er dreuß. Scheffel Th.* — Sg. Linsen— Psd. 5 Ser. 8 Pf. Schock a 1200 Kl 2 Thlr. 11 Sgr. I. 29 Sg. WinterLuchweizen 1 Thl. - Sg. Rübsaamen ur. Ctr.— Thir. 25 Sg. Rüböl per er Mai— Thir. — Thlr.— Sgr. , p e r 2 0 0 0 P f u n d ntwein, per Ohm 5 Sar. Gereischwach. Preise er Tage viel Behervorgerusen zu 8 Sgr.— Pf. zr.— Pf. Haser — Pf. Erbsen Pf. Rapsamen Pf. Kartossel. Heu pr. Centner P. zum Lehrer, ine zu König1 Padervorn. ing. Fluren und zu Neuhaus, indestfordernd in auf Vormitttags paltung hierzu legenden eben werden. 52. altung. so beliebte Pangezapft, Zurückgabe imper. ihe 31. AueihungsMorgens stivitäten mité. dem hiesigeräumige be. Am , un den peist. werde ich uld. eg und und bei 1 Pader= haben: gik. an der Sgr. beralsten semmisParere älischeZeitung. Ce12e. Erscheint mit Ausnahme des Montags täglicd. Paderborn. Vierteij. Abonn.-Preis in Paderborn 1 Thlr. Inserate werden mit 1 Sgr. die 4 spaltige Zeile esesPe*“ a 16—, 7½ Sgr.; bei allen Postanstallen in Preuss. 1 Thlr oder deren Raum berechnet. Dienstag, den 17. August 1005. 15 Sgr.; im übrigen Deutschland 1 Thlr. 22½ Sgr. Hr Jahrg. Der Credit. X Paderborn, 16. August. In dem Urzustande, wo die Völker entweder Jäger oder Hirten sino, wo Jeder was er braucht selbst producirt, geschehen äußerst wenig Tausche. Die geringen Bedürfnisse, welche solche rohe Völker von civilisirteren sich zu verschaffen suchen, bezahlen sie direkt mit Produkten, mit Vieh oder den Fellen ihrer Jagdbeute. Sobald indessen die große Idee der Arbeitstheilung solche Naturmenschen zu lehren beginnt, daß sie eigentlich mehr produciren, wenn jeder sich auf einen besondern Arbeitszweig wirft, wenn nicht Jeder sein eigener Fleischer, Schneider, Schubmacher, Schmied, Maurer, Zimmermann, Jäger, Hirte ist; wenn die Menschen einseben lernen, daß ihre Geschicklichkeit, sobald sie sich einer Beschäftigung allein widmer, unendlich vermehrt wird, und die Summe der Arbeit Aller (schon aus Ersparniß an der Zeit, welche durch Uebergang von einer Beschäftigung zur andern sonst verloren geht) mehr Erzeugnisse zu Tage fördert, als früber; welche Erzeugnisse dann, gegenseitig ausgetauscht, jedem Einzelnen eine größere Masse der früher insgesammt selbst verfertigten Bedürfnisse zuführt,— dann macht sich der Mangel eines leichteren Tauscharlikels, eines Wertdmessers, balo geltend, welcher den lästigen rohen Tausch der Provukte und die Vertheilung verselben an die einzelnen Consumenten übernimmt und es entsteht das— Geld. Das Geld ist, wie Adam Smith sagt, das große Umtriebsrad der Güter. Allein es giebt noch ein größeres Umtriebsrad. Bis nämlich durch die immer tiefer gebende Theilung der Arbeit der Ueberschuß über die zur Erhaltung des Volkes nothwendigen Produkte jährlich größer wurde, das Kapital somit wuchs, mit ihm aber die Arbeitskraft stieg, und große Massen von Gütern sich anbäuften, der Handel endlich den Verkehr zwischen Nationen schuf, da merkten die Kaufleute bald, daß die Ausfuhr und Einfuhr in einem Lande so ziemlich gleich stehen, daß, wenn man für jede einzelne Sendung stets direkt Geld remittirte, gar viele Senrungen hin und her gemacht wurden, welche durch Uebertragung von Einem auf den Anderen leicht den Weg hätten sparen können und es entstand der Wechsel. Durch den Wechsel wurden enorme Portokosten erspart; allein er hat eine noch tiefere Bedeutung— er ist der Schöpfer des Bankwesens, d. h. des organisirten Credits. Dem Erfinder des Wechsels scheint der Gedanke wenigstens dunkel vorgeschwebt zu haben, welchen wir in unserem neulichen Artikel über„die Lösung der socialen Frage“ aussprachen. Derselbe sad, daß eine Masse von Gütern als todtes Kapital da liegt, ebe diese in die Hände der Consumenten gelangen, die vielleicht nur aus Mangel an Arbeit das Produkt nicht sofort kaufen und consumiren können. Wenn ein Kaufmann nun auf den Betrag einer so eben abgeschickten Waare, die vielleicht in ¼ oder ½ Jahre bezahlt würde, einen Wechsel in Circula= tion setzt, der ihm die fragliche Summe ½ oder ½ Jahr früber zur Disposition stellt, wodurch er also währeno verselben Zeit um den Betrag dieses Kapitals Arbeit beschäftigen, also mehr produciren kann, so ist durch einen selchen Crerit offenbar das produktive Kapital vermehrt worden. In diesem Sinne vermehrt also der Credit das Kapital. Die Icee, welche dem Wechsel zu Grunde liegt, ist aber in großartiger Organisation in dem Schottischen Bankwesen und der amerikanischen Bankfreiheit ausgeführt; die Produktion ist dort desbalb ins Riesenhafte gesteigert, wenn man die Berölkerungszahl mit der anderer Ländern vergleicht. Wir wollen das zuerst durch ein Beispiel erläutern und müssen nachber wieder zurückkehren, da unsere Gedanken in den obigen Zeilen etwas im Galopp gingen, auf die Gefahr hin, unverständlich gewesen zu sein. In Pbilavelpbia, sagt ein Reisender, den wir nach dem Gedächtnisse citiren, fragte ich einen Wagner, der kein Vermögen besaß, ob er wohl im Stande wäre, größere Bestellungen auszu führen. „Warum nicht!“ antwortete dieser.„Ich will Bestellungen bis zu 20,000 Dollars(beinabe 30.000 Thlr.) übernehmen.“ „Wie ist das denkbar ohne Kapito!“ In Europa wäre es in Ihren Verbältnissen unmöglich.“ „Ader in Amerika ist es möglich; nur muß Jemand sein Gewerde verstchen und den Geschmack, so wie die Sitten des Landes kennen. Hören Sie, wie ich es anfangen würde. Gesert, es bestellt Jewand bei mir Wagen im Betrage von 30,000 Dellars, abzulicfern in neun Monaten, so setze ich mit dem Besteller den Contrakt schriftlich auf. Mit diesem Dokumente gehe ich zum Holzhändler und suche mir die nöthigen Breiter und Balken aus. Er überläßt sie mir auf bloßes Vorzeigen des Vertrags. Dasselbe geschiebt beim Gerber, beim Metallwaarenhändler, beim Schmied. Obgleich ich nun das Makerial habe, so fehlt mir roch ras Betriebskapital, um während der 9 Monate zu leben und meine Arbeiter zu bezablen. Ich gehe mit zwei Freunden auf die Bank und erhalte einen „persönlichen“. Credit von mehreren Tausend Dollars. Wenn ich nun nach Verlauf van 9 Monaten die bestellte Waare abliefere, dann werde ich auch noch nicht baar, sondern in Wechseln von 6 Monaten nach Sicht bezablt. Mit diesen Wechseln aber bezable ich die Bank, den Gerber, den Holzhändler, welche mir den Ueberschuß berausgeben. Merken Sie aber wobl: Dieser Holzbändler hatte seine Vorrätbe ebenfalls nicht baar bezahlt. Er hat sie auf Credit, und der Eigenthümer des Waldes setzte diese Vorrätbe schon ideell in Cours, als er den ersten Baum fällte, indem er einen Vorschuß von der Bank darauf erhielt.“ In dieser durch den persönlichen Credit bewirkten Operatien, dem raschen Umlauf des Kapitals und der erböbten Thätigkeit der Arbeitskraft, liegt, zum Theil wenigstens, das Geheimniß der riesenhaften Produktion Nordamerikas. Sobale jenem Wagner nicht durch so liberalen persönlichen Creeit die Mittel geboten würden, diese greße Bestellung auszuführen, so konnte seine Arbeitskraft auch nicht in dem Maße beschäftigt werden und es wurde weniger producirt. Das läßt sich aber auf den Ackerbau und nothweneigere Industrieen noch mehr anwenden. Es kommen in Amerika zwar Bankrutte bäusiger vor, als in Europa, allein sie fallen neben dem außerordentlichen Segen des persönlichen Credits kaum ins Gewicht. Sie sind dort auch mit weniger Nachtheil verbunden, denn wäbrend bei uns der Bankruttirer verloren ist, fängt er in Amerika nach dem eilften Bankrutte zum zwölften Male wieder an und findet, wosern er nur ein geschickter Arbeiter oder Geschäftsmann ist, stets von Neuem Credit. Man mag in Beziedung auf den Wagner vielleicht entgegnen: Die Proonktion jener Bestellung wäre doch nicht unterblieben. Ein Anderer hätte sie übernommen, und jener Wagner hätte vielleicht in dessen Dienste gearbeitet; es wäre also dasselbe producirt, dieselbe Ardeitskraft beschäftet worden. Es ist möglich, aber wahrscheinlicher ist es, das mindestene ern Theil jener Bestellung unterblieben wäre, weil der Besteller gerade auf die Geschicklichkeit des genannten Handwerkers sein Vertrauen gesetzt batte:— venn man darf nicht vergessen, daß die Consumption außerordentlich elastisch ist. Sie kann auf das Minimum des Unentbehrlichen reoucirt, sie kann aber auch mehr, als wir uns nur denken, ausgedehnt werden. Je mehr aber producirt wird, desto mehr wird consunlrt, desto größer wird das Wohlbefinden der Menschen. Doch mir müssen abbrechen. Der Steff ist so reich, daß wir nur allmälig das Material zum Beweis der kürzlich aufgestellten Formel herbeischlepper. können. —MOsO Deutschland. Berlin, 13. August. Der Handelsminister hat auf seiner Rückkehr aus Preußen noch die Hüttenwerke besichtigt, welche sich bei Landsberg an der Wartbe befinden. Die Regierung verfolgt bekanntlich den Plan, alle Bedürfnisse für den Bau der Ostbahn im Vaterlande anfertigen zu lassen und deßhalb erscheint eine Anregung des Berz= und Hüttenbaues durchaus nothwendig. Im Jahre 1847 befanden sich im brandenburgpreußischen Bergdistrikte 6 Hohöfen, 14 Flammenöfen, 50 Cupolösen, 31 Tiegelösen, 129 Frisch= und Löschfeuer, 3 Puddelösen, 3 Schweißöfen. Die Errichtung von Puddlings= und Walzwerken gehört der neueren Zeit, seit 1838, an; Westfalen hat 56, die Rbeinlande 159, Schlesien 44 Pusdelöfen. Die Robeisen=Darstellung und der Guß aus Hobösen betrug in dem brandenburg=preußischen Distrikt 15,774 Centner und an Stahl und gewalztem Eisen 176,784 Centner, von ldenen 50,000 bei Steinkohlen hergestellt wurden. In den neun Gruben dieses Distrikts gewann man 7620 Tonnen zu 4 Scheffel Rasen=Eisensteine, ravon 7500 Tonnen in StaatsGruben. Der Wertb der Gewinnung betrug nur 1737 Thl., da die Tonne durchschnittlich mit 6 Sgr. 10 Pf. veranschlagt ist. Im Jahre 1847 wurden 14,908 Berg= und HüttenArbeiter bei der Eisen=Produktion beschäftigt.— Die Vorarbeiten zur Eisenbahn von Frankfurt a. d. O. bis Kreuz(den Ort, wo die Steitin-Posener Bahn den Zweig nach Bromberg entsendet) sollen bereits angeordnet sein.— Der König dat sich, wie die N. Pr. Z. berichtet, von Putbus über Greisswald nach Neu=Strelitz begeben, um gestern den Großberzog zum Geburtstage zu beglückwünschen. Seine Rückkehr nach Putbus soll beute Nachmittags erfolgt sein.— Dem Institute der hiesigen Schutzmannschaft stedt eine Veränderung bevor, nämlich die Ummandlung in die vormalige Gen#####armerie, wenn die Kammern die Mittel hergeben. Dadurch erhielten 1000 Leute die Pensions=Berechtigung, während sie gegenwärtig auf monatliche Kündigung angestellt sind.— Ein Gottesdienst zu Ehren des Geburtstages Napolcon'e wird hier nicht Staatt finden, weil man dieserhalb Streitigkeiten unter den Bewohnern fürchtet.— Der Prinz Karl und seine Gemadlin sind von Muskau zurückgekehrt.— Der Direktor der Bau=Akademie macht bekannt, raß der neue Cursus am 8. Okteber beginnt und daß die Anmeldungen zum Besuche die zum 8. Sept. einzureichen sind. Ueber das Telegrapbenwesen soll ein Lehrvortrag gehalten werden.— Der Ministerpräsident hat das Großkreuz des spanischen Oredens Karl's III. erbalten. (K. Z.) — 14. Hr. v. Manteusfsel, der heute dier einzutressen beabsichtigte, wiro nach einer durch eine Staffette von ihm dierher gelangten Meldung erst morgen Abend in Berlin ankemmen.— Der Hr Finanzminister v. Borelschwingd ist heute Nachmittag aus Westfalen wieder hier eingetreffen. — Man spricht davon, daß bald nach der, übrigens auf längere Zeit hinausgeschobenen Rückkehr des Polizei=Präsidenten v. Hinckeldey eine durchgreifende Umänderung mit der Exccutivpolizei vorgenommen werden soll. Nach den darüb umlausenden Gerüchten würden die Schutzmannschaften vollständig militärisch organisirt, unter einem Hauptmann vereinigt und von der Revierpolizei unabbängig hingestellt werden. — Von der Regierung zu Merseburg ist eine sehr spezielle Vererdnung wegen Heiligdaltung der Sonntage und der kirchlichen Fest= und Feiertage unter Aufbebung einer frübern Anordnung aus dem Jahre 1839 entworfen worden, welche aucd für die Vorabende von wichtigen Festtagen die Veranstaltung von Bällen und öffentlichen Lustbarkeiten untersagt. Wädrend des Gottesdienstes an Sonn= und Festtagen aller Orten dürfen nicht blos an öffentlichen Orten, sondern auch in Privatwohnungen und Privatgärten gerauschvolle Belustigungen nicht stattfinden. Sonnabends müssen alle Tanzmusiken und Lustbarkeiten um 10 Uhr Abenes zu Ende sein. Alle Lären, mit Ausnahme der der Apotbeker, müssen geschlessen bieiden, und das Zuwiderhandeln mit Strafe bedroht, und die Hausväter sind ausdrücklich angewiesen, die zu ibrem Hauewesen gehörigen Personen zum fleißigen Besuche des öffentlichen Gottesdienstes anzuhalten. — Dem Vernehmen nach wird der König in Felge der neuerdings getroffenen Dispositionen dis zum 24. d. Mis. in Dutbus verweilen, dann auf einige Tage hierder kommen, um von dier aus die Reise nach Pommern und Preußen anzutreten, deren Dauer bis zum 1. Oktober bestimmt worden ist. Die Reise des Königs nach Ischl soll aufgegeben sein.— Das „E. B.“ theilt mit, daß sich der König aufs Lebhafteste in Duidus für das Schiffjahrtswesen inleressirt und namentlich bemüht war, sich von allen Einrichtungen des Schiffeo„Nix“ zu unterrichten. Die wenigen genommenen Bäder sollen die günstigste Wirkung gethan haben. Nach der Anordnung des Leibarztes Dr. Grimm, verweilt der König beim Baden nicht länger als 3 Minuten im Wasser. Obschon der König im strengsten Sinne des Wortes einfach und als Privatmann lebi, auch alle Zerstreuungen des Hoflebens sern gehalten werden, ist der Ort bennoch außerordentlich durch sortwährende Zuzuge aus den Nachbarstädten belebt. Köln, 13. August. Am Dienstage bemerkte man, als der Zug auf der Rheinischen Eisenbahn hier angekommen war, Blut und Menschenhaar an einem der Waggons. Später fand es sich, daß sich ein Mann in der Näbe von Mängersdorf aus Lebensüberdruß unbemerkt unter den Zug geworfen, wo er den Too fand.(D. Z.) Wesel, 13. August. Nachdem gestern Mittag medrere Kölner und andere Liedertafeln benachbarter niederrbeinischer Städte mit Kölner= und Niederländischen Dampfbooten unter Musikbegleitung und wehenden Fahnen unserer Stact vorbei rheinabwärts bie Emmerich fuhren, um an dem bevorstchenden großartigen Gesangfeste in Cleve Theil zu nehmen, bat sich unsere Lievertafe!„Cencordia“ mit ihrer Fabne heute Mittag ebenfalls an Bord eines Dampfschiffes der Düsseldorfer Gesellschaft begeben, um auch ihrer Seits diesem Feste beizuwohnen. Auf diesem Schiffe befanden sich auch Gesangvereine anderer rheinischer Städte und wurde die Concordia von diesen sowohl als von dem Musikkorpe des 29. Infanterte Regiments mit lautem Jubel unter musikalischer Beglettung auf das Herzlichste und Freudigste empfangen.— An die vor einigen Tagen erfolgte Ankunft des Generals Inspekteurs der preußischen Festungen und Dionire, Heren Brese, in der Rheinprovinz, wird für unsere Eisenbahn, insbesondere aber für die Anlage des Bahnhofes, die nicht undegründete Vermuidung geknüpft, daß der genannte General bei seiner beverstebenden Anwesenheit in Wesel zur Inspektion rer hiesigen Fistung und sonstigen Fortisikationswerke auch die nur vorläufig erfolgte Situation des Bahnhofes außerhald der Festungewerke zwischen dem Brünner und Berliner Thore resinitiv genehmigen werde.— Gestern ereignete sich In dem benachbarten Doise Brasselt das sonderbare Unglück, daß ein blinder Sohn seinen eigenen Valer Iörtete. Beide kamen bei der Heimkehr des Sohnes, welcher auf einer nabe liegenden Weide die Kühe gehütet hatte, über das Zerreiten des Strickes in Wortwechsel und Streit, der sich so steigerte, daß der Vater dem Sohn eine Ohrfeige gab und eieser, um sich zu wehren, jenem ein scharfee Messer, oas er in der Hand hatte, entgegen hielt, welches sich so tief in die Brust des Vaicro erängte, daß er hald darauf tort zur Erde stürzte.(D. Z.) Braunschweig, 14. Aug. Von der gegenwärtigen Semmermesse dat man sich im Voraus nicht sehr viel versprechen können, weil durch die Ungewißheit der Lösung der ZollvereinsFrage das Geschäft überhaupt gelähmt ist, und man vorats: sehen konnte, daß die Einkäufer aus dem Steuer=Vereine, le: nahe bevorstehenden einstweitigen Taris=Veränderungen halber sich auf das notbwendigste beschränken würden. Diese Ansichten haben sich auch bestätigt: es sino viele Einkäuser dier gewesen, dennoch aber wenig Geschäfte gemacht, und diese zu shr gedrückten Preisen. Die beiden selten fedlschlagenden Harp Artikel, Leder und ordinäre Tuche, sind diesmal roch seblgeschlagen. Nur in schwerem Leder ist es erträglich gewesen; Oberleder und Kaldselle sind bis zu 1½ pCt. per Centner woblseiler verkauft als in der Wintermesse. Die Lager von ordinären, sogenannten Bürger=Tuchen, sonst gewödnlich ausverkauft, sind böchstens dolb geleert. Mit sächsischen und preußischen Tuchen ist es etwas besser gegangen, die Preise aber sind troß der erböbten Wollpreise nicht über die der vorigen Wintermesse gestiegen. In niederläneischen Tuchen, welche überbaupt immer weniger Anklang fanden, war dae Geschäft ganz schlecht und eben so in Baumwollen= und Seicenwaaren. Von englischen Waaren sino mehrere gut assortirte Lager dier gewesen, und diese haben das beste Geschäft gemacht. Im Allgemeinen ist die Resse nicht einmal mittelmäßig zu nennen, und wir müssen uns mit der in Folge des September=Vertrages gewiß eintretenten Hedung derselben trösten.(K. Z.) Frankfurt, 13. August. Die Buncesversammlung hat sich gestern bis zum 20. Okt. vertagt. Graf Thun verläßt Franksurt. Hr. v. Bismark=Schönbausen wird das Präsidium führen. Zur Führung der laufenden Geschäfte ist ein Ausschuß niedergesetzt, der aus sieben Gesandten besteht, an dessen Geschäftsleitung jedoch alle anwesenden Gesandten Theil nehien können.(Fr. I.) Wiesbaden, 13. Aug. Die ganze Gemeinde Seepenrod, im Amte Walmerob, wandert nach Amerika aus und hat hierzu bereits die Genehmigung der Staatsbehörde erwirkt. Am 9. Septhr. laufenden Jahres wird das sämmtliche Vermögen der Gemeinde versteigert. Mannbeim, 14. Aug. Die Prinzessin Caroline Wasa wird dieser Tage mit ihrer Mutter nach Oesterreich abreisen und den Winter über dort bleiben; so meldet eie§. P. Z. Stuttgart, 1a. Aug. Die Abgeordneten zur Zollconferenz sind bereits abgereist. — Diesen Nachmittag hatte die zweite Kammer eine bie nach 7 Uhr Abends dauernde wichtige Sitzung, welche die Verständigung zwischen Regierung und Ständen hinsichtlich des Etats wieder mehr in die Ferne rückte. Hinsichtlich der Staatsschuld hatte die Kammer seiner Zeit gegen die auedrückliche Einsprache vom Ministertische beschlossen, von der statutenmäsig sestgesetzten Staatsschuldentilgung 40.800 fl. in Abzug zu bringen, welche in der vorigen Finanzveriode außerordentlicher Weise getilgt worden waren. Die Regierung trat diesem Beschlusse nicht bei und erklärte denselben in einer Finanzministerialnote für irrthümlich, verfassungs= und gesetzwidrig, weil die fraglichen 40.800 fl. nach dem Staateschuldenstatut wirklich außerordentlicherweise hätten abgetragen werden müssen, überdieß die Sache eine abgemachte und das Finanzgesetz pro 1849/52 sanktionirt sey, darauf also nur mit Einwilligung aller drei gesetzgeberischen Fattoren zurückgekommen werden könnte. Modi selbst trat hierin seinen politischen Freunden entVermischtes. — Geld= und Geschäftsverkehr der Türkei. Während die türkischen Beamten fast ohne Ausnahme sich durch eine alles Maß menschlicher Schamhaftigkeit übersteigende Treulosigkeit auszeichnen, sind im Gegentheil Redlichkeit und unverbrüchliches Festhalten am gegebenen Worte bei dem gemeinen, d. b. nicht im Staatsdienste befindlichen Türken zu finden. Man ist erstaunt, so viel Treue neben den tief eingewurzelten Lastern bei diesem Volke zu finden, und glaubt einen Lichtstrahl höheren Seelenadels und selbst empfundener Würde auf sonst ausdrucklosem Antlitze zu lesen. Alle geselligen Lebensverhältnisse, alle kaufmännischen Verbindungen deruhen auf dem größten gegenseitigen Zutrauen. So kommen z. B. die Kaufleute aus den. Innern der Provinzen in die Seehäfen, kaufen ihre Vorräthe bei den großen europäischen Häusern und tragen eft bedeutende Werthe in Waaren mit sich fort, als ganze Sicherheit das Versprechen zurücklassend, in sechs Monaten wieder zu kommen und zu zahlen; dabei kennt man sie oft nur den Namen nach, und zwar nach Namen wie Osmann, Hussein u. s. w., deren es in jeder kleinen Landstadt gerade so viele, als bei uns Peter, Müller, Schmidt, u. s. w. gibt. Zur besondern Vorsicht wird dann allenfalls eine Fakture über den gemachten Ankauf in die Weste genäht, und wenn der Käufer zufällig während der Zwischenzeit sterben sollte, so haben die Erben nichts Eiligeres zu thun, als die Schuld des Verblichenen auf diese einzige Art Ehrenverpflichtung zu tilgen. Die größten Handelshäuser scheuen sich nicht, Hunderttausende in einem Lande aufs Spiel zu setzen, ohne eine Zeile als Garantie dagegen zu haben, die übrigens im schlimmen Falle nicht nützen würde, während in der angegebenen Weise Verluste oder gar Unterschleife zu den seltensten Ausnahmen gehören. Auch andere, wegen Unredlichkeit verschriene Völker, wie z. B. die Perser, werden durch diesen Handelsgebrauch zu gleicher ehrli. cher und vertraulicher Handeksweise gezwungen. Fast alle Persischen Handelshäuser haden Agenten in Konstantinopel und schicken ihnen üder Trebisond durch die Dampfschiffe allwöchentlich bedeurende Baarsummen zum Ankause der ganzbaren Manufakturwaaren, schieden entgegen und stimmte der Regierung bei; die Opposition aber ließ deutlich merken, es sev ihr eben darum zu thun die Ausgaben um jeden Preis zu vermindern, und schreckte die Aengstlichen mit dem Popanz neuer Steuern. So kam es, daß die Kammer den wirtlich unbegreiflichen Beschluß mit 39 gegen 39 Stimmen saßte, die 40,800 fl. in Abzug zu bringen. Staatsratb von Knapp gab sofort wörtlich folgende Erklärung ab:„Ich bedauere, hober Kammer erklären zu müssen, ; d a ß d i e k ö n i g l i c h e R e g i e r u n g s i c h a u ß e r S t a n d e s i e b t, d i e s e m Beschluß Folge zu geben.“ Hierauf kam die Beratbung der , i n d i r e l t e n S i e u e r n a n d i e R e i h e, w u r d e j e r o c h n a c h e i n e r s e h r heftigen Vorberaibung, wobei alle Aufschubsanträge verworfen wurden, abgebrochen und wird morgen früh fortgesetzt werden. (Fr. 9. Z.) Von der böhmischen Gränze, 8. Aug. Aus sicherer Quelle, schreibt man der Reichs. Z., kann ich Ihnen die Mittheilung machen, daß die Festung Kufstein einen interessanten Gast mehr beherbergen wird, oder in diesem Augenblicke vielleicht schon in ihren Mauern beberbergt. Dieser Gast wird höchst wahrscheinlich ein sehr getäuschtes Gesicht zeigen, wenn er sich aus der reizenden und gemüthlichen Gebirgsgegend so plötzlich zwischen die dumpfen und unbeimlichen Gewölbe einer Festung versetzt siebt, deren Name allein im Stande ist, einen österreichischen Unterthan mit Beben und Schrecken zu erfüllen. Er kommt nämlich von Klagenfurt und ist niemand anders als— Görgei! Wien, 14. August. In Erwartung des Kaisers sind die Festbereitungen in großartigem Maßstabe das Einzige, was von hier zu berichten ist.— Ausland. Schweiz.— Bern, 12. August. Der Nationalrath hat heute mit 63 gegen 22 Stimmen den gänzlichen Nachlaß der Sonderbundstriegsschuld beschlossen. — Zurich, 12, August. Ein telegraphischer Bericht von Bern meldet uns, daß der Eisenbahnvertrag mit Baren sogleich zur Verhandlung kommen soll.(Z. Z.) — Tessin Mit der Säkularisation der Klöster geht es rasch vorwärts. Das Luganer Colleg zum hl. Antonius hat seinen Güter-Rodel abgegeben und wird in den nächsten Tagen von den Religiosen selbst verlassen werden; dieselben sind vom Orden der Somaoker, ihr Haus wurde durch eine Bulle des Parstes Klemens VIII. 1598 investirt, ihre Schule hatte während den 2½ Jahrbunderten von Zeit zu Zeu sehr tüchtige Professoren aufzuweisen. Sie haben sich dem letzten über sie ergangenen Urtbeil mit Würde gefügt, sagt die„Tessiner Ztg.“— Die Serviten ven Mendrisio sind nach der 5 Stunden entfernten lombardischen Ortschaft Viggin übersiedelt, wo ihnen ein Priester, Don Antonia Torriant, Haus und Hof zum Geschenk machte. Sie werden dort wie bisher Schule halten und der neuen Anstalt in Mendrisio Concurrenz machen. Die Democrazia will ihnen deßhalb die Pentionen entzogen wissen. — Der Bundesrath hat 35 Obertelegraphisten mit 1000 und 1200 Frs. Gebalt ernannt. In der Bundesstadt ist am 9. die erste telegraphische Depesche von St. Gallen über Zürich eingegangen. Noch in dieser Woche wird auch die Linie von Bern über Lausanne nach Genf fertig; ihre Verzögerung rührt von den Beschädigungen ber, die im Freiburgischen, namentlich auch in der Gegend von Posieur, verübt worden sind. — Der durch Hagelschläge angerichtete Schaden ist im Kanton Aargau allein auf 1 Million Frs. geschätzt worden; einen nicht viel geringeren Schaden fürchte: man von der Nässe, welche auch anderswo, besonders in Bern, verderblich wird. Die Kartoffelkrankbeit ist wiederum ausgetrrten.— Zu Appenzell bst ein wütbender Orkan die gegen 20 Fuß dicke alte Linde auf dem Land#sgemeindeplatze zerstört.— Bei Genf macht man Jagd auf eine Wötfin, über deren Anblick eine Frau so erschrocken war, daß sie zu früh gebar und starb. — Bern, 13. August. Der Rationalrath hat die Weitersührung der badischen Eisenbahn bis Constanz genehmigt. Italien.— Vom Po, 8. August meldet die A. Z., daß besonders der englischen Gewebe, welche diesen Weg einschlagen, um all' den zadllosen Völkerschaften Mittelasiens ihre Körperhüllen zu liefern. All' dieses Geld wird durch gewöhnliche rohe Maulthiere und Kameeltreiber nach Trapezunt gebracht, sodann ohne Weiteres auf die Dampfschiffe geladen, oft ohne Angabe des Werthes und ohne Adresse; endlich in Konstantinopel eben so ins Depot ausgeladen und zur Abholung aufgespeichert. Oft kann man 2 bis 3 Millionen in Gold und Silbermünzen in schlechten leinenen Säcken in den Agenturhallen aufgeschichtet sehen, auf denen allerlei Krämer herumkauern und ihren Schacher treiben, bis sie irgend ein reklamireneer Käufer zwingt, andere Säcke als Sitz zu wäblen. Meistentheils erkennen die Eigenthümer die Säcke bloß an dem Stoff. aus dem dirselben gemacht sind, aus der Farbe der Näthe oder der Bindfäden, oder aus dem vermutbeten Inhalt; denn meistens sino sie sogar ohne Aviso von ihren Geschäftsfreunden in Tauris und Ezdrum, die an Trägheit und Unwissenheit ihren Türkischen Vettern würdig zur Seite stehen und kaum einen Namen zu zeichnen, viel weniger eine Korrespondenz zu führen vermögen; daher muß Jeder an den erwähnten ungewissen Zeichen herausstudiren, was allenfalls sein oder nicht sein sein dürfte. Auf die einfache Angabe hin wird dann der Sack geöffnet, der Inbalt abgezählt, einige Prozente für den Transport abgerechnet, und der angebliche Eigenthümer geht ruhig mit dem Reste davon. Man kann mit Sicherheit beheupten, daß auf diese Weise Hunderte von Millionen Piastern verschickt und ausgetheilt werden, und doch können sich die täglichen Besucher der Speditionshäuser kaum eines Falles erinnern, wo ein Betrug oder Diebstahl versucht worden wäre. — Der Engländer Spencer, der schon früher den Pascha von Belgrad, Hussein Bey, kennen gelernt hatte, wollte denselben bei einer Anwesenheit in Belgrad besuchen. Er glaubte von ihm als ein alter Bekannter mit wenigen Ceremonien empfangen zu werden; aber der Pascha batte die Würdenträger seiner Kirche, die vornehmsten Civil= und Mititärbeamten eingeladen, und diese saßen bei seinem Eintriit mit allem türkischen Ernst schweigend auf dem erböheten Divan umber und rauchten ihre hochverzierten Tschibuks, deren Köpfe nach allen Richtungen auf dem Teppich lagen, so daß ein englischer Lord, der auf den Festungswerken von Verona zeichnend angetroffen, verhaftet und nach ein paar Tagen über die Grenze geschafft wurde. Belaten.— Brüssel, 13. August. Die Königin.von Enzland, welche heute Brüssel besicht, wird bis morgen früh in Lacken bleiben und alsdann sich wieder einschiffen, um nach England zurückzukehren. Gestern Abends war ein großes Familien=Diner im Schlosse zu Lacken. Frankreiw.—* Paris, 14. August. Das morgige Fest absorbirt die öffentliche Aufmerksamkeit, so daß von hier nichts zu melden ist, als die nun wirklich erfolgte Ernennung des General Ornano zum Kanzler des Ordens der Ehrenlegion an der Stelle von Ercelmans. Die Zeitungen veröffentlichen einen Brief Louis Napoleons“ an Lord Londonderry, worin Jener die Freilassung Ab=del=Kaders,„für welche die Ehre Frankreichs verpfändet sei,“ verspricht, so wie ein günstigerer Zeitpunkt eingetreten sei. — Großes Aufsehen hat die Nachricht erregt, der Er=Montagnard Joly habe von dem Präsidenten der Republik 20,000 Franken erhalten. Joly behauptet, es sei für früher geleistete Advokaten=Dienste, und weigert sich, nach Frankreich zurück zu kommen.— Auf eine französische Note über den Aufenthalt französischer Flüchtlinge in Jersey hat England geantwortet, es könne der englischen Gesetze halber in dieser Sache nichts thun. — Das Buch Victor Hugo's,„Napoleon der Kleine“ ist nicht mit der bereits vor längerer Zeit angekündigten Perteischeift desselben Verfassers:„Das Verbrechen des zweiten Dezember,“ zu verwechseln. Diese letztere befindet sich unter der Presse und wird nächstens erscheinen. Was das veröffentlichte Pampblet betrifft, so ist dasselbe leeiglich eine Charakteristik L. Napoleons, die mit der Farben des Hasses geschrieben ist. Ich habe Ihnen den Charakter dieser jedenfalls merkwürdigen Parteischrift bereits geschildert. Erlauben Sie mir heute, Ihnen einige kleine Züge zur Charakteristik Louis Napoleons und seiner Freunde, welche in diesem Werke mitgetheilt werden, zu ercerpiren. Sie werden dazu beitragen, das Räthsel dieses Lebens zu erhellen. Victor Hugo schreibt dem Präsidenten ein Talent zu: das des Schweigens. Vor dem zweiten Dezember gab es einen Ministerrath, der sich einbildete, etwas zu sein. Der Präsident präsidirte und nahm nie oder fast nie an den Diekussionen Antheil. Während Odiion Barroi, Passy, Tocqueville, Dufaure oder Faucher sprachen, machte er mit der größten Aufmerksamkeit kleine Thierfiguren aus Papier odei zeichnete Männchen auf Aktenstöße. Seine Kunst besteht darin, sich todt zu stellen, er bleibt stumm und blickt nach einer andern Seite hin, als er zu geben beabsichtigt, bis der Augenblick zur That gekommen ist. Mitte November 1851 aß der elyseeische Repräsentant I. bei L. Napoleon zu Mittag. Was spricht man in Paris und in der Nationalversammlung? fragte ihn der Präsident.— Hm, hm, Prinz.— Nun, was denn?— Man spricht immer...— Von was denn? — Vom Staatsstreich.— Uno die Nationalpersammlung, glaubt sie daran?— Ein wenig, Prinz.— Und Sie?— Ich gar nicht. — L. Napoleon nahm levhaft die beiden Hände des Repräsentanten und sagte gerührt: Ich danke Ihnen, Herr J.. Sie halten mich wenigstens dessen nicht fähig.— L. Napoleon spricht mirunter von einem gefährlichen Projekt, man macht ihm Einwendungen, er hört sie an und antwortet nicht, giebt manchmal sogar für ein oder zwei Tage nach, dann aber nimmt er seine Absicht wieder auf und vollführt seinen Willen. In seinem Arbeitsrisch im Elysec befindet sich eine häufig balboffene Schublade, er nimmt aus derselben bisweilen ein Stück Papier beraus, es ist ein Dekret, das er dem Minister vorliest. Der Minister giebt entweder stille Zustimmung oder er macht Einwendungen. Im letzteren Falle wirft er den Pavierstreifen in die Schublade zurück, in der sich noch viele andete alte zerknitierte Papiere, Träume eines allmächtigen Menschen, befinden, schließt die Schublade, nimmt den Schlüssel hierron zu sich und entsernt sich, ohne ein Wort zu sagen. Den anderen Morgen befindet sich das Dekret im„Moniteur“, mitunter mit der Signatur der Ministers.— Unter vielen anderen Anekdoten, die man als die Zustände charakterisirend aus den beftigen Angriffen gegen L. Napolcon wie aus dem Feuer herausnehmen kann, findet man auch noch folgende Züge. Quentin Bauchart gebt einige Tage nach dem Staatsstreich zu Odilon Barrot: Begreifen Sie die Kuhnheit dieses Vonaparte? Er bat mir den Platz eines Maitre des Requetes angeboten— Sie haben refusirt?— Gewiß. Den anderen Tag solgt das Anerbieten eines Platzes im Staatsratb mit 25,000 ein ungeübter Fremde sehr schwer einen Weg durch das Zimmer fand. Der Pascha selbst war sehr kalt und gemessen, und Speucer, ein alter Reiseneer im Orient, sand glücklich seinen Weg. Aber ein junger Franzosen, der sich dabei befand, war sehr eifrig, die Französische Höflichkeit zu zeigen, verbeugte sich gegen den Pascha und seine Diener mit großer Zierlich keit und Lebendigkeit, trat dabei einen Schritt zurück und— knack, ein Pfeifenkopf war entzwei. Mit einer leisen Verwünschung wandte er sich um und bat tauserdmal um Entschuldigung aber ach! abermals ging es knack, und als er sich noch eifriger zur Entschuldigung umdrehte, ging es knack! knack! Verwirrt nahm er völlig Reißaus und zertrat aus dem Wege nach der Thür einen Kopf nach den anderen. Ein unbändiges Gelächter der sonst so ernsten Türken, welches diesen granz. Artigkeiten folgte, war noch belustigender, als die Verwirrung des Franzosen selbst. Gesichter, deren kalte Feierlichken gar nicht auftbauen zu können schien, brachen in ein helles Lachen aus. Der Türkische Ernst schien mit den Pfeisenköpfen ganz vernichtet, und während der Mullah sich die Seiten hielt, der Pascha aber Thränen lachte, wurden auch die bildsäulenartigen Diener an der Thure von Lachlust ergriffen und stimmten laut mit ein. — Eine wunderbare Rettung erlebte ein nordamerikanischer Fischer, Namens Johnson, der in seinem Boote die Niagara=Stremschnellen hinabfuhr und bart am Rande des tosenden Abgrundes glücklich zwischen einem Felsen der Ziegeainsel und des canadischen Users eingeklemmt blieb. Um Mitternacht gerieth er betrunken dabin und verharrte in dieser gefährlichen Lage bis zu Morgen, wo ein gewisser Joen Robinson den seltenen Muth hatte, von oben herab sich in einem Kahn bis zur Insel zu wagen, an der er ein Tau befestigte und Johnson glücklich ans Land brachte. Fünf Minuten darauf machte sich Johnsons Boot vom Felsen les und stürzte in die Tiefe. Die Besucher des Wasserfalls sammelten an 200 D. fur Robinson. — Vor mehre n Jahren machte ein junger Mechaniker in Montdidier Versuche mit Anfertigung einer Locomotive, die sich auf allen Wegen und bei allen Wagen gebrauchen läßt; sie fielen gut Fr. Der indignirte Maitre des Requetes wird ein gerührter Staatsrath; Quentin Bauchart nimmt an.— Höchst interessant sind die Mittheilungen über den 4. Dezember, als die Parteigänger L. Napoleons wegen der anschwellenden Insurrektion Furcht bekamen. Auch Maupas befand sich unter den Furchtsamen, so daß Carlier, der ihn verließ, ausrief:„Dieser kleine junge Mann hat die Kolik.“ Morny, der weniger furchtsam war, erhielt jeden Augenblick eine telegraphische Depesche von der Polizeipräfektur, in der diese Befürchtungen ausgedrückt waren. Bei der ersten Depesche rief Morny:„Maupas ist krank.“ Bei der darauf folgenden Anfrage des Herrn v. Maupas: Was ist zu thun? antwortete er: Gehen Sie zu Bette; die zweite Frage beantwortete er ebenfalls: Gehen Sie zu Bette! und bei der dritten Anfrage hieß es: Gehen Sie zu Bette, Hasenfuß! Sehr interessant ist auch ein Brief Jerome Bonapartes an Louis Napoleon vom 4. Dezember, in welcher ihn dieser aussordert, die Republik aufrichtig zu wollen, nachdem er die alten Parteien besiegt hat. [In Proudhon's Buch] das schon vielfach besprochen ist, sagt die R. Pr. Ztg., findet sich u. A. auch folgende Stelle:„Was man Louis Napoleon nicht absprechen kann, ist das im Augenblick von Umwälzungen entscheidende Verdienst, Alles gewagt zu haben: Eigenthum, Rente, Zinsfuß, Unabsetzbarkeit, Privilegien der Notariatsstuben, Bourgeoisie, Dynastie, Constitution, Kirche, Armee, Schulen, Berwaltung, Justiz u. s. m. Was der Socialismus nur in der öffentlichen Meinung angegriffen hatte, davon hat der 2. December durch seine Handlungen selbst, im Chaos seiner Ideen, in der Confusion seines Personals, dem Widerspruch seiner Decrete, den bingeworfenen, wieder zurückgenommenen, dementirten Projecten bewiesen, wie gebrechlich dessen Bau, wie armselig die Grundlagen, wie oberflächlich die Stabilität war. Diese alten Institutionen, diese geheiligten Ueberlieferungen, diese vergeblichen Denkmäler des nationalen Genius hat er tanzen lassen wie Chinesische Schattenbilder. Tank ihm, es ist unn nicht mehr möglich, an die Nothwendigkeit und Dauer eines einzigen der Dinge zu glauben, die seit dreißig Jahren Gegenstand der parlamentariDiscussionen gewesen sind, uno deren mißverstandene Vertbeidigung der Republik so viel Blut und Thränen gekostet hat. Mag die Demokratie, im December besiegt, wiederkommen, wann sie will, sie wird die Geister vorbereitet, die Straße gebahnt, den Pflug in der Furche finden.“ * Paris, 15. August. Im Elysee ist gestern Morgen im Cabinet des Präsidenten ein Feuer ausgebrochen, welches schon nach einer halben Stunde durch die Pompiers nieder gelöscht wurde. Die wertbvollsten Gegenstände, namentlich die Reliquien des Kaisers wurden gerettet, obgleich ein Theil der Papiere verdrannte.— In Toulon ist ein neues Dampfschraubenschiff probirt worden, welches Außerordentliches leistet.— Der heutige Moniteur enthält Dekrete des Präs., wodurch 1200 Verunbeilte begnadigt weiden. Die Politischen darunter sind unbekannte Namen. Dekorationen sind in Masse zuerkannt worden. Großbritanien.—* London, 14. August. Eine telegrapbische Devesche der Times aus Triest meldet die endliche Ankunft der lange ausgebliebenen ostindischen Post. Sie reicht bis zum 5 Juli in Bombay und den 2. in Calcutta. Die Birmanen machten am 26. Mai einen zweiten Versuch Martaban wieder zu nehmen, wurden aber zurückgeschlagen. Am 3. Juni wurde Pegu genommen und dessen Befestigungen durch eine Abthe lung der Streitkräfte unter General Gedwin zerstört. Der Verlust der Engländer war unbedeutend. In Calcutta war am 21. Juni ein Dampfer von Rangun angekommen, nach dessen Nachrichten die Truppen sich alle guter Gesundheit erfreuten.— Von dem Dampfer, welcher die ausgebliebenen Nachrichten bätte bringen sollen, hat man keine Nachricht; er ist also wahrscheinlich zu Grunde gegangen.— Sonst keine Nachrichten von Bedeutung. AmertIa.— Newyork, 31. Juli. Eine entsetzliche Katastrophe begab sich auf dem Hueson=Strom. Der Dampfer Henry Clav fuhr eine Zeit lang mit der Amcrika wie toll um die Wette, bis er im Mittelstück in Brand gerieth und rasch ans Ufer gebracht weiden mutzte. Da zwischen 300 und 400 Personen an Bord waren, so kann man sich die Schreckensscene denken. Gegen 70 Passagiere, darunter Weiber und Kinder der ersten Famlien Newyorks, sind theils verbrannt, theils e#trunken, und viele waren halb verbrannt, ebe sie ins Wasser stürzten; die übrigen rettcten mit Noth ihr Leben. Tiefe Trauer und noch großere Entrüstung über die frevelhafte Rücksichtslosigkeit der Dampfer=Capitäns herrscht in der Stadt, und mebrere„Indignation=Mectings“ haben Statt gefunden, aber was nützt dies? Die amerikanischen Gerichte sino nicht gewehnt, Verbrechen der Art zu bestrafen, wie in England, und die geschworenen Todtenschauer, wenn sie über die Opfer des Muthwillens ihre Untersuchung schließen, geben gewöhnlich das fatalistische aber gotteslästerliche Verdikt:„By the act of God!“ Burnos-Aures, 2. Juli. Urquiza bat einen Staatsstreich ausgeführt und Buenos Ayres einer Dictatur unterworfen, deren Ende schwer abzusehen ist. Die Repräsentantenkammer ist aufgelöst, die Preßfreiheit aufgehoben und vier der populärsten Repräsentanten sind des Landes verwiesen. Das Geschäft ist gelähmt und das Vertrauen untergraben. Buenos Ayres und die anderen Städte kochen vor Wuth; die Gouverneure der Provinzen aber scheinen für Urquiza zu sein. Wir haben die Gräuel eines Bürgerkrieges vor aus. Da er ohne Hülfsmittel war, fuhr er in seiner eigenen Maschine nach Puris. Dort gelang es ihm Theilnahme für das Unternehmen zu erwecken. Er baute eine neue Maschine und die Versuche gelanges vollkommen. Der Berichterstatter der„Patrie“ will das Experiment mit eigenen Augen gesehen baben. Sonach stünden wir aus dem Punkte, auch ohne Eisenbahn mit Dampf fahren zu können. — Eine Geldprobe, welche kürzlich in Hamburg angestellt wurde, bewahrheitete die Angaben von den Versälschungen, welche häufig mit dem aus Kalifornien und Australien eingeführten Golde vorg=nommen werden. Man bot einem hamburger Kaufmann ein 7 Psund schwires rehes Stück Gold an, wofür er auch den gesorderten Preis bewilligte, jedoch unter der Bedingung, daß dieses edle Metal zuvor in vier Theile zerlegt werde. Diese Overation ging in der That vor sich, und zum größten Erstaunen aller Anwesenden zeigte sich in der Mitte ein Stück Quarz von 1¾ Pfund Schwere. der Thür.— Der britische Geschäftsträger R. Gore erhielt zwei amtliche Notifikationen, vom 23. und 24. Juni datirt, über den Staatsstreich, welchen der Dietator durch die allgemeine Redensart motivirt, daß gewisse verrätherische Demagogen die Ruhe des Laudes gefährdet bätten. Börsen=Course der Staatspapiere und Actien. " Berlin, den 12. August. Die Börse im Allgemeinen fest. Course aber wenig veräudert. Stettiner und Düsseldorf=Elderfelder höher bezahlt, Preußische und ausländische Fonds eiwas matter. Frankfurt, den 14. August 1852. Oesterr. 5 Metallig. in Sitder bei R. 93¾ G. Osterr. 5% Metalligue 81⅝ P.% G. desal. 4½% 73½ P. ¼ G. besgl. 4% 65% p. desgl. 1% 16 2/8 G. Kurbessische 40 Thlr. Loose 34% P. ¼ G. Friedr. Wilbelm Norddahn exel. Zinsen 50½ P. 50 G. Spanische 3% exel. Zins. 44¼ w. ¾ G. Badische 35 Fl. Loose 39½ P. 39 bez. Geldeours. Köln, den 14. August 1852. 65 Vom Hellwege, 13. August. Unsere diesjährige Erndte ist eine gesegnete zu neunen. Roggen ist durchaus befriedigend ausgefallen und der Weizen hat einen so reichlichen Ertrag geliefert, daß selbst ältere Leute sich keiner ergiebigeren Erndte zu erinnern wissen. Die augenblicklich noch auf dem Halme stehende Gerste und Hafer lassen ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Da die Kartoffelkrankheit bis jetzt nur in äußerst schwachen Umrissen zum Vorschein gekommen, so versprechen auch die Kartoffeln einen guten Ertrag.— Von dem Beschlusse, daß nach Einerndtung der Früchte der Vau der Dortmund=Soester Eisenbahn in Angriff genommen werden sollte, verlautet seit einiger Zeit nichts mehr. Es wäre sehr zu wünschen, daß mit dem Bau begonnen würde; denn außer dem außerordentlichen Vortheil, welchen die Bahn unserer Gegend bringen wird, würde auch vor der Hand die Arbeiten an derselben den ärmeren Leuten, Tagelöhnern u. s. w. die hier den Winter fast gänzlich ohne Verdienst zubringen müssen, Beschäftigung gewähren. Das Werler Bürger= Schützenfest ist dieser Tage doch gefeiert worden, und es ist Aussicht vorhanden, daß der Vecein noch einige Zeit sein sieches Leben hinschleppen kann. Wie wir neulich bemerkten, war unter andern auch durch die Weigerung des Ortspfarrers das übliche Hochamt abzuhalten, eine Spaltung im Vereine eingegetreten, indem ein Theil der Mitglieder das Fest ohne vorheriges Hochamt nicht mitfeiern wollte. Da nun auch einige andere fromme Leute zu skrupulös waren, um an einem Sonntage zu tanzen, so glaubte der Vorstand ein Palliativmittel anwenden zu müssen, um dem Verein, der so hektischer Complerion war, oas Leben zu fristen. Der Beschluß, daß das Fest am Samstage, Sonntage und Montage gefeiert werden sollte, wurde dahin abgcändert, daß die Feier am Sonntage, Montage und Dienstage stattfinden und also am Sonntage mit dem üblichen Vogelschießen beginnen sollte. So komisch dieser Beschluß auch war, da natürlich Schießen und Tanzen eine größere Störung der Sonntagsfeier verursachen muß, als as Tanzen allein, wirkte derselbe doch so befriedigend, daß auch der Pfarrer nun zur Abhaltung des Hochamtes bereit war. Ob man glaubte, daß das Schießen, welches erst nach beendigten Nachmittagsgottesrienst beginnen sollte, den ganzen übrigen Nachmittag in Auspruch nehmen, und mithin das Tanzen an diesem Tage unterbleiben würde, kurz, das Mittel war so provat, daß selbst von der Kanzel der Klosterkirche, die doch so ost von den donnernden Reden gegen das Schützenfest erdröhnt hatte, jetzt nicht mehr— und das will in Werl viel sagen— gegen dasselbe geeifert wurde. Ais nun aber nach beendigten Schießen der Schützenzug sich nach dem Festplatze begab und das Tanzen begann, da zogen sich einige beilige Mäner und Jungfrauen zurück, um nicht ihr Gewissen mit der Sünde des sonntäglichen Tanzens zu beschweren. Arch der von der Mission her datirende Werler Mäßigkeitsverein fängt an unmäßig und lecker zu werden, so daß auch dessen Vorstand auf eie Erfindung eines guten Kleisters bedacht sein muß, um ihn zusammen zu halten. Nach dem ansdrücklichen Willen der Missionäre sellie den Mitgliedern nicht das Verbot des Schnapstrinkens auferlegt werden; sie sollten nicht das Gelübde ablegen, keinen Schnaps mehr zu trinken, sondern sie sellten nur bloß für sich den ernstlichen Vorsatz fassen dem Schnaps zu entsagen; man sollte also ohne äußeren Zwang, aus freiem Antriebe, durch eigene meralische Kraft die Gewalt der Leidenschaft abstreifen. Daß die Anregung gegen Schnapsgenuß in so gemäßigter Weise durchaus vernünftig und der erfolgreichen Bekämpfung der menschlichen Neigungen entsprechend war, erhellt daraus, daß die Missionspredigten in dieser Hinsicht wirklich Wunder gethan, da selbst Söffer„von Profession“ keinen Schnaps mehr anrührten. Seitdem aber der Eifer den Ortspfarrer und die Franziskaner so weit trieb, daß sie den Schnaps geradezu verboten, den Beichtigern die gänzliche Vermeidung des Schnapsgenusses zur Buße aufgaben und im Falle der Unfolgsamkeit die Absolution verweigern wollten, fängt wie gesagt, der Mäßigkeitsverein an unmäßig und unhaltbar zu werden. Es ist eine bekannte Thatsache, daß übertriebener Eifer oft das Gegentheil von dem bewirkt, was er bewirken soll, und daß verbotene Früchte gerade am allermeisten reizen. Da wir nun einmal Veranlassung genommen, die Klosterkirche zu erwähnen, so wird es vielleicht nicht ganz ohne Interesse sein, wenn wir die neuere Geschichte dieser Kirche und des Klosters, welche beide in Werl stets eine hervorragende Rolle gespielt haben, in kurzen Daten anführen. Die vor ctwa 17 Jahren versügte Sekularisirung der Klöster trat auch das Werler Kloster. Indessen blieb es damals der Stadt überlassen, ob sie das Klosters an sich bringen wollte, und hätte sie dann in diesem Falle die damals noch lebenden, betagten Capuziner zu unterhalten, und die Schulden##### Klosters mit übernehmen müssen. So annehmbar diese Bedingungen auch waren, indem die Schulden durchaus nicht bedeutene waren und das Kloster noch einen Grnndbesitz hatte, lehnten die Väier der Stadt dieselben doch ab, weil sie glaubten, daß dadurch für Werl nur neue Schulden erwüchsen. Da zog der Staat das Kloster ein, versah die Capuziner mit einem lebenslänglichen Gebalt und bestimmte von da an die als Wallfahrtskirche bekannte Klosterkirche zur Simultankirche, indem sie nun auch von der evangelischen Gemeinde mitbenutzt werden sellte. Diese Maßregel rief eine im Stillen brütende Opposition hervor, da man jetzt die Würde der Kirche und die Wallfahrten nach derselben beeinträchtigt glaubte. Die Stadt selbst bot der evangelischen Gemeinde statt der Klesterkirche eine andere, die sog. Hospitalkirche unentgeldlich an; als man hierauf nicht einging bot sie 6000 Thlr. zur Erbauung einer eignen neuen Kirche. Als auch dieses nichts fruchtete, und die Cvangelischen auf der Mitbenutzung der Klosterkirche bestancen, san der Unwillen des Volkes endlich zum Ausbruch. Als die Evangel.schen nämlis, zum erstenmale ihren Getiesdienst in der Kircke abhalten wollten, hatte eine zahllose Masse Volkes Kirche, Kloster ind de angrenzenden Straßen gefüllt, durch welche die Evangelischen sich nur mit Mühe und Gefahr durchwinden konnten. Bei dem gewaltigen Tumulte der sich nun erhob, konnte natürlich von einem Gottesdienste nicht die Rede sein und es wäre ohne Zweifel zu biutigen Auftritten gekommen, wenn nicht einige sehr einfluß eiche Bürger die Haupträdelsführer zu beseitigen verstanden hätten. Nach diesem Mandate schien die alte Intoleranz allmählich erlöschen zu wollen, denn lange sielen keine Störungen mehr vor, und als nach längerer Zeit die evangelische Gemeinde das Einsetzungsfest eines neuen Pfarrers feierte, nahmen selbst die Katholiken an dieser Feier lebhaften Antheil. Im Jahre 1848 endlich erwachte der Fanatismus stärker alg je; man glaubte nun sei der rechte Zeitpunkt gekommen wo die Kirche„gesäuber!“ werden müsse. Da sich das dumpfe Gerücht herumgetragen, daß am vierten Sonntage im März die Evangelischen während ihres Gottesdienstes aus der Kirche vertrieben werden sollten, hatte das Presbyterium beschlossen, an diesem Tage der Vorsicht halber den Gottesdienst einzustellen. Das Gerücht bewies sich als begründet; denn eine solche Menschenmasse wie am genaunten Tage in Werl einströmte und gleichsam wie eine zweite Sündfluth die Straßen überschwemmte, mocht: die Stadt lange nicht gesehen haben. Da sich zu dem sonst um 10 Uhr beginnenden Gottesdienste kein Evangelischer in der Kirche einfinden wollte, sing man an zu läuten, um damit als Lockspeise die Erangelischen in die Falle zu bringen. Nach vergeblichen Harren strimte endlich der tobende Hause in die Kirche, und da nun der Thatendurst nicht anders befriedigt werden konnte, entferute er unter wildem Tumulte die evangelischen Kirchenutensilien, zog damit im Triumphe durch die Straßen und zerschlug an den öffentlichen Gebäuden die preußischen Adler.— Nach diesem Vorfalle, welcher ehne die Vorsicht des Presbyteriums leicht großes Unglück herbeiführen konnte, machte die evangelische Gemeinde ihre Ausprüche auf die Kirche nicht wieder geltend. Statt dessen ist das Kloster durch die jetzt darin sungirenden Franziskaner vollständig restaurirt und die Kirche tagtäglich von frommen Betern, Tertiarierinnen, Beichtigern von nah und fern stark in Anspruch genommen. Ein nicht geringes Verdirnst um die starke Frequentirung der Kirche erwerben sich die jetzigen Franzeskaner die in ihren drastischen Vorträgen, und nicht selten, um den Effekt zu erhöhen in obligaten Geister= und Gespenstergeschichten Zerknirschung und Buße predigen. Der Geist der Schnärmerei, Frimmelei, des Scheinwesens durchzieht stärker als je die gute, alle Stadt. In außerem Flitterwerk, Ostentationen, Vereinen und todten Fermen wird der wahre Geist der Lehre Christi erstickt. Ja, noch lange mag es dauern, ehe die Religion Jesu geläutert von menschlichen Zusätzen und den Flecken und Anbängseln reber Jahrhunderte den beseeligenden Geist der Duldung und Aufklärung allgememn verbreitet, und ehe sie, dem Zwecke ibres erhabenen Stifters genäß, die Menschen zu einer großen Gesellschaft liebender Brüder vereinige. &X Paderborn, 16. August. Wenn es wahr ist, was die Engländer sagen, daß man den Charakter einer Nation aus ihren Volkssvielen und Volksfesten beurtheilen könne, dann brauchen wir uns nicht zu schämen. Nicht das Eingeführte, sondern das von Innen Herausgewachsene hat den meisten Wertb, an dem kann man am besten erkennen, aus welchem Stoff ein Volk geschaffen ist. Die Engländer haben ihre Wettrennen, ihre volksthümlichen Kampfspiele;— die Franzosen ihre Feste mit„Feuerwerk und Tänzen"; wir Deutsche haben die Musikfeste, Liedertafeln und die Schützenfeste mit den gewaltigen Humpen. Die Lieder= und Musilfeste, der Tiefe des deutschen Gemüthes entsprungen, halten woll etnen Vergleich mit den Nationalspielen anderer Völker aus. Sie sind in durchaus origineller Entwicklung entstanden und darum als ein Kennzeichen des innersten Charakteis des deutschen Volkes deppelt schätzenswerth. Auf eine nicht geringe Siufe unter den Völkern stellt uns dieser Zug, denn er giebt den Beweis, daß in unserem Urvolke eine geistvolle Gemütbswelt wohnt, welcher noch die reich sten und erhabensten Schöpfungen des Genius zu entspringen berufen sind. Die Fremden spötteln zwar zuweilen über diese tiese deutsche Gemüthswelt, durch welche wir in den Gebieten des Gedankens, der Philosophie, Wissenschaft, Kunst über allen Völkern der Erde stehen, sie meinen die metaphysische Welt sei für uns, die physische für die Engländer und Amerikaner, Deutschland sei wohl das Griechenland, aber nicht das Rom der neuen Welt. Allein, wenn ich auch das Letztere gerne zugebe, so ist es doch eine gewagte Behauptung, daß Kunst und Musik ein Volk in den praktischen Dingen weniger tüchtig mache. Unsere Mängel in diesen Dingen liegen in anderen Verhältnissen. Nicht in England und Nordamerika, wohl aber in Deutschland wurden die Schlachten der Welt geschlagen, deren Narben noch immer schmerzen. Ich darf übrigens wohl daran erinnern, daß im Mittel lter Deutschland ein halbes Jahrtausend lang die Geschicke der Welt in der Hand bielt. Kein anderes Volk, außer in neuerer Zeit England, hatte es je seit der christlichen Zeitrechnung zu solcher Macht gebracht, kein Name ward in Europa je mit mehr Achtung genannt, als der deutsche. Es ist gut von Zeit zu Zeit an solche historische Thatsachen zu erinnern. Lassen wir uns daher nicht hindern, die schöne, ureigene Herzensblume des Liedes zu begen. Auch dem stahlgepanzerten Ritier, dem die Welt sich beugte, war der liebste Begleiter— das Lied. Gestern wurde hier die„Schöpfung von Haydn“ aufgeführt. Eine solche Veranlassung entschuldige wohl eine Abschweifung, wie die ablge. Die Aufführung ist im Ganzen, nach dem Maßstabe der gebotenen Kräfte, als eine gelungene zu bezeichnen. Der dritte Theil siel aber so vorzüglich aus, daß er den Vergleich mit den Leistungen größerer Korporationen ausgehalten hätte. Wenn die Stimme des Tenor's für die außerordentlich schwierigen Partieen auch nicht immer ausreichte, so sang Herr St. doch mit vieler Sicherheit. Eben o sicher aber unendlich lieblich war die Stimme der Fräulein W. ! Ganz besonderen Beifall erwarb sich Herr T., welcher nur in dem dritten Theil der„Schöpfung“ sang, aber durch das Metall seiner Stimme den Zauber der Musik bedeutend erhöhte. Herr D. schien elwas belegt zu sein, er that aber sein Möglichstes und da der Chor verhältnißmäßig wohlbesetzt und gut eingeübt war, die Musiker ihre Schuldigleit, die Posauner vielleicht noch etwas darüber, thaten, der Dirigent Herr Biermann mit einem Takte das Ganze leitete, welche eines größeren Schauplatzes würdig gewesen wäre, so haben wir den geehrten Damen und Herren, welche uns einen solchen Genuß bereiteten, den öffentlichen Dank darzubringen, denn unter dem Publikum, welches sich so zahlreich eingesunden hatte, daß der weite Raum fast übersüllt war, konnte man kein unzufriedenes Gesicht sehen. * Brakel, 14. August. In dieser Woche wurde auf dem hierselbst abgehaltenen Kreistage der Bau einer neuen Chaussee von Hörter über Lichtenau, Niebeim nach Altenbeken beschlossen. [°] Dribura, 13. August. Der Umstand, daß, wo in überwiegend katholischen Gemeinden die evangel. Mitglieder keinen eigenen Kiechhof besitzen, die Todten an einem angewiesenen Platze auf dem katholischen beigesetzt werden müssen, hat den früber in der hiesigen Gegend vorgekommenen Conflikten wieder einen ärgerlichen Vorfall beigefügt, welcher den dringenden Wunsch rege macht, es möge durch Toleranz und gegenseitiges Nachgeben eine an sich so geringe Ursache confessionellen Zwistes beseitigt werden unter Menschen, deren Väter zu demselben Gotte gebetet, auf denselben Schlachtfeldern für ihr Vaterland geblutet haben. Schon im vorigen Sommer hatte zu Willebadessen eine Leiche 8 Tage siber der Erde stehen müssen, weil der katholische Begräbnißplatz sie nicht aufnehmen kurfte, dis sie in dem mehrere Stunden entfernten Peckelsheim beigesetzt wurde. Auch vor wenigen Monaten berichteten die Zeitungen von einem Tumulte, welcher bei solcher Gelgenheit in der hiesigen Gegend vorgefallen war. Vorgestern wiederholte sich hier ein so unangenehmer Vorfall. Es war hier die Frau einer geachteten evangel. Familie gestorben und sollte ihrem letzten Willen gemäß nach evangel. Ritus beerdigt werden. Um allen Ruhestörungen vorzubeugen, hielt es der evangel. Geistliche für gerathen, mit dem kathol. Geistlichen vorher gewisse Punkte zu vereinbaren. Beide verständigten sich dahin, daß der evangel. Geistliche im Trauerhause und unter Gefangbegleitung„seiner“ Schuljugend das Seelenamt allein verrichten wolle. Nächstdem sollte der kathol. Geistliche die Leiche übernehmen und in Begleitung des evangel. Amtsbruders dieselbe bis vor die Stadt führen, von wo aus bis zum Grabe die evangel. Kinder den Gesang ausführen sollten. Am Grabe selbst wollte alsdann der evangl. Geistliche die vom Consistorium vorgeschriebene preuß. Agende verrichten, welche etwa fünf Minuten beansprucht. Diese Punkte wurden durch Handschlag besiegelt. Das Uebereinkommen scheint nun von unserem Geistlichen nicht ganz eingehalten worden zu sein, denn nachdem das Seelenamt von dem evangel. Geistlichen im Trauerhause verrichtet war, kam er hinzu und verrichtete es nach dem kathol. Ritus. Als der Leichencondukt sich in Bewegung setzte, schlossen sich katholische Einwohner,„wie sie eben von der Arbeit kamen“, dem Zuge an. Als nun, auf dem Kirchhofe angelangt, der Sarg in die Gruft gesenkt wurde und der evangelische Geistliche den Spaten ergriff, da ereignete sich ein ärgerlicher Vorfall. Mehrere Umstehende kathol. Confession entrissen dem evang. Geistlichen den Spaten unter heftigen Worten, indem sie meinten, er gehöre ihrem Pastor und dürfe vom Anderen nicht entweiht werden. Die Menge drängte hin und her, der Sarg stürzte polternd in die Tiefe und die Bitten des evangl. Geistlichen wurden in dem Tumukt icht gehört,- ein Auftritt, der den Schmerz der Leidtragenden bis zur Qual steigern mußte. Der Bürgermeister, welcher zugegen war, verhielt sich neutral und vier Gensdarmen, welche der evangel. Geistliche, wahrscheinlich der Vorsicht halber, vorher requirirt hatte, vermochten es nicht die Ruhe herzustellen. Nun verrichtete der kathol. Geistliche(zwar der Vereinbarung zuwider, aber wahrscheinlich um die tobende Menge zu beruhigen?) das Leichenceremoniell nach katbol. Ritus. Die Evangelischen wollen sich nun auf dem Wege Rechtens beschweren. Es wäre doch zu wünschen, daß die katholischen Geistlichen selbst allen ihren Einfluß aufböten, ihre Beichtkinder vor solchen Ercessen zu bewahren; denn in solchen Dingen verliert nicht der Geschmähete an Einfluß und Ehre, sondern der Schmähende. Verantwortlicher Redakteur: W. Crüwell in Paderdorn. vangelische Eltern hiesiger Provinz, die ibren jüngsten Sohn von 11 Jahren durch einen Candidaten der Theologie Unterricht ertbeilen lassen, wünschen einen Knaben, wo möglich von gleichem Alter, als Gesellschafter und Mittheilnedmer am Unterricht, gegen billiges Kostgeld, zu sich zu nehmen. Zugleich wire die Versicherung gegeben, daß der Knabe ganz als Kind vom Hause bebandelt werden wird. Wo, sagt die Exped. d. Bl. III. 1. n einer Landstadt in der Nähe von Paderborn wird in eine Apotheke ein mit den erforderlichen Vorkenntnissen ausgerüsteter junger Mann von guter Familie als Lehrling gesucht. Der Eintritt besselben kann gleich erfolgen. Näberes erfährt man in der Exped. der Wests. Zeg. I. 2. Bekanntmachung Die Gebrüder Carl Theodor Freiherr von Geyr zu Schwexpenburg, Major, und Franz Deter Freiderr v. Geyr zu Schweppenburg, Rittmeister im Gards=Husaren=Regie mente zu Potsdam, haben bei der unterzeichneten Dircknion der Paverdorner Tilgungs=Kasse auf den Grund des Reglements der TilgungsKasse vom 8. August 1836 resp. des Ablöse= Gesetzes vom 2. März 1850 auf Ablösung verschiedener ihnen zustebenden, und angeblich mit keinem Lebns= oder Fideicommiß=Nixus belasteten meierstättischen Heuergefälle im Regierungebezirke Minden, Kreises Wardurg, in den Gemeinden Warburg, Dössel, Cörbecke, Hohenwepel und Ossendorf angetragen und ist das Ablöse= Kapital dafür auf 2,203 Thl. 5 Sgr. 10 Pf. festgestellt. Da indeß mit Sicherheit nicht constirt, ob die obengenannten Berechtigten zur alleinigen und unbeschränkten Disposition über jene Gefälle resp. das Ablose=Kapital rafür legitimirt sind, so werden alle diejenigen, welche Eigenthums=, Lehns= oder FideicommißAnsprüche an odige Gefälle oder deren AblöseKapital zu haben vermeinen, hierdurch vorgeladen, dieselben in dem, auf den 8. September cur. Vormittags 11 Uhr, vor dem Herrn Appellations=Gerichts= Ralbe von Detten im Büreau der Tilgungs=Kasse zu Paderborn, Westernstraße Nr. 211, anberaumten Termine anzumelden und zu bescheinigen, unter der Warnung, daß sie sonst die Ablösung, resp. die Extradition des Ablöse=Kapitals gegen sich gelten lassen wollen und mit keinen Einwendungen dagegen gebört werden. Paderborn, den 26. Juli 1852. Königliche Direction der Paderbornschen Tilgungs=Kasse . 2. Grasse. Heute ist in der urt rzeichneter Buchhandlung wieder angekommen: Schultze& Müller am Rhein. Humoristische Reisebilder von Cöln bis Mainz. Mit 44 Illustrationen. Zweite unveränderte Auflage. Inhalt: Cöln.— Bonn.— Das Aartbal.— Drachenfels.— Laachersee.— Coblenz.— Stolzensels.— Ems.— Lorelep.— Bingen.— Asmannsbausen.— Rüreebeim.— Johannioberg.— Mainz. Preis: 10 Sgr. Die erste Auflage dieses Werkes von 10,000 Exempl. wurde dinnen 14 Tagen vergriffen. W. Crüwell'sche Buchhandlung. Paderborn, den 16. August 1852. Im Verlage von Friedr. Vieweg und Sohn in Braunschweig ist erschienen und bei W. Crüwell und I. Wesener in Pader= vorn und A. L. Ritter in Soest zu haben: Allgemeine Pädagogik. Von Dr. Th. Waitz, außerordentlichem Prosessor der Philosophie an der Universität zu Marburg. gr. 8. Belinp. geh. Preis 2 Thlr. 8 Sgr. Aechtes China=Wasser, als das feinste Riechwasser anerkannt, und wegen seiner nervenstärkenden und belebenden Bestandtbeile, so wie wegen seines feinen bleibenden Woblgeruchs dem ächten Eau de Cologne weit vorzuziehen. Preis pro Flasche 22 Sgr. 6 Pf. In Berlin bei Hrn. Bacher, Königsstr. Nr. 23, stets vorräihig. Aechte Faberstifte das Dutz à 25 Sgr., das Stück à 2½ Sgr., empfiehlt zur geneigten Abnahme W. Crüwell in Paeerborn. In der C. H. Beck'schen Buchbandlung in Nördlingen ist erschienen und in den Buchhandlungen von Wilb. Crüwell und I. Wesener in Paderborn und A. L. Ritter in Soest zu haben: Müller, Fr., Handbuch dee Kassenund Rechnungswesens für Herrschaftsund Gutsverwaltungen in den deutschen Bundesstaaten mit besonderer Berücksichtigung der in den einzelnen Staaten bestehenden allgemeinen Sigaterechnungegrunesäte. Zur r gründung eines guten, geregelten, haltbaren Hausbaltes und zeitgemäßen Rechnungs=Spstems für Standesherren, Gutebesitzer, Rentund Cameral= Beamten, Domainen=Direktoren und Domainen=Verwalter, Magistrate, Rachnungs=Revisoren und Praktikanten, Landwirtbe 2c bearbeitet. Mit vielen praktischen Mustern und einer Forst= und Jagdkarte. Zweite woblseile Ausgabe. 1852. 60 Druckbogen in gr. 4. Preis nur: 2 fl. 42 kr. oder 1 Thlr. 15 Ngr. Der Verfasser hat in diesem Handbuche die allgemeinen Grunsatze des österreichischen, preußichen, daperischen, bannöverischen, würtembergischen, sächsischen, badischen 2c. Staats=Rechnungswesens mit umsichtev oller Sachkunde und wehlgelungener Modisikation dem herrschaftlichen Rechnungsnesen, ohne allen Eintrag seiner uatürlichen Eigenthumlichkeit, angeeignet, und solches dadurch zu einem wissenschaftlichen, logiso##cordneten System erhoben.— Das Kassen= und Rechnungswesen, nach den in dem Buche durchgeführten einfachen, klaren und bestimmten Grunsätzen organisirt, gewährt die sicherste verwaltliche Leitung und Ueberwachung und die Beseitigung von vielen Mißständen und Gebrechen, an welchen das derzeitige Verwaltungswesen leidet. Anzeige. Ich beebre mich hiermit eine neue Ausgabe von Johann Gottfried v. Herders sämmtlichen Werken anzukündigen. Sie wird in Taschensormat erscheinen und vor Ende des Jahres 1853 im Drucke beendigt sein. Der Subscriptionspreis dieser schönen Ausgabe ist auf„14 Riblr.“ festgesetzt. Jeden Monat, vom Juni dieses Jabres anfangend, wird eine Lieferung von 2 Bänden unter Berechnung von 21 Sgr. versandt, doch wird die Ausgabe der letzten Lieferungen dergestalt beschleunigt, daß die verehrlichen Subscribenten vor Schluß des nächsten Jahres in den Besitz des vollständigen Werks gelangen. Alle Verehrer Jobann Gettfried v. Herder's laden wir zu recht zahlreicher Unterzeichnung ein mit dem Bemerken, daß Subscriptionen von mir prompt ausgeführt werden. Die 1. und Die Lieferung, oder Band 1 bis 4 ist bereits erschienen und in meiner Buchhandlung vorrätbig. Paderborn, den 15. Aug. 1852. m. 2. w. Crüwel. Ein in der Eldaue belegenes Allodial=Ritteraut 700 M. M. Areal, größtentbeils Rape= u. Weizenacker, 40 M. bester Eldwiesen, kl. Forst, sehr schönen Wohn= und Wirtbschafts=Gebäuden, schönem Garten, gutem Inventarium, romantische Lage, ist sofort für 36,000 Tblr., mit 6000 Thlr. Angeld zu verkaufen, oder auch gegen Bestellung einer Caution ven 1500 Thlr. für 1300 Thlr. jährlich zu verpachten. Näberes durch den Güteragent R. Juhn, Berlin, Prenzlauerstraße 38. Gewerbe=Ausstellung für Rheinland und Westphalen. Die unerwartet früh eintretende Benutzung des Ständehauses zu seiner ursprünglichen Bestimmung nöthigt uns, schon zu Anfang des künftigen Monats einen Theil der Ausstellungs=Gegenstände zurückzusenden. Ob die GewerbeAusstellung in den übrigen Räumen fortgesetzt werden könne, hängt von Umständen ab, deren Gestaltung nicht vorauszusehen ist. Wir bedauern, außer Stande zu sein, unser Unternehmen durch Herabsetzung des Eintrittspreises so gemeinnützig zu machen, wie beabsichtigt war, und laden Theilhaber und Freunde der Industrie zum baldigen Besuche der nunmehr vollendeten Ausstellung ein. Zusendungen werden nicht mehr angenommen. Die Ausstellung ist geöffnet von 9 bis 6 Uhr,(Sonntags von 11 bis 6 Uhr.) Eintrittspreis 10 Sgr. Personalkarten 1 Thlr. Kataloge 5 Sgr. Erinnerungs=Medaillen 5 Sgr. Düsseldorf, den 14. August 1852. Das Comite. Druck und Verlag von Wilh. Crüwell in Paderdorn.: