usw. Es gehören dem Verbande an 128 Wehren mit insgesamt 9301 Mitgliedern. Von den sämtlich freiwilligen Wehren werden drei von TurnVereinen gestellt(Bielefeld, Camen, Haltern), 13 von Fabriken und Zechen, und die anderen 112 sind „Bürger=Feuerwehren.“ Die meisten Mitglieder haben: Dortmund(204). Haltern(191), Münster(176), Lüdinghausen(163), Bochum(158), Altena(155), Hamm (150) und Hagen(150). 0 Bünde, 13. Dez. Nachdem in der gestrigen Sitzung des landw. Vereins die Kommissionen für die nächstjährige Kreisausstellung gebildet waren, hielt Herr Direktor Burgtorf aus Herford vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft seinen fast 2 stündigen Vortrag über die zweckmäßige Fütterung unseres Viehes. In klarer, sachkundiger Weise zeigte derselbe, welche Nährstoffe für den Aufbau und die Erhaltung des tierischen Körpers notwendig und demselben zuzuführen sind, wie dieselben vom Tiere in den einzelnen Organen verarbeitet werden und werden müssen, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen und gelangte zu folgenden Resultaten: Eine Kuh von 800 Pfd. lebendem Gewicht verlangt täglich etwa 20 Pfd. Trockensubstanz, 2½ Pfd. Stickstoff, 12 1/8 Pfd. stickstofffreie Nahrung, 3/10 Pfd. Fett. Um diese Stoffe zuzuführen empfiehlt es sich, der Fütterung im allgemeinen folgendes Rezept zugrunde zu legen: Man reiche pro Tier und Tag 10 Pfd. Heu, 10 Pfd. Stroh und etwa 30—40 Pfd. Gemüse, als Rüben, Möhren 2c. und 2 Pfd. Erdnußkuchen, oder die gleiche Menge Baumwollensaatmehl oder von jeder Sorte die Hälfte. Auch durch andere Kraftfutterarten als Gerste, Hafer, Roggen, Erbsen Geheimnis des Stollens. Roman von Dr. Carl Mai. (11. Fortsetzung.)—(Nachdr. verb.) „Was hast' gedacht bei meinem Gang zum Wald?“ frug Frieder weiter. „Der Vater sagt, Du seist der Waldschwarz'; ich aber hab'’ gleich das Richt'ge vernommen: Du hilfst dem Förster. Net wahr?“ „Der hat es mir bezeugt. Jetzt komm' ich vom Gericht und hab' den Freipaß für den Wold bei Tag und Nacht.“ „Und wirst auch hinausgehen?“ „Warum sollt' ich net?“ „Frieder, thu's net! Es ist jetzt gar viel Gefahr im Wald, und selbst der Tapferst' kann net sagen, ob er gut daraus hervorgeht. Es gibt ja Leut', um deretwillen Du Dich schonen mußt!“ „Hast Recht, Martha! Aber es gibt auch einen Engel, der mich beschützt bei jedem Weg, den ich thu'.“ „Welcher ist das?“ „Du selbst!“ „Ich? Wo denkst' hin! Meinst wohl, weil ich bei der Wäsch' bin, wo man weiß und sauber geht!" „Dann wärst ja blos der Wäsch'engel! Aber sac’, warum legst' sie hier auf die Wies’ und net in den Garten, wo es bequemer ist?“ „Wir haben dort kein Wasser. Der eine Brunnen wird repariert, und der andere, den der Vater nur ganz allein gegraben hat, gibt keinen Tropfen, weil er in den Stoll'n gestoßen ist, der unter dem Hof fortgeht. Wir dürfen davon gar net red'n, sonst wird der Vater bös’; er sagt, die Leut' lachen ihn aus, wenn sie hören, daß er Wasser gesucht hat da, wo keins zu find'n ist.“ „Wie alt ist dieser Brunnen?“ „So alt, als ich auf dem Feldhof bin. Erkgrub ihn gleich in der erst' Zeit und nur bei Nacht.“ „So weiß die Gemeind' gar nix davon?“ „Nein, weil's zu viel Umständ’ macht. Nur die Mutter hat's gewußt und ich. Die Mündung ist in der Hinterkammer neben der Scheun', wozu er nie den Schlüssel herausgibt. D'rum also muß ich auf die Wies'.“ „Und das ist gut, Martha, sonst hätt' ich Dich jetzt net gesehen!“ „Wirst mich auch heut' am Abend sehen, wenn ich es möglich machen kann. Er geht wieder um Acht zur Ruh'.“ „Ja komm', Martha! Wirst große Freud' anrichten. Und sollt' ich net sofort daheim sein, so komm' ich sicher, noch eh' Du wieder gehst. Leb wohl!“ „Leb wohl, Frieder!“ Sie blickte ihm nach, wie er dem Braunen die Sporen gab und in eleganter Sicherheit auf demselben über die breiten Gräben setzte. Wie war er doch so ganz anders als die Männer, welche sie bisher kennen gelernt hatte, besonders aber als der Vater! Sie durfte ihm gar nicht erzählen, wie dieser sie und die Mutter am Morgen mißhandelt hatte. Es war noch viel ärger gewesen, als sie angedeutet hatte, und wenn sie auch den eigentlichen Grund nicht kannte, der den Feldbauer über den nächtlichen Gang Frieders in solche Wut versetzt hatte, sie wußte doch, daß diese Zornesergüsse wiederkehren würden, da es nicht in ihrer Absicht lag, dem wildem Manne das jung emporsprossende Glück ihres Innern zu opfern. Frieder kam nach Hause. Er mußte darüber lächeln, daß seit seinem Hiersein ihn der Waldschwarze fast mehr in Anspruch nahm als das Bachgut. Er war abermals gezwungen, den Feldbauer zu belauschen und zwar ohne Verzug, und konnte daher den Eltern nur kurze Auskunft erteilen. „Nun, wie war's auf dem Amt?“ frug der Vater. „Ganz, wie ich's gedacht hab'. Sie wollten alles wissen, ich hab' ihnen aber blos gesagt, daß ich mich wegen dem Schwarz'n vermaskir'. Dann mußt' ich von Euch erzähl'n und bekam darauf die Erlaubnis, zu thun, was ich für gut halt'.“ „Ja, warum sagst' doch net, was Dir begegnet ist im Wald? Wenigstens uns kannst's doch erzähl'n. Wir sind gar sehr erschrock'n, als wir hört'n, daß Du es machst wie der Franz; wirst uns wohl auch so ein Herzeleid bringen wie er. Was soll d’raus werden?" „Nix anders, als daß ich den Schwarz'n fang', Vater! d’rauf kannst' Dich verlassen!“ „Ja, gerad' so wie der Franz und ich! Dann wirst' eines Tag's am Baum gefunden: oder Du kommst eines Morgens heim ohne Aug’ und Licht.“ „Vater, sorg' net! Ich bin groß und alt genug, um zu wissen, ob ich sicher geh’—“ „Ich war’s auch!“ „Und grad' jetzt nun weiß ich ganz genau, daß er mir nix schaden kann. Er ist schon fest in meiner Hand.“ „Fest— in Deiner Hand—?" Der Blinde sprang' auf und auch die Mutter trat hinzu. Sie hatte das Wort noch nicht ergriffen, weil der Vater ja auch ihre Gedanken aussprach.„Ist's wahr, Frieder, sag' schnell, ist's wirklich wahr?“ „So wahr als ich vor Euch steh'!“ „So red', was ist's? Schaff' ihn mir zur Stell', rasch, jetzt gleich, damit mein täglich Gebet Erhörung find’, und ich ihn unter mir zerdrück', wie der Funk' zerstiebt unter dem Hammer, der Eisen zermalmt. Such' ihn, bring' ihn, ich will ihn haben sofort und ohn' Verzug!“ Ein einziger Augenblick hatte den alten Mann in eine Aufregung versetzt, die ihm alles andere vergessen ließ. Frieder suchte ihn zu besänftigen. „Du sollst ihn haben, Vater, aber jetzt noch net. Es ist noch net die recht' Zeit dazu!“ „Die recht' Zeit ist stets, ist immer, ist sofort! Oder weißt' noch net, wer's ist?“ „Ich weiß' es, aber eh' ich den Namen nenn’, muß der Beweis vollständig sein und ohne Lück'. D'rum hab' noch eine kleine Zeit Geduld! Du bist der Erst', der ihn von mir empfängt, das will ich Dir versprech'n!“ Er ging. Hinter dem Dorfe, da, wo der Wald sich von der Höhe hernieder zu neigen begann, hatte man einst nach Erz gegraben, Der Ertrag war in der ersten Zeit lohnend gewesen, nach und nach aber so gesunken, daß man den Bau wieder aufgegeben hatte. Noch heute trat die Tauggesteinshalde weit aus dem Berge hervor, um deren Rand sich eine rohe, hölzerne Umzäunung zog zum Zeichen, daß der Zugang für den Unberufenen verboten sei. Der Platz gehörte jetzt zum Areal des Feldhofes, und der jetzige Bauer hatte an Stelle des kleinen, verwitterten Häuschens, welches das Mundloch des noch immer offenen Schachtes bedeckte, eine Scheune errichtet, angeblich um sich bei der Heu= und Grummeternte am Berge die Mühe des Heimbringens zu ersparen. Der Ort wurde noch heute„die Zeche“ genannt, und niemand kam hinauf, um den Argwohn des gefürchteten Feldbauern nicht zu erregen. Frieder richtete es ein, daß er von der Forstseite aus die Halde erreichte und an die hintere Wand der Scheune gelangte, wo man ihn vom Thale aus nicht bemerken konnte. Die Thür war verschlossen, das wußte er; doch kostete es ihm keine große Anstrengung, mit dem Messer einen Laden zu öffnen. Er stieg durch diesen in das Innere und verschloß ihn dann wieder. In einer Ecke der Scheune stieg der Schacht in die Tiefe; seine Mündung war mit Brettern belegt. Der übrige Raum war zur Hälfte mit Heu bis unter das Dach angefüllt. Er stieg hinauf und wühlte sich so zwischen die duftigen Bündel hinein, daß er vor Entdeckung sicher sein und doch alles überblicken konnte. Der Feldbauer hatte bald nach Frieder die Schenke verlassen; die Räder seines Wagens knarrten, er öffnete die beiden Flügel des Thores und schob das ungelenkte Fuhrwerk rücklings in die Scheune. Die Pferde blieben unter dem Eingange stehen, der eine so geringe Bleite besaß, daß niemand an ihnen vorüver Zutritt nehmen konnte. Nachdem er die Läden einer raschen Besichtigung unterworfen hatte, legte er Jacke und Mütze ab, entfernte die Bretter von dem Mundloche und zog unter dem Heu eine umfangreiche Seilrolle und einen Gegenstand hervor, dessen Zweck Frieder völlig unbekannt war. Er sollte nicht lange über denselben im Unklaren bleiben. Nachdem einige Bündel Heu vom Wagen genommen waren, zeigte sich, daß sie nur bestimmt gewesen waren. die eigentliche Ladung dem Auge zu entziehen. Diese bestand aus Packeten, kleinen Fässern und Kisten, wel de der Bauer mit einer Schnelligkeit ablud, die man seinen massiven Körperbau gar nicht zugetraut hätte, dann zog er den rätselhaften Gegenstand herbei, welche aus vier oben in einem Gelenk vereinigten, unten aber sich ankerartig aus einander biegenden Eisenstäben bestand, befestigte ihn um das Seil, älßt sich die in den Rauhfutterarten fehlende Menge Stickstoff und Fett ergänzen, doch stellen sich diese Getreidearten bei den zeitigen Preisen auf 40—70 Pf. während sich Erdnußkuchenfütterung 2c. nur auf etwa 13 Pfg. beläuft. Außerdem kommt es bei der Fütterung in eister Linie darauf an, daß das Futter gut verdaut wird und da gilt es, das Vieh durch Zusatz von Häcksel zum langsamen Fressen zu bewegen, damit dasselbe gut eingespeichelt wird. Aus demselben Grunde ist Langfutter dem Häcksel vorzuziehen. Kartoffeln, die mit unter die Gemüsearten zu zählen sind, müssen keimfrei gehalten werden. Das Kartoffelwasser wirkt schädlich. Auf die vielen anderen praktischen Regeln können wir des Raumes halber nicht eingehen. Es wurden noch einige Ketten, nach dem neuen Verfahren hergestellt, vorgeführt. Dieselben sind nicht gelötet, sondern bestehen aus einem Stück, besitzen mindestens die doppelte Haltbarkeit und stellen sich im Preise nichts höher. Dem Vortragenden wurde der Dank der Versammlung. * Quernheim, 11. Dez. In der VerwaltungsStreitsache der Gemeinde Quernheim wider die WegePolizeibehörde zu Gohfeld und die Gemeinde Rehmerloh wurde vor dem Bezirksausschusse in Minden verhandelt. Es handelte sich um Aufhebung einer Verfügung der Wegepolizeibehörde, welche angeordnet hatte, daß die Gemeinde Quernheim die Hälfte der für die Reparatur der Grenzbrücke zwischen Rehmerloh und Quernheim erforderlichen Kosten zahlen und die für die fernere Unterhaliung der fragl. Brücke in Zukunft entstehenden Kosten zur Hälfte tragen solle. Die Klage wurde abgewiesen, da sie nicht bei dem zuständigem Gerichte, dem Kreisausschusse, sondern bei der Wegepolizei erhoben und darüber die gesetzliche Reklamationsfrist verstrichen ist. Kirchlengern, 13. Dez. Am Montag weilten hier die Herren Landräte der Kreise Herford, Lübbecke und Minden nebst einigen Fachmännern, um die abgesteckte projektierte Bahnlinie von Bergkirchen nach hier in Augenschein zu nehmen.— In der letzten am Dienstag abgehaltenen Schulvorstandssitzung stand wieder einmal die von der Königl. Regierung vorgeschlagene Gehaltsvorlage auf der Tagesordnung. Nachdem andere Gemeinden unseres Amtes, wie Gohfeld und Mennighüffen die Vorlage genehmigt hatten, ist auch hier zur Freude der beteiligten Kreise selbige angenommen worden und wird vom 1. April n. Is. in Kraft treten. * Oeynhausen, 11. Dez. In der letzten Stadtverordnetensitzung fand u. a. auch die Beratung über die definitive Anstellung eines Kommunal=(Stadt)=KassenRendanten statt. Die Wahl fiel auf den SteuerkassenRendanten Franz Galnow aus Thale. Das Anfangsgehalt desselben soll 1500 Mk. betragen und alle drei belud ihn mit einem Teile seiner Fracht und ließ ihn dann in den Schacht hinab. Frieder mußte im Stillen die Klugheit seines Gegners anerkennen, welcher eine Vorrichtung erfunden hatte, die das Abladen überflüssig und jede anderweite Hülfe entbehrlich machte. Denn war die Ladung unten angekommen, so stießen die Ankerarme auf den Boden, legten sich auseinander und warfen ihre Last von selber ab; wurde die Vorrichtung dann wieder emporgezogen, so nahm sie ihre vorherige Gestalt an. Auf diese Weise waren die Güter bald in dem Schachte verschwunden; der Feldbauer versteckte die beiden Gegenstände unter das Heu, bedeckte das Mundloch wieder, warf das noch vorhandene Futter vom Wagen und fuhr davon, nachdem er das Thor verschlossen hatte. „Jetzt nun kenn' ich das ganz' Geschäft!“ atmete Frieder tief auf,„Hier hält er die Einfuhr, ohne daß ein Mensch ein Wort davon erfährt oder mit einer Silb' daran denkt; am Stoll'n ist die Ausfuhr durch die Pascher, die gar net wissen, woher die Päck' und Kist'n kommen; und dazwischen ist der Brunnen, durch den er den Auf= und Absteig nimmt, wenn man im Feldhof denkt, er schläft; dort muß er auch die Niederlag' haben, und in der Mauer, die ich betrachtet hab’, tst ein Loch, durch das er geht, obgleich ich's net zu finden vermocht'. Aber ich werd's schon entdecken und zwar heut'. Er geht wieder um Acht zum Schlaf, wie Martha sagt, und wenn ich auch nicht beim Stein gewesen bin, so weiß ich also demnach, daß sein Leut' bestellt sind. Er hat den Zettel dazu wohl gleich in der Früh' besorgt, und jetzt steigt er durch den Brunnen, um die Güter parat zu machen. Er öffnete den Laden und sprang hinaus. Offen lassen durfte er ihn auf keinen Fall, und nur nach langer Mühe gelang ihm der Verschluß. An der Berglehne traf er ganz unerwartet mit dem Buschwebel zusammen, welcher von weiter oben aus dem Walde kam und solche Eile zu haben schien, daß er beinahe von ihm umgerannt worden wäre. „Was läufst hier im Weg herum!“ polterte der Buschwebel mit hoch gerötetem Gesicht, welches sich höhnisch verzog.„Bist ja mehr im Wald als zu Haus'; aber ich werd' Dir gar bald das Spazierengehen verleiden!“ Frieder sah ihn groß an. War der Mann verrückt, daß er nach den Erfahrungen der letzten Zeit noch in diesem Tone sprechen konnte? „Feldwebel, machen Sie kalte Umschläg'; die Hundstag' sind vor der Thür!“ „Ja, die Tag', wo man die Hund' an die Kett' legt und ihnen den Beißkorb giebt. Wirst auch einen bekommen für Dein Herumstreichen. Und das gar bald; ich sorg’ dafür!" [Fortsetzung folgt.] Arithmogryph. 1 2 3456 7 8 9 10 11 12 ein willkommener Gast. 2 4 3 1 eine winterliche Erscheinung. 3 7 53 4 7 ein überseeisches Land. 4 9 6 2 ein Tier. 5 2 4 8 5 4 7 Hauptstadt eines deutschen Staates. 6 3 8 4 7 ein Metall. 7 10 2 5 4 7 Bezeichnung einer Himmelsrichtung. 8 10 77 4 ein Himmelskörper. 9 10 7 9 10 7 eine Süßigkeit. 10 11 11 10 ein männlicher Vorname. 11 6 7 10 2 ein musikalischer Ausdruck. 12 7 11 12 ein Wasservogel. Die obersten wagerechten und senkrechten Zahlen 1—12 ergeben das gleiche Wort. Jahre steigen bis zum Höchstgehalt von 2300 Mark. Für Dienstaufwand werden jährlich 500 Mk. vergütet. — Dann stand auch die Neuregulierung der LehrerGehälter wieder auf der Tagesordnung. Nach längerer Beratung hat das Kollegium die Forderung Königlicher Regierung bezüglich dieser Angelegenheit angenommen. — Außerdem wurde auch noch über die Beschaffung eines geeigneten Viehmarktplatzes beraten. Die Königl. Regierung hat nämlich die Anlegung eines derartigen Platzes verfügt, da sich der Bezirkstierarzt darüber beschwert habe, daß eine ordnungsmäßige Kontrolle bei den gegenwärtigen Verhältnissen nicht gehandhabt werden könne. Der Landwirt Ottensmeyer hat laut Westf. Ztg. einen geeigneten Platz auf seinem Grundstücke bei der Chemischen Fabrik angeboten, und zwar mit der Bedingung, daß er die Marktstandsgebühren dafür erheben kann und daß mindestens alle zwei Monate ein Viehmarkt abgehalten wird. Auf Antrag des Herrn Lücking beschließt das Kollegium, im letzteren Sinne nochmals bei der Regierung vorstellig zu werden. (Depenbrock. 13. Dez. Wie es scheint, nimmt das Stehlen in unserer Gemeinde immer mehr zu. Es wurden dem Fabriktischler R. in der letzten Nacht 11 Paar Strümpfe entwendet. Der Dieb muß wohl an kalten Füßen leiden, denn er hatte die ganze Wäsche außer den Strümpfen vollzählig hängen lassen. Auch wurde in derselben Nacht dem Malermeister K., Melbergen ein alter Kinderwagen entwendet. Die Sachen sind der Polizei angezeigt und verschiedene Haussuchungen bereits vorgenommen. Vlotho, 10. Dez. Der Standesamtsbezirk Valdorf erhält jetzt wieder seinen Sitz in Valdorf, nachdem Herr Kantor Schwick, daselbst als Standesbeamter vom Herrn Regierungspräsidenten bestätigt worden ist. Die Vereidigung vor dem Herrn Landrath hat bereits stattgefunden und wird Herr Kantor Schwick die standesamtlichen Funktionen demnächst beginnen. * Detmold, 12. Dez. In der heutigen Sitzung des Landtages wurde zunächst beschlossen, die Schulgesetzvorlage einer Kommission, bestehend aus 7 Mitgliedern zu überweisen. Es wurde dann die Beratung über die Gewerbesteuervorlage fortgesetzt und ein Beschluß gefaßt, nach welchem in Zukunft das Gewerbe im Umherziehen die doppelten Sätze wie bisher zahlen muß. Hierdurch sollen der Hausirhandel und die Wanderläger betroffen werden. Eine längere Debatte entspann sich bei dem Paragraphen, der von der Steuerart handelt. Die Vorlage teilt die zu Besteuernden in drei Klassen, nach dem Ertrage und dem Betriebskapital des betreffenden Gewerbes. Dem gegenüber schlägt die Kommission 6 Klassen und die Besteuerung nur nach dem Ertrage vor. * Helde, 12. Dez. Der Klempner Bernard Vennewald zeigte in diesen Tagen nach fünfjähriger Abwesenheit von Hause seine bevorstehende Heimkehr an und erfreute zugleich seine Eltern durch die Mitteilung, daß er ihnen eine große Anzahl Raritäten aus fremden Ländern als Weihnachtsgeschenke mitbringen werde. Der größte Teil seiner Habe war hier schon angekommen, da erhielten die Eltern ein Telegramm, daß der Sohn bei Havixbeck tot aufgefunden worden sei. Ein Schlagfluß hatte dem Leben des jungen Mannes ein plötzliches Ende bereitet. * Münster, 12. Dez. In der gestrigen GeneralVersammlung des Westf. Bauernvereins wurde u. a. ein Protest beschlossen gegen Erhöhung der Gerichtskosten in Grundbuchsachen mit dem Wunsche, daß bei dem Uebergang des Grundeigentums innerhalb derselben Familie durch Schichtung, Uebertrag oder Erbgang und Erbteilung und den damit verbundenen Eintragungen von Erbteilen oder Abfindungen für die Grundbuchkosten feste, niedrige Sätze eingeführt werden. Zum Schluß mahnte Herr Frhr. v. Schorlemer=Alst zu einträchtigem Zusammenhalten und zur Wachsamkeit gegen die Sozialdemokraten, deren Agitation an der treuen vaterländischen Gesinnung und an den harten Schädeln der westfälischen Bauern scheitern werde. * Höxter, 11. Dez. Nach langen Erwägungen wurde im vorigen Jahre der definitive Beschluß gefaßt, unsere Stadt mit einer Wasserleitung zu versehen. Die sofort in Angriff genommenen Vorarbeiten ergaben ein recht günstiges Resultat. Die Wassergewinnung erfolgt durch zwei bereits angelegte Brunnen, welche die genügende Menge Wasser liefern. Letzteres hat nach den Analysen eine vorzügliche Zusammensetzung und ist für eine Trinkwasserleitung sehr geeignet. Die Ausführungskosten sind auf rund 150000 M. veranschlagt, denn die Zuleitung erfolgt durch natürlichen Druck. W. Z. * Dortmund, 12. Dez.„Mein Mann!" betonte eine Zeugin von hier besonders, obwohl sie selbst den Eindruck eines kürzlich der Schule entlassenen Mädchens machte.„Der Mann“, ein bartloses, schwaches Bürschchen, von der Größe eines Knaben von 15 Jahren, saß auf der Anklagebank. Er zählte 20 Jahre, ist aber glücklicher Gatte und— Vater zweier hoffnungsvoller Sprößlinge. Parlamentarisches. Im Reichstage wurde Mittwoch die erste Beratung des Etats fortgesetzt. Es kamen die Abgg. v. Kardorff, Rickert, v. Manteuffel und Liebknecht zum Worte und vom Bundesrate Graf Posadowsky. v. Kardorff sprach dem neuen Reichskanzler sein Vertrauen aus und empfahl die Doppelwährung. Rickert erklärte sich gegen neue Steuern, namentlich gegen die Tabaksteuer. Freiherr v. Manteuffel besprach die Aeußerungen des Reichskanzlers, die sich auf die Landwirtschaft beziehen und drückte auch sein Vertrauen zum Kanzler aus. Liebknecht erhielt heute den ersten Ordnungsruf, weil er in der Thronrede eine Heuchelei fand; seine Ausführungen betrafen weniger den Etat, als vielmehr allgemeine Dinge; namentlich erklärte er den Kapitalismus als die Ursache alles Uebels. Donnerstag führte der Reichstag die erste Beratung des Reichshaushaltsetats zu Ende; es kamen nur noch die Abgg. Böttcher(nationallib.), Payer(südd. Volkspartei) und der Antisemit Zimmermann zum Worte. Dem Abg. Bebel, der die scharfen Ausführungen Böttchers gegen die Sozialdemokratie zurückweisen wollte, wurde durch Schluß der Debatte das Wort abgeschnitten. Dem Vorschlage des Präsidenten, die Umsturzvorlage Freitag zur ersten Beratung zu stellen, trat das Haus nicht bei. Die Geschäftsordnungskommission verhandelte über den Antrag auf Genehmigung der strafrechtlichen Verfolgung der Abg. Liebknecht. Referent war Abg. Pieschel, Correferent Abg. Rören. Der Referent erklärte sich für Ablehnung des Antrages und hielt persönlich eine Resolution für wünschenswerth dahin, daß der Reichstag künftig eine schärfere Disziplin üben möge. Der Correferent erklärte sich ebenfalls gegen den Antrag und auch gegen die Resolution. Im Laufe der Debatte wurde allgemein die Ablehnung des Antrages empfohlen. Abg. Singer wies auf Art. 27 der Verfassung hin, in dem es heißt:„Der Reichstag regelt seinen Geschäftsgang und seine Disziplin durch eine Geschäftsordnung.“ Er wünschte, die Kommission möge mit Hinweis darauf jede Einmischung der Behörde zurückweisen. Nach 1½ stündiger Verhandlung erfolgte die Ablehnung des Antrags auf Genehmigung der strafrechtlichen Verfolgung Liebknechts mit 9 gegen 4 Stimmen. Die von den Konservativen vorgeschlagene Resolution, betreffend die Ausdehnung der Disziplinargewalt des ReichstagsPräsidenten, wurde gleichfalls abgelehnt, als über den Rahmen der der Kommission gestellten Aufgabe hinausgehend. Da die Geschäftsordnungskommission sich nicht für kompetent hielt, über die Frage einer Verschärfung der Disciplinargewalt des Reichstagspräsidenten in Beratung zu treten, wird wohl eine Anregung in dieser Richtung aus der Mitte des Reichstags erfolgen. Daß irgend eine Abwehr gegen die Wiederkehr ähnlicher Vorgänge, wie bei dem Kaiserhoch, geschaffen werden muß, ist die ziemlich übereinstimmende Ansicht des ganzen Hauses. Rundschau. Der Kaiser ist Mittwoch Abend von Springe nach Potsdam zurückgekehrt. Die Uebersiedelung des kaiserlichen Hoflagers von Potsdam nach Berlin findet am 16. Januar statt. Wie die„B. B.=Ztg.“ hört, begiebt sich Fürst Bismarck in den allernächsten Tagen nach Friedrichsruh, woselbst ihm der Reichskanzler Fürst Hohenlohe sofort nach Eintritt der Weihnachtsferien des Parlaments einen Besuch abstatten dürfte. Vom Fürsten Bismarck erhielt Oberbürgermeister Stübel in D. zufolge der bricflichen Mitteilung, daß ihm zu Ehren eine Versammlung hiesiger Bürger die Errichtung eines Denkmals in Dresden vorzubereiten beschlossen habe, ein Schreiben folgenden Inhalts: „Burzin, 8. Dezember 1894. Geehrter Herr Oberbürgermeister! Euer Hochwohlgeboren haben mich durch die Mitteilung über die hohe Auszeichnung erfreut, welche die Residenzstadt mir erzeigen will, und nachdem Euer Hochwohlgeboren Schreiben zufolge Se. Majestät der König die Gnade gehabt hat, die Ausführung des Planes zu genehmigen, bitte ich Sie, meinen Mitbürgern meinen herzlichen Dank auszusprechen. Aus Dresden und aus Sachsen haben mich in den letzten Jahren viele Zeichen landsmannschaftlichen Wohlwollens zals Beweise der Lebenskraft des Reichsgedankens besonders erfreut, und ich fühle mich hochgeehrt durch den neuen Ausdruckder Anerkennung, welchen Euer Hochwohlgeboren als Vertreter der Hauptstadt mir erzeigen. v. Bismarck.“ In der Angelegenheit der auf der Festung Magdeburg in Haft befindlichen Oberfeuerwerkerschüler gelangen nur sehr spärliche Nachrichten an die Oeffentlichkeit. Jetzt verlautet, daß die sämtlichen Sachsen und Württemberger entlassen und zu ihren Regimentern zurückversetzt worden sind. Ueber den Stand der Untersuchung ist absolut Nichts zu erfahren, und Niemand weiß, wann und wie die Entscheidung ausfallen wird. Inzwischen stehen die Schüler der jüngeren Abteilung in der Anstalt unter der strengsten Disziplin, und von den vielen Freiheiten, deren sich die Zöglinge der Anstalt früher zu erfreuen hatten, ist nicht mehr die Rede. Das geringste Vergehen wird unnachsichtig bestraft. Für die erste Beratung der Umsturz vorlage ist der Samstag, der 15. d. M. angesetzt. Sollte aber die heutige Tagesordnung nicht erledigt werden können, so findet die erste Beratung am Montag, den 17. d. M. statt, worauf der Bericht der Geschäftskommission über die Verfolgung Liebknechts und Genossen verlesen wird. Die Weihnachtsferien sollen dann am 20. Dez. beginnen. Die Tabaksteuervorlage ist noch immer nicht im Bundesrat eingebracht, da eine Verständigung mit einzelnen Bundesregierungen, namentlich mit der bayerischen Regierung, noch nicht erfolgt ist. Dagegen bereitet der Vorstand des Vereins deutscher TabaksFabrikanten und Tabakhändler eine Eingabe an den Reichstag vor, in welcher um Ablehnung der Tabaksteuervorlage dringend ersucht wird. M Mmmug„Eber“““ Tamaner““ Tuie 10 Prozent Rabatt. 10 Prozent Rabatt. Um eine außerordentlich günstige Gelegenheit zu Weihnachts-Einkäufen zu bieten, gewähre auf aue Tuch=, Manufaktur= und Modewaren, Damen=, Herrenund Kinder=Konfektion bis Weihnachten 10 Prozent Rabatt bei Barzahlung. 9 Herford, Bäckerstr. 644=45. we. Weinberg. Kirchl. Anzeiger für Herford. 3. Adventssonntag. Münsterkirche. Vorm. 9½ Uhr: Beichte. # Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst und Feier des heiligen Abendmahls. a5 Nachm. 2 Uhr: Gottesdienst. # Abends 5 Uhr: Gottesdienst. 100 Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst im ev. Vereinshause. Neustädter Kirche. Vorm. 9½ Uhr: Beichte. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst und Feier des heil. Abendmahls. Nachm. 2 Uhr: Gottesdienst. Radewiger Kirche. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Stiftberger Kirche. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst und Feier des heil. Abendmahls. Reformierte Kirche. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Wochen=Gottesdienste. Dienstag Abend 8¼ Uhr im evang. Vereinshause Bibelstunde. Donnerstag 5 Uhr: Abendgottesdienst in der Radewiger Kirche. Freitag Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst mit Beichte und Feier des heiligen Abendmahls in der Münsterkirche. Versteigerung. Montag, den 17. Dezember cr., nachmittags 1 Uhr soll im Gasthause bei Frewert am Bahnhof hierselbst, der Nachlaß der Witwe Wehmeyer, als: 1 Sofa, 1 Kleiderschrank, 1 Wäscheschrank, 1 Glasschrank, 1 Sofatisch, 2 Stubentische, 1 Waschtisch, 12 Rohrstühle, 2 Lehnstühle, 2 Nähmaschinen, 3 Bettstellen mit Matratzen, 1 Spiegel, 2 Uhren, 1 Ofen, 1 Kinderwagen, 1 Handwagen, 1 Küchenwage, Lampen, vieles Küchengeschirr, sämtliche Kleidung, Wäsche und viele andere Sachen meistbietend gegen bar verkauft werden. Herford, den 14. Dez. 1894. Hartmeyer, Gerichtsvollzieher. Die Warenbestände der Konkursmasse S. Schrader Wwe. hier werden von jetzt ab zu bedeutend herabgesetzten sen ausverkauft. Herford, den 14. Dez. 1894. Der Konkursverwalter. Die Erben Raabe haben mich beauftragt, ihre an der Bielefelderstraße hier belegene Besitzung, welche 39 Aar 57 Quadratmeter groß ist, mit Wohnhaus nebst Anbau, Fabrikgebäude, Waschhaus und Scheune, Gärten und Wiesen, meistbietend zu verkaufen. Hierzu habe ich Termin auf Sonnabend, den 29. Dezbr. nachmittags 3 Uhr, beim Gastwirt Herrn Höpker hier (Stadt Bremen) anberaumt. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht, können auch vorher bei mir eingesehen werden. W. Strelo, Auktionskommissar. Bekanntmachung. Gesucht wird zu dauernder Anmietung ein pp. 45—50 □m. großer heller Raum für unser städtisches lich=Amt; Offerten schleunigst. Der Magistrat. Quentin. Bekanntmachung. Folgende den Erben der Witwe Wehmeyer Johanne geb. Söthe gehörigen Band 2 Blatt 371 des Grundbuchs von Radewig=Herford eingetragenen Grundstücke 1. Flur 1 Nr. 12, Hinter der Mauer, Hofraum mit dem Wohnhause Nr. 749.01 Ar 0l gm. groß mit einem Nutzungswerte von 120 Mark. 2. Flur 29 Nr. 190, vor der Stadt in der Twegte vor dem Steinthore, gegenüber dem Hagemann'schen Hause, Garten 07 Ar 06 gm. groß mit einem Reinertrage von 2,21 Thalern sollen vom 19. Dezember ds. I. Vormittags 10 Uhr im Zimmer Nr. 12 freiwillig versteigert werden. Die Kaufbedingungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Herford, 6. Dez. 1894. Königliches Amtsgericht. Milch Koutrolle. Rottmann, Elverdissen, den 10. Dez. 1.032 spez. Gew.; 3,8% Fett; 11,9% Trockensubst.; 17% Rahm. Sehr gute Milch. Die Polizei=Verwaltung. Gesucht zum 1. April 1895 für einen neuen Haushalt ein kräftiges, in Hausarbeit und Küche erfahrenes Nur solche mit guten Zeugnissen wollen sich melden bei Frau Direktor Siebert Göbenstraße 347. Gesucht eine geübte Handnäherin. J. Fisch, Unter den Linden 541. Nur 12 monatl. aufeinanderfolg. u. je einer am # Ersten jeden Monats# stattfindenden grossen Ziehungen, in welchen jedes Los sofort ein. Treffer sicher erhält. 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Schönenberg Mein Lokal ist am nächsten Sonntag bis abends 6 Uhr geöffnet. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Martin Herrmann in Herford. Ein Blatt meldet, der Zar Alexander der Dritte habe der Prinzessin von Wales eine Summe von 250 000 Francs hinterlassen. Die Zarin soll eine Rente von 2½ Millionen Francs haben nebst der Nutznießung eines Palastes in Petersburg und der Villa in Livadia, wo der Zar gestorben ist. Die Prinzessin Olga soll bei ihrer Großjährigkeit eine jährliche Rente von 1 Million haben. Der Rücktritt des Generals Gurko wird jetzt aus Petersburg bestätigt. Es wird berichtet: General Gurko hatte sich seinen, ihm in Warschau zugeteilten Sohn als Kanzleichef erbeten. Das Gesuch wurde aber abgeschlagen. Daraufhfn reichte Gurko sein Abschiedsgesuch ein, in der Annahme, es würde abgelehnt und ersteres Gesuch noch nachträglich genehmigt werden. Beides indessen geschah nicht. Der Präsident der französischen Deputirtenkammer, Burdeau, welcher seit einiger Zeit schwer erkrankt war, ist am Mittwoch früh gestorben. Die französische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorbereitet, nach welchem der Familie des ohne Hinterlassung eines Vermögens Verstorbenen eine Jahrespension von 10000 Franks ausgezahlt werden soll. Eine wirtschaftliche Ungeheuerlichkeit hat die grkechische Kammer am Mittwoch beschlossen. Sie genehmigte mit 74 gegen 69 Stimmen einen Antrag auf Einziehung und Vernichtung eines Teils der Korinthenernte, um dadurch den gesunkenen Preis für Korinthen zu heben. Die Ausführungsweise ist noch nicht festgestellt. Die Abstimmung erfolgte, der„Voss. Ztg.“ zusolge ganz unbeeinflußt von der Parteiangehörigkeit, selbst die Minister waren verschiedener Meinung. Die Maßregel wurde von den Deputierten Aigons, Korinths, Argolis und Messeniens, also gerade der Korinthen=Distrikte, bekämpft, dagegen von denen des Westpeloponnes, sowie einiger jonischen Inseln befürwortet. Man behauptet, daß eine einjährige Inkraftsetzung den Korinthenhandel vor dem sicheren Verderben retten wird. Es ist wenig verständlich, wie dieser wahnsinnige Beschluß, diese wirtschaftliche Selbstverstümmelung ausgeführt werden soll. Die Bauern werden sich kaum eine solche Vernichtung des Eigentums ohne Entgelt gefallen lassen, die griechische Staatskasse aber ist ohnehin schon so leer, daß schwerlich etwas für eine solche Entschädigung, die doch sehr reichlich sein müßte, übrig sein dürfte. Es ist ein Beispiel ohne Gleichen, wie hier ein Land, das selbst seinen Binkerott hat erklären müssen, in dieser Weise mutwillig einen Teil seines Nationalvermögens vernichtet. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz veröffentlichen die Londoner Blätter eine Depesche aus Antong, wonach die Division des japanischen Generals Tetschimi am Dienstag bei Kinkuahu auf den Feind stieß und ihn mit großen Verlusten geschlagen hat. Die Chinesen leisteten tapferen Widerstand, wurden aber auseinandergesprengt und von den Japanern mehrere Meilen verfolgt. Die Japaner hatten 40 Tote und Verwundete, die Chinesen 100 Tote und viele Verwundete. „Reuters Bureau“ meldet: Eine Abteilung der zweiten japanischen Armee besetzte widerstandslos Futschau im Norden Port Arthurs. Die Chinesen zogen sich in der Richtung auf Niutschwaug zurück. In Shanghai liegt die Meldung vor, daß zwei japanische Divisionen in einer Gesamtstärke von 25·000 Mann in Shanghai=kwan bei Taku gelandet sein sollen mit der Absicht, auf Peking vorzurücken. Nach einer Meldung der„Times" aus Kobe werden in den nächsten Tagen neue große Verstärkungen aus Hiroshima abgehen.— Aus Shanghai wird der „Times“ gemeldet, daß man vom Vizekönig von Nanking unterzeichnete Schriftstücke gefunden haben soll, in welchen Belohnungen auf Köpfe von Japaner ausgesetzt werden. Vermischtes. Wie es beim Empfang von Deputationen beim Kaiser zugeht, darüber berichtete im„Veren der Militärinvaliden" am Montag abend anläßlich einer Beratung über die Absendung solcher Deputation zur Ueberreichung einer Denkschrift die Verhältnisse der Invaliden betreffend, einer der Kameraden,„die damit Bescheid wissen.“ Er bemerkte, daß schon manche Deputation nicht sehr erbaut nach Hause gegangen wäre. Wenn der Verein eine Deputatiou absenden würde und sie zum Empfang zugelassen wird, so käme sie zunächst vor den Kriegsminister oder Chef des Militärkabinetts, um für den Empfang„vorbereitet" zu werden. Wenn sie dann genügend einexerziert sei, erfolge der Empfang, bei dem nur einige vom Kaiser an die Deputation gerichtete Fragen kurz und bestimmt beantwortet werden dürfen und dann die Hauptsache, die Ueberreichung der Denkschrift, zu erfolgen hat, womit der Empfang der Deputation dann sein Ende erreicht habe. Der zur Ausarbeitung einer Denkschrift beauftragte Vorstand des Vereins ist sich darüber schlüssig geworden, mit der Denkschrift sich an sämtliche Fraktionen des Reichstages zu wenden. Wie in der Versammlung bemerkt wurde, ist es als gesichert anzusehen, daß die Denkschrift der Militärinvaliden im Reichstag auf den Tisch des Hauses niedergelegt wird. Der Türkis Gustaf Adolfs. Walther Harte, Canonicus in Windsor macht in seinem ebenso selten gewordenen als lehrreichen Werke:„Das Leben Gustaf Adolfs des Großen“ folgende, sonst wohl nicht weiter vorkommende Mitteilung: Gustaf Adolfs Leichnam wurde in einem Augenblicke bis auf das Hemd ausgezogen, weil jeder Feind begierig war, etwas von seinen Sachen zu besitzen. Sein ledernes Koller ward dem Zeughause von Wien anvertraut, fiel aber zuvor dem Piccolomini in die Hände. Ein gemeiner Soldat bemächtigte sich des Schwerts und General Holck brachte Ring und Sporen käuflich an sich. Ein gewisser Schneeberg, Leutnant im Götzschen Regiment zu Pferde, bekam Gustaf Adolfs goldene Kette, welche im Jahre 1699 noch im Besitze der Schneeberg'schen war. Unten an dieser Kette hing ein Türkis von außerordentlicher Größe und Schönheit, seit undenklichen Zeiten Eigentum der Krone Schwedens, welcher in einem alten Felsen der Gebirge Piruscua in Persien gefunden wurde und seit jener Ausplünderung des Könias verschwunden und nicht wieder zum Vorschein gekommen ist. Es ist nur die Möglichkeit vorhanden, daß bei dem furchtbaren Getümmel um die Leiche, die bis zur Unkenntlichkeit zertreten war, der Türkis von der Kette abgerissen, in die Erde getreten wurde und auf dem Lützener Schlachtfelde noch jetzt vervorgen liegt. Ein Schneesturm, der in der Nacht zum 2. November im russischen Gouvernement Orel wütete, hat, wie erst jetzt bekannt wird, mehr als 100 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 100 Familienväter und Arbeiter, die in dieser Nacht unterwegs vom Sturm überrascht wurden, fanden im Schnee ihren Tod. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich am Dienstaa Abend in Chicago ereignet. Zwei KabelStraßenbahnzüge stießen im Washingtonstreet=Tunnel unter dem Chicagofluß zusammen. Beide Züge wurden zertrümmert. Drei Passagiere blieben tot, zwölf wurden verletzt. Die Trümmer gerieten infolge des Umsturzes der Oefen in Brand. einem betrübenden Unglück wurde eine Mutter in Fischeln bei Crefeld betroffen. Die Frau sah, wie ihr Kind in einen mit heißem Wasser gefüllten Kübel fiel. Als sie hinzusprang, fiel ihr ein Säugling vom Arme in dasselbe Gefäß. Der Säugling ertrank, das andere Kind erlitt schwere Brandwunden. Im Indianerterritorium wurde wieder ein Eisenbahnraub ausgeführt. Da im Geldschrank des Expreßwaggons keine Werte waren, so plünderten die Räuber ldie Fahrgäste aus. die ihnen ihr Geld und ihre Schmucksachen einhändigen mußten. Der Erlös des Raubes war 600 Dollars. Ueber die Wirkung des elektrischen Lichts auf die Nerven sprach der Wiener Patholog Professor Stricker in einer seiner letzten Vorlesungen. Für einen gesunden, jungen Menschen, so führte er aus, ist das elektrische Licht gewiß angenehmer als jede andere Beleuchtungsart, da es ja eine bedeutende, die Nerven anregende Helligkeit und dabei nur geringe Wärme verbreitet. Anders verhält es sich hingegen bei Personen, deren Nervensystem nicht die normale Beschaffenheit besitzt, also bei Nervenkranken und ältern Personen. Bei längerem Verweilen in einem von elektrischem Licht durchfluteten Raum wird sich ein Greis unbehaglich fühlen, es wird ihm zum mindesten unmöglich sein, in einem solchen Raum geistig zu arbeiten. Da das elektrische Licht das gesamte Nervensystem angreift und erregt, wird der alte Herr nicht imstande sein, seine ganze Aufmerksamkeitauf einen bestimmten Gegenstand zu konzentrieren. Die Jugend dagegen fühlt den wohlthuenden Einfluß des elektrischen Lichtes, wenn sie nach angestrengter geistiger Tagesarbeit in einen hellerleuchteten Ballsaal tritt. Das ermüdete Gehirn, das ohne die künstliche Erregung durch die Licht= und Schallwellen gewiß schon längst Erholung im Schlafe gesucht hätte, wird nun durch die plötzlich einströmende Fülle der lebhaften äußeren Erscheinungen zu erneuter Thätigkeit angeregt. Das elektrische Licht bewirkt also in diesem Falle, ohne daß sich das Individuum dessen bewußt wäre, dasselbe, was der Prüfungskandidat durch den Genuß von schwarzem Kaffee zu erreichen sucht: eine Erregung und erhöhte Thätigkeit der Nerven.— So weit Professor Stricker. Jetzt weiß man, warum die Ballgespräche so geistreich sind. Zeus und der vernünftige Mensch frei nach Lessing.„Vater der Tiere und Menschen,“ so sprach der vernünftige Mensch und nahte sich dem Throne des Zeus,„man sagte, ich sei das schönste der Geschöpfe, womit Du Deine Welt geziert, und meine Eigenliebe heißt mich es glauben. Aber sollte nicht noch Verschiedenes an mir zu bessern sein?"—„Und was meinst Du? Rede! Ich nehme Lehre an,“ sprach Zeus und lächelte.„Vielleicht," sprach der Mensch weiter, „würde ich fester stehen, wenn meine Füße mit der ganzen Sohle den Boden berührten, und meine Beine unten dicker wären, als oben. Vorn zugespitzte Füße und eine enge Brust würden mir gestatten, leichter die Luft zu durchschneiden, und ein nach oben spitz zulaufender Kopf würde den pyramidalen Aufbau des Ganzen vollenden. Mein Gang würde rascher werden durch einen vornüber geneigten Körper; und da mir die Natur andere Waffen versagt hat, so würde eine von mir untrennbare Keule mir Schutz gegen meine Feinde gewähren. Ein völlig geistloser Gesichtsausdruck endlich würde das Erraten meiner Gedanken unmöglich machen.“—„Gut," versetzte Zeus,„gedulde Dich einen Augenblick!“ Zeus mit ernstem Gesichte, sprach das Wort der Schöpfung. Da quoll Leben in den Staub, da verband sich organisierter Stoff. und plötzlich stand vor dem Throne— der Gigerl. Der vernünftige Mensch sah, schauderte und zitterte vor entsetzendem Abscheu.„Hier sind platte, spitze Füße," sprach Zeus, „hier unten dickere Beine, eine engere Brust und pyramidaler Aufbau, hier ist ein vornüber gebeugter Körper und ein völlig geistloses Gesicht, hier auch die Keule zur Abwehr der Feinde. Willst Du, Mensch, daß ich Dich so umbilden soll?" Der Mensch zitterte noch. „Geh,“ fuhr Zeus fort,„dieses Mal sei belehrt, ohne bestraft zu werden. Dich Deiner Vermessenheit aber dann und wann reuend zu erinnern, so daure Du fort, neues Geschöpf— Zeus warf einen erhaltenden Blick auf den Gigerl— und der vernünftige Mensch erblicke Dich nie, ohne zu schaudern.“(„Tägl. R.“) Ein großes Wort. Auktionator:„Hier, meine Herrschaften,„Schillers sämtliche Gedichte!" Wer bietet etwas darauf?“ Herr:„Eine Mark!“ Auktionator:„Eine Mark für die ganzen Gedichte?— Aber, lieber Herr, dafür würde ich Ihnen nicht mal die „Glocke" dichten!“ Zweidentig. Büreauvorstand(Sprecher einer Deputation, welche dem Chef des Hauses zum Empfang eines Ordens gratulirt):„... Und was uns hauptsächlich bei der Ihnen zu Teil gewordenen Ehrenbezeigung freut, ist: daß Sie so gar nichts dazu gethan haben....!“ Boshaft. A.:„Ich mache Sie darauf aufmerksam, wenn Sie zu Geheimrats kommen— es sind zehn Töchter da!“ B.:„Ei, du lieber Himmel, zehn Töchter! Wie findet man sich da zurecht?" A.:„Verlangen Sie halt einen— Katalog.“ 15. Dez.: Wechselnd bewölktes, vielfach nebliges Wetter ohne wesentliche Niederschläge. Morgens leichter Frost. 16. Dez.: Zeitweise nebliges, bisweilen heiteres, trockenes Frostwetter.(Frost im Süden und Südosten stark.) Richters Anker=Steinbaukasten sind mit Recht als geistig anregendes und unterhaltendes Spiel für Kinder und Erwachsene anerkannt. Hervorragende Pädagogen haben sich u. A. folgendermaßen darüber geäußert:„Kann man den Eltern mit gutem Gewissen ein Spielzeug für ihre Kinder empfehlen, so sind es Richters Anker=Steinbaukasten, welche auch auf der gro en Lehrmittel=Ausstellung in Prag mit dem ersten Preis prämiirt worden sind.“...„Die verschiedenen Nummern der Anker=Steinbaukasten bieten den Kindern eine veredelnde Unterhaltung, welche man durch die Ergänzungskasten stets rege erhalten kann" u. s. w.— Hergestellt werden diese Steinbaukasten von der Firma F. Ad. Richter& Cie. in Rudolstadt(Thüringen).“ Diesem Urteil des Buches für Alle, dem wir diese Notiz entnommen haben, schließen wir uns gern an, denn Richters Anker=Steinbaukasten sind in der That das beste Weihnachtsgeschenk. vaterländischer Männerverein. Sonntag, d. 16. Dezember, abends 6½ Uhr Vortrag des Herrn Gymnasiallehrer Schumacher über Deutsche scherung für die Herberge zur Heimat und die alten Männer und Fcauen findet auch am 1. Festtage, nachmitt. 5 Uhr im alten Waisenhause statt. Vorstand des evang. Waisenhauses. Jedermann, namentlich auch Frauen freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Mit herzlichem Danke für alle uns bisher zugewendeten Gaben verbinden wir die freundliche Bitte, auch zu dem diesjährigen Weihnachts=Feste unseres ev. Waisenhauses in Liebe gedenken zu wollen. Gaben jeder Art werden dankbar angenommen. Die Bescherung im neuen Waisenhause für die Kinder ist am 1. Festtage, nachmittags 4 Uhr; die BeHerzlich bittet der Hausvater der Herberge zur Heimat um abgelegte sund getragene Kleidungsstücke und Wäsche, namentlich auch Schuhzeug, wovon sich ja in jedem Haushalte etwas findet, um den armen heimatlosen Wanderern, welche in diesem Jahre in so große Zahl an unsere Thür klopfen, eine Weihnachtsfreude bereiten zu können. Teutonia. Sonntag, den 16. Dezember nachmittags 4 Uhr Generalversammlung. Tagesordnung: Vorstandswahl im Vereinslokale des Herrn Lücking. Es wird gebeten, daß die Mitglieder alle und auch recht pünktlich erscheinen. Der Vorstand. 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