Rés6. Ersckeint mit Ausnahme von Sonn- und hohen Feiertugen täglich. Inserate werden mit 1 Aspaltige Zeile oder deren Raum berechnet. r. die Paderborn, Donnersatg, den 8. Juli 1852. Viertelj. Abonn.-Preis an Paderborn 1 Thlr. 7½ Sgr.; bei allen Postanstalten in Preuss. 1 Thlr 15 Sgr.; im übrigen Deutschland 1 Thlr. 22½ Sgr. n ne Seen 5r Der Kulturträger nach dem Osten. 68 Paderborn, 7. Juli. Vor 14 Tagen ist die Salzburger Bahn endlich definitiv von der bairischen Regierung übernommen und dieser Akt mit der Grundsteinlegung der Eisenbahnbrücke über die Isar geseiert worden. Nach dem Vertrage mit Oesterreich muß die Bahn in fünf Jahren fertig sein, wir werden daber schon in wenig Jahren den ersten Verbindungsweg zwischen dem Westen und Osten im Süden besitzen. Von welcher Bedeutung derselbe ist, läßt sich daraus entnehmen, daß man jetzt aus Frankreich und Süddeutschland schneller über Leipzig und Dresden nach Wien gelangt als über München. Ist dazu noch die Straßburger und Würtembergische Bahn vollendet, so wird man dann in kurzer Zeit vom Kanal an das schwarze Meer gelangen können. Die österreichische Regierung gib: sich auch in der That alle Mübe, die Verkebrsmittel in ihrem Londe zu vermehren und zu verbessern. Außer der Salzburg=Münchener Bahn ist noch eine Verbindung mit Italien über Meran projektirt, von welcher Innspruck mit berührt werden soll. Die Schweiz scheint nun auch ernstlich mit dem Eisenbahnbau beginnen zu wollen und es wird ihr zur Bahn nach Italien über den Lukmanier von Sardinien bereitwillig die Hand geboten. Der Bau einer Bahn ven Genua aus ist bereits in Angriff genommen und es soll diese, zugleich mit einer Bahn von Turin, bis an die Alpen hingeführt werden, um sich dort an die Schweizer=und die Como=Mailand=Venctianer Bahn anzuschließen. In technischer Beziehung wird diese Bahn deshalb interessant, weil man auf verselben Steigerungen von 1:32— 1:23 anwenden will, was die größten bis jetzt vorkemmenden übertreffen würde. Wir hätten dann drei Bahnen nach Italien, eine über den Sömmering, eine über Salzburg und eine durch die Schweiz. Die Letztere würde am Bocensee ausmünden und mit der bairischen und würtembergischen Bahn in direkte Verbindung gesetzt werden können. Das Terrain über den Lukmanier, wo die Bahn die Alpen überschreiten würde, ist auch bereits mehrfach untersucht worden. Bringt man mit diesen Bäuten die Bahn von Alexandrien und das Projekt eines Canals durch die Landenge von Suez in Verbindung, so scheint es fast, als sollte der alte Handelsweg nach dem Orient, welcher im Mittelalter das nördliche Italien so reich und mächtig werden ließ, von neuem eröffnet werden, um in diesem gedrückten Land die Erinnerung an jene Zeit wieder zu erwecken, wo es den Glanzpunkt Europas bildete. Einen nicht unbedeutenden Conkurrenten erhält es aber an der Türkei, welche jetzt ernstlich darauf bedacht ist, europsische Bileung in ihrem Gebiete zu verbreiten und nun mit dem Plane umgeht, Constantinopel eurch eine Eisenbahn mit Oesterreich zu verbinden, eben so Klein=Asien mit einer Bahn zu durchzieben. Daß Deutschland großen Vortheil von diesen Unternehmungen hätte, ist leicht einzuseben, allein welche ungeheuren Folgen das Ganze für uns haben wird, ist noch gar nicht zu erM Der Kirchhof des Père la Chaise zu Paris. La Chaise, Beichtvater Ludwigs XIV. baute östllich von Paris, fast an der Ringmauer, ein Kloster, dessen Prior er wurde. Nach Auflösung der Klöster kaufte der Präsekt von Paris das Terrarn, und bewog die Municipalität, dort einen Kirchhof anzulegen, der 1804 eröffnet wurde. Vor dem Kirchhof erblickt man zur Rechten und zur Linken in fortlaufender Reihe Steinmetz- und Tischlerwerkstätten, wo Grabsteine und Denkmale aller Act theils vorräthig, theis in Arbeit sind. Hier finden sich auch anmuthige mit pariser Sorgfalt angeordnete Vorräthe von Blumenkränzen, meist von Immortellen gewunden, um die schöne Sitte zu erleichtern, den geliebten Todien an ihrem Sterbelager oder sonst bei festlichen Anlässen einen neuen Kranz zu weihen. Die Industrie gleicht hier einer Hyäne, welche ihre Nahrung bis in die Tiefe der Graber aufsucht.— An jedem Tage ziehen durch das Thor 25— 30 Anwohner, so daß die Zahl der Bestellungen jährlich etwa 10,000 beträgt, und mögen auf diesem Gottesacker seit seinem Bestehen an ½ Mell. ruben. Nur 5 Arrondissements haben das Recht, auf dem P'ère la Chaise begraben zu werden: die Bewohner der übrigen 7 Arrondissements müssen sehr hobe Preise dafür zahlen.— Das enge Kämmerchen, welches man hier bezieht, ist theurer, als selbst die Wohnungen in der Rivoli auf dem Beulevard der Italiener: der Raum des kleinsten Zimmerchens kostet wenigstens 10,000 Franks. Ist es daber nicht wohlfeil in Paris zu leben, so ist es noch viel theurer dort zu sterven. Dies hat jedoch das Gute, daß die Tedten die Lebeneigen ernähren, die Verstorbenen die Pfleger der Steibenden werden. Denn die Million, welche die Stadt Paris jährlich von dem Verkauf der Begräbnißstellen einnimmt, wird gioßentheils zur Unterstützung der Hespitäler verwendet. Diejenigen Geäver, welche nicht für immer(u perpeinite) gekauft sind, werden nach 6—10 Jahren umgewühlt, und der alte Bewohner muß unerlittlich weichen. Die Gesammtheit drs Eindrucks ist eine glänzend ernste; das messen. Sobald einmal die erste Locomotive den Atbemzug der Neuzeit in das abgesperrte, starre Asien gehaucht bat,— und es wird nicht lange dauern, so braust sie eurch Egypten — so wird sie sich unaufhaltsam Bahn brechen und es wird schwerlich eine Macht geben, welche ihren Lauf bemmt. Besser als Oesterreichs Bajonette, wie einst berühmte Männer sagten, wird die Locomotive Kultur nach Osten tragen und Völker verbinden, die früher einander nur dem Namen nach gekannt haben. An zwei Punkten wird jetzt daran gearbeitet, dem Welthandel Bahn zu brechen in das bdie jetzt noch wenig zugangliche Asien— in Panama und Egypten. Viele Hindernisse werden noch zu überwinden sein, allein gewaltiger als alle ist die Macht des Dampfes. Kein Volk, keine Regierung wird diesem neuen Eroberer= widerstehen. Unzäblige Schaaren wandern schon jetzt aus dem himmlischen Reiche, um in Amerika zu finden, was ihnen der Beherrscher der Welt nicht geben kann. Eine neue Völkerwanderung wird beginnen, aber eine friedliche. Völker werden zu einander geführt werden durch das Band des Handels, Flotten werden ausgerüstet werden, um sich gegenseitig Genußmittel zuzufübren, welche jetzt noch so viele entbehren müssen, das Interesse und Vertrauen werden die Polizei handbaben in diesen neuen Staaten und die Dampfmaschine wird die rohen Völker unterjochen. Deutschland. * Berlin, 6. Juli. Die Nachrichten von einer baleigen Entscheidung der Zollvereinsangelegenheit häufen sich. Die „Zeit“ meldet heute Folgendes: Der Aufforderung Preußens in der Zollkonferenz an die übrigen Zollvereins=Staaten, sich über Annahme oder Nichtannahme des Septembervertrags auszusprechen, dürfte, wenn die Antwort wider Erwarten eine längere Verzögerung erleiden sollte, die Stellung eines bestimmten Termins folgen, in welchem die Antwort zu geben ist. Auch die in einer Ihrer letzten Nummern mitgetheilte Vermuthung, daß im Lager der Coalitionsstaaten nicht mehr vollkommene Uebereinstimmung, daß namentlich Sachsen schwankend werde, nachdem es den festen Willen Preußens sieht, wird durch eine Mittheilung der Spenerschen Ztg. bestätigt. Dieselbe versichert aus guter Quelle, daß namentlich die sächsische Regierung jetzt, wo Bavern auf die Ausführung der darmstädter Verabredungen dringt, sich nicht mehr so willfährig zeigt, als früher. Wenigstens hat die sächsische Regierung sich rahin ausgesprochen, daß sie das Prinzip der darmstädter Punktationen nach wie vor theile, daß aber die Interessen des Landes erforderten, daß Sachsen sich für eventuelle Fälle den Weg zum Wiederanschluß an Preußen offen halte, weshalb sie für jetzt ein entschiedenes Vorgehen im Sinne der darmstädter Protokolle, wodurch alle Handelsbeziehungen mit dem Norden Deutschlands abgebrochen würden, für ihren Theil nicht für ratbsam, wohl aber noch ein vorläufiges Abwarten, Labyrinth von Gräberstraßen setzt in Staunen und erinnert an Pompeji. Der Abhang, auf weichem sich die Gruftstätten verbreiten, ist in Terassen getheilt. Man steigt iu breiten Alleen, zum Theil auf Stufen hinan, und erblickt dann zur Rechten und Linken die Denkmäler in langen Reihen. Diese sind eine in Stein gehauene Geschichte des deutschen Ruhms, mögen seine Kränze auf dem Schlachtfelde, oder in den Hainen der Kunst, oder auch im geweihtem Tempelgebict der Wissenschaft gewachsen sein. Man sindet hier das alte Denkmal Abälard's um Heloisens, das Denkmal der Marschälle Davoust, Massena's, Kellermann, der Generale Jourdan, Cambaceres, ferner die Denkmale Lafontaine's, Molieres, Cuviers, die Gräber Taima's, Benj. Constani's, Manuel's, Ney's, Casimir Perrier's 2c. Hier ruht auch Ludwig Börne, ein großes, warmes Herz, das für die ganze Menschheit schlug, das für die Freiheit in ihrer edelsten Bedeutung gerungen bat bis aus Ende, das keiner Religion angehört hatte, als der Religion der Liebe, der Religion aller guten Menschen aller Länder. Seine Grabstätte ist würdig geschmückt. Das Varallelopipedum, welches sich auf demselben erhebt, zeigt des Schriftstellers Geburts=(22. Mai 1776) und Sterbetag (12. Februar 1837). Der Bildhauer David hat das Denkmal mit einem sinnvollen Basrelief geschmückt: Die Freiheit vereinigt Frankreich und Deutschland, welche einander die Hände nichen. Auf der deutschen Seite liest man die Namen: Lessing, Herder, Schiller, Jcan Paul, auf der französischen: Voltaire, Rousseau, Lamennais, Veranger. — Vor längerer Zeit erregte in Berlin die Verhaftung eines jungen gebildeten Mädchens, die auf Grund eines gesälschten Trauscheins den Versuch machte, die Summe von 200 Thlru. aus der hiesigen Aussteuerkasse zu erheben, großes Aufsehen. Es war die unverehelichte Schulz. Sie war seit mehren Jahren der Aussteuerkasse beigetreten und hatte sich dadurch ein Anrecht auf die Summe von 200 Thlr. bei ihrer Verbeirathung erworben. Im vergangenen Jahre begab sie sich zu ihrem Bruder nach Mecklenburg und lernte daselbst den Ziegler Bruns kennen, den sie auf seinen Antrag zu heirathen beschloß, um mit ihm alsdann nach Amewodurch für die eventuellen vortheilhaftesten Entschließungen freie Hand gelassen würde, für angemessen halten müsse. In diesem Umstande soll auch das bisherige Zögern der Coalition in Betreff eines zu fassenden Beschlusses, resp. einer zu erl.ssenden Erwiederung auf die preuß. Erklärung vom 7. Juni seinen Grund haben. Es ist also nicht unwahrscheinlich, daß die von der„Zeit“ angekündigte Fristbestimmung eine Sprengung der Coalinon zur Feige haben könnte. Es war noch nach Erlaß des neuen Strasgefetzbuches zweifelhaft, ob die bei uns jetzt gesetzlich erfolgte Aufhebung der Prügelstrafe auch als Dieciptinarstrafe gegen Gefangene nicht zulässig sei. Der Minister des Innern bat sich neuerdings in eigem den Strafanstaltsvorstebern zugegangenen Erlasse dabin ausgesprochen, daß Grperliche Züchtigung gigen Gefangene, welche wegen Vergehen verurtheilt sind, gar nicht angewandt werden rurfe: dieselde soll im Allgemeinen nur bei Personen, die wegen Verletzung des Eigentbums zu Gefängnißstrafen verurtheilt sind, als Disziplinarstrafe im Intcresse der Hausordnung zur Anwendung kommen, jedoch aucb hier nur ausnahmsweise und nur dann, wenn sie schon verher einmal wegen eines äbnlichen Vergebens oder Verbrechens zu einer Strafe verurtbeilt worden sind. Schon in ben nächsten Tagen wird hier die Ankunft des von England und Preußen gemeinsam unterbaltenen Bischofs von Jerusalem, Herrn Gobat, erwartet, der eben so über die Lage der Protestanten im Orient Bericht zu erstatten, wie über fernere Maßregeln zur Wahrnehmung der Interessen derselben zu unterbandeln gedenkt. Die Nachel, welche ihre Vorstellungen begonnen bat, macht großes Aufseben. Die„Zeit“ berichtet über sie: Wir daden Müe. Rachel als„Camilla“ in den Horatiern con P. Corneille gesehen und gestehen gern, daß sie auf uns einen nicht gewöhnlichen Eindruck gemacht hat. Es ist etwas Bereutendes, Großaxtiges, Geniales in ihrer Erscheinung, und Corneille hätte sich schwerlich eine entsprechendere Repräsentantin seiner Camilla wünschen mögen. Ihr Wesen dat durch und durch einen antiken Charakter; als wäre sie eine jiner Gestalten, die in Museen aus Marmor sich finden, so wandelt sie vor uns einher, und Gang, Geberde und Stellungen sind so wahrhaft dem klassischen Atterthum angehörig, so künstlerischer Natur, daß sie, in den Glanzpunkten der Rolle von Künstlerband einem Stoffe getreu eingeprägt, Meisterwerke werden würden. Sie detlamirte auch nicht Verse von Corneille, wie die Mispielenden meist in lässiger Weise es thaten, sondern in ihrem Munde wurden jene Verse die woblklingende, würdige aber naturwüchsige Sprache der Leidenschaft und des Unglücks, und waren nichts weiter als die in Gesanken übersetzte klassische Mimik dieser wunderbaren antiken Gestalt. Nur zweierlei hat unser ästbetisches Gefühl beleidigt: das sino die Uevertreibungen in den höchsten Momenten der Leidenschaft, welche sich die Kunstlerin zu Schulden kommen läßt, und dann die rika auszuwandern. Die Kosten beabsichtigten sie von dem Heirathsgelde zu bestreiten. Es wurden deshalb, da das Geld erst nach der Trauung gezahlt wird, die Anstalten lebhaft betrie ben, allein der Bräutigam konnte von der mecklenburgischen Landeeregierung den Heiraths=Konsens nicht erlangen. Die beiden Brautleute batten bereits in einem Auswanderungs=Komtoir 20 Thlr. zur Ueberfahrt deponirt, und den Tag der Abreise bestimmt, weshalb die Verweigerung res Kousenses ein rmpfindliches Hinderniß war. Der Bruder der 2c. Schulz verfertigte deshalb unter dem Namen des Predigers Behn zu Schillersdorf einen Trauschein, den er mit dem Kirchensiegel versah, welches er sich durch einen Brodaldruck von einem Briefe verfertigte. Hier angekommen, konnten die Biautleute das Geld, obgleich sie die größte Beschleunigung wünschten, nicht sofort erhalten und sie versuchten deshalb durch Cedirung ihrer Forderung das Geld auf andere Weise zu bekommen. Dirs ware ihnen beinahe gelungen, wenn nicht zufällig eine Frau, die den Bruns im Verdacht des Diebstahls hatte, die Sache entdeckt und hier angezeigt hätte, so daß die Verhaftung des Brautpaars erfolgen konnte. Beide Personen wurden, da der Lehrer Schulz seiner Strafe in Mecklenburg entgegen siebt, unter Anklage der wissentlichen Benutzung eines gesälschten Attestes gestellt und standen gestern vor den Schranken des Stadtschwurgerichtes. Sie käumten die Thatsachen ein, beh.upien indessen, sich des gedachten Vergehens nicht schuldig gemacht zu haben, da sie ein Recht zur Empfangnahme des Geldes gehabt und diese nur von ihrer Verheirathung abhinge, welcht doch bestimmt erfolgt wäre. Der Bruder in Mecklenburg hat die Fälschung ebenfalls eingeräumt und will sie aus Liebe zu seiner Schwester vorgenommen haben. Es traf jeden der Angeklagten, welche die herzlichste Theilnahme der Anwesenden erregten, eine Zuchthausstrafe von 2 und 3 Monaten und eine Geldbuße von 100 Thir. event. 1 Monat Zuchthausstrafe. — Aue Planina, 29. Juni, wird der Triester Zeitung geschrieben, daß es der Geusd'armerie gelungen ist, einer gejähtlichen Verbrecherbande auf die Spar zukommen. Unweit der in der Mitte des benachbarten Waldes gelegenen Ortschaft Glock nurde am 19. l. M. sechs bis sicben wohlbewaffnete Individuen nahrgenommen, schroffe Kälte, in welche diese hechlodernde Flamme plötzlich umschlägt. — Man versichert, doß eine Erneuerung der durch die Arditional=Convention vom 18. Jebräar d. J. deendeten Verbandlungen mit Belgien in Kurzem zu erwarten stebt. Bekanntlich geht schon am 10. k. M. das mit Frankreich seit 1845 bestehende Vertrags=Verhältniß des Königreichs Belgien zu Ende, und eine Verlängerung desselben wird in Zweife gezogen. Die belgische Regicrung soll keinesweges mebr geneigt sein, die französischen Einsudren in der bieberigen Weise zu begünstigen. Man hat vielmehr Gruno zu der Annahme, daß Belgien gegenwärtig sich bereitwilliger, als bei den Verbandlungen von 1844 und den folgenden Jahren, zu Conzessionen an den Zollverein zeigen werde. Jedenfalls wird die zeitber immer noch vergeblich angestrebte vellständige Gleichstillung unserer Erzeugnisse mit denen der begünstigtestrn Nationen auch bei den zu erwartenden neuen Verhandlungen diesseits im Auge gebalten werden. — Nachtem hinsichtlich des Salzverkehrs in der Zollkonferenz das Dringenoste zu Stonde gekommen ist, wird nunmehr rücksichtlich der in den Steuerverein zellfrei einzuführenden Eisenbabnschienen eine Vereinigung getroffen werden, welche in Foige der Eisenbahnbauten auf hannoverschem Gebiete bald nicht minder dringlich sein dürfte. — Bereits seit längerer Zeit in an hoher Stelle eine Erfindung mitgetheilt worden, welche, ra sie sich bewährt bat, die an und für sich schon große Bereutung des Zünenabelgewehrs noch vermehrt. Sie besteht nämlich darin, daß aus dem Zündnadelgewehre, obne daß an der Construktion desselben eine Aenderung erforderlich wäre, jetzt auch Brandtugeln, und zwar mit großer Sicherheit, abgeschossen werden können. Die zu diesem Zwecke erfundenen Kugeln sind von etwas länglicher Form, in der Mitte hohl und mit einer Zündmasse angefüllt, welche, sobalo die Kugel einschlägt, idre Hülle zersprengt und sich entzündet. Entbält rer getrossene Gegenstand einen Brennsteff, so geräth derselbe unseblbar in Brand. Am vergangenen Sonnabend wurden von dem Offizierkorps des Kaiser Alexander Grenadier=Regiments auf dem Schießplatze in der Hasenbaide praktische Versuche mit der neuen Erfindung angestellt. In einer Entfernung von mehreren hundert Schritten wurden Gegenstände aufgestellt, die mit feuerfangenden Steffen, namentlich mit Pulver, angefüllt waren. Dieselben flogen, von den neuen Kugeln getroffen, augenblicklich in die Luft. Die wichtige Folge der neuen Erflndung ist, daß es jetzt ein Leichtes, feindliche Pulverwagen, wenn sie sich in der Tragweite der Kugel befinden, mit dem Zündnadelgewehr in die Luft zu spreugen. — In Bezug auf das preußische Schulwesen erscheint folgende, mit dem Ende des vorigen Jahres aufgestellte amt. liche Notiz von Interesse. Es waren vorbanden 24,201 Volksschulen mit 30,865 Lebrern und 2,453,062 Schülern, 505 Bürgerschulen mit 2269 Lehrern und 69.302 Schülern, 385 Mädchenschulen mit 1918 Lehrern und 53,570 Schülerinnen, 117 Gymnasien mit 1664 Lehrern und 29,474 Schülern.— Die 46 Schullehrer=Seminare zählten 2411 Zöglinge, auf den 7 Universitäten besanden sich 4306 und auf den 6 geistlichen Seminarien 240 Studenten. Also mehr Schulen und Lehrer als in Frankreich. — Das Zeitungssteuer=Gesetz, in Verbindung mit dem Post=Gesetz, bat auch hiesigen Buchhandlungen ein bisher schwunghaft betriebenes Geschäft abgeschnitten, nämlich das Besorgen der Berliner Zeitungen auf dem Wege des Buchhandels. — Wenn auch die„Leipziger Zeitung“ den Versuch gemacht hat, die Berufung der Darmstädter Coalirten nach Wien zu wirerlegen, so wird mir doch diese Nachricht aus vollkommen glaubwürdiger Quelle bestätigt. Es wird noch binzugefügt, daß die Einladung zwar erlassen, in derselben jeroch der Tag des Zusammentritts noch nicht festgestellt, sondern nur angegeben sei, daß die Eröffnung nicht eher erfolgen solle, als bis die coalirten Regierungen auf die diesseitige Erklärung vom 7. Juni eine Antwort gegeben hätten. So meldet das Fr. Journ. — IAm Schlusse des Jahres 1851 war Preußen im Besitz von 872 Schiffen mit 130,606 Lasten; mit Hinzurechnung seiner 531 Küstenfahrzeuge mit 7303 Lasten und der möglicherweise mit Hannover dem Zollverein beitretenden 1958 Schiffe der deutschen Nordseestaaten mit 158,300 Lasten, würde sich eine Gesammtsumme von 3361 Schiffen mit 296,209 Lasten ergeben. Zusammengestellt mit den Handelsflotten der übrigen Länder Europas erscheint die Handelsflotte Norddeutschlands als die zweite im Range in Europa, indem Oesterreich mit seinen 752 Schiffen mit 91,100 Lasten, von denen neun Zebntel auf den einzigen Hafen von Triest kommen, nicht ein Drittel der Lastenzahl der Flotte der Nordseestaaten besitzt. Durch den Verkehr der hanseatischen und der preußischen Schiffe mit den Häfen der Vereinigten Staaten wurde das an die Consumtion trepischer Erzeugnisse weniger gewöhnte Oesterreich im vergangenen Jahre nicht weniger als 20fach übertroffen, — Rach einer der„Sp. Zig.“ zugegangenen Privatmittheilung ist den Kieler Professoren ihr Gehalt nur bis zum 1. Juli ausgezahlt worden. Von diesem Tage an ist die als sie sich eben im Scheibenschießen einübten. Es gelang zwar diesmal nicht ihrer habhaft zu werden, indem dieselben beim Heranrücken der bewaffneten Macht schnell die Flucht ergriffen. Auf den Rapport der Ger#d'armeriepatrouille hin wurde aber eine großere Streifung durch den Wald angeordnet und mehrere Preise, worunter einer von 60 Gulden auf den Anführer der Bande, ausgeschrieben, worauf mehrere, obwohl verkleidet, jedoch der Theilnahme an der räuberischen Verbindung hochst verdächtige; Individuen eingczogen wurden. Zahlung ihrer Geballe und Emolumente definitiv sistirt. Auch erhalten sie keine Pension. * Berlin, 6. Juli.(Abende.) Gestern bat schon eine Beratbung im Ministerium über eie Zollangelegenbeit statt gefnnden. Der Gegenstand derselben soll der Termin der Vertagung der Conferenzen gewesen sein. Ich habe über den bestimmten Tag noch nichts erfabren können, Aller Wahrscheinlichkeit nach hängt er von der Erklärung der Coalition ab. Die Ausführung des Septembervertrags scheint desinitiv beschlossen und hängt nur nech die Höbe des Präcipuums von der Zahl der an dem Zollvereine Theil habenden Staaten ab. — So eben fällt mir die N. P. Z. für morgen in die Hand. Sie enthält einen Leitartikel, der ganz geeignet ist, zu ernstbaften Gedanken zu stimmen. Er ist mit der gewöhnlichen Rücksichtslosigkeit geschrieben und scheint gegen keinen Geringeren, als den Ministerpräsidenten selbst gerichtet zu sein. Ich kann mich alles Urtheils entbalten, wenn ich die Hauptstellen besselben anführe. Die Neue Preußische Zig. sagt:„wir“ halten es für die Zukunft unserer Partei für unerläßlich, enklich von der Vertbeieigung zum Angriff überzugeben und uns dabei von der Täuschung leezumachen, als könnten wir unsere besten und böchsten Zwecke durch Personen realisiren, welche im Grunde nichts mehr scheuen und fürchten, als sich mit uns zu identisiziren, und welche keinen andern Zweck kennen, als möglichst wenig durch Parteien und Prinzipien genirt zu werden, oder, wie sie es zu nennen belieben, über den Parteien zu steben.— Wir müssen selbst die Wächter unseres Lagers sein, wir müssen davon abstehen., Männer die unseren zu nennen, die sich scheuen, sich zu uns zu bekennen; wir müssen uns nicht ferner verleiten lassen, als Partei dort Dienste zu leisten, wo man mit nichts Anderem umgebt, als seinen bureaukratischen Stuhl auf den Trümmern aller Parteien, folglich auch der unseren.,, zu statiliren; wir dürsen uns nicht daruich das Ziel verrücken lassen, wenn man zeitweise unsere Sompatbien durch scheinbare Conzessionen zu gewinnen sucht. Die Menschen, die Persenen, deren Lauterkeit und Zuverlässigkeit, das ist die Hauptlache! und wo wir diese vermissen, da ist Alles Andere vom Ucbel. Oder was ist beklagenswertber und ververblichter— fragen wir— seine Prinzipien und Pläne momentar. nicht realisirt, oder aber dieselben verstümmelt, verunreinigt und vielleicht für immer unmöglich gemacht zu seben; was ist bedenklicher, das Steuerruder des Staats in den Händen unserer entschiedensten Gegner, oder ader in den Händen Derer zu sehen, von denen wir stets im Ungewissen bleiben, ob sie uns als Fußschemel oder als Umgang gebrauchen wollen, unt ob sie sich mehr ven unseren Prinzipien als vor der öffentlich en Meinung fürchten? Wir fragen hier nicht eina in das Blaue binein, und wenn wir nicht concrete Beispiele anfübren, so bai dies lebiglich darin seinen Grund, daß wir meinen, unsere Leser werden diese selbst in Bereitschaft haben. — ESe. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen ist, von Koblenz kemmend, auf Schloß Babertsberg bei Potedam eingetroffen.— Gestern sind der franz. General Cbangarnier, sowie mehrere Mitglieder der ebemaligen franz. National=Versammlung vier eingetroffen. Dem Vernehmen nach beabsichtigen cie Herren, sich einige Tage bier aufzubalten, demnächst aber nach Wien abzureisen.— Nach bier eingetroffenen Nachrichten ist in dem Befinden des diesseitigen Gesandten in Paris Grafen von Haßfeld eine Verschlimmerung eingetreten. Aus:Westpreußen, 27. Juni. Es bestängt sick, daß die katbolischen Bischöfe Schlesiens, Posens und auch Westpreußens gegen den König die Weigerung ausgesprochen haben, in die zukünftige erste Kammer zu treten.(K. H. Z.) * Aus Mecklenburg. In neuerer Zeit ist bekanntlich die Frage über den Aufschluß unseres Landes an den Zollverein wieder ausgenommen worden. Ein deshalb niedergesetzter Ausschuß bai aber ein verneinendes Gutachten abgegeben, weil der Tarif des Zollvereins für uns zu boch ist. Die Schutzollpartei sucht nun in den Kreisen der Fabrik= und Gewerbeindustrie entgegengesetzte Stimmen zu erhalten, obgleich dieselbe auf naturwüchsigem Boden eninanden, in gutem Flor stehen und das ganze Land mit dem niedrigen Tarif weit wobler sich besir det, ale z. B. Würtemberg. Elberfeld, 2. Juli. In der heutigen Verwaltungsratbssitzung der Düsseldorf=Elberfelder Eisenbahn=Gesellschaft wurde der Herr Landbau=Inspektor Oppermann zu Düsseldorf von 25 Stimmen mit 14 auf die Dauer von drei Jahren zum Direktor der genannten Gesellschaft gewählt.(Elb. Z.) Bremen, 4. Juli. Dulon hat seine Abreise nach Helgeland dem Bauberrn der Lieb=Frauen=Kirche, wie üblich, mit der Anzeige gemeldet, daß er den ihm zustehenden Urlaub zu einer Bavereise benuße; dem Criminalgericht hat er ebenfalls schriftlich mitgetbeilt, eaß er auf eine Zeitlang verreise und sich zur Fortführung der wioer ihn verhängten Untersuchung, wenn wiederum geregelte Zustände in Bremen eingetreten, seiner Zeit stellen werde.(N.Pr. Z.) Leipzig. Der bekannte Schriftsteller Th. Oelkers wurde wegen seiner Theilnahme an den Bewegungen der Jahre 1848 und 1849 zu lebenslänglichem Zuchtbaus verurtbeilt.(Fr.Postz. Göttingen, 4. Juli. König Ludwig von Bapern dat die Summe von fünfbundert Gulden dem Göttinger Central= Comitee für die abgesetzten Kieler Professoren übersendet. Wir geben uns der Hoffnung bin, daß andere deutsche Fürsten sich gedrungen süblen, diesem edlen Beispiele zu folgen. Hannover, 3. Juli. Die zweite Kammer beschloß heute, auf einen Antrag Lang's, der Regierung zu empfeblen, eem früher schleewig=holsteinischen Hauptmann Bassen, dessen Pension von 400 Thalern gleich den andern von der dänischen Regierang sistirt worden ist, die Mittel zu verschaffen, seine Ansprüche gegen die dänische Regierung im Wege Rechtes geltend zu machen, und ihm bis zur Erledigung der Prozesses die Dension auszuzahlen. uncben, 3. Juli. Das kurbess. Papiergele=Prejekt hat, wie an andern Orten, so auch hier die besondere Aufmerksamkeit der Staateregierung auf sich gezogen, und es daben bereite deßfallsige Berattungen stattgesunden.(N. C.) Wien, 3. Juli. Der gestern zu Grabe getragene Getragene General der Cavallerie Graf Menerorff-Peuilly stammt aus einer französischen Emigrantenfamilie und war mit einer Tante I. M. der Königin von England, einer Prinzessin von Sachsen=Coburg=Saalfeld vermählt. Er hatte unter Napolcons Gewaltberrschaft den Namen Menedorff angenommen, wozu ihm Kaiser Franz die Bewilligung ertbeilte.— Wie man vernimmt, ist von Seite der großbritannischen Regierung die Abhaltung eines europäischen Congresses in London beantragt worden, auf welchem Bestimmungen wegen gleichmäßiger Behandlung der fortwährend an ibrem Wertbe einbüßenden Geldmünzen beratben und festgesetzt werden sollen.— Die Zahl der in Wien defindlichen Gesellen, Lebrlinge und Dienstmägde beläuft sich nach einer kürzlich vorgenommenen Zählung nabe auf 85,000 Incividuen.— Lord Redeliffe, Sir Stratsord Canning, königl. großbritannischer Gesandter bei der Pforte, ist auf der Durchreise nach England von Constantinopel über Triest bier eingetroffen.— Die Tabackernte in Ungarn verspricht heuer sehr reichhaltig zu werden. Die k. k. Regierung bat an die Tabakpflanzer nahe an 1 Mill. Gulden an Vorschüssen ausgezahlt.— 5. Juli. Der Kaiser hielt sich gestern in Pestb=Ofen auf und wehnte der Einweibung des Dampfschiffes„Franz Joseph“ bei, bei dessen Tause die Erzberzogin Hildegard Patbenstelle vertrat. Auf der Reise des Kaisers wurde in jeder Station, wo sich Comitatsgefängnisse befanden, einer größern Zahl der Gefangenen der Rest der Strafzeit erlassen. Ausland. Schweiz.— Basel, 5. Juli. Ein Schreiben aus Neuenburg vom Gestrigen berichtet, daß nach der offenen Parteinahme der dortigen Regierung für eine republikanische Gegendemonstration, eine Versammlung oer Royalistenchefs gehalten und in derselben berathen wurde, ob man unter so bewandten Umständen die Bürgerschaftsversammlung nicht auf die engste Grenze des Besuchs vermindern, d. b. alle meinungsverwandten Nichtbürger zur Enthaltung einladen wolle. Dieser Ansicht sei ein Brief aus Beilin von älterm Datum entgegengehalten worden, der die Mutblosigkeit der neuenburger Royalisten beflagt, die im März 1848, im Besitz des Arsenals und einer Garde cirique, ohne Schuß zu thun, einer handvoll Seebauern und Uhrmacher aus den Bergen gewichen seien. Es sei nun beschlossen worden, alle„Freunde“ der Bürgerschaft von Valendis zum Besuch einzuladen. Dasselbe Schreiben meldet, die republikanischen Bürger würden sich weder durch Eintrittskarten noch durch Stimmzettel betheiligen.— Die neuenburger Republikaner beabsichtigen, ihre Demonstration gegen die ihnen verdächtige Versammlung der Bürger von Valendis zu einer entscheidenden Volksabstimmung zu machen. Bom achtzehnten Jahr bis zum höchsten Alter ist Alles, was zu ihrer Meinung sich bekennt, aufgehoben worden. Ein eidgenössischer Oberstlieutenant kommandirk das Ganze, welches aus den von drei Majoren befehligten Colonnen Neuenburg, Chauxdefonds, Locle und Valtcavers bestehen wird. Jeder Zuziehende muß sich für einen Tag mit Proviant versehen, keine Wirthschaft wird geduldet. Boudevilliers ist der Vereinigungspunkt zwischen Secländern und Montagnards; der erneuerte schweizerische Bundesschwur soll auf den Feldern von Valendis geleistet werden.— Pfauenwirth Weber in Lachen ist von dem Gericht in St. Gallen wegen Falschwerben im Wiederholungsfall um 400 Fr. und die Fuhrleute Hegner und Krinz, welche die Rekruten in Fässern verpackt batten, um 30 Fr. gestraft worden. Das Werben wird immer schärfer bestraft und das Rekrutiren nimmt von Tag zu Tag zu. Morgen tritt die Bundesversammlung zusammen und übermorgen ist der entscheidende Tag in Neuenburg, wo die Republikaner und Royalisten die Stärke ihrer Parteien messen wollen, um die öffentliche Meinung darüber ins Klare zu setzen, ob die Mehrheit des Bolks preußisch oder schweizerisch sein will. In Neuenburg folgt ein Aufruf dem andern; jede Partei veröffentlicht Programme und Proklamationen. In jedem Orte werden sich die Reyalisten organisiren und cerpsweise unter Anführung selbstgewählter Chefs marschiren. Kein Bürger soll sich von seinem Corps entfernen, die strengste Ordnung halten, sich jeder Manifestation durch Worte, Ausrufe und Gesänge enthalten. Der Staatsrath der Republik hat eine Proklamation an das Volk erlassen, in welcher er seine Freude über den Enthusiasmus der Republikaner ausdrückt, da sie ihre Natienalität dedroht glauben. Auch er warnt vor jeder Provocation und ermahnt zu rubig ernster Haltung. Im Hinblick auf den Schutz der eidgenössischen Räthe, in dessen Händen die Interessen des Kantons sind, hofft er, der 6. Juli werde ein schöner Tag für die Republik sein.— Ein Beweis davon, daß in Genf die öffentlichen Angelegenheiten auch nicht so schlimm stehen, als sie oft von dei reactionären Presse hingestellt werden, ist die Thatsache, daß gegenwärtig für mehr als 6 Millionen Häuser im Bau begriffen sind, daß die Materialien seblen und in vielen Industriezweigen die Arbeiter mangeln; die materielle Wohlfahrt hat in Genf seit den 6 Jahren des radikaken Regiments furchtbare Fortschritte gemacht.(F. J.) — Gestern war im hiesigen Museum die zweite Conferenz des Kantonalcomite für die Nationalsubskription. Das Ergebniß der Sammlung ist, mit Ausnahme von Bern und Wallis, wober noch Bericht erwartet wird, vollständig bekannt. Alle Kantone baben sich betheiligt, nur Innerrhoden nicht. Bis jetzt bekannte Gesammtsumme 240,000 Fr. Italien.— Mailand, 30. Juni. Um 1 Uhr Nachmittags wurden heute auf dem Richtplatze vor Porta Sempione ssechs Individuen bingerichtet, die in den ersten Tagen dieses Monates in Gesellschaft von noch 12 andern den Raub vor Porta Vercellina verübt hatten. Die Hingerichteten, meistens junge Leute, schienen Opfer der Verführung gewesen zu sein, und hatten gleich nach ihrer Verhaftung das begangene Verbrechen eingestanden. Gestern um 6 Uhr Morgens wurde ueuerdings wieder ein Raubanfall in der Umgebung Mailands, und zwar bei Precotto in der Nähe von Sesto di Monza verübt. Diese Verbrechen haben seit einiger Zeit in bedenkenerregender Weise zugenommen, und die dagegen angewendeten strengen Strafen haben bis jetzt nicht vermocht dem großen Uebel zu steuern. Franfreich.—** Paris, 5. Juli. Das Gasröhre. Complott ist bier so rar ist Wichtiges dar Suspensien det setz so ausgele sung wegen Guerroniere m Ehrenhaftigkeit tige Zeugen, z. Verbältniß zur läßt durch das zwei Monaten englische Blatt warnt worden. sich doch jetzt so Departements aus dem Ca wirkt worden. Haussuchung g den ihm aber: ter Napolcons, darüber— war nach Konstantin Walowski ist, vor dem 15. Al Pastoret hat se Grafen Chambo teur sind die Ur rat hat sich dabsagt, die Geschäf aber geringer al Schlosse Saint=) Wien angelangt, zustellen.— Di Paris, glaubwürdigen C steriums nabe be Corps und dem Großbri Newyorker Nachr ter Aufruhr=Unte die Presse und## Ernennung des C Sieg des General den jetzt sehr inte genzusehen haben. amerikanischen.— port(einer Stadt noch kine weitere berichtet. Die Ge länder und einm Andere zugesellten. den Skandal zu Stadt waren, die sichgreifen des Tun dessen die Engländ Hier haben d daten und unter i obgleich dieser seine Ihnen indessen ei Wahlversammlunge so verschwenderisch Probe mittheilen. Graham und Fersu Graham auftrat, w fall, von der ander dem Geschrei„der ham begann:„Wäl zen undBeifallruf) Unterbrechung)— mult und Geschrei: anlaßte, eine Paus sprechen, aber er ko hoffe, Sie werden d lemen(wiederhelte 1 Sir James nicht zu fortzufahren)— Ge sicht, mir Gehör zu billigung, welches ab — Gentlemen, noch meiner Landsleute, 1 ner solchen Gelegenhe wollten, einen kurzen und ich wiederhole, d meiner Landsleute(h heute nicht erschienen der Wähler dieser St arge Störung, daß! Luft setzte) u. s. w. noch fort; allein der ner und die Ermüdun stündige Rede. Der Berliner Co neuliche Bemerkung, Nennwerth steht.— gesellschaft nach der A Dampfern beginnen befahren haben.— D Halbjahre ergiebt im Jahres einen Zuwach 13,000,000 Yards; Ausfuhr in Garnen ve ten Calicos von 18,000 i Wollenwaaten von die Türkei 5 Mill. Pf nommen, haben der Zo ger. In den Artikeln, concurrirt der Zollvere vorkommen des Letzterer * Amerika.— sident Fillmore, welcher präsident in das Amt? Complott ist schon halb vergessen, obgleich die politische Nahrung bier so rar ist. Mit aller Mübe der„Patrie“ ist aber nichts Wichtiges daraus zu machen. Mehr Aussihen erregt: schon die Suspensien des„Corsar“ auf zwei Monate, wonach also das Gesetz so ausgelegt wird, daß ein Blatt nach zweimaliger Verurtbeisung wegen verschiedenen Sachen unterdrückt werden kann. La Guerroniere wird froh sein, auf diese Weise mit einem Schein von Ehrenhaftigkeit die Klage nun unterlassen zu können, denn genichtige Zeugen, z. B. Leo de Laborde sollen bereit gewesen sein, dessen Verbältniß zum Grafen Chambord zu bestätigen. Der„Corsaire“ läßt durch das„Journal des Debats“ anzeigen, daß er nach den zwei Monaten wieder erscheinen wird. Das zahme, hier erscheinende englische Blatt„Galignanis Messenger“ ist zum ersten Mal verwarnt worden. So geht es immerfort auf diese Presse her, welche sich doch jetzt schon mit der russischen vergleichen ließe; und in den Departements ist es noch ärger.— Die Ausweisung von Thiers aus dem Canton ist von der französischen Regierung erwirkt worden.— Beim Correspondenten der„Köln. Zig.“ ist Haussuchung gehalten worden; die weggenommenen Papiere wurden ihm aber wieder zurückgestellt.— Der Cher=Präsekt, ein Vetter Napolcons, ist entlassen worden, man zerbricht sich den Kopf darüber— warum?-— Lavalette ist als Gesandter in der Türkei nach Konstantinopel abgereist.— Die Hypothekenbank, deren Chef Walowski ist, wird nächstens bestätigt werden und wahrscheinlich vor dem 15. August noch ins Leben treten.— Der Marquis von Pastoret hat seine Entlassung als Administrator der Güter des Grafen Chambord eingereicht.— Nach einem Berichte des Moniteur sind die Unruhen in Algerien beinahe erstickt. Der junge Mürat hat sich dabei ausgezeichnet.— Der Handelsbericht der Presse sagt, die Geschäfte seien seit einiger Zeit schlaff, in der letzten Woche aber geringer als je gewesen!— Lamartine hält sich auf seinem Schlosse Saint=Point in Burgund auf.— Paul Delaroche ist zu Wien angelangt, um sein Bild„der Tod Marie Antoinettens“ auszustellen.— Die Börse ist sehr gestiegen. Paris,(Dienstag) 6. Juli, 7 Uhr Abend. Einem sehr glaubwürdigen Gerüchte zufolge steht eine Veränderung des Ministeriums nabe bevor; auch sollen Veränderungen im dirlomatischen Corps und dem Staatsrathe vor sich gehen.(T. D. d. C. Z.) Großbrikannten.— Lendon, 5. Juli. Außer den Newyorker Nachrichten, welche ich Ihnen beilege, und der Stockporter Aufruhr=Untersuchung sind nur die Wahlversammlungen, welche die Presse und dao Publikum hier vorzugsweise beschäftigen. Die Ernennung des General Scott zum Whig=Candicaten macht den Sieg des General Pierce immer noch wahrscheinlicher. Wir werden jetzt sehr interessanten und spannenden Wahlagitationen entgegenzusehen haden. Sind die englischen vollendet, so kommen die amerikanischen.— Die Untersuchung über die Unruhen in Stockport(einer Stadt von 50,000 Einwohnern bei Manchester) hat noch k.ine weitere Aufklärung zu Tage gebracht, als welche zuerst berichtet. Die Geschichte sing, wie schon bemerkt, mit einem Engländer und einem Irländer an, denen sich dann auf beiden Seiten Andere zugesellten. Die Gassenjungen trugen nicht wenig dazu bei, den Skandal zu vermehren und da nur 14 Polizeidiener in der Stadt waren, die 14,000 Irländer zählte, so konnten sie dem Umsichgreifen des Tumultes keinen Einhalt thun. Bis jetzt scheinen indessen die Engländer die Schuldigeren. Hier haben die Wabloperationen begonnen. Alle vier Candidaten und unter ihnen Rothschild werden wieder gewählt werden, obgleich dieser seinen Sitz noch nicht einnehmen konnte.— Um Ihnen indessen ein Bild zu geben, wie es immer noch bei den Wahlversammlungen zugeht, bei denen die faulen Aepfel und Eier so verschwenderisch vertheilt werden, so will ich Ihnen eine kleine Probe mittheilen. Am letzten Freitag präsentirten sich Sir James Graham und Fersugon als liberale Candidaten in Carlisle. Als Graham auftrat, wurde er von der einen Seite mit warmem Beifall, von der anderen mit„Groans“ und Pfeifen begrüßt, und mit dem Geschrei„der Italiener“,„die zwei Brüder“ u. s. w. Graham begann:„Wähler von Carlisle und Gentlemen(Lärm, Grunzen undBeifallruf), wenn ich vernommen werden kann(anhaltende Unterbrechung)— Gentlemen, ist es Ihre Absicht(erneuerter Tumult und Geschrei:„Herunter, herunter“, welcher den Redner veranlaßte, eine Pause zu machen. Sir James versuchte wieder zu sprechen, aber er konnte sich kein Gebör verschaffen) Gentlemen, ich hoffe, Sie werden die Güte haben(Grunzen und Percats), Gentlemen(wiederhelte Unterbreaung und Grunzen, welches die Freunde Sir James nicht zu beachten rathen und ihn auffordern, in der Rede fortzufahren)— Gentlemen(fortgesetztes Toben), ist es Ihre Absicht, mir Gehör zu schenken oder nicht?(lautes Geschrei der Mißbilligung, welches aber endlich vom Beifallsgeschret übertäubt wird) — Gentlemen, noch nie kam ich bis heute vor eine Versammlung meiner Landsleute, welche nicht willig mir Gebör schenkte bei einer solchen Gelegenheit.(Getöse);— wenn Sie die Güte haben wollten, einen kurzen Augenblick stille zu sein(Beifall und Tumult) und ich wiederhole, daß ich noch nie(hört, bört) eine Versammlung meiner Landsleute(hört, hört, Gelächter, Aufruhr).— Ich wäre heute nicht erschienen, wenn nicht die Einladung einer Majorität der Wähler dieser Stadt mich bewogen hätte(hier erfolgte eine so arge Störung, daß die Polizei sich einmischte und Einige an die Luft setzte) u. s. w. Das Grunzen und Pfeifen dauerte aber dennoch fort; allein der Candidat hatte größere Geduld als seine Gegner und die Ermüdung der Letzteren gestattete ihm endlich noch einstündige Rede. Der Berliner Correspondent der Times erwähnt auch unsere neuliche Bemerkung, daß das preuß. Papiergeld höher, als der Nennwerth stebt.— In Liverpool hat sich eine Dampfschifffahrtsgesellschaft nach der Westküste Afrikas gebildet. Sie wird mit 14 Dampfern beginnen die eine Strecke von 9,500 engl. Meilen zu befahren haben.— Die Statistik von Manchester im verflossenen Halbjahre ergiebt im Vergleich mit derselben Zeit des verflossenen Jahres einen Zumachs der Ausfuhr an einfachen Calicos von 13,000,000 Yards; von Leigen 1,000,000; eine Abnahme der Ausfuhr in Garnen von 2,000,000 Pf., in gedruckten und gefärbten Calicos von 18,000,000 Yards, im Spitzengaze von 15,000,000; i Wollenwaaten von 170,000 Pf. St. Wäbrend Italien und die Türkei 5 Mill. Pf. Garn mehr, als im letzten Jahre mehr genommen, baben der Zollverein Belgien und Holland 7 Mill. weniger. In den Artikeln, in welchen die Ausfahr abgenemmen hat, concurrirt der Zollverein. Daraus dürfte man doch auf ein Emporkommen des Letzteren schließen. * Amerira.— Unsere Vermuthung, daß der jetzige Präsident Fillmore, welcher wieder wählbar ist, da er nur als Vicepräsident in das Amt des verstorbenen Präsidenten Taylor nachgerückt war, von der National=Convention des Whigs zu Baltimore zum Candidaten für dir Präsidentschaft der Union gewählt werden würde, bat sich doch nicht bestätigt. General Winfield Scott aus Neujersen, ist zum Präsidenten und William A. Grabam von Nordcarelina zum Viceprälidenten den Bürgern der Vereinigten Stactei von dem Whig Conclave vorgeschlagen worden. Diese Nachricht hat, nach einer telegr. Dep. der Times, das kgl. Postdampfschiff„Amerika“, welches am 23. Juni Besten verließ und Nachrichten bis zum 22ten aus Newyork, am verflossenen Sonntage nach Liverpool gebracht.— In Newyork schwebte ein interessanter Auslieferungsfall. Der Brittische Consul daselbst hatte nämlich die Auslieferung von Thomas Kaine, als einem verurtheilten Verbrecher verlangt. Derselbe war aus Australien entkommen.— In Boston sind Bankrutte ausgebrochen.— Nachrichten aus Panama vom 3. melden, daß General Flores immer noch in Puna(Ecuador) weilt. Er hat 9 Schiffe und hinlängliche Geldmittel und erwartete nur noch einen Hülfsdampfer, um den Angriff zu beginnen. In einem Briefe aus Honduras bestätigt es sich, daß die Einwohner von Ruatan(einer Insel im merikanischen Meerbusen nicht weit von jenem Staate Centralamerikas) den Schutz von Honduras gegen die„brittischen Autoritäten angerufen haben. Große Unordnung herrschte. Ein Mißvernehmen hat in Niederkaltfornien in San Jose zwischen den merikanischen Behörden und einem englischen Schiffskapitän statt gefunden, welches aus der Wegnahme von Waaren entsprang, die brittischen Unterthanen gehörten.— Am 2. v. M. kam ein englischer Dampfer in San Juan an mit der Bestätigung von dessen Unabhängigkeit von Seiten Großbritanniens und Nordamerikas. Havannah, 14. Juni. Zuckermarkt sehr belebt. Newyork, 22. Juni. Geldmarkt unverändert. Wechsel auf London 110—110 ½, Paris 5 16½— 5 15, Amsterdam 40 ⅞ — 41.— Die Baumwollenpreise sind gestiegen. Börsen=Course der Staatspapiere und Actien. Berlin, den 5. Juli. Berlin, 5. Juli. Die Börse war heute weniger günstiger Stimmung und die Actien=Course meist eiwas niedtiger, nur DüsseldorfElberfelder wurden höher bezahlt. Preußische und ausländische Fonds höher bezahlt. Geldcours. Köln, den 5. Juli 1852. Berlin, den 5. Juli. Weizen loco 53—58 Thlr. Roggen loce 38½—42 Thlr., eine Ladung 82psd. zu 38½ Thlr. verk., per Juli 37½ a 35 a 37¼ Thlr. verk., 38 a 37¾ Br., per Juli=August 37 a M2g Thlr. bez., 37½ a ½ Br., 37 G., per Sept.= Okt. 36½ Thlr. verk., Br. u. G. Gerste, große, 34—36 Thlr. Hafer loco 24—25 Thlr. Erbsen 42—46 Thlr. Oelsaaten ohne Handel. Ruböl per Juli 10 Thlr. Br., 9 7/8 G., per Juli=August dito., per August=September 10% Thlr. Br., 10% a 1/8 G., per Sept.= Oktober 10 7/12 Thir. Br., 10½ verk. u. G., per Oktober=November 10½ Thir. Br., 10 1/12 G., per November=Dezember 10 3/ Thlr. Br., 10⅝ G. Leinöl loco 11½ Thlr., per Lieserung 11½—11 ½ Thlr. Spiritus loco ohne Faß 20½ Thlr. bez. mit Faß in geaichten Rumstücken 19½ Thlr. bez., Juli 18½ a 19¼ a19 Thlr. verk., 19¼ Br., 19 G. Juli=August 18¼ u 19 Thlr. bez., 19 Br., 18¼ G. August=September 18½ a ½ Tol. bez., 18¾ a ½ Br., 18½ G. September=Oktoder 18 Thl. verk., Br. u. G. Okteber=November 17½ Thir. verk., u. Br., 17 H. Geschäftsverkehr beschränkt. Weizen unverändert still. Roggen fester und etwas hober bezahlt, schließt wieder maiter. Rüböl gut bihauptet. Spiritus ehne wesentliche Aenderung. Rotterdam, den 3. Juli. In Kassee ist diese Woche wenig gemacht, doch blieben Preise fest. Gut ord. Java ist nicht unter 26 cs. zu kausen, ord. Sorten mit Steinchen wurden zu 26 cs. abgegeben. Won Thee wurden die in vorgestriger Auction ausgehaltenen 14 Loose Seuchon Nr. 118 zu 65 cs. aus der Hand begeben. Tabak still. In Zucker wegen der am 8. d. bevorstehenden Auktien kein UmAmsterdam, den 3. Juli.(Aus der Independanee beige) Kassee unverändert, aber gut preishaltend, gut Java ist in Loosen nicht unter 26 ½ cs. zu kaufen. Tadak sind diese Weche 215 Sur. Demingo und 35 F. Marvland begeben, dagegen 813 F. Marpland und 55 F. Birgini eingenesten. Robrucker ehne Umsasz, für raffiairte gute Frage, bei den aufs Neue höhern Ferdrrungen der Inhaber aber kein Abschluß zu melden. Gewurze steigene, da der Consum deis zunimmt. Vem 1. Juli 1851 bis 1. Juli 1852 wurden 2000 F. Muscat Nüsse versandt, 500 Faß mehr als im entsprechenden Zeitraum des vorigen Jahres. Beste Sorte wurde bereits mit 177 cs. bezahlt und wird selbst höber gebalten. Blütde C. u. D. 155 u 158 es. Pfesser in schweren Ballen 20 à 21 es. in, leichten 22 a 23 cs. Reie bleibt gedrückt. Korintben haben wegen den ungünstigen Ernteaussichten etwas angezegen und haben Spekulanten namentlich in Londen bedeutend gekauft. Schwimmend bezahlte man Zant. fl. 12, Patras fl. 10, auch jährige sanden ebenfalls zu guten Prrisen mehr Begebr. Rosinen auch fester, neue Smirna fl. 7 3/ a 8, Samos fl. 6, jähr. dto. fl. 5¼ Inländ. geld Wachs fl. 85. Arrac und Rum unverändert. Java Indigo in Folge der sehr ungünstigen Berichte über die Ernte=Aussichten in engl. Ostindien zu festen Preisen sehr gesucht. Man erwactet von der Londoner Auktion einen sehr festen Ablauf, was auf unsern Platz gewiß zurückwirken wird. Farbbölzer meist ohne alle Aenderung. Laguna Camreche fl. 4 ½. Krapp wegen der allgemeinen Klage über den Stand der Felder sehr fest. Terpentinöl etwas niedriger zu kaufen. Talg fest, in erster Hand ist man sehr zurückbaltend, in zweiter sordert man für gelb. Petersburger fl. 24. In sudamerikan. Häuten geht wenig um, dessen ungeachtet sind schöne Sortirungen nach Anleitung anderer Märkte eiwas höber gegan. gen, leichte estind. Rinderselle räumen rasch bei, schwere dagegen ohne Nehmer. Die Auktion am 7. ds. wird über den weitern Verlauf der Stimmung entscheiden. Inländ. ges. Kubselle still, getr. leichte zum Esport genommen, schwere zu niedrig limitirt. Pferdeselle still. In Metallen ist außer den Verkauf von 500 Bl. Bauca=Zinn zu fl. 51, zu welchem Preis noch am Markt bleibt, nichts zu melden. Liverpool, den 2. Juli. Die starken Zufuhren und günstigen Ernteberichte haben drückend auf das Baumwollengeschäft gewirkt und sind Preise ½ a ½ niedriger als heute vor 8 Tagen. Glasgow, den 2. Juli. Seit 8 Tagen haben Spekulanten starke Ankäufe in schottischem Reheisen gemacht und sind Preise derselben beträchtlich gestiegen. Marktbericht. Poverborn, den 7. Juli. Weizen(der preuß. Schissel 2 Thir 17 Sar. Roggen 2 Thle. 2 Sar. Gerste 1 Thl. 23 Sg. Haser Thl. 29 S. Kartosseln 1 Thl. 18 S. Erbsen— Thl.— So. Linsen 2 Thir. 20 Sgr. Bohnen, 2 Thir. 8 Sgr. Butter a Psd. 5 Sgi. 6 Pi. Heu pr. Ctr. à 110 Psund 20 Sgr. Strob, vr. Schock a 1200 K 5 Thlr.— Sor. Ps. Neuß, den 6. Juli. Weizen nach Qualität 2 Thlr. 14 Sgr. bis 2 Thir. 18 Sg. Roggen 1 Thir. 27. Sg. bis 2 Thl. 1 Sg. Wintergerste 1 Thlr. 15 Sg. Som.= 1 Thir. 15 Sg., Buchweizen 1 Thl. 22 Sar. Haser 1 Thlr. 2 Sgr. Erbsen 2 Thlr. 6 Sa. Rübsaamen 3 Thl. 10 Sgr. Kartoffeln 1 Thlr. 3 Sgr. Heu vr. Cnr.— Ther. 20 Sar. Stroh v. Schock 4 Thlr. 5 Sar. Ein Schwarzbrod von 13 Pfd. 8 Sgr. 8 Pf. Neutz, den 6. Juli. Kleiner Samen 3 Thlr. 7 Sa. Rüböl per Ohm 282 Pfd. ohne Faß 29 Thlr. 7½ Sgr. dito per Mai— Th.. dito der Oktober 30 Thlr. 22½ Sar. Leinöl per Ohm— Thlr.— Sar. Rübkuchen per 1000 Stück Stampf 32 Thl. Preßkuchen, per 2000 Pfund 27 Thlr. Leinkuchen v. 2000 Pfund 56 Thlr. Branntwein, per Ohm zu 123 Quart zu 47%(ohneMaklergeld) 15 Thir.— Sgr. Gerenigtes Oel 30% Tblr. Personal=Chronik. Dem Gerichts=Assessor Henrici ist Behufs seines Uebertritts zur Verwaltung die erbetene Entlassung aus dem Justiz=Dienste ertheilt worden. Der Referendarius Aulike ist vom Appellatieus= gericht zu Münster nach Paderborn und der Auskultater Klives an das Apellationsgericht zu Münster versetzt. Die Auskultateren Consbruch, Meyer und Scheid sind zu Referendarien ernannt. Die Rechts=Kandidaten Eduard Ludwig Kenrad Schrader aus Bielefeld, Friederich Dedie aus Korvey, Feidinan Müller aus Lübbecke und Otto Süs aus Haddenhausen sind als Auskuliatoren zugelassen. Der bisher bei der Gerichts=Kommission zu Niehem in Funktion gestandene Bote und Erekutor Gille ist in gleicher Eigenschaft an das Kreisgerichts=Kollegium nach Hörter versetzt. Provinzial=Zeitung. 6. Juli. Gestern hat das Schwurgericht seine Sitzungen wieder begonnen. Es sind bis jetzt nur unerhebliche Diebstahlsfälle vorgekommen. Sollten interessante Fälle vorkommen, so werden wir ausführlicher berichten, außerdem eine summarische Uebersicht uns vorbehaltend. [*] Vom Ge#twege, 4. Juli. Ihnen ist lange nicht aus unserer Gegend von jenem alten historischen Wege berichtet worden, den einst die Römer auf ihren Eroberungszügen durch das Dickicht der westfälischen Urwaldungen schufen und dessen Gegend der Volkssage nach, einst wiederum der Schauplatz sein soll, no ie Völter des Westens mit denen des Ostens zusammentreffen und die letzte entscheidende Schlacht um Sieg und Macht schlagen werden Obgleich augenblicklich hier wie allenthalben eine allgemeine Lethargie ihre schützenden Fittiche über uns ausbreitet und gewiß eben von keinem welthistorischen Ereigniß zu melden ist, soll dennoch unsere Gegend in der Westf. Zeitung nicht ganz unvertreten sein. Nicht daß wir von einer neuen Auflage von„Vorgeschichten“ über die Schlacht am Birkenbaum, oder sonst etwas Außergewöhnliches zu melden hätten; wohl aber können wir berichten, daß augenblicklich die Fluren des Hellweges mit ihren wogenden Getreideteldern einen wahrhaft schönen und wohlthuenden Anblick gewähren und aus Rücksicht gegen dieselben mag vielleicht die Weltgeschichte mit der verbeerenden Schlacht am Birkenbaum zögern, welche überhaupt, wenn sie je geschlagen werden sollte, doch wohl einer späteren Zeit aufbewahrt zu bleiben scheint. Roggen and namentlich Weizen steben in herrlicher Fülle, nur in der Gegend nach Soest hin wird etwas über Fraß geklagt; eben so gut sieht es mit allen andern Getreite, arten und mit den Kartoffeln aus, welche letztere ebenfalls in die sem Jahre einen sehr reichlichen Ertrag versprechen. Zwar wird schon hin und wieder von Kartoffelkrankheit gesprichen, allein d.e Klagen hierüber sind zu vereinzelt, und man ist dieselben seit mebreren Jahren von ängstlichen Gemüthern zu gewohnt geworden, um Befürchtungen Raum geben zu können.— Auch auf den Dörfern fängt man hier allenthalben an,„Rindviehsterbekassen“ zu gründen, eine sehr löbliche Sache, besonders für die ärmere Volksklasse, da man für den jährlichen Beitrag von einigen Groschen den etwaigen durch Krankheit berbeigeführten Verlust des Viehes ersetzt erhält.— Wir leben jetzt so recht in der Zeit der Schützenseste, welche auf den Dörfern wie in den Städten mit einer wahren Manie gefeiert werden und ohne welche der Westfale nun einmal nicht gut leben kann. Am bewegtesten sieht es aber augenblicklich in Werl aus wo wieder die Schaaren der Pilger von nah und fern sich zu der alljährlich am Tage Mariä Heimsuchung statt findenden großen Prozession zu sammeln beginnen. Obgleich Werl jetzt so recht das günstige Terrain für Vereine ist; denn wir haben da einen Mäßigkeitsverein, einen katholischen Verein, einen Tertiarier=Verein, eine Sodalität und Gott weiß was sonst noch für Vereine, bietet dasselbe doch durchaus kein recht erfreuliches Bild der Cinigung dar, und besonders ist es der dasige Schützenverein, in welchen die Görtin der Zwietracht die Fackel des Haders geworfen hat. Seit der im vorigen Jahr in Werl abgebaltenen Mission eiferte der Ortspfarter und besonders die das dortige Klester restaurirenden Franziskanerpatres sehr gegen die Feier dieses Festes an einem Sonntage. In Folge dessen ist ein Theil der Schützenmitglieder für, der andere gegen die Feier am Sonntage. Endlich drang die Majorität der Mitglieder mit dem Beschlusse durch, daß dasselbe auch am Sonntag gefeiert werden müsse, weil an diesem Tage eine größere Theilnahme und der meiste Besuch von Außen zu erwarten, andernfalls aber das Fest verfallen würde. Kaum haite man dieses Hineerniß überwunden, als ein neuer Stein des Anstoßes zwischen die Gemüther geschleudert wurde. Nach althergebrachter Sitte nimmt das Fest mit einem in der Pfarrkirche abzuhaltenden seierlichen Hochamte, welches von dem Verein bezahlt wird, seinen Anfang. Tiotzdem verweigert der Pfarrer die Abhaltung dieses Hochamtes, ob darum, daß dei Schützenverein sich so unfolgsam erwies oder aus andern Gründen ist uns unbekannt. Ein Theil der Mitglieder will nun ohne vorhergegangenen Gottesdienst das Fest nicht mitfeiern, ein anderer Thail will den Pfarrer zur Abhaltung des Hochamtes durch Einbringung einer Beschwerde an die bischöfliche Behörde zwingen, wovon sie aber wahrscheinlich obendrein mit einem scharfen Verweise abgefertigt werden dürfte; ein dritter Theil endlich ist der eventuellen Ansicht, man solle, da es nun einmal nicht anders sei, versuchen, ob das Fest nicht ohne vorheriges Hochamt gefeiert werden könne; es möge vielleicht Gott wohlgefälliger sein, wenn die 10 oder 11 Thlr. für die Messe den Ortsarmen geschenkt würden. Aber kurz, Einigung ist nicht da, und überhaupt scheint ein eigener Unstern über diesem Fest zu walien. Vor etwa 27 Jahren endete es unter einer gewaltigen Keilerei, veranlaßt durch die Frage: ob auch Israeliten Zutritt haben sollten! Nach langjähriger Ruhe erstand es 1848 und nach 3jährigem Bestehen ist seine Eristenz schon wieder beeroht. Ob das Fest nun geseiert wird, oder ob es wie so vieles andere unter dem Unsinn und den Thorheien unserer Zeit zu Grunde geht, das werden wir vielleicht ein ander Mal berichten. Hamm, 6. Juli. Das Lehrer=Perfonal des hiesigen Gymnasiums hat iu jungst verflossener Zeit Zuwachs erhalten, so daß es gegenwärtig aus 7 Lehrern und 1 Hulfslehrer besteht; dagegen fluktuirt die Schülerzahl seit mehreren Jahren zwischen 120 u. 124. Durch Berufung des siebenten Lebrers hat das Schulgeld, zur Besoldung desselben, erhöht werden müssen; ob die Zahlenden damit einverstanden sind oder nicht, dieser Frage wird eine andere gegenüber gestellt: ob nehmlich, während die Gebälter der übrigen, sehr tuchtigen Gymnasial=Lehrer, mit geringen Ausnahmen unverändert geblieben, das, vor und nach um mehrere 100 Thalern erhöhte, jetzt 1100 Thaler, früher nur 6 bis 800 Thaler betragende Gehalt des Dircktors, welcher zugleich Mitglied des Curatoriums ist, zu dessen Leistungen im Verhältniß stehe. Wenn wir diesem Manne unser Mitleid und unsere Theilnahme hinsichtlich seiner angegriffeneu, ihn bisweilen wochenlang zur Wahrnehmung seiner schulamtlichen Funktionen unfähig machenden Gesundheit auf der einen Seite nicht versagen, so kann doch aus der andern Seite der Wunsch nicht als unbegründet und ungerechtfertigt erscheinen, daß sich an der Sritze einer höheren Lehranstalt wie die hie sige, eine kräftigere, nicht allein willens= sondern auch thatkräftig in den Gymnasial=Unterricht eingreisende, gesundere Persönic keit befinden möge. Ein solcher, sine ira et studio ausgesprochener Wunsch, ist nicht blos subjektiv, sondern er findet sein Echo bei dem intelligenten Theil der Stadtbewohner. Die unregelmäßige Zahlung der Gehälter an die Lehrer darf bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt bleiben, welchem durch Bildung eines eisernen Bestandes leicht abgeholfen werden könnte, kamit Lehrer und Rendant nicht erst auf den Eingang der Revenüen zum Gymnasialfond zu warten nothig haben. Ein solcher Bestand kann allenfalls durch Belegung bei der Sparkasse, unter Vorbebalt kürzerer Kündigungsfrist, rentabel gemacht werden.— Das hier gegründete, oder vielmehr aus der Rheinprovinz übergesiedelte Institm des Fräuleins Weinhagen, zur Ausbildung junger Mädchen unter 16 Jahren in denjenigen Wissenschaften, welche sie später zum Verkehr in den höberen gesellschaftlichen Regionen befäbigen sollen, erfreut sich der lebendigsten Theilnahme sowohl des hiesigen, wie des auswärtigen Publikums. In der Wahl der Lehrer und Lehrerinnen ist mut anerkennenswerther Sorgsalt verfahren; Lehrplan und Unterrichtsstunden sind passend eingerichtet; die Beaussichtigung der jungen Elevinnen wird zweckmäßig, musterhaft, geführt, und läßt nichts zu wünschen übrig. Es kann daber nicht fehlen, daß mit der Zeit diese vortreffliche weibliche Erziehungsund Büdungs=Anstalt sich nech größerer Theilnahme und Frequenz erfreuen wird. In dem Haupt= und Nebengebäude der vormals Steuer=Empfänger Lategabaschen Besitzung wird eine Destillation in größerem Maasstabe, und in einem neu errichteten Geläude vor dem Ostenthore eine Farbewaaren=Fabrik zur Gewinnung von Blaustein und Salzburger Vitriol etablirt. Die überaus günstige Situation der Stadt, als Knotenpunkt der Eisenbabnen nach Cöln, Minden, Cassel und Münster, wird, woran nicht zu zweiseln, zu ineustriellen Etaolisscments aufmuntern. Der zur Ausführung von Baulen geeigneten Plätze zwischen der Stadt und dem Bahnhofe werden immer weniger. Die[ Ruthe solchen Terrains ist bereite mit 13 Thaler bezahlt.— Vor kurzem wurde ein Handlungsdiener, ein sehr frommer junger Herr, als Zeuge gerichtlich vernommen. Als der Richter ihn zur Bekräftigung seiner Aussagen durch den Eid aufforderte, weigerte er dessen Ableistung, indem er sich auf den bekannten Bibelspruch bezog. Der Richter war jedoch anderer Meinung, und da jener bei seiner Weigerung beharrte, so ließ er den frommen Herrn so lange cinsperren, bis er, mürbe geworden, sich nach einigen Togen unfreiwilliger Bedenkzeit zur Eidesleistung bequemte. Er wird nun zur Sekte der Mennoniten übertreten, wie verlautet.— Der Einfluß der Zeitungssteuer hat sich auch auf die Abonnentenzahl der Cölnischen Zeitung in der Weise bemerklich gemacht, daß solche hier von 65 auf 50 geschmolzen. Die Cexumugalstener=Beiträge werden bier nach dem Einkommen abgemessen, so daß die Staatsbeamten nur mit der Hälfte desselben conkurriren. Unter Berufung auf den§ 65 des All.=L.=R. Tbl. 2 Tit. 12 Seitens der Gymnasial=, und auf die Verfassungs. Urkunde Seitens der Elementar=Lehrer, reklamirten dieselben gegen die Nichtgleichstellung mit den Staatsbeamten hinsichtlich der von ihnen zu zahlenden Communalsteuer. Obgleich sie auf ihre Reklamationen nicht beschieden worden, hat der Magistrat einstweiten pro 1851 und 1852 doch die Hälfte der Beiträge absetzen lassen.— [Landwirtbschaftliches.] Ein k. k. österr. Offizier hat eine Dampf=Rajolmaschine erfunden. Diese Grabe=Maschine soll die Anwendung der Spatencultur im Großen gestatten und zwar soll diese Arbeit bedeutend billiger kommen als mittelst des gewöhnlichen Pflügens. Das Direktorium des Leipziger Nationalvereines macht l. kannt, daß die Herausstellungskosten einer Maschine je nach ihrer Größe 1000 bis 2000 fl. betragen, daß man aber damit täglich 3 Strich Feldes 12 Fuß tief graben könne mit einem Aufwande von 15 Ctr. Steinkohlen. Verantwortlicher Redakteur: W. Crüwell in Paderbern. Bekanntmachung. Dem Schäfer Johann Botde aus Dringenberg, welcher 2 Säcke Mittelwolle 147 Knöpfe zum Gewichte von 1822 Pf. auf das biesige Woll=Lager gebracht hat, ist der über vorgenanntes Woll=Quanium sprechende Lagerschein Nr. 272 abbanden gekommen. Zur Verbütung eines Mißbrauchs bringe ich dies zur Kenntniß des Publikums. Paderborn, den 6. Juli 1852. Der Bürgermeister v. u. Zur Mühlen. Paderborner Schützenfest. Zu dem in meinem Zelte bei gutem Wein und ausgewählter Musik stattfindenden Königs=Essen erlaube mir einzuladen. Fahrenkämper. Bei, schönem Sommere Wetter ist im Laufe dieses jeden Sonntag Gartenmusik, und bei binreichender Theilnahme Ball, wozu Unterzeichneter ergebenst einladet. Neuenbeerse, im Mai 1852. Ferd. Kasefang. In meinem Verlage ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen vorräthig, in Paderborn bei I. Wesener und W. Crüwell, in Soest bei A. L. Ritter: Leuthen, von C. J. Scherenberg. Zweite Auflage. gr. 8. eleg. geb. 25 Sgr. eleg. geb. 1 Thlr. 10 Sgr. Prachtband 1 Thlr. 15 Sgr. Der Dichter von„Waterloo“ veröffentlicht hier als einen Vorläufer seines Evos Friedrich II. den sechsten Gesang desselben als ein selbstständiges in sich abgerundetes Gedicht. Die erste Auflage war schon wenige Tage nach dem Erscheinen vergriffen. Berlin, im Mai 1852. Franz Duncker, W. Bessers Verlagehandlung. Illustrirte Dorfbarbier von Ferdinand Stolle, der gemütbliche Bursche der jede Woche seinen Kunden ein frobes Stündchen bereitet, wird auch im nächsten Quariale fortfabren, sich von seinem Weinlaubenumrankten Ferister aus die Dinge mit anzusehen, welcbe die sündige Menschbeit vornimmt. Breetenborn und Nudlich— glücklicher als mancher Minister— behaupten ihre Stellung, wabrend Rummel und Zwiefel „ihren Verlauf nehmen.“ So heff' ich, wird sich die Sache auch im neuen Quartale machen. Grimma, im Juni 1852. Der Illustrirte Dorfbarbier. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues, das 3. Quartal. Nach wie vor erscheint der Illustrirte Dorfbarbier regelmäßig jede Woche mit komischen Illustrationen und Zeitbildern zu dem enorm billigen Preis von 10 Ngr. pro Quartal, welcher auch in Preußen, trotz des neuen Stempelgesetzes keinen Aufschlag erleidet, indem der Jullstr. Dorfbarbier ersterem nicht unterworfen ist. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Abonnements an, roch bitten wir bei etwaigen Bestellungen ausdrücklich den„Illustrirten Dorfbarbier von Ferd. Stolle“ zu verlangen. Leipzig, im Juni 1852. Erpedition des Illustrirten Dorfbarbier. (Ernst Keil.) Gesuch. Ein Litbograph, der besonders als Zeichner und namentlich im Gravirfache tüchtig ist, findet ein dauerndes Engagement und kann sofort bei Unterzeichneten eintreten. Muster seiner Leistungen hätte derselbe einzureichen und sich durch Atteste über seine Solidität ausuweisen. Hülswitt& Bütgenbach, II. 2. in Münster. Wichtig für Prust- u. Lungenkranke. Bewei daß die Lungenschwindsucht heilbar! Durch Anwendung eiues neuen Heilverfahrens. Vielfach erprobt aegen acute, sowiechronische Ra tarrhe,— bei erblicher Anlage zur Lungenschwindsucht, Blutspucken und den ersten Stadien der tuberculösen Lungenschwindsucht. Von Dr. med. Jul. Lobethal, prakt. Arzt zu Breslau. Preis: 7½ Nar. 27 Kr. Fünfte verb. Aufl. Motto: Der wahre Zweck des Arztes ist Heilen. Bekanntmachung. Aus dem Nachlasse der am 17. Januar 1850 gesterbenen verwittweten Frau Assesserin von Rohr, Maria Anna, geborene Boner, dierselbst, ist der Ebegattin des Landratdes Caris, Maria, geborene Theissing, welche früber zu Wien ihr Domicil datte, ein Erbtbeil im Betrage von 913 Thlr. 9 Sgr. 4 Pf., der in unserm Depesite berubi, zugefallen. Da eeien gegenwärtiger Aufenthalt bieher nicht bat ermitielt werden können, so werden der Vorschrift §. 465 Tit. 9. Tdl. I. des Allgem. Landrechte gemäß dieselbe ooer deren Ebegatte und eiwa deren Erben aufgefordert, sich bei der unterzeichneten Stelle zu melden, und den Umständen nach zum Empfange der Summe zu leginmiren Münster, 22. Juni 1852. Königl. Kreisgericht, 2. Holzverkauf. Freitag den Oten d. Mts. Vormittags 9 Uhr sollen im Königlichen Unterforste Schwanei im Forsteistrikte Fulmer 69 eichen Bau= und Nutzbolzstämme, 1783 Chfß., öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Schlage. Durbeke, den 5. Juni 1852. Der Oberförster Rintelen. Bei W. Crüwell in Paverboin ist steie vorräthig: Klageformutare auf gutes Conceptpapier p. Buch 5 cgr. Es hat sich kein reueres Heilverfahren gegen die bisher boffnungsloseste Krankbeit solcher bedeutenden Erfolge zu erfreuen gehabt, als das Lobethal'sche. Dieses Schriftchen, dessen Verfasser ebensowohl durch seine praktischen Erfolge am Krankenbett, wie auch durch seine bekannten literarischen Arbeiten sich bereits überall einen sehr guten Namen erworben hat, theilt die bedeutsamsten Kuren, insbesondere in Oestreich, Ungarn, Deutschland uc. mit; möge die Kenntnißnahme desselben dazu beitragen, den Tausenden von Leidenden Gesundheit und neues Leben wiederzugeben. Ein jeder Menschenfreund trage zu dessen allgemeiner Bekanntwerdung nach Kräften bei! Zu beziehen durch die Buchhandlung von W. Crüwell und I. Wesener in Paderborn, in Soest durch A. L. Ritter. Druck und Verlag von Wild. Crüwell in Paderdorn. Obgleich Schutzzollsysten seiner Handels bebung der Ko ses damals sch beispiellos, wer nordamerikanise ebenfalls vor 6 stem übergegang auf 50 Mill. 1 Das Prin der Wissenschaft mit Nacht und Finsterniß und auf weiß mit 3 Himmel aufgestil nige Jahre werd ternationalen Po wiesen worden d rung, durch die minderung der A Wohlstandes babkräftigt, die Kle Man sah das Bi vermindern. Sta Landwirthschaft so außerordentlich zu vermehrt, obgleich gesetze das Gegent jetzt.. Die Landwi Klasse sind, die na statt die Produktio ihre Ernten sich ve * Porur in seinem„ vorzügsweise zu vei den Boden gesteckt hieber gewesen und, Verfahren noch wer gar einseben werden von ihrem eigenen finden, daß ibnen, 1 nufaktur die Concuri Was man auch mag, sie sind einmal meisten Geltung vers ker an Bedeutung zu land und Amerika d## tergrund treten, daß ner und Freibändler *— I n d e r„ T i r o l e r eine ergreisende Schildern thal. Der Naröterberg, Freihutes, war mit seinen en ein Gegenstand banger ten am Melachsbache zerst waren seine Steinablösung deren Jahren und wurden ser es für gerathen hielten, sen. Besenders am 28. Unausgesetzt stürzten diee Thal, welches ganz in Sta tem Umfange machten tburn selten bei ihrem Falle in#a einige sogar bis auf die en flogen. Feisdöcke wälzten si knickten die stärksten Bäume angekommer, fürchterlich in zog an diesem Tage das a Spitze, in die Nähe der Ver etwas gelegt hatten, bemerkt der Berg unterhalb der Spit sessen eder abgerutscht war. Perthaler in Begleitung zwei besichtigen. Sie steigen an Berg hinau, wagten sich an d Kluste und gänzlich anfgeioker sturzfertige Steine dem Gipsel fast b##eistundigen Austrengung abgesessene Bergseite in ihrer mit Riesenbäumen besetzten W Theil gleich einer Dase aus# dehnten Bergmöbdern war fast derer gewannen die Ueberzeugu rettungeles, menn auch nicht a das Thal binabbrechen müsse. mer seine Steinladungenz ganz vu und so werden denn von Tag; Wiesengründe berrutender, auf