Coesteld-Ahanler Kreisblatt. JK 40. Samstag den 16. September. 18•18. Ueber die Pflichten und Rechte der Kirche und des Staates in Bezug auf die Volksschulen. (Fortsetzung.) Wir glauben nicht, daß es jemanden im Ernste einfallen könne, zu fragen: Die Kirche soll den Erwachsenen predigen, aber soll sie auch die Kinder lehren? Wo finden wir geschrieben: daß Christus und seine Apostel Kinder unterrichtet haben?— Es ist allzu einleuchtend, daß Christus und seine Apostel und alle die, welche nach ihnen bis auf unsere Zeiten das Evangelium unter ungläubigen Völkern verkündigt haben, sich nicht an die Kinder zunächst wenden konnten. Es ist allzu einleuchtend, daß die Kinder nur durch ihre Eltern, die zunächst für den Glauben gewonnen werden mußten, zu demselben gelangen konnten; aber eben so einleuchtend ist, daß, wie jetzt die Verhältnisse stehen, die Kinderjahre es sind, in welchen der Mensch das Christenthum und damit den Lebenskeim aller wahren Bildung aufnehmen soll. Was dem jugendlichen Gemüthe früh eingeflößt wird, das hält lange; das christliche Leben und die guten Sitten, an welche das Kind früh gewöhnt worden ist, werden ihm zur andern Natur. Sollen wir nun annehmen, daß der Heiland von dem so allgemeinen strengen Gebote: Lehret alle Völker, verkündigt das Evangelium jedem Geschöpfe, gerade dasjenige Alter ausgeschlossen haben sollte, welches vor Allem das Alter der Bildung, welches für die Auffassung himmlischer Wahrheiten am empfänglichsten ist, und für welches dieselben am wirksamsten werden. Freilich mußte unser Heiland seine Apostel zunächst an die Erwachsenen senden, aber er hat ihnen auf eine höchst nachdrückliche und eben so rührende und anziehende Weise ans Herz gelegt, wie es dereinst in seinem diesseitigen Gottesreiche— in seiner Kirche — gehalten werden solle, wenn dieselbe auf der Erde festen Fuß gefaßt haben würde. Es war ein Streit unter ihnen darüber entstanden, wer von ihnen der größte im Himmelreiche sein werde.„Und Jesus rief ein Kind, stellte es in ihre Mitte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret, und werdet wie die Kinder: so werdet ihr nicht eingehen ins Himmelreich. Wer sich selbst erniedrigt, wie dieses Kind, der ist der größte im Himmelreiche. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber eins von diesen Kleinen ärgert, die an mich glauben, dem wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Halz gehängt, und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ Matth. 18, 2— 5. — Sener zu. dan ihr Keines von diesen Kleinen verachtet, denn ich sage euch, daß ihre Engel im Himmel immer das Angesicht meines Vaters schauen, der im Himmel ist.“ Das. V. 10.— Bei einer andern Gelegenheit nahm Jesus einen Knaben, stellte ihn in die Mitte seiner Jünger, und nachdem er ihn umarmt hatte, sprach er zu ihm: Wer einen solchen Knaben aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf: wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern denjenigen, der mich gesandt hat. Mark. 9, 35. 36.—„Sie brachten ihm die Kindlein, daß er sie berühren möchte. Die Jünger aber bedrohten diejenigen, welche sie brachten. Als Jesus dieses sah, wurde er darüber unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn solchen 159 An Marie. Bei Uebersendung meiner ersten Oden. So eilt denn hin, ihr lieben Erstgebornen, Ihr Kinder meiner warmen Jugendbrust, Des Glücks, zu nahen meiner Auserkornen, Der schönsten Sängerin, euch stolz bewußt! Es führe Freya euch nur solche PPfade, Wo Eifersucht nicht drohend schleicht und schielt, Verhüll' euch tief dem Blick, der ohne Gnade, Ein Jugendfeind, euch Rechenschaft befiehlt! Zehn heiße Stunden müssen noch vollenden, Dann schaut sie euch schon himmlisch lächelnd an, Dann zittert ihr in Liebchens zarten Händen, Es weht euch warm ihr süßer Odem an! O welch ein Glück, in jenen Augenblicken, Wo lieblich Roth die Wangen überhaucht, So nah zu sein den seelenvollen Blicken, Wenn ihr die Gluth von ihrem Antlitz saugt! Dann dürft ihr ruhn an ihres Busens Hügel, Ihr selbst, ihr dringt ins zarte Herz hinein, Und wiegt euch auf dem reinen Seelenspiegel! O! richtet dort auch mir ein Plätzchen ein! L. Geld-Courle. Neuß, den 12. Septbr. Weizen 2 Thlr. 13 Sar.— vi. Moggen 1 Thlr. 12 Sgr.— Pf. Wintergerste 1 Thlr. 6 Sgr.— Pr. Sommergerste 1 Thir 6 Sgi.— vs. Hafer— Thlr. 22 Sgr.— Pf. Buchweizen 1 Thir, 8 Sgr.— Pf. Erbsen 2 Thlr.— Sar.— Pf. Haltern, den 12. Septbr. Weizen 2 Thik.— Ssr.— vv. Roggen 1 Thir. 7 Sgr. 6 Pf. Gerste— Thil.— Sgr.— pf. Buchweizen 1 Thir.— Sgr.— Pf. Hafer— Thir. 20 Sgr. — Pf. Steinkohlen— Ser. Aachen, den 8. Septbr. Weizen 2 Thir. 16 Sm.— Pf. Roggen 1 Thlr. 19 Sgr. 1 Pf. Gerste 1 Thlr. 5 Sgr.— Pf. Hafer — Thir 25 Sgr.— Pf. Witten, den 7. Septbr. Weizen 2 Thir. 10 Sgr.— vi. Roggen 1 Thir. 12 Sgr.— Pf. Gerste 1 Thlr. 3 Sar.— Pf. Hafer— Thlr. 21 Sgr.— Df. Oeffentliche Anzeigen. Am Montag den 25. Septbr. c. Morgens 11 Uhr sollen vor dem Valkenbrückenthor die sog. SandhagenSchanze, d. h. Wiese, Ackerland und 3 Gärten, so wie auch der Wallgarten zwischen Vissing und Haversaths Gärten gelegen, anderweitig meistbietend auf 5 Jahre verpachtet werden. Coesfeld den 14. Septb. 1848. Wedewer, Aukt.=Comm. Am Dienstag den 19. d. M. Morgens 9 Uhr anfanglich soll auf dem Kotten Heckenkamp Bauerschaft Harle Kirchspiels Coesfeld eine ansehnliche Parthie Ziegel= und Bruchsteine, ungefähr 500 Fuß Flur=Steine, ferner eine Parthie Pföste, Balken, Sparren, Latten, Thuren, Feuster und trockene Bretter öffentlich an den Meinbietenden verkauft werden, wozu Kauflustige eingeladen werden. Coesfeld den 10. Septb. 1848. Oeffentliche Versteigerung. Am Montau ren###. Septemder, Vormittags 10 Uhr anfänglich, beabsichtige ich, wegen Aufgeden meines Geschäfts, in meiner auf der Suringstraße dahier belegenen Wohnung nachbenannte Gegenstände. als: Schwarzwälder, Tafel= und Solinger Hausuhren; Zundmaschinen, Bronzewaaren; Pfeile; Quasten; Gardinenstangen: eine große messingene dorpelarmige Hängelampe; Cristallwaaren; vorzellane Mundtassen; Figuren; Blumenträger; Bierseidel; Tadakt= kasten; Tabaksdosen: Tabaksbeutel u.; ferner ein gut erhaltener Rococco=Schrank; ein Glasschrank; Dovpelfenster: Ladengestell; Waarenkasten; Schaukasten, so wie auch eine Guitarre— öffentlich meistdietend zu verkaufen. Genannte Gegenstände sind von heute täglich anzusehen, und werden auch noch bis zum obigen Termine zu den billigsten Preisen unter der Hand abgegeden. Gleichzeitig mache ich einem hochgeehrten Publikum die Anzeige, daß mein Vetter, der Uhrmacher Anton Zumbusch, das Uhrmachergeschäft in meinem Hause fortsetzen wird, und empfehle denselben allen meinen bisherigen Geschäftsfreunden sowohl in Bedarf von neuen Uhren und dahin einschlagenden Artikeln, als auch in allen vorkommenden Revaraturen.— Er wird sich ernstlich angelegen sein lassen, die ihm aufgetragen werdenden Arbeiten nicht allein prompt zu besorgen, sondern auch dauerhaft und gut zu verfertigen. Coesfeld den 11. Sept. 1848. Ferd. Zumbusch. 158 gehört das Himmelreich. Wahrlich, ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht aufnimmt, wie ein Kind, wird in dasselbe nicht eingehen. Und er umarmte sie, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. Mark. 10, 13— 16. Durch diese Worte und Handlungen wollte der Heiland den Aposteln und deren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern auf die zarteste und zugleich nachdrücklichste Weise ans Herz legen, wie es in dem von ihm hier auf Erden zu stiftenden Reiche Gottes— in seiner Kirche— mit den Kindern gehalten werden solle. Schon durch die Worte:„die an mich glauben,“ deutet er an, daß die Kinder des Glaubens fähig und bedürftig sind. Bei den Worten:„Solchen gehört das Himmelreich.“—„Wer nicht das Neich Gottes aufnimmt, wie ein Kind, wird in dasselbe nicht eingehen,“ muß unter Himmelreich, Reich Gottes, das Reich der Gnade, wie man es nennt, verstanden werden. Eingehen in das Himmelreich, das Reich Gottes aufnehmen heißt dann nichts auders, als: Zum Glauben, zur Furcht und kiebe Gottes erweckt werden, sich der göttlichen Herrschaft unterwerfen, zu wandeln nach den Geboten Gottes in der Hoffnung auf ewige Freude und Glorie. Hiervon sagt unser Heiland, daß es im kindlichen Alter geschehen müsse. Dies ist als Regel zu betrachten, so daß derjenige, welcher nicht als Kind das Reich Gottes in sich aufnimmt, später nur durch eine außerordentliche Fügung Gottes dieser Guade aller Gnaden noch theilhaftig werden kann. Das Christenthum schließt sich hier, wie überall, den natürlichen menschlichen Verhältnissen an; denn diese bringen es mit sich, daß das Reich Gottes demjenigen, der nicht als Kind in dasselbe eingegangen ist, in der Regel auf immer verschlossen bleibt. Psychologische Betrachtungen bestätigen diese Wahrheit. Dem kindlichen Alter wohnen gerade diejenigen Eigenschaften bei, welche es zur Aufnahme der Lehren des Heiles in der Art befähigen, daß dieselben im Geiste und Gemüthe Wurzel fassen, daß die Ausübung derselben und die Gewöhnung an die Gebote des Herrn leicht zur andern Natur werden muß. Die Lehre des Heiles wird durch den Glauben aufgenommen. Das kindliche Gemüth nimmt gern alles gläubig auf, was ihm von geliebten Eltern und Lehrern als Wahrheit überliefert wird.— Die Lehre muß dem Gedächtnisse fest und unauslöschlich eingeprägt werden. Das Gedächtniß des Kindes ist wie weiches Wachs, in welches alle Eindrücke tief sich einprägen und in welchen sie bis ans Lebensende fest bewahrt werden.— Die Lehre muß ins Leben und in die That übergehen. Das kindliche Herz ist zart und leicht biegsam; alle Affecte lassen sich in demselben leicht hervorrufen, jede gute Gesinnung kann ihm leicht und bleibend angebildet, zu jeder Lebensgewohnheit kann es ohne Mühe erzogen werden. Der angeborne Nachahmungstrieb macht es, daß meistens das gute Beispiel der Erwachsenen, besonders der Eltern und Lehrer hinreicht, das Kind für immer auf den Weg des ewigen Lebens zu leiten. Wie ganz anders ist dies alles im spätern Alter, namentlich, wenn die Leidenschaften mit dem Menschen groß gewachsen, seinen inneren Sinn verdunkeln und verwirren und durch die Gewohnheit stark geworden, ihn sogar gegen seinen Willen fortreissen!!— Hiezu kommt nun, daß das kindliche Alter zum Wirken und Schaffen, zum Arbeiten noch unfähig, lediglich dazu angewiesen ist, mit Maria zu den Füßen des Herrn zu sitzen, und seine Lehren anzubören. Haben die Kinder diese Lehren nicht allein in ihren Verstand, in ihr Gedächtniß und in ihr Herz aufgenommen, sondern auch an der Ausübung derselben sich gewöhnt, so lernen sie im Fortgange der Zeit die seligen Früchte des christlichen Lebens aus eigener Erfahrung kennen, und überzeugen sich, daß die Lehre aus Gott ist nach den Worten des Heilandes, wer den Willen meines Vaters thun wird, der wird erkennen, ob meine Lehre aus Gott ist, oder ob ich aus mir selbst sie rede. (Fortsetzung folgt.) 160 Friedrich Kloß, praktischer examinirter Bandagist aus Elberfeld. Auf meiner Geschäfts=Reise nach Munster bin ich auf mehrseitiges Verlangen entschlossen, diesmal auch Coesfeld zu besuchen, wo ich am Montag den 18. d. M. bis Dienstag Mittag bei Herrn Gastwirth Dorenberg zu sprechen sein werde, da ich Mittwoch nach Münster zu Herrn Gastwirth Renne abreise, und bitte ich ein verehrliches Publikum, besonders aber die Herren Aerzte auf Nachstehendes aufmerksam zu machen, und mich mit Ihrem Besuche zu beehren, um sich von der zweckmäßigkeit meiner Bandagen zu überzeugen. Auf meinem mehrmaligen Besuchen in Münster und Umgegend habe ich gefunden, daß Bruchleidende sich mit Bandagen versehen hatten, die ihrem Zwecke in keiner Beziehung entsprachen, vielmehr das Uebel vergrößerten, zumal da dieselbe von Leuten angekauft waren, die weder einen Bruch zu beurtheilen noch dieselbe richtig anzulegen gewußt, vielweniger dem Körperbau eines Menichen zu unterscheiden vermochten und nur nach der Form einen Bruchband fabricirt hatten. Mit solchen Bandagen hatten sich die Bruchkranken oft lange Zeit geplagt, ohne ihren Bruch in seiner gehörigen Lage gehabt und die Gefahr erkannt zu haben, in der sie schwebten. Ich erlaube mir darauf aufmerksam zu machen, daß ich für jede Art Bruchschäden Bandagen habe, die denselben mit der größten Bequemlichkeit in seiner richtigen Lage hält. Ebenso fertige ich Corsette gegen Verkrummung des Overrorpers an, vermittelst welcher derselbe in seiner gehörigen Richtung gehalten wird. An mehreren Orten fand ich bei Kindern, daß bei denselben zur Hebung dieses Uebels eiserne Maschinchen angewandt worden waren, die doch nur bei Verkrummungen an Fußen gebraucht werden können. Indem ick, gleichzeitig eine Auswahl dieser Bandagen für jedes Alter bei mir führe, stehe ich dafür ein, jeden Bruchschaden bei Kindern bis zu 16 Jahrrn in der möglichst kurzesten Zeit zu heilen so wie ich mich ferner verpflichte, daß, falls meine erste Bandage bei Erwachsenen nicht in den ersten Tagen ihren Zweck entstricht, ich dafür unentgeltlich andere liefere, da man bei sehr starken Bruchschaden beim ersten Anlegen nicht immer wissen kann, welcher Federkraft er bedarf. Schließlich erlaube ich mir noch auf eine Auswahl chirurgischer Instrumente aller Art, sowie elegante elastische und einfache Corsette für Damen und mancherlei Lederwaaren aufmerksam zu machen, die ich an genanntem Tage ausgestellt habe. Wichtige Empfehlung. Das Gehör=Oel von Doktor John Robinson in London, wovon Herr H. Brakelmann in Soest Niederlage hat, habe ich gegen meine Harthöriakeit angewanet.— Ich muß der Wahrheit das Zeugniß geben, daß ich schon in den ersten 8 Tagen nach dem Gebrauch das Sausen und Brausen verlor, und jetzt, mit Freuden bekenne ich es, höre ich wieder ganz genau. Hildeck bei Werl 1848. gez. H. Schmale. Das vorstehende Attest veröffentliche ich nochmals mit der Bitte an Taube und Harthörige, dieses Mittels sich zu bedienen. Schriftliche Aufträge werden gleich effectuirt. Soest, Reg.=Bez. Arnsberg, 1848. Brakelmann. Frische Voll=Häringe, Lengund vorzüglich guter Käse bei Thier. Frischer„Nordsee- raoveroan, vorzüglicher Güte, à 2½ Gr v. C. ist von jetzt an siets vorräthig bei A. Schütte. Blauer, reiner Java=Kaffee à 6 Gr p. C und gute Pflaumen à 2½ Shr v. C bei A. Schütte. Diejenigen, welche noch im Besitze von, dem hiesigen Schützen=Verein gehörenden, Flaschen sind, werden gebeten, solche an den Unterzeichneten abzuliefern. Coesfeld den 15. Sept. 1848. H. Küppers. est en eitarteund) Ke u kaufen; bei wem sagt die Expedition dieses BlatEine hübsche Auswahl von nachstehenden Gegenständen kann ich zu billgen Preisen empfehlen. Porte Monnaie mit und ohne Stahlrand, dauerhaft u. schön. Brief= und Reisetaschen in verschiedenen Größen. Rowlands Macassar Oel vorzüglich gutes in klein und großen Flaschen. Börsen=Garnituren und Ringe in sehr verschiedenen Farben. Neusilberne Börsenbügel. Rosennadeln kleine und große. Bunte Glas=Flagons mit Devisen. C. Laumann. Der redliche Finder einer vor einigen Tagen verlornen goldenen Tuchnadel mit rothen Steinen wird ersucht, solche gegen eine Belohnung in der Expedition d. Blattes abzugeben. Redaktion, Druck und Verlag von B. Wittneven(Vater) in Coesfeld.