Dortmunder Zeitung Erscheint täglich. Bierteljährlicher Abonnements=Preis 2 M. 25 5 verbunden Rudol Mosse: Köln, Berlin, Breslau, Hamh##e Magdeburg, München, Nürnberg, Straß. Stutgart, Zärich 2c. Haasenstein& Voaler: Röln, Berlin, Basel, Bremen, Danzig, Erfurt, Geuf, Launoogr, Bübeck, Mannheim, Metz, Wien u. S. 8. Dande& Co.: Frankfurt am Main, Berlin, Amsterdam, Paris 2c. Invalidendank: Beolin, Drosden, Th. Dietrich& Co.: Cassel, Frankfurt a. M. Dortmunder mit dem Anzeiger Insertions: Gebühren die einspaltige Petitzeile oder deren Adalf Steiner: Hamburg, A. Roles: C. Marowsky: Minden. Carl Schüffler: E. Schlotte: Bremen. W. Thienes: Eld 1 hisson: Barmen. Bernd. Arndt: Berlin. Barck& Co.: Halle a. Saale. D. Freuz: Lo Frank: Köln. Joh. Noothaar: Hamburg.5 & Co.: Wien. S. D. Baedecker: Essen, B. sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Land=, Garten= und Hauswirtschaft. Ha####. Wichelhofen: Iserlodn. Witten: NN 253. Freitag, den 16. September 1881. 54. Jahrgang. Berlin, 15. Sept.[Tagesbericht.] Aus Anlaß der Anwesenheit des Kaisers in Hamburg sind verschiedene Orden verliehen worden, und zwar der Kronenorden 1. Klasse: dem Freiherrn v. Schröder; der Kronenorden 2. Klasse: Albertus v. Ohlendorff; der Kronenorden 3. Klasse: Ferdinand Läiß, Robert Max Slomann, Albrecht'Swald, Peter Rauers, Dr. Briuckmann, Andreas Meyer; der Kronenorden 4. Klasse: dem Polizei=Inspektor Carlsen, Direktor C. A. Ferber, Kaufmann A. Spihlmann; der Rote Adlerorden 3. Klasse: Heinrich v. Ohlendorff; der Rote Adlerorden 4. Klasse: Gustav Kirchenpauer, PolizeiInspektor Livonius.— Der„Reichsanzeiger“ meldet: Se. Majestät der Kaiser und König haben aus Anlaß Allerhöchstihrer Anwesenheit in der Stadt Hamburg allergnädigst geruht, dem Direktor der Seewarte, wirklichen Admiralitätsrat Professor Dr. Neumayer zu Hamburg, den Charakter als geheimer Admiralitätsrat mit dem Range eines Rates zweiter Klasse zu verleihen.— Es steht nunmehr fest, wenigstens wird es auch offiziös bestätigt, nachdem es schon mehrere Tage von anderen sonst gut unterrichteten Blättern gemeldet war, daß der Reichstag vor dem Landtage zusammentreten soll, und zwar bald nach den Wahlen. Der Reichstag würde dann bis Weihnachten fast lediglich den Etat und sonstige mehr laufende Sachen zu erledigen haben. Im Januar, und zwar verfassungsmäßig vor dem 15. Januar, würde der Landtag zusammentreten und den Etat. sowie die kirchenpolitische Vorlage erledigen; größere Vorlagen, wie das Kompetenzgesetz, das Verwendungsgesetz 2c. würden ihm nicht zugehen, sondern nur noch eine Eisenbahnvorlage. Nach Schluß der Landtagsarbeiten würde der Reichstag dann an die Erledigung seiner Hauptaufgaben gehen und das Unfallversicherungsgesetz, Steuervorlagen u. dergl. mehr beraten.— Wie offiziös gemeldet wurde, hat der Papst den preußischen Unterhändler v. Schlözer empfangen. Derselbe sollte dann sofort seine Rückreise nach Berlin antreten. Es scheint also, als ob die Verhandlungen einen Abschluß gefunden hätten. Die„Germania“ bemerkt dazu, daß vorläufig blos einzelne vorbereitende Punkte, 2. B. die Bischofs= und Gesandtenfrage, erledigt seien und Herr v. Schlözer die Hauptaufgabe der Verständigung über die Abänderung der Maigesetze noch vor sich habe.— Die„Kreuzzeitung" schreibt: Ueber die Vorgänge in Egypten fehlen noch alle näheren Nachrichten, welcke gestatten würden, die Bedeutung und die Tragweite derselben genau zu ermessen. Man wird daher auch bezüglich der an diese Vorgänge geknüpften Erwartungen oder Befürchtungen sehr vorsichtig sein müssen. [Die Besetzung der höheren Verwaltungsposten.] Die„Nat.=Ztg.“ schreibt: Vor einigen Tagen hatten wir beiläufig der Thatsache Erwähnung gethan, daß in den höheren Verwaltungsposten in Preußen der Adel in einer Weise überwiegt, welche in den Verhältniszahlen der überhaupt vorhandenen adligen und bürgerlichen Verwaltungsbeamten durchaus nicht begründet erscheint. Den Anlaß dazu gab uns die beabsichtigte Ernennung eines adligen konservativen Grundbesitzers, des Grafen Zedlitz=Trützschler, zum Regierungspräsidenten in Onpelz welche, wie sogar die für diese Ernennung sehr warm eintretende„Neue Preuß. Ztg.“ eingestehen mußte,„Bedenken“ erregt hat, weil Graf Zedlitz bisher nur in der kommunalen Selbstverwaltung thätig, der staatlichen Verwaltungslaufbahn aber fremd war. Wir hatten um so mehr Grund, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Angelegenheit hinzulenken, da binnen ziemlich kurzer Zeit der dritte Fall der Einschiebung konservativer adliger Großgrundbesitzer, welche die Verwaltungslaufbahn nicht in der gewöhnlichen Art durchgemacht haben, in Regierungspräsidenten=Posten vorlag, eine Praxis, durch welche das erwähnte Verhältnis für die bürgerlichen Verwaltungsbeamten noch ungünstiger werden muß, als es ohnehin ist. Eine sehr gereizte offiziöse Erwiderung, deren Ton leicht erkennen ließ, daß wir einen wunden Punkt berührt haben, hielt sich an eine Einzelheit, um unserer Darstellung außer dem Vorwurf der„Gehässigkeit", welcher sich in solchen Fällen von selbst versteht, auch den der„Unkenntnis" zu machen: der jüngst zum Regierungspräsidenten von Magdeburg ernannte Herr v. Wedell=Piesdorf(von dem die„Nat.=Ztg" behauptet hatte, er sei früher als Assessor aus der gewöhnlichen Verwaltungsthätigkeit geschieden), so wurde erklärt, habe die Verwaltungs=Karriere bis zum Oberpräsidialrat durchgemacht. Wir konstatirten dem gegenüber sofort, daß der Landtagsalmanach ihn bis zu seiner erwähnten Ernennung zum Regierungspräsidenten nur als„Landrat a..“ kannte. In der offiziösen Presse ist nichts geschehen, um hierüber Aufklärung zu geben. Dagegen werden wir von anderer Seite darauf aufmerksam gemacht, daß die„Oberpräsidialräte" erst seit dem 1. April dieses Jahres den Rang der Oberregierungsräte haben, daß aber zu der Zeit, als Herr v. Wedell=Piesdorf als„Oberpräsidialrat“ fungirt haben soll, dazu auch Assessoren berufen wurden. Die Sache könnte sich daher so verhalten, daß Herr v. Wedell es in der gewöhnlichen Verwaltungsthätigkeit bis zum Assessor gebracht, alsdann aus ihr ausgeschieden und auf Präsentation seiner Kreisgenossen Landrat geworden ist; aber auch dieses Amt hatte er bereits seit längerer Zeit niedergelegt, und er war lediglich Großgrundbesitzer und konservativer Abgeordneter, als er zum Regierungspräsidenten ernannt wurde. Ganz ähnlich liegt ein anderer Fall, auf den wir durch ein uns zugehendes Schreiben hingewiesen werden: Herr v. HeydenCadow ist vor nicht langer Zeit zum Regierungspräsidenten in Frankfurt a. O. ernannt worden; vorher war er Landesdirektor von Pommern, also in der kommunalen Selbstverwaltung einer anderen Provinz thätig, und konservativer Abgeordneter gewesen, nachdem er in ähnlicher Art, wie Herr v. Wedell, vorübergehend der Staatsverwaltung angehört hatte. Wir brauchen kaum ausdrücklich zu sagen, daß wir so wenig gegen den Grafen Zedlitz, wie gegen Herrn v. Wedell oder Herrn v. Heyden persönlich etwas einzuwenden haben; es handelt sich nicht um die einzelnen Personen, sondern um die Sache: nämlich einerseits darum, daß es für die Verwaltung förderlich erscheint, wenn gerade bei der jetzigen Heranziehung des Laien=Elements die den Regierungspräsidenten obliegende oberste Leitung der Geschäfte nicht von erfahrenen Administrativ=Beamten gehandhabt wird, und außerdem um das berechtigte Interesse der Gesamtheit der Verwaltungsbeamten. Was das letztere betrifft, so ist es unter ihnen eine alte, jedem, der mit diesen Kreisen Beziehungen hat, bekannte Klage, daß in den höheren, mit gesellschaftlicher Repräsentation und beträchtlichem Gehalt verbundenen Stellungen der Adel unverhältnismäßig überwiegt. Lassen wir die Zahlen sprechen. Von zwölf preußischen Oberpräsidenten sind zehn adlig, zwei bürgerlich; unter den Regierungspräsidenten resp. Vizepräsidenten zählen wir— einige Stellen sind vakant 45555 N. Ke. BUB BaT.„be Lussanf!. dh. — vierundzwänzig vorige und zehn burgerliche, Ladel erscheint das Verhältnis für die letztere Kategorie noch etwas günstiger, als es wirklich ist, weil die hannoverschen Landdrosten, deren Bezirke viel kleiner sind, als die der Regierungspräsidenten, mitgezählt sind, während für sie die Ernennung zum Regierungspräsidenten als Beförderung gilt; unter den sechs hannoverschen Landdrosten sind drei adlige und drei bürgerliche; läßt man sie außer Ansatz, so haben wir gar nur sieben bürgerliche Regierungspräsidenten auf einundzwanzig adlige. Wir können im Augenblick nicht genau feststellen, wie dagegen das Zahlenverhältnis unter den Verwaltungsbeamten überhaupt ist. Man schreibt uns in dieser Beziehung, daß— abgesehen von den Landräten, die bekanntlich vielfach aus der Wahl der Wahl der Kreistage hervorgehen, ohne die eigentliche VerwaltungsLaufbahn durchgemacht zu haben— etwa nur ein Siebentel der sämtlichen Verwaltungsbeamten adlig sei; wir wollen für diese Angabe nicht bürgen, aber daß das oben konstatirte Zahlenverhältnis der adligen und bürgerlichen Ober= und Regierungspräsidenten in keiner Weise dem der adligen und bürgerlichen Verwaltungsbeamten überhaupt entspricht, darüber wird man kein Wort weiter zu verlieren brauchen. Wir haben, als wir diese Frage jüngst berührten, nicht behauptet— und wir behaupten es heute nicht—, daß bei der erörterten Erscheinung eine absichtliche Bevorzugung des Adels als solchen im Spiele sei. Nicht blos„Gesetz und Rechte", sondern noch mehr Vorurteile erben sich wie eine ewige Krankheit fort; und die Ansicht, baß unter zwei gleich befähigten Kandidaten für ein vakantes Regierungs=Präsidium der adlige zu der damit herkömmlich verbundenen Repräsentation sich besser eigne, als der bürgerliche, mag die entscheidenden Personen zuweilen beherrschen, ohne daß sie sich darüber genaue Rechenschaft geben; kommt nun weiter noch dazu, daß der adlige Kandidat zugleich konservativ ist und daher für diejenige Führung der Verwaltungsgeschäfte, welche konservativen Ministern wertvoll ist, besondere Garantien darbietet, so begreift man leicht das oben in Zahlen festgestellte Ergebnis langjähriger Wirkung solcher Motive. Indem wir darauf hinweisen, glauben wir einem öffentlichen Interesse zu dienen. Hätten wir„gehässige“. Absichten, so könnten wir unsere Betrachtung noch auf manche andere Gebiete ausdehnen. Aber wir interessiren uns nicht dafür, ob gewisse Kavallerie=Regimenter nur adlige Offiziere aufnehmen; wir unterziehen es keiner Erörterung, daß in sämtlichen Hofämtern kaum ein Bürgerlicher zu finden ist; wir gehen über die Thatsache, daß es in unserer Diplomatie nicht viel anders ist, hinweg mit der Betrachtung, daß, wie die fremden Höfe nun einmal beschaffen sind, aristokratische Gesandte und Attachés dort besser am Platze sind, als bürgerliche, wäre es auch nur, weil sie leichter etwas interessantes von den Hofdamen erfahren Aber in der inneren Verwaltung des Staates fehlt jeder sachliche Grund für die Bevorzugung des Adels, während dieselbe die Freudigkeit des Arbeitens in der Gesamtheit der Beamten vermindern muß. Wir werden uns durch kein offiziöses Poltern abhalten lassen, dieser Angelegenheit auch ferner Aufmerksamkeit zu widmen. [Reformirung.] Nicht den Liberalismus, versicherten unlängst die gouvernementalen Federn, bekämpfe der Reichskanzler, sondern die Liberalen. Die „Grenzboten" belehren uns eines Besseren. Gegen den„Liberalismus“, der dem Reichskanzler nicht mehr beistehen, sondern ihn ersetzen(!) will, wendet sich mit merkwürdiger Lebendigkeit der deutsche Volksinstinkt, um sich„anscheinend“ der Führung einer Partei zuzuwenden, welche für seine heißesten Wünsche lange Zeit nur Spott gehabt, welche bei dem Werke der nationalen Wiedergehurt abseits gestanden hat; nämlich der konservativen. Alles das aber fällt bei dem Reichskanzler gar nicht ins Gewicht; es genügt, daß„die Partei sich für seine Pläne erklärt hat, die mit den alten Voraussetzungen der Partei unvereinbar sind, für den Staatsmann, den sie oft für einen Abtrünnigen (offenbar mit Recht) erklärt hat. Die Partei hat sich damit reformirt und muß sich notwendig auf dem einmal betretenen Wege noch weiter reformiren". Vorläufig haben wir, sagt die liberale Korrespondenz, von dieser„Reformirung" der Konservativen noch nicht" bemerkt; soweit wir sehen, hat sich nicht die konservative Partei, die bei dem Werke der nationalen Widergeburt beiseite gestanden hat, reformirt, sondern der andere Faktor. [Antisemitisches.] Der„Hann. Kour.“ bringt folgende Nachricht: Die öffentliche Diskussion ist seiner Zeit verhältnißmäßig schnell über den Besuch hinweggegangen, welchen den Paiser dem Fürsten Bismark nach dessen Rückkehr aus Kissigen abstattete. Jetzt vernimmt man aus guter Quelle, daß es sich in jener Unterredung u. a. auch um die antisemitische Bewegung und die Skandalszenen in Hinterpommern gehandelt habe. Das Nähere entzieht sich selbstverständlich der Kenntniß. Doch habt, kaum Unklarheit herrschen können, wenn man sie mit der Thatsache zusammenhält, daß die pommerschen Exzesse den Kronprinz veranlaßt haben, von England aus ein Schreiben an seinen kaiserlichen Vater zu richten. Es soll in diesem Briefe namentlich der tiefe Eindruck geschildert worden sein, welchen die erwähnten Vorgänge auf die öffentliche Meinung in England bis hinauf zu den Stufen des Thrones gemacht hätten. [Preßgesetz=Novelle.] Andeutungen, die dem „Berl. Tagebl.“ von sehr gut unterrichteter Seite zugehen, lassen die Befürchtung aufkommen, daß dem nächsten Reichstage, wenn seine Zusammensetzung dies irgend erlaubt, unter anderen reaktionären Gesetz=Vorlagen auch eine Preßgesetz=Novelle zugehen soll, welche den zahlreich laut gewordenen Wünschen aus konservaliven Kreisen voll und ganz entspricht. In welchem Geiste an eine Reform des Preßgesetzes gegangen werden soll, läßt sich am deutlichsten daraus entnehmen, daß bekannte ultra=konservative Politiker aus kirchlichen Kreisen die Anregung zu dieser Rückwärtsrevidirung des Preßgesetzes gegeben haben. [Flotten=Manöver.] Die„Nordd. Allg. Zig.“ veröffentlicht das nachstehende Programm für das Flottenmanöver, welches am Freitag nächster Woche vor den Augen Sr. Majestät in der kieler Bucht zur Ausführung kommen wird. Demselben ist zunächst die Generalidee zugrunde gelegt worden, daß eine feindliche Flotte von vier Panzerschiffen den kieler Kriegshafen forciren will, um die Werftanlagen und überhaupt das in seinem Innern etwa vorhandene Kriegsmaterial zu zerstören. Nach ihrem Erscheinen bereiten sich die Forts„Falkenstein" und„Friedsrichsort“ auf dem westlichen Ufer der Bucht, die Forts„Stosch" und „Kerügen“, sowie die Befestigungen„Unter=Jägersbero“, auf dem entgegengesetzten Ufer belegen, zur Abwehr vor. Der feindlichen Flotte gelingt es indessen nach mehrtägiger Beschießung, das der Ausrandung der Bucht zu am nächsten belegene Fort„Falkensteip", sowie schließlich auch die Forts„Friedrichsort",„Stosch“, „Kerügen“ und die Batterieen von„Unter=Jägersbero“ zum Schweigen zu bringen. Fort„Falkenstein" schützt mit seiner Artillerie die unter seinen Wällen liegende Minensperre. Da es der feindlichen Flotte jedoch auch ferner gelingt, die Werke von„Falkenstein" sehr zu demoliren, so dürfte die Ausführbarkeit einer Aufhebung der Minensperre, sowie der Ueberschiffung eines Landungskorps möglich erscheinen. Spezialidee für den Angriff: Die and mier W •••— nnes dier Panzer feindliche Flotte soll unter dem Schutze der eigenen Artillerie die Ausschiffung eines Landungskorps bewerkstelligen. Nach Demolirung des Forts„Falkenstein“ soll die Minensperre aufgehoben worden, wobei der Verlust eines Schiffes anzunehmen ist, worauf die Torpedoverteidigung in der friedrichsorter Bucht der kieler Förde zerstört und der innere Hafen demolirt werden soll. Spezialidee für die Verteidigung ist die, daß derselben nur wenige gebrauchsfähige Geschütze auf à Es ist eine alte Geschichte. Novelle von W. v. Strachwitz. 2— Durch die dunkle Nacht brauste der Eisenbahnzug. In einem hellerleuchteten Kupee zweiter Klasse lehnt, behaglich den blauen Wölkchen einer echten Havanna nachträumend, Heinrich Wohlgemuth. Er ist ein anderer geworden, seit wir ihn zuletzt gesehen, zuversichtlich und selbstbewußt. Gestern hat er die Zusage von Juliens Mutter und Vormund und die Einladung erhalten, zur Feier der Verlobung und um sich den Verwandten vorzustellen, nach S. zu kommen. Er hat sich für einige Tage Urlaub erwirkt und benutzt die dienstfreie Nacht, um einige Stunden früher einzutreffen, als er Julien angezeigt. Ja, er in ein anderer geworden. Seine Braut bringt ihm ei KapitalVermögen zu, dessen Zinsen=Ertrag das Vierfache seines bisherigen Einkommens ergibt. Nach dem Tode der Mutter wird sich die Mitgift verdoppeln. Er ist nun frei von den kleinen und großen Bedrängnissen, welche mit dem Dasein eines kleinen Beamten verlochten sind. Er braucht sich nichts mehr zu veragen, was das Leben an Genuß bietet, seine gesellchaftliche Stellung ist verrückt, ihm sind die bevorzugten Kreise geöffnet,— er ist ein ganzer, ein gemachter Mann. Der Zug fliegt weiter und weiter, die letzte Zwischenstation liegt bereits hinter ihm. Die Funken der Lekomotive stieben am Fenster vorbei, das Dampfroß ächzt und stöhnt, der kalte Nachtwind schlägt gegen die Scheiben. Heinrich dehnt sich wohlig auf den weichen Polstern, er hat sich eine frische Havanna angebrannt. Die Signalpfeise gellt. Lichterreihen werden sichtbar. Die Fahrgeschwindigkeit vermindert sich, die Bremsen knarren. Die Bahnhofsglocke läutet, noch ein Ruck, der Zug steht, er ist am Ziel. Draußen ist buntes Leben. Die vielköpfige Menge drängt sich an die Waggons, Gepäckkarren knirschen im Sande, Beamte rennen auf und nieder, binter dem Empfangsgebäude glänzen die blauen Lichter der Droschken. Schaffner reißen die Thür auf:„Station .!“ Heinrich erhebt sich bequem von seinem Sitz. Geschäftige Hände strecken sich nach seinem Koffer aus, um ihn zur Droschke zu befördern. Er überschreitet den Perron, sich Bahn durch die Menge brechend. Da legt sich eine Hano auf seine Schulter.„Ihr Name, mein Herr!“ Unbeirrt schreitet Heinrich weiter.— „Bitte, mein Herr, Ihr Name!" wiederholt die Stimme dringender. Etwas ennuyirt durch solche Zudringlichkeit wendet sich Heinrich um; er erblickt einen höheren Polizeibeamten.„Wohlgemuth!“ antwortet er etwas indignirt. „Post=Assistent aus Liegnitz?— Im Namen des Gesetzes verhafte ich Sie!“ „Mein Herr— 1“ braust Heinrich auf. „In Ihrem eigenen Interesse", entgegnet höflich der Beamte,„ersuche ich Sie, mir zu folgen, ohne Aufsehen zu erregen.“ „Welche Veranlassung aber—?“ „Ich bedauere, mein Herr, Ihnen keinen weiteren Aufschluß geben zu können; auf telegraphische Requisition des Kreisgerichts zu L... habe ich Sie zu verhaften; bitte, begleiten Sie mich.“ Heinrich bestieg mit dem unerwünschten Gesellschafter die Droschke, nach welcher der Gepäckträger bereits den Koffer gebracht.„Nach dem PolizeiBüreau!“ rief der Beamte dem Kutscher zu, und fort ging es im Droschkentrab. * Am Morgen vorher hatte der Wagenmeister Koch in L... dem Herrn Postmeister den Kaufmann Hirschheim zu melden. „Was steht zu Ihren Diensten, Herr Hirschheim?“ empfängt der über die Störung einigermaßen unwillige Postmeister den Eintretenden. „Verzeihen der Herr Postmeister, ich habe am zwölften August einen Brief mit fünf und fünfzig Thaler für Freudenstein u. Sohn in Grünburg gegeben zur Post, welcher nicht gelangt ist an seine Adresse." „Sollte da nicht ein Irrtum vorliegen, Herr Hirschheim. Es ist immer gewagt, eine solche Behauptung auszusprechen, wenn man seiner Sache nicht sicher ist.“ „Der Herr Postmeister verzeihen, ich bin meiner Sache sehr sicher. Die Herren Freudenstein u. Sohn haben nicht erhalten meine Sendung. Ich habe sie gebeten, nachzufragen auf dem Postamt in Grünburg, da sie würden vergessen haben, den Posten zu buchen. Hier ist die Auskunft des Postamts in Grünburg, daß der Geldbrief dort überhaupt nicht angekommen ist, und hier ist der Einlieferungs=Schein.“ Der Postmeister nahm beide Schriftstücke entgegen. Sie bestätigten des Kaufmanns Vortrag. Er klingelte. „Koch“, befahl er dem eintretenden Wagenmeister, „bringen Sie zal die Geldbrief=Kontrolle vom August.“ Koch brachte das Verlangte. Der Postmeister durchsah die Eintragungen vom zwölften August; die Post von fünf und fünfzig Thalern war nicht zu finden. Er suchte weiter, den ganzen Monat durch, die Eintragungen vom Juli und September, nirgends war etwas zu ermitteln. Der Geldbrief war nicht eingetragen, trotzdem er nach dem Einlieferungs=Schein zur Post gelangt war— der Postschein war unterzeichnet von„Wohlgemuth.“ Der Kaufmann hatte den Brief selbst zur Post gebracht und„Wohlgemuth“ übergeben. Der Postmeister ersuchte ihn, die Papiere zurückzulassen, um sofort die strengste Untersuchung einzuleiten. Der Geldbrief war augenscheinlich unterschlagen. Dem humanen Vorgesetzten sind solche Entdeckungen immer satal. Der Postmeister war bestürzt darüber. Sollte Wohlgemuth fähig sein, ein solches entehrendes Verbrechen zu begehen? Freilich, er hatte schon einmal die Treue gebrochen— der Postmeister dachte an Anna— warum nicht auch ein zweites mal. Er eilte mit den Beweisstücken zum Staatsanwalt. Das weitere wissen wir. Heinrich wurde nach L... zur Haft gebracht. Er hatte Klinger gebeten, seiner Braut schonend Mitteilung zu machen. Bei seiner Vernehmung bestritt er auf das Entschiedenste, sich der Unterschlagung schuldig gemacht zu haben. Er erkannte den PostEinlieferungsschein an; des Vorfalls selbst vermochte er sich nicht mehr zu erinnern, er gab aber zu, den Brief erhalten zu haben, da er sonst den Schein nicht ausgestellt und noch weniger ausgehändigt haben würde. Daß der Betrag nicht zur Eintragung in die Kontrolle gelangt, konnte er sich nur dadurch erklären, daß er im Drange der Geschäfte den Brief vielleicht vorläufig beiseite gelegt, um ihn später mit Ruhe einzutragen. Er müsse ihn dann nicht mehr zu Gesicht bekommen haben, sonst würde er die Eintragung nachgeholt haben. Der Brief müsse ihm entwendet worden sein. Er wolle trotzdem den Betrag ersetzen, da er jedenfalls die Dienst=Vorschrift durch das Unterlassen der augenblicklichen Eintragung verletzt und für den dadurch erwachsenen Schaden aufkommen müsse. Eines Vergehens gegen die Strafgesetze könne er sich aber nicht schuldig bekennen. Bei der geschilderten Lage der Sache mußte der Staatsanwalt die Anklage erheben. ** Der Ausfall der Untersuchung gegen Wohlgemuth wurde in L... mit großer Spannung erwartet. Lag auch die Sache an sich sehr einfach, so kam doch die Persönlichkeit des Angeschuldigten mit ins Spiel. Er hatte längere Zeit in... gelebt und sich großer Beliebtheit erfreut. Es schien unglaublich, daß er in solcher Weise sich vergangen, und dadurch seine Zukunft vernichtet haben sollte. Noch interessanter wurde e durch die Gerüchte, welche über den Bruch seines Verhältnisses zur„Post.=Anna“ und seine Verlobung mit einer reichen Erbin umliefen. Als der Fall zur öffentlichen Verhandlung kam, war der Zuhörerraum des Gerichts=Saales überfüllt, namentlich das schöne Geschlecht war stark vertreten. Die Meinungen waren geteilt, nicht sowohl über den Ausfall des Urteils, als über die wirkliche Schuld oder Unschuld des Angeklagten. Heinrich wurde aus dem Gefängnis vorgeführt. Er erschien in elegantem, sorgfältigem Anzuge und zeigte sich gefaßt. Sein Verteidiger hatte ihn darauf vorbereitet, daß es ihm kaum möglich sein werde, etwas für seine Freisprechung zu thun. Die Verhandlung nahm den gewöhnlichen Gang. Der Staatsanwalt trug die Anklage vor. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig bekenne, beteuerte der Angeklagte mit bewegter Stimme seine Unschuld. Im übrigen blieb er bei seinen früheren Erklärungen. Die Zeugen, der Postmeister und der Kaufmann Hirschheim, wurden vernommen, die amtliche Auskunft der Postbehörde in Grünburg wurde verlesen, aus den Büchern des Postamts in L... wurde wiederholt festgestellt, daß der Geldbrief nicht eingetragen worden. Hirschheim glaubt sich noch darauf zu erinnern, daß der Angeklagte zunächst den Postschein ausgefertigt und sodann den Brief in ein Schubfach des ihm zur Seite stehenden Schrankes geworfen, ohne eine Notiz in dem Kontrollbuch vorgenommen zu haben 8 den Forts zur Berfügung stehen, ihr Schwerpunkt vielmehr auf der Minensperre und der Verteidigung mit Fischtorpedos, und zwar in einem Vorschieben von Torpedofahrzeugen beruht. Hamburg, 14. Septbr.[Das Festessen.) Uhr fuhren Se. Majestät der Kaiser, Se. k. k. der Krouprinz, Ihre k. Hoheiten der Prinz lm und der Großherzog von Mecklenburg, von Altona kommend, über die„Lombardsbrücke", den „Alsterdamm“ und den„Jungfernstieg" nach der „großen Bleiche", wo im Hause des Senators Jenisch das Fest=Diner stattfand. Auf der Binnen=Alster fand während des Passirens des kaiserlichen Wagenzuges eine Korso= und Wettruderfahrt statt. Die„große Bleiche" bildete eine via triumphalis, die Einfahrt des Jenischschen Hauses einen Blumengarten. Se. Maj. der Kaiser wurde von den Bürgermeistern Hamburgs in Empfang genommen. Nach einer längeren Unterhaltung führten dieselben den Kaiser und die Mitglieder der kaiserlichen Familie in den Speisesaal. Zur Rechten des Kaisers saß Ihre k. k. Hoheit die Frau Kronprinzessin, dann folgten der Großherzog von Mecklenburg und Se. kgl. Hoheit Prinz Wilhelm; zur Linken des Kaisers Se. k. k. Hoheit der Krouprinz, Se. k. Hoheit Prinz Albrecht, dem Kaiser gegenüber die drei Bürgermeister von Hamburg.— Der Speisesaal und die Tafel im Jenischschen Hause waren mit den Gold= und Silbergeräten der Familie Jenisch ausgestattet, die Tazel mit kostbaren Blumen=Aufsätzen geschmückt. Die Tafelmusik wurde von der Kapelle des 76. Infanterie=Regiments, welche ihren Platz auf einem Schiffe hinter dem Hause hatte, ausgeführt. Außer der Haupttafel wurde an drei Marschallstafeln gespeist. Es speisten im ganzen 163 Personen. Nach dem zweiten Gange brachte der Bürgermeister Dr. Kirchenpaur den Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus. Derselbe dankte nicht allein im Namen des Senats, sondern auch in dem des hamburger Volkes für die Ehre, die der Stadt wiederfahren, da die alte Hansestadt seit ihrer Gründung zur Zeit des ersten deutschen Kaisers keinen Kaiser in ihren Mauern ge sehen habe. Deshalb herrsche große Freude. Seine Majestät habe heute zu drei verschiedenen malen erfahren, in welcher Weise das Volk ihm zugejubelt. Die Bewohner Hamburgs seien stets voll Ehrfurcht und Liebe für das Kaiserhaus gewesen. Er, Redner, wisse die Wünsche Hamburgs für das kaiserliche Haus nicht besser auszudrücken, als indem er sie in dem Rufe zusammenfasse:„Kaiser Wilhelm, König von Preußen, lebe hoch!“ Die Musik intonirte die Nationalhymne. Se. Majestät der Kaiser antwortete sofort:„Die freundlichen Gefühle, welchen der Redner Ausdruck gegeben, seien auch die Gefühle der Bevölkerung Hamurgs, das habe Er heute vielfach erprobt. Er hoffe daher, daß die Liebe, welche der Würde, die Er bekleide, entgegengebracht werde, auch ferner fortdauern möge, daß Hamburg auch in Zukunft treu zu Kaiser und Reich stehe. Er trinke daher auf das Wohl der Stadt Hamburg und wünsche, daß ihr Handel blühen möge. Hamburg lebe hoch!“ Hierauf fiel die Musik mi: einem Tusch ein. Um 5¾ Uhr fuhren Se. Majestät und die übrigen hohen Gäste nach Altona zurück. * Altona, 14. Sept.[Der Kaiser] Nachdem Se. Majestät der Kaiser von Hamburg hierher zurückgekehrt war, begab sich derselbe gegen 7 Uhr nach dem sahnbe'e, woselbst er sich von den Spitzen der Behörden verabschiedete. Um präzis 7 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung, begleitet von lauten Hurrahs der versammelten Menschenmenge. * I t z e h o e, 1 4. S e p t.( I l l u m i n a t i o n.] D i e Einwohnerschaft unserer Stadt hatte es sich nicht nehmen lassen, Se. Majestät dem Kaiser bei seiner Rückkehr von Hamburg durch eine Illumination, welche außerordentlich glänzend ausfiel, einen erneuten Beweis ihrer Anhänglichkeit zu geben. Der Bahnhof war durch Gasslammen und einen riesigen Adler, sowie die Buchstaben W. R. taghell beleuchtet. Ueber die Straße, in welcher wiederum die Vereine und Gewerke Spalier bildeten, ergoß sich elektrisches Licht. In gleichem Lichte strahlte die Fabrik des Herrn de Voß. Als Se. Majestät mit den Mitgliedern der kaiserlichen Familie und Gefolge den Bahnhof verließen, sand Allerhöchst derselbe auf dem Wege nach seiner Wohnung jede Hütte illuminirt. Die Arbeiter des geheimen Rat de Voß, festlich und unisormartig gekleidet, empfingen Se. Majestät mit brennenden Fackeln. Die zusammengeströmte Menschenmenge war unabsehbar unv ro heirschie große aufrichtige Begeisterung. Se. Majestät, sichtlich überrascht, dankte huldvoll nach allen Seiten. Auf den Höhen und Marschdeichen brennen Freudenfeuer. Itzehoe, 15. September.[Der Kaiser.] Trotz der gestrigen Anstrengungen stieg Se. Majestät der Kaiser heute früh wieder zu Pferde, um sich zu dem Der Staatsanwalt ergriff aufs neue das Wort. Nach dem Verlaufe der heutigen Verhandlung erschien ihm die Schuld des Angeklagten als erwiesen.„Das einzige, was für den Angeklagten spricht“, schloß er, „ist seine bisherige Unbescholtenheit, sie genügt aber nicht, die gegen ihn vorliegenden, schwer wiegenden Beweise zu entkräften. Ich muß deshalb den Antrag stellen, den Angeklagten der Unterschlagung amtlich anvertrauter Gelder für schuldig zu erkennen und ihn mit zwei Jahren Gefängnis—“ Ein herzzerreißender Schrei aus dem Hintergrunde des Zuhörerraumes unterbricht die Rede des Staatsanwalts. „Haltet ein, haltet ein! Ihr verurteilt einen Unschuldigen!“ Die Sprecherin, ein junges, in Trauer gekleidetes Mädchen, das hinter einem Pfeiler verborgen gestanden, drängt sich durch die Menge. „Ja will alles, alles gestehen“, ruft sie entschlossen, und flehend streckt sie die Arme den Richtern entgegen. Die Gerichtsdiener versuchen umsonst, sie zurückzuhalten. Sie bricht sich bis zum Staatsanwalt Bahn und bittet diesen in dringenden Worten, sie anzuhören.„Ja, ich allein bin die Schuldige!" beteuert sie. Auf den Antrag des Staatsanwalts beschließt der Gerichtshof die Vernehmung der Anna Koch— sie war das Mädchen. „Ich habe den Geldbrief entwendet", erklärt sie, „Herr Wohlgemuth war eben am Telegraphenapparat beschäftigt, als ich ihm das Mittagbroo ins Büreau brachte und auf den Arbeitstisch am Schalter setzte. Bei dieser Gelegenheit sah ich, wie ein Brief, den ich als Geldbrief erkannte, aus dem Schubfache etwas herausragte, in welchem die Wertsachen aufbewahrt zu werden pflegten. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen. Ich zog ihn heraus und steckte ihn ein. Als ich wieder in der väterlichen Wohnung, entledigte ich ihn seines Inhalts, bestehend in fünf und fünfzig Thalern, und nahm diese an mich. Den Briefumschlag und das darin befindliche Schreiben habe ich verbrannt.“ Anfangs stockend, ist ihre Stimme immer fester, ihre Rede fließender geworden. Auf die Frage des Vorsitzenden, aus welchen Munzsorten die Geld summe bestanden, wird sie etwas verlegen, sie will da mals zu aufgeregt gewesen sein, um besonders darauf zu achten, dann besinnt sie sich: es seien Ein=Thaler= und mehrere Fünf=Thalerscheine gewesen. Hirschheim bestätigt dies.(Schluß Feldmanöver der 17. Division(Wartensleben) gegen die 18. Division(Lüderitz) zu begeben, welches in dem Terrain zwischen Itzehoe und Hanerau stattfindet. Ihre k. k. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, sowie Se. k. Hoheit der Prinz Wilhelm begaben sich ebenfalls in das Manöverterrain. * B a d e n= B a d e n, 1 4. S e p t.[ I h r e M a j e s t ä t die Kaiserin] traf von Koblenz kommend mittelst Extrazuges heute abend 10¼ Uhr glücklich in Oos ein und fuhr von dort, begleitet von einer Hofdame, in die Ankunft einer Equipage nach Baden=Baden, wo um 10¾ Uhr erfolgte. Ihre Majestät stieg im Meßmerschen Hause ab. Das Gefolge, darunter auch der Geheimrat Dr. Velten, war mit dem Extrazuge bis Baden=Baden gefahren. * Baden=Baden, 15. Sept.[Ihre Majestät die Kaiserin,] welcher die Reise hierher gut bekommen ist, nahm heute mittag das erste Bad. Nachmittags 4 Uhr traf Ihre k. Hoheit die Großherzogin von Baden aus Karlsruhe hier ein und dinirte mit Ihrer Majestät. Die Frau Großherzogin gedenkt abends 8 Uhr nach Karlsruhe zurückzukehren. Ausland. * W i e n, 1 4. S e p t.[ D e r K o n g r e ß f ü r Hygiene] wurde heute von dem Ehrenpräses desselben, Herzog Karl Theodor von Baiern, mit einer Ansprache eröffnet, in welcher er die Hoffnung ausdrückte, daß man mit vereinten Kräften den hygienischen Idealen bald nahe kommen werde. Der Statthalter Possinger begrüßte den Kongreß namens der Regierung mit der Versicherung, daß derselbe den Beratungen des Kongresses die verdiente Aufmerksamkeit schenken und dessen Ratschläge in Erwägung ziehen werde. Bürgermeister Dr. v. Newald spricht seinen Dank aus für die Wahl der Stadt Wien als Ort der Beratung, die Vertretung der Stadt werde die Vorschläge des Kongresses stets zu Rate ziehen. Statthaltereirat Karajan bewillkommnete darauf namens des Lokalkomites die Versammlung, ebenso wurde die Versammlung begrüßt von dem Präsidenten des deutschen Vereins für Gesundheitspflege, Maerklin(Wiesbaden), und von dem Präsidenten des Vereins für Gesundheitstechnik, Professor Böhm Wien). Der Oberbürgermeister von München, Ehrhardt, wurde per Akklamation zum Präses des Vereins für das nächste Jahr gewählt und nahm die Wahl dankend an. Derselbe ernannte zu Vizepräsidenten den Prof. Dr. v. Pettenkofer und Dr. Karajan, zu Schriftführern Dr. Spieß(Frankfurt,, Dr. Adler (Wien). Daran schloß sich ein Vortrag über die hygienischen Anforderungen an die Anlage und Benutzung der Friedlöse. * Wien, 15. Sept.[Ernennung.] Die amtliche„Wiener Zeitung" veröffentlicht die Ernennung des Grasen Richard Belcredi zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes. * Petersburg, 14. Sept.[Der„Regierungsbote meldet:] Infolge der Vorstellung des Ministers des Innern über die anormalen Beziehungen zwischen der einheimischen und der jüdischen Bevölkerung in einigen Gouvernements wird durch einen kaiserlichen Ukas vom 3. d. angeordnet, in allen Gouvernements, in denen die jüdischen Einwohner einen bedeutenden Teil der Bevölkerung ausmachen, eine Lokalkommission zur Beratung der Judenfrage einzusetzen. Diese Kommission soll bestehen aus Vertretern der verschiedenen Zünfte und Gesellschaftsklassen unter dem Vorsitz des Gouverneurs; sie soll Fakta sammeln und aus eigner Anschauung dem Ministerium des Innern diejenigen Zweige der ökonomischen Thätigkeit der Juden bezeichnen, welche auf die Existenz der Stammbevölkerung eine schädliche Einwirkung haben. Gleichzeitig soll die Kommission Vorschläge machen darüber, welche Mittel zur Abhülfe zu ergreifen wären. Der Termin zur Einreichung von Vorschlägen wird auf 2 Monate festgesetzt. Ein Zirkular des Ministers des Innern teilt obigen Ukas den Gouverneuren und Generalgouverneuren von Kiew, Wilna, Charkow, Odessa, Minsk, Mohilew und Witebsk mit. * Peterburg, 14. Sept.[Kaiserbegegnungen.] Das„Journal de St. Petersbourg“ schreibt: Die beiden Kaiserbegegnungen zu Gastein und Danzig vervollständigten einander und gäben den Annäherungen der drei Reiche eine gewisse Weihe; dieselben hätten das gleiche Friedensbedürfnis und seien berufen, in guten Beziehungen zu einander zu leben, damit sie sich friedlich entwickeln könnten, jedes in seiner Weise. Ihre Annäherung könne in keiner Weise diese friedliche Entwickelung kreuzen oder derselben schaden.„Wenn unser Kaiser“, heißt es in dem Artikel,„ohne Zweifel der am meisten russische von allen Russen ist, so ist dies nur ein Grund mehr dafür, daß er ganz Rußland unter diesen Umständen hinter sich gehabt hat.“ * Washington, 15. Sept.[Garfield.] Eine offizielle Depesche von gestern abend meldet: Die Aerzte konstatiren eine leichte Besserung im Befinden des Präsidenten Garfield. Das Wetter ist nicht sehr günstig. Eine Ausstellung christlicher Kunst. (Von unserm Spezialberichterstatter.) S Bonn, 15. Sept. II. Von Gemälden und Zeichnungen ist ebenfalls eine reiche Auswahl ausgestellt. Da hängt ein verweinter Christuskopf des berühmten Quintin Messys, für 700 käuflich, eine Kreuzabnahme des alten Lucas von Leyden, eine Kreuzigung von Balthasar Besehcy, ein Lukas Cranach und verschiedene interessante Stücke aus der altdeutschen und kölner Schule; selbst ein angeblich echter P. P. Rubens fehlt nicht. Das langem, greisem Barte und entblößtem Oberkörper in rotem Gewande vor einem totenkopsverzierten Kruzifix kniet, hinter ihm ein Engel mit einer Trompete und ein mächtiger Löwe. Das Gemälde befindet sich im Privatbesitz, ist aber gewiß kein Original des berühmten Meisters. Wer jemals echte Rubens gesehen hat, wird das auf den ersten Blick herausfinden. Ich halte es nicht einmal für die Arbeit eines Schülers, sondern kann im besten Falle nur eine Kopie in ihm erblicken. Moderne Bilder religiösen Charakters haben ausgestellt Frl. Maria Schäfer aus Düsseldorf, E. Hauptmann aus Rom, C. Baumeister aus München. C. Thiel aus Bonn, Müller, Scothi, C. Schneller, Grünewald und M. Elser aus Düsseldorf. Von Frl. Schäfer sah ich einen Ecce homoKopf und den Kopf einer büßenden Magdalena, sowie ein großes Figurenbild: das Grab Christe. Die Köpfe bekunden eine große Technik, sind aber etwes übertrieben naturalistisch. Ich möchte sie nicht in meinem Zimmer hängen haben. Das letzgenannte Gewälde gibt uns den toten Heiland in der Felsgruft auf einem bettähnlichen Lager und über den Leichnam, gebeugt die Gestalt der trostlosen Mutter. Es spricht sich ein großes Talent für Farbenbehandlung und Ausdruck in dem Bilde aus; den Vorwurf all zu großen Naturalismus kann ich aber auch ihm nicht ersporen. Auch hat das Lager zu viel Bettähnlichkeit. Die alten Juden baden ihre Toten schwerlich auf so bequem: Kissen und Decken beigesetzt. Auch der Dornenkranz, der so ostentatids am Fußende aufgehängt ist, macht einen schlechten Eindruck und ist zudem ganz überflüssig. Eine Dorvenkcone hängt man nicht auf wie einen gut und der tote Christus wäre als solcher auch ohne den Dorn zu erkennen gewesen. Aehnliche Betrachtungen ruft die Pieta von F. Müller dervor, die uns den Leichnam des Heilandes mitten in einer freien Landschaft aufgebahrt zeigt, neden ihm die Mutter. Leichen soll man nicht ausstellen, und Anatomie und die natürlichen Folgen der verschiedenen Todesarten studiren wir am Sezirtisch, nicht an den Produkten der Kunst, welche dieses Studium als Vorbedingung fordern. Recht lobenswert dagegen sind die Gemälde von C. Baumeister, M. Effer, Scotti, Grünewald, Hauptmann und C. Ersterer schickte eine heil. Elisabeth, begleitet Thiel. Eesterer schlale einr heit. Stifadelg, begleitel von den Gestalten der heil. Rothburge, Monika, Kunigunde und Agnes. Köpfe und Gewandung des im Besitze des ganz vorzüalich. namentlich die Mittelgruppe, worin die beil. Elisabeth mit der Rechten einer alten, krücketragenden BettFürsten von Waldburg=Wolsegg befindlichen Gemäldes sind ——„ Azage lerin ein Brot und mit der Linken einem nackten Knaben ein Stück Tuch schenkt. Esser hat das Bruststück eines alten Klausners mit langem, grauem Bart eingeschickt, der in einem dicken, mittelalterlichen Folianten liest, ein trefflich gemaltes Bil?: Scotti ein Porträt des Bischofs Ketteler, Grünewald den Kopf von Gregor dem Großen, Hauptmann eine leider unvollendete Kreuzabnahme und Thiel eine hübsche Kopie der Madonna della Sedis. Sehr interessant und mit das Wertvollste der ganzen Ausstellung sind aber die Gemälde und Zeichnungen von Ittenbach: St. Hubertus, ein paar Madonnen, drei wundervolle charakteristische Priesterköpfe: ein Franziskaner, päpstlicher Legat und Bischof, und ein großer Karton, der die lebensgroße Zeichnung zweier anderer kirchlichen Wärdenträger aufweist. Das Kennenlernen dieser Werke ist um so interessanter, als auch sie, wie die meisten —.-. 4— Sammlung sich.— Erwähnen wir noch die in anderen Abteilungen ausgestellten Stücke der Sammlung sich im Besitz von Privaten befinden. kirchlichen Malereien auf präparirte Zinte oder Kupferplatten, die Radirungen auf Matt= und Glanzgold von Th. Bauhus aus Cleve und die Erzeugnisse der Farbendruck. anstalt von A. Deiters, so können wir diesen Teil der Ausstellung, so fern er ein künstlerisches Interesse beansprucht, als abgeschlossen betrachten. Die ausgestellten Pläne, Zeichnungen und Photographien von Kirchen, Kapellen, Flügelaltären 2c. selbstverständlich meist im gothischen Stile gehalten, sind unzählige. Das vortrefflichste darunter ist wohl der Ent rurf zum neuen Hochaltar in der Jesuitenkirche zu Koblenz und das Projekt zur Wiederherstellung der Chorabside dieser Kirche von O. Mengelberg aus Köln, dem Bruder des berühmten in Utrecht wirkenden Bildhauers und Architekten Wilhelm Mengelberg, welcher sich durch seine unübertrefflichen Schöpfungen auf dem Gebiete der Gothik und Renaissanze einen so ruhmvollen Namen gemacht hat Die im Stile des 15. Jahrhunderts gehaltenen Zeichnungen atmen eine so strenge, logische Stilgerechtigkeit und bekunden eine so selbständige und originelle Erfindungsgabe, daß man nur wünschen kann, dieselben bald verwirklicht zu sehen Ziemlich reichhaltig ist die Ausstellung von Glasmalereien, oder richtiger gesagt, von Malereien mit Glas. Diese rein grammatikalische Unterscheidung deutet auch schon den Unterschied an, welcher in der Technik der Glasmalerei herrscht, ein Unterschied, der in den letzten Jahrzehnten einen heftigen Kampf zwischen der modernen sogenannten münchener Technik und der Technik der Glasmalerei des Mittelalters hervorgerufen hat. Dieser Kampf, welcher sowohl mit ästhetischen wie mit praktischen Gründen geführt wurde, ist heute durch die letzteren mit einem ziemlich entschiedenen Siege zu gunsten der alten Technik beschlossen worden. Herr Josef Machhausen in Koblenz, welcher die Ausstellung ebenfalls durch ein paar sehr hübsche Glasmalereien: ein Teil des mittleren Chorfensters für die Kirche in Godesberg und ein im, alten Stile gehaltenes Kirchenfenster, beschickt hat, fügt dem Programm und Preisverzeichnis seiner Anstalt eine populäre, gründliche Entwickelung seiner Ansichten über Glasmalerei bei, wodurch Interessenten genaue Aufklärung über die Vorzüge und Nachteile der beiden verschiedenen Behandlungsarten der Glasmalerei empfangen können. Um es kurz zu rekapituliren: die moderne Technik, hauptsächlich durch die münchener Glasmaler vertreten, trägt die Farbe dem ursprünglich weißem Glase auf und brennt dasselbe dann; die alte Technik bearbeitet nur aus dem Glasmacherofen als massiv gefärbte Glasmasse hervorgegangenes Glas, schneidet es für jeden einzelnen nötigen Ton ein, verbindet die kleinen Stücke durch starkes Blei und verwendet zur Wiedergabe der Zeichnung nur schwarze, graue, braune oder goldgelbe Farbe, welche eingebrannt wird, und dem Zersetzungsprozeß der Luft fiegreich widerstehen kann. Die Farben, welche die moderne Technik anwendet, besonders die blauen, roten und Fleischfarben, scheinen anfangs fest, leisten einer Sonnjedoch keinen Widerstand, werden im Verlauf von 50 bis 60 Jahren durch den Zersetzungsprozeß der Luft aufgelöst und das Ganze zerfällt. Man muß dieses Prognostikon auch den so herrlich gemalten münchener Fenstern des kölner Doms, denen der Au=Kirche in München 2c. stellen. Im allgemeinen bürgert sich denn auch die Technit der Glasmaler des Mittelalters immer mehr ein und hat neben der ungleich größern Solidität ein Wiedererwachen strengerer Form=Behandlung und stilgerechten Schöpfergeistes hervorgerufen, welche der Hebung kirchlicher Kunst sehr zu Gute kommen, Von den Vertretern der mo dernen Technik, deren Vorzug hauptsächlich in einer blendenderen Farbenwirkung beruht, haben ausgestellt die Mayersch. Hofkunstanstalt und die königl. baierische Glaswalerei von F. X. Zettler in München, erstere ein großes Fenster mit der Anbetung der h. 3 Könige, letztere einen Teil eines Chorfensters für die Stadtpfarrkirche zu Dirgolfing im Stile des 15. Jahrhunderts, den Kreuzestot Jesu darstellend. Die tiroler Glasmalerei und Cathedralen=Glashütte von Neuhauser, Dr. Tole u Comp. in Innsbruck und Wien sandte ein großes Transseptfenster, für Savannah in Nordawerika bestimmt: die Anbetung der h. 3 Könige, ein Fenster für oas Sanktuarium und die Oratorien einer Wahlfahrtskirche in Kroatien, ein Mittelfenster für die Franziskanerkirche in Graz und ein Kapellenfenster vom Dom zu Constanz; A. Meiners u. Comp. in Düsseldorf ein von fabelhaften Drachen umgebenes Portrait Pius IX.; die Fabrik von Dr Oidtmann in Linnich eine Sammlung ihrer enkaustischen Glasdruckbilder, worunter manches ganz ausgezeichnete, auch unter den Produkten der Vertreter der modernen Glastechnik. Man muß dies rückhaltlos eingestehen, wenn men auch durch künstlerische Ueberzeugung zum Bevorzugen der alten Technik getrieben wird. Ungern vermißte ich einen der besten Vertreter derselben, den kölner Glasmaler Geuer, welcher schon seit einer Reihe von Jahren in den Niederlanden wirkt und als denkender, genialer Meister seiner Kunst nicht nur dort, sondern auch in seinem Vaterlande mit Recht geschätzt und bewundert wird. : Dortmund, 16. Septbr.[Ein neues Gruben“ unglück] Gestern kam von Kirchlinde her die Kunde von einem neuen Grubenunglück; auf Zeche„Zollern", dem Westfälischen Grubenverein gehörig, sollte eine Explosion schlagender Wetter stattgefunden haben. Unser Berichterstatter fand, nachdem er sich nach der Zeche begeben, daß der hinterlistige Feind der Bergleute leider wieder eine Reihe braver Arbeiter dahingerafft. Gegen 11 Uhr war in dem Flötze 7, und, wie wir hören, infolge Wegthuen eines Sprengschusses, eine Explosion schlagender Wetter erfolgt, wodurch 5 Arbeiter sofort getötet und 13 andere mehr oder minder schwer verletzt wurden. Die Herausförderung der Verunglückten währte, da manche unter Steinmassen verschüttet waren, bis zum späten Nachmittage. Die Kunde von dem Unglücksfalle hatte sich wie ein Lauffeuer in der Umgegend verbreitet und zu hunderten strömten die Angehörigen der in der Grube beschäftigten Leute herbei, um zu erfahren, ob nicht auch einer der Ihrigen dem Leben entrissen sei. Wer vermöchte das Jammern der Frauen und Kinder beschreiben, wenn sie in dem auf dem Karren Liegenden den lieben Gatten oder Vaser erkannten, trotz der dicken schwarzen Kohlenschicht, welche den Körper bedeckte. Die Verbrannten wurden in das Krankenhaus in Kirchlinde gebracht, wosilbst ihnen durch Herrn Dr. Busch und die Krankenschwestern sofort Hülfe zu teil wurde. Eine Anzahl der Verunglückten sind aber so schwer verbrannt, daß an ihrem Anfkommen gezweifelt wird. Mehrere hatten gar keine Brandwunden, sondern waren nur durch das Einatmen irrespirabler Gase betäubt, bei diesen galt es zunächst, den Lungen gute Luft zuzuführen.— Von den sofort tot geblieben sind, wie wir hören, drei erheiratet. Ein Bergmann mit Namen Burgstädter, welcher auch an dem Explosionsherde gearbei et hatte, hat seine Erret ung vom Tode einer sonderdaren Ursache zu danken. Gegen 9 Uhr erkronkte nämlich sein kleines Kind schwer und die besorgte Mutter erwirkte deshald die Erlaubnis, daß Burgstädter die Arbeit verlassen und zu Tage fahren durfte, nur kurze Zeit war er von seinen Kameraden weg. da brach über dieselben das grause Geschick herein. Das alte Bergmanns=Sprüchwort:„Wenn der Ginster blüt und das Land von den Bäumen fällt, dann beginnt die schlimmste Zeit für den Bergmann“, scheint sich auch jetzt wieder bewahrheiten zu wollen, denn es kommen mit dem Eintritte des Herbstes eine ganze Reihe von Unglücksfällen vor. Der gestrige Tag besonders scheint ein Unglückstag für die Vergleute gewesen zu sein, denn es verunglückte auch auf Zeche„Louise Tiesbau“ ein Arbe ter tötlich, und in das Krankenhaus zu Kirchlinde wurden von drei umliegenden Zechen Verunglückte eingebracht.— Von der liegenden Zechen Verunglückte eingebracht.— Von der Zechen=Verwaltung erhalten wir noch folgenden Bericht: Heute verunglückten auf der Zeche Zollern durch eine Explosion schlagender Wetter die Bergleute Dietr. Borgmann aus Kirchlinde, Fr. Wenzeler aus Castrop, F. Spilker aus Marterloh, W. Overmann aus Ober=Castrop, H. Struwe aus Frohlinde. Außerdem wurden 6 Arbeiter schwer beschädigt und 7 schwer verletzt. Die Explosion erfolgte vor Ort Nr. 7 Westen, in der ersten östl. Bauabteilung des Flötzes B, Südflügel, wo an der Einmündung der Strecke Nr. 7 in den Bremsberg drei Tote gefunden wurden, während einer im Ort Nr. 6, Osten, erstickt angetroffen und ein Pferdetreiber in der Sohlenstrecke, wie es scheint, erschlagen wurde. In dem Bremsberge, den Ueberhauen und den oberen Strecken sind Zerstörungen gar nicht vorgekommen, in der Grundstrecke sind nur 4 kleinere Brüche vorhanden. Die Wetterführung hat keinerlei Unterbrechung erfahren und waren sämtliche Betriebspunkte direkt nach der Explosion wieder zugänglich; nur erschwerten die Schwaden, welche sich aus den brennenden Grubenkleidern der Arbeiter entwickelten, das Vordringen der Rettungsmannschaften. In bezug auf die Entstehung der Explosion erfahren wir, daß dieselbe höchst wahrscheinlich durch das Losthuen eines Schufses vor Ort Nr. 7, Westen, entstanden ist, wo ein versagtes Bohrloch von za. 1,2 Meter Tiefe in der Sohle der Strecke vorgefunden wurde. Obwohl das Schießen in den Oertern Nr. 6 und 7 ausdrücklich verboten war, weil sich infolge einer Störung und daraus entstandener Auskesselung geringe Mengen von Wettern anzusammeln pflegten, haben die Hauer des Ortes Nr. 7. Westen, welche z. Z. der Katastrophe am Bremsberge gesessen haben, verbotswidrigerweise den Schuß abgegeben uno die Explosion hervorgerufen, welche an sich durchaus keine großen Dimensionen angenommen hat, deren weitere Entwickelung aber anscheinend durch Kohlenstaub in ihrer verherenden Wirkung verstärkt worden ist. Es fanden sich mehrfach vollständig verkokte Kohlenpartikelchen cuf der Zimmerung vor und waren sehr viele dem Wetterstrom zugekehrte Rückseiten der Stempel mit dicken Schickten von Kohlenstaub und Kokes versehen.— Die Wetterführung in genannter Bauabteilung war eine lebhafte, indem nach uns gewordenen Mitteilungen 115 Kbkm. pro Min. durchströmten, sodaß bei der Belegung von 20 Mann in der genannten Bauabteilung auf Mann und Minute nahezu 6 Kbkm. entfallen. Die Förderung und der Betrieb der Zeche„Zollern“ erleiden keinerlei Unterbrechung. *[Wahlkommissare.] Für den Regierungsbezirk Arusberg sind seitens der königlichen Regierung in Arnsberg zu Wahlkommissaren ernannt: 1. für den Wahlkreis Siegen Landrat v. Schröter zu Berleburg; 2. für den Wahlkreis Olpe Landrat Freiherr v Lilien zu Arnsberg; 3. für den Wahlkreis Altena=Iserlohn Landrat Löbbecke zu Iserlohn; 4. für den Wahlkreis Hagen bleibt die Ernennung noch vorbehalten; 5. für den Wahlkreis Bochum Landrat Overweg zu Bochum; 6. für den Wahlkreis Dortmund Landrat v Rynsch zu Dortmund; 7. für den Wahlkreis Hamm=Soest Landrat v. Bockum=Dolffs zu Soest und 8. für den Wahlkreis Lippstadt=Brilon Landrat Freiherr v. Werthern zu Lippstadt. "[Das neue Landgerichtsgebäudel wird bestimmt am 1. oder 15. November in Benutzung genommen werden. Zur Einweihungsfeier wird auch Herr Justizminister Friedberg hier eintreffen. :[Orgelkonzert.] In der Reinoldikirche veranstaltete gestern nachmittag Herr Orgelvirtuos Edmund Khym aus Berlin ein Orgelkonzert, das leider so schwach besucht war, daß die Kosten bei weitem nicht gedeckt worden sind. Herr Khym führte die älteren und neueren Werke der Orgellitteratur mit großer Bravour vor, mit gleicher Fertigkeit übertrug er auch Kompositionen von Mozart, Beethoven, Liszt und Chopin. f[Der übliche Redaktions=Maikäfer] wurde uns heute trotz des schon so herbstlich über die Stoppeln wehenden Windes von zwei Vertretern des jungen Deutsch= lands überbracht. [Zeche„Tremonia.“] Gestern wurde auf der Zeche„Tremonia“ die nun erbaute Kohlenwäsche und Separation in Betrieb gesetzt. Dier be scheint sehr erakt gebaut :: sein, auch sunttionirte dieselbe gut. Man hofft die Kohlenfö derung von jetzt an bedeutend erzohen zu können. 8[Die Maschinen bauschule zu Dort mund tritt mit dem Beginn des bevorstehenden Wintersemesters(12. Okt.) in ein neues Stadium. Von da an wird dieselbe unter Beaufsichtigung der königl. Regierung nach dem Muster einer königl. Werkmeisterschule weiter geführt und werden bei dem Werkmeister=Examen ein Kommissar der königl. Regierung als Vorsitzender und mehrere namhafte Fabrikbesitzer und Ingenieure der Umgegend als Beisitzer fungiren. Ueber die Leistung der Anstalt schreibt ein„Meister" als Referent dieser Zeitung bei Gelegenheit der hiesigen Ausstellung von Lehrlingsarbeiten:„Die Maschinenbauschule des Ingenieur Pamp legt in den ausgelegten Schülerarbeiten eine wiederholte Probe der bewährten leistungsfähigen Leitung der PrivatAnstalt ab. Die reiferen Schüler legen eine Tüchtigkeit, Vielseitigkeit und Reife der Durchbildung an den Tag, die volle Anerkennung verdient. Wir hoffen, daß die Anerkennung der Preisrichter unserem Urteil zustimmen wird. Diese Zutimmung erfolgte in der Weise, daß nur die vorstehend gedachten Schülerarbeiten prämiirt wurden. Die bisherigen Absolventen der Anstalt befinden sich bereits in gut salarirten Stellungen und können wir daher den Besuch der Maschinenbauschule sehr empfehlen. §[Verein„elefraude“.] Die diesjährigen Dressurlüge der jungen Tauben werden am nächsten Sonntag ihren Abschluß finden. Die Resultate ssind, mit Ausschluß der Tour Haan=Dortmund, als ausgezeichnete zu bezeichnen, da der Verein bis dahin nur 35 Tauben verloren hat. Die Preistour findet am nächsten Sonntag von Kleinenbroich (77 Kilom. Luftlinie) statt. Da die Tauben programmgemäß um 8 Uhr aufgelassen werden, so kann die erste gegen 9¼ Uhr vorgezeigt werden. Diejenigen, welche sich für die „Segler der Lüfte" interessiren, können die Siegerinnen im Konstatirungslokal des Vereins, F. Wencker, Helle, besichtigen Für Preise sind 216 4 ausgeworfen. Wir wünschen dem Verein, der sich auch in den höheren Ständen bereits Freunde erworben hat, ein herzliches„Gut.ug!“ 0 Lünen, 15. Sept.[Verschiedenes.] Gestern weilte Herr Superintendent Cremer aus Brackel in unserer Stadt und nahm nachmittags in der evangel. Kirche in Gegenwart des Presbyterii eine Kirchenvisitation vor.— Der hiefige Dilet antenverein wird am 2. Oktober sein Stiftungsfest durch die Aufführung zweier Stücke, mit deren Einstudirung man jetzt eifrig beschäftigt ist, begehen. Das Fest soll durch einen Ball beschlossen werden. Der Verein wird dann wieder seiner gelmäßigen Vorstellungen geben, die, wie früher, ihre große Anziehungskraft gewiß nicht verfehlen werden. — Seit langen Jahren ist hier keine so„baulose" Zeit gewesen, als in diesem Sommer, denn im ganzen Stadtbezirk ist während dieser Zeit nur ein einziger Bau, nämlich die neue Mühle an der Seseke an geführt. Dieselbe wird bereits im Herbst fertiggestellt sein und erhält vermittelst einer Turbine eine solche Einrichtung, daß auch selbst beim höchsten Wafserstano, wie wir ihn bis jetzt hier gehabt haben, noch gemahlen werden kann.— Unter den hiesi nen Metzgern hat sich ein rühmenswerter Wetteifer in Herabsetzung der Fleischpreise entwickelt. Nachdem bereits vor kurzem zwei Metzger den Preis von 55 4 das Pfund auf 45 und 40 4 gesezt hiben, lassen heute drei andere publiziren, daß bei ihnen gutes Rindfleisch zu 40 und 35 4 zu haben ist. Das dekannte Wort, daß„Konkurrenz das Geschäft hebt“, hat sich auch hier bewährt, denn die Zahl unserer.tzger hat sich in zirka 15 Jahren verfüaffacht, sie ist von zwei auf zehn gestiegen. Castrov, 12. Sept.[Aus dem Manöverleben— Keilerei.] Ein Soldat der hier einquartierten Infanterie machte sich gestern das Vergnügen, Zivilkleidung anzuziehen und in dieser die hiefige Kirmes zu besuchen. Seine Freude sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn eben im Begriff, sich mit allem ihm zu Gebote stehenden Anstande auf eines der Karoussellpferde zu schwingen, ereilte ihn jählings die rächende Nemefis in Gestalt seines Hauptmannes, der ihn am Kragen nahm und durch einige herbeibesohlene Soldaten arretiren ließ. Dem armen Teufel wird die Geschichte teuer zu stehen kommen, da über ihn species facti ausgenommen wurden.— Heute morgen rückten die hier einquartierten Truppen mit klingendem Spiele aus unserm Städtchen, um, nach erfolgtem Mandver und Biwack bei Merklinde, ander: Kantonnementsquartiere(Bochum und Herne) zu beziehen.— Bei Gelegenheit der gestrigen Kirmes entstand in einem unweit des alten Bahnhofs befindlichen 5 -bn en uen 2 e i. ri Stc Ager, wgnvgaset, unr. Bal io. aus furchtbare Kelerit—), dem Postan derwehet mu.1. u..2. artet tige schiedene Ereignis Kreitenden draußen in +4L44-+-#### :. In der Hitze des Geschts sette es nicht allein biss seines Zebens rich. a. u 74, Opbrokt, nun bens brselbe T.— Dina Uberdick, T 5, sendemn an wurben aucd ber: unck. wie u. u.“, Pu.„in Aalbign Abend wrhe fMeiurich Klinsenbagen, t dene Fensterscheiben entzwei geschlagen, welch letztoron Tart 4e g222..: v. 9 wittellt, auf einen Posten an* 20 9 87 T uis ien Wiet enanlast, ishlsch Anzugreisen und deise, decden, Mhesle.. 8e kan. gel, ucht auktlaiba, hasie Vertopie. enden Parteien an Die Lust mn spediren. Als sch haegeshah, Vilitkrbehbrdt, un die Geldatmn gegen farnene la Vortmunk, in Septenber 1881. T den in der Dankalhet dar unterbrochene Kaumf wiachen, Krerzstbastz, Angrige iu Whühen, un enrgschen Nah, Tet ag eines höchlst und die„Emd..“ vor 230 Jahren, wurden in nicht gringe Angst und Bestürzung versett. Da Stavel arlasen ward g. 2 Saidien grebes Schif voen der in Rede Lehende Weg in der letten Zeit iu wiederholten= nät zp. 30 dlag Drau, Vür Enden, welches damalt an malen der Schauplatz blutiger Begebenbeiten aewelen 18 1 dur.x— dd Eimwohnes hatte und an Rang und Ansehen se wäre sehe zu wünschen, daß die Polizei ihm ihre der war a uge ae eeischen, Handelstädten bölig gleich kant, #bends. ist dem Brauereibesitzer haus gestellter kupfener 95 eee geuer Schlangenkahl=pparat, 80.—.100 usd.“ Zen— Du der Emnwehnrschaft hervorgernsen. Währen) im Werte von 120 4. entwendet worden. Als der sschanen dam Schaus. inter der Halle“ zohlreicge Zu. That drungend derdächtig wurde gestern abend der Tage, Mlad nie Tats Ppele beigobnten, hatten in gebräuchlicher ohner Withelu S. von hier zur Haft gebracht. Der Apvor laut mitann ncun 2ex. a.Schsfl. betiegen, un den Stapel. I. Seasee, Licz schens uk dis erion, Ailsos Belsich grihen d de. Baosch Getatäh de ele ner Wilhelm ist S. von hier zur Haft gebracht. Der Appa" RIIB, M„ Gestern abend 9½ Uhr— schlief fanft nach dreitägigem Krankenlager infolge eines Leberleidens unser guter Vater, Schwieger= u Großvater, der Obersteiger a. D. Karl Best, im 61. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Dortmund, 15. Septbr. 1881. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag den 18 September, morgen 10½ Uhr, vom Sterbehause Goldstraße 5 aus statt.6 Wir Wilhelm, von Gottes Enaden, deutscher Kaiser, König von Pres#%Bp#.##. der Bestimmung im§ 14 des Wahlgsetzes im Namen des Reichs, was folgt: Die Wahlen zum Reichttag sind am 27. Oktober vorzunehmen Gegeben Berlin, den 31. August 1881. II. s Wilhelm. „„„ Fürst von Bismarck. Pesbezen ds#cerhöchste Verordnung zur öffentlichen Kenntn uch but e aucdh ist ushelgenden Sien Tale dan aist. Jan sahzel. Pezben sc u den Sählesuden ebun), sam, dann rascher und rascher begann es seinen Lauf über die glatte Baon zu dem Elemente seiner Bestimmung. Bald war das Wasser erreicht. Hoc auf spritzte der Schaum, das erregte Wasser schlug in starken Wellen gegen das Ufer, Münster, 8. Sept.[Die königliche StaatsanPo#tschaft. peröffentlicht unterm 5. Sept. einen Aufruf, welcher die Nachforschungen nach der Todesart der am 2. d. Mts. als Leiche in der da aufgefund nen Sofie Lehnen von hier zum Gegenstand hat. Die unverehelichte Sofie Lehnen Ist, nuchdem sie seit dem 31. August. abends, verschwunden war, am 2. Sepr., morgens, als Leiche, nur mit Strümpfen bekleidet, aufgefunden worden. Die eigentümlichen Umstände aunsgencse ache ai De loeden Kasbeagiche ider Aite aie Ptncgease d. iun das un. Ldar..1. Mien m Morgen des 1. Sept. nicht sehr weit von der hetreffen= zu helken#. einige sich, selver, keiner den andern zu helfen. Umringt von den vielen Nichtschwimmern und während der Angenblick durch ein laut schallende Hurrab Ein Aungenblich mrdaeschic Verstummte diess, i3 folgte ein angenblia unheimlicher Stille und diesem ein allgemeiner Entsetzensschrei: das Schiff war gekentert. Hunderte noch so sorglos heitern Todes-Anzeige. Heute morgen, den 14. Sept., verschied plötzlich an einer Lungenlähmung mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervoter und Großvater, der Maurer Heinrich Menke. Verwandten und Bekannten diese traurige Nachricht mit der Bitte um stille Teilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am 17. Sept., morg. 8½ Uhr, vom Sierbehause, Breitegasse 2. aus statt. B.-a Tel Vr. Pbrie Au. ge; Wer ea,. P ehles on Kachtage au gund des§ 24 des Reglements vom 28. Mai 1870 zur Ausführung des bezüglichen Maslgsepz; von 31., Mai 1869 hierburch zu Wahlkommsarien: 6. für den sechsten Wahlkreis, umfassend den Stadt= und Landkreis „. Dortmund, den Landrat v. Rynsch zu Dortmund: nc Arnsberg, den 9. September 1881. Königliche Regierung. Abteilung des Innern. Ministerium des Innern. Berlin, den 5. Sept. 1881 Auf grund der Bestimmungen der§§ 8 und 15 des Reichsgesetzes für den hstag vom 31. Mai 1869(Bundesgesetzblatt Seite 145) und des S 2 des Poes e ecte. ie etee, eseshe ie he une e Raichlegztwoslen zu eziguen bel.—. aus den 27. September d. J. hierdurch fest. Der Minister des Innern. gez.: von Puttkamer. Bekanntmachung. Verordnung betr. die Wahlen zum Reichstage vom 31. August 1831. am Morgen des 1. Sept. nicht sehr weit von der betreffen Piseste urene Eesises Misiher Kad ieg Aiche. a. Prnitge zit Kuecdanger u. 3. ic bz Bekanntmachung Is aas te Mais Sesahl Bir, Ksche elchsch dere iot, dich anan el. u. al, Sauet gert eune ke. agheschen ehanr ur Au beuite unu un Scache Sse eu s ie ie, Bechesghe e. Aatch Aasurchi ur G. 25. die Kleider in einem Kartoßfelfeld vor dem Abschnittsthor mit dieser die auch sa 1n— wurden Vote demannt Sechsigen Keint, Lisenders ause sucht. Dacz grliag wez. der. Frseig, Nor Leichen ud inmer verAm Sonnabend, den 17. Sept. kr., morgens 10 Uhr ansangend. sollen Balkenstraße Nr. 8, im AuktionsKaiserlichen Insiegel. (L..) Saisent war in Der Ger=Peieu, u.., St.,.shickt. Oefnung in den Boden desselben geschlagen. und bie Wilhelm. Fürst von Bismarck. worden war. in der Zwischenzeit bis zu ihrer Auffindung lingt es, am Morgen des 2. Septbr. keine Spur zu entdecken. Der Lage eine wenigstens befreien desselben geschlagen, und hier geeinige Menschen aus ihrer entsetzlichen Aafus der Staalzanwalschast hat beseondeas den Zwck Trauria, annudicgu s dn Sichte wiener dusgüähren über den Verbleid der Lehnen während dieser Zeit Auskunft 275 zum Teil festlich geschmäckte Tot,ic geweien, ein. zu erhalten. Die ärztliche Obduktion bat keine Spuren einer dahin umringt nar 7a=.— Lote lagen in langer Reibe gzewalsamen Todesart ergeben, was den Sachperhalt nur Drei Taag lang.: dausenden saumernder Angebbrigen. s mehe verdankelt. Hossentlich ergibt der Verlauf der lals am uiten Truous in Emden das Larengeldnte, und schtlichen Untersuchung die wanschenswerte Auftlärung. übergeben war. lag tiese Sille, diesimal wirtliche Grabes. noch gerichtlichen Essen, 14. Septbr.[Der chinesische Gesandte.) stille über der so schwer heimgesuchten Stadt. Marquis Li Tseng traf vormittags hier ein, um mit seinen runs Begleitern, unter denen sich der Direktor der„Englischen Mission in China" besand, die Kruppsche Fabrik zu besuchen. Die anderen Herren, sämtlich in ihrer heimatlichen Tracht, waren Mitglieder der chinesischen Gesandtschaften in Berlin und Paris. Nachdem die einzelnen Betriebe und größeren Werkstätten der Fabrik, von deren großartigen Einriatungen die Söhne des himmlischen Reichs nicht wenig überrascht waren, besichtigt, und der„Bazar“ im Ostfelde besucht worden war, reiste der Gesandte mit der Mehrzahl seiner Begleiter nach Paris weiter. Nur einer de kremde..# ein Legationssekretär von der chinesischen Gesandtschaft in Berlin, der sich ues seinen längeren Aufenthalt in der Hauptstadt des deutschen Reichs schon an das Leben unter den Barbaren gewöhnt zu haben schien, zog es, nach der„), Zig.“, vor, noch bis zum Abend hier zu bleiben. Derselbe stattete der„Glocke“ bei Feldmann und epartus“ bei Fuchs einen Besuch ab, wo er mit Wohlbehagen einige Gläser Bier schlürfte. Die vielen Neugierigen, welche sich dort wo er den wagen verließ, aufgestellt hatten, waren nicht wenig verwundert über seinen langen schwarzer Zopf und seine in blaue und schwarze seidene Kleider gehüllte kurz gedrungene Gestalt Cleve, 12. Sept. Diebesbande von Xanten [Witterungsbericht vom 15. bis 16. Sept. NieUhr morgens bis 6 Uhr abends 1113 J.(.0“.), höchste+ 10,7° C.(18,3“.), von 6 Uhr ### bis 6 Uhr morgegs niedrigste+ 7/4 C.(.9“.), kurzen ihre Adurtellung zu erwatten haten(ste heißen Kbizöuthr morgens f 125·K(10 gelang es, laut der„gg= u. Rata.“ stand 762, niedrigster 755,5, murterer 760.5. Höbe d porten mit Austerigng von Fichneten Aegen 200.“ umi erne us u 12 beschäftigt worden und hatten es fertig zu bringen gewußt, Gewerbe, Handel und Verkehr *° Dortmund, 14. Sept.[Marktbericht.] Weizer —#. Koggen 20.00—21.25 X. Hafer 14 40 ½ ——, Kartoffeln 7,00—8,00 J. Stroh(Richt=).00 bis .25 K Heu.25— 10,00 K per 100 Kilo, Butter per 1 Kilo 2,20 bis 2,40 A. Eier, 60 Stück,.00—.50 J [Dortmunder Union.] Wie man aus Elberfeld metdss;, bete hei, der auf den, 6. Sept. seitens der BergischMärkischen Eisenbahngesellschaft ausgeschriebenen bedeutenden Submission— es handelte sich um die Lieferung von nicht weniger als 6000 Tonnen gleich 1 200000 Zentner Querschwellen aus Flußeisen, 30 000 Paar Laschen und 80000 Stück Unterlagsplatten— die Dortmunder Union auf einen bedeutenden Teil des ausgeschriebenen Quantums den Zuschlag erhalten. Die Submission war für die Eisenwerke aus diesem Material sich heimlich Stricke zu machen und sich dann an diesen herunterzulassen. Die eisernen Stäbe hatten sle, soweit es nötig, entfernt. Einem dritten von der Bandgelang es nicht mehr, zu entkominen, da die Entweichung der beiden inzwischen entdeckt wurde. Derselbe wurde unterm Stroh hervorgeholt. Emmerich, 13. Sept.[Zur Warnung für Pferde besitzer.] Wie gefährlich das Füttern mit altem, schimmelig gewordenem Brot bei Pferden werden kann, dürfte der nachstehende Vorfall zeigen, den die„Wes. Ztg.“ der Beherzigung aller Pferdebesitzer empfiehlt. Die Fuhrleute L. und D. aus•Berg hatten am vergangenen Samstaa auf einer Fahrt in Duiven für ihre Pferde Brot gekauft, nach dessen Genusse beide Thiere erkrankten. Das Pferd des ., ein Tier im Werte von 900 Ml. ist infolge dessen am Montage verendet, während der Zustand des anderen noch immer bedenklich ist. Neuß, 13. Sept.[Die Mäusejagd,] welche die Gemeinden Ro merskirchen, Nettesheim=Butzheim und Frix heim=Anstel ins Werk gesetzt haben, ist, laut der„Elb. Zeg.“, noch immer recht ergiebi: In der vergangenen Woche sind wiederum beinahe 55 000 Stück der Feldverwüster unschädlich gemacht worden. Die Zahl der innerhalb der letzten 1 Pianino, 1 Billard mit Zubehör 5 Tische, 1 Regulator, 18 Stühle 1 Pult, 1 Bierpumpe nebst Theke sowie 1 Spiegel, öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung verkauft werden. Menke, 39. Gerichts=Vollzieher Bekanntmachung. Am Samstag, d. 12. Sept. kr., nachmittags 3 Uhr, werde ich(Zusammenkunft beim Wirt Herrn Evers hier, Lütgenbrückstr.): Tische, Stühle, Kleider und Küchenschränke, Kommoden, Spiegel, Betten mit Bettstellen, Wast tische, Stühle 1 Regulator, 2 Tafelgedecke mit 12 Servietten, 12 Betttücher, Tischtücher, Teppiche, Ladenreale und Theke, eine Wage, 1 Dezimalwage, Bilder, Mantelosen 2c uc, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkaufen. Dortmund, den 15. Septemler 1881 S— Lennings, 8957 Gerichts=Vollzieher. Getöteten steigt damit auf nahezu 132 000 Stück. Nimmt man das Gewicht einer Maus auf zwanzig Gramm an, so stellt sich das Gesamtgewicht der 132000 au mehr als 53 Zentner. „ Valz A1. Segt.[Fernsprechanstalt.) Die hiesige kaiserliche Oberpostdirektion macht der„Köln. Ztg.“ zufol bekannt, daß die bis jetzt beantragten Anschlüsse an die hiefige allgemeine Fernanstalt in einigen Wochen sämtlich hergestellt sein werden und daß weitere Anträge vor Ein tritt des Winters nur dann Berücksichtigung finden können, wenn die Anmeldungen dem kaiserlichen Oberpostdirektor bie späteste s den 1. Oktober zugehen. Anlagen neuer Lnien von größerer Ausdehnung können wegen der Schwierigkeit der Winterarbeit voraussichtlich ern im nächsten Frühjahre bewerkstelligt werden. 1 B Köln, 12. Sept.[Stenographisches.] Gestern tagte hier der 3. Verbandstag des rhein.=westf. Verbandes Arendsscher Stenographen. Die Versammlung, welche sehr zahlreich besucht und durch die Orte Elberfeld, Stüter, Hattingen, Bredenscheid, Düsseldorf, Nachen, Crefeld, Ehrenfeld, Bonn, Sinzich, Köln und Dortmund vertreten war, wurde durch den Vorsitzenden Herrn C. Diers=Dortmund mit einem Hoch auf den in Berlin lebenden Meister eröffnet. Nachdem erstattete der Vorsitzende Bericht über das verflossene Verbandsjahr, woraus wir entnahmen, daß die Arendssche eule in Pheiulzud und Besselmn ucht asenliche Ferttie gemacht hatte. Die schon auf dem vorjährigen Verstag angeregte Berschmelzung des westfälischen mit dem rheinisch=westfälischen Verbaus wurde nunmehr mit großer Majorität definitiv beschlossen, da ein einiges Zusammen gehen beider Verbände der Arendsschen Schule nur zun Segen gereichen könne. Als nächster Vorort wurde Elber feld gewählt und die für das nächste Verbandsjahr gewählte resp. wiedergewählte Kommission, bestehrnd aus den Herren C. Diers=Dortmund, Lehrer Husmann=Hattingen, I. reso 2. Vorsitzender, Friedr. Blume, S. Hoffmann=Dortmund, 1. resp. 2. Schriftführer, und L. Heubes=Elberfeld, Kossirer, wurde beauftragt, ein für die verschmolzenen Verbände gemeinsames Statut zu entwersen, welches dem demnächstigen Verbandstag zur Genehmigung vorzulegen sei. Nachdem —Nigung dem Meister die Grüße der Versammelten telegraphisch übermittelt wurden, wurde die Versammlung geschlossen Reist 12. fns altentat auf einen milttärischen Posten.] Am vergangenen Donnerstags#rden i# per Dunkelheit meuchlings auf mehrere Militärposten Schüsse abgefenert. Die Angreifer hatten vorher versucht, mit einem Frauenzimmer in die Gebüsche hlag erhatten.—„ um so wichtiger, als die Lieferung erst im Jahre 1882 zu erfolgen hat. Die Dortmunder Union, die mit 126.85# am niedrigsten offerirt hatte, hat je 1000 Tonnen gleich zweihunderttausend Zentner flußeiserne Querschwellen im Januar, Februar und März 1882, zusammen also sechshunderttausend Zentner an die Bergisch Märkische Bahn abzuliefern. Da die Lieferungsfrist so lange hinausgeschoben ist, glaubte die Leitung der Dortmunder Union gut zu thun einen Preis zu offeriren, bei dem sie natürlich für die nächste Zeit keinerlei Aufträge annimmt. Für die andere Hälfte des Quantums, dessen Lieferung noch einige Monate später gen##1, bird der Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation den Zuschlag erhalten. Ferner wurde der Dortmunder Union die Lieferung der 80 000 Stück Mittel=Unterlagsplatten zuerteilt, da das Werk auch hier mindestfordernd war. In allen Fällen hatte das Osna Te# Flahlwerk die höchsten Preise gefordert #####seio, 14 August.[Berg.=Märk. Bahn. Die„Elberfelder Zeitung“ meldet über die heutige Sitzung der Deputation der Aktionäre der Berg.=Märk. Eisenbahngeselschaft weiter, daß besclossen worden. sämtliche Doknmente, Eingaben und Schriftstücke, welche in den Verhandlungen betreffend die Verstaatlichung der Berg.= Märkischen Eisenbahn mit den Ministern gewechselt worden sind, drucken zu lassen und jedem der 191 angemeldeten Aktionäre ein ExemSlar„epeinelich in mechen. Eine Abstimmung über die Zweckmäßigkeit der Annahme oder Ablehnung der Regierungsvorlage hat nicht stattgefunden, weil die Majorität glaubte, daß aus taktischen Gründen und um einer für die Aktionäre bringend wünschenswerten Aufbesserung der gebotenen Abfindung nicht hindernd in den Weg zu treten, eine strenge Neutralität der Deputation um so mehr zu empfehlen sei di. Deputatior bekanntlich keine entscheidende Stimme habe, sondern nur die Vermittlerin zwischen der Generalversammlung und den Ministern sei. — Berlin, 15. Sept.[Brand.] Heute nacht ist in der berliner Bockdrauerei auf dem Kreuzber Brand ausgebrochen, der nur auf die Mälzerei beschränkt bleiben dürfte, aber=. Schaden angerichtet hat. Kräften in Thätigkeit. bereits sehr beträchlichen Die Feuerwehr ist mit großen Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Bersen in Dortmund Schiffsbericht. (Mitgeteilt vom Norddeutschen Lloyd in Bremen.) Meseu n. ae####stdampfer„Donau“, Rapt. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher 3. Septhr, von New.York abgegangen war, ist gestern 3 Uhr nachmittags wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Laduna 5 Uhr nachmittags die Reise nach er fortgesetzt Derselbe überbringt 178 Passagiere und volle 5 Bekanntmachung. Am Samstag, den 17. d. nachmittags 6 Uhr, werde ich im Hombruch 1 Stück Kartoffeln meistbietend gegen Berzahlung verkaufen. 38965 Zusammenkunft beim Wirt Herrn Baumeister daselbst Dortmund, den 15. September 1881. Schlüter, Gerichtsvollzieher, Kuhstraße 3. Konkursmasse=Versteigerung. Am Mittwoch, d.). Sept. kr. morgens 9 Uhr, sollen die noch vorrätigen Eisenwaren Konkursmasse Mellmann, Rosenthal meist bietend versteigert werden. Zum Verkaufe kommen hauptsächlich: Blechnieten, mess. und eiserne Wagebalken, Wageschalen, Litremaße, Hobel Maßstäbe, Meterstäbe(Ellen) Mutterund Holzschrauben, Ketten, Schiefer nägel, Drahtstiften, Schraubenschlüssel, Schlösser, Sägenblätter, Beitel, Sägengestelle, Schellen, Fitzen und diverse Kurzwaren, ferner 1 Sattelzeug, 4 Oefen, Ladenreale und Theken 2c G. Menke, 89684 Gerichtsvollzieher. Landverpachtung Sonnabend, 17. Septbr., nachm. 4 Uhr, wird Herr Gutspächter Likefett zu Großenholthausen die Pachtgrundstücke „im Spörkel, Menglinghauser Heide und aufm Ballerod“ an Ort und Stelle fernerweitig auf 6 Jahre meistbietend verpachten lassen. Anseng im Spörkel. 18827 Menglingbausen. Baumeister. Indem wir vorstehinde Allerhöchste Verordnung zur öffentlichen Ke bringen, ernennen wir für die bevorstehenden Wahlen zum Neichstage auf— des S 24 des Reglements vom 28. Mai 1870 zur Auslührung des heihalicher Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869 hierdurch zu Wahlkomaisianz. und Tialodtn, ien Lanszat Stzsele,.iendetlichen deu Wsteni umfassend den Kreis Hagen, bleibt die Erv. Ler, San hraf“ S. Wahlkreis unfassend den Stadt= und bandkeis Bochun, wurnde den Landrat den Sruialesseng den Stadt= und Landkeis Dortfiednten Wahlkreis, umfassend die landrätlichen Kreise Hamm und Soeft, den Landrat von Bockum=Dolffs zu Soest: rid 8. scte.# a5 Feit msasend die Landrätlichen Kreise Lippstadt Gernibern. 1. Pensa, Fasteu von wengen zu Opkaht. Königliche Regierung, Abteilung des Innern. Bekanntmachung. Sepienbe d. I. wird hierdurch erinne. lchlich Nonat Dortmund, den 9 September 1881. Der Magistrat: Lindema nu. Städtisches Leihhaus. unod Alscgaobe da Nandshend sr Gopsang un. Dortmund, den 1. August 1881. Tüchtige Klempner und finden sofortige B- Priedgich Mrapp ir 1ogene Kappus= und Kartoffeln=Verkauf. Herr Landwirt Grosse-Meininghaus, Brambauer, läßt am Montag, den 26. d. 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