Ser. Pf. Kartosseln Pf. Heu pr. Ceniner Sar.— pf. lität 2 Tdlr. 16 Sgr. Thl. 6 Sg. Winterg., Buchweizen 1 Thl r. 15 Sa. Rübsaamen zu pr. Ctr.— Thir. 1. .— Sg. Rüböl per oper Mai 28 3/ Thlr. Ohm— Thlr.— Sgr. ichen, per 2000 Pfund Branntwein, per Ohm slr.— Sar. Gereise, welche besonders en war, scheint sich indende Mai=Messe uten mit Manufakeder besucht, so wie einem bedeutenden I der Absatz nicht it Gewißheit verer aus nach Bren Frühjahre ganz Lage zu. Gestern rn von hier ab, größtentheils aber 16ten Infanterie= sigen Laden, wo tet und nach seiNacht oder heute sich zuerst einen nicht tödtlich gein Paderdern. ohndaus in se bei PaderBauart nach Schenkwirtd= baren Beringabe kann soAbretz= und Schmitz in — i Paderbera, stebt zu dem uch zu verAbretz= und Schmitz in zu erfahren. e liegen geit. Näberes n6= Bureau den an der In von geslichen und i passende b eintreten. ig wie auf ustunft ist ureau von der Pader #s einige in Zweit#ren, Wers bretz= und mis in erfahren —— vore stes ehmbaren sbere ernissionsaderbern in Pase ich n Westfälische Zeitung. R 61. Erscheint wöchentlich dreimal ohne irgend eine Unterbrechung und zwar am Dienstage, Donnerstage und Sonntage, nach Umständen mit Veilagen. Bei wichtigen Ereignissen mit Extrablättern. Fünster sssssssssssssssssss Paderborn, Dienstag, den 18. Mai. 1852. Vierteljährlicher Abonnementspreis in Paderborn 20 Sgr.; bei allen Prs anstalten in Preußen 25 Sgr.; im übrigen Deutschland 1 Thlr. Inserake werden mit 1 Sgr. die 4spaltige Zeile oder deren Raum berechnet. Uebersich t. Deutschland. Berlin, Königl. Ordre in Sachen des evangel. Consistoriums. Veränderung der Landwehr. Lösung der Ministerkrisis. Baldiger Schluß der Kammern. Köln, die Gelder zur Brücke genehmigt. Hannover, minist. Vorlage auf Veränderung der Verfassung. Halle, Versammlung der Industriellen. Leipzig. Messe schlecht. Weimar, Kaiser von Rußland. Wien, die Memoiren von Görgey verboten. Standrechtliche Erschießung. Ausland. Frankreich. Paris, das Feuerwerk hat Fiasko gemacht. Großbritannlen, Geburtstag der Königin. Die Erbschaftssteuer. 1. X Paderborn, 17. Mai. Wir haben kürzlich einen Vorschlag zur Abbülfe der Verarmung des Landvolkes untersucht, wir wollen heute einen anderen ähnlicher Art der Prüfung unterzieben. Herr Theodor Hilgard, der Aeliere, hat in einer bei Groos in Heidelberg erschienenen Broschüre:„Zwölf Paragraphen über Pauperismus und die Mittel, ihm zu steuern" denselden Gegenstand behandelt, wie der Correspondent der Frankfurter Postzeitung. Von äbnlichen Voraussetzungen ausgehend kömmt, er auf dasselbe Resultat— die Auswanderung. Nur schlägt er zur Verwirklichung derselben ein scheinbar praktischeres Mittel vor. Doch wir werden seben. Auch ihm ist der Noibschrei der Armuth, welcher aus fast allen Theilen Deutschlands, Frankreichs und Englands ertönt, herzerschütternd und gefahrdrohend.„Er ertönt so laut und allgemein, daß er nicht länger überbört werden darf. Die rasch zunehmende Verarmunz ganzer Bevölkerungsmassen, der rus unde, unhetmlichr Wort„Pauperismus“ sein Dasein verdankt, ist unstreitig das größte Uebel unserer Zeit; dieses Uebel zu Heilen, die größte und wichtigste Aufgabe derselben. Die Tharsache dieser Verarmung hier näher darzuthun, wäre überflüfsige Mühe. Wer Augen hat zu sehen, und Ohren zu bören, kann darüber nicht im Zweifel sein. Aus Frankreich und England, geben statistische Berichte über diesen Gegenstand die furchtbarsten Resultate.“ Wir geben von vorneherein zu, daß der Berarmung abgeholfen werden müsse, ja wir gehen noch weiter und sagen, es ist die. Aufgabe der Ewigkeit, das Wohlbefinden der Geschöpfe zueverbessern. Wir erlauben uns aber, hier eine Bemnerkang anzuknüpfen. Es ist ein Irrthum vieler, meistens der wohlwollendsten Menschen, daß sie rurch eine Panacee, ein Wutzdermittel, welches in einem symbolischen materielleren Jahrhundett der Stein der Weisen sein sollte, auf einmal alles Das erringen zu können glauben, wonach das MenschenK. Berliner Speisehäuser. Daß das Köchen eine Kunst ist, hat wohl noch Niemand geleugnst. Daß aber auch das Essen eine Kunst sei, ist noch nicht allgetein genug anerkannt. Wir könnten indeß, um diesen Ausspruch zu beweisen, kamhafte Beispiele aus der Geschichte anführen; wir könnten von din lukullischen Mahlen der römischen Kaiserzeit berichten, bei denen alle, selbst die erkünsteltsten Bedürfnissen auf so rafsinirte, Weise befriedigt wurden, daß unsere heutigen Gourmands beschämt sich als Stümper bekennen müßten. Allein wir gebören nicht zu jener historischen Schule, die über Dinge, welche am Wege liegen, sich erst Raths erholen müssen bei den alten Aegyptern oder Babyloniern. Auch ist es durchaus unsere Absicht nicht, dem wählerischen Geschmack des höheren Speisekünstlers nachzuspüren: denn darin izme Kunst zu finden, wäre keine Kunst. Daß aber die einfachste Befriedigung eines normalen Appetits sogar auf tiefen Gesetzen zund Regeln der Kunst beruhe, wollen wir am Beispiele der Berliner Restaurationen darthun. Wo könnsen wir besser den Beweis für unsern Satz finden, als getade in Berlin, wo alle Bedürfnisse, so lange sie normal, naturgensäß auftreten, das Bürgerrecht nicht bekommen? wo sie erst umgestimmt, künstlich abgestumpft werden müssen, um dann künstlich aufgeregt und befriedigt zu werden? Seitdem Berlin durch Ei#nbahhn und Staatseramina immer mehr zum Centralisationspunkt der zubtiten deutschen Großmacht geworden ist, hat man reichliche (Velegestheit; zu beobachten, in welch komischem Widerstreit sich der durch Montesquien und die preußische zweite Kammer noch nicht entnerbte Magen eines Sodnes der Provinz mit den auf blasirte Verdauungssysteme berechneten Speise=Einrichtungen der Residen; befindet. Der Deputtrte aus den Eichenwäldern Westphalens, der pausbäckige Sohn Hinterpommerns, der seinen dicken Kopf und sein dünnes Collegienheft mit Stahl'scher und Hengstenberg'scher Weisheit anzufüllen bemüht ist, kurz Alle, die das Essen gedankenlos zu betreiben prleaten, sie sino zuerst stumm erstaunt, dann laut sittlich entrüstrt, gaß sie ungesättigt von Tafeln aufstehen, wo die ausgeschlecht seit Jahrtausenden gerungen hat, wonach es ringen wird und muß, so lange es existirt. Sie stellen ihre Jdren sofort in einem System zusammen, das nun wie ein resormatorischer Talismann, sobald es adoptirt sein würde, Segen und Heil über die Menschheit verbreiten soll.“ Wir glauben, daß es mindestens sehr langweilig ware, weun die Menschen die vollkommene Glückseligkeit so bald und so leicht erhalten könnten. Nein,— es ist die Bedingung unserer Existenz, daß wir ein Ziel der Vollkommenheit nie erreichen, sondern einem solchen entgegenstrebend immer fortschreiten müssen. Die Natur ist zu mannichfaltig, als daß alle ihre Kräfte und Nüancen in Eines Menschen Hirn zusammengefaßt und geistig überwältigt werden könnten. An diesem Riesenmaterial haben Völker, haben Jahrtausende, haben Welten zu arbeiten. Alles, was wir zunächst verlangen und erringen können, ist ungefesselte Bewegung. Die Reformen selbst können nie mit einem System abgeschlossen werden, denn was die jetzige Generation befriedigen würde, möchte für ein künftiges Jahrbundert viel zu wenig sein. Oder, um den Sinn dieser Worte in ein praktisches Beispiel zu fassen: Gebt Freizügigkeit, Freibeit der Gewerbe und des Handels, dann werden die Güter und Kräfte, gleich dem Blute im Körper, ungestört umlaufen und sich zum allgemeinen Wohlbefinden vertbeilen, denn nur wo dieser Kreislauf gestört wird, da tritt Stockung und Krankheit ein. Doch zur Sache. Zuvörderst eine Frage. Warum„ertönt der Rothschrei der Armuth“ gerade aus Deutschland, Frankreich und England am meisten? Warum weniger oder gar nicht aus Rußland, Kamschatta, aus der Türkei, aus Spanien, aus Indien, aus Ctina; aus China, wo die Eltern das Recht haben, die Kinder auszusetzen, wo in Mißjahren Hunderttausende Hungers sterben? Warum„ertdbut der Nordschrei“ Verabe aud ern vret: wohlhabendsten Ländern der Erde? Die Antwort ist einfach. Gerade weil es die geistig und materiell am besten sich besindenden Länder sind, eben darum ist man da am ehesten zur Erkenntniß des Uebelstandes gekommen. Und die Erkenntniß ist immer der erste Schritt zur Verbesserung. Ist der Leser Kandidat irgend einer Wissenschaft gewesen, so wird er die Wahrbeit dieser Beobachtung bezeugen. Wenn man mit dem Studium einer Wissenschaft beginnt, ist man in der Regel sehr mittheilsam darüber. Das am Morgen Gelernte wird nicht selten am Abend zum Besten gegeben. Der Gang wird schon stolzer, der Blick zuversichtlicher im Bewußtsein der geistigen Schätze, die man in so kurzer Zeit erobert zu haben glaubt. Nach einiger Zeit aber, die bei dem Einen kürzer, bei dem Andern länger sein mag, stellt sich ein kleiner Zweifel über diese wissenschaftliche Weihe ein. Der Zweifel geht in Unzufriedenheit mit sich selbst über und endlich kommt man zu der Ueberzeugung, daß man eigentlich noch gar nichts wisse. Das aber ist der Wendepunkt. Wer Ausdauer und Kraft genug besitzt, um nicht an sich selbst zu verzweifeln, un d das ist doch bei den meisten Menschen der Fall, der macht von diesem Moment an wirkliche, rasche, reelle Fortschritte. Rehnlich scheint es mir bei den Völkern zu sein. So lange die Sclaverei und die Leibeigenschaft existirten, wurde nie eine Klage über den Zustand dieser unglücklichen Meuschenklassen laut.= Seitdem dieselben aber emanzivirt sind, füblt man erst, wie wenig noch für sie getban ist. Dieses Gefühl aber, diesee Bewußtsein, ist schon der Sporn, dew erste Schritt zur weitee ren Reform. Ohne uns also im Mindesten in unseren Bemüburgen für die materielle Verbesserung der Volkszustände einschlätern zu lassen, müssen wir zu unserer Berubigung uns doch gesteben, daß sie jetzt unendlich besser sind, ols in den verflessenen Zeiten, ohne auch nur der neuen materiellen Güter zu gedenten, mit welchen wir durch die Wissenschaft und die Ersindune gen zu erhöbtem Genusse bereichert worden sind. Hr. Hilgard siebt seinerseits die Ursache der Roth hauptsächlich in zwei Uebelständen: 8 1„ 1) der Uebervölketung: 2) einem unerhörten Mißverhältniß im Besitze. Die Mittel der Abhülfe siebt er in einer*.--—. 1) von Staatswigen geleiteten und unterstützten Auswanertands unm piunun umpminens mutelen# 2) theilweisen Ab#uderung der Gesetze bier Intestat=Erbfolge, d. h. in einer progressiven Erdschal###steuer. Die Auswand führlichsten Speise=Register ihrer harrten; erst allmälig, nachdem sie öfters mit Magen, die leer von Nahrung, und Herzen, die übervoll von Bekümmerniß und Sehnsucht nach den Fleischtöpfen Aegyptens, sich entfernt haben, beginnen sie zu ahnen, daß man hier nicht roh empirisch, sondern wissenschaftlich und systematisch verfahren müsse. Es gibt aber in einer Stadt, die eine so vielverzweigte ständische Gliederung hat, wie die Herren von der Kreuzzeitung nur wünschen können, begreiflicher Weise eine unendlich reiche Mannigfaltigkeit in den Speisehäusern. Welche Zwischenstufen liegen zwischen den eleganten Tratteurs unter den Linden, wo Herren mit jungen Jahren und alten Gesichtern, mit eleganten Toiletten und defekten Waden und Haartouren an einer Reibe seiner Schüsseln naschen, bis die Zeit zum Theater, d. h. zum Verdauen für sie herangekommen; wo Leute mit weißen Westen und Halsbinden diniren, die mit verachtendem Lächeln auf ewig sich von Euch abwenden, wenn Ihr jemals so unglücklich waret, zu behaupten, daß man„für einen Thaler fein zu Mittag speisen könne"; und andererseits zwischen jenen dunkelen kellerartigen Lokalen der entlegeneren älteren Stadttheile, wo alten verbürgten Sagen zufolge die Messer und Gabein an Ketten liegen, um nicht manchen Gästen mit zweidentigem oder vielmehr unzweideutigem Acußern eine übermäßige Anhänglichkeit zu bezeugen; und wo dem Gaste für seinen Sechser seine Portion Suppe vermittelst einer klystierartigen Spritze auf den Teller befördert wird, die augenblicklich ihres Inhalt wieder aufsaugt, sobald eine Miene zum Nichtbezahlen gemacht wird! Doch lassen wir diese Ertreme. Schauen wir uns nach den Zwischenstufen um, nach den Leuten der„goldnen Mitte“, die dem Kultursorscher reichen Stoff der Beobachtung dieten. Treten wir einmal gleich in eine Restauration. Es will eben 12 Uhr schlagen. Eine Reibe von größeren und kleinern Zimmern ladet uns ein. Einige Haupttische bilden die Mitte, während in weiser Oekonomie die Ecken und Fensterwände mit kleineren Tischen ausgefüllt sind. Zwischen den aufgestellten Stühlen bleibt eber genug Raum für die schüsselbeladenen Kellner sich durchzuwinden. Noch ist es leer; nur die Kellner bewegen sich in den Grägzen ihrer Reviere, um noch einmal einen Revisionsblick über das Ganze zu hatten. Nun aber rücken einzelne Gäste heran. Es sind alte Hagestolzen, Leute mit abgeschabten, aber sauber gebürsteten Röcken und dem Bewußtsein der erfüllten Dienstpflicht in den faltigen Gesichtszügen, pensionirte Registratoren und Kanzelisten. Sie begeben sich mit stumm würdigem Gruß an ihre angestammten Plätze, die gewöhnlich an der Schmalseite eines Tisches liegen; denn der Pensionirte weiß es aus langer Praris zu schätzen, was es beißt, die Etlenbogen frei zu haben und nicht vom Nebenmann gedrängt zu werden. Sie ergreifen die Serviette, die sie kunstgerecht auf ibrem Schoße zu entsalten wissen oder auch wohl um den Hals befestigen. Um diese Zeit ist die Stunde der jungfräulichen Tischlucher und Servietten: noch sind erstere nicht defleckt durch verschüttete Sancen, umgestürzte Senfbüchsen und vergeudete Kraftbrühen; noch tragen letztere nicht die Tättovirungen von Lippenspuren, an denen man die ganze Speisekarte mit Muße sturiren könnte. Alscann lassen sie sich von den dienstwilligen Kellnern die Speisekarten reichen, in deren Studium sie sich alsbald angelegentlich vertiefen. Wohl ist es ein Studium! Die erfahrnen Praktiker nissen ver allen Dingen, was es für eine Bewandniß hat, mit den glänzenden franzssischen Namen der Speisekarte, die so Manchen Neuling ähnlich blenden wie andere berühmte Namen von hochgelehrten Professoren, welche hinter dem gleißenden Titel nur die kraftlosen Ragous ihrer Vorlesungen verbergen. Sie wissen ferner, daß man genisse Speisen schon a priori als ungenießbar betrachten muß, und mit mutleidigem Lächeln hören sie z. B., wie der Richteingeweihte sich eine„Weinsuppe“, oder einen Kloß von gehacktem Fleische bestelle. Zwar„ins Innere der Natur(d. h. der Küche) dringt kein„geschaffener Geist,“ und der gewiegte Stammgast verlangt auch nicht nach solchem Eindringen, da ihm unwillkürlich das Schiller'sche „Und der Mensch versuche die Götter nicht....—# Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, Was sie gnädig bedeckte mit Nacht und Grauen;“ in den Sinn kommt. Andre Speisen freilich kann man nur####, steriori, b. h. nach vielfach angestellten elend abgelaufenen Verst1 S4 das Mittel der Auswanderung sei bei weitem nicht binreichens. Gebe es überhaupt ein besseres und mächtigeres Heilmittel,## müsse es, um nicht in das Land der Träume zu gebörrn, von der Art sein, daß es die öffentliche Ordnung und Sicherheit nicht gefährdet, von jeder gewaltsamen oder grellen Einwirkung auf bestehende Verhältnisse sern ist und vor Allem das Eigenthumsrecht nicht antastet. Einem solchen Mittel glaube er auf die Spur gekommen zu sein und schlage es muthig vor, weil langes und unbefangenes Nachdenken ihn überzeugt habe, daß die Schwierigkeiten, welche es bei'm ersten Anblick darzubieten scheint, leicht zu beseitigen sind, wenn man nur den Muth hat, althergebrachte aber unwesentliche und schlechtbegründete Gewohnheitsideen fahren zu lassen,— wozu ja obnebin der mächtige Genius der neuen Zeit uns se vielfach zwinge,— und ein großes Uebel durch ein großes Mittel zu beilen. Er bezeichnet dieses Mittel vorerst durch folgende Worte: * Gründung eines allgemeinen Erbfondo für Unbemittelte, traft eines Gesetzes, welches die IntestatErbfolge für die entfernteren Grave der Seitenverwandtschaft gänzlich aufbebt und alle Erbschaften dieser Art dem allgemeinen Erbfonde für Unbemittelte zuweist; von Erbschaften in näheren Graben aber, wenn der Nachlaß reich ist, demselben Zwecke gewisse Prozente des Nachlasses widmet, deren Preportion steigt, je reicher die Erbschaft und je entfernter der Verwanetschaftograd ist. Die Prüfung dieses Vorschlags müssen wir auf einen weiten Artikel versparen. Deutschland. I Paderborn, 16. Mai. Gestern Abend ½6 Uhr starb zu Berlin in Folge eines Blutsturzes Geheimrath Dr. Schmidt, dessen Verdienste um unsre Stadt in bleibenden Andenken sein werden.— t Berlin, 16. Mai. Daß man in der Zollvereins=Angelegenheit, wie im politischen Gebiete eher vermittelnd zu Werke gebi, als Prinzwpienfragen entscheidet, als Maßstab zugleich für die Beurtheilung der zukünftigen Gestaltung unserer politischen Oekonomie und ökonomischen Politik mag Ihnen dienen, daß die Ministerkrisis durch eine„Versöhnung“ erledigt worden ist. Taß indessen der Ministerpräsident den Sieg davon getragen zu haben scheint, dafür spricht der kleinlaute Ton der„N. Pr. Ztg.“, sowie die Thatsache, daß Regierungsrath Scherer„auf seinen Wunsch“ an eine rheinische Regierung versetzt wird. Auf den ferneren Verlauf der Zollkonferenz=Verhandlungen wird diese Lösung jedenfalls von guter Vorbedeutung sein, wie denn überhaupt die Aktien des Darmstädter Sonderbunds etwas schlechter zu stehen den Anschein haben. Die russische Regierung nämlich soll, obwohl sie sich gleichzeitig gegen alle Einmischung in die deutschen Angelegenheiten verwahrt, ihre Ansicht dahin ausgesprochen haben, daß die Errichtung einer dritten Zollgruppe zu gefährlich sei, und diese kleineren Staaten an die eine oder die andere Macht sich anschließen sollten,— also Zollverein oder Anschluß an Oesterreich. Ob aber Baiern z. B. in seinem hohen Selbstbewußtsein mit Oesterreich sich gesicherter fühlen darf, als mit Preußen im ZoAverein, davon gibt die Geschichte hinlängliches Zeugniß und Sie haben in Nr. 53 Ihres Blattes sehr richtig darauf hingewiesen. Vorgestern war wieder eine Sitzung der Zollkouferenz, in welcher die Peinztpienfragen zur Sprache gekommen sind. Man hat sich zwar noch über nichts verständigt, aber bezeichnend war doch die Haltung der Bevollmächtigten; indem der preußische auf den Vorlagen unserer Regierung bestand, während bei den Anderen ein ziemliches Laviren sich bemerklich machte. Auch war noch keine Antwort auf die definitive Frage unserer Regierung wegen Eristenz der Darmstädter Beschlüsse eingetroffen.— Die aus dem Frankfurter Schutzzellverein autgetreienen Mitglleder Oegenteib, Lueg, Ahgel u. A. haben auf den 25. d. M. eine Versammlung des Gewerbeund denicstentet dei Zoilurreins nach dalle uudgeschrichen auf der lediglich für die Erhaltung des Letzteren gewirkt werden soll.— Die Prage über die Zusammensetzung der ersten Kammer soll, wie an beit, des fehter dommen nicht wahr vergelest wrden. Wbelwehr seii ens Antesche Beichulen weicheber und ein wrgstenes Gesch einer nach denseiben gebüldeten ercten Lammer zur Gbenehmte gung vorgelegt werden.— Auch außer dieser und der Zollvereinsrage gibt es noch Dinge, welche in die Geschicke Preußens tief einzugreifen vermögen. Die Reorganisation, welche der Landwehr bevorsteht, kann dieses für uns so wichtige Institut wesentlich ändern, denn wenn die Landwehr= Cavallerie von der Landwehr-Insanterie gerennt, alse nicht mehr Landwete und Aintg, sondern nur Wastengetunger unterschieben und die Anppenthmer derseiben Wosfengzte tungen halb mit Linie, halb mit Landwehr gefüllt werden, dann ist die Landwehr wesentlich modifizirt.— Kaum minder wichtig ist die folgende königliche Ordre in Beziehung auf den epangelischen Oberkirchenrath: 1) der epangelische Oberkirchearath ist verpflichtet, eben so wohl die evangelische Landeskirche in ihrer Gesammtheit zu verwalten und zu vertreten, als das Recht der verschiedenen Konfessionen und die auf dem Grunde desselben ruhenden Einrichtungen zu schührn und zu pflegen. 2) Der evangelische Oberkirchenrath besteht aus Gliedern beider Konfessionen. Es können aber nur solche Personen in denseiben aufgenommen werden, welche das Zusammenwirken von Gliedern beider Konfessionen im Regimente mit ihrem Gewissen vereinber finden. 3) Der evangelische Oberkirchenrath deschließt in den zu seiner Entscheidung gelangenden Angelegenheiten kollegialisch nach Stimmenmehrheit seiner Mitglieder. Wenn aber eine vorliegende Angelegenheit der Art ist, daß die Entscheidung nur aus einem der beiden Bekenntnisse geschöpft werden kann, so soll die konfessionelle Vorfrage nicht nach den Stimmen sämmtlicher Mitglieder, sondern allein nach den Stimmen der Mitglieder des betreffenden Bekenntnisses enschieden werden, und diese Entscheidung dem Gesammtbeschlusse des Kollegiums als Grundlage dienen. Dieses Verfahrens ist in den betreffenden Ausfertigungen zu gedenken. — Die 1. Kammer hat vorgestern das Postgesetz erledigt und gestern das Zeitungsstenergesetz ohne eine Veränderung angenommen. Die Controle über die Zeitungssteuer und die Erhebung derselben soll nach den Absichten der Regierung in folgender Art chen kennen und schätzen, d. h. vermeiden lernen. Das„bocuf### la mode“, ein bei unsern Traiteurs sehr beliebter Artikel, wird ein keslender und erfahriner Mann weisse öbergehen, da er Kinzsleich, das zuerst einige Mal zur Erzeugung von Kraftbrühen gediene, dann an mehreren Tagen als„Kinderbruß“ mit irgend einer vornehm titulirten Sauee an den Zweifelmuth der Gäste gescheitert, und nun im letzten Stadium ganz in die wohlthätige Umhüllung einer undurchsichtigen braunen Brühe getaucht ist, nicht auf die Prode zu stellen wünscht. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Der Gebrauch die Frauen zu verkaufen scheint in England noch nicht abgekommen zu sein. Vor einigen Tagen verkaufte ein Mann auf dem öffentlichen Markte in Nottingham seine Frau für einen Schilling, wobei er das um ihren Nacken geschlungene neue Seil, welches einen halben Schilling gekostet hatte, noch in den Sauf geb. gstahe de Zestungt=Verlege gbt zu Anfang seies Quartals die Steuer= Classe an, in welche sein Blatt nach seiner eigenen Schäihung gepirt. Bie eina zur Mite dei gshen Onartol=Ronates kontrolirt und event, berichtigt die Steuer=Behörde diese Schätzung und nimmt die Deklaration der Anzahl von Exemplaren entgegen, welche der Verleger im Laufe des Quartals abzusetzen gedenkt. Die so deklarirte Anzahl wird sodann mir dem Zeizungssteuer=Stempel verschen und die Steuer vorbehaltlich der Nach= orer Vorzahlung, für den Fall eines die vorausgesetzte Anzahl übersteigenden Debite, demgemäß erhoben. Auch der Pochhammersche Vorschlag auf Wiedereinführung der vormärzlichen Stempelsteuer ist in der ersten Kammer wieder aufgenommen worden. — In der 2. Kammer wurden gestern und vorgestern die Ergänzungen des Einjührungsgesetzes zum Strafgesetzbuch, welche die Competenz der Schwurgerichte in engere Grenzen ziebt, und die Gemeindcordnung verbankelt. Auf eine Interpellation von Vincke über die Pairsftage erwiederte der Ministerpräsident, daß das Ministerlum nicht antworten könne. Derselbe gab zugleich den Schluß der Kammersession als wahrscheiplich in der Mitte dieser Woche an. Die N. P. Z. glaubt, daß die Kammern nicht„vertagt,“ sondern förmlich„geschlossen“ werden sollten. Berlin, 11. Mai. Dem Vernehmen nach sollen nunmehr die schon längere Zeit proponirten Veränderungen in der Organisation und Hormation der Armee Allerböchsten Ortes genebmigt sein und ins Leben treten. Die wichtigsten Punkte in Bezug hierauf sind bei der Infanterie: 1) das Eingehen der bisherigen LandwehrBrigaden; 2) die Zusammensetzung jedes Armeekorps aus 4 Infanterie=Brigaden, jede„Infanterie, Brigade aus je einem Linien= und dem gleichnamigen Eaudwehe=Regiment bestehend, so weit nicht die gegenwärtigen Dislokationen ausnahmsweise das Zusammentreten ungleichnamiger Regimenter bedingen; 3) die Uebertragung des Aushebungs=Geschäfte an die Infanterie=Brigaden. Bei der Cavallerie soll jedem Linien=Capallerie=Regiment em Landpehr=Cavallerie.=Regiment zu vier Schwadronen von gleicher Gattung angeschlossen werden. Das letztere führt fernerhin die Waffen des resp. gleichnamigen Linien=Capolerk=Regiments. Mit dem Eintreien obiger Beränderungen wird zugleich eine Dislokation verschiedener Regimenter der Insanterie und Cavallerie und deren Stäbe zur Ausführung kommen.(N. Pr. Z.) — Die Kaiserin hat gestern unserm Ministerpräsidenten eine halbstündige Audienz in Pottdam ertheilt. Köln, 14. Mai. In der Angelegenbeit der festen Brücke bat der Gemeinderath die von der Regierung erforderten 100,000 Thir. bewilligt und die Köln=Mindener und Rheinische Bahn zur Zahlung der verlangten Summen sich bereit erklärt. — Vorgestern sind Dr. Becker und seine Mitangeklagten von dem Anklagesenat vor die Assisen verwiesen worden. Es bleibt nun dahzingestellt, ob die Verhandluag bis zur nächsten regelmäßigen Assise ausgesetzt bleibt, oder ob in der Zwischenzeit eine außerordemtliche Assise stattfinden werde. ennover, 14. Mai. Heute sind die Kammern eröffnet und sofort mit tigfeingreifenden Vorschlägen von der Regierung überrascht worden. Dieselben bezwecken nichts weniger als eine wesentliche Veränderung der 1848 festgesetzten Verfaßsung. Wer weiß wie ruhig und zufrieden das hannoversche Volk unter der bisherigen gelebt hat, wird die Zweckmäßigkeit der Vorschläge vollkommen ermessen können, die wir ihrem wesentlichen Inhalte nach hier folgen lassen. Das Ministerium findet in der Verfassung Gebrechen, die unter dem Einflusse der revolutionären Zeitverhältnisse von 1848 entstanden sind und bei der jetzigen festeren Gestalt der Dinge in Deutschland der Heilung bedürfen. Um diese Heilung zu bewirken, werden unter ausführlicher Motivirung den Ständen Anträge auf Abänderung einer Reihe von Paragraphen des Verfassungsgesetzes vom 5. Okt. 1848 angesonnen, zunächst die Beseitigung des§. 2, kraft dessen nach Erledigung des Thrones der Thronolger die Regierung des Königreichs mittelst eines Parents antritt, durch welches er bei seinem königlichen Worte die unverbrüchliche Festhaltung der Landesverfassung verspricht. Statt dessen soll die Bestimmung der Landgsverfassung von 1840§. 14. hergestellt werden, daß der Thronfolger nach erledigtem Thron die Regierung des Königreichs unmittelbar antritt, ohne daß es dazu irgend einer weiteren Handlung bedarf. Der Grundsatz der Glaubens= und Gewissensfreiheit(L. 6) soll mit einem andern vom christlichen Staate vertauscht werden. Die Befugniß der Gerichte über die Grenzen ihrer Zuständigkeit selbst zu entscheiden(§. 10) wird aufgegeben und dafür zur Entscheidung von Competenzstreitgkeiten die Errichtung eines zur Hälfte aus Richtern, zur Hälfte aus Verwaltungsbeamten besiebenden Staatsgerichtshofes angeboten. Ferner zwingerde Verscheiten für Geneinbebeamte, sohald se Londetangelegenheiten zu besorgen haben(§. 18). Umbildung beider Kammern. In Bezug auf die erst: Kammer werden solche Veränderungen empfohlen, die dem abligen und größten Grundbesitze eine genügende Vertretung sichern, was die Regierung durch Errichtung von Majeraten, durch Ertheilung von erblichem Stimmrecht 2c. zu erstreben sucht. Neben dem ritterschaftlichen soll jedoch auch der bürgerliche Grundbesitz seine Vertreiung finden. Für die Wahlfähigkeit wird ein erhöbter Census vorgeschlagen. Neben dem Erblandmarschall sollen ständige Mitglieder der Kammer sein: der Erblandpostmeister, der Abi zu Loccum, die Bischöfe von Hildesheim und Osnabrück, der Präsident des Oberconsistoriums. Die Schule soll gar keine Vertreter mehr in die Kammer schicken:— vom Handel und Gewerde nur die Großhändler und großen Fabrikanten. Statt der Anwälte sollen künftig die Anwaltskammern Deputirte wählen 2c. In den Motiven zu den Vorschlägen für die Neubildung der ersten Kammer wird mit Beionung der provinziallandschaftlichen Frage und der Nothrendigkeit einer Verstängigung in derselben gedacht.— Die zweite Kammer soll ebenfalls eine greße Verönterugg erleiden und namenlich des zülgemeine Stimmrecht, selbst in seiner jetzigen Gestalt bei indirekten Wahlen, wegfallen. Die Wahlfähigkeit soll an das Gemeinde=Stimmrecht gebunden werden, die Vertreter von Flecken und Städten von Magistrat, Bürgervorstehern und Wahlmännern gewählt werden. Vom Könige ernannte Mitglieder sollen, statt zwei, vier in der zweiten wie in der ersten Kammer sitzen.— In§. 52 soll die Bestimmung gestrichen werden, daß die Kammer die Gegenwart der Minister verlangen können: in§. 102 die, nach welcher ein ständischer Beschluß gegen gesetzverletzende Minister deren Entlassung im Gefolge bat. Auch die erste Kammer soll auflösbar sein. Die Regierung(heißt es in dem Schreiden) verhehlt sich nicht, das ihre Vorschläge auf Böüdertgruch sloßen weriden, ober se hot übenengt von deren Noche wendigkeu, sie nicht vorenthalten dürfen und empfiehlt sie der sorgsligen, wnden Grrhgung. Leipzig. 12. Mai. Wi: die Waarenmesse schlecht ausgesallen ist, so fällt auch die Buchhändlermesse fast schlecht aus. Ter Absatz an Büchern ist nur ein geringer gewesen, und die sogenannten Kredse sind in erschreckender Mengezurückgekommen. Am schlechtesten sind die Schriften über Politik, am besten die über Auswanderung gegangen, was gewiß für die jetzigen deutschen Zustände sehr bezeichnend ist. Das Publikum scheint vor allen Schriften, welche über Politik handeln, einen wahren Eckel zu haben, der freilich der Erfahrung gemäß stets nach Uebersättigung mit einer und derselben Speise emntritt. Verhältnißmäßig guten Absatz gegen die letztvergangenen Jahre haben die Schriften über Kunst, Wissenschaft und Gewerbe und die besten belletristifchen Schriften gefunden. Obwobl der Absatz der Bücher nach der österreichischen Monarchie noch immer der größte im Verhältniß zu den andern Staaten ist, so hat derselbe doch in Folge des schlechten Standes des östreichischen Paviergeldes gegen früber ziemlich abgenommen, da natürlich die österr. Buchhändler den Minderwertb der österreich. Banknoten auf die Bücher schlagen, worurch dieselben bisher um etwa 20 Prozent vertheuert worden sind. Was die gegenseitige Abrechnung zwischen den Buchhändlern anlangt, so vernimmt man, daß dieselbe einen günstigen Verlauf aimmt, und daß die Zahlungen prompt geschehen. Auswärtige Buchhändler sind übrigens nur in sehr geringer Anzahl zur Stelle.— Der Kleinhandel der Waarenmesse geht sehr flau. Der Absatz ist nur uubedeutend, und auch in diesem Handel Hnd die Preise sehr gedrückt, so daß man nichts als Klagen von Seiten der Verkäufer hört. Der schlechte Ausfall dieser Messe hat sich übrigens schen an den bedeutendsten sächsischen Fabrikorten dadurch geäußert, daß die Fabrikarbeiter in großer Anzahl entlassen worden sind. So haben allein in der Stadt Glauchau 300 Weber ihren Abschied erhalten, und ähnlich ist das Verhältniß in allen andern Fabrikorten und in allen Fabrikationezweigen.(Schw. M.) Pyrmont, 12. Mai. Die Pyrmonter Bürgerwehr hat factisch aufgehört zu eristiren: sämmtliche Waffen wurden eingesordert und sind bereits abgeliefert.(Pyrm. W.=Gl.) Aus Thüringen, 12. Mai. Vor einigen Tagen ist der Herzog Bernhard von Weimar, welcher seit längerer Zeit holländischer Gouverneur in Batavia, vor einigen Monaten eine Erholungereise angetreten hatte, in seiner Vaierstadt eingetroffen.— Die Staatsregierung in Altenburg hat dem Landtage eine Vorlage gemacht, in welcher, dem Bundesbeschlusse vom 25. August v. J. gemäß, die Aufhebung der Grungrechte beantragt wird.— In Hohenleuben, einem reußischen Waldorte, hat sich vor einigen Tagen ein trauriger Vorfall ereignet. Zwei Soldaten, zum Forstschutze dabin commandirt, lagen in einem Quartiere. Am 3. d. Mts, waren sie in demselben mit dem Laden ihrer Gewehre beschäftigt, und scherzend richtete der eine der Soldaten an den andern die Frage: „ob er ihn erschießen solle?. Dieser bejahte dieselbe und in dem Augenblicke entlud sich auch das Gewehr des Ersteren und die volle Schrotladung fuhr dem andern in die Brust. Der Getroffene erhob sich noch einmal, stürzte aber sofort todt vieder. Der unglückliche, absichtslose Thäter(denn, daß nur durch Zufall das Gewehr desselben losgegangen, haben zwei in der Stube anwesende Frauen bezeugt) eilte sogleich in ein nahes Gehötz, wo der später, schon leblos an einem Baume hängend, gefunden wurde. Beide Todte, einst Jugendfreunde, wurden mit militärischer Feierlichkeit bestattet und in einem Grabe wieder vereinigt.(F. J.) Weimar, 13. Mai. Heute Abend um 6 Uhr ist Se. Majestät der Kaiser von Rußland mit einem Ertrazug von Dreoden kommend zum Besuch des großherzoglichen Hofes hier eingetroßfen. Der Erbgroßherzog war Ihm bis nach Halle entgegengereist und auf dem Bahnbof empfing Ihn der Großherzog, mit welchem Er in einem offenen Wagen Sich in das großherzogliche Residenzschloß gegab. Allgemeine Bewunderung erregte die wahrhaft masestätische Gestalt und Haltung des Kaisers, und alle, welche sich Seiner aus dem Jahre 1838, wo er zum letzten Male Weimar mit Seiner Gegenwart beehrt bat, noch erinnerten, stimmten darin überein, daß Er Sich seit jener Zeit nur wenig verändert habe.(P. B.) Frankfurt, 14. Mai. Dem Prosessor Roßmäßler, welcher hier Vorlesungen zu halten heabsichtigte, wurde der Aufenthalt in unserer Stadt und deren Gebiet polizeilich untersagt. Stuttgart, 12. Mai. Der„Beobachter“ ist gestern Abend wieder mit Beschlag belegt worden und zwar sind es nicht weniger als 5 Artikel, die ihm als Grund dieser Maßregel angegeden nurden, darunter ein Arttkel,„der Kaiser kommt!“ überschrieben. Auch dem„Eulenspiegel“ ist es letzten Samstag so ergangen wegen einer Carrikatur auf den Prinz=Präsidenten. Darmstadt, 11. Mai. Wir bringen eben in Erfahrung, daß der Präsident der ersten Kammer, Graf Solms-Laudach, eines der einflußreichsten, intelligentesten Mitgliedet des deutschen Vereins zum Schutz der Arbeit, seinen Ausirit aus demselben angezeigt hei: zugleich wird uns berichte:, daß auch würtembergische, badische und batrische Mitglieder sich von einer Verbindung des Schutz=Bereine losgesagt haben, der seit seiner letzten Generalversammlung sich in der öffentlichen Meinung gründlich ruinirt dat. München, 10. Mai. Von den gestrigen Haussuchungen wurden hetrofen die Literaten und Zestungs=Cerrespondenten: Dauzer, Hauf, Prager, Würzburger, Ringler. Bei dem Vorletzten wurde das Conzept eines Briefes, bei dem Letzten ein Teauerspiel imitgenommen, welches aber die Polizei wieder zurückstellte. — König Ludwig und Königin Therese werden sich wahrscheinlich demnächst nach der Pfalz und dann nach Aschaffenburg begeben.(A. Z.) Wien, 13. Mai. Görgey's Memoiren sind verboten worden. Der Loyd enthält einen Artikel worin er sich mit einer maßlosen Geringschätzung über die Preuß. Kammern ausspricht.— Die Siber. Zernig“ sogt heue in einer Betrachtung über die Zollfrage:„Sie könne von der Ueberzeugung nicht lassen, daß ein zweckmäßiges Schutzollsystem dem Vortheile des großen Theiles der deutschen Staaten, Preußen insbesondere mit eingerechnet, am besten zusage, und sie glaube, daß die Rücksicht auf einige nordteutsche Ochtes die vom Bilbenbanhet und von Santban vorugemeitichen. nur eine untergeordnete Geltung verdiene.“— Der Minister des Innern Dr. v. Bach hatte eine Privatausienz beim Kasser von Rußland.— Zur Erinnerung an die Anwesenheit des Kaisers in Wien, wird eine Medaille geprägt. Auf der einen Seite enthält dieselbe die Brustbilder der Kaiser Franz Josef und Nicolaus, auf der Kehrseite aber eine passende Exinnerungsschrift.— Vom Müitär=Standgerichte zu Kecskemet ist Michael Fülsp, gewesener Honved, wegen Diebstahls und Raub und des underechtigten Wassenbesitzes schuldig befunden, am 6. d. zum Tode durch Pulver und Blei verurtheilt und dieset Urtheil an selbem Tage an ihm vollzogen worden.— Der Energie fortgefül wir das großart ten. Die beiden len noch in diese Ital eners Talad kommen. Die 2 Ebene werden ze Schweiz. in der Bundessta der österreichische ben, dagegen ab Baumwollenwaare Handels= und Zo gierung von Baie lich Patenttaren=E Gegenseitigkeits=A Tessiner Arbeiter nicht 50 Frcs. vor ren konnten. Ein langte durch den bat die französische Strenge gegen di die Schwierigkeit! gehoben sein.— beschlossen, vor we genden Pläne, die nochmals einläßlich Wallis wird die n reichische Regierung östreichischen Telegr demselben beizutrete trächtlich vorgerückt. werden, als in Fra in Belgien, wo sie hat das Auschlagen Ldeckung der Sonde# sicherun:? csellscha austragt, 10 Fr. Itaen.— der Kaiser von R Butenieff ei glänz Großfürsten Nicolau heimischen und ausl — Rom, 4. M Michael kl. 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Mächte mit einem solchen ner neuen Zustimmung erkennen sie also die Vol Nachfelge sollen sie jedo Falle des kinderlosen Ab an die Bourbonen falle. sich in solche Details ein schon ein Ausauf gemacht der Provinzen zu benutzer sammlung gehalten und e sen, wie wir das schon be die Finanzen für die Dau wenn die grenzenlose Verst ermessen. Nach den vieler schon einregistriren müßten werk allein kostet 300,000 stiften. Ein ironisches Sa Feuerwerken leicht zufrieden dorben wurde. Dasselbe hat gingen wegen schlechten We sonderem Interesse erscheint Nummer des ministeriellen Proklamirung des Kaiserrei obwohl in sehr gewundenen in dem Tone der beiden Re blie“(der beute wieder eine schenden Widerspruch nicht men will, daß der eine für nmesse schlecht ausgefast schlecht aus. Der sen, und die sogenanngekommen. Am schlechten die über Auswandeutschen Zustände sehr len Schriften, welche saben, der freilich der t einer und derselben gegen die letztverst, Wissenschaft und gefunden. Obwohl Monarchie noch imStaaten ist, so hat s östreichischen Panatürlich die österr. Banknoten auf die wa 20 Prozent verchnung zwischen den ieselbe einen günprompt geschehen. hr geringer Anzahl e geht sehr flau. sem Handel Knd lagen von Seiten Messe hat sich abrikorten dadurch entlassen worden 00 Weber ihren n allen andern chw. M.) zerwehr hat facrden eingefordert Tagen ist der Zeit holländiine Erholungeroffen.— Die ie Vorlage gegust v. J. ge*.— In Hoeinigen Tagen korstschutze dad. Mts. waren eschäftigt, und n die Frage: und in dem eren und die er Getroffene rr. Der unfall das Gee anwesende o der später, urde. Beide verlichkeit beR Se. Mam Dreoden ingetroffen. geretst und chem Er in nzschloß geraßestätische Seiner aus it Seiner berein, daß 3.) r. welcher enthalt in i Abend weniger den wuren. Auch sen einer fahrung, d. eines Vereins gt bei: che und Vereins sich in dungrn Dauwurde wtgewahre iung nrden. lösen Die Zo. weckder esten tsche ben des von in #ält auf 1. n. N. 9 en worden.— Der Bau am Semmering wird nunmehr mit erneuerter Energie fortgeführt werden; es fehlt nicht an Versicherungen, daß wir das großartige Werk im Sommer 1853 vollendet sehen dürften. Die beiden Tunnels, das Klein'sche und Fleischmann'sche, sollen noch in diesem Sommer fertig werden; der riesige Viadukt des Ital eners Talachini dürfte im nächsten Frühjahr zur Vollendung kommen. Die Versuche mit den neuen Lokomotiven auf der schiefen Ebene werden zeitweise wiederholt. Ausland. Schweiz.— Aus der Schweiz, 9. Mai. Aus Wien ist in der Bundesstadt die Nachricht eingegangen, daß mit Ende Juni der österreichische Militärkordon an der Schweizer Gränze aufgehoben, dagegen aber die früber bestandene amtliche Kontrolle der Baumwollenwaaren wieder eingeführt wird.— Das schweizerische Handels= und Zolldepartement zeigt den Ständen an, daß die Regierung von Baiern, gleich der von Würtemberg geneigt ist, bezüglich Patenttaren=Befreiung der Handelsreisenden mit der Schweiz in Gegenseitigkeits=Verhältnisse zu treten.— Vor Kurzem wurden Tessiner Arbeiter an der sardinischen Gränze zurückgewiesen, weil sie nicht 50 Frcs. vorweisen und den Beweis sichern Auskommens führen konnten. Eine Beschwerde der Tessiner Regierung darüber gelangte durch den Bundesrath an das Turiner Cabinet. Das letztere hat die französische Einwanderungs=Erschwerung als Grund seiner Strenge gegen durchreisende Arbeiter bezeichner. Gegenwärtig soll die Schwierigkeit durch Bemühung des Schweizer Konsuls in Turin gehoben sein.— Die Bernhardsstraßen=Conferenz in Freiburg hat beschlossen, vor weiterm Eintreten über die Ausführung der rorliegenden Pläne, die Frage einer Eisenbahn über die Walliser Alpen nochmals einläßlicher Prüfung zu unterwerfen. Die Regierung von Wallis wird die nöthigen Untersuchungen anordnen.— Die österreichische Regierung ist ersucht worden, den Mitgliedern des deutschöstreichischen Telegraphen=Vereins anzuzeigen, die Schweiz wünsche demselben beizutreten. Der Lehrkursus der 70 Telegraphisten ist beträchtlich vorgerückt. Die Taren sollen bedeutend niedriger gestellt werden, als in Frankreich, wo die Depesche auf 15 Fr. und selbst in Belgien, wo sie auf 8 Fr. kommt.— Die Genfer Regierung hat das Auschlagen des Aufrufs für die National=Unterzeichnung zur Ldeckung der Sonderbundsschuld untersagt. Die schlesische Feuerversicherine“ Ghesellschaft hat ihre Generalagenten für die Schweiz beaustragt,(0 Fr. zu zeichnen.(N.=Z.) Ita en.— Rom, 6. Mai. Gestern, am Geburtstage der Kaiseri von Rußland hat der Russische Gesandte Herr von Buteuieff ein glänzendes[Fest zu Ehren der beiden anwesenden Großfürsten Nicolaus und Michael veranstaltet, zu dem viele einheimischen und ausläudischen Notabilitäten eingeladen wurden. — Rom, 4. Mai. Die russischen Großfürsten Nikolaus und Michael kk. HH. sind gestern Abend hier angelangt und haben heute den Papst besucht.— Der Vorsteher der neu eingerichteten Gefängnisse ist von unbekannter Hand ermordet worden. — In Rom wird wirklich mit der Bildung einer päpstlichen Armee der erste Anfang gemacht. Bis jetzt belaufen sich die enrollirten Rekruten nur auf 1000 Mann. Je nachdem sich die Zahl der päpstlichen Soldaten vergrößert, soll die französische Occupations= oder„Protektion““=Armee vermindert werden. — Die„Gazetta Piemontese“ vom 8. Mai enthält Folgendes: „Morgen ist der durch das Gesetz vom 5. Mai 1851 für die Feier des konstitutionellen Staatsgrundgesetzes bestimmte Tag. Mit Stolz und Freude erinnern wir uns an die Gründung unserer politischen Freiheiten, an die Großmuth des Königs Karl Albert, der dieselben seinem Volke verlichen hat, und an die Sianohaftigkeit, mit welcher König und Volk sie vertbeidigt haben. Um 10 Uhr wird eine feierliche Dankmesse in der Kirche„Madro di Dio“ zelebrirt werden. Der König, die Prinzen, das Parlament, die Behörden, die Militärkorps, die gelehrten Körperschaften und die Studenten werden dieser Feierlichkeit beiwohnen.“ Dieselbe Zeitung veröffentlicht ferner ein königl. Dekret, durch welches die italienische Sprache als offizielle Sprache für alle Universitäten des Königreichs erklärt wird. Die Professoren der Theologie und der lateinischen Beredsamkeit werden jedoch bei ihren Vorträgen den Gebrauch der lateinischen Sprache beibehalten. — Turin, den 11. Mai. Herr Ratazzi ist zum Präsidenten und Her Voncompagni zum Vicepräsidenten der Deputirtenkammer erwählt worden. Der Syndikus von Turin läßt so eben eine Proklamation an die Bürger Turins affichiren, in welcher er sie auffordert, dem Beispiele des Senates, der Deputirten=Kammer und des Munizipiums zu folgen und die Gelder, welche sie zur Feier des KonstitutionsFestes bestimmt, zur Unterstützung der Verunglückten des Borgo Dora zu verwenden. Frankreich.—*“ Paris, 14. Mai. Fast mit jeder Post aus Paris trifft eine Bestätigung der Meinung ein, die wir in Beziehung auf den Operationsplan zur Herstellung des Kaiserthums aufgestellt haben. Seltsamerweise sollen sich nun auch die Mächte mit einem solchen zufrieden gestellt haben, sofern es aus einer neuen Zustimmung der Nation hervorgehe. Auf diese Weise erkennen sie also die Volkesouveränetät an. In Beziehung auf die Nachfelge sollen sie jedoch den Wunsch geäußert haben, daß im Falle des kinderlosen Absterbens L. Napoleons die Krone wieder an die Bourbonen falle. Wir bezweifeln übrigens, daß die Mächte sich in solche Details eingelassen haben. Während der Festtage ist schon ein Ausauf gemacht worden, um die anwesenden Bewohner der Provinzen zu benutzen. Es wurde eine imperialistische Versammlung gehalten und ein Petitionensturm an den Senat beschlossen, wie wir das schon vor Wochen vorausgesagt haben. Wie aber die Finanzen für die Dauer in Ordnung gehalten werden sollen, wenn die grenzenlose Verschwendung fortdauert, daß läßt sich kaum ermessen. Nach den vielen nutzlos vergeudeten Millionen, die wir schon einregistriren müßten, die enormen Festausgaben! das Feuerwerk allein kostet 300,000 Fr. Wie viel Gutes ließe sich damit stiften. Ein ironisches Schicksal hat indessen gewollt, daß den mit Feuerwerken leicht zufrieden zu stellenden Kranzosen der Spaß verdorben wurde. Dasselbe hat gänzlich Fiasko gemacht. Wie es heißt, gingen wegen schlechten Wetters die Bomben nicht los.— Von ganz besonderem Interesse erscheint der leitende Artikel in der heutigen Nummer des ministeriellen„Pays“ der gegen jede Uebereilung bei Proklamirung des Kaiserreiches, ja gegen das Kaisertdum selbst, obwohl in sehr gewundenen Ausdrücken eifert. Man kann sich den in dem Tone der beiden Regierungsorgane dem„Pays" und„Publie“(der heute wieder einen fulminanten Cesarartikel bringt) herrschenden Widerspruch nicht leicht erklären, wenn man nicht annehmen will, daß der eine für Frankreich und der andere fürs Ausland bestimmt sei. Das„Pays“ sagt: Ein auf einem Feste geborenes Kaiserthum hätte nichts Ernsthaftes haben können. Es hätte etwas von Caprice und Fantasie und nichts von dem sozialen Gedanken des 2. Dezember an sich gehabt. Das Kaiserthum, wenn es eines Tages gemacht wird, kann nur aus dem intimen Gefühle des Landes hervorgehen; es wird nie Anmaßung sondern eine Noibwendigkeit und ein durch den Alles legitimirenden Willen des Volkes legitimirtes Resuliat sein. Von diesem Gesichtspunkte aus ist es erlaubt eine Eventualität, die alle Gemüther beschäftigt, vorauszusehen, anzukündigen und selbst zu wünschen. Es ist aber nicht erlaubt auch nur um einzige Minute der Stunde der Nothwendigkeit vorauszueilen. Und übrigens, was ist das Kaiserthum weiter als ein Name. Was Gutes an dem Kaisertbum ist, das haben wir schon. Wenn das Kaiserthum vor 3 Tagen proklamirt worden wäre, was hätten wir gewonnen? Wir hätten einen Kaiser statt eines Präsidenten, einen Thron statt eines Fauteuils, das wäre aber auch Alles. Nicht das Kaiserreich will Louis Napoleon kopiren, sondern die Gesellschaft reorganisiren. Das ist seine Aufgabe, eine schöne, edle Aufgabe, die viel höher steht, als kaiserlicher Ehrgeiz. Es ist nicht genügend die Revolution besiegt zu haben; dies ist nur ein negatives Resultat, man muß die„Demokratie organisiren, welche die gegenwärtige Lebensbedingung für Frankreich ist, und immer mehr für Europa sein wird.“ Wir haben oft über das wunderbare Glück des Prinzen nachgedacht, der jetzt der Chef eines großen Volkes ist, nachdem er der Gefangene eines Königs war. Wir glauben nicht, daß Gott je ein ähnliches Glück noch einem zweiten Menschen verliehen hat. Je mehr wir aber darüber nachdenken, desto mehr bleiben wir überzeugt, daß für den, der heute dessen Früchte genießt, nachdem er dessen Schmerzen geschmeckt hat, nur ein Mittel ist sich dessen würdig zu zeigen, nämlich sich selbst böher als sein Glück zu stellen und es durch die Tugenden eines guten Menschen und durch die Kaltblütigkeit eines Staatsmannes zu beherrschen.“—„Univers“ beklagt sich über die schlechte Behandlung der Geistlichkeit von Seiten der Regierungen in Baiern und in Freiburg im Breisgau.— Der„Moniteur“ enthält einen Bericht über die eben vollendete Volkszählung in Frankreich, vom Minister des Innern. Daraus gehr hervor, daß sie sich auf 35 Mill. 781,821 Einwohner beläuft, und daß sie in den letzten fünf Jahren nur um 381,142 Seelen zugenommen habe, welches nachtheilige Resultat der immer mehr sich zeigenden Abnahme von Heirathen und den vielen Auswanderungen zugeschrieben wird. Ein einziges Departement„Passes Alpes“ zählt allein in derselben Periode 11,000 Auswanderer.— Ein Dekret des Präsioenten organisirt die Verwaltung und Controle der Sparkassen.— Das gestrige Feuerwerk hat die durch Journalprogramme und andere Veröffentlichungen angeregten Erwartungen vollständig getäuscht. Das in unzählbaren Massen herbeigeströmte Publikum hatte erwartet, daß es einem noch nie gefehenen Schauspiele beiwohnen würde, und der Anfang des mit einer lebhaften Canonade eröffneten Feuerwerks versprach wirklich Außergewöhnliches. Ungefähr 10 Minuten nach dem eine große Anzahl fardiger Feuerbouquete geschleudert wurden, steckte man den Triumphbogen an, der ungefähr 5 Minuten lang im schönsten Brillantfeuer brannte, gleich darauf explodirte das gewöhnliche Schlußbouquet aus Tausenden von Raketen bestehend und das Publikum war nur mit Mühe zu überreden, daß damit schon Alles zu Ende war. Man hat in P.eis alle Jahre bedeutendere und schönere Feuerwerke, die als Zugabe zu anderen Festlichkeiten gegeben wurden, abgebrannt, es ist also kein Wunder, wenn das aus 400,000 Menschen bestehende Publikum, wovon ein Theil die von Spekulanten errichteten Plätze theuer bezahlt hatte, ziemlich unbefriedigt den Schauplatz verließ. Das Hauptstück soll versagt haben.— Herr Courtais, ehemaliger General der Nationalgarde von Paris, der in Folge der Dezemberereignisse zur Verbannung verurtheilt wurde,'st auf Verwendung einer hohen Person vom Präsidenten begnaoigt worden, und hat sich auf seine Landbesitzung in Doyel zurückgezegen.— Der vom Kriegsgericht in Bordeaur zum Gefängniß auf Lebenszeit verurtheilte Eskadronschef Peyronni ist vom Präsidenten begnadigt und seine Strafe in 10jährige Verbannung verwandelt worden.— Die gestern Abend nach Beendigung des Feuerwerks ausgebrochene Feuersbrunst, die einen rothen Schein über ganz Paris verbreitete, hat, wie wir so eben erfahren, ungeheure Fourage=Magazine, Holzläger, Wagenremisen und Fargenniederlagen, welche in einer großen Einhegung im Faubourg St. Antoine beisammen lagen, vollständig zerstört. Der verursachte Schaden wird auf 200,000 Fr. geschätzt. Fast nichts ist versichert gewesen. Nur den vereinigten Anstrengungen von 25,000 Löschenden konnte es gelingen dem weitern Umsichgreifen der Flammen Einhalt zu thun. Leider sind mehrere Menschen verunglückt.— Eine Deputation der Händlerinnen des Tempelviertels begab sich heute Morgens, großen Theils zu Wagen, nach dem Elysee, um dem Präsidenten Blumenströuße und vergoldete Adler darzubringen. — Die Agenten der Staatsdomaine— berichtet die„Assemblee Nationale“— haben am vorigen Freitage des orlennsschen Gutes Raincy sich bemächtigt, wie sie schon früher mit Neuilly und Monceaur gethan hatten. Ein Domainen=Beamter und ein Forst=Inspektor erschienen, von dem Maire zu Livry in seiner Schärpe und einem Schlosser begleitet, am Gitterthor des Parks. Der Verwalter verweigerte ihnen den Eintritt. Nach dreimaligen erfolglosen Aufforderungen wurden die Schlösser erbrochen und die Verwaltungs=Beamten drangen in das Innere des Gutes ein, welches sie im Namen des Staates in Besitz zu nehmen erklärten.— In den Ställen der Präsidentschaft sind fünfzig neuangekaufte Jagdpferde eingetroffen. Auch sind für das Elysee eine Menge von Packwagen, leichten Fuhrwerken, Sätteln, Körben 2c. bestellt worden, da der Präsident im Laufe des Sommers glänzende ländliche Feste und Jagden veranstalten will.— Als Nachfolger Persignys, der angeblich das Ministerium des Innern gleich nach seiner Heirath niederlegen will, bezeichnet man de Thorigny.— Der Senator de Heeckeren, einer der ergebensten Anhänger L. Napoleons, ist mit besonderen Aufträgen nach Wien abgereist.— General Cavaignac hat im Departement Puy=de=Dome ein Gut angekauft, das er einen Theil des Jahres hindurch mit seiner jungen Gattin bewohnen will. — Die Schlösser von St. Cloud, Versailles, Fontaineblau, Meudon und Compiegne sollen bedeutende Verschönerungen erhalten.— L. Rapoleon empfing heute Morgens die Abgeordneten der Armee und hielt folgende Anrede an sie: Offiziere, Untcroffiziere und Soldaten! Ich habe, vor Ihrer Adreise, einige Worte der Glückwünschung und Aufmunterung an Sie richten wollen. Es lag mir daran, Ihnen zu sagen, wie sehr es mich bei der letzten Feierlichkeit erfreut hat, mich von den Vertretern unserer tapfern Armee umgeben zu sehen, und sie zu versichern, daß meine Gesühle der Achtung und der Sympathie für alle die Corps, aus denen sie besteht, die nämlichen waren. Es gibt ohne Zweifel viele Dienste, viele Verdienste, die ohne Belohnung geblieben sind; aber, glauben Sie es, der Tag der Gerechtigkeit wird für einen Jeden nicht ausbleiden. Wenn übrigens diese Belohnungen ein Recht sind, so sind sic doch werer in Ihren Augen, noch in den meinigen die Haupttriebfeder. Was Ilre Stärke und Ihren Ruhm ausmacht, ist, daß wenn man von Ebre und Vaterland reret, nichts mit Ihnen unmöglich ist. Dies ist eie wahre Triebfeder der Armee, die, welche nie fehlen wird, und die, auf welche ich rechne. Bringen Sie mit Stolz Ihren Regimentern diese Fahnen heim, die verehrten Symbole unseres Nationalruhmes, und auf denen sich die Gesdichte jedes Regimentes geschrieben findet. Ich vertraue sie Ihrer Vaterlandsliebe an. Sagen Sie Ihren Waffenbrüdern, daß mein Gedanke stets in ihrer Mitte ist, daß ich immer bereit bin, ihre Gefahren zu theilen, wie ich ihre Liebe und Hingebung für die Größe und Wohlfabrt Frankreichs theile. ** Paris, den 15. Mai. Bezeichnend für die jetzige Lage Frankreichs sowohl, als für die Ansicht,„daß nicht Alles Gold ist, was glänzt,“ daß L. Napoleon sich lange nicht so sicher fühlt, als er und seine Anhänger in Frankreich und Oesterreich sich, den Anschein geben wollen, bezeichnend dafür, sage ich, ist es, daß in französischen Blättern nicht einmal die unschuldigen Briefe Changarnier's(Eidesverweigerung) und des Grafen Chambord abgedruckt werden dürfen. Deshalb sind auch auswärtige Blätter, welche sie enthielten, wie die„Indep. und Emancipation belge“ an der Post confiscirt worden. Wegen des Briefes von Changarnier wurde sogar Ministerrath gehalten, in Folge dessen nun doch das„Pays“ den Brief morgen soll bringen dürfen.— L. Napoleon hat eines Tages gesagt, er wolle keine Corruption wie unter Louis Philipp. Wie weit er aber die Stellenjägerei der Deputirten, wodurch diese zu der damaligen Zeit an das Ministerium gefesselt worden sind, reformiren will, davon giebt folgende Anekdote Zeugniß. Ein Deputirter aus dem Süden verlangte neulich etwas für einen seiner Committenten. Der Minister antwortete:„Ist es der Deputirte, welcher spricht? In diesem Falle thun wir nichts. Wir werden auf das Verlangen nur achten, wenn es die hierarchische Reihenfolge einbält. Ist es der alte Freund des Präsidenten, der spricht? dann werde ich bewilligen, was Sie verlangen.“— Die Soldaten haben einmal ihren Götzen Napoleon und werden ihn nicht so leicht verlassen. An der gestifteten Medaille hängen sie enthusiastisch, obgleich Faustin I. auf Haiti auch einen Orden der Ehrenlegion gestiftet hat, den neulich bei dem Essen des Marineministers zwei Marinccapitäne trugen. Es ist zu verwundern, daß diese nicht sofort bestraft wurden, da der Charivari in den verflossenen Jahren so oft von Kaiser Faustin II. gewitzelt hatte. Ein Soldat, der die neue Medaille trug, wurde gefragt: Sind Sie zufrieden mit dieser Dekoration, mein Braver?:„Pardien, mein Herr, ich muß wohl kitzlich sein in diesem Punkt, weil es„eine große Gunst“ ist, die Napolcon den Marschällen bewiesen hat, indem er sie ermächtigte, dieselbe zu tragen.“ Dieser Ausdruck stand nämlich mit berechnetei Schlauheit in dem Dekrete des Präsidenten. Der gesetzgebende Körper beschäftigte sich gestern mit der Berathung des Budgets und die Regierungsanträge werden wahrscheinlich angenommen. Heute beschäftigte er sich mit dem Gesetz über Verbrechen, welche von Pranzosen im Auslande begangen werden.— Lucian Murat soll Commandant aller Nationalgarden in Frankreich werden.— Die Olbes=Verweigerungen sind gahlreicher als man anfänglich gedacht hatte, besonders unter den Gelehrten. Deohalb ist es wahrscheinlich, daß die Ausnahme, welche bei kem Astronomen Franz Arago gemacht worden ist, auch auf Andere ausgedehnt wird. Von heute an ist die Coaversion der Renten vollendet. Uebermorgen nird die Auszahlung der gekündigten Renten von 1,773,180 fr. also von 35.463,600 fr. Kapital vorgenommen.— Wem kommt nicht Schiller's berühmtes Gedicht„der Ring des Polykrates“ in den Sinn, wenn er wie gestern den Pays von dem Glück L. Buonaparte's jubeln hört. Der Letziere selbst sscheint düstere Abnungen zu haben. Mau befürchter bei jeder Gegelenheit Meuchelmörder. Man soll bei dem letzten Fest vor einer Mörderin gewarnt haben und hatte deshalb ein strenges Auge auf alle Frauen auf dem Militärball, doch die neue Charlotte Corday erschien nicht. In Beziehung auf das Kaiserthum, erzählt man jetzt, soll L. Napoleon immer eine Ahnung der hohen Stellung gehabt haben, die ihn erwarte.(Natürlich; da er von Jugend auf nur in dem Gedanken darin erzogen war; wie er ja auch, nach dem Berichte unseres Privatkorrespondenten auf dem Arenenbeiß den Kaiserwunsch seinem Holzhacker mitgetheilt hatte.) Dem Bischof von Amiens habe L. Nap. zur Zeit, als er in Ham saß, diese seine feste Ueberzeugung mitgetheilt, aber hinzugefügt, daß er das Kaiserreich nicht wieder aufrichten wolle, weil in diesem Augenblicke sein Glück, seine Erfolge zu Ende sein, sein Stern untergehen würde. Ganz richtig; deshalb wird die unerdittliche Nemesis ihm aber gerade noch den Kaisermantel umhängen.— Nach der Nachricht eines Correspondenten der Indep. Belg. ist Letztere wegen der Mittbeilung des Briefes von Chambord sogar verboten.— Im Ratbhaus gab der Präsikt gestern einen Riesenpunsch. Persigny brachte einen Toast auf die Armee aus, worin er sagte: Ihr seid größer, als Eure Väter von Marengo, Austerlitz und Wagram; denn diese haben bloß eine Culiuridce mit ihren siegreichen Adler durch die Welt getragen, während Ihr in einer Zeit des„Schwindels und der Corruption“ die Tugend Eurer Väter bewahrt habt und indem Ihr dem Neffen des Kaisees in seinem muthigen Unternehmen unterstütztet, die Ehre Frankreichs rettetet.“ Man sagt, daß die Generale Lamorciere, Le Zlé und Bedeau dem Beispiele Changarnier’s folgen werden. Auf diese Weise werden, da die Eidesverweigerung als Entlassungen gelten sollen, vier Stellen als Generallieutenants vacant.— In Grenoble hat die Polizei eine Pulverfabrik entdeckt, die bei einem Pastetenbäcker eingerichtet war. Es scheint jedoch mehr ein Spekulationsunternehmen als ein volitisches Erablissement zu sein. Spanien.— Madrid, 10. Mai. Es verbreitet sich das Gerücht, welches jedoch vielen Widerspruch findet, daß nämlich das Ministerium die prozektirten Veränderungen in der Constitution und am Wahlgesetze aufgegeben habe, weil sich die öffentliche Meinung zu entschieden dagegen ausgesprochen hat Großbrikannten.— London, 14. Mai. Gestern ward bier der Geburtstag der Königin gefeiet.— Die Goldminen in Australien ziehen nicht nur die ganze Bevökerung des Landes, sondern auch die Mehrzahl der Schiffmannschaften an, so paß die Regierung gezwungen war, strenge Maßregein gegen das Desertiren der Matrosen zu ergreifen. znruai D) 1 Türker.— Zara, 6. Mai. Die alte Fehde zwischen den Montenegrinern und den Türken ist neuerdings ausgebrochen. Im Kadiluk Gatko wurden 900 Schafe, 90 Pferce und Ochsen, meist Gristlichen Bewohnern angehörend, antführt. In Niksich ward ein mobamedanischer Hirt enthauptet; außerdem wurden 200 Ziegen geraubt. Zablreiche bewaffnete Räuberbanden— man versichert, ee gebe deren 50 bis 60— durchstreifen die Herzegowina. Die österreichische Gränze ist vollkommen ruhig.(Lloyd.) Amertra.— Newyork, 1. Mai. Kossuth und seine Gefährten sind in Cineinnati glänzend bewirthet worden. Dem ihnen zu Ehren in Boston veranstalteten Bankett wohnten 900 Gäste bei. Von da sollte die Reise nach Salem, Lowell, Manchester, Albany, Troyz und Buffalo gehen.— In Columbia, im Staate Pensylvanien, ist gestern ein vermeintlicher flüchtiger Selave von dem zu seiner Verhaftung ausgesandten Beamten erschossen worden. Letzterer ist nach Maryland gefloben: doch hat der Gouverneur von Pensylpanien seine Auslieferung verlangt und will ihn unter der Anklage des Mordes vor Gericht stellen. — Lola Montez hat wiederum ein Kamor=Abenteuer gehabt, und zwar diesmal mit einem italienischen Grafen, der sich in einer Privat=Gesellschaft bei der genannten Dame in Howard House in Newyork so weit vergessen haben soll, ihr in's Gesicht zu schlagen. In der auf diese Provokation folgenden Schlägerei ward der Italiener sehr übel zugerichtet.— Die von Indianern bewohnten Distritte der Union scheinen vergleichsweise leidlich rubig zu sein. Ein Häuptling hat wegen eines Angriffs auf amerikanische Reisende 10 Leute seines Stammes hinrichten und einen lebendig begraben lassen. — In dem Territorium Utah will man in großartigem Maßstabe den Versuch machen, Runkelrübenzucker zu fabriziren. Die dazu nothwendigen Vorrichtungen werden aus England herbeigeschafft, und 50 Wagen sind nach Kanesville geschickt worden, um dieselben nach der Salzseestadt zu bringen. — Neworleans, 18. April. Die Bewegung unseres Hafens Abertrifft jede Vorstellung; sie ist seit Jahren nicht so groß gewesen, wozu die Lebendigkeit des Baumwollen=Handels Vieles beiträgt und die Stockungen während des ungewöhnlich langen und strengen Winters. Der Andrang von Auswanderern, namentlich von Deutschen, ist außerordentlich groß; in verflossener Woche trafen über 5000 ein, die alle nach dem Westen stromaufwärts zieben, meist nach Missouri und Illinois.— Hier stellen sich die Wahlen rein demokratisch heraus, die Whigs haben gar keine Aussichten mehr.— Auf Hayti sind in der letzten Zeit wieder eine Menge Verhaftungen vorgekommen, und Kaiser Faustin hat nach seiner summarischen Prozeßfübrung 14 der Verhafteten sogleich süfiliren lassen. Weswegen, „R nicht bekannt. Börsen=Course der Staatspapiere und Actien. Berlin, den 15. Mai. Berlin, 15. Mai. Die Course der meisten Eisenbahn=Actien waren heute mehrsachen Schwankungen unterworsen, und wurden namentlich Düsseldorf=Elderselder, Berlin=Hamburger und Cöln=Mindener niedriger begeben, für andere Essekten stellten sich zu Ende der Börse die Notirungen günstiger. Preuß. Fonds im Allgemeinen etwas matter, in ausländischen geringer Umsatz. Geldcours. Spiritus loco ehne Faß 25⅞/ Thir. bez. mit Faß 25% Thlr: Br., 25 bez. u. G. Mai dito. Mai=Juni dito. Juni=Juli 25 u. 25¼ bez., 25¼ Br., 25 G. Juli=August 25½ Thir. bez. u. Br., 25¼ G. August=September 25½ Thir. Br., 25½ G. September=Okteber 24 a 23½ Thir. Br. Spirius still und ohne Preisänderung. Provinzial=Zeitung. Dortmund, 11. Mai. Der hiesige Staatsanwalt sichert 10—15 Thlr. demjenigen als Belohnung zu, welcher den Thäter folgenden Verbrechens ausfindig macht. In der Nacht vom 29. zum 30. v. M. wurde der Aufseher Peter Fonnenguth von dee Zeche Louise zweier Männer ansichtig, von denen der Eine einen mit Kohlen gefüllten Sack trug und die sich bei seiner Annäherung schleunigst zu entfernen versuchten. Der 2c. Fonneguth eilte auf den Letzteren, welcher mit einem baumwollenen Kittel von heller Farbe bekleidet war, zu, forderte denselben auf, stehen zu bleiben und suchte, als dieser forteilte, ihn festzuhalten. Er wurde aber zurückgestoßen und erhielt von seinem Gegner zugleich einen Pistolenschuß, dessen aus dickem Hagel bestehende Ladung unmittelbar seine Brust streifte. Verkehrs=Zeitung. [Landwirrbschaftliches.] Die Entdeckung des Herrn Dr. Voget ins Heinsberg, daß die Quelle der Kartoffelfäule im ungebundenen Ammoniak liege und daß die Düngung der Kartoffeln mit Stallmist, in dem das Ammoniak in ganz ungebundenem Zustande sich vorfindet, der Knollenfrucht nur schädlich sein könne, hat die Herrn J. J. und K. Schmitz in Köln veranlaßt eine Poudrettefabrik anzulegen, worin ein Staubdünger mit zu Grundlegung der gemachten Erfahrung bereitet wird, welcher der Kartoffelfäule vorbeugen muß. Wichtig für Damen! Perliner Muster und Modenzeitung. Eine Zeitschrift für weibliche Arbeiten und Moden, so wie zur Nachbülfe und zum Selbstunterricht bei Anfertigung der weiblichen Garderobe. Monatlich zweimal erscheint ein Bogen Text mit einem fein colorirten Pariser Modekupfer u. großer Musterbeilage, abwechselnd auch Ertra=Beilagen: Alle Buchhandlungen und sämmtliche K. Post=Anstalten nehmen für den Preis von 15 Sgr. pro Quartal Bestellungen darauf an! Die sein col. Damen=Modekupfer enthalten die neuesten Pariser Moden und werden gleich nach Aukunft von Paris ausgegeben. Die Musterbeilagen geben eine große Auswahl der neuesten weiblichen Arbeiten, Pariser Schnitte, zu Kleidern, in natürlicher Größe, um gleich danach zuschneiden zu können: Mantillen, Hauben, Hüten 2c. 2c. Der Text enthält neben den Erklärungen gute Original=Novellen, Pariser und Berliner Modeberichte, Redus, Räthsel, Charaden und Praktisches für's Haus und die Toilette. Keine Zeitschrift der Art gleicht an Vielseitigkeit und reichlicher Ausstattung der unsrigen; schon die frischen seinen Modekupfer, welche wir jedesmal zugeben, schließen jede Concurrinz aus. Die Bewohner kleiner Städte und auf dem Lande wollen ihre Bestellung darauf dem nächstgelgenen K. Postamte aufgeben, durch das sie stets 1— 2 Tage nach Erscheinen das Journal regelmäßig erhalten können. Verlag von Otto Janke in Berlin. We Seie nen KX Preis=Ermäßigung(von 10 Thlr.)auf 4 1 Thlr. Das vollständigste und populärste Werk über die ganze europäische Landwirthschaft—(das berühmte„Meison rustique“ der Franzosen): Der Landwirth des XIX. Jahrhunderts. Herausgegeben von einem Vereine praktischer Landwirthe. 50 Theile(circa 700 Bogen) Mit 2500 Abbildungen. Herabgesetzt(von 10 Thlr.) auf 4½ Thlr. oder 7 fl. 30 kr. in weiteren Kreisen zu verbreiten— ist der Zweck dieser Preis=Ermäßigung, wobei sich die Verlagshandlung nur Baarzahlung bedungen hat.— Das Werk zerfällt bekanntlich in fünf Hauptabtheilungen(von je 10 Theilen) und enthält: l. Die allgemeine Landwirthschaft.— II. Die Handelsgewächse und die Hausthiere.— III. Die landwirthschaftliche Technologie.— IV. Die Holzzucht und Forstwirthschaft. Landwirthschaftliche Gesetze und Verwaltung.— V. Die Gärtnerei, nebst einem Ueberblick über das Gartenwesen von Europa überhaupt und einem vollständigen Gartenkalender. Da der Vorrato completer Exemplare nicht mehr groß ist, so sind nur die Abschnitte l. und * UI.(von welchen stärkere Auflagen gemacht wurden) auch einzeln zu 27 Ser. oder 1 fl. 30 kr. (für 10 Theile) gegen baar zu haben. Stuttaart, im April 1852. Rieger'sche Verlagshanblung. Vorstehend angezeigtes Werk ist durch Wilh. Cräwell und Wesener in Paderborn zu beziehen. venöbebensssnnsanne Bekanntmachung. Am 21. d. Mis., Morgens 10 Uhr soll das dem Joh. Heinr. Schroeder zu Dorfbauerschaft gehörige Wohndaus öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung zum Abbruch verkauft werden. Salzkotten den 12. Mai 1852. Henze, u.=C. Köchin gesucht. Für einen Gastbof ersten Ranges wird, wegen Krankheitssall, sofert oder bis Juni, eine eingeübte, wehl empfohlne Röchin, gegen sehr gutes Salair, gesucht durch den Auctions=Commissär Riehl, Grandweg 889 in Soest. Westfälische Eisenbahn. Die Ausführung der Maurer= und ZimmerArbeiten zu den baulichen Anlagen auf den Haitestellen bei Bonenburg, Willebadessen und Buke, einschließlich der Lieferung der dazu erforderlichen Materialien, soll im Wege der Sudmission verdungen werden. Die betreffenden Bedingungen, Baupläne und Massen=Berechnungen sind im Bureau der 1. BauAbtheilung hierselbst zur Einsicht offen gelegt. Erstere können auch gegen Erstattung der Vervielfältigungskosten im Abdruck mitgerbeilt werden. Unternehmungslustige wollen ibre Offerten versiegelt und mit der Aufschrift versehen: „Offerte wegen Ausführung von Maurer=resp: Zimmer=Arbeiten zu den Bauten auf den Haltestellen bei Bonenburg, Willebadessen und Dute“ bis zum 21. d. M. Vormittags 11 Uhr der unterzeichneten Bebörde portofrei einsenden, in welchem Termine die eingegangenen Anerbietungen in Gegenwart der erschienenen Submittenten eröffnet werden sollen. Später eingehende, sowie solche Offerten, welchen die von den Submittenten vollzegenen Entreprise=Bedingungen und der Nachweis der die Kautionsbestellung nicht beillegen, können keine Berücksichtigung finden. Paderborn, 8. Mai 1852. Königliche Direktion der Westfälischen Eisenbahn. H. 2. Apotheken=Verkäufe. Es werden gesucht Apotheken mit 7000, 8000 und 10000 Tdtr. Anzablung. Es stedt eine Apothete zu verkaufen, wozu 12000 Thlr. Baarzahlung erfordert werden. Das Nädere bei Dr. L. C. Marquart in Bonn. en Kornhändler und Ziegelmehl= Lieferanten Herrn K.. v.! R. 1 fordere ich bierdurch auf das von mir im Beisein von Zeugen gekaufte Pferd abzunehmen, indem ich auf die Einholung der Genebmigung seiner Gattin nicht warten, eine solche Ausflucht auch Niemand billigen kann. 3. 6.:.... Westfälische StaatsEisenbahn. Zur Fertigstellung der Strecke zwischen Paderborn und Warburg sind noch folgende Eisentheile erforderlich, deren Lieferung und Aufstellung resp. Verlegung im Wege der öffentlichen Submission verdungen werden soll. I. Schmiedeeiserne Fahrbahnen. a) 3 Stück dergleichen Fahrbabnen in Bogenkonstruktion für Brücken=Oeffnungen von 15 Fuß lichter Weite; b) 2 Stück dito dito von 12 Fuß lichter Weite. II. Zum Oberbau der Bahn. a) 91,000 Pfund Winkeleisen zu den StoßVerbindungen; b) 110,000 Pfund eiserne Stuhlnägel. III. Zur Einrichtung der Bahnhöfe. a) 18,000 Pfund gußeiserne Zwangsschienen, jede zu 7 Fuß Länge; b) 3 Wasser=Reservoire von 14 Fuß Länge, 7 Fuß Breite, 6 Fuß Höhe; c) 3 Vorwärmer nebst Zudehör; d) 3 Wandkrahne desgleichen; e) 800 laufe. Fuß Bleiröhren von 3 Zoll Weite. Die Sudmissions=Bedingungen nebst Zeichnungen und Berechnungen sind im Büreau der 1ten Bau=Abtheilung hierselbst zur Einsicht offen gelegt; auch können auf Verlangen Copien derselben gegen Erstattung der Vervielfältigungs=Kosten mitgetheilt werden. Unternehmungslustige wollen ihre Offerten versiegelt und mit der Aufschrift versehen „Offerte wegen Lieferung von Eisentheilen“ bis zum„25. d. Mts. Vormittags 11 Uhr“. der unterzeichneten Behörde portofrei einsenden, in welchem Termine die eingegangenen Anerbietungen in Gegenwart der erschtenenen Submittenten eröffnet werden sollen. Später eingehende, sowie solche Offerten, welchen die von den Submittenten vollzogenen Submissions=Bedingungen nicht beiliegen, können keine Berücksichtigung finden. Paderborn, den 10. Mai 1852. Königl. Direktion u. 2. der Westfälischen Eisenbahn. Verkauf eines Rittergutes. Ein schönes in der Nähe von Köln gelegenes Rittergut, mit einem Flächenraum von 431 Morgen und vorzüglichen herrschaftlichen und Oeconomie=Gebäuden ist unter günstigen Bedingungen unter der Hand zu kausen. Die Karte des Gutes nebst dem CatasterAuszuge und den Verkaufs=Bedingungen#ind bei mir einzuseben. Düsseldorf, 8. Mai 1852. Otte, Notar. ut gebrannte Ziegelsteine(Felobrand) sino billig zu verkaufen. II. 2. G. Allner. R 62. Ksssss Erscheint wöchen Dienstage, Donners wichtizen Ereignissen Deutschland. Ber Kind überfahren Braunschweig Wien, Zwangse Ausland. Frankr britannien. S Grahams Brief. Der Verfasser gemeinen Erdsonde Bereich desselben d allgemeinen Erbson fallen: a. Alle Intestat wenn der Vi deuten, noch einschließlich, d. Von jeder I den Gesetzen vierten Grad c. Von jeder I Oheimen ode d. Von jeder I Neffen oder Viertheil. e. Bei Intestat Brüvern ode zufallen: Von den ersten 500 Von jedem weitern Von jedem Betrage und so weiter. I. Bei Intestatlebenden Ascer mungen gelten g. Bei IntestatDescendenten Antheile dem dören: K. Kurz nach 12 ur mender Haufe die Spe ten Universität sind be trockene Wissenschafte eingestößt hat. Um s. ling, in eine Restaure dem Lärm und Gedrän nem Magen das gefor Du als bloßer Forsch werden um diese Zeit es wird kein genugthu Jugend, die Hoffnung und Bändern, in dene blickst, wenn Du siebst Bonn mit dem großstä wenn Du vorausschaue künftigen ruhigen Poste erkennst. Mannichfaltiger n den. Da findest Du Arten von Residenzb.## gnügen auf kürzere Zeit jene Classe der Deputir genannte„Wilde" umh und die Stunden, die 1 geblich mit dem Siudin wöhnlicheren Schlages Paradicses verbringen. In den Lokalen, u valirt der Kaufmann, u typus mit Leichtigkeit d# dium des mosalschen St Redaktion, Druck und Verlag von Wilj. Crävell in Paderdern.