estfälischeZeitung. Erscheint mit Ausnahme des Monlage tagteen. Waperporn. Viertelj. Abonn.-Preis en Paderborn 1 Thlr. Inserate werden mit 1 Sgr. die 4 spaltige Zeile 90:44n-x.##-0 M.snt 1050 7½ Sgr.; bei allen Postanstalten in Preuss. 1 Thlr oder deren Raum berechnet. Mittwoch, den 18. Jnnun 1895. 15 Sgr.; im übrigen Deutschland 1 Thlr. 22½ Sgr. Hr Jahrg. Die Wiedereröffnung der Zollkonferenzen. 5 Berlin, 15. August. Morgen ist der Tag, an welchem die Ende vorigen Monats vertagten Verbandlungen über die zukünftige handelspolitische Gestaltung Deutschlands wieder ausgenommen werden sollen; der Tag, an welchem die Darmstädter Koalitionestaaten ihre Erklärung über die letzte preußische Rote abgeben sollen— unter der Präklusivbedingung, daß diejenigen unter ibneu, deren Antwort nicht genügend ausfällt, von der ferneren Theilnahme an den Konferenzen ausgeschlossen werden. Wie wird diese so sehnsüchtig erwartete Erklärung ausfallen? Wird sie zu einem Abbruche der Unterhandlungen führen oder nicht? Das ist die Frage, die wir zwar nicht mit positiver Bestimmt= heit beantworten können, über die wir aber doch einige wahrscheinliche Vermutbungen aufstellen wollen, um unsere Leser über die Lage der Dinge au sait zu erbalten und ibnen das Verfolgen der bevorstehenden neuen Konserenzen zu erleichtern. Unserer Ansicht nach ist die südreutsche Ligue allerdings während der Vertagung sehr ins Schwanken geratben. Die Stellung Würtembergs und Badens ist bereits— wenn wir auch beiden Staaten weiter kurchaus keine besonderen preußischen Sympathieen zuschreiben mögen— roch mindestens unsicher und zweiseldast geworden, falls auch diese Unsicherheit bei Würtemberg auf keinem anderen Motiv beruben sollte, als auf einer sehr natürlichen Opposition gegen die Hegemoniegelüste, welche sich dairischer Seits innerhalb der Koalition bemerkbar gemacht haben. Noch bedenklicher ist es offenbar für die Projekte des Wiener Kabinets, daß in Baiern selbst eben jetzt Dönniges, der ehemalige Freihändler und entschiedene Gegner der Pläne Herrn von der Pfordtens, in den Kabinetsrath des Königs aufgenommen worden ist. Hiezu kommt endlich noch, daß auch der haierische Entwurf zu einer Antwort auf die letzte entscheidende Note des preußischen Ministeriums, über dessen Annahme in diesem Augenblick von den Koalitionsstaaten in Stuttgart wahrscheinlich schon entschieden worden ist, mit der augenscheinlichsten Sorgfalt Alles vermeidet, was zu einem Abbruche der Konserenzen führen könnte. Derselbe verlangt— wenigstens so weit er durch die süddeutschen Zeitungen in die Oeffentlichkeit gelangt ist— nicht mehr die Gleichzeitigkeit der Verhandlungen mit Oesterreich, sondern nur noch, daß vor der Ratisication der Beitrittserklärungen zum Septembervertrage wirkliche Garantien für das spätere Zustandekommen der Zolleinigung preußischer Seits gegeben werden sollen. Allereings läuft das maiertell ganz auf dasselbe binaus; allerdings zeigt sich hierbei wieder, daß der eigentliche Knotenpunkt unseres ganzen Programmes eben nichts weiter war als eine reine Etikettenfrage: allein gerade weil wir aus dieser Etikettenfrage die Basis unserer Position gemacht, eben deshalb hat diese sormelle Nachgiebigkeit auch mehr zu bereuten. Sie beweist unwiverleglich den dringenden Wunsch der Koalitionestaaten, den Zollverein zu erbalten, indem sie sich ernstlich bestreben, Preußen nicht vor den Kepf zu stoßen und es dadurch zum Abbruche der Konferenzen zu zwingen. Herr v. Manteuffel wäre jetzt— auch wenn die Antwort ganz in der proponirten Gestalt abginge— immerbin im Stande, zwar nicht auf die an ihn gestellte Forderung einzugehen, wohl aber die Verhandlungen wieder aufzunehmen, ohne sich mit seinem eigenen Ultimatum oder mit seinem urfprünglichen Programme geradezu in Wioerspruch zu setzen; ja es scheint auf der Hand zu liegen, daß er nur noch einige Wochen in der Stellung, die er jetzt einnimmt, ruhig zu verbarren brauchte, damtt sich diese formelle in eine materielle Nachgiebigkeit verwandelte. Die süddeutsche Ligue und Preußen spielen beide die Rolle zweier Gegner, die sich gegenseitig nur mit der geballten Faust in der Tasche bekämpfen, das ist ganz klar; aber eben so klar ist es auch, daß die Faust der Darmstidter eber erlahmen wird als die unsere. Wir halten mit einer unglückseligen Zäbigkeit am Zollverein fest und unsere Drohung mit dem„selbstständigen nordbrutschen Handelsbande“ vor deren Verwirklichung wir selber immer zurückschreckten, mit deren Ausfübrung es uns offenbar niemals rechter Ernst gewesen ist— diese Drodung ist, nachdem die Sündfluth der diplomatischen Wasser darüber weggegangen ist, zu einer rein imaginairen geworden, zu einem Phantasicspiel mit bloßen Worten, das Kinder amusiren mag, bei dem aber denkende Menschen auch nicht Einen Augenblick länger verweilen, wie bei einer Eventualität, die am Ende doch noch eintreten könnte. Indessen— die Darmstädter bedürfen des Zollvereins noch hundert Mal nothwendiger als wir und ihre Drohung, davon abzufallen, ist von Anfang an nicht nur eine Chimaire, sondern eine ganz ungefährliche Rodomentace gewesen. Kurz, man müßte sich selber muthwillig täuschen, wenn man nicht einräumen wollte, daß wir uns die vielgepriesene Rückzugelinie auf Norddeutschlond— im Bunde mit Belzien und Holland, wozu sich bei der Erneuerung des belgischen Handcrsvertrages, bei der Feindschaft Belgiens mit dem imperialistisch=protektionistischen Frankreich die schönste Gelegenheit darbot— durch eigne Schuld ruinirt baben; daß wir in die Zolleinigung dinein müssen, falls Oesterreich uns auf den Punkt treibi, wo von der Erhaltung des Zollvereines nicht mehr die Rede sein kann. Allein, es scheint auch eben so klar zu sein, daß das Wiener Kabinet nicht die nöthige Kraft besitzt oder vielmehr an den Darmstärtern nicht ein binlänglich starkes Wertzeug hat, um uns auf diesen Punkt hinzudrängen. Kurz, es scheint, daß die vornirte Kurzsichtigkeit Oesterreichs, die es nur auf eine Sprengung des Zollvereines abgesehen, in der That eine arge Nuderlage erleiden wird. Unsere offizielle Presse wird dann ohne Zweifel endlose Jubellieder anstimmen, roch können die„Prinzipienreiter des Freihandels“ rubig der Geschichte das Urtbeil über idre Behauptung anbeimstellen: die schuszöllnerische Rekonstruktion des Zollvereines auf Grundlage des Septembervertrages sei der kräftigste Vorschub, den man der Zolleinigungsidee nur zu leisten im Stande sei, die beste Hansbabe für Oesterreich, um jeder selbstständigen Handelspolitik Preußens, vermittelst der süddeutschen Probibitiv= und Souveränitäts=Gelüste, auf lange Zeit einen Riegel vorzuschieben! O1O Deutschland. Berlin, 16. Aug. Ein Artikel der„Dr. Wehrz.“, welcher von den polit. Konstellationen des Moments absehend, die Wichtigkeit erörtert, welche die Eisenbahn von Paris nach Straßburg in militärischer Beziebung für Frankreich undhalso indirekt fü Deutschland hat, macht hier viel Aufseden. Wir theilen des halb den Schluß desselben mit:„Für Frankreich giebt es nu zwei Wege, welche eine gegen Deutschland offensiv verfabrend Armee einzuschlagen hat: das Donau= und das Potbal. Bei des sind oft betretene Straßen, nicht allein die Schlachte Napoleons haben an ihnen Marksteine der Völkerschicksole er richtet. Für jede Armee, die aus Frankreich in das Donau tbal eineringen will, wird aber das linke Ufer des Rbeins von Straßburg dis Basel(die Neutralität der Schweiz vorausgesetzt) die Operationsdasis sein. Wir verweisen bier auf ren von Napoleon entworsenen, von Moreau später in verschiedenen Theilen abgeänderten Felozugeplan für den Rheinübergang im Jahre 1800. Selbst zugegeben, daß Basel ein besserer Ueber: gangspunkt als Straßburg für eine Armee ist, so ändert dies doch wenig an der Wichtigkeit Straßburgs. Es wird immer der Hauptwassenplatz, so wie der Stützpunkt des linken Flügele der Armee bleiben. Und dieser Wassenplatz ist jetzt mit Paris auf die Entfernung von wenigen Stunden verbunden. Frauireich kann hinter dem Schleier des Rbeins in wenigen Tagen eine Armee konzentriren auf einer völlig sichern Basis, und alle Hülssquellen des dahinterliegenden Landes: Truppen, Gele, Vorräthe u. s. w. sind dieser Basis um so viel näber gerückt. Es ist bekannt, daß Napolcon bei seinen plößlicken Einbrüchen in Deutschland seine Garden auf Wagen setzte. Nun, diese Wagen haben sich vervollkommnet, sind durch die Geschwindig= keit des Transports zu einer underechenbaren Menge angewachsen, und was damals als die Laune einer leirenschaftlichen Ungeruld erscheint, ist heute sichere Berechnung, auf Zadlen und Minuten zu berechnende Gewißheit. Je inniger ein Land mit seinen Grenzen in Verbindung stebt durch Mittel der Kunst, um so offensiver wird dieses Land.“ * Berlin, 16. Aug. Die Zollconserenzen sind beute nech nicht eröffnet worden. Sie mußten auf übermorgen verssoben werden, weil die Bevollmächtigten noch nicht alle eingetroffen sind.— Der Ministerpräsident ist indessen schon gestern bier angelangt und hat bereits eine Beraihung mit den Ministern des Handels und der Finanzen, sso wie mit dem eiesseitigen Bevollmächtigten bei der Conferenz gehabt.— Heute morgen hatte auch das Staatsministerium soon eine Sitzung.— Hingegen hat Minister v. Raumer eine kurze Urlaubereise angetreten. Herr v. Westphalen ist noch nicht eingetroffen.— Der Gen.=Adjutant S. M. des Königs, General=Lieutenant von Gerlach, hat sich heute nach Puttdus begeben.— An der Stelle des O.=Censistorialraths v. Mühler ist Regierungeratb Bindewaldt zum vortragenden Rath im Cultue= und Unterrichtsministerium mit dem Titel eines Geb. RegierungsRatd ernannt. — Der engl. Inspektor über die Lebrerseminarien, Cook, ist hier angekommen, um die preuß. Siminare keunen zu lernen.— Die Nachricht von der Verbaftung Görgep's wird sohr bezweifelt, auch bringen die österreichischen Blätter nichts ravon.— Auch in Stettin hatte das französische Konsulat die Feier des 15ten August beantragt. Dieseibe hat aver nicht stattgehabt.— In der Börsenwelt spricht man von einer neuen österr. Anleihe von 80 Mill. Gulden.— Die Provinzial=Landtage werden am 5. und 12. Sept. eröff5 Unter dem Titel„der große Unbekannte“,(welcher bekanntlich zum ersten Mal auf Walter Scott angewendet worden ist) bringt die Nationalzeitung einige Notizen über den Verfasser der transatlantischen Reiseskizzen, denen ich folgendes aus eigener Erfahrung vorausschicken kann. Ich befand mich am Bodensee, in der Nähe von Konstanz, in einem Landhause, und hatte eben den 6. Band der transatkantischen Reiseskizzen„Nathan, den Squatterregulator“ in der Hand, als ein Freund zu mir in's Zimmer trat. „Es ist doch merkwürdig,“ sagte ich zu diesem,„als ich vor Jahren Cooper's letzten Mehikan mit dem alten Jäger las, entzückte er mich; jetzt, nachdem ich Sealsfield's Nathan gelesen und der Neugierde halber wieder einen Blick in den alten Lederstrumpf werse, kann ich ihn nicht mehr durchbringen. Es ist klar, Coopers Jäger ist ein Phantasiegebilde, Sealfield's Squatter Fleisch und Blut und dazu noch weit interessanter.“ „Hast du Sealsfield noch nicht gesprochen?“ fragte mich mein Freund. „Wie wäre das anzustellen, da er in Amerika ist.“ „Er wohnt nur eine halbe Stunde von hier, in Tägerweilen (einem Dorse des Canton Thurgau eine halbe Stunde von Constanz).“ Man denke sich mein Erstaunen! Es war im Jahre 1843. Sealsfield hatte schon seit mehreren Jahren den Sommer in dem genannten Dorfe zugebracht. „Kann man ihn besuchen?“ fragte ich. „Das hält schwer,“ erwiederte mein Freund,„denn er ist leutscheu und man wird schwerlich Zutritt zu ihm erbalten. Doch geht er jeden Abend auf den„Sonnenberg“, einem Felsenbierkeller bei Tägerweilen. Da können wir ihn vielleicht sehen und sprechen. Doch ist er stets sehr einsylbig.“ Wir machten uns sofort auf den Weg, da die Sonne sich bereits am westlichen Himmel senkte. Unterwegs bemerkte mein Kreund. „Es ist merkwürdig, daß geistreiche Deutsche, in fremden Boden verpflanzt, wie Bäume, üppiger, origineller, kräftiger emporschießen. Nur einige Jahre im Auslande zugebracht, läßt ihm seinen pedantischen Schlafrock ausziehen, und lebensfrischer werden. Der bandwurmlange Schulmeisterstyl verschwindet, die deutsche Sprache gewinnt unter seiner Hand viel mehr Klarheit, Feuer, Elasticität. Unsere Professoren haben das meiste zur Verschlechterung der Sprache beigetragen. Sie schreiben in der Regel ein abscheuliches Deutsch, weil sie von Alters her gewohnt sind, ihren Styl nach dem lateinischen zu lernen und daher einen Satz nur für schön halten, den sie mit der Elle messen können—- je länger, desto besser. Wahrlich aus der Fremde erst müssen wir Deutsch kernen! Aler. v. Humboldt hat sein klassisches Deutsch gewiß erst in den Urwäldern der Cordilleras gelerut. Gehen wir unsere Schriftsteller durch: Alle, die wenigstens eine Zeit lang im Auslande gewesen, schreiben besser, a.s Solche, die nie über die Studirstube hinaus sahen. Ja es giebt sogar Ausländer, welche besser schreiben, als die meisten unserer Gelehrten. Ich will nur Prince=Smith in Berlin anführen, der, mit seinem 18. Jahre nach Deutschland gekommen, ein klassisches Deutsch schreibt, während das Berliner Literaten- und Gelehrtenthum durchschnittlich in ellenlangen, eingeschachtelten, Sötzen sich gefällt.“ Uuter diesen und ähnlichen Gesprächen erreichten wir den„Sonnenberg“, von welchem wir eine herrliche Aussicht datten, namentlich auch das früher L. Napoleon gehörige alte Schloß in Gottlieben sahrn, in welchem seiner Zeit„Hus“ eingekerkert war. Allein Sealsfield erschien nicht. Dagegen erzählten einige Schweizer, die wir nach ihm fragten, einzelne Züge von ihm, indem sie sich sehr über seinen Mangel an Mittheilsamkeit beschwerten. „Als Kind sei er mit seinem Vater, einem Schweizer, der eigentlich Sielfeld geheißen habe, nach Amerika ausgewandert, lebe nun aber schon seit längeren Jahren in Deutschland und der Schweiz und habe die zwei letzten Sommer in ihrem Dorse zugebracht.“ Seine Schriften hatten die Leute nicht gelesen; doch wußten sie, daß er dieselben zuerst deutsch und später englisch herausgegeben, seinen Ruf aber mehr in Deutschland, als Amerika begründet hatten. An dem genannten Abend war mein Zweck verfehlt, hingegen traf ich mit dem berühmten Schriftsteller einige Tage später auf dem Dampfboote bei einer Lustfahrt nach Schaffhausen zusammen. Er wurde mir erst späte gezeigt und noch später gelang es mir, ein Gespräch mit ihm anzuknüpfen. Er ist ein sehr schweigsamer, ernster Mann und schien schon hoch in den Vierzig zu sein. Auf die Deutschen war er sehr schlecht zu sprechen, wogegen er die Amerikaner bis in den Himmel erhob. Da er den Deutschen zugleich alle Zukunft absprach, so verfehlte ich nicht, in einem ziemlich bitzigen Streit mit ihm zu gerathen, in welchem er die geringe Meinung von uns Deutschen an deu Tag legte, die in allen setten Schriften zerstreut sich vorfindet. Sein Urtheil war sehr einseitig und der Mann machte daher lange nicht den Eindruck, welchen seine Weike hervorbringen, denn er schien die begabteren Bewohner von Mittelund Norddeutschland nicht zu kennen und sein Urtheil lediglich nach den allemannischen und bayuvarischen Stämmen zu richten, in Beziehung, auf welche meine Meinung nicht sonderlich abwich, in Hinsicht der Schweizer, welche er mit günstigerem landsmännischen Auge betrachtete, vielleicht noch geringer war. Der berühmte Schriftsteller verabschiedete sich nach unserem Streite ziemlich einsplbig und ich habe ihn seitdem nicht wieder gesehen. Im net werden.— Mihrere Cavallerie=Regimerter haben Säbel von neuer Form erhalten. — Nach der N. Dr. Zig. hat das General=Pestamt den Postbeamten das Rauchen auf den Straßen, wenn sie in Uniform sind, untersagt.— Der Urwähler und. der kathol. Kirchenanzeiger sind gestern mit Beschlag belegt worden.— Die bier erscheinenden Erzeugnisse der periodischen Presse belaufen sich auf 100. Bremen, 10. August. Alles in der Welt, selbst das scheindar Feindliche und Wiverwärtige, bietet noch eine tomische Seite und gar manchmal liegt der Humor häufiger bei Sauer wie dei Süß. Die Geschichte von dem Amtmann, der eine Abschrift von Schillers„Mäochen aus der Fremde“ bei den Atten eines Seiretärs fand und das Gericht in seinem Diensteiser für einen Steckbrief in neumodischer Form hielt, ist bekannt. Ein ähnliches, durch einen Steckbrief veranlaßtes, gleich ergötzliches Mißverstänoniß ist dieser Tage aus der Schweiz bierber bekannt geworden und betrifft den bekannten demotratischen Jobannes Rösing von bier. Vor ungefähr 6 Wechen nämlich hatte das hiesige Criminalgericht einen Steckbrief erlassen gegen einen gewissen anderen Johannes Rösing, gleichfalls bremischen Bürger, der wegen Unterschlagung von Puvillengelder flüchtig geworden war, noch ehe die Hand der Gerichte ihn erreichen konnte. Dieser Tage nun langte bei dem biesigen Criminalgericht ein Schreiben von einer Schweizer Behörde an, worin dieselbe meldete, sie habe besagten Johan= nes Rösing richtig attrapirt und idn einstweilen sicher deigesteckt. Derselbe gebe sich zwar für einen politischen Flüchtling aus und habe auch einen bremischen Daß; roch sei gerade dieser Paß und das darin enthaltene Signalement so übereinstimmend mit dem des Steckbriefes, daß man nicht an der Identität der Person zweifeln könne. Bei dem orrctirten I. Rösing befände sich auch eine Frauensperson Namens Schrage u. s. w. Es wird nun dem Bremer Gerichte nichts weiter übrig bleiben, als die Schweizer Bebörde über ihren Irrthum in Betreff des steckdrieflich verfelgten Criminalserdrechers Job. Rösing aufzuklären und radurch zugleich die Freilassung res bremischer Seits blos erictaliter vorgeladenen politischen Flüchtlings desselden Namens zu bewirken, va die Schweiz w#eol Anstand nehmen dürfte, den letzteren ebenso bereitwillig auszuliefern wie seinen übelberüchtigten Ramensvetter. Besagte Fraueneperson Namens Schrage ist übrigens keine andere Frau, als die rechtmäßige Ehegattia des politischen Flüchtlings, die ihren Mann ins Exil begleitet hat. Jod. Rösing(der Demokrat nämlich) verließ Bremen eben noch zur rechten Stunde mit einem gültigen Passe, womit er denn auch glücklich über Deutschlands Gränze kam, um in der freien Schweiz die gewiß sonderbare Erfahrung zu machen, daß man dort in Folge eines Dasses ebenso gut beigesteckt werden kann, wie in Deutschland odne einen solchen. Unserem Freunde Roverich Benedix in Köln empfehlen wir diese Anekoote zu einem neuen und gewiß rikanten Lustspiel.(8. J.) Kiel, 12. August. Heute Morgen um 9 Uhr wurde ein Theil des deutschen Buadescontingents nach Kopenhagen befördert. Derselde besteht aus dem 5. bolsteinischen Jägercorpe, welches den ganzen Revolutionskrieg mitgemacht und den Stolz der schleewig=holsteinischen Armee bileete, denn nur sehr wenige seiner Leute sind neurekrutirt. Der Zufall wollte, daß dasselde dänische Kriegedampfschiff sie von ihrem Vaterlande entfernte, welches im Herbst 1850 die wohlgezielten Kugeln unserer jetzt freilich gleichfalls dem Sunde verfallenen Marine in seine Rippen aufnehmen mußte, so daß es aus der Schlachtlinie wich und zur Reparirung nach England gesandt wurde. Es ist die„Helka“. Sie erschien indessen blos mit 4 Kanonen verseben in unserm Hasen. Die Söhne Holsteine aber, welche sie aufnahm, sollen mit 60 Patronen ausgestattet worden sein, und man knüpft hieran die Versicherung, daß man in der Hauptstadt mit nichts Geringerem umgebe, als mit ihrer Hülse die Eiververfassung zu stürzen; denn der neugewählte Reichslag wie die beimischen Baponnette dürsten schwerlich bei eintretenden Eventualitäten eine Stütze des gesammtstaatlichen Ministeriums abgeben.(W. Z.) Hamburg, 12. August. Wie wir so eben ans dem Munde eines glaubwürdigen Alionaers vernehmen, herrscht in Altong eine stille, aber nicht unbereutende Gährung. In allen Kreisen giebt sich die Unzufriedenheit über die bevorstehende dänische Einquartitung kund.(N.=Z.) Jena, 13. August. In den Nachmittagestunden des Heutigen hatte einer unserer gefeieristen akaremischen Lehrer das Unglück, den beim Scheibenschießen in einem Privatgarten angestellten Zeiger zu erschießen. Man sagt allgemein, Letzterer sei ein Opfer seiner Unvorsichtigkeit geworden. Ersterer wird allgemein bemitleidet.(5. J.) Wesel, 16. August. Durch Verfügung des lönigl. Aprellationsgerichts zu Hamm ist der Zusammentritt des hiesigen Schwurgerichts für den Umsang der landräthlichen Kreise Recs und Dutsburg auf den 20. September und der KreisgerichtsDirektor, Herr von Hausen hierselbst, zum Präsidenten bestimmt. Außer verschiedenen Diebstählen, welche nach der neuesten Detlaratien der Verordnung vom 3. Januar 1849 noch zur Competenz der Geschworenen gebören, und einem Gattenmorde wird auch, wie verläßlich mitgetbeilt wird, eine schon seit längerer Zeit in der Voruntersuchung befindliche Anklage gegen eine weit verzweigte Gesellschaft von Falschmünzern, die sich besenders in Anfertigung von Fünfthalerscheinen hervortbat und ihren Hauptsitz im Essen'schen und dem benachbarten Münsterlande hatte, indessen durch die bekannte Umsicht und Thätigkeit des Polizeidircktors Dunker zu Berlin balo entdeckt und in ihrem betriebsamen Gewerbe durch Verhaftung der vier Hauptangeklagten gestört wurde, zur Verhandlung und Entscheidung kommen. Unter dieser Voraussetzung dürfte sich die Dauer der Schwurgerichtssitzung gewiß auf mehrere Wochen ausdehnen.— Die heutige Mittheilung Idres Kölner Correspondenten, nach welcher die dortige königliche Regierung die Staatsbeamten von Zahlung der Einzugsgelder befreit hat, ist dier in den betreffend.n Kreisen mit Interesse aufgenommen worden.(Düss. Z.) Köln, 15. August. Den Soldaten unserer Garnison wird nun auch das Rauchen auf der Straße verboten.— Vor cinigen Tagen berichtete ich, daß im Landgerichtsbezirk Bonn ein Straßenraub an einem Reisenden verübt worden sei. Heute habe ich Ihnen einen äbnlichen Fall mitzutheilen, der sich in der Bürgermeisterei Godesberg, oberhalb Bonn an der Teufelebecke, ereignete. Diesmal waren es nur zwei Männer, die den Raub ausführten, und ihre Ernte war nicht so reichlich, wie im ersten Falle, weil das Opfer nur eine Baarschaft von 10 Thlr. 20 Sgr. bei sich führte.— Mit welcher Seelenrube der Diebstahl bei dem Banquier Salomon Oppenbeim ausgeführt wurde, werden Sie ermessen, wenn ich nachtrage, daß die Diebe sich mit dem Bordeaux allein nicht begnügten, sondern auch ihre Portion Chocolade und— Schinken zu sich nahmen, ja sogar während ihrer Anwesenbeit, die circa drei Stunden gedauert haben mag, fast ein Dutzend Cigarren verr. uchten; wenigstens fand man nach ihrer Entsernung 10 sogenannte„Strümpschen“ auf dem Schauplatze ihrer Thätigkeit, in der Villa. Fünf oder sechs Haussuchungen, die auf diesen verwegenen Diebstahl Bezug baben, sino gleich angeordnet und vollzogen worden, haben aber noch keinen wesentlichen Erfolg gehabt.— Das Schützenfest in Deut, das vor acht Tagen seinen Anfang nahm und heute beschlossen wire, hat wieder einmal ganz den Charakter eines Volksfestes zur Schau getragen. Auf der Schiffsbrücke wogte in den Haupttagen des Festes fortwährend ein dichtes Gedränge dem festlich gesch nückten Deutz zu und auf dem Schützenplatze selbst erangten sich Tausende von Festbesuchern zwischen den zablreichen Buden hin, um in den Zelten, den Schaubuden, oder den Volksbelustigungen, die an den Kletter= und Laufstangen veranstaltet waren, Vergnügen zu suchen.(Düss. Z.) folgenden Sommer war er in jener Gegend nicht wieder erschienen; und ich weiß nicht, wo er sich seitdem aufhält: doch wurde mir gesagt, daß er den Winter in Amerika zubringe. (Schluß folgt.) — Brüssel. Hier stard neulich ein allgemein bekannter Geizhals, der mehr als 100,000 Fr. in baarem Gelde hinterließ und außerdem Besitzer mehrerer Häuser war, stets aber so schmutzige und zerkumpte Kleidung trug, daß ein Beitler sie verschmäht haben würde. Aus seiner gesammten Habe an Möbeln, Hausgeräthen, Kleidungsstücken 2c. wurden nur 50 Fr. gelöst. Es befanden sich darunter sechs nie getragene, aber von Mäusen halb aufgefressene Hemden. Als der Harpar vor einigen Jahren vor einem seiner Häuser ein Fliesenpflaster legen lassen mußte, wollte er, mit einem Stocke bewaffnet, Jedermann die Betretung desselben verwehren, indem er behauptete, daß Niemand berechtigt sei, ein Pflaster abzunutzen, das er allein bezahlt habe. Die Polizei mußte einschreiten, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. — Hermannstadt. Die Siebenbürger Weine, wiewohl sie an geistigem Gehalt dem Ungarweine vielfach überlegen sind, werden nicht einmal in den vorzüglichern Städten Oesterreichs gekannt. Der Siebenbürger Wein hat vor dem Ungarischen den großen Vorzug der Dauerhaftigkeit, der innere Werih desselben erhöht sich von Jahr zu Jahr, und selbst von dem gepriesenen 1811er Jahrgange findet man hier noch bedeutende Quantitäten. Haben die Ungarischen Weine mehr Aehnlichkeit mit den Französischen, so kommt der Siebenbür= ger Wein wieder dem Rheinwein gleich, ja, was lieblichen Geschmack und Aroma betrifft, dürfte ersterer bei den Weinkennern sogar den Vorzug erhalten. Der beste Wein wächst hier an den Hügeln der beiden Kokeln und im Maroschthale; die edelsten Gattungen sine: der Mediascher=, Oster=, Bogatscher= und Roszo=mara=Wein. Ungeachtet aber in den Weingebirgen Siebenbürgens ein großer Reichhum des Landes liegt, so ist doch die Kultur der Reben hier auf einer sehr niedrigen Stufe, von einer Veredlung derselben, von einem Soctiren der Trauben bei der Weinlese findet man leider keine Spur. — Vor dem Gerichtshofe zu Beauvais kam vor einigen Tagen eine Klage auf Separation de corps vor, welche drollige Nebenumstände zeigte. Frau T... hatte sich schon in den ersten Jahren ihren Ehe sehr über ihren Mann zu beschweren. Er war ein leidenschaftlicher Spieler und ergab sich allen Ausschweifungen, denen er selbst in seinem eigenen Hause fröhnte. Eines Nachts wo in seinem Hause gespielt nurde, hatte er all sein Geld im Spiel verloren. Da machte Herr T... den Vorschlag, er wolle seine Frau gegen eine bestimmte Summe ausspielen lassen. Einer der Spieler nahm das Anerbieten an, gewann, und forderte die Auslieferung des Einsatzes. Herr T... ließ sich nich lange bitten, führte den glücklichen Spieler nach dem Zimmer seiner Frau, und schloß die Thüre ab. Die arme Frau sprang in Verzweiflung zum Fenster binaus, und eilte in die Wohnung ihrer Eltern. Trotz alledem machte Frau T... noch keine Ehescheidungsklage anhänzig, was erst geschah, als ihr Mann ihr später einen ähnlichen Streich spielte, und sogar einen betrunkenen Spieler seiner Frau zuführte. Darauf, nach diesem Vorfalle, entfernte sich Frau T... und blieb bei ihren Eltren. Herr T... verschwendete inzwischen sein ganzes Vermögen, und erst, als er im vorigen Jahr seine Frau wieder gerichtlich zwingen wollte, zu ihm zurückzukehren, damit er ihr Vermögen weiter verprasse, trug sie auf Trennung an, die gleich vom Gerichte ausgesprochen wurde. — England sucht seine Fabrikation durch alle Mittel zu heben. Baumwolle, Flachs, Seide und Wolle genügen der Thätigkeit seiner Kaufleute nicht mehr, sie sinnen auf neue Rohstoffe und haben gefunden, daß die Fasern der Pisangblätter, der Aloe, der Annanas 2c. ausgezeichnete Gewebe liefern können. Patente wurden genommen, um die Fasern zu reinigen, eine Gesellschaft gebildet, um die Patente auszubeuten, und bald werden wir Stoffe sehen, welche alle bisherigen Gewebe übertreffen sollen. Die Pisangfasern sino auf einen Werth von 75 L.=Si. per Ton geschätzt. Düren, 14. August. Von Seiten der hiesigen Fabrilbe= sitzer und Kaufleute ist beute eine Aeresse an den Hrn. Ministerpräsidenten gerichtet worden, in welcher das Vertrauen auegesprochen ist, daß Sr. Excellenz daran festhalten werde, den Zollverein in seiner jetzigen Gestalt und beziehungsweise in seiner Ausdehnung dis zur Nordsee sicher zu stellen, als die unersetzbate Beringung zum Wohle der gesammten deutschen Gebiete. Coblenz, 14. August. Nachrichten vom Oberrheine melden, daß am vorgestrigen Tage in Folge der stangehabten Regengüsse oder vielleicht von Woltenbrüchen der Rhein plötzlich, und zwar bei Basel um 6 Fuß und mehr gestiegen, und an vielen Stellen aus den Ufern getreten ist. Auch baben in Folge dieses Steigens die Schiffdrücken von Knielingen und Kehl nicht geöffuet werden können, worurch der Dienst der-Dampfschiffe bis Kehl unterbrochen wird. Auch hier ist der Rbein sehr gestiegen. Kassel, 16. August. Der dahier wegen Vergiftung eines Kindes in Untersuchungshaft gewesene Dr. Schuchard ist gestern Morgen an der Wunde, welche er sich mittelbst einer Scherte beigebracht, verschieden. Er hatte sich eine Pulsader am Scheukel geöffnet. — Gestern war das Hotel der hiesigen französischen Gesandten in Veranlassung des Geburtstags Napoleons glänzend erleuchtet. Frankfurt, 16. August. Die im Jahre 1848 unter so großen Hoffnungen über dem Eingange des Bundespalais aufgepflanzte schwarz=rotb=golene Fahne ist am Freitag wieder herunter genemmen worden.(F. I.) Finstermünz.— Die Insbrucker Zig. vom 9. August läßt sich von hier schreiben:„Diese unwiribschaftlich unfreundliche Gegene, wo nur Heulen und Zähnklappern berrscht, wie eine vorjährige, geräuschlos vorübergegangene Adresse sich ausdrückt, erbält keine Straße, großartig wie keine andere im ganzen Kaisertbum und vielleicht nur sehr wenige in reutschen Landen. Die neue Straße beginnt zwischen Pfunds und dem Engpaß Finstermünz, überschreitet auf einer 62 Fuß boben bölzrnen Brücke, bestehend aus einem einzigen Begen von 136 Fuß Spannweite, den Inn, windet sich dann am linken Ufer durch riesige Feisen über ihnrmbehe Abgründe und Schluchten hinauf bis zum Fort, wo sie in der Schußlinie desselben und in großen Wendungen und Curven in fortwährend mäßiger Steigerung sich sortzieht und beim Derfe Rauders in die alte Straße einmündet. Mehrere hundert Arbeiter sind unter energischer Leitung des Uebernehmere, Hru. B. Perwög, bei diesem Bau beschäftigt, der für den Verkehr über Vinischgau und Oberinntbal nach Vorarlberg und Bapern von den wichtigsten Felgen ist.“ München, 12. August. Aus der Maffeischen Maschinen= fabrik dahler ist nun bereits die einbunceriste Locomotive(die für den Dienst auf der Ulmer Linie bestimmte Locemotive Burgau) hervorgegangen, ein Ereigniß, das zu einem sestlichen Aufzug Veranlassung gad, indem die 400 die 500 Arbetter der Fabrik, von Musikchören begleitet, dem mit Kränzen und weiß blauen Fahnen geschmückten Wagen folgten, auf welchem die Maschine am gestrigen Nachmittag nach dem biesigen Bahnhof gebracht wurde. Die Straßen, durch die sich dieser Triumpfzug der Industrie bewegie, waren mit Tausenden von Zuschauern angefüllt.(Fr. P.) — Die„Neue Münchener Zig.“ meldet, daß Böswilligkeit das Brandunglück in Ord hervorgerusen habe. Das bei dem Bäckermeister Lorenz Schopp(in dessen Schrune) ausgebrochene Feuer soll nämlich gelegt worden und die verruchten Brandstifter sollen bereits in Haft gebracht worden sein. * Wien, 14. August. Der Koiser ist beute wieder bier angelangt. Ganz Wien war festlich erleuchtet. Man suchte die Feierlichkeiten, welche bei ähnlichen Gelegenbeiten im übrigen Europa in jüngster Zeit vorkamen möglichst zu uberbieten. Der Llovo widmet der Beschreibung aller Herrlichkeiten 4 lange — Berichte aus Neu=Meriko überbicten sich in Aufzählung von Entdeckung einer Masse Goldplacers und goldführenden Ström.n bei Santa=Fé und Santa Anna. Californien ware nichts gegen diese von Gold und Edelsteinen aller Art überfüllten Gegenden. Schade, daß dieselben Berichte auch erzählen, wie die Apaches=Indianer in letzter Zeit sich nicht mehr mit der Niedermetzelung einzelner Reisenden begnügen, sondern die Heerden der Regierung wegtreiben, die von den Amerikanern angelegten Forts bedrohen und die kleinen Militair=Detaschemants in der Nähe der Festungen selbst niedergemacht haben. — Mit dem Postschiffe„Formosa“, welches vor einigen Tagen von Southampton nach Australien absegelte, gingen auch zwei Herren lediglich um eine Vergnügungsreise zu machen und dann sofort zurückzukommen, dorthin ab.— Der Eine nahm seine Frau mit, der Andere hatte dies zwei Tage vor Abgang des Schiffes erfahren, als er auch sofort sein 90 L.=St. Billet löste um die Tour mitzumachen.— Es zeigt dieser Fall, daß eine Reise nach Australien schon nicht mehr als etwas besonderes in England betrachtet wird, und das vielleicht schon bald die fashionable Welt, welche bisher Jialien, Deutschland und Frankreich bereiste, mehr Geschmack daran finden wird, eine Tour nach den Antipoden zu machen. — Das letzte Dampfschiff von den Antilen,„der Orinocko“, brachte die werthvollste Ladung, welche je an Vord eines Schiffes gewesen ist. Dieselbe bestand aus 3,500,000 Dollars Werth, Metalle und Edelsteine, 450,000 Dollars Gold, 6000 Dollars Perlen und Platina, 3 Millionen Dollars Silber in Barren und Piaster. Die Metalle waren in 1100 Kisten verpackt und wogen 80 Tonnen. — In Cdinburg hatte die Frau eines in einer Kohlengrube verunglückten Arbeiters gegen die Besitzer des Kohlenbergwerks auf Entschätigung für das Leben ihres Ehegatten geklagt und erkannte der Gerichtshof am vorigen Mittwoch die Besitzer schuldig, der Frau 100 E.=St., den Kindern 200 L.=Si. zu zahlen. — Die Londoner Münze prägt täglich für 300,000 L.=St. Souverains und doch genügt dies nicht, um allen Anforderungen zum 0 Spalten. Vor Schluß unseres Blattes ist es uns aber unmöglich die Details wieder zu geben. Nach Pesth waren 12 Locomotiven entgegengesandt. Wien, 11. August.— Oskar Frhr. v. Nedwitz bewirbt sich um einen zweijährigen Urlaub von seiner dierortigen Professur, um sich in die Heimath zu begeben, wo er ein Trauerspiel zu vollenden beabsichtigt. Aus Pest, 12. August, wird uns geschrieben: Wie man dem„Magpar Hirlap“, aus Wien schreibt, werden in kurzer Zeit, nachdem Se. Majestät der Kaiser von seiner Rundreise nach Wien zurückgekehrt sein wird, drei wichtige Gesetze zur Veröffentlichung kommen, nämlich über die Aviticität, die Urbarialverhältnisse und die Entschädigung. Diese Gesetze werden namentlich von großem Einfluß sein auf das Creditgeben und Crediterhalten.(F. I.) Ausland. Schweiz.— Gelegentlich eines päpstlichen Erlasses an den Vischof von Mailand hat Pius Id. eigenhändig eine Belobung dieses Prälaten beigefügt, wegen dessen Proklamation an das tessinische Volk, worin derselbe den religiösen Verfall dieses Kautons beweint hat, worin die Säkularisation der Erziehung führen werde. (D. Allg. Z.) Bern, 14. August. Der Ständerath behandelte heute in gebeimer Sitzung die Petitionen wegen der Retorsionsmaßregeln gegen die süddeutschen Staaten. Der Beschluß des Ständeraths in dieser Frage ist noch nicht bekannt. In den ehemaligen Sonderbundskantonen hat der Beschluß vom gänzlichen Nachlaß der Kriegsschuld unaussprechlichen Jubel hervorgerufen; die Blätter erschienen bekränzt; Kanonenschüsse verkündigten die Freude dem Lande.— Hr. Thiers hat infolge des bekannten präsidentlichen Dekreis Vevey verlassen und ist nach Frankreich zurückgekehrt. Italien.— Genua, 10. August. Am 9. d. ward hier im Hause des Prälaten Muzarelli, eines römischen Flüchtligs, eine Visitation vorgenommen.— Das berühmte Rosalienfest ist zu Palermo feierlich begangen worden. Aus Mailand wird vom 7. ds. gemeldet, deß dort am Tage vorber zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags ein verheerender Orkan wüthete. Bei Melzo wurde eine Menge von Bäumen entwurzelt. Die Dachziegeln wurden herabgerissen und die Straßen zum Theile unfahrbar gemacht. Belgien.— Antwerpen, 14. August. Die Königin von England hat sich heute unter dem Donner der Kanonen wieder eingeschifft. Der König von Belgien begleitete sie eine Strecke weit und kehrte auf einen eigenen Dampfer wieder zurück. Das Dampfgeschwader der Königin bestand aus 9 Kriegsdampfschiffen von 120 — 560 Pferdekraft und 170— 300 Köpfen Bemannung. Frankreiw.—„§“ Paris, 15. August. Heute war endlich der Tag des Festes, aber es ist fast zu Wasser geworden, denn es goß den ganzen Tag. Ich bin nur froh, daß es endlich vorüber ist, damit die ewigen Vorbereitungen und das ewige Wieverkauen derselben Gespräche endlich aufhört. Bevor ich zur Schilderung der erwähnenswerthesten Gegenstände übergebe, will ich zuvor noch die Tagesbegebnisse abmachen. Diese sind erstens, daß der Ball bei den Damen der Halle verschoben worden ist, weil der Wind einen Theil der künstlichen Bekleidungen weggerissen, zweitens, daß 1200 Personen theils ganz theils halb begnadigt worden sind. Der Moniteur nennt die Namen noch nicht. Er sag“, es seien zum Theil gemeine, zum Theil politische Verbrecher darunter, aber unter den Letzteren keine Männer von Bedeutung.— Der Redakteur der napoleonistischen„Patrie“ ist zum Offizier und der Red. des Pays, Gueronniere zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden.— Bei dem Brand im Elyste sollen beinahe alle schriftstellerischen Erpeetorationen L. Napolcons, wahrscheinlich darunter verschiedene zukünftige Dekrete und Verfassungsentwürfe, am Ende gar der Kaiserthumsentwurf mit verbrannt sein. Der alte Kaisermantel, mit der Krone des Onkels, welche Louis Bonaparte in seinem Schlafgemache bisher aufbewahrt hat, und zuweilen im Spiegel sich darin beschaut haben soll, ware auch mit verbrannt, wenn er nicht Tags zuvor wegtranspirt worden wäre(vielleicht zur Reparatur?). Die abergläubischen Anhänger des Elysee sprengen dieß als eine gute Vorbedeutung aus, während die nicht minder abergläubischen Arbeitern an das ähnliche Feuer im Cabinet des ersten Günstlings L. Napolcons, Persignys, erinnein u. ein böfes Omen sehen wollen. Doch genug mit den Kindereien. Es war in dem Cabinet die Decke zu repariren gewesen. Um den Gyps rasch trocken zu machen, hatte man ein furchtbares Feuer im Kamin angelegt. Dieses steckte das Getäfel an und so entstand der Brand.— Die Gazette de France ist gewarnt worden; der Redakteur des Siecle dagegen vor Gericht geladen.— Die Preisherabsetzung und die Formatvergrößerung des Pays hat die Presse sehr aufgeregt. Die Parrie schimpft. Veron soll beabsichtigen, den Preis des Constitutionell auf 32 Franken herabzusetzen. Mit 429,000 Franken Annoncen, die ihm jährlich auf einige Zeit garantirt sind, kann er es wohl aushalten. Girardin, heißt es, will die Presse sogar bis auf 24 Fr. herabsetzen, doch das ist doch unwahrscheinlich.— Zu dem von L. Napolcon veranstalteten Balle bei den Damen der Halle(d. h. den Marktweibern, die so entsetzlich grob sind, daß gestern Eine derselben, als eine hübsche, elegante, Dame nach dem Balle fragte, statt einer Antwort Letziere nicht auf den Ball einlud, sondern auf die— Kirchweibe) sind entsetzliche Vorbereitungen getroffen, neue Gallerien gebaut worden, damit 10,000 Theilnehmer und 10,000 Zuschauer zugegen sein können. Die vornehmen Damen, welche an dem Balle Theil nehmen wollen und den Präsidenten fragen ließen, ob sie recht einfach erscheinen sollen, erhielten zur Antwort: in vollem Staat. Der Staat veranlaßt denn auch die Grisetten und Fischweider ihre versetzten Kleider vom Leihhause zu holen. Daher waren die Auslöfungen daselbst selten so groß, wie gestern. — Gestern Abend haben auch die Gratistheatervorstellungen stattgehabt. Es war natürlich Alles gedrängt voll und Viele mußten zurückbleiben. Da sich zu selchen Vorstellungen solche Leute an meisten binzudrängen, die sonst nicht die Mittel haben das zu besuchen, se entstand manch spaßhafter Auftritt; denn man. nehmlich dann unter den Zuschauern noch solche Urmenschen, welche so große Theilnahme für die Schauspieler bezeugen, daß sie ihnen Winke und Rathschläge ertheilen, weil sie glauben, Alles sei wirklich. So machten gestern Mehrere den Akteur auf die Schlinge Erport nach Australien zu genügen. In den Kellern der Bank beunden sich noch für 20 Millionen L.=St. Goldbarren. aufmerksam, die man ihm legen wolle, der Ort, wo sein Rivale sich versteckt. Sie lachten und weinten, pfiffen den Intriguanten aus und drobten ihm u. s. w. Doch waren darunter auch Leute mit gesundem Menschenverstande. Besonders einer war durch seine gewaltige Baßstimme aufgefallen, mit der er sich zuweilen gegen seinen Nachbar äußerte. An einer Stelle nun, wo der Liebhaber und die Liebhaberin gar zu sehr und zu lange winselten, da rief er mit einer Stentorstimme, die wie ein Donner durch die Halle drang: embrusser vous, ei que ca finisse(umarmt Euch, damit das Zeug ein Ende hat). Einem zärtlichen Paare, welches sich eine Loge erobert hatte und etwas Vornehmer sich gebehrdete, allein gar zu sehr von sich selbst abserbirt war, spielte er einen noch schlimmeren Streich. Der Stutzer hatte eben die Hand seiner Dame erfaßt und sprach mit ihr. Da rief plößlich der erwähnte Inhaber der Stentorstimme, der offenbar ein Grobschmied oder ein Bierbrauer sein mußte: Jean, je parie;— il Vembrassera!— Non, T’embrassera pas! dröhnte es wie ein Echo in der entgegengesetzten Seite aus einer wo möglich noch tieferen Gurgel, daß die sämmtlichen Zuschauer sich nach den Ruhestörern umsahen und als diese mit ihren Fingern nach dem Liebespaar in der Loge wiesen, da richteten sich aller Augen auf diesen Punkt. Als nun der Grobschmied zum dritten Mal gebrüllt hatte„er wird sie umarmen"; und das Echo zum dritten Mal geantwortet:„er wird sie nicht umarmen!“— da war das Gelächter so groß, daß das Paar sich entfernen mußte. — Die Säule des Kaisers auf dem Vendomeplatz war leute mit Kränzen und Devisen behängt, welche auf seine Siege anspielten. — Bei dem heutigen großen Feuerwerke wird auch ein Ballon steigen, der in riesigen leuchtenden Buchstaben den Namen„Napoleon“, in die Lüfte tragen soll.—. Ich habe in der Eile die P.äse durchmessen, wesche der Schauplatz der Festlichkeiten sein wird. Die Vorbereitungen gewähren indessen eher einen unangenehmen Eindruck, da die Hauptsache auf die Nacht berechnet ist. Inzwischen gießt es fort— ein schlechtes Zeichen für das Feuerwerk. Da ich fürchte, daß Sie die ewigen Festwiederholungen eben so langweilen, wie mich, so schließe ich, weitere Details und das Resultat der Feier des Abends auf Morgen versparend. Pariser Börse vom 16. 4 1/% F. 105, 15. 3% F. 76, 20. Großbritanien. London, 10. August. Das alte Gesetz, schreibt die Allg. Zig. bei der Reise der Königin Victoria, demzufolge kein Souverär von England ohne besondere Erlaubniß des Parlaments ins Ausland reisen konnte, scheint stillschweigend außer Geltung gekommen zu sein. Noch Georg IV. ward einmal eine Reise nach Hannover verweigert. Börsen=Course der Staatspapiere und Actien. Berlin, den 16. August. Die auswärtigen fremden Berichte influirten insofern auf unsere Börse, als die Course der Aktien sich meist fest behaupteten. DüsseldorsElderfelder und Friedr.=Wilb.=Nordbahn böber bezahlt. Preußische u. ausländische Fonds ohne wesentliche Veränderung. Wechsel-Course. Berlin, vom 16. August 1852. Preuß. Brief. Courant. Geld. Frankfurt, den 16. August 1852. Oesterr. 5 Metallig. in Silber bei R. 94 G. Osterr. 5% Metalligue 81% P. ½ G. desgl. 4½% 73½ P. ½ G. desgl. 4%.. 65% P. desgl. 1%„ 16 3/8 G. Kurbessische 40 Thlr. Loose 34½ P. ¼ G. Friedr. Wilbelm Norddahn exel. Zinsen 50⅛ P. 49½ G. Spanische 3%/ excl. Zins. 45 P. 44% G. Badische 35 Fl. Loose 39 P. 38% bez. Geldcours. Köln, den 16. August 1852. Marktbericht. Herdecke, den 16. Aug. Weizen ite Sorte 2 Thir. 18 Ser. 2ie Sorte 2 Thir. 11 Sar. Ite Sorte 2 Thir. 4 cg. Roagen 11e Sorte 2 Tdir. 7 Sgr. 2ie Sorte 2 Thli.— Sgr. Zte Sorte 1 Tdir. 24 Sgr. Gerste ite Sorte 1 Thli. 21 Sgr. 2ie Sorte 1 Thir. 15 Sg. Zte Sorte 1 Thlr. 10 Sgr. Haser ite Sorte—Thir. 29 Sg. 2ie Serte —Thir. 25 Sgr. Zte Sorte— Thlr. 22 Sgr. Schwarzbrod a 11 Pf. 6 Sgr. 7 Df. Provinzial=Zeitung. ** Bad Rehme, 16. August. Alle Bäder machen in diesem Jahre gute Geschäfte, und am wenigsten geht dabei leer aus Rehme, dessen gesunde Lag;, schöne heitere Umgebung und vortreffliche Soolquelle von fern und nah die Gäste anzieht. Ist es doch überhaupt jetzt bei allen wohlhabenderen Familien, wie vor Zeiten nur bei dem Adel, Mode geworden, ein paar Wochen ins Bad zu gehen, um frische Lust zu schöpfen. Mancher hatte sorgsam ein Kapitälchen in den drohenden letzten Jahren zurückgelegt, das er jetzt angreift, um sich in freier Natur und heiterer Gesellschaft von Sorgen und Mühen zu erholen. Der heiße Sommer,-- ich meinerseits freue mich, daß wir endlich einmal wieder einen resoluten Semmer baben,— thut auch das Seinige dazu, die Gedanken an kuhles Wasser und erfrischende Bäder zu fördern. Rehme hat vor vielen Bädern den Vortheil, daß es, auf einer weiten Höhe gelegen, immer zeine Luft hat, die niemals stagnirt. Der artesische Soolbrunnen ist 2220 Fuß tief und das Wasser hat 26 7/ Grad Wärme; sovicl mir bekannt ist, hat nur die Soolquelle zu Nauheim einen gleichen Wärmegrad. Die artesische Soolquelle von Kissingen hat nur 1800 Fuß Tiefe, aber sie steigt mit klarem Wasserstrahl rauschend und schänmend auch 80 Fuß in die Höhe. Vlotbo, 13. August. In dem nicht gar weit von hier liegenden, ziemlich großen, Dorf Eisbergen brach beute Morgen Feuer aus, und ist dem Vernehmen nach bis Abends 7 Uhr noch nicht wieder gelöscht worden. Schon bis jetzt ist radurch ein großer Theil des Dorfes eingeäschert. Der größte Theil der eingebrachten Erndte ist mit aufgebrannt, also die Arbeit eines Jahrs als vergeblich zu betrachten. Dem starken Windsturm, der hier und in der Umgegend geberrscht hat, ist wobl die meiste Schuld dabei zu geben. =•“ Dortmund. Unsere Stadt, ein und bald vielleicht der# erste Hauptort Westfalens, hat unter den provinziellen Nachrichten Ihrer Zeitung bisher eigentlich gür keinen Platz gefunden, ihrer Wichtigkeit dürfte aber ein solcher wohl gebühren. Seit Eröffnung der Köln=Mindener Eisenbahn hat die Einwoknerzahl sich um fast 5000 Köpfe vermehrt und ist stark auf 13,0000) angewachsen. Die Baulust ist wenigstens in gleichem Maaße gestiegen, nicht minder sind es die Preise der Mietbewohnungen; roch sucht der Fremde die neuen Häuser vergeblich an den Hauptstraßen, die, mit Ausnahme des langen Westenhellweges, deren nur wenige ziehen, vielmehr findet er sie an der Stelle alter Häuser, hauptsächlich aber auf früher undebauten Plätzen und großen Gärten in solchen Stadttheilen, die früher zu den Abgelegensten gebörten und in denen die Wohngeläude eher den Namen Hütten als Häuser reidienten. In nicht gar langer Zeit werden jene Hütten, die das Auge beleidigten und das Mitleid mit den aumen Bewohnern de slben rege machten, allmälig verschwinden und, wenn auch nicht durchweg durch neue Häuser ersetzt, doch wenigstens durch verbesserte Einrichtungen im Innern wehnlicher und im Acußern anfehnlicher bergestellt werden. Durch die Beispiele der Fremden angeregt, biben die neuen Häuser zweckmäßigere Einrichtungen und äußerlich stattlichere Ausstattungen erhalten als man solches früber an den letzteren, selbst in den letzten 25 Jahren erbauten, zu fiuden gewohnt war. Dies zeugt von Fortschritten unserer Urbewohner, die senst Alles was von„Fremden“ ansging, nur zu tadeln und zu verhöbnen suchten— das fremde Element sängt an überwiegend zu weiken, daher schickt man sich. Das Bebauen abgelegener Stadttbeile 1###. selbst die Anlegung neuer Straßen wird die gewiß wohlthätige Folae haben, daß nicht nur in diese abgelegenen Theile Leben und Verkehr gebracht wird, sondern auch die verschiedenen Klassen von Bewobnern mehr durch einander zu wohnen kommen, wodurch die sittliche Bildung unter der sogenannten geringen Volksklasse, die bisher ausschließlich auf jene Theile angewiesen war, gewinnen muß. Der städtischen Verwaltung gereicht bierbei zum Lode, daß sie da, wo mebrere neue Häuser entstehen, auch zfür Anlegung von guter Straßenpflasterung sorgt.(Die Hütten der Armen ließ man bis dahin ruhig in ibren morastigen Umgebungen liegen.) Von unseren Hamt: straßen lassen sich gleiche Verbesserungen leider nicht melden. He: sieht es schlecht genug aus und besonders ausgezeichnet darin sind die die Stadt in ihrer größten Länge, nämlich von Süden nach Norden, durchschneidenden Straßen, deren Fahrbreite fiskalischer Seite unterhalten wird. Diese Linie wird, außer vielem andern Last= u. Acker=Fuhrwerk durchschnittlich täglich von einigen Tausend Centnern Kohlen und Koals, hauptsächlich von der Zeche Friedrich Wilbelm belastet, wodurch bei schmutzigem Wetter die Passage für Fußgänger schauderbaft und selbst gefährlich wird, da sich in dem Pflaster unzäblige Vertiefungen von oft einem Fuße bilden. Die Brinkstraße, der einzige Weg zum und vom Bahnbofe, bei Abend= oder Nachtzeit zu Fuß zu passiren, ist wahrlich eine kleine Tortur zu nennen. Würdig an diese Straßenstrecke schließt sich südlich von der Stadt die Königliche Chaussee nach Brüninghaußeg, zunächst zur Zeche Friedrich Wilhelm führend, auf der vielleicht 50 und mehr schwer beladene Kohlenwagen täglich bewegt werden. Schon seit dem letzten Frühjahre war von einer Steindecke keine Rede mehr und nur dem trokkenen Wetter seit sechs Wochen ist es zu danken, daß die Passage nech geht; wie sie aber beim Eintreten einer Regenperiode und, wenn uns der Himmel einen dem Vorigen gleich gelinden Winter schenkt, gehen mag, mögen die Götter wissen; die Zeche Friedrich Wilbelm wird es aber gewahr werden. Und warum wird an dieser Chaussee, einer der befahrensten in der Provinz, nichts getbau? Antwort:„Weil der Titel des Wegebaufonds im Etat pro 1852 nichts dazu aussetzt!“ Noch vor wenigen Jahren suchten die Ureinwohner— einzelne derselben auch jetzt noch— das Heil Tortmunds in einer Hand voll Beamten oder Soldaten, die der Staat berlegen sollte, wiesen dagegen die Ansicht, daß Dortmund sich auch zur Anlegung von Gabriken eigne, mit der Behauptung zurück:„Dortmund ist eine Akkerstadt und muß nur Einwohner heran zu ziehen suchen, die Geld verzehren(Vögel, die man rupten kann)." Jetzt schon sehen wir innerhalb der Mauren 5 ausgedehnte Ceschäfte mit Dampfmaschinen arbeiten, außerhalb derselben eine große Gußstabl= und eine Steingut-Fabiik und gewiß wird Dortmund schon in den nächsten zehn Jahren einen nicht geringen Standpunkt unter den industriellen Städten des Westens einnehmen, ohne daß die Befürchtung erfüllt wird, dadurch Vögel beranzuziehen, die man nicht rupfen kann, sondern im Nothfalle füttern muß. Ueberhaupt gehört das Festhalten an eingewurzelten Vorurtheilen zu den Haupt= Cigenschäften des größten Theils unserer alten Stammdevölkerung; so u. a. die Abneigung gegen die Theilung der Gemeindeweiden, deren die Stadt in drei sogenannten Bauerschaften an 3,000 Morgen besitzt. Go oft Iemand nur von Theilung sprach, siel man über ihn her als einen unprattischen Neuerer, wenn nicht mitunter Volksverderber. Da sollte die selbe das größte Unglück für die Stadt sein, denn 1, war der Boden schlecht und 2, mußte der„geringe“ Mann, wenn er keine Kuh mehr halten konnte, zu Grunde gehen. Man wußte aber recht gut, daß der Boden nicht schlecht war, allein man wußte auch, daß der „geringe“ Mann bei der Theilung eben so viel erhalten würde, als der vornehme reiche Großbürger. Das taugte freilich nicht! Trotzdem und Alledem sind jetzt 2 Bauerschaften getheilt und die dritte ist in der Theilung begriffen. Wer sich von der Beschaffenheit des Bodens der beiden getheilten Bezirke, die erst seit 1851 in das spezielle Eigenthum der Interessenten übergegangen sind, überzeugen will, der komme, sehe und staune die üppige Begetation an; wer aber wissen will, ob der„geringe“ Mann zu Grunde gerichtet ist, der frage ihn selbst. Diejenigen, die ihre Antheile nicht benutzen konnten oder wollten, haben sie, wenn sie nicht zu früh Wucherern in die Hände gefallen sind, für gutes Geld verkauft, worunter freilich Einzelne ein mögen, die das Geld nicht zum Besten angewendet haben, doch was schadet das dem Ganzen? Wer nicht verkauft bat, fühlt recht gut, wie vortheilhaft er jetzt seinen Fleck denutzen kann gegen sonst; wer aber auch verkaufte und sich noch eine Kuh hielt, für die er Weidegeld bezohlt, weiß, daß diese jetzt einen ungleich höhern Ertrag liefert, und er mit den Zinsen von dem erhaltenen Kaufgelde bei Hinzurechnung des frühern Weidegeldes die Pacht decken kann. Endlich macht man den Anfang zur seit wenigstens sechs Jahren vielfach besprochenen Abtragung des Stadtwalles an der Nordseite; ob dieselbe aber so ausgeführt wird, daß die Kommunikation wesentlich verbessert wird, und ein Theil des Lastfuhrwerks von der winkelichen Brinkstraße, wo dasselbe sich so sehr drängt und die Passage für Fußgänger lebensgefährlich macht, abzuleiten, ist eine Frage, die erst nach der Ausführung beantwortet werden kann. Unsere städtischen Behörden sind zu ängstlich und engherzig, um bei der Staateregierung die gänzliche Wegschaffung des alten Plunders zu beantragen, welche nur eine theilweise Abtragung der Mauer und des Walles— und zwar aus Vertheidigungsrücksichten— zulassen will. Daß aber ein Rest des alten Bollwerks der Vertheidigung eber binderlich als dienlich ist, haben selbst schon Männer von Fach ausgesprochen. So lange jedoch nicht die totale Wegschaffung vorgenommen wird, kaun die Stadt nicht diejenige Ausdehnung erhalten, die sie sonst zwischen der Mauer und dem Köln=Mindener Bahnhofe erhalten würde und so leicht erhalten könnte. Nach einem Vertrage mit der Dircktion der Köln=Mindener Eisenbahn=Gesellschaft soll dieser nur gestattet sein, über die Chaussee nach Lunen ein Doppelgeleise zu legen, jetzt überschreiten dieselbe 4 Schinenstränge und diese reichen kaum aus, dem Bahnbetriebe vollständig zu genügen, weil beim Zusammenstellen und Auseinandernehmen der Güterzüge die Maschineu und Waggons weit über die Chaussee nach Osten hin geführt werden müssen. Dies hat für das Publikum, besonders an den Markttagen bei dem gewöhnlich vielen Pferdefuhrwerk eine außerordentliche Belästigung zur Folge, indem vom Mittage dis zum Abende nur mit kurzen Unterbrechungen die Passage gesperrt ist. Bei all diesen Uebelständen auf der Brinkstraße und hier sind zwar noch keine erheblichen Unfälle vorgekommen, was ein wahres Wunder ist; allein wer sagt uns gut dafür, daß nicht eine Periode eintritt, in der sie Schlag auf Schlag eintreten? denn das Schicksal ist launenhaft. Man muß sich damit trösten, daß es besser wird, wenn die ersten Unglücksfälle Leute von Gewicht treffen. Hamm, 14. August. Sr. Erc. der Finanz=Minister, Frhr. v. Bodelschwingh ist mit seiner Familie nach Berlin zurückgekehrt. Wie ich böre, hat sich derselbe über verschiedene Zustände, welche sowohl der Vergangenheit als Gegenwari angehören, auf das genaueste informirt, was nicht ohne Zolgen bleiben wird. Seine Sympathie für eie Stadt hat er bei mehreren Gelegenheiten zu deutlich zu erkennen gegeben, als daß wir uns nicht der freudigen Hoffnung hingeben sollten, er werde für ihr Interesse nach Kräften wirken, detreffe es das Matcrielle oder, was eben so hoch anzuschlagen, die Kräftigung und Hebung der Bildungs=Anstalten, vermöge seines weitreichenden Einflusses. Es ist schon seit mehreren Jahren mit dem hiesigen Gymnasium eine Turn-Anstalt verbunden, welche unter der zweckmäßigen Leitung des, mit der Vorbereitungsklasse am Gymnasium betrauten Lehrers Schellewald trefflich gedeiht. Auf diese Weise ist nun auch für die körperliche Erstarkung der Jugend ausreichend gesorgt, und es gewährt dem Jugendfreunde einen lieblichen Anblick, die Knaben im Klettern, Springen und in sonstigen gymnastischen Uebungen, auf dem Turnplatze, unter den Augen ihres Meisters, sich herumtummeln zu sehen. Auch im Schwimmen wird der Jugend unter Aufsicht eines Schwimm=Lehrers Unterricht ertheilt. Die hier garnisonirende 4. Escadron des 4. Cüirassier=Regiments ist zum Herbst-Manöver bei Münster abgerückt. Es ist hier beifällig bemerkt worden, daß Ihre Zeitung mit den Nachrichten aus Deutschland so wie mit den Börsenberichten aus Berlin und Frankfurt früher kommt, als die Kölnische, zu wünschen wäre es nur, wenn Sie die französischen und englischen noch etwas früher bringen könnten, obgleich Ihre Correspondenten Sie oft mit Nachrichten versehen haben, die erst später in der Köln. Zeitung kamen. Eines fällt wir noch auf, baß, obgleich der Zug von Paderborn schon Morgens 7 Uhr hier eintrifft, dennoch die Zeitung nicht vor 9 bis 9½ Uhr ausgegeben wird, obgleich die Cöln. Zig, welche mit dem Mittagszuge zwischen 12 und 1 Uhr bier eintrifft, schon um 1½ bis 1½ Uhr ausgegeben wird.*) *) Unser geehrter Corresp. wird von seiner Posterpedition mit einer freundlichen Bitte um früherer Ausgabe der Zeitung wohl nicht abgewiesen werden. Was den ersteren Wunsch betrifft, so wird mit der Vollendung der Eisenbahn nach Warburg eine bedeutende Beschleunigung eintreten. Die letzte Berliner Post, welche um 7 Uhr Abends hier eintrifft, wird jetzt noch benutzt, so daß das Blatt um Mitternacht fertig wird, dann aber bis zum ersten um 5 Uhr abgebenden Zuge liegen bleibt. Wenn nun mit Vollendung der Warburger Bahn, wie sich mit Bestimmtheit erwarten läßt, die Berliner Post über Kassel zu uns gelangt, statt des Umweges über Hamm(und zurück), so werden wahrscheinlich wenigstens 4 Stunden erspart; wir sind dann im Stande das Blatt noch Abends zu expediren, gewinnen dann im Ganzen etwa 9 Stunden und werden auch mit den westlichen Nachrichten, die mit den französischen und englischen Blättern schon Morgens um 10 Uhr hier eintreffen, nicht mehr besonders im Rückstande gegen die Blätter des Westens sein, während wir mit den Nachrichten des Ostens diese bedeutend überholen. D. Red. Verantwortlicher Redakteur: W. Crüwell in Paderdorn. Harmoniemusik auf Behrenteich. Wegen des ungünstigen Wetters konnte das auf vorigen Sonntag angekündigte GartenConcert vom Musikcorps des 8. Husaren=Regiments nicht stattfinden. Es wird deshalb am Kreitag den 20. d. Mts. bei günstigem Weiter stattbaben, Nachmittags 3 Uhr beginnen und Abends bei brillanter Gartenbeleuchtung bie 10 oder 11 Uhr währen. Entrée 2½ Sgr. Caspari. Bekanntmachung. Die Ausweißung der Stuben, Fluren und sonstigen Lokale des Casernements zu Neuhaus soll im Wege der Submission mindestfordernd verdungen werden, wozu ein Termin auf Donnerstag den 19. Mts. Vormittags 11 Uhr im Bureau der unterzeichneten Verwaltung hiermit anberaumt wird. Die dem Verding zum Grunde zu legenden Bedingungen können daselbst eingeseben werden. Paderborn, den 14. August 1852. Königliche Garnison=Verwaltung. II. 2. Bei Otto Wigand in Leipzig ist erschienen und bei W. Crüwell u. I. Wesener in Paderborn und A. L. Ritter in Soest zu haben: Illustrirtes Lerikon der gesammten Wirthschaftskunde. Für alle Stände. Enthaltend in alphabetischer Reibenfolge die bewährtesten Anweisungen und Mittel zum Betriebe aller Zweige der Hauswirtbschaft und der hauswirtbschaftlichen Technologie; der Haustbierzucht; des Obst=, Gemüse= und Blumenbaues; der Seiden= und Bienenzucht; der Gesundheitslebre, so wie die neuesten Ersindungen in Bezug auf Künste und Gewerde. Mit vielen in den Text gedruckten Abbildungen. Bearbeitet von Fachmännern und Gelebrten. Herausgegeben von William Löbe. 8. ged. 1—4. Lief. à 5 Ser (Ivangelische Eltern hiesiger Provinz, die ibE. ren jüngsten Sohn von 11 Jahren durch einen Candidaten der Theologie Unterricht ertheilen lassen, wünschen einen Knaden, wo möglich von gleichem Alter, als Gesellschafter und Mittheilnehmer am Unterricht, gegen billiges Kostgeld, zu sich zu nehmen. Zugleich wird die Versicherung gegeben, daß der Knabe ganz als Kind vom Hause bebandelt werden wird. Wo, sagt die Exped. d. Bl. III. 2. Bekanntmachung. Freitag den 20. curr., Nachmittags 5 Uhr, öffentliche Sitzung des Gemeinderatbs. Paderdorn, den 17. August 1852. Der Bürgermeister v. u. Zur Mühlen. Gegenstände der Berathung. 1) Erbebung der Kommunal=Steuer. 2) Straßenbeleuchtung. 3) Orts=Siatut. 4) Revision der Kämmerei=Rechnung pro 1850. 5) Sonntagsschule. 6) Abbruch der Stadtmaner. Bergisch=Märkische Eisenbahn. Der zur Anfertigung der Dienstkleidung pro 1853 erforderliche Bedarf an Materialien, und zwar: 75 Ellen sein blou Tuch, 460" ordn.„„ 24„ fein grau„ 190„ mittelfein„„ 820„ ordn.„„ 80„ blauer Düffel, 1240„ baumwollen Bieder, 260„ Köpernessel(croise), 100„ schwarzen Orleane, 1100„ graues Futterleinen, 220„ dunkelblaues Leinen zu Schoßfutter, 440„ graues Wattirleinen, soll im Wege der Submission verdungen werden. Qualificirte und cautionsfäbige Lieferungslustige können Musterstücke der zu liefernden Materialien, so wie die näberen Bedingungen für die Lieferung in unserem Bureau hierselbst einsehen. Die versiegelten Offerten unter der Aufschrift „Offerte zur Lieferung von Dienstbekleidungs= Materialien“, welche außer dem Preise auch die mit Siegel zu versebenden Muster, so wie die Bemerkung enthalten müssen, daß die Lieferung unter den verselben zu Grunde gelegten Bedingungen erfolgen werde, sind zum 1. September c., Vormittags 11 Uhr, franco uns einzureichen, zu welcher Zeit die eingegangenen Offerten in Gegenwart der etwa erschienenen Unternehmungslustigen eröffnet werden sollen. Später eingehenee Offerten bleiben underücksichtigt. Elderseld, 7. August 1852. Königliche Direktion der Bergisch=Märkischen Eisenbahn. (n einer Landstadt in der Nähe von Pader□ dern wird in eine Apotheke ein mit den erforderlichen Vorkenntnissen ausgerüsteter junger Mann von guter Familie als Lebrling gesucht. Der Eintritt desselben kann gleich erfolgen. Näbercs erfährt man in der Exped. der Westf. Zig. II. 3. In der J. E. v. Seidel'schen Buchbandlung zu Sulzbach sind erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen, in Paderborn durch Wilh. Crüwell und I. Wesener und in Soest durch A. L. Ritter: Blumenstrauß, geistlicher, aus christlichen Tichtergärten den Freunden heiliger Poesie dargeboten von Melchior von Diepenbrock. Zweite vermehrte Auflage. 16. brochirt.(XXXII. und 496 Seiten). 1 Thlr. 10 Sgr. od. 2 fl. =Schon der geseierte Name des hochgestellten Verfassers bürgt für den gediegenen Inhalt dieses Buches, und erlauben wir uns nur noch zu sagen, daß diese zweite Auflage mit 41 Zugaben, worunter Philomena Sancti Bonaventurae, Stabat mater speciosa eic. vermehrt ist, und Freunden heiliger Poesie eine willkemmene Gabe sein dürste.“ Dornn, F. X., ehemaliger Dechant und Stadtpfarrer in Friedberg, der Beichtstuhl, ein Stuhl von lindem, süßem und fruchtbarem Holze. Umgearbeitet und mit einem Anhange versehen von einem kathol. Priester der Diözese Regensburg. Mit oberhirtlicher Bewilligung. VI und 380 Seiten. 16. brochirt. 20 Sgr. oder 1 fl. Gruber, Dr. Ferd. Jos., neue religiöse Lieder. 16. 2½ Sg. od. 6 kr. 15 Thaler Belohnung dem Finder nachstehend beschriebener Brieftasche!— Am Bahnhofe der Köln=Mindener Bahn in Hamm ist eine Brieftasche abbanden gekommen. Dieselbe entbielt außer mehreren Briesen und einem Passe, lauteno auf den Namen„C. Th. Kriens“ circa 40 Thaler in Cassen=Anweisungen uno circa 350 Thaler in anderen WertbPapieren. Der jetzige Besitzer wird ersucht, dieselbe nebst Inbalt gegen eine Belohnung von 15 Thalern an den Eigentbümer nach Lippstadt(im Paß genannter Name) oder falls Finder in oder nabe bei Köln, vort an Hcb. Müllenbach, Altenmarkt Nr. 28, zurückzuerstatten. Es wird gleichzeitig bemeikt, daß bereits die notbwendigen Schritte gescheben sind, um die Außer=Courssetzung der„Werth=Papiere“ zu bewirken. Im Verlage von Friedr. Vieweg und Sohn in Braunschweig ist erschienen und bei W. Crüwell und I. Wesener in Paderborn und A. L. Ritter in Socst zu haben: Das Buch der Natur, die Lehren der Phpsik, Astronomie, Chemie, Mineralogie, Gealogie, Phpsiologie, Botanik und Zoologie umfassend. Allen Freunden rer Naturwissenschaft, insbesondere den Gymnasien, P#ealund höheren Bürgerschulen gewidmet von Dr. Fredrich Schödler, Lehrer der Naturwissenschaften am Gymnasium zu Worme, früher Assistenten am chemischen Laboratorium zu Gießen. Mit 378 in den Text eingedruckten Holzstichen, Sternkarten und einer illuminirten geognostischen Tasel. Ein starker Bank in groß Median, auf feinem satinirten Belinpapier, „ geh. Preis 1 Thlr. 15 Sgr. Sechste umgearbeitete und vermehrte Auflage. Die Naturwissenschaften sind in unserer Zeit ein wesentliches, ein unentbehrliches Element der Bildung geworden. Deswegen darf der naturwissenschaftliche Unterricht in keiner unserer Lehranstalten fehlen, gleichgültig, welchen Namen sie tragen. Eben so wird jeder Gebildete das entschiedene Bedürfniß sühlen, durch Selbstbelehrung eine Uebersicht auf dem Gebicte der Naturwissenschaften zu gewinnen, die früher zu erwerben ihm vielleicht nicht vergönnt war. Als wesentliches Hülfsmittel hierfür ist ein Lehrbuch anzusehen, wie es nach dem Bestreben des Verfassers das Buch der Natur sein soll. Dieses giebt eine Gesammtdarstellung aller Zweige der Naturwissenschaft, von streng wisseuschaftlicher Grundlage ausgehend, jedoch möglichste Einfachheit und Klarheit im Vortrage erstrebend, und für den Zweck zu weit gehende Einzelheiten vermeidend. Die Bearbeitung durch einen Verfasser erlaubt eine gegenseitige Ergänzung und Erläuterung der einzelnen Zweige und bietet dadurch den Vortbeil zweckmäßiger Concentration und eines sehr billigen Preises(1 Thlr. 15 Sgr.). Eine große Anzahl schöner Abbildungen wird das Verständniß ungemein erleichtern. Die jetzt erschienene sechete Auflage dieses Werkes— die erste erschien im Mai 1846— mag die rasche Verbreitung desselben bezeugen. Es ist in der That ein Buch für Jedermann, der gebildet genug ist, um das Bedürfniß zu fühlen, eine Eiusicht in das hehre Gebiet der Naturwissenschaften zu erlangen, abgesehen davon, daß es ein Schulbuch bester Art ist. III. 2. Druck und Verlag von Wild. Crüwell in Paderborn.: N6 12 Die Lage Es ist in wähnt worder schließen?“ vorschlägt. 1 ber darin die solchen Anschl stärken. Wir wicht Hambur ner freisiinige sein müsse, so Septembervert "„Hamburger Frage, aus### sie den Bewei Die„Hamk „Bekanntlich verwachsenen u ter Berücksicht Reduktionen u. 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