* 14* rscheint täglich. Abonnements-Preis 2# 25 g igen: Aunahme: 1. Berlin, Breslau, Chemmitz, ##. München, Nürnderg, Straß1.., Gtungar., Zürich 2c. Haasenstein& Bogler: Bertin, Basel, Brrmen, Danzig, Erfurt, Geu. over, Lübeck, Mannheim, Met, Wien u. G. A. e& Co.: Frankfurt am Main, Berlin, AmderParis 2c. Invalidendank: Berlin, Dresden, v. Th. Dietrich& Co.: Cassel, Franksuut a. M. verbunden mit dem Dortmunder Anzeiger. „hellie“ sagren Petitzeile oder deren 20 J Steiner: Hambura. A. Koles sowsc: Minden. Carl Schüssler: abolf C. Marowöky E. Schlotte: Bremen. assler: 8#0 W. Thienes: Elderseld. N 353. Sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Land=, Garten= und Hauswirtschaft. Sonntag, den 25. Dezember 1881. Thisson: Barmen. Bernh. Arndt: Berlin. Barck& Co.: Halle a. Saale. D. Freuz:— Leo Frank: Köln. Joy. Noothaar: Hamburg. Rotten & Co.: Wien. G. D. Baedecker: Essen. G. Putze Hagen. R. Wichelhofen: Iserlohn. Witten:.8 Krügen. 54. Jahrgang. Deutschland. Berlin, 23. Dez.[Tagesbericht.] Der„Staatsanzeiger bringt folgende Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 22. Dezember: Auf Grund der Vorschriften im§ 9 Nr. 2 des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 ist der Betrag der für die Naturalverpflegung zu gewährenden Vergütung für das Jahr 1882 dahin festgestellt worden, daß an Vergütung für Mann und Tag zu gewähren ist: a) für die volle Tageskost 95 8, d) für die Mittagskost 49 S, c) für die Abendkost 28 3, d) für die Morgenkost 18 3, und zwar mit Brot, ohne Brot dagegen 80, beziehungsweise 44, 23 und 16 J. Der„Staatsanzeiger“ meldet ferner: Lunderrafs Ngie Der Börhocher Zandchse en eeuse.. ben des Präsidenten des Reichstages vor, wonach der Reichstag in der Sitzung vom 16. d. Mts. beschlossen hat, die Petition der Gemeinderertretungen mehrerer Vororte von Leipzig wegen Versetzung dieser Orte aus der fünften in die dritte Servisklasse dem Herrn Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen, sodann brachte der Vorsitzende ein weiteres Schreiben des Präsidenten des Reichstags, betreffend die Wahl von Mitgliedern des Reichstags zur Reichsschuldenkommission, zur Kenntnis der Versammlung. In die aus Mitgliedern des Bundesrats und des Reichstags zu bildende Kommission, welche die für den Grunderwerd und die Ausführung des Baues des Reichstags gebäudes notwendigen weiteren Vorbereitungen zu treffen hat, beschloß die Versammlung 5 Mitglieder, und zwar die Herren Staatsminister v. Bötticher, Gesandter Graf v. Lerchenfeld=Kösering, Gesandter v. Baur=Breitenfeld, geheimer Legationsrat Dr. Heerwart und Ministerresident Dr. Krüger, sowie zwei Stell grund des§ 2 des Gesetzes, betreffend die Küstenfrachtfahrt, vom 22. Mai 1881, zu erlassenden kaiserlichen Verordnung wurde die Zustimmung erteilt und eine aus diesem Anlasse seitens der Ausschüsse vorgeschlagene Resolution angenommen. Schließlich erklärte sich die Versammlung mit der Vorlage, betreffend die Verlängerung der Dauer der der danziger Privat=Aktienbank zustehenden Befugnis zur Notenausgabe, gemäß dem Antrage des zuständigen Ausschusses einverstanden.— Die Nummer 28 des„Reichsgesetzblattes“, welche von heute ab zur Ausgabe gelangt, enthält den allerhöchsten Erlaß betreffend die Erhödung der in Gemäßheit des allerhöchsten Erlasses vom 25. April d. J. aufzunehmenden Anleihe für die Reichseisenbahnen in Elsaß=Lothrin= gen.— Se. Majestät der König hat den geheimen Oberfinanzrat und Reichsbankdirektor Gustav Otto Roth zu Berlin in den Adelsstand erhoben.— Der verantwortliche Redakteur des„Berliner Tageblatts“ ist heute wegen Beleidigung des Hofpredigers Stöcker zu 500 M Strafe verurteilt worden. Es handelte sich um einen Artikel, in welchem Herr Hosprediger Stöcker für die Judenhetzen in Pommern verantwortlich gemacht wurde. Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von 100 M beantragt; der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Kaufmann, und der Angeklagte nahmen den Schutzdes § 193 des Stuafgesetzbuches(Vertretung berechtigter Interessen) in Anspruch; es wurde anerkannt, daß die Angriffe Stöckers auf die liberale Presse und das „Berl. Tageblatt“ den Angeklagten auf das Heftigste gereizt hatten. Der Gerichtshof erkannte auf 500 2 Strafe.— Der Spezial=Korrespondent der„Nationalzeitung“ meldet aus Paris vom 22. d. abends telegraphisch: Gegenüber einer Meldung aus St. Petersburg, daß daselbst die Anzeige von der Ernennung des Grafen Chaudordy zum französischen Botschafter noch nicht erfolgt wäre, konstatire ich unter Hinweis auf meine frühere bezügliche Meldung, daß ich Ihnen bereits das Eintreffen der zustimmenden Antwort von Seiten der russischen Regierung auf die erfolgte Präsentation Chaudordys mitteilen konnte. Außer den Ernennungen der Botschafter in Verlin und St. Petersburg, de Courzel und Graf Chaudordy, sind jetzt auch versagen, aber er kann bei allen in der letzten Zeit die Ernennungen des Marquis de Noailles in Kon= konstatirten Fällen nicht in Frage kommen. Leider pieretiquetten, Staniol, Seidenpapier u. dergl., die beim Auspacken der Waren oder beim Oeffneu der Umhüllung zerstört und gänzlich wertlos werden, als Vorwand zur Erhebung von erhöhten Zöllen zu benutzen, geht doch gegen den Geist jeder Zollgesetzgebung. Als im Reichstage die Verzollung des in etiquettirten Blechbüchsen verpackten amerikanischen Fleisches als feiner Eisenware vom Abg. Dr. Bamberger zur Sprache gebracht wurde, auch der Regierungskommissarius Direktor Burchard diesen Standpunkt im Prinzip angenommen, indem er als Zweck der fraglichen Bestimmung bezeichnete, zu verhindern, daß als Umhüllungen von geringwertigen Waren, die gar keinen Zoll oder nur einen geringen Zoll tragen, nicht etwa Waren eingeführt werden, die einem hohen Zoll unterliegen. Diesem Zweck wird niemand seine Billigung #r und genehmigte Politik seiner Regierung oder segenteil bei den Wahlen zur Geltung gelangte. Daß nun die Stellung der königlichen Beamten bei den Wahlen eine andere ist, als die jedes sonstigen Staatsbürgers, erkennen auch die Gegner an: derjenige Abstantinopel und Tissots in London vollzogen.— Das scheint eine Abhülfe nicht in Aussicht zu stehen, nach Preßkomitee zur Unterstützung der Opfer des wiener dem der Bundesrat bezüglich des amerikanischen FleiRingtheaters hat, dem Drucke der öffentlichen Meinung sches das rigorose Verfahren der Zollverwaltung aus nachgebend, beschlossen, die Hälfte der Erträgnisse der drücklich gebilligt hat. vorbereiteten Opernvorstellung, sowie des Balles für[Welt=Ausstellung.] Der Vorschlag einer Weltdie Opfer des Ringtheaters, die andere Hälfte für die Ausstellung in Berlin ist zwar vom Handelstage bein Frankreich bei verschiedenen Gelegenheiten letzthin fürwortet worden, stößt aber in Berlin selbst auf gar manche Bedenken und die Regierung ist ihm wenigstens für die nächste Zeit nicht günstig gestimmt. [Die„Prov.=Korresp.] versucht heute das Verhalten des Ministers v. Puttkamer gegenüber den ungehörigen Wahlumtrieben der Beamten in einem nicht sehr glücklichen Artikel zu rechtfertigen, welcher die Ueberschrift„Die Wahlen und die Beamten“ trägt. Es beißt darin: Die Frage kann hier nicht in einer auch nur annähernd erschöpfenden Weise behandet werden; vielleicht gibt es für dieselbe keine ganz zutreffende staatsrechtliche Lösung, so wenig wie für das Königtum nach deutschen Begriffen gegenüber dem parlamentarischen Staat. Das Beste wird jederzeit das richtige Gefühl, der Takt der Beamten dabei thun müssen, und es werden immer nur gewisse leitende Grundsätze darüber aufzustellen sein, welche in demselben Grade schärfer zur Anwendung kommen müssen, als einerseits der Verunglückten zu verwenden. Die Subskription für die in Wien Verunglückten beträgt beim österreichischen Botschafter bereits über 80 000, bei der Union Generale über 400 000 Franks. Der bekannte Steuer=Erlaß] erfolgte bekanntlich aus„Opportunitätsgründen" im Steuerjahr 1881/82 während des zweiten Quartals, d. h. im dritten Quartale des laufenden Jahres. Für das nächste Jahr steht nun kein Steuer=Erlaß bevor, es wird derselbe vielmehr erst im ersten Quartale des Jahres 1883 erfolgen, und zwar nach der„Pos. Ztg.“ gemäß einer vom Herrn Finanzminister unter dem 5. März ds. Is. getroffenen Anordnung, wonach die Klassensteuer der sämtlichen Stufen und die klassifizirte Einkommensteuer der fünf untersten Stufen fürderhin für die drei letzten Monate jedes Etatsjahrs(Januar, ebruar, März) unerhoben bleiben soll.— Trotz der Berufung auf eine Anordnung des Herrn Finanz=Gegensatz der Parteien gegen die Regierung leiden ministers möchten wir das noch nicht als sicher betrachten: sollten im Jahre 1882 Reichstagswahlen stattfinden, so wird vielleicht wieder, wie im laufenden Jahre, eine Aenderung vorgenommen. [Die Zahl der Zollkuriosa,] zu welchen die Handhabung des Zolltarifs in den letzten Wochen Anschaftlicher hervortritt und andererseits der König selbst sich unumwundener für das Streben und Trachten der Regierung erklärt hat, wie es im vorliegenden Falle durch die bekannte allerhöchste Botschaft geschehen ist. Hiervon ausgehend wird man die Worte des Ministers des Innern über die Stellung der Beamten bei den Wahlen nicht so befremdlich finden. Unzweifelhafte neuen meldet die„Hamb. Börsen=Halle“. Von China Voraussetzung ist allerdings für den Minister, daß die werden mancherlei Essenzen, Fruchtsäfte und Liqueure jeweilige Regierung, so lange eben der Monarch sie laß gegeben, mehr sich noch fortwährend. Von einem :„Hamb. Börsen=Halle“ in Gläsern eingeführt, die mit einem ganz dünnen mit seinem Vertrauen beehrt, die Regierung des Königs Seidenstoffe überzogen sind, auf welchem sich chinesische ist und von den Beamten alle die Rücksichten in AnBuchstaben und Figuren gedruckt befinden. Die Zoll= spruch zu nehmen berechtigt ist, welche sie dieser schuldig behörde hat nun neuerdings ihr Augenmerk auch auf sind. H eren zweifeln oder einen Zweifel zulassen, hieße diese Umhüllungen gerichtet und fordert jetzt Verzollung die Stellung selbst erschüttern, welche das Vertrauen dieser Essenzen 2c. nach dem Bruttogewicht(inkl. Glas) des Königs ihnen angewiesen hat. Es gibt bei uns als„Seidenatlas“!— Für die Beteiligten gehen solche wohl einen König, welcher über den Parteien steht, in Dinge weit über den Spaß hinaus und werden Quellen sofern er allen seinen Unterthanen ohne Unterschied der von Geschäftsstörungen und vielfach sehr ernsten Ver= Parteifarbe seine Gerechtigkeit, seine Milde zuteil werlusten, denen andererseits nicht der allermindeste Nutzen den läßt, aber er steht nicht in dem Sinne der Pargegenübersteht. Die Verwendung von Blechdosen, Pa= teien, daß es ihm gleichgültig wäre, ob die von ihm beiue Siraung eines Beamten ihm eine große Schranke in bezug auf die Ausübung des Wahlrechts auferlege.„Wenn eine politische Verantwortlichteit geführt werden soll“, fügte er hinzu,„so kann der Minister nicht dulden, daß die ihm nachgesetzten Beamten in tendenziöser Weise der Politik der Regierung entgegentreten.“ Die Beamten haben eben, abgesehen von der allgemeinen Stellung als Staatsbürger, welche die Verfassung ihnen zuweist, einen besonderen Eid geleistet, dem Könige unterthänig, treu und gehorsam zu sein. Auf Grund dieses Eides kann der Minister allerdings verlangen, daß die Beamten nicht geradezu feindlich gegen die Regierung auftreten. Damit aber sind die Pflichten der Beamten überhaupt und besonders der politischen Beamten nicht erschöpft Daß letztere eine besondere Stellung einnehmen, ist ausdrücklich auch von jenem Redner anerkannt worden, indem er auf die Bestimmungen hinwies,„die eine ganze Reihe von Beamtenkategorien unter die Disponibilität stellen". Er hat andererseits anerkannt, daß der Minister seine Verantwortlichkeit nur ausüben kann durch die ihm nachgeordneten Beamten. Daraus, sollte man glauben, ergibt sich von selbst, was der Minister als die von der Regierung geübte Wahlpolitik aussprach, die Erwartung nämlich, daß diejenigen Beamten, in deren Händen wesentlich die politische Vertretung der Staatsgewalt liegt, wenn und insofern sie überhaupt ihre Rechte als Wähler und Staatsbürger ausüben, die Regierung unterstützen. Er betonte noch ausdrücklich, daß sie dies nicht etwa mit Einsetzung des unmittelbaren Gewich ihres Amtes thun sollen, also nicht durch Verspr von Vorteilen, nicht durch Androhung von Nacht Der Minister fügte hinzu, daß diejenigen Beamten, welche dies bei den le“ n#. blos des Dankes sondern daß,——.— seien. Diese Erwähnung des Königs scheint die Gegner der Regierung besonders erregt zu haben und es wurde alsbald der Vorwurf der sogenannten„parlamentarischen“ Lehre erneut, der Minister habe die erhabene Person des Monarchen in den leidenschaftlichen Wahlkam# zogen, er habe für die gefährdete Regierungspoli Schild der Person des Monarchen für sich in Anspruch genommen. Es ist dasselbe Verhalten, welches sich seit Uebereinstimmuna mit Politik seiner Minister kund thun, aber seine„parlamentarischen" Lehrer wollen es nicht hören:„ein König“, sagen sie,„habe keine Meinung“, durch den Minister dankt er denen, welche bei den Wahlen seine Politik unterstützt haben. Doch das darf nicht sein. denn ein„parlamentarischer“ König muß über den Barteien stehen. Aber— Gott sei Dank— wir haben keinen„parlamentarischen“ König, wir haben unseren * Tröhliche Weihnachten. Novelle von Fritz Dannemann. fing an dunkel zu werden; über die belebten Straßen liefen eilig die Laternenanzünder und bald flammten überall die hellen Gaslichter empor. Aber es hätte heute recht gut Mondschein un Kolender stehen können, denn in der ganzen Stadt war fast kein Haus mehr, das nicht von unten bis oben illuminirt zu sein schien. Das war eine Pracht!— vor allem die Läden mit ihrer stolzen Weihnachtsschau. Vor denselben auf und ab wogte die kauflaustige Menge; meist arme Leute, die wenige Groschen, oft vielleicht nur ein ar erbettelte Pfennige bei sich tragen mochten. Arme Leute lschen nicht lange und sind leicht zufrieden gestellt; das bleiche Weib in Lumpen, welches seinem kranken Kinde nur ein Dreierpüppchen in die Wiege legen kann, ist vielleicht froher, als manche stolze Dame im Kreise ihrer mit Geschenken überladenen, verwöhnten Kinder. Vom Himmel siel dickflockiger Schnee und bedeckte das harte, schmutzige Pflaster mit seinem weichen Silberteppich, die bescheerte Jugend, Mädchen und Knaben, stürzte el und die bescheerte Jugend, Mädchen Schlitt arzte frohlockend mit ihren Schlitten binaus und tummelte sich lärmend umher. Weun sie aber hinter irgend einem Fenster einen schimmernden Weihnachtsbaum seine verlockenden Arme ansstrecken sahen, erinnerten sie sich, daß auch sie einen solchen zu Hause hätten, der gewiß ebenso schön, ja noch tausendmal schöner sei— und mit lautem Halloh Ktürmten sie wieder nach Hause zurück. O du schhne, glückliche Zeit!“ seufzte ein alter Mann in Livree, welcher hinter den seiden Vorhängen des Balkonfensters eines stolzen Palastes das frohe Treiben Das lehnte und nachdenkend auf hinabschaute. möblirte Zimmer war nicht erleuchtet und Jakob warf einen scheuen Blick nach dem im Hinternde des Zimmers befinblichen Kamin, der den Widerin seiner halbverdeckten Glut in zitternden Kreifen an dunkle, mit reichen Ornamenten verzierte Decke des ZimMan hätte glauben können, Jakob sei die einzige lebende Seele in diesem großen Hause, so unheimlich stille darin. bei ib allein zurückgeblieben, er hatte keine Familie und war ein zu treuer Diener, um viele von sogenannten guten Freunden draußen zu haben; denn er betrachtete sich schon lange als Glied der Familie, welche dieses Haus bewohnte, oder vielmehr bewohnt hatte. Es war nicht mehr alles so, wie es wohl früher in diesem Hause gewesen. Die Fran Majorin wor schon dor Jahren gestorden und der junge Herr fast ebenso lange verschollen.— Der junge Herr, den er als Kind auf den verschollen.— Der zul Knieen geschautelt, den lonken lehrte, auf tummeln, den Wagen iger Herr das war!— und sübgernig mitunter, wie sein Vater, der alle griesgrämige sonst aber sanst und gut, wie seine selige Mutter, der er auss Haar glich War das.#er ein Leben un er bas nos — ach, welch ein prächtig # munter, io lchenbtg, woti##e# klirrten und er mit seinen lustigen Freunden lachend und singend die Zimmer durchlief. Und welche Weihnachten damals, als noch die kleine Gouvernante im Hause war! das Blitzmädel! Wie fle, verstands keine, einen Weihnachtsbaum herzurichten. Und alle hatten sie ihre Freude an dem hübschen Kinde, selbst der alte Major machte ihr damals ein freundliches Gesicht und klapft ihr leutselig auf die rofigen Bäckchen. Das ganze Zimmer strahlte und funkelte. Der Baum ragte bis och an die Decke und sein mürziger Duft verbreitete sich einladend durchs ganze Haus. Dann kamen sie alle, jung und alt; die hatte aules so hübsch arrangirt, und jeder fand seine Bescheerung bald heraus und just immer, was er nur heimlich sich gewünscht hatte, mocht es nun viel oder wenig, teuer oder billig sein— es war da— und jeder langte zu. And wenn sie ihre strahlenden Augen auf uns gerichtet und jedem besonders:„Glückliche Feiertage!“ gewünscht hatte, dann war gewiß keiner mehr unter uns, der nich eine echte Weihnachtsfrende nit sich nach Hause getragen Und dem jungen Herrn erst konnte man es so racht ansehen, welche Lust ihm ein solches Weihnachtsfest gewäh — Seelenvergnügt strich er sich den dunklen Schnurr heraus und seine Augen leuchteten wie Karfunkel, wenn sie gerade zufällig den ihrigen begegneten. Ach, wenn sie nur nicht gar so geleuchtet hätten, es wäre vielleicht besser für ihn gewesen! So dachte der alte Jakob und blickte seufzend auf die silbernen Flocken, welche, an den hellen Laternen vorbei, in das Dunkel der Straße versanken. Endlich hörte es auf zu schneien, die Sterne funkelten hell und klar am dunklen Himmel und nun tönten auch alle Glocken der Stadt mit einem male zusammen, die fröhlichen Weihnachtstage den Feiernden zu verkünden. Der alte Bediente preßte seine Stirn an die kalten Schei Kauch daesia.ei Sit lungan Ahenr hin „Jakob!“ rief plötzlich eine barsche Stimme hinter dem Kamine her. „Snädiger Herr!“ antwortete dieser, aus seinen wehmätigen Träumen erwachend. „Bring Licht und schiebe mir den Tisch an den Kamin!“ Jakob that nach dem Befehle. Der Herr des Hauses saß unbeweglich in seinem LehnKuhle dicht neben dem Kamin und blies mit verdrießlicher Miene dichte Rauchwolken aus seiner langen Meerschaumse. Ein weiter Pelz, der oben in eine Kapuze auslief, Der Major stieß seine Pfeise so heftig zu Boden, daß sie in Stücken zerbrach „Ruf mir den Musiker nebenan, Jakob“, sagte er, seine Stirne in Falten werfend,„er soll gleich kommen und einen Marsch spielen auf meinem Piano— ich mag das sakermentsche Läuten nicht hören!“ „Das Piano ist verstimmt, gnädiger Herr, seitdem—“ „'S ist alles verstimmt hier im Hause“, unterbrach ihn der Major heftig, deshalb soll eben der Musiker kommen; da ist ein Dukaten für ihn— nun mach, daß Du fort kommst!“ Jakob verließ schweigend kas Zimmer. Der Major zog seine Kapuze ties über die Ohren und blickte stumm in die prasselnde Glut. Nach wenigen Minuten kehrte Jakob ohne den Musiker zurück. „Nun, ist er nicht gekommen!“ fuhr der Major ärgerlich auf. „Er läßt sich entschuldigen für heute abend. Ich fand ihn mit seinen Kindern beim Weihnachtsbaum. Seine Frau wollt ihn nicht gehen lassen; er versprach aber morgen herüber zu kommen— und da habe ich den Dukaten da gelassen— Jakob hielt zögernd inne. „Es ist gut, Jakob“, sagte der Major zerstreut, und winkte ihm, an seiner Seite Platz zu nehmen. * 0 ht.— mir kommts immer vor. 99.: noch der jur: wieherten, 9* 6, in diesem vereinsamten darin schaltete, als seine eine Sporen auf den ueppen Aaßrage und nur das Gesicht frei ließ, die gebückte Gestalt. Unter der Kapuze stahlen einige weiße Löckchen hervor und hätten die streugen seines Antlitzes wohl etwas mildern können, wenn nicht grauer, nach auswärts gedrehter Schnurrbart ihnen ein martialisches Aussehen verliehen hätte. Die dunkeln Augen, ger Blick dem oberflächlichen Beobachter im te gewiß verloren ging, bewegten sich unruhig unter den buschigen Brauen. „Jakob, was soll denn das miserable Läuten heut abend bedeuten?“ murrte er endlich, seine Pfeise ausklopfend. is heiliger Abend“, sagte Jakob mit bewegter Sti: me und seine Hände falteten sich unwillkürlich. Jakob schien nichts außergewöhnliches in dieser ieben „„ Einladung zu finden und setzte sich schweigend neben ihn. Der Masor stieß verdrießlich die Scherben der Pfeise mit dem Fuße auf Seite und Jakob reichte ihm eine andere von der Wand herab. „Jakob“, sagte der Major nach einer Weile,„es ist verflucht kalt hier oben!“ „Ich habe gleich nach Tisch eingeheizt—“ „Thut nichts, darum ist und bleibt es doch kalt in diesem miserablen Loche und— langweilig obendrein!“ Jakob seufzte.— „Was sogtest Du eben,“ fuhr er mit gedämpfter Stimme mit zu 5 ihn langsam hinter den Tisch fort,„es sei Weihnachtsabend heute?“ „Ja, Herr!“ Der Major saß wohl eine Biertelstunde lan Boden gesenkten Blicken schweigend da, so daß 3 eingeschlafen glaubte. Plötzlich aber erhob er sie in seinem Sessel und holte eine verfiegelte Flast dem Kamin hervor, die er dann vor sich auf stellte. „Bringe zwei Gläser, Jakob!“ brummte er und streckte seine Füße der Länge nach unter den Kamin. Jakob tripvelte nach dem Schranke und stellte die Gläser vor ihm hin; der Major entkorkte die Flasche und füllte beide bis an den Rand. „Wie lange bist Du in meinen Diensten, Jakob!“ fragte er dann, wie in Gedanken verloren. „Wenn ich den Zug nach Moskau mitrechne, finds just dreißig Jahre.“ „Ha!“ krummte der Major,„schon dreißig Jahre!“— Ja, so le ge sitzt mir auch das verdammte russische Klima in den Knochen!— Und wie lange ists“, setzte er mit gerungetter Etirne hinzu,„daß wir so allein in diesem use 1a upiren!“ „Gs ud vier Jahre, seit der junge Herr fort ist“, erwiderte Inkob mit einem Seufzer. „Vier Jahie!— richtig! es war gerabe zu Joha gegen Zwölfe des Abends. — auf derselben Stelle, wo rasch doch die Zeit verstreicht,— muir rommts immer vor, sei es seit gestern— daß er fort ist. Aber trink Frost anges: Elas Burgunder wied Dir nicht schaden,— .. omm Augen Jakobs glänzte es feucht, als er den feurigen Wein an die dünnen Lippen brachte. Der Maiar betrachtete ihn kopfschüttelnd. wer Rater ltes Wäiede Du dend, Jakob, daß Du stenunst, wie ein Jarod rieh sich verlegen die Stirne.„Hm, was ich #— ich dachte an Paris, an die Hochzeit des gnädigen Herm git der seligen Frau Majorin. 6s war fust derseibe Wein, den wir dort tranken— und als ich daran dachte kam mir das Wasser in die Augen.“ zog hastig seine Kaputze über die sagte er,„Du bist eine ehrliche Haut! Ich werd es Dir niemals vergessen, daß Du so treu bei mir Du noch, Jakob, als wir, halb verhungert, mit fiechen Knochen uns durch die polnischen die verfluchten Dörfer bettelten und Gott dankten, daß ruffischen Schneefelder hinter uns hatten?“ Ich weib!— ich weiß!“ murmelte Jakob. „Und als wir endlich nach Breslau kamen, wo mich in der elenden Fuhrmannskneipe der Typhus packe, Ber!— das war eine Zeit; wir hatten nicht Doktor, nicht Apotheker und keinen Dreier, unser Nachtquartier zu bezahlen. Da bist Du in die Schengen gelaufen und hast Hafer gedroschen. damit mich das grobe Gefiandel nicht an „Na, na, machen der gnädige Herr nur kein Aufbebens davon1 es waren ja nur wenige Tage; dann kam die Fran Ar ger s Srtropokt uu gepickter Blrse, und alls haette „Sieh, Jakob, das vergess ich Dir nicht! Mir— tals gemeine Soldaten, Einer wie der Andere—. Iin Gareg de miehertrichtige Vonaparte lieh beinen Deutischen I Ssier nichase Dir Barn ur de zum Kaunnfatr, „oder bei Leipzig und Waterloo, was meinst Du, da haben wir unsere Ehre gerettet. Wie ste auseinandensoben, eie fränkischen Himmelhunde, als wir mit Vater sein Keogel oder dalk ic maig bunrg, Hals ein besseres Quartier, Jakob, als damals in Paris, haben Aber es waren auch wir wohl nirgendwo mehr gehabt.“ „Ja, das muß wahr sein!—== Watem amme Raseria wun dm brnheuntg in Cie. Prlictz benst iahaese gicht Tag und Nacht an Ihrem Schmerzenslager lien Maiaer.. ücheln Kos über iit üisernm 34grkc (Fortsetzung folgt.) 2 # 12 ich keineswegs hinter dem Minister des Kaisers; so lange er selbst zu ielle Blatt geht auf die ein heben sschen König und deutschen Kaiser, sie bekämpfen ihre Widersacher mit ihren eigenen blanken und scharfen Waffen; nur trennen und scheiden lassen sich nicht von ihrem Kaiser, stehen will.— Das ministerielle auptsache, wie man siehl lerdings einen preußische wir haben aber auch eine Staats- und Reichsverfassung. Beide Faktoren wollen respektirt sein. Uebrigens ist auch staatsrechtlich schon versucht worden, dem Kapitel der Wahlumtriebe der Beamten beizukommen. Wo man radikal war, schloß man die Beamten vom Wahlrecht aus. Das hat überall da viel für sich, wo man ein serviles Beamtentum, das vor jeder Regierung zu kriechen gewohnt ist, großgezogen hat. Bei uns ist glüclicherweise zu dieser Lösung noch kein Grund vorhanden. Hamburg, 22. Dezember.[Die Bürgerschaft hat den Antrag des Senats, für die Notleidenden infolge des Ringtheaterbrandes zu Wien einen Beitrag von 10 000 Mk. zu bewilligen, einstimmig angenommen. * Wien, 23. Dezember.(Theater=Besich gung.] Heute besichtigte der Kaiser das Theater an der Wien, nahm alle Räume desselben, besonders auch die bereits getroffenen Vorsichtsmaßregeln, in Augenschein und ließ sich von dem Direktor des Theaters über die binnen drei Tagen fertig zu stellenden, weiteren Vorkehrungen zur Sicherheit des Publikums berichten. Der Kaiser äußerte sich anerkennend. * Wien, 23. Dezbr.(Widerspruch.] Der Polit. Korresp.“ wird von verläßlicher Seite versichert, daß die von verschiedenen Zeitungen gebrachte Meldung von der Alufgreifung eines großen italienischen Segelschiffes mit Kriegs= Kontrebande für Crivoscije an Bord unbegründet sei. Der betreffenden Meldung scheine vielmehr folgende Thatsache zugrunde zu liegen: Vor einigen Wochen kreuzte bei Budua und Spizza ein österreichisches Trabakel, welches verdächtig war, durch Schmuggelverkehr mit der Küste Handel zu treiben. Die Behörden von Cattaro ließen durch den daselbst stationirten Finanzkutter das kontrebandirende Trabakel aufgreifen und behufs gerichtlicher Unter suchung nach Ragusa abführen. * Paris, 21. Dez.[Einfuhr=Verbot.] Nachdem der Ausbruch der Rinderpest in mehreren deutschen, Oesterreich benachbarten Ortschaften konstatirt worden ist, ist die Einfuhr und Durchfuhr von Vieh, Fellen und frischen Fleischabfällen aus Deutschland, Oesterreich und Luxemburg zu Wasser und zu Lande verboten worden. * Paris, 22. Dezember.[Widerspruch.] Den Gerüchten von einer bevorstehenden Veränderung in der Leitung des Finanzministeriums gegenüber erklär die„Agence Havas“; es sei gegenwärtig durchaus keine Rede davon, daß Léon Say das Finanzministerium über nehmen solle.„„„„ * Paris, 22. Dez.[Roustan.] Der„Agence Havas“ zufolge bestätigt es sich, daß Roustan seinen bisherigen Posten in Tunis wieder übernehmen wird; dem Vernehmen nach die Reise nach Tunis Petersburg, audf die betalaten Beböirden. isses hervor und trank auf das sens. Herr## mit einem Gair eeri bindung wert, 5 auf die beteiligten Behörden. Die ganze der denkbar angenehmsten Weise.— Die zwischen Dortmund und Hörde ist weil bier die mit Lokomotiven betriebene Straßenweimal Eisenbahn=Geleise im Niveau kreuzt. Wie r übrigens goren, wirt verkehre begonnen werden, ein rasches und reiches, Aufblühen. In wenig Wochen wit dem Gcterdas ganze Unternehmen verspricht wurde nämlich Sohn des jugendliche astsältesten Herrn Plümer hier, im Pferbezuge und don Mauerwerhe aigeguatscht. ds is anunehmen, daß der Knabe während des Fahrens von einem Bagen herabgefallen und erdrückt worden ist Falsche Zwanzigmarkscheine] sind neuerdings wieder aufgetaucht und werden von„Heuze illustrirtem Anzeiger“, wie folgt beschrieben. Sie zeigen eine ziemliche Korrektheit der Ausführung; der Fälscher hat zur stellung der Schraffirung eine Schraffirmaschine verwendet, was bei keinem der bis jetzt hergestellten Falsifikate der werde derselbe bereits morgen antreten. 23. Dez.[Das Berunglickt.] übender ar: eignete sich am Freitag auf burde nämlich der jugendli Knappschaftsältesten Unglücksfall „Kaisersluhl“ Arbeiter Julius Blümer Dar (Kleinkinderschulg. besteht in unserm Orte eine in unserm verstorbenen Pastor wied erhalten durch freiwillige VeiGemeindeglieder, und wenn auch im ".:. d e r s e l b e n a u c h s c h o n an die Opferfreudigkeit derselben auch schon hohe Anforderungen gestellt worden sin), so hat doch die e Das„Journal de St. Petersburg“ sagt, die Erfinder der Nachricht von einer deutsch-österreichisch=türkischen Allianz legen dieser erfundenen Kombination die Annahme zu grunde, daß es sich dabei um eine Unterstützung der Türkei seitens Deutschlands gegen Frankreich in Tunis handle Wenn mn von dieser erfundenen deutsch=österreichisch türkischen Allianz gesagt habe, eine solche könne Mi trauen in Petersburg erregen, so sei das Verhältnis des hiesigen zu dem berliner Kaiserhofe wie das der beiden Nationen ein solches, daß es ernsten Gefahren gegenüber fest bestehen würde und daß derartige Kom binationen und unrichtige Konjekturen keineswegs im kande wären, Mißtrauen zu erregen. * Bukarest, 23. Dezbr.[Die Deputirtenammer] verhandelte heute über die Interpellation betreffend die Veröffentlichung diplomatischer Aktenstücke von Seiten des früheren Gesandten CallimakiCatargi. Alle Redner, selbst diejenigen der Oppositionspartei, sprachen sich mißbilligend über CallimaktCatargi aus. Der Minister des Auswärtigen erklärte, daß er, da die rumänischen Gesetze keine Strafbestimmung für den vorliegenden Fall enthielten, demnächst einen Gesetz=Entwurf zur Ausfüllung dieser Lücke vorlegen werde. Die Kammer ging hierauf zur Tagesordnung über. * Konstantinopel, 22. Dezember.[Verhaftung.] Der Korrespondent der Londoner„Daily News“, 'Donnovan, welcher auf der Rückkehr von Merw hier eingetroffen war, ist gestern Abend wegen unehrbietiger Aeußerungen, welcher derselbe an einem öffentlichen Orte über den Sultan that, verhaftet worden. Dem Vernehmen nach wird derselbe heute auf grund einer von dem englischen Konsul und dem ersten Dragoman der mglischen Botschaft geleisteten Bürgschaft wieder auf reien Fuß gesetzt werden. * Washington, 21. Dez.[Der Senat] hat ine Resolution angenommen, durch welche Schatzsekretär folger um Mitteilungen ersucht wird über die von Frankreich und Deuschland auf amerikanische und eng lische Manufakturwaren gelegten Zölle und über die Lohnsätze der Arbeiter in diesen Länder. : Dortmund, 24. Dez.[Die Ernennuna! des seitherigen Landrichters Herrn Maizier zum Staatsauwalt wird heute durch den„Staatsanzeiger“ publizirt. f Westfälische Prüfungs=Kommission.] Die westfällsche Prüfungskommission für Lehrer an Mittelschulen und Rektoren besteht für das Jahr 1882 aus den Herren: Konsistorialrat Dr. Emend als Vorsitzenden, Regierungsund Schulrnt Dr. van Endert, Semivardirektor Dr. Kraß, Kreisschulinspektor Feldhaar und Gymnasiallehrer Brungert [Die Petition] wegen Zurücknahme der Kündigung des Bademeisters Herrn Bloch hat bereits am Donnerstag und Freitag 104 Unterschriften der angesehensten Bürger unserer Stadt erhalten. Die Sammlung der Unterschriften mußte am Freitag=Abend geschlossen werden, weil die Pe tition am Sonnabend Herrn= Oberbürgermeister Lindemann übergeben werden soll, damit dieser sie in der, wie wir hören, am Sonnabend=Abend stattfindenden Magistratssitzung vorlegen kann.i— Landwirtschaftliche Versammlung.]## in Wakteo hat Herr Kreis=Landeskulturtechniker Weig jetzt im Interesse der Zuckerfabrik einen Vortrag gehalten, woran 40 Morgen für den Zuckerrübenben gezeichnet sind. Das dür fte für manchen unserer Landwirke ein empfehlenswertes Beispiel sein, da dort doch der Boden leichter ist und die Gegend für die Zuckerfabrik ungelegen ist. **[Straßenbayn.] Bis zum Bahnübergange der Rheiutschen Eisenbahn an der Kluse war bekannt lich die Straßenbahn bim Verkehre bereits übergeben weiter konnte aber vorläufig nicht gefahren werden, weil die Erlandnis, die Bahn zu kreuzen, noch ausstand. Nach längeren Verhandlungen ist das nun gestattet und gestern fand die Eröffnung der ganzen Strecke statt. Es waren dazu erschienen der Herr Provinzial=Wegebau=Direktor Kettner und Herr Provinzial=Wegebaurat Hartmann aus Münster, Vertreter der städtischen Behörden von Dortmund und Hörde m. Die Fahrt ging mit der Lokomotive vom Bymnafium nach Hörde auf den Markt und zurück bis zum Hotel Wenker=Parmann sohr gut von statten. An der Kronenburg wurde auf der Rückfahrt ein kleiner Halt ge macht. Im Hotel„Zum römischer Kaiser“ wurde dann die That ache der neuen Verbindung der beiden Nachbarstädte bei einem solennen Souper gefeiert. Herr Bürgermeister Falsifikat: Reichskassenscheine der Fall war. Die Sleichmäßigkeit der Schraffirung allein kann also nicht mehr als Zeichen der Echtheit dienen. Dagegen ist der Gesamteindruck eintönig und effektlos. Alle Strichlagen haben eine gleich intensive chwarzgraue Farbe, während die echter Scheine alle Tonabstufungen vom zartesten Blaßgrün bis zum intensivsten Schwarzgrün zeigen. Bei den echten Scheinen hebt sich Schrift und Zeichnung vom Untergrunde deutlich ab, bei den falschen erscheint beides mit dem Untergrunde per woben. Von den besonderen Kennzeichen heben wir folgende hervor: I. Auf der Schriftseite geht das reich ornamentirte Anfangs=R der Ueberschrift„Reichs=Kassen=Schein in einen langen Zug oder„Schwanz“ aus; auf den falschen Scheinen ist nun die innere feine(doppelte) Umran= dungslinie über diesen Schwanz hinweggeführt, während sie bei den echten deutlich hinter dem Schwanz durchgeht SCHEIN“ sind in den Falsifikaten auffallend schmal, auf den echten Scheinen normal breit. B. In dem Worte MARK(„Zwanzig Mark“) ist der untere Zierstrich des A auf den falschen Scheinen mehr breit als hoch, auf den breit(länglich herzförmig), Zierstrich im K auf den Falsifikaten viel zu klein echten Noten noch einmal so groß. 4. Iu„REICHSSCHULDEN- VERWALTUNG“ ist die obere Hälfte der beiden R in den Falsifikaten zu klein, in den echten Scheinen beträchtlich größer, sodaß hier der Mietelbalken wirklich in der Mitte steht. 5. In der faksimilirten Unterschrift „Mering“ ist der vordere Haarstrich des M bei den Falsifikaten nach außen, bei den echten Scheinen nach innen gebogen: der Schlußschnörkel des g ist bei den Falsifikaten nach rechts fast kreisrund, bei den echten Scheinen mohr spitz. Endlich hat der Fälscher das Relief links unter dem großen B aus freier Hand gezeichnet, was für den Kenner ein gutes Merkmal der Unechtheit abgibt. [Telegramme mit bezahlter Antwort.] Dem Aufgeber eines Telegramms ist es bekanntlich gestattet, die Antwort auf ein solches vorauszubezahlen. Ein desfallsiges Verlangen wird nun geeignetst ausgedrückt durch den Vermerk„R..“, welcher vor die Adresse des Telegramms gesetzt wird; ebenso ist der Vermerk„Antwort bezahlt" im gleichen Sinne wirksam, doch zählt letzterer für 2 Taxworte, während ersterer nur als 1 Wort taxirt wird. Der einfache Vermerk„R..“ oder„Antwort bezahlt" umfaßt die Vorausbezahlung eines Telegramms von 10 Worten(in Deutschland also mit 70); es können indessen Fälle ein treten, wo man eine längere oder kürzere Antwort voraus zuzahlen wünscht; solchen Falles ist dann die Anzahl der vorad zu bezahlenden Worte anzugeben, etwa„R. P 24 Worte" oder„R. P. 3 Worte“. Das beim Bestimmungs Telegraphenamte ausgefertigte Blanquet zum Antwort=Tele gramm wird dem Adressaten gleichzeitig mit dem Ursprungstelegramm zugestellt; die Benutzung des Blanquets kann nur vom Bestimmungsorte aus geschehen, da die auf solchem aus gefertigte Kassenauweisung nur für die ausstellende Tele graphenanstalt verbindlich ist. An solchen Orten jedoch, an welchen sich mehrereReichstelegraphenanst alten befinden kann die die Aufgabe der bezahlten Antwort bei allen Reichstelegraphen: anstalten des Stadtbezirks erfolgen. Gebraucht der Aufgeber des Antworttelegramm mehr Worte als, voraus bezahlt waren, so hat re das Ueberschießende nachzuzahlen; gebraucht er m eger, so kann nicht etwa der Rest erstattet werden. Will d dressat das Antwort=Blanquet aus irgend welchem Grunde nicht benutzen, so können auf schriftlichen Antrag und unter Rückreichung des Blanquets die vorausgezahlten Gebühren an den Absender erstattet werden. Werden Telegramme mit be zahlter Antwort verweigert, oder sind dieselben unbestellbar, wird das Antwortformular zur Unbestellbarkeits=Rück meldung benutzt. [Diebstähle] Vorgestern nachmittag hat man im Kühnschen Saale während der Weihnachtsbescheerung der Kinder der Bewahranstalten einer Aspirantin des Kinder gartens an der Martinstraße einen no.1, neuen Regenmantel von braunem Stoffe gestohlen. Man fieht hieraus so recht wieder, wie weit die Unverschämtheit unserer Diebe oft geht. — In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag sind Tiebe in den Keuler eines an der Dürenerstraße belegenen auses vom Hofe aus durch das Fenster eingebrochen lücklicherweise sind dieselben in einen leeren Keller gekommen und haben somit mit langer Nase wieder abziehen müssen. f Aus Westfalen, 24 Dez.[Wegebau.] Die Wegbau=Verwaltung unserer Provinz entwickelt eine rege Thätigkeit zur Herstellung praktikabler Wege, allerdings werden wohl noch verschiedene Jahre vergehen, ehe dem Bedürfnisse genügt ist, denn der zu bauenden Wege gibt es eben in der Provinz zu viele. Man hat auch eine Dampf walze angeschafft, um die Chaussirung möglichst stark und haltbor machen zu können. Diese Walze macht allmähli den Weg durch die ganze Provinz und wird demnächst au in die Gegend von Dortmund=Hörde kommen. Für den Wegebau werden übrigens in unserer Provinz an Beiträgen der Gemeinden 2c. nur 300 000 A erhoben, eine Summe, die in der in dieser Hinsicht viel höher belasteten Rhein rovinz schon vor einigen Jahren von der Stadt Köln allein ezahlt werden mußte. Uebrigens besteht die Absicht, dem Provinzial=Landtage vorzuschlagen, auch diese Summe für die Zukunft nicht mehr zu erheben, weil für die erforder lich.n Beträge die Dotation genügt. —n. Barop, 22. Dezember.[Weihnachtsbeschee rung! Der hiesige Frauenverein hatte, wie alljährlich seit seinem Bestehen, so auch heute im Saale des Herrn W. Baumeister in Hombruch für die notbedürftigsten Armen eine Weihnachtsbescheerung veranstaltet. Um den schönen vom Kerzenscheine glänzenden Weihnachtsbaum lagen auf den Tischen die für 100 Arme bestimmten Sachen, bestehend aus Fleisch, Brot, Zeug, Wäsche, Schuhen u. s.., für welche gegen 800 A verausgabt waren. Wie gewöhnlich, so hatte sich auch in diesem Jahre eine große Anzahl Kinder versammelt, die Vorsitzende des Frauenvereins, Frau in von Steinaecker, schien hierauf besonders träge wo Lause der hohe Anforderungen gestemt Botor.„Eugf#—.—. ux Freudigkeit dezu nicht abgenommen. Zweifelten vorher auch viele an dem Gelingen des Werkes; hegten auch manche Besorgnisse um die Existenzfähigkeit desselben und wurde auch von mehreren Seiten diesem Unternehmen nur eine sehr kurze Lebensdauer prophezeiht— alle diese Befürchtungen sind nicht eingetrossen. Bereiis 120 Kinder aller Stände besuchen diese Anstalt und viele müssen zurückgewiesen werden, weil einmal der Raum zu beschränkt ist, zum andern aber zu einer noch größere Zahl eine einzige Kraft nicht hinreichen würde. Es ist daher auch bereits ernstlich von der Gründung eiren 2 Klasse, resp. einer 2. Anstalt gesorochen und wenn dies segensreiche Institut allen Familien der Gemeinde zu gute kommen soll, dann stellt sich der Ausbau desselben als eine unbedingte Notwendigkeit heraus. Ueber die vorzüglichen Leistungen der Schule ist hier nur eine Stimme. Wir haben gestern wieder Gelegen heit gehabt, bei der von der Vorsteherin veranstalten Weih nachtsfeier uns über die Resultete der Arbeit, die den anwesenden Angehörigen und den Freunden der Sache in einer Prüfung, die zirka 1½ Stunde dauerte, vorgeführt wurden, in hohem Maße zu erfreuen. Auf Einzelheiten wollen wir nicht weiter eingehen, können es aber nicht unterlassen, hervorzuheben, daß das, was die Kleinen zum Vortrag brachten und die Art und Weise, wie sie ihre Aufgabe lösten, ebenso amüsant wie interessant, als auch— besonders für diejenigen, die für Kindererziehung Interesse und Verstindnis haben— döchst lehrreich war. Wir haben den Eindruck gewonnen, daß die Kinder für ihr Alter geistig außerordentlich regsam sind, daß aber auch der leiblichen Pflege und der körperlichen Entwickelung die notwendige Berücksichtigung zu teil wird und die Kinderherzen für alles Gute und Schöne empfänglich gemacht werden. auf Freisprechung auf grund jenes ersten jenigen Thatsachen, welche durch die sind, allerd Thastestand aiuer Krasbaren nen da in denrenen bejaht Hanblung Diesen Empfindungen aller Festteilnehmer gab am Schluß der Feier der Präses des Vorstandes, Herr Pastor Mein: berg, der nach dem Tode des Stifters die Leitung übernommen, in warmen Worten des Dankes und der unerkennung gegen die Lehrerin Ausdruck. Möge dies Institut immer mehr wachsen und gedeihen zum Segen urserer Gemeinde. Möge der alten Freunde und Gönner Wohlwellen v# der Anstalt erhalten bleiben und neue Freunde ihr im neuen echten mehr hoch als breit(länglich herzförmig), der obere Jahre zugeführt werden; dann gehen vielleicht unsere NachK auf den Falsifikaten viel zu klein, auf den bargemeinden ebenfalls mit der Gründung solcher segens*""— R E I C H S- r e i c h e n A n s t a l t e n v o r. B Asseln, 23. Dez.[Goldene Hochzeit.] Gestern feierten die hiefigen Eheleute Dietrich Kolter in verhältnismäßig großer Frische und Rüstigkeit den sltenen Ehrentag ihrer goldenen Hochzeit. Möge es dem ehrwürdigen Jubelpaar vergönnt sein, noch lange in dankbarer Freude dieses schönen Tages gedenken und nach 10 Jahren in Gesundheit und Wohlsein auch die diamantene Hochzeit feiern zu können. p Unna, 23. Dez.[Verschiedenes.] Nach der im vorigen Monate vorgenommenen Personalstands=Aufnahme zählt der hiefige Magistratsbezirk 7816 Einwohner gegen 7674 bei der am 1. Dezember v. J. vorgenommenen Volksählung, also 142 Personen mehr gegen das Vorjahr or einigen Tagen mietete sich ein Fremder bei einem Kostwirt hier ein Logis unter dem Vorgeben, auf einer stiefigen Brauerei Arbeit bekommen zu haben. Am andern Morgen war der Fremde unter Mitgahme eine Menge einem andern Kostgänger gehörigen Kleidungsstöcken 2c. im Werte von 45 M be schwunden.— Morgen nachmittag findet hier im Drögeschen Saale die Weihnachts Bescheerung armer Kinder mit Kleidungsstücken, Schuhen 2c. statt. Isenstedt bei Lübbecke, 23. Dez.[Ein Fromser.] Von hier schreibt man der„Köln. Ztg.“: Vor einigen Tagen wurde der Hofbesitzer Niermann von hier ins Gefängnis abgeführt, weil er aus Geiz seinen erwachsenen Sohn, der ab und zu Anfäll= von Irrfinn zeigte, statt ihn zur Heilung einer Anstalt zu übergeben, vier Jahre lang in einem stallartigen Raume eingeschlossen gehalten hatte. Hier fand den Unglücklichen der von der Polizei in Lüb becke abgesandte Gensdarm an einer am Fuße befestigten schweren eisernen Kette angeschlossen, die, ungefähr 1 Meter lang, nur wenig Bewegung zuließ. Das verrostete Schloß, welches mit dem Schlüssel nicht mehr zu öffnen war, legte Zeugnis dafür ab, daß der arme Mensch in dieser unwürdigen Lage sich schon recht lange befunden haben muß. Kein Ofen zum Erwärmen, kein Tisch noch Stuhl war vorhanden, statt dessen aber ein niedriger hölzerner Klotz, auf welchem dem Kranken gleich einem Hunde sein Essen vorgesetzt wurde. Kein Tageslicht konnte in den Raum dringen, da das einzige kleine Fenster mit dicken Brettern zugenagelt war. Welche Luft und welcher Schmutz und Gestank in dem Stalle gewesen sein mögen, kann man sich leicht denken. Als der junge Mann vom Gensdarm aus seiner jammervollen Lage befreit wurde konnte er sich auf seinen Füßen kaum noch fortbewegen; dank der Behörde befindet er sich jetzt zur Pflege im Krankenhause zu Lab becke, von wo er wahrscheinlich zur weiteren Behandlung und hoffentlich baldigen Genesung in eine Anstalt geschickt werden wird. Der würdige Vater, welcher statt des Sohnes jetzt gefangen gehalten wird, war Presbyter und galt als der frommste Mann des Dorfes. Heinrich Vogel59 J. Gustav, sicht genommen zu haben, da am Schlufse der Bescheerung sünische Ainde nachten Her Antmann. tein Generalin liche Kinder, nachdem Herr Amtmann, Freiherr von teingecker, die Anwesenden auf die Bedeutung dieser Feier in sehr schöner und sinniger Weise hingeführt hatte, an den Weihnachtsbaum geführt und bört reichlich mit Nüssen er beschenkt wurden. □ Hörde, 23. Dez.[Verschiedene Tagesneuigkeiten] Wie man uns mitteilt, ist ein hier berück und gefürchtetes Subjekt, der Tagelb einigen Tagen in Arnsberg von der tigen Landgerichts wegen verschiedener Verbrechen gegen die Sittlichkeit zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Derselbe wurde auch wegen eines hier verübten Verbrechens verfolgt.— Die hiefige Polizeiverwaltung hat eine Lokal verordnung erlassen, wonach alle Bäcker und Händler mit Backwaren verpflichtet sind, die Preise und das Gewicht ihrer Waren durch einen von außen sichtbaren Anschlag am Verkaufslekale zur Kenntnis des Publikums zu bringen.— Gestern beschloß der Vorstand der Gasanstalt, in der Schul straße eine Gasleitung legen zu lassen, nachdem die Bewohner derselben sich verpflichtet haben, 24 Gasflammen in ihren Häusern anbringen zu lassen. Eine Straßenlaterne soll am ersten Hause rechts, die andere am letzten Hause links der gedachten Straße aufgestellt werden. Gerichtliche Entscheidungen. K Leipzig, 21. Dez. Der 3. Strafsenat des Reichs gerichts— Präs. Dr. von Beyerle— verhandelte heute über die Revision, welche der Bergmann Brockmann gegen das ihn wegen Notzucht zu drei Jahren Gefängnis verurteilende Erkenntnis des Schwurgerichts zu Essen a. d. R eingelegt hatte. Die Revision wurde für begründet erachtet und es erfolgte Freisprenung des Angeklagten.— Die Ge schworenen hatten in der Hauptverhandlung am 5. d. J sowohl die gestellte Schuldfrage bejaht, als die Frage betr. mild ernder Umstände, der ersteren Bejahung aber die Worte hinzugefügt:„mit Ausschluß der Gewalt und der gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben.“ Infolge dieses Zusatzes erachtete der Gerichtshof den Wahrspruch für nicht vorschriftsmäßig und wies die Geschworenen auf grund§ 309 St.=.=O. in das Beratungszimmer zurück, um dem gerüg ten Mangel abzuhelfen. Nach Wiedereintritt in den Verhandlungssaal verkündigte nunmehr der Obmann die Be jahung der Schuldfrace ohne den erwähnten Zusatz. Daraufhin verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten zu drei Jahren Gefängnis. Die dem Urteil zu grunde liegende Gesehzesstelle lautete:„Zu Zuchthaus bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer mit Gewolt unzüchtig: Handlungen an einer Frauensperson vornimmt oder dieselbe durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben zur Duldung unzüchtiger Handlungen nötigt;— sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnisstrafe nicht unter sechs Monaten ein.“— Das freisprechende Erkenntuis des Reichsgerichts hat nach dem mündlichen Vortrage des Präsidenten folgenden Wortlaut:„Das Reichsgericht hat für recht erkannt daß auf die Revision des Angeklagten das Urteil des Schwurgerichts zu Essen vom 5. November 1881 aufzuheben, der Angeklagte Bergmann Anton Brockmann von der Anklage der Notzucht freizusprechen und der kgl. preußischen Staatskasse die Kosten auf zuerlegen seien. Die Revision wurde als begründet erachtet. In dem ersten Spruch haben die Geschworenen die Frage bejahr:„Ist der Angeklagte schuldig, in der Nacht vom 16. auf dem 17. April 1881 die unverehelichte.... durch Drohung zur Duldung des.... genötigt zu haben", ebenso haben sie die zweite Frage, ob mildernde Umstände vorliegen, bejaht, dagegen der Bejahung der ersten Frage die Worte beigefügee, mit Ausschluß der Gewalt der gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leden." Jeuer erste Spruch der Geschworenen war in keiner Weise mangelhaft. Ee war sormgemäß, da die Geschworenen befugt sind, eine Frage teilweise zu bejahen, teilweise zu verneinen, auch nicht gesagt werden kann, daß die Geschworenen, wenn sie ein wesentliches Thatbestandsmerk mal verneinen, gehindert wären, sich auf diese teilweise Ver neinung zu beschränken. Die Frage, ob nach der Vernei nung eines wesentlichen Thatbestandsmerkmals noch eine strafbare Handlung vorliegt, ist Sache der Beurteilung des Gerichts. Es kann nicht gesagt werden, daß die Geschworenen genötigt seien, im Folle der Verneinung eines solchen wesentlichen Thatbestandsmerkmals ein Nichtschuldig auszu sprechen und es kann sich deswegen nur fragen, obrtwa ein sachlicher Mangel vorliegt. Dies ist aber nicht der Fall. er Spruch ist nicht undeutlich, es geht aus demselben hervor, was die Geschworenen mit„ja“ beantworten wollten, auch kann ein Widerspruch zwischen jenem„Schuldiz“ in auf grund seines Grachtens das Berichtigungsv zuleiten, es hatte vielmehr der Angeklagte kei sprechung Tho. nicht gefunden werden kann. Wenn nun aber jener Spruch der Geschworenen nicht dem Angeklagten selber verkündet worden ist, so kann doch hierin keine Notwendigkeit begründet sein, die Sache zurück zuverweisen, sondern es ist eine Freisprechung gestattet. Auf grund dieser Freisprechung wird der Haftbesehl aufzuheben sein und es wird deswegen dafür gesorgt werden, daß sofort dem Herrn Oder=Reichsanwalt eine Anssertigung des Urteils zugeh. Standesamt Dortmund. Anmeldungen vom 23. Dezember 1331. Aufgebote. Hiesige: Stuckateur Heinrich Jans.n, Insterstraße 85, mit Karoline Mersmann, Duisburg. Schlosser Wilhelm Weitkamp, Sunderweg 62, mit Witwe Stuer, Ida geb Rautwurm, I. Kampstraße 41. Ebeschließungen. Fabrikarbeiter Wilhelm Schacke Witwe Davidsohn, Wilhelmine geborne Lehmkühler, jedrichsstraße 66. Bergmann Wilhelm Liebendahl, Veierweg 55, mit Huriette Schulte, Oswaldstraße 6. Brauerei: Arbeiter August Woyna mit Florentine Burau, Wilhelmstraße 8. Oevurten. Einen Sohn: Bahnarbeiter Christian Grisar, Alsenstraße 62. Bergmann Karl Friede, Hermannsstraße 26. Tagelöhner August Bicker, Hohensyburgerstr. 4. Fabrikarbeiten Wilhelm Sudeik, Annenstraße 4. Zink= arbeiter Johann Menz, Sölderstraße 54. Schneider Johann Becker, Kuhl 21. Fabrikarbeiter Heinrich Meyer, Treibstraße 37. Eine Tochter: Schlosser Kuno Hufschmidt, Münsterstraße 104. Schlosser Wilhelm Steinat, Düppelstraße 27. Schriftsetzer Johann Menge, 1. Kampstr. 133. Bergarbeiter Martin Mues, Brüsselerstraße 6 Todesfälle. Witwe des Rottenführers Josef Miesen, senriette geb. Fabian, Mönchengang 4, 62 J. 7 M 2 T. mma, T. des Wiegemeisters Christian Miebach, Münsterstraße 120, 6 Mon. 5 X. Ehefrau des Fabrikarbeiters Clemens Arens, Teresia geborne Schmidt, Oswaldstraße 1, 36 J. 9 Mon. 11 T. Standesamt Lütgendortmund. Anmeldungen vom 1. bis 18. Dezember 1831. Aufgebote. Bergmann Wilhelm Hahn mit Witwe friedrich Wilhelm Wittenberg, Martha Elisabeth geb. Groß. heramann Karl August Struß mit Sofie Horstmenn. Ebeschließungen. Bergmann Heinrich Rüter mit Lisette Rühling. Maurer Nikolaus Schäfer mit Margarethe Wiegand, Kley. Bergmann Wilh. Paul mit Ida Wähner. evurten. Bergmann Martin Conrad 1 T. Bergmann Ludwig Bachelier 1 S. Knecht Wilhelm Schwettmann, Westrich, 1 T. Wirt Heinrich Potthoff 1 T. Arbeiter Peter Gelissen 1 S. Wirt Heinr. Pütthoff, Westrich, 1 S. Betriebsführer August Sievert 1 S. Maurer Joh. Heun 1 S. Maschinist Lorenz Neuß 1 S. Bergmann Ferdinand Thomas 1 T. Bergmann Ferdinand Klaws 1 T. Todesfälle. Bergarbeiter Dietrich sang 67 J. Berginvalide Wilh. Kirchhoff 59 J. S. des Platzmeisters Ludwig Schlutter, Kley, 6 T. Albrech S. von Bergmann Karl Kindler, Dellwig=Holte, 2 J. 8 M. Christian Heinrich Ludwig, S. von Bergmann Heinrich seidemann, 5 J. 3 M. Hulda Rosa, T. von Bergmann ietrich Hohoff, 2 M. Anna Gertrud Schwettmarn geb. Völlkopf, Ehefrau von Knecht Wilh. Schwettmann, Westrich, 21 J. 11 M. Hermine, T. von Bergmann Josef Middecke, 1 J. 11 M. Witwe Bergmann Georg Hollmann, Anna Elisabeth geb. Kröner, Kley, 84 J. Gewerbe, Handel und Verkehr. k Dortmund, 20. Dezember.[Schlacht viehmarkt.] Der Auftrieb bestand aus 358 Stück Rindvieh, 284 Schweinen, 132 Kälbern. Die Preise für Rindvieh zogen wohl infolge des größeren Bedarfs für die Feiertage etwas an. Namentlich beste Ware wurde gut bezahl. Für 1. Qual. wurden A 59—63, für 2. Qual. K 53—58, für dritte Qual.# 47—52 per 50 Kilo Schlachtgewicht erzielt. Das Schweinegeschäft war flau und konnte die seitens der Verkäufer angestrebte Preiserhöhung gegen die Vorwoche nicht erreicht werden. Bezahlt wurden für beste Hamburger 58—59, für hiesige Landschweine 4 54—58 pr. 50 Kilo Lebendgewicht mit 20 Proz. Tara. Kälber in guten Qualitäten wurden mit 55—65 4 pr. 1 Pfd. Schlachtgewicht gesucht. Nächster Schlachtviehmarkt Mittwoch, den 20. Dezember d. J. k Dortmund, 21. Dez.[Zucht= und Faselviehmarkt.] Aufgetrieben waren 384 Stück tragende und frischmilchende Kühe und Rinder, 117 Pferde, 334 Schweine. Der Rindviehmarkt verlief sehr flau. Privatkäufer waren fast gar nicht vertreten und ist ein nicht unbedeutender Ueberstand verblieben. Dosselbe ist von dem Pferde= und Schweineeschäft zu sagen. Nächster Zucht= und Faselviehmarkt Rittwoch, den 4. Januar 1882. [Dortmunder Bankverein.] Die 50proz. Interimsscheine zu den Aktien des dortmunder Bankvereins sind von jetzt ab bis 2. Januar u. J. unter gleichzeitiger Einzahlung der restlichen 50 Prez— 150 M bei der deutschen Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius& Komp. in Berlin gegen die definitiven Stücke umzutauschen. * Dinslaken, 22. Dezbr.[Marktbericht.] Angetrieben zum heutigen Viehmarkte 605 Stück tragende, frischmilchende Kühe und Rinder. Die Kauflust war gering und der Handel flau, es fand nur schwere milchende Ware befriedigenden Absatz Fettvieh wenig angetrieben, fanden zum Preise von 51—54 M pro 50 Kilo alle Absatz. Am Schweinemarkt belief sich die Zutrifft auf 750 Stück. Junge Ferkel, —6 Wochen alt, pro Woche 2.. Faselschweine, 16—18 Wochen, per Stück 27—33 A. im Preise gefallen. Fette, 100 Stück angefahren, wurden mit 51—57 M vro 50 Kilo verkauft. Handel gut. Nächster Markt: Donnerstag den 5. Januar 1882. * Köln, 23. Dez.[Getreidemarkt.] Weizen, hiefiger loko 2400, fremder loko 23,50, pr. März 23,05, pr. Mai 23,00. Roggen loko 21.25, pr. März 17,35, pr. Mai 17,10. Hafer loko 17,00. Rüböl loko 31,50, pr. Mai 30,10, pr. Oktober 29,30. Neuß, 23. Dezbr.[Getreidemarkt.] Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. Rüböl und Kuchen und rändert. Weizen, neuer, 22,40—24,40 M. Landroggen, neuer 20,20—21,20 M, Hafer, alter, 17,20 M, Hafer, neuer, 14,00— 15,50 M. Gerste (Winter=—, Rübsen 26,50 MA., Raps 28,00#4. Kartoffeln 5#., Weizen=Vorschuß— A per 100 kg. Kleien.00#, Heu 6,00 M, per 50 kg., Roggenstroh per 600 kg 50,00 M, Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Zentnern 62 dito faßweise 64#, Gereinigtes Oel per 100 kg 3#4 höher als Rüböl Preßkuchen per 1000 Kilo 150 4 Berlin, 22. Dezbr.[Börsen= Wochenbericht] von Theodor Rosenstock, Bankgeschäft,., Französischestraße 40/41. Im letzten Bericht wies ich auf den auffallenden Gegensatz in der Haltung der Lokalpapiere und derjenigen der Spielwerte hin; so fest, angeregt und lebhaft der Verkehr in den ersteren war, ebenso vernachlässigt und geradezu schwach lagen die letzteren. Man mußte auf die Vermutung kommen, daß die maßgebenden spekulativen Kreise die Bestrebungen zur Aufrechterhaltung der Notirungen einstweilen aufgegeben hätten. Dor Verlauf der letzten 8 Tage hat diese Annahme bestätigt, denn nach und nach haben sich die Kurse immer weiter erwäßigt und schließlich war sogar eine regelrechte Baisse eingetreten, um dann in jähem Wechsel einer stürmischen Steigerung Platz zu machen Nächst dem knappen Geldstande, der von London her gemeldet wurde und der auch hier in einem Prolongationszinsfuß von 7½ bis 8½ seinen Ausdruck fand, ist für die Entwickelung der Dinge in erster Reihe die Lage des pariser Platzes verante wortlich zu machen. Die Schwierigkeiten, denen die EffektenVersorgung dort bei der Medio=Regulirun begegnete, mußten in der That die Befürchtung nahe legen, daß es zu einem trübseligen Ende kommen werde; ich lasse indes dahingestellt, ob dieses Ende schon so unmittelbar bevorsteht; bisher hat die Spekulation eine wunderbare Spannkraft bewiesen und es verstanden, durch immer neue Steigerungen die Gefahren der Situation vergessen zu machen. In Wien war man wegen der Länderbank=Debatte im Reichsrat ebenfalls verstimmt; das im Zusammenhang damit verbreitete rücht von dem Rücktritt des Ministeriums Taaffe i# 1 18 vollzog sich hier beschlaunigt durch umsassende Deckungen, in dorzer t ein völliger Dekorations=Wechsel Rredit=Mitien lieben noch 4# medriger, nachdem sie bereits 20 4 ver ren hatten. Diskonto=, Kommandit, Darmstädter und deutsche Bank leisteten desser Widerstand, die Einbuhen betrugen nur—8 Praz. Deutsche Eisenbahnaktien haben die leitende Stellung wieder eingebüßt, Gewinn=Realisationen ##hrten zu Kours= Ermäßigungen. Oberschlefische. RechteOder=Aser—8 Proz. niedriger. Mainzer, Mecklenburger angebeten. Behauptet waren Marienburg Mlawka=Att. Bei Ein ritt emer gunstigen Tendenz dürfte dieses Gebiet zuerst davon profitiren. Oester. Bahnaktien, Elbetdal, Nordwest, Dux Bodenbach, Galizier durchwegs bis 4 Proz. schlechter, heute in stürmischer Reprise. Ungar. 4proz. Gol reute dußte etwa ½ Proz. ein; da jetzt Zweisel an der Zulässigkeit des schaldigten LEBEINT LL erwiesen, Juß e7. ht hatten, wenn sie sich Gebrauches vergifteter Witterungsbericht 6 Uhr morgens des 23. bis dahin des 24. Dezember. Von Herrn Chemiker Dr. Kaysser. von 6 Uhr Morg. bis von 6 Uhr Abends bi. 6 Uhr Abends. I 6 Uhr Morg. r. 4proz. Gol reute büßte z. ein; da jepi Zweisel an der Zulässigkeit der Kündigung der 6proz ungar. Goldrente laut werden, so werden Besitzer jedenfalls gut thun, die Stücke zu behalten. Rufs. Anl. und Valuta durch neue Attentate gerüchte gedrückt. Beigwerkspapiere litten durch die niedeigeren Glasgower Notirungen; die Berichte aus den einheimischen Industrie= bezirken lauten fortgesetzt deftied gend. Die Kourse von Laurohütte und Dorkm Union stellten sich etwa 2 Prozent niedriger. In anderen Industriepapieren kein nennenswertes Geschäft. Deutsche Fonds mühsam behauptet Akrostichon von W. G. welch' lauter Jubel tönt durch die Welt! Bugel steigen hernieder vom Himmelszelt, In Palast und Hütte kehren sie ein, Kallelujah fingend— Groß un Klein Aeigen sich und schauen betend empor, Aus den Lüften erschallt der gewaltige Chor: „Christus ward geboren uns heute!— Tannenbäumchen in glänzender Kerzenpracht Brleuchten wie Sterne die heilige Nacht, Aun ist Frieden auf Erden und Freude. nisdrigste... höchste. zurl. Lagest 1,2=K.(.9*.) 24 K. LL9-E. Bacometerstank höchster....] 772.2 niedrianer....! 761.6 mittlerer.... 766 .4· K.(.0•.) .5· f. d# a. von—6 Uhr Mora— 0,3“ E.(.2“ m Pegen Höhe der Regenschicht in inn Menge des auf 1 gm gefall. Reg. lenge in C0m Beiefkasten der Redaktion. Heren H. Der betr. Artikel soll in nächster Nummer kommen —(Eine bemerkenswerte Entdeckung] will letzthin ein Franzose Namens Gras gemacht haben, nämlich die, daß die Gewehrkugeln aus gezogenen Hinterladungsgewehren sämtlich mit Blausäure vergiftet seien, wo aus es sich erkläre, warum die Schußwunden jetzt so schlecht heilen. Er behauptet, in den Verbrennungsgasen des Pulvers stecke dieses surchtbare Gift! dasselbe setzte sich an den Wänden des Gewehrlaufes fest und teile sich der gegen diese Wände gewaltsam gepreßten Kugel mut. Bei den Vorladungsgewehren seien Uebelstände daraus nicht entstanden, weil der Papierpropfen Verantwortlicher Redakteur Rudolf Bersen in Dortmun“. Die auf grund neuer wissenschaftlicher Forschungen dar: estellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen V. Boßschen Katarrhpillen, welche den so lästigen Schnupfen in wenigen Stunden beseitigen und heitige Lungen=, Rachenund Kehlkopfkatarrhe binnen kürzester Frist in die mildeste Form überführen, sind(à Dose## 1,00) in Essen: Löwen: Apotheke, Köln: Dom=Apotheke, Paderborn: Adlerapotheke, Münster: Löwen=Apotheke, Hamm: iu beiden Apotheken, Hörde: Alte Apotheke u. Neue Apotheke, Schwelm: Apotheker Denninghoff und Apotheker Cobet, Lüdinghausen: Apotheker Goedicke, Drensteinfurt: Apotheker Finger zu haben. Daselbst wird auch eine kleine Broschüre über dieses neue Heil verfahren von Dr. med. Wittlinger unentgeltlich abgegeben Schiffsbericht. (Mitgeteilt vom Norddeutschen Lloyd in Bremnen.) * Bremen, 22. Dez.(Per trausatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer„Ohio“, Kapt S. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern mittag wohlbehalten in Baltimore angekommen Paula Steeg, Richard Goetsch, VERLOBT E. Dortmund, im Dezember 1881. Podes Kanäge Gestern abend ½9 Uhr hat es dem Allmächtigen über Leben und Tod gefallen, nach läugerem, schweren Brustleiden meine teure, unvergeßliche Gattin, unsere Mutter, Schwieger= und Großmutter, Frau Elisabeth Kucke, geb. Oslermann, im Alter von 63 Jahren, gestärkt mit den Heilsmitteln der röm kath Kirche zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Dortmund, den 24 Dez 1881 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag=Morgen 9½ Uhr, vom Trauerhause, Alsenstraße 11, aus statt. i S Es hat dem Allmächtigen über Leben und Tod gefallen, heute nachmittag gegen 8 Uhr unsern innigst geliebten Gatten, Vater u Schwager, den Berg=Invaliden Wilhelm Halbruch, im Alter von 39 Jahren, nach langjährigem Krankenlager, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die Veerdigung findet statt am Montag, den 26. d. M. nachmittags 3 Uhr. Der Berstorbene war langjährtre tieues Mitglied der Fortchrittspartei. 12 4433 Eichlinghofen, 22. Dez. 1881. Die trauernde Witwe und sieben unmündige Kinder. Militär=Ersatz=Aushebung pro 1882. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen des§ 23 des ersten Teils der deutschen Wehr=Oednung vom 28. September 1875 werden alle im Stadtkreise Dortmund sich aufhaltenden Militärpflichtigen des deu schen Reiches, welche im Jahre 1862 und früher, namentlich in den Jahren 1861, 1800, 1859 und 1858 2c. geboren sind un ihrer Militärpflicht noch nicht genügt haben, davon auch noch nicht gänzlich befreit worden sind, hierdurch aufgesordert sich in der Zeit vom 15. Jau. bis 1. Februar 1882 an den Wochentagen während der Stunden von 8 bis 12 Uhr vorund 3 bis 5 Uhr nachmittags im hiesigen Stadthause— Zimmer Nr. 10— behufs Aufnahme in di. Rekeutirungs Stammrolle persönlich oder bei attestirtr Krankheit 2c durch ihre Eltern, Vormünder, Verwandten, Dienstherrschaften u unter Vorlegung ihres Geburtsscheins, beziehungsweise des früher erhaltenenen Loosungs. und Gestellungs=Scheius anzumelden. Bei den in Dortmund geborenen Militärpflichtigen ist die Vorlage eines Gevurts=Scheins nicht erforderlich. Gleichzeitig machen wir darauf ausmerksam, daß auch die im Besitz des Berechtigungs=Scheins für den einjährigfreiwilligen Dieast befindlichen Militärpflichtigen des Geburtsjahres 1862 sich unter Vorzeigung des Berechtigungsscheines in der oben erwähnten Zeit bei uns auzumelden und event um Ausstand zum Dienst antritt nachzusuchen haben. Erwaige Reklamationen um Zurückstellung oder gänzliche Befreiung vom Militärdienst find ebenfalls an obiger Dienststelle anzubringen Diejenigen Militärpflichtigen, welche die rechtzeitige Meldung unterlassen, werden mit Geldbuße bis zu 30 4 oder Haft bis zu 3 Tagea bestraft, verlieren Steckbrief. Gegen den untenbschriebenen Zimmergesellen Eduard Pehlke aus Dortmund, zuletzt in Ueberruhr, welcher sich verborgen hält ist die Untersuchung wegen Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Amtsgerichtsgefänguis zu Foerde, Eisenbahnstation Grevenbrück abzuliefern Beschreibung: Alter 25 Jahre, Statur gesetzt, Größe 1,54 Meter. Haale htond, Stirn hoch, Augenbrauen blond, Nase gewöhnlich Zähne gut, Bart blonder Schnurbart, Augen grau, Mund gewöhnlich, Gesichtsfarbe gesund Foerde, 19. Dez. 1881 12 445 Königliches Amtsgericht. Gesucht für seine größere Eisengießerei ein praktisch ausgebildeter Formermeister, welcher die Fabrikation selbstständig leiten kann. Hauptfabrikate: Rohe und geschliffene Oefen, Töpfe 2c. 2c. Stelluhg einträgl“ baldigst. sich nud J O unter Beisügung ihrer 9 dauernd, einträglich und gegenehm. Eintritt baldigst. Reflektantep wollen Zeugnisse an die Annoncen=Erpedition von Gustav Butz in Hagen i. W. wenden.11111 119 418 Auf der Burbacherhütte bei Saarbrücken wird zum sofortigen Eintritt ein erfabrener und energisches 312 383 Dvermeister für den Hohosen=Betrieb gesucht. 312 388 Meldungen mit Abschrift der vorhaudenen Zeugn sse wolle man direkt an die„Direktion der Hütte“ richten. Eine auswärtige, alte große LebensVersicherungs= Gesellschaft sucht einen Geueral=Agenten. Vertreter anderer eingeführter VersicherungsBrauchen bevorzugt. Bewerbungen mit Referenzen erbeten end. R. 1554 an S. I. Oaube& Co., Berlin W. 412 40 2 Schlosser und 1 Schmie ges sogt die Exp. 112241 außerdem die Vorteile der Losung, sowie die aus etwaigen Reklamationsgründen erwachsenden Vergünstigungen und können vorzugsweise zum Militärdienst herangezogen werden Dortmund, den 13. Dezember 1881. Königliches Landrats=Amt des Stadtkreises: Lindemann. Einzige Zeitung, welche ihren Abonnenten ein illustrirtes Witzblatt gratis liefert. Zeitungslesern bietet das täglich zweimal in einer Morgen= und Abend=Ausgabe erscheiende„Berliner Tageblatt" durch die Reichhaltigkeit, Mannigfaltigkeit und Gediegenheit seines Inhalts die interessanteste und anregendste Lektüre. Infolge dessen vermochte es sich einen festen Stamm von zka. 70 000 Abonnenten zu erwerben und gleichzeitig zu der gelesensten und verbreitetsten Zeitung Deutschlands emporzuschwingen. Die große Verbreitung des„Berliner Tageblatt“ liefert außerdem den besten Beweis, daß es die Bedürfnisse des zeitungslesenden Publikums im weitesten Maße zu befriedigen weiß. Die besonderen Vorzüge des„W..“ bestehen vornehmlich in folgendem: Durch täglich zweimaliges Erscheinen ist das„W..“ in der Lage, alle Nachrichten stets 12 Stunden früher als jede nur einmal täglich erscheinende Zeitung zu bringen. 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Das RomanFeuilleton des nächsten Quartals bringt einen höchst fesselnden Roman, das neueste Werk des berühmten Erzählers Levin Schücklng: „Alte Ketten". Das„W..“ wird durch stete Vervollkommnung und Erweiterung seines Inhalts bemüht bleiben, sich nicht allein auf dem erreichten Höhepunkte zu erhalten, sondern auch immer weitere Kreise an sich zu fesseln. Die Abonnenten des„Berliner Tageblatt“ empfangen anßerdem drei wertvolle Separat=Beiblätter: das illustrirte Witzblatt „ULK“, das illustr. belletristische Sonntagsblatt:„Deutsche Lesehalle“ und die alle 14 Tage erscheinende landwirtschaftliche Fachzeitschrift:„Mitteilungen über Landwirtschaft, Gartenbau u. Hauswirtschaft“ bei dem enorm billigen Abonnementspreise von nur 5 2 25 4 für das Vierteljahr. Man beliebe das Abonnement bei dem nächstgelegenen Postamt schleunigst anzumelden, damit die Zusendung des Blattes vom 1. Januar ab pünktlich erfolge. Gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands. Gesandten in Berlin folgende Anerkennung zu Teil: Imperiale vember 1881. Herrn Rovert Scheidl r, Thee=Importtur Cleve. Mit S# wärtigem bestätige ich Ihnen, daß die mir während meiner Anwesenhett auf der Jagdausstellung in Cleve von Ihnen offerirte Tasse Uhee weine vollste Auerkennu g beital der Qualitäht gesunden hat. Achtungsv gez. Li Fong Pao“ Die von Er Exzellen, getrunkene Qualitct ist Prcco Souchong, a.75 per ½/ Kilo zu habe; dei Herm Clemens Schulze, Betenstraße 9. 12 265 MTERGTORAE VERNENDEIS ESTURE ersien Hangen f..greammten VIINGANEL. a HENZUE der Brec, ###Opawie der dm Haudel u Mhlertechen Produoren######### DER MITTNOCS— BUNZLADTI Schlesien. lonse sam bei gedem Feslemi und sod.m Dreetleane: som Pooser van Dark 50 Ff.vore Au.. Peebitauen palts und fraseo] Inserare gre Leite 20 Pf.) u cetionells Vichlccht berührenden Der Abooseoter— fen.seer AnpilcherJRaPhU erechungen lare: VieheJedem Viehhändler jedem Biehzüchter unentbehrlich!! Abonnements-Einladung auf die Elberselder Zeitung. Mittag= und Abend=Ausgabe (Erscheint wochentlich 12 Mal.) Wir erlauben uns, zu rechtzeitigem Ahonnement für das erste Quartal des Jahres 1882 einzuladen. Die„Elberfelder Zeitung“ ist in der Lage, durch die Reichhaltigkeit und Mannigsaltigkeit des von ihr gebotener Stoffes die sämtlichen Kreise ihrer Leser zu befriedigen. Durch ihre zahlreichen politischen Original Korrespondenzen und Telegramme ist sie im Stande, über alle wichtigen Tagesfragen in eingehender Weise und möglichst rasch Bericht zu erstatten. Zugleich wird sit es sich ange legen sein lassen, ihre Beser über die politische Lage durch gediegene Leitartikel von freifinnigem und nationalem Gesichtepunkte aus zu orientiren Dem provinziellen Teil der Zeitung wird die größte Aufmerksamkeit gewidmet. In allen Gegenden Rheinlands und Westsalens sind zu diesem Behufe zuverlässige Korrespondenten gewonnen Konzert und Theater finden, besonders soweit sie Elberseld, Barmen, Köln und die übrigen größeren deutschen Städte beireffen, aufmerksame Berücksichtigung. Wie bisher wird die„Elderfelder Zeitung“ auch serner bestrebt sein, über außergewöhnliche Ereignisse durch besondere an Ort und Stelle ge andte Referenten ihren Abonnenten alles Wissenswere zu bieten Im„Volkswirtschaftlichen Sprechsaal“ der„Elberfelder Zeitung" finden die auf der Tages Ordnung stehenden handel politischen und wirtschaftlichen Fragen seitens der zunächst Beteiligten eine allseige Beleuchtung Das Feuilleton wird in der Mit ags=Ausgabe größere Erzählungen aus der Feder unserer besten Schrift eller veröffentlichen, während das Abend=ffeuilleton kleinere Erzählungen und ze tgemäße Aufsätze mannigfaltigen Inhales bringen wird. Fomitten=Nachrichten finden die Leser außer im Annoncen=Teile auch noch, sofeln diese lben für woeitere Kreise Interesse haben, unter einer befonderen Rubrik. Der Abonneme tspreis der„Elberfelder Zeitung" beträgt für das Quartal in der hiengen Exp#####ion sowie in Barmen bei W Langewiesche's Buchhandlung K 6,50, in U Barmen A 6 75, bei den kasserlichen Postämtern in Deutso land##.75. Die Insertions Gebühren betragen für die einspaltige Zeile oder deren Raum 30 4, Rekliinen werden pro Zeile mit 1# verechnet. Briese werden frauto erbeten. Elberfeld, im Dez mber 1881. Verlag der„Elberselder Zeituno“. Hektograph, patentirter VervielfältigungsApparat. Verbesserte vorzügliche Verslelfältigungs-Masse, wie auch schwarze vervielfaltigungs-Tinte wird bestens empfohlen Der Apparat sammt Masse zum Trocken=Copirverfahren is im Deutschen Reiche wie auch in Oesterreich=Ungarn patentirt. 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Dus kaiden Aiemn ertenm Thrwsgz, 2 P 3,.32siher iu Herishe. 1 Gernau zu Veretue an Jedes einzelne Blatt ist eine klassische Zimmerzierde; man kann sich aber auch Pendauts von zwei und Grotesche Verlagsbuchhandlung. Bank=Vereins vom 12. Februar kr. fordern wir daher die Besitzer von Juteeims Quittungen hiermit auf, dieselben nebst Nummerverzeichnis bei uns bis zum 2. Jannar 1882 einzureichen, sowie den Restbetrag der Vollzahlung mit A4661 Hundertundfünzig Mark per Stück ebenfalls an unserer Kasse zu erstatten und dagegen die vollgezahlten Aktien Gei den dor dem 2. Jannar nseigerdem Einzablungn werden%, Ziusen pro anno vom Tage der Einzahlung bis zum 1. Januar 1882 durch Agreche Serite in uu Spprühr 1490. Deutsche Genossensehaftsbank: von Soergel, Parrifius&., Berlin., Charlottenstraße 35 a. Berlin SW., Bernburgerstr. 35 Vorrätig in der C. L. Krügerschen Buchhandlung in Dortmund, Westenhellweg 43. Lustspiel von Vikt. Sardon. Holzzementdächer Fredenbaum. (Wintergarten.) Am 1. und 2. 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Besondere Bedeutung legt die„Hessische Morgenzeitung“ den Vorgängen in Hessel und Waldeck bei und wird durch zahlreiche Spezialkorrespondenten in den Stand gesetzt, en getreues Bild unserer provinziellen Entwickelung zu liefern. Mit der Sonntagsnummer wir den Abonnenten ein besonders illustrirtes Unterhaltungsblatt kostenfrei geliefert. Die„Hessische Morgenzeitung“ erscheint 12 Mal per Woche. Abonnementspreis pr Quartal 3 M 75 3(pro Monat 1 M 25). Seit länger als 22 Jahren in allen Tel des ehemaligen Kurfürstentums, wie auch im nahegelegenen Waldeck eingevurgert, eiqnet 12 416 der ganzen Giesenkirchenschen Kapelle. Entree 30 4. Anfang 3 Uhr. Wir zeigen hiermit an, daß die sogenennte „Neue Ausgabe des preußischen Kinderfreundes von Preuß und Vetter im März d. J. 188-, in der neuen Orthographie Wenkers Konzert=Saal 1d. Münsterstraße 10. Haupteingang: Steinsplatz. An den beiden Weihnachtstagen: Täglich: Zwei große Extra-Vorstellungen. Erstes Auftreten der Geschw. Reynolds, englische Sänger und Tänzerinnen, sowie Auftreten des übrigen Personals. Anfang der 1. Vorstellung 4 Uhr, Ende 7 Uhr. Anfang der 2. Vorstellung 8 Uhr, Ende 11 Uhr.(12431 Entree 50 c. Näheres die Plakate. Der Saal ist elekin Köntgsberg i. Pr Ziehung 12., 15. und 14. Jannar 1882 e.. Ache Kömer Aate Dombau-Lotterie. in 76090 Mark bar. upfiehlt und versendet, auch gegen Briefmarken Lotterie= und Bankgeschäft, V. 3 Unter den Linden 3. trisch beleuchtet. Fennckamge Kaiser=Saal. 12. Münsterstraße 12. Am ersten Weihnachtsfeiertage: Für Rückporto und amtliche Gewinnliste sind 30 Deutscher Submissions-Anzeiger Aimiasherae i. Vertihnne r. Star en= Boguhrt. l. in. „B. Jeder, den bei uns Gelder leisen will, mußz BERLIN wöchentlich 6mal. erscheint in Inhalt: =-Ausschreibungen sämtlichen deutscher Behörden -Fabrikate— Hölzer und Heizmaterial de, Betriebs- und Werkstättenmaterialien etc) Bau-Material— Verkäufe. Entree frei. Am zweiten Weihnachtsfeiertager GroßesKonzertn. Vorstellung. Diverse Gegenstände(Militär-Aus— Bau-, Erdarbeiten resp. Verkäufe. Submissions-Resultate unde Gegenstände, stets sofort nach jedem stattgehabten öffentlichen Termine, Abereicht, sen aufgestellt. Die Resultate des„Deutschen Submissions-Anzeiger“ sind sämtlich Aufnahmen und bilden solche desshasb auch ein viel benutztes Nachdruckmateria für die meisten politischen und Fachzeitungen. istrie und Handel— Wochenübersichten aus Deutschland und England ktberichte über Eisen, Metalle, Kohlen, Hölzer und vom berliner Bauwarat. nstrieller Nachweiser, Empfehlung industrieller uhd gewerblicher Fir Inserate, Kreisen deutscher Baubehörden. Eisenbahnen, industriellen Etablissements, Baugewerben etc. erfolgreiche Verbreitung finden.— Preis der 4gespaltenen Petitzeile 25 Pf. A. Eick& Comp., Psandleiher Auftreten sämtlicher Spezialitäten. Ansang 4 Ud. Am 2. Weihnachtstag: Kaiserlich Deutsche Post. Norddeutscher Lloyd Grosser Ball, wozu freundlichst einladet Rheinischestraße 32 12 434 Verein. Lokomotiv=Personal. Am 2. Weihnachtstage, abends 7 Uhr, im großen Kühnschen Saal: Jubiläums=Feier und Stiftungsfest, BREMEN 8 welche in — e1c, Directe bestehend aus Kouzert, Theater und Ball. Mitglieds=Karten und Abzeichen sind mitzubringen resp. an der Kasse zu haben. Eingeführte haben Zutrritt Der Vorstand. AMERIKA. Wegen Passage wende man sich an—= des Narddeutschen Lloyd in Bremen Verein. Weibnachtsfeiertage veranstaltet der dramatische e, Montag. Am 2. Wei den 26.. Grosser Ball, vebunden mit thentralischen Aufführungen, im Saale des Rheinischen Hofes. Anfang 6 Uhr.— Entree 50 4. Eine Dame frei. Der Zylinder=Rat. Konferenz. Am zweiten Weihnachtsabend: ersten Wei „Deutsche Bühne“ im großen Kühnschen Saale zwei Wohlthätigkeits-Vorstellungen zum Besten der Waisenkinder des hiesigen städtischen und katholischen e Waisenhauses. In beiden Vorstellungen kommt zur Auffohrung: Bibi, ooer: Der Gäusekönig. Weibnachts=Zaubermärchenspiel in 3 Akten und 6 Bildern, nach dem neuen * 0000 Märchen: Der Gänsekönig von M. Paul, dramatisch beorbeitet von Gustav Braun. „*##. Die aiste Vorstellung ist eine Kinder=Vorstellung. mtwerte von.500„ Anfang punkt 4 Uhr. nntte AenVerstellung: Anfaug pantt s uhr. bei mir vergriffen. Preise den Pläte:. Die General=Agentur:). 1 Für Kinder: 1. Platz 60 4, 2. Platz 40 C. 3. Plotz 20 4. 8. Paul Rudolf Heller. I Für Erwachsene: 1 Platz 1#, 2. Platz 60 4. 8. Platz 40 4. nee a# 1 444 für die Abend=Vorstellung sind Karten gorher zu ermäßigten Preisen welche noch unverkaufte Lose haben, haben und zwar 1. Platz 75 4, 2. Platz 50 C und 3. Platz 30 4 in der fort zurückzuschicken, um damit in Zigarrenhandlungen von Asemann, Brückstraße, Clod, Zurgthor, Schlüter Bestellungen ausführen zu können. Kheinischestraße, beim Restaurateur S. H. Kühn, Wißstraße und im Vereinsloka —1l. amigl Erwahsen= zahln in der. Be herPexkelrgg,. Berlsteu#.##oe eeaebenls im Reisennfälle. 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Diese traurige Erscheinung muß als eine wirtschaftliche Krankheit angesehen werden und es muß Aufgabe eines jeden Mannes, der der Landwirtschaft wohlgesinnt ist, sein, mit voller Kraft die Landwirtschaft dahin zu bringen, daß sie für Futterstoffe kein bares Geld fernerhin veraus gabt, sondern zukünftig solche Landesprodukte in so hinreichendem Maße baut, daß damit die eigenen Bedürfnisse gedeckt werden; als solche benenne ich die Runkelrübe und Zuckerrübe. An den Runkelrübenbau haben Sie sich, meine Herren, schon so gegewöhnt, daß Sie dieselben schwerlich mehr in Ihrem Wirtschafteplan vermissen möchten, dennoch aber wird in nicht allzulanger Zeit die Runkel in denjenigen Gegenden, wo Zuckerfabriken existiren oder noch errichtet werden, von der Zuckerrübe verdrängt werden, da die Nahrungsstoffe für den Menschen wesentlich teurer bezahlt werden, als die Futterstoffe für das Vieh. Es kann deshalb trotzdem besser sein, die besser bezahlten Produkte in den Wirtschaftsplan aufzunehmen und für den Erlös derselben relativ billigere Futterstoffe zu erhalten. Wenn wir in diesem Sinne durch nachstehendes Rechenexempel die Futtererträge von Runkeln und Zuckerrüben vergleichen, so ergibt sich daraus wie folgt: Nehmen wir an, daß eine gute Runkelernte einen Ertrag von 300 Zentner pro Morgen ergibt, so entspricht diesem Ergebnis eine Ernte von 150 Zentner Zuckerrüben. Liefern wir nun diese 150 Zentner Zuckerrüben zur Zuckerfabrik, so erhalten wir durchschnittlich 150 M und 50 Zentner Rübenschnitzeln. Legen wir nun den Erlös von 150# für Rübenrückstände von der Zuckerfabrik an, so erhalten wir, da die Fabrik den Zentner zu 50 Z verkauft, 300 Zentner Rübenschnitzel, also insgesammt mit den zurückgelieferten 350 Zentner. Während nun die Runkelrübe, welche zka. 85 Prozent Wasser enthält, nur einen Futterwert von 75 Z repräsentirt, ist der Zentner Zuckerrübenschnitzeln 2# wert. Reduziren wir aber nun diese Wertverhältnisse bis auf.50 M, so ergibt sich immerhin noch ein Plus von 100 Prozent Futterstoff der Zuckerrübe gegen die Runkel. Es dürft: somit der Beweis erbracht sein, daß ein Morgen Zuckerrübe denselben Ertrag an Futterstoffen liefert wie zwei Morgen Runkeln. Selbstredend hat dieses Rechenexempel nur bezug auf die der Aktienzuckerfabrik beigetretenen Landwirte, da die Lieferanten von Kaufrüben keine Rückstände zurückgewährt bekommen. Die Kosten für Anfuhr der Rüben zur Fabrik werden reichlich durch den Dividendengenuß gedeckt und in anbetracht dessen, daß die Landwirte jetzt doch ihre Fuhrwerke nach Träbern in die Stadt schicken, ausgeglichen. Für Bahnfracht wird den entfernter wohnenden Lieferanten (nicht von Kaufrüben) die Hälfte vergütet. * Zur Anlage einer Zuckerfabrik. (Schluß.) Da die Produktion in den überseeischen Ländern in einem viel größeren Maße wächst, als der Konsum verhältnismäßig zunimmt, so muß früher oder später eine Periode eintreten, wo das Angebot die Nachfrage bedeutend übersteigt, welches eine Preiserniedrigung zur Folge haben muß. Der Schutzzoll auf Getreide vermag uns dauernd gegen diese Kalamität ht zu schützen, überhaupt lege ich im Interesse des Mittelgrundbesitzers einen Getreidezoll kein besonderes Gewicht, da seibst bei dem zulässigen höchsten Satz der Besteuerung der importirten Früchte die Bilanz des mittleren Grundbesitzers wenig Veränderungen erleidet. Den größten Teil des produzirten Getreides verzehrt der Landwirt in seiner eigenen Wirtschaft und die paar hundert Zentner, welche er auf den Markt bringt, können durch quest. Zoll kein besonderes Plus in seiner Einnahme schaffen. Für die Landwirtschaft in der Nähe großer Industriestädte genügt jedoch schon die Vervollkommnung des Binnenverkehrs, um in den wirtschaftlichen Verhältnissen eine Revolution hervorzubringen; ich erwähne : nur den nicht mehr in weiter Ferne liegenden„Rhein=Weser. Elbkanal", wie die Errichtung von Sammelmolkereien an größeren Plätzen. Durch letztere verlieren diejenigen Landwirte, welche in der Nähe größerer Städte Milchwirtschaft betreiben, einen lohnenden Markt, weil dann nicht mehr, wie bisher, die Entfernung von der Stadt, sondern die Nähe von einer Eisenbahnstation günstige Geleger heit zum Milchtransport nach den Städten bietet. Es wird damit denje nigen Landwirten, welche weiter entfernt wohnen, welche billigere Arbeitslöhne und geringere Produktionekosten haben, Gelegenheit geboten, sich an der Milchkonkurrenz zu beteiligen und die Milch zu einem verhältnismäßig billigen Preis noch lohnend abzuen. Wer die gut eingerichtete und vorzüglich organssirte Molkerei in 1 rtmuno aus eigener Anschauung kennt, der wird nicht daran zweifeln, d; diese Anstalt fernerhin den Milchmarkt beherrschen wird. Durch die Anlage des Rhein=Weser=Elbkanals wird eine billige Zufuihr von Heu, Stroh und Kartoffeln ermöglicht und die Preisdifferenz der Produkte zwischen hier und den billigeren Produktionsorten nicht wesentlich verschieden sein, wenigstens nicht im Verhältnis der in hiesiger Gegend mehr aufzubringenden Steuern und Abgaben, der ungünstigen sozialen Arbeitsverhältnisse und des wertvollen Bodens. Der Kappusbau, welcher bisher ganz zufriedenstellende Erträge und Einnahme geliefert hatte, wird innerhalb einiger Jahre in die Hände eines Grossisten fallen, denn wie Sie schon aus der„Dortmunder Zeitung“ vernommen haben, beschäftigt man sich eifrigst mit dem Projekte einer am hiesigen Orte zu errichtenden Düngerfabrik. Der Zweck dieses Etablissements ist die Verwertung der festen Fäkalstoffe zu chemischen Düngerfabrikaten und die der flüssigen zur Düngung größerer Gemüsefelder, welche gerade in der. Nähe von Dortmund käuflich oder pachtweise erworben werden sollen. Zum Schlusse erlaube ich mir noch auf die Gefahren hinzuweisen, : de der Bergbau für die hiesige Landwirtschaft zur notwendigen Folge I Durch die Abtrocknung des Geländes, weiche jetzt schon in großer L..dehnung erfolgt ist, verliert der Boden seine natürliche Eigenschaft, Weidegräser zu produziren. Es wird also in nicht allzu langer Zeit ein großer Teil unserer herrlichen Weiden im Kreise Dortmund zu diesem Zwecke unbrauchbar geworden sein und zu anderen Nutzungszwecken verwendet werden müssen. Ferner ist die schädliche Einwrkung der Gase, gasförmig abgehender Endprodukte der Industrie, auf die Blüte resp. Befruchtung der Getreidearten so hinlänglich schmerzlich empfunden worden, daß dieser Hinweie schon genügen dürfte, wie sehr es zeitgemäß und zweckdienlich wäre, daß die hiesigen Landwirte in ihrer Wirtschaft einen Systemwechsel eintreten a. Sar eae, Aat, der. Ceszices hhen. mit verschiedenen Sorten mancherlei Versuche gemacht, und scheint man setzt in dem amerikanischen Pierdrchnnste die Sorte gefunden zu berg. die mit Sicherheit auch in der norddeutschen Ebene reif wird. In Suo deutschland, namentlich in dem hochkultivirten badenschen Lande und auch in Ungarn wird auch jetzt noch viel Mais gebaut, da dort bei dem Märmeklima die Pflanze nur selten erfriert. Will man noch über die Weinregion den Mais zu Grünfutter anbauen, so ist dafür zu sorgen, daß durch geschützte Lage und warmen, fruchtbaren Boden der Einfluß des rauhen Klimas sich weniger geltend machen kann. Besonders ist es zu empfehlen, den Mais gegen die Nordwinde zu schätzen, denn Wind bält nicht allein das Wachstum des Mais zurück, die Nordwinde brechen diese Pflanze auch um. Der Mais nimmt fast mit allen Bodenarten verlieb, doch müssen dieselben in hoher Kultur, wenn möglich, stete frisch gedüngt sein. Er wächst daher auf jedem weichen Boden, mit Ausnahme des herilen Sandbodens, des kalten Thon= und des nassen Mor De inr gagze der derselbe in hober Kultur, sagt dem Mais am meisten zu. starke Düngung des zum Maisbau bestimmten Ackers ist unter allen UmKänden gehaten, da der Ertrag des Mais mit der Stärke der Dängung im Verhältnis steht und Nachteile nicht zu befürchten sind, weil der Mais nicht zum Lagern geneigt ist. Sobald Stalldung zur Düngung des Maisackers verwandt werden sol, in der Rindoiehmist weg schnellen und intensiven Wirkung allem anderen vorzuziehen. Derselbe ann ohne Nachteil bis zu 10.—15 vierspännige Fuder auf den Morgen gefahren werden. Die Vorfrucht von dem Mais ist im allgemeinen gleichgültig, da der Boden für die Kultur desselben tief im Herbst bearbeitet und stark gedüngt werden muß. Im allgemeinen empfiehlt es 2c denselben nicht nach Hackfrüchten, sondern nach Sommer= oder Wintergetreide anzubauen, da hinter den Hacfrüchten bekanntlich ale Ge treide vorzüglich gedeiht. Ist die junge Maiepflanze erst aufgegangen, hat sie die Nachtfröste glücklich überstanden und eine Höhe von einem Meter erreicht, so ist für ihre Vegetation wenig zu fürchten, namentlich der Mais der in der Regel in den Monaten August und September in unserer norddeutschen Ebene eintretenden Dürre den meisten Widerstand leistet. Zum Gedeihen des Mais gehört eine sehr sorgfältige und tiefe Bodenbearbeitung; in der Regel werden drei Furchen gegeben, zwei im Herbst, von denen die erste den schon vor Winter zufahrenden. Dung flach unterbringt, die zweite dagegn tief gegeben wird, und eine im Frühjahr, kurz vor Einbringung der Maissaat in die Erde. Der Mais wird nun zu zweierlei Zwecken angebaut, einmal zur Samen= und Körner f. Die Samengevinnung. De der Mait, vie wr schon aus geführt haben, sehr leicht vom Frost leidet, so ist es am praktischsten denselben ip unserem norodeutschen Kl.ma nach den sogenannten gesrengen Herren, also erst Mite Mat, zu legen. Dies geschieht auf zweterlei Art: entweder man pflügt den im Herbst präparirten Acker Anfang Mai ganz flach, egget denselben guatt, zieht dann mit dem Marreir de Busgn. 22 I8 Pr.S gen,..,S chenen be der Schtr es. Cart sind, daß man site nicht mehr mit der, ipozrngge“, ie.vreiken: Seszen, Zu dieser Zeit muß die Ernte beginnen. Man bricht die reifen Kolben ab, sammelt sie in Körben und schüttet sie in Säcke, um sie nach Hause zu schaffen. Da aber die Maiskörner viel Feuchtigkeit besitzen so nimmt man, um sie vollends zu trocknen, die Deckblätter der Fruchtkolben bie auf zwei ab, bindet mit diesen zwei und zwei zusammen, und hängt sie über Stangen, die auf Balken unter dem Dache eines luftigen Raumes liegen. Die Kolben läßt man bis nach Neujahr hängen, die zur Saat bestimmten bis zum Frühjahr; dann drischt man die Lolben auf gewöhnlichen Scheunenflur ab und reinigt die Körner durch Sieben von den ihnen anklebenden Kolbenteilen. Gewöhnlich wird der Mais geschrotet und fressen ihn dann alle Haustiere mit Begierde, besonders ist derselbe wegen seines bohen Proteingehaltes als Mastfutter für Schweine und für Rindvieh sehr zu empfehlen, da das Fleisch besonders kernig, und von allen Schlächtern gern gekauft und teuer bezahlt wird. 2. Der Mais als Grünfutter. Die Behandlung und Bestellung der Maispflanze als Grünfutter ist eine ganz ähnliche, wie bei der Samengewinnung, nur daß die Aussaatzeit von Mitte Mai bis EndAugust in Norddeutschland fällt, wenn man durch verschiedene Aussaatzeiten immer frisches Futter für eine längere Fütterungsperiode erzielen will; der Mais zu Grünfutter wird auch in der Regel in der Brache angebaut, jedoch kann man denselben auch, wenn der Boden in guter Beschafenheit und in hoher Kultur 13, hinter Roggen und Frihionner: korn bestellen. Indes muß die Getreidestoppel gleich nach de. Er te fort umgebrochen, und später kurz vor der Saatzeit noch eine Furche gegeben werden. Die Ernte der zu Grünfuter bestimmten Waigpklanze erfolgt spätestens bevor derselbe die Kolben angesetzt hat, weil die Pflanze sonst wegen zu großer Holzigkeit und Härte von Vieh nicht mehr gern gefresser wird. Das Schneiden des Grünmaises kann mit der Sense und auch mit der Sichel geschehen. Bei Fütterung desselben thut man am besten, ihn in—5 Zoll lange Stücke zu zerschneiden. Selbst die dicksten Maisstengel verzehrt das Rindvieh mit großer Begierde, und gibt nach diesem Futter sehr viele und sehr butterreiche Milch. Der Mats liefert gerade in den Monaten August, September und Oktober sein Grünfutter, wo in der Regel alles übrige Grünfutter, Wicken, Luzerne und Klee zu Ende ist. Die Heuwerbung der Maispflanze, die im Herbst nicht zu verwenden war, oder von Frost geitten hatte, ist sehr sind alle mit demselben angestellten Versuche fehlgeschlagen. Dagegen ist es zu empfehlen, den von Frost beschädigten Mais einzusäuern, in Zustande derselbe sich bis zum Frühjahr hält und ein von allem Vie sehr gern gefressenes Futter biete:: Der Grünmais, der auf gutem, weichem Boden oft bis 60 000 K logramm per Hektar Ertrag bringt, wird wegen seines Zuckergehaltes von allem Vieh gern gefressen, besonders aber von Schafen und von Rindvieh. Es ist daher allen Landwirten nur zu raten, alle disponiblen kleinen, in guter Kultur befindlichen Aecker mit Grünmais zu bebauen, weil keine andere ähnliche Kulturpflanze einen leich lohnenden Ertrag bringt. Reiben auf 6 Zoll Weite, in der Regel—3 Körner, da der Same oft nicht keimfäbig ist. Auf bündigen Bodenarten ist der Same auf vier Kentimeter Tiese, auf leichten und lockeren bis 6 Zentimeter Tiefe unterzubringen. Die Hauptwurzel dieser Pflanze geht sehr tief, bis.4 Meter, in den Boden, daher i es ratsam, den Acker zu rasolen, oder wenigstens sehr tief zu pflügen. Die zweite Art der Bestellung ist der sogenannte Kammbau, wo die Kämme in einer Breite von 47—66 Zentimeter ent#### sein müssen; die Legung des Samens wird mit der Handdrillbei großen Flächen, mit der Pferde=Drillmaschine bewirkt. Menn die Maispflanzen zum Vorschein kommen and die Reihen sichtbar mässen die sungen Planzen mit der Hand= und Pferdehacke bebackt werden, teils um das in den Zwischenräumen stets heftig wuchernde Seaut zu vertigen, tells um die zu dicht sehenden Planzen zu verepeu II.: Hacken auzufüle. Nach—14 Tagen, se nach der wird das Hur.—isLuckumen fartgssetzt, Nach der BlüteBlüte werwelche in horhzontaler Richtung, gewachsen sind, geben für das Rindvieh ein sehr gern gefressenes Futter. Die Reife der Maispflanze tritt nach der Art, welche man anbaut, nach der Zeit der Nusdor, nach den Mütherung uch milich uad Beichastenhet den Achene früher oder später ein, gewöhnlich in Norddeutschland in der letzten Hälfte des Monats September. Man erkennt die Reife daran, wenn Die Dichlüter den Loben gelh und krocen preiden, und die Bürner so Landwirtschaftliches. Schwarze Eidotter. Ueber die schwarze Färbung mancher Eidotter übt die Zeitschrift„Natur“ interessante Aufschlüsse: Als wir vor langen jahren, so heißt es in dem Bericht, Eier mit derartigen Dottern fanden, glaubten wir, verdorbene zu sehen, obgleich damit die Erscheinung noch iicht erklärt war. Spätere Untersuchungen haben uns eines besseren belehrt Halten sich die Enten in einem Graben oder Teich auf, so si natürlich die Nahrung, die sich darin befindet, und ist das nicht zu tief, so holen sie das vom Boden, was ihnen schmackhaft ercheint. Wenn nun ein derartiger Graben oder Teich mit Eichen umgeben ist, dann fallen die Eicheln in dem Wasser zu Boden, und wenn dieselben im folgenden Jahre in der Legezeit in größerer Menge von den Enten gefressen werden, dann färbt vermutlich der Gerbstoff beim Kochen die Dotter schwarz. Diese Eier verlieren aber nichts an Geschmack und Nahrungsstoff, und wer die Ursache kennt, ißt sie eben so gern als die mit orangefarbenem Dotter. Füttert man die Enten vorzugsweise mit Korn, Mehl oder Kartoffeln, so daß sie wenig andere Nahrung finden, dann bleiben die Dotter der Eier bliß= oder hellgelb. Können sie ihre Nahrung frei suchen und beseht diese vorzugsweise aus animalische. Stoffen, dann sind die Dotter hochgelb gefärbt; leben aber die Enten in salzigem Wasser und müssen dort ihr Futter suchen, dann erhalten die Dotter eine hochrote oder orange Farbe. M 8er Wrennesseln werden im„Monatebl. des bad. Vereins für Geflügelzucht" als Reizfutter für Hühner empfohlen. Dieselben werden, so wie sie draußen an Hecken, Rainen, Schutthaufen 2c. abgefroren slehen, gesammelt und täglich, zu einem Strauße gebunden, auf einen kurzen Pfahl, die Stoppeln nach oben, gesteckt. Die Hühner fressen die gefrorenen Blätter und Samen sehr gerne und sollen dann frühzeitig legen. Papier zum Einschlagen der Putter. In Amerika bedient man E ——— Kanian prasoisten Popzatc, b wihen die ehgengenn Slch ur sien iun Lesaige bitenz. J. veite. der. To. K. de. Teie ie. Seche. iu Vergleche mit ener sigt, welche wie dael und blch in. Leigenlongen eingeschlagen wird, trägt die Paraffinhülle auch zur Konservirung der Butter bei, indem sie letztere von der Berührung mit der Luft vollkommen abschließt. Um Butter in paraffinirtemn Papiere durch längere Zeit aufzuwahren oder auf größere Entfernungen zu versenden, dürfte es sich empfehlen, die Butter zuerst in Papier einzuschlagen, welches mit Salizylsäurelösung getränkt wurde und dieses Vaket in Paraffinpapier zu wickeln. Butter, welche auf diese Art behandelt wird, kann selbs in den heißesten Sommermonaten durch sehr lange Zeit vollkommen frei von jeder Spur des ranzigen Geschmackes erhalten werden. Wert der Eierproduktionen in Frankreich. Die Gesamlproduktion an Ei.r ist in Frankreich auf 5000 Millionen Stück zu veranschlagen, die ein Kavital von 225 Millionen Mark auswachen. Die Zahl der Hühner ist 50 Millionen. Es kämen somit auf das Huhn 100 Eier das Jahr. Viele junge Hühner werden gezogen, die teilweise als Fleischhühner Verwertung sinden. Verschiedenes. v Dortmund. 20. Dez. Vorsicht beim Einkanf weiter Kartoffeln.] Wir können nicht umhin, vor Massenankauf einer jetzt sehr vielfach in den Handel kommenden weißen Speisekartoffel zu warnen, deren Preis ein verhältnismäßig sehr niedriger ist, was eben vielfach zum Kauf Veranlassung gibt. Diese Kartoffel ist am Rhein unter dem Namen Heiligenstädter" durch die landwirtschaftlichen Vereine als Futterkartof fel eingeführt. Sie zeichnet sich durch sehr hohen Ertrag aus, vorausgesetzt, daß sie, ihrem üppigen Wachetum entsprechend, sehr wert gepflanzt und boch angehäufelt wird. Man pfanze sie Furche zu Furche 60 Zentimeter und Pflanze zu Pflanze 45 bis 50 Zentimeter und zwar immer mittelgroße ganze Knollen. Der Ertrag ist in der Regel 25 voll ausgewachsene Kartoffeln pro Strauch. Das Laub stirbt nicht ab, bis es er friert. Die Sorte ist sehr widerstandsfähig gegen die Fäule und gedeiht auf allen Bodenarten, am besten indes auf einem mittelschweren, mit durchlassendem Untergrund. Diese Kartoffel ist soweit also durchaus empfehlenswert, jedoch nur als Futter= oder Brennfrucht, dies aus genden Gründen: Die Kartoffel wird, spät reisend, erst um mitte Oktober schmackhaft und bleibt dies bis gegen anfang oder mitte Januar, um welche Zeit sie einen so scharfen Geschmack bekommt, daß sie als für Menschen ungenießbar bezeichnet werden muß. Dieser widerwärtige Geschmack steigert sich mehr und mehr gegen den Sommer hin und ist wohl die Folge der beginnenden.imthätigkeit, die indes äußerlich, wenig und spä ter als wie bei anderen bemerkbar wird. Die heiligenstädter Kartoffel ist daran zu erkennen, daß sie eine äußerst glatte, fast vorzellanartige Schale hat, daß sie, mit der Schale gekocht, wenn geschält, ein grünlichgelb schimmerndes Fleisch unter der Schale zeigt und daß sie, roh in wei Teile geschnitten, im Herzen einen verhältnismäßig großen glasigen Kern hat,—(dies deutet auf hohen Wasser= und geringeren StärkemehlGehalt), der deutlich sichtbar sternförmig nach der Peripherie hin per läuft. Die Kartoffel ist rund, durchschnittlich zwei Zoll groß, stark platt hat unregelmäßig über die Knolle verteilte, mitteltiefliegende Augen und die wenig sichtbaren Keime sind von schwach grün=bläulicher Farbe. Der Name„Heiligenstädter“ wird natürlich hier im Handel nicht genannt. So sehr wir nun die Kartoffel als Futterfrucht zum Anbau empfehlen könneu, ebenso nachdrücklich warnen wir vor dem Massinankauf als Speisekartoffel, namentlich zur Verwendung nach Neujahr; in dieser Hinsich machte s. Z. die Kadettenanstalt zu Bensberg die übelste Erfahrung mit einem, auf den Verbrauch von mehreren hundert Köpfen herechneten Vorrat, der sich im Februar ganz ungenießbar erwies. Diese üble Eigen schaft aber ist bei dieser Kartoffelsorte konstant und von uns seit Jahren Giag vevn. 3344e. Kalte Lust, kaltes Waser, Schne und eis rufen überall dieselben teils örtlichen, teils allgemeinen Erscheinungen hervor. Bei der örtlichen Einwirkung heftiger Kälte auf einen Körperteil unterscheiden wir drei Grade des Erfrierens. In dem ersten Grade merkt man an dem gewöhnlich exponirten Teil zunächst starke Röte. Dann wird er durch Verengerung der Blutgefäße weiß und kann dabei so hart werden, daß er abbricht. Während er in diesem Stadium gefühllos ist, merkt man beim Betreten eines warmen Raumes####„Brennen in ihm und beginneide Schwellung, auch nimmt er durch Gefäßlähmung eine bläuliche Färbung an. Diese Erscheinungen halten indes nicht an, sondern verschwinden nach wenigen Tagen.— Ber. zweisen Gra entstehen auf der dunkelgeröteten Haut Blasen, die nach Entleerung eintrocknen und ohne Narbenbildung heilen, wenn nicht etwi Eiterung entsteht und jene dadurch herbeigefährt wied.— Beim dritten auf bald dunkelrot m, bald bläulich=grauem Grunde gleichfalls Blasen, erfolgt ist, um so größer und ausgedehnter wird die eiternde Fläche, ja es können auf diese Weise sogar ganze Glieder absterben und sich vom übrigen Körper lösen. Die bekannteste Erfrierungsform ist die der Frostbeulen, bei Leuten, die sich viel in Nässe und Kälte aufhalten, oder bei solchen, die an Blutarmut leiden. Hier entsteht an den geschwollenen Stellen in der Wärme, namentlich im Bett oder bei Thauwetter, ein unerträgliches Brennen und Jucken, das zum Kratzen zwingt und durch die hierdurch erzeugten Insulte Geschwüre hervorruft. Das Uebel ist um so schlimmer, da es sehr hartnäckig ist; denn es schwindet zwir im Sommer, aber nur, um im Winter wiederzukehren. Gefährlicher als die örtliche Einwirkung der Kälte ist die allgemeine, die totale Erfrierung. Hier tritt zunächst Frostschauer und allgemeines Kältegefühl auf, dann entwickelt sich immer zunehmende Müdigkeit und Neigung zum Schlaf, der in Tod übergeht, sobald man nicht zu widerstehen vermag. Schleppt sich indes der Betreffen;e mit Anspannung aller Kräfte weiter, so nehmen allmählich die Sinne an Schärfe ab, das Gesicht umflort sich, dumpfes Brausen ertönt im Ohr, der Gang wird schwankend, bis der Unglückliche schließlich besinnungslos niederstürzt. Das Leben kann indes in solchen Fällen sich oft recht lange erhalten, da man von Leuten berichtet, die über 8 Tage im Schnee verschüttet waren und wieder genasen. Was die Behandlung solcher Unglücklichen betrifft, so hat sie in neuester Zeit eine totale Umwandlung erfahren. Bieher galt als Regel, die Erwarmung des Körpers nur sehr langsam vorzunehmen. Man mußte den Erfrorenen in einen kühlen Raum bringen, entkleiden und den ganzen Körper mit Schnee oder kaltem Wasser abreiben. Dann erst durfte er in ein kühles Bad gebracht werden, das allmählich auf 30 Grad Reaumur erwärmt werden sollte, worauf er in ein Bett kam. Die neueren Physiologen schreiben nun nach Versuchen mit Thieren gerade dieser Methode einen großen Teil von Mißerfolgen zu und raten im Gegenteil zur schleunigen Wiederherstellung der Blutzirkulation, welche die Hauptaufgabe bildet, den Verunglückten sofort in einen, auf 24 Grad Reaumur erwärmten Raum zu bringen und unmittelbar darauf in ein heißes Vollbad von 30 Grad R. Sobald sich wieder Leben zeigt und der Betreffende wieder schlucken kann, müssen ihm belebende Mtttel eingeflößt werden. Da kommt dann die ganze Reihe der Alkoholika vom Branntwein bis zum Sherry, theelöffelweise mit etwas Wasser verdünnt, in betracht. Schwarzer Kaffee oder Thee mit oder ohne Cognak und ammoniakalische Mittel zu 5 bis 8 Tropfen in einer schleimigen Lösung thun gleichfalls gute Dienste. Ist ein einzelnes Glied erfroren, so ist es auf Schienen zu befestigen und senkrecht zum liegenden Körper aufzurichten, wonach blau und kalt gewordene Glieder, in denen alles Leben erloschen schien, allmählich ihre normale Färbung wieder gewinnen. Auch hier würde die eine oder die andere der oben angeführten Methoden, je nach dem Vertrauen, das man dem alten bewahrt oder dem neuen entgegenbringt, versucht werden können. Bei Fcostbeulen ist eine Einreibung mit Perubalsam oder ein Umschlag mit Salizylsäure oder mit Tanninlösung(einen Theelöffel voll auf einen Tassenkopf Wasser) zu empfehlen. Auch können statt der Umschläge Bäder genommen werden. Sind Geschwüre vorhanden, so ist rotes Präzipitalvulver darauf zu streuen oder die Flächen sind mit Höllensteinstift täglich einmal leise zu überstreichen. Ebenso kann ein Verband mit zweiprozentiger Karbollösung nur gute Dienste leisten. Die Hauptsache bleibt aber, sich vor solchen örtlichen Leiden möglichst zu schützen. Kaltes Wasser zur Reinigung an zuwenden, ist zweifellos vorzüglich und der Haut dienlich; sobald der Eifer der Abhärtung sich aber bis zum Eiswasser versteigt, wirkt es schädlich, wie jeder an seinen rauhen, aufgesprungenen Händen sich leicht überführen kann, der sich mit solchen Experimenten abgibt. Daher sollte man am besten stubenwarmes Wasser benutzen. Weiterhin ist darauf zu sehen, daß Hände und Füße stets trocken sind, da feuchte Kälte am schlimmsten ist. Es ist nichts besser, als wenigstens einmal täglich die Fußbekleidung zu wechseln, dann wird man selten über kalte Füße zu klagen haben. Natürlich darf nirgends auf der Haut ein Druck stattfinden, enge Stiefel und Handschuhe haben schon manche Eitelkeit mit jahrelangen Leiden gestraft. Auch übermäßiges Warmhalten ist schädlich. Wer immer, so lange das Blut noch frisch und schnell in den Adern rollt, sich nur im Pelz in je sonnenhelle Winterluft hinauswagt und daheim im Zimmer die Temperatur nicht unter 18 Grad Reaumur sinken läßt, der hat die beste Anwartschaft auf eine erfrorene rothe Nase und bläuliche Ohren, die einzigen Teile, die er nicht Ooden vony.. Wag Verdirbt die Zähnes“ wird dem„Westf. Merk.“ von einem Arzte geschrieben:—„Woher kommen die schlechten Zähne? Schöne Zähne sieht man heutzutage selten, ein vollständiges, intaktes Gebiß ist eine wahre Seltenheit. Der erfahrene Chemiker Dr. H. Hager macht auf eine häufige Ursache aufmerksam, die wenig bekannt sein möchte. Derselbe hat in seiner 50jährigen Thätigkeit oft die Be388 später als eine einmalige Erume Eee e#####, ädlichen Einfluß auf die Zähne ausüben; natürlich würden nicht immer alle Zähne dadurch beschädigt. Erwachsene, die Kalomet mehrere male eingenommen, würden die Zähne infolge dessen viel eher verlieren und öfter an Zahnschmerzen leiden. In einem Dorfe bei Fraustadt hatte Dr. Hager die Beobachtung gemacht, daß sämtliche Einwohner sich eines guten Gebisses erfreuten, nur mit Ausnahme einer Familie, in welcher kein einziger ein gesundes Gebiß hatte; der Familienvater, obschon noch nicht alt, hatte alle Zähne verloren. Er hatte diese Erscheinung, wie er angibt, zuerst für einen Erbfehler gehalten, bis er durch Zufall die wirkliche Ursache entdeckte. Sämtliche Familienmitglieder hatten nämlich im Frühjahr und Herbst eine sogenannte blutreinigende Kur mit Keyserschen Pillen, die Kalomel und Sublimat enthielten, durchgemacht. Woher erhalten aber hauptsächlich die Kinder jenes auf die Zähne schädlich einwikende Medikiment? Unbedingt durch die sogenannten Wurmpatronen, die aus Santonin und Kalomel bestehen und in jeder Apotheke zu haben sind. Schmeckt dem Kinde das Essen nicht, kneifts ihm im Leibe, juckt ihm die Nase; sofort wird obiges Mittel gegeben. In einzelnen Fawilien herrscht sogar die Unsitte, zu bestimmten Zeiten des Jahres dem Kinde mehrere Wurmpatronen einzuverleiben. In vielen Fällen wirken auch sonst noch die Wurmpatronen sehr schädlich auf den kindlichen Organismus ein, so daß nicht genug vor jenem Mittel gewarnt werden kann.“ Aufbewahrung von Eiern. Aus England wird dem„Landwirt folgende höchst einfache Art und Weise, Eier aufzubewahren, empfohlen: Man benutzt hierzu einen Netzbeutel aus starken Bindfäden, wie solcher vielfach in großen Städten für die Einkäufe von Gemüsen, Fischen 2c. von den Köchinnen benutzt wird. Jedes aufzubewahrende Ei wird nun in Zeitungepapier sauber eingewickelt, und deren etwa 40—50 Stück in ein solches Netz gethan, welches nun oben dergestalt eng zugebunden wird, daß die Eier fest aneinander liegen und nicht schütteln. Das Netz mit den Eiern wird an einem kühlen, frostfreien Ort oder besser in einem luftigen Keller aufgehängt und regelmäßig alle Wochen derartig umgekehrt, daß abwechselnd das obere und das untere Ende des Netzes nach unten zu hängen kommt. So behandelt sollen sich die Eier während des Winters frisch und schmackhaft erhalten. Abgesehen davon, daß bei dieser Aufbewahrungsart jeden Augenblick leicht zu den aufbewahrten Eiern zu gelangen ist, dürfte sie sich auch als die billigste und leichtest ausführbare darthun, wenn sie sich in ihrem Erfolge bewährt und ein Versuch damit ist gewiß der Mühe wert. Unseres Wissens ist diese oder eine ähnliche Methode Eier aufzubewahren in Deutschland nicht bekannt. „. Ein sehr beachtenswertes Resultat haben vor einiger Zeit die von dem Franzosen Renouard über die Selbstentzündung von angefetteten Lumpen aus Baumwolle angestellten Versuche geliefert. Eine Handvoll baumwollene Lumpen wurde in gekochtes Leinöl getaucht, getrocknet, mit trockener Baumwolle gemischt und dann in einen Kasten gelegt, der ein Thermometer enthielt und in einem Zimmer stand, dessen Wärme man auf 75 Grad Celsius erhielt. Bald zeigte das Thermometer eine Temperatur im Kasten von 173 Grad an, nach 1¼ Stunden stieg Rauch aus demselben und sobald der Luft freier Zutritt gewährt wurde, schlug die helle Flamme empor. Eben so entzündete sich Baumwolle, welche in ungekochtes Leinöl getaucht und auf die gleiche Weise behandelt wurde, nach —6 Stunden; bei Rüböl trat die Entzündung erst nach zirka zehn Stunden ein. Daß sich fettige oder ölige Baumwollenlumpen von selbst entzünden können, war im allgemeinen schon früher bekannt, doch hat die Thatsache erst durch die Versuche Renouards, der in die Fußstapfen von Gallet und Coleman trat, exakte wissenschaftliche Bestätigung gefunden. Sie muß allen jenen Industriellen zur Beachtung empfohlen werden, in deren Werkstätten oder Fabriken sich öl= oder fettgetränkte Baumwollenlumpen und=Abfälle ansammeln können Denn es kann nach den mitgeteilten Versuchen genügen, daß ein Haufen derartiger Lumpen, in einem ohnehin schon warmen Raume liegend, von der Sonne durchs Fenster beschienen wird, um eine Se bstentzündung und vielleicht einen verderblichen Brand zu verursachen. Der materielle Rutzen der Lebensmitteluntersuchungen ist kürzlich von dem Direktor des chemischen Untersuch ungsamts zu Breslau, Professor Dr. Gscheidlen, in einem im kaufmännischen Verein zu Breslau gehaltenen Vortrag nachgewiesen. Das Anfang Mai dieses Jahres infolge des Nahrungsmittelgesetzes errichtete breslauer Untersuchungsamt hat zunächst seine Thätigkeit der Milchkontrolle zugewendet, da der tägliche Milchkonsum Breslaus 58 000 Liter= 214 Gramm auf den Koof der Bevölkerung beträgt. Bei der Untersuchung hat sich herausgestellt, daß etwa 16 Prozent der untersuchten Milchsorten verfälscht waren. In allen Fällen ist Bestrafung erfolgt und ein Widerspruch seitens der Milch lieferanten dagegen nicht erhoben. Nun ist der Durchschnittspreis des Liters Milch in Br.slau 15 Z, der tägliche Umsatz beträgt also 8500 M und der Jahresumsatz 3 102 500 R. Gelingt es also nur, die Verfälschung der Milch durch diese Kontrolle von 16 auf 15 Prozent herabzumindern, was immer nur ein sehr bescheidener Erfolg sein würde, so wäre damit ein Zuschuß zu den Kosten der besseren Ernährung um 31.025 M jährlich erzielt. Noch weit zahlreicher haben sich Verfälschungen der Butter erwiesen, nicht weniger als 91 Prozent der untersuchten Butter hat den Anforderungen einer guten Milchbutter nicht entsprochen. Da der Butterverbrauch Breslaus sich auf nahezu 4 Millionen Mark beläuft, würde die Herabminderung der Verfälschungen um nur 1 Prozent zur besseren Ernährung der Bevölkerung einen jährlichen Beitrag von 40 000 M liefern. Bei dem Mehl= und Brotkonsum, der in Bres au mit 78 Millionen veranschlagt ist, wird sich selbstverständlich die Verhütung von Fälschungen noch weit nützlicher erweisen. Am Tintenflecke aus der Wäsche zu bringen, sind Zitronenfaft und Sauerklee die bekanntesten und gewöhnlichsten Mittel. Das wohlfeilste und eben so sichere Mittel aber ist das Scheidewasser, wovor man sich jedoch nicht fürchten darf. Ein bis zwei Tropfen davon auf einmal, auf den mit bloßem Wasser getränkten Tintenfleck getröpfelt, lösen solchen, ohne der Wäsche den mindesten Schaden zu verursachen, völlig auf. 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Zu den Erntearbeiten sind die zehnfachen Arbeitekräfte wie zu Ssearbeiten not wendig, und erfordert eine große Dampfdreschmaschine zu ihrem ununterbrochenen Betriebe 7 Headers(Mähmaschinen] mit 20 Kastenwagen, 56 Arbeiter und 95 Maultiere. Nach beendeter Ernte werden die Arbeiter entlassen, die Maultiere in die Berge gejagt, wo sie sich ihre Nahrung suchen mässen und bleibt nur der Verwalter in der Psiaenzung, zurück. Oeffentliches Schlachthaus und n. Von Kreisphyfikus Dr. Müller. V.(Schluß.) Was nun den Hauptkostenpunkt anbelangt, wo bekanntlich die Ge mütlichkeit aufhört, so wurde bereits erwähnt, daß die Gebühren, welche in öffentlichen Schlichthäusern gezahlt werden, die Fleischpreise durchaus nicht erhöhen. Ein finanzielles Risiko ist für die Städte bei Anlage der Schlachthäuser erfahrungsgemäß nicht vorhanden, sobald nur der Schlachthauszwang streng durchgeführt wird. Die Gemeinden sind berechtigt, für die Benutzung des Schlachthauses Gebühren zu erheben, welche so bemessen sind, daß sie die Untersuchungs=, die Verwaltungs=, Unterhaltungsund Betriebskosten, eine höchstens 5prozentige Verzinsung und eine 1prozentige Amortisirung der Anlagekosten, sowie die Kosten für gezahlte Entschädigun.nn desan schädigung für die Entwertung der Privatschlachtereien decken. Die An lagen verzinsen sich in Erfurt mit 4½, in Bochum mit 5¼, in München mit 5½ und in Stuttgart mit 8 Prozent. In der Hauptsache sind alle Erfahrungen darüber einig, daß die Anlage der Schlachthäuser das Fleisch nicht teurer, die Qualität aber entschieden besser macht. Was die Baukosten anbelangt, so haben dieselben für die Anlage Pbue. ain Gelien. 55 Srrr 500 4 " München 4777000„ " Braunschweig 950 000„ „ Köln„ 870000„ " Düsseldorf 460 000„ „ Erfurt 340 000„ " Bochum 230 000„ „ Liegnitz 6 188000„ Mülheim a. d. Ruhr 114000„ „ Iserlohn(18 000 Einw.) 110000„ „ Solingen(16 000 Einw.) 57000„ Die Splachthäuser würden aber trotz Schlachthauszwang ihren Zweck nicht erreichen, sie würden keine Aussicht auf Bestand haben, wenn das Gesetz von 1868 nicht durch die durchaus notwendigen Zusatzparagraphen in unseren Tagen vervollständigt und den praktischen Bedürfnissen entsprechend gemacht worden wäre. Der Zweck des Gesetzes von 1868, der Bevölkerung den Genuß durchaus gesunden Fleisches zu sichern, konnte nicht erreicht werden, wenn nicht vor allen Dingen die Konkurrenz auswartiger Schlachter, listige Umgehung des Gesetzes seitens einheimischer Schlachter unmöglich gemacht und das von außen in die Stadt gelieferte Fleisch besteuert und der Kontrolle unterworfen wurde. Es ist klar, daß die auswärts schlachtenden Metzger immer in der Lage sind, ihren Kollegen, die im Schlachthause schlachten, durch Bezug schlechten, mageren, p. kranken Viehes mit Erfolg Konkurrenz zu machen. St Durch das neue Gesetz ist den Städten erlaubt, zu bestimmen: 1. Daß alles nicht im öffentlichen Schlachthause geschlachtete Fleisch im Gemeindebezirke nicht eher feilgeboten resp. in Wirtschaften nicht eher zum Genusse zubereitet werden darf, bis es einer Untersuchung durch Sachverständige gegen eine in die Gemeindekasse fließende Gebühr unter2. Soll das Fleisch, welches nicht in Schlachthäusern geschlachtet ist, sowohl auf Märkten, wie in Verkaufshallen von dem im öffentlichen Schlachthause geschlachteten getrennt feilgehalten werden. Mehrfach ist gegen den ersteren Paragraphen angeführt worden, daß sich eine solche Kontrolle kaum würde durchführen lassen, und daß dieselbe unfehlbar das Fleisch verteuern müsse. Auf solche Einwände ist einfach die Thatsache anzuführen, daß eine derartige Kontrolle der Speisewirtschaften bereits seit 20 Jahren in Würtemberg besteht. Was im Lande der Schwaben möglich, wird doch im intekligenten Norden nicht unmöglich sein und auf unübersteigliche Hindernisse stoßen? Die Stadt Bochum hat den besten Beweis geliefert, daß durch die Untersuchung und Besteuerung des importirten Fleisches die weitere Zufuhr desselben von selbst aufhört. Seit in besagter Stadt diese Verordnung erlassen und strenge ausgeführt wurde, hat sich die Zahl der Metzger daselbst nicht, wie prophezeit worden war, verringert, sondern.n Gegenteil erheblich vermehrt und die Fleischpreise sind von jener Zeit an überall richtig normirt worden. Nach den gebrachten Mitteilungen glaube ich nachgewiesen zu haben: 1. Daß eine Kontrolle des Fleisches im Interesse des Publikums durchaus notwendig ist. 2. Daß eine solche Kontrolle nur möglich und mit der nötigen Strenge durchführbar ist in einem öffentlichen Schlachthause. 3. Daß durch die Schlachthäuser mit Schlachtzwang die Interessen der Volksernährung nach allen Seiten gesichert sind. Kein Fleisch, welches unschädlich und genießbar, wird hier dem Konsum entzogen. Das minderwertige Fleisch wird uns zu geringerem Preise verkauft und es braucht die ärmere Volksklasse nicht mehr wohlfeilere Fleisch=Bezugsquellen aufzusuchen, die in der Regel nur aus dem Grunde wohlfeiler sind, weil sie schlechtes oder krankes Fleisch liefern. Schlechtes und verdorbenes Fleisch kann nicht mehr auf den Markt gebracht werden. Sind diese Sätze als richtig anerkannt, dann folgt auch aus ihnen mit Notwendigkeit, daß, wo es sich um einen für die Volkswohlfahrt so eminent wichtigen Gegenstand handelt, keine Stadt mit der Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses zurückbleiben sollte. Daß hier der punkt kein Hinderniß sein kann und darf, zeigen uns Städte, wi: Soest, Iserlohn und Lüdenscheid. Ich schließe meine Mittheilungen mit dem innigen Wunsche, daß diese Zeilen dazu beitragen, meinen Mitbürgern für den so eminent wichtigen Gegenstand ein lebhaftes Interesse einzuflößen, welches sich recht bald bethätigen möge in der Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses. es oe###(Münden=Lübbecker Kreisbl.) leg Sobald die Stadt Berlin den Entschluß gefaßt hatte, ein öffentliches Schlachthaus mit Verkaufshallen zu errichten und obligatorische Fleischschau einzuführen, entstanden sehr schnell außerhalb des Weichbildes der Stadt, dicht vor ihren Grenzen, an die sechezig Privatschlachtereien. Es braucht nicht nachgewiesen zu werden, daß diese letzteren über das Bedürfnis der Bevölkerung ihrer nächsten Umgebung weit hinausgingen, und also nur dazu bestimmt waren, den von der Kommune Berlin gefaßten Beschluß möglichst wirkungslos zu machen. Es wurde diese Lücke im Gesetz sehr bald überall empfunden und es entstanden daher in den einzelnen Städten Polizei=Vorschriften, welche die Erlaubnis zum Feilhalten importirten Fleisches abhängig machten von einer vorhergehenden Untersuchung desselben im Schlachthause. In manchen Städten wurde, da man einsah, daß bei den geschlachteten und zerlegten Vieh viele Krankheiten nicht mehr wahrgenommen werden können in ihrem schädlichen Einfluß auf das Fleisch, überhaupt die Einfuhr allen frischen Fleisches verboten. Eine neue Methode des Anbindens der Pferde im Stalle ist, wie die„Milchzeitung" berichtet, von Grimm in Koburg vorgeschlagen Bei dieser neuen Anbindungsweise führt ein Eisenstab von der oberen Fläche der Krippe bis zum Fußboden. In letzterem ist derselbe befestigt und zwar in der Weise, daß man einen halben Quadratsuß Holz von der Größe eines Pflastersteines, in der Mitte des Pferdestandes, dicht an der hinteren Wand, am Fußboden eingefügt, ein Loch von der Stärke des Stabes in der Mitte des Blockes,—2½ Zentimeter weit von der Wand, einbohrt und das eine Ende des Stabes so tief hineinsteckt, daß sein anderes Ende auf der Mitte der oberen, vorderen Fläche der Krippe festge: schraubt werden kann, und daß oberhalb noch—2½ Zentimer Raum zwischen der Vorderseite der Krippe übrig bleibt. An diesem Stabe läuft ein Ring mit kurzer Anbindungskette nieder. Als Hauptmomente dieser Anbindungsweise der Pferde werden folgende angegeben: 1. die Verlängerung des Stabes bis auf die obere vordere hortzontale Fläche der Krippe; 2. die gebogene Form des Stabes und der ihm parallele Verschluß der unteren Stallwand; 3. die Kürze der Anbindungekette. Hier: nach sollen folgende Vorteile erzielt werden: 1. das gänzliche Verhüten des Einhängens mit den Beinen in den Abhängungsapparat und aller hieraus entspringenden Uebel; 2. das Vermeiden des Spielens un Zankens der Pferde, des hierdurch hervorgehenden Schlagens mit den Hinterbeinen und dessen übler Folgen; 3. die größtmögliche Schonung und Erhaltung des Pferdes; 4. die größte Bequemlichkeit, des Tieres im Stale und deshalb die Ruhe und einfachere Beaufsichtigung in demselben. Große Anterschiede in der Nährkraft der Erdnußkuchen. In der Landwirtschaftlichen Zeitung für Westfalen und Lippe warnt Dr. König in Münster vor dem Ankauf geringwertiger Erdnußkuchen, die nach der vorgenommenen Untersuchung nur von ungeschälten Erdnüssen abstammen können, welche jedoch feit Jahren nicht mehr in den Handel kommen, da die Kuchen aus geschälten Erdnüssen allgemein vorgezogen werden. Während die letzteren nach Wolffs Angabe in seiner dritten Auflage der landwirtschaftlichen Fütterungslehre(Berlin bei Parey) einen Durchschnittsgehalt von 40 Prozent verdaulichem Eiweiß haben, fand König in zwei Proben der jetzt wieder in Kurs gesetzten Erdnußkuchen nur 23, bezw. 21 Prozent Eiweiß; dagegen war die wertlose Holzfaser mit 18 Prozent vertreten, die in den Kuchen aus geschälten Erdnüssen nur mit 5 Prozent vorkommt. Man sieht hieraus, daß der Name allein noch keine Gewähr für preiswürdige Ware bietet. Deu Pferden[höne und glänzende Haare zu verschaffen. Zu diesem Zwecke kocht man vor Eintritt des Frühjahres und des Herbstes für jedes Tier wöchentlich zwei= bis dreimal eine Handvoll Leinsamen in itwa 6 Quart Wasser und gibt dieses 4 Wochen hindurch täglich lauwarm zu saufen. Das Hären geht danach leicht und gut von statten, und die Druse, welcher die Pferde in diesen Jahreszeiten vorzugsweise ausgesetzt sind, wird entweder gar nicht eintreten oder doch bei entsprechender Schonung leicht und gemäßigt verlaufen. Garten und Blumentisch. § Dortmund, 12. Dezember. Mit Rücksicht auf die kürzlich erlassene Bekanntmachung des hiesigen Magistrats, Vertilgung der Raupenvester betreffend, sei hiermit das in Sachsen, Nassau u. s. w. vielfach angewendete und bewährte Mittel empfohlen, welches darin besteht, daß man jene Nester einfach verbrennt. Um dies bequem zu ermöglichen, bindet man, zur Säuberung von Hochstammobstbäumen, einen Knäuel Lappen fest an das dünne Ende einer langen Stange, tränkt man jenen wäßig mit Petroleum und entzünd.t man dieses. Mit der flackernden Flamme fährt man einige male nicht zu rasch unter dem Raupenneste hin und her, womit die Vernichtung beendet ist, ohne daß man die feinen, dem Netze als Stütze dienenden dünnen Zweige verbrennt. Zur Vertilgung der Nester in Spalieren, Pyramiden, namentlich aber in Hecken, verfährt man in ganz gleicher Weise, nur ist in diesem Falle eine höchstens 60 Zentimeter lange Stange hinreichend und empfiehlt es sich, den Knäul nicht zu dick zu nehmen, um besser zwischen den meist dichteren Baum= oder Heckenzweigen operiren zu können. Eine interessante Zimmerzierde schafft man sich auf folgende Weise: Man nehme eine größere rote Rübe mit Blätterkrone, schneide sie oberhalb der Wurzel durch und höhle den oberen Teil so weit aus, daß eine Hyazinthenzwiebel mit etwas Moos darin Platz findet. Ehe man die Zwiebel einsetzt, wird das Moos angefeuchtet und auch nachher stets feucht erhalten. Die rote Rübe wird mit dem Haupte nach unten und der Hyazinthenzwiebel nach oben, ähnlich einer Ampel, mit einer passenden chnur zuerst in einem kälteren, später im wärmeren Zimmer am Fenster aufgehängt. Die Hyazinthe wächst wie in einem Glase; aber auch die Blätter der roten Rübe krümmen sich nach oben zu und wachsen mit. Es ist reizend, das intensive Blutrot, vermischt mit dem frischen Grün der sich entwickelnden Hyazinthenblätter, zu betrachten, bis endlich sich die Hyazinthe voll in ihrem Blütenschmuck zeigt. Verschiedenes. Um ranzige Putter wieder gut zu machen, bedient man sich der frischen Milch, mit der man die Butter tüchtig durchknetet; wenn dies geschehen ist, knetet man sie nochmals mit frischem Wasser und gibt ihr die ursprüngliche Form wieder. So behandelte Butter soll so gut wie ganz frisch bereitete schmecken. Der Grund dieser Erscheinung liegt darin, daß die Buttersäure, welche sich in der ranzigen Butter gebildet hat und den üblen Geschmack und Geruch verursacht, in frischer Milch sich leicht auflöst. Das nochmalige Kneten in frischem Wasser hat den Zweck, die vielleicht noch in der Butter zurückgebliebene Milch zu entfernen. Ungleich sicherer kommt man zum Ziele, wenn man die Butter mit Wasser durchknetet, dem etwas gereinigte Pottasche(auf ein Pfund Butter ein Lot Pottasche) zugesetzt ist. Wenn dies geschehen, muß man die Butter vierbis fünfmal mit ganz reinem Wasser durcharbeiten, um die Pottasche, welche die Buttersäure aufgenommen hat, wieder zu entfernen. Man erhält da eine Butter, die weder ranzig riecht noch schmeckt, und um ihr nun den vollständigen Charakter einer frischen Butter wieder zu geben, knetet man sie noch mit frischer, richt abgerahmter Milch tüchtig durch und fügt etwas Kochsalz hinzu. Das sogenannte Pariser Putzpulver, das für Stahl, Kupfer, Silber, Gold u. s. w. mit bestem Erfolge angewendet wird, stellt man her, indem man einen Raumteil geschlemmtes Eisenoxyd(Eisenrot) mit fünfzig Raumteilen kohlensaurer Magnesia sorgfältig vermischt. Der zu putzende Gegenstand wird mit dieser Mischung mittelst eines in Spiritus oder Wasser gefeuchteten Läppchens tüchtig gerieben und dann mit weißem Leder trocken polirt. Als Kitt für gesprungene Ofenplatten, Einsatzringe, Töpfe und sonstige Gegenstände von Eisen, die der Hitze ausgesetzt sind, wird empfohlen, fein gepulvertes Eisen mit einer konzentrirten Wasserglaslösung zu einem dicken Brei anzurühren und damit die Risse und Fugen auszustreichen. Dieser Kitt soll den gemachten Erfahrungen zufolge um so inniger mit den benachbarten Eisenteilen verschmelzen, je stärker die Hitze sei, der er ausgesetzt werde. Aepfel lange aufzubewahren. Man kann Aepfel ein Jahr lang über dadurch gut erhalten, daß man sie in Korn steckt, welches durch die Berührung derselben nicht im geringsten leidet. Das Rauchen der Lampen zu verhüten. Wenn man die Dochte in starken Essig weicht und dann wieder völlig trocken werden läßt, so brennen sie ohne Rauch und Geruch und ersetzen die kleine Mühe zehnfach. 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