1 7 a Erscheint täglich. Vierteljährlicher Abonnements=Preis 2 M 25 c Annahme: dolf Mosse: Koln, Berlin, Breslau, Chemnitz. Tamburg, Magdeburg, München, Nürnberg, Straß. burg i.., Stutkgart, Zürich 2c. Haasenstein& Vogler köln, Berlin, Basel, Bremen, Danzig, Erfurt, Genf, Hannover, Lübeck, Mannheim, Metz, Wien 2c. G. L. Daude& Co.: Frankfurt am Main, Berlin, Amsterdam, Paris 2c. Invalidendank: Berlin, Dresden, Leipzig. Th. Dietrich& Co.: Cassel, Frankfurt a. M. verbunden Dortmunder mit dem Anzeiger Insertions=Gebühren die einspaltige Petitzeile oder deren 29 4 ∆ #dolf Steiner Anzeigen= Annahme: r: Hamburg. A. Rol— kark Schüfflet: Hannover. A. Rolef: Münster. M 321. Sonntags=Beilage:„„ur Haus und Hof“, Blätter für Land=, Garten= und Hauswirtschaft. Thienes: Elber Arndt: Berlin. Barch& Co.: Halle a. Saale. D. Freuz: 28—.— Leo Frank: Köln. Joh. Noothaar: Hamburg. Rotter & Co.i Wien. G. D. Baedecker: Essen. S. Butz: Hagen. R. Wichelhofen: Iserlohn. Witten:..Krüger, Maing. Mittwoch, den 23. November 1881. 54. Jahrgang. Abonnements auf die „Dortmunder Zeitung nebst Sonntagsbeilage: „Fur Haus und für den Monat Dezember werden zu dem Preise von 75 3 von sämtlichen Postanstalten und der unterzeichneten Expedition entgegengenommen. Da jetzt die Reichstags=Verhandlungen begonnen haben, welche von ganz besonderem Interesse sein werden, eröffnen wir für Dortmund und durch unsere Landboten ein besonderes Abonnement vom 20. November bis zum 31. Dezember zum Preise von 1 M. Dortmund. im November 1881. Expedition der„Dortmunder Zeitung", Westenhellweg 43, Weberstraße 2. A Unsere Vormundschaftsordnung. Seitdem die Vormundschaftsordnung vom 5. Juli 1875 in Kraft getreten ist, hat eine Kategorie von Prozessen, die früher in der Rechtspflege äußerst selten war, in höchst bedauerlicher Weise zunehmend die Gerichtshöfe beschäftigt, die Prozesse nämlich wegen Unterschlagung von Mündelgeldern. Meistens sind diejenigen, welche sich dieses entehrenden Verbrechens schuldig gemacht haben, Männer, von denen man dergleichen durchaus nicht voraussetzen sollte, Männer in geachteten bürgerlichen Stellungen, in Aemtern und Würden. Vor kurzem hat beispielsmeise in Berlin ein in hohem Ansehen stehender Rechtsanwalt, der bekannte Justizrat Heilbron, sich selbst wegen MündelgelderUnterschlagung in erheblicher Höhe dem Richter gestellt. Der Fall hat selbstverständlich großes Aufsehen gemacht und er wird hoffentlich der Anlaß werden, daß man in Regierungskreisen endlich.r von juristischer und publizistischer Seite schon mehrfach angeregten Frage näher tritt, ob die Vormundschaftsordnung nicht einer Revision bedürftig ist. Es ist ein Grundzug des eben genannten Gesetzes, das Vormundschaftswesen so viel als möglich von der staatlichen Aufsicht frei zu halten und der freien Privatthätigkeit zu überlassen. Dieses Prinzip ist überhaupt längere Zeit hindurch von der Gesetzgebung mit besonderer Vorliebe gepflegt worden; anfangs suchte man ihm nur bei volkswirtschaftlichen und sozialökonomischen Gesetzen Geltung zu verschaffen, später, besonders in der Reichslegislative von 1871 bis 1876, hat man es jedoch überall, wo es überhaupt möglich war, zur Anwendung gebracht. Dabei hat indessen manche Bestimmung in unsere Gesetze Aufnahme gesunden, die heute bereits lebhaft als ein Mißstand empfunden wird und die nicht wenig dazu beigetragen hat, daß die von reaktionärer Seite ausgestreute Beschuldigung unserer Reichsgesetzgebung, sie sei in vieler Beziehung verfehlt und bedürfe einer völligen Umgestaltung in der großen Masse mehr Anklang finden konnte, als zu erwarten war. Nichts desto weniger gibt es aber auch jetzt noch nicht wenige, die den Einfluß des Staats auf die Beziehungen des bürgerlichen Lebens auf ein Minimum beschränken, wenn nicht ganz beseitigen möchten. Haben wir es doch erlebt, daß gegen den Eclaß eines Gesetzes betreffend die Verfälschung von Lebens= und Genußmitteln ernsthaft aus dem Grunde opponirt wurde, weil dieses Gesetz Eingriffe der staatlichen Behörden in das bürgerliche Verkehrsleben bedinge respektive voraussetze. In der Vormundschaftsordnurg hat dieses Prinzip den Vormund vor der Justizverwaltung viel unabhängiger gemacht, als derselbe nach den früher gültig gewesenen gesetzlichen Bestimmungen war. So ist ihm neben manchen anderen Dingen die Verwaltung des Vermögens der Mündel mit fast unbeschränkter Vollmacht übertragen worden. Auf diese Weise ist die Gelegenheit zu den häufigeren Unterschlagungen geschaffen und— es ist ein altes wahres Wort: die Gelegenheit macht Diebe. Die Gesetzgebung hat vorausgesehen, oder wenn dies nicht, so doch wenigstens geahnt, daß aus der freien Vermögensverwaltung durch den Vormund viel Unheil entstehen könnte, und sie hat deswegen eine gewisse Vorsorge getroffen, indem bestimmt wurde, daß in allen Fällen, in denen es sich um die Verwaltung eines Mündelvermögens handelt, ein Gegenvormund zu bestellen ist, der jedoch keine Rechte besitzt, welche geeignet wären, das freie Verwaltungsrecht des Hauptvormundes zu beschränken. Nach§ 31 der Vormundschaftsordnung hat der Gegenvormund„darauf zu achten, daß die Vermögensverwaltung des Vormundes oder des bei Behinderung desselben eintretenden Pflegers ordnungsmäßig geführt wird; er hat in den in diesem Gesetze bestimmten Fällen bei Führung der Vormundschaft mitzuwirken; er hat von etwaigen Pflichtwidrigkeiten des Vormunds dem Vormundschaftsgericht Anzeige zu machen.“ Zur näheren Erläuterung der so gekennzeichneten Stellung des Gegenvormundes heißt es dann noch:„Er vertritt also den Mündel niemals, verwaltet für diesen nicht und ist daher niemals Vormund im eigentlichen Sinne." Der Gegenvormund hat also auf die ordnungsmäßige Vermögensverwaltung„zu achten“, aber er hat kein Recht zu einer eigentlichen Kontrolle; er ist nicht befugt, Revisionen anzustellen, und wird sich daher immer mehr oder weniger auf gelegentliche Informationen, auf die allgemeine Vertrauenswürdigkeit der Person des Vormundes verlassen müssen. Er soll von etwaigen Pflichtwidrigkeiten des Vormundes Anzeige machen, aber er kann dies natürlich nur, wenn er davon etwas erfährt. In dem angeführten Falle des Justizrats Heilbron war gewiß auch ein Gegenvormund vorhanden, aber derselbe hat eben von der Unterschlagung nichts erfahren, und er konnte bei der Lebensstellung und dem makellosen Rufe des Justizrats auch nicht den Verdacht hegen, daß hier eine pflichtwidrige Verwaltung der Gelder zu befürchten sei. Wie in diesem Falle, so hat sich in zahlreichen anderen gezeigt, daß das Vorhandensein des Gegenvormundes gar kein Schutz für die Mündelgelder ist, und daß man den Gegenvormund für den Verlust der letzteren nicht einmal moralisch verantwortlich machen kann. Was nun die Verwaltung der Mündelgelder betrifft, so enthält die Vormundschaftsordnung darüber folgende Bestimmung(im§ 40):„Der Vormund darf Vermögensgegenstände des Mündels nicht in seinem Nutzen verwenden. Er hat das trotzdem in seinem Nutzen verwendete Geld von der Verwendung an zu verzinsen. Den Zinsfuß bestimmt das Vormundschaftsgericht nach seinem Ermessen auf acht bis zwanzig vom Hundert.“ Es ist kaum eine unglücklichere Fassung denkbar als diese. Zuerst wiro die Geldverwendung im Nutzen des Vormundes verboten, dann aber ist eine Bestimmung da für den Fall, daß eine solche Verwendung stattgefunden hat. Schon wiederholt ist es in einschlägigen Unterschlagungsprozessen seitens der Angeklagten der Einwand erhoben worden, sie hätten bona tide gehandelt, sie hätten die Absicht gehabt, den Mündeln das Geld mit 20 Prozent, also zu einem sonst nicht erreichbaren Zinskuße, verzinsen wollen. Wäre einfach, vielleicht unter Hinweis auf die Strafgesetze resp. auf die für Unterschlagungen gesetzlich festgestellten Strafen, das Verbot der Verwendung im eigenen Nutzen ausgesprochen, so würde niemand zu dem Iritum kommen können, daß es ihm als Vormund gegen Zahlung von 8 bis 20 Prozent gestattet sei, die ihm anvertrauten Mündelgelder in seinem Nutzen zu verwenden. Welche Folgen aber solcher Irrtum haben kann, zeigt beispielsweise folgender, vor kurzem ebenfalls in Berlin vorgekommener Fall. Ein wohlsituirter Handwerker erhält für einen Mündel aus dessen Erbteil 236 T. Hiervon legt er 200 N vorschriftsmäßig an; 36 z behält er zurück, weil dieselben für einen die gewerbliche Ausbildung des Mündels betreffenden Zweck bestimmt sind. Wenige Tage darauf kommt ein Verwandter des Mündels, um diesen Betrag abzuholen, wird aber von dem Vormund, der gerade eine größere geschäftliche Zahlung gehabt und dabei die 36 a mit verausgabt hat, auf en folgenden Vormittag vertröstet. Statt nun zu warten, denunzirt der Betreffende den Vormund und auf die Denunziation folgt unmittelbar die amtliche Recherche, welche ergibt, daß der wohlhabende Handwerksmann augenblicklich nicht im Besitze des baren Betrages von 36 M ist. Die Folge war eine Anklage wegen Unterschlagung gegen den Vormund und Verurteilung desselben zu drei Monaten Gefängnis, obwohl in dem Rechtsverfahren konstatirt wurde, daß der Angeschuldigte ohne jede böse Absicht gehandelt hatte und durchaus in der Lage war, den erwähnten Betrag jederzeit zu ersetzen. Wo derartige Thatsachen nicht vereinzelt, sondern zahlreich vorliegen, erscheint eine Neform der Gesetze gewiß wünschenswert. Möge daher die Revision der Vormundschaftsordnung nicht mehr lange auf sich warten lassen und möge dieselbe die frühere Kontrolle der Justizverwaltung im Vormundschaftswesen wenigstens teilweise wieder herstellen, sowie Unklarheiten, wie die erwähnte, beseitigen. * Berlin, 20. Nov.[Herbert Bismarck.] Der älteste Sohn des Reichskanzlers, Legationsrat Graf Herbert Bismarck, der in letzter Zeit dem persönlichen Dienste des Fürsten beigegeben war, ist kommissarisch mit der Wahrnehmung der Geschäfte des zweiten Sekretärs an der deutschen Botschaft zu London betraut worden und hat sich gestern auf seinen Posten begeben. [Der erste Präsident des Reichstags,] Albert Erdmann Karl Gerhard v. Levetzow, hat schon vorher in einer größeren repräsentativen Versammlung den Vorsitz geführt, nämlich in der Provinzialsynode, welche kürzlich in Berlin getagt hat. Er ist Landesdirektor der Provinz Brandenburg und Rittergutsbesitzer auf Gossow bei Berlin. Ueber seinen Lebenslauf gibt der „Deutsche Parlaments=Almanach“ folgende Mitteilungen: Geboren 12. September 1828 in Gossow(evang.). Besuchte das Gymnasium zu Stettin, die Universitäten zu Berlin, Heidelberg und Halle; machte Reisen durch Deutschland, Oesterreich, die Schweiz, Frankreich und Italien. Gerichts=Assessor im Departement Frankfurt a. d.., Regierungs=Assessor in Potsdam und im Kultusministerium zu Berlin, von 1860—67 außer Dienst, mit der Bewirtschaftung seines Gutes beschäftigt, dabei Kreisdeputirter und in anderen Kommunal=Aemtern, 1866 als Führer einer Landwehr=Schwadron im Kriege gegen Oesterreich, 1867—76 Landrat des heimatlichen Kreises Königsberg i.., 1876 Landesdirektor der Provinz Brandenburg, Major der Landwehr a.., Mitglied des brandenburgischen Provinzial= und neumärkischen Kommunal=Landtages, auch des Kreistages, von 1867—71 und seit 1877 Mitglied des Reichtages. Wahlkreis: 3. Regierungsbezirk Frankfurt, Königsberg i. N.(konservativ. Auch seine politischen Gegner werden dem von Heirn v. Levetzow ausgesprochenen Wunsche, daß man niemals an seinem guten Willen und an seinem Vorsatze vollster Unparteilichkeit zweifeln möge, aus aufrichtiger Ueberzeugung nachkommen. Berlin, 21. Nov.[Zur Lage.] Wie wir hören, ist ein nochmaliges Zusammentreten des Reichstages im Frühjahr zwar nicht aufgegeben, jedoch auch nach dem Ausfall der Wahlen nicht mit der Bestimmtheit wie vorher in Aussicht genommen. So viel steht fest, daß die Arbeiten bezügl. des Tabaksmonopols nicht zum Stillstand gebracht sind, sondern in einer Weise gefördert werden, welche darauf schließen läßt, daß man an eine Nachsession denkt. Trotz der bestimmten Ankündigung der offiziösen„Grenzboten“ will man hier lebhaft daran zweifeln, daß dem nächsten Landtage die Aufgabe zufallen werde, wichtige kirchenpolitische Gesetze zum Abschluß zu bringen; jedenfalls sind bis jetzt im preußischen Staatsministerium keinerlei Vorbereitungen dazu getroffen und wird in Regierungskreisen auch daran festgehalten, daß derartige Vorlagen zunächst auch nicht zu erwarten seien. Mutmaßlich bleibt der Ausgang weiterer Verhandlungen mit der Kurie die Vorbedingung für fernere Schritte der Regierung zur Beendigung des Kulturkampfes. Diese Verhandlungen ruhen aber jetzt gänzlich und werden wohl auch nicht vor der Rückkehr des Herrn von Schlözer nach Rom wieder aufgenommen werden, welche zu anfang des nächsten Jahres erwartet wird. Inzwischen ist eine Position für den Gesandten bei der päpstlichen Kurie in den Etat des preußischen Ministeriums des Auswärtigen thatsächlich eingestellt und mit einer interessanten Erläuterung versehen. [Merkwürdige orfiziöse Notiz.] Die offiziöse wiener„Montags=Revue" bringt folgende auffällige Depesche aus Berlin, 20. November:„Durch einige hiesige Zeitungen ging vor Kurzem eine Mitteilung, Kaiser Wilhelm hätte abends zwischen 5 und 7 Uhr, ohne jede Begleitung und ohne einen Wagen zu benutzen, einen Besuch im„Hotel du Nord“ gemacht. Das letztere befindet sich ganz in der Nähe des kaiserlichen Palais. Die Nachricht wurde nicht dementirt; aber es unterblieb auch jede Erklärung für diesen auffälligen Besuch. Zuverlässige Mitteilungen besagen, daß Kaiser Wilhelm dergleichen Besuche schon sehr oft in dem genannten Hotel gemacht hat, und daß dieselben einer Dame gelten, welche als geheime politische Vertrauensperson des Kaisers von Rußland in regelmäßigen Zeiträumen in Berlin eintrifft. Um dieselbe unbemerkt und ohne jede Störung sprechen zu können, hat Kaiser Wilhelm ein im Parterre gelegenes Zimmer in dem genannten Hotel als Rendezvousort bestimmt und er nimmt auch bei dem jedesmaligen Besuche stets dort den Thee. Der Besuch dauert gewöhnlich anderthalb bis zwei Stunden. Die Dame ist eine Gräfin.“— Was hinters dieser geheimnisvollen Mitteilung der wiener Offiziösen steckt, vermögen wir nicht zu sagen. Wenn das Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland ungetrübt geblieben ist, so ist dies vor allem, wie man weiß, der vermittelnden Politik Seiner Majestät unseres Kaisers zu verdanken, der, wie man auch aus der obigen Notiz erkennen kann, keine Mühe sich verdrießen läßt, die freundschaftlichen Beziehungen mit dem russischen Hofe zu pflegen. Das Vaterland kann unserm greisen Kaiser, der so unermüdlich auch in dieser Hinsicht thätig ist, dafür gar nicht dankbar genug sein. [Auch ein Vorschlag zur Güte.] Die„Germania“ entnimmt der„Unita Kattolika“ folgenden, angeblich von einem berühmten europäischen Publizisten fürstlichen Standes, herrührenden Vorschlag zur Lösung der römischen Frage. Derselbe geht von der Voraussetzung aus, daß die Notwendigkeit der Freiheit des Papstes und damit der Freiheit der Religion und des Katholizismus keiner Erörterung bedarf, so wie von der Anschauung, daß die Loslösung Roms und eines dazu gehörigen Territoriums der Einheit Italiens eben so wenig Abbruch thun würde, wie die Selbständigkeit der Republik St. Marino. Unter diesen beiden Voraussetzungen werden für die Lösung der römischen Frage folgende Schritte vorgeschlagen: 1) Die Hauptstadt Italiens ist anders wohin, z. B. nach Florenz zu verlegen, und diese Verlegung durch Gesetz zu proklamiren. 2) Alle dabei Beteiligten müßten den Papst für alles, was vorgekommen ist, um Verzeihung bitten * Die letzten Humanisten. Historische Erzählung von A. Stern. 471„— „Sie hätten mich blutig gefoltert und mir doch abepreßt, was sie hören wollen!“ entgegnete das bebende Rädchen.„Sie hatten die schaurigen Werkzeuge bei der Hand und von Beginn an mit sich geführt! Ich war verloren, das wußte ich vom ersten Augenblick an, wo ich sah, daß Magister Möller und die Leute vom Strand es glaubten, daß ich eine Hexe sei! Ich mußte bekennen— ich habe zu allem, was die alte Regine vorbrachte,„Ja“ gesagt, ich wußte doch, daß Du nie glauben wirst, ich hätte nur eins von dem allen gethan, was auf Doktor Meinhards Papieren steht und worum sie mir den Stab brechen!" „Die verruchte nichtswürdige Alte“— preßte Gerhard hervor. „Sie weiß nicht, was sie aussagt, sie zwingen es auch ihr ab. Ich habe ein einziges Unrecht gethan, Gerhard, wenn es ein Unrecht ist! Als Giordano Bruno nach heftigem Streit mit dem Vater unser Haus verließ— lockte er mich durch eine List, die seiner nicht würdig war, in die Hütte der unseligen Alten. Ich glaubte ihr Hülfe bringen zu sollen und fand ihn. Ob er gemeint hat, daß ich durch die Ueberraschung milder und wärmer für ihn werden solle, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß kein Wort über seine Lippen ging, das ich nicht hören durfte und daß ich ihm tröstlich zusprach, als er wieder sich selbst tobte. Ich schwur ihm auf Verlangen, daß ich seine Liebe nicht darum zurückweise, weil er arm und verfolgt und ein Flüchtling sei. Du weißt am besten, Liebster, daß ich ihm wahr gesprochen habe! Aber der Segen, den er auf mich herabrief, ist mir nicht aus jener Stunde erwachsen, sie bringt mir Verderben und Tot. Von der Zeit an, wo er erfuhr, daß ich allein m Hause der alten Rugin gesehen sei, hat Magister Möller den schlimmen Verdacht gefaßt— Gott verzeih es ihm—! Aber auch wenn ich nicht gegangen wäre— das Unglück wäre— dennoch hereingebrochen!“ „Um Gotteswillen Agnes, hast Du das alles denn dem Richter von Bergen, dem Magister nicht gesagt! Dort, wenige Schritte von uns, steht er!“ „Ach Gerhard, nun fragst Du und sprichst Du wie mein unglücklicher Vater. Ihr wißt ja, wie dieser Wahn die Menschen saßt— sie zu reißenden Tieren umwandelt! Was kann ich Aermste dagegen thun, wenn mich es trifft! Ich habe nur gebeten, mich nicht zu quälen, retten kann ich mich und Ihr mich nicht!“ Die thränenvollen Augen Agnes glitten an den starren Mauern hin, die sie umschlossen und kehrten zum Antlitz des Geliebten zurück. Gerhard preßte die Todesergebene fester und fester an sich und stammelte: „Aber mit Dir sterben kann ich, muß ich! Ich will hingehen, mich angeben, daß ich an allem Teil genommen, dessen die Buben Dich zeihen, Liebste— ich will nicht leben—“ „Und wenn mir es ein Trost im Tode ist, daß ich Dich leben weiß?“ sagte Agnes und ein flüchtiges Rot überhauchte ihre blassen Wangen.„Wir haben Unrecht gethan, als Meister Theodosius uns wahnte, Recht zu thun! Mein armer Vater verzweifelt darum! Du mußt leben, ihn aufrecht zu halten, mußt leben, um mutig den Greuel zu bekämpfen, der Dir Dein Weib entreißt! Ich weiß, daß es Dir schwer fallen wird zu leben, nachdem das mit mir geschehen! Ich denke auch nicht, daß Du je wieder ganz froh werden oder Dich je nach einem Weibe sehnen wirst, da ich Dir so jäh und hart entrissen werde! Obschon Du nicht denken darfst, Gerhard, daß ich mich nicht bei Gott freuen würde, wenn ich von droben herab Dich noch glücklich sähe. Aber ich kenne Dich, mein Getreuer— ich denke mit leichterem Herzen an meinen Tot, als an Dein künftiges Leben. Doch Gerhard, versuche es!— versuche Gutes zu thun und andere vor dem Schicksal zu behüten, was mich betrifft— und den Vater zu stützen! Du mußt auch der Welt wissen lassen— wenn alles vorüber ist, daß Deine Agnes unschuldig starb, daß sie keine Unholdin war!“ Schluchzen erstickte jedes weitere Wort, in Thränen waren beider Antlitz gebadet, da klang von draußen herein die Stimme Magister Möllers: „Es muß ein Ende sein, Magister Friesen! Ihr, Agnes, habt noch das Heil Eurer Seele zu bedenken, und Euer Flüstern kann dazu nichts frommen!“ Agnes löste sich entschlossen aus den Armen Gerhards und wies ihn mit bittendem Blick zurück: „Leb wohl, leb innig wohl, mein Gerhard! Sei mutig im Kampf, dem Dein Leben gehört. Erschwert mir den letzten Gang nicht dadurch, daß Ihr auf meinem Wege seid! Bleibt still beisammen, betet für Agnes!— Ich fürchte mich vor dem Feuer nicht zu sehr, aber sage doch dem Vater, er solle Stroh und Flachs von unserem Hof nach Arcona schicken, wo sie mich hinrichten werden, damit ich mich nicht unnötig quälen muß! Vergiß das nicht— und— vergiß mich niemals, mein Gerhard!“ Magister Möller, der von allem nur die letzten Worte gehört, riß Gerhard gewaltsam aus dem Gemach und die Thür fiel hinter beiden ins Schloß. Wie er die Stiege hinabgekommen, wußte Gerhard nicht, er fand sich drunten zwischen dem Turm und dem Hofthor, auf den Boden niedergeworfen, in trostloser Dumpfheit. Tausend Bilder jagten sich wechselnd in seinem Hirn, sie durchflogen alle Möglichkeiten von Menschenhülfe, tausend Stimmen schrien in ihm auf und forderten Rettung für die Geliebte! Dazwischen durchschauerte ihn, wie ein Bote des Wahnsinns das Bewußtsein, wie viel tausend arme Menschenherzen schon die unerhörte Qual geduldet hatten, welche er zu dieser Stunde trug! Er sah hinaus über die im Lichte des Frühlings=Tages prangende Ebene, hinauf zum Himmel, dessen lichtes Blau von flockigen weißen Wölkchen überhaucht war, ihm war es, als ob Himmel und Erde seiner spotteten. Wie lange das währte, wußte er selbst nicht— erst ein lauter Anruf des alen Theodosius Korvinus brachte ihm ein anderes Bewußtsein als das des Grauens und Schmerzes zurück. „Gerhard— bist Du es— wie ist es mit unserer armen Holden dort drüben im Turm?“ „Wie es mit Heiligen ist! Sie leiden für die Verdammten, leiden lächelnd! Hätte ich nie meinen Fuß auf diesen Boden gesetzt, sie nie in meines Lebens Unheil hineingezogen. Hätte ich—“ „Hättet Ihr an jenem Abend mich gehört, wo der Pfarrherr zuerst von der Lancken den Gräuel zu thun oder zu dulden aussprach! Wärst Du mit mir zu jener Stunde aus diesem Haus in Sturm und Wetter wieder ausgezogen! Doch nein, Gerhard, Vorwürfe ziemen sich nicht, der Mensch ist ein zerbrechlich Ding, man muß so wie ich alt geworden sein, um in jedem Menschenwahn die Hölle zu wittern! Ich trag es nicht, daß wir müßig stehen— wir müssen versuchen, Deine Agnes zu retten, wenn wir dabei sterben, was kann uns besseres geschehen?“ Gerhard sprang empor, als schlüge ein Blitz in seine Seele. Eben noch matt, gebrochen, verzweifelnd, gewann er Spannkraft und Teilnahme, der Ausdruck des Lebens kehrte auf sein totbleiches Gesicht zurück: Wis denkst Du, Meister, was hälst Du für möglich?“ „Ich weiß ein, drei, vier feste Bursche, mit denen ich schon geredet habe, Lankenius wird doch ein und den anderen Getreuen haben!— und der Holländer hat gestern Agnes Vater seine Hülfe angeboten. Wenn wir sie in dieser Nacht mit Gewalt aus dem Turm befreiten— uns fechtend in ein Bot, zum Schiff des Holländers zögen— die See gewönnen?“ In stürmischer Bewegung umarmte Gerhard den alten Genossen.„Laß uns sofort zu von der Lancken, zu dem Schiffspatron. Kein dlugenblick darf verloren werden.“ Sie stürmten dohin, nur wenige Schritte, dann sagte Gerhard, der mit der Hoffnung auf einmal klare Besinnung und die ganze Kraft seines Geistes zurückgewonnen hatte: „Laß uns ruhig gehen— an uns halten. Sie dürfen keinen Verdacht auf uns fassen, uns nicht beachten. Ob der Holländer im Hof oder auf seinem Schiff ist?“ „Im Hof!“ entgegnete Meister Theodosius.„Er kam vor kurzem zurück— noch allein, aber er erwartet seine Schiffsmannen hier zu einem letzten AbendImbiß im Gut. Er hat sie ausgesendet, Proviant zu kaufen. Die alte Schaffnerin sagte mir das, als ich ging, Dich zu suchen.“ „So laß uns zum Vater, dann zu ihm!“ (Fortsetzung folgt.) 3) Das legitime Recht des Popstes auf die ihm nommene weltliche Gewalt müßte ausdrücklich anerkannt werden. 4) Der Papst müßte gebeten werden, darin zu willigen, daß seine weltliche Macht auf Rom und einen Umkreis von 50 Miglien(zka. 7 Meilen) beschränkt bleibe. Für den ganzen übrigen Besitz des ehemaligen Kirchenstaates könnte der Papst den König von Italien als seinen Stellvertreter anerkennen. 5) Der König von Italien müßte sich verpflichten, dem päpstlichen Schatze jährlich eine Anzahl von Millionen zu zahlen.— Alles dieses müßte durch eine internationale Konvention geregelt werden, die nicht nur von den katholischen Mächten, sondern auch von allen anderen, die katholische Unterthanen besitzen tiren wäre. Darauf müßte der König von dem Papste ein Konkordat abschließen, in ensprechender modus vivendi festzusetzen wäre. Die „Germania" theilt diesen Vorschlag zwar unter der Reserve mit, daß das definitive Urteil darüber dem Papste zustehe. Aber immerhin dürfte das Hervortreten mit diesem Plane in diesem Augenblicke, wo das Zentrum die Aussicht hat, in die Leitung der Reichsregierung berufen zu werden, der Beachtung werth sein. Der in Rede stehende Vorschlag bekundet deutlich genug, auf welche Zumutungen man seitens des Zentrums gefaßt sein muß und welche Anforderungen dasselbe auch in betreff der auswärtigen Politik für die Lösung der römischen Frage stellen wird. Es ist eine recht erfreuliche Aussicht, die sich in demselben eröffnet. Das deutsche Reich soll im Verein mit den katholischen Mächten eine Konvention garantiren, welche dem Papste Rom und die Hälfte des Kirchenstaates zurückgibt und für den Rest den König von Italien zum päpstlichen Vasallen macht. Indem die„Germanio" diesen Vorschlag für diskutabel erklärt, verräth sie deutlich genug, wohin die ultramontanen Wünsche zielen, und welchen Verwicklungen auch nach außen das deutsche Reich entgegenginge, wenn die konservativ=klerikale Koalition auch auf dem Gebiete der auswärtigen Politik wirksam werden sollte. * Berlin, 22. Nov.[Belagerungszustand.] Der auf Grund des§ 28 des Gesetzes gegen die ge ge=warsen sich in Unordnung auf den Gabes, nerals Logerot eingeschlagen Die Aufständischen haben noch viele Stücke Vieh Weg nach welchen die Kolonne des hat. Die Aufständischen verloren. General Saussier traf am 18. d. in Cerminia, zwei Tagemärsche von Gassa entfernt, ein; die Notabeln der Stadt haben bereits ihre Unterwerfung angezeigt. Die Aufständischen flohen in südostlicher Richtung.— General Délebecque meldet unter dem 19. d. seine Ankunft in Moghar=Foukani, welches er verlassen fand. Der Ort soll zerstört werden. * Haag, 21. Nov.[Münzkalamität.] In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer erklärte der inanzminister, daß er, in Erwartung der Resultate der schädig verhindern. Wenn die Konferenz den Bimetallismus nicht konsolidicen könne, so würde die Regierung gezwungen sein, das Silber mit bedeutenden Kosten zu entwerten oder zu der Silberwährung, als der alleinigen Währung, zurückzukehren. * London, 22. Nov.[Verlobung.] Das„Hofjournal“ meldet die Verlobung des Prinzen Leopold, jüngsten Sohnes der Königin, mit der Prinzessin Helene von Waldeck, Schwester der Prinzessin Wilhelm von Würtemberg und der Königin der Niederlande. Rom, 21. Novbr.[Deputirtenkammer.] sellenen Genuß zu schätzen wußte. Für das Heranziehen einer solchen Kcaft an unser Theater ist der Direktion der wärmste Dank der Theaterfreunde auszusprechen. Wir sehen den weiteren Gastspielen dieses Künstlers mit dem größten Interesse entgegen.— Wir wollen zur Charakt=ristrung des Künstlers hier noch eine Stelle aus dem berner„Bund“, dem größten Blatte der Schweiz, hersetzen, welches schreibt: „Nach der großen Klara Ziegler der kleine Emil Siebert— fürwahr, kein übler Gegensatz! Selbstverständlich ist das Diminutiv, welches wir dem letztgenannten, werten Gaste soeben als Epitheton beigelegt haben, lediglich im physischen und keineswegs im künstlerischen Sinne zu verstehen; denn als * Güterzuz von Euskirchen nach Mechrrnich herankum Un demselben auszuweichen, traten beide in das daneden liegende Geleise, nicht ahnend, daß gleichzeitig von der entgegengesetzten Richtung auf diesem Schienenstrange eine Lokomotive herbeifuhr. Die Unglücklichen wurden von der Maschine erfaßt und überfahren; den einen schaffte man tot mit dem Zuge von der Unglücksstätte nach Mechernich, und der andere erlitt einen Armbruch, infolge dessen er in das hiefige Hospital überbracht wurde. Arzbach, 17. Nov.[Ein empörendes Sakrilegium wurde, wie der„Rh. Kur.“ berichtet, während verwichener Nacht in der hiesigen Pfarrkirche verübt: durch welches wir dem letztgenannten, wei Epitheton beigelegt haben, lediglich im Komiker ist Siebert ebenso groß, wie seine tragische ein eingeschlagenes Fenster hatten Diebe Einlaß in die Kirche Kollegin als Darstellerin der großen weiblichen Leiden= gefunden, das Tabernakel gesprengt, das Ziborium daraus schaften. Die außerordentliche Beliebtheit, deren er sich, wie genommen und die geweihten Dostten####g# „„„ G.f.tfim furicht Auch einen Kelch, eine Monstranz, sämtliche Altardecken und überall, so auch beim hiefigen Publikum erfreut, spricht lauter zu seinen Gunsten, als die schönsten Lobeserhebungen des Rezensenten, und dieser darf sich somit füglich auf wenige Worte beschränken.“ E[Verunglückt.] Vorgestern morgen verunglückte auf der Zeche„Wolfsbank“ der Hauer Johann Willner aus Schönebeck. Der Verunglückte wurde im Querschlag zwischen einem beladenen Pferdezug und der Zimmerung erdrückt. [Preußische Lotterie.] Die Besteuerung der Lose der preußischen Klassenlotterie, wie sie durch das Reichssteuergesetz vom 1. Juli d. J. vorgeschrieben ist, nimmt erst für die im April k. J. auszugebenden Lose ihren Anfang. Die Steuer wird bekanntlich mit 5 vom 100 erhoben und sich abgerundet au 8# für das ganze Los stellen, welche Steuer gleich auf den Preis des Loses geschlagen werden Während der Budgetberatung fiel von der Tribüne ein wird. Es Seot übrigens fest, daß dem im Januar k. I Revolver in den Saal vor die Bank der Kommission, ohne loszugehen. Der Präsident ordnete die sofortige Verhaftung des Schuldigen an. Die Beratung wurde fortgesetzt. * Rom, 21. Nov.[Das verhaftete Individuum,] welches in der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer einen Revolver in den Saal warf, ist ein einige dreißig Jahre alter Sizilianer Namens Macaluso, und bereits wegen Mordversuchs verurteilt. * Petersburg, 22. Nov.[Das„Journal de St. Petersbourg"] widmet anläßlich der Ernennung des Grafen Kalnoky zum Minister des Auswärtigen demselben einen warmen Nachruf und spricht zusammentretenden Hause der Abgeordneten mit dem LotterieEtat auch eine durchgreifende Aenderung des Lotterieplans vorgelegt werden wird. Wie man hört, wird die Losezahl auf 190.000, die Freilosezahl auf 30000 gebracht. Der jetzige Preis der Lose einschließlich Steuer bleibt unverändert, die Zahl der Gewinne wird erhöht, der Hauptgewinn der letzten Klasse 600000, der niedrigste Gewinn 250 M betragen. Ob die vorgeschlagene Verdoppelung der Losezahl nicht über das Bedürfnis— wenn von einem solchen hierbei überhaupt die Rede sein kann— hinausgehen wird, bleibt abzuwarten.— elEinbruch.] In der Nacht vom Montag zum Dienstag dieser Woche ist man in den Keller eines am Huckarderholze belegenen Spezereigeschäfts eingestiegen, nach dem man vorher mit Gewalt die hindernde eiserne Querseine hohe Befriedigung darüber aus, einen Mann von..:.—.uuf hat. Aus dem Keller sind je 50 Pfd. Butter sonstige wertvolle Gegenstände haben die Gauner gestohlen. Remagen, 19. Nov.[Scharlach und Diphtheritis.] In hiesiger Stadt und besonders in Oberwinter herrscht, laut der„Köln. Volks=Ztg.“, seit vierzehn Tagen Scharlach und Diphtheritis in hohem Grade, weshalb in Oberwinter die Schulen bereits geschlossen wurden. Schulkinder, welche dort an einem Begräbnis und der darauf folgenden Kaffeevisite teilnahmen, wurden von der Krankheit bald ergriffen. Hillesheim, 18. Nov[Wölfe! Man schreibt der Köln. Volks=Ztg“: Durch die großen Jagden in den Ardennen sollen vier Wölfe in den Umkreis von Hillesheim in der Eifel versprengt worden sein; hin und wieder hat man in weiter Entfernung Thiere gesehen, die den Hunden ähnlich waren. Vorige Woche sind aus dem Pferch von Feusdorf drei Schafe, vorgestern in der Nebelnacht aus dem Stiefel von Kerpen drei Schafe, gestern aus der Hürde von Walsdorf zwei Schafe geholt worden Sehr hungrig müssen die Bestien sein, da sie kaum 100 Schritt vom Thatorte ihre Beute verzehrt hatten. Uebrig war nur das Fell und der Kopf geblieben, sogar die Knochen fehlten. Saarbrücken, 19. Noz.[Ueber den Selbstmord eines Gefangenen] berichtet die„Saarbr. Zig": Der Tagelöhner Peter Knobloch aus Soetern im Fürstentum Birkenfeld wurde gestern vormittag 11 Uhr wegen unerlaubten Umgangs mit seiner Stieftochter in das hiesige Arresthaus als Untersuchungsgefangener eingeliefert. Bei der körperlichen Visitation fanden sich in dem Stiefel des Knobloch versteckt vier Stückchen Cyankalium vor, welche ihm abgenommen werden sollten. Bevor jedoch der betrefsende Beamte es verhindern konnte, hatte der 2c. Knobloch eins dieser Stückchen wieder an sich genommen und hinunter meingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie für so erprobten diplomatischen Eigenschaften an der Spitze und Käse, 5 Flaschen Champagner, sowie diverse Flaschen geschluckt. Die sofort angewandten Gegenmittel erwiesen „.eb 1f.2 miteäctisss Ministeriums des Nachbarlandes au mmim Berlin angeordnete sogen. kleine Belagerungszustand ist vom Bundesrate auf 1 Jahr verlängert worden. Berlin, 22. Nov.[Tagesbericht.] Se. Majestät der Kaiser ist durch eine ziemlich heftige Erkältung an dem Empfange des Reichstagspräsidiums vorläufig verhindert.— Der Bundesrat hielt heute nachmittag 2 Uhr eine Plenarsitzung. Auf der Tagesordnung stand eine Mitteilung über die erfolgte Ueberweisung von Vorlagen an die beteiligten Ausschüsse, die Ernennung von Kommissionen zur Beratung von Vorlagen im Reichstage und ein Antrag Preußens wegen Anwendung des§ 28 des Sozialistengesetzes, d. h. Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes in Berlin. Neben dem Plenum des Bundesrats waren auch die vereinigten Ausschüsse für Justiz= und Rechnungswesen und der Ausschuß für Justizwesen heute versammelt.— Dem Reichstage ist die Denkschrift über die Anordnungen zugegangen, welche von der preußifchen, sächsischen und der hamburgischen Regierung auf grund des§ 28 des Sozialistengesetzes ergangen sind.— Am Donnerstag findet beim Reichskanzler ein parlamentarisches Diner statt, zu welchem der Gesamt=Vorstand des Reichstages, das heißt die drei Präsidenten, Schriftführer, Quästoren und Abteilungsvorstände, Einladungen erhalten haben.— Der Seniorenkonvent des Reichstags einigte sich heute über die numerische Vertretung der einzelnen Fraktionen in den Kommissionen und stellte dabei die Stärke der Fraktionen fest unter Berücksichtigung der Doppel=Neuwahlen: Zentrum 110, Fortschritt 60, Deutsch=Konservative 50, Liberale Vereinigung 48, National=Liberale 45, Reichspartei 27, Volkspartei 7. Das Kompromiß zwischen den verschiedenen Fraktionen wurde folgendermaßen festgesetzt: In eine Kommission von sieben Mitgliedern entsendet das Zentrum 2 Mitglieder, Konservative, Deutsche Reichspartei, National=Liberale, Liberale Vereinigung und Fortschritt je 1 Mitglied. Dieser Fall des auswärtigen Ministeriums des Nachbarlandes zu sehen, wo gerade jetzt zwischen den beiden Reichen mehrere Fragen gelöst werden müssen. Gaf Kalnoky habe sich hier große Sympathien und Freunde erworben. * Bukarest, 22. Nov.[Auflösung.] Das leitende Komitee der konservativen Partei hat sich infolge des Rücktritts des Generals Floresco und Lascar Catargis, welche die einflußreichsten Mitglieder desselben waren, aufgelöst. Wie es heißt, würde sich das Komitee demnächst unter Führung des Fürsten Alexander Stirbey rekonstituiren. * K o n s t a n t i n o p e l, 2 1. N s v.[ F i n a n z k o m mission.] Die gestrige Sitzung der russisch=türkischen Finanzkommission, welcher eine lange Unterredung zwischen Said Pascha und dem Botschafter von Nowikow vorherging, war nur von kurzer Dauer. Die Frage bezüglich der Garantien bildete neuerdings den Gegenstand der Diskussion, ohne daß in dieser Beziehung ein Fortschritt gemacht wurde. Die türkischen Kommissäre verschoben ihre Antwort. Der Botschafter v. Novikow wies indessen darauf hin, daß die Zuweisung der neuen speziellen Garantien an die Bondsbesitzer der von dem Grafen Schuwalow auf dem berliner Kongresse abgegebenen Erklärung zuwiderlaufe, letztere habe sich nur auf die ursprünglichen Garantien bezogen.— Ali Nizam Pascha wird am Dienstag die Reise nach Berlin antreten, um dem Kaiser Wilhelm die Insignien des Nischani=Imtiaz=Ordens zu überreichen. * Algier, 20. November.[Aus Tunis.] Der Stamm der Hamyams verfolgt die berittenen Aufständischen, welche unter Si Sliman zwischen Kreider und Fekarime einen Vorstoß auf die Hamyams gemacht hatten. Si= Sliman lagerten am 17. d. bei Bouguern, um sich nach Marokko zu begeben.— Eine Depesche des Generals Délebecque vom 14. d. meldet, daß er den Aufständischen große Verluste beigebracht und beträchtliche Beute gemacht habe. Die Brigade des Generals wird nur bei der Rechnungskommission praktisch. Bei allen Louis hat Founassa besetzt, General Délebecque mit der stärkeren Kommissionen zählen Konservative und Deutsche Brigade Kolomien Oglattfeidja.— Aus Tunis wird Reichspartei als eine Fraktion und die Verteilung findet gemeldet: Der Bey hat Allegro zum Gouverneur von in folgender Weise statt: In eine Kommission von 14 Gabes und Lambert, der mit der militärischen Reorganisation von Tunis beauftragt ist, zum Oberbesehlshaber der tunesischen Armee ernannt. in folgender Weise statt: In eine Kommission Mitgliedern sendet das Zentrum 4, Konservative und Fortschritt je 3, National=Liberale und Liberale Vereinigung je 2 Mitglieder; in eine Kommission von 21 Mitgliedern entsendet das Zentrum 6, die Konservativen 5, Fortschritt 4, National=Liberale und Liberale Vereinigung je 3 Mitglieder; in eine Kommission von 28 Mitgliedern entsendet das Zentrum 9, die Konservativen 6, Fortschritt 5, National=Liberale und Liberale Vereinigung je 4 Mitglieder.— Die„Kreuzzeitung" schreibt: Ueber die vielfachen Gerüchte, welche in bezug auf die Ernennung eines Vizekanzlers, sei es aus dem Bereich der parlamentarischen Größen, sei es aus büreaukratischen Kreisen, umlaufen, glauben wir bestimmtere Mitteilungen noch abwarten zu müssen. Bisher sind alle betreffenden Gerüchte wohl nur der Reflex wechselnder Erwägungen, und wir nehmen an, daß sich ein festes erst ergeben wird, sobald der Reichstag über die materiellen Vorlagen Beschluß gefaßt haben wird. * München, 22. Nov.[Abgeordnetenkammer.] In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer verlas der Minister des Innern eine Botschaft des Königs, durch welche die Session des Landtags bis zum 31. Januar 1882 verlängert wird. Bei der Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Fortdauer des Malzaufschlages wurde mit 89 gegen 52 Stimmen der Antrag des Ausschusses angenommen, nach welchem die Forterhebung nur auf drei Monate genehmigt wird. Der Referent Ruppert hob dem Bedenken des Finanzministers gegenüber hervor, daß bei der Stellung der Provinzielles. * Dortmund, 23. Nov.[Der Schwurgerichtssaall, bei dessen Erbauung man doch wohl alle in der Neuzeit gemachten Erfahrungen in Betracht gezogen hat, hat leider verschiedene Mängel, deren größter die zweckwidrige Beleuchtung ist. Der Saal hat nämlich an den beiden schmalen Seiten je 3 Fenster; dies hat zur Folge, daß den Herren Richtern der Blick in den Saal erschwert wird, und die Herren Geschworenen klagen, daß sie den Gerichtshof nicht sehen können, weil das durch die hinter den Richtern befindliche Fenster einfallende Licht ebenfalls eine blendende Wirkung ausübt. Die Herren Geschworenen haben sich über diesen Uebelstand bereits schriftlich beklagt und um Abhülfe gebeten. Um dem Gerichtshofe den Blick in den Saal zu erleichtern, wurden gestern während der ersten Verhandlung die Gardinen der Fenster der wistlichen Seite ganz zuzezogen, was wohl in etwa den gewünschten Erfolg hatte, wodurch aber der Raum für die Zuhörer ganz verdunkelt wurde. Heute ist den Wünschen der beschworenen in so viel Rechnung getragen, daß die unteren Scheiben der Fenster der östlichen Seite des Saales mit Pappdeckel vernagelt sind. Die in einer Art von Verschlag sich befindenden Plätz; für die Geschworenen bewähren sich ebenfalls nicht, da jedem der Herren nur ein Raum zur Verfügung stand, wie man ihn nicht Schulkindern einräumen dürfte. Wo sechs Herren sitzen sollen, können höchstens vier sitzen, aber nicht etwa bequem, weil sie die Beine nicht aus. strecken können. Ueber diesen Uebelstand haben sich die Herren bereits schriftlich beschwert und ist vorläufig insofern Abhülfe geschaffen, daß die bei den Sitzungen im Kölnischen -Ene Püor Au. PeT.—--——„— 6 hatte eine gute Nacht, die Temperatur war Abends 36,7, Morgens 36.2, der Puls 64. Der Appetit steigert ich; das Allgemeinbefinden ist befriedigend. * Karlsruhe, 22. Nov.[Der Landtag] ist bis Mitte Januar vertagt worden. Ausland. * Wien, 20 November.[Aus Sofia.] Der „Polit. Korresp.“ wird aus Sosia gemeldet: Angesichts der fortdauernden Weigerung des Kassationshofes, die Staatsratsrahlen zu verifiziren, hat die Regierung behlossen, die ersten zwanzig Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhielten, zu berufen, um als Ausschuß, in drei Sektionen geteilt, die Staatsratswahlen zu verifiziren. * Wien, 21. Nov.[Kalnoki.] Der zum Minister des Auswärtigen ernannte Graf Kalnoki wird sich der Polit. Korresp.“ zufolge am 24. d. M. zur Abschiedsudienz bei dem Kaiser Alexander nach Petersburg zuückbegeben. * Wien, 22. Nov.[Ernennung.] Die amtde„Wiener Zeitung" publizirt die Ernennung des erreichischen Botschafters in Petersburg Grafen Kalh zum Minister des kaiserlichen Hauses und zum nister des Auswärtigen. * Paris, 21. November.[Aus Tunis.] Eine des Generals Saussier vom 18. d. Mts. mel[Stadttheater.] Das Interesse der Theaterfreunde richtet sich zur Zeit auf das Gastspiel des Herrn Emil Siebert vom Hoftheater in Kassel. Derselbe eröffnete dasselbe am gestrigen Abende durch das Debut in drei einaktigen Lustspielen und einer Travestie auf das moderne Virtuosentum mit Gesang in einem Akt von R. Genee und E. Siebert:„Die Konzertprobe“, und wie wir gleich hinzufügen wollen, mit glänzendem Erfolge. Das Repertoir diente offenbar dazu, die Vielseitigkeit der Leistungen des Künstlers im hellen Lichte zu zeigen. Sehr gut führte er sich durch seinen„Lieutenant von Prudelwitz“ ein, den er mit höchster Eleganz im Aeußern und mit kavaliermäßiger Nonchalance in Geberden und Sprache zu einer wohlgebildeten Gestalt abrundete. Eben so gediegen waren seine charakteristischen Darstellungen eines„gemütlichen" Sachsen, Oesterreichers und eines Schwaben, in kurzer Aufeinanderfolge, welche er mit großem Talent durchführte. Mit seinen vorzüglichen schauspielerischen und musikalischen Mitteln gehen jene Hülfsmittel Hand in Hand, deren sich ein routinirter Darsteller in der Regel zu bedienen pflegt. Die Pointen und Nuancen muß man eben sehen! Sie sind nicht zu beschreiben. Das Maß, das Siebert dabei zu halten weiß, ist ein stilvolles, künstlerisches und seine Detailmalerei in den Formen des Stehens, Gehens, Sitzens eine vortreffliche. Die meisterhafte Leistung des Künstlers erhielt, namentlich nach der mit so feinem musikalischen Verständnis wie großer Verve vorgetragenen„Konzert= Probe“ denn auch den urgeteiltesten Beifall des Auditoriums, das diesen anderen Weins zum Gesamtwerte von 120 M entwendet. i Hörde, 22. Nov.[Weg zur Kluse.— Wassergelder.] Der Weg von hier nach Dortmund über die Kluse ist im verflossenen Frühjahre für Fuhrwerke insofern ge sperrt worden, als man drei Eisenbahnschienen aufrecht stehend in die Erde gerammt hat. Es wurde dadurch das Zerfahren des gedachten Fußweges allerdings verhindert Die eisernen Hindernisse sind aber für Fußgänger abends gefährlich, weshalb die Baudeputation gestern deren Beseitigung beschlossen hat. Es soll eine weniger gefährliche ein fache Brustwehr dort angebracht werden.— Wie uns mitgeteilt wird, sollen die Wassergelder pro Quartal Oktober Dezember von den Konsumruten noch nach dem alten Tarife erhoben, die Prüfung und even. Abänderung der neuen Bestimmungen aber so beschleunigt werden, daß letztere mit dem 1. Januar k. J. in Kraft treten können. s Brackel, 20. Nov.[Kränzchen.] Das gestern abend im Blumenthalschen Saale abgehaltene erste Winter kränzchen des hiesigen„Männer=Gesang=Vereins“ erfreute sich eines sehr starken Besuches, sogar von auswärts. Die auf geführten humoristischen Stücke„Johannes Faulbaum und sein Sohn, oder die Musterung" und„Preußische Farben“ wurden von sämtlichen Mitwirkenden durchweg gut gespielt und erfreuten sich daher eines außerordentlichen Beifalls Besonders das erste Stück in seiner plattdeutschen Mundart, voll Humor und Witz, sprach sehr an und ist wohl mancher durch die vorzügliche, sichere Ausführung angenehm überrascht worden. Auch die lebenden Bilder und die vorge tragenen Lieder ließen erkennen, daß der Verein sich Mühe gibt, nur gutes zu bieten. Noch den Vorstellungen hielt ein Gelegenheits=Tänzchen die Anwesenden noch lange in ge mütlichster Stimmung zusammen. Hoffen wir daß, uns der Verein noch manchmal durch ähnliche Abende erfreut und rufen wir demselben in dieser Erwartung ein herzliches „Gut Sang“ zu p Unna, 21. Nov.[Stadtverordneten=Wahl.] Am heutigen Tage fanden hierselbst die Stadtverordneten Ergänzungswahlen statt. Aus der 3. Abteilung scheiden mit Schluß dieses Jahres aus die Herren H. Middendorf und Wilhelm Bremme. Bei der heutigen Wahl wurden von den in der Liste eingetragenen 691 wahlberechtigten Personen 537 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielten die Herren Direktor Effertz 188 Stimmen, Tierarzt A. Staupe 100, Zimmermeister H. Middendorf 96, Kaufmann W. Hau bold 75, Dr. med. Bitter 44, Privat=Sekretär F. W. Loer 20, Gastwirt Wilhelm Görtz 4, Wirt Wilhelm Voß 4, Schreinermeister Schübbe 2, und Zimmermeister Hartlieb, W. Bücker, Fälker und Zimmermeister Lichterfeld je eine Stimme. Es ist somit Herr Direktor Effeitz gewählt und ist eine Stichwahl zwischen den Herren Staupe und Middendorf erforderlich. Aus der 2. Abteilung scheiden aus die Herren Viehhändler Karl Grote und Dr. med. Kipp. Von den eingetragenen 125 wahlberechtigten Personen wurden 162 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielten die Herren Viehhändler Karl Grote 55 Stimmen, Lohgerbereibesitzer Wilhelm Bremme 31, Gastwirt Wilhelm Görtz 36, Buchdruckereibesitzer Rubens 26 und Kaufmann Franz Bindel 11 Stimmen. Es ist somit Herr Grote gewählt und muß zwischen den Herren Görtz und Bremme eine Stichwahl vorgenommen werden. Aus der 1. Abteilung scheiden aus die Herren Kaufmann Runge und Heymann. Von den eingetragenen 35 Wahlberechtigten wurden 44 Stimmen abgegeben. Es erhielten die Herren Kaufmann W. Runge 22 Stimmen, Dr. Kipp 18 und Oekonom Ludwig Wilhelms 4 Stimmen. Es sind somit die beiden erstgenannten Herren gewählt. Bei der in der 2. Abteilung an Stelle des verstorbenen Stadtverordneten Herrn Kannegießer vorgenommenen Ersatzwahl wurden 73 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielt Herr Kaufmann Franz Bindel 53 Stimmen, Herr Schuhmachermeister L. Nase 18 und Herr Gastwirt Wilhelm Görtz 2 Stimmen. Herr Bindel ist somit gewählt. Zu der in der 2. und 3. Abteilung vorzunehmenden Stichwahl ist Termin auf den 30. d. M. anberaumt v Lanstrop, 22. Nov.[Goldene Hochzeit.] In bester Gesundheit feiern am 23. Nov. d. J. die Eheleute Franz Grundmann hierselbst das selten vorkommende Fest der fünfzigjährigen Verheiratung. Franz Grundmann diente in den Jahren 1826 bis 1829 beim 16. Infanterie=Regi ment in Düsseldorf. In der Ehe sind im ganzen elf Kin der geboren, davon leben bis jetzt noch sechs, der älteste Sohn Wilhelm diente beim 40. Infanterie=Regiment und machte die Krieg: 1866 in Oesterreich und 1870 gegen Frankreich mit. Der zweite Sohn Friedrich diente beim 7. Fußartiklerie Regiment, der dritte Sohn Heinrich beim Kaiser Franz=Garde=Grenadier=Regiment in Berlin, beide machten ebenfalls die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mit. Die übrigen drei Töchter sind in hiesiger Gegend verheirathet. Recklinghausen, 17. Nov.[Jagdglück.] Ein Schreinermeister aus Henrichenburg hatte am 8. November das seltene Jagdglück, an respektive in der Emscher zwei Fisch=Ottern zu schießen, wovon, der„Westf. Volksztg.“ zufolge eine vom Kopf bis zum Schwanzende 4 Fuß 7 Zoll mißt, und am 11. November hat derselbe noch ein drittes Exemplar erlegt. Bielefeld, 20. Nov.[Arbeiterkolonie.] Die zuerst von dem Pastor v. Bodelschwingh vorgeschlagene An lage einer Arbeiter=Kolonie„Wilhelmsdorf“ in der benach barten Senne ist, laut der„W. Prz.“, in den letzten Wochen ein gutes Stück weiter befördert worden. Wie man hört, sollen sich die Provinzialstände für das Unternehmen sehr interessiren und einen Beitrag von 64000 in Aussicht gestellt haben. Eine Kommission derselden ist heute hier angelangt, um morgen die verschiedenen zum Ankaufe vor: geschlagenen Besitzungen zu besichtigen, worauf der Ankau erfolgen soll. An freiwilligen Beiträgen zu gleichem Zweck sind bereits über 1000# eingekommen. 18. Nov.[Unglücksfall.] Auf der Eisenbahnstrecke zwischen Satzvey und Mechernich ereignete sich, laut der„Eusk. Zig.“, gestern nachmittag nach 5 Uhr ein gräßliches Unglück. Zwei Rottenarbeiter waren nämlich in dem Augenblick in einem Geleise beschäftiet, als ein sich erfolglos, und der herbeigerufene Arzt konnte bei seinem Eintreffen nur noch den Tod des Gefangenen konstatiren. Jedenfalls ist Furcht vor der zu erwartenden Strafe wegen des begangenen Sittlichkeitsverbrechens das Motiv dieser Vergiftung gewesen. Saarbrücken, 20 Nov.[Ein besonders tragischer Unglücksfalll wird der„Nordd. Allg. Zta.“ unter dem 17. November aus Sulzbach bei Saarbrücken berichtet: Ein elternloses 19jähriges Mädchen war aus dem benachbarten Friedsichsthal nach hier gekommen, um seine bevorstehende Eheschließung auf der Bürgermeisterei anzuzeigen. Einige Minuten nach 2 Uhr nachmittags traf von Saarbrücken der Zug ein, mit welchem die glückliche Braut ihre Rückreise antreten wollte. Das Mädchen hatte sich etwas verspälet, und eben hatte sich bei seiner Ankunft auf dem Bahnhofe der Zug in Bewegung gesetzt. Die Waggons waren geschlossen, die Beamten auf ihrem Platze. Trotz mehrseitiger Warnungen eilte das Mädchen auf einen Salonwagen dritter Klasse zu, erfaßte mit der Linken die Barrierestange und wollte sich nun auf das Trittbrett schwingen. Infolge des Regens war dasselbe aber glatt, das Mädchen glitt aus, verlor den Halt und fiel nun der Länge nach in den schmalen freien Raum zwischen Perron und Zug. Im Moment wurde die Unglückliche von den anrollenden Rädern überfahren und der Länge nach durchschnitten. Ein Menschenkind, das wenige Augenblicke vorher mit so glücklichem Herzen der Zukunft entgegeng sehen hatte, war ein schrecklich verstümmelter Leichnam geword n. P Göttingen, 19. Nov.[Die juristische Fakultät] hat an diesem Ehrentage unserer Universität folgende Gelehrte durch Verleihung der Doktorwürde ausgezeichnet: Professor der Geschichte Hegel in Erlangen, Staatsarchivar Wehrmann in Lübeck, Professor der deutschen Philologie Weinhold in Breslau, Professor der Geschichte Weizsäcker in Berlin, Konfistorialrat Ritschl hierselbst, Gerichtliche Entscheidungen. m Dortmund. 22. November.[Schwurgericht.] Der§ 208 des Strafgesetzbuches bestimmt, daß verjenige, welcher vorsätzlich Vorräte von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Früchte auf dem Felde 2c. in Brand setzt, mit Zuchthaus bis zu 10 Jayren bestraft wird. Auf grund dieses Paragraphen war der Bergmann W. Schwedtmann aus Kirchlinde angeklagt. Schwedtmann stammt aus dem Kreise Lübbecke und ist bisher noch niemals bestraft. Der Sachverhalt ist folgender: Am Nachmittag des 14. Juli kr. begab sich der Angeklagte mit seinem Kostwirte Bergmann Wiesmann nach Lütgendortmund, woselbst sie bis etwa 10 Uhr in verschiedenen Wirtschaften und zuletzt bei Herrn Potthoff verweilten und Bier und Schnaps tranken. Wohl angetrunken, aber nicht total betrunken, begaben sich die beiden um die genannte Zeit auf den Heimweg, wählten aber, um nicht von anderen Personen in ihrem angerunkenen Zustande gesehen zu werden, nicht den nächsten g, sondern gingen über Westrich. An dem Grundstücke des Landwirts Bönk aus Lütgendortmund angeommen, legte sich Wiesmann nieder und schlief ein. Nach einiger Zeit wurde er von Schweotmann geweckt mit dem Rufe:„Ich habe Feuer angemacht!“ Wiesmann sah denn auch, daß Schwedtmann auf dem Felde liegende Gerstengarben in Brand gesetzt hatte. Wiesmann bekam Angst, weshalb er sich so schnell wie möglich auf den Heimweg machte. Schwedtmann trug noch mehr Garben zusammen und steckte etwa—7 Haufen in Brand. Es ist festgestellt, daß etwa 70 Garben verbrannt sind, den Schaden gab Bönk auf 20 M an. Eine auf dem Thatorte vorgefundene Zigarrentasche war die Ursache, daß der Thäter schon am anderen Tage ermittelt wurde; derselbe legte auch bald ein Geständnis ab, welches er in der heutigen Verhandlung auch wiederholte. Zu seiner Entschuldigung konnte er nur Trunkenheit anführen. Die Zeugen führten aber an, daß der Angeklagte keineswegs sinnlos betrunken gewesen. Herr Staatsanwalt Dr. Bitter beantragte das Schuldig unter Ausschluß mildernder Umstände auszusprechen, während der Verteidiger Herr Referendar Westhoff in wärmster Weise für Gewährung mildernder Umstände plaidirte. Das Verdikt der Herren Geschworenen lautete auf„schuldig“, die Frage nach mildernden Umständen hatten dieselben verneint. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten mit Rücksicht auf das geringe Objekt, aber in Hinsicht auf die bodenlose Frivolität zu 1½ Jahren Zuchthaus und 2 Jahr Ehrverlust. Hiernach wurde verhandelt gegen den 22 Jahr alten Zimmergesellen Wilhelm Lange aus Holzwickede, die Anklage ging dahin, daß derselbe in der Nacht vom 10. zum 11. August d. J. seinen Mitgesellen Wilhelm Höttemann mittelst eines Revolverschusses vorsätzlich getötet habe und zwar ohne Ueberlegung. Lange, wegen Verübung groben Unfugs bestraft ist, hat bei seinem Schwager, dem Zimmermeister Kohlmann in Holzwickede, die Lehre bestanden, ist auch, als sein Schwager starb und die Wittwe das Geschäft fortführte, daselbst verblieben. Das Geschäft wurde im Laufe des vergangenen Sommers mit vier Gesellen betrieben und zwar waren dies neben Lange: Anderach, Höttemann und Schmidtmann. Der reichlich 17 Jahre alte Honlemann hatte ebenfalls in dem Kohlmannschen Geschäfte seine Lehrzeit bestanden, während welcher er von Lange, der sich die Oberaufsicht anmaßte, manche Ohrfeige erhielt; als Höttemann selbst in den Gesellenstand getreten, hörte dies auf und verbat er sich das Schlagen Ki. -5 ahrI c- Sor 310 sasie ben Wenn auch gerade keine Feindschaft und Höltemann herrschte, so war doch das Verhältnis ein etwas gespanntes und in der genannten Nacht führte dies die Katastrophe herbei. Ueber die Vorfälle während der Nacht und des Abends vorher gibt das Zeugnis des Zimmergesellen Andernach die beste Aufklärung, wir lassen dasselbe daher hier ausführlich folgen: Am 10. August habe ich mit Lange gemeinschaftlich bei Herrn Adrian gearbeitet, Schmidtmann und Höttemann an Herrn Hiddemann beschäftigt waren. Nach Feierabend ging ich mit Lange zum Abendessen, worauf wir uns zu dem Hiddemannschen Baue begaben, wo die beiden anderen Gesellen mit Pfannendecken beschäftigt waren. Wir haben dann bis gegen halb 10 Uhr geholfen, während welcher Zeit etwas Branntwein getrunken worden ist; hierauf begab ich mich nach Hause und legte mich zu Bette, die drei andern Gesellen blieben noch zurück. Etwas nach 12 Uhr wurde ich von Lange aus dem Schlafe geweckt und verlangte derselbe, ich solle ihm 10 z leihen; dieses Ansinnen schlug ich ab, da versuchte Lange die Kiste des Schmidtmann, in welcher dieser sein Geld aufbewahrte, kaput zu machen; ich warnte Lange und da ließ er von seinem Vorhaben ab. Alsdann bat er mich, mit ihm nach Brackel zu gehen, was ich aber ebenfalls ablehnte, doch folgte ich ihm auf sein Bitten hinab vor das Haus.— Als ich unten ankam, war Lange gleich verschwunden, wohl aber sah ich Schmidtmann und Höttemann, beide waren angetrunken und zwar Schmidtmann am meisten. Schmidtmann faßte ich unter den Arn, um ion in unser gemeinschaftliches, über der Werkstelle belegenes Schlafzimmer zu bringen, Höttemann ging voran. Plötzlich fielen zwei Schüsse durchs Fenster des Schlafzimmers; da ich mir dachte, daß Lange wieder hinaufgelaufen und die beiden Schüsse abgefeuert, so sagte ich, wir wollen nicht hinauf gehen, Höttemann sagte aber: ach was, kommt nur! Als letzterer die Thüre des Schlafzimmers öffnete, in welchem, da es sternenhell war, die Gegenstände genau zu unterscheiden waren, wurde er von Lange sofort am Halse gefaßt und in eine Ecke geschleudert, Schmidtmann warf sich sofort auf sein Bett. Nachdem sich Höttemann aufgerafft, griff er den Lange an, warf ihn auf das zweite Bett und schlug ihn ins Gesicht; Lange kennte sich nicht frei machen und bat deshalb den Höttemann, von ihm abzulassen, da er ja nur Spaß gemacht habe. Kaum war Höttemann aber diesem Verlangen nachgekommen und kaum hatte sich Lange aufgerichtet, da zog er den Revolver, drückte diesen auf die Brust des Höttemann ab, so daß dieser Geburten. 1 Sohn: Bemser Ferdirand Heckenstraße 1. Fabrikarbeiter Aug. Marungo, Kirchdernerstraße. Beyerl eins Ziegelbude. Fabrikarbeiter Josef Heine, Josefsstraße 1d. Fahrikarbeiter Johann Baumgart, Neueradstraße 12. Handelsmann Peter Scheele, Bornstraße 10.. Bergarbeiter Wilhelm Pies, Altmühlenweg 71. Weichensteller Heinrich Tönker, Grünstraße 18. Schneider Anton Ledig, Adolfstr. 7. 1 Tochter: Fabrikarbeiter Josef Hönerohann Müllen, 20. lage, Humboldtstraße ld. Fabrikarbeiter Johann arbeitet, wäyrend Schützenstraße 18. Schlosser Heinrich Voß, Borsigstr. 20 der Scheune des Tagelöhner Martin Egner, Hohensyburgstraße 90. Schiefer Nach Feierabend decker Friedrich Heining, Zimmerstraße 27. Riemann,:schneiden“ alles mögliche entsernen will, und da in derselben Anzeige auch die Hühneraugen aufgeführt wurden, so zog ein an diesen üblen Dingen Leidender zum„Rheinischen Hofe“, um sich dr Kur zu unterziehen. Daß dieser Hühneraugen= Behaftete gerade sehr angenehm überrascht gewesen wäre, als der fragliche Künstler jetzt, wie alle andern seines Geares, mit dem Messer, und nicht gerade schmerzlos, darauf losschnitt, vermögen wir nicht zu behaupten, dafür betrug aber der Kostenpunkt für die kurze Operation und ein Seifenpflästerchen— 34 Todesfälle. Ottilie, T. des verstorbenen Küfers Aug. Sperber, Leopoldstraße 70, 2 J. 10 M. 9 T. Maria, T. des Tagelöhners Heinrich Schemann, Rheinischestr. 12., 5 J 8 M. 2 T. Maria, T. des Zuschlägers Friedrich Nitgemann, Steinsplatz 2, 3 J. Witterungsbericht von 6 Uhr morgens des 22. Nov bis dahin des 23. Ke Nov. peratur von 6 Uhr Morg. bis von 6 Uhr Abends bi6 Uhr Abends. 1 6 Uhr Morg. niedrigste höchste 11.0° E.(8,8°.)+.8° C.(.0°.) 14,7° C.(11,2°.)+ 10,7° C..50 N. mittl. Tagest. von—6 Uhr Morg.+ 11,2° C.(8,9° R. arometerstand höchster.... 761 niedrigster.... 755 mittlerer genmenge 758,8 Höhe der Regenschicht in min Menge des auf 1 gm gefäll. Reg. in ccm .5 8500 Hof=Parfümerie Gustav Lohse, Berlin, 46, hat wiederum ein neues Parfum komponirt Die Jägerstraß und ihm den Namen„Edelweitz“ gegeben. Nach dem Urteile von Sachkennern ist dasselbe dem berühmt gewordenen„Maiglöckchen=Parsum“ desselben Erfinders vollkommen ebenbürtig und wird bald die Toiletten= Tische der Damen erobert haben. Die ganz vorzüglichen und preiswürdigen Chekolaven und Kakaopulver der wirma Joh. Phil Wagnerund Co, Hofl eseranten, Mainz, werden bestens empfohler. Dieses Etablissement verdankt sein großes Renomee seiner eigenartigen, virtrefflichen Fabrikations=Methode, die sich aus langjährigen reichen Erfahrungen entwickelt und allseitig im höchsten Grade bewährt hat. 111423 Schiffsbericht der Red Star Line. * N e w= Y o r k, 1 2. N o v. D e r P o s t d a m p f e r„ B e l g e n l a n d“, Kapt. Stokes, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen, 12. Nov. Der Postdampfer„Waesland“, Kapt. Nickels, ist nach New=York abgegangen. * Antwerpen, ld. Nov. Der Postdampfer„Nederland“, Kapt. Ueberweg, ist nach New=York abgegangen und der Postdampfer„Switzerland", Kapt. Jamison, ist von New=York angekommen * N e w= Y o r k, 1 9. N o v. D e r P o s t d a m p f e r„ V a d e r land“, Kapt. Beyson, ist von Antwerpen angekommen Steckbrief. Gegen den Schlosser Wilh aus Paderborn Haage wegen StraßenDiebstahls und ist wegen Zwangsversteigerungs= Patent. Die im Grundbuche von Hörde. Band 10, Blatt 76, auf den Namen des eimes einfachen Diebstahls und Kaufmanns Friedrich Wilhelm Rusche zu Hörde eingetragenen Grundstücke, 6 schmerer Diehnähl- hi. natssiscnnss. Flur 3, Nr. 898/19, 163!/62, 1682/62, der Steuergemeinde Hörde, insgesamt haft verhäg di Uutersuchungs; vermessen zur Größe von 4 Are 22 Quadrat=Meter, sollen, nebst aufstehenden Da sich Haape verborgen hält, wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Amtsgerichtsgefängnis hier abzuliefern. J. 1332—81. Dortmund, den 17. Nov. 1881. Der Untersuchungsrichter I. Vor= und Zuname: Wilhelm Haape, Gebäuden, im Wege der Zwangsvollstreckung auf Antrag eines Gläubigers am 12. Januar k.., vormittags 10½ Uhr, am hiesigen Amtsgericht, Zimmer 13, versteigert werden. Der für die Gebäudesteuer ermittelte Nutzungswert der aufstehenden Gebäulichkeiten beträgt 240 M Die von den Bietern auf Verlangen zu hinterlegende Bietungskaution beGewerbe, Handel und Verkehr. [Kohlen=Versandt.] Von den Steinkohlenzechen des niederrheinisch=westfälischen Industrie=Bezirks wurden während der ersten Hälfte des Monats November 1881 an Steinkohlen und Kokes durchschnittlich per Tag abgefahren auf der Bergisch=Märkischer Eisenbahn. 6857 gegen 6673 Kölner rechtsrheinischen Bahn. 7908„ 7889 insgesamt 14 765 gegen 14 562 Ladungen zu 5 t in der Zeit vom 16.—31. Oktober 1881, mithin durchschnittlich 203 Ladungen täglich mehr als in der voraufaegangenen vierzehntägigen Periode. In der Zeit vom.—15. November 1880 betrug der Versandt an jedem Tage durchschnittlich auf der Bergisch=Märkischen Eisenbahn 5945 Köln=Mindener 4 392 Rheinischen„ 3 192 Hannoverschen„ 354 insgesamt 13883 sich derselbe also im Durchschnitt Ladungen, und stellte sich derselbe also im Durchschnitt um 882 Ladungen niedriger als in der entsprechenden Periode zu Boden fiel, dann ging er auf den schlafenden Schmidt= des laufenden Jahres.— Insgesamt wurden in der Zeit mann zu und schoß diesen mit den Worten:„Du hälst vom.—15. November 1881 abgefahren auf deWohnort: Paderborn, Gewerbe: Schlosser, Religion: katholisch, Alter: 21 Jahre, Größe: 5°“, Haupthaar: schwurz, Bart: fehlt, Stirne: gewöhnlich, Augenbrauen dunkel, Augen: blaugrau, Nase: groß und gebogen, Mund: gewöhnlich, Zähve; gut, Kinn: oval. Gesicht: oval, esichtsfarbe: gesund, Statur: schlank, Sprache: deutsch besondere Kennzeichen: 8726. Verkaufs-Anzeige. Am Donnerstag, 24. Nov. kr., werde ich: I. morgens 10 Uhr, im Pfandlokal beim Wirt Herrn Reuffer in Kirchlinde: 2 Kühe; 2. morgens 11 Uhr, Pfandlokal beim Wirt Herrn W. der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts und die etwa noch eingehenden Abschätzungen und andere, die Grundstücke betreffende Nachweisungen sind(ebenso wie die gestellten Kaufbedingungen) in unserer Gerichtsschreiberei III. einzusehen. Alle diejenigen, welche Eigentum oder anderweite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetragene auf die zur Zwangsversteigerung stehenden Realitäten geltend zu machen haben, werden aufgefordert, dieselben zur Vermeidung der Ausschließung vor oder im Versteigerungstermine, spätestens aber bis zum Erlaß des Aus schluß=Urteils, anzumelden. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlages soll am 14. Januar k.., vormittags 11 Uhr, an der hiefigen Gerichtsstelle verkündet werden. Hörde, den 12. November 1881. 11 444 Bekanntmachung. es auch immer mit dem Jungen, da hast Du auch einen!" durch den linken Arm; ich rief den beiden Geschossenen zu, sie möchten doch machen, daß sie fort kämen und da liefen sie hinab. Als ich mit Lange allein war, sagte dieser zu mir:„So, jetzt habe ich noch einen Schuß für mich und einen für Dich!“ ich engegnete: Du mußt wissen, ob Du mich schießen willst! „Nein, Dir thue ich nichts, Du bist immer gut zu mir gewesen!“ antwortete er. Sodann begab ich mich hinab und fand den Schmidtmann neben dem Regenfaß und den Höttemann vor der Hausthür liegen; ich trug beide in die Stube und nach kurzer Zeit starb Höttemann in meinen Armen, Lange habe ich nach der That nicht gesehen. So weit das Zeugnis des Andernach. Bezüglich der Verletzung des Schmidtmann ist zu bemerken, daß der Angeklagte dieserhalb vorläufig außer Verfolgung gesetzt wurde, weil sich die Folgen der That nicht übersehen ließen, als die Strafkammer den Beschluß faßte, den Lange wegen Totschlags unter Anklage zu stellen. Schmidtmann ist jetzt noch nicht arbeitsfähig und es wird, wie es den Anschein hat, der Zeigesinger seiner linken Hand steif bleiben. Wegen dieser That wird sich Lange später vor der Strafkammer zu verantworten haben.— Nach dieser Abschweifung möge hier noch angeführt werden, daß Lange, Schmidtmann und Höttemann sich gegen 10 Uhr von dem Hiddemannschen Baue hinweg in die Wirtschaft des Herrn Grawert begeben, woselbst sie bis gegen 12 Uhr getrunken haben, Streit war dabei jedoch nicht vorgekommen.— Ueber die That selber hat der Angeklagte keine Reue verspürt; der Zeugin Minna Kohlmann und der Frau Kettmann gegenüber hat er am Morgen nach der That, als diese ihm von dem Tode des Höttemann Mitteilung machten, geäußert:„Es ist gut, daß er tot ist!“— Herr Kreisphysikus Dr. Hagemann hat die Obduktion der Leiche vorgenommen und konstatirt, daß die Kugel auf der Brust zwischen der 3. und 4. Rippe eingedrungen, das Herz und die anderen Weichteile durchbohrt und im Rücken zwischen der 7. und 8. Rippe sitzen geblieben war. Der Tod ist infolge innerer Verblutung eingetreten. 1881 abgefahren auf der Bergisch=Märkischen Bahn... 86 269 Kölner rechtsrheinischen Bahn.. 95 719 insgesamt 181 988 Ladungen zu 5 t= 909 940 t. * Börse zu Düsseldorf.(Kursbericht vom 21. Novbr. 1881.) A. Kohlen und Kokes: Förder= Gaskohle 7,20 bis .00., Flammkohle 6,50—7,50, Fettkohle 6,10—6,50 M, Magerkohle 5,50—6,10, Stückkohle(Flamm=) 9,00—10,00, Fett=Stückkohlen 9,50—10,00, Gewaschene Nußkohle 1. 9,50 bis 10,50, II. 8,00—9,00,(Fett=) III. 6,50—7,50, Gruskohle 4,60—4,80, Kokeskohle 5,40—6,20, Kokes 1. Qual. 12,00 bis 14,00, do. 2. Qual.(Kleinkokes) 9,50—11,00. B. Roheisen: Spiegeleisen Ia. 77,00—78,00 M, Weißstrahl. Eisen 1. Qual. 63,00— 64,00 M, Luxemb. Roheisen 44,00 M, Holzkohlen Roheisen 20,00—84.00. Gieß=reieisen 1. Qual. 75,00, 2. Qual. 70.00. 3. Qual. 60,00, engl. Roheisen Nr. 3, loko Ruhrort, 61,00—62,00, engl. Bessemereisen, loko Verschiffungshafen, 61,00—63,00, deutsches Bessemereisen 72,00. C. Stabeisen (Grundpreise): Gewöhnl. Stabeisen 130,00, Feinkorneisen 155,00—160,00 M. D. Bleche(Grundpreise): Gewöhnliche Bleche 195,00, Kefselbleche 205,00, dünne Bleche 185,00 bis 195,00 M E. Draht: Waizdraht(Stiftdraht=Qualität) 152,00—155,00., Berechnung in Mark per 100 Kilo und, wo nicht anders bemerkt, loko Werk. Nachfrage nach Kohlen trotz der gelinden Witterung noch steigend. Die Zechen sehen dem Eintritt von Frost= und Schneewetter in Rücksicht auf die hierdurch noch erhöhte Transportkalamität mit Besorgnis entgegen. Die obigen Preise b lden in ihren Minimalnotizen die Abschlußpreise für das nächste Jahr, für sofortigen Bezug find dieselben sehr variirend und teil weise erheblich höher. Kokes ebenfalls stark gesucht. Gleiche feste Stimmung auf dem Markte in Roheisen und Fabrikaten, abermals Preissteigerungen fast auf der ganzen Linie. Luxemburger Roheisen Konventionspreis 5 Fr. höher(55 Fr.) Köln, 21. Nov.[Schlacht viehmarkt.] Am heutigen Markte waren aufgetrieben: 293 Ochsen, verkauft 1. Qual zu 72, 2. Qual. zu 67, 3. Qual. zu 58 A; 11 Stück Stiere verkauft 1. Qual. zu 55, 2. Qual. zu 50, 3. Qual. zu 45# 398 Stück Kühe und Rinder, verkauft 1. Qual. zu 57, 2. Qual. zu 50, 3. Qual. zu 45#; 387 Stück Schweine, verkauft 1. Qual. zu 56, 2. Qual. zu 54, 3. Qual. zu 52 M pro 50 kg Schlachtgewicht. Am kleinen Viehmarkte vom 18. d. M. waren aufgetrieben: 344 Stück Schafe, verkauft 1. Qual. zu 65, 2. Qual. zu 60, 3. Qual. zu 56 4 340 Stück Kälber, verkauft 1. Qual. zu 65, 2. Qual. zu 60, Specht in Lütgendortmund: Tische, Kleiderschrank, Bettstellen mit Bettwerk, Bilder, gold. Ringe, 1 Haarkette mit gold. Kreuz, ein Umschlagtuch 2c., öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkaufen. Dortmund, 22. November 1881. Lennings, 11 456: Gerichts=Vollzieher. Am 25. November 1879 verstarb hierselbst der Spitalwärter Heinrich Isenberg, ohne Hinterlassung von Ascendenten und Descendenten und ohne ich en letztwillige Verfügung und wird derselbe demnächst von seinen nächsten gesetzti Verwandten beerbt. als solche haben sich, gemäß Urkunden und eidesstattlicher Erklärung die ehelichen Kinder der verstorbenen Geschwister seiner verstorbenen Mutter, nämlich: Bekanntmachung 1. 4. Franziska Charlotte Rollkämper, Ehefrau Wehmüller zu Washinaton im Staate Missouri(County Franklin) wohnend, Maria Isabein Nollkämper, Ehefrau Wilhelm Stienhaus zu Trov im Staate Illinois(Medison County) wohnend, Johann Heinrich Nollkämper, ohne Stand zu Nr. 7 Kasum bei Borgholzhausen wohnend, Katharina Wilhelmine Nollkämper, rich Stienhaus, Schreiner, daselbst Ehefrau Johann Heinwohnend, Am Donnerstag, den 24. morgens 10 Uhr, sollen Körnebachstraße 27: 1 Kleiderschrank, 1 Sofa, 1 Kommode, 1 Küchenschrank, Tische, Stüule, 1 Kanarienvogel nebst Korb, sowie verschi dene andere Sachen, meistbietend gegen gleich bare Zahlung zwangsweise verkauft werden. Dortmund, 22. November 1881. Menke, 111 445 Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Donnerstag, den 24. November, werden: 1. vormittags 10 Uhr, am Pfandlokale beim Wirt Herrn Bergmann in zika 10—12 Scheffel Kartoffln, ein im Geschäftslokale, Vogelkorb mit einem Flachsfink; 2. mittags 12 Uhr, beim Wirt Herrn Hammelbeck in Westrich: 1 Mantelofen, 1 Schrank, 5 Tische, 1 Ofen, zirka 10 Liter Schnaps 2c., öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Dortmund, 23. November 1881. Kühlmann, 11 458 Gerichts-Vollzieher Aushändigung des Nachlasses ist Termin auf den 3. Juli 1882 anberaumt. Alle diejenigen, die glauben, einen gleichen oder näheren Erbanspruch auf diesen Nachlaß zu haben, werden ersucht, bis zu diesem Termine beim hiesigen königliche Amtsgerichte denselben nachzuweisen. Im Falle andere gleichberechtigte oder nähere Erben sich bis dahin nicht melden, wird der Nachlaß an die obigen Personen ausgehändigt. Saarbrücken, den 11. November 1881. 111 155 Städtisches Leihhaus. Verkauf der verfallenen Pfänder aus Oktober, November und Dezember 1830 am 25. Januar 1885, vormittags 9 Uhr, Geschäftslokale, Martinstraße 1. 11 433 Dortmund, den 20. November 1881. Der Magistrat: Lindemann. Pfandleihanstalt Herr Forstverwalter Berger hat, da die Weste des Ge= 3. Qual. zu 55# pro 50 kg Schlachtgewicht. töteten intensive Brandflecken zeigte, auf grund von Schießversuchen konstatirt, daß der Schuß in einer Entfernung von drei bis sechs Zoll abgefeuert worden ist. Der Angeklagte will vollkommen betrunken gewesen sein und gar nicht wissen, was er gethan. Bei der Fragestellung beantragte der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Dr. Gottschalk, die Stellung der Frage: ob der Angeklagte sich der Körperverletzung mit tötlichem Erfolge schuldig gemacht und als Unterfrage zu beiden Haupt fragen: ob mildernde Umstände vorhanden seien. Herr Staatsanwalt Dr. Bitter beantragte in seinem Plaidoyer die Schuldigsprechung des Angeklagten wegen Totschlags; wer aus einer Entfernung von—6 Zoll auf die Brust einer Person einen Revolver abdrücke, der wolle dieselbe nicht nur körperlich verletzen, sondern gebe die Absicht zu töten kund; mildernde Umstände anzunehmen, dafür habe die Verhandlung ebenfalls keine Momente ergeben. Herr Dr. Gottschalk führte in längerem Plaidoyer aus, daß nur vorsätzliche Körperverletzung mit Todeserfölg vorläge, wie aber auch die Entscheidung der Herren Geschworenen ausfiele, so bitte er doch, die Frage nach mildernden Umständen zu bejahen. Nach etwa ½ stündiger Beratung verkündete der Obmann der Geschworenen, Herr Kaufmann Tellering, das Ver dahin: von frischen Häuten stellten sich: häute 32—34 4; Fett kostet 26 Ochsenhäute 44—46, 28 4 per Pfd. dikt daß der Ang des Totschlags unter Ausschluß mildernder Umstände schuldig sei. Seitens der Staatsanwaltschaft wurden 12 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust in Antrag gebracht, auf welche Strafe der Gerichtshof auch erkannte. Den Vorsitz führte heute Herr Landgerichts=Rat Sthrader. — Die Bestimmung des§ 306 der Strasprozeßordnung, wonach, im Falle die Geschworenen vor Abgabe ihres Spruchs einer weiteren Belehrung zu bedürfen glauben, diese Belehrung auf ihren Antrag durch den orsitzenden erteilt wird, nachdem sie zu dem Zweck in is Sitzungszimmer zurückgekehrt sind, wird, nach einem Urteil des Reichsgerichts, 1. Strafsenats, vom 26. Sept. das d.., nur dadurch erfüllt, das der Vorsitzende diese weitere Belehrung in giums, des Staatsanwalts und des Gerichtsschreibers vermittlung vornimmt. Fehlt eine dieser Personen dabei, so ist das Urteil durch Revision anfechtbar. Vermischtes. w— Stuttgart, 21. Nov.[Zusammenstoß. Gestern abend fand ein Zusammenstoß zwischen dem von hier nach Kalw abgegangenen und dem von Ludwigsburg kommenden Personenzuge statt. Fünf Personen wurden schwer verwundet, viele andere erlitten Kontusionen. —[Ein Analphavet,] der Buchhändler ist, gehört gewiß zu den bemerkenswerten Erscheinungen. Ein solcher Mann existirt, wie das Kl. J. mitteilt, im Osten Berlins und genießt als Bürger die höchste Achtung. Derselbe betreibt seit vielen Jahren ein ambulantes Buchhändlergeschäft von sehr bedeutender Ausdehnung. Er kann weder lesen noch schreiben und was am meisten zu verwundern, ist der Umstand, daß der Herr etwa nicht nur Schauerromane oder Kinderfibeln verkauft, sondern daß er sogar meist wissenschaftliche und die besten belletristischen Werke vertreibt. Die Bestellungen, die er sich selbst einholt, sind ganz außerordentlich zahlreich und das Gedächtniß des Mannes ist erstaunlich. Aus den Hieroglyphen, die er in sein Notizbuch macht, kann nur er klug werden und außerdem ist der Umschlag, das Format und die Größe der Bücher für ihn der absolut sichere Anhalt und noch niemals ist ein Irrtum passirt— gewiß ein Unikum in der Buchhandlungswelt. —[Auch ein Schnorrer.] In Frankfurt a. M. wurde dieser Tage ein Bettler wegen Zechbetrugs und Landstreicherei vor Gericht gestellt, aber mangelnder Beweise halber freigesprochen. Nachträglich erfährt man nun, daß dieser Schnorrer ein Vermögen von 55 000 2 besitzt, welche sich auf der offenbacher und frankfurter Sparkasse befinden. Der Mann betreibt die Bettelei mit einer Geschicklichkeit, daß er täglich etwa 20„verdient". Für Essen und Trinken gibt er nichts aus, dies bezieht er von den Dienstmädchen, denen er Bekanntmachung. Am Freitag, den 25 d. Mts., morgens 9 Uhr, werde ich en der Wohnung der Witwe Lange zu Kirchhörde: 1 Bierpumpe mit 1 Sofa, 1 Osen, 1 mit Real, 3 Tische und 1 Schwein; ferner: um 9¼ Uhr, an der Wohnung des Bergmanns Karl Sprave zu Löttringhausen: Kommede u. 1 Kleiderschrank, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkaufen. Dortmund, 23. November 1881. Schlüter, 11 455i Gerichts-Vollzieher, Kuhstraße Nr. 3. G. Benkhoff& Comp. Der Verkauf verfallener Pfänder findet am 3. Dezember d. I. in unserer Behausung, Rheinischestrasse 63, statt. G. Benkhoff& Comp. Ut, das der Vorsitzende diese unter Hinweis auf sein Vermögen und auf eine Heirat Anwesenheit des Richterkolle die Köpfe verdrebt. Nebenbei betreibt er auch Heiratsts und des Gerichtsschreibers vermittlung. Seinen Verwandten— reichen Leuten— darf er nicht mehr ins Haus kommen. Standesamt Anmeldungen vo Aufgebote. Hiesige: dorf bei Essen, mit Emma Karl Johanningmeier, Witwer mit Emma Menze, Sunderweg Dortmund. 21. Rovember. 21. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Versen in Dortmund. Offener Sprechsaal. (Für Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich.) Dortmund, 22. Nov. Wie man sich täuschen kann! Es inserirt da ein fremder Künstler, daß er„ohne zu VerkaufsAnzeige. Herr Kaufmann Levi Baruch hier beabsichtigt, seine Grundstücke der Steuergemeinde Dortmund: Flur 1. Nr. 201/2, 50 Are 18 Meter Acker im Oesterholz, an zwei Hauptwegen liegend, zu Bauplätzen geeignet, Flur 3, Nr. 285/95, 15 Are 18 Meter Garten mit Gartenhaus im Galgenmärsch mit vollständiger Hecke umgeben, Flur 2, Nr. 23, 13 Are 91 Meter Garten auf der Leckenbach und Flur 16, Nr. 1253/146, 2 Are 50 Meter Hofraum mit aufstehendem Hause, unter der Hand zu verkaufen und gebe ich anheim, unter Einsicht der Zahlungsbedingungen Gebote bei mir abzugeben. Das Haus, in bestem baulichen Zustande, hat 20 Wohnzimmer, 4 Dachstuben, doppelte Böden, schöne Keller, Räume zum Lagern, besondere Einfahrt und Nebenhaus, ganz eingefriedigt mit einer massiven Mauer und nach der breiten Gasse mit eisernem Gitter, liegt an der breiten Gasse und der 2. Kampstraße nach allen Seiten frei und eignet sich zu jedem Engrosgeschäft. 10 940 Dortmund, den 4. Rovember 1881. Der Notar: Justizrat Holle. 11 435 Holz=Auktion. Der Herr Rittergutsbesitzer F. W. Schulte zu Haus Mallingkrodt wird am Dienstag, den 6. Dez. cur. in seiner Waldung zu Großenholthausen im„Hagen“ und am„alten Teich“, auf guter Abfuhr stehend: 100 Nru. Eichen u. Buchen, zu Bau=, Brett=, Geschirr=, Brand= und Grubenbolz geeignet, worunter 30 Stück sehr schwere Buchenstämme, durchs Meistgebot verkaufen lassen. Der Verkauf beginnt präz. 10 Uhr am„alten Teich“, in der Nähe des Hombruchs. 311 448 Hombruch, 20. Nov. 1881. W. Baumeister. Zigarren=Agent für Privatkundschaft gesucht. Gefällige Offerten sub S 11429 sofort an die Exped. d. Zta. und Ein möbl. Zimmer zu vermieten. Westenhellweg 86. Bekanntmachung Die rückständigen Anktions= u. PachtGelder müssen bis zum 1. Dezember kurr. bezahlt sein, widrigenfalls Klage erfolgt. Menglinghausen. 111 407 Jaumeister. Gesucht ein junger 11447 Kommis als Korrespondent, mit Material= waren, Oelen, Fettwaren, chemischen Produkten möglich schon bekannt. Eintritt wird baldigst gewünscht. Salair gut gestellt. Antwort sub M. 8673 an die Annoncen=Exped. von Rudolf Mosse, Köln, erbeten. 1 Maurer für Zementverputz ein jugendlicher Arbeiter gesucht. Näh. Bergamtsstr. 9. 3 Ein ordentl. Bäckergehülfe sucht Steue. Näh. in der Exved. 311 452 Solide Leute zum Vertrieb eines leicht verkäuflichen Konsum=Art. gegen hohe Provisivn gef. Näh. Brückstr. 59. J. Kätzmann. Ein mit guten Empfehlungen versehener 911 428 Futterknecht, der melken kann, wird zum 1. Januar gesucht. Näheres in der Exped. Ein tüchtiger Polsterer und Dekorateur, der selbständig arbeiten kann, findet sofort dauernde Stellung bei Fr. Le Claire, 11 410 Witten a. d. Ruhr. (Ein Beamter vom Lande wünscht ein E Dienstmädchen, welches Haus= und Gartenarbeit versteht. Wo, sagt d. Erp. 111 442 * 5 Ein kräftiger Bursche von 14—16 Jahren zum Auslaufen u. für leichte Handarbeiten auf sofort aesucht von 911 431 H. Roskoth, Dortmund. Ein Kaufmann zum Beischreiben der Bücher sofort gesucht. Schriftliche Offerten sub 11438 besorgt die Exped. d. Ztg. Schuhmacher— welcher das Schäftemachen, erk., ½. geeign. Stelle. Wer, s. Ein E y d. Exp. 111 reinl. Mädchen zum von einer Dame ges Aufwarten Kaiserstr. 94. Lehrmädchen sucht. zum Weißnähen Taubenstraße. Mädchen Tage. sucht Stelle auf Oftwal halbe 53.* Ein prop. Mädchen, 17—20 J. alt, für eine Wirtschaft nach auswärts sofort gesucht. Dasselbe muß aber schon in einer Wirtschaft thätig gewesen sein. Näh. Frau Hofferberth, Gutenberstr. 32. 5 Zimmer, 2. Et. 2. verm. Münsterst 85. Wohnung, IA Einweihung der neu erbauten evangelischen Kirche zu Castrop. Am Mittwoch, den 30. November d. J. findet die Einweihung der neu erbauten evangel. Kirche zu Castrop durch den Herrn Generaleuperintendenten Dr. Wiesmann zu Münster statt. Der Beginn des Gottes. dienstes morgens 10 Uhr. Der Beginn des im Saale des Herrn Schulte-Becker mittags 1½ Uhr. Anmeldungen zor Teilnahme am Fest-Essen nehmen bis zum 27. d. Mts. der Wirt Schulte-Becker und der Küster Dawin entgegen.„„ 411 430 Castron, den 21. November 1881. Das Presbyterium Hemeinderats=Wahl zu Dorstfeld. Zur Besprechung über die am Freitag den 15. d. Mts. stattfindende Wahl von je einem Gemeindeverordneten für die 2. und 3. Abteilung und zur endgültigen Aufstellung zweier neuen Kandidaten an Stelle der ausscheidenden Herren , MRTTRPA AIM OEN culte=Witten und Direktor Friedrichs findet heute Mittwoch den 23. d. Mts., im Saale des Gastwirts Herrn Friedr. Starke hier eine is Herrn Friedr. Starke hier ei Versammlung abends 7½ Uhr, statt, wozu die Wähler dringend eingeladen werden. Dorstfeld, den 23. November 1881. Viele Wähler der 2. und 3. Abteilung. Franz Reinelt, 11424) Burgwall 41, empfiehlt sein großes Dortmund, 11 220 Pianoforte-Lager zu Jabrikpreisen, als alleiniger Vertreter von Gebrüder Knake, Münster, Rud. Ibach Sohn, Barmen, H. Knaus Söhne, Koblenz. Kreuzsaitige Pianinos von 500 Mark an. Estey-Cottag-Orgeln auf Lager. Den Herren Lehrern rc gewähre dieselben Vergünstigungen wie obige Fabriken. Garantie 5 Jahre. Bei Barzahlung Rabatt. Gebrauchte Instrumente werden in Zahlung genommen. Faltenhemden nach Maß oder Probehemd. 11176 Bestellungen für Geschenke zu Weihnachten werden, wie anerkannt, prompt, billiest unter Garantie für gutes Sitzen aus zeführt bei S. Schild, Westenhellweg 42. Zur Aufklärung. Von befreundeter Seite wurde ich kürzlich wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass man meinen Namen mit der jetst abgeschlossenen Reichstagswahl in Verbindung zu bringen und allerlei Details über meine angebliche Agitationsthätigkeit zu verbreiten sucht. Ich habe anfangs, von der Ueberzeugung ausgehend, daes die Mehrzahl meiner Mitbürger mich genügend kennt, um gegen mich gerichtete anlonyme Verdächtigungen auf ihren wahren Wert und Ursprung selbst zurückführen zu können, die Absicht gehabt, die ganze widerwärtige Angelegenheit mit Stillschweigen zu übergehen. Da man indese fortfährt, meine Person zum Gegenstande der abenteuerlichsten Gerüchte zu machen, in der unschwer zu erkennenden Absicht, dadurch geschäftliche Schädigungen herbeizuführen, so sehe ich mich zu meinem Bedauern genötigt, hiermit zur Sache Stellung zu nehmen, da man sonst an der Stelle, wo vielleicht ein direktes Interesse besteht, die unter der Hand gegen mich in Szene gesetzten Verläumdungen immer weiter zu verbreiten, in meinem Schweigen ein Zugeständniss erblicken könnte. Ich erkläre also, dass ich mich weder direkt noch indirekt an irgend welcher Wahlagitation beteiligt, dass ich also namentlich auch weder Plakate verteilt, nech gar solche angeheftet habe und dass jede derartige Behauptung reine Erfindung ist, die ich nur als nichtswürdige Infamie bezeichnen kann, darauf berechnet, mich in meinem geschäftlichen Ansehen zu schädigen. Indem ich diese Erklärung auf Ehrenwort abgebe, darf ich erwarten, dass dieselbe die Beachtung aller derer finden werde, denen die mit grosser Beharrlichkeit über mieh ausgestreuten Gerüchte zugetragen worden sind. Um aber auch dem ferneren Versuche entgegenzutreten, auf dem zwar nicht anständigen, immerhin aber doch gefahrlosen Wege der Anonymität das schmutzige Gewerbe der Verläumdung gegen mich fortzusetzen, erbiete ich mich hierdurch, die Summe ven dreitausend Mark an die Ortsarmen zu zahlen, falls von irgend welcher Seite der Beweis erbracht wird, dass ich mich durch Agitation oder persönliche Beeinflussung irgendwie an der Wahlkampagne beteiligt oder auch irgend Jemanden zu agitatorischer Thätigkeit veranlasst habe. Glaubt der geheimnisvolle Urheber der Verdächtigungen den Besitz der Wahrheit auf seiner Seite zu haben, so muss er auch den Muth besitzen, sie mit seinem Namen zu vertreten, zumal er durch die von mir gewünschte Beweisführung ja befähigt würde, dem Armenfonds eine Summe zuzuwenden, die ihm gewiss ein Anrecht auf die Dankbarkeit unseres Gemeinwesens sichern dürfte. Erfolgt diese Beweisführung aber nicht, so bleibt das Endergebnis der gegen mich gerichteten Bewegung eben nichts als böswillige Erfindung und jeder rechtlich Denkeude wird dann mit mir darin übereinstimmen, dass der Ursprung derselben ganz wo anders als in dem Patriotismus des anonymen Verläumders zu suchen ist. Dortmund, den 23. November 1881. 11 434 Jacob Rose, 1. Fa.: Rose& Co. Auf meinem Lage platze gegenüber der Krimschule, Andreas= u. Mühlenstraßen=Ecke, errichtete ich eine Filiale und wird daselbst? altes Eisen, Knochen und Lumpen sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel zu den höchsten Tagespreisen angekauft. Um geneigten Zuspruch bittet 911 317 A. Mansbacher. Nach Amerika! Von Dortmund via Amsterdam nach New=York. Fahrpreis Mark 85 inkl. Seebeköstigung. (Stella 7. Dezember. Per Dampfer: Jason 21. Dezember. Castor 11. Januar. wird Platz reservirt und EisenbahnGegen Einsendung von Mark 30 karte von Dortmund nach Amsterdam zugesandt. Die General Passage=Agenteu: Prins& Zwanenburg, . A m s t e r d a m, P r i r s H e n d r i k k a d 1 6 1. 1 1 1 2 2 2 Prospekte, Land= und Eisenbahnkarten gratis und franko Für Damen. 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Aplerbeck, 21 Nov. Am 24. d Mts., also am nächsten Donnerstag' findet hierselbst die Gemeinderats=Ergänzungswahl statt. Seit den letzten Gemeinderatswahlen ist man hier daran gewohnt, daß von allen Seiten nicht allein Anstrengungen gemacht werden, diesen oder jenen Kandidaten durchzubringen— das ist ja durchaus nicht verwerflich— sondern daß von hohen Stellen Parolen aus gegeben werden, wonach die Wähler zu marschieren haben, weichen sie ab, dann müssen wir an die verschiedenen Leute denken, die Arb.it und Lieferungen nach der Wahl unfreiwillig einstellten. Würde bei diesem Treiben nun noch irgendwie Rücksicht auf die Wähler der 3. Abteilung genommen, dann wollten wir noch immer nichts gesagt haben, denn zu ändern ist ja nichts, Gewalt geht hierbei vor Recht, aber nun soll der einzige Vertreter der 3. Abteilung auch noch beseitigt werden und da müssen wir denn doch unsere Proteststimmen erheben mag sie gehört werden oder nicht. Sehen wir u s den Gemeinderat von Aplerbeck einmal etwas nährr an. Es sind mit hoher Protektion aufgestellt„für die 1. Abteilung Louis Kühl, für die 2 Abteilung Adolf Nathe, für die 3. Abteilung Obersteiger Prietsch und Wirt Horde. Werden diese gewählt dann besteht unser Gemeinderat aus 4 Oekonomen und einem Rittergutebesitzer, 5 Gewerbetreibenden, darunter einer gleichzeitig auch Lekonom und 4 Beamten mit dem Vorsteher. Von allen diesen Gemeinderäten wählt keiner in der dritten Abteilung. Die Wähler der 3. Abteilung bezahlen aber doch auch ihr Drittel der Gemeindelasten und deshalb ist es doch nicht mehr als billig, auch aus ihrer Mitte Gemeinderäte zuzulassen, es fehlt da nicht an passenden Leuten. Also auf. ihr 600 Wähler der 3. Abteilung, thut, was sich thun läßt, dau it Ihr den von Euch selbst aus Eurer Mitte heraus aufgestellten Kandidaten durchbringt und wählt, wenn Ihr könnt, nicht den Juch vordiktirten Kandidaten gegen Euren Willen. Ein Wähler der 3. Abteilung. 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Ein kleiner Teil der Ortseingesessenen sucht nun für die Kandidatur des Herrn Wirt Samm zu werben, ein andeter weit größerer Teil will den Herrn Direktor Maeuler von Zeche Karlsglück gewählt wissen. Wir möchten uns dem letzteren anschließen und zwar aus verschiedenen Gründen. Einmal hat die Zeche Karlsglück mindestens ebenso dasselbe Recht, als die Zeie Dorstseld, ja er ware von Bürgern unbillig, sollte sie zurückgesetzt werden; zweitens werden diejenigen, welche für Herrn Samm sich interessiren, durch Stimmabgabe für denselben nur die Wiederwahl des Herrn Friedrichs begünstigen. Wir bitten die Sammsche Partei, mit uns geschlossen zu gehen und in der heute abend 7½ Uhr bei Wirt Starke stattfindenden Wählerversammlung wie ein Mann für die Kandidatur des Herrn Maeuter einzutreten. Dorstfeld macht an ihm eine gute Akquisition und kann sich gratu liren, wenn Herr Maeuler gewählt wird. ab zu vermieten. Eicke auses, Mai 1882 11 307 Baumeister König. vom 1. 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Zur Besprechung der 50jährigen Jubiläumsfeier werden sämtliche frühere Lehrer und Schüler am Mittwoch den 23. d. Mts., abends 6 Uhr, im kleinen Saale des Gewerbevereins hiermit ergebenst eingeladen. Dorstfeld. Gemeinderats=Wahl am 25. November 1831. Wählet Dietrich Samm in der 2. und Wirt Heinr. Samm in der 3. Abteilung. Mehrere Wäher * ber 2. und 3. Abteilung. Der unterzeichnete Verein eröffnet am Freitag, den 25. November 1831, abends 8½ Uhr, in seinem Vereinslekale,„Reichskapelle“, 1 Kampstr., Zimmerlinks, seinen Unterrichts- Kursus in der Dauer= bei wöchentlich 2 UnterrichtsDauet: stunden 6 bis 7 Wochen. Honorar: Sechs Mk. einschließHonbrat: lich der Lehrmittel Anmeldungen wirden unt. der Adresse unseres Vereins(Reichskapelle) erbeten, sowie am 25. Nov., abends 8 Uhr, im Vereinslokale entgegengenommen. Dortmund, den 17. Nov. 1881. Der Vorstand 111 309 des Stolzeschen Stenographen=Vereins. M. Herzfeld& Sohn. Lichtefabrik. 11 221 Detailverkauf: Brückstraße 19 Tafillichte, Wagenlichte à 4 50 pro Kartons, Weihnachtslichte iu allen Sorten. Land. Tausch. Stadt. Der Eigentümer eines gr. herrsch. Grundbesitzes in schönst. Stadt am Rhein (100 000 Einw.), früherer Landwirt, wünscht gegen seinen soliden und wertvollen Besitz ein hübsches Landgut, am liebsten Rittergut, mit gutem Bod. von 500—1000 Morg. zu tauschen. Offert. sub D C 3003 an G. L. Daube&8mp; Co. in Köln. 11 431 Sprotten, goldgelb u. haltbar, getäuchert, per Kiste zka. 200 St. A 2, pr. 2 Kisten K 3,50, versendet zollfrei und franko gegen Nachnahme. 11422 A. Wilthagen in Altona bei Hamburg. Prämirt 1880 in Berlin und Würzburg mit den gold. Medaillen. Preiskourante über Häringe, Kaviar, Konserven 2c. gratis und franro. 11 426 Für die s Mazzoth-: ; Bäckerei Tevy in Warburg## übernimmt Aufträge 3 # S. Blankenberg, Aplerbeck. In einer in der Nähe Dortmunds gelegenen Brennerei können wöchentlich 60 bis 70 Pfund bei prompter.zahlung billigst an einen Hesenhändler abgegeben werden. Wo, sagt die Expe. 911 425 Spitzenpapier zu haben in der C. L. Krüger'schen Buchbanblurg. 1 goldener Ring mit einem hellen Stein verloren. Der Finder erhält 20. Belohnung. „ J a k o b s s t r a ß e 4. Ie vurms Vermt sehmnant wdor Frau auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts hafte. Jakob Wischnewky. Im Interesse jedes Barbirherrn wird es liegen, den Lehrling H. Kuhlmann, Weberstraße, nicht in die Lehre einzutellen, ohne sich vorher bei mir zu erkund. H. Czychon, Barbir, Selsenkirchen. Druck und Verlag von C. L. Krüger in Dortmund.