Herforder Zeitung für Stadt und Land. Gedenktage vom 10. Mai. bis 16. Mai. 10. 1631 Zerstörung Magdeburgs. 10. 1871. Abschluß des Friedens mit Frankreich. 11. 1760. I. P. Hebel geb. 12. 1670. August II., der Starke, Kurfürst v. Sachsen geb. 12. 1845. A. W. v. Schlegel gest. 13. 1717. Kaiserin Maria Theresia geb. 13. 1792. Papst Pius IX. geb. 14. 1610. König Heinrich IV. von Frankreich ermordet. 14. 1699. Hans Joachim v. Ziethen geb. 14. 1781. F. v. Raumer, Geschichtsforscher, geb. 15. 1681. Erste brandenbg. Kolonie in Guinea. 15. 1800. Uebergang der Armee Bonaparte über den St. Bernhard. 16. 1788., Fr. Rückert geb. Lokales und Provinzielles. Herford, 9. Mai. Der angekündigte Vortrag des Herrn Hofprediger a. D. Stöcker hatte gestern Abend den großen Saal des evang. Vereinshauses schon eine halbe Stunde vorher bis auf den letzten Platz gefüllt. Da die Erbauer des Saales s. Z. leider nicht für genügende Ventilation gesorgt haben, herrschte bald eine erdrückende Schwüle. Hofprediger Stöcker kam um 8 Uhr von Heepen, wo er bei dem dortigen Missionsfest schon dreimal gesprochen hatte, und wurde bei seinem Eintritt in den Saal mit einem stürmischen Hoch empfangen. Hierauf wurde zunächst ein Vers des Liedes„Allein Gott in der Höh' sei Ehr'!“ gesungen; die ganze Versammlung hatte sich dabei erhoben, nur fünf Sozialdemokraten blieben demonstrativ sitzen. Dieselben machten sich auch während des ganzen Vortrages durch laute Unterhaltung 2c. bemerkbar, so daß sie öfter zur Ruhe ermahnt werden mußten. Hofprediger Stöcker legte seiner Ansprache den einen Vers aus der gestrigen Epistel zugrunde:„Thut Ehre Jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehret den König!" Redner meinte, dieser Bibelvers biete ein schönes politisches Programm dar, und mit Leuten, die auf diesem Standpunkt stünden, lasse sich leicht ein Kartell eingehen. Der erste Satz„Thut Ehre Jedermann“ zeige, daß jeder Mensch auf Ehre Anspruch machen könne, möge er in gesellschaftlicher Beziehung auch noch so tief stehen. Daß man den niedriger Stehenden die ihnen zukommende Ehre versage, habe gerade die soziale Frage hervorgerufen. Die Sozialdemokraten forderten allerdings Erhöhung des Arbeitslohnes, Herabsetzung der Arbeitszeit u. dergl., — aber hauptsächlich komme es ihnen darauf an, mehr Anerkennung in gesellschaftlicher Beziehung zu erlangen, und diese Forderung sei vollständig berechtigt. Ein schwäbischer Arbeiter habe ihm geschrieben, die Arbeiter spürten nichts davon, daß das Reich Gottes auf Erden herrsche. Das müsse aber zu spüren sein, und deshalb gelte es Ernst zu machen mit der Forderung: „Thut Ehre Jedermann.“— Der zweite Punkt des Programms„Habt die Brüder lieb!“ sei ungemein wichtig für die Lösung der sozialen Frage, denn ohne Nächstenliebe sei alle Sozialreform vergeblich. Die erste Bedingung hierzu sei, daß sich die Menschen nicht als Eigentümer(Eigentum sei nur, was man ewig behalten könne), sondern nur als Haushalter über materielles oder geistiges Vermögen betrachten; die zweite, daß sie nicht Knechte des Mammons würden; die dritte, daß sie ihren Nächsten liebten wie sich selbst. Es müsse in unserem Volke mehr das Bewußtsein gepflegt werden, daß wir alle Glieder einer Familie seien. Standesunterschiede gebe es ja in der Welt, und sie würden niemals aufhören,— aber vor Gott gelte ein Stand so viel wie der andere, und wenn das immer bedacht würde, würde es nicht so sehr an Bruderliebe fehlen, wie es thatsächlich sei.— Der 3. Punkt„Fürchtet Gott!“ müsse am stärksten betont werden, denn ohne Gottesfurcht sei weder Ehrerbietung noch Bruderliebe möglich, und in dieser Beziehung hätten die besitzenden Klassen wenigstens ebenso viel auf dem Gewissen wie die nichtbesitzenden. Die Sozialdemokratie sei ja atheistisch und bekenne sich auch als solche, aber der Liberalismus habe den Unglauben, erst großgezogen, darum müßten sich die einen ebensogut zu Gott kehren wie die andern. Der Mangel an Gottesfurcht sei das Grundübel unserer Zeit; nur ein lebendiges Christentum bringe soziale Gleichheit, und diese alte Gottesordnung müsse erst wieder hergestellt werden, ehe man auf Besserung hoffen könne.— Der 4. Punkt„Ehret den König!" sei zwar an und für sich wichtig genug, doch müsse die Königstreue mit der Ehrerbietung, Bruderliebe und Gottesfurcht zusammengefaßt werden, denn Königstreue ohne Christentum sei haltlos. Wir Preußen hätten es ja leicht, den König zu ehren, denn die Geschichte zeige uns eine lange Reihe erleuchteter und ausgezeichneter Fürsten, aber es könnten auch schwere Zeiten kommen, in denen es für Christen schwer sei, königstreu zu sein; dennoch seien sie dazu verpflichtet.— Redner schloß mit dem Hinweis, daß alle vier Forderungen in einander griffen und zusammen erfüllt werden müßten, wenn Besserung in unsern sozial=politischen Zuständen eintreten solle.— Nach dem mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag brachte Herr Pastor Sander ein Hoch auf den Redner aus, welches dieser mit einem Hoch auf Minden=Ravensberg erwiderte. Anwesend waren ungefähr 1000 Personen. Ueber das gestrige Musikfest erhalten wir von sehr geschätzter Seite folgenden Bericht: Niemals ist ein Konzert hier so besucht worden, wie das gestrige, das als Musikfest zur Feier des 50jährigen Bestehens des Musikvereins im großen Saale des Schützenhofes zur Aufführung kam, zu dem Monate lang die anhaltendsten Vorbereitungen getroffen, zu dem durch eine besondere Schrift: Die Geschichte des Musikvereins, aus der Feder des Herrn Dr. Wolf eingeladen war. Alles was als Musikfreund in der Stadt gelten wollte, kam hier zusammen, aber wie noch nie waren alle Nachs barstädte der Umgegend, Detmold, Bielefeld, Minden, Bünde usw. durch zahlreiche Gäste vertreten. Und niemand hat den Besuch bereut, denn die Auswahl der Musikstücke war vortrefflich, Beethoven's große LeonorenOuvertüre, Brahms' Rhapsodie aus Goethes Harzreise, die Arie der Agathe aus dem Freischütz, R. Wagner's Nachdruck verboten. Hart erkämpft. Von J. Steinmann. (22. Fortsetzung.) Er legte sich noch ein paar Stunden zur Ruhe nieder, aber bereits um zehn Uhr trat er, in einen schlichten Oberrock gekleidet, in einen kleinen Kaufladen in einer der engsten und schmutzigsten Gassen St. Petersburgs. Hinter dem Ladentisch stand ein noch junger, etwas leidend aussehender Mann und auf einem Schemel neben ihm saßen zwei Kinder von vielleicht zwei und drei Jahren, mit ungewaschenen Gesichtern und struppigem Haar. Der Mann stand in finsteres Sinnen verloren, als Baron Kopaschy bei ihm eintrat. Er fuhr heftig zusammen, als er sich so plötzlich angesprochen hörte. „Seid Ihr Maijew?“ redete der Baron ihn an. Der Mann nickte mit dem Kopfe. „Ihr habt eine Frau gehabt?“ In die blassen Wangen des Gefragten stieg eine leise Röte, seine Augen belebten sich. „Ja! gehabt, Herr— gehabt! Es ist das rechte Wort!“ kam es heiser von Maijews Lippen. „Sie führt den Namen Anna Paulowna?“ Die Wangen des Kleinkrämers färbten sich dunkler. „Sie hat ihn geführt, Herr, aber— aber heute führt sie ihn nicht mehr. Sie wird heute nach Sibirien transportiert.“— „Sie hat Euch betrogen, Maijew.“ Maijews Augen schossen Blitze und seine Gestalt richtete sich höher auf. „Herr, wenn Ihr noch nie eine Lüge ausgesprochen, so thut Ihr es jetzt. Es gab kein braveres, rechtschaffeneres Weib im ganzen Reich als meine Anna Paulowna.“ „Aber sie ist wegen schlechten Lebenswandels zur Deportation verurteilt.“ Auf den bleichen Wangen des Kleinkrämers erschienen zwei dunkelrote Flecke. Seine Brust arbeitete gewaltig und man sah es, daß er nach Atem rang. „Hätte Anna Paulowna einen schlechten Lebenswandel führen wollen, so würde sie nicht nach Sibirien gehen müssen. Schlechtigkeit wird nicht bestraft, Herr, und wenn Ihr das nicht wißt, so seid Ihr even ein Neuling unter uns.“ „Ihr sprecht in Rätseln, Mann, vielleicht, weil Ihr noch in Euer Weib vernarrt seid, und ihr nach Sibirien folgen möchtet,“ sagte der Baron mit gerunzelter Stirn. „Nein, ich rede die Wahrheit, mein Herr. Meine Anna Paulowna war eine hübsche Frau uno i## mir allezeit treu gewesen. Aber ein vornehmer Herr hat ein Auge auf sie geworfen, und weil sie nicht von ihrem Manne lassen wollte, darum ward sie eingezogen.“— Baron Kopaschy brauchte nicht nach dem Namen des vornehmen Herrn zu fragen; er hatte ihn aus den Akten ersehen. Ihm war es lieb, daß er eine Unschuldige ihrer Familie zurückgeben konnte und die Forderung der Fürstin Wostopschin erschien ihm dadurch in einem minder schwarzen Lichte. Maijew stand schon wieder in Sinnen verloren. Er hatte augenscheinlich vergessen, daß ihm ein Fremder gegenüberstand, denn als der Baron wieder seine Stimme erhob, starrte er denselben erschrocken an. „Ihr habt ein gutes Geschäft hier, Maijew, es nährt seinen Mann.“ „Ja, es nährte eine Familie, auch zwei und drei, wenn man genügsam ist— aber nun will ich nichts mehr verkaufen, sondern mit meinen Kindern sterben.“ „Ein Mann, wie Ihr, sollte nicht so verzweifelt und mutlos sprechen. Ihr seid noch jung. Wollt Ihr mir einmal aufmerksam zuhören? Es könnte sein, daß Euer Weib zu Euch zurückkehrte.“ „Nie— nie— er hat es geschworen, sie zu verderben!“ stieß Maijew hervor. „Ich sage Euch aber, es könnte möglich, ja es wird möglich sein, wenn Ihr nur wollt!“ Maijew starrte den Sprecher stumpfsinnig an. Wie konnte ein Mensch ihn nur noch so verspotten. „Wollt Ihr?“ fragte der Baron noch einmal. „Ja,“ entgegnete er gedankenverloren, aber er wußte es nicht, was er in diesem Augenblick gesagt hatte. „Heute Abend sollt Ihr Eure Anna Paulowna wieder in Eure Arme schließen, das heißt, wenn Ihr wollt. Ich sehe ein, daß man ihr Unrecht gethan hat und sie soll Euch zurückgegeben werden, doch nur unter einer Bedingung: Noch in dieser Nacht muß sie in Eurer Begleitung St. Petersburg für immer verlassen, und Ihr dürft nie mit einem Wort verraten, was vorgegangen ist. Seht mich nicht so verblüfft an, denn ich rede die Wahrheit. Glaubt Ihr, ich treibe Spott mit Eurem Unglück. Die letzte Frage brachte Maijew wieder zu sich, aber er stand zitternd, bleich, keines Wortes fähig; die kalten Schweißperlen tropften von seiner Stirn. „Herr, erbarmt Euch! Weckt keine vergebliche Hoffnung in mir, um sie mir dann wieder von Neuem zu rauben,“ kam es endlich mühsam über seine blutlosen Lippen. „Glaubt mir, oder glaubt mir nicht, Maijew, ganz wie es Euch beliebt, aber eins sage ich Euch! Wenn Ihr morgen früh noch mit Eurer Anna Paulowna in Petersburg seid, so wird sie mit transportiert. Wollt Ihr meinen Rat annehmen, so seht Euch nach einem sicheren Mann um, der Euer Geschäft inzwischen wahrnehmen kann, ordnet das Notwendigste und haltet Euch ein Fuhrwerk bereit. Um neun Uhr betritt Euer Weib das Haus. Eine halbe Stunde später verlaßt Ihr die Stadt. Hier nehmt dieses Schreiben und zeigt es vor, wo man Euch anzuhalten sucht. Es wird Euch den Weg frei geben, wo immer es auch sei.“ Maijew stand noch lange, nachdem Baron Kopaschy ihn verlassen hatte und schaute starr auf das Schreiben. Er konnte nur notdürftig lesen, und diese Buchstaben und Worte gar nicht. Aber er würde auch nicht einmal den Versuch dazu gemacht haben. Sich fromm bekreuzend, sah er sich ängstlich nach allen Seiten um und schob das Schriftstück endlich in die Brusttasche seines Gewandes. Allgemach wurde er ruhiger. Er begann an eine Möglichkeit, daß man ihn nicht getäuscht habe, zu glauben. Dann wieder sagte er sich, daß Niemand Interesse an seinem Glück oder Unglück nehmen könne und er senkte hoffnungslos das Haupt auf die Brust. Aber doch war nicht mehr in ihm die Verzweiflung, welche vor wenigen Minuten noch seine Brust durchtobt hatte, sondern ein zündender Funke war in sein Herz gefallen, und er sagte sich, daß er Alles thun müsse, was der Fremde ihm anbefohlen hatte. Die beiden Kinder schreckten ihn aus seinem verworrenen Gedankengang auf. Er bückte sich zu ihnen nieder und hob sie auf. „Kommt, ich will Euch zu der alten Feodora bringen,, sagte er mehr zu sich als zu den Kindern, indem er das eine von ihnen auf den Arm nahm und das andere bei des Hand ergriff. Er hatte sich einen raschen Plan zurecht gelegt, wie er der Nachbarin, der alten Feodora, sein Weggehen erklären wollte.. Ihr wißt, Feodora,“ sagte er zu derselben,„daß mein armes Weib heute Abend die Stadt verlassen soll, und ich will versuchen, ob es mir nicht gelingt, sie noch einmal zu sehen. Mein Bruder Peter wird einstweilen meine Wirtschaft in Ordnung halten, aber um die Kinder kann er sich nicht kümmern. Nehmt deshalb die Kinder unter Eure Obhut. Hier habt Ihr Geld. Es könnte sein, daß ich noch ein paar Tagereisen machen muß, ehe ich wieder heimkehre.“ „Aber Väterchen, Ihr werdet Euch doch nicht in Ungelegenheit stürzen?" fragte die alte Frau. „Seid unbesorgt, Feodora. Im Uebrigen werden wir am Nachmittag das Weitere besprechen.“ Er schloß seine Kinder noch einmal innig in seine Arme und küßte sie. Dann verließ er mit einem kurzen Gruß das Haus der Nachbarin, um seinen Bruder zu bestimmen, die Aufsicht in seinem Laden zu übernehmen. Auch mit diesem wurde er rasch einig. Nun galt es für Maijew nur noch ein Fuhrwerk zu besorgen und auch diese Angelegenheit war noch vor Mittag erledigt. So kehrte er in seine Behausung zurück und es war gewiß seltsam, daß dieselbe ihm ganz anders vorkam, als seit vielen Tagen und noch am frühen Morgen. Es war eine unbestimmte Hoffnung in ihm lebendig geworden, obgleich er sich sagte, daß Alles Thorheit sei, und sein Schicksal, oder vielmehr das Schicksal seiner geliebten Anna Paulowna sich nicht mehr wenden könne. Die Hoffnung hatte den kleinen engen Raum gleichsam in Sonnenglanz getaucht und es kam ihm freier und leichter in demselben vor, denn je zuvor. Als die Dämmerung angebrochen war, schloß er den Laden und setzte sich hinter die Thür, in fieberhafter Spannung die Minuten zählend. Träge und langsam verging ihm die Zeit. Als es endlich vom Turme acht Uhr schlug, fuhr Maijew wie aus einem Traume auf. War die Stunde, die alle Zweifel lösen mußte, schon da? Kam sie, oder war Alles ein Traum, ein düsterer qualvoller Traum? Eine wilde Angst erfaßte ihn. Wenn der fremde Mann ihn getäuscht, wenn seine Hoffnung eine vergebliche gewesen war?—(Fortsetzung folgt.) Kaisermarsch, vor allem aber der Odysseus von Max Bruch, diese zarte Komposition. Vortrefflich waren auch die Leistungen der Chorsänger, indem dem Musikverein der Quartettverein und der Lehrergesangverein sich freundlich zugesellt hatte, sowie unseres und des Bückeburger Orchesters. Aber alle diese mitwirkenden Künstler, unter denen vor allem für seine Opferfreudigkeit Herrn Päts nicht genug gedankt werden kann, werden gewiß gern mit allen Zuhörern den fremden Künstlern den Lorbeer reichen: Herrn Fr. Strathmann aus Berlin, und vor allen dem alle Herzen durch den Zauber ihrer Stimmen fortreißenden Dreiblatt: Frau Schmidt=Köhne aus Berlin, Fräulein Kloppenburg aus Frankfurt und Herrn Büttner aus Gotha. Und aus vieler fremden Herren Munde hörten wir gern das schöne Lob, daß für edle künstlerische Gesittung Herford durch dieses Jubelmusikfest schön gewirkt habe. Kirchliches. Dem Vernehmen nach wird am 19. Mai der Herr Bischoff Dr. Hubertus Simar von Paderborn die hiesige, augenblicklich verwaiste katholische Pfarre besuchen, um persönlich die einschlägigen Verhältnisse kennen zu lernen. Herr Pfarrer Dettmer hat, um aufregenden Abschiedsfeierlichkeiten seiner geschwächten Gesundheit wegen zu entgehen, unsere Stadt in der Stille schon verlassen. Als mutmaßlicher Nachfolger desselben wird Herr Domvikar Kröper zu Paderborn genannt. Sonderzug. Mit dem 15. Mai beginnend, wird bis auf weiteres an allen Sonn= und Festtagen in Minden ein Sonderzug abgelassen, welcher dort abends 7 Uhr 20 Min. abgeht und 8 Uhr 5 Min. in Herford ankommt. 20 Minuten später(also 8 Uhr 25 Min.) fährt er hier wieder ab, ist 9 Uhr 16 Min. in Minden und 9 Uhr 32 Min. in Bückeburg. Von Bückeburg fährt er nach 20 Minuten zurück und langt um 10 Uhr wieder in Minden an. Verhaftet. Ein Tischlergeselle wollte heute Morgen in einer Gewerbestreitsache die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen, machte aber dabei in seiner Trunkenheit so viel Lärm in einzelnen Bureaus, daß man ihn festnehmen und in Nummer Sicher bringen mußte. Bünde. In der uralten Kirche fand man den sogenannten Armenblock zertrümmert vor und seines Inhaltes beraubt. Durch sehr wuchtige Hiebe hat der Dieb seinen Zweck zu erreichen gesucht. Ob der Diebstahl in der vorigen Nacht oder schon früher ausgeführt, ist mit Bestimmtheit nicht festzustellen. Bielefeld. Auf dem letzten Viehmarkt war ein Riesenmastochse, welcher allgemeine Bewunderung erregte. Dieses Riesentier, welches der Fleischermeister Frankenberg in der hies. Victoriastraße für 1000 Mk. käuflich erworben, hat das respektable Gewicht von 2400 Pfund. In Stockholm wurde dieses sehenswerte Tier mit 2000 Mk., in London mit 1500 Mk. und in Manchester mit 2000 Mk. prämürt. Bochum. Gestern fanden an allen öffentlichen Orten Bergarbeiter=Versammmlungen behufs Stellungnahme gegen die neue Berggesetznovelle und Wahl von Delegierten zum internationalen Kongreß in London statt. Von einem ländlichen Schilda weiß die „Mitteld. Ztg.“ zu berichten: Als nach dem deutschfranzösischen Feldzuge unsere wackeren Krieger als Sieger heimkehrten, wurde auch in dem Dorfe Dr. gejubelt und wie überall anderwärts, so auch dort feierlich unter Musik und Weiherede des Pfarrers eine Friedenseiche gepflanzt zur Erinnerung an den großen Krieg 1870—71. Auch wurden sämtliche Namen der Heimgekehrten aus dem Dorfe in einer Kapsel mit eingegraben. Jahre vergingen. Die Friedenseiche wuchs heran zu einem großen stattlichen Baume. Da aber dieser Baum zu groß ward, wurde derselbe vom Gemeindevorstand dieser Tage verkauft. Der Erlös für das so prächtig gediehene Erinnerungszeichen an eine große Zeit betrug 4,80 Mark. Bremen. Die Einnahmen des Freihafens betrugen im letzten Jahre 510000 Mk., die Ausgaben 260000 Mk., mithin ergiebt sich ein Betriebsüberschuß von 250000 Mk. Da die Entwickelung des Freihafens sich noch in ihren Anfängen befindet, so ist wohl anzunehmen, daß der Ueberschuß nach Vollendung der Weserkorrektion, wenn die Anlagen erst recht ausgenutzt werden können, ein erheblich größerer werden wird. Zu verzinsen sind von der Zollanschlußdeputation noch 9 Millionen mit jährlich 315000 Mk. Der Betriebsüberschuß aus dem Freihafen bleibt demnach nicht mehr weit hinter dem Zinsenerfordernis zurück. Auf dem hiesigen Schlachthofe ist die Maul= und Klauenseuche konstatiert worden. Vorläufig ist der Abtrieb von Schlachtvieh untersagt. Düsseldorf. Die zentrale Lage Düsseldorfs zur niederrheinisch=westfälischen Industrie hat die Erbauung eines großen Handelshafens notwendig gemacht. Der Bau desselben ist im Jahre 1890 von den städtischen Behörden beschlossen. Der Hafen wird einer der bedeutendsten am ganzen Rheinstrom sein. Er befindet sich oberhalb der Stadt und erhält einen selbstständigen Bahnhof„Düsseldorf=Hafen“, so daß die Abgabe besonderer Anschlußgebühren ausgeschlossen ist. Außer der 850 Meter langen Quaimauer sind rund 5000 Meter befestigte Uferböschungen als Ladestellen ausgebaut und mit einem vollkommenen Geleisenetz versehen. Für den Verkehr mit Petroleum ist ein besonderes Becken angelegt. Stadtseitig wird ein Niederlagegebäude ausgeführt, in welchem auch eine Zollabfertigungsstelle eingerichtet wird. Die Hafenflächen haben eine Größe von ca. 150 000 Quadratmeter und geben zu Anlagen jeglicher Art die Möglichkeit. Voraussichtlich werden eine große Zahl von[Privatanlagen erstehen. Der Kaiser kam Sonnabend früh von Potsdam nach Berlin, nahm zunächst Truppenbesichtigungen auf dem Tempelhofer Felde vor und wohnte dann der feierlichen Grundsteinlegung der Auferstehungskirche in der Friedensstraße bei. Vorher hatte die Grundsteinlegung zur Samariterkirche in derselben Parochie(St. Markus) stattgefunden, wobei der Kaiser durch den Prinzen Friedrich Leopold vertreten war. In den diesjährigen Reiseplänen des Kaisers ist, wie die„A. R.=C.“ mitteilt, ein Besuch Londons nicht vorgesehen. Der Kaiser begiebt sich am 1. August zur Teilnahme an der Regatta nach Cowes und unternimmt von dort aus an Bord des„Hohenzollern“ eine mehrtägige Fahrt durch die englischen Gewässer, ohne London zu berühren. Bei der Stettiner Reise des Kaiserpaares werden die Minister des Innern und der Landwirtschaft die Majestäten begleiten. Der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen erhielt anläßlich seines 10. Geburtstags den Schwarzen Adlerorden. Der„Post“ zufolge wird sich die Anwesenheit der Königin der Niederlande und der Königin=Regentin am Berliner Hofe auf die Dauer weniger Tage erstrecken. Der Besuch fällt gerade auf die Tage der beiden großen Frühjahrsparaden in Berlin und Potsdam. Es werden zwei große Paradediners in Berlin und im Neuen Palais stattfinden, in letzterem zu Ehren des Besuches auch eine Theatervorstellung. Die„Neue Freie Presse" teilt mit, Fürst Bismarck habe dem jungen Brautpaar nach Fiume ein Telegramm gesandt, worin er demselben seinen Segen erteilt und die Freude ausspricht, seine junge Schwiegertochter bald kennen zu lernen.— Graf Herbert Bismarck und die Familie des Grafen Hoyos erhielten von dem deutschen Kaiser Glückwunsch=Telegramme.— Die Hochzeit des Brautpaares findet im Juni statt. Zu derselben wird Fürst Bismarck erwartet. Nach Ausweis der Rangliste für 1892 hat die Zahl der eisernen Kreuze ganz erheblich abgenommen. An Großkreuzen ist nur noch eins vorhanden, Kreuze erster Klasse giebt es noch 183, zweiter am schwarzen Bande 3305. Von den Kreuzen zweiter Klasse am schwarzen Bande sind 2660 in der aktiven Armee, 66 in der Reserve und 580 in der Landwehr. Eiserne Kreuze am weißen Bande zweiter Klasse giebt es noch 405 in der aktiven Armee und 59 in der Landwehr. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich Freitag mit Petitionen, die lediglich ein persönliches oder örtliches Interesse hatten und nach den Anträgen der betreffenden Kommissionen erledigt wurden. Sonnabend wurde die zweite Beratung der Secundärbahnvorlage erledigt. Neben weiteren Wünschen, die im Gesetze noch nicht erfüllt sind, kam auch die Frage der Baubeamten und sonstigen Techniker zur Sprache. Der Abg. Wallbrecht führte die erheblichen Ueberschreitungen der Kosten, welche bei mehreren Eisenbahnstrecken vorgekommen sind, zum Teil darauf zurück, daß die Baubeamten gegenüber den Juristen zurückstehen und daß deshalb die tüchtigsten Kräfte dem Staatsdienste fern bleiben. Die deutsche überseeische Auswanderung über deutsche Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam betrug im März 1892 14074 gegen 11637 im März 1891. Aus deutschen Häfen wurden im März d. I. neben den vorgenannten 14074 deutschen Auswanderern noch 21941 Angehörige fremder Staaten befördert. Die Kostenrechnung für die Februar=Tumulte, welche bekanntlich die Stadtgemeinde zu bezahlen hat, ist nunmehr vom Magistrat der Stadtverordneten=Versammlung zur Genehmigung unterbreitet worden. Die Gesamtsumme der zu leistenden Entschädigungen beträgt rund 16,642 Mark. Achtzehn Ansprüche sind außerdem teils als verspätet angebracht, teils als sachlich nnbegründet zurückgewiesen worden; in einigen wenigen Fällen schweben noch die Ermittelungen. Gegenüber der sozialdemokratischen Agitation unter den in Berlin weilenden Polen haben die einflußreichen Mitglieder der polnischen Gesellen=, Turn= und Unterhaltungsvereine beschlossen, einen engeren politischen Zusammenschluß aller in Berlin ansässigen Polen zu schaffen, um das Eindringen von revolutionären Elementen unmöglich zu machen. Die Polen, deren Zahl in Berlin auf 40000 geschätzt wird, wollen in der Pfingstwoche einen Parteitag abhalten, auf dem ein Programm für eine neue politische Volkspartei aufgestellt werden soll, das neben der Betonung des nationalen, kirchlichen und monarchischen Standpunktes Forderungen zur Hebung der Handwerker und Bauern enthalten wird. Alle Berliner polnischen Vereine sollen dann verpflichtet werden, ihre Mitglieder zur Anerkennung dieses Programms zu veranlassen, wogegen sozialdemokratische und anarchistische Mitglieder gänzlich ausgeschlossen sein sollen. Die in der italienischen Deputirtenkammer begonnene Debatte über die letzte Ministerkrisis und die allgemeine Politik der Regierung haben zu einer Niederlage des Ministeriums Rudini und damit zu einer abermaligen Ministerkrisis geführt: Eine vom Abgeordneten Grimaldi zu Gunsten des Kabinets eingebrachte Tagesordnung, wonach die Kammer die Erklärungen der Regierung billigt, wurde in namentlicher Abstimmung mit 193 gegen 185 Stimmen abgelehnt, womit das Schicksal des Kabinets Rudini besiegelt war. Nach dieser Abstimmung erklärte Rudini, er werde die Befehle des Königs einholen, worauf die Sitzung aufgehoben wurde.— In der nächsten Sitzung zeigte Ministerpräsident Rudini an, daß das Kabinett seine Demission gegeben und daß der König sich seine Beschlußfassung vorbehalten habe. Die Minister würden inzwischen die laufenden Geschäfte weiter versehen. Die Kammer hat sich sodann auf unbestimmte Zeit vertagt. — Die Lage in Italien wird aller Voraussicht nach im Großen und Ganzen dieselbe bleiben, denn die Mehrheit der Italiener ist noch immer von der Notwendigkeit des Anschlusses an den Dreibund überzeugt. Dazu kommt, daß die Handelsverträge, welche Italien mit Deutschland und Oesterreich abgeschlossen hat und die ihm sehr große wirtschaftliche Vorteile sichern, die auswärtige Politik Italiens in den bisherigen Bahnen festhalten. Der Dreibund wird demnach durch den Sturz Rudini's nicht in die Brüche gehen. An die französischen Kardinäle ist ein Brief des Papstes gerichtet, welcher die französischen Katholiken nochmals ermahnt, die Weisungen des Papstes zu folgen; den Katholiken seien verpflichtet, auch in politischen Angelegenheiten dem Papste zu gehorchen, wenn dieselben mit kirchlichen Interessen in irgend welchem Zusammenhange ständen. Lord Salisbury hat in einer großen Versammlung wieder einmal eine seiner Reden gegen Homerule gehalten. Er führte u. A. aus, ein gewaltiger Kampf stehe bevor, welcher eine Entscheidung von höchster Wichtigkeit für das englische Volk herbeiführen werde. Homerule werde nicht den Frieden, sondern eine Zeit bürgerlicher und religiöser Kämpfe bringen. Homerule würde das Ansehen Englands vernichten und seine Macht in allen Weltteilen schwächen. Lord Salisbury riet dann den Konservativen und Unionisten, hinsichtlich der nächsten Wahlen alles aufzubieten, um Homeruly abzuwehren. Paris, 6. Mai. Mathieu und Simon wurden wegen Diebstahls und Hehlerei zu je 5 Monaten Gefängnis verurteilt.— Sämtliche vor dem 1. Mai verhaftete Anarchisten sind heute freigelassen worden. Die Behauptung, daß die Polizei eine große Verschwörung entdeckt habe, wird als erfunden bezeichnet. Die Untersuchung bezüglich des Very=Attentats ist bisher ohne jedes Resultat geblieben.— Frau Very erhält im Hospital fortgesetzt Drohbriefe. Freitag Nachmittag verlangte ein mit einem blauen Kittel bekleideter Arbeiter im Justizministerium den Minister zu sprechen. Als der Pförtner ihn, weil der Minister abwesend war, abwies, streckte der Arbeiter den Pförtner durch einen Revolverschuß in die Brust zu Boden. Ein zweiter Schuß auf den Schutzmann, der seine Verhaftung vornehmen wollte, ging fehl. Vor der Polizei erklärte der Attentäter, beabsichtigt zu haben, wegen ungerechter Behandlung die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Der Zustand des verletzten Pförtners ist kritisch. Aus dem Packetwagen der Ostbahn wurde gestern am hellen Tage, während zwei Begleiter ein Kistchen in das Haus trugen, eine andere Kiste, worin eine Million Francs enthalten war, gestohlen. Pest, 8. Mai. Nach einer Meldung der Blätter explodierte in Versecz im Nagy=Banyaer Komitate vor dem Hause des Bergwerksbeamten Fabian eine Dynamitpatrone, ohne Schaden anzurichten; der Urheber der Explosion ist unbekannt. Kurz darauf flog das Haus des Kreisnotars Papp infolge einer Dynamitexplosion zur Hälfte in die Luft. Im ganzen Orte wurden dabei die Fensterscheiben zertrümmert, verletzt wurde Niemand. Als Anstifter des Attentats wurde der Rumäne Habits verhaftet, der die That aus Rache begangen hat. Chatelet, 7. Mai. Heute früh wurde ein Versuch, zwei Häuser von Bierbrauern mit Dynamit in die Luft zu sprengen, entdeckt; es wurden Kartuschen aufgefunden, die noch vollkommen unverändert waren. Die Staatsanwaltschaft hat sofort eine Untersuchung eingeleitet. Lodz. 7. Mai. Viele Tausende hiesiger Arbeiter verlangen eine Lohnerhöhung von fünfzig Prozent. Ein allgemeiner Ausstand steht bevor. Die Polizei ist konsigniert und Militär zur Unterstützung herangezogen. Grobe Ausschreitungen, selbst Eigentumsvergehen sind vorgekommen und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Frankfurt, 6. Mai. Wie die„Frkf. Ztg.“ aus Marseille erfährt, soll die Polizei die Spur des flüchtigen Kassierers Jäger entdeckt haben. Derselbe soll sich unter dem Namen Meggenhofer nach Colombo auf Ceylon eingeschifft haben. Der deutsche Konsul sei beauftragt, Jäger zu verhaften. Posen, 6. Mai. Der in Thorn verhaftete angebliche Spion entpuppte sich als preußischer Festungsbaubeamter, der Auftrag hatte, am Fort Messungen vorzunehmen. Chemnitz, 3. Mai. Der hiesige Großindustrielle und Landtagsabgeordnete Eugen Esche hat am Hochzeitstage seiner Tochter mit 10 000 b eine Stiftung begründet, aus der unbescholtene und 20 Jahre alte Arbeiterinnen seiner Fabrik 150+ zu ihrer Heiratsaussteuer erhalten. Hambura. 8. Mai. Die Feier zur Erinnerung an den großen Hamburger Brand vor 50 Jahren fand heute auf dem Hopfenmarkt statt und nahm einen würdigen Verlauf; anwesend waren der Senat und die Bürgerschaft Hamburgs, die Bürgermeister von Altona, Wandsbeck und Harburg, sowie 10,000 Festteilnehmer. Brombera. 2. Mai. Auf Grund der angestellten und nunmehr fast abgeschlossenen amtlichen Ermittelungen steht es außer Zweifel, daß es sich bei dem Raubanfall auf den Probst von Poninski lediglich um einen ganz gemeinen Raubzug gehandelt hat. Die anarchistische Färbung, welche die Spitzbuben dem Verbrechen zu geben trachteten, war lediglich ein Mantel zur besseren Verdeckung der Spuren. Zukowski hatte schon vor Wochen ausgestreut, er habe eine reiche Erbschaft zu hoffen und werde wieder nach Paris zurückkehren, wo er sich sehr wohl gefühlt habe. Aehnliche Reden führten seine Komplicen, die alle bis über den Kopf verschuldet waren. Das Ziel war Amerika. München, 7. Mai. Vorgestern Nacht um ½11 Uhr platzte vor dem Hause des allgemein geachteten Obersteigers Roßberger in Miesbach eine Dynamitpatrone, welche den Thürstock zerstörte. Persönliche Rache soll die Veranlassung gegeben haben. Wien, 7.Mai. Infolge des Streiks der Kutscher ist auf den Standplätzen in der Stadt und an den Bahnhöfen nur eine geringe Anzahl Lohnfuhrwerke erschienen. Von etwa 3300 Kutschern streiken etwa 2500. Die Stimmung der Ausständigen gegen die fahrenden Kutscher ist eine erbitterte.— Infolge von Verhandlungen der streikenden Kutscher mit der Gewerbebehörde werden, wie man annimmt, heute Abend oder morgen früh etwa 1000 Fuhrwerke die Fahrten wieder aufnehmen. Genua, 7. Mai. Ein gewaltiger Orkan hat die Gebäude der Kolumbusausstellung zerstört; auf dem ganzen Mittelmeere tobte ein furchtbarer Sturu. New=York, 6. Mai. Nach hier vorliegenden Meldungen soll der Expreßzug aus San Francisco heute früh beim Passieren des Missouri mit der Brücke in den Fluß gestürzt sein. Sieben Personen sollen getötet, fünfzehn verletzt worden sein. Warschau, 6. Mai. Die Stadt Iwankow, Gouvernement Kiew, ist durch Brandstiftung fast vollständig eingeäschert worden. Der Schaden ist bedeutend. 8 Personen sind verbrannt. Eine Anzeige, die mit satirischen Schlaglichtern gewisse Verhältnisse unseres kaufmännischen Lebens beleuchtet, findet sich in einer Nürnberger Zeitung. Es ist da zu lesen:„Für einen jungen Mann aus guter Familie, welcher seine Lehrzeit in einem Engrosgeschäft beendet hat, wird eine Stelle als Commis gesucht. Derselbe ist durch eine dreijährige ausschließliche Lehrpraxis in Briefabklatschen, Packet= und Briefaustragen, eitungsholen, Magazin= und Hofraumkehren, Abstauben, ampenputzen, Kohlenschaufeln u. s. w. gründlich erfahren und daher im Stande, in den genannten kaufmännischen Wissenschaften wirklich Gediegenes zu leisten. Gef. Off. unter„Moderne Kaufmannslehre" erbeten.“ Der Redakteur im Grabe. In Glogau ist kürzlich der Redakteur Michaelis gestorben. Am Grabe desselben hielt ihm der amtierende Geistliche einen Nachruf, in welchem er folgende beherzigenswerte Betrachtungen über Journalistenberuf einflocht:„Es ist ein harter und mühseliger Beruf, dem sich dieser Mann, den wir jetzt zur ewigen Ruhe bestatteten, mit Treue und Hingebnng bis zu seiner letzten Stunde gewidmet hat. Wenn uns an jedem Tage um einen geringen Preis das Blatt ins Haus gebracht wird, in welchem wir die Nachrichten von nay und fern wohlgeordnet zusammengestellt finden, wenn wir, wie es wohl bei vielen geschieht, es gespannt erwarten und mit Hast darnach greifen, dann denken wir bei dem Vergnügen, welches uns die Lektüre bereitet, nur selten an die Mühsal der Herstellung und noch weniger empfinden wir das Gefühl des Dankes für die Männer, die in anstrengender, die Nerven erregender Arbeit all' den Stoff zusammentragen und in fliegender Eile sichten und ordnen. Wie viel Klugheit, wie viel Ausdauer und Emsigkeit gehört nicht dazu, um hier und dort Neues zu erfahren, wie anstellig, gesellig, wie vorsichtig und besonnen muß der nicht sein, der einen verschlossenen Menschen dazu bringen will, den Mund zu öffnen und ihm Interessantes mitzuteilen; wie viel Geist und Laune braucht man nur, um den einfachen Stoff zu würzen und ihn dem Geschmack des Lesers angenehm zu machen, und da gilt es, so viele Klippen zu vermeiden! Die Hüter des Gesetzes lugen mit scharfem Auge, ob nicht irgend eine Notiz das Maß des Erlaubten überschreitet, oder sie gehen den Spuren nach, auf welchem Wege diese Nachricht in die Spalten des Blattes gedrungen ist, und vollends, wenn irgend einer aus der Masse durch eine Meldung verletzt ist oder sich verletzt glaubt, wenn in der Hast der Geschäfte eine Redewendung zu scharf geworden ist, wie viele wetzen da die Zähne, um an dem Rufe des Mannes zu nagen, dem sie doch so viele angenehme Stunden zu verdanken haben! Die Presse ist, wie man sagt, die sechste Großmacht, aber ihre Vertreter, so sehr sie auch das öffentliche Urteil bestimmen, haben mit dem öffentlichen Vorurteil schwer zu kämpfen und entgehen zu dem auch bei dem redlichsten Willen, Recht und Gesetz in Ehren zu halten, nicht der Gefahr, das Maß zu überschreiten und harte, bitter empfundene Strafen an ihrem Gute oder gar an ihrer Freiheit zu erdulden.“ Ein Schulstreik ist in dem Dorfe Brankow bei der Niederlausitz ausgebrochen. Der dort seit andert halb Jahren thätige junge Lehrer L. rief am Morgen des 29. April die Schulkinder mittelst der Dorfglocke wie gewöhnlich zum Unterricht; es erschien aber kein einziges Kind, weil die Eltern wegen vermeintlicher Mißhandlung ihrer Kinder verabredet hatten, diese nicht mehr zur Schule zu schicken. Am 30. April sind die Schüler ebenfalls sämtlich ausgeblieben. Nachdem der Schulinspektor auf Anzeige des Lehrers die widerstrebenden Familienväter auf die Gesetzwidrigkeit ihrer Handlungsweise hingewiesen, steht zu erwarten, daß bei fortgesetzter Fernhaltung der Kinder vom Schulunterricht Zwangsmaßregeln zur Anwendung kommen werden. Für den Lehrer L. dürfte eine von diesem selbst längst gewünschte Versetzung das geeignetste Mittel zur Befreiung aus höchst unliebsamer Lage sein, denn derselbe muß sogar die nötigsten Lebensmittel aus benachbarten Ortschaften durch fremde Leute beziehen, da ihm sämtliche Familien seines Dorfes den Verkauf von Lebensmitteln und die Bereitung von Speisen weigern. Einen merkwürdigen Zustand bietet der Ort Hilbersdorf in der sächsischen Enklave Liebschwitz. Derselbe hat eine Kirche und Schule, zu der vier Gemeinden von vier verschiedenen Staaten gehören. Jetzt feierte der Kantor Sachs in Hilbersdorf sein 25jähr. Amtsjubiläum und es beteiligten sich daran die Staatsbürger von vier deutschen Staaten, nämlich Sachsen, Preußen, Weimaraner und Altenburger. Ein merkwürdiger Fall wird aus Fayette im Staate Mississippi berichtet. Ein Neger, welcher wegen Ermordung seiner Frau gehängt worden war und 36 Minuten lang am Strange gehangen hatte, lebte, nachdem ihn drei Aerzte für tot erklärt hatten, im Sarge wieder auf, und soll bereits vollständig wieder hergestellt sein. Er war nach einem neuen System gehängt worden. Dilemma. Piccolo(zum Oberkellner):„Sie, Herr Jean, der Herr dort will e Knickebein, jetzt weiß i net, is dös a Knöchle oder a Ripple!“ Ausgerechnet. Vater der Braut:„Dreitausend Mark, mehr kann ich augenblicklich meiner Tochter nicht mitgeben!"— Bewerber(Arzt):„Aber erlauben Sie gütigst, soviel könnte ich ja beinahe als Honorar für meine Besuche bei Ihnen beanspruchen! Umschrieben. Professor:„Was enthielt die Brieftasche, die Sie verloren haben: Papiere?“— — Student:„Selbstverständlich; meine ganze Garderobe!“ Verraten.„Wie ich neulich Abend spät nach Haus komm', krieg' ich auf der Hausflur eine fürchterliche Ohrfeige!"—„Und was sagtest Dur“—„Guten Abend, Weiberl!“ Im Zorn.„... Der nichtsnutzige Kerl soll sofort hereinkommen!"— Frau:„Aber warum denn?! Du bist ja ohne dies schon sehr aufgeregt!:— Manns: „Er soll nur hereinkommen, damit ich ihn hinausschmeißen kann!“ Wetter=Aussichten auf Grund der Berichte der deutschen Seewarte. Nachdruck verboten. 10. Mai: Vielfach heiter, normale Temperatur, später stark wolkig, auffrischende Winde, Strichregen. Kalte Nacht. Sturmwarnung f. d. Ostsee. 11.„ Wolkig, bedeckt, Strichregen, meist wärmer, frischer Wind. Kalte Nacht. Im Süden stellenweise Gewitter. Sturmwarnung f. d. Ostsee. Briefkasten. Frau Wilh. N.: Für Ihre Zuschrift sehr dankbar. Würden Sie nicht die Güte haben, Ihre Adresse näher anzugeben, damit weitere Verständigung erfolgen kann? Erfolg allein entscheidet. Frotheim bei Lübbecke. Hiermit gebe Ihnen Antwort über die von mir gemachten Beobachtungen bei der Anwendung der Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen(à Schachtel Mk. 1.— in den Apotheken) und über deren Erfolg. Einer meiner Arbeiter, welcher derartig an einem Magenleiden litt, daß er fast arbeitsunfähig war, kam da ihm ärztliche Hülfe keine Linderung verschaffte, zu mir und klagte mir sein Leid. Ich riet ihm, es einmal mit Ihren Schweizerpillen zu versuchen. Der Arbeiter befolgte meinen Rat und war bald nach Anwendung des Mittels vollständig wieder hergestellt. Auch jetzt nach fast einem Jahr hat sich das Leiden noch nicht wieder eingestellt, so daß ihm Ihre Pillen zum unentbehrlichen Mittel geworden sind, er sich der besten Gesundheit erfreut und seine Arbeit wie früher verrichten kann. Carl Pinkemeyer.(Unterschrif. beglaubigt).=— Man achte beim Einkauf stets auf das weiße Kreuz in rotem Grunde. Die Bestandteile der ächten Apotheker Richard Brandt'schen Schweizerpillen sind Extracte von: Silge, 15 Gr., Moschusgarbe, Aloe, Absynth je 1 Gr., Bitterklee, Gentian je 0,5 Gr., dazu Gentian= und Bitterkleepulver in gleichen Teilen und im Quantum, um daraus 50 Pillen im Gewicht von 0.12 herzustellen. Familien=Nachrichten. Geboren: G. Dörting=Melle 1 S. Lehrer H. Wehmer=Oldendorf 1 T. Aug. Rose=Bielefeld 1 S. Postmeister AkemannGütersloh 1 S. Apotheker Klußmann=Hameln 1 S. Carl Dickertmann=Bielefeld 1 T. Verlobt: Martha KulbrockBrackwede mit Dr. med. Carl Kelle=Blankenburg a. H. Martha Landwehr=Bielefeld mit Koch=Berleburg. Marie Zurwieden mit Fritz Twartz=Osnabrück. Auguste Bökenkamp mit Eduard Klusmann=Bielefeld. Gestorben: Johanne Wilh. Blackemeyer=Bockel bei Halle 54 J. Friedrich Bartels=Rio de Janeiro 27 J. Kurt Kirchhoff=Bielefeld 5 J. Justine Ostmann geb. Grefe=Schötmar. 3 Mark Belohnung. Am 5. März er. ist dem Kaufmann und Schenkwirt Reckendorf aus dessen Scheune eine bräunlich geölte Schiebkarre mtt Lattendeckung gestohlen worden. Der Bestohlene sichert demjenigen obige Belohnung, welcher den Dieb so zur Anzeige bringt, daß dessen Bestrafung erfolgen kann. Vor Ankauf wird gewarnt. Herford, den 2. Mai 1892. Die Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister. Quentin. Nach der in Kraft bestehenden Polizeiverordnung vom 27. Novbr. 1878, betreffend Regulierung der Bürgersteige, sind die Adjezenten verpflichtet, die Trottoirs vor ihren Grundstücken stets in gutem Zustande zu erhalten. Da die Trottoirs in dem letzten Winter vor verschiedenen Grundstücken schadhaft geworden sind, so ist es im Verkehrs=Interesse unbedingt notwendig, daß eine sofortige Instandsetzung erfolgt, widrigenfalls solche im Wege des Zwangs geschehen muß. Herford, den 3. Mai 1892. Die Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister Quentin. des Königl. Amtsgerichts zu Herford. Im Firmenregister ist zufolge Verfügung vom 5. Mai 1892 am 5. Mai 1892 eingetragen: Nr. 527: Die Firma H. Steffen zu Herford ist gelöscht. Nr. 652(früher Nr. 527): Die Firma H. Steffen zu Herford und als deren Inhaber der Kaufmann Carl Steffen zu Herford. Capitalien auszuleihen durch Robert Breipohl, Göbenstraße 353. Eine konserv. geb. j. Dame. bisher in einem englischen Pensionate thätig, würde hier gerne Klavierunterricht erteilen. Gütige Auskunft behufs Meldungen in der Wohnung des Herrn Direktors Werther. Englische und deutsche Refer. und Zeugnisse daselbst zur Einsicht. Gewandter Laufbursche im Alter von 14 bis 17 Jahren, gegen guten Verdienst, gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. Duresco-Pappe, gesetzlich geschützt, sowie staatkonzessionirt. Diese ungesandete Dachpappe übertrifft an Güte und Dauerhaftigkeit jedes andere derartige Fabrikat und ist das Dachbedeckungsmaterial der Alleinverkauf für Vlotho a/W. b. Herrn Carl Tengler, Maurerm Vlotho a/W. holsteinischer Käse Holländer 24 Edamer.... KK 30. Limburger 0.K 23. ab hier gegen Nachnahme. Julins Verner, Neumünster i. H. Proben. K 3.40. K 3.80. K 3.30 pro 10 Pfund Postcolli franco ur reelle Sorten! Bielefelder Nähmaschinen. Vorarbeite=Maschinen, Wheeler= und Wilson, in erster Qualität, für Weißnäherei vorzüglich— 2 Jahre Garautie— für Mk. 80 bei kleinen Abzahlungen. E. Hansche. Nähmaschinengeschäft, Radewigerstraße 771. □ E 6 6 12 E * Fertige Herren= und Knaben=Garderobe empfehle in größter Auswahl zu außerordentlich billigen Preisen. Komplette Herren=Anzuce von rein wollenem Buxkin, in neuesten Dessins, 21 „„„„„ von feinem Velour=Buxkin, 24 U. 27 „„„„„ von neuesten Modestoffen 30 u. 35 Burschen= Anzüge in allen Größen von 10 Mk. an. Knaben-Amzüge in allen Qualitäten und Größen von 4.,50 Mk. an. Herren=Holen von schweren reinwollenen Stoffen, 6 2Kk. „, von feinem Buxkin, in modernen Dessins, 7,50, 9 u. 10 Herren=Holett mit hocheleganten Kammgarnstreifen 12 Bäckerstrasse 644/45. Ww. Weinberg. 7 62 E 6 00 * □ Hiermit zeige ich einem geehrten Publikum von Herford und Umgegend ergebenst an, daß ich mich hier, Radewich 712(im ehemals Eickhoff'schen Hause) als Klempner und Kupferschmied niedergelassen habe. Für die Ausführung aller betreffenden Arbeiten halte ich mich unter der Zusicherung prompter, reeller und billiger Bedienung bestens empfohlen und werde das in mich gesetzte Vertrauen in jeder Beziehung zu rechtfertigen wissen. Fritz Kortemeyer. Steigerung des Einkommens, Altersversorgung, Kinderaussteuer erzielt mau durch Abschluß von Versicherungen bei der Preußischen Renten=Versicherungs=Anstalt zu Berlin, Kaiserhofstraße 2, die seit 1838 unter besonderer Staatsaufsicht auf Gegenseitigkeit besteht. Dividende der Tarifversicherungen Abt. A für 1890: 2%0 der maßgebenden Prämiensumme. 75000 Versicherte, 79 000000 Mk. Vermögen. Nähere Auskunft erteilen die Direktion und folgende Vertreter: Potthoff& Castanien in Bielefeld, F. W. Pankoke in Herford. Kathreiner's Malzkaftee das beste aller Kaffee=Zusatzmittel der einzige vollkommene Ersatz für Bohnenkaffee hat auf der„Internationalen Ausstellung für das Rote Kreuz, Armeebedarf, Volksernährung, Hygiene und Kochkunst" unter dem Protektorate I. M. der Königin von Sachsen Leipzig 1892 von allen Kaffee-Zusatz- und Ersatzmitteln allein die erste u. Höchste Auszeichnung die Goldene Medaille erhalten. Kathreiner's Kneipp-Malzkaffe niemals lose, sondern nur in Originalpaketen mit nebenstehender Schutzmarke verkauft. Zubereitung: Die Körner mahlen und mindestens 5 Minuten kochen. Detailverkaufspreis: 45§ 1 Pfdpak., 25 à ½ Pfdpaket. NB. Pfarrer Kneipp hat uns das alleinige Recht für Deutschland eingeräumt, unser Fabrikat als„Kneipp-Malzkaffee“ zu bezeichnen und sein Bild und seine Unterschrift als Schutzmarke zu benützen. Zu haben in allen Colonialwaaren u. Droguenhandlungen. Kathreiner’s Malzkaffe-Fabriken München— Wien. Zweigniederlassungen in Berlin und Zürich. In Herford durch: Herrn Fr. Raabe. Gespart wiro im Haushalt, wenn die Hausfrau dem Kaffee etwas von Dommerichs Anker=Cichoren zusetzt. ebessert wird jeder Kasse, also kräftiger, voller und weicher im Geschmack, durch einen Zusatz von Dommerichs Anker=Cichorien. Derselbe ist überall zu kaufen. Bekanntmachung. Das städtische Grundstück„am Linnenkamp“ an der Kreisstraße Herford=Enger, groß 16,80 Are und bezeichnet XXIX Nr. 524/131, 741/131 soll mit Ausschluß des nach der Dr. Schaper'schen Fabrik zu gelegenen und zur Offenlegung einer Straße bestimmten Stückes öffentlich zum Verkauf ausgesetzt werden. Hierzu haben wir öffentlichen Termin auf Freitag den 17. Juni, Morgens 12 Uhr an Ort und Stelle anberaumt, wozu wir Kaufliebhaber einladen. Herford, 28. März 1892. Der Magistrat — Mtr. J. 2,35. Wasserdichte Waggondecken Mtr. J. 2,90 Wasserdichte Pferdedecken pr. Stück J. 5,30 Fertige Sommerdecken pr. Stück 4,80 Filtriertücher für Butterfabriken — Mtr. R. 1,75 Drelle für Marquisen 1 Mtr. J. 0,90 Drelle für Matratzen Mtr. N. 1,10 Drelle für Rouleaux □ Mtr. J. 0,80 Wasserdichter Leinen=Bedachungsstoff(bester Ersatz für Dachpappe) □ Mtr. N. 1,50 (bester Ersatz für Dachpappe) Wasserdicht präp. Diemenplanen □ Mtr. J. 1,75 Zelte aus wasserd. Segeltuch 1 Mtr. J. 1,75 Lacke und Druckerfarben (bei Quantitäten Rabatt) liefert: Otto Koch, Dortmund. Vorschuß=Verein zu Herford e. General=Versammlung Sonntag, den 22. Mai er., Nachmittags 3½ Uhr im blauen Saale des Bürgervereins. 1. Berichterstattung über die Kassen= und Geschäftsverhältnisse pro 1891. 2. Mitteilung und Bilanz der Jahresrechnung. 3. Beschlußfassung über die Gewinnverteilung und Festsetzung der Dividende. 4. Erteilung der Decharge für den Vorstand und Rendauten. 5. Neuwahl für die 3 ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats Herren Pottkamp, Fr. Stuke, F. Mattis. 6. Neuwahl des Vorstandes. Der Aufsichtsrat. F. C. Kropp. Formulare zur Buchführung sind vorrätig bei. Martin Herrmann. Höckerstraße 290. Für Kenner ist der beste Cognac die Marke Boisvert Fils& Co., Cognac. Grossartige Erfolge sind damit erzielt. Postcolli 3 Flaschen M. 12,— franco. Orignalkiste 12 Flaschen Mk. 40.— Gegen Voreinsendung od. Nachnahme Jean Lambert, Hamburg. 9. Mai 1892. Dem geehrten Publikum hierdurch die Anzeige, daß ich das von der Firma A. Heerden& Co. auf dem Platze neben dem Postamt geführte Steinbildhauerei=Geschäft käuflich übernommen habe und fortan neben meinem Hauptgeschäft Friedhofstraße 234 weiter betreiben werde. Neubaues wegen beabsichtige ich sämtliche im Ladenlokale Friedhofstraße 234 stehende Grab=Denkmäler bedeutend unter Preis schleunigst zu verkaufen. Gleichzeitig empfehle ich mich zur Anfertigung aller in mein Fach schlagender Arbeiten. Hochachtungsvoll Julius Herden, Bildhauer, Friedhofstr. 234. Am Bahnhof 72. Bonner Fahnenfabrik in Bonn a. Rhein Hoflief. Sr. Majestät des Kaisers. Königl., Grosherzogl., Herzogl. und Fürstl. Hoflief. . Zum Gauturnfest, 29. Mai Wasserechte Fahnen und Flaggen, beste Qualität(z. 1 Deutsche und preussische Fahnen mit und ohne Adler) Nappenschilder, Inschriften, Transparente, Lampions, Fackeln. Pünktliche Lieferung ausdrücklich garantiert. Reichhaltige Preisverzeichnisse versenden wir gratis und franko. Die Tapetenhandlung von Paul Haase Gehrenberg 345 empfiehlt in großer Auswahl ihr Lager in Borden, Rosetten, Wachs= und Ledertuchen, Kinder= und Linoleum, Auflegerstoff, Tischdecken, Tischläufer 2c. 2c. zu billigen aber festen Preisen. Gasmotoren-Fabrik Deutz in Köln-Deutz. „Otto's neuer Motor“ liegender und stehender Construction für Steinkohlengas, Delgas, Generatorgas. Wassergas, Benzin u. Petroleum. Prämiirt mit 132 höchsten Preisen auf allen beschickten Ausstellungen. 3800 Maschinen mit über 160000 Pferdekräften in Betr. Specielle Prospecte, Zeugnisse, Kostenanschlage gratis u. portofrei durch den General-Vertreter Oscar Otto, Dortmund. Vertreter für Herford und Umgegend Fritz Halgmann in Herford, Brüderstrasse 364. Malutensiliem in bedeutender Auswahl Martin Herrmann. □ empfiehlt Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Martin Herrmann=Herford; für den Inseratenteil: Hermann Gustav Koch=Herford. Verlag von Koch& Herrmann=Herford. Druck von Martin Herrmann=Herford