Gevelsberger Zeitung. General=Anzeiger für Gevelsberg, Milspe, Voerde und Umgegend Erscheim täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage Abonnementspreis burch die Boten frei ins Haus gebracht sowie durch die Post 80 Druck and Verlag###hil. Baltin Gevelsberg. Insertionsgebühr ero einspaltige Petitzeile oder deren Raum 16 Pfg., bei Wiederholungen Rabar Reklamen 50 Pfg. pro Zeile hey= Andattbewilligung wirh bei gerichtlicher Beitreibung hinfällig Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen, an bestimmter Steb übernehmen wir keine Gewähr Nr. 236. Fernsprech=Auschlug Nr. 56. Samstag, den 7. Oktoher 1911. Zeitung Gevelsberg. 34. Jahrgang. Erstes Blatt. Der Krieg um Tripolis. Die Stadt Tripolks ist von 1200 Mann italienischer Truppen besetzt, auch Derna und Benghasi, die beiden anderen tripoli tanischen Kriegshäsen, befinden sich in den Händen der Italiener. Bevor diese sich einer Friedensvermittelung zugänglich zeigen, wollen sie aber erst noch das Expeditionstorps in Stärte von etwa 35000 Mann in der nordafrikanischen Provinz landen, um von einer vollendeten Besivzergreisung Tripolitauiens spre wrn zu können. Da der Transport des Expeditionslorps soeben erst begonnen hat und dessen Landung daher erst nach einigen Tagen erfolgen kann, so fragt es sich, ob die türkischen Truppen die sich weiter ins Innere zurückgezogen und unter bestigem Mangel an Lebensmitteln zu leiden haben, sich nicht vielleicht schon vorher werden ergeven müllen. An einen langen Guerilla trieg, den die Jungtürken ankündigen, glaubt man im allgemei nen nicht; hofft vielmehr aus einen balvigen Beginn der Ver mittelungsaktion, die von Deutschlandl gelestet werden wird. Daraus erklärt es sich auch, daß der deutsche Vertreter in Konstantinopet die dortige Regierung zur Mäßigung mahnt und sie besonders eindringlich und erfolgreich vor einer strengen Durch sührung des geplanten Boykotts italienischer Waren, sowie der Ausweisung von Italienern warnt. Ueber die Besitzergreifung der Stadt Tripolis wird weiter gemeldet: Nach der Landung der Matrosen begaben sich die Ara ber, die zu den Stämmen aus der Umgegend von Tripolis ge hören, an Bord des Admiratschiffes und gaben ihre Unterwer sung kund, indem sie gleichzeitig um Einstellung des Bombarde ments vaten. Der deutsche Generalionsul als Doyen des Kon sularkorps begab sich ebenfalls an Bord und bat den Admiral oi: Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz der Personen und des Eigentums der fremden Kolonien in der von den türtischen Truppen verlassenen Stadt übernehmen zu wollen. Man landete darauf noch weitere Kompagnien Matrosen mit Kanonen und Schnellseuergeschützen und besetzte die Stadt Tripolis militärisch. Die Besetzung ging ohne Zwischen sall vor sich. Die gelandeten Truppen wurden unter den Besehl des Kapitäns zur See, Cagni, gestellt und Konteraduiral Vore dolmo zum Gonverneur von Tripolis ernanzt. Der deutsche Generalkonsul teitte dem italienischen Aomiral mit, daß wäh rend des Bombardements kein Schaden weder an Personen noch an den Häusern in den europäischen Niederlassungen zu betlagen gewesen ist. Ein türkisches Kanonenboot wurde im Roten Meer zum Sinken gebracht. Die Forts des in Türktsch=Arabien am Roten Meer gelegenen Hodeida und ein türkisches Kanonenboot jener ten mehrere Schüsse gegen das Italienische Nanonenvoot„Alt luse“ ab, ohne es zu tressen. Die„Aretusa“, die zum Schutze des italienischen Handels den Ueberwachungsdlenst im Roten Meer versiehl, erwiderte das Feuer und brachte das seindliche Kanonenbool zum Sinten. Durch die Unternehmungen gegen Hodelva, die allerdings mit der Abwehr eines etwaigen Ver suches der Türkei, aus dem Lanowege durch Aegupten ihre tripo litanischen Streitträfte zu verstärken, begründet werden können, hat Itallen gerabe so wie durch seine Maßnahmen an der albanesischen Küste die feierliche Zusage verletzt, daß es seine trie gerische Mitton auf Tripolis beschränken würde. Hodelda, das 70 000 Einwohner zählt, ist ein sehr wichtiger Hasenplatz. Der italienische Ministerpräsident Giolitt hält am bentigen Samstag in Turin vor Deputierten und Senatoren aller Par teien eine mit großer Spannung erwartete Reve, in der er die Norwendigkeif des Tripolistrieges darlegen und trotz der leicht errungenen Erfolge auf etwas Selbstbeweihräncherung nicht ver zichten wird. Ein klein wenig theatratisch mutet das Verhalten der modernen Italiener im Kriege ja ohne Frage an. Das war . B. der Fall, als der Oberst des 84. Regiments dieses beim Auszuge aus Floren; im Namen Gottes, des Königs und des Vaterlandes schwören ließ, die Fahne ruhmbedeckt zurückzubringen oder zu sterben. Ueber die Blockaveerktärung der italienischen Regierung verössentlicht der deutsche Reichsanzeiger die amtliche Mittettung. Danach erhalten befreundete und neutrale Schisse zum Auslau sen aus dem Bloskadegebiet einir vom Tage des Beginns der Blockade lausende Frist, die vom kommandierenden Admiral der eestreitkräfte Italiens festgesetzt wird. Gegen alle Schiffe, welche die Blockade zu brechen versuchen, wird gemäß den Regeln des Völkerrechts und den mit den neutralen Mächten bestehenden Verträgen verfahren werden. Rom, 6. Okt. Die Italiener sino Herren des Hafens und der Stadt Tripolio. Der Beseyl, den Vizeadmiral Faravell gab, galt der Rekonstruttion des beschädigten Leuchtturmes aus Eisen und Holz. Die Leichwerwundeten sind mit den Truppen abmarschiert, wohin, weiß man nicht. Die Flotte war während des Vombardemente mehreremal in der Nacht Torpedoangrifsen ausgesetzt. Rom, 6. Ott. Halbamtlich wird gemeldet: Um 5 Uhr früh wurde unerwartet verräterisch von der Küste von San Glovana in Medng aus ein italienisches Schiss, das eine weiße Flagge zeigle, geseuert. Der italienische Torpedobootszerstörer„Artigliere“, der den Ueberwachungsdienst ausübt, um zu verhindern, daß Kriegskontrebande nach Albanten gelangt und der vermut lich noch nicht den Besehl, sich von der albanischen Küste zu ent sernen, erhalten hat, erwiverte angesichts des Angriffs notge drungen zur Rettung des Schifses das Feuer. Der„Artigliere“ wurve leicht beschädigt und der Kommandant am Fuße leicht verwundet. Der Schaden auf der seindlichen Seite ist unbekannt Mailand, v. Öll. Das Blait„Unione" versichert, aus „bester Quelle“ zu wissen, daß die Expevition nach Tripolis durch die Gefahr, daß Deutschland Tripolis besetzen werde, möglich gemacht wurde. Diese Vorgeschichte des Krieges habe den Treibund erschüttert. Italien werde nach dessem: Ablauf einer anderen Mächtegruppe beitreten. Osenpest, 5. Okt. Trotz ofsizieller Dementis worden die Nachrichten von bedeutenden militärischen Vorbereitungen Oesterreich Ungarns im Süden der Monarchie auch heute noch aufrecht erhalten. Seit einigen Tagen sollen zahlreiche Militärzüge aus Kroatien und Tlavonien und aus Bosnien zur dalmatinischen Küsle abgegangen sein in die Gegend zwischen Ragusa und Nattaro, wo mehrere österreichisch ungarische Panzerschiffe treuzen. Montenegros Heer sei bereits volltommen mobilisiert. Konstantinopet, 6. Okt. Der deutsche Botschafter wurde gestern vom Thronfolger Prinzen Jussus Izzeddin in Andien; empfangen. Es handelt sich hierbei um einenAkt der Höflichkeit. Der Thronfolger wollte dem Freiherrn von Marschall nochmals seine Dantbarkeit für die ihm durch Kaiser Withelm bereitete Aufnahme aussprechen, doch verührte der Prinz hierbei auch die tripolitanische Frage. Athen, 6. Okt. Die Regierung ist mit Rücksicht auf die für tische Mobilisierung entschlossen, das gesamte thessalische Armeekorps in acht Jahrgängen von 1900 bis 1908 einzuberufen. Athen, 6. Okt. Die Regierung ordnete an, daß griechische Torpedoboole für die Aufrechterhaltung der Neutralität in den griechischen Gewässern sorgen. Belgrad, 6. Ott. Die Albanesen im Nordwesten des Vilats Rossoro haben erklärt, daß sie die Oberhoheit des Sultang nicht mehr anerkennen. Der Vorsteher von Bokray wurde von huen verhaftet. Der Gouverneut und der Gendarmeriekomman dant sollen nach Monastter geslohen sein. Weiter haben sie den Bezirkshauptmann festgenommen und wollen ihn nur gegen ein Lösegeld von 1200 Psund freigeben. Da er diesen Betrag nicht zahlen konnte, mißhandelle man ihn und brannte die Präfektur nieder. Uestüb, 6. Ott. Bei den albanischen Stämmen bemerkt man große Bennruhigung, doch rechnet man damitt, daß die muselmanischen Albanesen der Türkei treu blelben. Unter die Ssammeshäupter(ind 15 000 fürkische Pfund verteilt worden. London, 6. Oll. Wie„Daily Chroniele“ meldet, sind aus Tripolis bennruhigende Nachrichten eingetrossen. Die Italiener haben Benghasi und Derna vombardiert. Wie es heißt, leistete die Bevölkerung von Benghasi heroischen Wiverstand. Newyork, 6. Okt. Das Marincamt hat Besehl gegeben, daß sämtliche Schisse der allantischen Flotte in Newyort und sämtliche Schisfe der Pacisieslotte in Los Angelos unter Krlegszu stand bleiben. Es handelt sich wahrscheinlich darum, um auf alle Fälle für die Nonsequenzen, die aus dem Mittelmeerkrieg er wachsen könnten, gerüstet zu sein. Der Fluch aus Helmsbruck. Roman von B. Corony. 6 Nachornd verboten Hanni kehrte in das Valerhaus zurück, das wie ausgestor ben schien, seiwem man die Hammerschläge des Hufschmieds nicht mehr hörte. Das kleine Gebände war alt und der Ausbesserung sehr be dürstig, weim es einen Käuser finden sollle. Da Hanni aber üiber zu geringe Varmittel verfügte, so war an eine Justandsetzung des väterlichen Hauses nicht zu venken. So blieb dem jungen Mädchen nichts übrig, als den Versuch zu wagen, sich durch ihrer Hände Arbeit den Lebensunterhalt zu vervienen. Es war ein kleiner Trost für sie, daß sie wenigstens vie väterliche Scholle nicht zu verlassen brauchte. Mit großzem Fleiß arbeitete Hanni an ihren seinen Sticke reien vom frühen Morgen bis zum spaten Abend, ja olt noch vie Nacht hindurch. Die verließ das Haus nur, um ihre täglichen Bedürfnisse zu besorgen, oder um die fertiggestellten Stickereien wegzuschicken. Aus einem vieser Günge, die sie immer so rasch als mög lich erledigte, trat ihr Etharo entgegen. Sie schien ihn nicht zu sehen und ließ seinen Gruß unerwidert. Der junge Mann bemerkte, daß ihr früher so weiches Gesicht einen ganz veräuverten, sast trotzigen Ausdruck angenommen hatte. Die jurchtbaren Ereignisse der letzten Wochen hatten aus dem junzen Mädchen ein gereistes Wesen gemacht und herbe, strenge Linien in vas jugendliche Anttitz eingegraben. Ein Zug in viesem Antlitz erinnerte an die Energie und die starre Ent schlossenheit ihres Vaiers, Ethard folgte ihr von sern, wagte aber nicht, sie anzuspre chen. Im Hause seines Vaters war es sa seit Storks Berurse lung verboten, auch nur den Namen des Husschmieds zu nennen. Eines Abends aber übermannte Erhard doch die Sehnsucht, sich demi geliebten Mädchen wieder zu nähern. Er lenkte seine Schritte nach dem Hause des Husschmieds, sand die Gartentür unverschlossen, trat ein und schritt klopsenven Herzens die schmale, knarrende Holztreppe empor, die zu dem Wohnzimmer führte. Noch ehe er antlopste, wurde geöfsnet. Hanni stand mit iner Lampe in der Hanp vor ihm und fragte kurz: „Wag willlt ou hier?“ „Die Seynsucht nach dir trieb mich hierher,“ antwortete Er hard leise.„Meine Liebe zu vir ist stärter als alles, was uns rennte.“ „Deine Liebe?“ wiederholle Hanni.„Wage nicht, so ein heiliges Wort zu entweihen! Du hast niemals ein tieseres Ge süht für mich gehabt. Als ich des Trostes und der Hilfe am dringenosten bevurste, da erwartete ich ste vergebens von dir." „Bevarsst du des Trostes jetzt wentiger als früher?" fragte Erhard liebevoll. „Ich habe meine Holinungen für immer begraben. Oder kommst vu, um mir zu sagen, daß ou dich endlich zum Glauben an meines Vaters Unschulv bekehrt hast?“ „Ich kann dich nicht belügen,“ sagte Erhard verlegen. „Danu haben wir uns nichts mehr zu sagen.“ „Und doch muß ich mich mit vir aussprechen, Hami. Was igung on für deines Paters Schuld? Wäre ich wein eigener Herr, so würde ich dich ausforvern, mit mir von hier sortzu ziehen, wo uns niemand kennt, und dort ein neues Leven anzu sungen. Aber mein Vater ist ein alter Mann, und gegen sein Gebor handeln, hieße, mich für immer von ihm loszusagen. Mei ner Stiesmutter und meinem Stefbruder, denen ein Konsli#t zwischen meinem Vater unv mir nur willkommen wäre, darf ich biesen Vorteil nicht gönnen.“ „Es liegt mir sern, dich mit veiner Familie zu entzweien, sagt: Hanni ernst.„Gehorche veinem Vater, wenn du seine Ueberzeugung teilst. Ich zürne dir deswegen nicht mehr. Und nun bitte ich dich, gehe!“ „Du mußt mich auhören!“ erwiderte Erhard leidenschaftlich.„#ein Herz verlangt nach dir! Ich habe dich so namen los lieb!— Tollien uns denn die unglückseligen Verhältnisse zwingen, für immer voneinanverzugehen? Gestatte mir wenig stens, etwas für dich zu inn. Du bist mittellos und quälst dich, wie ich weiß, vom frühen Morgen bis zum sphten Abend ab, um bir deinen Levencunterhalt zu vervienen. Erlaube mir, dir wegigstens viese kleinlichen, erdrückenven Torgen sernzuhalten und—“ „Schweige!“ unterbrach ihn das Mädchen herb.„Wie kannst ou es wagen, mir ein solches Anerbieten zu machen? Du hast niich im Unglück verlassen, batest mich, dir den Ring zurückzu geben und nun glaubst on, die Vorwürfe deines Gewissens durch ein Geldopfer zum Schweigen zu bringen?“ Ihre eben noch so blassen Wangen brannten in sieberhafter Röte.„Du hast mich wißverstanden,“ sagte Erhard betrossen. Ich wollte dich durch mein Auerbieten nicht tränken. Ich hoffte, vi. würdest meine Bitte so aufnehmen, wie sie gemeint war.“ Wir wollen nicht mehr darüber sprechen. Ueberhaupt bitte ich dich dir weitere Besuche zu ersparen. Zwischen uns beiden gibe es nichts Gemeinsames mehr. Das hätten on dir selbst##gen müssen, bevor du hierberkamst.“ „Wird ee#r so leicht, mich aufzugeben?" Jtagte Erhard mii einemnden Blict auf vas junge Mädchen. „So leicht?“ erwinerte Hanni bittr..„Blicke mich roch au! Tiehn on nicht vir Tpuren meines Leide? Ahnst an auch uns, weich: schweren Kämpfe es gekostet hat, micb von dem, den ich einst ale memneer Himmel auf Erden Aitachtels, für immer ingzureißen? Aicht mir, aber vir ist vie Trennung leicht geworden. Wemn Vater mit seiner grohen Menschentennmis schäpzte dich gering, aber richtig ein. Du gabst mich auf, um nicht einer sorgenfreien Zutnast entsagen zu müssen. Das mag von deinem Stanppunkt richtig gewesen sein. Wozu gefährdest du deine Zu kunft, invem du nun wieder das Haus meines geächteten Vaters betrittst? Wenn ich dir unn aller Weit erkläre, daß ich stolt varaus bin, Meister Storks Tochter zu sein, so wirst du das im besten Falle nur als einen Beweis meiner findlichen Liebe beteachten. Und voch spreche ich nur meine feste Uebergung aus; venn mein Vater ist unschuldig. Bleibe mir künftig sern. Mein guter Ruf ist alles, was ich noch besitze. Deine Anwesenheit hier kann ihn nur gefährven. Also gehe! Auf Nimmerwiedersehen!“ Hanni keyrte in ihr Wohnzimmer zmück, das sie hinter sich abschloß. Schweigend verließ Erhard das kleine Häuschen und wanverte, von widerstrettenden Empsindungen beherrscht, mit sich selbst und der Welt völlig zerfallen, nach Hause zurück. (Vortsetzung folgt.). Peutsches Reich Berlin, den 7. Oktober. Die Kieler städtischen Kollegien beabsichtigen, den„Kieler N. Nachr.“ zufolge, den Prinzen Heinrich von Preußen, sowie den Geheimen Justizrat Haenel gelegentlich der Einwelhung des neuen Nieler Rathauses, an der auch der Kaiser teilnimmt, zu hrenbürgern zu ernennen. Zu der Beantwortung der Anfrage im österreichischen Abgeordnetenhause über die in der„Neuen Fr. Pr.“ verössent lichte, dem englischen Botschafter Cartwrighi zugeschriebene Unterredung bemerkt die„Nordveutsche Allgemeine Zeitung": Die Antwort des öfterreichischen Ministerpräsidenten ist um so kor retter, als die englische Regierung erklärt hat, daß Cartoriahl die bekannten Aeußerungen nicht getan hat. Die Maroltofrage hat die erhosste Lösung noch immer nicht gesunden und verursacht den zuständigen Staatomännern Deutsch lands und Frankreichs fortgesetzt Schwierigkeiten. Nachdem sich die Hoffnung auf die Erledigung des eigentlichen Maroltoabkom mens auf Grund der franjösischen Antwori auf die jüngsten Winsche Deutschlaug= nach einigen redaktionellen Aenderungen an den Vertragsbestimmungen nicht erfüllt halte, erwartete man uun, daß der heutige Samstag endlich die heiß ersehnte Atärung bringen soll. An den folgenden Verhandlungen über die Ent schädigung Deutschlands durch Teile Französisch Kongos werden natürlich die maßgebenden Vertreter unseres Reichökolonialamts teitnehmen, zu denen man das Vertrauen haben darf, daß sie sich sicht übers Ohr hauen lassen werden. Staatssetretär von Lin quist, der als Nachfolger Dernburgs das Kolonialamt seit dem Iuni vorigen Jahres leitet, arbeitet in diesem schon nahem 20 Jahre, hat in dieser Zeit wiederholte Siudienreisen nach Afrika unternommen und auch während seiner vierjährigen Tätigkeit als Landeshauptmann in Windhut, sowie später als Gonver neur von Deutsch Südwestafrika wertvolle Erfahrungen gesam melt. Dem erprobten Leiter steht in dem neuen Unterstaatssekre tär des Reichskolonialamtes Dr. Conse ein mit Afrika gleichfalls genau vertranter Mitarbeiter zur Seite. Die Entschädigungs verhandlungen werden daher von deutscher Seite mit gründlicher Sachtenntnie geführt werden. In der gestrigen Sitzung des Bundesrates wurde di Vorlage, betr. Betriebsvergünstigungen für die Brennereien aue Anlaß der bestehenden Futternot, und der Vorlage beir. die Festsetzung des Durchschutttsbrandes der Brennerelen für va Betrsobsjahr 1911 12 und Bestimmung der von der Vergällungs pllicht befreiten Branntmeinmenge die Zustimnung erteilt. Bemertenswert ist, daß der bekannte Straßburger Verein „Sonnenir francais“, der„laut Statuten“ sich die Pflege der sranrösischen Kriegergräber zur Ausgabe macht, von jetzt ab amt lich zu den volitischen Vereinen gezählt wird. Der Verein hat bekanntlich oft seinen Zweck überschritten, ihm allein ist die Tchuld an den unltebsamen chanvinistischen Aundgebungen der letzten Jahre zuzuschreiben. O sterresch=Ungarn. Wien, 6 Olt. Der im Anschluß an das gestrige., Altental im Abgeordnetenhaufe verhaftete Paulin wird wegen Verdachts der Mitschuld dem Landesgericht eingeliefert. Aus verschiedenen Orten Dalmatiens eingetrossene Nachrichten bestätigen, daß Beaus ein pflichttreues Mitglied der sotsaldemotratischen Or cnnisation gewesen sei. Frankreich. Paris, 6. Ott. Die Pariser Presse ist auch heute noch sehr zurückhaltend bei der Besprechung der neuen in den deutsch fran jösischen Verhandlungen eingetretenen Verzögerung. Sie wollen ossenbar, da de nicht wissen, was hinter den Kulissen vorgeht, die Regierung nicht stören. Sie verraten aber keine Unruhe und einzeine Blätter wie der„Matin“ und der„Petit Parisien“ geben der Ueberzeugung Ausbruck, daß der günstige Abschluß der Verhandtungen trou aller Verzögerungen nahe bevorstehe. England. London, 6 Ott. Ueber den Ausstand in Norden Portugals orhält die„Daily News“ von ihrem Spezialtorrespondenten einen Bericht aus Pun an der Grenze, der auf eine siemliche gtoße Ausdehnung der Bewegung schlieben läßt. Nach den Auesagen eines Jndrer= der Monarchistischen Nevolution hätte Kaptian Conzerto an der#pine meyrer 100 vollig bewafsueter Nuhänger gen vortugielsschen Boder betreten Auf seinem Marsche sei er von den Einwohnern überau begrüßt und die Köulgsslagge gehint worden. Amerike Newyork, O1t Acht Manpier des Tavesentrunts wurden wegen Verletzung des Schermaungesepee angetlagt. und Bheinland. Geveloberg, 7. St#. Eine schmerzliche Traner funde durcheille nem, morgen unsere Stadt. Unter allbelieb ter Mitvürger. Herr Reniner und Nerchmeister Wilhelm Hup sen. entichtiel ptotztuch an den Folgen eines schweren Schlaganialles, von demer genern abend betrossen wurde. Anfettig ist die Teil nahme, die man der Ramilie entgegenbringt; denn Herr Wil heim verstanden, durch seinen biederen, ehrenhasten Charatier vie werzen seiner Mitbürger zu gewinnen. In den lebten Jahren ternte man ion, der durch das Vertrauen der Air chenvertreinng unm Atechmeißter berusen war, besonders kennen und schänen. Aul seine freie Zent, sein Wilsen und Können opferte en diesem verantwortungsvollen Amt. er brachte ven Brchlichen Angelegenteiten ein lettenes Interesse entgegen, lo dah seine Mitarbeit in den Situngen und manchertei Kommistionsver handlungen von großem Werte gewesen ist. Unsere evangettsche Rirchengemeinde verliert in dem Entschlajenen, der bis in die letzte Stunde seinee Amtes treu wallete, einen erfahrenen, ar beiteirendigen und selbstlosen Rirchmeister, dessen Verlust schwer zu ersetzen ist. Wir schließen uns der allgemeinen Trauer ver; lich an. Gevelsperg, u. Oti. Snomistion.) Die östliche Nach baigtenze der gehobenen Mädchenschule soll mit einer Einfriedi gung, besteyend i Tockelmauer mit Drahtgeslechtzann, verseben werden an due erfolgte offenttichte Ausschreibung dieser Ar beiten gingen acht Angebole ein, deren Erösfnung in Gegenwart der#erschienenen Anbieter auf dem Stadtbanamte heute vormit tag 11 Uhr folgendes Resuliat hatte: Herr G. Sichelschmidt ver langt für die Ausfüyrung 14188,50 Mail. W. Pickhardt 1582,10 Mart.40 Wolkolast 1312,00 Marl, Aug. Mehmann 1460.30 Mark, Walter Knüppel 1582,40 Mark, die Firma Meißner u. Eigener 1547,00 Mark, Carl Hoffmeister 1645,60 Mark und Ed. Langwieler 1488,50 Mark. Es wird bemerkt, daß einige der geforderten Beträge bei der Aufrechnung wie vorstehend richtig gestellt sind. — Königlich Preußische Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse der Königlich Preußischen Klassenlotterie hat bis zum 9. Oktober, abends 6 Uhr, bei dem zuständigen Lotteriekollekteur, bei Verlust des Aurechts, zu geschehen. Rüggeberg, 5. Okt. Gestern kam Tuperintendent Kockelke aus Schwelm, um in Gegenwart des Presbuteriums unserem am 1. Oktober in Auhestand getretenen Pfarrer Lohmann seier lichst zu verabschieden. Dabei überreichte er ihm den vom König verliehenen Kronenorden 3. Klaste(den Roten Adlerorden J. Kl. hat er schon vor einigen Jahren erhalten). Das Presbuterium schenkte ein sehr schönes Bitd von unserer Kirche, deren schlanker Turm unter Pfarrer Lohmann erbaut wurde, nachdem der allTurm 1880 durch Feuer zerftört worden war. Advent 1872 kam Pfarrer Lohmann nach hier, machdem er fünf Jahre in Hörter Hilfsprediger gewesen war; er hat also annähernd 39 Jahre hier im ganzen 41 Jahre im Predigeramte) gewirkt. Die herzlichsten Wünsche seiner hiesigen Gemeindemitglieder für noch viele### segnete Rubejahre begleiten ihn nach Elsen bei Hohentimburg, wohin er seinen Wohnsit ausangs nächsten Monats verlegen wird.— Der Nachfolger, Pfarrer Winterhagen, wird in der Adventszeit eintreten. Dortmund, 6. Ott. In der heutigen geschlossenen sehr zahl reich besuchten Abgeordueterwersammtung der Generalversamm lung des Evangelischen Bundes standen neben wirtschaftlichen Angelegenheiten die Förderung der Deutsch Evangelischen im Auslande. insbesondere in unseren Schutzgebieten, sowie die Frage:„Was kann unser Bund inn zur Förderung der apolo gethischen Ausgaben“ zur Verhandlung. Es wurde folgende Huldigungsdrahtung an den Kaiser gesandt:„Die 21. General versammtung des Evangelischen Bundes, in dem für die Ge schichte unserer Gegenwart so bedeutsamen Vorort der Roten Erde sendet ehrfurchtsvollen Huldigungsgruß, erneuert das Ge lübte unwandelbarer Treut und erbittet Gattes Segen für Ew Majestät und für Ew. Maiostät Kaiserlich und Königliches Haus.“ Hattingen, 5. Olt.(Jum Selbstmord des Bantiers Kloster mann.) Die verlustbringenden Börsenspekulationen Kloster manns lassen sich bis setzt noch nicht übersehen, weil diese Spe kulationsgeschäfte nicht durch die Bücher der Firma gegangen sind. Nach den Auskünften einer großen Berliner Bank sind di# Lepots nicht angegrissen. Berusene Kreise sind an der Arbeit. den Essener Bankverein zur Uebernahme des Geschäfts zu be wegen. Beamte desselben sind unnnterbrochen Tag und Nacht dabei, die Verhältnisse der Klosterbank zu kären. Leicht ist daaber nicht, und das in Mitleidenschaft gczogene Publikum muß sich daber nock mehrere Tage gedulden, bevor ihm zuverlässige Mitteilungen gemacht werden können. Die Kassen des Bank hauses, welche noch bis gestern Geld annahmen, sind geschlossen. Zugunsten seiner Frau war K. mit 100000 Mart gegen Todes fall versichert, das Gelo verbleibt der Frau. Wesel, 6 Ott. Bei dem letzten großen Sturm, der vor einigen Tagen hier wütete, sund auf dem Rhein zwischen Em merich und Rotterdam, wie setzt bekannt wird, ungefähr 20 Schisse, darunter einige mit ganzer Besatzung, gesunten. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Düsselvors, 6. Okt. Wegen Unterschlagung von Fahrkarten wurde der Bahnsteigschaffner Heinrich Born vom hiesigen Hauptbahnhof von der Stafkammer heute in 6 Monaten Ge fängnis verurteill. Kapellen bei Grevenbroich, 6. Ott. Auf der Landstraße nach Istlich stieß der Landwirt Komps aus Nenkirchen mit seinem Motorrad an einer Kurve gegen ein Automobil. Er siel so un glücklich, daß ihm vom Hinterrad, des Automobils das linke Vein saßt abgejahren wurde. Der Besitzer des Autos brachte den Verunglückten zum Krantenbaus in Wevelinghoven und nach der Ampulation seines Beines, zu der Krankenanstalt in Lüsseldors. momn. u. Ott. Für 1000 Mark Straußensedern gestohlen wurden während der Nacht aus einem Modegeschäft in der Prückenstraße. Bonn, 5. Olt. Der Säurespritzer hat gestern abend insge samt süni Damen nie Rleider verbrannt. Kohlenz, 6. Olt. Der Arbeiter Block in Beuel, der seit drei Wochen arbeitalos war gab heute morgen anf seinen Vermieter, den Friseur Jonen in dessen Wohnung zwei Schüsse ab, verlette ihn jedoch unr leicht. Block schoß sich dann eine Kugel ins werz. Er war sosort lot. Beide waren verheiratet. grau Block war leit einigen Tagen verschwunden und hatte auch ihr Kind im Stich gelasten. Her Grund zur Tat war Eisersucht. Vermischtes. Mtona, 6. Ott. Vor einigen Tagen wurde im hiesigen Hauptbahnhofe in einem Abort des Abteile 1. Klasse eines von Frankfurt Main kommenden Inges ein Unbekannter erschossen aufgesunden. Aunmehr in lestgestellt worden, daß es sich um die Leiche des ehemaligen ostbeamten Paul Raiser aus Brieg handelt, der die Schweiter Postverwattung um 20 000 Franks bestohlen hat und dann gesthchtetin. * Batnang(Württemberg), 6. Okt. Morgens um 2 Uhr brach in der Oberlederfabrik von Lonis Schweizer Feuer aus, das an den leicht brennbaren Stoifen reiche Nahrung sand. Der große Fabritban stürzte samt den Kontorräumen zusammen. Von dem massiven Neubau tagen nur die Seitenwände in die Höhe. Der Gebände und Maschinenschaden soll sich über 200 000 Mark der Materialschaden über 100 000 Mark belaufen. * V i l l i n g e n, 6. H t l. H i e r w u r d e g e s t e r n e i n s t a r t e s d r e i Tekunden auhaltendes Erdbeben mit donnerähnlichem Gerausch wahrgenummen. * Friedrichstafen, g. Ott. Das Militärlustschill in geltern abend zu einer Geschwindigleitsfahrt aufgestlegen. Es erretchte mit drei Motoren eine Tchnelligkeit von 21 Sekundenmetern. mit zwei Motoren eine solche von 18 Sekundenmetern De Minttä###waltung hatt= nur eine Schneltigkeit von 16 Sekunden metern verlangt. Lunvon, 6. Ott. Ein Deutscher unter Mordverdacht der haftet.) Eln deutscher Arbetter namens Karl Narmer, der am Montag in Aldsgrove eine Frau, veren vierfähriges Kind und ein Dienstmädchen ermordet hatte, ist gestern in To#caster ver hastet worden. Er mir# hent. nach Ridsgrove gebracht werden, um dort vor gen Richter gestellt zu werden. Newyork, 6. Ott. Der Baconfahrer Bradie stürzte In Tiften(Georgia) aus einer Höhe von 200 Melern ab und war sofort lot. Anstin(Minnesota), 7. Okt. Der an der Gordon=BennettFahrt teilnehmende deutsche Ballon„Berlin 1“ mit Leutant Vogt als Führer ist gestern vormittag um 10 Uhr hier gelandet, tzte Nachrichten. Urd. Berlin, 7. Ott. Die gestern hier versammelten Former von Bertin und Umgebung lehnten das Angevot der Arbeit geber als ungenügend ab und beschlossen, die Arbeit heute nicht wieder aufzunehmen und sie so lange ruhen zu lassen, bis ein genügendes Ergebnis erzielt sel. Urd. Rom, 7. Ott. Aus Korsu werden über dac bereite gemeldete Gesecht bei Gumenipa folgende Einzelheiten berichtet. Gumenitza ist ein natürlicher Hasen, der von der apulischen Hampferlinie angelausen wird. Dorthin hatten sich zwei bürkische Torpedoboote und ein Kanonenbool geflüchtet. Die Itallener forderten die Uebergabe, worauf die Türken nicht eingingen Aun begann das Gefecht, wobei das türtische Torpedo ool Alpagol in den Grund gebohrt wurde und das andere, dessen Name unbekannt blieb, in Brand geriet. Das türtische Annonenbool ergab sich. Von dem sinkenden Alpagot#u. eten ich hundert Türken aus Land, wo sie von den Albanern nieder zemacht wurden. Es soll die Bande des berüchtigten Banditen Auseit gewesen sein. Dieselben Seeräuber haben auch eine von Triest Zommende Warte ausgebracht und deren Besatzung niedergemacht. Ttril. Paris, 7. Olt.„Echo de Paris" berichtet, daß der Ninister des Neußern, Deselves, im Lause der Nacht von Cambon die Antwort des Herrn von Kiderlen=Wächter auf den neuen Wortlam der französischen Antwort, betressend die Fragen der tonfulargerichte, der Schutzbefohlenen und der internationalen ontrolle erhatten hat. Die Antwort wird dem heute stattsindenden Ministerrat unterbreitet werden, nachdem sie vorher von Faillour und Beselves geprüft worden sein wird. Es verlautet, iß die Antwort noch nicht vollständig genügend sei und daß neitere Besprechungen über diese Fragen notendig sein werden. (n hoher Stelle dementiert man energisch die Nachricht, wonach Jambon und Herr von Riderlen Wächter die maroktanische Frage ud die kongonesische Kompensation beraten. Dagegen ist man französtichen Regierungstreisen überzeugt, daß Berlin über den Umfnag der von Frankreich angebotenen Kompensation im Faren ist. Städt. Schauspielhaus Hagen. konntag, den A. Ottober, abends 8 Uhr: Wiederholung der Eröffunngsvordellung. Monlag, den 9. Oktober: Geschlossen. H’adttheater onntag, den U. Oktober, nachm. 3 Uhr:„Der Troubadour“. Große Oper in I. Alten von J. Berbi. Abende 7 Uhr:„Tannhäuser oder der Tängertrieg auf der Wartburg“. Große Oper in 3 Anfzugen von Richard Wagner. Ende 10½ Uhr. Montag, den 9. Oktober:„Der Barvier von Sevilla“, Komische per in 3 Atten von J. Rossini. Ansang 8 Uhr. Ende nach 10½ Uhr. Sonnlag, den B. Otlover, nacm.„ Uhr:„Alt=Heldelberg“. Schagmel mo Atten von Withelm Mayer Förster. Abehbe 7 Uhr: Gewohnliche Opernpreise:„Lohengrin“, Grose Ope in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Routag, den 9. Oktober, abends 7½ Uhr:„Faust und Margareie“. Große Over in 5 Alten nach Goethe von Julins Barbier m Mahel Cares. Musik von Ch. Gonnod. Tonbild-Theater Hasslinghauserstrasse 17. Samstag und Sonning: Die Grenze. ##r Conhee=#rzahlung nus tiem wilden Westen. Schr spannend Die Tänzerin. A#s dem Leben einer Millionärstochter, Zn Herzen gehend! us Gellibde. Zum Wälzen sind die Numoresken in diesem Programm. Ausführliche Erlünterung! in gatigen Besuch bittet Die Direktion. SAe SLIEEH-E Sienl wo nicht zu haben, werden Berugsquellen genanot von Sternwoll-Spinnerei Altona-Bahrenfeld Gottesdienst der evangel. Gemeinde. Sonntag, 3. Oktober 1911. Vorm. ½ 9 Uhr in der Kirche: Herr Pastor Röttger. Vorm. 10 Uhr in der Kirche: Herr Pastor Sinn. Vorm. 10 Uhr im Betsaal: Herr Pastor Röttger. Vorm. 10 Uhr am Vogelsang: Pastor Korspeter. Kinvergettesvienst in der Kuche nachmittags 2 Uhr, Im Betsaal nachmittags 2 Uhr. Am Vogelsang 11¼ Uhr. Bibelstunden: Diensta den 10. Oktober, aber ds ½ 9 Uhr am Vogelsang: Herr Pastor Korspeter. Die Bibelstunden im Vereinshause, auf dem Lichterplatz, Beisaal und auf der Helde fallen aus wegen der Evangelisation. Die Frühgottesdienste der Kirche beginnen von morgen an um 9 Uhr vormittags. Die„Religlösen Vor träge“ des Herrn Predigers Franz aus Mörs danern bis Freitag, den 13. Oktober, Sonnabend u. Sonntag abend um 8 Uhr, Werktags um ½9 Uhr. Bibelstunden(außer Sonnabend) 4 ¾4 Uhr nachmittags, Sonntag, 8. Okt, nachmittags 4 Uhr:„Ein guter Wankel“, abends 8 Uhr:„Errettung aus Gejahr“. Zu diesen Vorträgen wird jedermann herzl. eingelade. Das 54. Jahresdes Männer= und Jünglings= vereins findet am Montag, den Oktober statt; Festpredigt vormittags 10 Uhr(Kirche): Herr Pastor Kuipp=Voerde bei der Nachfeier werden u. a. reden Herr Pastor Schürmann=Barmen, Prediger Franz u. a. Die Gemeinde wird zu zuhlreichem Bsuch herzlichst eingeladen.— 1. Keplerbund=Vortrag: Dienstag, den 17. Ottober, abende 1119 Uhr: Herr Geheimrat Professor Dr. Lasson=Berlin„In die Welt ohne einen Schöpfer denkbar? Statt Karten. Bertha Neuhaus Richard Breddermann Verlobte. Gevelsberg, im Oktober 1911. Kath. Gottesdienst der Pfarrgemeinde Gevelsberg. Sonntag, den S. Oktober Vorm. 7 Uhr: 1. heilige Messe. Vorm. ½9 Uhr: 2 heil. Messe. mit Predigt. Vorm. 10¼ Uhr: Hocham mit Predigt. Nachm. 125 Uhr: Andacht. Baptisten=Gemeinde Gevelsberg, Rirgenastr. 9. Sonntag. den 8. Oht. er., vormittags 9½ Uhr: Bibelstunde. Vormittags 11 Uhr: Sonntagsschule. Nachmittags 4 Uhr: Erntedankfest. Freier Zutritt für Jedermann. Religiöse Vorträge des Herrn Predigers Franz ans Möcs vom 1.— 13. Ollbr. im Vereinshause. Samstag, den 7. Oktober, abends 8 Uhr: dem Schuldbewosstsein. Sonntag, den 8. Oktober, nachmittags 4 ½ Uhr: Ein guter Wandel, abends 3 Uhr: „Erreitung aus Gefahr“. Eintritt frei für jedermann. Gebrauchter großer Tisch, ein Pult, ein zweitüriger Kleiderschrank und eine große gebrauchte Babewanne mit Abfluß zu verkausen. We, netira en in der Exp. d. Zi2. Es hat dem Herrn über Leben und Tod getallen, heute morgen 7 Uhr durch einen sanften und unerwarteten Tod meinen lieben Mann, unsern trouen, unvergesslichen, fürsorgenden Vater und Grossvater, Bruder, Schwiogervater, Schwager und Onkel Herrn Wilhelm Hütz sen. im fast vollendeten 62. Lebensjahre zu sich in de Ewigkeit zu nehmen. Dieses zeigt tiefbetrübt mit der Bitte um stille Teilnahme an Familie Wilhelm Hütz. Gevelsberg, den 7. Oktober 1911. ie Beerdigung findet am Dienstag, den 10. Oktober nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause(Mittelstrasse 60 aus statt. Trauerfeier im Iause 3½ Uhr. Nachruf. Heute morgen entschlief sanit und unerwartet der Kirchmeister der evangel. Kirchengemeinde Gevelsberg nerr Wilhelm Hütz sen. In der langen Reihe der Jahre, wo er als Repräsentant, Presbyter und zuletzt als Kirchmeister der Kirchenvertretung angehörte, hat er seine Kräfte und seine Gaben in den Dienst unserer Gemeinde gestellt. Sein wohlerwogener Rat wurde allezeit gern gehört; wusste man doch, dass er stets das Beste im Auge hatte. Wir werden sein Andenken in dankbarer Erinnerung und in Ehren hallen. Geveisberg, den 7. Oktober 1911. Restauration Carl Hermes. Sonntag, den 8. Oktober 1911: Aufang des Preiskegelns. Schluss: Mittwoch, den 11. Oktober. Hohe Geldpraiss. Sehöne Tagespralse Sdison-Theater Suche zum 15. Oltbr. ordentl. Mädchen für Haushalt; zum 1. Novbr. Fräulein zur den Aushülfe bis Weihnachten. Ewald vom Mittelstraße 56. Rirgena— Hotel Kaiserkof. 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D behnen un Die Anstellu nebenamtliet legenheit zu bildung zur Bei Beseyzu einer gewer dürfnisseR An den M wurde folgendes verein in? warniherzig schule bei Gruß.“ An den## sich eine lebhaft Erteilung von purkten aus be Ditektor SierksHaese=Charlot Stolberg, Ober ein Thielscher= ticht von Knabe anregie. Der erhielt schließlich Schülerzahl nich die Klassenbildt volzunehmen,# Umsange gesiche Reserenten um Gevelsberger Zeitung General=Anzeiger für Gevelsberg, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Abonnementspreis monatlich burch die Boten frei ins Haus gebracht sowie durch die Post 60 PfgRedaktion. Druck und Verlag: Phil. Baltin, Gevelsberg. Heclun; Milspe, Voerde und Umgegend Insertionsgebühr pro einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pig. bei Wiederholungen Rabatt. Reklamen 50 Pfg. pro Zeile. Jede Rabattbewilligung wird bei gerichtlicher Beitreibung hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen, an bestimmter Stelle übernehmen wir keine Gewähr. Nr. 236. Fernsprech=Anschluß Nr. 58. Samstag, den 7. Oktober 1911. Telegramm=Adresse: Zeitung Gevelsberg. 34. Jahrgang. Zweites Blatt. Bierter Preußischer Fortbildungsschultag Hagen, 5. Otl. Mit dem Preußischen Fortbildungsschultage sind, zwei sehenswerte Ausstellungen verbunden. In der Königlichen Naschinenbauschule an der Gewerbeschulstraße sind Schülerzeich nungen auswärtiger Schulen und Kursusarbeiten verschiedener Lehrerausbildungkurse ausgestellt, die ein auschauliches Bild von der Fortgeschrittenheit der heutigen Unterrichtsmethoden bieten und den Wert des Fortbildungsschulunterrichts, besonders auch der Unterweisung in Fachklassen, für das praktische Leben augenfällig dartun. In acht Sälen haben Schülerarbeiten zur Schau gebracht die gewerblichen Fortbildungsschulen in Altena, Arusberg, Assinghausen, Bochum, Dortmund, Eickel, Gelsen kirchen, Hagen, Hamm, Haspe, Hörde, Hohentimburg, Hovestadt, Kamen, Kastrop, Königssteele, Körbecke, Langendreer, Linden Dahlhausen, Lippstadt, Lüdenscheld, Lütgendortmund, Meinerz bagen, Plettenberg, Schwerte, Siegen, Stockum, Unna, Vor lle, Wanne, Wattenscheld, Werl, Werdohl, Wetter und Witten In der Abteilung Lehrer=Ausbildungskurse sind vertreten: di gewerblichen Fortbildungsschulen Bochum, Gelsenkirchen, und Hagen, die Königlichen vereinigten Maschinenbauschulen Dort mund, die Kunstgewerbeschule Dortmund und die Königliche Maschinenbauschule Hagen. Für die Schülerarbeiten der ge werblichen Fortbildungsschule Hagen ist noch eine besondere Ausstellung im Schulgebäude an der Konkordiastraße einge richtet. Die Ausstellungen wurden heute vormittag von den auswärtigen Gästen unter Führung der beteiligten staatlichen Revisoren und Derektoren besichtigt. Regierungs= und Ge werbeschutrat Müller=Arnsberg hatte den erläuternden Vortraübernommen. Die erste öffentliche Hauptversammlung des Preußischen Fortbildungsschulvereins sand heute Vormittag im Weidenhof statt. Sie begann mit dem Austausch von Begrüßungen. Fort bildungsschulinspeltor F. Korn=Wiesbaden hielt einen Vortrag über das Thema:„Die Fortbildungsschule in kleinen Orten densen Inhalt in folgenden Leitsätzen gipfelte: Die Errichtung gewerblicher Fortbildungsschulen auch für kleinere Orte mit genügender Anzahl gewerblichet Arbeiter eine Notwendigkeit; sie kann durch Bildung von Zweckverbänden benachbarter Gemeinden erleichtert werden Im Interesse einer beruflichen Gestaltung des Unterricht ist für die Gliederung der Schule der Beruf der Schüle entscheidend; auch in kleinsten Schulen sind bei genügend großer Schülerzahl Kaufleute, Handwerkslehrlinge und un gelernte Arbeiter möglichst getrennt zu unterrichten. Is eine ausreichende Anzahl von Schülern desselben Beruf oder verwandter Berufe vorhanden, dann sind Klassen für die einzelnen Jahrgänge einzurichten. Die Lehrstoffe sind auf das Notwendigste zu beschränken; bei ihrer Auswahl sino die örtlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Abteilung unterricht in den einzelnen Klassen ist möglichst zu ver meiden. Der Unterricht ist auf das ganze Jahr auszu Pann und und Aisgaget unr dier Tigeset ur Gge. Die Anstellung hauptamtlicher Lehrer ist anzustreben. Den nebenamtlich beschäftigten Lehrern und Praktikern ist Ge legenheit zur Beteiligung an Veranstaltungen für die Aus bildung zum Unterricht an Fortbildungsschulen zu bien Bei Besetzung von Volksschullehrerstellen in Orten in einer gewerblichen Fortbildungsschule sollte aus deren Be dürfnisse Rücksicht genommen werden. An den Minister für Handel und Gewerbe von Sydoln wurde folgendes Telegramm gesandt: „Ew. Exellen; sendet der Preußische Fortbildungsschul verein in dankbarer Erinnerung an das entschiedene und warntherzige Eintreten für die Interessen der Fortbildungs schule bei Beratung des Gesetzentwurss ehrerbietigst Gruß.“ An den Bortrag des Inspektors Kern Wiesbaden knüpste sich eine lebhafte Erörterung, in der besonders die Frage der Erteilung von Fachunterricht von den verschiedensten Gesichtpurkten aus beleuchtet wurde. Es beteiligten sich deran u. Ditektor Sierks=Berlin, Geheimrat von Seefeldt=Berlin, Direktor vaese=Eharlottenburg. Rektor Oberg=Münster, Dircktor HellStolberg, Oberbürgermeister Greifert=Brandenburg und Fräu Thielscher=Schwelm, welch letztere den gemeinsamen Unter von Knaben und Mädchen in Fortbildungsschul=Fachklassen anregie. Der swittige Leitsatz betrefsend den Fachunterricht erhielt schließlich folgende Fassung:„Ist es in Rücksicht auf Schülerzahl nicht angängig, reine Fachklassen einzurichten, so die Klassenbildung den örtlichen Verhältnissen entsprechend volzunehmen, daß der jachkundliche Unterricht in möglichst weitem gesichert wird.“ Im übrigen wurden die Leitsätze des Restrenten unverandert Westfalen und Rheinland. Gevelsberg, 6. Okt.(Die Gassernversorgung des Bergischen Landes ist gesichert!) Die Verwirtlichung des Plaues der Gas nlieferung aus dem Ruhrbezirk ins Bergische Land, die noch abhängig war von der Zustimmung der Stadt Solingen, ist nunmehr gesichert, nachdem die dortigen Stadtverordneten in ihrer Sitzung vom vergangenen Dienstag abend den diesbe züglichen abgeänderten Vertrag mit dem Rhein.=Westsälischen Elektrizilätswerk angenommen haben. Der Vertrag, dessen aner auf vorläufig 25 Jahre bemessen wurde, sieht bekanntlichz Beteiligung der folgenden Gemeinden an dem Plane vor: mscheid, Solingen, Lennev. Lüttringhausen und Oelking hausen, die gemeinsam den Betrag von 3,2 Millionen Mark auf zubringen haben für die Verlegung des Rohrnetzes. Von diesem etrage, den das N.=W. E. verzinst und tilgt, entfallen auf Solingen 1.1 Millionen Mark, auf Remscheid 1.1 Millionen Mark, auf Lennep 300 000 Mark, auf Schwelm 210 000 Mark. auf velsberg 110000 Mark, auf Mühlinghausen 40000 Mark und auf Oeltinghausen 10000 Mark. Die Stadt Remscheid soll er mächtigt werden, die Anleihe auch im Auftrage der übrigen Gemeinden aufzunehmen. Der Preis des Gases wurde nach träglich noch von 3,5 aus 3,4 Pfg. herabgesetzt, weiter hat das Werk den Gemeinden das Meistbegünstigungsrecht eingeräumt. Die Stadiverordneten von Solingen entschlossen sich nach langem Zögern zur Annahme des Vertrages, da das eigene Gaswerk, elbst weng es erweitert und verbessert würde, das Gas nicht unter 5 Psg. produzieren kann, im Jahre 1919 auch die Anlag iner vollständig neuen Gasanstalt notwendig werden würde. □ Hagen, 5. Okt.(Schwurgericht.) In der am Montag, den 9. d. M. unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektor Hessel barth beginnenden diesfährigen vierten Schwurgerichtsperiode kommen, soweit bis jetzt bekannt, folgende Strafsachen zur erhandlung: Am Montag, den 9. Oktober gegen a) den Ar beiter Wilhelm Schneider und b## den Arbeiter Dietrich Ober hoff, beide aus Lüdenscheid wegen Raubes, 2. am Dieustag. den 10 Oktober gegen u den Strecker Hermann Kniest, b) den Fabrikarbeiter Withelm Neuhaus,## den Fabrikarbeiter Korl chmalz, sämtlich aus Schwerte, wegen Raubes und Körperver letzung, 3. am Mitlwoch, den 11. Oktober gegen die Ehefrau J. Zamtelli, Anna geb. Harning aus Hagen wegen Verbrechens gegen das keimende Leben, 4. am Donnerstag, den 12. Oktober gegen den Postafftsteuten Georg Held aus Altena, wegen Unter schlagung im Amte, 5. am Freitag, den 13. Oktober gegen den Arbeiter Wilhelm Kreuzburg aus Dortmand, wegen vorsätzlicher Brandstistung, 6. am Samstag, den 14. Oktober gegen den Polizeisergeanten Karl Storbeck aus Gevelsberg, wegen Unter schlagung im Amte, 7. am Montag, den 17. Ottober und die beiden folgenden Tage gegen den Kaufmann W. Dahlmann und den Kaufmann Adolf Hollkott, wegen Konkursvergehens, 8. am Donnerstag, den 19. Oktober und die beiden folgenden Tage gegen den Kaufmann Indolf Miethe aus Schwelm, wegen Mordes und Urkundenfälschung. Dortmund, 6. Okt. Die 24. Generalversammtung des evangelischen Bundes wurde gestern abend eingeleitet durch ein Glockengelänte sämtlicher Kirchen, das sofort nach dem Kirchen konzerte in der Reinoldikirche einsetzte. Vom Reinoldikirchturm erklangen außerdem die Weisen des Chorals„Ei feste Burg ist unser Gatt“ herab. Die verschiedenen evangelischen Kirchen erstrahlten bis gegen 10 Uhr in bengalischer Beleuchtung. Diese hot besonders beim Reinoldikirchturm einen überwältigenden Eindruck. An den vier Ecken der Plattform slammten blutrot# Flammen empor, die die ganze Umgebung in ein rotes Licht jauchten. Eine nach Hunverten zählende Menschenmenge hatt sich angesammelt, um das unvergleichlich schöne Schauspiel s1 genießen. Der Steaßenbahn= und sonstige Wagenverkehr war daher am Markte außerordentlich erschwert, doch wickelte sich alles glau ab. Gegen ½10 Uhr hatten sich die Zuschauer ziemlich verlaufen. Dortmund, 6. Okt. Zu einer Gebühr für den Auschluß — die Gewührung eines Anschlusses ihrer Grund stücke an d Kanalisation könnten allerdings die Kläger von neuem herangezogen werden, wenn die Anstände gegen die diese einmatige Gebühr betrefsende Ordnung beseitigt sein. Eine neue Heranziehung wegen der erfolgten Benutzung der Kanalisation sei jedoch unter allen Umständen unzulässig. Essen, 5. Okt. Zwei Gannetn in die Finger gefallen ist ein aus Schlesien zugereister Arbeiter. Am Hauptbahnhofe gesellten sich zwei Unbekannte zu ihm und fragten, ob er Arbeit haben wolle. Er möge dann mit ihnen nach Bochum fahren. Als der Arbeiter auf das Angebot mit Frenden einging, sagte ihn einer der Gauner, er müsse aber zunächst noch eine„Ehrlichkeits prüjung"" ablegen. Zu diesem Zwecke werde ihm einer von ihnen seine Geldbörse für eine Viertelstunde in Verwahr geben und sich entsernen. Erhalte der Eigentümer der Börse sein Geld. zurück, so sei die Ehrlichkeit des Arbeiters erwiesen. Letzterer erhielt dann von einem der Gauner eine Börse, die er bei der Rückkehr nach einer Viertelstunde wieder ablieserte. Nun sollte auch der Arbeiter, und das war die Hauptsache die Gegenprobe bestehen. Ohne weiteres rückte er mit seiner Geldbörse heraus und wurde dann von den„Biedermännern“, weggeschickt, nach dem nächsten Zuge nach Bochum zu sehen. Getreulich befolgte der Ahnungslose diese Anweisungen und machte bei seiner Rückkehr die Feststellung, daß die Gauner mit dene Gelde verschwunden waren. Der Inhalt der Börse bellef sich auf 150 Mark. ihrer bebauten Grundstücke an die Kanalisation und zur Abgabe für deren Benutzung herangezogen, strengten 43 Eigentümer Klage an. Der Bezirksausschuß stellte sie von den geforderten Gebühren frei. Diese Entscheidung hat der zweite Senat des Oberverwaltungsgerichts bestätigt. Er bezeichnete beide Gebührenordnungen als ungültig. Er führte insbesondere bezüglich der Ordnung, betreffend die Erhebung einer Gebühr für die Benutzung der Kanalisation, aus, daß ihr jedenfalls deshalb die rechtliche Anerkennung versagt werden müsse, weil bei Gewerbetreibenden sich die Höhe der Gebühr nach der Gewerbesteuerveranlagung richten solle. Der Maßstab nach dem die Gebühr bestimmt werden solle, müsse aber erkennen lassen, daß ein gewisses Verhältnis zwischen der Benutzung der Kanalisation und der Höhe der Gebühr bestehe. Hiernach sei der hier gewählte Maßstab ganz ungeeignei, auch selbst dann, wenn eine Abstufung der Gebühr nach der Leistungsfähigkeit erfolge. Die Gewerbesteuer richte sich nach dem Ertrage oder dem Anlage= und Betriebskapital. Diese Maßstäbe standen in keiner Beziehung zu den im Gewerbebetriebe erzeugten Abwässern. Es ksnne jemand in einer höheren Gewerbesteuerklesse veranlagt sein und doch nur in geringeren Umfenge die Kaualtsation benutzen. Das würde eine Bevorzugung eines Gewerberreibenden bedeuten, die mit dem Gesetz nicht verernvar fei. Zu einer Gebcch Wipperfürth, 5. Okt. Mehrere junge Arbeiter übersielen hier abends aus reinem Mutzwillen einen Arbeiter aus Eger pohl. Einer schlug den Mann zu Boden, die übrigen versuchten dann, ihn weiter zu mißhandeln. In der Notwehr versetzte der Bevrohte einem der Angreifer einen Messerstich in die Brust. Der junge Bursche wird seinen Mutwillen wohl mit dem Tode büßen müssen. Trier, 5. Okt. Ein Schisfer aus Tries, der zur Zeit mit seinem Lastschiff in St. Valevy im Aermelkanal liegt, wurde vorgestern gebeten„auf der Gendarmeriestation zu erscheinen, um dort ein deutsches Schriftstück zu übersetzen. Es handelt sich um eine im Kanal aufgesischte Flaschenpost, die folgende Worte n hielt:„Graf von Waldersee verschollen, niemand gerettet, Alles ertrunken. Jetzt hier und jetzt... unleserliche Unterschrift. Der nicht ausgeschriebene Satz soll den Eindruck hervorrufen, als habe der Schreiber in der höchsten Not nicht mehr zu Ende schreiben können, sondern das Papier eiligst in die Flasche gesteckt. Die Behörde hat die Weitergabe der Flaschenpost an das nächste deutsche Konsulat veranlaßt. Dievenhoftn, 5. Okt. Das Schöffengericht verurteilte am Dienstag einen italienischen Arbeiter, der in bestiglischer Weise mit dem Dolch gehaust hat, zu zwei Jahren Gefängnis. Nach Erledigung dieses Falles wunde ein Hüttenarbeiter wegen Körper verletzung zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Die beiden müssen sich in irgend einer Weise verständigt und einem Oeitten benachrichtigt haben, denn gestern Nacht brachen sie aus dem Gefängnis aus. Die Flucht ging in der abenteuerlichsten Weise vor sich. Sie durchbrachen die Mauer ihrer Zellen und gelang ten dann mit Hilfe, der aneinandergeknüpften Bettücher über eine 8 Meter hohe Mauer ins Freie. Beide sind spurlos ver schwunden. Deutschland auf der Turiner Weltausstellung. Das oberste Preisgericht der Internationalen Industrie= und Gewerbe Ausstellung Turin 1911 hat soeben seine Arbeiten beendet. Das Erzebnis ist für die deutsche Industrie überaus glänzend, es wurde erreicht durch die hervorragenden Eigenschaften und Vor züge der deutschen Erzeugnisse, welche andere Nationen auf den gleichen Gebieten vielfach in den Schatten stellen. Von 857 deutschen Ausstellern hatten sich 8 auner Wettbewerb stellen lassen. An die sonach 819 Beurteilten sielen 408 Große Preise, 130 Eyrendiplome, 172 Goldene Medaillen, 89 Silberne Medaillen, 23 Bronzene Medaillen, 9 Ehrenvolle Erwähnungen, zusammen 831 Auszeichnungen. Ferner wurden Mitarbeitern deutscher Aus steller zuerkannt: 134 Ehrendiplome, 233 Goldene Medaillen, 202 Silberne Medaillen, 180 Bronzene Medaillen, 23 Ehrenvolle Erwähnungen, zusammen 772 Auszeichnungen. Endlich sind 25 Deutschen Verdienstdiplome für hervorragende Bemühungen um das Zustandekommen der Ausstellung und deren künstlerischen Aufbau verlieben worden. Insgesomt entfallen somit auf Deutschland 1628 Auszeichnungen. * Ein Erdrutsch auf der Arlbergbahn. Auf der Arlbergbahn ging infolge heftigen Regenwetters in den letzten Tagen in der Nähe von Dalars eine große Erdlawine in dem Augenblick nieder, als ein Personenzug die Stelle passierte. Die Lokomotive und ein Wagen wurden schwer beschädigt. Personen wurden nicht verletzt.— Vom Gardasee treffen Meldungen ein über außerordentlich heftige Gewitter, die bedeutenben Schaden amichten. An einer Steile wurde von einer hohen Welle eine Keimauer in einer Tänge von 10) Meter weggerisfen. Ein Metorboot und mehrere andere Doote sind gesunsen. Garantiert arstklassige Ausführung. m sonst liefern wir zu jeder Aufnahme bei 12 Mattbildern eine elegante Vergrösserung 30Xsb em gross, mit Passepartont, Rahmenfertig. 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