Erscheint täglich. Bierteljährlicher Abonnements=Preis 2 4 25 e Anzeigen: Annahme: Mosse: Adlu, Berlin, Breslau, Chemnitz, a Magdeburg, München, Nürnberg, StraßDortmunder Dannobel, Daude& Co.: Frankfurt am Main, Berlin, Am dam, Paris 2c. Iuvalider——-—Leipzig. Th. Dietrich& Co. Anzeiger igen: Annahme: durg. A. Re C. Marowsky: Minden. Carl Schüssler: Adolf Steiner: Roles: Münsten. stervalidendank: Berlin, Dresden, Cassel, Frankfurt a. M. N 264. Sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Land=, Garten= und Hauswirtschaft. Dienstag, den 27. September 1881. E. Schlotte: Bremen. W. Thienes: Elberseld. Thisson: Barmen. Bernh. Arndt: Berlin. Barck& Co.: Halle a. Saale. D. Frenz: Leo Frank: Köln. Joh. Noothaar: Hamburg. & Co.: Wien. S. D. Baedecker: Essen. Hagen. R. Wichelhosen: Iserlohn. Witten: 54. Jahrgang. Abonnements=Einladung auf die Dortmunder Zeitung, verbunden mit dem„Dortmunder Anzeiger“, nebst der Sonntags=Beilage„Für Haus und Hof“. Bei dem bevorstehenden vierten Quartale empfehlen wir unsere Zeitung zu recht zahlreichem Abonnement. Wir werden fortfahren, wie bisher in echt freifinniger Weise die Tagesfragen zu erörtern und für eine freiheitliche Entwicklung unserer politischen Verhältnisse zu kämpfen. Für ein gediegenes und spannendes Feuilleton ist auch im nächsten Vierteljahre Sorge getragen. Anzeigen finden in unserer Zeitung, der weitaus gelesensten unseres Bezirks, die zweckentsprechendste und wirksamste Verbreitung Deutschland. Berlin, 26. September.[Tagesbericht.! König hat dem geheimen Sanitätsrat Dr. eschehen kann) und den Ertrag von hunderten von Millionen nicht zur Aufhebung bestehender oder zur Kompensation neu aufgelegter indirekter Steuern, sondern zur Alters= und Invaliden=Versicherung verwenden, macht grade die besitzende Klasse sehr besorgt, die für das Interesse ihres Geldbeutels sehr viel Verständnis hat. Das Gesetz über die Mietsteuer von Dienstwohnungen erregte großen Anstoß, nicht minder Der S Dr. Barrentrapp in Frankfurt a.., der sein 50jähriges DoktorJubiläum feiert, den Kronenorden zweiter Klasse verliehen.— Se. Majestät der Kaiser und König hat im Namen des deutschen Reiches den Kaufmann C. L. Diering in Kimberley für Griqualand=West zum Konsul des deutschen Reiches, und den ersten reformirten Pfarrer Alexander Karl Heinrich Wessel in Frankenberg zum Metropolitan der reformirten Pfarreiklasse Frankenberg, Regierungsbezirk Kassel, ernannt.— Der Gesandte, von Schlözer, hat heute Berlin verlassen, um über Hamburg nach Washington zurückzukehren.— Das hiesige Landgericht hat die Beschwerde der Direktion der rumänischen Eisenbahn=Gesellschaft gegen die Verwaltung des Handelsregisters wegen Ablehnung der Eintragung der von der General=Versammlung beschlossenen Sitzverlegung nach Bukarest zurückgewiesen. — Im Anschluß an die Bemerkungen der„Post“ gegen die Nachrichten der„National=Zeitung" über den Aufenthalt Schlözers in Varzin bemerkt die„Germania“: „Danach befinden wir uns thatsächlich noch in den ersten Stadien der Vorbereitung des kirchenpolitischen Ausgleichs. Der letztere besteht in der Revision der Maigesetze; Personal= und Formfragen sind nebensächlich. Die Liberalen halten im allgemeinen den Widerspruch gegen eine definitive Aenderung der Maigesetze aufrecht, obgleich ohne solche der Friede unmöglich ist.“ Ferner bemerkt das ultramontane Blatt: „Es scheine als Grundsatz zu gelten, daß von der Wieder=Anerkennung der Erzbischöfe Melchers und Ledochowski keine Rede sein könne. Man solle die„Schulfrage“ nicht mit der Revision der Maigesetze verquicken, denn die Schwierigkeiten in betreff der Regelung des Religions=Unterrichts, der Simultanschule und der Schul=Aufsicht könnten ohne Konkurrenz der Gesetzgebung gehoben werden." Bezüglich der Wahl des Generalvikars Kopp zum Bischof von Fulda erklärt schließlich die„Germania“, daß auf eine Anfrage in Fulda die Antwort erteilt sei:„Offiziell nichts bekannt.“(Aber vielleicht unoffiziell.) [Politische Gespräche mit dem Fürsten Bismarck.] Die„Deutsche Revue" wird im Oktoberheft interessante Gespräche und Verhandlungen über die Politik des Fürsten Bismarck seit dem Jahre 1848 bis zur neuesten Zeit veröffentlichen. Dieselben sind den Lebenserinnerungen eines der hervorragendsten Veteranen der liberalen Partei, des Regierungsrats a. D. Viktor v. Unruh, entnommen, der zwar ihre Gesamtpublikation erst für eine spätere Zeit bestimmt hat, von verschiedenen Seiten aber bewogen worden ist, schon jetzt daraus solche Abschnitte, die nicht blos historisches Interesse haben, der Oeffentlichkeit zu übergeben. Wir sind in der Lage, hier vorläufigseinige Auszüge zu geben:„Als Kammer mitglied gehörte Herr v. Bismarck 1849 derselben Ab teilung an, in der sich von Unruh befand. Bismarck machte auf diesen einen sehr günstigen Eindruck, wie entgegengesetzt auch ihr beiderseitiger politischer Standpunkt war. Durch Bismarcks frisches Wesen, seine treffenden und originellen Bemerkungen und seine Mitteilsamkeit fühlte sich von Unruh angezogen. Es sprach sich sehr gut mit ihm, auch wich er von der gewöhnlichen Schablone der Reaktionäre bedeutend ab. So u. a. leugnete er gar nicht, daß er ein Junker sei, sondern äußerte gerade heraus:„Ich bin ein Junker und will auch Vorteile davon haben.“ v. Unruh glaubte ihn richtig zu verstehen, daß er nicht sowohl pekuniäre Vorteile, als solche der Stellung und des Einflusses meine. Deshalb antwortete er ihm:„Dann ist mit Ihnen zu reden und zu verhandeln. Mit den Herren von der Rechten, welche immer das Staatswohl im Munde führen und die ganz Uneigennützigen spielen, ist kaum zu sprechen.“ In den Abteilungen saßen, wie im Hause, die Abgeordneten nach Fraktionen geordnet. Bismarck aber nahm seinen Platz in der Abteilung gewöhnlich bei der Opposition, dem Abg. v. Unruh gerade gegenüber. Nach dem Grund gefragt, erwiderte Bismarck:„Oh, der ist ein sehr einfacher. Drüben bei meinen Freunden ist es sehr langweilig; hier amüsire ich mich besser.“ Auch in der Restauration sprach Bismarck oft mit Abgeordneten von der Opposition, speziell von der äußersten Linken. Von einem solchen gleich falls gefragt, wie es komme, daß er so viel mit der Linken verkehre, entgegnete Bismarck: verkehre, entgegnete. uura:„Warum soll ich mit Ihnen nicht reden, Sie gehen mir doch nicht aus dem Wege und fürchten nicht, durch Ihre Un mit mir Ihren politischen Ruf zu schädigen. Da gibt es aber Leute von der ministeriellen Seite, die gehen Unrub. und beide lachten.(Acht Jahre später hatte Unruh Veranlassung, Bismarck an diese scherzhafte Abmachung zu erinnern und seine Vermittelung in Anspruch zu nehmen. Bismarck hielt präzise Wort.) Da es bekannt war, daß Bismarck der„Kreuzzeitung" nahe stand, fragte ihn Unruh, weshalb er dulde, daß dieses Blatt voll boshafter Verleumdungen und Lügen strotze, sogar anständige Frauen nicht schone! Bismarck erwiderte, das sei zwar auch ihm zuwider, aber man sage ihm, daß es in einem solchen Kampfe nicht anders ginge. Die Hinweisung Unruhs darauf, daß solche Waffen diejenigen besudelten, die sie führten, blieb ohne Wirkung.„Ich hätte schon damals— bemerkt hierzu Unruh— aus dem Vorgange schließen können, was sich später evident herausstellte, daß Bismarck in der Wahl der Mittel zu einem bestimmten Zweck nicht sehr bedenklich sei.“...„Es kam die Konfliktszeit mit ihren politischen Verfolgungen, und diese nötigten Herrn v. Unruh und seine näheren politischen Freunde zu der Annahme, daß Bismarck seine Pläne in der äußeren Politik aufgegeben habe und einfach Minister der Reaktion sei. Und doch war sein provokatorisches Auftreten im Abgeordnetenhause nicht recht erklärlich. Es wurde dies erst nach einer Mitteilung, welche aus dem Militärkabinett stammte und durch den damaligen beriner Oberbürgermeister(Seydel) zur Kenntnis Unruhs am. Danach sollte der General v. Manteuffel, oder ein diesem nahestehender Mann, sich dahin ausgesprochen haben, Bismarck sei vortrefflich geeignet, das Abgeordnetenhaus niederzutreten; sobald ihm dies gelungen und die Militär=Reorganisation gesichert sei, müsse aber Bismarck beseitigt werden, weil er sonst jedenfalls Krieg mit Oesterreich führen und die verstärkte Armee hauptsächlich hierzu benutzen würde, und der Zerfall mit Oesterreich und ein glücklicher Krieg gegen dasselbe, die konservative Partei wieder vom Staatsruder entfernen würde. Nur also— und das mußte Bismarck bekannt sein— so lange der Kampf mit der Volksvertretung währte, blieb Bismarck der einflußreichen Manteuffelschen hochkonservativen Partei am Hofe unentbehrlich; mit einem Friedensschlusse hatte er seine Dienste gethan und konnte gehen. Deshalb galt es, die Militärorganisation durchzuführen, ohne den Kampf mit dem Abgeordnetenhause zu beenden, diesen vielmehr immer weiter hinauszuziehen und immer heftiger zu gestalten.„Diese Auffassung— schreibt Unruh— hat Bismarck wenigstens teilweise nach 1866 selbst bestätigt, und zwar in einem Gespräch mit Forckenbeck und mir. Die norddeutsche Verfassung und andere Dinge gaben damals Veranlassung zu persönlichen Verhandlungen, und Bismarck war bei solchen Gelegenheiten oft sehr mitteilend. So erzählte er interessante Vorgänge aus der Zeit seines Eintritts als Ministerpräsident. Er habe, sagte er, bei seiner Ankunft von Paris den König sehr aufgeregt und gleichzeitig deprimirt gefunden, sogar voll Besorgnis vor revolutionären Ereignissen mit tragischem Ausgange. Der König habe von Abdikation gesprochen, die Urkunde sei sogar schon entworfen gewesen. Bismarck habe darauf gegen den König geäußert, er würde es für ein ruhmvolles Ende halten, wenn er seinen Kopf für Se. Majestät auf den Block legen müsse, aber es sei nach seiner Auffassung gar kein Grund zu solchen Befürchtungen vorhanden; es denke niemand an Revolution,„und wenn der König Befürchtungen wegen des Abgeordnetenhauses hege, so würde er(Bismarck) ihm zeigen, wie man mit solchen Leuten umgehen müsse!" In der That war die Behandlung, die Bismarck dem Abgeordnetenhause zu teil werden ließ, wohl das Stärkste, was in dieser Art geleistet werden konnte. Bei diesem Gespräch standen Bismarck, Forckenbeck und ich ganz nahe beieinander. Als Bismarck die eingeschaltet angeführte Aeußerung that, die ein helles Licht auf die Konfliktszeit warf, stieß ich Forckenbeck an und lächelte. Er that dasselbe, und Bismarck, der dies bemerkte, lachte mit. Noch heute bin ich der Meinung, daß Bismarck den Konflikt gebrauchte und benutzte, um sich in seiner Stellung zu erhalten und zu befestigen, was ihm ja auch vollkommen gelang. Es ist bezeichnend, daß damals versichert wurde, der König habe Bismarck seinen Seelenarzt genannt. Hoch sittlich kann man freilich Bismarcks Verfahren gegen das Abgeordnetenhaus nicht nennen.“ 40 [Herr von Unruh] bringt in der neuesten Nummer der„Gegenwart“ seine Auseinandersetzung mit Eduard von Hartmann zum Abschluß. Er konstatirt, daß im deutschen Volke die Ansichten in betreff der die Ausfälle gegen den Richterstand und die Kommunal= Verwaltung Berlins. Die großartigen Ideen des Fürsten Bismarck, namentlich über totale Umgestaltung unseres ganzen Steuersystems ohne Vorlegung eines klaren Planes und ohne Nachweis der Ausführbarkeit riefen ein Gefühl der Bangigkeit und Ungewißheit in großen Kreisen heroo.: Die alte bewährte Finanz=Verwaltung Preußens, die zu der Größe des Staates so viel beigetragen hat, scheint nicht mehr auf festen Füßen zu stehen, die Staatsschulden vermehren sich rapide. Man beginnt zu fürchten, daß die Begabung des Fürsten auf volks= und wirtschaftlichem ein leichtes sein, Fürst Blemarck an der die Beweise dafür zu schaffen, daß —.—— an der„Verzettelung der finanziellen Früchte des franzgsischen Krieges" unschuldig ist. Bis dahin erklären wir die Anklage des ministeriellen Blattes gegss Li. Ihhmm. in. Wamammann sich, baß de sicht genommen bezeichnete Generalvikar Kopp in Hildesheim vom Papste bereits ernannt ist. Von einer Wahl durch das Domk pitel zu Fulda konnte schon um deswillen keine Rede sein, weil dies Kapitel nur noch aus einem einzigen Mitgliede besteht. Der neue Bischof, und fürchten nicht, durch Ihre Unterhaltung Ruf zu schädigen. Da gibt e Weer S# ministerieller mir aus dem Wege, weil sie besorgen, in den Ruf Reaktion zu kommen.“ Dabei fixirte Bismarck stark den nahe bei ihm stehenden Präsidenten des Oberlandesgerichts in Ratibor(Wentzel), der im Rufe stand, daß er das Justizministerium austrebe. Eines Tages schloß Bismarck ein mit Unruh geführtes Gespräch mit den Worten:„Nun, wissen Sie was, wenn Ihre Partei siegt, so nehmen Sie mich in Schutz, und kommt meine Partei oben, so werde ich Ihnen denselben Dienst leisten. Schlagen Sie ein!“„Sehr gern“, antwortete Gebiet hinter der für große auswärtige Politik weit zurückstehe. Auch der größte Mann kann unmöglich alles mit gleicher Sicherheit erfassen. Die Volks= und Finanzwirtschaft ist eine Erfahrungswissenschaft, die man nicht allein durch scharfes Denken beherrschen kann, die vielmehr gründliches Studium und eigene Erfahrung erfordert. Niemand oder nur eine sehr kleine Partei will den Fürsten Bismarck beseitigen, aber eins ist nicht zu verkennen: Fürst Bismarck hat an Popularität, an allgemeiner freudiger Zustimmung erheblich verloren. Auch außer den oppositionellen Parkeien folgt man ihm in großen Kreisen in der inneren Politik nicht mehr mit der alten Zuversicht, sondern mit Sorge und Bangigkeit, welche durch die rasche Abneigung und Beseitigung bewährter Männer, wie Delbrück, Camphausen, Falk, Friedenthal, Hobrecht, Möller, Eulenburg, Herzog noch gesteigert wird. Ohne jede Veranlassung von Seiten des Parlaments traten rasch hintereinander Ministerwechsel ein. Die Zustimmungs=Adressen aus schutzzöllnerischen Kreisen sind ohne Bedeutung. Grade umgekehrt, wie E. von Hartmann, finden Juristen und Kenner des Staatsrechts die Gesetzvorlagen keineswegs bestdurchdacht, vielmehr im Vergleich mit früherer Zeit nicht gründlich gearbeitet und oft schwach in den Motiven.“ Der greise Parlamentarier mahnt schließlich:„Die Aufgabe der liberalen Wähler und Gewählten ist eine sehr klare. Es kommt jetzt darauf an, der heranziehenden Reaktion mit Ruhe und Festigkeit entgegenzutreten, die Rechte des Parlaments zu verteidigen und die liberalen Gesetze aufrecht zu erhalten, gewagte Experimente auf volks= und finanzwirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiete zu bekämpfen.“ [Die offiziöse Schamlosigkeit]. schreibt die „Magdeb. Ztg.“, kennt keine Grenzen mehr. Zur Glorifizirung der auswärtigen Politik des Reichskanzlers wirft die„Prov.=Korr.“ die Frage auf, wie die letzten Jahre verlaufen sein würden, wenn die liberalen Koryphäen an der Spitze der Regierung gestanden hätten.„Nicht einmal das, gute Finanzen zu machen, haben die liberalen Koryphäen erreicht, sondern die finanziellen Früchte des französischen Krieges verzettelt und eine Wirtschaftspolitik betrieben, dem eigenen Lande zum schweren Schaden, andern Völkern zur stillen Heiterkeit.“ Die„finanziellen Früchte des französischen Krieges" bestanden in den zirka 4200 Millionen Kriegskostenentschädigung; diese haben also die Liberalen verzettelt.“ Der Vorwurf ist nicht neu. Wie hieß es doch in einem jener Perrotschen Verleumdungsartikel der„Kreuzzeitung", gegen welche Fürst Bismarck seiner Zeit so entrüstet die Verachtung der öffentlichen Meinung aufrief?„Da ist die möglichst vollständige Verduftung der Milliarden, ohne daß damit irgend wesentlicher oder bleibender Nutzen für die Nation geschaffen worden, eine Leistung ersten Ranges. Minister, welche dem Bankgeschäfte und den Börsenmächten weniger nahe gestanden, hätten den Milliardensegen benutzt, um das Reich und die Bundesstaaten aus der Schuldunterthänigkeit der Bankgeschäfte unserer israelitischen Mitbürger zu befreien und ein Staatswirtschaftssystem zu inauguriren, welches dem allgemeinen Nutzen gewidmeten Anlagen herzustellen ermöglicht hätte, ohne dafür den Bankgeschäften tributär und von ihnen abhängig zu werden und zu bleiben. Die Gefahr, daß dergleichen wirklich geschehen könne, war eminent, und unsere jüdischen Mitbürger durften sich gratuliren, daß in Deutschland zwei Männer am Ruder waren, wie die Herren Delbrück und Camphausen, und daß ein Bankier wie Herr v. Bleichröder das Ohr und Vertrauen des leitenden deutschen Staatsmanns und seiner Mitminister besaß.“ So hieß es ende Juni 1875 in dem dritten jener unter dem Titel:„die Aera Bleichröder=Delbrück Georg Kopp, ist im hannoverschen Eichsfelde geboren und hat in Hildesheim das Gymnasium Josephinum, dann die dortige(jetzt nicht mehr bestehende) katholischtheologische Akademie besucht. Da er wegen zu schwacher Stimme nicht zum Pfarrer geeignet schien, ward er zunächst Assessor des Generalvikars Jakobi und als dieser 1871 den bischöflichen Stuhl in Hildesheim einnahm, dessen Nachfolger. Von Personen, die ihn aus näherem Umgange kennen, wird er als ein durchaus duldsamer ruhiger Mann und echt frommer Priester bezeichnet. In die Oeffentlichkeit ist er während des Kulturkampfes nie getreten. Die Besetzung der beiden übrigen durch den Tod ihrer früheren Oberhirten erledigten preußischen Bistümer, Paderborn und Osnabrück, wird jetzt nicht lange mehr auf sich warten lassen. [Widerspruch.—„Provinzial=Korresp.“] Der„Kreuz=Zeitung“ wird geschrieben: Ungeachtet aller Dementi tauchen die Gerüchte über eine bevorstehende österreichisch= russische Monarchen= Begegnung von so vielen Seiten und in so verschiedenen Varianten auf, daß man mit ihrer fortgesetzten Dementirung kaum Camphausen“ in der„Kreuzztg.“ veröffentlichten Schmäh— g e g e n d e n R e i c h s k a n z l e r. W i l l d i e„ P r o v.= Korr.“ sich heute das Urteil aneignen, welches damals ausreicht. Auch der neueste Artikel der„Times" beweist, daß man in London an diese Gerüchte glaubt und eine Begegnung der Monarchen Oesterreichs und Rußlands für eine ausgemachte Sache hält. Die neueste Version lautet dahin, daß der Zar nach Warschau kommen und entweder dort oder in Galizien, wohin er sich dann begeben, von dem Kaiser von Oesterreich begrüßt werden würde. Wir können alledem gegenüber nur wiederholen, daß man uns von vollkommen vertrauenswürdiger Seite aus Wien versichert, man habe dort keine Kenntnis von irgendwelchen, auf eine solche Begegnung bezüglichen Verabredungen. Ob der Zar die Absicht hegt, Warschau zu besuchen, kann man freilich hier ebensowenig als in Wien wissen. Die bezüglichen Nachrichten dürften aber schon deshalb mit der größten Vorsicht aufzunehmen sein, weil eine vorherige Bekanntgabe eines eventuellen Reiseplanes wohl schwerlich stattfinden würde.— Die „Post“ schreibt offiziös: Die Artikel der„ProvinzialKorrespondenz“ über die Sinnesänderung des Reichskanzlers haben insofern vielfach Einwendungen gefunden, als behauptet wird, das halbamtliche Organ habe den Anfang der Wirtschaftsreform des Reichskanzlers auf ein irrtümliches Datum verlegt. Dagegen bemerken wir: Bis zu den Attentaten im Jahre 1878 hatte Fürst Bismarck zwar eine Steuerreform, aber noch keine Wirtschaftsreform angeregt. Nach den Attentaten ist in der Wahlbewegung von 1878 sofort auf die Notwendigkeit der Wirtschaftsreform hingewiesen worden. Die kurze Session des Reichstages, welche lediglich dem Sozialisten=Gesetz gewidmet war, und in welcher die Notwendigkeit der Wirtschaftsreform schon vielfach betont wurde, führte zu der bekannten Erklärung der 204, und vom 15. Dezember 1878 datirt das Schreiben des Reichskanzlers an die Bundesregierungen, welches die Grundzüge der zu erstrebenden Tarifreform darlegte, die dann in der Session von 1879 zum Gesetz erhoben ward. Die„ProvinzialKorrespondenz“ hat daher ganz richtig die Zeitfolge des Hervortretens der Reformziele des Reichskanzlers bezeichnet. [Positive Leistungen des Herrn Stöcker.] Bekanntlich pflegt Herr Hofprediger Stöcker in seinen Wahlreden mit besonderer Vorliebe darauf hinzuweisen, daß die Liberalen bisher noch nichts positives für das Volk gethan haben. Ohne uns an dieser Stelle auf eine Widerlegung der Behauptung des wahrheitsliebenden Apostels einzulassen, wollen wir einmal in aller Kürze die positiven Schöpfungen des streitbaren Hofpredigers vorführen. Veranlassung dazu gibt uns auch sein Plan, einen großen Saal im Zentrum der Stadt herzustellen, für dessen Bau bereits volle 2250 a gezeichnet sind. Unmittelbar nach Begründung der christlich= sozialen Arbeiterpartei im Jahre 1878(man hat inzwischen die Bezeichnung„Arbeiterpartei“ einfach in„Partei“ umgewandelt, da thätige Arbeiter überhaupt nicht den Christlich=Sozialen beitraten) erließ Herr Hofprediger Stöcker einen Aufruf zur Errichtung eines ArbeiterInvalidenhauses. In einem großen Arbeiter=Invalidenhause sollten die siechen, arbeitsunfähigen Arbeier unterDr. Perrot gefällt hat? Dann sollte sie wenigstens den Mut haben, die Wahrheit zu bekennen. Wie die Milliarden„verzettelt“ worden sind, ist bekannt. Von den 4200 Millionen wurden zirka 3500 Millionen zur Deckung der Kriegskosten, für Invalidenpensionen, für haben diese nur notgedrungen zugestanden, um die Stimmen der Landwirte für die Industriezölle zu erlangen. Die Verstaatlichung wichtiger Industriezweige erregt zum Teil auch auf konservativer Seite große Bedenken. Die vom Fürsten Bismarck angekündigte Absicht, den Städten die Polizei=, die Armen= und Schul=Verwaltung abzunehmen, also die Selbstverwaltung der Städte wieder aufzuheben, stößt die StadtBevölkerung vor den Kopf. Die Erklärung des Fürsten gegen den Professor Wagner, er wolle das TabaksMonopol durchführen(was ohne große Anleihe snicht den Reichskriegsschatz, zum Ersatz von Kriegsschäden, zur Umgestaltung und Ausrüstung der Festungen, zur Erweiterung der Kriegsmarine verwendet. Der Rest wurde an die Bundesstaaten verteilt. Preußen hatte über 352 Millionen oder, den freigewordenen preußischen Kriegsschatz(90 Millionen) und die gestundeten Zölle und Steuern, welche das Reich übernahm(42 Millionen) eingerechnet, über 484 Millionen Mark zu verfügen. Dann wurden 198 Millionen zur Schuldentilgung, 237 Millionen zu Eisenbahnbauten und 63 Millionen zu sonstigen außerordentlichen Ausgaben verwendet. So haben die„Liberalen" die Milliarden verzettelt. Die Liberalen! War denn Fürst Bismarck damals ohnmächtig, als er alle die auf die„Verzettelung" der Milliarden bezüglichen Gesetzentwürfe mit seiner Unterschrift und unter seiner Verantwortlichkeit dem Bundesrat und dem Reichstage vorlegte? Sind sein Widerspruch und seine Gegenvorschläge unberücksichtigt geblieben? Dann wird es ja der„Prov.=Korr.“ können. Die Sammlungen ergaben bis zur Reichstagswahl im Sommer 1878 etwa 1000 M, wie Herr Stöcker in einer Sitzung seiner— ist es bekannt, und bei der Soitzrrs. einer Getreuen selbst miteilte. Run Herr Stöcker sich mutig genug fühlte der letzten Reichstagswahl sich im sechsten Wahlkreise aufstellen ließ, um mit Glanz durchzufallen, denn ganze 800 Stimmen vereinigten sich auf seine Person. Die Wahlagitation hatte aber Geldmittel erfordert, und in Ermangelung verfügbarer Summen griff man u. a. auch zu den 1000 M, welche für das Arbeiter=Invalidenhaus gesammelt waren!! Mit dem Gelde verschwand auch das ganze Projekt. Das war die erste „positive“ Schöpfung des Herrn Hofprediger Stöcker. — Im Jahre 1879 erließ Herr Stöcker in seinem „Staatssozialist“ einen Aufruf zur Errichtung einer Arbeiterkolonie„Wilhelmsheim“. Durch Vereinigung verarmter, arbeitsloser Familen in Arbeiterkolonien wollte man„dem abwärts drängenden Strome der Verarmung Einhalt thun, die Individuen aus der Masse des Proletariats retten und zu nutzlichen Gliedern Gesellschaft durch Arbeit heraubilden, Verlassenen Vereinsamten Gemeinschaft une ein ihren Kräften sprechendes Arbeitsfeld darbieten.“ Die Sammlut für diese„Kolonie" wurden mit allen Mitteln den. Plötzlich brachen die Sammlungen ab, Quittungen über gezahlte Geld erfolgen nicht— die zweite„positive“ Schöpfung des Herrn Hofprediger Stöcker hatte elendiglich Fiasko gemacht!! Weder über das Projekt selbst, noch über den Verbleib der gesammelten Gelder brachte der„Staatssozialist“ ein Woxt. Der Herr Hofprediger Stöcker sollte sich also hüten, die positwen Schöpfungen der Liberalen, aus denen das Volk längst Nutzen zieht, in ironischer Weise zu behandeln, nachdem er mit seinen „Leistungen“ gar so traurige Erfahrungen gemacht hat. * Trier, 26. Sept.[Bischof Korum] hat einen in durchaus friedlichem Sinne gehaltenen Hirtenbrief erlassen, in welchem er hervorhebt, daß er Bedenken getragen habe, die Verantwortlichkeit der Stellung eines preußischen Bischofs zu übernehmen, daß er aber dem Befehle des Papstes nachgegegen habe und worin er seinen Dibzesanen Gnade und Frieden wünscht. Die feierliche Inthronisation des neuen Bischofs fand gestern vormittag statt. Bei dem gestern nachmittag stattgehabten Festmahle saß der Bischof zwischen dem Regierungspräsidenten Nasse und dem Kommandeur der 16. Division, Generallieutenant v. Wichmann. Der Bischof brachte einen Toast auf den Papst und Se. Majestät den Kaiser aus, der Domprobst Holzer toastete auf den Bischof. Abends war die Stadt teilweise illuminirt. * Dresden, 25. Sept.[Industrielle Beschlüsse.] Der Ausschuß des Zentral Verbandes deutscher Industrieller hat in der heutigen Sitzung beschlosfen: 1. die Reichsregierung zu ersuchen, mit unserem Nachbarstaate Rußland wegen Abschlusses eines den beiverseitigen Verkehr erleichternden Handels= und Zollvertrages sobald als tunlichst, in Verhandlung zu treten; 2) der Ausschuß giebt sich hierbei der Erwartung hin, daß der Reichstag nicht anstehen wird, die Reichsregierung mit denjenigen Vollmachten auszurüsten, welche geeignet sind, diese Verhandlungen zu einem für beide Teile heilsamen Abschlusse zu führen; 3) der Ausschuß beschließt zugleich, noch heute eine Kommission zu erwählen, welche beauftragt wird, aus dem reichhaltigen und weitschichtigen Material die Grundlinie zusammenzustellen, welche bei dem Entwurfe eines deutsch=russischen Handels= und Zollvertrages als Unterlage benutzt werden können. * K a r l s r u h e. 2 5. S e p t.[ A b s c h i e d.] H e u t e n a c h mittag 5 Uhr reisten der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden nach Stockholm ab. Anf dem Wege zum Bahnhofe und in dem Bahnhofe selbst harrte eine ungeheure Menschenmenge der Abfahrt und rief den hohen Neuvermählten tausendstimmige Hochs zu. Die Minister, die Generalität, die Hoschargen, die Bürgermeister und der Magistrat waren im Bahnhofsgebäude versammelt. Allen reichte die Kronprinzessin, herzlichst Abschied nehmend, die Hand. Hier nahm das hohe Paar auch von den Brüdern der Kronprinzessin und den Familien der Prinzen Wilhelm und Karl, sowie des Markgrafen Max von Baden innigsten Abschied. Als der aus drei Wagen bestehende Ertrazug sich in Bewegung setzte, grüßten die Neuvermählten aus dem Wagen heraus. Es folgte ihnen begeistertes Hochrufen der Anwesenden, die alle sichtlich ergriffen waren. Der Großherzog und die Großherzogin gaben den Scheidenden bis Durchlach das Geleit. Das kronprinzliche Paar reist heute bis Frankfurt a. M. und setzt morgen früh die Reise nach Hamburg fort. * Baden=Baden, 24. September.[Abschiedsbesuche.] Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden sind heute nachmittag hier eingetroffen und wurden feierlich von sämtlichen Behörden, dem Frauenverein, den Mädchenschulen und Tesangvereinen unter den Klängen der schwedischen Nationalhymne empfangen. Die Mädchen streuten Blumen, die Schüler bildeten Spalier. Die Anrede des Oberbürgermeisters wurde huldvollst erwidert. Die Kronprinzessin sprach ihre Freude aus, daß sie Baden, welches sie liebe, nochmals sehe. Bei der Abfahrt vom Bahnhofe brach die zahlreich versammelte Menge in jubelnde Hochs aus. Die Neuvermählten machten hierauf Abschiedsbesuche bei Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin, bei dem Fürsten von Fürstenberg und der Herzogin von Hamilton, dann eine Spazierfahrt durch die festlich geschmückte Stadt und nach dem Schlosse. Um 4 Uhr erfolgte die Rückfahrt nach Karlsruhe nach einem bewegten Abschiede von der fürstlich Fürstenbergschen Familie und den Spitzen der Behörden am Bahnhofe. Den letzteren sprach das kronprinzliche Paar seinen huldvollen Dank aus für alle ihm bewiesenen Aufmerksamkeiten. * Luxemburg, 26. September.[Die Zahlungseinstellung der Luxemburgischen Nationalbank ist heute vormittag erklärt, Kuratoren sind ernannt, die Bilanz ist deponirt. Wie es scheint, ist das Portefeuille mit schlechten Werten gefüllt. Seit heute früh belagern die Inhaber von Noten der Bank das Bankgebäude. Die Reklamanten werden auf einen anderen Tag bestellt, die Bank ist von Gensdarmenumgeben, um Ausschreitungen der Bevölkerung vorzubeugen, da sich Noten von kleinem Betrage im Gesammtbetrage von mehr als 3 Millionen Frcs. in den Händen kleiner Handwerker befinden. Der Staat Luxemburg ist durch Depots interessirt. Die Unter bilanz soll mehr als 2 Millionen betragen. Ausland. * Wien, 24. September.[Halim Pascha.] Die „Politische Korrespondenz“ meldet aus Konstantinopel: Mit dem vom Sultan unmittelbar nach der jüngsten egyptischen Militärrevolte empfangenen Halim Pascha sei die Eventualität einer Entsetzung Tewfik Paschas erörtert und Halim Pascha befragt worden, ob er zur Annahme der egyptischen Herrschaft für vorläufig fünf jährige Dauer geneigt sei. Halim hätte seine völlige Bereitwilligkeit kundgegeben. * Wien, 24. September.[Landtage.— Litterarischer Kongreß.] Die Landtage von Oesterreich ob der Enz und unter der Enz, von Böhmen, Mähren, Kärnthen und Krain sind heute unter Kundgebungen der Loyalität eröffnet worden.— Der internationale litterarische Kongreß beschloß die Abhaltung des nächsten Kongresses in Italien, ohne für jetzt den Ort zu bestimmen. * N a g u s a, 2 4. S e p t e m b e r.[ U n r u h e n.] M u s e l männer von Alessio beschimpften die Kirche des heiligen Antonius. Infolge dessen begagen sich etwa 800 katholische Bergbewohner bewaffnet nach Alessio und zwangen die Behörden, die Schuldigen auszuliefern, welche sie mit sich in die Berge nahmen. * Paris, 25. September.[Ausweisung.] Dem Journal„'svönement“ zufolge sind mehrere Verhaftungsund Ausweisungsbefehle gegen ausländische zur Zeit sich in Frankreich aushaltende politische Agitatoren unterzeichnet worden. * L o n d o n, 2 4. S e r t.[ L a n d l i g a.] W i e d e r „Times“ aus Dublin geneldet wird, trifft die Landliga Vorkehrungen, um die Agitation in verstärktem Maße wieder zu erneuern. Die„Times“ fordert die Regierung dringend auf, die Umtriebe der Landliga durch Anwendung aller erforderlichen Mittel zu vereiteln. Die Zwangsgesetze müßten ohne Ansehen der Person gehandhabt werden, wenn sie gutes stisten sollen. * L o n d o n, 2 5. S e p t.[ S c h l a c h t.] W i e a u s Bombay cemeldet wird, ist es zwischen dem Emir Abdurrahman und Ajab Khau am 22. d. zum Kampfe gekommen, wobei Ajab Khan geschlagen wurde. Die Defertion von zwei Regimentern entschied die Schlacht. sein. Der Emir ist bis jetzt noch nicht in Kandahar eingezogen, die Stadt wird indes als unhaltbar betrachtet. Rom, 24. September.[Handelsvertrag.] Wie die„Agenzia Stefani“ meldet, haben die frauzösisch= italienischen Handelsvertragsverhandlungen Einverständnis ergeben und sind beinahe dem Abschlusse zugeführt. Am Mittwoch würden dieselben voraussichtlich beendigt werden und am Donnerstag die italienischen Unterhändler von Paris abreisen. * R o m, 2 4. S e p t e m b e r.[ G e n e r a l G r a f M e n a brea,) italienischer Botschafter in London, ist hier eingetroffen. Derselbe begiebt sich morgen nach Neapel um mit Manzini zu konferiren. * Bern, 24. September.[Abweisung.] Das Bundesgericht hat heute den Rekurs gegen das Verbot der Zürcher Regierung in Betreff der Abhaltung des Sozialistenkongresses mit 6 gegen 4 Stimmen abgewiesen. * Petersburg, 24. September.[Besileid.] Wie das„Journal de St. Pétersbouro“ mitteilt, hat der Verweser des auswärtigen Amtes, v. Giers, nach Empfang der Nachricht von dem Tode des Prasidenten Garpfield ein Schreiben an den Geschäftsträger der Vereinigten Staaten gerichtet, um der tiefen Trauer des Kaisers und der russischen Nation Ausdruck zu geben. Das Andenken Garfields werde in hoher Achtung bei dem russischen Volke fortleben. Gleichzeitig wurde der russische Gesandte in Washington telegraphisch beauftragt, der Familie Garfields das Beileid des Kaisers Alexander und der russischen Nation zu bezeugen. Kopenhagen, 24. Sept.[Aufhebung.] Das vom Jahre 1852 erlassene Verbannungsdekret gegen die Mitglieder der Schleswig=Holstein=Augustenburgischen Familie ist durch eine Verfügung des Königs vom 21. d. M. aufgehoben worden. * K o n s t a n t i n o p e l, 2 4. S e p t e m b e r.[ P r o t e s t.) Dem Vernehmen nach wird der russische Botschafter Novikow der Pforte unverzüglich eine Note überreichen, in welcher gegen die eventuelle Verwendung aller vor dem russisch=türkischen Kriege nicht bestandenen Steuern zu Gunsten der Bondholder, wie namentlich der Patentsteuer, der Mehrzahl der Zölle und anderer Abgaben, welche zur Tilgung der russischen Kriegsentschädigung zu verwenden seien, Protest eingelegt wird. * Kairo, 24. September.[Dekret.— Wahlen. Durch Dekret des Khedive wird heute das neue Militärgesetzt veröffentlicht werden und die Verlegung der Regimenter gleich darauf ihren Anfang nehmen. Das von Abdellah Bey kommandirte Negerregiment dürfte nach Siut geschickt, andere Regimenter nach dem Innern des Landes verlegt werden.— Die Wahlen für die Notabeln=Versammlungen sollen alsbald, die Zusammenberufung aber erst im Frühjahr stattfinden. Das Wahlreglement ist dasselbe, welches unter der Regierung Ismail Paschas zur Anwendung gekommen ist. Tiflis, 24. September.[Archäologischer Kongreß.] Heute fand auf dem archäologischen Kon gresse eine außerordentliche Sitzung für die fremden Sprachen statt. Den Vorsitz führte Professor Virchow, der beim Eintritt in den Saal mit lauten, anhaltenden Beifallsbezeugungen empfangen wurde. Virchow antwortete darauf in längerer Rede und dankte für die ihm erwiesene Gastfreundschaft. Der einst unwirtliche kriegerische Kaukasus sei Dank den Russen gastfreundlich geworden. Europa habe lange Leit eine verkehrte Vorstellung vom Faukasus gehabt; es sei Pflicht aller hier erschienenen Delegirten, dieses Vorurteil zu bekämpfen. Darauf hielt Professor Virchow eine einstündige Rede über die Anthropologie in Kaukasien. Nach dem Schlusse des Kongresses wird Professor Virchow über Odessa nach Berlin zurückkehren. Die Delegirten werden einen auf drei Tage berechneten Ausflug mittelst Extrazuges nach Kutais und anderen sehenswerten Orten machen, wo Ausgrabungen Corgenommen werden sollen. * Pretoria, 23. Sept.[Der Volksraad] ist heute wieder zusammengetreten. In der Eröffnungsrede wird nur geringe Befriedigung über die Konvention mit England aus gesprochen und werden Abänderungen für notwendig erachtet. Zur Wahl. * Dortmund, 26. Sept. Von fortschrittlicher Seite geht uns der nachfolgende Artikel zu, den wir zum Abdruck bringen, da wir auch die gegnerische Seite gern zu Wort kommen lassen. Wir behalten uns natürlich vor, auf die Sache zurückzukommen.— Bezugnehmend auf die verschiedenen Artikel über die Wahl in Nr. 262 Ihrer geschätzten Zeitung, erlauben Sie mir wohl, als Fortschrittsmann und früherem Wähler des Abgeordneten Berger einiges zu erwidern. Wenn der geehrte=Korrespondent der Ansicht ist, daß die wirtschaftliche Frage eine der Hauptangelpunkte sei, welcher die hiesigen Liberalen von der Fraktion der Fortschrittspartei trenne, so ist das ungenau. Die Anschauung, daß die Fortschrittspartei als Hauptaufgabe den Freihandel auf ihre Fahne geschrieben, ist mehr ein Schlagwort der Gegner, um vielleicht die eigenen Schwächen zu decken. Wir sind mit dem=Korrespondenten vollständig einverstanden, daß sich in wirtschaftlicher Hinsicht nimmermehr eine Parteischablone anlegen läßt, aber immerhin gibt es eine Grenze, auch in wirtschaftlichen Dingen, wo eine freisinnige Partei Halt machen muß, das ist die, wo die wirtschaftlichen Fragen zu politischen werden. Dieser Fall tritt dann ein, wenn der Staat durch Zölle sich eine neue Einnahmequelle zu verschaffen sucht. Eine solche Einnahmequelle hat sich die Regierung durch die sogenannte Tarifreform zu verschaffen gewußt, und um diesen Zweck zu erreichen, hat sie als Lockvogel den Schutz der nationalen Arbeit ausgehangen. Dies ist nach unserer Auffassung das einfache klare Sachverhältnis. Es bleibt nun abzuwarten, ob diese sogenannte Tarifreform dem Volke zum Segen gereichen wird. Vorläufig stehen wir vor einem fait accompli auf wirtschaftlichem Gebiet und erscheint es den großen politischen Aufgaben gegenüber, die der Volksvertretung harren, kleinlich, diese Aufgaben vom Gesichtspunkt einseitiger Zollinteressen zu betrachten. Daß die Fortschrittspartei diesen Zollplänen nicht zustimmen konnte, beruht nicht auf dem Prinzip des Freihandels, sondern auf dem Prinzip, dem Volk keine neue Steuern aufzubürden. Wer aber glaubt Zölle seien keine Steuern, der nimmt allerdings einen grundverschiedenen Standpunkt von dem der Fortschrittspartei ein und kann kein Fortschrittsmann eine solche Anschauung zu der seinen machen. Was uns hauptsächlich in hiesigem Wahlkreise von den Liberalen trennt, das ist das Verhalten des Abgeordneten Berger seit, dem Jahre 1874. Es ist dies schon so oft beleuchtet worden, daß es uns überflüssig erschemt, hier dasselbe nochmals einer Kritik zu unterwerfen. Nur eins möchten wir hier hervorheben aus dem Programm vom Jahre 1861, welches auch vom Abgeordneten Berger als einem der ersten mitunterschrieben ist.„Im verfassungsmäßigen Staate werden Ziele nur durch ebenso furchtlose als konsequente und zähe Ausübung verfassungsmäßiger Rechte erreicht!“ Diese konsequente zähe Ausübung verfassungsmäßiger Rechte vermissen wir bei dem Abgeordneten Berger und deshalb haben wir seine Person fallen lassen, da wir nach bisherigem Verhalten sein zukünftiges bemessen müssen. Denn wer auch noch einsetzt? Wenn Herr Berger seinen Austritt aus der Fraktion der Fortschrittspartei der Tyrannei des Abgeordneten Richter zuschiebt, so wissen wir nicht, in welcher Weise Herr Richter die Fraktion tyrannistren könnte oder deren Mitglieder, denn der § 6 der Geschäftsleitung der Fraktion besagt folgendes: „Die Einheit der Fraktion in ihren politischen Grundsätzen bürgt dafür, daß die Beschlüsse ihrer Majorität im Plenum des Hauses befolgt werden.— Sollten in einzelnen Fällen Mitglieder der Fraktion sich in ihrem Gewissen gezwungen fühlen, gegen die Beschlüsse der Majorität im Hause zu stimmen, so müssen sie ihre Absicht in der Versammlung der Fraktion kurz anzeigen oder in der nächsten Versammlung der Fraktion die dissentirende Absicht mit kurzen Worten rechtfertigen.“ — So lange der Abgeordnete also die politischen Grundsätze der Partei zu den seinigen macht, hat er keine Veranlassung auszutreten. Und hier liegt eben der Punkt, der den Abgeordneten Berger von der Fortschrittspartei als solcher trennt. Seine politischen Grundsätze sind nicht mehr diejenigen der Fortschrittspartei, für ihn ist ein Programm, wodurch die Grundsätze ausgedrückt werden, leere Flaschen, in die man hineingießen kann, was einem beliebt. Und weil nun unsere politischen Anschauungen sich mit denen der Fortschrittspartei decken, deshalv wollen wir einen Mann wählen, der dieselben mit allem Nachdruak zu vertreten willens ist. Ein Fortschrittler! " Dortmund, 27. Sept.[Ersatzwahl zur Handelskammer.] Am nächsten Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, findet im Kölnischen Hofe hier die Ersatzwahlen zur Handelskammer für den Stadtbezirk Dortmund statt. Es scheiden nach dem Turnus aus die Herren Kommerzienrat von Born und F. Buchholz sen., außerdem ist für die verstorbenen Herren Metzmacher und Köttgn eine Neuwahl vorzunehmen. *[Versetzung.] Herr Reserendar Marten von hier ist in den Bezirk des Kammergerichts versetzt worden. *[Verleigungen.] Der Lehrerin Theresia Spanke hier ist an der katholischen Schule hier eine Lehrerinstelle definitiv übertragen worden, desgleichen den Schulamtsbewerbern Josef Cramer aus Rautersbeck und Karl Tillmann aus Herne, sowie dem Lehrer Josef Becker aus Hellefeld an derselben Anstalt provisorische Lehrerstellen. *[Die Pflanzgrubenmaschine,I welche von Herrn F. W. Unterilp aus Düsseldorf gelegentlich des landwirtschaftlichen Festes am Fredenbaum ausgestellt war, ist, wie wir erfahren, für den landwirtschaftlichen Kreisverein angekauft worden :[Für die Straßenbahn] sind gestern eine Anzahl Güterwagen angekommen; der Gütertransport dürfte demnach bald beginnen s[Kapellmeister Löser.] Wie wir hören, ist Herr Kapellmeister Löser hier als Leiter der Stadtkapelle zu Küstrin gewählt und bereits dahin abgereist. :[Konzert.] Heute abend werden bekanntlich in Verbindung mit dem Dortmunder Orchesterverein die beiden Piston=Virtuosen John und Franz Schmidt aus Hannover, Knaben von 11 bezw. 12 Jahre, im Kühnschen Saale ein Konzert veranstalten. Es liegt uns über die Leistungen der jungen Künstler eine Anzahl Zeugnisse von Musikdirektoren und Zeitungsreferaten vor von denen wir das der„Düsseldorfer Volkszeitune“ wiedergeben. Dieselbe schreibt:„Düsseldorf, 24. Juni. Gestern traten zum erstenmale die beiden kleinen Trompeter=Virtuosen John und Franz Schmidt in der städtischen Tonhalle im Konzerte der städtischen Kapelle auf. Der Garten war bis zum letzten Platze gefüllt alles wollte die kleinen Künstler hören, über welche sehr günstige Urteile aus andern Stödten bekannt geworden waren. Unter der Begleitung des Orchesters trugen dieselben ihre hübsch gewählten Stüge so sicher und mit so vielem Verständnis vor, daß sie das Publikum zu den lebhaftesten Beifallsäußerungen hinrissen. Besonders der ältere, John Schmidt, weiß aus seinem Instrument so kräftige und wieder so weiche Töne hervorzubringen, er spielt die schwierigsten Passagen mit einer Reinheit und Sicherheit, die geradezu erstaunlich ist. Und begleitet erst der kleinere, Franz, seinen Bruder in so wackerer Weise, so trifft die Aeußerung eines leipziger Kritikers:„Die Jungen blasen ins Herz hinein", vollständig zu. Wir freuen uns, die jungen Künstler im samstägigen Symphonie=Konzerte wieder mitwirken zu hören, in welchem dieselben in besonders schönen getragenen Musikstücken ihre Kunst zeigen werden. 1[Zur landwirtschaftlichen Ausstellung.] Man schreibt uns landwirtschaftlichen Kreisen: Die mit den landwirtschaftlichen Festen verbundenen Ausstellungen sollen bekanntlich den Zweck haben, den Landwirten das neueste und praktischste, was während des Jahres erfunden und konstruirt worden ist, vorzuführen. Dies wird auf die Dauer aber dann nur möglich sein, wenn seitens der PrämirungsKommissionen auch nach dem Grundsatze verfahren, dem Neuen und Guten nur die ersten Preise zukommen zu lassen. Unseres Erachtens ist bei der Prämiirung von Geräten am vergangenen Sonnabende nicht streug nach diesem Grundsatze verfahren worden, da ausgestellte Gegenstände erste Preise erhalten haben, die kaum den Anspruch auf neu und vortrefflich machen konnten, während andere Geräte, denen dieses Prädikat voll und ganz zukam, nur mit geringen Prämien bedacht worden sind. m[Stenographisches.] Der hiesige Gabelsberger Stenographen=Verein versendet ein Rundschreiben betreffend Einladung zum Winter Lehr=Kursus. Der Verein hat für tüchtige Lehrkräfte gesorgt. Der anfang findet im Oktober statt und wird den Teilnehmern durch die Zeitungen bekannt gegeben. Die Mitglieder haben bereits mit ihrem Winter=Programm begonnen. Den Fortbildungskursus hat für dieses Mal Herr Studiosus Leut übernommen. Ferner hält der Bibliothekar mit einem anderen Vorstandsmitgliede jeden zweiten.reinsabend im Monate Vortrag über die Begebenheiten auf stenographischem Gebiete. Das Interesse im Vereine ist sehr rege. [Das Oberbergamt] erläßt folgende Bekanntmachung: Die Gewerkschaft des in der Steuergemeinde Kirchhörde gelegenen Steinkohlenbergwerks„Steiermark“ hat laut notarieller Urkunde vom 11. Juni 1881 mit einer Mehrheit von über drei Vierteilen aller Kure sich den Bestimmungen des vierten Titels des allgemeinen Berggesetzes unterworfen und in dem festgestellten Gewerkschafts Statute die Zahl der Kuxe auf Eintausend mit der Wirkung bestimmt, daß die neuen Kuxe die Eigenschaft der beweglichen Sachen haben. [Unglücksfall] Am vergangenen Freitag= Abend fiel ein von der Arbeit kommender, betagter Arbeiter an em Hause auf dem Verge, in welchem er wohnt, die Treppe herunter und erlitt hierbei eine so schwere Schädelverletzung daß er einige Stunden nachher stard. Er wird wahrscheinlich infolge des Umstandes, weil er schwere Holzsauhe trug, auf der Treppe gestrauchelt und heruntergefallen sein. Der Verstorbene, ein achtbarer und nüchterner Mann, hinterläßt eine Frau ohne Kinder **[Gaunerstreich.] Vor einiger Zeit wollte eine hier Kondition stehende Dame zu ihren Eltern reisen, sie mußte den Weg teils per Bahn teils per Post zurücklegen. als der Zug in H. ankam, woselbst einige Minuten Aufenthalt waren, ließ sie sich eine Tasse Kaffee von einem Kellner in das Kupee geben und reichte, da sie nur ein 20.Markstück hatte, dieses dem Kellner. Da, es sind nur noch einige Minuten Zeit, wird es der Dame doch ängstlich, ein in demselben Kupee sitzender Herr eilt daher in den Wartesaal, aber der Kellner war nicht zu finden. Da ertönt das Zeichen zur Abfahrt, dahin braust der Zug und Thränen rinnen der Dame über die Wanzen. Zum Glück hatte ein Mitreisender gehört, daß der Kellner nicht herausgeben konnte, sondern erst wechseln wollte. Würde sich nicht unter den Mitreisen den eine mitleidige Seele gefunden haben, die der Dame ihr ferneres Reisegeld vorstreckte, so hätte sie die Reise durch diesen Gaunerstreich mit der Post nicht fortsetzen können. Hoffentlich, da Anzeige von dem Vorfall gemacht ist, gelingt es, diesen Gauner auf längere Zeit unschädlich zu machen. e(Unglücksfall.— Reiselustiger Knabe.) Am vergangenen Sonntag=Morgen verunglückte im Bessemer Werke der„Union“, Aktien=Gesellschaft für Eisen= und Stadl=Industrie, ein Arbeiter beim Transport eines 9 Fuß neuen selbe ihm auf die Brust siel. Der Verunglückte erlitt hierbei so schwere Verletzungen, daß seine sofortige Aufnahme in das Krankenhaus erfolgen mußte. An dem Aufkommen desselben wird gezweifelt.— Eine in der Kurfürstenstraße wohnende Familie vermißte seit fost 14 Tagen ihren ältesten, 18 Jahr alten Sprößling, und war nicht wenig um des Schicksal derselben besorgt. Vorgestern morgen wurde denselben von der Behörde hier mitgeteilt, daß der Knabe in Hamburg aufgegriffen sei, weil er sich dort obdachs= und mittellos umhergetrieben habe. Der Junge, welcher in den nächsten Tagen nach hier zurückgebracht, wird, soll die Absicht gehabt haben, auf See gehen zu wollen. i Hörde, 25. Sept.[Polizeiliches.] Es ist nunmehr gelungen, festzustellen, wo die während der letzen Kirmis auf der Güter=Expedition hierselbst an einen Unberechtigten verabfolgten 5 Kisten Spielwaren verblieben sind. Der betreffende Gauner hat die Waren bei einem hiesigen Fuhrunternehmer untergebracht und darauf 20# geborgt, womt er dann das Weite gesucht hat Vor einiger Zeit wurde der Tagelöhner Mückenhoff, zuletzt in Beckinghausen, wegen Verübung eines Sittlichkeitsverbrechens in hiesiger Stadt steckbrieflich verfolgt. Wie uns mitgeteilt wird, ist derselbe vor wenigen Tagen wegen eines gleichens Verbrechens bei Arnsberg verhaftet und dem dortigen Landgericht überliefert worden. b Hörde, 25. Sept.[Der überaus rege Personenverkehr] zwischen Hörde und Dortmund erreicht bekanntlich des Sonntags seinen Höhenpunkt. Obgleich nun an jedem Sonntage der um 6 Uhr 55 Min. von hier abfahrende Personenzug überfüllt ist, so waren heute abend wieder so wenige Wagen auf der Bergisch=Märkischen Bahn vorhanden, daß die Leute nicht nur Kupees 2. und 1. Klasse, sondern sogar tretz heftigen Wiederspruchs in den Packwagen gedrängt wurden. Möchte doch die Bahnverwaltung dafür Sorge tragen, daß bei derartigem Verkehr ein genüg nder Wagenpark vorhanden ist i Brünninghausen, 26. Sept.[Ueberfall.] Gestern abend gegen 8 Uhr wurde ein Braubursche der hiefigen Kaiserbrauerei von Dortmund kommend in der Nähe des Gehöftes des Herrn Klewitz von drei Männern auf offener Straße überfallen, in den Straßengraben geworfen und dunn auf das scheußliche mißhandelt Auch wurde dem Ueberfallenen ein wertvoller Stock abgenommen. k Marten, 26. Sept.[Verunglückt.] Wie us mitgeteilt wird, sind auf der Zeche„Neu=Iserlohn“ in der vorigen Woche zwei Bergleute verunglückt und zwar einer am Freitag und einer am Sonnabend. Firner wurde in den letzten Tagen auf der Zeche„Borussia“ ein Bergmann beschädigt, derselbe wurde in das Krankenhaus nach Barop gebracht. g Opherdicke, 26. Sept.[Einführung] Freitag, den 30. d.., wird der von der kirchl. Gemeindevertretung am 5. d. M. einstimmig zum Pfarrer der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde gewählte Pfarramtskandidat Strath= mann aus Eickel in sein Amt eingeführt. Der Festgottesdienst beginnt morgens 10 Uhr. Das Festessen findet bei dem Wirt Bäcker statt. 0 Lünen, 25. Septhr.[Schulsteuer.— Vereinssache.] Es hat bei den in diesen Tagen zur Verteilung gekommenen Steuerzeln allgemein nicht unlieb überrascht, daß die Schulsteuer der evanzel. Gemeinde, trotzdem seit Ostern eine neue Lehrerstelle kreirt ist, auf dem vorjährigen Satze von 55 Proz. stehen geblieben ist. Dieser Umstand findet darin seine Erklarung, daß in diesem Jahre namentlich in der Einkommensteuer eine nicht unwesentliche Erhöhung eingetreten ist und sich die hiefigen Israeliten der evangel. Gemeinde haben zuweisen lassen.— Der Verein „Für Vogelschutz und Geflügelzucht" wird, wie wir vernehmen, um seinen zahlreichen Mitgliedern in Lünen und den umliegenden Ortschaften etwas zu bieten, wie früher, so auch in diesem Winter, wieder Verlosungen von ausgezeichneten Hühnerstämmen stattfinden lassen; auch sollen die Versammlungen wieder regelmäßig monatlich abgehalten werden. Es muß überhaupt konstatirt werden, daß der Verein eine sehr rege Thätigkeit entwickelt hat und namentlich die so ungemein wichtige Hühnerzucht durch ihn in der ganzen Umgegend ganz bedeutend gehoben hat. 0 Lünen, 26. Sept.[Erntefest] Der Verein hiesiger Landwirte und Fuhrleute beging gestern beim schönsten Wetter sein diesjähriges Erniefest. Bereis am Vorabend und Sonntag Morgen wurde die Feier durch Böllerschüsse angekündigt und mittags fand auf dem Rathausbalkon ein Konzert statt, welches ein zahlreiches Publikum auf dem Markte anzog. Nachmittags 3 Uhr versammelten sich die Vereinsmitglieder vorm Christinenthor unter den Linden und zogen dann zum frischen Trunk in die Kappenberger=Heide, woselbst infolge Zudrängens einer großen Kinderschar sich der Unfall ereignete, daß ein siebenjähriges Kind unter die Hufe eines Pferdes geriet. Von hier aus wurde nun zu Pferde und Wagen ein Zug durch fast sämtliche Straßen der Stadt veranstaltet, wobei wir bemerken, daß jeder den andern in der Ausschmückung seines Pferdes zu übertreffen gesucht hatte. Nach Beendigung des Zuges fand im Schultzschen Saale ein von der Otteschen Kapelle aus Dertmund ausgeführtes Konzert statt, das lebhaften Beifell fand und dem abends der Festball folgte. Nachdem gegen 9 Uhr noch ein Zapfenstreich durch die Hauptstraßen ausgeführt, wurde dann der Ball, der bis zum Morgen währte und in der gehobensten Stimmung verlief, fortgesetzt. p Unna, 26. Sept.[Feuer.] In vergangener Nacht gegen 11½ Uhr wurden die Bewohner hiefigen Stadt durch jeuerlärm aus dem Schlafe geweckt. Es war in der Ziegelei der Gebrüder W. in der Nähe des Bahnhofes Feuer ausgebrochen. Die beiden hiesigen Wehren waren rasch zur Stelle, jedoch konnte von den mitgebrachten Spritzen kein Gebrauch gemacht werden, weil sonst die an der Ziegelei vorhandenen Steine verdorben wären. Nach kurzer Zeit war das Feuer, das auf das Dach des Gebäudes beschränkt blieb, gelöscht. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Münster, 26. Sept.[Ernennung.] Der bisherige Privatdozent Dr. Hagemann ist zum außerordentlichen Professor an der philosophischen Fakultät der hiesigen Akademie ernannt wo den. Düsseldorf, 26. Sept.[Das städtische Orchester) von Düsseldorf hat im vergangenen Jahre die erhebliche Einnahme von 65 219 M erzielt, welcher eine Ausgabe von 60 3874 gegenübersteht, mithin ist ein Bestand von 4832+ zu verzeichnen. Die städtische Tonhalle warf einen Ueberschuß von 46 855 4 ab. Neuenahr, 25. Sept.[Die Reblaus.] Ueber die Maßregeln gegen die Reblaus schreibt man der„Bonner Ztg.“ noch folgendes: Da man mit Bezug auf die Herkunft der in den infizirten, einer ganzen Menge von Eigentämern gehörenden Weinbergen stehenden Weinstöcke keine festeren Anhaltspunkte erzielen kann, als die Angaben, daß die Stöcke aus Weinbergen der Uhr oder aus Weinbergen rheinabwärts Unkel=Sinzig stammen, so ist nunmehr beschlossen worden, in sämtlichen Weinbergen der Uhr, sowie in denjenigen zu beiden Seiten des Rheines von Sinzig bis Godesberg, bezw. von Unkel bis Königswinter abwärts eine gründliche Untersuchung anzustellen. Das als infizirt erkannte etwa 5 Morgen große Terrain an der Landskrone wird fortwährend von Gensdarmen bewacht. Mit der Durchführung von Maßregeln zur Vertilgung der Reblaus wird jetzt Ernst gemacht. Beispielsweise ist die Lieferung des einer bonner Firma in Auftrag gegebenen Petroleums, etwa 20 000 Kil, nunmehr fest beschlossen und hat bereits begonnen. Stadtverordneten=Sitzung. * Dortmund. 26. Sept. Der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wohnten unter Vorsitz des Herrn von Borm an 26 Stadtverordnete und von seiten des Magistrats die Herren Bürgermeister Arnecke, Stadträte Mellinghaus, Schmemann, Kleine und Frielinghaus. Der Vorsitzende teilte zunächst mit, daß vom Magistrat die Verhandlungen des letzten westfälischen Städtetages und die Antwort des Ministers des Innern auf die dort aufgestellten Forderungen eingegangen seien, und er habe bas letztere Schriftstück wegen seiner prinzipiellen Wichtigkeit vervielfältigen und den Mitgliedern mitteilen lassen. Ebenso sei eine Massenpetition gegen den beabsichtigten Ort der neuen Abdeckerei eingegangen, die an geeigneter Stelle zur Verhandlung kommen werde und schließlich läge ein Antrag des Herrn Jucho vor beireffs des Keggemannschen Gartens. Die Witwe Keggemann sträube sich nämlich gegen die ihr durch den neulich abgeschlossenen Vertrag auferlegte Bedingung, bei einem etwaigen Neubau ohne Entschädigung in die Baulinie zurückzugehen, gegen welche ihr verstorbener Mann mit Erfolg Protest erhoben. Da der Antrag aber einen in diesem Jahre M so sei, ehe er auf die Togesordnung gesetzt könne, eine Unter“ützung von einem Drittel der Stadtverordneten nötig, also da das Kollegium augen blicklich achtunddreißig Mitglieder zähle, von dreizehn Mütgliedern. Zur Unterstützung erhoben sich fast sämtliche Anwesende. Herr Jucho führte dann aus, daß schon damals bei Fassung des ersten Beschlussee die Meinung laut geworden sei, die Frau Keggemann habe beim Unterchreiben des Vertrages nicht gewußt, was sie gethan. Die jetzige Baulinie schneide von der Ecke des Hauses an der Schwarzenbrüderstraße drei Fuß ab und ebensoviel beim Hinterhause, und bringe die Silberstraße an dieselbe Breite wie bei Küch. Die alte Bauliuie aber schneide an der Schwarzenbrüderstraße an den detreffenden Stellen noch drei Fuß mehr und an der Vorderfront über sechs Fuß ab. Die Witwe Keggemann sei bereit, wenn diese Sache geordnet werde, sofort das betreffende Grundstück aufzulassen, sodaß dann die Erbreiterung des Marktes sogleich ausgeführt werden könne. Es sei vielleicht angezeigt, daß heute konstatirt werde, daß die Stadtverordneten nicht gegen eine Aenderung des Vertrags, wie die Witwe Keggemann es wünsch:, seien. — Herr Bürgermeister Arnecke bat, den Beschluß des Mastrates nicht zu präjudiziren, Herr Oberbürgermeister Lindemann und der Dezernent, Herr Baurat Marx, wären verreist und außerdem läge dem Maoistrate ein ähnlicher Antrag der Witwe Keggemann vor.— Herr Jucho erklärte sich mit der Vertagung seines Antrages einverstanden, man nahm daher von dem letzteren Akt und setzte den Gegenstand auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung. In Erledigung der Tagesordnung wurde alsdann durch Stimmzettel der Herr Justizrat Holl= einstimmig zum stellveriretenden Vorsitzenden an Stelle des verstorbenen Herrn Kötigen gewählt. Betreffs der Anlage einer neuen Abdeckerei referirte Herr Sveer und hob hervor, daß bereits im Jahre 1879 eine Kommission eingesetzt sei, um über den Ort, wohin die Abdeckerei zu verlegen, zu beraten. Herr Baumeister König habe damals den Platz hinter Schultz Sägemühle empfohlen, während Herr Stade vier Orte vorgeschlagen habe und zwar auf dem hintersten Spänfeld, im Morxort an der hölzernen Eisenbahnbrücke, am grünen Wege und am brünninghauser Wege. Der Magistrat habe nunmehr zwe Plätze in Vorschlag gebracht, den auf Flur 19 Nr. 6 am baroper Wege und den Nr. 70 an der Emscher hinter Schultz Sägemühle. Dem letzteren habe der Magistrat den Vorzug gegeben, obgleich er häufig ganz unter Wasser stehe, es sei aber dagegen ein von 832 Personen unterschriebener Pcotest von Anwohnern eingelaufen, in welchem hervorgehoben werde, daß der Ort den Wohnungen zu nahe liege, daß in der dortigen Umgegend etwa zehnmal soviel Menschen wohnten, als um die jetzige Abdeckerei, daß bei dem in hiesiger Gegend zweit drittel des Jahres herrschen den West= und Südwestwinde die üblen Gerüche nicht allein der Nachbarschaft, sondern der ganzen Stadt fühlbar wer den würden. Es sei weise gewesen, daß die Abdeckerei da mals im Osten der Stadt angelegt sei, an dem Orte, wo sie jetzt projektirt werde, würden die üblen Gerüche haupt sächlich Arbeiter treffen, bei denen aus verschiedenen Gründen Krankheiten und Epidemien am ersten auszubrechen pflegten. Außerdem sei die Zeche„Tremonia“ nur 400 Meter von dem in Aussicht genommenen Orte entfernt und würden die schädlichen Miasmen auch in erster Linie das katholische Krankenhaus treffen. Der Grund also, daß die Stadt im Westen Grundstücke besitze, könne für die Wahl des Ortes der Abdeckerei nicht maßgebend sein.— Dr Herr Referent schloß sich der Petition vollständig an und bat den vorgeschlagenen Platz abzulehnen. Man möge dann eine Kommission wählen, die die Sache gründlich ins Auge fasse. Man könne vielleicht die schädlichen Abfälle verbrennen, oder einen Anschluß an den jetzt im Bau begriffenen Kanal suchen. Es wäre vielleicht empfehlens wert, die vereinigten Bau= und Sanitäts=Kommissionen dazu zu nehmen.— Herr Hilbck erklärte, der vom Magistrat vorgeschlagene Ort sei der denkbar ungeeignetste, der über haupt aufzufinden sei. Nicht allein, daß der Platz häufig unter Wasser komme, sodaß die Kadaver das Grundwasser übel beeinflussen würden, lägen in nächster Nähe die Zeche Tremonia, das Werk von Wagner, die„rote Erde“ und die Hohöfen von Karl von Born mit zusammen etwa 1400 Ar beitern, die unmittelbar dem Gestanke ausgesetzt seien. Ueber dem würden unstreitig durch den Wind große Teile der Stadt in Mitleidenschaft gezogen. Wenn man bei der Wahl des Ortes auf die Wasser der Zeche Tremonia gerechnet habe, so sei dem entgegenzuhalten, daß die Zeche das in den Mergelklüften enthaltene Wasser größtenteils gesümpft habe und überdem verpflichtet sei, das Wasser zunächst den Hoh###en von Karl v. Born zu liefern, sodaß bei der Verringerung des Wassers für die Abdeckerei nichts übrig bleibe.— Herr gelohaus erklärte sich mit dem Antrage des Referenten völlig einverstanden und befürwortete es, daß man Kosten zunächst feststelle, welche die Verbrennung der Abfälle erfordern würde.— Herr Dr. Gerstein fragte, warum in einr so wichtigen Sache nicht die Sanitäts: kommission zu rate gezogen sei. Seit 1874 sei sie nicht mit dieser Sache beschäftigt.— Herr Stade machte darauf aufmerksam, daß man in die Ablehnung auch den zweiten vom Magistrate vorgeschlagenen Ort hinter dem katholischen Krankenhause einschließen müsse, eine Ansicht, welcher der Referent beipflichtete. Der Magistrats Antrag wurde darauf einstimmig abgelehnt und nach einiger Debatte der Magi strat aufgefordert, in Geneinschaft mit der Bau= und Sanitätskommisfion die Sache möglichst schnell aufs neue in Beratung zu ziehen. Es folgte dann die Prüfung und Dechargirung verschiedener Rechnungen, worüber Herr Jucho referirte. Die des städtischen Wasserwerk; ergab zunächst einen Ueberschuß von K. 328 564.20 gegen im Etat vorgesehene 300 000 M Eine Etatsüberschreitung bei der Brunnenanlage wurde nachträglich genehmigt. Die Rechnung der städtischen Badeanstalt ergab ein Defizirt von K 5969.85 gegen K 4303,75. Es beruhe dies jedoch größtenteils auf einem Rechenexempel, da man das verbrauchte Wasser mit 7 4 für den Kubikmeter berechnet habe, während, wenn man die Selbstkosten von 2,4 4 rechne, nur ein Defizit von 2294+ bleibe, überdem würden die erst in der nächsten Rechnung auftretenden Wannenbäder den Ertrag viel günstiger stellen.— Herr Dr. Hallermann rügte dann, daß die Liste zum Einzeichnen für das Abonnement nicht in dem Büreau der Badeanstalt, sondern in dem des Wasserwerks offengelegt sei. Es herrsche deshalb großer Unwille unter dem Publikum, denn zahlreiche Gymnasiallehrer, junge Kaufleute, Beamte 2c., die das Bad nur des Morgens oder des Abends besuchen könnten, wären nicht in der Lage, während der Büreaustunden auf das Wasserwerks=Büreau zu gehen. Herr Bürgermeister Arnecke hob hervor, daß diese Maßregel genchriig hörder des bisherigen Mietpreises von 70 98 4 Schließlich genehmigte man noch den Vertrag mit dem Bergwerks= und Hüttenverein wegen Wasserversorgung aus dem städtischen Werke für die Dauer weiterer fünf Jahre und zwar soll dem Vereine bei einem garantirten Verbrauche von 700 000 Kubikmeter der Ausnahmepreis von 6 4 für den Kubikmeter bewilligt worden. Herr Jucho machte noch darauf aufmerksam, daß mit diesem Beschlusse das Prinzip durchbrochen sei, wonach das an getrennten Verbrauchsorten eines einzigen Besitzers verwendete Wasser nicht zusammen berechnet werden dürften. Es könnte also jetzt ein Bauunternehmer, der drei Häuser auf der Reihe stehen habe, mit einem Wassermesser auskommen, während er früher deren drei nötig gehabt habe. (Der vom 1. Januar 1882 an auf 5 Jahre vereinbarte Preis des städtischen Wasserleitungswassers beträgt für den Bergwerks Hüttenverein 6 4 pr., Kubikmeter, während dasselbe bisher mit 7 4.rechnet wurde Es dürfte von Inter sein zu erfahren, daß der Selbstkostenpreis für unser städtisches Wasse, werk sich an Produktionskosten allein au 2 1/19 4 pr. Kubikweter Wasser, dagegen an Gesamtkosten, d. h. inkl Verzinsung und Amortisation mit 4 1/ Prozent 1½ Proz.= 6 Proz. des Gesamt=Anlagekapitals, au 5 9/16 4 pr. Kubikmeter Wasser beläuft. Letzterer ist also annähernd der Preis, den das hörder Werk demnächst zahlen wird; jedoch wäre es wohl nicht richtig, demselben gegen über die Verzinsung und des gesamten, weit über Dort mund hinaus ausgedehnten Röhrennetzes in Anrechnung bringen zu wollen, und war es vollkommen gesucht, daß die Stadt vortmund es verstanden hat, sich einen so bedeu tenden und guten Abnehmer auf die Dauer zu erhalten) Damit schloß die Sitzung. nicht von der Wasserwerks Kommission ausgegangen, sondern Sache der Verwaltung, die Herr Direktor Reese führe, sei. Herr Speer schloß sich entschieden der Beschwerde des Herrn Dr. Hallermann an und machte darauf aufmerksam, daß die Frist zur Einzeichnung bereits abgelaufen, daß es also nötig sei, die Listen im Büreau der Badeanstalt noch einmal aufzulegen. Die Versammlung beschloß dann, den Magistrat zu ersuchen, Akt von dieser Beschwerde zu nehmen.— Wie die vorstehenden ergaben auch die Rechnungen der Beerdidungs=, der Witwen= und Waisen=Kasse, der Fortbildungsschule, der Schuldentilgungs=Kasse, der Mädchenschule und der Gewerbeschule keinen Anstand. Zum Mitgliede des städtischen Kuratoriums für die Real=, Gewerbe= und höhere Mädchenschule an Stelle des verstordenen Herrn Köttgen wählte man darauf auf Vorschlag der Wahlkommission Heren Wagner. Für— ratorium schlug die Wahlkommission Herr Oberlehrer Radebo Gymnasial=Ku Meininghaus das on Herra vor. Herr Oberlehrer Radebold erklärte dagegen, 5 er mit dem Vorschlage sehr sympathifire, sich aber och verpflichtet fühle, aus verschiedenen Gründen einen Arzt zur Ergänzung des Kuratoriums vorzuschlogen. Er habe mit Herrn Dr. Gerstein dieserhalb gesprochen, da der aber eine Wahl ablehne, schlage er Herrn Dr. Hallermann vor. Herr Hilbck empfahl Herrn Justizrat Holle. Bei der folgenden Wahl durch Stimmzettel wurde Herr Dr. Hallermann gewählt. Für das Kassen Kuratorium wählte man Herrn Schüchtermann und für die Armenverwaltung Herrn Willmann an Stelle des ausgeschiedenen Heren Overbeck.— Die Ernehmigung zur Enteignung der für die Regulirung des Heiligenwegs erforderlichen Splißteile wurde erteilt, ehense wurde zur Vervollständigung des Beschlusses vom 20. Juni 1881 betreffs des Ankaufs der beiden Armenhäuser an der Schützenstraße Flur und Nummer nachgetragen und die Uebertragung einer Reihe von Parzellen auf Flur 19 in der Größe von 45 ür 58 Quadratmeter gegen Anmeldungen vom 24. bis 26. September 1331. Aufgebote. Hiesige: Berginvalide Jos. Schöne, Wit wer, mit Elisabeth Schulte, Kurzestraße 3. Fabrikarbeiter Georg Stüber mit Maria Ringk geb. Münder, Kurzestr. 3 Dreher Johann Schulten, Witwer, mit Maria Behler, Wilhelmstraße 14. Dreher Franz Jung, Adlerstraße 40, mit Franziska Straczkowska, Bleichmärsch 11. Fremde: Fabrikarbeiter Theodor Gerhardts, Hörde, mit Maria Knippschild. Handelsmann Friedr. Haase mit keatharina Lagerin, Soest. Barbier Heinrich Elemens mit Maria Flechter, Münster, Winkelstraße 1. Kaufmann Viktor Alexander Josef Meyer, Danzig, z. Z. hier, mit geschiedene Hönicke, Martha Elise Olga, geb. Voigt, Posen. Evangelist Christian Heinrich Abert Pechau, Barmen, mit Maria Auguste Helene Claus, Magdeburg. heschließungen. Buchbindermeister Alwin Klippel mit Elisabeth Dux, 1. Kampstraße 28. Prov. Bremser Kaspar Wehmeyer, Witwer, mit Witwe Adam, Maria geb. Lohkemper, Düppelstraße 12. Rentner Heinrich Rüping, Witwer, mit Auguste Gosekuhl, Brückstraße 54. Fabrik arbeiter Eduard Böcker mit Witwe Buschmann, Marie geb Biermann, Leopoldstraße 49. Fuhrknecht Wilhelm Drees, gen. Platte, Ackerstraße 24, mit Louise Figge, Kuckelke 27. Geburten. 1 Sohn: Stuckateur Johann Vonier, Lin denstr. 15. Schneidermeister Franz Sagolla, Rheinischestr 121. Schneidermeister Anton Spiegel, Gnadenort 10. Packmeister Heinrich Mohri, Zimmerstr. 20. Sandformer Hein rich Schulz, Rheinischestr. 76. Konzertmeister Maximilian Giesenkirchen, Lütgenbrückstr. 17. 1 Tohler: Schreinermstr. Anton Kolb, Mühlenstr. 34. Kess lschmied Friedrich Flecht ner, Leopoldstr. 35. Sattler Friedrich Wullhorst, Humboldt sraße 12. Maurer August Kominatzki, Kesselstr. 3. Schlosser Ferdinand Sigge, Josefsstr. 19. Milchfuhrmann Rudolf Schubert, Tiefestr. 1. Drechslermeister Gottfried Knippenberg, Betenstr. 23. Fabrikarbeiter Karl Martini, UnionsVorstadt, Markt I: Schneider Johann Rohl, Adolfstr. 4 Dreher Heinrich Kaupe, Kühl 17. Schlosser Heinr. Schulze, Heiligergartenstr. 10. Fabrikarbeiter Friedrich Hebel, Hermannsstr. 23. Holzarbeiter Richard Freese, Gutenbergstr. 51. Zimm ermann Rudolf Mankoweki, Hohensyburgstraße 95. Hütteninvalide Johann Koring, Friedrichsstr. 85. Faktor Josef Knobbe, Josefsstr. 10 Todesfälle. Tagelöhner Peter Blotenberg, Kielstr. 1, 8 J. 2 M. 13 T. Emma, T. des Fabrikarbeiters August Koch, Aachenerstraße 21, 1 J. 6 M. 13 T. Ehefrau des Hütteninvaliden Heinrich König, Elisabeth geb. Lunnemann, Annenstraße 8, 44 J. 4 M. 19., Bergmann Franz Voits, Hohestraße 84, 36 J. 8 M. 29 T. Karl, S. des Tagelöhners Peter Schulte, Altmühlenweg 37, 2 T. Wilhelm, S. des Fabrikarbeiters Karl Lindemann, Rhein.=Straße 166, 2 J. 2 M. 23 T. Schreiner Karl Steinke, Mozartstraße 6, 74 J. 7 M. Ehefrau des Bergmanns Adolf Volmer, Katharina geb. Wixmerten, Sunderweg 61, 42 J. 4 M. 18 T. Karl, S. des Schuhmachermeisters Heinrich Klöcker, Silberstraße 16, 3 J. 9 M. 13 T. Witwe des Maurers Johann Kleffner, Katharing geb. Lachnicht, Sunderweg 42, 70 J. 4 M. 5 T. Konrad. S. des Fabrikarb. Konrad Scheid Rheinische=Straße 170, 1 J. 27 T, Städtischer Arbeiter Peter Batalitzky, Auf dem Berge 10, 73 J. 9 M. 3 T. Totgeburten. Bergarbeiter Adolf Volmer, Sunderweg 61, 1 T. Zuschläge: Karl Krahe, Kesselstraße 55, 1 S. Bergarbeiter Friedrich Buschkamp, Annenstraße 6, 1 T. Gewerbe, Handel und Verkehr. M Dortmund, 26. Sept.[Deutsches Petroleum.] Man schreibt uns: Heute ist per Köln=Mindener Bahn der erste Doppelwaggon deutsches Petroleum(von der deutschen Bohrgesellschaft) hier angekommen. Der Waggon scheint den reinsten Triumphzug gehalten zu haben, er war über und über mit Blumen geschmückt. Es war der erste ggen, der üdberhaupt bis jetzt versandt wurde. Bemerkenswert ist noch, daß der Entflammungspunkt= 127° F. ist, somit jede Gefahr einer Explosion ausschließt. Der des amerikanischen Petroleums beträgt bekanntlich nur 110° F. Dortmund, 25. Septbr.[General=Versammlung.] Die„Dortmunder Aktien=Gesellschaft für Gasbeleuchtung" hielt am Samstag=Abend im Spiegelsaale des Gasthofes„Zum römischen Kaiser" die diesjährige General=Versammlung, welche von dem Heren geheimen Justizrat Brand eröffnet und geleitet wurde. Derselbe erklärte zunächst, daß er in seiner Stellung als Vorsitzender der Direktion, welche er seit dem Absterben des Herrn Metzmacher ven. innehabe, de Erschienenen herzlich willkommen heiße. Die erste Aufgabe sei, des Mannes zu gedenken, welcher als Mitglied der Gesellschaft, der Direktion, wie als Vorsitzender der letzteren mit ganzer Kraft und aller Liebe für das Wohl der Gesellschaft gearbeitet habe. Er bitte die Anwesenden, sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen zu erheben. Der Vorsitzende ernannte darauf zu seinen Affistenten die Herren Eduard Barnhagen und Julius Weidtman, zu Unterzeichnern des Protokolls die Herren Georg Weispfennig und Lehrer Bongardt, zu Stimmensammlern die Herren Josef Helmus und Friedrich Wilhelm Fischer. Aus der Präsenzliste, welche der Herr Justizrat Melchior, der das Protokoll führte, mitteilte, ist hervorzuheben, daß 1626 Aktien mit 129 Stimmen durch 22 Aktionäre vertreten waren. Dem Geschäftsberichte entnehmen wir folgendes: Die Gesamtproduktion betrug im abgelaufenen Betriebsjahre 2 472 220 kdm gegen 2 380 500 kdm im Vorjahre. Davon wurden abgegeben für die Stadtbeleuchtung 289 483, für die Privatbeleuchtung 1 467 753, an die Köln=Mindener Bahn 251 415, an die Bergisch=Märk. Bahn 66930, an die Rheinische Bahn 40 145, an die Dortm.=Ensch. Bahn 11 510 kdm. Die Verluste betrugen 306 993 kdm oder 12,38 Proz. gegen 13,3 Proz. des Vorjahres. Zur Gasfabrikation wurden verwendet 169 840 Zentner Steinkohlen, welche von Zeche„Alma" bei Gelsenkirchen bezogen sind. Aus einem Zentner Steinkohlen wurden 14,59 kdm Gas gewonnen. Die Kokesproduktion betrug 103 460 Zentner, die Teerproduktion 7380 Zentner. Die Verarbeitung des Ammoniakwassers zu ergab einen Netto=Ueberschuß von 4 7173.54. Für Salmiakgeist anlagen wurden verausgabt 22223,47. Von der kontrahirten Anleihe wurden zurückgezahlt im verflossenen Petriebsjahre 20000, so daß dieselbe nunmehr noch K. 145 600 beträgt. Der Nettogewinn betrug# 140 886,96 gegen### 131 765,96 des Vorjahres. Der Etat für 1881/82 st einen Ueberschuß von# 142 280,60 auf, so daß auch für das nächste Jahr eine zufriedenstellende Dividende zu erwarten. Die Direktion beantragt, eine Dividende von 11½ Proz. oder 35 für die Aktie zur Verteilung zu bringen und den übrig bleibenden Rest auf neue Rechnung vorzutragen, was genehmigt wird. Herr Baumeister Birnbaum trug dann den Revisionsbericht vor, welcher nichts zu moniren hatte, und beantragte, der Direktion für die gute und umsichtige Leitung der Geschäfte Dank auszusprechen, was dann auch durch Erheben von den Sitzen geschah. Die beiden ausscheidenden Direktionsmitglieder Herr Geheimrat Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Versen in Dortmund. Offener Sprechsaal. (Für Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich.) unstatten auf Beftügen auskunst. In ven Tarisen für Seit länger als einem Jahre besteht eine PolizeivorPacketsendungen nach den Nachbarländern Deutschlands treten schrift, nach welcher Fuhrwerke die Brückstraße nur im Schritt Aenderungen nicht ein. passiren dürfen. Die Fuhrwerksbesitzer haben sich der VorDortmund, 24. Sept.(Marktbericht.] Weizen schrift gern gefügt, da für schnelles Fahren ja die wenig ##. Roggen 20,85—22,50., Hafer 14,00—16.00#, belebte Reinoldistraße benutzt werden kann. Es wäre nur — 4. Kartoffeln 6,00—7,20 M. Stroh(Richt=) zu wünschen, daß auch die Straßenbahn sich dieser Polizei8,00 9,00 M. Heu 8,00—9,00# per 100 Kilo, Butter Verordnung fügte, dieselbe fährt nämlich fortwährend in .20—2,40#. Eier, 60 Stück, 3,00—3,50 M4 so schnellen Tempo, daß für die Passanten wirkliche Gefahr * Magdeburg, 24. Sept.[Wochenbericht] von F. entsteht. Ferner sollte es der Straßenbahn an der Nordalmschen „ Lingner. Die Witterungsverhältnisse in verflossener Woche Ecke in der Betenstraße und zwischen Stade und der Krone aren recht wechselnder Natur. Ansänglich schön, hatten wir nur gestattet sein, Schritt zu fahren. Schreider dieses wünscht ald wieder trübe reanerische Witterung, heute innenna: dem gemeinnützigen Unternehmen die Temperatur bei ganz ungewöhnlich gestiegenem Barometer tungen, über die derart aufgeklärt, daß man wohl für nächste Zeit Trockenheit gefährdet werden prognosticiren kann. Das Geschäft war in dieser Woche weniger lebhaft als in den vorangegangenen, hauptsächlich wohl aus dem Grunde, weil die Angebote vom Lande weentlich nachgelassen haben. Die Kauflust blieb dagegen auch ernerhin eine ungemein lebhafte, indem man aenthalben auf höhere Preise für Monat Oktober, wo Landzufuhren doch fast gar nicht zu erwarten sind, spekulirt. Weizen war und bleibt ein begehrter Artikel, das Versandtgeschäft verpricht auch fernerhin einen schlanken Abzug. Preise vermochten indeß gegen vergangene Woche nichts zu profitiren und schließen unverändert. Ganz hochfeine Qualität zu Saatzwecken eignend, wird hin und wieder wohl—6 M über Kurs bezahlt. Ich notire: hiesigen Landweizen 235 bis Brand und Herr J. H. Schäffer wu wiedergewählt, ebenso bestätigte mai an Stelle des verstorbenen Herr Met Heinrich Pottgießer. wählte man ebenfalls meister Birnbaum und des R wurden darauf einstimmig ## man den von der Direktion Herr Metzwacher kooptirten Hen. Zur Prüfung der Jahresrechnung durch Akklamation die Herren Bau.— Josef Helmus wieder und an Stelle des in die Direktion gewählten Herrn Pottgießer den Herrn Richard Tellering— Ein gemeinsames Mahl schloß die Versammlung. [Dortmunder Union.] Dieser Tageshat eine Sitzung des Aufsichtsrates der Dortmunder Union stattgefunden, an welcher u. u. auch Herr geheimer Kommerzienrat von Hansemann, Bürgermeister Russel, Baurat Lent teilgenommen. In dieser Sitzung wurde zunächst Herr Reoierungsrat Seebold notariell an Stelle des ausscheidenden Direktors Bail zum ersten Direktor der„Union“ gewählt. Es wurden ferner Ritteilungen über die gegenwärtige Situation des Eisenmar tes im Allgemeinen, wie über die der„Union“ im Speziellen gemacht, Mitteilungen, die in jeder Hinsicht überaus zufriedenstellend lauteten.— Was nun den Abschluß der Dortmunder Union per 30. Juni anlangt, so ist derselbe so weit fertiggestellt, daß sich übersehen läßt, daß in allen Zweigen des Betriebes des mächtigen Unternehmens dem Vorjahre gegenüber Mehreinnahmen vorliegen. bestehen innerhalb des Aufsichtsrates der Union zwei Strömungen, von denen die eine für die Verteilung einer Dividende in der Höhe von 2½ bis 3 Proz., die andere dagegen für die Verteilung eines höheren Betrages eintritt. Erwähnen wollen wir übrigens noch, daß Herr Thomas, der Erfinder des Entphosphorungsverfahrens, dieser Tage die Union“, bei welcher dieses Verfahren bekanntlich auch bereits n Anwendung ist, besichtigt und dabei seine Ansicht dahin ausgesprochen hat, daß bei keinem anderen Werke das neue Verfahren so gut in Anwendung komme, wie bei der„Union.“ [Postpacketverkehr.] Vom 1. Oktober ab können Postpackete ohne Wertangabe bis 3 Kilogramm nach Konstantinopel auf dem Wege über Varna befördert werden. Die Absendung findet wöchentlich zweimal in geschlossenen statt. Das vom Absender im voraus zu ent 244 WS. glatten englischen Weizen 228—236-. Rauhwe 218—236. defekte Ware erheblich billiger käuflich. Serste. Wenn auc das Geschäft sich eben lebhafter nicht gestaltete, so läßt sich andererseits eine gewisse Zuversicht auch wieder nicht verkennen, lediglich wohl aus dem Grunde, weil für englische Rechnung letzter Tage mehreres in Hamburg, wenn auch nu: zu gedrückten Preisen, acquirirt worden ist. Ferner ist wohl nicht außer acht zu lassen, daß wir jetzt der kühleren Jahresjeit mehr und mehr entgegen gehen, wo mit vollem Betriebe gemälzt werden kann, es ist daher wohl anzunehmen, daß das Geschäft sich wieder reger gestalten dürfte, ob allerdings die Preise hiervon profitiren werden, läßt sich schwer bestimmen. Ich notire: Chevalier=Gerste, hochsein 200—205 K. feine 190—196#. Mittelware 176—184 M, Land=Gerste 168—174 J. Auswuchsgerste 156—165 J. Roggen. Offerten sind nur sehr spärlich vertreten. Preise höher. Hiefiger Landroggen 194—198 4. In Hafer macht sich allenthalben eine ziemlich lebhafte Nachfrage bemerkbar und vermochten sich Preise um mehrere Mark zu bessern. Zu notiren ist: hiesiger Landhafer 160—170 K. böhmischer Hafer 158—164#, schlefischer Hafer 165—170 M. Erbsen. Angebot schwach, Ware leicht verkäuflich: Viktoria=Erbsen 260#. kleine Kocherbsen 200—215 J. Futtererbsen Mais unverändert guter gesunder amerikanischer 146—148 4 käuflich. Wetterbericht vom 26. September, morgens 8 Uhr. Die Depression im Nordwesten ist etwas nordwärts fortgeschritten, während das Gebiet des hohen Luftdrucks über Ostzentraleuropa und Südwestrußland sich wenig verändert hat. Ueber Zentraleuropa ist bei schwachen, vorwiegend südlichen und südöstlichen Winden, das Wetter andauernd kühl, trocken und meist heiter. Nur im nordwestlichen Deutschland ist bei zunehmender Bewölkung und Eintritt von Niederschlägen die Temperatur g stiegen. In der Nacht sond wieder vielfach Reifbildung, stellenweise, im Süden und Nordosten, auch Nachtfrost statt. Ta——— richtende Porto beträgt ohne Unterschied des Gewichts bis zur angegebenen Gewichtsgrenze 2 K 20 4. Ueber die Wetter=Aussichten für Dienstag, den 27. Sept. 1881. onstigen Versendungsbedingungen erteilen die Postanstalten Hamburg, 26. Sept. Ruhiges, wärmeres Wetter ohne auf Befragen Auskunft. Von demselben Termine ab beträgt erhebliche Niederschläge. Etwas nebelig. das Porto für Postpackete ohne Wertangabe bis 3 Kilo gramm: I. nach Italien, Montenegro, Rumänien und Serbien 1 4 40 4, 2. nach Norwegen über Kopenhagen # 60 4, 3. nach Bulgarien und Schweden 1 A. 80 4, nach Egypten, und zwar nach Alexandrien 2. nach anderen egyptischen Orten 2 M 20 C. Das Porto ist in allen Fällen vom Absender im voraus zu entrichten. Ueber die sonstigen Versendungsbedingungen erteilen die Postanstalten auf Befragen Auskunft. In den Tarisen für Deutsche Seewarte. bald wieder trübe reguerische Witterung, heute indeß hat sich dem gemeinnützigen Unternehmen keine kleinlichen Beschränstiegenem Barometer kungen, aber die Sicherheit der Passanten darf doch nicht Nach einer kürzlich bekannt gegebenen Polizeiverordnung dürfen vom 1. Oktober ab alle Lastfuhrwerke, welche nicht in der inneren Stadt ab= oder aufladen, nicht mehr die innere Stadt passiren, sondern müssen dieselbe über die Wallstraßen umfahren. Diese Verordnung ist ja als eine recht zweckmäßige, aber die Fuhrwerksbesitzer können dann wohl auch von der Stadt verlangen, daß die tiefen, die Straßen durchschneidenden Gossen, wie sich eine solche z. B. neben der Pielkeschen Wirtschaft an der Wißstraße befindet, überbrückt werden. Beim Passiren solcher Gossen leidet nämlich Gespann und Fuhrwerk außerordentlich ein Fuhrwerksbesitzer. Bekanntmachung. Am 28. d. Mts., morgens 9 Uhr, werden beim Wirt Schreiber hier, Bornstraße, verschiedene Möbel u. Hausgeräte meistbiet ind zwangsweise verkauft. 89379 v. Kajdacsy, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Am Mittwoch den 28. Septbr., morgens 10 Uhr, ollen Balkenstraße Nr. 8, Tische, Stühle, Schranie, Betten, 2 Kommoden, 1 Sofa, 3 Bettstellen mit Matratzen, 1 Pult, sowie Haus: und Küchengeräte, 1 neuer NußbaumSchreibsekretär weistbietend gegen gleich bare Zahlung verkauft werden. Dortmund, 27. Sept. 1881. Menke, 93644 Gerichtsvollzieher. Kartoffeln-Verkauf. Am Donnerstag, den 29. d.., nachmittags 3 Uhr, ollen auf den an der Paulinenstraße r Kaserne gegenüberliegenden Grundücken: mehrere Nummern gute Kartoffeln egen Barzahlung verkauft werden. 378) Niemeyer, Rendant. Bekanntmachung. Mittwoch den 28. d. Mts., morgens 9 Uhr anfangend, sollen Brückstraße 59 ein Posten Möbeln und Mannfaktur Waren verkauft werden. 3 Der Anktions=Kommissar. Bekanntmachung. Am Mittwoch, den 23. d. Mts., morgens 9½ Uhr, ollen verziehungshalber Münsterstr. ), b e i m W i r t S c h l e u g e r m a n n: Kleider= und Küchenschränke, Tische, Stühle, Kommoden, Bettstellen mit Matratzen, 3 gute Betten, 1 Vertikovs, 2 Sofas, Spiegel, Porzellan, 1 Kochherd, 2 Oefen, ferner eine fast neue komplete Zimmer=Einrichtung 1 goldene Remontoiruhr, 1 Blumentisch, 1 Teke 2c. 2c., öffentlich versteigert werden.[9373 Der bevollmächt. Auktionator. ein raniger Hüttenmann, welcher lange Jahre als Leiter einer Stahlfabrik(Guddel=, Hammerund Walzwerke 2c.) thätig war, sie Kutschenfedern= Fabrikation, Schaaren und Riester, sowie Blechschaufelfabrikation gründich versteht, sucht verhältnissehalber ich anderwärts zu plaziren, beste Zeugnisse stehen zu Diensten. 49368 Reflektanten wollen sich unter Nr. 8398 an die AnnoncenExpedition von Rudolf Mosse in Köln wenden. Ein auf erste Arbeit durchaus erfahr. Schuhmachergeselle gesucht. M. Bürger, Ostenhellweg 21. Ewald bei Herten, Kreis Reckling= hausen, finden infolge Erweiterung des Betriebes 150 Arbeiter dauernde und lohnende Beschäftigung. Für gutes und billiges Unterkommen ist gesorgt. 19315 Die Zeche„Massener Tiefbau“. bei Unna sucht tüchtige Kohlenhauer. Anmeldungen nimmt Herr Betriebsführer Backwinkel entgegen.(9342 Gesucht wird von einer eingeführten alten Lebensversicherungs=Gesellschaft ein 29367 Inspektor für Rheinland Westfalen. Frk.=Offertes zub A 8411 befördert die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Köln. Einem fleißigen und tüchtigen Barhier von einnehmendem Aeußern, ist Gelegenheit geboten, ohne Auslagen, an einem sehr frequenten Platze sich eine dauernde und schöne Existenz zu gründen. Wo, sagt die Exp. d. Zig. 39371 Tüchtige Sandformer für dauernde Arbeit auf sofort gesucht von[9351 Wencker& Berninghaus, Karlshütte. Ein in Gas= und Wasserleitungsarb. erfahrener Klempnergeselle gesucht. A. Kersten, Laugendreer Nach Witten —* für ein Kolonie"* in die Le ne Offerte d. d. Ztg. wird für ein Kolonial=Geschäft ein jun Mann in die Lehre gesucht. Selbst geschriebene Offerten unter E. 9266 an die Exped. d. Zta. 9 Eine tüchtige Restaurations köchin 4 Köchin gesucht. Restauration Meuwsen, 1. Kampstraße 73.[9353 Ein f. Büffet=Mädchen sucht gleich Stelle nach auswärts. Näheres Weberstraße 18. Für ein Manufaktur= und Kolonial= waren=Geschäft eine erfahrene Verkäuferin auf sofort gesucht.* 9359 Wo, sagt die Exped. d. Ztg Eine gewandte, evangelische Ladengehülfin, welche längere Jahre in Kolonial= und Materialwaren=Geschäften thätig war, sucht, gestützt auf gute Referenzen, ähnliche Stelle. Gefl. FrankoOh. u. E. S. 9376) an die Exp. d. Z. Mädchen v. ausw. kann sof. Stelle erhalten. Zu erfr i. d. Exped.(9372 Ein Nachmittagsmädchen gesucht. Wo, sagt die Exped. d. Ztg.(9375 Ein Mädchen sucht Stelle für morgens und nachmittags( Holzhof 18. Geübte Weißnäherinnen im Hause gesucht. Franz Buck jun., Westwall 2. „Tücht. Mädchen vom Lande werden sofort gesucht. Weberstraße 18. Verziehungshalber Schillerstraße 81, —(Burgthor), Parterre=Etage, bestehend aus vier schönen Zimmern nebst zwei Bodenzimmern pr. 1. Oktober resp. November zu vermieten. 18858 Lessing, Valkenstraße 8. 1 Parterrewohnung per 1. Oktober oder 1. November zu vermiten. 29318 Kaiserstraße 18. Die Belle-Etage meines Hauses, Ostwall Nr. 18, bestehend aus 6 großen Räumen, mit 3 schönen Bodenzimmern, ist von Nov. an und später zu mieten. 9102 Karl Rellensmann. Am hohen Wall ist per 1. Novemb. eine schöne Parterre Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern, I Bodenzimmer mit Gärtchen an eine stille Familie zu vermieten. 9208j Zu erfragen straße Schlossergeselle lehrling gesucht. und SchlosserEduard Davids, Berg 27. Ein Schlosserlehrling wird ges. 1 Kampftraße 68. Hosen= u. Westenarbeiter finden dauernde Beschäftigung dei H. Zinn, Steinsplatz 1. Sofort ein Laufbursche gesucht. 9363] Westenhellweg 30. Ein Mädchen, die bügeln u. putzen versteht, auf sofort oder zum 1. Nov. gegen guten Lohn gesucht. Märkische=Straße 65. Betenstraße 21. Eine Wohnung von 2 Zimmern in der Gegend des neuen Landgerichts von einem einzelnen Herrn per sofort zu mieten gesucht. Näheres bei Jakob Küppers, Stubengasse 4. 9 freundliche Wohnungen per 1. November kr. zu vermieten. Näheres 49370 Rheinischestraße 70. oder Mädchen, welche eine hies. Lehranstalt zu besuchen wönschen, finden freundl Aufnahme in einer gut. Familie. Näh. Märk=Str. 58, 1 Tr. s(hei der Post uK.50), das Heft von 5 Bogen größt Folio Mberr###t 14 haset, nur 50 Gfennig! Und dafür bekommt der und reich ilusteirten Eben illustrirten Lektüre 9260 — aus der Handelskammer die Herren: Kommerzienrat W. von Vorn Nach den Lurnus)Oerven, Lz. Tnr. JI. Lommerienrat W. von Vorn und I Aacssalt ut, uhrden ie sir die dursordeun Grn.7 4- 1 7. 13. Samstag den 1. Oktober 188., nachm. 3 Uhr, Dl. gisehel uer eschign lie un T. da dui V. Dat ir Stcht. Ueber die Wahlberechtigung entscheiden die vom 9. Mai bis 19. Mai im Stao haus aufgelegt gewesenen Listen. Porsthoun, 1. eer IDe a amiler: Der Fekretär: Jul. Brand. Bernhardi. Altkatholische Kirchengemeinde zu Dortmund. Mittwoch den 28. September, abends 8 Uhr, s stat, und zwor in Vereinslokal bes elkathelischen Bürgerverigt, u der Bebausung des Wirts Nueske auf dem Westenhellweg. 9377 Gewinn-Liste der beim Schaufeste am 25. September 1881 verlosten Gegenstände. Hessische Morgenzeitung. 23. Jahrgang. politische Organ des Das in erftenlichem und betigem, ,g erhehlich vergrößer bespricht in nationaler und ehemnaligen Kurstaatz, seit dem 1. Jonuo:, 1o v,..ALschem Taaizschan alle bervorragenden Erliberaler Tendenz in Leitgrtitely up in Gebi.ten der Voliuik, der Voltswirtschaft und des Hanbels. sionise des In= und Auslande: auf...„Flitze Mlatt, weilches täglich zweimal erscheint, is ie Hestisg, Aarder Lie wanzighen Bachrichten früber mitzutellen, als dieim Vereich ihes Leserlreise odurch imn Staud, vie ven ge. Lanz helondere Bedeutung wird den Vorgängen in Hessn und escheinenden Ponkurtenzblätter, Gonz besonder,Atpovoutu,„uouinzielle Entwickelung wieder. Der olden Lrish: Ttag fnbet die, erößte Bachtung, die Novelln und Erzäblungen dei Blates bestett. Der Abonnenentipreitz betrcg, Fr. une.3z im 23. Jahrgang stehenden Blates in steigende Verbreitung un, Ei,patnerschaft in Stadt und Land, sichern den der Heischen den bester btuirten Ppesen, Mnizigeg dem besten Eefolg.— Die Einrückungsgebühr beträge Morgenzeitung zugewiesenen Anzeigen den veiren Ersoig 20 4 für die gespaltene Petit=Zeile. Kassel, im September 1881. Verlag und Redaktion der Gessischen Morgenzeitung. Los=Nr. 10 1 schwarze Tasche, 11 1 Gartenbuch, 29 1 Wasch=Service, 37 1 Kaffeebrenner, 68 1 lederner Halfter, 97 1 Hackmesser, 98 1 Häckselmaschine, 138 1 Messer, 205 1 Gummibaum, 211 1 Brotschneidemaschine, 222 1 Rosenscheere, 229 1 Messer, 243 1 vollständig. Pflug, 245 1 Geldtasche, 247 1 Spanserkel, 266 1 Zaum, 276 1 Kafftekanne, 286 1 Gewehr, 292 1 Hinterpflug, 369 1 Salzfaß, 397 1 Messer, 421 1 Kaffeekessel, 466 1 Blumentisch, 491 1 Kappusschabe, 540 1 Revolver, 542 1 Kartoffelschausel, 552 1 Extirpator, 570 1 Hundspflug, 585 1 Jagdflasche, 586 1 Patent=Sack, 603 1 Halfter, 627 1 Sturmlaterne, 642 1 Spanferkel, 653 1 Schraubenschlüssel, 675 1 Heugabel, 758 1 Fohlen, 772 1 Trieurmaschine, 795 1 Weißblech=Eimer, 797 1 Stamm Italiene:, 850 1 Brotschneidemaschine, 882 1 Buttermaschine, 943 1 Universal=Pflug, 972 1 Reisekorb, 985 1 Salzfaß, 1019 1 Trieurmaschine, 1029 1 Beil, 1038 1 Blumentafel=Aufsatz, 1044 1 Messer mit Gabel, 1062 1 Kartoffel= Heufel und Jäte=Pflug, 1110 1 Wanduhr, 1131 1 Wanduhr, 1139 1 Rosenscheere, 1151 1 Hinterpflug, 1159 1 Damenkörbchen, 1179 1 Heugabel, 1247 1 Wanduhr, 1255 1 Putzgeschirr, 1266 2 Bramaputras, 1282 1 Kafftemühle, 1311 1 Brotschneide=Maschine, 1312 1 Patent=Wagenlaterne, 1314 1 Raupenscheere, 1315 1 Heckenscheere, 1329 1 Stamm Hühner, 1331 1 Blumen=Tafel=Aufsatz, 1343 1 Messer, 1458 1 Tisch, 1493 1 gelbe Handlaterne, Dortmund, den 26. September 1881 Soeben erschien: Los=Nr. 1527 1 Kohlen=Eimer, 1567 1 Baumscheere, 1599 3 Fuchsien, 1629 1 Jagdtasche, 1680 1 Pfanne, 1654 1 Jätepflug, 1702 1 Sturmlaterne, 1737 1 Baumsäge, 1753 1 Weckuhr, 1786 1 Dezimalwage, 1795 1 vollständiges Putzgeschirr, 1796 1 Salzfaß, 1810 1 Handkörbchen, 1818 1 gelbe Tasche, 1838 1 Kartoffelschaufel, 1868 1 Blume, 1878 1 Jagdtasche, 1880 1 Revolver, 1882 1 Kohlen Eimer, 1902 1 Zaum, 1924 1 Säge, 1 Messer, 1925 1 Rind, 1999 1 Kappusschabe, 1 Kandare, Am 1. Oktober beginnt der 18. Jahrgang des DANEIN 2043".— 2045 1 Ketten=Egge, 2048 1 amerikan. Schrübber, 2111 1 Wanduhr, 2130 1 paar Hosenträger, 2133! Eimer, 2153 1 Damenkörbchen, 2170 ¼ Dutz#nd Messer und Gabeln, 2181 1 Rübenschneider, 2183 1 Heckenscheere, 2232 1 Stamm Andalusier, 2250 1 Bohnen schnippelmasch. 2269 ½ Dutzend Messer und Gabeln, 2273 1 Wage, 2301 1 Rosenscheere, 2309 1 Damentasche, 2336 1 Regulator, 2379 1 Gabel, 2388 1 Baumscheere, 2405 1 Reisekoffer, 2409 1 Blumentaselaufsatz, 2430 1 eiserne Egge, 2466 1 gelber Mörser, 2498 3 Fuchsien. 2516 3 Pflugleinen, 2536 1 Paar Hosenträger, 2562 1 gelder Koffer, 2563 1 Brotschneidemaschine, 2569 ½ Dutzend Dessertmesser, 2613 1 Buch über Drillkultur, 2760 1 Kucheneisen, 2783 1 eis. Bügeleisen, 2787 1 Gabel, 3007 1 Salzfaß, 3051 1 mess. Bügeleisen, 9348 Daheim=Expedition in Leipzig. 3057 1 Damentasche, 3109 1 Hinterpflug, 3112 1 Säefaß, 3166 1 Axt, 3516 1 Säefaß, 3558 1 Korbsessel, 3563 1 Brotschneidemaschine. 9380 Dieses beliebte und zu allgemeiner Anerkennung gelangte litterarisch= politische Wochenblatt zählt die ersten Autoren Deutschlands zu seinen ständigen Mitarbeitern, es interessirt seine Leser durche eine Fülle von Mitteilungen und Anregungen aus allen Regionen des geistigen Lebens der Nation. Die Zuverlässigkeit der politischen Informationen des Deutschen Montags=Blattes“, die Frische seiner litterarischen und künstlerischen Mitteilungen und Kritiken, sowie überhaupt die Mannigfaltigkeit seines Inhalts, machten es bald zur geleseusten litterarisch=politischen Wochenschrift Deutschlands. Dn Wbommmunpzuntg brtihst ur 2 am M0 4 Nr h4, Periehe und nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten(Nr. 1251 der Post Zeitungs=Preisliste) Bestellungen entgegen. Kölnischer Hof. Am Mittwoch, den 28. d. 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