Gevelsberger Zeitung. General=Anzeiger für Gevelsberg, Milspe, Voerde und Umgegend Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage Abonnementspreih monatlich durch die Boten frei ins Haus gebracht sowie durch die Post 66 Pfg. Reoaktion Druck und Verlag: Phil. Baltin, Gevelsberg. Insertionsgebühr pro einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfa., bei Wiederholungen Rabatt. Reklamen 50 Pfg. pro Zeile Rabattbewilligung wird bei gerichtlicher Beitreibung hinfällig. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen, an bestimmter Stellübernehmen wir keine Gewähr. Nr. 110. Fernsprech=Auschluß Nr. 53. Donnerstag, den 11. Mai 1911. Telegramm=Adresse: Zitung Gevelsberg. 34. Jahrgang. Erstes Blatt. ( M a r o k k o. So gleichgüttig den Lesern die vielen und seltsamen Namen maroktanischer Stämme, von denen man setzt in den Meldungen liest, an und für sich sein mögen, so muß man sich doch immer und immer wieder mit den Vorgängen in Marotko befassen, da es sich leider nicht ableugnen läßt, daß die Situation eine solche ist, wie wir sie seit Monaten auf dem Gebiete der internationalen Lage nicht zu verzeichnen hatten. Man kann sich der Befürchtung nicht entschlagen, daß bei einer Fortdauer der französischen Ver hältnisse Reibungen unmöglich ausbleiben werden und daß damit eine weitere Entfremdung zwischen Deutschland und Frankreich eintritt, welche auf die gesamte internationale non stellation nicht ohne nachhaltige Einwirkung bleiven kann. Daß man die Dinge in der Wilhelmstraße als ziemlich tritisch be trachtet, deht darans hervor, daß in einem österreichischen De menti gegen die in einer deutschen Nachrichtenagentur ausge sprengte Tartarennachricht von der Entsendung deutscher Kreuzer nach den maroktanischen Gewässern, die marokkanische Frage ausdrücklich als eine ernste bezeichnet wird.„Der Krug geht solaüge zu Wasser bis er bricht.“ Geht das französische Spiel so weiter, so wird man sich nicht wundern dürfen, wenn eines Tages von Berlin aus ein sehr kalter Wasserstraht nach Paris entsandt wird; denn eine Ernüchterung aus ihrem Marokkotanmel könnte den Herren Franzosen wirtlich nichts schaden. An der Seine wird das menschenmöglichste geleistet, um das Vorgehen militärischer Maßnahmen zu rechtfertigen. Man ist jetzt sogar soweit, die objektiv gehaltenen deutschen Be richte, die von einer Bedrohung der Europüer nichts wissen wollen, zu verdächtigen, indem man nicht müde wird zu be tonen, daß sämtliche übrigen Konsuln in Fez einstimmig un günstige Berichte schicken, auch der Vertreter Oesterreichs habe sich durchaus dem Standpunkte der Konsuln Englands und Frankreichs angeschlossen. Es ist sehr auffällig, daß man #esterreich hervorhebt, indem man auf solche Weise glauben machen will, daß der amtliche Vertreter des verbündeten Staates anderer Ansicht sei als sein deutscher Kollege; ganz abgesehen davon, daß die Interessen Oesterreichs in Marokko so gut wa null sind, ist damit noch garnicht gesagt, denn der dortige Kon sul ist kein berufsmäßiger, sondern gehört dem Naufmannsstande an, ist also kein Berussdiplomat. Man mun wirklich gespannt darauf sein, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden. Obwohl Herr Bremond mit seiner Mahalla wiedern#e sitt sind doch wieder französische Truppen zu seiner Entsetzung abge ###gangen und sollen bereits ein Gefecht mit rebellischen Stämmen aehabt haben. Die große Machtentwicklung, weiche„ Frantreich in Marokto entsaltet, deutet zweifellos darauf hin, daß man sich auf längere Zeit gefaßt macht, und sich dementsprechend auch einrichtet, um aus Fez ebensowenig herauszugehen wie # Casablanca. Alles das ist Grund geuug, hinsichtlich weiteren Gestaltung der internationalen Lage mit einigem Pessimtsmus in die Zukunft zu blicken. Politische Aebersicht. Berlin, den 10. Mai. Der Kaiser hörte am Mittwoch im königlichen Schlosse zu Wiesbaden die Vorträge der Cheis des Militär und des Zivil kabinetts. Dem Kaiser wurde bei seiner Anknnst in Wiesbaden vom Publikum ein äußerst herzlicher Empfang bereitet. Am Schloßeingang. überreichten Kinder dem Monarchen Sträuße von Kornblumen, welche zur Erinnerung an ose 10jährige Wie derkehr des Friedensschlusses zum Besten der Veteranen und Kinderfürsorge in den Straßen verkauft wurden. Eine Fahnen kompagnie vom 80. Insanterieregiment brachte gleich nach der Ankunst des Kaisers die Fahnen ins Schloß, von dessen Balkon der Monarch den Parademarsch abnahm. Der Kaiser ließ sich von dem Reltor der Univers##tät Straßburg, laut ,B. T.“, genauen Bericht über den viel##esprochenen Zwischensall bei der Dentmalsenthüllung erstatten und erklärte, Mißgrisse kämen überall einmal vor. Mit der Ent gegennahme des Huldigungszuges der Studentenschaft ist#### Sache im übrigen erledigt. — Die Kaisersacht„Hohenzollern“ in in Blissingen einge trossen, um dort am Samstag den Kaiser an Voro zu nehmen, der sich dann nach London begibt. — Der Reichstag, der lam Dienstag nur 39 Paragraphen der Vorlage erledigte und während der Debatte schon einige Ordnungsrufe erlebte, setzte am Mittwoch die zweite Lesung der Reichsversicherungsordnung beim§ 249 de: Vorlage sort, der von den besonderen Ortskrankenkassen handell. Hier wie zu den solgenden Paragraphen bis 25 wurden die Kommissions beschlüsse unter Ablehnung sozialdemotratischer Anträge unver ändert angenommen. Zu den§§ 257 bis 270, die von den Be triebs= und Innungskassen handeln, lag außer sozialdemotrati schen guch ein volksparteilicher Antrag vor, eine Bestimmung zugunsten der Landwirtschaft zu streichen. Abg. Emmel(Soz. besämpfte die Betriebskrankenkassen. Abg. Stresemann(natt. bedauerte, daß der Vorredner sein Material nicht in Broschüren sorm vorgelegt hätte, da so ein Eingehen auf die Einzelheiten unmöglich wäre. Die 40 bis 50 Besch###desälle würden aber. auch wenn jeder einzelne zuträfe, nur einen ganz geringen Pro zentsatz bei den Tausenden von Betriebskrankenkassen bilden. Redner wies dann eingehend nach, daß die Betriebskrantentassen mehr leisteten, als die zentralisierten Ortskrankenkassen. Ein Rehrheitsantrag zu Gunsten der Betriebskrankenkassen wurde angenommen, die anderen Anträge abgelehnt. Bei den folgen den Paragraphen, welche die Innungskassen behandeln, wurden ozialdemokratische Anträge abgelehnt, ein Antrag der Mehr heil.sparteien wurde angenommen. Man kam bis zum§ 333. Donnerslag 12 Uhr: Fortsetung. Dar kolonialwirtschaftliche Komitee ersuchte Reichstag und Bundesrat, noch in diesem Jahre Mittel zur Fortführung der ostafrikanischen Bahn von Tabora nach Udjidji bereitzu stellen, die einem unabweisbaren Bedürsnis entspricht. — Das Abgeordnetenhaus erledigte am Mittwoch den Ge ventwurf über die Entlastung des Oberverwaltungsgerichts und den Gesetzentwurf über Umlegung von Grundstücken in der Residenz Posen. Bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfes über die Verpflichtung zum Besuch ländlicher Fortbildungs schulen in Brandeuburg, Pommern, Sachsen, Westfalen, in der Rheinprovinz und in den Hohenzollernschen Landen erklärte der Landwirtschaftsminister, daß der Besuch der Schulen auf drei Winterhalbjahre berechnet sei und leinen Ersatz für den Besuch der ländlichen landwirtschaftlichen Winterschulen bilden solle. Der Entwurf, dem die Mehrheit des Hauses zustimmte, ging an die Kommission für das Pflichtjortbildungsschulgesetz. Haus verlagte sich auf Donnerstaa 11 Uhr. Gegen den Schluß der Tagung des elsaß=lothringischen Landesausschusses protestierten etwa 35 Mitglieder dieser Kör verschaft mit der Begründung, daß damit dem Ausschusse die Möglichteit geraubt sei, sich über den Verfassungsentwurf zu äußern und ihm, wenn er die Reichslande nicht zu einem selbst ständigen Bundesstaat mache, den entschiedensten Widerstand entgegenzusetzen. Die große Mehrheit der reichsländischen Be völterung denkt anders. Belzien. Der Besuch des Präsidenten Fallieres in Brüssel hat wich tige handelsvertragliche Verhandlungen eingeleitet, die in Bel gien lebhaft begrüßt werden. Die Freundschaft zwischen beiden ##taaten, die sowohl König Albert wie der Präsident in ihren Trinksprüchen auf dem Galadiner gefeiert hatten, drohte durch den neuen französischen Zolltarif beeinträchtigt zu werden. Der Minister des Auswärtigen Crnppi, der den Präsidenten der Republik nach Brüssel begleitete, nahm während seiner dortigen Anwesenheit die Vertragsverhandlungen mit den zuständigen belgischen Ministern auf. Man erwartet aus beiden Seiten ein baldiges und befriedigendes Ergebnis dieser Bemühungen. Während zu dem Gartenfeste im Schloß und Park Laeken auch die in Brüssel ansässigen deutschen Zeitungsvertreter vom Rö nige Albert eingeladen worden waren, hatte die Stadtverwal tung zu dem Fest im Rathaus für den Präsidenten und einen Ausschuß des Pariser Stadtrats wohl die Brüsseler und die französischen, nicht aber auch die deutschen Zeitungsvertreter geladen. Frankreich. 52 Die Armee des Generals Moinier befindet sich noch immer an der Nordwesttüste Marokkos, wenn die von Paris aus noch nicht bestätigte Madrider Meldung zutrifft, daß das Lager Moi niers unweit des Ortes Saleh, nordwestlich von Rabat an der Küste gelegen, durch dreimaligen Angriff eines nach Tausenden von Eingeborenen zählenden Zuges beunruhigt wurde. Moi nier eröffnete sofort das Feuer. Die Eingevorenen flüchteten nach heftigem Widerstand unter einem Verlust von 30 Toten und abtreichen Verwundeten. Auch die französischen Posten und di# Truppen, welche die Verproviantierung besorgen, sind fortwäh renden Angriffen ausgesetzt. Für alle diese Angaben sehlt es wie gesagt, vorläufig sogar noch an einer Pariser Bestätigung. Von Fez aus machten reguläre Suttanstruppen Ausfälle und schingen seindliche Stämme in die Flucht.— Die französischen Truppenverstättungen nach Marotlo nehmen kein Ende. Soeben ging wieder von Marseille ein Transportschiff mit 550 Offizie ten, Unterossizieren und Mannschaften der Kolonialinfant einer Batterie Artillerie, mit Material, Munition und der voll ständigen Ausrüstung eines Mititärhospitals nach Casablanca in See. Der Argwohn Spaniens gegen die Marottounterneh mungen Frankreichs besteht fort. Ministerpräsident Canaleja erklärte: Wir haben freundschaftlich Einspruch erhoben, als Frankreich kürzlich mit Marolko ein Abkommen abgeschlossen hatte, ohne uns zu verständigen. Ebenso haven wir bei Frank reich in überaus herzlichem Tone einige Vorstellungen über seine militärische Mission in Marokto erhoben. Wir haben über ge wisse Fragen verschiedene Anschauungen, was nicht erstannlich ist; denn unsere Interessen sind häufig entgegengesetzt; aber das schließt keineswegs Reibungen und Erbitterung in sich. England. London, 10. Mai. Es fällt hier auf, daß seit mehreren Tagen in der englischen und auch in der französischen Presse oie Nachrichten aus Portugal ausgeblieben sind. Der Verwreter eines englischen Bankhauses in Madrid telegraphiert somer Firma, daß in Portugal die strengste Depeschenzenfur genowerde, ja, daß die meisten Depeschen überhaupt nicht durchgeassen würden. Dies gibt Veraulassung zu den verschiebensten Gerüchten. Man erzählt sich z. B., Nönig Mannel, der sich kürz lich in Paris aushielt, habe in aller Stille seine Reise an die spanisch=portugiesische Grenze fortgesetzt, um dort den Verlauf der Ereignisse abzuwarten. Rußland. Die Deutschen in Rußzland haben wieder einmal über schwere Bedrückungen durch die russische Regierung zu klagen. Die deutschen Ansiedler in Wolhynien, Kiew und Podolien sol len, salls sie nicht bestimmte harte Vorschriften sinanzieller Art erfüllen können, ihre von der Regierung pachtweise überlassenen Stellen verlassen und sich entweder in anderen, weniger günsti gen Strichen ansiedeln oder nach der deutschen Heimat zurückwandern. Da wenige den Vorschriften werden genügen kön neu, bleibt den Leuten tatsächlich nichts anderes übrig, als zu wandern. Die Gründe der Petersburger Regierung für iyr rücksichstloses Vorgehen sind einigermaßen unktar. Verschiedent lich wird behauptet, es handle sich darum, zu verhindern, daß die Deutschen in den genannten Provinzen Gemeinden bilden, die deutsche Art hochhalten könnten, andererseits heißt es, die Regierung wolle aus den betrefsenden fruchtbaren Gegenden er höhten Nutzen ziehen. Petersburg, 10. Mai. Marineminister Gregorowitsch de mentiert entschieden die Meldung von der Uebernahme des Baues russischer Kreuzer durch ein französisch englisches Konsor tium. Auch die Meldung, daß dieselbe Gesellschaft den Bau von Panzerschiffen für die Schwarze=Meer=Flotte zugesagt erhalten habe, erklärt Gregorowitsch für unrichtig. Bulgarien. Sosia, 10. Mai. Man trifft große Vorbereitungen für einen warmen Empfang der griechischen Studenten, welche in Beglet tung mehrerer Universitätsprosessoren und einer größeren An zahl Journalisten eintressen werden, um die griechisch bulgarische Solidarität zu fördern. Die Zeitungen begrüßen lebhaft die bevorstehende Ankunft der griechischen Güste. Westfalen und Rheinland. Gevetsberg, 11. Mai.(Die drei gestreugen Herren Die drei gestreugen Herren, Mamertus, Pankratins und See vatius, der II., 12. und 13. Mai, sind gefürchtete Gäste. Die Alten schoben die Entstehung der Maifröste kurz und bündig auf die sogenannten„gestrengen Herren". Da jedoch diese Erschei nungen so periodisch wiederkehrten, so kam man zu der Ansicht, daß hier eine kosmische Ursache vorhanden sei. Bis aus den heutigen Tag hat die Wetterkunde sich lebhaft mit der Unter suchung der Ursachen der Maifröste beschäftigt und eine Menge Hypothesen aufgestellt, doch hat man eine vollkommene Einsicht u alle Umstände, die hierbei in Frage kommen, bis jetzt noch nicht. Die„gestrengen Herren“ sind übrigens, was hier erwähnt sein mag, alle ausgezeichnete Männer gewesen und haben in der Entwickelung des Christentums einen wohlverdienten Ehrenplatz eingenommen. Sankt Mamertus war Bischos von Vienne und lebte im fünften Jahrhundert. Man berichtet von ihm, er habe alles gewußt, was dem Menschen zu wissen möglich sei, und es habe keine Frage gegeben, die er nicht habe beantworten können. Pantratius war ein Opfer der Christenverfolgung, seine Eltern waren Heiden und wohnten in Kleinasten. Als sein Vater ge storben war, ging Pantratius nach Rom, wo er sich im christlichen Glauben unterrichten und taufen ließ. Die Heiden nahmen den mutigen Jüngling gesangen, und er wurde dann durchs Schwert hingerichtet. Servatius war zu Ansang des vierten Jahrhunderis geboren. Er wurde Bischof von Togern Mastricht. Von seiner Wirksamleit als Oberhirte erzählt die Sage Wunderdinge. Geveisberg, 11. Mai. Gestern nachmitlag entluv sich über unser Tal ein jurchtbares Unwetter, begleitet von einem schweren Hagelschlag, unterbrochen von Blisz und Donner. In manchen Gärten sieht es wüste aus, was der Hagel verschont hat, das haben die über Gärten und Felder Ilntenden Wasser massen vernichtet. Auch viele Blüten an den Obstbäumen sind von den Hagelkörnern abgeschlagen worden.— Im benachbar= en Rüggeberg soll der Hagel auf weite Strecken handbreit hoch gelegen haben, wodurch die in den Gärten und Feldern emporsprießenden Jungpilanzen total vernichtet worden sind. Gevelsberg. 11. Mai. Der gestrige Bericht betr. Stadtverordnetensitzung in Hagen muß dahin richtig gestellt werven, daß nicht in Hagen, sondern in Schweim die Sitzung statige funden hat. Gevelsberg, 11. Mai. Dem rührigen Bestreben des Hoteliers Herrn Prinz(Holel„Zur Hause) ist es gelungen, das ruhmlich bekannte Trompetertorps des 3. Königl. Baverischen Cheyaurleger=Regiments aus Dienze(Lothr.) unter Leitung des Königl. Musikdirektors Rehn, zu einem einmaligen großen Militär=Konzert zu verpflichten. Das Konzert, welches am Donnerstag, den 8. Juni, stattfindet, wird se nach der Witte rung im Garten(Blasmutsik) oder im Saale(Streichmusik) abgehalten. Auf dem reichhaltig zusammengestellten Programu sinden wir u. a. auch das große Schlachten Potpourri von 1870/ 71 vermerkt, und kommen wir demnächst noch auf das Programm zurück.— In der Zeit vom 18. bis 20. Juli wird im gleichen Lokale die Kapelle des 131. Infanterie=Regiments ein größeres Konzert geben, und wird Ausführliches noch im Anzeigenteil d.a. und durch Platate bekannt gegeben. X Gevelsberg, 11. Mai. Festgenommen wurde heute vor mittag der Bantechniter A. D. aus Elverseld, welcher sich ohne seste Wohnung und arbeitslos— seit gestern bettelnd in hiesigen Stadtbezirk umbertrieb und verschiedentlich Wirte um die Zeche geprestt hatte. D. führte ein Fahrrad mit, dessen Besitz nicht einwandsfrei festgestellt ist. Er dürfte dem Amts gericht vorgeführt werden. Gevetsberg, 10. Mai. Die Absicht, eine höhere Wagen (lasse zu bennpen, ist selbst bei überfüllten Abteilen 3. und. Klasse dem Zugschaffner ausbrücklich zu melden, bevor man Plapz nimmt. Eine Meldung, die erst unterwegs bei der Nach prüsung der Fahrtarten durch den Zugschaffner erfolgt, kann auch, wenn sich der Reisende zur Nachzahlung der tarifmäßigen Zusatzkarte erbietet, nicht mehr berücksichtigt werden. Gevelsberg, 10. Mai. Jum Schutz der Vogelwelt hat der Regierungspräsident in Arnsberg die Behörden ersucht, in Pogelschutzgehölzen, die von Gemeinden angelegt oder unter halten werden, möglichst im ganzen Jahr, mindestens aber während der Monate April bis Ende September die Jagd ruhen zu lassen und beim Abschluß von Jagdverträgen hierauf hmzuwirken. #1 Milsm, 11. Mai.(Personalien.) Die bisher auftrags weise hier beschäftigt gewejene Lehrerin Frl. Hövelmann ist ein stimmig angestellt worden. Ihre Einführung in der Schule Friedensthal erfolgte heute morgen.— Dem Lehrer Speckmann aus Breitscheid ist vom 1. August d. J. ab eine Schulstelle in hiesiger Gemeinde verliehen. : Milspe, 11. Mai.(Amtsvertretung.) Am 12. d. M. jindet eine Sitzung der Amtsvertretung statt. Auf der Tages ordnung steht u. a. die Wahl eines Amtssekretärs und eines Vol sehungsbeamten. Für jede der beiden Stellen liegen über 1 Mewerbungen vor. Unter den Bewerbern um die Anis sekretärstelle befinden sich zwei Herren mit Hochschulbildung, von denen einer den Dottortitel hat. □ Hagen, 10. Mai.(Buchmacher vor Gericht.) Vor der hiesigen Straskammer hatten sich heute acht Angeklagte(Agen len, Reisende, Hellner) wegen Buchmacherei für Rennen im Ans lande zu verantworten. Sämtliche Angeklagte gaben zu, daß sic selbst häusig Rennwetten auf ausländische Rennen gemacht hätten, und daß sie auch aus Gefälligkeit Freunde und Bekannte an diesen Wetten beteiligt hätten, ohne daß sie jedoch den gering sten Verdienst aus ihrer Vermittlertätigkeit hatten. Es wurde auch zen, idlich festgestellt, daß zahlreiche Wetten auf franzö sische Pferderennen getätigt wurden, und daß auch vielfach nam hafte Gewinne eingeheimst worden sind. Aus Tageslicht kam die ganze Sache durch eine von Düsseldorf an die hiesigen Kri minatpolizei gerichtete anonyme Posttarte und gelang es, einen der Angeklagten in seiner Wohnung gerade dabei anzutreisen. als er im Begriss war, die unter seiner Vermittelung gesetzten Wettbeträge an die Rennadresse zu versenden. Die Angeklag ten stellten ihre Tätigkeit als sehr harmlos dar und sei bei der ganzen Sache niemand sonderlich zu Schaden gesommen; dem gegenüber behauptete der Staatsanwall, daß verschiedene Fa milien durch diese Wettgeschichten ins Unglück gestürzt worden seien. Der Staatsanwall beantragte gegen zwel Angeklagte Ge sängnisstrafen von 3 Monaten und 6 Wochen, gegen die übrigen Angetlagten erhebliche Geldstrafen. Das Urteil lautete gegen zwei Angetlagte auf je 1000 MA Geldstrafe, gegen drei Angeklagte auf je Stn und gegen je einen Angeklagten auf 500, 400 und 150 zu Geldstrafe. □ Lüdenscheid, 10. Mai. Ein schneidiger Kassierer ist der wiederholt wegen Roheitsdelilte vorbestrafte Wilhelm K., der für eine Inlassofirma in Elberseld tätig ist. Der Mann macht. wenn er nlicht die gewünschten Gelder von den Kunden direk ausbezahlt bekommt, Krach und kommt es ihm ant eine Be leidigung mehr oder weniger nicht au. Namentlich verhält er sich dem weiblichen Geschlecht gegenüber recht unhöflich. So machte er sich auch hier eines Tages wiederum des Hausfriedens bruches und der Beleidigung einer Fraut, die er dummes Weit itulierte, schuldig, wojür er von der Hagener Straflammer zu 75 Mark Gelostrafe verurteilt wurde. Suttrop bei Warstein, 9. Mai. Auf eigentümliche Art und Weise ist die Polizeibehörde auf die Spur des Mörders des Handlers Flocke gekommen. An dem Halse und am Kinn des Ermordeten janden sich arge Würgspuren. Der Täter hatte seine Fingernägel tiei ins Fleisch gedrückt. Merlwürdiger sheife aber zeigten sich nur die Aodrücke von drei Fingern. Dieser Unstand konnte, die bereits ausgesprochenen Verdächtigungen nur bekräftigen, denn der Täter hal an einer Hand latsächlich nur noch drei Finger. Wie man hier hört, hat der Täter dem Untersuchungsrichter die grausige Tal eingestanden. Herne, 9. Mai. Der Napitän Backert, der mit seinem oft friesischen Dampfer„Tollar“ im hiesigen Hafen lag, wurde als Leiche aus dem Kanal gezogen. Der Tote hatte am Kopfe eine schwere Verletzung. Backert soll mit seinem Dienstversonal am Freitag in Streit geraten sein und es heißt, daß ein Verbrechen an ihm verübt worden sei. Großenohl bei Herschlag, 10. Mai. Ein gräßlicher Un glückssall ereignete sich gestern abend gegen 8 Uhr auf dem hie ligen Sägewerk der Gebrüder Rötiger. Als einer der Besiter, Herr Engen Rötiger, sich für kurze Zeil in seinem Betriebe auf hielt, gerie####er plötztlich der Areissäge zu nahe, die ihm den lin ken Arm sast vollständig vom Rumpie trennte. Nach Anlegen eines Notverbandes hal man den erst im jugendlichen Mannes alter Stebenden ins Gummersbacher Krantenhaus gebracht. 2# Barmen, 11. Mai. Vergische Gartenban Ausstellung.) Die vergische Gartenban=Ausstellung, wozu in diesen Tagen die Aufforderungen zur Tettnahme versandt worden Und, wird voraussichtlich zahlreichen Besuch von auswärtigen Fachleuten erhatten. Allein schon die Dahlienschau der Deutschen Dahlien Gesellschaft übt eine große Anzieyungstraft auf alle Fachlente Deutschlands aus. Die Dahlien Gesellschaft wird außer den H Quadratmeter in der Halle, welche für abgeschuittene Dahtien reierviert bleiben, noch ein Morgen großes Versuchs seld in allernächster Nähe des Schlachthauses mit Dahlien Nen heiten bepflanzen. Hiervurch soll versuicht werden, die Pilanze auch hier näher bekannt zu machen, und win man solche Sorten seigen, mit geuen man in hiestger, nictt gerave ttimatisch günt stigen Gegend, doch gute Resuttate erzielen kann. Mit dieser Arbeit wird bereits in den nächsten Tagen begonnen. Ferner hat der Arbeitsausschuß beschlossen, zum ersten Male in Barmen eine Prämierung von solchen Pflanzen vorzunehmen, die von Schultindern im Lause des Sommers gepflegt sind. Der Ausschuß hat in Gemeinschaft mil dem Verein für Naturkunde die nötigen Vorarbeiten getrossen, sodaß man in den nächsten Tagen in dieser Angelegenheit an die Herren Rettoren herautreten wird. Durch diese Prämierung hofft man noch mehr Interesse für Blumen und Naturschönheiten bei den Kindern zu wecken. Barmen, 10. Mai. Unter der Leitung des Beigeordneten Dr. Hartmann fanden gestern nachmittag zwischen den Vertretern der ausständigen Fuhrleute und Transportarbeiter und den Vertretern der Unternehmer Behandlungen statt. Auf beiden Seiten kam der Wille zum Friedensschluß durch einiges Enigegenkommen in den Angeboten und Forderungen zum Ausdruck. Die Verhandlungen konnten indes trov##stündiger Dauer noch nicht zu Ende geführt werden. Man hofft, daß heute bei der Fortsetzung der Verhandlungen der Friede im Transportgewerbe herbeigeführt werden wird. Varmen, 10. Mai. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern abend 6 Uhr in der Bandsabrik der Gebrüder Kehrenberg, Eintrachtstraße. Die dort beschäftigte## alte Arbeiterin Paula Jesinghans wurde von einem Trausmissions riemen an den Haaren erjaßt und herumgeschlendert. Sie erlitt schwere Verletzungen und wurde nach Anlegung eines Notverbandes nach dem städtischen Krankenhause übergeführt. Gestern mittag gegen 1210 Uhr fiel eine Zeitungsträgerin auf dem Bahnhof Heubruch, wo sie Zeitungen abholen wollte, plötzlich in Krämpfe. In diesem Zustande erlitt sie einen Ge hirnschlag und verstard auf der Stelle. Der Todesfall ist um so trauriger für die Familie, du der Mann der so plötzlich Ver storbenen, ein 65 Jahre alter Fabrikarbeiter, am Samstag gestorben war und gestern begraben wurde. Barmen, 9. Mai. Eine ungehener strenge, aber gerechte Strafe verabreichte die Straflammer dem Arbeiter Gustav G. von hier, dessen Spezialität darin besteht, Tannenzieranlagen der Stadt durch Abschneiden von Kronen und Zweigen der Bäumchen zu ruinieren und das Grün dann zu veränßern. Er ist deshalb schon dreimal vorbestraft und zwar erheblich, doch hatte ihn das von der Fortsetzung seines verabschenungswür digen Treibens nicht abgeschreckt, denn er wurde eines Tages wieder auf frischer Tat abgesaßt und jestgenommen. Er hatte seine grüne Bente bei dem Gärtner M. abgesetzt, der 1 Mark für einen Sack gewöhnliches und 11 Mart für einen Sack Edel grünlannen bezahlte. Er wurde wegen Hehlerei zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Bei der Bestrafung des gemeinen Diebes, die auf 18 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust lantete. hob das Gericht vervor, daß solch Treiben äußerst verwerflich unnd gemein sei, öffentliche Antagen, die zum Auden der Allge meinheit dienten, müßten ganz energisch vor solchen Rowdn### geschützt werden. Der Schaden, der der Stadt durch Eingeben von Bäumen entstanden ist, bezissert sich auf viele Hundert Mi. Essen, 10. Mai. Im benachbarten Steete fletterte der Ar beiter Johann Ehrlich in betrunlenem Zustande aus Uebermat auf das Dach eines Hauses. Er lam zu Fau und stürzte auf die Straße, wober er einen Schädetbricch erlitt, der seinen sofortigen Tod herbeiführte. Düsseldorf, 10. Mai. Das Verkehrsluftschiff„Deutschland“ hat heute nachmittag wegen Gewitter einen=Aufstieg nicht unter stomien. Köln, 10. Mai. Die Straflammer verurteilte heute den Bauarbeiter Arnold Tellmann von hier wegen Landfriedens bruchs zu 5 Monalen Gesängnis. Es wurde ihm die volle Un tersuchungshaft angerechnet und mit Rücksicht auf die Bausession die sofortige Haftentlassung angeordnet. Es handelt sich in vorliegenden Fall um den 11. Angeklagten im Denver Arawal prozeß. Tellmann hatte gemeisisam mit einem Arbeiter Müller einen Banzann übertletiert und ein Breit zum Dreinschlagen herbeigeholt. Köln, 10. Mai. Heute vormittag wurde in der Urfulastraße die 18jährige Witwe Hild, die dort bei ihrem 26jährigen Sohne, einem Goldarbeiter wohnte, von diesem ermordet. Hausbe wohner sanden die Frau auf dem Baden vor dem Bette er drosselt vor. In der letzten Zeit war es häufig zwischen dem Sohn und der Mutter zu erregten Szenen gekommen. Der Mörder wurde heute vormitlag verhaftet. Er legte sofort ein Geständnis ab und erklärte, er habe von seiner Mutter 10 000 Mark haben wollen. Als sie sich weigerte, habe er sie mit einem Stric erwürgt. Der Mörder ist das emnzige Rind der Witwe, die in sehr guten Verhättnissen lebte und ihre Iustimmung zur Sheschtießung ihres Sohnes nicht geben wollle. Vor vierzig Jahren. Zur Erinnerung an den Frieden zu Frantiurt am Main 10. Mai 18711. Von TheodorArhanner, Ohe der eigentlicht Friede zwischen Teutschland und Frautreich zum A0 schinise kam, war bereits am 20. Februar 1871 zwischen dem Nanzler des Deutschen Reiches, Grasen von Viemaret, und den von dem Kaiser zugezogenen Ministern Bayerns, Würstembergs und Badene einerielts und dem Chei der franzosischen Reonblick Thiers und dem Mnister Jules Ind#e anderseits in Versailles ein Prätiminar Vertegg abgeschlossen werden, der im wesentlichen weselnen Bestimm ungen enthielt, sie den Frieden zu Frantinet am Main zu Grunde lagen. Während aber die Nationalversammtung, der„Notwend'gleit weichend und die Verantwortlichten zurückweisend,“ sich zur Annahme der in Versailles unterzeich neten Friedenspratimmarien bereit erltärte, zeigte die Versailler Regierung heiremdlicherweite einen fehr geringen Etter, dett Friedensverteng nach seinem Geiste zu ertäüllen und den Abichluß des endanttigen Friedens zu beschleunigen. In den zu Prüssel stattfindenden weiteren Verhandlungen teat immer mehr Bestreben hervor, die im Praummarvertrage festgesteltten Verpftichtungen Frautreichs namentlich ia berreif dr Zahlung der Kriegsentschädigung wieder in Frage zu stellen oder abzuschwachen. Da aber die den sche Regierung nicht willens war, eine Veriögerung deo Friedeuswerles zuzulassen, gab Fürst Die marck der Regierung in Versailles zn eckennen, daß er gegenüber den ihr ge währten mannigtachen Zugeständnissen ein größeres Entgegenkommen beansorn= che, damit der endgnttige Friede baldigst abgeschlossen werden könne, denn nur dann kanne die franzssische Regierung eine weitere Rücksichtnahme auf ihre Bedürfniüle erwarten. Die Regierung inVeriallles, welche erkannte, daßt sie urch eine durchgreitende Verständigung mit Deutschland dem vollständigen Untergange Frankreiche vorbengen tonne, beantragte eine Zusammenkung des Ministers Inles Favre mit dem Fürsten Biemard in Frantiun am Main, auf welche setzterer bereiwillig einging. ei den Berhandtungen in Frantinrt jetzte Fürst Biemard wiederum sein ganzes persönliches Ansehen em, um alle Zweitet und Bedenten in veireis der Präliniarien ein für allemat zu beseitigen und alsbald zum vollen Friedens schlusse zu gelangen. Dies erreichte er, ingem er der französschen Regierung einem Entschlußm erlenten gab, im Falle des Scheiterne der enoguttigen Verständigung der Ungewißhen daburch ein Ende zu machen, daß die deutschen Truppen Paris einnähmen und sann von der Versailler Regierung forderten, den Bestimmztugen des Präliminarvertrages entsprechend, ihre Truppen Huter die voire zurückmzlehen, wahrend dann die weitere Verhandsung über den Frieden fortgesetzt würde. In eitter Lage konnie die französische Reglerung um so weniger zögern, die Hund zum vollen Friedensschluße zu bieten, als Fürs 26/8= marck in entgegenkommender Weite bei den Verhandtungen von neuem den Beweie gab, daß die geutsche Pottilt er nicht am die Erniedrigung und weiterZerrüttung Frantreiche abgesehen hatte, daß bielmehr durch den Friedensschluß Frantreich tlbst die Haus gereicht werden sollte, um ihm die Rucklehe m einer jesten SStaatsordinng, zu innetem Frieden und Gebeihen zuterleichtern. Der Friede zu Frantfurt am Main wurde am 10. Mai 1871 abgeschlossen, durch denselben wurden die Bestimmunger des Präliminarvertrages von Versailles angenommen bezw. in folgenden Punkten abgeändert und ergänzt. Was die Gebietsabtretungen belrifft, so war im Prätiminarfrieden bestimmt, daß Frankreich zu gunsten des Deutschen Reiches auch auf alle seine Rechte und Ansprüche auf diejenigen Gebiete verzichte, welche östlich von einer verzeichneten Demarkationstinie belegen sind, d. h. Elsaß(außer der Stadt und Festung Belsont mit einem bestimmten Rayon) und Deutsch=Lothringen mit Metz. In betress jenes Rayons war nun im Franijurter Frieden zunächst ein vorläufig abgegrenzter Umtreis festzuhalten. Die deutsche Regierung erklärte sich aber bereit, diesen Umtreis zu gunsten Frantreichs zu erweitern, wenn eine französische Regierung anderseits in eine Aenderung der Grenzlinie an der luxemburgischen Grenze willige, durch welche mehrere deutsch redende Gemeinden noch zu Deutschland sommen sollten. Die Interessen der Einmohner in dem von Frankreich abgetretenen Gebiete sollten nach Aritel V des Prätiminarfriedens durch den definitiven Frieden so günstig wie möglich geregelt werden, namentlich sollte auch der ungehinderten Auswanderung nichts in den Weg gelegt werden. Durch den Frieden in Frankfurt am Main wurde bestimmt, daß die Bewohner der abgetretenen Landesteile, weiche Franzosen bleiben wollten, bis zum 1. Oktober 1872 das Recht der Auswanderung haben sollten, ohne durch die Gesetze über die Mititärpflicht daran gehindert zu werden. Auch sollten sie im Falle der Auswanderung ihren Grundbesitz in dem mummehr deutschen Gebiete behalten können. Ueber die Kriegsentschädigung war im Prätimiarvertrage im wesentlichen folgendes bestimmt: Frautreich wird 5 Milliarden Franks zahlen, mindestens eine Milliarde im Laufe des Jahres 1871 unnd den ganzen Rest im Laufe dreier Jahre von der Bestätigung des Präliminarvertrages ab.— Im Frankfurter Frieden wurde dagegen folgendes festgesetzt. Die Zahlung von 500 Millionen(der ersten halben Milliarde) erfolgt innerhalb von 30 Tagen nach der Wiederherstellung der Herrschaft der Regierung in Paris. Eine weitere Milliarde wird im Laufe des Jahres gezahlt und eine halbe Millie rde am 1. Mai 1879. Dir serneren drei Milliarden bleiben bis zum 2. Merz 1874 zahlhar; dieselben werden vom 2. März 1871 ab mit 5 Prozent verzinn und die Ziusen jährlich am 3. März gezahlt. In betreff der Räumung des noch besetzten französischen Gebietes wurde bestimmt, daß nach der Zahlung der ersten halben Mitliarde und nach Bestätigung dieses Vertrages nur die Departements der Somme, der unteren Seine und der Eure alsbald geräumt werden sollten, wogegen die weitere Manmung der Departements der Oise, Seine und Oise, Seine und Marne und des Seine Departements netst den Forts von Paris erst stattfinden sollte, sobald die dentsche Regierung die Wiederherstellung der Ord ung in Frankreich und in Paris als aubreichend erachten würde, um die Erfüllung der Friedensbedingungen als gesichert anzusehen. Jedenfalls sollte diese Räumung nach Zahlung der dritten hatben Milliaroc erfolgen. In betreif der Handetsbezehungen zwischen Teutschland und Frantreich wurde bestimmt, daß, nachdem die bisherigen Handelvverträge durch den Krieg beseitige waren, Deutschtand und Frankreich sich gegenseitig so behandeln sollten, wie jeder der beiden Staaten die von ihm meistbegünstigsten Nationen behandele. Nachdem der Friede endgültig geschlossen und der Aufstand in Paris bewältigt war, konme ein Teit der deutichen Truppen aus Frankreich heimlehren. Dieselben wurden überall mit der größten Begeisterung empfangen. Der feierliche Einzug in Bertin fand am 16. Juli 1871 in ähnsicher nur noch weit glänzenderer Weise als im Jahre 1866 statt. Außer dem Gardekorps nahnten an demselben Deputationen sämtlicher übrigen Truppenteile des deutschen Heeres teil. Die ganze sast eine Meile lange Siegesstraße, durch welche die Truppen zogen, war auf beiden Seiten von eroberten franzäsischen Kono en eingehegt, die 81 erbeuteten francöstichen Adter. Fahnen und Standarten wurden von Unteroifizieren aus allen Regimentern, die das Eiserne Arenz erworben hatten, getragen. Unendlicher Jubet begrüßte den Kaiser, seine Feldherren und die Truppen auf der ganzen werten Siegesstraße Den feierlichsten Abschluß fand das Siegessest in der Enthüllung des Dent mals Friedrichs Withelms III. im Lusigar en. Diesetbe hatte am 3. August 1870 als am hundertjährigen Geburtstage des„Heidenlönige aus großer Zeit sattfinden sollen; sie war aber wegen des Keieges verschoben worden, um nun mehr unter viel gewaltigeren Eindrücken stattzufinden. Der Sohn Friedrich Withelme III. konnte an den Slufen des Dentmals die Siegeszeichen aus ernem wunderbar glorreichen und erfolgreichen Feldzuge niedertegen,— er konnte die Weihe des Denkmals als Naier des neuen, in nie getannter Macht und Herrlichtelt wieder neu erstindenen Deutschen Reiches vollziehen. Es war ein tief ergreisender Augenblick von wahrhaft geschichtlicher Größe, als der Kaiser mit dem degen wintte und die Hülle des Denkmale jiel, in demselben Augenblicke aber alle Fahnen und Standarten an dem Denkmat gesenft wurnen, die Tauppen präsentierten und Hurra riesen, die Tambours schlugen und alle Musilchöre mit„Heil dir im Siegerkranz“ einfielen, während zugleich alle Glacken täuteten und Donner der Ranonen ertönte. Wohl noch niemals ist ein Deutmal in solcher Weise geweihe worden. Dem Siegeseinzuge folgte ein Siegesdanljest, welches der Kaiser selbst für den 18. Inni in allen Kirchen Preutzens angeordnet halte. Vermischtes. Berlin, 10. Mai. In dem Spielerprozeß Matiste und Genossen erkannte, die dritte Straflammer des Landgerichts Berlin 1 gegen den Generalagenten Maliske auf 3 Monate Ge sängnis, wovon ein Monat auf die Untersuchungshaft unge rechnet wurde, gegen sünf der Beihülfe zum gewerbsmäßigen Glücksspfel Angetlagte auf je eine Woche Gesängnis; ein An geklagter wurde freigesprochen. Der letzte Haitbesehl gegen Matiste wurde ausgehoben, dagegen der frühere aufrecht er halten, an der Glerichtshof über die Frage, ob die Kaution von 20000 Mark versallen ist, sich noch nicht schlüssig machen konnte. Hamburg, 10. Mai. Das Secamt erklärte den Dampfer „Valeria“ von der Rhede##### niesten, der am 12. Ottober v. Is. von Petersburg abging, für verschollen. Wayrscheinlich sei er insgestoßen und gesunten. Das Schiff war seetüchtig und nicht üverlastet. * W i e s b a d e n, 1 0. M a i. B e i d e r D u r c h j a h r t d e e R a i s e r s im Automobil wurden auch am heutigen Wiesbadener Plumen lage Nornblumen ins laiserliche Automobil geworien. In Schlosse überreichten dem Aniser zwei junge Maochen Biumen sträuße. Er trug sie in der Hand, als er vom Vallon ans den Vorbelmarsch der Ehrenkompagnie abnahnz. Nach einer Vlättermeldung hat der Kaiser den beiden Mädchen, die inm dir Blumenbräuße überreichten und von denen die eine Volkschülerin ist, je einen Hundert Martschein zu Gunsten der Beteranen übergeben. Brestan, 10. Mai.“ In die latholische Kirche in Nornin im oberschlesischen Kreise Nenstadt brachen Diebe ein, zertrunt merten das Tabernatel und stahlen eine Monstranz im Werte von 1200 Marl, sowie zwei lostbare Aelche mit den darin befind lichen Hostien. Ludwigsburg, 10. Mai. Auf dem großen Ererzierplatz wurde bei Uebungen der 5. Vatterie des Feldartillerie Negi ments Nr. 20 durch Umfallen eines Geschützes der Einjährig Freiwillige Acnold so schwer am Nopfe verletzt, naß er nach kur der Zent verstarb. * 10 0010 Mart auf dem Sterbebeste gewonnen. In Freising in Oberbayern hal ein Mann eine Stunde vor seinem Tode aus Hamburg die Nachricht erhalten, daß er in der dortigen Lotterie 10 000 Wart gewannen habe. Er lag jedoch bereite im Sterben und konnte nicht mehr verjügen über das im letzten Angenblick gewonnene Geld, das unnmehr seinen Erben zufällt. London, 16. Mai. Das Varietetheater Komptre=Palast“ in Edinbourgh ist gestern abend ein Raub der Flammen ge worden. Der Nönig wollte bekanntlich in diesem Theater auf seiner im Jnli stattfindenden Reise nach Schottland, einer Gala vorstettung beiwohnen. Das Fetter brach aus, als die letzte Nummer des Programms vorgeführt wurde, also ungefähr um 11 Uhr. In dem Theater wurven zwei Stücke gegeben und es wurden gerane bei Ansbruch des Brandes die letzten Szeuen des zweiten Stückes, das den Titel„(a Fauette“ führt, vorge führt. Glückticherweise gesang es, jast sämtliche Theaterbesuiicher unverletzt auf die Straße zu bringen. Schwieriger gestaltete sich dagegen die Rettung der Künstler, die sich im Ankleidezimmer befanden. Einige wurden ohnmächtig und mußten hinausge tragen werden. In füns Minuten war das ganze Gebäude ein großes Flammenmeer. Die Ursache des Brandes konnte bisher nicht festgestellt werden, nach einer Version handelt es sich um einen Kurzschluß, nach einer anderen soll eine Lampe heruntergefallen sein. Soweit bisher feststeht, befinden sich vier Leichen unter den Trümmern und zwar diejenigen eines Negers, eines anderen Erwachsenen und zweier Kinder. London, 10. Mai. Der Direktor der Lafahettetruppe, Mr. Lasayette, der während des Edinburger Brandes außerhalb des Theaters gesehen und in seinem Hotel vermutet wurde, kehrte anscheinend wieder in das brennende Gebände zurück. Seine verkohlte Leiche wurde neben seinem Pferd, das er mit seinem Hund retten wollte, gesunden. Die Zahl der Toten wird sent aus zehn geschätzt, viele Personen wurden verwundet. Unter der Gluthitze stürzte der eiserne Vorhang mit surchtbarem srach alles zerschmetternd, auf die Bühne. Newyork, 5. Mai.(Unter Schätzen darbend.) Die Reihe der Fälle, daß Millionäre in einem Anfall von an Geistesstörung grenzendem Geiz ein Leben bitterster Armut führen, erfährt eine neue Bereicherung durch die Wiederauffindung der seit Jahren verschollen gewesenen Miß Jane Perkins Williams, die einst an der Newyorker Börse und in Wall Street eine große Rolle spielte und damals selbst den Ruhm Hetty Greens in den Schatten stellte. Man hat die vielfache Millionärin, die jetzt 70 Jahre alt ist, in diesen Tagen im Newyorker Armenviertel in einer Art Bretterschuppen entdeckt, wo ste anscheinend völlig un bemerkt seit Jahren hauste. Miß Williams verweigerte jede Auskunft, aber in ihrer Bretterhütte sanden sich merkwürdige Briese, aus denen hervorging, daß die reiche Dame seit nahezu zehn Jahren das Einsiedlerleben einer bettelarmen alten Frau geführt hat. Noch in den neunziger Jahren erschien sie täglich an der Börse, spekulierte mit riesigen Summen und hatte dabei so große Erfolge, daß ihr Glück unter den Börsignern geradezu sprichwörtlich wurde. Als sie dann zu alt und gebrechlich wurde. um täglich die Wanderschaft nach Wall Street anzutreten, blieb sie plötzlich verschwunden und verschollen. Die ganze Zeit über ernährte sie sich sast nur von Milch und hat nie die Tür ihres Hauses mehr als einige Zentimeter breit geöffnet. Das Zimmer, in dem man die Millionärin fand, war bis in die letzten Winkel mit leeren Milchflaschen ausgefüllt, und überall lag singerdick der Staub von Jahren. Als Bett diente ihr ein altes, bau fälliges Sosa, und ihre Matrape bestand aus Zeitungen. Unter esen taufenden und abertausenden von alten Zeitungsblättern sand die Polizei für mehr als 2 Millionen Mark Wertpapiere, Staatsschuldenscheine, Aktien und Hypotheken, und zugleich ergab die weitere Nachforschung, daß Miß Jane Perkins Williams bei verschiedenen großen Banken Depostten in der Höhe von mehr als 2100000 Mark besitzt. Ueberall lagen Conpons und Dividendenscheine versteckt, deren Beträge die Millionärin niemals abgohoben hat. Nur durch die Beschwerden der Nachbarschaft war die Polizei auf die seltsame Einsiedlerin aufmerksam geworden und überführte sie jetzt zur Untersuchung ihres Geisteszustandes in ein Sanatorium. * Kapstadt, 10. Mai. Der Ausstand der Zeitungssetzer ge winnt an Ausdehnung. Die hiesigen Zeitungen geben gemein sam ein kleines Blatt heraus, das von den Redakteuren selbst gesetzt wird. Ein langer und erbitterter Kampf ist zu erwarten. Letzte Nachrichten. Urd. Berlin, 11. Mai. In der Frage der Zusammensetzung der Ersten Kammer für Elsaß=Lothringen ist bei den gestern sortgeführten Verhandlungen zwischen der Regierung und den Parteiführern eine Einigung zustande gekommen. Danach sollen in der Ersten Kammer sitzen: 6 Vertreter der Landgemeinde, 2 Vertreter der Handwerkskammer und 4 Vertreter der Handels kammer, während der Entwurf nur 3 Vertreter der Landgemein den, 1 der Handwerkskammer und 3 der Handelskammer vor sieht. Im übrigen basiert das Kompromiß auf den Vorschlägen der Regierung. Es stehen somit 23 Mitglieder gegen die 18 Mitglieder des Entwurfs. Dazu kommen noch die vom Kaiser zu ernennenden Mitglieder. Wenn man sich auch in parlamen tarischen Kreisen nach den jüngsten Erfahrungen von übertrie bener Zuversichtlichkeit fernhält, so glaubt man doch, daß die Parteien an dieser Grundlage unnmehr sesthalten werden. In diesem Falle dürfte das Gesetz die Kommission ohne jede Schwie rigkeit passieren. Urd. Berlin, 11. Mai. Gestern früh hat in der Jungsern beide in der Nähe der Schießstände ein Duell zwischen dem 51 jährigen Offizier a. D. und jetzigen Maler Wilhelm v. Gassron und dem 25jährigen Freiherrn Oswald von Richthosen, Sohn des verstorbenen Staatssekretärs und Reserveoffizier, stattgesun den. Beim zweiten Kugelwechsel sank Herr von Gaffron in die Brust getroffen nieder. Er wurde nach dem Paul Gerhardt Stift gebracht, wo er bald nach seiner Einlieferung starb. Die Ursache des Duells waren kompromittierende, aber gänzlich grundlose Gerüchte, die Herr von Richthofen über Herrn von Gaffron in Umlauf gesetzt hatte. Urd. Hamburg, 11. Mai. Bel einem gestern abend hier niedergegangenen Gewitter sching der Blitz in den Bohrturm, der über der Erdgasquelle errichtet worden ist. Der Blitz zün dete, sodaß der Bohrturm bis auf den Grund niederbrannte. Die Erdggsquelle brennt seitdem wieder in alter Stärke. Die Hamburger Feuerwehr ist ausgerückt, um das Feuer in löschen. Urd. Breslau, 11. Mai. Beim Zuwersen von Geldsäcken, die für die Reichsbank bestimmt waren, wurde der Postschaffner Klar von einem Sack an den Unterleib getrossen. Er brach tödlich verletr zusammen. Ura. München, 11. Mai. Eine Steuerhinterziehungsassäre, bei der Millionen in Frage kommen, beschäftigt zur Zeit die Oessentlichkeit. Die Erben des verstorbenen Reichsrals Dr. Nitter von Klemm sollen jetzt Steuerstrafen im Betrage von 3 600000 Mark bezahlen, well Herr von Klemm nenn Jahre hindurch sich nur mit 2½ Millionen Mark Einkommen ver steuert hat, während er von Rechtswegen in elf Jahren rund 40 Millionen und vorher rund 32 Millionen Mark hätte versteuern müssen. Als Ritter von Alemm starb, hat er erwiesenermaßen ein Vermögen von rund 40 Millionen Mark hinterlassen. lledl. Wien, 11. Mai. Das Kriegsministerlum beabsichtigt, im nächsten Jahre 60 Aeroplane anzukaufen. Urd. Paris, 11. Mai. Bei einem Manöver von Landwehr= truppen in der Nähe von Diion verweigerten einige Mannschaf ten nach einem anstrengenden Tagesmarsch den Dienst. Die selben legten sich in einen Graben und sangen die Internationale. Es gelang den Offizieren nur mit großer Mühe und unter Ver sprechung besonderer Vergünstigungen die Ordnung wieder herzustellen. Urd. Tanger, I1. Mai. Der Postverkehr zwischen Tanger und Fez ist vollständig eingestellt, da die Aufständischen einigen Postläusern die Ohren abgeschnitten haben und Infolgedessen aus Furcht vor dem gleichen Schicksal kein Läufer mehr nach Fez aufbrechen will. Urd. Newyork, 11. Mai. Die Rebellen nahmen Ingrez nach dreitägigem Kampfe ein. Sie vertrieben die Gegner durch Du namttbomben. Die Rebellen räumten Agua Prieta. Alle Frem den sind aus der Hauptstadt flüchtig geworden. Der Vormarsch der Rebellen auf Mexiko in großer Stärke wird erwartet. Drünter u. Urdber es mrd gellopft, est unt, gesegt, und bis in die äußersten Ecken hinein muß Luhn= Wasch Extrakt triechen, um vor Pfingsten noch schnell beim Reinigen zu helfen. Luhns mil Rotband schafft in einem Tage mit Leichtigkeit das, wofür Sie früher die doppelte Zeit gebrauchten. Nachdem bei der Abstimmung sich die Mehrheit der beteiligten Gewerbetreibenden für die Einführung des Beitrittszwanges erklärt hat, ordne ich hiermit an, daß zum 1. Juli 1911 eine Zwangsinn na für das Maler= und Anstreicherhandwerk in dem Bezirke der Stadt Gevelsberg und der Aemter Milspe und Voerde mit dem Sitze in Gevelsberg und dem Namen„Zwangs'nnung für das Maler= und Anstreicherhandwerk“ errichtet werde. Von dem genannten Zeitpunkte ab gehören alle Gewerbetreibende, welche das Maler= und Anstreicherhandwerk beteeiben, dieser Innung an. Arnsberg, 8. April 1911. In Vert etung: Vorstehende Anordnung wird hier durch mit dem Bemerkzur Kenntnis der Beteiligten gebracht, daß die Veröffentlichung derselben im Stück 18, Seite 323, Nr. 516 des Rezierungs= Amtsblattes erfolgt ist. Gevelsberg, den 8. Mai 1911. Bürgermeister: Leinberger. Nachdem bei der Abstimmung sich die Mehrheit der beteiligten Gewerbetreibenden für die Einführung des Beitrittszwanges erklärt hat, ordne ich hiermit an, daß zum 1. Juli 1911 eine Zwangsinnung für das Bäckerhandwerk in dem Bezirke der Stadt Gevelsberg mit dem Sitze in Gevelsberg und den Namen„Zwangsinnung für das Bäckerhandwert“ errichtet werde. Von dem genannten Zestpunkte ab gehören alle Gewerbetreibende, welche das Bäckerhandwerk betreiben, dieser Innung an. Arnsberg, 22. April 1911. Im Auftrage: Cunte, Vorstehende Anordnung wird hie durch mit dem B.merken zur Kenntnis der Beteiligten gebracht, daß die Veröffentlichung derselben im Stück 18, Site 324. Nr. 516 des RegierungsAmtsblattes erfolgt ist. Gevelsberg, den 8. Mai 1911. Bürgermeister: Leinberger. IIE Geschäfts-Eröftnung. Mit dem heutigen Tage eröffne ich im llause des IIerrn Heinrich Voss an der Mittelstrasse eine 2. Verkaufsstelle Ich bitte, das mir bisher geschenkte Vertrauen nuch auf mein neues Unternehmen zu übertragen EELE Gevelsberger Bank David Meyers Söhne Fernsprech-Auschluss Nr. 60. Eröffnung laufender Rechnungen zü coulanten Bedingungen Provisionstreie Chreckrechnungen Discontirung guter Geschältswechsel, An- und Verkauf von Wertpapieren Annahme von Depositen u. Spareinlager nnter Vergütung von 2½% bei tägl. Kündigung 4%" 3 mopati, 414%„ 6 Bekanntmachung. Nachdem durch III. Nachtrag zum Statat der hiesigen Ortskrankenlasse der durchschnittliche Tagelohn mit Wirkung vom 1. Moi 1911 ab für die Klasse 1 auf 1.— Mi. „„„ II„ 1.50„ „„„ IIIa„ 2.—„ „„„ I I l b„ 2. 5 0 „„„ Na„ 3.— „„„ IVb„ 3.50„ „„„ Va„ 4.—„ „„„ Vb„ 4.50 „„„ Ve„ 5.—„ festgesetzt ist, tritt mit dem gleichen Zeitpunkte für die Orteirantenkassenmitglieder eine Aenderung in der Beitragsleistung für die Invalidenversicherung ein. Gemäß§ 34 Zisser 2 des Invalidenversicherungsgesetzes sind für Mitglieder der hiesigen Ortskrankenkasse für die Invalidenversicherung zu entrichten Befreit von allen Hautunreinigkeiten und hautausschl., wie Mitesser, Finnen, Flechten, Hantröte, Biüichen,rote Flede 2c. wird man durch täglichen Gebrauch von Steckenpferd-Teerschwefel-Seife von Bergmann& Co., Radebeul. a Si. 50 Psg. bei F. à A. Wylfing, sowie Aug. Deieting. Druchsachen gushdnterizs Hoi. versicherung herbeigeführt und dadurch eine wesentliche a leich terung für die Versicherten und Arbeitgeber geschaffen, indem Zweifel über die Höhe der zu entrichtenden Invalidenversicherungsbeittäge ausgeschlossen sind. Zur Vermeidung der Verwendung ungenügender Beiträge wird hierntit auf die Beachtung dieser Bestimmung nachdrücklichst hingewiesen. Milspe, 27. April 1911. J. V.: Der Beigeordnete Hesterberg Gesellschaft„Eintracht“ Gesellschaft„Eintracht“ Gevelsberg. Der Tennisplatz tst f#rtiggestellt und wird zum Spielen freigegeben. Sämtliche Karten sind bei unserm Kastellan, Herrn Beückner, zu haben. Der Vorstand Bevelsberg. Besonderer umstände halber muß das Kegelfest am Samstag, 13. d. Mis. ausfallen. 2 orcentliche Leute erhalten Kost u. Logis. 1, 2. Eig Mehrere solide Tempereiarbeiter g sucht. Gebrüder vom Bruch. Solide Arbeiter Dietrich Lentzen, Schulstraße. Im Neuba## I. mit oder ohne Zentralheizung, zum 1. Otlober oder später zu vermieten. Dieselbe besteht aus 7 Zimmern, sowie Bade= und Vorratszimmer, 2 Erker, ca. 7 Meter lange Veranda, Beion fußboden mit Linoleumbelag. elettrische und Gasanlage, Wünsche können noch berücksichtigt werden. Zu eife. in der Exped. d. Bl. 15 Hühner u. 2 Hähne zu verkaufen. Juliushöhe, Dörnenstr. 4 Größere und kleinere billig zu haben, Buchsruckerei Phil. Baltin. Größere Schleiferei mit Poliererei und Vernickelei sucht Artikel im Lohn zu schleisen, zu vo lieren oper zu vernickeln. Offert. unte: X. K. 4720 an die Exped. dir. Ztg. e#beten. 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Verschiedenes. Vorstand. Zanz-Unterricht. Dienslag, den 16. Mal, werben wir im Saale des Herrn Jul. Schilken(Postwagen) einen Kurius beginnen. Anfang abends 8½ Uhr. Sämtliche Rundund Gesellschaftstänze werden eingellbi. Der zweite Tanzabend ist Freitag, den 19. Mai. Zur gefl. Tetlnahme laben ein J. Menn u. Tbing. Freitag, den 12. Mai: Grosses Extra-Streich-Konzert ausgoführt vom Musik-Korps des III. Batl. InfanterieRegiments v. W.(3. Kurhess.) Nr. 83 unter der Dircktion H. Rothe. Reichhaltiges Programm. Nachdem geschlossenes Tanskränachen. Anlang 8½ Uhr. Eintritt 80 Pig. Karten Im Vorverkauf zu 50 Pig., zu haben im Konzertlokal u. im Zigurrongesch. von lierrn Weinberg. Glucke zu leihen oder kaufen gesucht. Von wem sagt d. Exped. d. Bl. In kürzester Zeit herstellbar sind in Würfeln zu 10 Pfg. für 2—8 Teller vorzüglicher Suppe. Ohne weitere Zutat nur mit Wasser zuzubereiten. Bestens empfohlen von Carl Göbelsmann. Hasslinghauserstr. 100. 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Im Verkehr der Reichspostscheckämter mit dem Postsparkassenamt in Wien, der Postspartasse in Budapest. den schweizerischen Postscheckburcaus und der belgischen Post verwaltung wurden mehr als 1½2 Millionen Mart, umgesetzt und zwar auf 2050 Uebertragungen in der Richtung nach und aus 8200 Uebertragungen in der Richtung aus dem Anslande. Hagen, 10. Mai. Eine bündige Art und Weise, von sm Schuldner seine Forderung einzutreiben, hat ein Pferde handler aus Annen im schönen Nachbarstädichen Wetter a. d. Ruhr zwar mit Erfolg aber auch mit einer unangenehmen Nachwirkung angewendet. Der Händler, der mit seinem Ge jährt auf Tour war, halte erjahren, daß sein Schuldner irgend wo Geld einkassiert hatte. Er fuhr ihm entgegen, sprang vom Bock und gleich dem Manne an die Kehle und kommandierte: „Geto heraus! oder ich schneide Dir den Hals ab!" Der arme Schuldtnecht suchte sich den Fäusten und der Mahnung zu ent ziehen, indem er beteuerte, daß er das Geld nicht bei sich habe. „Dann marsch auf den Bock! Wir fahren nach Deinem Hause!" detretierte der Roßhändler und zwang den Mann mit unsanfter Gewalt auf sein Wägelchen. Unterwegs setzte er ihm so zu, däß der arme Schelm schließlich die Summe herausrückte. Dann aber ging der so angefahrene Schuldner hin und zeigte den hart herzigen Gläubiger wegen Nötigung, Bedrohung und Be leidigung an. Und vas hiesige Schöffengericht verurteilie den Pserdehändler gestern zu— 250 Mart Geldstrafe... Das dicke Ende hatte der ungestüme Gläubiger wohl nicht erwartet. Münster, 9. Mai. Den Besuchern des Schloßgartens bietet sich hier ein hübsches Bild dadurch, daß ein älterer Herr täglich ##ichen 3 und 4 Uhr nachmittags auf der Bank gegenüber dem uur Reiteler=Denkmal eine Fütterung abhält. Der Herr läßt, nachdem er dort angekommen, mehrere Male einen helten täuschend nachgeahmten Fintenschlag ertönen. Nach kurzer Zeit erhält er nicht nur Antwort, sondern auch offiziellen Be such. Zutraulich setzen sich die Buchsinten usw. auf die ausge streckte Hand und lassen sich das darin befindliche Futter, be stehend aus Haussamen, Brot und kleinen Aähfestücken, prächtig mnnden. Barmen, 9. Mai. Gestern abend gegen 9 Uhr ereignete sich in der Nähe des Bahnhofs Heubruch ein eigentümlicher Eisen bahnunsall, der eine erhebliche Betriebsstörung zur Folge hatte. Von zwei Wagen eines nach Elberseld jahrenden Güterzuger östen sich auf bisher unaufgeklärte Weise die Achsen. Die Achsen rollten weiter, während die Kasten umstürzten und das Gleis versperrten. Die Lokomotive eines aus entgegengesetzte Richtung kommenden Güterzuges erfaßte die Achsen und triel sie eine Strecke vor sich her, bis es dem Lokomotivführer gelang. seinen Zng zum Stehen zu bringen. Hamborn, 8. Mai. Ueberall in den Städten des Industrie bezirks reißt man sich heutzutage um einen Besuch des Düssel vorfer Jeppelin Luftschisses„Deutschland“. Daß man über diesen Besuch auch anders deuten lann, lehrt ein Vorgang aus der letzten Stadtverordnetensitzung der jüngsten Stadt des Industriegebiets, Hamborn. Dort wies Beigeordneter Momn merd, der Direttor der Gewerkschaft„Deutscher Kaiser“ ist, darauf hin, daß für Industriezentren der Besuch von Luft schissen und dergleichen durchaus nicht erwünscht sei. Der Be such des Zeppelintuftschiffes habe dadurch, vaß die Arbeiter von den Arbeitsstellen weggezogen würden, der Hamborner Industrie Hunderttausende von Mark Schaden zugefügt. Auch sei zu bedeusen, daß bei einem Besuch von Flugzeugen die Auf mertsamkeit der Arbeiter, die auf verantwortungsvollen Posten ständen, leide und somit leicht Menschenleben in Gefahr kommen könnten. * H e i l i g e n s t a d t, 9. M a i. A m A b e n d d e s I I. A p r i t w u r d e auf dem Bahnhof Allendors Soden a. d. Werra ein Verbrecher verhaftet, der hier in Heiligenstadt in der Nacht zum 28. März einen schweren Einbruchsdiebstahl im Gasthof„Zum Nord deutschen Bund“ ausgeführt hatte. Etwa 700 Mark Gold= und Silbergeld, Sparkassenbücher usw. waren ihm in die Hände ge sallen. Auch verschiedene andere Einbrüche, die in levter Zeit in der hiesigen Gegend verübt sind, haben vermutlich denselben Täter. Bei der Verhaftung wurden dem Menschen ein ge ladener Revolver und viele Einbrecherwertzeuge abgenommen. Er wurde dann in das hiesige Gesängnis in Untersuchungshaft eingeliefert. Bis jetzt war es nicht möglich, den Verhafteten zur Neunung seines Namens zu veranlassen. Es wurden Messungen nach dem Bertillon'schen Verjahren an ihm vor## nommen, auch wurden bestimmte Merkmale am Körper der Verhafteten entdeckt. Vom Erkennungsdienst des Kgl. Polizei präsidiums zu Berlin ist jetzt die Nachricht gekommen, daß esich um keinen Geringeren als den berüchtigten Ein- und Aus brecher Trangott Präßler handle. Dieser ist geboren am 25. Januar 1853 zu Reichenbach(Sachsen=Altenburg) und gilt neben Sternickel als der gefährlichste Ein= und Ausbrecher Deutsch= lands. Präßler hat die längste Zeit seines Lebens in Zucht häufern zugebracht; gegenwärtig hat er noch 8 Jahre Zuchthaus zu verbüßen. In der Nacht zum 21. September 1910 ist er aus der Strafanstalt Lichtenburg(Kreis Torgan) entwichen und wird seildem steckbrieflich verfolgt. Der gefährliche Verbrecher bewohnt eine der sichersten Zellen im hiesigen Gesängnis und wird sicher bowacht. Paris, 9. Mai.(Ein netter Freund.) Die Gerichtsbe hörden haben dem Untersuchungsrichter Chesney mit der Unter suchung über folgende Angelegenheit beaustragt: Ein sunger Belgier namens Eyden, aus der Umgegend von Lüttich ge bürtig und ein junger Deutscher namens Banmeister aus Ober hausen in Bayern, die sich auf der Angsvurger Universität kennen gelernt und gute Freunde geworden, waren nach Paris gekommen, mit der Absicht, hier eine Porzellanmannsattur zu eröffnen. Auf Antrag Eydens ließen sich beide Freunde für je 200000 Fraues in einer Lebensversicherung aufnehmen. Das Abkommen unter den Freunden lautete dahin, daß im Falle des Todes des einen oder des andern diese Gelder dem Ueber lebenden zufallen sollten. Hierauf bestimmte der Belgier seinen Freund, mit ihm in einen Schwimmtlub sich aufnehmen zu lassen und der Belgier machte sich bald zum Schwimmlehrer des jungen Deutschen. Am Morgen des 10. Oktobers begaben sich beide Freunde nach der Seine, um an einer gefährlichen Stelle zu baden. Eyden verließ seinen Freund, als dieser im Begriffe war, zu ertrinken unter dem Vorwande, Hilse zu holen. Die Leiche Banmeisters wurde erst 2 Tage nachher aufgesunden. Eyden, sandte Kondolenzschreiben an die Familie seines Freundes und beschäftigte sich hierauf mit dem Eintreiben der Versicherungssumme. Es wurde aber Verdacht geschöpft und eine Anklage gegen ihn eingebracht. Er wurde vorläufig auf freiem Fuß gelassen. Vermächtnis.„Als der Sekretär Tipferl starb, hinterließ er alles, was er hatte, dem städtischen Waisenhause.“ „Das war eine gute Idee von ihm. Und wieviel war's?" „Sieben Kinder!“ Hinter Wolken leuchtende Sterne. Roman von Carl Schilling. 13 Nachbruck verboten. V111. „O Worte gibt's, die nie verhallen, Sie sind wie Steinchen, die gesallen In einen Brunnen, schwarz und lief, Und die von Kanl' zu Naule springen Und steis von neuem auswärts tlingen, Wenn scheinbar längst ihr Ton entschlief.“ Als es dunkelte und Caritas nicht heimtehrte, besiel Frau Studienrat bange Torge. Wo war das Kind, es würde ihm doch kein Unglück zugestoßen sein? Der Weg bis zum Heiden altar galt ja als völlig sicher, auch wurde Caritas von Wolan begleitet. Dennoch, es gav so böse Menschen, fast tein Tag per ging, an dem die Zeitung nicht Ueberfälle meldete! Schon der bloße Gedanke versetzte die Mutter in höchste Aufregung, zumal die Finsternis mit Eile sich herabsentie, und ein dichter Nebel die Straße verschleierte. Rastlos vurchwanderte sie Zimmer für Zimmer, riß die Feuster auf, suchte die schwarzgraue Luft zu durchdringen, oder hielt lauschend den Atem an, wenn ein leichter Schritl auf dem Bürgersteig erklang oder Hundegebell sich meldete. Der Gona im Speiseraum verkündete eben mit seinem vol en Tone die sievente Stunde. Da schellte die S#alglocke. Frau Studienrat trat an die Tür und horchte gespannt. Caritas? Rein, eine Kinderstimme, dazwischen die abweisenden Worte des Stubenmädchens. Erneutes Bitten. Frieda kam und mel dete, ein Betselsunge wolle die gnädige Frau durchaus selbst prechen. „Um Gotteswillen, doch kein Unglück!“ Tofort eilte sie zu dem Kinde. Ein Knabe, blaß und ausgehungert, aber mit groben, welttingen Angen stand vor der Tür. Es war der kleine Pilzsammler. Mit lachenden Blicken streckte er der Erstannten ein Körbchen entgegen:„Gut und frisch, Frau Rat, und kein einziger giftig, bitte, bitte, kaufen Sie!“ Entrüstet wollte sie den Eindringling zurechtweisen, als er treuherzig hinzufügte:„Ind Ihr schönes Fräulein und der seine Herr grüßen die Frau Rat, und sie sollte mir, bitte, sn die Pilze abtausen!“ Es bedurste seiner großen Fragekünste, so wußte die Muter, warum sich Caritas Heimkehr verzögerte, Also mit Dr. Helmer, denn niemand anders konnte der„seine Herr“ sein, unter nahm sie heimliche Waldgänge! Frau Studieurat kaufte dem kleinen Burschen die Pilze ab und fügte noch einen schönen Botenlohn hinzu. Die Angelegenheit beschäftigte sie mächtig und da sie der Sorge um das Fernbleiben ihrer Tochter ledig war, sand ihr Geist genügend Stimmung, diese Neuigkeit zu durchdenken. Wie konnte Caritas sich nur so weit vergessen, fühlte sie denn nicht, daß sie dadurch ihren und ihrer Eltern ehrenhaften Namen gefährdete! Und was Dr. Helmer betraf, in dessen Charatter hatte sie sich entsetzlich getäuscht. Dort, auf dem Tisch chen, lag noch der Bries, den ihr die Nachmittagspost, heute brachte. Mit heiligem Eide— schrieb ihre Freunvin— könne sie die Tatsache beschwören, daß Dr. Helmer verlobt sei. Seine Braut heiße Elfriede Kändler, wäre ein hübsches Mädchen, aber arm und auf beiden Augen erblindet. Die ganze Stadt habe sich über Helmers unbegreiflichen Schritt aufs höchste aufgeregt, halte die unnatürliche Verlobung für überstürzt und fähe kein gutes Ende voraus. Helmers Braut weile gegenwärtig bearmen Verwandten, Östern solle bereits die Hochzeil sein. Frau Studienrat glaubte, beim Lesen dieser romanhaften Nachricht müsse ihr das Herz stille stehen. Die Buchstaben lanz ten vor ihren Augen, und ein heitiges Schwindelgefühl befiel sie. Numählich kam sie wieder zu sich, und je mehr sie sich Hel mers vornehmes, solides Wesen ins Gedächtnie zurückrief, umso weniger wollte ihr der Bericht Glaubhaftigleit und Wahrschein lichlent tragen. Morgen soltte ihm der Brief frei und offen vor gelegt werden, und Helmer würde mannhaft geung sein, der Wahrheit die Ehre zu geben und die dunklen Wolten zu zer teiten. Dennoch konnte sie nicht wehren, daß ihre mütterliche Torge um Caritas und das leise Mißtrauen gegen Helmer wieder in ihr erwachten, je länger ihr Kind ausblieb. Zu ihrem Unde hagen hatte sie heute nicht einmal den Trost, mit ihrem Gatten all das Seltsame im Gespräch austauschen zu können, da Fiedler einen Untversitätsfreund, der im benachbarten Städichen als Pfarrer amtierte, aussuchte unv schwerlich vor Mitternacht heim lommen würde! Wie endlos lang doch eine Stunde sein kann! Wie langsam der goldene Zeiger gus dem Elsenbeinzisserblatt hintroch.— Endlich, endlich! Die Uhr wies fast die neunte Stunde: ein schwersälliges Rasseln auf dem Pflaster, ein Wagen hielt vor dem Hause, rasch sprang es die Treppe heraus, Hundegebell, die Glocke der Saattüre schellte lant und ungeduldig— und ehe noch Frau Studienrat zur Besinnung kam— hing ihr schon Caritas am Halse, das Haar verwirrt, das Kostüm zerdrückt, die Wangen glühend, die Angen brennend, und unter heißen Küssen immer nur das eine stammelnd:„Mutter, Mutter, wir haben uns ver lobt!“ Während nun Caritas der Mutter in Fieberhast alles er zählte und in ihrer leidenschaftlichen Wärme die Mutter mit sortrieß, sodaß diese alle Scheltworte ganz vergaß, irrte Dr. Helmer im strömenden Regen umher. Kurz vor den ersten Häusern der Stadt war er aus der Kalesche gestiegen, trov des heftigen Widerspruches und der schmeichelnden Bitte von Caritas, die es sich so wunderschön dachte, wenn Dr. Helmer sich gleich jetzt mit zu ihren Eltern be gab und ihnen kündete, wie sich ihre Herzen draußen im Walde gesunden hatten. Was für ein prächtiger Abend müßte das werden Helmer gelobte, morgen mitlag vorzusprechen und alles zu ordnen; auf keinen Fall möchte er Caritas in den Mund der Leute bringen, und diese Gefahr wäre leicht gegeben, wenn sie setzt durch die erleuchtete Stadt führen und dann mitsammen in der belebten, vornehmen Straße, wo Fiedlers wohnten, aus dem eltsamen Bauernwäglein stiegen. Cariias gab nach, fühlte sich aber von seiner entschiedenen Weigerung so verletzt, daß sie sich schntollend von dem Geliebten nur mit leichtem Händedrucke verabschiedete. Dr. Helmer sah lange, lange dem davonrollenden, klappern den Wagen nach. Er schien es gar nicht zu merken, daß der Regen unaufhörlich niederrann und seucht und talt durch seine Kleider sickerte. Dann brückte er ven breiten Filzhut tiefer in ein Gesicht und schritt weiter, wohin, er wußte es selbst nicht. Seine Seele besand sich in surchtbarer Aufregung. Wie wohl tat ihm der Regen! Wie kühlte er die heißen Schläsen, wie legte er sich labend auf seine brennenden Augentider! Nach und nach ebbien sich die stürmischen Gefühle in ihm, er wurde ruhiger und suchte, klare Gedanken zu fassen. Er bemerkie es nicht, daß er sich von der Stadt entfernte und unwilltürlich der Landstraße folgte. Die fast undurchdringliche Dunkelheit und die Ruhe der traumenden Natur deuchten ihn Balsan.. Der Rausch war von ihm gewichen. O, schlummern können und nie wieder erwachen zu müssen! Jetzt blieb er stehen und schüttelte den Kopf, dann sina er an, leise vor sich hinzusprechen. War nnn sein Schicksal entschieden, war es! Noch wußte er es nicht. Aber da kamen schon die Gedanken, grübelnd, bohrend, ragend, richtend.(Fortsetzung folgt.) Uhrmacher. Gerelsberg, Mittelstr. 64. Grösstes TThman lager n Uhren Alt. Nur erstklassige Fabrikate. Goldwaren aus den renommiertesten Fabriken als: Goldene Ringe, Broschen, Armbänder Ohrring-,Kolllers, Krawatten-Nadeln usw., steis dlas Neueste In reichster Auswahl. Goldene Trauringe ohne Lötfage D. R.-P. Mit meinem Firmenstempel, daher Garantie für Feingehalt. Silberne und versilberte Mochzeits- und Gelegenheits-Geschenke. e Werkstatt für Neuerbeit und Reparatar. lle Waren rote Rabattmarken. Rhld. Klein N. Spezialbehandlung von nervösen Kopf u. Magonleiden, Unbomittelte werden berücksichtigt. Auskunft gratis. Hagen i.W., Karlstr. 22, Teleph. 1663. 2 Weiden u. Wiese zu vermieten. C. Möllenderg, Feverstr. Zum 15. Mai wird ein freundl. möbl. Zimmer mit Morgenkaffee(erent, mit voller Pension) in einem besseren Hause gesucht. Anzebole unter B. S. 123 an die Exped. d. Zig. erbeten. Anständige Leute erhalten Kost und Logis bei Michel Saxsinger, Hagenerstraße 237. Neues Städt. Schauspielhaus Hagen. G., m. b. H. Einladung zum Abonnement für die 1. Spielzeit im neuen Hause —(5. Ottober 1911 bi. 25. upril 1912).— Vom 8. bis 15. Mai 1911 werden im alten Theaterbitro, Körnerstraße 4, eine Treppe hoch, an den Wochentagen vormittags 11—1 Uhr und nachmittags 4— 6 Uhr, Sonntag vormittags von 11—1 Uhr die Abonnements für die nächste Spielzeit ntgegengenommen. Die anerkannt vorzüglichen Leistungen des Schauspiels werden durch das Wiederengagement beliebter Künstler und das Neuengagement erster Kräfte, insbesondere auch durch die neuesten, in Rheinland und Westfalen zum Teil einzig dastehenden bühnentechnischen Einrichtungen, in der nächsten Saison noch gesteigert werden. Ebenso werden Vorkehrungen getroffen, um die Opernvorstellungen weiter zu vervollkommen. Herr Königl. und Städt. Musikdirektor Laugs wird einen Teil dieser Opern dirigieren. In jeder der drei Abonnementsserien(Dienstag rot— Donnerstag gelb— Freitag blau) werden je 20 Schauspiele und 6 Opern geboten werden, wobei am Donnerstag(Beginn 7½ Uhr) besonders das moderne Schauspiel gepflegt werden soll. Jede der drei Abonnements=Serien(Dienstag, Donnerstag, Freitag) wird nach Abgabe von 200 Abonnements geschlossen. In Zukunft werden Plätze nur denjenigen Abonnenten reserviert, die Mitglieder des Hagener Theater=Vereins(E. V.)— Jahresbeitrag 3 Mk.— sind. Es wirddaher ersucht, bei Gelegenheit des Neuabonnements die Mitgliedschaft des Theatervereins zu erwerben. Der Prospekt für die neue Spielzeit, die Abonnementsbedingungen und alles sonst wissenswerte Dinge werden im Laufe des Sommers mitgeteilt. Diese Preise im Abonnement(in 2 Raten spätestens am 1. Sept. 1911 und 12. Januar 1912 zahlbar) betragen für Prozeniumsloge(I. Rang) Orchesterloge. 80.90 I. Rangloge. I. Rang Mittelbalkon(1. u. 2. Reihe) Orchestersessel(1. bie Reihen.... I. Parkelt I. Rang Mittelbalton(3. bis 6. Neihe) II. Rang Mitte. I. Parkett II. Nang Seite III. Parkett Mi. 71,60 58,60 60 30,60 einschließlich Lustbarkeitosteuer, Garderobe und Theaterzettel. In neuer billiger Prachtausgabe erschien: Berens, H, op. 61. Neueste Schule der Geläufigkeit. Neue revidierte Ausgabe von Otto Klauwell. Hoft 1—4 in 1 Band M. 1.— Lemoine, H., op. 37. Etudes enfantines. Neue revidierte Ausgabe v. Otto Klanwell. Preis M. 1.—. Grosses Motenformat, schöner klarer Druck, kolztreies Papler. Vorrätig in allen Musikallenhandlungen, sonst direkt vom Verleger franko gegen vorherige Einsendung des Betrags. P. I. Tonger, Köln a. Rh. Wohnung von 3 Zimmern nebst Stallung per 1. Juni oder später zu vermieten. Emll Herbes. Kölnerstr.(Kruin). Elektrische Licht Dampf= u. andere Bäder. Täglich geöffnet von morgens bis abends 8 Uhr, für Damen von mittags 1 bis 5 Uhr. Sonntags geschlossen. J. Borchert. Makulaturpapier vorrätig in der Buchdruckerei Phil. Baktia Zum 1. 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Prenst. Klassenlotterie. 5. Klasse. 3. Blehungstag. 9. Mai 1911. Nachmittag Die Gewinne fallen auf die bezeichneten Lose beider Abteilungen. Nur die Gewinne über 240 Mt. sind in Klammern belgesügt. Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)(Nachdruck verboten.) 97 115 494 525 645 1261 301 444 62 617 700 90 2133 01 500) 209 300 912(1000) 390 76s 8110 92 13000) 419 608 64 106 49 52(1000) 81s 943 44 90, 4176 236 400 590 06 5005 1500) 197 276(3000) 351 67 407 777 926 6135 246 425 40 75 504 074 7117 43 97 201(500) 53 321 47 665 812 945 B 100 84(500) 422(3000) 636 70 831 53 9012(500) 172 80 396 414 668 920 59 10.00 290 640 875 86 11144 357 441 f4 12212 69 334 425 94 679 799 652 980 13271 95(1000) 370 60(1000, 425 751 65 863(500) 14210 508 30 658(30000) 840(500) 15237536 600 35 89 10009(500) 275 507 29 67 61 643 943 17302 434 504 19 30 96 792 2 18000(3000) 145 72 301 61 461 660 19080 (500 489 530 657 749 805 20163 365 570(500) 805 13 37(500), 21011 175 271 92 370 92 421 660 644 65 912(3000) 61 76 22002 47 100 13 263 317 30 65 427 94 686 40 50 66(1000) 69 751 800 70 29004 119 75(500 547 901 70 24052 111 34 232 601 745 851 23010 240 73 394 410 912(500 26001 259 59 60 490 509 15 69 000 27019 54 130 303 504 27 741 638 Cr. 28022 130 667 930(3000 40(1000 64 69 29184(500) 339(1020 381(500) 660 908(50 20057 100(1000) 266 67 360 529 69 03 627 90 766 805 41 96 81040 210 71 391 459 691 762 92 930 905 32 32005 286 310 440 641 91 774 806 9 80 917 63 84 90 32·30 255 60 322 692 96 704 860 34004 67 94 230 317 59 462 665 607 705 25011 115(500) 39 206 60 73 330 30085 127 56 247 369 491 643 66 071 809 950, 97045 151(500 271 72 87(500) 316 80 635 82 694(500) 749 76 892(3000 920 88010 55 230 870 70 1000) 44 459 653 605 711 814 39000 345 85 435 37 94 043 92 759 40299 39 67 677 617 93 41471 576(1000) 600 69 777 42109 409 67 679(500) 90 725 72 74 06 611 90 964 43137 240(1000) 47 87 392 738 44090 119 200(1000) 439(1000 60(500) 695 46125 410 856 679 63 767(500) 900 90 46006 229 335 903 47020 155(500) 483 81 696 679 700 65 903 46100 334 467(1000) 74 621 714 39 71 838 56 40012(500) 172 96 246 400(1000) 33 316 919 24 47 61 50002 300 899(5001 51126 200 41 54(200 000) 520 687 709 10(1900) 89 526200 27 210 14 324 30 489 501 17 98 611 51 011 63040 240(500) 49 376 586(1000) 634 58(3000 6.4362 00 511 616 30 80 940 71(3000) 81 66023 119 26 40 01 217 19 66 426 920 56012 64 601 63 76 87209 339 45 (500) 171 523 50299 316 480 92 670 727 81 69011 28 160 93(3000) 222 30 370 444 57 538 629 30 99 901 60113 292 324 614 700(1000 915 61c04 214 60 90 714 65 688 73(500) 9d 62050 322 38 82 418 50 700 6308 71 76 110(500) 68 210 66 334 95 492 072 64005 106 80 242 50 912 23 442 67 701 862(1000 915 66 6503 149 260 428 619 29 27 94 751 63 344(3000) 10 66065 132 004 910 6710) 223 65 30 43 60 439 657 86 611 764 68377 627 765 894. 6B0s2 312 40 36 407 40 603 13(1000) 65(300) 773 66 677 046 96 98 70160 60 264 380 71 491 639 677 738(1000) 69 84 010 903 71110(1000) 230 429 64 633 65 692 00 009(500) 22 71 79 72000 108 46 205 323 29 32 409 607 98 012 763 800 993 730927 179 212 304 410 621 753 904 7439 4 523(500) 10 616 07 73062 145 225 347 431 548 672 76245 374 764 62 622 63(3000) 900 77089 503 637 620 74 900 79·02 68 61 67 72 79091 121 312 70 642 90060 120(500) 68 341 70 546 79 618 710 50 70 89 81 921 71.76.99 81309 37 402 84 803 61 S2171 91 236 50 66 364 407 741 40 f10 925 62210(500) 41 399 826 910 64 84066 130 230 420 623 739 964 77, 66013 259 317 49 6%6 91(3000) 601 72 706 67 819 902(500) 30 80 B6121 406 62 686 710 8997111(1000) 44 200 30 95 506 7 17 690 763 545 (500) 99169 260 07 307 455(1000) 58 506 027(500) 715 29 192 F. 834 42 6m 8.9089 64 98 136(500) 65 66 255 319 ## 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