Gevelsberger Zeitung Amtsblatt der Stadt Gevelsberg. Gegr. 1878 als Ennepetal=Zeitung. Die Gevelsberger Zeitung erscheint werktäglich nach Bezugspreis: Ins Haus gebracht „ a n- f l. R 1 0 5 0 o n i bracht monatl. 6.-Mk., durch die Post bezogen vierteljährlich 19.50 Mk.(einschl. 1.50 Mk. Zeitungsgebühr). Rolationsdruck und Verlg von Phil. Baltin, Gevelsberg. Schriftlettung u. Geschästsstelle: Gevelsberg, Mittelstraße 49. teinsprecher Nr. 58. Telegramm=Adresse: Zeitung Gevelsberg. Postschließfach Nr. 68. Postscheckkonto Köln 15503. General=e# Anzeiger Anzelgengebühren: Für 1 mmn Höhe(36 mm breit) 35 Mfs., im Reklameteil(75 min breit) 1.50 Mk. einschließlich Anzeigensteuer. Beilagengebühr 20 Mark das Tausend. Bei gerichtlicher Beitreibung kommt jeder Rabatt in Fortfall. Zeit= und Platzvorschriften werden möglichst berücksichtigt, jedoch ohne Gewähr. Erfüllungsort Gevelsberg. Aus unverlangten Einsendungen erwächst der Schriftleitung oder Geschäftsstelle keinerlei Verpflichtung. Nr. 95 Freitag, den 19. August 1921. Jahrgang Neustes vom Tage. Am e0. August soll in Genf der Völkerbunds### über Oherschiesten beraten. Der erste Vorstoß des polnischen Heeres über die oberschlesische Grenze ist an der deutschen Gegenwehr butig gescheitert. Die Arbeitsgemeinschaft zwischen Deutschem Beamtenbund und Freien Gewerkschaften kam aus potischen Bedenken der Beamten nicht zustande. England hält zwei Bataillone für den Sichergeite. dnst in Oberschlessen zur Verfügung. In Straßburg kam es zu Arbeiter=Unruhen wezin Einmischung der französischen Soldateska eine Torisbewegung. Ueber dus Saargebiet wird eine immer schärfere Französierung verhängt. Lenin verzacht, mit einem Ukas den n hausbesstz##üder gesund zu mochen. Ränke um Genf! In der französischen öffentlichen Meinung hat sich die erste Erstarrung über das den französischen Wünschen so wenig entsprechende Ergebnis der Veryandlungen des Obersten Rates nun einigermaßen gesöst. Offiziöse und offiztelle Agenten der Regierung sind in der französischen Publizistik, wie in den sonsigen Organen der öffentlichen Meinung auf das efrigste tätig, um die Basis für das gegenwärtige Zedinett Briand zu erhalten. Man gibt sich den Arschein, als handele es sich um eine englisch=fran#ssche Meinungsverschiedenheit über die Regelung e#r zwischen Deutschland und Frankreich schwebenden, also gewissermaßer lokalen Streitfrage. Damit lcht man einmal die überragende, ja weltpolitische Ledeutung der oberschlesischen Frage vergessen, und um zweiten will man mid dieser Darstellung zum Ausdruck bringen, daß sich wegen eines solchen Gegenstandes ein Bruch zwischen der Entente nich gelohnt hätte. Ueber die wirkliche Bedeutung der oberschlesischen Frage als eines Kernproblems der ganzen gegenwärtigen Weltpolitik klärt man die französische össentliche Meinung geflissenlich nicht auf, in der Furcht, dann doch wegen des hervorstechenden fransischen Machtstrebens Bedenklichkeiten und Hinvernisen gegenüber zu stehen. Ader schon spielen die Ränke um Gens. Und wiedir ist ihr Herd in Paris. So gibt sich jetzt der „Temps“ alle Mühe, um für die Entscheldung des Vöterdundsrates in Genf die Einstimmigkeit zu fordern. Das Blett erklärt, es sei nicht wahr, daß sich Frankreich im voraus damit einverstanden erklart Ette, einem nur in der Mehrheit gefaßten Beschluß von Genf zuzustimmen. Nun liegen die Dinge aber algendermaßen: Das Völkerbund=Statut sordert allerdings Einstimmigkeit, jedoch ausdrücklich nur für die Entscheidungen der Vollversammlung des Völkerburdes. Für die Entscheidungen des Vösterbundsrotes, der technisch gewissermaßen einen Ausschuß #is Völkerbundsplenums darstellt, wird diese EinAnmigkeit nicht gefordert. Und sie ist erst recht nicht vonnöten, wenn es sich nicht um eine sachliche und materielle Entscheldung, sondern um ein Gutachten handelt. Und lediglich darum drehten sich die Gespräche im Obersten Rat, daß für dieses Gutachten ein Majoritätsbeschuß genuge. Hätte man an der Enstimmigkeit festgehalten, so hätte man sich den nach Genf sparen können, denn es besteht keiverlei Aussicht, daß Frankreich von seiner Auffassung zurücktritt, und man würde nie zum Ziele kommen, genn es Frankreich in der Hand hätte, durch seine Stimmabgabe jede Beschlußfassung illusorisch zu mahen. Der Sinn der Stellungnahme des Obersten Rates ging dahin, dieses mit Mehrheit abgegebene Eulachten des Völkerbundsrates als eine bindende Brundlade für den vom Obersten Rat gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages endgültig # tressenden Beschluß zu nehmen. Wenn der „Tempz“ jetzt geltend macht, daß weder Poten noch Deutschland sich an den Spruch des Völkerbundsrates zu halten brauchen, und daß gerade darum die Einstimmigkeit erforderlich sei, so vergißt das Blatt zu beachten, daß die letzte Entscheidung ja garnicht, wie oden dargetan, der Völkerbundsrat sondern d. Oberste Nat zu treffen hat und diese Entscheidung ist dann elerdings für beide Teile bindend. Das Spiel des Temps“ ist nichts weiter als ein neues Ränkespinmit dem Ziel, Verwirrung in die soeben erst müssen, daß man an jenem Freitag Abend tatsächlich vor dem Bruch des Verbandes stand, und daß Italien, in der Ueberzeugung, daß nur die Aufrechterhaltung des Bündnisses Europa den Frieden sichern könne, den Vorschlag der Ueberweisung an den Völserbund gemacht habe. Diese Ueberweisung hat also offendar den Zweck, Zeit zu gewinnen, inzwischen die Gemüter sich beruhigen und sich auf die neue Lage einstellen zu lassen. Das Ränkesptel von Paris zeigt uns nur zu deutlich, mit welchen Fährlichkeiten in Genf wir noch zu rechnen haben. Polnische Regierungstruppen greifen an. In der Nacht zu Montag kam es bei den Dörfern Sternalitz und Kosterlitz an der Grenze zu einem Gesecht mit regulären polnischen Truppen, denen es gelang, durch umfassende Bewegung die beiden Dörser mit Gewehr= und Maschinengewehrseuet zu nehmen. Rasch herbeigeeilten deutschen Krästen gelang es, nach heftigen Kämpfen, bei denen auch Handgranaten verwendet wurden, die Polen über die Grenze zu treiben. Die Polen hatten 24 Tote und eine Anzahl Verwundete. Beitische Truppen greisen ein, wenn... Der Londoner Morningpost zusolge verlautet, daß die britische Regierung bereit ist, zwei weitere Bataillone zur Aufrechterhaltung der Ordnung bis zur Grenzregelung nach Oberschlessen zu entsenden, wenn Frankreich und Italien die gleiche Anzahl Truppen schicken Um 29. Uugusl. Graf Ischi, sapanischer Bolschaftor und gegenwärtig Präsident des Völkerbundrales, hat eine außerordentliche Sitzung des Rates für 29. August nach Gens einberufen, um laut Beschluß des Obersten Rates die Grenzsestsehung in Oberschlesten zu beraten. Das europäische„Marokko“. Eine brasillanische Mleinung. Während des Krieges haben die Tageszeitungen der brasilianischen Bundesheuptstadt ganz im Dienste der Alllierten und besonders Frankreichs gestanden. Heute ist die Stimmung gründlich umgeschlagen, infolge der Anmaßung, mit der Frankreich die ganze Welt zu regieren trachtet. Beachtenswerte Mitteilungen darüber macht P. Petrus Sinzig aus Rlo de Janeiro. Als Beispiel für die m genlerte und scharfe Beurteilung der Sachlage in den dortigen Zeitungen führt er einen kleinen Auszug aus einem Artikel des„Imporcial“ vom 28. Mai 1921 an, der mit den nachstehenden Ausführungen schließt: „Die verschlagene Polllik der Pariser Ssaatsmänner ist eine fortwährende Bedrohung des Friedens in der ganzen Welt. Frankreich glaubt das Recht zu haben, beständig in alle Aeußerungen des inneren LebenDeutschlands hineinzusprechen, was eine unerträgliche Beleidigung des Charakters eines Volkes und der indo###uellen Würde bedeutet. 1870 hat das siegreiche#eutschland von seiner Feindin Elsaß=Lothringen verlangt und 5 Milliarden Franken, zog sich aber gleich darauf vollständig aus dem französischen Gebiet zurück, ohne Franzosen fürderhin irgendwie zu belästigen. Jetzt verliert Deutschland in Europa ein Gediet, das 10 Prozent seines Gesamtbesitzes gleichkommt. Die Franzosen allein verlangen als Entschädi, ung 218 Milliarden Franken und haben außerbem vor, beständig in Deutschland zu bleiben, um es in jeder Weise zu bedrängen, ihm jede Bewegun sfreiheit zu nehmen, seine innere Verwaltung zu st1#n und es außerstande zu setzen, für das notwendige Heer und die notwendige Flotte zu sorgen. Deutschland ist setzt eine französische Kolonse. die beständig unter Aufsicht und Verwaltung Frankreichs steht. Man stelle sich doch vor, daß einer unerer Feinde uns besiege und darum vorhabe, beständig in unserm Hause zu bleiben, mitten in unserm Lande, um in jede Aeußerung unserer inneren Verwaltung hineinzureden. Es ist klar, daß wir ihn mit dem dittersten Hasse, der nur möglich ist, hassen würden. Nun defehlen die Franzosen in ganz Deutschland, gerade so sich erzwingen. Nur ein gemeines und verächtlicher Volk, das weder Charakter noch Würde besitzt, kann ohne innere Auflehnung die Herrschaft ertragen, die man setzt den Deutschen auferlegt hat. Dos ist etwas, das weder sortdauern noch länger anhalten kann.“ Der Fall Helgoland. Britische Umtriebe? Die Helgoländer wünschen bekanntlich Steuerfreihett oder zum mindestens Steuernachlaß. Sie weigerten sich, ihre Steuer=Erllärungen auszufüllen. Die Helgoländer Steuerkrawalle scheinen ein Gegenstück zu den polistschen Absonderungs-Bestrebungen Helgolands darzustellen. Man erkennt eine gewisse einheitliche Regie, der es auf systematisches Vorgehen anzukommen scheint. Es wäre interessant, festzustellen, ob hinter den an die Oeffentlichkeit tretenden Führern der Bewegung andere Kräfte im stinen wirken, insbesondere ob und welche Bezlohungen zum Ansland gegeben sind. Es liegt naye, an englische Einflüsse zu denken. Denn obwohl die offizielle englische Politik bisher noch keinen Anhaltspunkt dafür gegeben hat, daß sie die von Frankreich so übereitrig betriebene deutsche Trennungspolitik umerstützt, so scheint doch die Annahnee nicht unbegründet, daß andere nichtamtliche englische Kreise die helgoländische Absonderungspolitik unterstützen, um so die Möglichkeit für eine spätere englische Einmischung und Festsetzung auf dem roten Eiland zu schafsen. Unter diesem Gesichtspunkt verdient das Vorgehen der Helgoländer Separatisten und Sieuer=Rebellen doppelt rücksichtslose Brandmartung. Das Ausland und die Gegenliste. Selbst im neutralen Auslande ist die Erkenntnis durchgedrungen, daß nicht nur auf unserer Seite im Kriege Vergehen, sondern vielmehr auf seiten der Feinde Kriegsverbrechen begangen worden sind. In einer ausführlichen Besprechung über die von den „Süddeutschen Monatsheften“ behandelte deutsche Gegenliste sagt das holländische Blatt„Het Vaderland“, es würde tatsächlich recht und billig sein, daß auch diese Gegenrechnung nachgeprüft würde, wo die Beschuldigungen gegen Deutschland so weit verbreitet sind und so allgemein geglaubt werden. Ja, es ist leider eine Tatsache, daß es die seindliche Propaganda fertiggebracht hat, dem Auslande die Ueberzeugung beizubringen, als ob nur in unsern Relhen Kriegehandlungen, die dem Völker= und Kriegsrecht zuwiderlausen, begangen worden sind, und es dahin zu bringen, daß diese„Kriegsverbrechen“ auch geglaubt werden.. Daran sind wir allerdings selbst zum großen Teil schuld. Denn nachdem wir bisher nur behaupteten, eine Gegenliste seindlicher Kriegsverbrecher zu besitzen, ohne damit an die Oefsentlichkeit zu treten, haben sich berechtigterweise allenthalben in der Welt Zweisel erhoben, die das Vorhandensein dieser deutschen Liste in Frage ziehen. Um dem Auslande endlich den Glauben zu nehmen, daß nur auf unserer Seite Versehlungen während des Krieges begangen worden sind, welche die Feinde gemeinhin als Kriegsverbrechen bezeichnen, müssen wir endlich die Gegenliste überreichen. Sache der Reichsregierung ist es nun, mit dem gewaltigen Material über die feindlichen Kriegsverbrechen herauszukommen. Der seindlichen Propaganda über unsere angeblichen„Kriegsverbrechen“ muß endlich das Handwerk gelegt werden. Heraus mit der Gegenliste! weiter aus. Darüber weiß H. F. Helmolt zu berichten, indem er im„Deutschen Offizierblatt“ vom 1. August d. S. schreibt:„Gleichzeitig studierd der bisherige Feindbund, Nordamerita an der Spitze, mit heißem Bemühen die chemische Kriegführung und ihre Wirkungen auf Strategie und Taktik(Vortrag des Generals Tries in der U. S. A.=Kriegsakademie) Giftige Gase, weißer Phosphor und starkes Tränengas sollen planmäßig verwandt werden, eingedenk dessen, daß es im Kriege keinen Mittelweg, sondern nur Leben und Tod gebe“. Wenn Deutsche Gas zur Abwehr verwenden, dann wird es zur grausamen Menschenquälerei gestempelt; wenn die Entente n für die Zukunft ausbaut, ist es eine Kriegsnotwendigkeit. O heiliges Pharisäerium Keine Choleragefahr für Deutschland! Eine Erklärung des Reichsgesundheitsamtes. Die dedenklichen Nachrichten, die aus Rußzland über die Ausbreitung der Cholera kommen, legen uns in Deutschland die Frage nah, ob eine Gefahr der Einschleppung der Cholera auf deutsches Gebiet besteht und ob es möglich ist, daß sich der gesamte Choleraherd auch auf Deutschland ausbreitet. Hierüber äußerte sich der Leiter der Medizinglabtellung des Reichsgesundheitsamtes u. a., daß in einem besonderen Rundschreiben an die Landesregierungen diese nochmals erneu zur größtmöglichen Sorgfalt bei verdächtigen Krankheitserscheinungen aufgesordert worden seien. Im übrigen melde die deutsche Grenzpolizel in Masuren, daß auch in Mlawa die Cholera ausgetreten sein solle. Dies Gerücht scheint aber barauf zurückzuführen zu sein, daß das polnische Militär in der dortigen Gegend gegen Cholera geimpft worden Anderseits hat die Regierung in Warschau dem Auswärtigen Amt mitgetellt, daß auch in Warschau ein Cholerafall festgestellt worden sei. Die Seuche wird sich kaum auf Rußland beschränken lassen, sondern auch aus Polen Übergreifen. Bereits im verslossenen Winter bis in das diesjährige Frühjahr hinein haben wir in den Kreisen Samter, Thorn, Bromberg usw. eine ziemlich heftige Cholera=Epide= mie gehabt. Diese Landstriche sind durch die polnische Unordnung zu einem Seuchenherd geworden. Durch den Schmuggelverkehr an der deutschpolnischen Grenze wird die Seuche aus den alten Krankheitsherden Litauen, Wilna, Kowno und Grodno zu uns herübergetragen. Damit wächst auch die Gefahr der Einschleppung von Flecksleber. Wir können allo sagen, daß wir von der Cholera unmittelbar, und im Winter von einer starken Gleckfieber=Epldemie bedroht sind. In den jetzt polnischen Gebleten, wo früher Ordnung und Sauberkeit herrschte, sind durch die verwahrloste polnische Verwaltung Cholera und Flecksieber ständige Gäste; Stadt und Land sind verschmutzt und verlaust. Das sind die Segnungen der polnischen Kultur. Niemals hatten wir in Oberschlesten Pocken. Seit der ersten polnischen Besetzung sird jedoch dort Pockenerkrankungen in derartigem Umfange aufgetreten, daß sie bereits nach Niederschlesien verschleppt worden sind. wie in Marokko und Ulgler. sam und zur Vermeidung eines Konflikts, für Die deutschen Bürger sind Untertanen und Sklaven selchen alle Anzeichen vorhanden waren, zustande der Pariser. Einstweilen ertragen die Deutschen alles ekommene vorläufige Regelung zu dringen. Hat mit Geduld, aber so bald sie können, werden sie die doch selbst Italiens Ministerpräsident soeben zugibenn furchtvarste und geschichtlich bedeutendste Benuginung Das Gas=Märchen. Die Mantelnote zum Friedensvertrag von Versailles behauptet, die Deutschen seien es gewesen,„die zuerst giftige Gase angewandt“ hätten,„trotz der furchwbaren Leiden, die dieselben herbeiführen mußten“. Der durch die„amtliche“ Bearbeitung des ganzen Materials„seindlicher Kriegsgreuel“ hierüber wohl am besten orientierte Masor Olto von Stülpnagal weist in einem Vortrag„die Schuldanklagen gegen Deutschland" nach, daß Gashandgranaten bereits bei Kriegsbeginn in der französischen Armee eingeführt waren.„Uns liegt,“ so heißt es wörtlich. „eine offizielle französische Instruktion vor vom 21. Februar 1915, die die Anwendung dieser Gasmittels regelt, früher also, als Deutschland in den Gatkrieg eintrat.“ Wer hat also die furchtbaren Leiden herbeigeführt, die die Anwendung der giftigen Gase verursachte? Ziuslose Standung des Reichsnotopfers. Nach§ 32 Auf. 2 N.=O.=G. darf Sicherheilsleistung für das zinslos gestundete Reichsnotopfer nur dann verlangt werden, wenn zwei Voraussetzungen nebeneinander vorliegen. Einmal darf das Ersordern einer Sichorheitsleistung keine erhebliche Härte für den Abgabepflichtigen darstellen. Diese Frage haben die Finanzämter unter billiger Berüasichtigung der wirtschaftlichen Lage den Abgabepflichtigen zu beurteilen. Bedürstigen Rentnern, die zu einer allmähllchen Aufzehrung ihres Vermögens genötigt sind, wird in der Regel eine Sicherheitsleistung nicht abverlangt werden können. Auch darf die Höhe der Sicherheitsleistung bei der Prüfung, ob eine erhebliche Härte vorliegt, nicht außer Acht gelassen werden, Selbst wenn aber die Leistung für den Adgabepflichtigen keine erhebliche Härte bedeuten würde. so kann die Sscherhe####leistung doch nur insoweit verlangt werden, als eine spätere Einziehung der Abgabe durch die Stundung gefährdet wird. Wann eine solche Gefährdung zu besorgen ist, hängt von den Umständen des einzelnen Falles ab. Für die Entscheidung werden die Art und Höhe des Vermögens, die Lebensstellung, die Lebensführung und die Persönlichkeit des Abgabopflichtigen einen Anhalt bieten. In allen Fällen, in denen Sicherheitsleistung verlangt wird, ist darauf Bedacht zu nehmen, daß Und das Unglaublichste ist, die Feinde bauen jetzt bei Bestellung der Sicherheit umnötige Kosten versogar deren Anwendung für künftige Kriege noch mieden werden. Bei dieser Gelegenhelt wird auch darauf ingewiesen, daß in Preußen auf Grund des Erlasses des Preußischen Siaauministerlums vom 25. April 1921 der Hustiaminister und der Binanminister ermächtigt sind, Gerschlegebühren und Landesstempel= abgaben, die zur Verpfändung von Hopathesen und Wertpapferen zweas Sicherheitsleistung für zluslos gestundete Reichsnotopferabgaben und für die Eintragung solcher Verpsändungen In das Grundbuch geschuldet welden, auf Antrag niederzuschlagen ober zu erstatten. Gegen das Verbricherwesen. Die Teuerungs Forderungen der Beamten. Die Verhandlungen der Spitzenorganisationen über die Teuerungsforderungen der Beamten sind nunmehr zu Ende gekommen. Einverständnis herrschte danüber, daß die Teuerungsaktion in mehreren Elappen vor ssch zu gehen hat. Man kann keine Teuerungszulage auf Vorrat für eine erst künftig eintreiende Teuerung verlangen, sondern nur eine solche, die sich dupch eine berests vorhandene Teuerung begründen und zahlenmäßig erweisen jäßt. Einig war man sich auch darin, daß den Beamten van Kleinstadt und Land, die bei der letzion Teuerungsaktion durch eine zu weit gehende Siasselung der Teuerungsbezüge zurückgesetzt worden waren, burch eine Ausgleichung der Teuerungzuschläge und der schläge zu den Kinderzuschlägen an die Säße der Ortstlasse A geholsen werden müsse, Wegen des einzuschlagenden Meges gab nach längeren Erörterungen der Deutsche Beamtenbund, der eine Abänderung des Besoldungsgesetzes durch Erhöhung der Grundgehälter auf sein Programm geschrichen hatte, zu, daß dieser Wege gesetzeslechnisch bebenklich sei und aus zahlreichen anderen Grüngen verzögsr# wirtenwünhs. Die Organisetionen werden sich beshalb zunächst varbehaltiich ihrer grunesätzlichen Forderungen bei der späteren Fartsetzung der Arton— mit einer hurch imatsgesetz erfolgenden Erhöhung der Neuerungsbezüge begnügen. Den Hauptstreitpumtt bildee die Höhe der zu verlangenden Hilse. Der Allgemeine deutsche Gewerkschaltsbund, der Gesamwe#bang deutscher Beamten sund staalsangsstellten Gewertschaffen(Deutscher Gewerkschafeebund) und der Gewertschaftsring hatten sich under Führung des 16er Ausschusses der Eisenbahner=Großorganisationen(von denen sich aber die Reichsgewertschaft ausgeschlossen hatte) auf einen für alle Peamte. Diälhle und Pensionäre gleichen Satz von 3600 Mark geeinigt, der auch für die Arbeiter des Reiches(In Form der Crhöhung der Stundensöhne um 1,50 Mart) maßgebend sein sollte. Der Deutsche Beamtenbund kam demgegenüber mit einer Forderung von 8500 Mank für jeden Beamten heraus, was in seiner Gesamtauswirkang auf die Beamten und Arbeiter des Reiches, der Länder und der Gemeinden, auf die Wehrsoldaten, die Rentenempfänger usw. eine jährliche Mehrauswendung von 30 Milllarden Mark verursacht hätte. Eine solche Forderung war weder sachlich zu begeluben, noch auch mit der Lage unserer Wirtschaft in Einklang zu bringen. In der Erörterung wurde dies den Vertretern des Beamtenbundes bewiesen, so daß sie schließlich die Nowendigkeit einer wesentlichen Zurückschraubung ihrer Forderung anerkannten. Sie konnten sich aber, obwohl ihre Vertreter in einem eingesetzten Unterausschuß damit einerstanden waren, nicht dazu herbeilassen, den von den übrigen Spitzenorganisationen vorgeschlagenen Satz von 3600 Mart anzunehmen. Daran scheiterte die Einigung. Unter den neuen Gesetzesvorlagen, die dem tage zugehen werden, befindet sich auch ein Gesetzentwurf betrefsend Schaffung einer Reschokriminal= pollzel, der eine möglichst scharfe Bekämpfung des Ueberhandnehmene des Verbrechertums bezweckt. Beamten und Arbeiter. Der Ausschuß des deutschen Beamtenbundes dat ein Zusammengehen mit den freien Gewerkschaften abgelehnt und sich für eine polltisch=neutrale Haltung ausgesprochen. Sühel-Diktatur im Reichsland. Wie„Echo de Paris“ aus Straßburg meldet, and Mittwoch eine von den Kommunisten einbernene antlmilitaristische Versammlung statt, um gegen die Verwendung der bewaffneten Macht in dem Konflikt zu protestieren, der zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der Metallindustrie bestehl. Dabei wurden aufroizende Reden gehalten und die Menge zur Revolution aufgefordert. Die Posizel grifs ein und zersprengte die Menge. Unsere Friedensbedingungen an die Unlon. Chleago Tribuns erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß in den Verhandlungen zwischen dem amerikanischen Kommissar Dresel und der deutschen Regierung die Grundzüge eines Vertrages zwischen Deutschland und Amerika festgelegt worden sind, daß jedoch noch eine Reihe von Einzelheiten zu erledigen bleiben. Die Vereinigten Staaten beanspruchen alle Rocheg und Bortene, die ihnen aus dem Rersailler Vertrag zukommen. Die wichtigste deutsche Konzession sei der Verzicht auf die Kabel von Jap und Emden Nemyork, Deutschkand seinerseits verlangt: I. Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums und das Recht, dieses Elgenmm selbst zu vertaufen, 2. eine befriedigende Erledigung des Schutzes der deutschen Patente, über die während des Krleges versügt wurde, 8. die Wiedereinsetzung deutscher diptemat'scher und Konsularvertreter in Amerika und 1. fur die Deutschen, die Amerika besuchen wollen, dieselben Rechte, wie sia deutscherseits den Amerikanern gewährt werden. Diese Vehrngungen werdon augenblicklich in Washingion geprüft. Armes Saarland. Während bleher im Saarland wie im übrigen Deutschland im Namen des Valkes" Recht gesprochen wurde, werden die Urteile mnmehr„im Namen der Regierungskommission“ erlassen.— Die Gemeinde Reunkirchen sieht sich veranlaßt, eine neue Anleihe aufzunehmen. Als man bei der Saarreglerung um Genehmigung dazu nachsuchte, erhielt man den Bescheid, daß die Regierung ihre Genehnigung nur erteilen würde, wenn die Anleihe in Franken aufgelegt werde.— Der neugewählte Bürgermeister einer Gemeinde erhieft nur dadurch seine Bestätigung durch die Regierungskommission, daß er die Frage der Saarregierung:„Machen Sie Zugeständnisse?“ mit „a" beantwortete. Aus dem Reiche Kommunale Konkurse. 50 Landgemeinden des thüringlschen Kreises Sanneberg haben die Einstellung von Zahlungen beschlossen. Als Grund dieses Beschlusses wurde die unzurelchende Zuwendung von Mitteln(eitens des Reiches angegeben. Franzosen kennen keine Wohnungsnol. In Zweibrücken sind für 5 Milllonen Mark Offizlerswohnungen gebaut worden. Trotzdem die Baupläne die Genehmigung der Besatzungsbehörden hatten, sanden sie doch nicht den Belfall der Herren Ofiziere. Oberst Allard lehnte die ihm angewiesene Wohnung ab und verlangte ein Bürgerquartier; er setzte den Rektor Oppenheimer an die Lust und bezog dessen Wehnung. In der gleichen Weise sorgt der„deutschfreundliche“ Herr für selne Offiziere. Französische Ungst vor deusscher Kritik. Mit Feuer und Schwert gehen die französischen Besatzungsbohörden im Rheinland gegen alles vor, was sich auch nur die leiseste Kritik ihrer Maßnahmen, seien es frühere oder neuere, erlaubt. Nachdenn die Presse kürzlich von einer ganzen Reihe von Heitungsverboten im besetzten Gebiet berichtete, hat sich die französische Uederempfindlichkett gegen dautsche Kritie nunmehr so woit gestelgert, daß die Besatzungsbehörden eine Verfügung erlassen haben, die die Vereinsvorstände verpflichtet, bei Versammlungen den Bednern das Wort zu entziehen, wenn sle deleidigende Aeußerungen gegen die Besatzungstruppen machen. Diese Beschränkung der Redefreig### stimmt nich mit dem überein, was die Irmzosen immer wieder als ihre Duldsamkeit gegenüber der deutschen Bevölkerung der besetzten Geblete in die Welt hineneresaunen. Sebien. Die„Schwarzen Berge“ unselbständig. Die in Cetinse anfästigen ausländlschen Dese; tionen haben einschließlich der amerikanischen Stadt bereits verlassen und die nötlgen Vorbereitu# gen für ihre Uebersiedlung nach Belgrad getrosig Man betrachtet das als einen Beweis dafür, daß u#### das Schicksal Montenegros bereits entschieden u Deutsche Gerechtigkeil bis zur Selbstverleugnung. Der englische Generalstaatsanwalt Pollock sagte im Unterhause über die Leipziger Prozesse: Er sehe sich gezwungen, zu erklären, daß die Art und Weise, wie der Präsident des Reichsgerichts die Prozesse geführt habe, sicherlich den aufrichtigen Wunsch zeigten, der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Ueber die französischen und belgischen Fälle sei er nicht umerrichtet, aber es würde unanständig von ihm sein, nicht zuzugeben, daß nach seinem Eindruck der Leipziger Gerichtshof entschlossen war, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Wie die Urtelle auch lauten mögen, die Aufrichtigkeit scheine über jeden Zweifel erhaben. Aus Stadt und Land. Ausland. Frankreich. Zittern ohne Ende. Unter Beingnahme auf Artikel 177 des Friede# see nerden im besetzten Gebiei beim d. uisch Tornumzerricht in Schulen und Verein u Anelung uud Marschieren in Reihen und Geuppa nn zum derhaldlirgen werden mit St#afe heden. S. lautel die jüngste Verordnung der Rheinlandkam= mission und ein Einspruch des Reichskommissars hiergegen wurde einfach abschlägig beschieden. Wir würden uns deshalb auch gar nicht wener wundern, enen man uns demnächst auch noch das Lam und Aemholen oder jeden Ausdruck, der noch ans Ererzlei=Reglement erinnert, verbietn würde. Die kindische Angst der Franzosen wir#t einsich lächench. Gevelsberg, 19. August Die Stener des Hanspeisonals. Daß die Hausangessellten in ihrer größ ten Mehrzahl für die Uebergangzett, die bei den### herigen und den neueren Steuerabzügen vom Lot in Frage konmtt, fost vollständig steuerfrei blen wird in der„Possischen Zeitung" nachgewiesen. Das neue Lohnsteuergesetz iritt am 1. Jang 1922 in Krast; den Baischriften des Artikols 3. J den Steuerabzug vom Arbettslohn regeln, ist abe rückwirkende Kraft vom 1. April 1921 ab beigenz worden. Selbstverständlich verbleibt soweit Lohn bereitz gezahlt ist, bei den vom 1. April## 81. Juli vorgenommenen Abzügen, eine Umrechnunauf Grund der neuen Bestimmungen erfolgt an nicht. Bei Gehaltsempfängern i0 jur 1. August# 81. Okt. eine Ermäßigung der Steuer u35 Mark pro Monat vorgesehen. Dieser### zug umseßzt die Werbungskosten. Zu thnen gehörs u. a. auch die Belträge für die Kranken=, Unsos Haftpflicht=, Angestellten=, Invaliden= und au Veisscherungen. Die Hausangestellten werden ihrer Mehrzahl für dio Uebergangzeit durch diest Abzug pöslig steuerfrei bleiben. Das ergibt sich au folgenden Beispielen, denen die Berliner Nature Berechnung zugrunde gelegt wurde. 1. Barlohn 150 1 Naturalleistungen 22. 29 Irland. Das Purlament ein Sphelball englischer Willkür. Endlich sind alle Mitglieder des irisch=rep#blikanischen Parlaments freigelassen worden, sodaß sie an den Beratungen, die zwischen Irland und der englischen Regierung stattfinden, tellnehmen konnen. Als Beweis für die Leiden, die die erwählten Vertreter der irischen Nation zu erdulden hatten,####e di#e folgende Liste von Interesse sein: Von de. 130 republikanischen Mitgliedern wurden verurten2 zu einmaligem Gefängnis, 78 zu doppeiter Gefüngnishaft, 41 zu dreimaliger Gesängnishaft, 18 zu viermaliger, 8 zu fünfmaliger, 3 zu siebenmaliger und 2 zu achtmaliger Gefängnishaft. Ueber 15 Mitglieder ist das Todesurteil verhängt worden. Rußland. Reform des Hausbesihen. Eine neuer Erlaß Lenins reformiert den besitz, um dem drohenden gänzlichen Verfall der Häuser in den Städten vorzubengen. Die staatliche Bewirtschaftung wird ausgehoben, nicht nationalisierte Häuser sind der freien Bewirtschaftung der Besitzer zu überlassen. Der Gemeinde gehörige, von ihren Besitzern verlassene Häuser beipachtet der Staar an Mieler, welche veipflichtet werden, sämtliche Reparaturen auszuführen, wofür sie ein dreijährigos unkündbares Wohnungsnecht erhalten. Die Wieverhersteller verfallener Häuser erhalten lebenslängliches Wohnungsrecht. Das Verbot des Erwerds von Immobllien ist aufgehoben. Der Besitz von mehr als einem Haus ist allerdings noch untersagt. Neuhauten Prlvater dagegen sind gestattet. Den Erbauern ist ein ungestörtes Wohnungsrecht innerhalb der Wohnungsnorm zugebilligt. steuerfrei 375 M 100 M davon 10 v. H. als Steuer 27.50 Mr. hiervon ab als Werbungskosten 35.— Mt. Steier 2. 0. Mt. — Großer Feuerlärm durch die Sirenen d## Elektrozentrale und der Huthwerke schreckte heut früh die Einwohner auf. Es war aber nicht schlimm. Nach 4 Uhr war in der Schlüsselfabrik vor Sander an der Asbecker Straße ein kleiner Bran entstanden, der aber schnell erstickt wurde. Die am liche Untersuchung der näheren Umstände ist no# nicht abgeschlossen. — Auszeichnung. Dem ehemaligen Kriegegsangenen David Schönabeck, der am 26. November 1914 in russische Kriegsgefangenschaft geris# und am 9. September 1920 aus Sibirien nach bi# zurückkehrte, erhlelt nachträglich für Tapfersei dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Uebersall. Zwei Personen überfielen ver gangene Nacht auf der Mittelstraße einen auf den schwer und Kabelgraben, sch einen Straße Wegen Gei von hier eine it werden. — Ein jestent ind in Hagen ar zog ein helleuck digem Schweif# großer Nähe d # nach wenig pand. Wer hat bachtet? — Kindesmord einem ausgetro ausgetragene nwar stark in sich in einem pppkarion. Dei muß d# ler gelegen hal wurde dann iser noch unverse m der Kopf fet ndrechen zu schli ein bahnamtlic zugsversorgung nnach ist der imm(Westf.) al geben worden. lang seinen Ur — Die Hinau eprechungen zw id Preußens hal Reichsministe ues Kabinettsbe ndig werdende slzeistunde oblie eußen übernon ausgegeben wis us:„Es soll de chung sofort al heitlicher Rege den werden, kra die Polizeistu antwirtschaften in der Woch idere Bezirke,z enn das Bedürf #hörde eine V gen Tagen in Westsälisch Der Bez hen Partei Sitd u forischreitende neerujenen Ben gestellten und vidmen und sirung einzuwirt mossen werden, deitnehmer zu u unheilvollen 9 gende Volkswit Staatsautori ie Regierung o schritte tut und erraschen läßt. — Zur Bogr ichssinanzhof nis gewerbliche in Inhaber ist ell sich dabei un Sständig ausgel de Rechtsaufass nroeten, Ine urtannt, daß mamitteln, die erliegen, auf ungskarten an ertrieb an die 2 Behinderun steuerbefreiung itzigte haben. — Der langie einer Prei nderen Kasse d samte so und 1920 noch ennig Gehalt veite Kasse w nittung auszu reaukratius, g. freigemach kasse vernendet #so. kostet, schick uchende Kasse amit hat St. P Aus eigener Kraft. Originalroman von H. Abt. (Copytioht 1915 Greiner u. Comp., Bersin.) 41)(Nachdruck verboten.) Doch das Freuen wollte nicht kommen. Den ganzen Abend lang, in alles hinein, wao er denken und sich klarzulegen versuchte, vernahm er immer wieder des Onkels wuchtige Worte:„Dann hast du gehandelt wie ein gewissenloser Schuft!“. Unb eine andere Stimme, die aus seinem Innern kam, die sich schon vordem immer wieder regen gewollt und die er immer wieder zum Schweigen gezwungen, die rannte und rief:„Er hat sa recht!“ Nein, nein und nochmals nein! Aber ein Ende machen wollt er! Ein richtiges, reinliches, anständiges Ende. Bevor er morgen zu Exzellenz von Röhritz ging, da wollte er Käthe Ellert noch einmal sprechen. Mit dem festen Vorsatz war er zu Bett gegangen und stand am anderen Morgen mit dem gleichen Vorsatz wieder auf. Und als am Nachmittag die Uhr auf vier zeigte, fuhr er noch einmal zum Schlesischen Tor hinaus. Eo traf sich günstig, daß heute Samstag war, da wurde im Kontor um fiuf geschlossen, und für das, was er Käthe Eilert zu sagen hatte, blieb hinreichend Zeit, um danach noch pünktlich bei Frau von Röhritz zu erscheinen, die ihn zwischen seche und sieben Uhr zum Tee erwartete. Toilette hatte er bereits gemacht. Unter dem eleganten Sommerülberzieher den Smoking nebst seiner Wäsche und Lackschuhen. Nur der Zylinder sehlte noch. Der ließ sich dann rasch noch gegen den stelfen Filz vertauschen, wenn er per Auto über Schöneberg nach dem Prager Platz uhr. In dem kleinen Kafseo, das der Einfahrt von Heinrich August Brömmtelmann gegenüberlag, wartete er, bis die Uhr fünf schlug und bis, einer nach dem andern, das Kontorpersonal der Firma herauskam. Der jüngste sunge Mann war der erste. Der halte es eilig! Strich sich unternehmend über die Stelle, wo der Frühlingstraum ets Schnurrbacts keimte, und(prang mit einem Salto mortale auf die vorüberfahrende Elektrische hinauf. Viel Vergnügen für den Rest des Abends! Nach ihm kamen ein paar andere. Dann Hieronymus Körte, grämlich und gis tig wie immer, und danach einer, den Rudolf Müllenhof nicht kannte. Ein schmalbrüstiger Dreißiger, dan man den sorgenvollen Familienvater auf hundert Schritte ansah. Aha, sein Nachfolger, der neue Korrespondent. Nun, zu etwalger Eiseksucht wäre da kein Grund gewesen.— Aber das Spottlächeln, womit er hinter den gelben Stores hervorspäte, kam dem schönen Rudi nicht von Herzen, und es schwand vollends von seinen Lippen, wie nun auch Käthe Ellert als letzte unter der Einfahrt hervor auf die Straße trat. Als letzte— wie fast immer. Aber eilig schien sie's darum nicht zu haben. Sie ging Schrilt für Schritt, die Augen gesenkt, und so was Stilles tag über der anmutigen Gestalt im schlichten, dunkeigrauen Kleide, daß Rudolf Müllenchof wieder den leisen, schmerzhaften Stich verspürte, den er in diesen beiden letzten Wachen so manches Mal empfuden, wenn die Erinnerung an Käthe Eilert plötzlich wie eine packende Hand in ihn hineingriff. Aber als er gestern den Eutschluß gesußt, sie noch einmal zu sehen, da halte er sich gegen solches Hineinfassen mit allem Widerstand gewappnet, und so war's auch jetzt nur sekundenlang, daß noch einnzal in ihm die Saite schwang, die er ein für allemal zum Schweigen bringen wallte— bei sich und auch bei ihr. Er war aus dem Kafsee auf die Straße getreten, ging hinter Käthe Eilert her, bis an der nächsten Straßenecke die Trambahnhaltestelle kam und ihr Weg in die breite baumbestandene Treptower Chausses einbog. Da hatte er sie mit ein paar raschen Schritten eingeholt und zog den Hut. „Guten Tag, Fräulein Eilert!“ Sie fuhr herum; er sah, wie lhr ein Erzittern durch den Körper rann, und ein Lächeln ergoß sich über ihr Gesicht und badete es wie mit Sonnenschein. „Oh— Sie!"— „Ja, ich“, sagte er und stand vor ihr, den Hut in der Hand, und hatte nur den einen Wunsch, ihr so schnell wie möglich dieses Lächeln vom Gesicht zu löschen, vor dem sich all seln Widerstand nicht lange behaupten würde. „Ich überlegte, ob ich Sie in Ihrer Wohnung aufsuchen dürfte, da fiel mir ein, daß ich die sa gar nicht wußle, und so mußte ich für dieses nochmalige Wedersehen schon die Straße wählen.“ Er sagte es in tadelloser Höflichkeit— höflich und frond und sah sie an, als wüßte er nichts davon, daß vor zwei Wochen sein Abschiedswort zu ihr das zärtliche leise:„Käthe— liebe, liebe Küthe"— gewesen war. Aber war denn das Überhaupt noch derselbe, der da vor ihr stand voll Eleganz vom Scheitel bis zur Sohle und so sehr„Herr“ vom Scheitel bis zur Sohle, als hätte er nie für knappes Monatslohn be# August Brömmelmann konditioniert. Wie wenn an einem Weihnachtshaum Licht um Licht verlöscht wird, so schwand von Käthe Eilert# Gesicht allmählich das helle Freudenleuchten, bis nur noch wie ein letztes hin und her zuckendet Flämmchen ein ängstliches kleines Lächeln zurückblieb, und dann war auch das jäh verlöscht, als Rudolf Müllenhof jetzt fragte:„Haben Sie noch ein mal ein paar Minuten Zeit für mich? Darf ich Si ein Stück des Weges begleiten? Ich fühle das Bedürfnis, Ignen über etwas die nötige Aufklärung### geben. Darf ich also?“ „Bitte!“ sagte sie nur und wußte, nun war's uu Ende— nun war's in aller Wirklichkeit zu Ende. Er machte zunächst an ihrer Seite ein paak Schritte, schwippte ein Rußkörnchen fort, das auf der Aermel seines hellen Ueberzlehers geflogen war, und begann dann ruhigen, fast geschäftsmäßigen Tones „Sie hatten mir einmal in bezug auf meine berwichene Anstellung bei August Brömmelmann gesaght, daß Sie's im Gefühl hätten, als passe diese Stellung nicht zu mir— oder ich nicht zu ihr. Und dam hatten Sie so unrecht nicht. Die ganze Brömmel mann=Episode war ein Scherz— infolge einer einge gangenen Wette, mit der ich's beweisen wollte, do ich sehr wohl befähigt sei, mir ohne alle anderen Hilfsquellen meinen Lebensunterhalt in getreit Pflichterfüllung mit meiner Hände Arbeit zu verdienen. Sonst hab' ich das Golt sei Dank auf i Art nicht gerade nöttg.“ Er sächelte ein w#ig umn schielte ste dann von der Seite an, ob sie denn no# immer in diesem abgewandten Schweigen verhartet werde. (Forts. folgt.) fue Freude em es darauf vern e5 der Beamt# halten hat? — Gegen die der letzten# Eergsnet mitunt Fs Wohnungen A#igen Versuche esische Landes die in Hess am Main, ##stehenden Jt2 cumgen und vterbringung dürsen. Ueber d## oier Zeit unric Reich##finan nweg distndlichen Bürder W. H., mißdandelten schwer und warsen ihn dann in den z. Zt. offeKabelgraben, Weitere Mißhandlungen wurden einen Straßenpassanten verhindert. — Wegen Geisteskrankheit mußte der Arbeiter von hier einer Heilanstalt bei Arnsberg zugen werden. — Ein sestenee Naturschauspiet war Mittwoch d in Hagen am Himmel zu sehen. Gegen 8¾ zog ein helleuchtendes Meteor mit langem, buntdigem Schwelf aus westlicher Richtung, in scheingroßer Nähe der Erde, seine Bahn nach Suden, nach wenigen Sekunden in den Wolten verpand. Wer hat in Gevelsberg etwas Derartiges bachtet? — Kindesmord. Am Seilersee in Iserlohn wurde einem ausgetrockneten Wassertümpel die Leiche m ausgetragenen Kindes gefunden. Der Leichn war stark in Verwesung übergegangen und bed sich in einem verschnürten, stabilen braunen ppkarion. Dem Stande der Verwesung entsechend, muß das Kind ungefähr 4 Monate im asser gelegen haben. Bei der anhaltenden Trockenwurde dann der Karton freigelegt. Trotzdem er noch unversehrt war, ergab sich, daß dem Leich##n der Kopf fehlte, sodaß auf ein unmer“ bliches zu####rdrechen zu schließen ist. An dem Karton befindet ein bahnamtlicher Aufklebezettel der Firma Hefezugsversorgungstelle in Haspe, Rudolf Schäfer. nnach ist der Karton am 31. März d. S. von imm(Wests.) als Expreßgut nach Vogelsang aufgeben worden. Das Verbrechen dürfte also in Vosang seinen Ursprung haben. — Die Hinaussetzung der Poslzeistunde. Die grechungen zwischen den Vertretern des Reichs Preußens haben zu dem Ergebnis geführt, daß Reichsministerium des Innern, dem auf Grund nes Kabinettsbeschlusses die Durchführung der nolendig werdenden Bestimmungen über die neue slzeistunde obliegt, eine Verordnung, die dann von ergen übernommen und durchgeführt würde aausgegeben wird, und zwar etwa folgenden Inus:„Es soll der Paragraph 3 der alten Beranneichung sofort aufgehoben und den Ländern zwecks heitlicher Regelung der Polizeistunde anheimgeden werden, kraft der ihnen zustehenden Polizeihodie Polizeistunde für Kassees, Gast= Speise= und hantwirtschaften regelmäßig auf 12 Uhr und ein in der Woche am 1 Uhr festzusetzen. Für bedere Bezirke, z. B. Großstädte und Bäder, kann, enn das Bedürfnis nachweisbar ist, die Octspolidhörde eine Verlängerung bis 1 Uhr auch an ven gen Tagen in Aussicht nehmen. — Westsälische Demokraten über Teuerung und hue. Der Bezirksvorstand der Deutsch=Demokrahen Partei Süd=Westfalens bittet die Parteileitung, u fortschreitenden Teuerung und der dadurch herwgerujenen Bewegung in den Kreisen der Beamten, westellten und Arbeiter ihre volle Aufmerksamkelt midmen und nötigenfalls rechtzeitig auf die Rekrung einzuwirken, daß die geeigneten Maßnahmen mossen werden, um berechtigte Forderungen der deitnehmer zu erfüllen. Unter voller Würdigung ir unheilvollen Rückwirkungen auf unsere darniedergende Volkswirtschaft, erachtet er es im Interesse Staatsautorität für unbedingt erforderlich, daß ie Regierung von sich aus rechtzeitig die nötigen schritte tut und sich nicht wieder von den Ereignissen zerraschen läßt. — Zur Bogrenzung der Umsatzsteuer hat der lichsfinanzhof neue Urteile gefällt. Der Verkauf nis gewerblichen Unternehmens im ganzen durch Inhaber ist nicht umsatzsteuerpflichtig. Es hanill sich dabei um kein Hilfsgeschäft innerhalb einer bständig ausgeülbten gewerblichen Tätigkeit. Diede Rechtsaufassung hat der Finanzhof schon einmal nweten. In einem anderen Beschluß hat der Hof vrkannt, daß Gemeinden bei der Abgabe von Lemmitteln, die nicht mehr der Zwangswirtschaft erliegen, auf Lebensmittel oder besondere Verlungskarten an selbständige Verteilungsstellen zum ertricb an die Bevölkerung, somtt ohne Schädigung er Behinderung des freien Handels Anspruch auf steuerbefreiung durch Anerkennung der Gemelnützigtein haben. — Der lange Bureaukratenzopf. Auf der Postse einer Preußischen Kasse wurde kürzlich einer zeu vor ran am not Neeris 584 rogterungen eine Reibe allgemeiner dezüglich der Behandlung des Notgeldes zugehen lassen. Darnach wird mit allen Krüften die Ausprägung von Kleinmünzen zur Befriedigung des Zahlungsverkehrs durchgeführt. Insolgedessen soll die Ausgabe von Notgeld, wie dies durch Kommunalverbände, Gemeinden, Handelskammern geschlebt, derart eingeschränkt werden, daß mit Ende d. O. die Zulassung des Notgeldes im Zahlungsverkehr aufhört. Genehmigungen zu Neuausgaben sind nicht mehr zu erteilen und die Gemeinden sind zu veranlassen, bis Ende dieses Jahres die Einlösung des Notgeldes aufzurufen. Bei der Verschiedepheit der Verhältnisse und den wechselnden Bedürfnissen des Zahlungsverkehrs wird sich die Einziehung des Rotgeldes nicht einheitlich ordnen lassen. Die daperische Landesregierung hat die Außerkurssetzung des Notgeldes für den 1. Januar 1922 und dessen Einlösung bereits angeordnet. Für Preußen liegen den Reglerungspräsidenten die bezüglichen Anordnungen ob. — Urkunden nur mit Tinte schreiben! Beim Publikum hat sich der Brauch eingebürgert, Urkunden lweise mit Kopierstift zu schreiben oder zu unterzeichnen. Der Minister des Innern weist deshold in einem Erlaß darauf hin, daß die Ausfertigung öffentlicher Urkunden mit Tinte erfolgen muß. En dem Erlaß wird festgestellt, daß von einer Verwendung des Bleistifts niemals die Rede gewesen sei. Die Selbstverständlichkeit des ausschließlichen Gebrauchs von Tinte gehe auch daraus heroor, daß die Staatsregierung immer wieder wie für das Papier, auch über die chemische Beschaffenheit der Linten Eihebungen angestellt und Mindestforderungen festgelegt habe. Bei öffentlichen Urkunden werde ein besonders strenger Maßstab angelegt. Die Standesbeamten sollen angewiesen werden, nach wie vor Personenstandsurkunden nur mit guter Urkundentinte zu schreiben. Die Rot der Kleinreniner und Alten. In einer jüngst erschlenenen größeren Abhandlung schreibt Frl. Mathilde Planck, Mitglied des Württemb. Landtags, über die Not der Kleinrentner. Sie erwähnt darin, daß für die nicht kleine Zahl derselben eine außerordentliche Rotlage vorhanden sei. Das größtenteils in treuer Arbeit ersparte kleine Vermögen, das als Sicherheit für das Alter gebacht war, ist erst durch große Kapitalabgaben beträchtlich verringert, dann der Zinsertrag durch die Geldentwertung vollig unzureichend geworden, so daß ein jeder gezwungen ist, vom Baren zu leben. Die neue Teuerungswelle wird diese Lage zu einer unerträglichen gestalten. Du weist denn Frl. Planck auf eine wohlorganisierte Selbsthilfe hin, wie sie durch die „Gemeinschaft der Freunde"(nicht zu verwechseln mit den Quäkern) geschaffen ist. Diese will in durchaus gemeinnütziger Weise Altersheime, Kleinrentner= Heime, Kleinrentner=Siedelungen schaffen, in denen durch gegenseitige Handreichung unter Aufrechterhaltung größter persönlicher Selbständigkeit nicht nur billiges Heim und billige Wohnung, sondern Selbstversorgung und Selbsterhaltung in unabhängiger Form durchgeführt wird. Alle, die für dieses gemeinnützige Unternehmen Interesse haben, erhalten Auskunft durch die Geschäftestelle der Gemeinschaft der Freunde, Heilbronn a. N., gegen Einsendung von 1,20 M. Weife von Bigerrercheimerbeitern in Spetigs bei Herford erworden und der Verzollung entzogen hatte. Die Zigarren wurden beschlagnadmt; edense ein# Presse, die dazu diente, den Zigarren eine bestimmte Form zu geben. Um eine Verdunkelung dee Taibestandes zu verhitten, wurde ein als Hehler verdächtiger Mann verhaftet. * R a d e v o r m w a l d, 1 8. A u g.( U n t e r d e n S t a c h e l n von Insekten.) Im benachbarten Im Hagen wurde eine junge Dame von ausgeschwärmten Wespen überfallen, sodaß sie nicht mehr weiter gehen konnte. Knaden hatten den gereizten Tieren doe Rest teilweise zerstört und sich aus dem Staube gemacht. Die Dame wurde in ihre Wohnung gebracht, und in ärztliche Behandlung gegeben. Gerichtssaal. der allen Gübnerbettern aufalbt, undebinat bafät zu orgen, daß die Hähne abends so untergebracht mor. den, daß sie nicht mehr durch vorlautes Kröden#### Nachtruhe ftören können. Dieser„Hahnen=Ukas“ de in den Kreisen der Hühnerhalter revoltierend gewirkt. Sie erschlenen zu Tausenden auf dem Plan um gegen eine derartige naturwidrige Verordnun, Verwahrung einzulegen, indem sie erklärten, kei nerlei Macht zu besitzen, ihren Gockelhähnen de Krähen zu verbieten. Spaßvögel stellten dem Magi strc anheim, allabendlich die Ratsherren mit Drat und Plomblerzange auf die Hühnerhöfe zu enssent den, um den Hähnen die Schnäbel für die Nacht s## zusagen amtlich zu schließen. An die zwanzigtausen Hühnerhalter haben auf diese Weise protestiert, un ganz Groningen ist gespannt, ob der Magistrat die ser Armee gegenüber festbleiben wird. Das vertierte Franzesentum. Ueber eine furchbare Tragödie, die sich in der in der Nähe von Compisgne gelegenen Dorse Ribe Remscheid, 18. Aug.(Als Vertrauenemann) des Ausschusses zur Beschaffung von Lehenamitteln für die Beamten des Remschelder Hauptpostamte haite!. Iu. Septemben 1014 sugetragen hat ein Oberpostsekretär Unserschlagungen begangeg und“2/4 Warislen“ Am Abend des 15. durch die Annahme von Provisten sich auch der Un=:221“t Porlserg. Lo, Hert doet ue reue schabg gemacht. Do, besge. Schosengerlch. 4.12 S“ eisnem Heste Hörgaermelster gederende verurteilte ihn zu einer Woche Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe, Vermischtes. * Voerde, 18. Aug.(Die neue Lustharkeitste ordnung) ist seitens der Aufsichtsbehörde genehmigt worden und nil nunmeh: in Kraft. Die Orrao##, Lrat m Unehanse zur En sicht auf. * H a t z l i n g h a u s e n, 1 8. A u g.( P e r s o n e n= K r a f t p o s t.) Nachdem die jahrelangen Verhandlungen der interessierten Gemeinden als gescheitert zu betrachten waren, ist es nun doch noch gelungen, eine AutobusVerbindung Bommern—Denkmas—Haßlinghausen —Kirche herzustellen. Der Verkehr wurde Sonntatz, 24. Juli, ausgenommen. Ab Bommern=Denkmal fahren täglich 7 Wagen und zwar 7,50 Uhr und 11 Uhr vorm. und 12,50 Uhr, 3 Uhn, 6,50 Uhr, 9 Uhr, 11 Uhr nachm. Hiervon werden zwei bis Haßlinghausen durchgeführt und zwar die Wagen 7,50 Uhr Karl Lanz Donnerstag früh ist der Mitinhaber der weltbekannten Firma Lanz in Mannheim, Kammerzienrat Dr. Karl Lanz noch langer Krankheit im Alter von 48 Jahren gestorden. Dr. Karl Lanz war Vorsitzender des Deutschen Luftflottenvereins und Vizeprädent des Motorjachtklubs von Deutschland. Durch seine Unterstützung konne der Erfinder Schütte seine Luftschiffe unter dem Namen Schütte=Lanz in Mannheim bauen. Durch seine Initiative wurden nach dem Tode Heinr. Lanz von der Familie viele Millionen gestiftet, so für ein Krankenhaus, für ein Kindererholungsheim, eine Miltion für die akademischen Wissenschaften der Universität Heidelberg, die ihn zum Ehrendoktor ernannte, ferner für die technischen Hochschulen in Karlsruhe und Darmstadt, sowie für die Geusche Landwirtschaftsgesellschaft. Bilder aus deutschen Gefangenlagern, Der Weltfrieden=Verlag in München(Direktor Dr. Brüders, Königinstraße 107) gab ein farbiges Album aller Volkstypen heraus, die gegen Deutsc land in Waffen standen. Es handelt sich ausschließ lich um Originalaufnahmen. Man muß diese australischen Ureinwohner, diese Tungusen und Haarknoten tragenden Siths, diese Gurthas und Garywals aus dem Himalaya, diese Mulatten aus FranzösischGuyana, diese Senegalneger mit dem Dosch i#n Maul, diese englischen Kru=Neger, diese Senegamvier und Konsorten unbedingt als Deutscher einmal alle beseinander gesehen haben, um zu begreifen, daß wir Deutschen die„Hunnen“ und die„Barbaren“, die„Unzioilisierten“ und die„Boches“ waren, gegen die unsere Feinde zur Rettung der„Zioilisation“ zu Felde ziehen mußten. Sollde nicht in jeder Stadt sich eine Stelle finden, wo man das Album erwirbt und zur öffentlichen Einsicht auslegt?. Oder sollte man diese vorzüglichen Bister nicht in vielbesuchten Räumen aufhängen können, damit das deutsche Volk von den Wohltätern der Welt mit eigenen Augen einen Eindruck empfängt? Ruhr und Cholera in Oberschlesien. Infolge der mangethaften Grenzabsperrung nach Polen herrscht in Oberschlesien die Ruhr und Cholera derart, daß in sehr vielen Orten die Schulen nicht imstande sind, den Unterricht aufzunehmen. Karf, ein Oit von 7000 Einwohnern, hat täglich vier bis seche Tole. Mehrere hundert Personen liegen krant darnieder. Halbiniliionen-Gehälter in der Konfektion. Der„Konfektionär“ berichtet, daß Jahresgehälvorm. und 3 Uhr nachm., während die übrigen Wa ter für Direktricen in Höhe von 200 000 Mark an gen nur bis Scheideweg fahren. Ferner fährt ein der Tagesordnung seien. Kürzlich soll man sogar Frühwagen vorm. 5,05 Uhr ob Wirtschafd Sonnen= einer Direktrice ein Gehalt von 500000 Mark geboschein bis Scheideweg, wo er 5.45 Uhr eintrifft, Zu ten haben, wenn sie zu einer anderen Firma überrück fahren Wagen ab Haßlinghausen bis Bommern#rate. Unter 36 000 Mark seien in Berlin selbst kleine brach in einem dem Bürgermeister gehörende# Schuppen ein Brand aus. Der Verdacht der Brand stiftung lentte sich auf einen jungen 18jährige## Mann namens Camille Caron, der dem Bürgermetster einige Tage zuvor im Laufe einen Streites dam gedroht hatte, sein Haus in Brand zu stecken. C. wurde bei seinem Onkel in einem benachbarten Ort entdeckt und zur Brandstätte geführt, wo er ein Geständnis ablegte. Nach dem Verhör wurde er in Erwartung des endgültigen Urteils in das Spritzen haus überführt. Er soll sich da folgende schrecklichSzene abgespielt haben: Man zog Caron zur Brand stätte, wo er zunächst mit Faustschlägen, Steimpürfen und Hacken niedergeschlagen wurde. Dann hätte man ihn in einer Häuserecke gekreuzigt, wobel die überragenden Unterarme abgeschnitten wurden. Zuletzt sei dann Caron in den noch glimmenden Rutnenhausen geworsen worden.— Schade, daß man da# nicht auf Rechnung den„Hunnen=Boches“ setzer kann, Pest in Parte. Wie„Petit Journal“ meldet, sind in Parie In Juli drei Pestfälle festgestellt worden. Die Erkrank ten sind aber sämtlich wieder dergestellt. Anfang August wurde ein neuer Pesttranker in ein Kran kenhaus eingeliefert, dessen Zustand sich ader in zwischen gleichfalls wesentlich gebessert hat. Bahannfälle. In Finnland flog ein Personenzug, der auch zin transportierte, bei Lugo in die Luft. Von 82 M. sende wurden 68 getötet.— In der Nähe von## drid stieß ein Personenzug mit einem Güterzug sammen. Vier Personen wurden getötet und rere schwer verletzt. Städte und Dörser in Ascho. Der Londoner„Dasly Expreß“ meldet, daß Ruf and von ungeheuren Feuersbrünsten heimgesue wird Ganze Städte, Dörser und Wölder sind angbrannt. Da die Feuerwehr der Katastrophe os gege übersteht, sind Feuerwehrzüge der Eisendat eingerichtet worden, die im Falle der Not sofort# die Brandstellen abgehen sollen. Die letzten„techn schen Neuhetten“, die für die Bekämppfung des Feuer zur Verfügung gestellt werden, sollen aber lediglie in Propogonda=Literatur bestehen. Von Wegelagesern erwerdel. Der amerikanische Milllonör Siegmund Eisen drach wurde von Straßenräubern erschossen, ale e# ihnen Widerstand leistete. Auf dem Polverfaß. Das Fort Caßzelu, welchen einon Teil der Festungswerke von Butarest darstellt, ist in die Quft geslogen. Das Fort war mit Explosiostoffen und Munition vollgepfropft. Die Explosionen dauerten die ganze Nacht hindurch an. Die Zahl der Opfer i## noch unbekonnt. bis#deren Kasse davon Mitteilung gemacht, daß der Denkmal 9,80 Uhr vorm. und 4.55 Uhr nachm, und Kräfte nicht zu haben. Gehälter von 150 000 bis kamte so und so infolge anderweiter Berechnung ab Scheideweg vorm, 6,35 Uhr, 10,10 Uhr, 12 Uhr, 1920 noch 0.04 Mark, sage und schreibe vier nachm. 2,10 Uhr, 5.35 Uhn, 7,35 Uhr und 10 Uhr. sennig Gehalt zu wenia bekommen hätte. Die Außerdem.fährt ein Frühwagen ab Stöter. Bommerveite Kasse wird gebeten, diesen Betrag gegen holz 4,50 Uhr, bis Wirtschaft Sonnenschein, wo er mittung auszuzahlen. Das Meisterwerk des St. 5 Uhr eintrifft, Geaukratius, diese Postkarte war nämlich mit 40— freigemacht; die um die Auszahlung ersuchte asse vernendet als Qulttung ein Formutar, das 10 Ve. kostet, schickt die Quittung mittels Brief an die suchende Kasse zurück, legt 60 Pfg. für Porio aus. amit hat St. Bureaukratius mal wieder ein Stückvollbracht, über das mancher noch lange seine le Freude empfinden wird. Und wieviel Arbeit Freitag, 16. August. Tonbild-Theater: Neues Programm Samstag, 20. August. 200 000 Mark gehörten nicht mehr zu den Ausnahmen Das Ende der Sportbanken. Die Kriminalpolizei hat bei sämtlichen Svonkonzernen in Berlin im Auftrage der Staatsanwalt# schaft Haussuchungen eingeleitet. Die Inhaber mehrerer Sportkonzerne sind geflüchtet. In Berlin sind am 15. August bei den größeren Konzernen die fälligen Dividenden noch ausbezahlt worden, während die kleineren Firmen bereits ihre Schalter geschlossen haben. Der über das ganze Deutsche Reich verbrei Turnen, Sport und Spiel. Elaen deutschan Rekord im Distunmerfan erreichte bei den leichtathletischen Wettkämpfen in Bingen der Frankfurter Werfer Steintrenner mit 44,61 Meter. Den Weltrekord im Diekuswerfen####### seit 1913 der Finne Taipale mit 46,27 Meter. Kunst und Wissenschaft. Aufgesundener Schiller=Beief. Bei der Ordnung des Nachlasses der in berg verstorbenen Freifrau von Forkendeck wurde unter vielen anderen Antiquitäten ein Originaldrie aus den letzten Lebensjahren Schillers gefunden. leg darauf verwendet worden sein, um festzustellen, des Jubelfestes im Vereinszimmer. 55 der Beamte 4 Pfg. im Jahre 1920 zu wenig Deutscher uggntund: Mat chalten hat? — Gegen die Rollonierung von Jugendherbergen. n der letzten Zeit ist aus Anlaß der großen Wohingsnol mitunter versucht worden, Jugendherbergen Wohnungen für Familien einzurichten. Um derligen Versuchen entgegenzutreten, hat jetzt das esische Landesamt für Bildungswesen angeordnet, e5 die in Hessen, Im Odenwald, auf dem Vogels8 Uhr Besprechung nuad haf beim ulständigen Amlagerlch, seine diaulDeutscher Jugenbbund: Nachm. 3¾ Uhr Treffen am Nirgena zum Ausflug. Westfalen und Rheinland. und hat beim zuständigen Amtsgericht seine Ligu## dation angemeldet. In einem Rundschreiben an die Gläubiger wird behauptet, daß den Passiven von 36 Millionen Mark angeblich Aktiven von 48 Millionen Mark gegenüberständen. In dem Schreiben wird als Ursache der Liquidation die Beschlagnahme von Millionen durch die Finanzämter wegen SieuerBreckerfeld, 18. Aug.(Drei Schützenkönige in hinterziehung angegeben. mu. Dieser se.#n Jufall ist hier bei der Frühmergenumo Fitige und Schmale ingetreten, zer Mun Fahmorgent, wim., „ haber der Firma Franz Fittig ist Schützenkönig des Der Magistrat des durch seine Honigkuchen be0 am Main, an der Lahn, und im Fuldagediet Schützenvereine Breckerfeld. Schutzentönig des kannten holländischen Städtchens Groningen duldet nichenden Jugendherbergen als gemeinnützige Ein= Junggesellenvereins wurde der bei der Firma de= keinen Lürm zu nachtschlafender Zeit. Außer prage„uden und Gebäude anzusehen sind und nicht zur schäftigte Wilhelm Wallbrecher. Der füngste Schützen= und Antwortspfel krähender Höhne vernimmt man erdringung Wohnungssuchendet verwendet wer könig Ernst Schmolzer ist auch dort beschäftigt. für gewöhnlich keinen Leut. Aber selbst dieser Hahmn bürsen. hatliagen, 16. Aug.(Bei einer Haussuchung) nengesang siel dem Magistrat auf die Rerven, und Ueber die Einziehung der Rotgeldes sind in in einem Zigarrengeschäft auf dem Steinhagen wur= in Anbetracht des Umstandes, daß in Groningen und icker Zeit unrichtige Mitteilungen verbreitet worden, den rund dreieinhalb Tausend Zigarren ent= Umgebung außerordentlich viel Hühnerzucht getrieden Reichofinanzministerium hat kürzlich den Länder= deckt, die der Geschäfteinhaber auf unrechtmäßige wird, lohnte### sich schon, einen Besehl zu erlassen, Wirtschaftlicher Teil. Die Einnahmen aus dem Branntmcinmonspel, Das neue Branntwein=Monopol=Gesetz stellt den Grundsatz auf, daß das Monopol nich eine feste, sondern eins nach oben bewegliche Hektoliter=Einnahme herauszuwirtschaften hat und der Mindestsotz de Hektoliter=Einnahme auf 4000 Mark für 100 Liter zu bemessen sei. Die Hektolider=Einnahme sol nach der Marbtlage, nach den vorhandenen Beständen###w. höher bemessen werden können. Auf die ims gestendin Gesetz vorgesehene Einrichtung eines Auche gleichssonde wird verzichtet. ee Verantwartlich für die Schriftleitung: Rudelp## Waschmann, für d. Anzeigen= und Reklameteit Wilt, Herkenräder, beide in# Gevelabern Steuermahnung. An die Zahlung der rückständigen Beträge des II. Quartals der vorläufig festgesetzten Reichseinkommensteuer, des Reglschulgeldes. des 1. Halbjahrs der Hundesteuer, der Handwerkskammer= beiträge sowie Viehleuchenabgabe wird mit dem Bemerken erinnert, daß Zahlungen ohne Kostenberechnung nur bis zum 23. ds mis. erfolgen können. Besondere Mahnungen durch Zustellung von Erinnerungszetteln erfolgen nicht mehr. Zahlungen durch Ueberweisungen müssen so rechtzeitig erfolgen, daß sie bis zu diesem Termine der Kasse bekannt sind. Schecks und Anweisungen auf Banken werden in Zahlung genommen Girokonto Reichsbank, Bankkonto Barmer BankVerein und Sparkasse hler. Gevelsbera, den 17. August 1921. Die Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde. J. V.: Neveling. Ab heute Freitag! Die brillanten Filmwerke: Spa Ollau in dem ergrellenden Drama: Die Amazone. Barru Hill der große Detektiv In: Der Erpresser. Detektlv-Sensation in 6 Akten. Heute eingetrosfen: Ein Waggon Einmachbirnen. Zuckerbirnen 10 Pfund 18.— Mark Bergamollebirnen 10„ 20— Speckbirnen 10" 22— Spallerobst 3.— Zentnerweise billiger. Nur gepflückte Ware. Fritz Asbeck, M ½ Mn „Freie Schwimmer“ Gevelsberg = 0 allläls-K finden Sie stefs frisch gebrannt und preiswert bel Wwe. Ernst Schulte Mittelstralle 72 Mittelstraße 72 Zucker (Aristall) 10 Dfund 50.— Mif. 1„" 5.20 Germania-Drogerie Fernruf 736. Herm. Röhler Pernruf 736. Sonntag, den 21. August, abends 7 Uhr Im städtischen Strandbad: Großes volkstümliches verbunden mit italienischer Nacht unter Mitwirkung des „Barmer Bruder-Vereins“, Aus dem Inhalt des Programme Jugend-Reigen, Wasserhallsplele, Pantomimen. Bel Dunkelheit. Springen, lebende Gruppen, Fackel Reigen bei großer bengalischer Beleucht g. Nachdem: Grosses Feuerwerk. 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