B * 5 Dortmunder Zeitung scheint täglich. verbunden mit dem 300 Erscheint täglich. Bierteljährlicher Abonnements-Preis 2 M 25 c Anzeigen- Annahme: kosfe: Köln, Berlin, Breslau, Magdeburg, München, Nürnberg, StraßI.., Stuttgart, Zürich 2c. Haasenstein& Vogler: Berlin, Basel, Bremen, Danzig, Erfurt, Genj, Hannover, Lübeck, Mannheim, Metz, Wien 2c. S. L. Daude& Co.: Frankfurt am Main, Berlin, dam, Paris 2c. Invalidendank: Berlin, Dresden, Th. Dietrich& Co.: Cassel, Frankfurt a. M. Dortmunder Anzeiger □ Sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Land=, Garten= und Hauswirtschaft. Insertions=Gebühren die einspaltige Petitzeile oder deren Raum Anzeigen: Annahme: Adolf Steiner: Hamburg. A. Kolef: Münster. C. Marowsky: Minden. Carl Schüssler: Hannover. E. Schlotte: Bremen. W. Thienes: Elderseld. Thisson: Barmen. Bernh. Arndt: Berlin. Julius Barck& Co.: Halle a. Saale. D. Leo Frank: Köln. Joh. Noothaar: Hambura. & Co.: Wien. G. D. Baedecker: Essen.##. Hagen. R. Wichelhofen: Iserlohn. Witten: N 318. Sonntag, den 20. November 1881. 54. Jahrgang. A Gambettas Regierungsprogramm. Gambetta steht heute als Ministerpräsident an der Spitze der Regierung Frankreichs. Der Präsident der Republik sollte eigentlich das Staatsoberhaupt sein, thatsächlich muß sich Grevy jedoch mit den äußeren Attributen seiner hohen Stellung begnügen, der wirkliche Inhaber der höchsten Gewalt ist Gambetta, derselbe Mann, den der alte Thiers einst einen„tollen Narren“ genannt, der aber seit Jahren bewiesen hat, daß er nicht allein große Energie, sondern auch einen verlust unsere militä ische Gesetzgebung wieder aufnehmen und vervollständigen; sie beabsichtigt, ohne jedoch der Defensivkraft Frankreichs Eintrag zu thun, die besten Mittel ausfindig zu machen, die Lasten des Landes bei der Land= und Seemacht zu reduziren und dabei, ohne jedoch den Stand der Finanzen zu gefährden, diejenigen Lasten zu erleichtern, welche den Ackerbau beschweren; die Regierung beabsichtigt durch Verträge unsere verschiedenen Industrien zu befestigen, unseren Produktions= und Transportmitteln, sowie unserem Handelsverkehr einen regeren Impuls und eine ungewöhnlichen Grad von Schlauheit, Verschlagenheit immer wachsende Entwicklung zu geben. und geschäftlicher Gewandtheit besitzt. Von diesen letz Das ist in der That in kurzen Worten sehr viel teren Eigenschaften hat er wieder ein Beispiel gegeben, versprochen, aber das Versprochene entspricht durchaus indem er der französischen Deputirtenkammer sein Re= dem Bedürfnis und deshalb war der reichliche Beigierungsprogramm vorgelegt hat, dessen Inhalt ganz fall, den diese Darlegung in der Deputirtenkammer dazu angethan war, im Augenblick die stark überwie= fand, durchaus natürlich. Gambetta betonte außerdem gende Mehrheit aller Franzosen zu gewinnen.„Wir besonders die demokratische Tendenz der Regierung, haben“— heißt es darin von den neuen Ministern stellte eine auf Gerechtigkeit und Solidarität der Inter—„kein anderes Programm, als dasjenige, welches essen begründete Fürsorge und Unterstützung der InstiFrankreich hat. Das Land verlangte als hauptsäch= tutionen auf sozialem Gebiete in Aussicht und kennliches Werkzeug einer allmählich, aber fest fortschrei= zeichnete sodann die Stellung des Kabinetts zur römitenden reformatorischen Politik, die Einsetzung einer schen Kurie folgendermaßen:„Die Regierung will Regierung, die einig und frei ist von untergeordneten durch eine strikte Anwendung des Konkordentsystems Bedingungen, von Zwietracht und Schwäche, einer Re= die Achtung der Gewalten sichern, welche in den Be gierung, welche immer bereit ist, die Interessen der ziehungen zwischen der Kirche und dem Staate bestehen.“ Nation vor deren Erwählten zu besprechen, denselben Zum Schlusse fügte er noch ein Wort über die Rechenschaft abzulegen über ihre Handlungen, einer äußere Politik hinzu:„Endlich will die Regierung, Regierung, die es versteht, allen Graden der Hier= indem sie die öffentlichen Freiheiten schützt, mit Festigarchie des öffentlichen Dienstes die Pflicht des Re= keit die Ordnung im Innern und mit Wurde den Friespekts, des Gehorsams und der Arbeit aufzuerlegen" den nach Außen aufrechterhalten“ Eine kurze CapSolche Worte mußten in der Deputirtenkammer den tatio benevolentiae endete nach diesem Satze die inbesten Eindruck machen, sie haben auch im Lande überall haltschwere Rede, auf welche lange andauernder Beimehr oder weniger begeisterten Widerhall gefunden, fall folgte, der den Beweis lieferte, daß er in diesem nur die unversöhnlichen Reaktionäre und die Anhänger Augenblicke und für dies Programm die Majorität under radikalen äußersten Linken stimmen in die allge= bedingt für sich hatte. Aber wird er stark genug meine freudige Aufnahme des Programms nicht mit das Programm durchzuführen, und wird der Beifall ein. In der That bat Gambetta nicht allein den rich= der Majorität immer auf seiner Seite sein? Das erstere tigen Ton getroffen, um die Stimmung zu gewinnen, muß die Zeit lehren und das letztere wird sicher so er hat auch dem wirklich vorhandenen Bedürfnis nach lange der Fall sein, wer frei von Einheit innerhalb der Regierung, nach offener Hand= seiner Regierungsthätigkeit einzig und allein das Wohl lungsweise, nach Beseitigung allen Intriguenspiels in der Republik im Auge hat und gleichzeitig der Eigende zitirten Satze seines Programmes Rechnung ge= liebe der Franzosen zu schmeicheln weiß. Vermag er tragen. Aber wer zwischen den Zeilen liest, wird dem französischen Nationalstolz nicht mehr zu genügen darin doch noch einen anderen Sinn finden, als ihn und geht er von dem Prinzip der Selbstlosigkeit an, die bloßen Worte geben.„Einig und frei von unter= dann wird sich die Majorität sicher von ihm abwenden geordneten Bedingungen, von Zwietracht und Schwäche“ und dann bereitet er selbst seinen dereinstigen Sturz vol. — hebt der neue Ministerpräsident ganz besonders hervor. Nur, man betrachte seine Kollegen in dem. 2. 10 Wan fTagsabericht! Der Laiser von ihm gebildeten Kabinett! Sie sind sämtlich seine Berlin, 18. Nov.[Tagesbericht.] Der Kaiser unbedingten Anhänger, seine Protektionskinder, seine empfing heute vormittag mehrere Generale, sowie eine Kreaturen. Von einer Zwietracht kann in diesem Deputation des rheinischen ritterbürtigen Adels, und Kabinett keine Rede sein, es wird darin stets Einigkeit unternahm dann um die Mittagsstunde eine Spazierherrschen oder vielmehr: ein einziger mächtiger Wille fahrt.— Der Kaiser empfing heute nachmittag den gleiche Erwägung gelte für das Gebiet der Zoll= und Steuergesetzgebung. Der Kaiser habe im Grunde kein eigentliches Interesse an der Frage des Schutzzolls oder Freihandels. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung es vorziehe, die unabweisbaren Staatslasten direkt aufzubringen, würde für die Bedürfnisse eine Steigerung der Einkommen=, Klassen= und Gewerbesteuer ebenso wie die Besteuerung des Tabacks mit oder ohne Monopol in Vorschlag gebracht werden können.— Der„Reichsanzeiger“ bringt folgende Bekanntmachung: Auf grund des§ 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird mit Genehmigung des Bundesrats für die Dauer eines Jahres angeordnet was folgt:§ 1. Personen, von denen die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu besorgen ist, kann der Aufenthalt im hamburgischen Staatsgebiete, mit Ausnahme des Amtes Ritzebüttel, von der Landes servatio.klerikalen Koalition siegen wird. Als zweiten Bizepräsidenten hat man den Abgeordneten Dr. Hänel in Aussicht genommen. [Das Gesamt=Resultat der Reichstagswahlen] stellt sich nach der„Poßt“ wie folgt: 98 Ultramontane, welche früher zählten 10., 65 Fortschrittspartei 53 Konservative„„ 46 Nationalliberale„„ 40 Sezessionisten„„ 28 Deutsche Reichspartei„„ 16 Polen„„ 15 Protestler„„ 13 Sozialdemokraten„„ 8 Welfen„„ 8 Volkspartei„„ 4 Liberale und Wilde„„ 2 Dänen„„ 4 keiner Partei angehörig(von Bühler) 397. polizeibehörde versagt werden.§ 2. Vorstehende Anordnung tritt mit dem 29. Oktober d. J. in kraft. 397 Gegeben in der Versammlung des Senats. Hamburg,] Wir bemerken übrigens, daß sich die genaue Mit26. Oktober 1881.— Dem Herrn Cäsar Gayen ist gliederzahl der Fraktionen erst dann feststellen lassen namens des Reiches das Exequator als Konsul der wird, wenn die letzteren sich konstituirt haben. ZweiRepublik Uruguay in Altona erteilt worden.— Die mal gewählt sind: Falk, Hobrecht, Lüders, Rickert, „Kreuzzeitung“ schreibt: In diplomatischen Kreisen ist man geneigt, den Rücktritt der französischen Botschafter und Gesandten als eine sehr signifikante Erscheinung Eugen Richter, von Saucken=Tarputschen, Lenzmann, von Schorlemer=Alst, Stöcker, Liebknecht, Hermes. Dreimal ist von Forckenbeck gewählt. Der in Sorau und aufzufassen und darin nicht blos eine Mißbilligung der in Görlitz gewählte sezessionistische Abgeordnete Lüders ausgesprochenen Richtung des Ministeriums Gambetta, hat das Mandat für Sorau abgelehnt. Im dritten sondern auch einen Protest gegen die demselben zuge= berliner Wahlkreis wird von den Fortschrittlern der in schriebenen Absichten in bezug auf die auswärtige Po= Nürnberg nicht durchgekommene Günther aufgestellt, im litik zu erblicken. Namentlich wird der Rücktritt des 5. Wahlkreis Langerhans. hiesigen französischen Botschafters in diesem Sinne ge Baden=Baden, 18. Nov.[Der Großherzog.] deutet. Anscheinend wird es beweisender Thatsachen Der bei dem Großherzoge eingetretene fieberlose Zuund nicht bloßer Redensarten bedürfen, um den Ein= stand hält an. Das Temperatur=Minimum war gestern druck dieser Demissionen zu verwischen. Unsere Re= 36,4 Gr., das Maximum abends 37,5. In der Nacht gierung ist zwar vorläufig unbesorgt, sie bleibt aver genoß der Patient ruhigen Schlafs; morgens trat starker wachsam, wie sie es zu jeder Zeit war.— Ueber einige Schweiß ein. Der Puls ist 66, qualitativ dem Kräfteder neugewählten Abgeordneten, deren Parteistellung zustand entsprechend. bisher umstritten war, hören wir folgendes: Herr Thom== Baden=Baden, 18. Nov.[Der Großherzog.] sen=Dithmarschen ist der liberalen Vereinigung als Nach dem heute abend über das Befinden des GroßHospitant beigetreten, Herr Hüter Greifswald hospitirt herzogs ausgegebenen Bulletin war die Temperatur, bei der Fortschrittspartei, Herr Stengel=Erfurt ist vor= die heute vormittag 36 betrug, heute nachmittag 36,7; läufig keiner Fraktion beigetreten, Herr Dr. Paasche= im Laufe des Tages hatte sich vermehrtes NahrungsMecklenburg, der bisher als nationalliberal bezeichnet bedürfnis eingestellt.— Bei der in dem Befinden des wurde, hat sich der liberalen Vereinigung angeschlossen. Großherzogs eingetretenen günstigen Wendung soll von — Die„Germanio“ schreibt:„Wie unser Telegramm jetzt ab nur ein Bulletin täglich ausgegeben werden. aus Rom meldet, ist die Ernennung des Herrn General=„ Waglan vikars Kopp zum Bischof von Fulda nunmehr erfolgt. Die durch ein päpstliches Breve erfolgte Ernennung ist“ Wien, 1d. scovv.:[Die Thronrede.] Die im heutigen Konsistorium zugleich mit der Ernennung heutigen Morgenblätter besprechen die bei der Eröffdes Bischofs Korum vom heiligen Vater proklamirt nung des deutschen Reichstages verlesene Botschaft. worden. Die Vermutungen und angeblichen Mittei= Das„Fremdenblatt“ findet in derselben nichts, wus lungen mehrerer Blätter über die politische Thätigkeit von irgend einer Partei als eine ihr gemachte Kondes Kardinals Hohenlohe während des Besuches bei zession zu deuten ware. Aus der Toronrede spreche „„„„ Ar.hIsmAZLas.E his.utlo. Delan1 neigung zur Autokratie ausorug gegeben, er wird dener Glalet, moren g, imerhalb dieses Kobinetts sicher keinen Widerstruch, der. T Lligr.., ers hbor iezs huricg vieherhoste Wartrie gegen seinen Willen sollte. Daß er der üder seile beahschigte Vegirungstzäütglet zuechmnen sein wergz, nuo Diese Eriguggeiar uri. ihr Wille ist es, durch eine weise begrenzte Revision auch positiv an der Leitung der Geschäfte betzeiliggn E# der konstitutionellen Gesetze die eine der wesentlichen werde bei diesem Versuch sich Gewalten des Landes in eine vollkommenere Harmonie ergebnis der Ausdruck der Abn. zu. 6. bgs. Pol.##en mit der demokra ischen Natur unserer Gesellschaft zu die soziale Reform sei, wozu sich der Kaiser schon bringen“—(das heißt: den Senat anders zu orga= verschiedenen Thronreden bekannt habe. Bestehe eine Vorgänger so gut begonnene Werk unserer nationaler dürften weitere Schritte nach dem Grundsatze, daß WohlErziehung sortzuführen; sie will außerdem ohne Zeit= thaten nicht aufgedrungen werden, unterbleiben. Eine wenngleich Weise das Ende der Krisis, indem es die völlige Ueberhderr zu Frankenstein als erster Vizepräsident präsentirt einstimmung des Kaisers mit der gesamten inneren wird. Die Vergebung der Stelle des zweiten Vize= Politik des Kanzlers kundgibt. Die Bedeutung der präsidenten hängt noch davon ab, ob die Linke sich dieser ernsten Friedensworte am Beginn einer neuen Aera Kombination anschließen will. Von anderer Seite scheint Frankreichs springt klar in die Augen. Niemals lauteman noch keine feste Stellung zur Präsidentenwihl ge= ten die deutschen Thronreden bezüglich des Dreikaisernommen zu haben; man weiß auch noch nicht, ob ein Bündnisses so zuversichtlich und bestimmt"— Die Konservativer die Stelle des ersten Präsidenten an=„Wiener Allgem. Ztg.“ ersieht aus der kaiserlichen nehmen werde. Von liberaler Seite hält man an der Botschaft, daß Fürst Bismarck neuerdings mit Energie, Kandidatur Stauffenberg für den ersten Platz fest, ja mit gesteigerter Begeisterung in den Kampf für man annimmt, daß der Kandidat der kon= seine ökonomischen Pläne eintrete, und bezeichnet den Die letzten Humanisten. Historische Erzählung von A. Stern. M Ehe ihm indes das Roß vorgeführt ward, näherte sich ein schreiendes Getöse, in dem Menschenstimmen, klirrende Waffen, Pferdewiehern und Räderrasseln zu unterscheiden waren, den Mauern von Bitte, dem Hofthor. Mit gewaltigen Schritten eilte von der Lancken über sein Gehöft; er mußte wissen, was vorging. Aber wie er das Pförtchen im Hofthor aufriß, taumelte er beinahe zurück— denn sio gegenüber erblickte er wahrt bleiben! Scharen von Menschen, die sich dicht aneinander drängten. Wenige alte Waffen, aber zahlreiche eisenbeschlagene Ruderstangen ragten über den Haufen empor, vom Dorsweg herab zog in der Dämmerung eine zweite Schar von Männern, deren Gesichter der Ritter nicht unterschied, aber die bessere Waffen, Piken und breite Waidmesser trugen und nicht aus seinen Dörfern kommen konnten. Der vordere Haufe der Fischer von Vitte, von Putgarten und Altenkirchen wich für einen Augenblick zurück und ein wildes Geschrei des Unwillens und ein Gemurmel des Mitleids klangen wirr durcheinander, als die Gestalt des Gutsherrn in der Thorpforte sichtbar wurde. In Herrn Kornelius aber wallte bei diesem Anblick und dem seltsamen Empfange das Blut des Mannes auf, der an Besehl und Gehorsam gewöhnt war. Sein scharfes Auge hatte hinter dem Haufen den Altmann Bernd Jansen sofort herausgefunden, er trat einen Schritt vor das Thor und rief mit weithin schallender Stimme: „Was soll das, Ihr Leute? Was treibt und sucht Ihr so spät hier? Bernd Jansen, was bedeutet das?“ „Nichts gutes, Herr, muß ich Euch sager“, erwiderte der Fischer, der mit der alten unterwürfigen Art vor den Gutsherrn trat, aber seine Schar mit Winken und blitzenden Blicken beisammen hiei..„Die Here. die Regina Rugin hat entfliehen wollen, wir haben sie wieder aufgefangen und sie hat vor dem Herrn v. Zarnekow auf Spieler gar wunderliche Dinge bekannt und ausgesagt. Wunderliche Dinge, Junker" „Davon müßt ich zuerst erfahren"" versetzte von der Laucken, vor dessen Augen sich die ganze Umgebung zu verdunkeln schien und der Mühe hatte, sich aufrecht zu erhalten.„Was fällt Euch bei, hier mit Spießen und Stangen aufzuziehen, den Frieden meines Hauses zu stören und mir nicht einmal eine Kunde zukommen zu lassen?" 424 „Manche Kunde kommt noch zeitig genug!“ entgegnete Bernd Jansen mit einem Ausdruck grausamen Wohlbehagens an der Lage, in der er jetzt dem gebietenden Gutsherrn gegenüberstand.„Der Herr prüft die Seinen oft hart und wunderbar. Wir sind nicht sicher, daß nicht Weib und Kind in des Satans Stricke fallen— und mögen Gott danken, wenn wir selbst bewahrt bleiben!" Ueber v. d. Lanckens Gesicht schoß fliegende Röte, eine wilde Spannung kam über ihn, er fühlte, daß er jetzt durchdringen, seine Autorität gepaltsam herstellen müsse, oder daß das furchtbare hereinbreche, was Theodosius prophezeit hatte. „Was ist das für ein elendes Geplärr, Bernd Jansen? Willst Du dem Pfarrer nachpredigen und hast ihn kaum halb verstanden! Gib vernünftige Antwort und sage, was Ihr Euch erkühnt, wer Euch hierber schickt und wer jene anderen dort sind!“ Der Altmann von Vitte schien sich noch zu besinnen, was er dem Gutsherrn erwidern sollte, als ein lautes Getümmel, das sich in den Menschenscharen erhob, jede weitere Unterredung abschnitt. Lautschallende Rufe, Aufjauchzen und kreischende Wehlaute durcheinander wogender Meuschen mischten sich mit Hufschlag und knirschendem Räderrasseln, das vom untern Dorfweg heraufklang und mitten durch die geschlossenen und erst jetzt ausweichenden Hausen fuhren in gewaltiger Eile zwei Wagen, von Reitern in Herrentracht umgeben, unter denen v. d. Lancken nur Walter v. Zarnekow erkannte! Beim Anblick des höflich aber höhnisch grüßenden jungen Edelmanns wankten v. d. Lancken die Knie. Vor sich, um sich herum hörte er rufen, flüstern, raunen:„Der Pfarrer! Doktor Meinhard, der Richter von Bergen— Gleich daranf soste sich der Karte Mann doch so weit, um den herankommenden Wagen entgegen zu treten. Der Richter, der auf dem vorderen derselben saß, zeigte eine kleine dürre Gestalt, ein alterndes, gelbes Gesicht mit spitzen Zügen, mit stechenden, dunklen Augen und einem schlimmen Lächeln, als er behend und beirahe höhlit vom Wagen hereksprarg und dem Ritter v. d. Lancken bieder die Hand schüttelte. Bei diesem Gruß kehrte eine letzte Hoffnung in die Seele des unglücklichen Mannes zurück. Er fragte mit gepreßter Stimme: „Woher so rasch— so spät, Doktor Meinhard? Ihr kommt wegen Regina Ruge— der vermeintlichen Hexe! hatte das solche Eile, daß Ihr bei Nacht und mit einem solchen Gefolge zu meinem Hofe heranziehen mußtet?“ „Ich denke doch!“ gab der Richter mit dünner, aber klarer Stimme zur Antwort.„Eure Tochter Agnes— erschreckt nicht, alter Freund!— ist selbst im Verdacht der Zauberei— was sag ich Verdacht, ist hart angeklagt und da Gefahr im Verzug war, macht ich mich vor Nacht und Nebel auf den Weg und hoffe, es soll sich am Morgen besser wenden, als es am Abend den Anschein hat. Was rechtens ist, läßt sich nicht aufschieben, noch hindern, das wißt Ihr wohl, Herr von der Lancken. Euch aber konnten wir doch nicht ansinnen, die Untersuchung wider Euer verirrtes Kind anzuhehen!“ „Was rechtens ist— läßt sich nicht aufschieben noch ändern!" wiederholte tonlos und wie mit gelähmter Stimme der Gutsherr. „Eure Tochter muß in Haft genommen, muß befragt und verhört werden. Wir wollen ihr alle Erleichterung gewähren, aber in Eurem Hause darf sie nicht bleiben! Lange wird die Untersuchung nicht dauern, der Fall sieht nicht hartnäckig, nicht verzweifelt aus! Gebt Raum, Ihr Leute und verführt nicht solch Mordgeschrei, es ist zur Zeit noch nichts, gar nichts erwiesen und festgestellt!“ Im Augenblick, wo dies gesprochen wurde, drängten in der That die Schwärme der bewaffneten Fischer, die Hausen der erregten Weiber ihnen nach, mit den Wagen des Gerichts zugleich das aufgesprengte Hauptthor in den Hofraum. Und im nächsten Augenblick erscholl es von bundert gellenden Stimmen: „Da ist sie! Da kommt sie! Das Fräulein von der Lancken! Die schlimme Zauberin! Die Hexe!“ Auf der Schwelle des Herrenhauses, umklammert von Gerhard Friesen, stand todesbleich, aber gefaßter als ihr Vater und Bräutigam, die holde Aques. Gerhard Friesen hat“e, das wer den!“'s zu ehrn—se eben ins Haus zurückzuziehen gesucht, sie aber strebte ihrem Vater zuzueilen, dessen Verzweiflung sich beim Anblick seines bedrohten Kindes in einen schmerzlichen Aufschrei und zitternden Ausruf ihres Namens löste. „Laß mich— laß mich, Gerhard, komm mit mir zum Vater!“ sagte sie, den Nächststehenden vernehmbar. „Gott wird helfen, uns aber ziemt Fassung!" Sie brach dennoch in Thränen aus, während Gerhard in wortloser Betäubung die Braut zu halten, zu führen versuchte. Ihr Haupt sank einen Augenblick auf seine Schulter— er umschlang sie und sah mit wildem Blick um sich her, als wolle er sie gegen eine Welt von Feinden beschirmen. Und doch drückte sein ganzes Aussehen, sein Gesicht, das in den Schrecken der letzten Viertelstunde um Jahre gealtert schien, die hülflose Ohnmacht des Verlassenen, Preisgegebenen, nur zu deutlich aus! Der Ritter hatte sich in diesem Augenblicke so weit ermannt, daß er Walter v. Zarnekow und den Juristen aus Bergen anherrschte:„Das ist kriegerischer Ueberfall, nicht Gericht, Ihr Herren! Mein Kind bleibt in meinem Hause— und wenn Ihr auf lügnerische, wahnwitzige Anklagen und wilde Gerüchte hin ein Verfahren einleiten wollt, so hab ich ein Wort mitzureden" „Nein, das habt Ihr nicht“, sagte Doktor Meinhard scharf.„Ich habe eine Generalvollmacht vom Herzog Bogislaw, in dringenden und schlimmen Fällen rasch einzuschreiten— das ist einer von den dringenden, denn, kamen wir zu spät, so stand ja hier Hochzeit bevor! Es kann alles Lüge— alles Verleumdung sein, das werden wir denn rasch finden! Da seid Ihr Fräulein, es ist brav von Euch, daß ihr Euch herzoglicher Justiz sogleich stellt und hat Euch die alte Regine fälschlich beschuldigt, so werden wir ihr das freche Plappermaul mit zeitlichem und höllischem Feuer stopfen. Wahrhaftig, wir wollen Euch und Eurem Vater und dem neuen Gespons— das ist doch wohl der Herr Magister Friesen?— nicht weher thun, als wir müssen!" „Ihr lüot“, rief Herr Kornelius wild.„Auf Eurer, auf Zarnekows Stirne steht geschrieben, daß Ihr nach unschuldigem Blute lechzt.“ (Forsetzung folgt.) PO # Passus über die„auswärtigen Angelegenheiter“ als wohlthuend.— Die„Neue fr. Presse“ sagt, die Thronrede ist ein Meisterstück in Form und Fassung, der feierliche Ernst derselben entspricht völlig dem großen Problem, die Thronrede wird ein denkwürdiges historibläne unter die höhere Ide der allgemeinen Wohlfsahrt etwa schjsährigen Knaben zu, der über seine Herkanst nichts rückt und über die getrübte Atmosphäre der Partei= angeben konnte Heute wurde ermittelt, daß er veranf die Zufahrung m k Hörde, 18 Nm[Pr:iswundar##.„ Fremder Kuad:! Dem vernehmen nach der die königl. Regierung zu Arnsberg den Heren Kreiewundarzt Dr. Stricker in Dortmund für die Dauer seiner Krankheit von den Funktionen eines Gerichtsarztes entbunden und mit dessen Vertretretung den Herrn Dr. Schulte hierselbst beauftragt.— Gestern abend führte man der hiesigen Polizeibehörde einen Frfelgte, Wollen die Liberalen nicht einer unfruchtbaren Verneinung geziehen werden, so müssen sie der genialen Initiative des Fürsten Biswarck folgen, denn die Entwürfe des Reichskanzlers haben mit überraschendem Scharfblick die wunden Stellen der heutigen Gesellschaft berausgefunden. In den Worten:„Frei von reaktionären Hintergedanken“, liegt eine frohe Verheißung. Die„Deutsche Zeitung" bezeichnet die Thronrede gleichfalls als eine Staatsschrift von sittlichem Ernste und historischer Bedeutung. Die Welt habe an die friedlichen Versicherungen Deutschlands zu glauben gelernt Das„Neue Wiener Tagblatt“ sagt: Die kaiserliche Botschaft richtet sich auch an künstige, Geschlechter,„5 ist ein Vermächtnis des Kaisers und des Fürsten Bismarck; sie enthält Glaubensartikel, an denen die deutsche Politik für ewige Zeuten festhalten soll. seinen gewiß besorgten Eltern (*) Aplerbeck, 18. Nov.(Finnen.] Heute fand der Fleischbeschauer Herr Kümper hierselbst in einem Schweine des Die von so Fabrikarbeiters Johann Neumann Finnen. Die Vernichtung und Unschädlichmachung des Fleisches ist sofort auf polizeiliche Anordnung erfolgt. Das Schwein soll glücklicherweise versichert gewesen sein. 0 Lünen, 19. Nov.[Zur Stadtverordneten: wahl.] Gestern abend fand im Lokale des Herrn L. Köhler für die Wähler der 2. Abteilung behufs Auftellung von Kandidaten für die am nächsten Mittwoch statzfindende Stadtverordnetenwahl eine Vorversammlung statt. Zur 2. Abteilung gehören 54 Wahlberechtigte, von denen jedoch 10 nur das aktive Wahlricht haben und es scheiden für diese Abt. ilung von dem Kollegium aus die Herren I. Nolle und Aug. Quitmann. Nachdem Herr Ingenieur Lenz zum Vorsitzenden ernannt worden, ward der Vorschlag, daß die Versammlung nicht zwei, sondern vier Kandidaten vorläufig aufstellen solle, angenommen. Bei der Abstimmung erhielten erhabener Stelle vorgetragenen Prinzipien müssen zün= die Herren L. Coers, I. Nolle und Fr. Lenz die meisten dend auf alle wirken, welche an die Ideale der Bot= Stimmen und die Herren Aug. Quitmann, Heinr. Waldschmidtu Friedensversicherungen in so solenner G. Landmann vereinigten auf sich die gleiche Stimmen Die den schaft glauben. Form wurden fast niemals erteilt. * Wien, 18. Nov.[Die Thronrede.) „Wiener Abendpost“, konstatirt mit Befriedigung mächtigen Eindruck, den die übereinstimmend als hochbedeutsam anerkannte Botschaft des Kaisers Wilhelm allenthalben hervorgerufen habe. Dieser Eindruck finde seinen Wiederhall in der ungeteilten Würdigung, welche fast die gesamte Presse den in der Thronxede, entwickelten hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben widme und in der Anerkennung, welche die Presse den in großen Konzeptionen entrollten Ideen zolle. Selbstverständlich würden diese Betrachtungen von dem Ausdrucke der befriedigtsten Genugihuung begleitet, welche durch die in der Thronrede enthaltenen Hinweise auf den eminent friedlichen Charakter der europäischen Lage und auf die friedenverheißenden und freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarreichen überall erweckt worden sei. Als wir die MitProvinzielles * Dortmund, 19. Nov.[Zur Abwehr.] vor der Stichwahl aus absolut sicherer Quelle teilung brachten, Herr Lenzmann habe sich verpflichtet, für Altena= Jerlohn anzunehmen, da ließ der Vorstand des „Wahlvereins der deutschen Fortschrittspartei“ ein Plakat ankleben, worin kurzer Hand erklärt wurde, daß Herr Linzmann dem genannten Vorstande noch gestern(das Flugblatt ist am 8. d. M. angeklebt) erklärt habe, daß er eine W bl in Dortmund unter allen Umständen annehmen werde. Nun aber stellt es sich heraus, Lenzmann, der in Altena=Iserlohn festgelegt war artige Erklärung gar nicht abeehen konn daß Herr eine der ferner diein jenigen, welche ein solches Flugblatt unter. Altena flehentlich bilten mußten, Hrn. Lenzmann dort frei ugeben. Wenn jetzt, so sagten sie nach dem Berichte des„Iserl. Kreis=Anz“ wörtlich, nachdem sie erklärt, Herr Lenzmann werde auf alle Fälle in Dortmund annehmen, diese Versammlung sie zu Lügnern gemacht, so wären sie für Dortmund politisch tot. Wie reimt sich das nun zusammen?— Wir machen derlei Ausgrabungen, jetzt wo die Wahl vorbei ist, nicht gern und wir haben auch während der Wahl über manches trotz unserer nach jeder Seite hin loyalen Haltung gegen uns Gerichtete hinweggesehen, teils um die herrschende übergroße Au regung nicht noch zu vermehren, teils, weil uns die Dinge unserer Rechtfertigung nachzuweisen, daß die„ungenaue Berichterstattung“ nicht auf unserer Seite war. [Schwurgericht.] In den ersten Sitzungen des am Montag beginnenden Schwurgerichts wird, wie uns mitgeteilt wit., Herr Landgerichtsrat v. Meier prästhiren, da Herr Landgerichtsrat Schrader durch einen Sterbefall # scroß 4. uns berichtet wird, Kurde in der Nacht vom Freitag auf Samstag, 5 Minuten vor ¼ ein starker Erdstoß in unserer Stadt verspürt. §[Stadttheater.] Wie wir soeben hören, Gastspiel des Herrn Siebert der Totenfeier wegen verschoben. Zur Packeroerorderung.] Bon einem Fachmann wird der„Magd. Ztg.“ folgender Artikel zugesandt, welcher verdient, in den weitesten Kreisen bekannt zu werden: Während der Weihnachtszeit hat die Postverwaltung eine so große Masse von Packeten zu befördern, daß außergewöhnliche Maßregeln getroffen werden müssen, um dieselben den Bestimmungsorten zuzuführen. Leider ist aber die Zahl derjenigen Packete, welche deshalb nicht bestellt werden können, weil die Aufschriften während der Beförderung abhanden gekommen sind, ziemlich bedeutend und so mancher erhält sein Packet erst nach den Feiertagen. Diese herrenlos vorgefundenen Packete werden nämlich den Postanmeldestel: len zugeführt, deren Aufgabe es ist, die Adressaten zu ermitteln. Selbstredend müssen diese Sendungen geöffnet werden, was bei den Oberpostdirektionen durch den Ausunbestellbarer Sendungen erfolgt. Hier wird vor nach einem beigelegten Briefe gefahndet; wird ein vorgefunden und trägt derselbe die Adresse des in 12 Uhr, ist das schuß allem solcher I. WITD Adresse der Postan Empfängers, so wird das Packet unverzüglich stalt des Bestimmungsortes zugeführt. In den meisten Fällen werden aber in den herrenlosen Packeten entweder gar keine Briese, oder solche mit der Anrede z..:„Lieber Otto“, unterschrieben„Deine Mutter" vorgefunden; von diesen stellt der Ausschuß ein ganz genaues Inhaltsverzeichniß des Befundes auf und demnächst ist es die schwierige Aufgabe der Postanmeldestellen, auf grund der Inhaltsangaben die Adressaten zu ermitteln. Nach Vorstehendem muß wohl die einfache Schlußfolgerung gezogen werden, daß es in allen Fällen ratsam in, in der Weihnachtszeit jedem Packete einen Brief, eine Rechnung oder ein Stück mit der Adresse des Empfängers beizufügen; der Absender wird dann beruhigt sein können, daß, wenn auch während der Beförderung die Aufschrift vom Packete verschwinden durch die inliegende Adresse das Packet ohne große sollte, Bemerkt Zeitversäumniß an den Bestimmungsort gelangt. wird noch, daß Briefe in Packete gelegt werden können nach Orten in eutschland, Oesterreich=Ungarn und denjenigen außerdeutschen Staaten, in welchen die betreffende Postverwaltung sich mit der Packetbeförderung befaßt. Schließlich sei noch der zur Weihnachtszeit versandten Hasen erwähnt, dieselben werden in dieser Zeit so massenhaft herrenlos vorgefunden, daß förmliche Auktionen veranstaltet werden müse sen. Um auch diese Sendungen sicher den Bestimmungsorten zuzuführen, ist es am besten, wenn die Hasen oberhalb der durcheinander gestickten Hinterläufe durch Bindfaden mit einem durchlochten Stück Breit— kein Zigarrenkistenholz; welches leicht spaltet— oder dicker Pappe, worauf die Adresse geschrieben ist, fest verbunden werden = Hörde. 17. Nov.[Straßenbahn.— Eisteich.] Endlich ist die Straßenbahnstrecke Hörde=Dortmund bis zum Markt fertig gelegt, d. h. der Uebergang über die Geleise der Hüttenbahn und die Brücke an der Seekante ist jetzt bewerkstelligt. Bekanntlich ist die Konzession zum Legen der Geleise über die Rheinische Eisenbahn am Schwaben noch #. da von Senntag an die nicht eingetroffen, deshalb müssen, da von Senntag an die Strecke in Betrieb gesetzt wird, die Passagiere vor Rheinischen Eisenbahn aussteigen, um mit dem am anderen Ende bereitstehenden Wagen weiter befördert zu werden. Hoffentlich wird diese Unbequemlichkeit durch baldiges Eintreffen der Konzession beseitigt werden.— Herr Wencker aus Dortmund läßt an der Kronenburg einen großartigen Eisteich anlegen und sind die Ausschachtungsarbeiten, die wohl mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden, in Angriff genommen. Der Teich, welcher eine ganz Länge und Breite erhält, liegt zwischen der Do Hörder Chaussee und den Anlagen der Kronenburg bereits enorme Dortmundzahl. Im zweit'n Gang bekam von den drei letzteren Herr Aug Quitmann die Majorität. Die Versammlung hat demnach die Herren L. Coers, I. Nolle, Fr. Lenz und Aug. Quitmann als Kandidaten der 2. Abteilung auf gestellt, von denen zwei zu wählen sind. Für die erste Abteilung scheiden die Herren G Wortmann und G. Quitmann aus, dieselben sind jedoch, wie man uns mitteilt, zur Wiederwahl als Kandidaten aufgestellt. In der ersten Abteilung befinden sich, wenn wir nicht sehr irren. 20 Wähler. Für die dritte Abteilung scheiden aus die Herren L. Coers und Jos. Möllmann. Eine Versammlung der Wähler dieser Abteilung soll erst, wie wir hören, in den nächsten Tagen stattfinden, um die Kandidatenfrage zu erörtern. „ Bochum, 17. Nov.[Messeraffäre.] An der wittener Chaussee und zwar im Graben, fand man heute morgen die Leiche des aus dem Brandenburgischen gebürtigen Bahnarbeiters Büttner. Wie sich ergab, hatte derselbe zwei Stiche, einen in den Oberarm und den andern in den Oberschenkel erhalten und muß hieran verblutet sein, wenn er nicht vorher ertrunken ist. Dem Thäter, der ebenfalls beim Eisenbahnbau beschäftigt ist, scheint man auf der Spur zu sein. Der Erschlagene ging nämlich mit dem Betreffenden kurz vor 9 Uhr gestern abend aus der Wirtschaft des Reese und kaum 50 Schrilt davon entsernt ist der Mord vollbracht. war verheiratet, seine Familie lebt aber nicht hier. Milspe, 16. Nov.[Tropfsteinhöhle.] Die„Gev. Zeitung" berichtet: Beim Bau der Eisenbahnstrecke HauseAltenwerde zeigte sich, wie wir vor einiger Zeit mitgeteilt, eine neue Höhle und ist dieselbe jetzt, nachdem der Eingang frei gelegt, in ihrer ganzen Schönheit zu sehen. Die Tropfsteinbildungen sind in der That überraschend schön und den Gebilden der Dechenhöhle gleich zu stellen. Hoffentlich wird die Direktion der Berg.=Märkischen Eisenbahn im Interesse des Publikums dafür zu sorgen, daß die Naturschönheiten erhalten bleiben und nicht durch frivole Hände zerstört werden können Schwelm, 15. Nov.[Ein alter Schwindell wurde am Kirmestage der vorigen Woche hierselbst inszenirt. Zu einem Hausbesitzer in Elberfeld kam ein Maurer und bot de selben an, ihm für 600 M echten Geldes 1800 4 falsches aber täuschend nachgemachtes Geld zu liefern. Der Hausbesitzer, glaubend, daß es sich wirklich um falsches Geld handele, avisirte die elberfelder Polizei, erfuhr aber von der selben, daß die Sache wahrscheinlich eine Bauernfängerei bedeute. Als nun der Maurer abe mals zu ihm kam, stellte er sich, als gehe er auf den Handel ein. Da der Besitzer des falschen Geldes aus Iserlohn sein sollte, und zugleich zur größeren Sicherheit, wurde eine Zusammenkunft am Bahnhof zu Schwelm verabredet, welche am 10. d. M. stattfand Hierbei stellte sich dem Hausbesitzer eine Frauensperson als diejenige vor, welche das Geschäft in Abwesenheit ihres Mannes abzuschließen bereit sei. Der Hausbefitzer erklärte jedoch, das Geld erst anderen Tages beschaffen zu können, und man setzte eine neue Zusammenkunft auf dem Kirchhofe zu Schwelm für den nachfolgenden Nachmi tag fest. Zur verabredeten Stunde traf der Handelsmann nun hier ein, aber mit ihm auch ein Polizeiwachtweister von Elberfeld, welcher sich mit der schwelmer Polizei verständigt hatte und diese beiden Polizeibeamten nahmen nun den Maurer und ie Frau in Haft. Selbstverständlich fand man bei ihnen weder echtes noch nachgemachtes Geld in der angegebenen Höhe, sondern nur im Besitze des Maurers eine Anzahl Spielmarken, so daß die betrügerische Absicht offen zu tage liegt. Die Frau ist, laut„Schw. Ztg.“, aus Barmen und dort an einen wegen diese Art du keler Geschäfte schon seit langen Jahren bekannten Handelsmann verheiratet. Aus dem Münsterlande, 8. Nov.[Doppeltes Ungluck] Die„Gl.“ schreibt:„In der Nähe von Raesfeld erug sich unlängst ein entsetzliches'nglück zu. Ein mit Pflügen beschäftigter Bauer wollte die schlecht ziehenden Kühe mit einem angespitzten(!) Stocke werfen, fehlte aber und traf sein 11jähriges Söhnchen, welches die ungelehrigen Tiere leitete, mit solcher Wucht in das Auge, daß es sofort tot zusammenbrach. Der unglückliche Vater warf sich schrecklich jammernd auf die Leiche seines Söhnchens. Die lauten Wehrufe hörte die Frau des Mannes und alsbald eilte sie, ihr halbjähriges Kind, welches sie auf den Armen trug, in das Gras setzend, zu der Unglücksstätt:. Nachdem dann die Eltern ihren toten Sohn gemeinschaftlich in das Haus getragen und aus ihrer Verzweiflung etwas zur Befinnung gekommen waren, erinnerten sie sich auch wieder des verlassenen Säuglings. Sie finden denselben von Schweinen, die auf dem Hose umherliefen, umringt und dem Tode nahe. Die Tiere hatten das Kind halb aufgefressen. Ahlen, 15. Nov.[Dynamit=Frevel.] Die„Glocke“ berichtet: Dieser Tage fanden zwei Bergleute auf dem Wege zum Schacht„Alwine“ eine frischgestopfte Pfeise. Der eine wollte dieselbe sofort anzünden, wuro- aber zum Glück von seinem Begleiter darauf aufmerksam gemacht, daß der Inhalt der Pfeife vielleicht nicht ganz zweifelsohne sein könne. Man untersuchte den Pfeifenkopf und fand auf dem Boden desselben drei Dynamitzündhütchen. Durch eine Explosion derselben. die beim Rauchen unbedingt hätte erfolgen müssen, wäre der Raucher ohne Zweifel getötet oder verstümmelt worden. Die gefährliche Pfeise lag auf einem sehr belebten Wege und ist selbstverstänolich in der Absicht dorihn gelegt worden, um einen Menschen zu töten.— In der Nacht vom Sonntag auf Montag wurden die Bewohner eines Teiles unserer Stadt durch eine furchtbare Explosion aus dem Schlafe geweckt. Am andern Morgen stellte sich heraus, daß in einem Hausgarten mehrere Dynamitpatronen explodirt waren, welche von nichtsnutzigen Strolchen dahin geworfen waren. Wahrlich, die Strontianit=Industrie hat uns sehr viel Gutes gebracht, aber auch sehr viel Schlechtes. Früher hat man von solchen Heldenthaten, wie sie jetzt allwöchentlich hier vorkommen, nichts gehört. Essen, 12. Nov.[Biersteuer] Der gestrigen Stadtverordnetensitzung lag ein von der Verwaltung ausgehender Antrag vor, welcher die Erhebung einer Brau= und Biersteuer als Gemeindesteuer, ähnlich wi: solche bereits in Düsseldorf besteht, bezweckte. Nach einem vorliegenden Regulatto würde von dem in Essen georauten Bier ein Kommunalzuschlag von 50 Proz zur staatlichen Brausteuer und von dem von auswärts eingeführten Bier eine Kommunal= abgabe von 65 Pfennige pro Hiktoliter erhoben werden, welche Kosten der Empfänger zu tragen hätte. Alle Bierverkäufer müßten demnach über die von ihnen bezogenen Biermengen genaues Lagerbuch führen und dieses jederzeit den betreffenden Kommunalbeamten zur Einsicht vorlegen Die Einnahmen aus dieser Steuer wurden auf 35000 M veranschlagt und sollen dazu benutzt werden, um den sonst nötig werdenden Zuschlag zu den Staatssteuern zu verringern. Der Vorschlag resp. Antrag fand, laut der„Eld. Ztg.“, allseitig den heftigsten Widerspruch in der Versammlung, welche sich eher geneigt zeigte, eine höhere Besteuerung des Branntweins einzuführen. Es wurde namentlich geltend gemacht, daß die vorgeschlagene Steuer nicht nur das Brauergewerbe empfindlich schädige, sondern auch die 1 Wirte so zu sogen unter polizeiliche Aufsicht steue Versammlung entichied sich mit 17 gegen 10 Stimmen dehin, eine Fünserkommission zur näheren Prüfung der Sache zu wählen, womit dieselbe ihre vorläufige Erledigung fand. Düsseldorf, 14. Nov.[Ein teurer Fastnachtsstreich! Am 26. Februar d. J. wollten zwei Burschen in Krefeld noch einen Fastnachtsstreich ausüben, ollein dieser Streich hatte üble Folgen für sie. Der Tagelöhner R hatte sich auf irgend eine Weise in Besitz von Fuchsin gesetzt und ging am Abende besagten Tages mit dem Metzger Georg F. aus und verbreitete diesen, zwei des Wiges kommenden Dienstmädchen Fuchsin in di Haare zu reiben. Die Mädchen hatten keine Ahnung davon, was ihnen in die Haare gestreut war. Als sie sich am folgenden Morgen wuschen, verbreitete sich das Fuchsin über den ganzen Kopf, und nicht allein die Haare wurden feuerrot, sondern auch der Teint im Gesicht, so daß die Mädchen ihren natürlichen Teint nur durch medizinische Mittel zurückerobern konnten. Die Haare fielen alle aus, so daß die Mädchen jetzt falsche Haare tragen müssen. Der zarte Haarwuchs, der sich erst jetzt wieder zeigt, hat wieder die fatale Farde. Das Schöffengericht qualifizirte die That als Mißhandlung und verurteilte beide Burschen zu 3 Tagen Gefängnis. Gegen dieses Urteil legte der Staatsanwalt Berufung ein und die Strafkammer sah den„Fastnachtsstreich“ etwas ernster an und verurteilte jeden der Burschen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen, um ihnen die„Fastnachtsstreiche" auszutreiben. Mainz, 15. Nov.[Eine recht traurige Erfahrung) hat, wie wir der„Frkf. Ztg.“ entnehmen, eine achtbare Familie gemacht. Ein Mitglied derselben lernte vor einiger Zeit einen Herrn kennen, der sich S. nannte, aus Lon on zu sein vorgab und sich als ein so feingebildeter, liebenswürdiger Mann zu geriren wußte, daß jener ihn hier in seine Familie einführte. Hier lernte derselbe die Tochter des Hauses kennen und verstand es, binnen kurzem ihre vollfte Zuneigung zu gewinnen. Es bildete sich ein förmliches Liebesverhältnis zwischen beiden und endlich trat der londoner Gastfteun mit dem Antrag vor den Vater der Dame, ihm dieselbe zur Frau zu geben. Letzterer versäumte nunsicht, nach London zu schreiben und sich nach Herrn S. zu erkundigen und da die erhaltene Auskunft sehr günstig für Herrn S. lautete und die Tochter einverstanden war, so wurde der Pakt abgeschlossen—. Hochzeit an einem gewissen Termin in London stattfinden sollte. Gleichzeitig war aber auch zwischen dem Vater und seinem zukünftigen Schwiegersohn ein Abkommen dahin ge Telegraphische Depesche der„Dortmunder Zeitung“. T Essen, 19. Nov., 2 Uhe 30 Minuten. Soeben wurde Schiff zum Tode und 15 Jahr Zuchthaus verurteilt. Litterarisches. —„Unsere Zeit.“ Das soeben erschienene November= heft der Deutschen Revue„Unsere Zeit"(Leipzig, F. A. Brockhaus) enthält: Sphinx Atropos. Novelle von Emil Taubert. III. IV.— Der Selbstmord und die moderne Zivilisation. Von H von Scheel.— Die Dramendichtung in Frankreich seit 1878. Von F. C. Petersen I.— Die Gesetze der Kultur. Von Otto Henne=Am Rhyn.— Parlamentarische Größen Oesterreichs. Von Walter Rogge IV. — Gemeinsames Maß und Gewicht und der pariser Vertrag vom 20. Mai 1875. Von Wilhelm Förster, Direktor der königlichen Sternwarte zu Berlin II.— Die jüngste Königsresidenz. Von Robert Byr.— Chronik der Gegenwart: Musikalische Revue. Politische Revue. Zu beziehen durch die C. L. Krügersche Buchhandlung in Dortmund, Westenhellwig 43. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Versen in Dortmund. Offener Sprechsaal. (Für Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion dem Publitum gegenüber nicht verantwortlich.) Dortmu. d. 18 Nov. Als im vorigen Jahre auf die mangelhafte Bezeichnung der Zeit in unserer Stadt hingewiesen und zur Abhülfe die Regulirung der Reinoldi= und ere und die Lochter einverstanden: Petri=Kirchenuhr von seiten der Stadt vorgeschlagen wurde, gaeschlossen und bestimmt, daß die machten wir in diesem Sprechsaal schon den Vorschlag, statt seschlossen und benimmt, doß ore Lzsz ungenügenden Auskunftsmittels elektrische Uhren aufzustellen, aber ohne weiteren Erfolg. Es machte uns daher besondere Freude, als wir vor kurzem in diesem Blatte, anTage der Trauung bei einem knüpfend an die richtige Benutzung unserer Pferdebahn, von Tage der Trauung ber einem.#, henfanls die Anlage von elektri troffen worden, daß lepterer am—., gifz pran 10/000 A.„ sachmännischer Seite ebenfals die Anlage von elektrischen erheben ermächtigt sei, wozu ihm die Legitimation gleich mit: Uhren befurwotter und nachgewirsen fandn, gegeben wurde. Der Brduuigam rezgte nun gseue wspzter E; ist keine Frage, doß eine solche Anlage sich bezahlt Braut mit ihren Angebörigen folgte eunge„zagieg„vater.chen würde, im Fall sie auch doppelt so viel kostete, wenn nach. In einem besimmten Hotel zu London soste S. am man an aue die Personen denkt, die an eine bestimmte Zeit gebunden sind. Von den Schulkindern an, die noch keine Uhr tragen, bis zu den ältesten Personen, die bald nach der Reinoldi=Kirchenuhr, bald nach der Eisenbahnuhr sich richten müssen, die Arbeiter, welche nach den verschiedenen Werken, die Reisenden, welche nach den entfernten Bahnhöfen gehen, würden von den elektris ten Uhren großen Vorteil haben, und da die Amt'sgerichte und das Lindgericht manche auswärtige Personen hierherführen, so hat doch die Stadt großen Nutzen und die Pflicht, den Fremden eine Normaluhr zu bieten, nach der sie sich richten können. Wir bitten daher die Väter der Stadt, dem Gegenstande näher zu treten, da die ganze Bürgerschaft demselben gewiß ihre Unterstützung leihen wird. Hochzeitstage seine Verlobte abholen. Der Tag kam, alles war zur Stelle, nur der Bräutigam nicht; man wartete, allein vergeblich Böse Ahnungen steigen auf, ian geht auf das Bankhaus, wo die 10000 A deponirt worden, und hier erfährt man, daß Herr S bereits in aller Frühe das Geld in Empfang genommen und, wie sich weiter herausstellt, da mit das Weite gesucht hat. Der angegebene Name S war ein fälschlich angenommener und der wirkliche S. eine in der That hochangesehene Persönlichkeit Londons, steht außer jeder Beziehung zu dem raffinirten Gauner, über dessen Verbleib die Polizei trotz aller Anstrengungen bis jetzt nichts zu ermitteln vermochte. Witterungsbericht von 6 Uhr morgens des 18. Nov bis dahin des 19. Nov. Temperatur von 6 Uhr Morg. bis von 6 Uhr Abends bis 6 Uhr Abends. 6 Uhr Morg. in ccm Standesamt Dortmund. Anmeldungen vom 18. November. Aufgebote. Fremde: Maurermeister Richard Fischer, Wiesbaden, mit Louise Timmermann, Holzminden. Eheschließungen. Fabrikarbeiter Johann Herbrand mit Franziska Teigelköttr, Rheinischestr. 125. Maschinist Peter Bleilevens, Treibstr. 27, mit Elisabeth Hartmann, Unions=Vorstadt, E Straße 10. Fabrikarbeiter Johann Loges mit Witwe Kersting, Elisabeth geb. Sa male, Papengarten 20 Schlosser Heinrich Osthorst, Annenstraße 10, mit Louise Barenschee, 2. Kampstraße 21. Bergarbeiter Heinrich Späh mit Wilhelmine Thormann, Münsterstraße 199. Fabrikarbeiter Franz Volmer, Huckarderstr. 45, mit Henriette Stork, Andreasstraß 2. Fabrikarbeiter And eas Fröhlich mit Witwe Jakob, Henriette geb. Dornemann, Ickegasse 7. Bahnarbeiter Theodor Dange mit Franziska Klingenhaeaer, Steinsstraße 49. Fabrikarbeiter Paul Latussek, Witwer, mit Anna Leykowski, Klemensstraße 5 Berichtiaung vom 15. Nov.: Eisenbahn=BüreauDiätar Friedrich Stohr, Münsterstr. 30, mit Elisabeth Mischel, nicht Schilli, Münsterstr. 19. Geburten. 1 Sohn: Fabrikarbeiter Peter Werner, Unions=Vorstadt, E= Straße 18. Bahnarbeiter Heinrich Rehr, Alsenstraße 48. Kaufmann Ludwig Schultz, Ostenbellweg 49. Hüttenarbeiter Karl Rölleke, Zinkstraße 1 Schmied Anton Nimptsch, Jakobestraße 29.— 1 Tochter: Bahnarbeiter Wilhelm Stamm, Friedrichsstr. 25. StationsAffistent Peter Kürten, Leopoldstraße 78. Witwe Esselmann, Leopoldstraße 60. Schriftsetzer Friedrich Reinhard, Weiherstraße 44.„ Todesfälle. Heinrich, S. des Wirts Heinrich Bierbrodt, Hohestraße 271, 11 M. 3 T. Franz, S. des Scheerenschleifers Wilhelmus Berendes, Marschallstraße 5, 2 J. 14 T. Maria, T. des Rangirers Josef Baoe, Heiligerweg 48, 1 J. 7 M. 7 T. Eine unbekannte männliche Person an der Berghalde der Zeche„Friedrich Wilhelm“ im Alter von 40—45 Jahr. Totgeburt. Schreiner Heinrich Kellerhoff, Rosen: thal 44, 1 T. Warum ist für die Pferdebahn eine Haltestelle an der Funkenburg errichtet, wo kein Publikum wohnt? Warum fährt man nicht durch bis zur Zinkstraße, da die Pferdebahn doch den meisten Nutzen von dem dort wohnenden Publikum hat, zumal da er doch keine weiteren Anlagen bedarf, indem das Geleise schon bis zur Zinkstraße liegt. Es wäre doch zu wünschen, sogar vorteilhaft für die Pferdebahn=Gesellschaft, wenn bie zur Zinkstraße durchzefahren würde. Dortmund, 19. Nov. Montag, den 21.., findet bekanntlich die Stichwahl zwischen den Herren Direktor Brauns und Rentner Munkenbeck statt. Wenn wir auch gegen die Person des Herrn Brauns rächts haben, so glauben wir doch, daß ein Direktor eines Werkes in dem Kolleg genügt; außerdem sind ja schon Direktoren und Ingenieure in unserem Stadtverordneten=Kollegium vertreten, und dadurch ihre Interessen auch vollständig wahrnehmen können. Unserer Ueberzeugung nach fehlen dem Kollegium tüchtige Arbeitskräfte, damit nicht die ganze Arbeitslast auf einzelne Schultern geladen werdin muß, denn daß die Herren Direkloren als Beamte ihre ganze Kraft den Werken widmen müssen und dadurch größtenteils sast nur beratende Mitglieder des Stadtverordneten=Kollegiums sind, wird, wer die Verhältnisse in etwa kennt, nicht abläugnen, wenn mehr arbeitende Stadtverordnete gewählt würden: einen Fritz Stade hätten wir nie verloren. Wollen die Wähler der zweiten Abteilung dieses wohl berücksichtigen, Parteirücksichten vollständig bei seite lassen und nur einen solchen Mann wählen, welcher stets bewiesen hat, daß er auch Ehrenämter voll und ganz ausfüllt. Wir richten deshalb die dringende Bitte an sämtliche Wähler der zweiten Abteilung, doch nur Herrn Rentner Karl Munkenbeck zu wählen. Schon das Gefühl der Dankbarkeit müßte unsere Mitbürger leiten, Herrn Munkenbeck ihre Stimme zu geben. Wer hat wohl mit größerer und segensreicherer Ausdauer für das städtische Wohl gearbeitet, wie Herr Munkenbeck, seit 1859 Armenvorsteher, seit 1865 stellvertretender Vorsitzender der Armenpflegekommission, von 1859 bis 1875 Repräsentant der Reinoldigemeinde, dann 1875 ins Presbyterium gewählt, und außer diversen kleinen städtischen Ehrenämtern gehört Herr Munkenbeck der Leihhaus Kommission, dem Waisenrat, dem Vorstande des Vereins gegen Verarmung und Bettelei an. Nicht nur bekleidet Herr Munkenbeck diese Posten, nein, man frage nur unsern Herrn Oberbürgermeister, die Herren Pastöre, überhaupt bei sämtlichen Herren, welche mit ihm arbeiten, man wird nur eine Stimme hören. Herr Munkenbeck ist der ausdauernste Mitarbeiter und ein solcher Mann sollt nicht gewählt werden? Erkennen doch selbst Gegner von ihm seine segensreiche Thätigkeit an und glauben dieselben, es mangele ihm an Zeit, noch mehrere Ehrenämter zu bekleiden, da muß man sich doch erst fragen, hat ein Rentner, welcher nichts zu thun hat, weniger Zeit, als ein technischer Direktor des größten Werkes? Darum noch einmal, Mitdürger, wählt Herrn Karl Munckenbeck! Gewerbe, Handel und Verkehr. Neutz, 18. Novbr.[Getreidemarkt.] Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. Hafer, neuer, erste Sorte 15,50 M, zweite Sorte 14 J Rüböl und Kuchen unverändert. Weizen, neuer 23,40—25,40 J. Bandroggen, neuer 20,60—21.60 cs, Gerste— J, Buchweizen— K. Haser 17,20 K. Rübsen 26,50 J, Raps 28,00#. Kartoffeln 5#. WeizenVorschuß— A per 100 kg. Kleien.00#l. Heu 6,00 A per 50 kg. Roggenstroh per 600 kg 50.00 M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Zentnern 61 c. dito faßweise 63#, Gereinigtes Oel per 100 kg 3# höher als Rübbl. Preßkuchen per 1000 Kilo 150 4 * Köln, 18 Novbr.[Getreidemarkt.] Weizen diesiger loko 25.00, fremder loko 24,50, per November 24,10, per März 23.25, per Mai 23.05. Roggen loko 21.50, per November 19,35, per März 18.00, per Mai 17,60. Hafer loko 17.00 Rübol koro 30 80, per Mai 2970 Dortmund. 19. Nov. Falls bei der am Montag stattfindenden Stichwahl zwischen Herrn Brauns und Herrn Munkenbeck letzterer gewählt werden sollte, so würde eine interessant: Frage entstehen. Die Städteordnung bestimmt nämlich, daß Vater und Sohn und Bruder und Bruder gleichzeitig nicht in einem Stadtverordneten=Kollegium sitzen können. Bekanntlich ist Herr Munkenbeck der Stiefvater des Herr Dr. Brölemann, welcher diesmal von der dritten Abteilung zum Stadtverordneten gewählt worden ist. Bezieht sich nun die gedachte Gesetzesbestimmung auch auf Stiefvater und Stiefsohn? Man sollte„meinen ja, denn das Gesetz will verhüten, daß sehr nahe Verwandte gleichzeitig Stadtverordnete sind, damit nicht etwa Sonderinteressen vertreten werden. Findet nun das Gesetz auch auf Stiefverwandte Anwendung, so müßte die etwaige Wahl des Herrn Munkenbeck kasfirt werden, oder Herr Dr. Brölemann müßte zurücktreten. Jedenfalls müßte dann nochmals eine Wahl stattfinden. Ein Destillerie= und Branntwein=Geschäft sucht auf sofort oder später einen tüchtigen Reisenden, der nachweislich mit Erfolg für ein gleiches oder ähnliches Geschäft die westsälische Kundschaft bereist hat.) Offerten eub 11 356 nebst Zeugnissen ev. Referenzen besorgt die Exp. d. Zig Provisionsreisende ges. zu einem leicht verkäuflichen Konsum=Art. Näh. Brückstr. 59. J Kätmann. Knechtt ges. 211 353 N. i. d. E. Zuverlässiger Zimmergeselle gesucht.: H. Lueg. Hohestr. 30. Ein geschickter, solider Buchbinder findet deuernde Kondition bei 111 271 Heiur. Cramer, Betenstraße in Bäckergeselle wird gesucht. Näh. i. d. 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Ihrem Wunsche gemäß ließ ich meinen Pfleglingen beiderlei Geschlechtes den Die durch nachstehende Briefe bewiesene Thatsache, dass der Arabische DattelCaffee bereits Aufnahme in den Haushaltungen Sr.Maj. des Königs der Belgier, sowe Sr. Königl. Hoheit des Comte de Flandre gefunden hat, liefert gewiss den sichersten Beweis für seine bedeutenden Vorzüge. mit Schutzmarke à 500, 250 und 125 Gramm Retto-Inkalt. Weitere Niederlagen in noch nicht besetzten Städten Rheinlands und Westfalens werden errichtet durch Fritz Arronge in Köln. 11 335 Brüssel, 31. August 1881. Den mir freundl. gesandten Dattel=Caffee habe probirt u. sehr günstige Resultate erzielt. Sein Geschmack ist selbst für die verwöhnteste Zunge angenehm. Das Nervensystem nicht anregend, Nietet er einen unschätzbaren Ersatz für den gewöhnlichen Caffee f. Nervenleidende und solche, denen Theeund Caffeegenuß streugsteus verboten ist. gez. Dr. Careme, Arzt desHaushaltsSr. Maj. des Königs von Belgien. Bilenlingen Vrieern! Dattel=Caffer der Date Coffee Company probiren. Da es alles alte Leute sind, beobachtete ich dessen Wirkungen auf dieselben mit ganz besonderem Interesse. Der Versuch hat ergeben, daß dieser Caffee das Nervensystem nicht aufregt, das ist, die Verdauung nicht stört, und daß meine Pfleglinge ihn sehr gerne trinken Ich selbst habe nach dem Trinken dieses Caffees, den ich ausgezeichnet fand, gut geschlafen, was mir nach dem Genusse von Caffee seit lange nicht mehr möglich war. Empf. Sie 2c. gez. Blanchar Direktor des Asyls für alter e der königl. Residenz in La. Lacken, 6. August 1881. Anderseitig überreiche Ihnen Brief des Herrn Blanchard, Direktor des Asyls von Laeken. Ihr Dattel=Caffee wird von seinen Pfleglingen sehr gelobt. Ich selbst habe ihn getrunken u. ausgezeichnet gefunden. gez. E. Vander, A. a. Einer der Aerzte Sr. Maj. des Königs von Belgien, Arzt des Asyls für alte Leute der kgl. Residenz zu Laeken, sowie für die Staatsbahnen. Amden, des Biens& des Affaires Sr. Kgl. Hoheit des Grafen von Flandern. Chateau des Amereis, 12. Septbr. 1881 An The Date Coffee Company, London Ich habe die Ehre Sie zu benach richtigen, daß Ihre Kgl. Hoheiten, der Graf und die Gräfin v. Flandern, Ihren Kaffee sehr gut gefunden haben, und daß dieses neue Produkt sich den vollen Beifall Ihrer kgl. Hoheiten erworben hat. Sie wollen, uns gefl. bei erster Gelegenheit wieder eine Kiste von 25 Büchsen dieses Kaffees zusenden. Empf. Sie 2c. ges. C. Andrews, Chef der Division. Nachst. Analyse ues beeidigten Handelschemikers Herrn Dr. Ulex in Hamburg constatirt den grossen Nährwerth des Arabischen Dattel-Caffees, sowie, dass solcher ausschliesslich aus Datteln bereitet wird. Analyse: 3,8 pOt. Feuchtigkeit, 25" Zucker, .5 r stickstoff haltige Nährstoffe mit 0,se Theilen Stickstoff, 23.1„ stickstofffreie Nährstoffe, 42,8 s unlösliche Theile, wesentlich Kohle und Pflanzenfaser. 2,8 r unverbrennliche Salze mit.13 Theile Phos— pnorsaure u..ei Theile Kali. Das Fabrikat, Jediglich aus Datteln hergestellt, ist ein angenehm schmeckendes Caffee-Surrogat Hamburg, 18. Oktbr. 1881. gez. Dr. Ulex. Soeben traf bei uns ein: Illustrirter Familien=Kalender des Stadttheater in Dortmund. — 11 344 Sonntag, den 20. Nov. 1831: Die Gralle. Schauspiel in 5 Al.. von Charlotte Birchpseiffer. Kassenöffnung 6 Uhr. Anfang 7 Udr. Stadt Vielseitig an, gelangten Wünschen des verehrlichen Publikums entsprechend, beginnen von nun an die Vorstellungen an□ Sonn= und Feiertagen um 7 Uhr, an den Wochentagen um 7½ Uhr abende 11 345„. Ignats Pollak. Fredenbaum. (Wintergarten.) Sonntag, den 20. Novbe. kr.: Grosses KONZEN der ganz n Giesenkirchenichen Karelle Anfang 3 Uhr. Entrer 20„ Lahrer hinkenden Boten auf das Jahr 1882 Preis 50 Pf. Mit einem genauen Verzeichnis der Jahrmärkte u. Messen in Westfalen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Wiesbaden, den beiden lippeschen Fürstentümern, Birkenfeld, Luxenburg, den angrenzenden Städten. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. C. L. Krügersche! Buchhandlung. Wer gutsitzende, von schwerstem elsäßer Renforzis schön gearbeitete, preiswerte berhemden zu haben wünscht, der mache einen Versuch bei D. Rosenthal, Westenhellweg 78. Jedes Oberhemd wird nur mit dreifach leinenem Einsatz und Seitenteile besonders abgefüttert, gefertigt zum Preise von 2,50, 3,00, 3,50, 4,50 Mk. an11 347 — Blechbüchsen sehen dem Caffer und bedarf Der Arabische Dattel=Caffee wird in sehr gefälliger Aufmachung, in verpackt, in den Handel gebracht. In Geschmack, Aroma und Ausseher gleich, ist er„von fast dreifacher Ausgiebigkeit, besserer Faror— bedeutend weniger Zucker und Milch. Er darf daber mit Recht der billigste genannt werden. Unvermischt ergiebt er ein angenehm schmeckendes Getränk. Wird ein etwas herderer Geschmack vorgezogen, so ist, unter Berücksichtigung der größeren Ausgiebigkeit, eine Mischung von Caffee bis zu ¾ Arab. Dattel=Caffee zulässig Hieraus wird ein in jeder Beziehung veredelter Caffee bereitei. Aufträge für Deutschland erbitte an Herrn A. Gleichmann, 21 gr. Burstad, Hamburg. In Vollmacht f. The German Date Coffee Company, Hamburg, A. Strauss. eie. 528. Jtin eien uu Malz=Extrakt=Brauerei Th. Keuneke, nesenden, schwächlichen Hersonen, namentlich Fraven z. Kiadern. Dasselbe wird ärztlich empfohlen und unterliegt der steten Kontrolle des Herrn Gerichtschewiker: Dr Kay“'er her Preis pio Flasch 60 4. 41.6 Niederlagen in Dortmund bei Hehnrath, Brückstraße, Th. Clüsener, Westenb=dwez, Chr. Engelhardt, Weßtenhellweg Leais Werm, Rheinischestr, Beisenherz, Robstreße, August Klöpper, Rucelt Wwe. bellweg. E. H. Nolte, Ratt##straf.e, W. Böminghaus, Stein=plotz, Jalius Schocke, Witstr., Wwe. Herberts, Märkischestr., H. Alberternst, Oftwall. Druck und Verlig von C. S. Krüger in Vortmund Gesellschaft „Zur Eintracht“. Am Sonntag, den 20. Rovember: Gesellschaftsbend. 11 349 Iidele Narrenhalle. Sonntag, 20. Nov., morg. 10 Uhr: Vorwahl im Lokale des Witts Evers, Bütgenbrückstroße. Mehrere Mitglieder. Kronenburg. Sonntag, den 20. November kr., nahmittags 3 Uhr: Grosses KONZERT des Orchester=Vereins, Tv. Henning. Entree 30 K 11 3211 NB. Da ich meine beiden Säle zu inem Wintergarten wohnlich hergerichtet habe, unter anderen einige Neuheiten der so sehr beliebten Kapelle zur Aufführung gelangen, erlaube mir ein geehrtes Publikum auf dies Konzert besonders aufmerksam zu machen. Louis Ochsenkopf. Kölnischer Hof. Sonntag, den 29. November kr., abends 8 Uhr: Grosses des Dortmunder Orchester=Vereins. Th. Henning. Entree 50 4. 11 322 Abonnements=Billete gültig. Von morgen ab wird bei mir jeden Sonntag gewürfelt, fette Gäuse, Enten, Bretzeln 2c. F. Starke, Dorstfeld. Vom 16. auf den 17. Nov. ist mir aus der Groß=Schmitt- annschen Weide zwischen Dorsfeld und Marten eine rote Kuh mit weiher Beuchfarbe entkommen. Wiederbringer Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Marten. Adolf Rolf. Ein Rotizbuch mit Rechnungsaus jügen ist gestern abend auf der Allee zwischen der Turnhalle und dem Osten tvor verloren gegangen. Es wird er sucht, solches in der Exped. d. Zig gegen gote Belohnung abzugeben. 11 355 Lotto jeden Sonntag nachmittag 4 Uhr. . Mönninghoff, Ostenhellweg 47. Fräulein Lina Strüwe zu ihrem 17. Geburtstage am Sonntag, 20. November 1881, ein dreifach donnerndes Lebehoch! Mehrere Frennde und Freundinnen. Rosenberg& Isaac. Dortmund den 19 Nov. 1881. Wechsel=Kurse in Mark. Briefe. 1 Seiz Krussel Antwerpen Amsterdam Rotterdam Wien 919 Navoleon####'or Füuffraufestücke Oovereingns 20,425 81 kr Geldsorten. 80 35 90:0 166 90 168 05 174 70 ve8 WN ESCE 4 302 Erscheint täglich. Vierteljährlicher Abonnements-Preis 2#c. 25 d Anzeigen: Annahme: dokf Mosse: Köln, Berlin, Breslau, verbunden mit dem die München, Nürnberg, no 2c. Haasenstein& Voaler: Danzig, Erfurt, Geuf, Metz, Wien 2c. S. L. & Co.: Frankfurt am Main, Berlin, dam, Paris 2c. Invalidendank: Berlin, Drosden, Leipzig. Th. Dietrich& Co idendank: Cassel, Frankfurt a. M. N 318 Dortmunder Anzeiger. Sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Land=, Garten= und Hauswirtschaft. Sonntag, den 20. November 1881 Insertions=Gebühren einspaltige Petztzeile oder deren Angeigen-Won: : Hamburg. : Minden. Carl Adolf Steiner: Hamdurg. A. Rolef: C. Marowsky; Minden. Carl Schüssler: 6. Schlotte: Bremen. 1. Thienes: Elherseld. Thisson: Barmen. Bernh. Arndt: Berlin. Barck& Co.: Halle a. Saale. D. Leo Frank: Köln. Joh. Noothaar: Hamburg. & Co.: Wien. G. D. Baedecker: Essen.#. Hagen. R. Wichelhofen: Iserlohn. Witten: (Zweites Blatt.) 54. Jahrgang. Berlin, 19. Nov.[Herr v. Treitschke.] Die „Lib.=Korresp.“ schreibt: Die blinden oder interessirten Verehrer der reichskanzlerischen Politik pflegen es als eine Versündigung an der Nation zu brandmarken, wenn jemand den Gedanken auszusprechen wagt, daß der Reichskanzler vielleicht auf dem Felde der inneren Politik eine nicht ganz so glückliche Hand habe, als in der Behandlung der auswärtigen Angelegenheiten. Gleichwohl jammern auch sie über das trostlose Schauspiel politischer Zerrissenheit und Verwirrung, welches Deutschland heute dem Auslande bietet: aber die Schuld ist nach ihrer Ansicht lediglich auf seiten der Parteien, welche die genialen Konzeptionen und wohlwollenden Absichten des Reichskanzlers verkennen und verdrehen. Daß dem Reichskanzler ein wohlgemessenes Maß von Verschuldung an diesem Zustande zukommt, wollen sie dagegen nicht zugeben. Daß aufrichtige Freunde des Reichskanzlers anders urteilen, ersehen wir aus den Betrachtungen über„die Lage nach den Wahlen“, in denen sich Herr von Treitschke in dem November=Heft der„Preußischen Jahrbücher" ergeht. „Eine konservativ=liberale Mehrheit, wie sie den Reichskanzler Jahre lang unterstützte, ist vor der Hand unmöglich, und die Regierung selbst trägt einige Schuld an ihrer Niederlage; denn während sie der europäischen Diplomatie mit bewunderungswürdigem Scharfblick bis in Herz und Nieren schaut, versteht sie den so viel einfacheren Charakter des deutschen Bürgertums noch immer nicht richtig zu behandeln ungen auf, dir, Bonlr apr g. böstöste we den Pehanten erösftat wurde, für Genase und Knolngewähse durch eine der Administrationsrat der Bondsbesitzer den Zehnten für Tabak bis zur Höhe von 100 000 Psd. einkassiren solle. Server Pascha verlas sodann den Entwurf des bezüglichen Dekretes, welcher mit geringen Abänderungen angenommen wurde. Man glaubt, daß die Verhandlungen demnächst beendet werden würden. Temme j. Seine Kriegsgeschichte, schreibt die lernt unser Volk an Statuen überall; die ungleich wichtigere Kulturgeschichte— wenn es die studiren will, müssen die Materialien mühsam zusammengesucht silberne Medaille ausgezeichnet.. Beschnittene Soldmünzen.] Wiederum sind im Verkehre beschnittene Reichsgoldmünzen, Doppelkronen und Kronen(20= und 10=Markstücke), angehalten worden. Dieselben verlieren mittelst Anwendung einer ätzenden Fküssigkeit an Goldgehalt, werden also unterwertig. Diese schädigung ist gesetzlich verboten und wird an dem Thäter, sobald er ermittelt und überführt ist, geahndet, ihr Vorkommen hat aber auch für den jeweiligen Inhaber empfindliche Nachteile, da die beschädigten Stücke bei Zahlungen an Banken und öffentlichen Kassen sofort angehalten und zerschlagen werden müssen. f[Vom Landgericht.] Das Landgerichtspräsidium JI. Zi. hilsmaltschaft machen hekannt, daß im Landwerden Gerwöhnlich veraeven Johrounde xr,Horu., grichtigehiade zu demn Sitzungzslen dei Schpurgerichts und bis genügende biographische Bilder der Träger, der., Strafkammer der Zugang für Richter, Staatsanwalte, Mman laicht augänglich sind. Der Dar= Vexteidiger, Geschworene und Gerichtsschreiber durch das Hauptportal, für Angeschuldigte, Zeugen, Zuhdrer 2c. durch das an der südwestlichen Ecke in der Ummauerung des Gerichtshofes(neben der Obstbude) befindliche Thor und den Kultur=Entwickelung leicht zugänglich sind. Der Dar stellung näherliegenden Epochen, wie bedeutsam in ihren Folgen sie auch sein mögen, legen diejenigen gern Schwierigkeiten in den Weg, welche unter den Veränderungen, die sie mit sich brachten, in der That oder vermeintlich gelitten haben. Keine Spoche erporte.., wir Gelegenheit, Donizetis„Lueretia Vorgia“ in hören, und deutlicher als die von 1848, weiche Vgziahz, fax dee pir Linnen mit Necht sagen, daß die Auffährung im vollen jüngere Nation zu den unbekanntesten Gebieten der. n PI#s hamen peoira gohärt. In das GeEingang zum Mittelflügel zu erfolgen hat. L[Stadttheater.) Man schreibt uns: Freitag hatten —# 11 gI Galsli. Massis“ au hüren und will zunächst wissen, wohin das Bot segelt, bevor er sich dem Steuermann anvertraut; er verlangt nach einem klaren, festen Programm und wird unwirsch, wenn er kein Ende absieht.“ Daß Herr v. Treitschke dann das unwirsch gewordene deutsche Bürgertum mit dem„wild gewordenen Philistertum“, dessen Werk die unerfreulichen Wahlen sind, verwechselt, kann bei dem professoralen Hochmut des Mannes nicht überraschen. Das ist der Zucker zur bitteren Pille. Das eine ungluckliche Wort, fährt Herr v. Treitschke fort, von dem „Patrimonium der Enterbten", hat der Opposition tausen)“, von Stimmen geworben, denn es war unläugbot“ k. Wörterbuche der Sozialdemokratie entlehnt und arbeitete den gesinnungstüchtigen Anklägern des „Staatssozialismus“ gradewegs in die Hände. Das Geschichte des eigenen Volks gehört. dächtnis der Zeitgenossen, der Männer von 1848, sind die Ereignisse unauslöschlich eingegraben, und wenn sie vor den Kämpfen der Gegenwart auch dann und wann zurückzutreten scheinen, die Erinnerung lebt in alter Kraft wieder auf, so oft uns beschieden ist, wiederum an— einen Kranz auf ein frisches Grab zu legen. Heute at.t Panere türmen sie im Züricherlande einen Grabhügel und drunten ruht unser Temme, der dort am 14. ds. M. verschieden ist. Jodokus Donatus Hubertus Temme wurde am 22. Oktober 1798 zu Lette in Westfalen geboren. Nachdem er das Gymnasium zu Paderborn absolvirt hatte, bezog er mit 16 Jahren die Universität, zuerst Münster, dann Göttingen. Nach dem ersten Examen wurde er Erzieher eines Prinzen von Bentheim=Tecklenburg, mit dem er noch die Universitäten zu Heidelberg und Bonn besuchte. Von 1832 an bekleidete er mit Auszeichnung verschiedene Richterstellen und kam 1839 als zweiter Direktor des Kriminalgerichts nach Berlin, von wo er 1844 nac Tilsit als Direktor des Stadt= und Landerichts befördert wurde, weil er wegen Verteidigung es Landrechts gegen den, strengkirchlichen Tendenzen unglückliche Wort“ hat bekanntlich Prof. Wagner Mit dienenden Ehescheidungs=Gesetzentwurf mißliebig geadrz g a des Reichskanzlers m die Wahldebatte worden wor Gleich nach der März=Revolution wurde (Die Führer der Sozialdemokraten., A. Bebel gerusen und nach einem Viertelsahr dis Diretor des Erginung der singst von der„Hoschen Zeistnge: Ober= Lanbeigerichts uch Mänrter gebrachten Mitteilung, daß zwischen den christlichsozialen Führern in Berlin, wie dem Hofprediger Stöcker 2c., und Vertretern der Sozialdemokratie Verhandlungen gepflogen worden seien bezüglich der Haltung bei den Stichwahlen. Aus der genannten Erklärung geht hervor, daß in der That diese Verhandlungen stattgefunden haben. Die berliner sozialdemokratischen Vertrauensmänner kamen nach Dresden und an—#—=Iung gomählr wurbe.—etr—„ theilten den Herren Bebel und Liebknecht die Be= treu, beteiligte er sich an deren Beschlüssen mm Stuttdingungen der Herren Stöcker und Genossen mit. Bebel! t weshalb er bei seiner Rückehr nach Münster und Liebtnechzt, wiesen uber Ziehor zdog Peihrsteigte abermals verhaftet uno wegen Hochverrat zur Un Allianz zurück,„weil sie lieber 3000 ehrlich ge wurde. Nach Hmonatlicher Haft, wählte ihn in die preußische National=Versammlung, wo er sich der entschiedenen Linken anschloß. Wegen seiner Zustimmung zum Steuer=Verweigerungsbeschluß orderte das Ober=Landesgericht Münster seine Enternung vom Amte und leitete zugleich deshalb die Intersuchung auf Hochverrat gegen ihn ein. Man mußte ihn aber aus der Untersuchungshaft entlassen, da er bei einer Ergänzungswahl in die deutsche Reichs Versammlung gewählt wurde. Seiner Ueberzeugung beteiligte er sich an deren Beschlüssen in Stuttgart, weshalb er bei seiner Rückkehr nach Münster in Aulanz zurück,„Weit sie kurber=-. I61,####suchung gezogen wurde. Nach 9monatlicher Haft, in wonnene Stimmen, als 30.000 erkaufte, bepen der er so manche Unbill zu erdulden hatte,„sprachen wolten.(Siehe auch die Erklärung des Herrn von ihn die Geschworenen frei, doch wurde er im Wege des Schorlemer gegenüber Plettenberg und dagegen die Verschacherung des Wahlkreises Bochum.) Ausland. * Paris, 17. Nov.[Aus Tunis] wird ge meldet: General Saussier ist am 13. d. M. in Djelma, ihn die Geschworenen Disziplinar=Verfahrens aus dem Amte ohne Anrecht auf Pension entfernt. Nun übernahm Temme Redaktion der„Oder=Zeitung" in Breslau, bis 1852 einen Ruf an die Universität Zürich erhielt, wo er als Lehrer und Schriftsteller wirkte. Außer ver auf halbem Wege nach Gassa eingetroffen. Da von schiedenen fachwissenschaftlichen Werken schrieb er mn seiten der Vorhut gemeldet war, daß Insurgenten in den Jahren 1858—1862 jene großer Zahl sich nach Süden zu flüchteten, so wurde ihn beim großen Lesepublikum beliebt machten. Noch Kavallerie unter dem General Bonie zu deren Verfol= einmal wurde er ins Vaterland zurückgerufen, l gung abgesandt. Dieselbe holte die Aufständischen ein, hieb viele derselben nieder und nahm ihnen alles ab, was sie mit sich führten, insbesondere zahlreiche Herden. * Paris, 18. Nov.[Kleine Mitteilungen. Prästdent Grevy hat heute die Ernennung des vormaligen Ministers Maginn zum Gouverneur der Bank von Frankreich unterzeichnet.— Das Gerücht von der Ernennung Leon Renaults zum Botschafter in Petersburg ist der„Agence Havas“ zufolge unbegründet.— Der russische Großfürst Konstantin ist hier an gekommen.— Nach aus Tunis eingegangenen Meldungen fahren die französischen Truppenabteilungen fort, die tunesischen Aufständischen nach dem Süden zurückzudrängen; im Norden von Tunis ist die Sicherheit wiederhergestellt und die Eingeborenen kehren in ihre Ortschaften zurück. * R o m, 1 8. N o v.[ D e r i r i s c h e D e p u t i r t e Errington] wird, wie es heißt, demnächst abreisen, um mit Lord Granvillezu konferiren, würde aber insder zweiten Hälfte des Dezember hierher zurückkehren. Für wahrscheinlich gilt, daß der Papst den Kardinal Man ning und den Erzbischof von Dublin einladen werde, nach Rom zu kommen, um sich mit ihm über die Frage der Wiederaufnahme der diplomatischen oder wenigstens —— einander zu setzen. Konstantinopel, 18. Nov offiziösen Beziehungen zu der englischen Regierung ausbureaus.— Die Gläubiger.] Rach amtlicher Be — Postkanntmachung werden die von Mekka kommenden Pilger in Elvedj einer ersten vierzehntägigen Quarantaine, in Tonz einer zehntägigen und zwischen Beirut und Smyrna einer dritten, ebenfalls zehntägigen Quarantaine unter1863 der vierte berliner Wahlkreis zu seinem Abge ordneten wählte. Lange duldete es ihn hier nicht, es war ja alles anders geworden als 1848. Temme vermochte den neuen Verhältnissen kein Verständnis abzugewinnen, er legte bald sein Mandat nieder und kehrte in die Schweiz zurück. Temme war der Vertreter der Idee der richterlichen Unabhängigkeit. Wie sein Freund, der ebenfalls von Tilsit 1848 in die Nationalversammlung gewählte Julius v. Kirchmann, kämpfte er mit Lehre und Beispiel dagegen an, daß der Richter politischen Zwecken dienstbar werde. Es war ein Merkmal des idealen Charakters der vormärzlichen Zeit, daß im Volke ein unerschütterliches Vertrauen zum preußischen Richterstand waltete. Man betrachtete, zumal seit das Kammergericht unter Grolmanns Präsidium Johann Jacoby freigesprochen, den Richter als den Hort aller aus politischen Gründen Verfolgten. Noch ahnte man nicht, daß je eine Zeit kommen könne, in der die berühmte Debatte im preußischen Abgeordnetenhause über das Obertribunal und die Dreimänner=Kollegien unvermeidlich sein würde, Temme gehört zu denen, die diesem Vertrauen auf das Ehrenvollste entsprachen. Schon vor 1848 wurde er der Märtyrer seiner Unabhängigkeit; wo die Freiheit unterdrückt ist, gedeiht kein unabhängiger Richterstand. So mußte ihn der Grundzug seines Wesens in die politischen Kämpfe seiner Zeit hineinziehen. Er stand in den Reihen der Unterliegenden, besiegt aber ungebeugt. Mutvoll trug er sein Los, sich als Fünfziger eine neue Existenz zu gründen. So lange seine Kraft reichte, sorgte er unermüdlich und mit Erfolg für seine zahlreiche Familie. Als aber die Last der Jahre schwerer und schwerer Maße befriedigte. Frl. Szégal war in der Titelrolle recht in ihrem dramatischen Elemente; man kann die Lucretia zu einer ihrer besten Partien zählen. Die erste Arie sang sie tadellos, es ist erstaunlich, daß die Dame bei ihrer großen Stimme, so viel in der Koloratur und im Triller leistet. Nun hörten wir kürzlich dieselbe Partie von der berühmten Marie Wild und erinnerten uns lebhaft, die Arie im letzten Akte mit derselben Verve und Bravour gehört zu haben. Der Herzog des Herrn Direktor Pollak war dramatisch wie gesanglich eine prächtige Leistung; wir freuen uns immer, diesen tüchtigen Sänger auf der Bühne begrüßen zu können, die Arie im zweiten Akt,„freue dich der Rache Wonne!“ war ein Beweis für das Denken des Sängers und wurde mit außerordentlicher Kraft vorgetragen, was das Publikum mit wohlverdientem Beifall belohnte.— Herr Trochlil— Genaro zeigt sich auch in dieser Partie als gewandter Sänger, nur kam es uns vor, als ob er noch unter dem klimatischen Wechsel zu leiden hätte. Fräulein Iwanowna— Orfina, sah reizend aus, sang ebenso und verstand es, sich die Gunst des Publikums zu erwerben Mit dem Trinklied im 3. Akte erwab sich die Dame rauschen: den Beifall. Die Oper war sorgfältig einstudirt, selbst die kleinen Rollen waren sehr gut besetzt, so daß gewiß jedermann höcost befriedigt die Vorstellung verließ.— Sonntag wird das beliebte Charakterbild„Die Grille“ mit Frau Welser=Kmentt in der Titelrolle zur Aufführung gelangen und nehmen wir Gelegenheit hierauf ganz besonders auf merksam zu machen. S[Ueber den Erdstoß) schreibt man uns noch aus der Bornstraße: Ich saß in meiner parterre gelegenen Wohnstube die Zeitung lesend, als plötzlich ein eigentümliches, unterirdisches Knattern meine Aufmerksamkeit erregte. Es machte den Eindruck, als ob eine große Schar Nagetiere aus der Tiese der Erde sich im Sturmlauf der Oberfläche näherte; nun folgte ein Krachen des Fundaments und der Ringmauern des Hauses und ich spürte einen ziemlich heftigen Erdstoß, der sich, wenn ich in der Ueberraschung nicht getäuscht murde in der Richtung von Westen nach Osten b. liche Meldungen liegen uns vor aus der Breitengasse 1. Kampstraße, Heroldstraße, Marktstraße 2c. Der Stoß erfolgte um 11 Uhr 25 Minuten, nahm zunächst an Stärke zu, und dann wieder langsam ab. Im ganzen dauerte er etwa eine halbe Minute. e[Gefaßter Bauernfänger.— Diebstahl Vorgestern abend wurde ein auswärtiger Knecht auf der Münsterstraße von einem Unbekannten angeredet und ge anwalt fragt, ob er nicht eine Stelle als Knecht suche. Der Zufall wollte es, daß dieses gerade zutraf und war der Stellensuchende nicht wenig erfreut, so schnell einen Dienst bekommen zu haben. Die Reise nach Witten, wo der Dienst nachgewiesen werden sollte, wollte man in nächster Stunde antreten. Um die Zeit bis dahin zu verbringen, betrat man eine Wirtschaft und wußte der Vermittler dem Knechte plausidel zu machen, daß das Kostgeld für ihn in voraus bezahlt werden müsse und möge er ihm das Geld, was er übrig habe, behändigen, was fehle, wolle er vorläufig dabei thun. Auf diese Weise bekam er zehn Mark und verschwand hiermit bald. Zum Glück gelang es bald nachher, den sauberen Stellenvermittler festzunehmen. Es ergab sich, daß man es mit einem bereits mehrfach bestraften sogenannten Macher alias Bauernfänger zu thun hatte. Selbstredend ist die Geschichte mit der Stelle in Witten weiter nichts wie leerer Dunst. Der Festgenommene soll in den letzten Wochen mehrfach in diesem Artikel gemacht haben.— Vor einigen Nächten hat man einem Beamten von Hörde auf dem Wege von hier nach dort, den er im angetrunkenen Zustande zurücklegte, über 60— bares Geld gestohlen. s Dorstfeld, 19. Novbr.[Ueber das Jubiläum des Maschinisten Herrn Reunert] auf Zeche„ver. Dorstfeld" haben wir bereits berichtet, es geht uns jetzt noch ein Schreiben aus Kollegenkreisen des Jubilars zu, in welchem ihm noch nachträglich ein herzliches„Glückauf" zugerufen wird mit dem Wunsche, daß er noch lange mit derselben Treue und Aufmerksamkeit die Steuerung der Fördermaschine führen möge. Hörde, 18. Nov.[Stadtverordneten Wahl.] Heute fanden im Rühlschen Saale hierselbst die Stadtverordneten Ergänzungswahlen für die zweite und erste Abteilung statt. Es wurden gewählt in der zweiten Abteilung die Herren Bierbrauereibesitzer H. Balster und Kaufmann A. de Witt und in der ersten Abteilung die Herren Dr. med. Brölemann, Fabrikant E. v. Wallrabe und Wirt Karl Eberstein. Die Beteiligung war namentlich in der ersten Abteilung eine sehr große. In der dritten Abteilung wurden gestern gewählt die Herren u Giesenberg die Dienstmagd Lisette Schülken durch bewalt zur Duldung des außerehelichen Beischlafs genötigt zu haben? 3. Ist der Angeklagte schuldig, am 5. August die Dienstmagd Lisette Schülken vorsätzlich getötet und diese Tötung mit Ueberlegung ausgeführt zu haben? 4. Ist der Angeklagte schuldig, am 30. Juli 1879 zu Hernermark die Dienstmagd Minna Pott getötet und diese Tötung mit Vorsatz und Ueberlegung auszeführt zu haben? Der Herr Verteidiger beantragt, bezüglich der Fragen 1, 3 und 4 die Unterfrage zu stellen, ob der Angeklagte der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todeserfolge schuldig sei. Der Gerichtshof beschloß die Fragen zuzulassen. Herr Staatsanwalt Dr. Schwering begann nunmehr sein Plaidoyer: Meine Herren Geschworenen! Ich glaube, es ist fast überflüssig, auf die einzelnen Momente der Beweisaufnahme einzugehen, denn dieselbe wird Ihnen die Ueberzeugung eingeprägt haben, daß kein anderer als der Angeklagte der Thäter sein kann, denn ich sage mit Ueberzeugung, vor keinem preußischen Schwurgerichtshofe ist wohl jemals ein Indizienbeweis in solch erdrückender Weise geführt worden, wie im vorliegenden Falle. Wenn ich somit auf eine Wiederholung verten kann, dann gebietet es ein sittliches Im resse, , wenn Sie sich zur Beratung zurückziehen, sagen können, die gesetzlichen Faktoren haben alles gethan, um den Sachverhalt aufzuklären. Ich werde, wie ich während der ganzen Untersuchung leidenschaftslos und objektiv die er gewesen vin, auch mein Plaiboher vosellis uund schaftslos führen, denn ich will nicht nur dem einseitigen Interesse der Anklage dienen. Meine Herren! Die Göttin der Gerechtigkeit wird mit Wage und Schwert abgebildet, wägen Sie, und wenn Sie gewogen, dann, wie Themis ihr Schwert gebraucht, sprechen Sie ihren Wahrspruch. Machen Sie sich in erster Linie von dem Vorurteil frei, als ob die Lustmorde alle von einer Person ausgeführt sein müßten; in dieser Beziehung at Ihnen Herr von Hüllessem schon alles vorgeführt und brauche ich Sie nur darauf zu verweisen. Meine Herren! Es ist nichts Abnormes, daß in einer Gegend wie in der hiesigen, wo Verbrechen verübt werden, wie olche im ganzen deutschen Vaterlande nicht vorkommen, ich nicht noch ein zweites Scheusal befände, das zu ihnlichen Schandthaten fähig wäre. Wer, wie wir, in letzter Zeit hinein geschaut in das Familienleben vieler Personen in den Kreisen Bochum, Essen und Dortmund, der wird an die untergehende Römerzeit erinnert. Ich sehe au von all den Verbrechen, die in ähnlicher Weise verübt worden, ich brauche nur an den in Dortmund enthaupteten Verbrecher Potthoff zu erinnern, der vor seinem Tode noch eingestanden, daß er in der ausgesprochenen Absicht ausgegangen, ein Sittlichkeitsverbrechen zu verüben. Bei all den Lustmorden, die verübt, fällt besonders eine Gruppe auf, die in ihrer Ausführung eine auffallende Aehnlichkeit zeigen. Das Opfer wurde immer in der Nähe eines Waldes überfallen, in den Wald, in eine Vertiefung geschleppt und geschändet, bei allen diesen Fällen hatte der Mörder sein Opfer entblößt, um sich an dem zuckenden Körper zu weiden. Der Herr Staatsanwalt ging nun auf die einzelnen Fälle ein und wies nach, daß nicht die vom Angeklagten beschuldigen Kleffmann, Mette, Keil und Wehmeyer die Mörder sein könnten, auch Schulte=Oestrich könne die Schülken nicht ermordet haben. Hierauf beleuchtete er das Geständnis des Angeklagten, welches von ihm vollkommen freiwillig abgelegt sei. Er habe das Geständnis dem Geistlichen seiner Konfession, der gekommen, um ihm Trost einzusprechen, wiederholt, er habe seine Schuld seinen Mitgefangenen gegenüber eingestanden, er hat vorher keine Ruhe gehabt, Tag und Nacht quälte iyn das Gewissen und erst dann, als er gestanden, fühlte er sich ruhig. Der Angeklagte hat in seinem Innern noch einen wunden Punkt, und das ist die Liebe zu seinem Kinde; mit bezug auf letzteres har er umer Thränen angeführt: Es thut mir leid um mein armes Kind, es thut mir leid, daß ich die That begangen! Könne ein solches Geständnis von einem vollkommen geistesfähigen Menschen erlogen sein? Zu den rechtlichen Gesichtspunkten übergehend, bemerkt der Herr Staatsanwalt, daß von einer Fahrlässigkeit nicht die Rede sein könne, denn derjenige, welcher einem Menin gestern g Oberingenieur S. Hilgenstock, Kaufmann Karl Demmer und Hüttenbeamter Heinrich Schotte. i Essen, 19. Nov.[Erdstotz.] In der vergangenen Nacht wurde hier ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt. Göttingen, 19. Nov.(Stipendium.] Der Universitäts. Sekretär, Herr Dr. Pauer, schreibt uns: Dem im letzten Frühjahre verstorbenen Professer, Th. Müller zu Ehren soll von Schülern desselben ein Stipendium für Stu dirende der neueren Sprachen gegründet werden. Alle, welche sich beteiligen wollen, werden ersucht, dem Sekretariate der Universität Göttingen ihre Adresse einzusenden. 978 3 Tage drückte, kamen bsse Zeiten, Wenn w,Ghzährige Greiz Ein bochumer Mädchenmörder vor Gericht. Freunde tragen halsen, so wag der Stjährige Preis, Ein vochumr.—... gzsen, 19, Popbr. echischen Postbureaus in der Türkei innerhald Freunde tragen halsen, so mag der verlangt, um der Pforte die peinliche Notwen= doch müde, sehr guüde das Haupt zur Sterben u ersparen, zu„Zwangspaßregeln zu greifen, gelegr gaven, war iym das Leben schwe., so sei ih #e von den griechischen Behörden bei der Schlie= die Erde leicht! digkeit zu G türkischen Postamtes en Sitzung der Bondsbesitzer wurde beschlossen, daß die Annuität wie solche von den griechischen weyorgen. Tr.. ßung des türkischen Postamtes in Larissa angewendet wurden.— In der gestrigen der Delegirten von 180000 türkischen Pfd., wel den Tribut von Cypern und die schen Tabak Tumdiki repräsentiren Provinzielles. Dortmund, 19. November.#uszeicnung.] " Essen, rr Nachdem die heutige Sitzung eröffnet war, wurde zur Fragestellung geschritten. Dieselben waren wie 1. Ist der Angellagte schuldig, am 5. Juli 1879 zu Querenburg die Dienstmagd Elise Riemenschneider #tzlich getötet und diese Tötung mit Ueberlegung wiche den Vettag fer Horr E. Woltrs von Dtr, Dr Kr i; 7, halsien Hasdtehtgncs ausgefühet zu hoben: ie Taxe für den persi= nustellungen schon so manchen Breis erhalten hat, in auc)—...„ Angeslazte sculdig gtiren, mittelst Anwei jezt auf der großen Gattenbau Ausstellung zu Mn.„ Tuau!:879 Lig:: oder als Totschlag zu betrachten seien, nähmen die Herren Geschworenen das letztere an, dann würde den Angeklagten nur eine Zuchthausstrafe von 15 Jahrentreffen können. Redner definirt nun den Unterschied zwischen Totschlag und Mord. Totschlag sei, wenn jemand seinen Nächsten im Zorn, in der Erregung töte, während Mord vorliege, wenn die That mit Ueberlegung ausgeführt wurde. Zwischen der Fassung des Entschlusses und der Ausführung der That brauche kein großer Zeitraum zu liegen, wenn ein Mann töle, um zu einem Zwecke zu gelangen, dann sei die Ueberlegung vorhanden. Der Mörder, der ein Mädchen überfalle, dasselbe 50—60 Schritte weit schleppe, überlege während der ganzen Zeit. Der Herr Staatsanddalt schließt: Den Thäter hat niemand gesehen, als vielleicht das brechende Auge seiner sterbenden Opfer; aber Gott der Gerechte hat den Mörder gesehen und Gott der Gerechte hat ihn uns in die Arme geführt, er hat in seinem Herzen das Gefühl der Habgier erregt und dadurch kamen die Verbrechen an den Tag. Meine Herren Geschworenen! Unrecht vergossenes Blut schreit zum Himmel, die Morde an den Mädchen haben schon lange zum Himmel nicht um Rache, sondern Gerechtigkeit geschrieen, an Ihnen, meine Herren liegt es heute, die Sühne herbeizuführen und deshalb, meine Herren, bitte ich Sie, sprechen Sie über den Besenbinder Wilhelm Schiff in allen drei Fällen das Schuldig aus! der Venhelbign, Herr Zektizrot. Brz, ruct: Meine Herren! Ich bin von Amtswegen als Vertei16-—„* 3 * 9 alerial, wie es die Beweisaufnahme etwas zu sagen. Der Verteidiger gehört mit zu den gesetzlichen Faktoren, er ist nicht, wie im Volke manchmal angenommen wird, nur da, um blos etwas zu sagen, um die Thatsachen zu verdrehen und zu entstel len, sondern Gesichtspunkte, die etwa außer acht gelas sen, vorzuführen. Wenn Sie von diesem Gesichtepunkte aus meine Stellung betrachten, dann wird meine Auf gabe Ihnen im rechten Lichte erscheinen. Der Ange e ist in drgane lagte drei Fällen der Tötung und in einem Falle wegen Notzucht angeklagt; ich gestehe zu, daß ein großer Beweis in dem Geständnis liegt, aber trotz des Geständnisse muß, wenn es widerrufen, der Thatbestand festgestellt werden. Meine Herren: Ich gebe zu, daß alles, was der Angeklagte angegeben von Zwang, von Betrunkenmachen von Schlagen und Kneifen, erlogen ist, ich geschehe zu, daß alle diejenigen, welche bei der Untersuchung mitgewirkt, voll und ganz objektiv gewesen sind. Was den Angeklagten zur Widerrufung des Geständnisses veranlaßt, wer kann es wissen, Feigheit, wie Herr von Hüllessem meint, kann es nicht gewesen sein, denn die Furcht vor dem Tode hätte ihn dann davor zurückgehalten. Von Reue und besseren Empfindungen könne bei dem Angeklagten auch keine Rede sein. Wenn der Angeklagte kein Geständnis abgelegt hätte, dann sähe es mit der Anklage doch recht schlimm aus. Auf die drei Morde selbst eingehend, bemerkt der Herr Ver teidiger, daß, wenn man annehme, daß Schiff wirklich Zuschauer gewesen, als die Riemenschneider ermordet, dann das Geständnis in einem anderen Lichte erscheine. Doch hierauf wll ich mich nicht stützen, ich gebe auch zu, daß der Angeklagte gelogen, wenn er behauptet, nicht in der Herner Mark oder in Giesenberg gewesen zu sein. Ich will nur erwähnen, daß es doch fraglich ist, ob der Angeklagte die Tötung vorgenommen, um die Mädchen zu schänden. Wenn Schiff nur die Schändung beabsichtigt und den Mädchen den Hals nur zuschnürte, um den Widerstand zu beseitigen, hierbei aber zu weit gegangen ist, dann liegt eine Tötung mit Ueberlegung nicht vor, sondern nur vorsätzliche Körperverletzung mit Todeserfolg. Meine Herren! Anträge will ich nicht stellen, ich bitte Sie nur, die Momente, die ich vorgebracht, in den Bereich Ihrer Beratungen zu ziehen. Herr Dr. Sawering replizirt: Meine Herren! Die Verbrechen, welche der Angeklagte vollführt, sind keine Körperverletzungen, das sind Blutthaten, über die ganz Deutschland, ganz Europa in Entsetzen geraten ist. Meine Herren! es wäre doch sonderbar, wenn der Verbrecher, der die drei armen Mädchen abgeschlachtet, nach Verlauf von 15 Jahren, denn das wäre die höchste Strafe, die ihn treffen könne, wenn Körperverletzung mit Todeserfolg angenommen würde, mit uns dieselbe Luft atmen dürfte, wenn ihn dieselbe Sonne bescheinen sollte. Meine Herren! ich bitte Sie nochmals, sprechen Sie den Schiff des Mordes in allen drei Fällen schuldig! Herr Justizrat Anz: Meine Herren Geschworenen Gegen die letzten Ausführungen der Staatsanwaltschaft muß ich protestiren, Sie sind nur berufen, die Schuldfrage zu beurteilen, mit der Straffrage haben Sie nichts zu thun; prüfen und urteilen Sie gerecht! Präsident: Angeklagter Schiff, haben Sie noch etwas anzuführen? Angeklagter erhebt sich, schüttelt den Kopf und wischt sich eine Thräne aus den Augen. karbe, 1 S K 812 Bergmann ann, Huga Marter, 1 S Bergmann Heinrich Augu Huckorde, 1 T Bergmann Wilhelm Reusser esfälle. Bertha Schröder 4 Mon. Justus gust Todesfall arbeiter Friedrich Eichelhardt, Marten, 26 J. Paul He 2 Mon. Anna Katharina +H fmanz, 8 L. Kokes rich Becker, Oespel, 2.—...800 meier, 1 J. 6 Mon. 4 T. Heinrich Hubert Balke. 6 Mon 29 T. Landwirt Wilhelm Westermann, Marten, 23 J. 4 Mon. 27 T. Maria Drewes. 8 J. 10 Mon. 27 Tage Witwe des Bäckers Friedrich Bongard, Louise geberne Maßmann, Marten, 75 J. 10 Mon. 22 Tage. Anna Ka tharina Noel 4 J. 6 Mon. 1 Totgeburt. Standesamt Brackel. Aumeldungen vom 10. Oktober bis 11. Rovember. Ausgebate, Schuhmacher Wilhelm Friedrich Heiner, Asseln, mit Maria Spangenberg. Bergmann Nikolaus Kort mit Lisette Wilhelmine Kröger. Fabrikarbeiter Heinrich Wilhelm Johann Uebing, Wambel, mit Henriette Friederike Wilhelmine Bartmann, Wambel. Kesselschmied Wilhelm Friedrich Hasenjäger, Cörne, mit Karoline Brandau, Cörne Fabrikarbeiter Wilhelm Friedrich Becker mit Ferdinandine Ludwig, Aplerbeck. Maschinist Friedrich Heinrich Lenzmann mit Alwine Schüttelkorb gen. Ernst. Knecht Christof Langenwenner, Grevel, mit Bernardine Brandhoff, Grevei. Zuhneider Wilhelm Heinrich Nolte, Witten, mit Augustina Katharina Franziska Pauline Rilges. =geschließungen. Bäcker Adolf Heinrich Köper mit Julie Schulte=Märter, Altenderne. Bäcker Friedrich Wilhelm Kröner mit Wilhelmine Karoline Wilms, Asseln Schuhmacher Friedrich Wilhelm Heiner, Asseln, mit Maria Spangenberg. Bergmann Nikolaus Kort mit Lisette Wil helmine Kröger. Geburten. Zinkhüttenarbe ter Karl Jaeger, Cörne, S Zinkhüttenarbeiter Dierrich Jaeger, Cörne. 1 T Schreiner Dietrich Junker, Scharnhoift bei Brackel. 1 S Zechrnarbeiter Heinrich Schwill 1 S. Berginvalide Heinr. Hölscher 1 S . Todesfälle. Togelöhner Johannes Bräcker, Wambel, 52 J. 3 M. 3 T. Minna Jaeger, Wambel. 1 J. 5 M. Dietrich Kiel, Wambel, 1 J. 2 M. 25 T. Heinr. Kühnhold 1 S. 5 M. 14 T. Emilie Füstmann 2 M. 26 T. souise Heitland geb. Ewers 76 J. Zimmermann Friedrich Hildebrand 67 J. 11 M. 10 T. Wwe. Anna Maria Becker ged. Ewald 44 J. 3 M. 5 T. Hütteninvalide Heinrich Epking 73 J. 7 M. 22 T, Lina Sofia Finke 2 J. 4 M. 1 T Lina Möller 1 J. 3 M. 26 T. PolizeiSergeant Friedrich Wächter gen. Oesterschmidt 44 J. 1 M 27 T.— 2 Totge urten. Die Geschworenen zogen sich nunmehr zur Beratung zurück, dieselbe währte nur etwa eine Viertelstunde. Das Verdikt lautete schuldig des Mordes in 3 Fällen und Notzucht in einem Falle. Der Angeklagte hörte den Wahrspruch an ohne eine Miene zu verziehen. Staatsanwalt Dr. Schwering: Traurigen Herzens daß infolge Ihres Verdiktes ein Mensch, ein Ebenbild Gottes aus der Welt scheiden muß, aber mit dem Bewußtsein, daß dem schwer gekränkten Gesetze genüge geleistet werden muß, beantrage ich wegen der drei Morde die Todesstrafe und wegen Notzuchi 15 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust. Präsident: Angeklagter, haben Sie noch Anträge zu stellen? Angeklagter: Nein! Nach kurzer Beratung verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten auf grund der§§ 211 und 74 des St.=.=B. wegen dreifachen Mordes zum Tode und auf grund des§ 177 wegen Notzucht zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahr Ehrverlust. Das Publikum, welches sih bis dahin lautlos ver halten, brach in Bravorufe aus. Nach Schluß der Verhandlung nahm der Herr Präsident Veranlassunz, den Angeklagten zu fragen, ob er jetzt die That nicht noch eingestehen wolle. Schiff antwortete jedoch mit fester Stimme: Nein, ich bin es nicht gewesen! So wären denn wenigstens drei der unerhörten Mordthaten gesühnt; möchte es doch gelingen, auch bezüglich der übrigen Fälle die Schuldigen zu ermitteln. Staudesamt Dorstfeld Anmeldungen vom 1. bis 12. November. Aufgebote. Bergmann Ernst Heinrich Stephan mit Wilhelmine Elise Mathilde Finka Schutte, Dortmund. Bergmann Theodor Wil' elm Sprenger, Huckarde, mit Sofie Marie Louise Stein, Huckarde. Bergmann Hermann Gellermann mit Elisabeth Bertha Winkelmann. Bergmann Gottlieb Dietrich Schürmann, Oespel, mit Karoline Wilhelmine Euscher, Bielefeld. Maschinist Karl Ludwig Meyer, Lit den, mit Maria Louise Welp, Kirchlinde. Bergmann Gewerbe, Handel und Verkehr. ####tmunder Union] Infolge der glänzenden die dortmunder Union mit dem ThomasGilchristschen Entphosphorungsverfahren erzielt, infolge der ich täglich vergrößernden Beschäftigung des Unternehmens wird, wie wir erfahren, die Direktion der dortmunder Union demnächst damit vorgehen, auch die beiden mächtigen Konverter ihres Bessemer Werkes, welche bisher noch nach dem alten Verfahren arbeiteten, nach dem neuen epochemachenden System der Herren Thomas und Gilchrist umzugestalten Der„Union“ sind in letzter Zeit so bedeutende Aufträge zugegangen, daß diese Umgestaltung der Konverter sich nicht nur in technischer, sondern auch in finanzieller Beziehung als von außerordentlichem Nutzen erweisen wird, denn das neue Verfahren erspart nicht nur ungeheuere Zeit und un geheuere Arbeitskraft, sondern es ist auch ein bei weitem billigeres als das alte. Die dortmunder Union kommt in die Lage, ihre Leistungsfähigkeit noch bei weitem zu erhöhen und daneben ihre Produktionskosten zu vermindern. In jeder Beziehung gestalten sich somit die Verhältnisse der dortmunder Union von Tag zu Tag erfreulicher. Die dies jährige ordentliche Generalversammlung der dortmunder Union ist nunmehr auf den 10 Dezember anberaumt. Auf der Tagesordnung der Versammlung befindet sich neben der an, und des Berichts über das Geschäftsjahr 1880/81, sowie der Wahlen zum Verwaltungsrate die beschlußmäßige Feststellung der erfolgten Zeichnung und Vollzahlung der neu emittirten Aktien Litr A w Elberfeld, 18. Nov.[Die Einnahmen der Bergisch= Märkischen Eisenbahn] betrugen im Monat 66i88 5 450268, K ggen. S 358 595 1880, mithin Mehreinnahme 91 668 Vom 1. Jan. bis ult. Oktober 48 917755 4 gegen 50011 385# in dem gleichen„8 caum des vorigen Jahres, mithin Minderein nahme 1·093630 Die Einnahmen der Ruhr=SiegEisenbahn inkl. Finnentrop=Olpe betrugen im Monat Oktob 1881, 588,221 E gegen 579 616 K4 im Monat Oktober 80 nupin. eht. nahn 8605 4. Die Einnahmen der Bergisch=Märkischen Eisenbahn und der Ruhr=Sieg=Eisenbahn zusammen betrugen im Mona: Oktober 1881 6 038 484 M. im Monat Otl. 188., mithin M hreinnahme Die Einnahmen der Bergisch=Märkischen Eisen bahn und der Ruhr=Sieg=Eisenbahn zusammen betrugen vom Januar bis ult. Oktober d. I 54 361 795 gegen 55 459 457 u im Jahre 1880, mithin Mindereinnahme Nod.[Die Rabatt=Spar=Antallt,] deren Sy em wir vor kurzem eingehend besprochen hat sich— wie wir gern berichten— einer durchaus gedeihlichen Entwickelurg zu erfreuen. Die Vertretungen der Anstalt haben sich zu der respektablen Anzahl von 45 erhoben, und in denjenigen Städten, wo mit der Ausgabe der Rabattscheine bereits begonnen wurde, sind die Gewerbetreibenden sowohl wie das Publikum mit dem praktischen Veruche außerordentlich zufrieden.— Beweis dafür der Umschon nach wenigen Tagen 38 Gewerbtreibende der Anstalt als Handelsmitglieder beigetreten sind. Die Handelsmitglieder konstatiren eine Vergrößerung ihres Barumsatzes von 40—60 Prozent und sind bei einem derartigen Erfolge selbstverständlich sehr gern bereit und sehr gut im stande, ihren Kunden den Rabatt zu aewähren, ohne ihn irgendwie auf den Preis oder die Qualität der Ware schlagen zu müssen. Auch die sonstigen von mancher Seite geäußerten Bedenkn haben sich, wie vorauszusehen war, bei der praktischen Handhabung als nicht stichhaltig erwiesen, denn die Anstalt mengt sich selbstverständlic nicht in das innere Verhältnis zwischen dem Handelsmitgliede und dessen Kunden, da nur dann eine Möglichkeit hierfür vorläge, wenn die Kunden sich mit gegründeten Beschwerden an die Anstalt wendeten wozu sie bei richtigem Vorgehen des Handelsmitgliedes eben gar keinen Anlaß haben. Was ehmigung ihr vermeintliches Recht zur Auerkenring=u. Als der Unternehmer sich weigerte, diesem achzukommen, wurde ihm nach eir 1 dieser Gen.— zu Sriute Verlangen nachzukommen, wurde ihm nach einiger Zeit mitgeteilt, daß das Reichspostamt von weiteren Schritten gegen ihn Abstand genommen, den Rechtsweg iu eschreiten also nicht für gut befunden habe. Hierdurch erkennt das Reichspostamt also an, daß das Telephonwesen nicht ohne weiteres unter das ihm monopolisirte Telephonwesen zu sabsumiren ist, eine Ausdehnung des Monopols auf die Telephon=Litungen denn doch rechtlich mindestens zweifelhastift. Vermischtes. w— Bremen, 17. Nov.[Rettung.] Von dem Voat der Insel Neuwerk ist heute nachmittag bei der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger folgendes Telegramm eingegangen: Von dem deutschen Ewer„Anna Levetzow(Konservativ) ist mit 193 gegen 148 St welche von Stauffenber(Sezessionist) erhielt, zu Präsidenten gewählt und nahm dankend an. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Bersen in Dortmund Ossener Sprechsaal. Rebekka“, Kaptän Claussen, von Rostock mit Stückgü=(Für Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion dem tern nach Bremen bestimmt, bei Eitzenloch gestrandet, Buvlikum gegenüber nicht verantwortlich.) sind zwei Personen durch das Rettungsbot der Stationl— Vetrent der, Stadtperordueten Slichwahl in der zweiten strali.n, ach: nur die# de. deutiche Monatsschrift sondern auch die eleganteste Bestellungen werden von der C. Buchhandlung, Westenhellweg 43. L. Kregerschen entgegengenommen. Telegraphische Depesche der„Dortmunder Zeitung“. * Berlin, 19. November. von Neuwerk„Freiherr von Diergardt“ gerettet worden Das Boot war 4 Stunden unterwegs. Weststurm mi. Regen. — w London, 18. Nvv.[Raub.] Am Mittwoch=Abend erschienen mehrere Individuen in dem Zweigpostamte in Hattongarden in London, drehten daselbst das Gas ab und bemächtigten sich der Beutel mit eingeschriebenen Briefen, welche Diamanten im Werte von 80000 Pfd. Sterl., adressirt an verschiedene Diamantenhändler auf dem Festlande, enthielten. Die Diebe sind noch nicht entdeckt. Abteilung empfiehlt jetzt zemand den Herrn Munkenbeck, weil mit ihm ein Mann in die Stadtverordneten Versammlung käme, der zu arbeiten verstese, während das die Direkdie ihrem Werke ihre Thättgkeit widmen müßten, nicht tdanten. Der Herr Einsender dokumentirt mit dieser Behauptung einfach, daß er von den Arbeiten der Stedtveror neten Versammlung keine blasse Ahnung hat, wir wollen uns daher mit dieser Behouptung nicht weiter befassen. Ebenso wollen wir nichts über die Person des Herr Munkenbick sagen, wir heben nur hervor, daß es jetzt den Liberalen noththut, stramme Parteidisziplin zu üben und nicht davon abzuweichen. IL 1L„— Man e— abzuweichen. Wir hätten Herrn Munkenbeck wählen können niemand hat etwas gegen ihn — wardy der Weine.] Zu denjenigen, welche über den Agitator für die Koalition mit den Ultramontanen sich in jüngster Zeit zu der Ansicht Hirsch Hyacinths, als welcher er heute, wie vor zwei Jahren, in erster Linie daß die jüdische Religion gar keine Religion, sondern#r pählen wir nicht. Wer so gegen die liberale Sache ein Unglück sei, bekannten, gehörte der reiche Bankien arbeiter, ist nicht unser Mann! Nathan in B. Er ließ sich konsequenter Weise taufen und nahm beim Uebertritt den Namen Hardy an. In nach schlecht zurang, 18. 2, Unser Mittelschutgebäude scheint kurzer Zeit gelang es ihm, sich in seine neuen hältnisse völlig einzuleben, nicht also seinem alten daß der westliche Giebel feucht sei und die Diener, welcher täglich mehrere male rückfällig wuroe durchschlage, weshalb versuchsweise zur Zeit die Außenseite und seinen Brodherrn„Herr Nathan!“ titulirte. Schließ= mit Zement ausgefugt und mit Oel gestrichen wurde. Das ich ermannte sich der letztere zu einem Ultimatum Fugungs= und Oelstreichmittel scheint jedoch auch den Witwelches als einzigen Paragraphen die sofortige Ent= terungeverhältnissen nicht genügend Trotz geboten zu haben, lassung für den Fall nochmaligen Nathansagens stipu= keit ei. 806... P.„der durch wen wissen wir nicht irte. Vor einigen Tagen befindet sich, wie das„0 persuchan.; Zeit daan übexgegangen. in— virleicht auch Mont.=Bl.“ schreibt, bei dem Bankier eine kleine Nach, aberziehen. Gs ist witlich u interesiont dies. Aermut. mittagsgeselschaft, welche beschließt, den Abend in irgend ziwas näher anzusehen und eingebender zu beleuchten. 05 einem Theater zuzubringen. Der Diener wird an die die Arbeit verdungen, ob sie in Akkord vergeben und wer Anschlagesäule geschickt, um das Repertoire zu studiren, sie zu machen hat, alles dies wissen wir nicht, da wir bei und bei der Rückkunft zunächst von seinem Chef gefragt: solchen Argelegenheiten zu den Ungerufenen gehören, nur so „Was gibt man im Schauspielhaus?“—„Hardy der piel steht fest und davon haben wir uns an Ort und Stelle Weise!“ antwortet der pflichtgetreue Bote. überzeugt, daß der Verputz auf die Wand aufgebracht wird, ohne daß die Fugen vorher ausgepickt, gereinigt und das — Mauerwerk aründlich benetzt wird Bei Gelegenheit unserer Litterarisches Das Novemberheft von Westermanns„Illustr. Deutschen Monatsheften“ zeichnet sich durch besondere Reichhaltigkeit und Gediegenheit des Inhalts aus. Wilhelm Raabe eröffnet dasselbe mit einer gemüt= und humorvollen Erzählung:„Fabian und Sebastian“, die alle Leser gewiß in hohem Grade fesseln, erfreuen und rühren wird wie alle Schöpfungen dieses wahrhaft bedeutenden Dichters. Es folgt eine Studie von Moritz Carriere über„Maximilian Klinger", den Dichter der„Sturm= und Drangperiode“— mit zwei Porträts, das eine nach einer Zeichnung von Göthe in Foksimile=Reproduktion— de Fortsetzung des geistvollen Essays von Siegfried Kapper über„Dante und Ugolino“ und noch eine undere nachgelassene Arbeit:„Die Bewegung der Nährstoffe“, eine geradezu klassisch geschriebene national=ökonomische Studie des leider viel zu früh verstorbenen Max Maria v. Weber Von besonderem Interesse sind noch in diesem Hefte ein Aussatz von Ernst Curtius über die„Gruppe in der antiken Plastik“— mit einer zum ersten male veröffentlichten Skizze des Westgiebels von Olympia— sowie die vorzüglichen Reiseskizzen von Franz v. Holtzendorff aus Schottland und von Karl Vogt aus Oberitalien. An Korrespondenzen enthält das Heft eine allerliebste Plauderei von Friedrich Spielhagen über den berliner„Solon“ von 1881 und die Fortsetzung der„Römischen Briefe“ von Fanny Lewald. In den„Litterarischen Mitteilungen“ endlich wird das große Geschichtswerk von Oucken eingehend besprochen. Ein besonderes Lob müssen wir noch der Ausstattung der „Monatsbefte“ zuerkennen. In ihrer gegenwärtigen AusMauerwerk gründlich benetzt wird.— Okularinspektion woren beispielsweise die Spione gesetzt und flugs gings zum Anwerfen des Putzes auf die früher geölte und ausgefugte Wandfläche. Wir, die wir als Fachleute eine derartige Verputzmethode mit Zement durchaus nicht für gut heißen— ein Handlanger selbst muß eine derartige Verputzbehandlung schon für verwerflich finden— möchten im Interesse des Mittelschulverbandsportemonnaies denen, die es angeht, rathen, daß von dem Unternehmer eine nicht unbedeutende Kaution wenigstens zwei Jahre lang zurückbehalten würde, um das Verhalten des Verputzes bis dahin beobachten und den Stukkateur event. zur Wiederanfertigung des Verputzes nach den Regeln der Putzkunst zwingen zu können. Ferner fällt uns das Auslausen des Verputzes an den Langseiten des Gebäudes noch auf. Statt beim Verputz mit den Eckpfeilern abzuschließen, geht man roch auf die Risalits der Langwände über, ähnlich, als wenn es den Schlagschatten der Eckpfeiler bilden sollte. Es unserer Ansicht nach ebensowenig eine bautechnische Berechtsame, als bei Aufführung des Gebäudes die Kämpferpunkte des Portals um einige Schichten tiefer gelegt wurden als die der Fensterbögen des Erdgeschosses. Schiffsbericht. (Mitgeteilt vom Norddeutschen Lloys in Bremen.) * Bremen, 18. Nov. Der Postdampfer„Elbe“, Kapt C Leist, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. November von Newyork abgegangen war, ist heute 4 Uhr morgens wohlbehalten in Southamton angekommen und hat Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und stattung sind sie, sowohl in bezug auf Papiers wie auf diez worgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derkünstlerische Form in Kopfleisten, Schlußstücken und Illu= seioe überbringt 165 Passagiere und volle Ladung. Wilhelm Bockmühl mit Sofia Rüßmann, Barop. Bergmann Johann Heinrich Sockeln, Marten, mit Maria Wilhelmine Sofin Risse, Kirchlinde. Landwirt Karl Heinrich Meit=endlich die Höhe des Rabat“ anlangt, welcher din Händlern. mann genannt Spiekerhoff, Oespel, mit Pauline Gruthoff, die ausschließlich Kolonialwaren führen, an manchen Ortin Herne. Bergmann Joharn Heinrich Wilhelm Hasenack,]:-#chlm I..1 LI. a.„„ Oespel, mit Lisette Böhmer, Oespel. ep Eheschließungen. Blockwärter Kaspar Wilhelm Hermann Wesener, Hickarde, mit Anna Henriette Wil helmine Tölke, Huckarde. Ackerknecht Johannes Gronemeymit Marie Bernhardine Pieper Bergmann Eduard Werner Busse, Marten, mit Hanne Christine Friederike Pilgrim, Marten. Schreiner Friedrich Wilhelm Möhle, Marten, mit Karoline Dietzel, Marten. Bergmann Laurenz Ignatz Feuler, Huckarde, mit Maria Louise Hahnebeck, Huckarde. Bergmann Heinrich Pagenkämper mit Elisabeth Sasse, Westerwiehe. Bergmann Adolbertes Szimejack, Ocspel, mit Karoline Mühlhaus, Oespel. Bergmann Johann Ernst Weißenborn mit Christine Schaake. Bergmann Georg Miihelm Friedrich Seelmeier, Marten, mit Anna Mäller, Marten. Bergmann Christian Friedrich Horstmann, Huckarde, mit Hanne Marie Beiderwieden. Siele. Bergmann Dietrich Hüls, Oespel, mit Louise Krause, Witwe des Bergmanns Ernst Stephan= Oespel Bahnarbeiter Heinrich Dietrich Georg Fischer, Huckarde, mit Ida Remmel, Dortmund. Bergmann Johann Köhler, Huckarde, mit Gertrud Bange, Dortmund. Gevurten. Bergmann Heinrich Trebbe 1 T. Bergmann Friedrich Hustermann Kirchlinde, 1 T. Bergwann Anton Neuhaus, Kirchlinde, 1 T. Stuckateur Anton Dankelmann, Oespel, I T. Bergmann Gottlieb August Stölting 1 S. Bergmann Friedrich Grasekamp, Marten, 1 S. Bergmann Konrad Sippel, Kirchlinde, I T. Betriebssekretär Gustav Hermann Alexander Seydel 1 T nzlehrer Konrad Diel, Marten, I T. Bergmann ann Christian Seifert, Marten, 1 S. Maschinenwärter nrich Begiebing, Kirchlinde, 1 S. Restaurateur Peter Seidenfaden 1 T. Berg=Tagelöhner Karl Freymann, Oespel, 1 S. Lehrer Georg Spieker 1 S. Bergmann Heinrich Linnenberg, Kirchlinde, 1 S. Bergmann Heinrich e mit dem etreffenden zu hoch erschien, so hat die Anstalt, da die Systeme an sich nichts zu thun hat— es den Handelsmitgliedern anheim gestellt, in solchen Fällen den halben Rabatt(also 2½ Proz) zu gewähren, indem sie an die Kunden die Rabattscheine im halben Betrage der bezahlten Summe ausfolgen, bei einem Einkaufe z. B. von 1# einen Rabattschein von 50 4. Wir halten dies: Neuerung für eine sehr glückliche, da es dem Publikum doch immerhin lieber sein wird, einen kleineren Rabatt als gar keinen zu bekommen. Es hat sich somit, wie wir vorausgesehen haben, der Versuch überall dort bewährt, wo er ehrlich und ohne blinde Voreingenommenheit gemacht wurde— denn daß die finnlosen Verdächtigungen, welche in anonymen Annor cen einiger Lokalblätter gegen die Anstalt geschleudert wurden, einer gut und ehrlich geleiteten Sache auf die Dauer nichts anhaben konnten, war von vornherein klar.— In Berlin werden die der Rabattsparanstalt bereits beigetretenen Handelsmitglieder, darunter mihrere unserer allerersten Firmen wie H. Lifsauer, Löser u. Woiff, Neumann u. Windsckuegl. A. Degmeier Nachflg., Ricolaische Buchhandlung, J. G. Teuscher Sohn., aufangs nächster Woche mit der Ausgabe der Rabattscheine beginnen, die vollständige Liste werden wir rechtzeitig zur Kenntnis unserer Leser bringen Berlin, 17. Nov.[Telephon= Anlage.] Seiten: der Reichspost= und Telegraphen=Verwaltung ist die Anlage und der Betrieb von Telephon=Leitungen als Regal betrachtet worden und ein ernsthafter Widerspruch dagegen ist bisher nicht erfolgt. Jetzt endlich hat ein Privitmann in Jena, welcher auf egene Kosten eine Leitung zwischen seiner Wohnung und seinem Geschäftshause mit Genehmigung der Gemeindebehörde gelegt hatte, der Telegraphen=Verwaltung Gelegenheit gegeben, ihre Rechte geltend zu machen Dieselbe versuchte zunächst, den Unternehmer zu nachträgl cher Einholung der Genehmigung von der Telegraphen=Verwaltung zi veranlassen und unter Zusicherung der Erteilung Am 18. d. Mts., abends 8½ Uhr, starb mein lieber Mann, unser guter Vater. Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, Kaufmann Johannes Prött, im Alter von 35 Jahren, nach fünftägigem, schweren Leiden infolge einer Lungenentzündung. 11 360 Dortmud. Bielefeld u. Höxter. Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 22. November, morgens 8½ Uhr, vom Sterbehause 1. Kampstr. 30, aus statt. Ich verlegte meine Wohnung von Harkortstraße 1 nach 11 359 Harkortstrasse 3. Frau Knapp, früher Bräucker, Hebamme. Im Burgholz. in der Nähe des Fredenbaums ist eine Weide v. 2¼ Morg. Größe zu verk. od. zu verm. 1. Kampstr. 67.“ Populäre EntwickelungsGeschichte der Welt, von Karl August Zweite, sehr vermehrte und verbesserte Aufllage Preis: 3,50 M Vorrätig in der Schaf entlausen. Wiederbringer Belohnung. Westenhellweg 138. Bekanntmachung. an di.„geitige Veröffentlichung vom 12. November kr. wird beka it gemag., de der Zugang zu dem Sitzungssuale des Schwurgelungsagle. Straftammer in dem neuen Landgerichsgebäude ur gie, Richter, Stag, an tte, Verteloigr., Geschworene und Gerichtsschreiber durch das Hauptportal in der Mitte des Gebäudes, für alle übrigen Personen Zeugen, Zuhörer 2c, durch das an der südwestlichen in der Ummauerung des Gerichtshofes(neben der Obstbude) befindliche Thor und den Eingang zum Mittelflügel erfolgt.10; Tpor Dortmund, den 18. November 1881. Der Landgerichts=Präsiden: Der erste Staats=Anwalt. Bekanntmachung. 25 Personen, Offiziere oder Unteroffiziere der Reserve, völlig unentgeltlich und ostenlos zum Büteau= und Kontordienst, als[Administratoren, Rechnungsnd Loinende Sielungen zul uschesfen, u am wuend hunic, aubrieflich erteilt #er an diesem Uaterricht teilnehmen will, hat sich unter Vorzeigung seiner sämtlichen Militärpapiere auf dem Bataillonsbüreau des unterzeichneten Kommandos bis zum 23. d. Mts., in den Vormittagsstunden von 8 bis 12 Uhr, zu Dortmund, den 18. November 1881 Königliches Bezirks Kommando. Tiuck vn Verleg von C. A..*###7 in Vortou#d. ahlverein der deutschen Fortschrittspartei. Montag, 21. November, abends 8½ Uhr: Versammlung im Vereinslokale„am Breiten Stein“. Tagesordnung: Rechnungslage und Erledigung anderer wichtiger Gegenstände. Um zahlreiches Erscheinen bittet..... 910 358 Der Vorstand. Karneval. Gründung eines neuen Vereins werden die früheren Mitglieder des kleinen Rats und närrischen „ Reichstags am Sonntag den 20. d.., abends 8 Uhr, im Saale des„Rheinischen Hofes“, ergebenst eingeladen.6 11 361 ##4 Kers--... Hervorzuhehen ist, daß nur ausgefälltes kohlensaures Baryum wirksam ist dasselbe ist in rohem und gereinigtem Zustande in jeder größeren Dro guenhandlung vorrätig; das rohe genügt für diesen Zweck; und kommen bei dessen Anwendung die Baryum=Pillen billiger zu stehen, als die Phosphorpillen. Die seit einiger Zeit in den Handel gebrachte sogenannte amerikanische Patentwäsche(Kragen, Manschetten 2c.), welche selbst im Wasser ihre Steifheit nicht verliert und sich durch einfaches Abwaschen von aufgenommenem Schmutz wieder reinigen läßt, hat neben diesen interessanten Nuuen leider auch einen sehr schwer wiegenden Uebelstand; sie brennt mit einer Flamme, ja sogar schon mit einer hellglimmenden garre in Berührung gebracht, unter äußerst intensiver, kaum zu bender Feuererscheinung. Diese schlimme Eigenschaft, welche die tive Einbürgerung der Erfindung wohl verhindern dürfte, rührt daher, daß die baum volllne Einlage der Stücke mit einer Deckmasse aus in Oel oder Kollodium gelöstem, mit Zinkweiß vermischtem Kampher versehen ist. Eine solche Masse erweist sich als höchst feuergefährlich, und demnach kann der Gebrauch der amerikanischen Patentwäsche sehr leich zu bedenklichen Verbrennungen führen. Kleinere Uebelstände, die sich unter anderen Umständen wohl ertragen lassen würden, sind der leichte Kamphergeruch der betreffenden Kragen 2c., sowie der von einigen Analytikern bei der chemischen Untersuchung nachgewiesene Bleigehalt, der sich aus Verunreinigungen des als Färbemittel verwendeten Zinkweißes herschreibt. Von einem Fleischermeister aus Chicago geht der„Voss. Ztg.“ folgendes Schreiben zu: Neulich las ich in der„Illinois=Staatszeitung" emnen Vortrag, den Herr Prof. Roloff in Berlin über das amerikanische ZZüchsenfleisch gehalten hat. Aus eigener Erfahrung kann ich dessen Urteil über den Nahrungswert dieser Konserven nur bestätigen. Auf den Stiquetts steht freilich, daß nur die besten Stücke der besten Ochsen verwandt werden, in Wahrheit wird das nur geringwertige Texae= und Kelorado=Vieh dazu verwandt, und auch von diesen nur die Halsschenkel uund Bauchstücke; die Keulen werden gesalzen nach England geschickt, die Brust wird als Meßbeef für Schiffsproviant verbraucht und die Rückenttücke gehen nach den großen Städten am atlantischen Orean. Das Fleisch zu den Konserven wird von Knochen und allem Fett befreit, hierauf im Eishause abgekühlt, in kleine Stücke geschnitten und dann gesalzen und mit starker Lake übergossen. Wenn es durchgesalzen ist, wird es in Bottichen mittelst Dampf halbgar gekocht, dann zerschnitten und in die Büchsen gethan; jede Büchse wird, wenn sie gefüllt ist, genau abgewogen, dann zugelötet und zwei Stunden gekocht, hierauf wird ein kleines Loch eingeschlagen und der Saft herausgelassen, sodann wird sie wieder zwei Stunden gekocht und nochmals der Saft herausgelassen. Daß bei diesem Verfahren der oonedies sehr geringe Nahrungswert des Fleisches auf ein Mnimum herabgedrückt wird, ist einleuchtend. Die beiden Haupternährungsstoffe des Fleisches, Albumin und Fett, sind nicht darin vorhanden. Das Handschuhwaschen mittelst Milch. Bei diesem Verfahren müssen die zu waschenden Handschuhe aufgespannt oder auf die Hand gezogen werden. Man beschafft sich in zwei Gefäßen in dem einen etwas reine Milch, in dem anderen etwas gewöhnliche Kern= oder Talgseife und einen weichen Schwamm. Den Schwamm taucht man in die Milch ein, drückt den größten Teil derselben wieder aus, reibt den Schwamm einige male auf der Seife hin und her und bestreicht dann mit dem so präparirten Schwamme die schmutzigen Stellen der Handschuhe so lange bis der Schmutz entfernt ist. Dann trocknet man mit einem reinen Handtuche schleunig nach und hängt die Handschuhe zum Trocknen auf Schmerzlose Operation eingewachsener Rägel.(Von Dr. Converse.) Unter die freien Ränder des Nagels wird Baumwolle gestopft und ein Streifen Heftpflaster darüber gelegt, in welches eine Oeffnung geschnitten ist von der Größe und Gestalt des zu entfernenden Nagelstückes. Dieses wird, ohne die umliegenden Teile zu berühren, mit einem befeuchteten Höllensteinstifte betupft. Am nächsten Tage ist der Nagel schwarz oder braun geworden und hat sich von dem darunter liegenden Gewebe getrennt, so daß der leidende Teil abgeschnitten werden kann. H Ein einfaches, aber bewährtes Mittel gegen Wadenkräupfe, an denen Frauen oft sehr leiden, ist folgendes: Man schneidet gebrauchte oder neue Korkstopfen wie man sie eben zur Hand hat, nach der Länge ein= oder zweimal durch, durchbohrt die Scheiben mit einem Nagel und schnürt sie an einen Bindfaden, den man sich abends bequem um die Wade bindet und die schmerzhaften Krämpfe werden verhütet. Die runden Scheiben werden lose an einander gereiht. Da das Mittel kein Geld kostete, so versuche man es nur und wird der Erfolg nicht fehlen. Am Pänder und Flortücher zu waschen, nmmt man 4 Lot Honig, 4 Lot schwarze Seife und 6 Lo: Weingeist, rührt dieses gut zuammen, bestreicht mittelst eines Schwämmchens damir den Stoff, spült ihn mit Wasser und überfährt ihn mit einem ganz heißen Bügeleisen, worauf der Stoff wieder Glanz und Steife erhält. In das zweite Spülwasser kann man etwas wohlriechendes thun, um den Geruch der schwarzen Seife zu tilgen. Dieses Mittel ist ganz vorzüglich. Gläser vor dem Verspringen zu schützen. Wenn man ein gläsernes Gefäß in einen Topf bringt, kaltes Wasser aufgießt, hierauf zum Feuer stellt und sieden, nach dem Sude aber allmählich erkalten läßt, so pringt dasselbe in der folge dann auch nicht, wenn man siedend heiße Flüssigleit hinein gießt, selbst wenn es bis 10 Grad unter Null abgekühlt wäre. Soll das Glas noch höhere Temperaturen erleiden, so siede man es in Oel. Fettflecken lassen sich aus Papier sehr leicht durch geschabten Pfeifenhon oder noch besser durch fein pulversirten Meerschaum entfernen. Auch das Heißplätten auf überlegtem Löschvavier ist anzuraten Casel=Obsl. Wir versenden Tasel=Obst edler Art, so eit der Vorrat reicht, ab hier zur Bahn, sorgfältige Packung in Faß indegrisfen, gegen Nachnahme, wenn nicht anders verfügt wird: Stern= Reinetten(pariser Rambours=Reinetten), sehr zu empfehlen, zu K 15 per 100 Pfd. Feigen Birnen, recht gut, 5 bis chen haltbar, zu# 10 per 100 Pfd. und sehen Bestellungen gerne entgegen. Kl. Heubach am Main. ter Meer& Weymar, Obstkraut=Fabrik und Obst=Dorre. Prima Delikateß=Würste empfiehlt und versendet gegen Nuchnahme in Postkolli mit 5 verschi denen Sorten 7½ Pfd. Netto zu## 15 inkl. Porto und Gubellage J. M. Lambertz, Delikateß=Handlung en gros, Nachen, Hochstraße 28 Anzeigen. Die Preise für aufgeschlossenen Pern=Guano sind bei allen sonstigen Bedingungen unseres zehnten Berichtes vom Dezember 1879 gegenwärtig die folgenden: für Qualität I. mit 7 Proz. gegen Verflüchtigung geschütztem Stickstoff und 9½ Proz. leicht löslicher Phosphorsäure K 250 per 1000 kg; für Qualität II. mit 5 Proz vor Verflüchtigung geschütztem Stickstoff und 10½ Proz. leicht löslicher Phosphorsäure K 210 per 1000 kg. Außerdem offeriren wir Ihnen: rohen pulverisirten Pern=Guano mit 7 Proz Stickstoff und 14 Proz. Phosphorsäure zu:# 250 per 1000 kg Unser Guano=Superphosphat mit 16 Proz. leicht löslicher Phosphorsäure hat den Preis von# 125 per 1000 kg, ebenfalls bei Entnahme von 10 000 kg Die Preise verstehen sich sämtlich intl. Säcke, frei ab Station hier; bei Abnahme von weniger als 10 000 kg tritt eine Preis=Erhöhung von. 2 pr. 100 kg ein. Emmerich, den 1. Juni 1881. Ohlendorff& Comp., ausschließlich autorifirte Fabrikanten des aufgeschlossenen Peru=Guano. Milch=Centrifuge, höchste Buiter=Ausbeute und Verwertung der süßen Magermilch durch Verkauf und Verfütterung Molkerei=Baupläne und Einrich= tungen für Stadt u. Land liefert zu Butter, Mager= und Schweizer Feitkäsefabrikation Auskunft und Prospekte sendet 46 H. Schröder, Hagen i. W. Migräne-Pulver à Karton 2,25 Mk. Adler-Apotheke Lissa (Posen). 50 Prima(vorzüglich weichkochende) kleine, weiße Riesen- und Golderbsen empfiehlt billigst 52 Derne. H. Thomas. Alle Delikatessen und Südfrüchte=Handlungen, ebenso die Konserven=Fabriken, wollen uns ihre genaue Adresse einsend. n. Die Expedition des Gemüse- und Oöflanzeiger in Leipzig=Gohlis. Verantwortlicher Redakteurt Rudolf Versen.— und Druck von C. L. Krüger in Dortmund. Beilage der„Dortmunder Zeitung“. Für Haus und Hof. Blätter für Land=, Garten= und Hauswirtschaft. Erscheint jeden Sonntag.— Anzeigen werden mit 20 Pf. die Zeile berechnet. MN. 47. Sonntag, den 20. November. 1881 Oeffentliches Schlachthaus und Schlachthauszwang. Von Kreisphysikus Dr. Müller. I. Unter den Nahrungsmitteln des Menschen hat von jeher das Fleisch eine Hauptrolle gespielt. Finden wir doch schon unsern Urahnvater, den Höhlenmenschen, in seinen Skelettresten umgeben von den Knochen der Tiere, deren Fleisch ihm ohne Zweifel zur Nahrung gedient, deren Mar' ihm als Leckerbissen gegolten. Daß der Mensch ohne Fleischnahrung leben kann, daß er sogar bei vollkommenem Ausschluß dieser Nahrung eine ganz befriedigende Körperentwickelung und Kraftfülle zu erlangen vermag, wird niemand läugnen wollen. Die Vegetarianer sind ja dafür ein sprechender Beweis. Wenn diese Pflanzenkost=Verehrer und FleischkostVerbanner aber behaupten, daß der Mensch ursprünglich nur von Pflanzen wie sie es zu thun versuchen, gelebt hibe, daß des Menschen Körperbau, die Beschaffenheit seiner Zähne, insbesondere seine Verdauungsorgane ihn nur auf vegetabilische Nahrung hinwiesen, so involvirt diese Behauptung eine ebenso große Unkenntnis der Anatomie des Menschen, wie ihre andere Behauptung unhaltbar ist, daß die Fleischnahrung den Menschen verwildere, und daß die Zunahme von Laster und Verbrechen in unserer Zeit die einfache, notwendige Folge sei des immer mehr steigenden Fleischgenusses. Auch die von ihnen beliebte Anführung von Bibelstellen gibt ihren Behauptungen keine Stütze. Moses hat die Fleischnahrung entschieden gestattet, nur das Fleisch einiger weniger Tiere, wie des Schweines des Hasen 2c. ausgeschlossen, und Jesus Sirach sagt:„Der Bauch nimmt allerlei Speise auf, doch ist eine Speise besser als die andere“. Und wir glauben den Ausspruch des weisen Jesus Sirach recht zu interpretiren wenn wir sagen, das Fleisch ist für den Menschen noch bessere, kräftigere Kost als die Pflanzennahrung. Das Fleisch gehört aber zu den besten Nahrungsmitteln, weil es einen sehr hohen Eiweißgehalt in einer besonders leichtverdaulichen Form darbietet, und überdies ein nervenstärkendes G nußmittel ist. Der Gehalt des Fleisches an Extraktivstoffen, an Eiweiß, Bindgewebe(Leim), an unorganischen Salzen bestimmt seinen Nährwert. Es hört jedoch dasselbe auf, alle diese Vorzüge zu besitzen, sobald es von Tieren stammt, die an Krankheiten g litten, welche deren Blutmasse verändert und zersetzt haben. Aus einem kräftigenden, die Gesundheit fördernden, kann es alsdann zu einem die Gesundheit gefährdenden und zerstörenden Nahrungsmittel, zu einem Gift für den menschlichen Körper werden. Es ist eine bekannte Thatsache, daß nur zu häufig kranke Tiere geschlachtet werden, um das Fleisch derselben als Nahrungsmittel noch zu verwerten. Es ist konstatirt, daß auf größeren Landgütern hie und da der Gebrauch besteht, kranke Tiere schnell zu schlachten, um drren Fleisch in der Wirtschaft zu verwenden. In kleineren Ortschaften wird nicht selten das Fleisch von geschlachteten kranken Tieren öffentlich als geringere Ware verkauft. Der Bauer schlachtet die kranke Kuh, sticht das dem Tode nahe Schwein schnell ab, ehe es krepirt, damit er das Fleisch noch benutzen kann. Daß diese Unsitte, Tiere zu schlachten, um dem Tode zuvorzukommen und das Fleisch zu retten, an vielen Orten herrscht, geht einfach aus der Thatsache hervor, daß für dies Verfahren eine eigene Bezeichnung, näm'ich„Notschlachten" allgemein gebräuchlich geworden ist. Nach einem amtlichen Berichte wurde im Großherzogtum Baden im Jahre 1873 das Notschlachten bei 4189 Stück Rindvieh und 6002 Schweinen ausgeführt. In anderen Staaten, wo das Notschlachten nicht konstatirt wird, findet dies wahrscheinlich verhältnismäßig noch häufiger statt. Nicht zu übersehen ist ferner, daß das Fleisch kranker Tiere auch giftige Stoffe enthalten kann, wenn letztere in ihrer Krankheit solche als Arzneimittel bekommen haben. Manche Tiere vertragen von Giften, die den Menschen töten würden, unverhältnismäßig große Quantitäten wie z. B. die Pferde Arsenik. Obgleich nun solche Tiere keine Vergiftungs=Erscheinungen darboten, kann doch ihr Fleisch dem für diese Gifte empfindlicheren Menschen schaden. Der kleine Mann ist in betreff der Benutzung kranken und verdorbenen Fleisches in der Regel anderer Ansicht. Ist es doch wiederholt vorgekommen, daß die wegen Rinderpest oder Milzbrand getöteten und verscharrten Tiere von den Landleuten heimlich wieder ausgegraben sind und deren Fleisch verzehrt worden ist. In den meisten Fällen geschieht das Schlachten kranker Tiere heimlich. Wohl in den seltensten Fällen werden die Käufer solchen Fleisches davon in Kenntnis gesetzt, daß dasselbe von kranken Tieren herstammt. Es muß bis rahin nicht wenige Fleischer gegeben haben, die das Schlachten kranker Tiere gewerbemäßig betrieben, denn das Volk hat für diese Art Schlächter einen ganz besonderen Namen erfunden. Es nennt sie Kaltschlächter oder auch Polkaschlächter. Am wenigsten zu erinnern möchte sein gegen den Genuß des Fleisches solcher Tiere, welche bei Knochenbrüchen, nach schweren Verletzungen und Verwundungen sofort geschlachtet werden. Bei vielen Krankheiten der Tiere vermag die Untersuchung des Fleisches nach dem Schlachten keine Veränderung desselben und die weitere Beobachtung nach dem Genuß besselben keine Gefährdung der Gesundheit des Konsumenten zu entdecken Selbst eine Verminderung des Nährwertes des Fleisches ist nicht zu kontatiren. Das Fleisch von Schafen z.., die an der Treh= oder an der Traber=Krankheit leiden, das Fleisch von Rindern, die lungenseuchkrank ind, aber noch nicht siebern, oder von Tieren, welche die Erscheinungen der Knechenbrüchigkeit zeigen, kann in der Regel ohne sichtbaren Schaden von uns genossen werden. Ist es aber nicht widerlich, den Händen des Abdeckers das Fleisch zu entzehen, das wir genießen wollen? Und wenn es andererseits feststeht, daß bei den genannten und verschiedenen anderen krankheiten das Fleisch eine krankhafte Veränderung erleidet, sobald dieelben einen höheren Grad erreicht und eine Blutentmischung derbeieführt haben, wer will die Grenze dann genau feststellen, wo die Gefahr des Genusses solchen Fleisches anfängt? Bekannt ist, daß das Fleisch sehr abgehetzten Wildes schädlich wirkt. Ausgemacht ist, daß das Fleisch von allen Tieren, die an Milzbrand und milzbrandähnlichen Krankheiten, an Tollwut, Rotz, an brandigen Entzündungen innerer Organe oder auch äußerer Körperteile gelitten, in der Regel gefährliche Erkrankungen durch den Genuß den Menschen verursachen. Noch in neuerer Zeit sind in Nordhausen mehrere hundert Personen, in Wurzen 206,.: Zeitz 197 Personen nach dem Genuß solchen Fleisches sehr heftig, zum teil tötlich erkrankt. Nach manchen Krankheiten der Tiere geht das Fleisch nach dem Schlachten sehr schnell in faulige Zersetzung über, wobei Stoffe sich bilden können, die im höchsten Grade gesundheitsgefährlich sind. Von den Krankheiten, welche durch den Genuß des Fleisches auf den Menschen übertragen werden können, nenne ich nur das Eiter= oder Faulfieber der Haustiere. Durch dem Genuß solchen Kalbfleisches erkrankten in Zürich 36, auf einem Sängerfest in Andelfingen in der Schweiz an 200 Personen unter Typhus= oder cholera=ähnlichen Erscheinungen. Nach den Erfahrungen der Wissenschaft steht es noch nicht vollkommen fest, ob der Genuß von Fleisch und Milch perlsüchtiger Tiere für den Menschen gefährlich ist. Eine Autorität wie Gerlach glaubt aber, daß die Tuberkulose der Rinder ganz dieselbe Krankheit sei, wie die der Menschen und daß sie durch den Genuß des Fleisches auf den Menschen übertragen werden könne. Nach Bollinger kann man annehmen, daß 1 ½ bis 2 Proz. der Rinder tuberkulös ist. Vom Schlachten ganz auszuschließen und dem Abdecker zu überweisen sind daher unzweiftlhaft Tiere mit Milzbrand, Rotz= ind Wutkrankheit. Schon das Zerlegen derselben, die Berührung ist mit großer Gefahr verbunden. Cameron und Gambel sind der Ansicht daß der Karbunkel des Menschen häusig durch den Genuß des Fleisches lungensüchtigen Viehes bedingt ist. Livingstone hat uns belehrt, — dan in Südafrika Neger und Europäer nach dem Genuß solchen Fleisches viel an Karbankalosis erkrankten und der registrar general von Schotland kannte eine Zunahme der Todesfälle an diesem Leiden konstatire seit dem Erscheinen der Lungenseuche in den Viehherden dieses Landes. Landwirtschaftliches. Schreiber diesen Gelegenhekt, bei anem Vienenschter imn Saurlande esheunie ceshen, eisei. e cie hene e. Beosibenden Beitereh Veus. n uch ichen zer Bamacibung, er ourden. Die Asden dad um 1. Zalt harien Beshealtesten, Se cte ie ier ebr ie el seh ui M sak hen wectunch spr Denanalite Kam giczaten wrz, Ba, Genge cse Sest ece sche ss a..o, List uc fecher lange, well ja der Bienenstand unter Dach, al daen Ashen sad 3 Kchshlschead, herunchntaune etck, elie hen ∆ Mlasan 4 salcher Deckel angebracht, um von oben nach Bedarf Doppellasten 4 solcher Deaet angenrng, Bi.2 ihre Arbeit anbauen. en id begr us Aesien behanche ice eitnige dir..3. Aan ahee, echeisce e. esehee e. blcid in eie dine duch Mtack ud uien duncd Ceslatshe eh. Set ibrer Arbeit burch de Glauscheshe, becbasten, nat inmer schr auter Sach os helenie, healse Mi astes ige e. Saishe, arhhs eich Sster.. ee verden. Ep. zu beseonderen Vortel bietel une ehanderiche, De in Lerihe afe iur geilie Behat e. As estaneter Bschesei e cseche oder Hong Su##t au: Wachs und mehr auf Honiggewines, ben bg. Guten die Biene dem Landwirt in jeder Beziehung nung legt. Welchen Kuten die Biene dem Lonow., Tz.igen nicßht mehr und empfiehlt es sich gewiß, ihr immer mehr und mehr Aufmerksam zi widmen. im Füllenhandel nicht mehr kannten. Gumbinnen, wo die meisten Käufer von außen erschienen waren, hatte den flottesten Handel und die besten Preise; die Märkte in Insterburg und Darkehmen hatten nur geringen Absatz zu beispiellos niedrigen Preisen bei großem Auftrieb. Der Auf trieb von Jährlingen und zweijährigen war stärker, als Die Jährlinge waren jedoch bereits ausgelesen und Tiere erster Klasf Lrsolsareiche Schweinemast.— Auf der zweten dredener Schlacht. vieh=Ausstellung erregten in der Abteilung für„Schweine bis 8 die ganz besondere Aufmerksamkeit der Besucher 10, in einem Verschlage befindliche Schweine englischer Abstammung des Gutsbesitzers E. Klopfer in Schletta bei Meißen, welche von einem Wurfe stammten, durch ihr verhältnismäßig großes und gleichmäßiges Körpergewicht. Derselbe Aussteller hatte außerdem noch 4 Stück eines anderen Wurfs von etwas größerer Körperschwere. Die„Sächs. landw. Ztg.“ bringt über Gewicht und Fütterung der Tiere nähere Angaben, welche umsomehr v Interesse sein dürften, als sie zugleich eine außergewöhnlich hohe Verwertung des Futters darthun. Die zehn Stück des einen Wurfs waren am 28. Oktober 1880 geboren, saugten bis 5. Dezember an der Rutter und erhielten von da ab im Durchschnitt pro Tag und Stück 2 Pfund Maisschrot, gekocht, 8 Pfund Kartoffeln, gedämpft und 12 Liter Schlickermilch, im ganzen bis 6. Mai 1881, d. i. bis zum Beginn der Ausstellung, in 1* Tagen 3040 Pfund Maisschrot, 12 160 Pfund Kartoffeln und 18240 Liter Schlickermilch. Die 10 Tiere erreichten ein Lebendgewicht von zusammen 3290, durchschnittlich pro Stück 329 Pfun., un wurden mit 60 M pro Zentner Lebendgewicht verkauft, demnach erlöst. Das Futter kostete: 30,40 Zentner Maisschrot à 8= 243 M 20., 121,60 Zentner Kartoffeln à 2 4 20.=267 M 52 zusammen 510 M 75., 18 240 Liter Schlickermilch verwerteten sich Joher, venn für Stallung, Aebet ur. enerseite und den Aünger andene= seits nichts gerechnet wird, auf 1463 M 28 3. oder der Liter auf .02 A.— Die vier anderen, etwas älteren Schweine wurden am 10. Oktober entwöhnt und bekamen von da an dasselbe Futter pro Tag und Kopf. Sie erreichten bis 6. Mai ein Lebendgewicht von zusammen 1770, durchschnittlich pro Stück 442,5 Pfund und wurden ebenfalls zu 60 M pro Zentner Lebendgewicht verkauft mit einem 1062 M Der Futterverbrauch war: 16,64 Zentner Maisschrot à 8#4 133 M 12 Z. und 66,56 Zentner Kartoffeln à 2 M 20 A.= 146 43., zusammen 279 M 55 Z. 9984 Liter Schlickermilch, welche sich unter derselben Beschränkung wie oben zu 782 M 45 Z. oder pro Liter auf 7,84 Z. verwertete. mach auch auf den Fulerabsetz üähnend es ce esee esche ee Sese e bi.es aie sce eien. e Sei. besin zweiter sund dritter Klasse auf Zahlen zurückgingen, die wir seit 1858 Verschiedenes. Die Ehe und die Sterblichkeit stehen— so seltsam das auf den ersten Blick erscheinen mag— in einem gewissen Zusammenhang. Die Statistik, welche bekanntlich alles in ihre absoluten und vergleichenden Zahlenreihen zusammenpreßt, hat diesen Zusammenhang ergründet und der Ehe damit gleichzeitig ein sehr günstiges Zeugnis ausgestellt. Die Ehe ist als eine Schanze gegen den frühen Tod zu hetrachten, die Sterblichkeit der verheirateten Männer ist geringer als die der Junggesellen, di: der Witwer ist größer als jene der Verheirateten und Junggesellen. Hingegen lehrt die Statistik durch ihre neuesten in Frankreich gepflogenen Erhebungen, daß die Sterblichkeit der unter 25 Jahren verheirateten Männer größer ist als unter jenen, welche in einem vorgeschrittenen Lebensalter in den Stand der Ehe traten. Sie ist fünfmal so groß, ale die der unverheirateten Männer im gleichen Alter. Sonst hat ein Junggeselle von 25 Jahren ebensoviel Chancen zu sterben, als ein verheirateter Mann von 50 Jahren. Wird ein so jung verheirater Mann vor den 25 Jahren Witwer, so nähert sich die Sterblichkeitswahrscheinlichkeit der des hohen Greisenalters, und zwar immer höher, je früher die schaft eintritt. Aber auch gegen Selbstmord, Irrsinn, Mord und Dieb stahl wirkt das Familienleben als Schutzwehr, und selbst die Witwer sind hierin den Unvermählten gegenüber im Vorteil. Die Anwesenheit von Kindern scheint hier überhaupt mehr Schutzwirkung auszuüben als die der Frau. Von einer Million Ehemänner ohne Kinder werden in Frankreich jährlich 287 Verbrechen begangen, von der gleichen Witwer mit Kindern nur 237. Am günstigsten stellt sich das Verhältnis, wenn Frauen und Kinder zusammen wirken. Auf eine Million Ehemänner und Kinder kommen nur 186 Verbrecher jährlich, während Witwer ohne Kinder 262, Junggesellen 403 Verbrecher liefern. Frauen liefern ja, da sie dem Kampf ums Dasein minder direkt ausgesetzt sind und auch anderer Umstände wegen weniger Verbrecher als die Männer, es kommen 89 Verbrecher auf unverheiratete Frauen und blos 32 auf verheiratete mit Kindern unter je einer Million Frauen. Was den Selbstmord betrifft, so ist er bei Greisen häufiger als bei Jünglingen, bei Frauen seltener als bei Männern. Witwer und Witwen bringen sich häusiger ums Leben, als Ehegatten. Die Gegenwart von Kindern scheucht den Gedanken an den Selbstmord zurück, sowohl bei Witwern und Witwen, als auch bei Verhekraten; Kuder eriten die Häste der Setochneig guerz. verfallen jungverheiratete Männer ebenso oft dem Selbstmord wie ver beiratete Altersgenossen. Die Lust zum Selbstmord nimmt bei verheirateten Rännern langsam mi dem Alter zu, bie sie um die Mite der fünßiger -k.## Marimum zeigt; sie ist zweiundeinhalbmal so groß als in der Jugend. Dann nimnt sie ab. Bei Nichtoerzeirateten steigert se sich immer. Der Selbstmord ist bei Ledigen vor. 25 Jahren schon doppelt so häufig als bei Verheirateten; bei Siebenzigjährigen ist er elfmal so häufig. Und seibst hier tritt noch kein Stillstand ein. Bei verheirateten ur unverbeirateten Frauen sind die Erscheinungen analoge. Sonat lassen sich hierüber folgende Gesetze aufstellen: Der Selbstmord kommt in jedem Alter, vielleicht die Zeit vor 20 Jahren ausgenommen, bei den Verbeirateteten weniger häufig vor, als bei solchen, die es nicht sind oder es nicht meyr sind. Er nimmt mit dem Alter der beiden Klassen zu Aber während diese Zunahne für die und soaar schließlich wieder abnimmt, wird sie für die Unverheirateren reißer“ und abschreckend. Wenn die Statistik schon seit langen Jahren die Zunahme der Selbstmorde als Gesetz hinstellte, so verdankt man dieses Resultat fast ausschließlich den Ehelosen und den Witwern. Dieselben Gesetze aelten für die Frauen, nur kommen sie weniger intensiv zur Erscheinung. So zeiat sich das Familienleben nach den verschiedensten hier betrachteten Richtungen hin durchaus günstig; die kalten Ziffern werden beretter Lobfruch ber Pv.—r4t. Der vom San isterat, Niemeyer kürzlich in Berlin gehaltene Vortrag erfreute sich einer so gahlreichen Zuhörerschaft, daß der Rathaussaal die Menge kaum zu fassen vermocht Sie fand aber auch ihre Rechnung in der unterhaltenden und stellenweise satgrischen Art, mit welcher der begabte Redner sein zeitgemäßes Thema abzuhandeln verstand, indem er dem„B..“ zufolge anma felgenden, ausfschrle: Biele Nenschen knen fütr gele, Pihzschen Erkrankungen keine andere Ursache als„Erkältung und kein Ende“. Daß man sich in unserem wetterwendischen Klima erkälten kann und recht oft erkältet, wird ja bereitwillgst zugegeven, nia, aver, d. E. tung etwas gefährliches sei. Daß man sich nicht immer erkälten müsse, lebit das Beispiel der halbnackten Feuerländer und der ganz„ausge. schnitten“ gehenden Seesoldaten. Viel gefährlicher als Erkältung ist die Erkältungsfurcht und das vor ihr sogenannte Inachtnehmen, das nicht nur nicht gegen Erkältung schützt, sondern auch andere schwerere Gesundheitsstörungen verschuldet, z. B. das Vorhalten eines Tuches vor Mund und Nase draußen, das Tragen des Mund=Respirators, das„Bandagis. w. Beim Einpferchen in festgeschlossene, geheizte Räume(Kupees, Pferdebahnwagen) handelt man statt Lust, die von Dubois=Reymond„Anthropotorin“ getaufte Durch Vorlesung einer Schilderung des deutschen Gasthoflebens in d Gesnrächen des Erasmus, die vor 300 Jahren erschienen, zeigt Redner, war, doch habe man damals wenigstens noch keinen Tabakrauch, Fenst alas, eiserne Ofen und Kohlenfeuerung gekannt. Dar„Laster“, zu welchem die Erkältungsfurcht erzieht, ist die Verweichlichung, wische gesund“ nur das heißt, was auf die Nerven annehmlich einwirkt. Die hogienische Heilkunde predigt statt dessen die„Fugend“ der Abhärtzung. welche hauptsächlich durch Wasser= und Luftfreundlichkeit geübt wird. Doch soll man auf nun einmal anders gewöhnte nicht sofort fanatisch mit Kaltwasser und offenem Fenster losstürmen, sondern sie durch milde Praris nach und nach zur Abhärtung erziehen, wozu der Besuch der Winter=Schwimmbassins die beste Gelegenheit bietet. Die„Vatzrärtte sind von Uebertreibungen nicht freizusprechen und nicht die Bauern Schroth und Prießnitz haben die Wasserkur erfunden, sondern schon hupdert Jahre vor ihnen der schottische Arst James Currie. Die hpgiegische Heilklunde donnert nicht im Inpecatio, sondern bescheidet sie beim Jadikatin= Tau Ge kennt mit R. Virchow, nur eine Autorität: die Gründe, und überläßt im übrigen jeden der Freiheit,„nach seiner Facon“ gesund Du auer uihe wehedte sten sa tuncder Lal schent 6. schmacke ganz absehen. Die Vorteile bestehen in einer leichteren Verdaulichkeit. die Nachteile in der Möglichkeit, dem Körper mit dem rohen Fleische Organiemen zuzuführen, die krankheiterregend auf denselben einwirten, durch ene hohe Tenperatur aber, wie se durch, Jaheg, oder Arat= bedinat wird. getötet werden. Wir verweisen in dieser Hinsicht Flisch kommt hänsiger auf sden Mark, als man gewöhnlich voransett Toussaint steht nicht an, zu erklären, daß keine kontagiöse Krankheit eine psbon Kasechungtschschet best, die der Socheküse. Sertgnn: Kaninchen und anderen Tieren geben, wie dies ja schon tangere Zei bekannt ist, darüber positive Resultate, und zwar enthalten nach Toussai. alle Säfte des Körpers, Nasenschleim, Speichel, tuberkaloset Virug. Wenn beim Mezschen, die. 2. Lui, Liesen die Kreauit: steckend scheint, habe dies seinen Grund darin, daß bei diesem die Kra heit einen schleppenden, chronischen Verlauf nimmt, der or Jahre. Terr: und heilen kann. Die Ansteckungsfähigkeit sei jedoch deshato nuhe#..— bezwefeln, wel sie buch das spitere Austretzzien brick deur gazkerege zu konstatiren sei. Neuere Versuche, die Toussaint mit dem Safte roh oie a behangtet, Tieren, durch die Haut in den Organizuns gelangl. Tiere zurüc, deren Lunge wolsähnditg kauf K, abtex a grnigen Seat Wlendn iunr Aoshakoun in Sotchen. Setiche, Pche. male Lungen gefunden, die viele Kilogramm tuberkulöser Substanz en: hielten und die von Kühen herrührten, deren Fleisch auf den Marir bracht worden wor. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß er manchen Fällen, wie bei strophulösen Kindern und schwächlichen Personen vorzuziehen ist, rohes oder halbgekochtes Fleisch genießen zu lanen,——, u a a hen Slendeg Bilen Pbogt, 8. ta cher Keisz u. Piclei bis in alle inneren Teile desselben gedrungenen Temgleichsam die Grundlage aller übrigen Speisen, welche der Arme. Reiche genießt. Ist es nun dadurch auch zum täglichen Nahrungsmittei Jesonch und Zleichsom verhribestiunt, se munget um aadoenr Vggrschaskt, wiche dand tbasiche Bahrunggnitesl buncan bäögen soll— die Leichtverdaulichkeit. Brot, namentlich Schwarzbret, I schpe rer verdaulich, als Fleisch, Eier und manche Gemüse, doch wird seine Verdaulichkeit dadurch gefördert, daß wir meist Fett zum Brot genießen Auf der anderen Seite wird die Verdaulichkeit des Brodes dadurch bedeutend erschwert, daß sehr häufig ganz frisches Brot genossen wird Dao frische Brot wird durch das Kauen nicht zerkleinert und vermalmt sandern zu zäben, festen Klumpen zusammengeballt, welche sich mit Mund veichel überziehen und scheinbar sehe leiche durch die Speiseröhre in der Magen gelangen. Der Magensaft vermag nun aber diese ballten Brotklumpen nicht zu durchdringen und zu zersegen,— von außen gleichsam zernagen. Der Verdauungsprezeßz wird hierdurch bedeutend erschwert und verlangsamt, die schwer löslichen Brotmanen bleiben lange Zeit im Magen liegen und verursachen nathrlicher Weis einen nachteiligen Reiz, die Folgen des Genusses von frisch oeheckenem Brot sind Magendrücken, Beklemmungen, durch den krankhaften Reie de Magens wird sodann der Blutumlauf gehemmt, es treten Kongestionen no“ dem Kopfe, Krämpfe, langwierige Magenbeschwerden und Krankheiten in. In noch erhöhtem Maße gilt dies alles vom Genusse frischgedackenen Kuchens. Man sollte darum nie frischgeback nes Brot essen, dasselbe lieber nach einem Tage genießen; das altbackene Brot läßt sich dann durch das Kanen zerkleinern, wird mit dem Mundspeichel vermischt und gelangt nun in den Magen, wo der zersetzende Magensast es leicht zu durchdringen, aufzulösen und hierdurch schnell verdaulich zu machen ..######ft. Als das wirksamste und zugleich für andere Tiere ungefährlichte Gist hat sich ausgefälte, kohlensaures Baryum erwiesen. Dasselbe siellt em schweres, seines, weißeg,### und geschmackloses Pulver dar und wird den Feldmäusen(ebenso auch den Hausmäusen und Ratten) im Mehlteig be gebracht. Man vermischt tadelloses Gerstenmehl mit demselben, für Feldmäuse ½ fälltes kohlensaures Barum auf 1 Pfund Gerstenmehl, und stellt au diesem Gemisch mit der erforderlichen Menge Wasser einen derden Teig ber. Derselbe wird in frischem, also weichem Zustande in bohnengr ßei# Stücken in die Löcher der Feldmäuse gelegt. Hühner und Tauven nehmen davon weder in frischem, noch in hartem Zustande, daher wahr: scheinlich auch anderes Geflügel nicht; Kaninchen fressen Lavon aus Rosch haftigkeit und gehen daran zu grunde, vermutlich auch die Hasen, es! deshalb zum Schutze derselben vor Vergiftung notwendig, die Pille### die Mauslöcher zu schieben. Schon geringere Mengen verursachen völlig: Lähmung der hinteren Gliedmaßen; es steht daher zu erwarten, Feldmäuse, welche von diesem Gifte gefressen(aben, in ihren Bau sterben und ihren Feinden weniger verderblich werden als bei anderen Vergiftungsarten; eine nicht geringe Anzahl Feinde der Feldmäus: findet ihren Tod dadurch, daß sie an Gift verendete Mäuse vrzehren. 4