Erscheint mit Ausnahme ron Sonn- und hohen Feiertagen täglich. Inserate werden mit 1 Sgr. die Aspaltige Zeile oder deren Raum berechnet. Mittwoch, den 7. Juli 1852. Viertelj. Abonn.-Preis in Paderborn 1 Thlr. 7½ Sgr.; bei allen Postanstalten in Preuss. 1 Thlr 15 Sa; im übrigen Deutschland 1 Thlr. 22½ Sgr. 5r Jahrg. Ueber Hypothekenbanken. VI. 3 Paderborn, 6. Juli. Im vorigen Artikel haben wir ein genaues Bild der Geschäftsführung einer Hypothekenbank gegeben. Sie dient nach zwei Seiten hin als wohlthätige Sparkasse, auf der eineu ihren Gläubigern, indem sie ihnen Gelegenheit giebt, aufgesparte Capitalbeträge sicher und rentbar anzulegen, auf der andern Seite ihren Schuldnern, indem sie die jährlich ersparten kleinen Beträge aufsammelt, sich durch Zinsen vergrößern läßt, bis die Schuld derselben getilgt ist und sie im Stance sind, durch neu aufgeliehene Capitalien ihren Boden von neuem zu verbessern, ihren Betrieb von neuem zu erweitern und mit der mächtigen Hülfe des Capitals ihrer Arbeit einen höhern Grad der Einträglichkeit zu geben. Indem die Hypotbekenbank durch Creirung von Pfandbriefen das Capital von denen, die es erspart haben, rasch zu denen binführt, die es bedürfen; und durch Tilgung von Pfandbriefen das Capital wieder zurückführt und dem Capitalisten zu neuen Verwendungen zur Disposition stellt, vermittelt sie eine rasche und leichte Capitalszirkulation, und verbindert, daß nirgendwo eine Stauung das Capital in die Hände seiner Inhaber zurückoränge und von den Bedürftigen zurückhalte. Solche Stauungen des Cepitalumlaufs bewirken, daß die Capitalisten, welche nicht wissen, wo sie ihre Capitalien rentbar unterbringen, welche ihr Geld sich immer mehr und mehr unbenutzt ansammeln sehen, endlich ungeduldig sich tn übertriebene Spekulationen werfen, und ihre Ungeduld dann in herben Verlusten büßen. Die Capitalstauungen, welche überall, wo dem Capitale die Wege zu den Cewerben und der Landwirthschaft nicht durch einen leichten Creditverkehr geöffnet sind, wo durch Schutzzoll, Beschränkung der Gewerbefreiheit und andere Hemmungen des freien Verkehrs das Capital mißleitet wird, in gewissen Fristen fast regelmäßig wiederkehren, und nach großer Ebbe eine um so höhere Fluth eintreten lassen, sind die Ursachen der veroerblichen Geldkrisen: und indem die Hypotbekenbanken, soweit die Capitalgeschäfte in ihren Wirkungskreis eintreten, den Stauungen des Capitalumlaufs entgegen wirken, tragen sie ein Wesentliches razu bei, jene gewaltsamen Krisen zu verbindern und eine beständige, gleichmäßige Lebendigkeit in dem Capitalverkehr zu erhalten. Der regelmäßige Geschäftsgang einer Hypothekenbank berubt aber hauptsächlich darauf, daß die Schuldner ihren Verbindlichkeiten pünktlich und vollständig nachkommen. Einejede Lässigkeit der Schuldner in der Zahlung ihrer Amortisations= renten bewirkt einen Zinsverlust fur die Hppotbekenbank und macht die Berechnung, worauf das Amortisationsgeschäft berubt, illusorisch. Vor allem wird also eine Hppetbekenbank dafür zu sorgen haben, daß eine Nachlässigkeit des Schuloners in seinen Zablungen nicht eintrete: Als letzte Zuflucht müssten also einer HppothekenK Vermischtes. Mannbeim, 2. Juli. Ein hiesiges Vorkommniß macht viel von sich reden, und man ist auf den Ausgang sehr gespannt. Die Sache ist die; vor etwa 8— 10 Tagen saßen 10— 12 junge Leute bei einem hiesigen Offizier zusammen, um bei einem Nachtessen 2c. einen Namenstag zu feiern. Sie waren frohen Muthes und fangen Lieder und Quartetie zur Guitarre. Die Läden waren wohl geschlossen, aber die Fenster standen der Hitze wegen auf, so daß man den Gesang über den Theaterplatz hinüber hören konnte, was bei unserem Kriegszustande hoch verpönt ist. Um 11 Uhr schickte der Festgeber seinen Burschen in die nahe Restauration, um ctwas Warmes zu Punsch zu bolen und lies die Hausthür offen. Dies benutzte ein Polizeidiener, trat in das Zimmer, und seine ersten Worte waren ohne„guten Abend“ 2c.: was ist denn das für eine Art, daß die Hausthüre auf steht, und dann wird da Spektakel gemacht, das wir uns nicht gefallen zu lassen brauchen; aber ich werde die Kerls gleich herausbringen. Man entgegnete ihm fast nicht und nur Entschuldigungen; als er aber in seiner Grobheit fortzuhr, zog der Offizier seine Uniform an, arretirte den Polizeidiener und führte ihn auf die Hauptwache. Nun zerbricht man sich die Köpfe über den wahrscheinlichen Ausgang dieses Konflikts. Der Polizeidiener ist, seines unanständigen Benehmens wegen allerdings in Schuld und verdient eine Strafe; abr es entsteht die Frage, durfte ein nicht gerade im Dienst beschäftigter Offizier sich gegen die Polizeigewalt auflehnen.— Ein Trauerfall traf auch dieser Toge einen biesigen Bürger. Sein Sohn, der mit einem Mädchen in Worms Bekanntschaft hat, besuchte sie, und wurde, als sie ihn zum Dampfschiffe zurückbegleitete, von zwei Burschen überfallen und von dem einen mit einem Messer derart gestochen, daß er todt auf dem Platze blieb. Heidelberg, 1. Juli. In der Wiederherstellung oder vielmebr Erhaltung unserer Schloßruine wird, seildem der neu angestellte Schloßkastellau vier ist, mit vieler Thätigkeit gearbeitet. Verschürteie oder verfallene Hallen und größere Räume werden sorgfältig gereinigt und möglichst wieder hergestell:. Zu diesen gehört das bank gewisse Zwangsmittel zu Gebote stehen. Im Falle eine Säumniß des Schuldners einträte, würde das nächste sein, daß die Hppothekenbank sich auf Kosten des Schuldners den rückständigen Betrag anderswo borgte, damit sie ihrerseits ihren Verpflichtungen vollständig genügen könnte. Ein weiteres Zwangsmittel wäre die Sequestration, d. b. die Uebernahme der Verwaltung des verpfändeten Grundbesitzes durch die Hypothekenbank, um sich aus dem Ertrage bezahlt zu machen, das letzte wäre die Subhastation. In der Anwendung dieser Zwangsmittel muß indeß eine Hypothekenbank, wenn überhaupt eine regelmäßige Geschäftsführung möglich sein soll, von der Weitläufigkeit der gerichtlichen Formalitäten befreit sein. Diese Befreiung gehört mit unter die Bedingungen, unter welchen die Hypothekenbank Darlehen gewährt, und wenn das Expropriationsverfahren dadurch allerdings rascher wird, so sorgt die gesammte Thätigkeit der Hypothekenbank auf der andern Seite dafür, daß dieses Verfahren zu den seltensten Ausnahmen gehört. Eine Bank, welche voreilig zu diesen Zwangsmitreln griffe, würde rasch seitens der Gläubiger den Credit, seitens der Schuldner die Kundschaft verlieren. Es liegt also in ibrem eigenen Interesse, die äußersten Zwangsmittel nur selten eintreten zu lassen, es wo möglich dahin zu bringen, daß sie nie ihre Zuflucht dazu zu nehmen braucht. Um der Anwendung der Zwangsmittel vorzubeugen, wird eine Hypothenbank um ihres eigenen Vortheils willen darauf sehen, daß der Schuldner immer zahlungsfäbig bleibe. Sie wird daher nur solche Capitalien borgen, welche von dem Grundbesitzer zu einem wirthschaftlichen, rentirenden Zwecke verwandt werden, weil ja sonst der Schuldner nicht im Stande sein würde, aus dem Ertrage des dargeliehenen Capitals die Zins= und Amortisationsrente zu zahlen. Sie wird ferner sorgen, daß der Schuldner seine Wirthschaft in gutem Zustande erhalte, daß er seine Felder nicht aussauge, seinen Viehstand nicht verkommen lasse, daß er seine Häuser immer in gutem baulichen Stande habe, daß er, wenn ein Wald verpfändet ist, Ddenselben forstmäßig benutze, daß er, wenn ein Bergwerk verpfändet ist, dasselbe nicht durch Raubbau entwerthe. Die Hypotbekenbank wird, im Fall der Schuldner sich in seinem Betriebe irgendwie unwirthschaftlich und verschwenderisch beweist, von ihrem Kündigungsrechte Gebrauch machen. Es ist dies ein wohlthätiges Prinzip, ein Prinzip von unabsehbarer Tragweite. Die ganze Gesellschaft hat ein Interesse nicht nur an möglichst reicher Produktion, sondern auch an möglichst vorsichtiger und wirthschaftlicher Ausnutzung des Bodens und des in dem Boden steckenden Capitales, so daß das Bodenkapital nicht nur ausgenutzt, sondern auch für die Zukunft in produktivem Zustande erhalten werde. Dieses Interesse hat die Bergwerks= die Forstpolizei und ein ähnliches Interesse zum Theil die Baupolizei hervorgerufen. Aber alle diese polizeiliche Thätigkeit hat im höchsten Grade unwirthschaftliche Folgen, indem sie durch ihre Controlle, durch ihre sogen. Landhaus in der Nähe des Kellers, in welchem das große Faß liegt. Auch ist gegründete Hoffnung vorhanden, daß unter der Leitung des Bauinspektors Lendorf der schöne und durch seine ganze Anlage sehr merkwürdige Brunnen im Schloßhofe wieder hergestellt wird. Das dazu nöthige Wasser wird durch alte Wasserleitungen gewonnen, welche man erst jetzt wieder aufgefunden hat. Um bei der Aufmerksamkeit, welche man der Schloßruine widmet, auch den mit derselben in Verbindung stehenden Schloßgarten nicht zu versäumen, ist ein sehr tüchtiger Gärtner mit vortheilhaften Bedingungen angestellt wocden. Der Besitzer der Molkenkuranstalt, welche an der Stelle, wo das ganz alte Schloß gestanden, errichtet ist, scheut keine Opfer irgend einer Art, um seiner Anstalt und deren Umgebung alle nur möglichen Anneymlichkeiten zu verschaffen. Um Fremde möglichst vor Uebervortheilungen zu schützen, dürfen nur patentisirte, mit weißen Brustschilden versehene, Lohndiener diese herumführen. — Aus Franzenbad wird dem Schw. Merk. unterm 29 Jun. geschrieben:„Der hiesige Curort ist dermaßen überfüllt, daß kein Unterkommen mehr zu finden ist, und die neu ankommenden Cur Este sich genöthigt sehen, in den benachbarten Dörfern, ja in dem eine Stunde entfernten Eger Unterkommen zu suchen. Bis gestern waren 1000 Parthien m:: 1600 Personen hier angelangt, daunter kein Würtemberger und Badener, ebenson enig eine Seele aus Nassau, dem Großherzogthum Hessen und der preußischen Rheinproviez, was jedenfalls mit den dortigen Bädern zusammenhängt. Die hiesigen Quellen und Bäder sind unstreitig von sehr großer Heilkraft; ganz besonders gilt dieß aber von den Gasund salinischen Eisenmoorbädern, welche nirgends in solcher Trefflichkeit gesunden worden wie hier, und für an Lähmung, Gicht und Rheumatismus Leidende eine saßt zuverlässige Quelle der Gesundheit werden. Wir haben Gelämte hier ankemmen sehen, welche gefahren und getragen weiden mußten, und schon nach 14tägigem Gebrauch der Gas= und Moorbäder konnten sie ohne fremde Hülse gehen. Das zu den Gasbädern verwendete kohlensaure Gas, dem eine geringe Menge Schwefelwasserstoffgas beigemischt ist, strömt aus der Erde. Der salinische Eisenmoor, der bis zu einer Mächtigkeit von 17 Fuß ansteht, besteht außer den erdigen und vegetabischen Theilen aus Säuren, verschiedenen Salzen und etwas Jod, und wird behufs des Badens mit eisen= und kohlensäurebaltigem Wasser gemacht. Dieser Moor ist so Kark salzhaltig, daß er die Haut dis Körpers angreist.“ bureaukratische Weitläufigkeit, durch ihre Reglementirerei die Produktion auf jedem Schritte hemmt, die Capitalien mißleitei und der raschen Capitalsverwahrung im höchsten Grade hinderlich wird. Jede auf die wirthschaftliche Thätigkeit angewandte Zwangsgewalt— und eine solche ist die Polizei— läßt es immer sehr ungewiß, ob ihr Zweck erreicht wird, und bewirkt, wenn dies auch geschieht, auf der andern Seite wirder so vielen Schaden, und ist so kostspielig, raß jene Vortheile doppelt und ereifach wieder aufgehoben werden. Der Bodenkredit setzt, wie wir geseben haben, an die Stelle dieser äußerlichen Zwangsgewalt das eigne Interesse der Creditgeber und der Creditnehmer, er ersetzt die polizeiliche Thätigkeit durch die öconomische Selbstbewegung, er bildet die sicherste Abhülfe gegen büreaukratische Vielschreiberei und Reglementirerei, indem er die Zwecke derselben durch das eigene Juteresse der Betbeiligten vollständiger erfüllen läßt, als es jene äußerlichen Mittel je im Stande gewesen sind. Wir finden in dem belgischen Gesetze über die Gründung von Hppotbesenbanken die Clausel, daß die Creditinstitute die Forstpolizei über Wälder, die ihnen verpfändet sind, vollständig in die Hände nehmen könne. Warum soll nicht bei größerer Ausbildung dieses Zweiges des Bankweseus ein Gleiches mit der Bergwerkspolizei, einem Theile der Baupolizei geschehen können? An die Stelle der polizeilichen Aussicht würde in diesem Falle eine kontraktmäßige Verpflichtung zu einer den Forderungen einer vernünftigen Polizei entsprechenden Bewirthschaftung treten. Es würde uns zu weit führen, wollten wir die weiteren Consequenzen jenes Prinzips ziehen, wollten wir namentlich nachweisen, wie bei einem ausgedehnten Creditspsteme für den Grundbesitz auf das Hypothekenwesen in die Hände der Hopothekenbanken übergeben würde. Aber das erste Erforderniß für eine solche woblthätige Wirksamkeit der Hppothekenbanken ist die freie Conkurrenz unter denselden. Darüber nächstens. Dentschland. * Berlin, 5. Juli. In Trier hat sich Sr. Mas. der König für die Fortsetzung der Eisenbahn von Trier über Luxemburg nach Saarbrücken günstig ausgesprochen. Nach der Saar= und M. Zig. erklärte Sr. Maj. noch der Deputation der Handelskammer aus Luxemburg, welche sich für Erbaltung des Zollvereins ausgesprochen hatte,„daß seine Regierung ihe möglichstes thun werde, sonst aber zu befürchten sei, daß der Zellverein in seiner jetzigen Gestalt nicht zusammengehalten werden könne.“ — In Trier begrüßte der König ven Preußen(wie das „Mainzer Journal“ berichtet) bei der Vorstellung der hoden Collegien vor allen Anderen den Bischof. Nachdem er dann mit den Anwesenden der Reihe nach gesprochen, kehrte er zum Bischofe zurück und erkundigte sich sehr angelegentlich nach dem — Mit dem Blackschen Sicherheits=Apparat, der den Zweck hat, das Springen der Dampfkessel zu verhüten, wurden kürzlich in Londen mehrfache Versuche angestellt. Die auffallendste und gefährlichste Probe wurde in einer Zuckerfabrik abgelegt, und dieselbe hatte gezeigt, wie wichtig und nützlich dieser Apparat im Augenblick der höchsten Gefahr wird. Der Kessel, worauf der Apparat placirt wurde, war ein alter mit zwei unteren Siederöhren, zu fünf Atmesphären Druck concessionirt; nach Plaeirung des Apparats wurde der Kessel auf seinen gewöhnlichen Wasserstand gespeiset, die Feuerung vorgenommen und so lange fortgesetzt, bis die höchste Spannung der Dämpse erreicht war. Der Ingenieur v. Horn, von der unsehlbaren Wirkung des Apparats im Augenblicke der Gefahr überzeugt, stand mit der größten Rube und Geistesgegenwart neden demselben und hielt den Maschinenmeister Vortrag über das Prinziv der Handhabung des Apparats; während dessen singen die Sicherheits=Ventille an, sich mächtig zu beben; dieselben wurden aber beschwert und das Wosser noch mehrene Zou nier bis unter die oberen Feuerzüge eingekocht, so daß eine beträchtliche Fläche des bis dahin leeren Kessels durch das fortwährende Feuern dem Glühendwerden ausgesetzt war; die Gefahr des Springens wurde in jedem Augenblicke immer größer, der Sicherheits=Apparat sing an, stets heißer zu werden, als mit einem Male nachdem das Wisser bis auf die von Orn. v. Horn gewünschte Tiese herabgesunken war, die Metallscheibe im Nu schmolz und sich durch die entstandene Oeffnung ein starker Dampfstrem unter feftigem Getöse antlud; nachdem dieses, nach Belieben, eine Weile gedauert hatte, wurde das Ausströmen des Dampfes durch Schließen des Hahnes gehemmt, der Kessel von Neuem gespeiset, eine neue Metalscheide eingesetzt und dem Apparate seine Funktionen wiedergegeben. — Als jüngst in Innsbruck die Kammer im Hause des im Jahre 1809 se berühmt gewordenen Schützenkemmandanten Joseph Speckdacher in Rinn neu getäfelt wurde, fand man innerhalb des alten Getäfels eine weitläufige Correspondenz der Commandanten verdergen. Es waren Briese von Hofer, Haspinger, Wintersteller, Aschbacher, Roschmann, Sieberer und andern tprolischen Schützennetabilitäten, welche sich sämmtlich auf die damaligen Kriegsereignisse beziehen. Sämmtliche Papiere sind von dem jeßzigen Besitzer des Speckbacher Hofee dim Redakteur der Schützenzeitung zum Geschenk gemacht worden.(T. S. 3.) — Eine Anzahl junger preußische Offiziere werden auch in diesem Jahre auf Staatskosten nach Paris gesandt werden. Der Zweck dieser Sendung ist kein militärischer, odichen derselbe dienstlicher Natur ist. Es wird damit lediglich die Ausbüdung der detreffenden Offiziere zum vollkemmenen Gebrauch der französischen Sprache beabsichtigt. Befinden des beiligen Vaters. Bekanntlich war der Bischof erst wenige Tage zuvor von seiner Reise nach Rom zurückgekehrt und hatte die Aeußerung des Papstes vernommen, daß ihm lein Fürst in Europa lieber sei, ols der König von Preußen. Ein seltsames Lod für einen protestantischen Fürsten!— * Berlin, 5. Juni. Ueber den Stand der Zellkonserenz ist weiter nichts zu melden, als wir gestern bereite berichtet baben. In Betreff der Wiederbelebung des Staatsraths ist, wie das C. B. mittheilt, seitens des Staatsministeriums die über die Eineichtung und Ausbildung dieses Körpers bestehende Gesetzgebung zur Richtschnur genemmen. Neue Festsetzungen über die Vertretung der einzelnen Previnzen in demselben sind nicht zu erwarten. Die Vorschläge über neue Ernennungen für den Staateraths sind zwar von dem Minister=Präsirenten vorbereitet, aber noch nicht von dem StaatsMinisterium beratben. Die„Vossische Zeitung“ will wissen, daß außer der Wiedereinberufung verjenigen Mitglieder, welche dem Staatsratde bis 1848 angehörten, auch die Erneunung vou ungefähr 20 neuen Mitgliedern bevorstede. Bei diesen neuen Ernennungen soll auf die verschiedenen Provinzen des Staats möglichst gleichmäßig Rücksicht genommen werden, wie namentlich auch die Marschälle der acht verschiedenen Provinziallandtage zur Theilnahme an den Berathungen des Staats= raths berufen werden dürften, da es in der Absicht liegt, dem Staatsrath speziell auch die Aufgabe zuzuweisen, bei der Gesetzgebung über die hinreichende Berücksichtigung der provinziellen Rechte und Eigenthümlichkeiten zu wachen, so daß in ihm also zugleich eine Art von Centralorgan für die Provinzial= landtage gegeben sein würde. — Die„V. Ztg.“ meldet: Nachdem der König auf die Verwendung des Kriegsministers von Bonin die Wiederanstellung solcher Offiziere in der preußischen Armee gestattet hat, welche, ohne der damaligen Rückberufungeordre zu folgen, in der schleswig=holsteinischen Armee geblieben waren, und gegen welche sonst keinerlei Beschwerdegrund vorliegt, sollen nunmehr 13 dieser Offiziere bei der jetzt genehmigten Vermebrung des Offizierkorps wirklich wieder angestellt worden sein, und zwar mit dem Datum ihres früberen Patents. Es haben überdem in letzter Zeit mehrere dieser Offiziere eine Anstellung in verschiedenen Branchen des Civildienstes gefunden, vornehmlich im Steuersache und als Polizei=Offizianten. — Der Jahresbericht der Aeltesten der Kaufmannschaft zu Berlin erblickt die Ursache der zunehmenden Bereutung Berlins in der Entwickelung der Kräfte, in der Verbreitung gesunder national=ötonomischer Ansichten. Diese gesunden Ansichten veranlassen die Kaufmannschaft, die Ereignisse freudig zu begrüßen, welche einen„freieren“ Verkehr in Aussicht stellen Consequentermaßen beklagt der Handelsstand jere Beschränkung des Verkehrs, wie sie in den Tarisen der Nachbarländer, in dem Sunczoll und den Elbzöllen liegt.„Die wichtigste Stelle der Berichtes ist unzweifelhaft diejenige über den Zoll auf Roheisen:„Diese Frage,“ heißt es,„tritt als eine der allerbedeutsamsten in den Vordergrund.“ Zur Hebung und Förderung unserer ganzen Inrustrie, vorzüglich der MaschinenFabrikation, so wie der für den Staat so überaus wichtigen Agrieultur und überbaupt zur Belebung des betreffenden Handelszweiges ist die Ermäßigung des bisherigen Eisenzolles als eine nothwendige Bedingung anzusehen. — Wie man dem„C. B.“ versichert, dürste das Ministerium, so lange die gegenwärtige Lage der bezüglichen Verhältnisse keine Veränderung erleidet, zu außerordentlichen Maßregeln in Betreff des fremden Papiergeldes entweder gar nicht oder doch nur in sehr beschränktem Umfange schreiten, ra ce auch nicht an beachtenswertben Stimmen fehlt, welche auf das Bedenkliche solcher Verbote hinweisen und von demselben, sosern die Verdälinisse sie nicht dringend erfordern, abmahnen. Einer Emission von 4 ½ Millionen Nordbohn=Scheinen dürfte freilich der Charatter eines zwingenden Umstandes nicht abzusprechen sein. — Ihre Majestät die Königin trasen am Sonnabend Abend 7 Uhr von Schloß Pillnitz hier eins und begaben sich Allerböchstsich unverzüglich mittelst Extrazuge nach Potsdam. Se. Majestät der König trafen heute früh gegen 3 Uhr, zunächst von Hannover kommend, in Sanssouci ein. Se. Königliche Hoheit der Prinz Albrecht trafen heute früh gegen 4 Uhr mittelst Extrazuges von Hannover hier ein. — Idre Majestät die Kaiserin von Rußland sind gestern mit Sr. Majestät dem Könige in Hannover eingetrossen, ba(München, 23. Juni.) Franz von Paula Grusthuisen, ordentlich Professor der Astrenemie an der hiesigen Universität(dessen am 21. d. erfolgten Tod wir bereits gemeldet), wurde am 19. März 1774 aus dem Schlosse Haltenberg am Lech gevoren und nahm derselde schon im Johre 1788 in der österreichischen Armee als Feld=Cbirurg Dienste an. Im I.(1801) begann derselbe an der Universität Landsbut die Studien der Philosophie und Medizin, promovirte, wurde bald Sterauf(1808) Lehrer der Naturkunde an der laudärztlichen Schule dabier, zog durch seine Vorträge die Aufmerksamkeit des Auslandes auf sich, lehnte aber einen Ruf nach Freiburg, so wie einen andern nach Breslau ab, und wurde endlich im J. 1826 durch König Ludwig zu seiner seitherigen Stelle an der hiesigen Universität derufen. Ihm gebührt die Ehre, zuerst und lange vor Civiale ein Instrument, um den Stein in der Harnblase zu zerdröckeln, angegeben zu baben, und die französische Akademie erkannte ihm dafür späten einen Preis ven 1000 Fr. zu. Ueder Forschungen in der Physiologie hat der Verstordene schätzbare Arbeiten geliefert, sich aber namentlich durch seine philosopbischen und astronomischen Schriften einen großen Ruhm erworden. Das größte Aufseben machten seine angeblichen Entdeckungen vieler deutlicher Spuren von Mendbewohnern, besonders eines kolossalen Kunstgedäudes derselben, die er in Kastners„Archiv= veröffentlichte. Doch zog sich Gruithuisen durch diese Entd.ckungen und seine Witterungsprophezeiungen, die er aus den Souneuflecken folgerte, viele Gegner zu. Gruithuisen hat sich durch seine schätzbaren astronomischen Arbeiten, wenn dieselben auch öfters den Manzel einer scharfen mathemalischen Methede an sich tragen, dech unstreitar eine bleibende Stelle in dieser Wissenschaft erworden. ben daselbst übernachtet und werden heute gegen Abend in Sanssonci erwartet. — Der Minister=Präsident Frhr. v. Manteuffel ist gestern Abend, zunächst von Köln kommend, mit dem Eilzuge bier wieder eingetrossen. — Der Regierungs=Präsirent v. Metternich in Petsdam wird dem Vernehmen nach zum Regierungs=Präsidenten an einer westfälischen Regierung ernannt werden. Könizsberg, 27. Juni. Seit drei Tagen ist unser Stadt der Schauplatz eines Ereignisses, das nicht nur für unsere ganze Provinz von hober Bedeutung, sondern auch außerhalb derselben der Beachtung eines Jeden würdig ist, welcher für die innern Zustände des Vaterlandes allseitiges Interesse begt. Es ist dies eine zum ersten Male veranstaltete General= versammlung aller Mitglieder der vier lanewirthschaftlichen Hauptvereine Ost= und Westpreußens, verbunden mit einer Schaustellung von Thieren, Geräthen und Produkten. Bremen, 5. Juli. Das Verein.= Staaten Post=Dampfschiff Hermann, welches unter der Leitung seines neuen umsichtigen Beseblehabers, Lient. E. Higgins, bereits mehrere ausgezeichnete schnelle Reisen gemacht hat, traf bereits vorgestern Mittag wieder ein, nachdem es Newpork am 19. Juni Nachmittags verlassen, mithin die Reise von Newpork nach der Weser(nach Abzug eines zweistündigen Aufenthalts bei Cowes) in der beispiellos kurzen Zeit von 13½ Tagen gemacht hatte. Es ist dies ein Erfolg, der um so mihr Anerkennung verdient— sowohl was Schiff und Maschine, als den Beseblehaber betrifft— da die Reise von sehr um günstigen Umständen begleitet war und während der ersten Tage verselben ein so anbaltender Nebel berrschie, daß der Capitän nur einmal eine Observation der Sonne nehmen konnte. Aus der Oberlausitz, 27. Juni. Die Allgemeine Zeitung hatte behauptet die Weber der Lausitz müssen bei einem Zerfall des Zellvereins zu Grunde gehen. Dem Dresd. J. gebt nun ein Pretest gegen diese Bebauptung aus dieser Gegeno zu. Es heißt darin: die Leinweber der Lausitz bätten bei einem etwaigen Zerfall des Zollvereins Brodlosigkeit nichts zu fürchten; denn ihr Hauptabsatz sei in Amerika, der ibnen nach wie vor bleibe, da Preußen aus Furcht vor ähnlichen Repressalien gewiß nicht sächfische Leinwand mit hoben Durchfuhrzöllen belegen werde. Ferner habe in letzter Zeit, seit die Lausitzer Weber mehr gemischte Waare geliefert, der Absatz nach dem Orient bedeutend zugenommen und dieser Markt biete später noch einen größern Ersatz. Arolsen. Nacheem jetzt die Verfassungstrage im Fürstentbum Waldea geordnet, wird auc der junge Fürst alsbald die Regierung übernehmen. Ein Besuch desselben an unserm Hofe soll in Kurzem zu erwarten sein. Hambura, 1. Juli. In dieser Woche sind drei leichtsinnige Falliten zu resp. 12=, 9= und 6monatlicher Gesängniß= strafe verurtheilt worden. Daß unser Obergericht in dieser Beziebung jetzt so strenge verfährt, findet allgemeine Anerkennung. — Ihre Leser werden bereits Kenntniß davon haben, daß der Commandeur des dänischen Wachtschiffes den Capitänen der Elbeampfer die Weisung hat zugegen lassen, nur halbe Dampftraft anzuwenden, wenn sie bei dem Altonaer Hafen voruber fahren. Diese Ordre nurde ober von einem der Dampsschiffe am 29. v. M. des Abends nicht respektirt und der Befehishaber des Wachtschiffes ließ einen blinden Schuß auf das Dampfschiff abjeuern und drobte mit einem scharfen Schuß, wenn seiner Ordre nochmals zuwider gehandelt werden sellte. Wir wissen nicht, woher es kommt, daß nur die Elbdampfer r. o nicht auch die englischen und französischen Scecampfer, die ebenfalls mit voller Dampfkraft die Altonaer Hasengegend passiren, ohne daß sich der dänische Capitän ererlaubt, ihnen dieses zu untersagen, so sehr gefahrbringend sein sollte. Frankfurt, 2, Juli. Nach einer Mittbeilung der„Dr. Zig.“ ist cas Archiv des ehrmaligen Reichekammergerichts zu Wetzlar nunmehr roch beim Bundestage gcordnet worden. Von welchem Umfang dieses Geschäft gewesen, ist daraus ersichtlich, raß das erwahnte Archiv mit Einschluß der von Speper und Aschaffenburg dahin gebrachten Acten ungefähr 80,000 Stücke entbält. Bereits im Jahre 1815 wurde eine Commission zur Ordnunz dietes Archivs, und Vorbereitung der Auseinandersetzung ernannt; jedoch dabei im Jahre 1821 bestimmt, raß die sämmtlichen Acten wenigstens 20 Jahre unter der Direktion der Bundesversammlung in der von dieser angeoreneten Verwadrung verbleiben sollten. Gegenwärtig bat die Kommission die Ordnung der Akten, so wie die Auslieferung der einzelnen Regierungen gehörenden vollständig bewirkt. Die übrigen sind in einem von Preußen hergegebenen Raume aufgestellt, während eas Archiv=Gebäude selbst an Preußen, dem detzen Eigenthum zusteht, zur Benutzung zurückgegeben ist. Aus dem Höhgau. 28. Juni. Im Schlosse von Bodmann wurde ein bedeutender Fund gethan: Der Wandschrank im Bedientenzimmer sollte erweitert werden, und man stieß beim Herausbrechen der Mauer auf ein Kistchen, das in blanken Louiso'ors eine sehr beträchtliche Summe entbalten haben soll. Möge dem redlichen Finder ein gebührender Antheil geworden sein! * Ravensburg, 1. Juli. Das allgemeine schwäbische Turnerfest, welches am 27. und 28. v. M. hier abgebalten wurde, ist leider rurch schlechtes Wetter verbittert worden. Zwei Schweizer aus S. Gallen theilten sich in den ersten Preis. Speyer, 1. Juli. Wie die Ludwigsbasener entwickelt auch die hienge Schiffswerfte ein reges Leden. Während ror#t 85 Arbeiter beschättigt sind für die önerreichische Dampfschlepp= schifffarthsgesellschaft sechs 180 Fuß lange Schlepplähne von Eisen und 260 Stück eiserne Brückennachen für die preußische Regierung zu fertigen, arbeiten unsere Schiffbauer an mebreren großeren Rbeinschiffen und sogar an einem, das für die offene See bestimmmt ist. Freiburg, 1. Juli. Interessant ist jetzt bei St. Blasien, bei Forbach, die Auffindung eines Bergwerkes, werin sich Nickel findet, aus welchem Neusilber gefertigt wird. Es haben Frankfurter und Kasseler Geschäftsleute das Geschäft begonnen und schon sind mebreie Arbeiter beschäftigt; auch wurden dort früher schon Ausgrabungen vorgenommen, und das Erz ergab guten Erfolg. Salzburg, 28. Juni. Letzter Tage zog ein alter Mann mit langem Barte das Augenmerk unserer Bewohner besonders auf sich. Er zeigte sich fast den ganzen Tag bindurch auf den öffentlichen Plätzen, erstieg den Gaisberg und besuchte mit seinem Sohne ihm woblbekannte Orte— er hatte vor vielen Jahren sich hier eingefunden. Es ist der Infant Don Carlos.— Bad Gastein sieht mit jedem Tage neue hochgestellte Kurgäste, namentlich aus dem geistlichen Stande. Wien, 4. Juli. Die Verbandlungen wegen Einverleibung der Herzogtbümer Mosena und Parma in das österreichische Zellgebiet sind geschlossen und haben zum erzweckten Resultate geführt. — Der Kaiser reiste am 1. Juli von Raab nach Imbolen und traf in der Nacht rom 2. auf den 3. Juli von Gran kommend hier ein. — Herr v. Bismark=Schönhausen ist gestern aus Pesth hier eingetroffen. Pesth, 3. Juli. Se, Maj. der Kaiser ist um Mitternacht wieder hier eingetroffen. Ausland. Schweiz. Die Berichte über die Tödtung eines jungen Schlossers Thalmann in Freiburg lauten, je nachdem sie von verschiedenen Parteiorganen aufgestellt werden, sehr von einander abweichend. Während nach dem„Consedere" Thalmann seinen Gegner Castella beschimpft habe und nebst diesem von dem Wirth Tornare die Treppe hinuntergeworsen worden sein soll, behauptet das „Journal de Geneve,“ Thalmann sei in die Schenke gelockt, dort überfallen und schwer mißbandelt worden. So viel ist gewiß, daß Politik die Ursache des Streits war. Cnstella ist Gesängnißaufseher und Bruder des gleichnamigen Staatsraths. Die Republikaner von Neuenburg sind in allen Theilen des Kantons in vollem Feuer. In allen Bzirken sind Vorversammlungen gehalten worden und überall rüsttt sich das Volk auf den 6. Juli in Masse nach Valagin zu ziehen. Merkwürdig ist es, daß diesem lautem Treiben gegenüber ven Seite der Royalisten kein offenes Lebenszeichen gegeben wird. Man berichtet von Arußerungen von Royalisten, aus welchen geschlossen werden kann, daß sie sich ihrer Sache sehr sicher glauben. Bern. Am Morgen des 1. Juli hat bei Niederried, Gemeinde Brienz, ein kieiner Bergsturz statt gefunden und bedeutenden Schaden an Gebäuden, Pflanzungen und Bäumen verursacht, indeß glücklicher Weise kein Menschenleben gekostet. In der namlichen Nacht schlug der Blitz zu Waltrigen in ein Haus, tödicte den Bäcker Lang und verletzte seine Frau. Das Feuer konnte zu rechter Zeit gelöscht werden. Tessin. Am 27., 28. und 29. Juni fand das tessinische Kantonalschießen statt. Dasselbe war zahlreich besucht, ob auch die geladenen Schützen Piemonts eingetroffen, wird nicht gesagt, nur einer dreifarbigen Fahne mit der Aufschrift:„Die Schützengesellschaft in Genua— den Schützen Tessins— Brudergabe“ wird erwähnt. Am Schluß des Festes besbloß die Gesellschaft, dem Staatsrath für sein Wirken in der Säkularisationsfrage ihren Dank zu bezeugen. Bern, 2. Juli. In den Wäldern des Kantons Bern treiben noch immer viele Heimathlese ihr Wesen, und trotz der vom Bund getroffenen Maßregeln beunruhigen und belästigen dieselben die Dörfer in dem Grade, daß letzthin die Gemeinde Utzenstorf eine förmliche Treibjagd auf dieselben anstellte, 11 solcher Heimathlosen aufgriff und sie dem Regierungsstatthalter zufübrte, welcher sie, der Mißstimmung der Bevölkerung Rechnung trageno, durch Landjäger über die Gränze transportiren ließ. Dort freigegeben, treiben sie das alte Leben fort, bis auch dieser Kanton sich auf ähnliche Weise von ihnen befreit. Stämpfli, der Führer der R.dikalen, wird, so glaubt seine Partei, durch die 31 Palrizier=Prozesse zinanziell ruinirt und vielleicht auf mehrere Jahre durch Richterspruch aus dem Kanton verwiesen werden. Um ihn in dieser orohenden Gefahr nicht zu verlassen, wird nun, zur Deckung der Prozeßkosten, im Lande bei allen seinen Gesinnungsgenossen eine Subscriptionsliste herumgeboten. Die konservativen Blätter theilen diese Thatsache mit der Aufforderung an die Regierung mit, eine solche„Steuersammlung“ nicht zu dulden und ihr augenblicklich ein Ende zu machen. — Gestern Morgen um 3 Uhr hat in Niederried auf dem rechten Ufer des Brienzersces ein Bergsturz statgefunden; mehrere Gebäude wurden zerstört und viele Verwüstrngen angeriptet: Menschenleben ist keines zu betrauern.— Die Ingrnirung des Herrn Thiers ist noch nicht definitiv verfügt.— Auf dem Panirerpaß im Graubündtner Oberland ist am 24. d. ein 15jähriger Knabe erfroren.— Das Organ der Royalisten in Neuenburg„Neuchatelois", stellt nun, da die Republikaner eine so außerordentliche Thätigken entwickeln, die Zusammenkunft in Valangin am 6. Juli als eine ganz unverfängliche Korporationsversammlung dar. — Basel, 2. Juli. Die Neuenburger werden am 6. Juli zwei Volksversammlungen haben, eine royalistische zu Valendis und eine republikanische, deren Ort wahrscheinlich erst am Vorabend bezeichnet werden wird. Bei der strengen Disziplin, die unter der zweiten Partei zur Zeit noch waltet, dürfte die späte Anzeige dem Besuch keinen Abbruch thun. An der Spitze dieser Bewegung stebt der eidgenössische Oberstlieutenant und Nationalratb Courvoisier, Inhaber eines der bedeutendsten Uhrmacher=Etablissements, die Seele der Revolution von 1848. Das heute von Lachaurdefonds angelangte republikanische Manifest, welches, mit Ausnahme der unmittelbaren Regierungebeamten, von allen zur Schweizerpartei zählenden Notabilitäten des Kantons unterzeichnet ist, sagt im Wesentlichen Folgendes: Die seit vier Jahren im Dunkel arbeitende Contre=Revolution trete hervor mit einem letzten offenen Versuch. Un ter dem Aushängeschild der valendiser Bürgerversammlung schaare sich die diesseitige Armee des Preußenthums. Preußische Emissäre hätten einige bethörte Menschen zur Wiederberstellung der fruberen Staatseinrichtung aufgefordert. Abeimals müßten die Republikaner ihre Verfassung sicher stellen. Die Royalisten hielten wegen des auf unrichtigen Vorstellungen sußenden Londoner Protokolls den Augenblick für günstig; die bisherige Langmuth der Republikaner habe ihnen Muth eingeflößt. 8b man vor ihrem Vorhaben zurückweichen und den mit zahlreichen Opfern erkauften Schweizernamen aufgeben wolle? Tausende rufen: Nimmermehr! So möge man also am 6. Juli unumstößlich darthun, daß das neuenburger Volk schweizerisch sei und nichts als schweizerisch.“ — Es steht also wirklich eine zweite Auflage der Berner Bären= und Leuenmatte in Neuenburg bevor. Die Republikaner ziehen am 6. Juli ebenfalls nach Valendis und zwar auf die gleiche Stätte, und nicht der Zwischenraum von zwei Wiesen wird die beiden Parteien trennen, sondern nur ein etwa 20 Fuß hoher Mauerabsatz in dem gleichen Felde. Man wird sich gegeseitig seben, hören und zählen können. Die Hauptführer der Noyalisten leben außerhalb des Kantons, in Bern, Paris, Berlin 2c., und die dei minorum gentium können selbst in Entscheidungstagen ihren alten Zwist nicht vergessen. Erst kürzlich bei den für die Partei boch vichtigen Staatsrathswahlen, also nach dem Bekanntwerden des Londoner Protokolls und während einer schon damit zusammenhängenden Agitation, erschienen in der Stadt Neuenburg von 550 conservativen Bürgern nur 190. Anders die schweizerisch Gesinnten, die, in der Stadt nur ctwa 400 Bürger stark, darum nicht auftraten, weil sie ihren Gegnern ein massenhaftes Erscheinen zutrauten, dafür jedoch an andern Bürgersitzen ihrer Sache desto sicherer waren und siegten. Schon haben, wie Briefe heute melden, mehrere kürzlich zurückgekehrte Notabilitäten Neuenburg wieder verlassen, dagegen stellt man von anderer Seite ein organisirtes und disciplinirtes Zuströmen in Aussicht.(F. P. Z.) Italien.—* Turin, 1. Juli. Die Kammer hat die allgemeine Diskussion des Gesetzes über die Civilehe beendigt. Die Regierung hat die Veröffentlichung eines Romans von Eugen Sue in dem„Savoyer Patrioten“ zu Chambery verboten. Der Minister des Innern, Pernati, hat dem Romanschreiber wissen lasser, daß er ihn ausweisen könnte, wenn er auf der Veröffentlichung seiner neuen Phantasien beharrt. Eugen Sue hat daber folgenden Brief in den„Patriote savoisien“ geschickt: Herr Redakteur, die Regierung Sardiniene betrachtet die Veröffentlichung der Episode, deren Manuskript ich Ihnen übergeben habe, unter der gegenwärtigen Umständen für ungelegen; ich bitte Sie, die Veröffentlichung zu vertagen. Ich bin zu dankbar für die Gastfreundschaft, welche ich von der Regierung erhalten und verlange zu sehr, sie verlängert zu sehen, um nicht Alles zu vermeiden, was ihre Dauer beeintrachtigen könnte. Eugen Sue.— Das fragliche Werk war betitelt: „Rosine.“ Frankreig.—** Paris, 4. Juli. Der Moniteur bricht sein Schweigen, indem er die Berchte und die Auffassung der Journale über das s. gen. Complott für übertrieben erklärt. Wahrscheinlich würde bloß eine Klage auf heimliche Verfertigung von Kriegswaffen daraus entstehen. Nach einem„Mitgetheilt“ desselben Organs verbittet sich der Präsident alle Bankette, die im Süden im Hinblick auf seine Reise schon vorberritet worden. Daraus will man schließen, daß er aus körperlicher Erschöpfung die Reise aufschieben, wenn nicht ganz aufgeben wolle. Die Einweihung der Straßburger Eisenbahn wenigstens kwird nicht am 17., sondern erst am 24. d. M. statt finden. Es geht das Gerücht, daß die Mitglieder des Gesetzgebenden Körpers künstig auch besoldet werden sollen und daß ein Senatusconsult die Redefreiheit dieser Abgeordneten„reguliren“ werde. Der Prinz von der Moskova, Ney, kehrt in die aktive Armee zurück und reis't in einigen Tagen nach Algier ab, um das Commando des 3. Husarenregiments zu übernehmen.— Die Orangerie in den Tuilerien wird in eine Kaserne verwandelt. — Paris, 5. Juli, 7 Uhr Abends. Durch Urtheil des Zuchtpolizeigerichts ist das Erscheinen des„Corsaire“ auf zwei Monate suspendirt worden. Schlußcourse der beutigen Börse 4 ½ pCt. F. 102,30; 3 pCt. F. 71,65.(Tel. Der. d. K. Z.) Großbrikannien.— Lendon, 4. Juli. Die Unruhen in Stockport hatten den Charakter einer Roheit, welche den englischen„Mob“ um eine ziemliche Stufe unter den Deutschen stellte. Die katholische Kirche ist wirklich demolirt, die Fenster und Thüten eingeschlagen, die Orgel, im Werthe von 300 Pfund St. zersrümmert worden. Der Orgelpseifen bediente sich, wie der Stockpokt Advertiser meldet, das Gesindel als Waffen um ein teuflisches Werk der Zerstörung und Demolition zu vollenden. Selbst der Mtar und die heiligen Gefäße wurden nicht verschont. Diese wurgen zerschlagen und die Trümmer durch die Fenster in das Haus de## Pastor geworfen. Auch die körperlichen Verletzungen geschahen auf die brutalste Weise. Wir brauchen aus den vielen Zeitgnaussagen nur eine einzige bervorzuheben. Der Schwager des Fren, der sich bei jenem auf Besuch aufgehalten und in der fried“ l i c h s t e n A b s i c h t a u s g e g a n g e n w a r, s a g t e a u s: U n g e f ä h r u m 8 U h r gingen wir nach Hause, als ein großer Haufe die Lordstreet herunter kam. Steine wurden nach allen Richtungen hin geworsen. Ich lief davon, vermißte aber Moran und alr ich zurückblickte, sah ich ihn am Boden liegen. Ich kehrte um und bob ihn mit Hülfe cines anderen Mannes auf. Blut floß aus der linken Seite des Kopfes und dem Ohr. Ich führte ihn in seines Oheims Haus um vom Arzt ein Pflaster zu bolen. Als ich zurückkam; war ein Hause vor dem Hause und ich hatte nicht Zeit das Haar zu beseitigeu und das Pflaster aufzulegen. Nachem ich den Verwundeten eine Stiege höher getragen und auf das Beit gelegt hatte, brach das Gesindel die Thüre auf und trug die Möbel hinaus, um sic zu verbrennen. Da sagte ein Offizier, der gekommen war, mit gezogenem Degen,„kommt herunter, ich beschütze Cuch.“ Ichbrachte Moran mit Hülfe eines Polizisten hinunter, um ihn zum Doktor zu bringen. Als ich aber die Hausthüre öffnete, gab ihn ein Mann mit einem dicken Stücke Holz noch einen Schlag auf den Kopf, inei er riei:„rani uns nach seinem Konf schauen und sehen ob er ein Irländer ist.“ Und dann schlug er Moran noch einmal mit aller Gewalt, daß das Blut aus einer zweiten Wunde strömte. Da stöhnte Moren:„Mit mir ist's ans!“ und sprach kein Wort weiter. — In Blackwall trug sich ein schreckliches Unglück in einer Maschinenfabrik bei einem großen Guße zu. Zwölf Tonnen glühendes geschmolzenes Eisen sollten in einem großen Gefäße von 12 Arbeitern auf Walzen nach der Gußserm gebracht werden, als das Gefäß sprang. Die glübende Masse verdrannte sogleich einen Arbeiter ganz; acht Andere waren mehr oder weniger schwer verletzt. — Die französische Brigg Pauline stieß im westlichen Ocean auf einen Wallffsch, welcher auf der Oberfläche des Mecres schlief, und sank unter. Nur zehn Matrosen retteten sich in einem Boote und wurden nach drei Tagen von einem andern Schiffe ausgenommen. — In einer Adresse an seine Wähler in Tiverton spricht sich Palmerston für den Freihandel aus wegen des Wohlbefindens, das derselbe über die große Masse der Bevölkerung verbreitet hat. Griechenlano.— Athen, 22. Juni. Der mit Gewittern schwangere politische Horizont Griechenlands hat sich über Nacht aufgeklärt, und in die Gemüther ist an die Stelle von Besorgniß und Zweifel über Entscheidung in den kirchlichen Angelegenheiten eine Befriedigung und Rube eingetreten, die wohlthuend auf alle Verhältnisse wirkt. Im Laufe der Woche brachte das Ministerium den Gesetzentwurf, benannt„das organische Gesetz der heiligen Synode der Kirche Griechenlands“ vor die Deputirtenkammer. Der Minister des Cultus und der geistlichen Angelegenheiten verlas den Entwurf in der Kammer. Der Zudrang zu den Tribünen war ungemein groß. Nachdem die Kammer sogleich einen Ausschluß ernannt hatte zur Prüfüng des ministeriellen Gesetzes wurde die Sitzung geschlessen und die Anhörung des Berichtes des Ausschlusses auf den andern Morgen anberaumt. Die große Aufregung die bis dahin geberrscht hatte, verwandelte sich in freudige Ueberraschung derjenigen, welche wenig Hoffnung mehr gebegt hatten, und befriedigte die Erwartung derer, welche sich des Sieges von vornherein versichert hielten. Die politischen Parteien die sich um Macht und Einfluß streiten, theilten sich während der Vorbereitung dieses Gesetzentwurfes in zwei scharf geschiedene Lager: Orthodore, Kirchliche, welche mit allen Mitteln den Zustand der hellenischen Kirche zurückführen wollten, wie er nnter der türkischen Herrschaft gewesen(welchem Zustand die Regentschaft— und namentlich v. Maurer ein Ende machte); und solche die mit dem von der Regentschaft geschaffenen Verhältniß der hellenischen Kirche in ihrer Unabhängigkeit vom Patriarchen von Konstantinopel zufrieden waren und die weitere Entwicklung selbstständigen kirchlichen Lebens auf diese Basis anstrebten. Es ist noch kein Collectivname für diese Partei gefunden, der den wichtigen Standpunkt für sie bezeichnet. Der Acon, das Blatt nicht mehr der Orthodoren, sondern der Wüthenden, nennt sie Antitomisten, weil sie gegen den Tomus sind, Pharmakidisten, weil Pharmakides gegen den Tomus ein Werk geschrieben; ja er nennt sie Calvinisten, Katholisen, Lutheraner, Heiden, Türken, Juden, Teufe!! Doch ich habe mich auf einige Minuten aus der Kammer entfernt und bin in das Gewirr der Tagespresse gekommen. Die Kammer versammelte sich, hörte den Bericht des Ausschusses an, der für unbedingte Annahme des Gesetzentwurfes sprach und schritt zur Abstimmung. Ein paar Deputirte wollten reden, die Kammer bestand darauf, daß sogleich abgestimmt werde. Das Resultat war Einstimmigkeit für das Gesetz. Was enthält nun dieser wichtige Gesetzentwurf? Wenn das organische Edict vom 23. Juli. 1833 zuerst die Unabhängigkeit der hellenischen Kirche vom Patriarchate von Konstantinopel verkündigte und eine heilige Synode als Oberhaupt der Kirche Griechenlands einsetzte; wenn das Gesetz vom 16. Mai 1845 unter Koletti diese Unabhängigkeit anerkannte, so kann man von dem heutigen Gesetze sagen, daß es der Regierung nicht bloß alle Rechte bewahrt, welche sie schon besessen, sondern dieselben noch erweitert, daß es aber auch jene Hindernisse wegräumt, welche der Patriarch von Konstantinopel in den Artikeln 3 und 4 des organischen Gesetzes vom Jahre 1833 bezeichnet hatte. Ebenso wenig als von Seite des Senates eine Opposition zu erwarten ist, ebenso glaubt man, daß der Patriarch Schwierigkeiten in den Weg legen werde um die hellenische Kirche als eine selbstständige Schwesterkirche anzuerkennen. Die Angelegenheit war eine höchst verwikkelte, schwierige, folgenschwere. Das Ministerium ist ein Coali= tions=Ministerium. Alle politischen Meinungen und Schattirungen sind darin vertreten, ja es wurden sogar noch weitere orthodere Elemente in dasselbe ausgenommen um diesen Gesetzentwurf auszuarbeiten. Cine höhere Hand brachte alle diese widerstrebenden Kräfte zum einheitlichen Wirken und Handeln. Das Resultat ist groß und glänzend. Das Land ist beruhigt, die Parteien sind versöhnt. Wenn die Ultras der orthodoren Partei einen gewaltigen Lärm schlagen und der Acon in seinem jüngsten Blatt einen Leitartikel bringt mit der Ueberschrift„die Ermordung des Tomus" und im Verlauf desselben einen maßlosen Krieg führt gegen all; seine politischen Freunde, den Kriegsminister und Cultusminister an der Spitze, und sie Verräther des Vaterlandes nennt, so wird diese wüthende Sprache hinlänglich aufgewogen durch die Anerkennung der gesammten öffentlichen Meinung. Aus der Maina haben wir keine weitern Nachrichten, als daß der Mönch in Fustanella verkleidet mit zwei treuen Gefährten in den Schluchten des Taygetus verschwunden ist. Die Marnoten sind allmählich zur Vernunft zurückgekehrt. Kalamata und einige andere Ortschaften haben dem Mönch den Zutritt verweigert, und um nicht sogleich in die Hände der königl. Truppen zu fallen, entfloh er. Die Mainoten verbreiten sich in kleinen Trupps als Schnitter in Messenien.(A. Z.) Amerira—* New-York, 19. Juni. Der Correspondent der Times, dessen wir schon gestern erwähnt, stellt folgende interessante Betrachtungen über die Chancen der Präsidentenwahl an: die Whig's haben als Politiker, Staatsmänner, Partei keine Aussicht auf den Sieg, als wenn sie einen Mann aussuchen, welcher als ebenso der Union ergeben bekannt ist, wie General Pierce. Aber ich bin beinahe zu dem Schlusse gekommen, daß auf die Wahl der Whig-Convention wenig mehr ankommt. Die Wahl der Demokraten ist mit solchem Jubel im ganzen Lande ausgenommen worden, so vollständige Harmonie waltet überall unter der demokratischen Pattei ob; was auch früher in Zwicspalt, vereinigt sich so innig; der Charakter des Caneidaten ist so rein; daß die Lebenskraft und numerische Macht der demokratischen Partei mit ibren Principien von„Freihandel und nationaler Würde“ ihren Triumph bei der herannahenden Wahl so gewiß macht, als ob das Ereigniß schon geschehen wäre. Bei Abgang des Briefes glaubte man, daß die Anhänger Fillmorc's und Webster's binnen einer Stunde sich einigen würden. Die großen Capitalisten wünschen Webster's Ernennung. 100 London, den 3. Juli,(Schlußpreise.) Fends. Consels für Geld geschlossen; für Eröffnung p. 16. Juli T 1— N„Al-,-nr Lin % ex div.; 2% reduc. 101. 1#. Frankfurt, den 5. Juli 1852. Osterr. 5% Metaltique 11101 f2 1.82¼ P. 82 G. desgl. 4½% aar 50.912 tunl i un. 74¼ P. 73% G. gesgt, 4% Jud i 429A7 7. 66(9. esal. 37.## 49½ G. Pesdl. 9½ 42¼ G. desgl. 1% b r. 55 Nr. 171 16¼ B. Kurbessische 40 Thlr. Loose 5# n 35½ P. 34% G. Friedr. Wilbelm Nerdbahn exel. Zinsen 49¼ P. Spanische 3 7/8 excl. Zins. 44⅞8 P. ¾ bez. u. G. Badische 35 Fl. Loose 38½ P. 38% dez. u. G. Hamburg, den 2. Juli.(Wochenbericht.) Cafse. Unser Markt war auch im Laufe der vergangenen Woche wenig beledter als früher, die Stimmung in jedoch eine festere und zeigen sich Eigner sortwährend sehr zurückhaltend, so daß Preise etwas mehr zu Gunsten der Verkäufer, ohne daß dieselben gegen letzten Freitag wesentlich verändert sind; reel ord. Brasil= ist heute unverändert 3½ à 13 13/16 f. zu notiren. Verkäufe seit 8 Tagen: 6300 S. Brasil= zu 3 9/6 4 4% f., 1000 S. Domingo= zu 3½ a 4 k. und 500 S. Portorico= zu 5 3/16 à 5⅝ f. Nach Maaßgabe der Zusammenstellung der Vorräthe am 1. Jan. mit den Zufuhren bis Ende vorigen Monats und der heutigen Vorräihe baben die halbährigen Ablieferungen an den Consum betragen: 1852: 35,700,000, 1851: 34,500,000, 1850: 31,700,000 K. Un. Juni Zufubr. Vorrath. 1852... ca. 39,700,000 W ca. 20,500,000 K 1851...„ 46,500,000„„ 22,000.000„ 1850...„ 32,200,000„„ 14,500,000„ 1849„ 22,800,000„„ 9.500,000„ Zucker. Das Geschäft in rehem war im Laufe der vergangenen Woche weniger animirt als in den vorhergehenden, Preise blieben jedech ziemlich unverändert. Die Verkäuse bestehen in ca. 1000 K. braumem und geldem Havana, 300 K. weißem Babia= und 100 F. Pertorike. Reis. Außer der in diesen Tagen von Akpab importirten Ladung von ca. 8000 S. Arracan=, die unter der Hand Nehmer gefunden dat, wurden von andern ostind. Gattungen noch ungefähr 3000 S. zu nokirten Preisen begeben. Carol. wird dagegen nur für den notbwendigsten Bedarf gekauft, weßhalb wir denn auch heute von größeren Umsätzen nichts zu berichten haben. Einfuhr bis ult. Juni 452¼ 225 T. Carolina= und 60,929 S. diverse ostind. Gattungen gegen 784 2/ 614 T. und 27,703 S. im vorigen Jahre. Notirungen: Carolina=, geschälter 13½ a 15, neuer 11½ a 13½, jähriger 11 a 12, Bruch 9 10½ f.; Java 6 u 8, geschälter 9 a 11, Bruch 6½ a S ß.; Patna= 8% a 11, Bengal 7 ½ a 8 f. Baumwolle. Unser Markt war im Laufe der letzten Weche still und sind nur 76 B. nordamerikanische begeben worden, da die Eigner im Allgemeinen auf sehr feste Preise halten. Die besseren Sorten nordamerik. über good middl. sind rar, Preise derselben daber eber höher, während die geringeren Qualitäten hin und wieder eber etwas billiger zu finden sind. Man würde heute(nach Liverpooler Benennung) bier zu folgenden Preisen nerdamerikan. kaufen können: orvinary 5 1/8 u 5 9/16. middling 5¼ a 5 3/16, good middling 5% a 5½, fair 5⅝ a 5⅞ f. 15 Zusuhr vom 1. Jan. bis ult. Juni 66,320 B. 33,936 B. Vorräthe 12,800„ 6,000„ Häute. Der Markt ist fester und höbere Preise bewilligt. Verkäufe aus erster Hand in den letzten 8 Tagen: 2523 Buceo=, 1954 Maracaibe=, 3454 naß gesalzene Rio Grande=, 892 Papta=, 200 Ceiapo=, 387 Duerto Cabello=. Vorrath in erster Hand ca.: 41,0010) Buenos Ayres= und Montevideo=, 3000 Nio Grande=, 12,000 Nebengattungen, 5000 trocken gesalzene Pernambuco= und Bahia-, 10,000 diverse naß gesalzene, zusammen 71,000 Stück. London, den 29. und 30. Juni. Zucker. Die Auktionen in Brit. Col. Sorten waren ziemlich klein und zeigte sich auch nur wenig Kauflust, indeß wurden Preise debauptet; in sremden Gattungen sind begeden: zwei Ladungen Harana, zusammen 3500 K., schw mmend für einen englischen Hasen zu 21= 6 d fur Nr. 11½, 23 s 3 d für Nr. 13½; 400 K. mitteldr. Bahia für Gethenburg zu 17 s 9 d und circa 5000 Sck. Paraida für Genua iu 18 s für braune und 24 s 3 d für weiße; sämmtliche Preise sind eher erwas niedriger. Caffee sest auf die letzte Besserung behauptet und gut ord. native Ceylon ist 45 s 6 d à 45 s per Cwi. werth. Plantation Sorten gut begehrt. Reis. Umsätze sind nicht bedeutend und zu Preisen letzter Woche kann man gut kausen; 1000 Sck. Bengal sind zu 9 s 3 da 1083 C begeben und heute 5000 Sck. Madrap zu 7:9 düSs 9 d. Baumwolle fest. In Thee ist der Markt nicht belebt und eimmen Congo gilt 8— 8½ d per Pfd. In Gewürzen geschahen einige Ankäufe für den Berarf zu 4— 4 1 d für Malabar und zu 3 7 d per Pio. für Aleppi Pfeffer. Von Piment sind Kleinigkeiten zu 5¾ d per Pid. gekauft. Cacao fest; Babia und Para 24—25 s, Guapaquil 29—30 c. Von Indigo sind einige Hundert Kisten Bengal zu vollen Preisen gekauft und blieb ferner Kauflust; die Deklarationen für die Juli=Aufnon betragen jetzt 20,070 Kisten.— Für Cochenille befestigt sich die bessere Meinung und man bezahlte für Mexik. graue 3 S 3 a— 3s 8 d. was 1—2 d böber ist. Salpeter unverändert; Bengal 11 18% Refr. bedang 25 s 6 d. Engl. raff. 28 s 6 d a 29 s. Ven Zink sind 100 Tons P. August zu 15 k. 5 s verkauft und dazu ferner Nehmer.— Blei 5 o höher.— Zinn mait. Fettwaaren. Thran fest, ebschen von Südsee und Sperm= einige Zufuhren eintrafen: Leber 34 L. 10 s u 35 L. Sperm. 86 a 88 L. Lein= Rüb= und Otivenöl in steigender Oaltung; Lein= 28 c a 28 s 3 d, Cokosnuß= 33 a 36 s; Palm= 27 a 28 s.— Talg weniger fest und einzeln 3 d niedriger; Petersb. gelder Licht= 38; 6 d in loko und auf Lieferung. Liverpool, den 2, Juli. Baumwolle. Der Wochenumsatz beläuft sich auf 52,750 Ballen und Mäklernotirungen sind heute für Tair: Bowud 5 7/ d. Mobile 5% d und Orleans 6 3/ d. Marktbericht. Herdecke, den 5. Juli. Weizen ite Sorte 2 Thlr. 25 Sgr. 24 Sorte 2 Thir. 22 Sar. Zie Sorte 2 Thlr. 19 Sg. Roggen 11 Sorte 2 Thu. 8 Sgr. 24e Sorte 2 Thle. 6 Sgr. 3ee Sorte 2 Thir. 3 Sar. Gerste ite Sorte 1 Thli. 27 Sgr. 21e Sorte 1 Thir. 23 Eg. Zie Sorte 1 Thlr. 20 Sgr. Haser ite Sorte 1 Thir. 6 Sg. 2ie Sorte 1 Tbir.] 57Sgr. Ite Sorte 1 Thlr. 3 Sgr. Schwarzdror a 11 Pf. 7 Sgr. 4 Pf. Aus Westfalen, 1. Juli. Es wurde unlängst in Blättern berichtet, daß der Polizeikommissar v. Hassenkrug zu Minden, der sich auf dem Bahnbofe daselbst gegen den Reserendarius Lien einen thatsächlichen Angriff erlandt hatte, ven der Deputatien des Kreisgerichts zu Minden zu einer mebrwöchigen Gefängnißstrase verurtheilt worden sei. Es wird gewiß viele Leser der Weserzig., welche ebenfalls die Bekanntschaft des Hrn. v. Hassenkrug auf dem Mindener Bahnhofe gemacht daben, interessiren, den weiteren Verlauf vieser Angelegenheit zu vernehmen. In Bezug bierauf erbalten wir deute die Mittheilung, daß die königliche Regierung zu Minden gegen dieses Urtbeil Competenzconflikt erhoben und die Sache vor den Competenzgerichtehof zu Berlin gebracht habe, von dem nun also Herr v. Hassenkrug in nächster Zeit sein Urtheil zu erwarten dat.(Wes. Zig.) § Hamm, 5. Juli. Meine Mittheilung vom 4. ds. üder den verloren gegangenen Vrief muß ich dahin präzisiren, daß der Post=Eleve zwar nicht verhaftet, jedoch von dem Staats=Anwalt in seiner Wohnung eine Durchsuchung seiner Effekten angeordnet ist, bei welcher sich aber weder der quest. Brief, noch sonst etwas Verdächtiges vorgefunden hat. Der Eleve ist hierauf nach Dortmund versetzt. Der Geldbrief ging von Mülbeim an der Ruhr an den Absender in Gesecke zurück, weil der Adressat nicht aufzufinden war und so verschwand er zwischen hier und Gesecke. Der begleitende Post=Condukteur machte zuerst den Verdacht gegen den Eleven rege. Die Sache ist bis jetzt nicht aufgeklärt. Hiernach bitte ich meine Mittheilung zu amendiren. Stadtberge, 29. Juni. Herr Kaplan Schneppendahl ist von hier nach Willebadessen versetzt und wird demnächst dahin abgehen. Ein Geistlicher aus Madfeld soll seine Stelle, dem Verlauten nach, erhalten.— Wenn jüngsthin ein Correspondent von hier Befürchtungen laut werden ließ binsichtlich der hiesigen IrrenAnstalt, so haben wir hier eben keinen Grund dazu. Die Marsberger haben im Ganzen wenig Nutzen von der Anstalt. Die alljährlichen Lieferungen können eben wohl von Auswärtigen übernommen weiden, als von Hiesigen, wie es ja wirklich mit der Fleischlieferung der Fall ist. Sonst werden die von Auswärts zu Markt gebrachten Viktualien vertheuert. Um so weniger halten wir, und wenn es auch Herr Schwarz in der beregten Broschüre verlangt, uns für verpflichtet, für eine Provinzial=Anstalt im Interesse der wiedergenesenen Irren Spaziergänge oder Kaffeehäuser anzulegen. Vielleicht wird eine demnächstige Gegenschrift auch diesen Punkt nicht außer Augen lassen.— Das Krankenhaus ruht, nachdem der erste Feuereifer erkaltet. Von der Wittgenstein'schen Grenze. Ende Juni. Auf Langenwiese im Kreise Wittgenstein starb jetzt eine Frau, welche das außerordentliche hohe Lebensalter von 99 Jahren erreicht batte, und würde sie eine ihrem Alter angemessene Pflege gehabt haben, so hätte dieselbe aller Wahrscheinlichkeit nach einige Jahre gelebt.— Die Königliche Regierung zu Arnsberg hat zur Zeit schon auf Grund der Cirkular=Verfügung des Herrn Culkusministers v. Raumer mit der Regulirung der Gehaltsverhältnisse der Volksschullehrer begonnen, und die Lehrer dürfen sich der Hoffnung hengeben, daß die Königl. Regierung nach Möglichteit die Interessen der Lehrer in dieser Beziehung wahrnehmen wird. Iserlohn, 4. Juli. Eine schreckliche Mordthat hatte im vorigen Sommer in der Nähe von Iserlohn an offener Landstraße sich ereignet. Ein junger Handwerksbursch, der auf der Wanderschaft mit einem andern unerfahrenen Burschen zusammengetroffen war, sich in dessen Vertrauen eingeschlichen und ihn beredet hatte, mit ihm zu wandern, mit ihm die warine Sommernacht in dem Gebüsche(nahe am Steinbruch, rechts am Wege von Iserlohn zur Grüne) zu schlafen, hatte den Schlafenden beraubt, hatte seinen Gefährten im Schlafe erschlagen! Der Raubmörder ist der strafenden Hand der Gerechtigkeit nicht entgangen! Am 28. Juni stand der dieses schrecklichen Mordes Angeklagie und geständige Schustergesell Peier Gottfried Müller aus Schönebach, Kreis Waldbroel, vor dem Schwurgerichtshofe in Hagen,— angeklagt in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni v. I den Buchbindergesellen Joseph Vogel aus Neuhausen im Großherzogthum Hessen, zwischen der Grüne und Iserlohn seines Wanderbuchs wegen eimordet und darnach beraubt zu haben. Schon die äußere Erscheinung des Angeklagten ließ auf keinen gewöhnlichen Menschen schließen, sondern sie trug ganz das Gepräge großer geistiger Begabung, die er denn auch während der Erzählung seines Lebens in überraschender Weise entwickelte. Am Morgen des 6. Juni v. J. wurde auf dem Wege von der Grüne nach Iserlohn im Chausseegraben, da wo jetzt ein einfaches Holzkreuz steht, die Leiche eines Menschen gefunden, der auf die scheußlichste Weise ermordet worden, und zwar konnte die That, bei der Frische der Wunden, erst in vergang ner Nacht verübt worden sein. Der Kopf des Unglücklichen trug eine Menge der schrecklichsten Wunden, eben so war das Gesicht fast nur eine Wunde, indem Stirn, Nase, Kinn und Backen zerschlagen und zerrissen waren; das ärztliche Gutachten gibt die Zahl der Wunden auf mehr als fünfzig an! In der Nähe der Stelle, wo die Leiche gesunden wurde, gebt ein Fußpfad ab in ein Gebusch, hier war das Gras niedergetreten, an den Blättern der Bäume in der Höhe eines Mannes fanden sich Blutspuren, so wic auf der Erde eine Mutze und ein Stock. Die Verletzungen des Ermordeten schienen mu Steinen und Schlägen demselben beigebracht, wie denn auch mehrere blutbefleckte Chausseesteine gefunden wurden, die nicht etwa von dem rinnenden Blute des Unglücklichen benetzt, sondern offenbar zu dessen Verletzungen benutzt worden waren. Der Ermordete war seiner Habseligkeiten fast ganz beraubt, eben so seiner Legitimationspapiere, so daß man seine Herkunft und Heimath nicht gleich zu ermitteln vermochte. Der Verdacht der That fiel auf den Schustergesellen Müller, in dessen Begleitung er Tages vorber von einem andern Handwerksschburschen Fick, der ihnen zwischen Limburg und der Grüne begegnete und ein Gespräch mit ihnen anknüpfte, gesehen worden war. Dieser hatte den Erschlagenen gekannt und war mit ihm mehrfach in Schwelm, Mettmann und Dusseldorf zusammengetroffen; man stellte Nachforschungen an, deren Ergebniß war, daß der Erschlagene Joseph Vogel heiße und ein Buchvindergeselle aus Neubausen im Großherzogihum Hessen sein müsse. Man sandte an die Polizeibehörde dieses Ortes die bei dem Vogel noch gefundenen Kleidungsstücke und wurden dadurch die seitherigen Ermittelungen zur voiligen Gewißheit, daß der Ermordete kein anderer als jener Vogel sein könne, indem der Bau=Aufseher Kuhn in Neuhausen, bei welchem Vogel, der natürliche Sohn einer Caroline Vogel aus Mannheim, erzogen worden war, die Effekten besselben mit Sicherheit als die seines Pflegesohns anerkannte. Man kannte also jetzt den Ermordeten; außer dem oben erwähnten Zeugniß des Fick, wurde es durch die Aussage des Wirths Koch in Hagen und des Polizeidieners Gotter zur Gewißheit, daß der Begleiter und der Mörder des Vogel kein anderer sein könne, als der Schustergesell Müller, weil beide Nachts vorher bei Koch logirt und zusammen abgereist waren. Nach der That war aber der Müller verschwunden; es wurden unverweilt von der Gerichtsbehörde Steckbriefe überallhin erlassen, allein wie es schien, vergebens, denn es verging eine geraume Zeit ohne alle Resultate, der Mörder schien glücklich entkommen und der Hand der strafenden Gerechtigkeit entzogen zu sein. Endlich im November v. J. wird in der Gegend von Weißenfels ein Mensch von der Polizei aufgegriffen, weil er sozialistischreligiöse und kommunistische Broschüren vertheilte und ohne Legitimation war; auf Befragen nannte er seinen Namen Peter Gottfr. Müller aus Schönebach, was sich auch durch Rachfrage an jenem Orte als richtig herausstellte; in ferneren Verhören erklärte Müller, er habe schwere Verbrechen auf dem Gewissen, die er indessen nur dem Könige, der Königin oder dem Prinzen von Preußen bekennen könne, zu diesem Zwecke sei er auf der Reise nach Berlin begriffen, um jenen hohen Personen ein Bekenntniß seiner Verbrechen abzulegen. Seine große Schuld) erkenne er an, seit einiger Zeit sei er jedoch ein anderer Mensch geworden und in den Stand der Gnade getreten, indem der Geist Gottes und Jesu Christi ihn erleuchtet habe, dem er von nun an dienen wolle. Der Angeklagte wurde nach Iserlohn traneportirt, und dort angekommen, erklärte er gleich bei seiner ersten Vernehmung, daß er sich nunmehr entschlossen habe, dem Gericht die Wahrheit über Alles, was ihn bezu bekennen, und schilderte nun in einem wohlgeordneten ausführlichen Vortrage sein ganzes Leben und legte ein bis in die kleinsten Einzelnheiten gehendes vollständiges Bekenntniß seiner mit Vorbedacht und Ueberlegung begangenen blutigen That ab, welches Bekenntniß Müller vor den Geschworenen wiederholte.— Wir werden den Schluß der Verhandlung noch mittheilen. Verantwortlicher Redakteur: W. Crüwell in Paderborn. Schützenfest zu Paderborn. Zur Feier des diesjährigen Schützenfestes, welches am 11. und 12. Juli stattfindet, wird hierdurch freundlichst eingeladen. UI. 2. Der Vorstand des Schützenvereins. Paderborner Schützenfest. Unterzeichneter macht hiermit bekannt, daß er auf dem diesjährigen Schützenfest, ebenso wie im vorigen Jahre und auf demselben Platze, ein großes und bequemes Wein= und SpeiseZelt— das bekannte„große Zeli“— unterdalten wird. Dasselbe wird eröffnet Samstag den 10. d. M., Nachmittags um 2 Uhr mit Kaffee: Abenes wird nach der Karte gespeist. Auf Montag ist die Einrichtung getroffen, daß Mittags wie Abends nach der Karte gespeist wird. Es ist Sorge getragen, daß Getränke und Speisen in reichlicher Auswahl und bester Beschaffenbeit unter promptester Beetenung verabreicht werden. Guler, n. 1. Weindandlung. Pferde=Versteigerung. Freitag den 9. Fuli 185., Vormittags 10 Uhr, sollen 4 Stück königl. Landbeschäler des hiesigen Landgestüts auf dem Exercirplatze an der Benrather Brücke zu Düsseldorf öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung im preußischen Courant versteigert werden. Die Pferde können daselbst, am Tage vor der Besteigerung, im Gasthause zum Römischen Kaiser, bei Herrn Gottfried Engels, in Augenschein genommen werden. Marstall Wickratd, den 1. Juli 1852. Der königl. Gestüt= Inspektor Schale. Gesuch. Ein Litboarapb, der besonders als Zeichner und namentlich im Gravirfache tüchtig ist, findet ein dauerndes Engagement und kann sofort bei Unterzeichneten eintreten. Muster seiner Leistungen hätte verselbe einzureichen und sich durch Atteste über seine Solidität aus. zuweisen. Hälswitt& Pätgenbach, U. 1.... in Münster. Holzverkauf. Freitag den 9ten d. mittags 9 Uhr sollen im Königlichen Unterforste Schwanei im Forstoistrikte Fulmer 69 eichen Bau= und Nutzholzstämme, 1783 Cbfß., öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Schlage. Durbeke, den 5. Juni 1852. Der Oberförster Rintelen. In den Buchhandlungen von W. Crüwell und I. Wesener in Paderborn und A. L. Ritter in Soest ist zu haben: Grundriß der angewandten Botanik. Zum Gebrauche bei Vorlesungen und zur Selbstbelehrung für Aerzte, Pharmaceuten und Kameralisten bearbeitet von Dr. M. A. Höfle, Dozenten an der Universität Heidelberg und Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften. 2te Ausgabe. Preis geh. 1 Thlr. 6¼ Szr. Agriculturchemie Vorträge auf Universitäten und in landwirthschaftlichen Ledranstalten so wie auch zum Gebrauche für gebildete Landwirthe. Von Dr. C. Chr. Crang, Friedem, Göbel, ordentlicher Professor der Chemie an der Universität zu Dorpart, Kaiserl. Russischem Staatsrathe und Ritter. 2te Ausgabe. Preis geh. 1 Thlr. 22½ Sgr. (Eine große Auswabl feiner Regenschirme E und Sonnenschirme haben wir erbalten und verkaufen dieselben zu berabgesetzten Preisen. Paverborn, den 3. Juli 1852. AU. Jonas Katz Söhne. Mittwoch den 14ten d. M. Morgens 10 Uhr beabsichtigt der Gastwirth Lösselmann bierselbst mehrere Möbel, so wie 1 zwölssitzigen Omnibus, eine Asitzige verdeckte Chaise, zwei einspännige Wagen, sodann eine bölzerne Pumpe mit Zudekör meistbietend zu verkaufen. Paderoorn, den 5. Juli 1852. II. 2. Pferde=Auction. Dinstag den 15. Juli d. J., mittags 10 Uhn, sollen auf dem neuen Platze zu Münster rie nachgenannten 11 Stück Königl. Landbeschäler: Amato, Caster, Cestrinus, Gustavus, Hellespont, Ipbates, Licidae, Pilgrim, Priam, Triten und Zampa ösfentlich meistbietend, gegen gleich baare Bezablung, verkauft werden und stehen dieselben Tags vorber bei dem Wirthe Hrn. Adolf Tenkhof zur Ansicht. Warendorf, den 30. Juni 1852. Königliche Landgestüt=Verwaltung. Lehrling gesucht. Für eine Buchhandlung Westsalens wird ein mit den nöthigen Kenntnissen versebener junger Mann in die Lebre gesucht. Das Näbere in der Exped. oss. Blattes. III. 3. Lehrerstelle. Bei der biesigen evangelischen Elementarschule ist mit 250 Thlrn. Gehalt und freier Wohnung eine vierte Lehrerstelle gegründet worden, die zum 1. October d. I. besetzt werden soll. Aspiranten wollen ihre Zeugnisse binnen 6 Wochen einsenden. Aachen, den 16. Juni 1852. Der Vorstand der evangelischen Elementarschule. Auf den 1ten Oktober d. J. wird die untere Etage unsers auf der Detmolder Straße sub Nr. 747 belegenen Wohnhauses mietblos und kann von da an von einem neuen Mietber bezogen werden. Die Etage besteht aus 6 Zimmern, Küche, Keller, Remise und Stallung nebst zugehörigem Bodenraum. Paderborn, im Juli 1852. III. 2.. Gebr. Bachmann. Unter billigen Bedingungen werden Mitleser gesucht 1. für die Times, 2.- New-York Herald, 3." Indépendance belge. Paderborn. Die Erped. der Westf. Ztg. Hausverkauf. Mein auf der Retbenburg, in der I# Näbe des Marktes, zwischen zwei Stra4###ßen gelegenes, in jüngster Zeit neu durchgebautes Haus, 20 Zimmer, 2 Säle, Küche mit 2 Küchenstuben entbaltend, nebst Hinterbaus mit 6 Piecen, Stallung, Wagenremise, Einfahrt, Hofraum und Gärichen, beabsichtige ich, bei genügeneem Gebete, zu verkaufen. Das Haus eignet sich seiner Lage und Räumlichkeit wegen zu jedem Geschäfte oder Fabrik und kann nächsten Herbst übergeben werden. Auf Verlangen kann mein, gleich vor Ludgeri=Thor gelegener, ein Scheffelsaat großer Garten, mit einigen 50 tragbaren jungen Obstbäumen mit übernommen werden. Münster, im Juli 1852. J. J. Grünewald, II. 2. Rothenburg Nr. 152. Bad Weilbach, empfohlen durch seine vortreffliche Schwefelquelle und seine zweckmäßig eingerichtete Kaltwasser Heilanstalt. Bebandelnde Aerzte: Herr Dr. Roth, Herr Dr. Herbert Mayo, engl. Arzt. Herr Dr. Stifft. Druck und Verlag von Wilh. Cruwell in Paderborn. 6. Der Vor 14 T. von der bairisch der Grundstein! seiert worden. Bahn in fünf wenig Jahren: sten und Osten derselbe ist, lä Frankreich und den nach Wien Straßburger ur man dann in gilangen können in der That all vermehren und Bahn ist noch jektirt, von we Schweiz scheint ginnen zu woll über den Lukma boten. Der Be Angrin genomm von Turin, bis an die Schweiz anzuschließen. I halb interessant 1:32—1:23 kemmenden über Wir hätter den Sömmerin Schweiz. Die mit der bairisch bindung gesetzt manier, wo die bereits mehrfach Bäuten die Ba Canals durch scheint es fast. welcher im Mit machtig werden sem gedrückten L erwecken, wo es unbedeutenden C che jetzt ernstlick ihrem Gebiete z1 Constantinopel den, eben so Kl Daß Deut mungen hätte.“ Folgen das Ganz M Der Kir La Chaise, T fast an der Ringn Auflösung der Kli und bewog die W 1804 eröffnet wur und zur Linken in stätten, wo Grab theis in Arbeit sil Sorgfalt angeord Immortellen gewu liebten Todien an lässen einen neue einer Hyäne, wele aufsucht.— An jedem T so daß die Zahl und mögen auf di ruhen. Nur 5 Arro Chaise begraben z dissements müssen Kämmerchen, weld Wohnungen in de Raum des kleinste Ist es daber nicht tbeurer dort zu ste Todten die Lebendi Steibenden werden jährlich von dem B ßentheils zur Unte Geäver, welche nich den nach 6— 10 muß uneilittlich we Die Gesammt