Westfälische Allgemeine Unser Blatt erscheint werktäglich. Es kostet voo Woche 50 R.=Psennig einschl. Trägerlohn. Die Einzelnummer 10 R.=Pfennig. Geschäftsselle und Schriftlettung Dortmund, Kielstr. 5, Fernruf 913 oder 914. Postscheckkonto: Dortmund Nr. 4237 Nr. 106 Dortmunder Arbeiterr Zeitung Blatt der Sozialdemokratischen Partei für Dortmund-Hörde der feetan, Gewersschaften, des Arbeitersportkortells und der Reichsbanpsse Leggallation D Anseigen un Wiattorichesten v7, Gusshlog Freitag, den 7. Mai 1926 37. Jahrgang Anzeigenpreis, 1 mm doch, 27 min dreit, 16 R.=Pfg. amtliche und auswärtige 20 R.=Pfg., Rellamen Bmm breit 70 R.=Pfg., Arbeitsmarkt u. Famillenanzeigen 10 R.=Pfg. Luther muß gehen! Sozialdemokratische Interpellation zur Flaggenverordnung Berlin, 6. Mai. Die von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eingebrachte Interpellation über die Flaggenverordnung, die am nächsten Dienstag zur Besprechung kommen soll, hat folgenden Wortlaut: Ist die Reichsregierung bereit, Auskunft über die Beweggründe zu geben, die den Reichskanzler zur Gegenzeichnung des Flaggenerlasses veranlaßt haben? Hält die Reichsregierung den Erlaß mit dem Sinn der Reichsverfassung für vereinbar? Fürchtet sie nicht, daß der Erlaß, statt zur Versöhnung beizutragen, die Gegensätze innerhalb des deutschen Volkes vertiefen wird? Ist ihr endlich bewußt, daß das Hissen der Flagge des Kaiserreiches die fremden Regierungen zu Schlußfolgerungen veranlassen kann, die der auswärtigen Politik des Reiches abträglich sein würden? * Mißstrauensantrag gegen Luther Die sozialdemokratische Fraktion wird bei der Interpellationsdebatte über die Flaggenfrage folgenden Antrag einbringen: Der Reichstag mißbilligt die Verordnung vom 6. Mai d. J. über das Hissen der Flaggen auf den Gebäuden der deutschen Missionen im Ausland und spricht dem Reichskanzler, der die Verordnung gegengezeichnet hat, das Mißtrauen aus. * Die Demokraten für den Misstrauensantrag? Die demokratische Fraktion beschloß, an ihrer ablehnenden Haltung in der Flaggenfrage festzuhalten. Sie wird, so wird in demokratischen Kreisen erklärt, für den sozialdemokratischen Mißtrauensantrag stimmen. Dem Reichskanzler sei Mitteilung gemacht worden. Ueber das Verbleiben der demokratischen Mitglieder in der Reichsregierung wird erst nach der Entscheidung am Dienstag im Reichstag entschieden werden. * Einberufung des Zentrumsparteivorstandes. Laut„Germania“ ist der Parteivorstand des Zentrums für nächsten Montag nach Berlin einberufen worden. Gegenstand der Beprechungen wird die durch Aufrollung der Flaggenfrage aufgeworfene politische Lage sein. Der Bund der Auslandsdeutschen für Luther. Eine Entschließung des Bundes spricht aus, die neue Flaggenverordnung entspreche dem langgehegten Wunsche der Auslandsdeutschen. (Wir zweifeln sehr, daß der Bund der Auslandsdeutschen in diesem Falle sich das Recht herausnehmen darf, im Namen aller Auslandsdeutschen zu sprechen.) * Neues Luftfahrtabkommen Wegfall wiederkommender und drückender Bestimmungen für Deutschland. Ueber das Luftfahrtabkommen, dessen Paragraphierung für heute abend in Paris erwartet wird, teilen die Blätter mit, daß das Abkommen die gänzliche Aufhebung der Begriffsbestimmungen für die deutsche Luftfahrt vorsieht. Sowohl die Motorenstärke als auch die Flughöhe sind künftig auch für die deutsche Luftfahrt unbeschränkt. Lediglich die Einschränkungen über die militärische Luftfahrt werden auch künftighin beibehalten, und zwar unter einer Garantie seitens der Reichsregierung. Der Reichswehr soll jedoch gestattet werden, 72 Reichswehrangehörige als Verkehrspiloten ausbilden zu lassen. Weiter darf sich die Reichswehr künftighin am Luftschiff beteiligen. Das Abkommen gibt ferner den Luftschiffbau völlig frei, sodaß also die Luftschiffhalle in Friedrichshafen nicht zerstört zu werden braucht. Auch im besetzten Gebiet darf Deutschland in Zukunft Flughäsen unterhalten. Nach den Vereinbarungen über den künftigen Luftverkehr soll zwischen Berlin und Paris ein Luftverkehr eingerichtet werden. Frankreich erhält ferner das Recht, von Straßburg über Fürth nach Prag einen Luftverkehr einzurichten, während Deutschland eine Luftstrecke über Südfrankreich nach Spanien einrichten darf. * Abbruch der Friedensverhandlungen in Marotto Paris, 6. Mai. Die Friedensverhandlungen, die in Udschda mit den Rifdelegierten geführt wurden, sind abgebrochen worden. * Rechtskabinett in Polen? Warschau, 6. Mai. Der Obmann des christlich=demokratischen Seimklub, Chasinski, hat versuchsweise den Auftrag zur Kabinettsbildung übernommen. Seine Bemühungen bewegen sich vorläufig in der Richtung, eine Mehrheit aus den Rechtsparteien und der Mitte zu schaffen. Die polnischen Linksparteien haben eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, worin sie eindringlich vor dem Versuch warnen, eine auf eine derartige Basis gegründete Regierung zu ersichten, da dies katastrophale Folgen für das Land nach sich ziehen Deutscher Reichstag 195. Sitzung vom 6. Mai, nachmittags 2 Uhr. Nach debatteloser Annahme eines deutsch-belgischen Abkommens über die Ausübung der Heilkunst in den Grenzgemeinden, kommt der über die Enteignung der Fürstenvermögen zur zweiten Beratung. Dazu liegen die schon bekannten Antröge des Zentrums, der Demokraten und der Völkischen vor und der kommunistische Mißtrauensantrag gegen die Reichsregierung. Der völkische Antrag führt den Titel:„Entwurf eines Gesetzes über Enteignung des Vermögens der Bank= und Börsenfürsten und anderer Volksparasiten.“ Abg. Pfleger(Bayr. Vpt.) berichtet über die Verhandlungen des Rechtsausschusses, in dem sämtliche Gesetzentwürfe und Anträge abgelehnt wurden. Scheidemann(Soz.) Der negative Ausgang der Ausschußverhandlungen hat gezeigt, daß die Ausschußüberweisungen nur den Zweck der Verschleppung hätten. Die Rede des Grafen Westarp ist inzwischen von der Presse der Rechten übersteigert worden. Ein gehässiger Ton ist in dem Kampfe um die Fürstenabfindung von der rechten Seite hereingebracht worden.(Widerspruch und Lachen rechts.) Die Deutsch= nationalen reden von der Beraubung der Fürsten. (Lebhafte Zustimmung bei den Deutschnationalen.) Nein! Wir wollen das Volk bewahren vor der Beraubung durch die Fürsten. (Gelächter rechts, Beifall bei den Soz.) Wir haben immer die Behauptung von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege scharf zurückgewiesen, aber auch die unsinnige Behauptung, daß Deutschland allein am Kriege unschuldig sei. Wenn das ganze deutsche Volk sich am Ausbruch des Krieges unschuldig fühlt, so muß man Wilhelm II. davon ausnehmen. Als im Haag der Versuch einer friedlichen Verständigung der Völker unternommen wurde, rief Wilhelm II.:„Wir müssen zwar mitmachen, aber wir pfeisen darauf!“ Tatsächlich wandte dieser Hohenzoller einen stärkeren Ausdruck an, der sich auf Reißen oder Beißen reimt. Als kurz vor dem Kriege der deutsche Botschafter in Wien sich um die Erhaltung des Friedens bemühle, verbot ihm Wilhelm II. das und schrieb die Randbemerkung:„Soll den Unsinn lassen, gehl ihm gar nichts an. Mit Serbien muß endlich aufgeräumt werden!“ (Hört! Hört! links.) Wilhelm II. hat auch durch seine landesverräterischen Briefe an den russischen Zaren die Verständigung mit England verhindert, die uns vor dem Weltkrieg bewahrt hätte. 1917 hat er durch seinen Kanzler Michaelis die Friedensmöglichkeit vereiteln lassen. Dieser Kaiser wurde, wie Holstein selbst schrieb, vom ganzen auswärtigen Amt für toll gehalten. Aus purer Feigheit ging er nicht einmal an das Krankenbett seines Sohnes in Potsdam, weil er Angst hatte, von dessen Lungenentzündung angesteckt zu werden.(Hört! Hört! links.) Am Hofe dieses Kaisers herrschte Verlogenheit, Korruption und Bauchrutscherei. Dieser Kaiser hat vom deutschen Volk in folgender Weise zu sprechen gewagt:„Ein solches Lumpenpack soll man nun regieren!“ Flucht der Deutschnationalen. Bei diesen Worten springt der Abg. Graf Westarp(Dntl.) auf und ruft dem Redner erwas zu, was auf der Tribüne unverständlich bleibt. Er verläßt den Saal und die übrigen deutschnationalen Abgeordneten folgen ihm unter höhnischen Rufen der Linken. Nur der deutschnationale Abg. Dr. Everling kehrt in den Saal zurück. Abg. Scheidemann fortfahrend: Graf Westarp hat eine feine Nase, er geht in dem Augenblick, wo ich mich mit ihm beschäftigen will. Diesen Grafen Westarp sahen wir während des ganzen Krieges jeden Tag in Uniform mit umgeschnalltem Säbel in den Reichstag kommen. hier redete er auch für weitere Eroberungen. Den letzten Tropfen Blut wollte er dafür vergießen— lassen durch diejenigen, die draußen kämpften. Während die Sozialdemokraten in der Stunde des Zusammenbruchs die Einheit des Staates sicherten, haben die Deutschnationalen sich verkrochen. Der Weg der deutschnationalen Politik ist gekennzeichnet durch feige Morde, durch Putsche und Beschimpfungen der Republik. Es geht ums Sein oder Nichtsein der Republik. Die jüngste Fahnenverordnung der Reichsregierung muß angesehen werden als eine bewußt autirepublikanische Kundgebung. Herr Luther hat damit den Beweis erbracht, daß er kein Politiker ist. Er ist von allen guten Geistern verlassen.(Zustimmung links.) Obwohl ihm gesagt wurde, daß Demokraten, Sozialdemokraten und Zentrum die Verordnung ablehnen, hat er es jedoch gemacht und damit der ganzen Weimarer Koalition den Fehdehandschuh hingeworfen. Das Ausland muß ja lachen über eine Nation, die ihre Landesflaggen zur Auswahl in so verschiedenen Exemplaren aushängt. Nach der Reichsverfassung sind die Reichsfarben Schwarz= Rot=Gold, während Schwarz=weiß-rot zu den Farben der Putschiften geworden ist. Einen Sturm der Empörung hat diese antirepublikanische Verordnung erregt. Wir warnen Herrn Luther, er möge die Finger davon lassen, er wird sie sich verbrennen. Wir werden eine für diese Verordnung verantwortliche Regierung aufs Aeußerste bekämpfen. Einen Reichskanzler, der sich erlaubt. Schindluder mit dem zu treiben, was dem deutschen Republikaner heilig ist, den werden wir einfach nicht dulden. (Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Die Reaktion braucht die Monarchie und dafür solle die Republik das Betriebskapital mit den Fürstenentschädigungen liefern. Das lehnen wir an, wir nehmen den Kampf auf für die deutsche Republik, gegen die Fürsten und Putschisten.(Lebh. Händeklatschen bei den Soz.) Abg. Dr. Scholz(D. Vp.): Ich muß Verwahrung einlegen gegen Aeußerungen des Vorredners, die geeignet sind, die Gefühle eines großen Teils der Mitglieder dieses Hauses zu verletzen.(Beisall.) Diese Rede wäre höchstens am Platze gewesen, wenn den Fürsten aus Dankbarkeit eine Dotation gegeben werden sollte. Tatsächlich handelt es sich aber für uns nur um die Aufrechterhaltung des gleichen Rechts für alle. (Lachen links.) Der völkische Gesetzentwurf ist völlig unannehmbar, denn er enthält schon in der Ueberschrift Beschimpfungen eines Standes, der von höchster wirtschaftlicher Bedeutung ist für unser Vaterland.(Zuruf der Kommunisten:„Und für die Deutsche Volkspartei!) Auf die vom Vorredner angeschnittene Flaggenfrage kann ich jetzt nicht eingehen, weil sie nicht zum Gegenstand der Beratung gehört. Den Entwurf auf Enteignung der Fürstenvermögen lehnen wir ab, weil er dem Begriff des Eigentums und den Grundsätten des Rechtsstaats widerspricht.(Beifall bei der Deutschen Volksp.) Abg. Münzenberg(Komw.) hält den Sozialdemokraten vor, daß sie ursprünglich den kommunistischen Antrag auf Fürstenenteignung bekämpft hätten. Das Regierungsgutachten über den verfassungsändernden Charakter der Enteignungsvorlage sei nur ein politisches Manöver zur Erschwerung des Volksentscheids. Abg. Dr. Bredk(Wirtschaftl. Vereinigung) erklärt, seine Freunde würden für den Zentrumsantrag stimmen. In der Reichsverfassung fehle bisher ebenso wie im Bürgerlichen Gesetzbuch jede Bestimmung, mit der eine wirkliche Auseinandersetzung zwischen Staatsvermögen und Privatvermögen der Fürsten möglich ist. Dieses fehlende Schlußstück der Reichsverfassung muß jetzt hinzugefügt werden. Eher wird der Kampf in dieser Frage nicht aufhören. Wir lehnen die Enteignungsvorlage ab, stimmen aber dem demokratischen Aenderungsantrag zu, der den Enteigneten eine angemessene Lebenshaltung sichern will. Abg. Graf v. Westarp(Duakl.): Wir erkennen an, daß der völkische Antrag gewisse Ungerechtigkeiten ausgleichen will. Wir werden auch Maßnahmen in der Richtung des Antrages unterstützen, müssen aber den Antrag selbst ablehnen, weil er gegen den Begriff des Eigentums verstößt. Aus diesem Grunde lehnen wir auch sämtliche anderen Anträge zur Abfindungsfrage ab. Zu der aus aneinandergereihten Unrichtigkeiten bestehenden Scheidemannrede kann ich nur sagen: Häufen Sie nur Verleumdungen und Beleidigungen zu einem Berg. Er wird nicht das Maß der Verachtung erreichen, die wir für dieses Treiben empfinden.(Beifall rechts, Unruhe bei den Soz.) Abg. Dr. Frick(Nat.=Soz.) wendet sich unter großer Unruhe der Sozialdemokraten gegen die Rede des Abg. Scheidemann. Herr Scheidemann sollte lieber sagen, warum er nicht als Zeuge im Ebert=Prozeß erschien, obwohl er jetzt ganz gesund sei. Der Redner begründet dann den völkischen Gesetzentwurf auf Enteignung der Bank= und Börsenfürsten. Damit schließt die Aussprache. Es folgen die Abstimmungen In namentlicher Abstimmung wird der Gesetzentwurf des Zentrums mit 282 gegen 105 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Dafür haben außer dem Zentrum auch die Wirtschaftliche Vereinigung und die Demokraten gestimmt. In einfacher Abstimmung wird dann der demokratische Antrag gegen die Antragsteller und die Wirtschaftliche Vereinigung abgelehnt. Als dann die namentliche Abstimmung über den Gesetzentwur des Volksbegehrens auf entschädigungslose Fürstenenteignung beginnt, verlassen die demokratischen Abgeordneten Korell, Lemmer, Schneider, Bergsträffer, Brodauf, Ziegler und Rönneburg den Saal, weil sie nicht unter dem Druck des Fraktionszwanges gegen das Volksbegehren stimmen wollen. Die Enteignungsvorlage wird mit 236 gegen 142 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Präsident Loebe: Nachdem alle Teile des Gesetzentwurfs abgelehnt worden sind, findet eine dritte Lesung nicht statt. Der Reichstag reicht der Reichsregierung den Gesetzentwurf zurück, damit sie ohne Verzug, wie es in der Verfassung vorgeschrieben ist, den Volksentscheid vornimmt. (Lebh. Beifall bei den Soz., Lachen rechts.) Bei der Abstimmung über den völkischen Gesetzentwurf stimmen r die Enteignung der Bank= und Börsenfürsten neben den Völkischen auch die Kommunisten. Bei der Abstimmung über die Enteignung von Ostjuden und anderen Fremdstämmigen bleiben die Kommunisten unter dem Gelächter der Rechten sitzen. Da der ganze Gesetzentwurf abgelehnt wird, findet auch hierüber eine dritte Lesung nicht statt. Der Antrag der Völkischen, der den Volksentscheid über die Fürstenenteignung für unzulässig erklärt, wird abgelehnt gegen die Stimmen der Antragsteller und des Abg. Dr. Everling(Dnatk.). Die Abstimmung über das kommunistische Mißtrauensvotun wird erst in der Freitagssitzung vorgenommen. Um 5¼ Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag 2 Uhr. Abtreibungsbestrafung und Gemeindebestimmungsrecht. Aus dem preußischen Landtag In einer Erklärung außerhalb der Tagesordnung stellt Abg. Langer=Oberhausen(D. Vpt.) nach dem Stenogramm fest, daß der ehemalige Handelsminister Siering gegen die Einführung der Grubenkontrolleure Bedenken geäußert habe. Siering hat dieses abgestritten. Ein Versuch der Kommunisten, eine Debatte über den Gaz neralstreik in England herbeizuführen— Antrag, zu ver4 Imndern, Einspru daß Kohlen nach England geliefert werden—, scheiterte am ** g e n Einspruch der Deutschnationalen und Volksparteiler. Dann fand die zweile Beratung des Haushalts des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung statt. Von sozialdemokratischer Seite wurde die endliche Durchführung der in der Reichsverfassung gewährleisteten Trennung von Kirche und Staat auch hinsichtlich der Staatsleistungen für die Kirche, Vereinheitlichung der Lehrerbildung im Reiche und das Reichsschulgesetz gefordert. Scharf gerügt wurde, daß das Ministerium nichts dafür getan habe, im Sinne des Artikels 148 der Verfassung zu wirken, der verlangt, daß der Schulunterricht im Geiste der Völkerversöhnung erteilt werde. Von Deutschnationalen und Zentrum wurde die Erhöhung des Schulgeldes für die höheren Schulen kritisiert.(Wenn durch Steuern größere Mittel aufgebracht werden sollen, dann sind aber dieselben Parteien auch dagegen.) Ferner: die eine Seite möchte Vergünstigung für die evangelische, die andere Vergünstigung für die katholische Kirche erreichen. Der Volksparteiler Boelitz warnte vor Zwangsrepublikanisierung der Jugend.(Gegen die monarchistische Beeinflussung hatte er früher und jetzt nichts einzuwenden.) Es wurde noch festgestellt: Die Monarchie gab in Preußen der katholischen und evangelischen Kirche zusammen jährlich 27 Millionen; die angeblich kirchenfeindliche Republik gibt ihnen jetzt über 60 Millionen. Elternratswahlen in Hamburg. Am Sonntag fanden in Hamburg die Wahlen der Elternräte der höheren, der Volks= und Privatschulen statt. Die Wahlbeteiligung Ergehnisbl war nur gering. Das vorläufige Ergebnis zeigt, daß die Zahl der sozialdemokratischen Elternräte bereits um 50 höher ist als bei der letzten Wahl. Die Kommunisten haben eine geringe Zunahme zu verzeichnen, Deutsche Volkspartei und Demokraten haben zum Teil zugunsten der Deutschnationalen erheblich verloren. Reichsratsbeschlüsse Einer Novelle zum Reichsvereinsgesetz wurde zugestimmt, als deren Zweck bezeichnet wird, das Vereinsgesetz in Uebereinstimmung der Reichsverfassung über die Vereins= und Versammlungsfreiheit zu bringen. Für Verhandlungen in geschlossenen Räumen werden danach alle polizeilichen Beschränkungen aufgehoben. Der Ausschluß Jugendlicher unter 18 Jahren von politischen Versammlungen wird beseitigt. Die Anmeldefrist über Versammlungen unter freiem Himmel wird dahin geregelt, daß diese Versammlungen binnen 48 Stunden anzumelden sind. Vereine können verboten werden, wenn ihre Tätigkeit der Verfassung oder den allgemeinen Gesetzen zuwiderläuft. Mit zwei Drittel Mehrheit angenommen wurde eine Novelle zum Gesetz über den Volksentscheid, worin bestimmt wird, daß über. Aufwertungsfragen ein Volksbegehren unzulässig ist. Der Reichsrat beschränkte die Gültigkeit der Vorlage auf Rechtsverhältnisse, die vor dem 14. 2. 24 begründet worden sind und bestimmte ausdrücklich im Gesetzestext, daß das Gesetz auf die Auseinandersetzung mit ehemaligen Fürstenhäusern keine nwendung findet. * Neue K%D=Reinigung Endgültiger Ausschluß von Schwarz und Korsch. Die„Rote Fahne" teilt mit: Das Zentralkomitee der KPD. faßte am 30. April folgenden Beschluß: 1.„Das ZK. beschließt: die Genossen Korsch und Schwarz werden aufgefordert, ihre Reichstagsmandate bis Montag, den 3. Mai, mittags 1 Uhr, niederzulegen. 2. Ist diesem Beschluß in der vorgeschriebenen Zeit nicht Rechnung getragen, so tritt automatisch der Ausschluß aus der Partei in Kraft. Dieser Ausschluß ist dann sofort der Oeffentlichkeit mitzutellen.“ Korsch und Schwarz haben ihre Mandate nicht niedergelegt, wohl aber haben sie das Reichstagsbureau aufgefordert, die Diäten in Zukunft nicht mehr dem Sekretariat der Kommunistischen Fraktion, sondern ihnen persönlich auszuhändigen. Mit dem Ausschluß von Korsch und Schwarz hat die Partei auch formal den Bruch mit Elementen vollzogen, die mit dem Kommunismus nichts mehr zu tun haben. Ihre konterrevolutionären Auffassungen sind bereits eingehend widerlegt worden. Hinzu kam noch, daß Korsch und Schwarz eine Reihe organisatorischer Maßnahmen gegen die Partei unternommen haben. Fraktionskonferenzen wurden in Dortmund, Hannover und Berlin abgehalten. Noch am Karfreitag waren Korsch und Schwarz mit dem ausgeschlossenen Katz zusammen in einer Reichskonferenz, in der eine Reihe Beschlüsse, die sich gegen die Partei richten, gefaßt wurden. Das 3K. fordert alle Genossen auf, jede Verbindung mit den Ausgeschlossenen Korsch und Schwarz abzubrechen. Genossen, die noch weiter die Verbindung mit den Ausgeschlossenen aufrecht erhalten, stellen sich damit außerhalb der Reihen der Partei. Zentralkomitee der KPD. Damit ist nur der endgültige Trennungsstrich gezogen. Daß die KPD. mit diesem Beschluß so lange gezögert hat, erklärt sich aus den starken inneren Schwierigkeiten. Die Ausgeschlossenen haben in allen wichtigen Organisationen ihre Vertrauensmänner und Verbindungsleute. Von ihnen gehen die Fäden zu den übrigen linken Gruppen, leute. Von ihnen gehen die Fäden zu den übrigen linken Gruppen, und die Zentrale wünscht die„Absplitterungen“ auf ein möglichstes Mindestmaß zu beschränken. Wie weit ihr das gelingen wird, muß die Entwicklung der nächsten Zeit zeigen. Korsch antwortet der R0D=Zentrale Korsch, der aus der KPD. ausgeschlossene Führer der linken KPD., reiben an die KPD.=3e sagt in einem Schreiben an die KPD.=Zentrale: Nach meiner Ueberzeugung stellt die gegenwärtige Führung der KPD. eine rechte Parteiführung dar, die immer mehr die Linie einer opportunistischen, d. h. unkommunistischen und unleninistischen Politik verfolgt. Sie unterdrückt zugleich durch ein Regime ldeologischen ethoden alle in der Partei bisher noch Terrors und polizeilicher wesenen Res vorhanden gewesenen Reste von Parteidemokratie, so daß der Kampf für die Wiederherstellung einer kommunistischen Politik innerhalb er Partei heute fast überhaupt nicht mehr möglich ist. Auch die gegenwärtige Aufforderung an mich(zur Mandatsniederlegung) und den Genossen Schwarz ist weiter nichts als die mechanische Unterdrückung einer politischen Opposition gegen die rechte Politik der Parteiführung. Wir sollen nicht nur unsere Mandate niederlegen, sondern unmittelbar danach aus der Partei ausgeschlossen werden, wie dies mehrfach bereits offiziell angekündigt worden ist. Wenn wir unter diesen Umständen unsere Mandate jetzt „ atsäc*..„ niederlegten, so würden wir tatsächlich dabei mitwirken, daß die Opposition gegen die rechte Politik der Parteiführung unterdrückt, und die Kommunistische Partei der unkommunistischen Politik ihrer hrung gegenwärtigen Führung ausgeliefert wird. usgeliefer Ich erkläre ausdrücklich, daß ich mein Mandat sofort niederlegen werde, wenn ich mich Überzeugt habe, daß die Politik der Partei wieder eine kommunistische, d. h. proletarisch revolutionäre Politik geworden ist, oder daß auch nur so viel Parteidemokratie und Diskussionsfreibest— innerhalb der Partei wiederhergestellt ist, daß die entschiedene und klare Linke in der Partei für ihren kommunistischen Standpunkt kämpfen kann, ohne durch mechanische Mittel von jeder Parteiarbeit und von den Mitgliedern isoliert und schließlich aus der Partei ganz ausgeschlossen zu werden. Sobald eine dieser Voraussetzungen erfüllt ist, werde ich mein Mandat niederlegen, und zwar auch dann, wenn diese Niederlegung für mich infolge des von 1923 her gegen mich schwebenden Hochverratsverfahrens den Verzicht auf offenes Auftreten und legale Parteiarbeit bedeutet. Mit kommunistischem Gruß..... Karl Korsch. Damit hat Korsch auch von sich aus die Verbindung mit jener Der Generalstreik in England Gemeinsame Sitzung der Transportarbeiter. und Bergarbeiter=Internationale Die Transportarbeiter=Internationale hat eine Vorstandssitzung unter Hinzuziehung von Vertretern der Hafenarbeiter, der Seeleute und der Eisenbahner und unter Beteiligung von Vertretern der englischen Arbeiter auf den 8. Mai nach Ostende einberufen. Die Bergarbeiter=Internationale wird an diesem Tage ebenfalls in Ostende tagen. In Ostende werden sich die beiden internationalen Komitees einen Ueberblick verschaffen über die Maßnahmen, die auf Grund der Brüsseler Beschlüsse in den verschiedenen Ländern zwischen den Bergarbeitern und den Transportarbeitern bereits getroffen worden sind, und werden die weiteren Schritte erörtern, die noch unternommen werden sollen. * Ein Aufruf der Amsterdamer Internationale Der Internationale Gewerkschaftsbund hat auf Grund vieler Geuche britischer Gewerkschaften um moralische und finanzielle Untertützung einen Aufruf an alle angeschlossenen und befreundeten Organisationen abgesandt. Australien teilte am Mittwoch drahtlich die Zusage aller gewünschten Unterstützungen mit. Belgien trifft bereits Maßnahmen für eine finanzielle Unterstützungsaktion. Die weiteren Beratungen gelten vor allem der Frage der moralischen Unterstützung. Eine Vorstandssitzung des Internationalen Gewerkschaftsbundes ist für den 10. Mai vorgesehen. 5 Einberufung des 406B. Berlin, 6. Mai. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat zum Freitag den 7. Mai den Bundesausschuß einberufen, um zu den aus dem Kampfe der englischen Arbeiter für die deutschen Gewerkschaften sich ergebenden Maßnahmen Stellung zu nehmen. Internationales Zusammenwirken Sozialistische und gewerkschaftliche Internationale. Jürich, 4. Mai. Das Sekretariat der Sozialistischen Arbeiterinternationale hat an den Internationalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam folgendes Telegramm gerichtet: „Bei Ausbruch des größten gewerkschaftlichen Kampfes, den die Welt bisher gesehen hat, ist das sozialistische Proletariat aller Länder einig in dem heißen Wunsch, daß das schwere, gefahrvolle Ringen der englischen Arbeiter zum siegreichen Erfolg führe und einig in dem entschlossenen Willen, alle Kraft aufzubieten, um seine internationale Solidarität, moralisch und materiell, zu bekunden. Die Sozialistische Arbeiterinternationale ist entschlossen, diese Aktion zu führen im festen Einvernehmen mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund, der die internationale Strategie dieses gewerkschaftlichen Kampfes zu bestimmen hat. Das Sekretariat der Sozialistischen Arbeiterinternationale hat heute den Bureaumitgliedern den Vorschlag unterbreitet, die Sitzung des Bureaus vorzuverlegen und bereits am 11. Mai in Amsterdam ab zuhalten. Wir bitten um sofortige Nachricht, zu welchem Zeitpunkt im Anschluß an diese Bureausitzung eine Fühlungnahme mit dem Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes möglich ist.“ * Ein amtlicher Situationsbericht London. 6. Mai. Das Regierungsorgan„The British Gazette“ gibt ein offizielles Kommuniquee über die Lage am zweiten Streiktage heraus, in dem es heißt: Ein wesentlicher Teil des Wirtschaftslebens des Landes ist lahm gelegt worden. Verluste und Uebequemlichkeiten für alle Bevölkerungsklassen nehmen weiterhin zu. Es sind beträchtliche Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen worden. Die Belieferung mit Brennnstoffen und Lebensmitteln ist ausreichend, wenn auch nicht genügend, um die Wohlfahrt des Landes für viele Wochen aufrecht zu erhalten. Der Verkauf von Milch und Lebensmitteln wird methodisch fortgesetzt. Die Nation bleibt ruhig und vertrauensvoll. Eine weitere Meldung des amtlichen Organs besagt: Im ganzen Lande werden die lebenswichtigen Betriebe zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Licht und Kraft erfolgreich von der Regierung aufrechterhalten, und alle noch bestehenden Behinderungen werden fortschreitend überwunden. Ernstliche Unruhen sind bisher nicht vorgekommen. Lebensmittel und Transportmöglichkeiten sind im übrigen hinreichend vorhanden. Die Zahl der Hilfspolizisten wird dauernd vermehrt. Die Konsignierung von Flottenabteilungen in den Seehäfen hat gute Wirkung gehabt. Eine Einsetzung von bewaffneten Streitkräften ist bisher nicht notwendig gewesen. Der Generalrat zu Verhandlungen bereit! Aber gegen eine bedingungslose Zurückziehung des Streikbeschlusses. London. 6. Mai. In der von dem Blatte„The british Worker“ veröffentlichten Antwort des Generalrates des Gewerkschaftskongresses auf die vom Premierminister gestern im Unterhause mitgeteilten„Friedensbedingungen“ heißt es: Der Generalrat ist bereit, jeden Augenblick Verhandlungen mit dem Ziele einer ehrenhaften Regelung der Streikfrage wieder aufzunehmen. Der Generalrat stellt keine Bedingungen für die Wiederaufnahme freundschaftlicher Erörterungen mit der Regierung über irgend welche Punkte, kann jedoch„im letzten Stadium“, d. h. ohne die Politik zu kennen, die die Regierung zu verfolgen beabsichtigt, dem Ersuchen des Preinierministers um eine bedingungslose Zurückziehung der Streikbeschlüsse nicht nachkommen und beantwortet daher ein solches Ersuchen mit einem uneingeschränkten„Nein“. Ueber die Verkehrslage liegt eine große Zahl Meldungen, z. T. sich widersprechend, vor. Eine Reihe Meldungen besagen, daß die Verkehrslage sich gebessert habe bezw. eine Besserung in Aussicht stehe. All diese Meldungen sind ersahrungsgemäß mit Vorsicht aufzunehmen, da begreiflicherweise das Bestreben besteht, durch optimistische Darstellung der Abwehrbemühungen zermürbend auf die Streikenden einzuwirken. Im übrigen zeigt ja der amtliche Bericht selbst, daß der Generalstreik von sehr tiefgehender Wirkung ist. London, 6. Mai. 70 bis 80 Autoomnibusse sind wegen Beschädigungen, die sie gestern in verschiedenen Teilen Londons erlitten. nicht in ihren Depots eingetroffen. Heute sitzt auf allen Omnibussen neben dem freiwilligen Führer ein Polizist. * Einstellung des Postverkehrs mit England. Berlin, 6. Mai. Nach einer Mitteilung der britischen Postverwaltung ist der gesamte Paketverkehr nach und über Großbritannien wegen Streiks gesperrt. * Regierungsniederlage in Newcastle. Der„Vorwärts“ weiß aus London zu melden, daß in Newcastle of Tyne die von der Technischen Nothilfe durchgeführte Lebensmittelverordnung zusammengebrochen sei. Der Zivilkommissar der Regierung habe die Gewerkschaften ersucht, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung zu übernehmen und sich verpflichtet, die Technische Nothilfe und die Truppen aus dem Bezirk zurückzuziehen. Aus der Unterhaus=Streitdebatte London, 6. Mai. In Erwiderung auf die zweite Rede Baldwins sagte Thomas(Arbeiterpartei) u. a.: In der Nacht zum Montag hätten der Gewerkschaftsrat und die Vertreter der Bergleute beschlossen, den Streik der Drucker der„Daily Mail“ zu verurteilen. Aber als eine Abordnung sich zum Premierminister begab, um ihm dies mitzuteilen, sei ihr erklärt worden, der Premierminister habe sich bereits zur Ruhe begeben und niemand sei mehr zu sprechen. Thomas schloß, um Mitternacht würde er fähig gewesen sein, fußfällig um Frieden zu bitten, unglücklicherweise sei der Frieden verweigert worden. Er werde sich trotzdem nicht dazu verleiten lassen, die Tür zum Frieden zuzuschlagen. Nachdem Thomas geendet hatte, fragte Lloyd George den Sprecher, ob eine weitere Erörterung möglich sei angesichts der wichtigen Enthüllungen, die über die Ereignisse gemacht worden seien, welche zum Abbruch der Verhandlungen führten. Der Sprecher erwiderte: Eine solche Erörterung ist möglich, wenn die Vorlage über die Notstandsvollmachten erledigt sei. Sir E. Cliffe erklärte im Namen der Direktoren einer Gruppe von Zeitungen mit einer Auflage von mehr als 10 Millionen Exemplaren wöchentlich, er sei bereit, in jeder Ausgabe zwei Spalten solcher kitteilungen zu veröffentlichen, die von der Arbeiterpartei geliefert würden. Die Regierung verspricht Streikbruchs-Schutz. Batley(Arbeiterpartei) betonte, die Regierung habe die Grubenbesitzer in ihrem Versuche, die Arbeiter auszuhungern, unterstützt. Wenn irgend ein Grubenbesitzer versuchen sollte, die Zechen mit Streikbrechern zu betreiben, so werde es Unruhen geben. Der Attorney=General Hogg, der für die Regierung antwortete, bemerkte zu den Aeußerungen Batleys, die Erklärung, daß es Leuten nicht erlaubt sein soll, ihre Geschäfte weiterzuführen, weil eine Gruppe von Gewerkschaften ihnen dies verboten habe, sei die beste Rechtfertigung für die von der Regierung getroffenen Verordnungen. Mardy=Jones(Arbeiterpartei) erklärte, Hoggs Schlußworte seien die Herausforderndsten gewesen, die im Unterhaus geäußert worden seien. In 8 Tagen würde keine Industrie mehr arbeiten, es sei denn d mit besonderer Erlaubnis des Generalrates. London, 5. Mai. Die morgige Zeitung„The British Gazette“ wird eine amtliche Mitteilung an die Drucker enthalten, daß die Regierung nach Beendigung des augenblicklichen Generalstreiks wirksame Maßnahmen ergreifen werde, um zu verhindern, daß die Gewerkschaften an irgendwelchen Arbeitern Vergeltung übten, die bei der Arbeit blieben oder zur Arbeit zurückkehrten. Jeder Mann, der seine Pflicht gegenüber dem Lande in dem Augenblick der Krise loyal erfülle, werde vom Staat vor Vergeltungsmaßnahmen beschützt werden. Gruppe der KPD. zerrissen, für die das Wesen des Kommunismus in dem blinden Gehorsam gegen Moskau besteht. 7 Kommunistische Lumperei Bei der Maifeier in Leipzig versuchten die Kommunisten die Feier der SPD. zu sprengen. Um ihr Ziel zu erreichen, zogen sie „ Ueber#— leber den Vorfall beaus der weitesten Umgebung Kräfte heran. richtet unser Leipziger Parteiblatt: ... Da die Leipziger KPD. nur noch geringen Anhang hat, waren die„Roten Frontkämpfer“ aus zahlreichen Orten Mitteldeutschlands, sogar aus Berlin, mobil gemacht und nach Leipzig beordert worden. Jeder auswärtige„Frontkämpfer“ hatte einen Sold von 7,50 Mk. erhalten, und für dieses Sündengeld ließen sich die „Frontkämpfer“ herbei, die Maifeier der SPD. und der Gewerkschaften zu sprengen. Das ganze Jahr sprechen die Führer der KPD. nur mit Verachtung von der SPD., aber am 1. Mai wollten sie durchaus mit uns die„Einheitsfront“ bilden" Partei und durchaus mit uns die„Einheitsfront" bilden. Unsere Partei und die Gewerkschaften sollten alle Kosten tragen, die KPD. wollte nichts dazu beitragen, aber sie verlangte das Recht der Teilnahme, und als man es ihr nicht geben konnte, nahm sie es sich mit Gewalt. Untertritt verweigert, worauf sich Dinge abspielten, die wir bisher noch bei keiner Maifeier erlebt haben. Unser Maikomitee hatte mit Absicht einen starken Polizeikordon vor dem Eingang nicht aufstellen en. Die Maifeier sollte einen friedlichen Charakter haben und eine Angelegenheit des Proletariats sein. Lediglich ein halbes Dutzend Polizeibeamte stellten sich draußen den Kommunisten entgegen. Diese stießen aber mit der brutalsten Gewalt vor, sprengten das Tor und zogen mit Geheul ein, als ob sie einen großen Sieg errungen hätten. Die Kommunisten waren derart verhetzt, daß sie auch über Leichen gegangen wären. Es wurden schon ohnmächtige Mädchen aus dem Menschenknäuel herausgeholt und davongetragen. Wäre die Disziplin unserer Genossen nicht so groß gewesen, wäre der Widerstand heftiger gewesen, dann hätte es sehr leicht eine Anzahl Tote und Verwundete geben können. Menschen wären erdrückt, niedergetreten worden... Der KPD. war an einer einheitlichen Maifeier nichts gelegen. Ihre Anhänger zogen auf den Platz, nahmen allein auf einer Wiese Aufstellung und rückten schon um 6¼ Uhr wieder ab. Von den Darbietungen der Arbeitersänger, der Arbeitersportler, der Kinderfreunde nahmen sie nicht Notiz. Sie wollten für sich allein sein, und sie gaben damit zu verstehen, daß sie eine wirkliche Einheitsfront gar nicht bilden wollen. Der Gewaltakt der KPD. hatte eine riesige Empörung verursacht. Ueberall standen Gruppen zusammen, die das Verhalten der Kommunisten aufs schärfste verurteilten. Da „Frontkämpfer“ unsere Genosse zahlreiche„Frontkämpfer“ unsere Genossen aufs gemeinste beimpften, ja sogar angriffen, mußte die Polizei wiederholt in größerer Zahl in die Erscheinung treten. Das war besonders beschämend und lediglich ein Gaudium für das Bürgertum, das von dieser Zerfleischung der Arbeiter, die von den Führern der KPD. diktiert wird, allein den Nutzen hat. Verlotterung im bauerischen Beenooltsongeaggane! SPD. München, 4. Mai. Die bayrische Sozialdemokratie ist seit langem gegen den in weitem Umfang künstlich aufgeblähten bürokratischen Verwaltungsapparat des bayerischen Staates Sturm gelaufen. Bisher allerdings vergeblich, da von den bürgerlichen Regierungsparteien die Erhaltung dieses Apparates im Interesse der sogenannten bayerischen Eigenstaatlichkeit für absolut notwendig erachtet wurde. Nun ist der Sozialdemokratie unerwartet ein Helfer erstanden, und zwar in der Person des Landesvorsitzenden der Bayerischen Volkspartei, des Abg. Speck, der in der Nachkriegszeit einmal bayerischer Finanzminister gewesen ist. In der Dienstagssitzung des Haushaltsausschusses des Landtages übte er an der hayerischen Finanzverwaltung überaus scharfe Kritik. Nach seinen Erfahrungen als derzeitiger Präsident des bayerischen Landesfinanzamtes seien die Finanzämter in Bayern infolge ihrer Ueberlastung mit bayerischen Sonderaufgaben dem Zusammenbruch nahe. Die Finanzbeamten müßten ihre bayerischen Geschäfte mit veralteten Geschäftsmethoden betreiben, die mit den praktischen Methoden des Reiches nicht im Einklang stünden. Wo die Zentraliste: rung praktisch sei, wie auf diesem Gebiet, müsse man sie erpbedi## Kosten der bayerische einnahmen verschlingen, s Prozent betrage. Aud daß in der Verwaltung d die nicht mehr zu haltt Rednern aller Parteien Oberste Rechnungshof he Jahre 1919 bis 1923 abgdie Beamten, darunter a der letzten vier Jahre get lich:„Sie haben dasselb bayerischer Behörden, b handen war.“ Weiteres St und b Angeblich durch stark die französische und belgi Pfund stieg auf 162 bezr Der franz erklärte nach einem Kab Hausse der angelsächsisch der ausländischen Börsen Banken sich möglichst vie suchten, um gegen die Fo zu sein. Es sei also nich dieser Aufwärtsbewegun französischen Schatzamtes Rücktritt d Brüssel, 6. Mai. Fir getreten. Der Rücktritt des nächste Nähe. 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Auf einen Zuruf, was denn die Beamten, darunter allein sieben in Gehaltsklasse XIII, während der letzten vier Jahre getan hätten, erklärte der Finanzminister wörtlich:„Sie haben dasselbe gemacht, wie die Beamten mancher anderer bayerischer Behörden, bei denen gar keine Arbeit vorhanden war.“ * Weiteres Einken der französischen und belgischen Valuta Angeblich durch starke Frankenverkäufe englischer Banken wurde die französische und belgische Valuta erneut stark gedrückt. Das engl. Pfund stieg auf 162 bezw. 168. Der französische Finanzminister Perei erklärte nach einem Kabinettsrat: Nach einstimmiger Ansicht sei die Hausse der angelsächsischen Devisen zurückzuführen auf den Einfluß der ausländischen Börsenplätze. Es sei unbestritten, daß die englischen Banken sich möglichst viel Pfund Sterling und Dollar zu verschaffen suchten, um gegen die Folgen des englischen Generalstreiks gewappnet zu sein. Es sei also nicht die innerpolitische Lage in Frankreich an dieser Aufwärtsbewegung schuld, umsoweniger, als die Lage des französischen Schatzamtes gut sei. * Rücktritt des belgischen Iinanzministers. Brüssel, 6. Mai. Finanzminister Janssen ist heute mittag zurückgetreten. Der Rücktritt des Finanzministers rückt eine Kabinettskrise in nächste Nähe. Bekanntlich trat vor einigen Tagen schon der Innenminister zurück, weil angeblich der Finanzminister sich bestimmten Forderungen widersetzte. Aus Opposition gegen die Regierung unterstützt die belgische Bankwelt die Bewegung gegen den Franken. Agrarzölle in der Tschechoslowakei Sturmszenen im Senat wurden hervorgerufen durch einen Antrag, die Einführung fester landwirtschaftlicher Zölle im abgekürzten Verfahren zu beraten. Der Antrag wurde mit 74 gegen 57 Stimmen angenommen gegen die Stimmen der deutschen tschechischen Sozialdemokraten und Kommunisten. * Aufhebung der Immunität eines deutsch-sozialdemokratischen Seimabgeordneten. Kattowitz, 6. Mai. In der gestrigen Sitzung des polnischen Seims wurde die Auslieferung des deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten Kowoll wegen eines Artikels, der eine Kritik der polnischen Gerichtsbehörden darstellt, mit 19 gegen 17 Stimmen beschlossen. Um die Herabsetzung der Militärdienstzeit in Belgien. Paris, 5. Mai. Havas berichtet aus Brüssel: Die klerikale Fraktion des Senats, in der das konservative Element vorherrscht, hat heute nachmittag einstimmig beschlossen, den Gesetzentwurf betreffend die Herabsetzung der Militärdienstzeit abzulehnen und ebenso den G setzentwurf betreffend die Schaffung einer Pensionsversicherung für Angestellte. Persisch=türkischer Neutralitätsvertrag Angora, 6. Mai.(Agence d'Anatolie.) Am 22. 4. ist in Teheran ein türkisch=persischer Neutralitätsvertrag unterzeichnet worden. n Vertrag vei Durch den haben. Sie weisen fast alle, nachdem ihr hoher Valutastand in den ersten Nachkriegsjahren ihren Arbeitsmarkt benachteiligte, eine fortchreitende Erholung auf. Das gilt insbesondere von der Schweiz. Aehnlich war die Entwicklung in Schweden, wenn auch die Arbeitslosigkeit dort nicht ganz so weit wie in der Schweiz zurückgegangen ist. In England haben wir fast die gleiche Entwicklung. Dort hatte die Erwerbslosenziffer in den Jahren 1921/23 die zweite Million überschritten, in den Folgejahren zwischen einer und anderthalb Millionen geschwankt und noch im Januar d. Is. 1,3 Millionen betragen, um am 19. April mit 990000 zum ersten Mal wieder die Millionengrenze zu unterschreiten. Eigenartig ist die Entwicklung in Polen. Dort hat die Währung nach erfolgter Stabilisierung nicht standgehalten und der neue Zloty ebenfalls den Weg nach unten angetreten. Für den Arbeitsmarkt ist daraus aber kein Vorteil erwachsen. Mit rund 360000 Arbeitslosen steht Polen heute ungünstiger da als je. Der gleichzeitige Niedergang der Währung und des Arbeitsmarktes läßt auf eine bedenkliche wirtschaftliche Zerrüttung schließen, die geeignet sein müßte, Polen zu einer Revision seiner Wirtschafts= und Handelspolitik, vielleicht aber seiner Politik überhaupt anzuregen. Ein Gegenstand besonderer Sorge ist auch der Arbeitsmarkt in Oesterreich, freilich aus durchaus anderen Gründen. Hier ist, abgesehen von einer kurzen Inflationsperiode, die Erwerbslosenziffer seit Kriegsende mehr oder weniger hoch gewesen. Mit 230000 unterstützten Erwerbslosen hat sie im Januar d. Is. einen Höhepunkt erreicht. Das kleine Land, vielleicht die verfehlteste Schöpfung der gewalttätigen Friedensschlüsse, zeigt so recht, wohin die Zerreißung natürlicher Wirtschaftsbeziehungen und zwangsweise Isolierung führen müssen. Bekanntlich macht Oesterreich immer erneut Anstrengungen, um aus eigener Kraft seine Arbeitslosennot zu mildern. Selbst zu organisierter Auswanderung und zu einem besonderen Schutzgesetz für den eigenen Arbeitsmarkt hat es sich entschlossen. Freilich ist zu befürchten, daß all dies nichts hilft, und man kann nur hoffen, daß in nicht zu ferner Zeit, die natürliche, wenigstens zunächst wirtschaftliche, Vereinigung mit der deutschen Heimat Abhilfe bringt. Außerhalb Europas interessieren uns besonders Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Manchen trüben Prophezeiungen zum Trotz hat dort die günstige Entwicklung der letzten Jahre im wesentlichen angehalten! Kommualpolitik Zusammenlegung von Landkreisen im Industriegebiet. Die„Köln. Ztg.“ weiß zu berichten:„Bei der zuständigen Stelle liegen jetzt Entwürfe für die Neuordnung der Landkreise in Westfalen vor. Von der Neuordnung werden vor allem die Landkreise Dortmund, Hörde, Bochum und Hattingen betroffen. Aus dem Kreis Dortmund wird die neugebildete Stadt Castrop= Rauxel mit 55000 Einwohnern ausscheiden. Außerdem würde der Kreis durch die Eingemeindung von Sodingen in Herne 20.000 Einwohner verlieren und damit nur noch 140000 Einwohner zählen, so daß ein Zusammenschluß mit dem nicht lebensfähigen Kreis Hörde möglich wäre. Bei dem andern geplanten Zusammenschluß handelt es sich um die Vereinigung des nicht mehr lebensfähigen Landkreises Hattingen mit dem Landkreis Bochum, der an sich finanziell gesund ist, aber durch eine Reihe von Eingemeindungen verloren hat. rag Vertrag verpflichtet sich jede Partei, ihre Neutralität gemit Waffengewalt aufrecht zu erhalten, wenn die andere Partei Krieg führt, ferner auf ihrem Gebiet keine Vereinigungen und Unternehmungen zu dulden, die sich gegen die öffentliche Sicherheit des anderen Staates richten. Der Vertrag ist auf 5 Jahre abgeschlossen. * Der Konflikt um die Arbeitszeit in Australien. Sidney, 6. Mai. Die Bemühungen, den Streit wegen der 44stündigen Arbeitswoche zu regeln, sind fehlgeschlagen, so daß damit zu rechnen ist, daß neben den bisher entlassenen 30—40 000 Maschinenarbeitern binnen Kurzem noch zahlreiche weitere Arbeiter zu feiern gezwungen werden. * Der Arbeitsmarkt im Ausland Seit Kriegsende haben die Störungen und Erschütterungen des Internationalen Arbeitsmarktes eigentlich nicht aufgehört. Die Unnatur der Friedensbedingungen von Versailles, die willkürliche Grenzziehung, die Zerstörung uralter wirtschaftlicher Verbindungen, die willkürliche Verteilung von Forderungen und Schulden und im engen Zusammenhang damit der Niedergang zahlreicher europäischer Geldwährungen haben den Arbeitsmarkt vielerorts noch nicht wieder zur Ruhe kommen lassen. Die Inflation verwischte die wirtschaftlichen Verhältnisse, verdunkelte die Kalkulationen der Preise, verwässerte die Löhne und begünstigte Verkäufe zu billigen Preisen an das Ausland, die in Wirklichkeit Schleuderverkäufe waren, weil sie Arbeitskraft und Substanz ohne hinreichenden Gegenwert anderen Ländern auslieferten. Diese ließen sich solche Lieferungen, die ihren Konsumenten zugute kamen, aber ihren Arbeitsmarkt benachteiligten, mit sehr gemischten Gefühlen gefallen. Die Inflationsländer hatten daher keinen Mangel an Aufträgen. Allerdings handelte es sich um höchst schlecht bezahlte Arbeit. Ihr Arbeitsmarkt zeigte daher eine Scheinblüte. So war es früher in Deutschland, so ist es heute in Frankreich, das beinahe keine Arbeitslosen hat, so in Italien, wo die Statistik für Ende Februar 1926 immerhin nur 125 000 Erwerbslose angibt. Freilich ist diese Scheinblüte nicht von Dauer. Sie stirbt bei einer gewissen Höhe entweder von selbst ab, wie wir es Ende 1923 in Deutschland erlebt haben. Oder aber sie wird durch eine Stabilisierung der Währung abgeschnitten. Dann tritt, weil nun plötzlich der durch Inflationslöhne und=preise bedingte Produktionsvorsprung vor dem Auslande aufhört, eine jähe Stockung der Ausfuh: ein, was zwangsläufig auch die Arbeitslosigkeit in die Höhe treibt. Das verspätete Nachspiel einer solchen Entwicklung, freilich durch mancherlei andere Umstände verschärft und kompliziert, haben wir gegenwärtig in Deutschland. Eine ausgesprochene Stabilisierungskrise hat die Tschechoslowakei in den Jahren 1922/23 durchgemacht. Damals gab es dort fast eine halbe Million Arbeitslose. Ihre Zahl fiel dann fast ununterbrochen bis auf 40 000 im Sommer 1925, um hernach bis zum Januar 1926 auf über 60000 zu steigen, teils infolge der Jahreszeit, teils wohl auch im Zusammenhang mit der Verschlechterung des deutschen Arbeitsmarktes. Eine Deflationskrise durchläuft zur Zeit auch Portugal. Dagegen haben Dänemark und Norwegen, deren Währungen nach vorübergehend scharfer Senkung im Jahre wieder sehr scharf anstiegen, die schlimmsten Rückwirkungen auf den Arbeitsmarkt schon überwunden. In Dänemark hatte der Hundertsatz der arbeitslosen Mitglieder der Fachvereine im Juli nur 8 betragen, um im Dezbr. auf fast 32 zu steigen, dann aber bis März auf 23 zu sinken. In Norwegen ist die Rückentwicklung noch nicht so weit gediehen. In beiden Ländern wirkte fühlbar auch der Gang der Jahreszeit mit. Ruhigere Verhältnisse hatte in den letzten Jahren der Arbeitsmarkt derjenigen Länder, deren Währungen nur wenig geschwankt Unsallhäufigkeit und Unfallgejahren bei der s Das amtliche Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft„Die Reichsbahr“ bespricht in der Nr. 17 vom 28. April 1926 die vorgekommenen Betriebsunfälle. Die Zahlen zeigen, daß die Unfallhäufigkeit 1925 gegenüber 1924 eine ganz erhebliche Steigerung erfahren hat. Im Jahre 1924 wurden Reisende 117 getötet und 624 verletzt. 1925 sind 148 getötet und 796 verletzt worden. Bahnbeamte und Bahnarbeiter im Dienste wurden im Jahre 1924 323, im Jahre 1925 409 getötet. Verletzt wurden 1924 926 und 1925 1042. Seit 1923 steigt die Zahl der Unfallverletzungen im Eisenbahnbetrieb. Diese Tatsache kann selbst die Reichsbahnhauptverwaltung nicht ableugnen. Schuld an der zunehmenden Unfallhäufigkeit, an der sowohl Eisenbahner wie Reisende beteiligt sind, trägt einzig und allein die falsche Personalpolitik der Hauptverwaltung. Lange Dienstschichten und Außerachtlassung der Fahrdienstvorschriften sind Hauptursache. Es ist höchste Zeit, daß der Reichsbahn=Hauptverwaltung begreiflich gemacht wird, daß das reisende Publikum sowie Eisenbahner nicht unnötig in Gefahr gebracht werden dürfen, durch Betriebsunfälle geschädigt zu werden. Selbstmord aus Liebeskummer. Dortmund. Die am 4. d. Mts. auf dem Bahnkörper der Strecke Dortmund=Scharnhorst aufgefundene Leiche ist als die der jedigen Arbeiterin Sophie M. festgestellt worden. Die M. hat ihre elterliche Wohnung am 3. d. Mts. des Abends verlassen und hat nach den durch die Kriminalpolijzei getroffenen Feststellungen infolge Liebeskummers Selbstmord verübt. Durch Wesserstiche verletzt. Dortmund-Dorstfeld. In der Nacht zum 5. d. Mts. wurde der Arbeiter Anton Jaretzki aus Dorstfeld von dem Aroeiter Gustov Krumnacker aus Dorstfeld an der Emscherbrücke in Doistfeld durch Messerstiche in den Leib derart verletzt, daß mit dem Ableben des I. zu rechnen ist. Der Täter wurde festgenommen und dem Gerichtsgefängnis zugeführt. Doppelselbstmord. Breslau. 6. Mai. Heute nacht fand man den 56 Jahre alten Büroangestellten Max Hayn und seine 55 Jahre alte Ehefrau in ihrer Wohnung tot auf. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß das Ehepaar sich am Abend vorher durch Gift getötet bat. Der Grund soll eine unheilbare Krankheit der Frau sein. der Tat Vertierte Menschen gibt es. Rothenburg(Oberlausitz), 5. Mai. Eine Grab= und Leichenschändung wurde in der Nacht vom 3. zum 4. Mai in Zibelle im Kreise Rothenburg verübt. Dort wurde die Leiche einer vor drei Wochen verstorbenen 55 Jahre alten Frau ausgegraben. Der Sargdeckel war abgeschraubt und die Leiche in unmenschlicher Weise geschändet. Sprengstoffe auf Eisenbahnsignale.— Anschäge auf der Strecke Bahrenfeld-Blankenese. Nach einer Meldung des„Berliner Tageblattes“ aus Hamburg wurden auf der Bahnstrecke Bahrenfeld=Blankenese Anschläge entdeckt, die durch Werfen von Explosionskörpern gegen die Bahnschutzsignalanlagen verübt worden sind. 17 Signalblenden, Laternen usw. sind durch Knallkapseln zerstört worden. Das Charlottenburger Fernheizwerk wird immer weiter ausgebaut. Als erster Bauabschnitt werden das Städtische Opernhaus, die Volksbadeanstalt und das neue Turmhaus des Volkshauses der Bücherfreunde dem städtischen Fernheizwerk angeschlossen, und zwar sollen die Arbeiten so beschleunigt werden, daß der Anschluß der Gebäude bis zum kommenden Winter erfolgen kann. Bei den Bauarbeiten wird eine große Anzahl Erwerboloser Beschäftigung finden. 100 000 Tulpen blühen augenblicklich in den Parks und Schmuckplätzen Berlins. Es ist seit 1914 das erste Mal, daß diese Blume von der Berliner Stadtgartendirektion in einer„Massenausgabe“ an die städtischen Gärten geliefert wurde. Dazu sollen ein und eine halbe Million Schwertlilien in den nächsten Tagen aufgehen und die Parkanlagen der Reichshauptstadt verschönern. Ueber neue Ersindungen im Luftschissbau sprach der technische Leiter der Zeppelin=Luftschiffahrt A. G., Dr. Eckener in Stuttgart. Eckener behandelte zunächst die Konkurrenz zwischen Flugzeug und Luftschiff und führte aus, daß für längere Strecken, insbesondere für den Verkehr über den Ozean, das Luftschiff das geeignetere Verkehrsmittel sein und bleiben werde. Schließlich kam Eckener auf eine Reihe von Verbesserungen zu sprechen, die man in Friedrichshafen erfunden habe, um dadurch die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Luftschiffverkehrs zu steigern. In erster Linie käme hier die Ausschaltung des Benzins als Brennstoff in Frage. Durch eine vollständig neue Art der Gasverwendung wäre es möglich, jegliche Explosionsgefahr der Wasserstoffgase zu vermeiden. Um die vollständige Ausnutzung dieser Neuerungen zu ermöglichen, müsse die Bauzeit des neuen Luftschiffes um ein halbes Jahr hinausgeschoben werden. Als erste Luftverkehrsstraße des neuen Luftkreuzers sei die Verbindung Spanien—Südamerika in Aussicht genommen, die eine Verkürzung der Fahrtdauer gegenüber der Dampfschiffahrt von 12 auf 3½ bis 4 Tage bringen werde. Reform des Sexualstrafrechts in der Tschechoslowakei. Der neue tschechoslowakische Strafgesetzentwurf bringt eine Reihe neuer Bestimmungen über das Sexualstrafrecht. Die wichtigste ist die Erhöhung der Altersgrenze für den absoluten Schutz der Jugend gegen jeden geschlechtlichen Mißbrauch von vierzehn auf sechzehn Jahre. Gleichzeitig soll durch die Reform des bürgerlichen Gesetzbuches die Erreichung der Ehefähigkeit ebenfalls auf sechzehn Jahre hinaufgesetzt werden. Strafbar isk für Personen unter sechzehn Jahren nicht nur der geschlechtliche Verkehr, sondern auch jede unzüchtige Handlung an einer solchen Person. Strafbar sind auch unzüchtige Handlungen, die vor solchen Personen ausgeführt werden, wenn dies geschieht, um den Geschlechtstrieb des Schuldigen zu erregen, zu erhöhen oder zu befriedigen. Diese Bestimmung aber bezieht sich nicht auf den Fall, daß das Kind nur zufällig Zeuge des Geschlechtsverkehrs ist, zum Beispiel infolge Wohnungsnot.— Die Tschechoslowakei hatte bisher das alte österreichische Strafgesetz, das gerade in diesem Punkte sehr rückständig und mangelhaft ist. Der rumänische Kronprinz als Liebhaber und Vater. Paris, 1. Mai.(Priv.=Mitt.) Der rumänische Kronprinz Karl bewohnt seit dem 1. Januar an einem der großen Boulevards eine komfortable, aber nicht auffallend luxuriöse Wohnung zusammen mit seiner Geliebten, Frau Cupescu. An die Mitteilungen über eine Aussöhnung Karls mit den Eltern glaubt man hier nicht. In Paris wohnt aber auch die von ihm geschiedene erste Frau Carols, Zizi Lambrino, die, entgegen anderen Angaben nicht wieder verheiratet ist. Sie will ihren und des Kronprinzen Sohn, den 6jährigen Sohn Mirua, ins Lyzeum Michelet bringen, und der Vater oll das Schulgeld bezahlen. Da er zum ersten Termin, der deshalb angesetzt war, nicht erschienen ist, so wird in der zweiten Hälfte des Mai ein neuer Termin angesetzt werden, worin auch in seiner Abwesenheit die Entscheidung fällt. Der Kronprinz will angeblich an der Universität Vorlesungen über Literatur belegen. Die beiden Hohenzollern. Vater und Sohn, können auf ihrem Schulwege leicht zusammentreffen— ein heiteres Kapitel: Fürsten und Familie! Das Nordpolluftschiff„Norge“ ist am Mittwoch vormittag von Petersburg nach Spitzbergen abgeflogen. In Oslo, dem Sammelpunkt der Nordpolfahrer in Spitzbergen, herrschte bereits große Unruhe, da die„Norge" durchaus nicht von Petersburg abfliegen wollte und da man fürchtete, daß Kapitän Byrd, der mit größter Eile die Vorbereitungen zu seiner Expedition trifft, Amundsen zuvorkommen könnte. Byrd hat bereits seine Flugzeuge montiert, die Motore eingebaut und die erste Probeflüge in Angriff genommen. Zweifellos ist die plötzliche, t# der ungünstigen Witterungsverhältnisse erfolgte Abfahrt der„Norg auf das„Konkurrenzunternehmen“ des Kapitän Byrd zurückzu führen. Leningrad, 5. Mai. Der Start der„Norge“ vollzog sich unter sehr günstigen Bedingungen. Das Luftschiff soll von Vadsö, das es, wie man hofft, in 15 bis 17 Stunden erreichen wird, nach dreistündigem Aufenthalt nach Spitzbergen weiterfahren, wo es 25 Stunden nach seiner Abfahrt von Vadsö eintreffen kann. An Bord befinden sich 18 Mann. Die Flughalle in Trotzk wird 20 Stunden lang in Bereitschaft sein, um das Luftschiff wieder aufzunehmen, falls dessen Rückkehr durch dichten Nebel oder durch die Unmöglichkeit an den Mast in Vadsö anzulegen, oder durch einen zu starken Gegenwind nötig werden sollte. Eine gewisse Gefahr für das Luftschiff besteht auch darin, daß sich auf dem Luftschiffkörper eine Eisschicht bilden könnte; selbst wenn diese nur eine durchschnittliche Stärke von 1 Millimeter erreichen sollte, bedeutet das ein die Weiterfahrt gefährdendes Mehrgewicht von 4½ Tonnen. Erschießung ungetreuer Sowjetbeamter. Moskau, 6. Mai.(Telegraphenagentur der Sowbjetunion.) Durch Beschluß des durch Regierungsverordnung vom Jahre 1923 mit besonderen Vollmachten zur Bekämpfung von Amtsverbrechen ausgestatteten Kollegiums wurden heute 3 höhere Beamte der Valutaabteilung des Finanzkommissariates erschossen. Sie standen an der Spitze einer Gruppe von Börsenspekulanten, die durch Herbeiführung einer gesteigerten Nachfrage nach Gold und ausländischen Valuten auf die Senkung des Kurses der Staatspapiere hinarbeiteten. Verantwortlich für Polttik und Gewerkschaft Fritz Henzler. für Wirtschaft und Feuilleton Alwin Rettzmann. für Lokales und Sport Heinrich Wenke, für die Beilagen und den Roman Wilh. Häusgen, für den Inseratenteil R. Umbrei Druck und Verlag Gerisch& Co.. G. m. d. H.„Dortmund. 2 LUHNS uke 80% HAUSHALT FETTSEIFE Für Wäsche, Bad, Gesicht u. Hand ANTUKA mit dem roten Band. Ueberall erhältlich. Preis pro Schachtel 35 Pig. Vertreier: Hans Hunekuhl, Dortmund, Johannesstasse 4 Tel. 367, 4473. CDer neue handliche Würfel für die Grosse Wäsche! Die große Wäsche erfordert ein großes, ausgiebiges Stück. Wir bieten Ihnen dieses in unserem neuen handlichen Sunlicht-Würfel. Immer mehr bricht sich die Einsicht Bahn, daß nichts zur schonenden Reinigung der Wäsche s0 geeignet ist wie gute, reine Seife. Die Ihnen von Kindbeit auf vertraufe Sunlicht Seife macht die Wäsche schneeweiß, ohne sie im geringsten anzugreiten. Preis des großen Würfels 40 Ptg: i Sunlicht Gesellschaft A.G. 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Ab Lindenhorst: 517 522 597 552 607 622, weiter alle 15 Minuten bis abends 852, dann 9u7 922 937 952 1007 1022 nur bis Gartenstadt und 1030 10.5 1100 durch bis Aplerbeck, und um 1115 1130 1210 wieder nur bis Gartenstadt. Die Linies„Brambauer—Aplerbeck“ fährt vom gleichen Tage ab nach folgendem Plan: Ab Brambauer: 400 415 430 445 500, weiter alle 15 Minuten bis abends 1045, dann noch 1100 und 1115 nur bis Gartenstadt. Ab Aplerbeck: 520 535 550 605 620 635, weiter alle 15 Minuten bis abends 1195 1120, dann noch 1135 1150 und 1201 nur bis Märkische Straße. Der letzte 1200 hat Anschluß nach Brambauer. Beide Linien(7 und 8) vermitteln zwischen Hauptfriedhof und Zeche Minister Stein einen 7½=Minuten=Verkehr. Dortmunder Straßenbahnen G. m. b. H. Beachten Sie unser besonders günstiges Preisangebot in Herde la. Ausführung nur beste Fabrikate kaufen Sie bei mir billig. Garantie für jeden Herd. Comb. Herde für Koble und Gas neueste Modelle Gasherde, Gaskocher Eis- u. 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Er horcht, als der Streit der reichen Petroleum An vielen anderen Plé ängstlich über die Oelv lungen sind schon aus werden sich auch fern Kapitalismus im Völk Oel Meereswogen, ab Großkapitalismus fur ganzen Völkern die V Die ungeheure Bed leben der Kulturvölker schiffe, Autos, Flugzeu produkte des Erdöls zu zehnte verflossen, seit wurde und jetzt durch Schiffe mit Motorantr denkbar wäre die rie gleichzeitiger Steigeru vielen Ländern, auch lung. Schon hieraus weite Oelgebiete verfü Macht besitzt. Sehr u Erde verteilt. Die gr hier werden mehr als wonnen. Die zweite Mexiko ein. Andere überhaupt keiner Erdé Zweites Blatt zu Nr. 106 Westfälische Allgemeine Volks=Zeitung Freitag, den 7. Mai 1926 Vorteilhafte Pfingst-Angebote Für Herren: Für Strapazier-Anzüge aus kräftigen Buxkin- und Cheviotstoffen 195 29i 38.- u 58.Elegante Anzüge aus neuen Cheviot-, Gabardine- u. 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Oberhemden Sporthemden, Kragen Sportkragen, Binder Schleifen, Socken S A•L-LLLL•RNLLIIEI Bleyle KnabenSweater Sweater-Anzüge in allen modernen Farbstellungen und in allen Größen stets vorrätig Republikauer heraus zum Protest gegen die Flaggenverordnung. * Republikanische Männer und Frauen! Die Verordnung der Reichsregierung, nach der die schwarz=weiß=rote Flagge zur deutschen Auslandsflagge gemacht worden ist, ist ein offener Bruch der deutschen Reichsverfassung und bedeutet eine Zurücksetzung der schwarzrot=goldenen Reichsflagge im In= und im Auslande. Diesem Angriff der Reichsregierung auf das Symbol der republikanischen Bevölkerung gilt es aufs schärfste entgegenzutreten. Die Verordnung bedeutet einen Sieg der monarhistischen Pläne. Was die Nationalisten infolge des starken Willens der Republikaner nicht erreichen konnten, das erledigt die Reichsregierung für die Nationalisten mit einem Federstrich. Reichsregierung und Reichspräsident haben den Boden der Reichsverfassung verlassen. Das bedeutet Verhöhnung der Republikaner und kommt einem Angriff auf die republikanische Staatsform gleich. Dagegen gilt es zu protestieren. Das Reichsbanner Schwarz=mor=Gold. Kreisverband Dortmund=Hörde, die Stadt= und Landkreise Dortmund und Hörde umfassend, ruft die republikanische Bevölkerung der genannten Kreise zu Samstag abend 7 Uhr zu einer großen öffentlichen Protestkundgebung auf dem Hansaplatz in Dortmund auf. Nach der Kundgebung wird ein Demonstrationszug für die Farben Schwarz=Rot=Gold durch die Stadt folgen. Alle Republikaner werden dazu eingeladen. * Das Erdöl ist heute einer der gesuchtesten Stoffe, die unser Planet bietet. Man sagt vielleicht nicht mit Unrecht, daß das Oel im Wirtschaftskampf der Weltmächte dieselbe Rolle einzunehmen beginnt, wie die Edelmetalle im Zeitalter der großen Entdeckungen. Die Außenpolitik der Weltmächte ist seit vielen Jahren eng verquickt mit der Oelfrage. Erst in jüngster Zeit hat die ganze Welt aufgehorcht, als der Streit um Mossul ausbrach, welcher auch vor allem der reichen Petroleumschätze wegen, die dieses Gebiet birgt, entstand. An vielen anderen Plätzen der Erde wachen die Staaten gleicherweise ängstlich über die Oelvorkommen. Schwete internationale Verwickelungen sind schon aus der Jagd nach den Oelfeldern entstanden und werden sich auch fernerhin ergeben, solange Nationalismus und Kapitalismus im Völkerleben noch vorherrschend sind. Wohl glättet Oel Meereswogen, aber es hat auch die Fähigkeit, in Händen des Großkapitalismus furchtbare Feuersbrünste zu erzeugen, durch die ganzen Völkern die Vernichtung droht. Die ungeheure Bedeutung, die das Erdöl im heutigen Wirtschaftsleben der Kulturvölker erlangt hat, ist nicht von ungefähr. Motorschiffe, Autos, Flugzeuge und Luftschiffe brauchen die Destillationsprodukte des Erdöls zur Fortbewegung. Noch sind kaum zwei Jahrzehnte verflossen, seit das erste Motorschiff vom Stapel gelassen wurde und jetzt durchqueren schon viele, viele Hunderte solcher Schiffe mit Motorantrieb anstatt Dampfkesselheizung die Meere. Undenkbar wäre die riesenhafte Entwicklung der Autoindustrie ohne gleichzeitiger Steigerung der Oelausbeute. Noch sind wir aber in vielen Ländern, auch in Deutschland, erst am Beginn dieser Entwicklung. Schon hieraus kann man erkennen, daß derjenige, der über weite Oelgebiete verfügt, eine ungeheure wirtschaftliche und politische Macht besitzt. Sehr unregelmäßig sind die Oelvorkommen über die Erde verteilt. Die größten Erdöllager finden sich in Nordamerika. hier werden mehr als 70 Prozent der gesamten Weltförderung gewonnen. Die zweite Stelle unter den Erdölproduzenten nimmt Mexiko ein. Andere Länder stehen weit dahinter oder können sich überhaupt keiner Erdölausbeute erfreuen. Deutsches Erdöl. Daß auch Deutschland Bezirke ausweist, wo Erdöl gewonnen wird, ist nicht so allgemein bekannt. Freilich fällt die deutsche Produktion gegenüber der in anderen Ländern nicht sehr ins Gewicht; wird doch bei uns nur der zweitausendste Teil des Weltbedarfs erbeutet. Das ehemals bedeutendste deutsche Oelgebiet, der Pechelbronner Oeldistrikt, ist mit der Abtrennung des Elsaß verloren gegangen. Wir müssen heute etwa 95 v. H.— rund eine Million Tonnen— unseres Oelbedarfs aus dem Ausland beziehen. Erdöl wird bei uns in größerem Maße nur in der Provinz Hannover und zwar hauptsächlich in den Kreisen Celle und Burgdorf gewonnen. Die Felder bei den Orten Steinförde, Wietze und bei Nienhagen, sind besonders ergiebig. Es werden aber größere Erdölvorkommen in der ganzen Nordwestdeutschen Tiefebene vermutet. Die deutsche Erdölproduktion hat zuerst vor drei Jahrzehnten einen stärkeren Aufschwung genommen. Ihr wurde aber eine weitere Steigerung der Produktion dadurch verleidet, daß Amerika Oel zu wesentlich geringeren Preisen einführte. Es wird für Deutschland immer eine Utopie bleiben, aus seinen Oelvorkommen auch nur einen bedeutenderen Teil des Bedarfs decken zu wollen. Zweifellos läßt sich aber bei einer rationelleren Wirtschaft, als es heute geschieht, die Oelgewinnung bei uns noch steigern. Gewinnungsmethoden. Forscher nach dem Ursprung des Erdöls nehmen an, daß es aus tierischen und pflanzlichen Resten stammt, die vor undenklichen Zeiten auf dem Grunde des Wassers sich absetzten und dann von Sand, Schlamm und Geröll nach und nach verschüttet wurden. Unter dem Druck und abgeschlossen von Sauerstoff, haben diese Reste dann eine chemische Umwandlung erlitten. Die Tatsache, daß fast das gesamte, durch Bohrlöcher zu Tage geförderte Oel aus Sandschichten stammt, unterstützt diese These. Die Gebiete, wo Oel gefördert wird, haben einen eigenartigen Charakter. Ueberall, in unregelmäßiger Folge aufgebaut, stehen die Pumpen, Bohrtürme, Bassins und Tanks, bald auf der Heide und im Wald, bald inmitten von Häusern und Gärten. Auch in der Hannoverschen Erdölgegend givi es verschiedene Arten der Oelgewinnung. Manchmal verrät Oel an der Oberflächt der Erde oder des Wassers das in der Nähe befindliche Oellager, Nicht immer haben es aber die Oelspürer so leicht, sondern es sind oft recht langwvierige Wege zu beschreiten, ehe ein Oellager erschlossen werden kann. Die Wünschelrute ist ein sehr unsicheres Aufspürmittel. Besser ist es schon, man verläßt sich auf die geologische Wissenschaft, die aus der Art der Bodenschichtungen und der ganzen Struktur des Geländes mit einiger Gewißheit die Frage nach Erdölvorkommen beantworten kann. Besteht also irgendwo die Vermutung, den kostbaren Stoff anzutreffen, dann wird der Bohrturm aufgestellt und bald stampft dort eine Maschine mit einem mächtigen Bohrer. Das aufgelockerte Gestein wird aus dem in die Erde gesenkten Rohr herausgespült. Von Zeit zu Zeit müssen Rohre nachgeschoben werden. So geht es oft viele Hunderte, in Amerika so bisweilen mehr als zweitausend Meter in die Erdschichten hinein, bis der Oelhorizont erbohrt ist. Das kann Monate, ein halbes Jahr und noch länger dauern. Und oft genug ist die ganze Bohrung umsonst. Jede Bohrung ist ein Risiko. Ueberraschungen sind in der Erdölproduktion an der Tagesordnung. Manchmal bricht bei der Bohrung eines Tages plötzlich mit einem gewaltigen Bellen das angebohrte Oel aus dem Rohr und erzeugt eine Fontäne, die 20, 30, ja elbst 100 Meter und höher mit Oel überschwemmt. Im Gebiet eine Bohrung fündig, dem Bohrloch 30 Meter hoch emporgeschleudert wurden. Von einer anderen fündig gewordenen Bohrung bei Oeynhausen wird berichtet, daß in der Minute 500 Liter Oel gewonnen wurden. Welcher Reichtum aus einem Bohrloch für den Besitzer auch in deutschen Erdölgebieten entspringen kann, beweist eine Meldung, wonach eine Bohrung der Gewerkschaft Elwerath bei Nienhagen seit 1922 bereits für mehrere Millionen Goldmark Oel gefördert hat. Sehr verschieden lange hält dieser Segen an. Lassen die nicht sehr häufig vorkommenden Spritzer nach, dann muß gepumpt werden. Ein kann eine Anzahl solcher Pumpen betreiben. Tag und Nacht ten ste. Auf weiten Strecken, mit Dußenden Pumpen, steht man kaum einen Arbeiter, so gering ist die Zahl der hierzu benö kaum einen Arbeiter, so gering ist die Zahl der hierzu benötigten nienschlichen Arbeitskräfte. Eine andere Oelgewinnungsmethode ist die durch Schachtbetrieb. In Wietze, in Hannover, befindet sich ein olcher Schacht, der 250 Meter tief ist und 600 Arbeiter damit beschäftigt, den ölhaltigen Sand zu fördern, der über Tage mit heißem Wasser ausgewaschen wird oder die Pumpen zu bedienen; dieser Schacht erreicht die Oelausbeute von etwa 600 Bohrlöchern. An anderen Stellen besteht die Absicht, ähnliche Schächte anzulegen. Endlich sei auch noch die Oelgewinnung durch die sogenannte Schlammbüchse erwähnt. Das ist ein rohrartiger Behälter, der mit einer Klappe versehen ist. Die Büchse geht durch Röhren bis auf den Oelgrund. Dort öffnet sich eine Klappe, die nach Aufnahme des Oels beim Hinaufziehen der Büchse wieder geschlossen wird. Das Erdöl hat der Kohle große Konkurrenz bereitet. Aber schon beginnt die Kohle sich dafür zu„rächen". Die Frage der Vergasung sämtlicher Kohlenarten zum Zwecke der Oelgewinnung ist bereits gelöst. Nach den neuesten Ergebnissen der Kohlenchemischen Erforgeonissen ungen, können jetzt aus Kohle sämtliche Erdölprodukte, wie Petroeum, Benzin, Paraffin usw. gewonnen werden. Das etwas komlizierte Verfahren des Prof. Bergius ist bereits durch einfachere plizierte Verfahren des Prof. Vergius ist Methoden überholt worden. Werden erst diese Erfolge der Wissen schaft für die praktische Oelgewinnung angewandt, dann wird die Oelfrage auch für solche Länder wie Deutschland eine andere Bedeutung erlangen. Das Heidelberger Programm * Der Bildungsausschuß hat die Veranstaltung einiger öffentlicher Versammlungen beschlossen, in denen das neue Parteiprogramm und zwar vorzugsweise sein grundsätzlicher(allgemeiner) Teil erörtert werden soll. In die Referate werden sich mehrere Genossen teilen. Den ersten Vortrag wird am nächsten Dienstag, den 11. Mai, Genosse Henßler halten. Ihm fällt die Aufgabe zu, Rolle und Ziele des demokratischen Sozialismus darzulegen, wie sie sich im Heidelberger Programm spiegeln. Die Gemeinde, die sich rüher montags im„Kaisersaal“ zusammenfand, wird sich diesmal im„Kaiserhof“(Axmacher) treffen. Wer sich auf diese Abende vorbereiten will, dem ist besonders die Lektüre der Erläuterungen zum Programm zu empfehlen, die Genosse P. Kampffmeyer im Auftrage des Parteivorstandes herausgegeben hat.(Dietz=Verlag, Preis 1 Mk.) Selbstverständlich haben auch Nichtparteigenossen Zutritt. Der Beginn ist pünktlich um 8 Uhr. Trunksucht und Nachkommenschaft Der vom Gesundheitsamt der Stadt Dortmund bereits gelegentlich Bekanntgabe der öffentlichen Veranstaltungen in Dortmund aus Anlaß der Reichsgesundheitswoche angekündigte Vortrag von Dr. Grünewald, Dortmund über„Trunksucht und Nachkommenschaft" war gestern abend im Festsaale des alten Rathauses im Auftrage und unter Leitung des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke Dortmund. Der Redner führte etwa folgendes aus: Das vom Reichsgesundheitsamt herausgegebene Aufgebotsmerkblatt warnt vor der Eheschließung mit Trunksüchtigen, weil es die Trunksucht für eine die Nachkommenschaft schwer schädigende Eigenschaft der Eltern hält. Es ist von öffentlichem Interesse, diese Behauptung durch Tatsachenmaterial zu einer weiten Kreisen eigenen Ansicht zu erhärten. Die Trunksucht ist eine Leidenschaft bestimmter Menschen, alkoholhaltige Getränke häufig in einem solchen Maße aus einem innerlichen Zwang zu sich nehmen zu müssen, daß daraus ein erkennbarer Nachteil für ihre Gesundheit und als Folge eventuell auch eine Vernachlässigung sozialer oder familiärer Pflichten entsteht; sie ist das gewissermaßen familiäre Verhältnis eines Menschen zum Alkohol, eine chronische, meist unheilbare Krankheit. Eine Norm für die Mäßigkeit oder eine zahlenmäßige Angabe bezüglich des Mißbrauchs alkoholischer Getränke ist selbst für ein und dieselbe Person unmöglich, da sie von den verschiedensten Gelegenheitsumständen abhängt. Dazu kommt noch, daß die einzelnen Alkoholarten an sich eine außerordentlich große Unterschiedlichkeit bezüglich ihrer Wirkung haben. Die chronische Alkoholvergiftung, die Trunksucht, ist eine Krankheit, welche durch den Alkohol veranlaßt ist, die aber nach der Ausscheidung##— scheidung des Alkohols aus dem Organismus noch fortbesteht. Wie alle anderen organischen Gewebe des Säufers, so können auch seine ). Eizellen„— Samen= resp. Eizellen durch die akute chemische Veränderung Eindrücke bekommen, welche auf das entstehende Lebewesen eine krankhafte Anlage übertragen. Statistische Beispiele beweisen, daß die Minderwertigkeit der Nachkommenschaft drei Aeußerungsformen hat: 1. Die Neigung zum Alkohol, 2. das Verbrechen, 3. Geistesstörungen. Die Warnung des Aufgebotsmerkblatts vor Eheschließungen mit Trunksüchtigen ist also berechtigt. Wenn der Verzicht auf die früheren Trinkersitten, das Trinken am Morgen, vor der Arbeit und während der Arbeit, wenn die Meinung, Trinken sei männlich, und, wer nicht täglich Alkohol genießen könne, sei zu bedauern, erst allgemein als abgetan über Bord geworfen, jeder Trink zwang als verwerflich anerkannt ist, wird die Trunksucht und mit ihr die Schädigung der Nachkommenschaft aus dem Volksleben verschwinden. Personenstandszissern aus preußischen Groß. Städte in städten Industriegebiet die größte Geburtenhäufigkeit. * Die Statistische Korrespondenz veröffentlicht soeben eine Ueber sicht über Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle in den preußien Großstädten im Jahre 1925, der der Amtliche Preußische Presselenst folgende Angaben entnimmt: Das Jahr 1925 brachte für die großstädtische Bevölkerung eine Heiratshäufigkeit von 8,48 v. T., die der von 1913(8,53 v. T.) fast gleich ist, während die von 1924 mit 7,81 v. T. dagegen etwas zurückblieb. Auch in der Mehrzahl der Berichtsorte war die Heiratsziffer der Jahre 1913 und 1925 ziemlich ähnlich. Gegen 1924 war im Berichtsjahr die Heiratshäufigkeit fast überall gestiegen, ausgenommen in Halle und in Wiesbaden. Die höchste Heiratsziffer hatte 1913 wie 1924 und 1925 Altona mit 11,05 v. T. bzw. 9,71 v. T. und 9,73 v. T.— Im Gegensatz zur Heiratshäufigkeit erreichte die Geburtenhäufigkeit des Jahres 1925 im Durchschnitt der Großstädte die von 1913 bei weitem nicht, wenn sie auch die von 1924 etwas übertraf; die Ziffer war für 1913 27,01 v. T., 1924 19,14 v. T., 1925 19,83 v. T. Die höchsten Geburtenziffern hatten in allen drei Jahren Hamborn, Bochum, Oberhausen und Gelsenkirchen. Die Sterblichkeit war in den Jahren 1924 und 1925 fast gleich (11,72 und 11,77 v. T.) und damit in beiden Jahren um zwei Promilleteile kleiner als 1913(13,72 v. T.). Nur in Kiel, Münster i. W. und Wiesbaden überschritt die Sterblichkeit im Berichtsjahr die von 1913 um ein geringes, sonst blieb sie stets darunter.— Den stärksten Geburtenüberschuß hatten Hamborn, Bochum, Oberhausen, Gelsenkirchen und Duisburg: er betrug in diesen Städten zwischen 16,41 v.T. (Hamborn) und 10,80 v. T.(Duisburg). Als Geburtenüberschuß für den gesamten Durchschnitt der Großstädte ergaben sich 7,35 v. T. gegen 6,69 v. T. im Jahre 1924 und gegen 12,45 v. T. 1913.— Die Durchschnittszahl für Säuglingssterblichkeit betrug in den beiden letzten Jahren rund 10 auf 100 lebend geborene Kinder gegen 13,6 Prozent im Jahre 1913. Vergendung von Wohnraum im Hause des Dorkmunder Haus- und Grundbesitzervereins. * Das Haus Auf dem Berge 17 gehört dem Haus= und Grundbesitzerverein. Zwei Zimmer waren für Bürozwecke des Vereins eingerichtet. Die übrigen Räume wurden für Wohnzwecke benutzt. Ein Mieter(Mann und ein Kind) trat kürzlich von seiner Wohnung zwei Zimmer an den Haus= und Grundbesitzerverein ab, die ebenfalls für Bürozwecke Verwendung fanden. Kurz darauf starb die Inhaberin einer Vier=Zimmer=Wohnung in dem Hause. Mit ihr zusammen wohnte ihr Pflegesohn, dem testamentarisch die Wohnung vermacht wurde. Da er(durch Verheiratung) eine andere Wohnung beziehen konnte, wurde seine Wohnung frei. Auf seine Aeußerung, daß er das Freiwerden seiner Wohnung dem Wohnungsamt melden wollte, wurde er von Dr. Drescher, Syndikus des Haus= und Grundbesitzervereins, ersucht, dies nicht zu tun. Die freiwerdende Wohnung solle dem Mieter, der zwei Zimmer seiner Wohnung an den Verein abgetreten hatte, überlassen werden, da er die zwei Zimmer wieder zurück haben wollte. Der Pflegesohn der verstorbenen Mieterin lehnte dieses Ersuchen ab und meldete das Freiwerden der Wohnung beim Wohnungsamt unter Schilderung des Sachverhalts. Es wurde ihm gesagt, das Wohnungsamt werde über die Wohnung verfügen. Doch kam es anders. Der Mieter, der zwei Zimmer seiner Vierzimmer=Wohnung an den Hausbesitzerverein abgetreten hatie, zog doch in die freiwerdende Vierzimmer=Wohnung ein. Die zwei Zimmer, die er von seiner bisherigen Wohnung noch hatte(sie hätten ihm auch genügt), hat der Hausbesitzerverein nun ebenfalls in Benutzung genommen. Wohnungssuchende mit grüner Karte, die sich um die freiwerdende Wohnung bemüht hatten, sind abgewiesen worden. Trotzdem war auf dem Wohnungsamt auf Nachfrage die Auskunft gegeben worden, man habe eine obdachlose Familie in die Wohnung gewiesen. So der Sachverhalt, wie er uns geschildert wird. Ist er richtig, dann ist festzustellen, daß Gelegenheit bestand, einer wohnungslosen Familie Obdach zu schaffen und diese Gelegenheit trotz der großen Wohnungsnot nicht benutzt wurde. Gab das Wohnungsamt seine Zustimmung zu der Regelung, wie sie jetzt getroffen wurde? Der Zentrumsstadtverordnete Kamrath, Vorsitzender des Haus= und Grundbesitzervereins, behauptete kürzlich, in Dortmund bestehe objektiv keine Wohnungsnot, da auf 5 Personen 4 Wohnräume kommen. Ist der obige Sachverhalt richtig geschildert, dann kann Herr Kamrath an dem Beispiel, das der von ihm selbst geleitete Verein gibt, erkennen, wie Wohnungsnot geschaffen bezw. nicht gelindert wird, obwohl objektiv keine Wohnungsnot zu sein braucht. Der schwierigen Wirtschaftelnge entsprechende Preise in Herren-u. Knaben. Kleidung geben Ihnen die Ueberzeugung, daß Sie doch bei uns am vorteilhaftesten und sparsamsten kaufen. Unsere Firma ist seit Jahrzehnten bekannt für beste Qualitäten— haltbarste Kleidung— billigste Preise. vahl Strapazier-Anzüge kräftige tragfähige Qualitäten 52.—, 44.—, 36.— Med. Frühjahrs-Anzüge Ia. Qualitäten, elegante Dessins 105.—, 92.—, 84.—, 76.— Blaue Anzüge beste Cheviot- und Kammgarnstoffe „ 102.—, 90.—, 79.—, 63.— Spert- u. 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Sie sprang auf, legte das Buch mit dem Rücken nach unten auf die Sofalehne, und ging zu dem Wasser, das zu wallen begann. „Setzen Sie sich nur,“ sagte sie,„ich gieße den Kaffee auf.“ Leopold Stettner sah ihr zu, wie sie die Tassen auf den Tisch setzte und den Kaffee bereitete. Sie hatte ein langes, nicht mehr neues, aber mit Spitzen besetztes weichfallendes, rotes Morgenkleid an, das am Halse geöffnet war und den Brustansatz sehen ließ. „Natürlich, recht süß?“ fragte sie, als sie den Kaffee einschänkte und sich ihm gegenüber an den Tisch setzte. Er trank, und sie stützte die Arme auf die Tischplatte und sah ihn ein wenig spöttisch an. „Nun also,“ begann sie, als setze sie ihre Unterhaltung von heute vormittag fort,„jetzt haben wir Zeit und Ruhe, nun können Sie Ihre Examen fortsetzen oder mir eine Liebeserklärung machen.“ Da Leopold Stettner nicht sofort die Antwort fand, sprach sie selbst weiter. Sie sah dabei ein wenig sinnend vor sich hin.„Das hat mir schon gefallen, was Sie da am Abend gesagt haben, daß man nur so vorwärts gehen soll.— So habe ich's auch einmal gedacht.— Sie wissen ja.—— Aber ihr Männer seid alle ein bißchen Lumpen und unzuverlässig. Wie ich mit dem kleinen Schreihals dort ging und nur noch ein paar Wochen zur Niederkunft hatte, und noch nicht wußte, wo Geld zu allem hernehmen, da hatte der Herr Rosee Liebesbriefe von einer anderen in der Tasche. Und er ist so ein sanfter Mensch, daß er heute noch nicht von ihr losgekommen ist. — Ich wette darum, er hat sie jetzt wieder auf der Reise gesehen. Vielleicht hockt er gerade in diesem Augenblick bei„ihr und gibt ihr gute Lehren, wie man auf der Bühne vom Tisch zum Stuhl gehen muß. Oder spricht von der Kunst und der Liebe zu den Menschen, vom Unglück der armen Klassen und schmilzt vor Mitleid, der alberne Kindskopf, bis sie ihm am Halse hängt. Es war kein Haar anders bei mir.—Und nun sitze ich ich da mit dem netten, kleinen Kind— mitten in der Pastete. Er hat mich schön eingewickelt. Er hat mich abgebracht von den Plänen fürs Theaterspielen, und nun ist's wohl vorbei——“ „Liebe Frau,“ sagte Leopold Stettner, und beugte sich vor. Mit der einen Hand streichelte er ihren Arm, mit der anderen faßte er ihre Hand. Doch ließ er sie gleich darauf wieder los. Der tiefe Ernst kam über ihn. ließ seinen Arm auf dem Tisch liegen und sprach so s seinen Augen strömte an sich zu ziehen und zu ihr mit weit vorgeheugtem Kopfe. Aus seinen Augen strömte eine innige Kraft und schien die schöne Frau erfüllen zu wollen. „Ach, ich war so arm, und bin so glücklich jetzt. Was geht uns das alles an— ich will nie mehr von all dem wissen— nie mehr— ich weiß, daß ich etwas werde, und du wirst auch das mit mir werden, was du willst. Wir brauchen ja nur zu wollen. Ich hab' Geld swpert, damit reisen wir fort nach Berlin. Ich gebe mein Geschäft oder arbeite nur noch manchmal etwas zu Hause, du nimm beim Theater etwas an, und ich schreibe für Zeitungen. issen, geht, wenn wir nur wollen und wissen, wo wir hingehören. Der Rosee wird sich schon zu trösten wissen. Ich hab' ihn einmal vortragen gehört, bei dem geht's nicht so tief. In Berlin heiraten wir.“ So sprach er noch viel. Er war schön in diesem Augenblick, und Frau Rosee, von seiner Innigkeit sehnsuchtsvoll eingehüllt, sah ihn mit warmen Augen an. Sie legte ihre Hände auf die seinen und hörte mit einem zarten Lächeln auf dem Munde seine Worte an. „So gern hast du mich?“ fragte sie dann. „Wir werden nie mehr voneinander lassen,“ sagte er. Nun stand sie auf, rückte den Tisch weg und stellte sich vor ihn hin. Sie nahm seinen Kopf in ihre Hände und sah ihm ins Gesicht. „Gut bist du,“ sagte sie,„du hättest mir das vor fünf Jahren sagen sollen— vor vier— vor drei— dann wäre vielleicht alles anders gekommen.“ Er schüttelte lächelnd den Kopf. „Du mußt nur denken lernen, wie ich— ich werd's dir schon beibringen. Ich werde nie anders werden.“ „Wieviel Geld hast du denn?“ „Sechshundert Mark—“ „Sechshundert Mark,“ sagte sie leise,„sechshundert Mark hat er. — Man sollte nur die ganze Kapitalistenbande, die einen nicht hoch kommen läßt, totschlagen.“ Da es draußen nun dunkler wurde, sprang sie plötzlich ans Fenster. „Huh, wie das regnet, wie das regnet—“ schrie sie,„Kinder— Kinder, was soll das alles.“ Leopold Stettner kam zu ihr und schlang, während sie abgewandt von ihm zum Fenster hinaussah, seinen Arm um ihren Leib. „Du gehst doch mit nach Berlin, nicht?— Morgen oder übermorgen können wir fahren. Ich habe noch Geld im Geschäft zu bekommen— und muß das andere von der Sparkasse holen. Ihm schreiben wir einfach einen Brief, du tätest das Verhältnis auflösen —— das Kind nehmen wir mit; ich hab' Kinder gerne.“ Da drehte sie sich um, sah ihm ins Gesicht und widerstand nun nicht mehr der Kraft seiner Zärtlichkeit. Sie schlang die Arme um seinen Nacken und küßte ihn zwei— dreimal auf den Mund. „O, warum nicht— warum nicht—“ sagte sie,„gefällt dir das?“ Gerade hielt sie ihn an sich und sah ihn an, da fuhr sie zusammen. „Horch, ich meine, Frau Wagner kommt.“ Es klopfte an die Türe. Aber es war nur ein Postbote. Er stand da in einem Gummikragen, wie er auf dem Fahrrad gesessen hatte. Das Wasser tropfte vom Kragen ringsum herunter. Er brachte eine Depesche. Nachdem der Mann gegangen war, hielt Frau Rosee das gefaltete Papier zögernd in der Hand. „Ich mach's erst später auf,“ sagte sie. „Es wird von ihm sein, und besser ist's, gleich Bescheid zu wissen.“ „Gut,“ erwiderte sie trotzig,„du hast's gewollt. Sie las. „Er ist in Karlsruhe,“ sagte sie,„und er will, ich soll morgen früh zu ihm fahren, dann will er vielleicht mit mir nach Zürich wegen irgend einer Theatersache.“ Leopold Stettner atmete tief auf. „Das ist gut so— schreib ihm nur, er solle allein voraus fahren, du kämest nach, und übermorgen fahren wir dann.“ „Ja— ja—.“ sagte sie mit einem traurigen Lächeln. Sie las die Depesche noch einmal und schlug dann mit dem gefalteten Papier in ihre Handfläche und sah ungewiß vor sich hin. „Alles wird gut werden,“ sagte Leopold Stettner zärtlich. Die junge Frau hatte noch keine Antwort gefunden, als es von neuem klopfte und gleich darauf Frau Wagner, den Hut noch auf dem Kopfe, ins Zimmer trat. „Ich bin allein heim, wegen des Regens, und nun kann ich nicht hinein, weil der Vater den Küchenschlüssel in der Tasche hat.“ Sie gewahrte den Tisch, der noch vom Sofa weggerückt war, wie die beiden am Fenster und sah verlegen zu Boden. „Ach, das ist nett, Frau Wagner,“ sagte der Buchbinder,„wir wollten gerade ans Nachtessen denken. Sie können mithalten, nicht, Frau Rosee?“ „Gewiß,“ gab die Gefragte etwas zögernd zur Antwort. Die Worte Stettners waren gewiß ihrer äußeren Bedeutung nach inhaltslos, aber er sprach aus einer so vollen, weitsichtigen Zärtlichkeit heraus, daß sein Ton Frau Wagner jeden Verdacht nahm, ja, ihr die alte Vertraulichkeit für den Freund wiedergab. „Hören Sie,“ sagte sie leise,„ich habe gerade den ersten Magazinier gesprochen.“ Da schrie das Kind auf, das geschlafen hatte, und Frau Rosee ging zu ihm in den Hintergrund. „Er meint, der zweite Magazinierposten ist Ihnen sicher, und mit hundertsechzig Mark fingen Sie an.“ Frau mehr „Liegt Ihnen so viel daran, daß ich den Posten kriege, Nagner!“ „Ja— freilich,“ sagte Frau Wagner und wußte nicht weiter. „Aber wenn ich nun fortginge von hier—?“ „Dann wünschte ich Ihnen auch dazu das Allerbeste.“ In diesem Augenblick fühlte Leopold Stettner, wie gütig und freundlich diese Frau immer zu ihm gewesen war.“ „Sie sollten nur die Stelle nehmen,“ sagte Frau Rosee aus dem Hintergrunde und wiegte dabei ihr Kind auf dem Arm.„Wer weiß, ob sich je wieder so etwas bietet.“ „Das kann schon sein,“ erwiderte der Buchbinder lächelnd und suchte die Dunkelheit mit seinen Augen zu durchdringen, die schwerer iem Teil des Zimmers lag. Sie aßen zusammen zu Nacht und die Zärtlichkeit des jungen Mannes schien in alle übergegangen zu sein, so leicht ging der Verkehr, so verstand jedes das andere. Es war, als schwebe der Abschied und großer Schmerz, den sie sich gegenseitig bereiten müßten, zwischen ihnen und weitete ihre Herzen. Frau Wagner und Leopold Stettner waren schon gegangen, da rief Frau Rosee den jungen Mann nochmal zurück. „Sie haben ja etwas vergessen.“ Die junge Frau drückte rasch die Tür hinter ihm ins Schloß. Sie schien ihm noch etwas sagen zu wollen. Schließlich schlang sie nur die Arme um ihn und küßte ihn. „Hier, nimm's mit— nimm's mit— und sei mir lieb und vernünftig.“ Als sie ihn wieder zur Tür hinausschob, war Frau! mehr zu sehen.(Fortsetzung folgt) Zasperlshaoter Kasperl bleibt imme ##erl ist und in die Welt wenns auch Bindfaden 1 seri nicht über den„Sir kenn Kasperl steht fest au nubringen". Mit Tralali Essen ist nicht zu verach Fährnissen verläßt er sic schen Fähigkeiten. Er und, will auch das nicht seren" Gegenständen. D kann nicht verschimmeln, Die„Dortmunder Sp Jakobschenke„Das Leber zauberers und Schwarzkü zur Aufführung. Und d gab, war dann so recht ganz und gar nicht abge ken und oft aufräumend dabei, wenn er sich zum zum Volk„herabzusteiger bunden. So kommt den Antwort aus dem lach Kasperl die da„unten" f. tut Kasperl, als wisse er ruft ihm gewiß der PetSchar seiner Freunde in gemeintes Warnwort zu. ohnedem„auf dem Poste Diesmal hätten die m Kasperl wie auch verschi gern noch länger hingeh Kasperl=Theater wieder Leute an diesem alt=neue Der Naturheilvereit hatte für vergangenen E versammlung im Luftbal zeitig das Licht=, Luft(am Block) eröffnet wer glieder hatte sich eingefu Sommermonate auch w Sonne wachgerufen wird herr Hugo Janke 1. 1 Herr Pfläging 1. Kassiel Schriftführer, Herr Hils und Schulte als Beisitzer Stammkarte einschl. Bad karte für die Ehefrau 4 1 Mark. 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Er hilft sich zuweilen mit kräftigen Notlügen, und, will auch das nicht„buttern“, mit der Faust oder noch„diverseren" Gegenständen. Die Welt ist ja rund und will sich drehen, sie kann nicht verschimmeln, und Kasperl will es auch nicht— Die„Dortmunder Spielschar“ brachte am Mittwoch im Saale der Jakobschenke„Das Leben und die Höllenfahrt des berühmten Erzzauberers und Schwarzkünstlers Dr. Faust“ auf ihrem Kasperltheater zur Aufführung. Und dieses Leben, und was sich alles in ihm begab, war dann so recht was für Kasperl, um den Mutterwitz seiner ganz und gar nicht abgeblaßten Wissenschaft und seiner aufgeräumen und oft aufräumenden Aktivität anzubringen. Kasperl braucht dabei, wenn er sich zum Publikum hin verbindend„einschaltet“, nicht zum Volk„herabzusteigen“, denn er ist ja immer mit ihm innig verbunden. So kommt denn gleich die jauchzend freudig zustimmende Antwort aus dem lachend zuhörend mitwirkenden Volk, wenn Kasperl die da„unten“ fragt, ob er auf dem richtigen Wege ist. Und tut Kasperl, als wisse er nicht, daß eine Gefahr auf ihn lauert, dann ruft ihm gewiß der Peter oder die Liese oder wer sonst aus der Schar seiner Freunde im groß und kleinen„Publikum“ ein ehrlich gemeintes Warnwort zu. Da freut sich Kasperl, doch wäre er auch ohnedem„auf dem Posten“ gewesen... Diesmal hätten die mancherlei Leute, die dem Dr. Faust und dem Kasperl wie auch verschiedenen höllischen Majestäten zusahen, wohl gern noch länger hingehört. Wenn die Dortmunder Spielschar ihr Kasperl=Theater wieder mal aufmacht, sollten sich noch viel mehr Leute an diesem alt=neuen gesunden Spiel erfreuen. Der Naturheilverein für Dortmund und Umgegend e. V. hatte für vergangenen Sonntag seine Mitglieder zu einer Generalversammlung im Luftbad eingeladen, mit welchem Tage auch gleichzeitig das Licht=, Luft= und Sonnenbad an der oberen Hohenstraße am Block) eröffnet werden sollte. Eine stattliche Anzahl der Mitglieder hatte sich eingefunden zum Beweis, daß mit dem Beginn der Sommermonate auch wieder das Bedürfnis nach Licht, Luft und Sonne wachgerufen wird. Der neue Vorstand ist wie folgt gewählt: herr Hugo Janke 1. Vorsitzender, Herr Völlmar 2. Vorsitzender, Herr Pfläging 1. Kassierer, Herr Weber 2. Kassierer, Herr Bach 1. karte für die Ehefrau 4 Mk. und für jedes Kind unter 18 Jahren 1 Mark. Dauer=, Schüler= und Ferienkarten können an Nichtmitglieder abgegeben werden. Herr Janke machte auf den hohen Wert der Licht=, Luft= und Sonnenbäder und deren Heilkraft aufmerksam und ließ alsdann das bedeutend vergrößerte Luftbad mit seinen Grünanlagen besichtigen. Das Luftbad hat nunmehr drei große Abteilungen, zu beiden Seiten das Damen= bezw. Herrenbad, in der Mitte das Kinderbad. Jede dieser Abteilungen besitzen TerazzoWannen mit einer Reihe Brausen. Mit großer Freude wurde festgestellt, daß die Damen bei dem Umbau besonders bevorzugt worden sind. Dieses Bad ist nunmehr mit einer hohen und massiven Steinmauer umgeben worden, sodaß für die Folge jegliche Belästigungen von außen ausgeschlossen sind. Die vornehm gehaltene Kleiderhalle, deren Boden mit Kork ausgelegt ist, bietet für mehr als 100 Personen Platz. Der Ausblick über die Anhöhe gibt den Badenden neben den Schönheiten im Bade noch einen besonderen Reiz. Zum Schluß richtete der Vorsitzende die Bitte an die Mitglieder, doch # Einrichtungen befreundeten. * Fräul. Heda Ewald aus Dortmund, zur Zeit am Westfälischen Städtetheater, wurde vom Intendanten Rich. Gsell für das Landestheater in Oldenburg vertraglich verpflichtet. Fräul. Ewald ist eine Schülerin Frau Ravenaus und ihres Gatten, Herrn E. Wandeborn. Herrn Fritz Ewald jun. wurde von der staatlichen Prüfungsstelle in Münster die Unterrichtsbefähigung im Klavierspiel zugesprochen. Beide Geschwister traten früher am Dortmunder Stadttheater häufig in Kinderrollen auf. Rauxel=Schwerin Sonnabend, den 8. Mal. abends 7 Uhr, bei Degwer: Oeffentliche Wähler=Versammlung. Referent: Beigeordneter Hermes, Mengede. * Verkauf von Freibankfleisch am Schlachthof. Sonnabend, den 8. Mai, vormittags von 8 Uhr ab erfolgt Belieferung der Freibankkarten Nr. 100 bis Nr. 2100. Marten=Lütgendortmund. In der letzten Vorstandssitzung der Allgemeinen Ortskrankenkasse Lütgendortmund beantragten die freigewerkschaftlichen Vorstandsmitglieder Marquardt und Franke, die Krankengeldsätze sofort zu erhöhen. Der Antrag fand aber nicht die Gesamtzustimmung der Vorstandsmitglieder, es mußte deshalb zu folgendem Vermittlungsantrag gegriffen werden:„Der Geschäftsführer wird ersucht, bis spätestens den 6. April eine Aufstellung dem Vorstande darüber vorzulegen, inwieweit eine Erhöhung der Krankengeldsätze vorgenommen werden kann.“ Im April sollte dann der Vorstand die Krankengelderhöhung endgültig beschließen. Bis heute ist den Vorstandsmitgliedern weder die Aufstellung des Geschäftsführers zugegangen und auch sind sie noch nicht zu einer erneuten Verhandlung bestellt worden. Das ganze Geschäftsgebahren ähnelt einer Verschleppung, die die freigewerkschaftlichen Vorstandsmitglieder nicht länger mitmachen werden. Es ist deshalb an der Zeit, daß der Vorsitzende die baldige Einladung zu einer Vorstandssitzung veranlaßt. Recht lange ist aber auch schon der Krankenkassen=Ausschuß nicht mehr zusammengekommen. Er ist unter Umgehung der Satzungen einfach nicht mehr geladen worden. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde in der letzten Sitzung der Kollege Franke vom Zentralverband der Angestellten gewählt. Die freigewerkschaftlichen Mitglieder, Ausschuß= und Vorstandsvertreter der Ortskrankenkasse, versammeln sich am Himmelfahrtstage(13. Mai) im Lokal Brune, vorm. 10 Uhr, zur Durchberatung des Statuts. Jedes interessierte Mitglied gilt als eingeladen.“ Es ist erwünscht, Aufstellungen über Beitrags= und Krankengeldsätze anderer Kassen mitzubringen. Lütgendortmund. Sonntag nachmittag 4 Uhr ist im Bürgerhaus beim Genossen Schaffstein, Poststraße 44, eine Mitglieder=Versammlung mit Lautsprechervorführung vom Arbeiter=Radio=Klub e. V., Ortsgruppe Lütgendortmund. Die fernstehenden Genossen weisen wir auf unsere Funkzeitung„Der neue Rundfunk", Funkzeitschrift des schaffenden Volkes mit Bastelmeister und Programm sämtlicher Nationen hin. Bestellungen nehmen entgegen: Richard Eckhold, Lütgendortmund, Bismarckstr. 30 und Wilhelm Schwabe, Lütgendortmund, Amtsstraße 60, außerdem noch der Gen. Schaffstein im Bürgerhaus. Mengede. Zur Aufstellung einer Statistik über die im Amtsbezirk wohnenden Schwerkriegsbeschädigten werden sämtliche Kriegs= und Unfallbeschädigte(mit einer Erwerbsbeschränkung von 50 Prozent und mehr) gebeten, in den nächsten Tagen auf Zimmer Nr. 5 unter Vorlage des Rentenbescheides vorzusprechen. Ein persönliches Erscheinen ist nicht erforderlich; es genügt, wenn ein Vertreter erscheint. Brambauer. Gemeinderatssitzung. Der Vortrag über Gefrierfleisch=Versorgung des Polizei=Oberinspektors brachte die gewünschte Aufklärung über den Verkauf des zollfreien Gefrierfleisches und über die Kontrolle des Verkaufs und die Preisfestsetzung. Seit Oktober 1925 ist der Verbrauch von Monat zu Monat sehr gestiegen. Es soll ein Vortrag über den Gebrauch und die Verwendung gehalten werden. Der Grundstücksaustausch am neuen Friedhof soll getätigt werden, aber über den Landankauf für die Begradigung des neuen Friedhofes soll die Kommission nochmals verhandeln. Der Antrag des Turnvereins Eintracht auf Uebernahme der Lichtkosten wurde abgelehnt mit Rücksicht darauf, daß der Verein noch ein gut Teil zahlungsfähiger Mitglieder besitzt. Zwei Baugesuchen wurde stattDickerte und Bohnenstange auf der Weltreise 332 pansen RasenTachend und neugierig liefen Dickerle, Bohnenstange und der Kombüsenjunge, was sie laufen konnten, um den Schim nicht aus den Rugen zu verlieren. Als sie in der Mitte des feldes waren, war John eben bei der Bude. Im gleichen Rugenblick dam dem Limonadenfränlein der behaarte Gast zu Gesicht. Sie ftieß einen Schrei aus und ließ das Glas, das sie eben ausspälen wollte, vor Schrecken fallen, daß es in Scherben zersprang. Mit einer schnellen Bewegung warf sie das Fensterchen der Auslage zu, aber das half ihr nicht viel, denn eine Sekunde später sprang John mit einer eleganten Bewegung mitten zwischen Flaschen und Das Fräulein, kreidebleich vor Angst, öffnete das Cürchen und rannte schreiend, mit fliegenden Köcken und erhobenen Händen, über das Rasenfeld. Sie strauchelte immer wieder, so rannte sie. John schaute ihr verwundert nach. Warum machte das dumme Geschöpf solch komischen Lärm? Er wollte ihr doch nur einen Höflichkeitsbesuch abstatten! Die Leute blieben doch auch vor seinem Käfig stehen! Na, was kümmerte es ihn! Sie mußte er selber wissen... Unsere drei Freunde beobachteten ihn aus einiger Entfernung, neugierig, was er nun weiter anstellen würde. Kunst7 Wissen Leben Easton im Frühling Von John Lassen in Mit schmetterndem Lachen hielt in Easton der Frühling seinen Einzug. Kam mit dem strahlenden Gefunkel, der Wärme und dem knospentreibenden Strom der Sonne. Ueber Berg und Tal breitet sich ausgespannt der Himmel. Und die Berge sind so hoch, daß der Qualm der Fabriken nicht bis zu ihnen gelangt. * „Ich arbeite in der Hufeisenfabrik. Wurde in den Schweißraum abkommandiert. Hier herrscht eine unerträgliche Hitze, und es wurde mir immer wieder schwindelig. Aber man muß eben schuften. Bekommt jetzt so schwer Arbeit. Ich schweißte mit aller Kraft das Eisen. Vom Rücken floß mir der Schweiß, und auch von der Stirn. Zugluft strömte herein, und ich kann jetzt kaum die Schultern bewegen.“ So sprach mein Arbeitsgefährte. Er war blaß. Brachte nur schwer die Worte hervor. Keuchte. „Freilich, es war da tüchtig eingeheizt. Vier Nächte konnte ich Überhaupt nicht schlafen. Fühlte nichts anderes als meinen schmerzenden Rücken.“ Das ist die Hufeisenfabrik. Und die Webereien? Auch die sind nicht besser. Augenblicklich Städten kleinere Betriebe. Die Eastoner Spinnerei hat auch in Northemtown und in anderen umliegenden Ortschaften Fabriken: Diese sind nicht groß. Haben zweihundert bis dreihundert Arbeiter. In jede der Fabriken wird ein „super“ Leiter gesteckt und dieser„erledigt" alles. Mit den vielen kleinen Fabriken wird das Ziel verfolgt, die Löhne nach Belieben drücken zu können—; ein Streik in Easton wird durch die Arbeiter imn Southteptown niedergebrochen, und umgekehrt. Die einzelnen Arbeiter bedienen vier Webstühle. „Es ist schon eine schwere Arbeit. Es gibt immer wieder etwas auszubessern. Man muß unablässig von einem Webstuhl zum andern rasen. Das Schiffchen springt heraus. Verletzt einen sehr leicht.“ * Trotzdem wollen von hier nur wenige in die Heimat zurück.„Wir arbeiten jetzt nur an vier Tagen in der Woche. Doch habe ich trotzdem viel zu tun. Besitze ein kleines Feld, und es ist an der Zeit, er zu bestellen. Und ich habe auch eine Kuh und einige Hühner. Auch die Frau hängt an dem Feld. Es ist ja wahr, daß es jetzt nicht viel einbringt, doch hänge ich trotzdem an ihm.“ Er seufzte auf: „Es wäre schon gut, wenn man sich eine kleine Farm kaufen könnte“,— sagte er.„Das Leben dort ist trotz allem schöner als in der Weberei.“ Er dachte sicherlich an die vier Webstühle, die unablässig bedient werden müssen. arbeiten Russen, Litauer, Ungarn, Italiener; überall, wo eine schwere Arbeit zu verrichten ist, Amerikaner sind nur unter den Facharbeitern zu finden. Er klagte: „Die Italiener sind schwer zu organisieren. Einmal wurde unserer Schicht ein Italiener zugeteilt, und es erwartete ihn bei unserer Schicht eine viel schwerere Arbeit, als in seinem früheren Arbeitskreis. Der„forman“(Vorarbeiter) sagte:„Du bekommst einen Dollar mehr als früher.“—„Thank you,(Danke) antwortete der Italiener. Darüber lachte auch der forman. Aber es war wirklich nicht zum Lachen, denn auf diese Art kommen die Arbeitgeber erst recht auf den Gedanken, noch niedrigere Löhne zu zahlen.“ * Ich steige mit meinem Freund den Berg hinan. Betrachte sein Gesicht, das verbrauchte Arbeitergesicht. Einer spricht ihn an:„Du siehst ja aus, als ob in dich die Seele nur noch schlafen ginge.“ „Tja, die Hufeisenfabrik“— seufzt er und lacht auf. Ein bitteres und müdes Lachen: „Mir hat das Hufeisen kein Glück gebracht.“ „Warum nimmst du denn eine Arbeit an, der du nicht gewachsen bist?“— entgegnete der andere. „Wenn man wählen könnte! Bedenke, ich war in Bethlehem ein halbes Jahr arbeitslos. Da freut man sich dann jeder Arbeit, die man bekommt.“ Er verscheucht von der Stirn die finsteren Gedanken. „Es wird schon besser werden. Ich konnte vier Nächte nicht afen, die Seite schmerzte mich. Aber heute schlief ich wieder.“ s gibt auch im Leben des Arbeiters freudige Ereignisse. ... Er konnte nachts schlafen. * Mit wunderbarer Schönheit schickt die Frühlingssonne ihre Strahlen auf die gebenedeite Erde. Die Felder werden gepflügt. Mit Pferden. „Haho!... Hahol...— hört man von hier und auch von dort. Es ist Samstag. Die Automobile werden instandgesetzt. Es tut so wohl, am Sonntag einen Ausflug zu machen. Hinaus ins Freie. In die Fremde. Den frischen, tobenden Frühling genießen. Ich höre den Arbeiter aus der Weberei sprechen: „Man hängt ja doch an seinem kleinen Feld... Und es ist so gut, eine Kuh zu haben.. „Drei„helper“(Hilfsarbeiter) sind heute an meiner Seite zusammengebrochen“— erzählte der Arbeiter aus dem Stahlwerk. Und während er dies erzählt, denkt er keinen Augenblick daran, daß einmal auch er hinter seinem Vorarbeiter zusammenbrechen, und was dann mit ihm geschehen werde? Er ist heute ein junger, kräftiger Mensch und hält die Arbeit aus, das Tempo... Die Maschine treibt an. Der Vorarbeiter treibt an.... Ein Auto winkt, mit dem man Sonntags irgendwohin in den b Denn in Easton blüht jetzt! Luft kristallrein. In Knospen bersten... und die Bäume stehen in voller Blüte. In tausend Farben prangt der Frühlingsnachmittag. Und die Luft ist, ob ihr es glaubt oder nicht— von Vogelsang erfüllt. rarbeiter treidt an.... Ein Auto winkt, mut dem ndwohin in den blühenden Frühling fahren kann. blüht jetzt der Frühling. Auf den Bergen ist die In der Ferne versinken die Fabrikschlote, die Moskauer Künstlertheaters ist ein unerhörtes, einzigartiges Erlebnis. Die Russen sind bisher die Einzigen, die für den Film den Stoff aller Kunstanfänge großen Stils, heroisches Gemeinschaftsschicksal, gefunden haben. Nicht altererbtes Epos(Nibelungenfilm) wird verarbeitet, nicht Volk als Geschöpf eines Einzelnen(Fridericus) wird vorgeführt. Aus dem Rohstoff des Protokolls, der Photos von der Revolte der Schwarzmeerflotte im Jahre 1905, die im russischen Marinearchiv gefunden wurden, bildet einer jener Gestalter, in denen die Zunge der Völker und Epochen sich löst, den Film der einenden Brüderlichkeit, ohne demagogische Unterstreichung, ohne fälschende Gefühlserweichung, sicher wie ein Seher für die Beziehungen von Mensch und Ding(Schiff, Maschinen, Geschütze, Straßen), die Steigerung, Entspannung, unerbittliche Gipfelung, befreiende Erlösung im Aufbau. Mißhandelte Matrosen des„Potemkin“ weigern sich, verdorbenes Fleisch zu essen. Ein Teil der Unzufriedenen soll erschossen werden. Man bedeckt sie mit einem Segeltuch, der Pope segnet sie, die Wache zielt. Da ruft Wakulintschuk, ein Nichtverurteilter, sie an; die Waffen sinken, Revolte, Sieg der Matrosen, aber Wakulintschuk fällt. Im Hafen von Odessa wird er aufgebahrt. Die ganze Stadt nimmt Anteil. Lange Trauerzüge, wehende Tücher, freudige Gesichter für den „Potemkin". Plötzlich Kosaken, Schritt— Schritt— Schuß! Kleinbürger, Damen, Säuglinge— ein Leichenfeld! Auf dem Schiffe folgt eine unruhige Nacht. Mit Volldampf geht es dem Strafgeschwader entgegen, Geschütze werden geladen, Rohre senken sich. Noch ein letzter Versuch, den Kampf zu vermeiden, das Signal:„Brüder, schließt euch an!“ Die Antwort schallt:„Brüder, Brüder! Hurra, Hurra!“ Unbehelligt zieht der„Potemkin dem rettenden rumänischen Hafen entgegen, wo er interniert wird. Jede Zelle dieses Vorgangs wurde von gleichgerichteter Welt= und Kunstgesinnung befruchtet und von ihr aufgeschlossen. Das erste Werk der Filmkunst von klassischem Format ist geschaffen. Die fleißigen Angestellten. Wieviel Leute arbeiten in eurem Geschäft?“ „Etwa ein Drittel.“ Die Perspektive. „Wenn wir das Geld hätten, was wir schon versoffen haben!“—„Da kennt“ mer saufen!——— ben. Dem Ankrag der SPD.=Fraktion auf Erwerb von Bau—„„— gelände der Gemeinde wurde zugestimmt und der Gemeindevorsteher beauftragt, sofort in Verhandlungen einzutreten. Der Amtmann will sich mit der Regierung in Arnsberg, Abteilung II, ins Benehmen setzen, um das Gelände des Schulverbandes Brambauer=Brechten an der Goetheftraße für Bauzwecke frei zu bekommen. Von der Bauabrechnung des 4 Familien=Wohnhauses an der Goethestraße wurde Kenntnis genommen und Entlastung erteilt. Einige Anfragen wurden sofort beantwortet. Wickede. Zur Gründung eines gemischten Volkschors werden sämtliche Parteigenossen, Gewerkschafter, Reichsbannerkameraden und die Sangesbrüder vom Arbeitergesangverein und deren Frauen für Freitag abend 9 Uhr bei Kühner eingeladen. Zweck der Gründung soll sein, bei Kundgebungen, Festlichkeiten und Trauerfeierlichkeiten durch Gesang mitzuwirken. Geringe Besserung der Arbeitslage Was ist das aber bei so vielen? In der Arbeitsmarktlage im Arbeitsnachweisbezirk Hörde ist insoten, indem trotz der 89D Nachrichten aus dem Verbreitungsgebiet Arbeiter=Bildungsausschuß Lünen Samstag abend 8 Uhr bei Valenta: Oessentlicher Vortrag des Schulrats HenningsenHamburg über„Klassenkampf und Erziehung". Aebelden=Zagene SA3. Groß=Dortmund. Heute, Freitag, abends 7½ Uhr, in der Kuimschule: Zusammenkunft der Mädel= und Spiel=Gruppe. S23. Dortmund I. Der Gruppenabend heute, Freitag, fällt aus. SA3. Eving. Heute, Freitag, abends 7 Uhr, bei Franke: Monatsversammlung. Mitgliedsbücher mitbringen. S23. Lünen. 7. Mai: Jürgen Brand=Abend, 9.: Heidefahrt, 12.: Liederabend, 14.: Lebensreform, 13.(Himmelfahrt): Unterbezirkstreffen in Lippholthausen, 19.: Froher Abend, 21.: Politischer Abend, 26.: Tanzabend, 28.: Genosse Dr. Rosenberg liest. SA3. Mengede.(Monatsprogramm für Mai.) Sonntag, 9. Mai: Zum Dortmunder Jugendtag, Mittwoch, 12.: Im Volksgarten Spiel, Donnerstag: Fahrt ins Blaue, Sonntag, 16.: Außenspiele, Mittwoch, 19.: Unterhaltungsabend, Pfingsten: Fahrt, Mittwoch, 26. Bericht von Holland, Sonntag, 30.: Monatsversammlung. Reichsbanner Schwarz=Rot=Gold Kreisverband Dortmund-Hörde. , Kameraden, sämtliche Ortsgruppen des Kreisverbandes DortmundHärde kommen Samstag abend 7 Uhr nach Dortmund zur Kundgebung gegen die Flaggenverordnung der Reichoregierung. Niemand darf dabei fehlen. Es gilt den Ansturm gegen die Republik und die schwarz=rot=goldenen Farben zunichte zu machen. Die schwarzrot=goldenen Fahnen sind mitzubringen. Redner sind zur Stelle. Nach der Kundgebung auf dem Hansaplatz beteiligen sich die Ortsruppen am Demonstrationszug. Jede Ortsgruppe hat sofort die Zorbereitungen für Samstag abend zu treffen. Frei Heil! Der Kreisverbandsführer: H. Wenke. sern eine kleine Besserung eingetreten, indem trotz der Neumeldungen von zirka 300 Personen zur Erwerbslosenfürsorge durch rege Vermittlung in den verschiedenen Berufen die Zahl der Unterstützungsempfänger gegenüber der Vorwoche um 80 und die Zahl der Arbeitsuchenden um 600 zurückgegangen ist. Ferner ist zu bemerken, daß durch Inbetriebnahme des Blechwalzwerks im Baroper Walzwerk in Barop zirka 70 Mann eingestellt wurden. Am 3. Mai 1926 waren im Stadt= und Landkreis Hörde einschließlich der Notstandsarbeiter bei 153 000 Einwohnern vorhanden: Arbeitsuchende: 15 386(15 992), Unterstützungsempfänger 14088(14 166). zum Nachtausmarsch. Kirchlinde. Sonntag vormittag 10 Uhr bei Leffler: VersammWellinghofen. Die Impfung der Erst= und Wiederimpflinge ist Uhr Schule WellingSonnabend, den 8. Mai d. J., nachmittags 2 hofen, 3½ Uhr Schule Holtbrügge, 4¼ Uhr Schule Brünninghausen. Wenn Eltern von Erstimpflingen keine Ladung erhalten haben, müssen sie sich umgehend im Polizeibüro melden. Neben den amtlich angestellten Impfärzten ist auch jeder approbierte Privatarzt zur Vornahme von Impfungen berechtigt. Der Impftermin für die Ortschaften Benninghofen, Brücherhof, Höchsten, Loh und Sti päter. stuchtey ist Annen. Heute, Freitag, beginnt der Bildungsausschuß mit seiner Vortragsreihe in der Aula der Mittelschule. Der Jugendsekretär Genosse Heinr. Haier=Düsseldorf behandelt Freitag, abends 8 Uhr, das Thema:„Vom Urkommunismus bis zur altgermanischen Wirtschaft.“ Eintritt 4 Person 20 Pfg., Erwerbslose 10 Pfg.— Dienstag, den 11. Mai, abends 8 Uhr in der Aula spricht der bekannte Schulrat Henningsen=Hamburg über:„Die heutige Lebensart und die Erziehung unserer Jugend.“ Sport Spiel Körperpflege Annen. Dienstag abend überfuhr ein Radfahrer auf der oberen Provinzialstraße, im Herrenholz, im rasenden Tempo mehrere Passanten. Der Radfahrer selbst flog im weiten Bogen in den Straßengraben und wurde blutüberströmt aufgehoben. Das Rad war vollständig zertrümmert. Nach dem ersten Schreck gerieten die sich unterdessen gebildeten Parteien über die Schuldfrage noch hart aneinander und verprügelten sich derartig, daß die Kampfhähne auseinander gehalten werden mußten. Arbeitersport Geführt vom Dortmunder Arbeiter=Schach=Verein. Vereinslokal: Hotel Nord. Königshof. Dortmund, den 6. Mai 1926. Aufgabe Nr. 64. Müller, Kley(Original). ab d 1* h Sämtliche Filialkassierer Groß=Dortmunds werden gebeten, wichtiges Material vom Unterbezirkssekretariat, Kielstraße 5, 2. Et., abzuholen. Oft. Samstag abend 8 Uhr bei Schenk: Zusammenkunft der Funktionäre. West, 7. und 10. Bezirk. Samstag abend 7 Uhr bei Brettin, Unionstraße 8: Versammlung. Nordost. Samstag abend 6 Uhr bei Fr. Hoffmann, Stahlwerkstraße(Pfeiffer): Vorstands= und Funktionärsitzung. Marten. Samstag abend 7 Uhr: Funktionärsitzung im Lokale Oestreich. Frauengruppe Marten. Sonntag findet unser erster Ausflug nach Bövinghausen statt. Wir nehmen dann an dem Fest der A. W. dort teil. Treffpunkt 3 Uhr beim Genossen Oestreich. Marten. Sonntag abend 7 Uhr: Versammlung mit Vortrag im Lokale Oestreich. Beziek Castrop-Süd. Samstag abend 8 Uhr im Lokale Lux: Sitzung der Wahllistenführer für die Filiale Castrop=Stadt. Erscheinen aller Listenführer und des Filialvorstandes unbedingt erforrlich. Tagesordnung: Wahlorganisation und Berichterstattung. Arbeiterwohlfahrt Bezirk Annen-Rüdinghausen. Samstag abend 7 Uhr: Sitzung. Bezirk Aplerbeck. Mittwoch, den 12., abends 7 Uhr, im Lokale Balke, Aplerbeck: Zusammenkunft der Filialleiter. Abrechnung der Maifeierkarten und Jugendfragen. Schüren. Sonntag abend 6 Uhr bei Steven: Filialversammlung mit Vortrag. Referent: Dr. Lütgenau, Dortmund. Berghofen. Samstag abend 8 Uhr im Lokale Heimsoth, Berghofen: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Grundvermögenssteuer und ihre Folgen. 2. Eingemeindungsfragen. Die Mieterschaft Berghofens ist besonders eingeladen. Annen II. Sonntag vorm. 10 Uhr im Lokale Dreckmann, Provinzialstraße: Filialversammlung. b d* 1 Matt in 3 Zügen. Partie Nr. 22. Düsseldorfer Arbeiter=Zeitung. Aljechin=Verteidigung. Gespielt durch Briefwechsel Sommer 1925. Weiß: Lamm=Düsseldorf 1. e2—•4 2. L.11—641) 3. L e4—174 4. D d1—h 55. Dh 5—d5-S 49—16 S 16764 Kesxf7 7—e6 6. Ddöxe4*) L18—4 47 7. 42—44 Th8—18 8. S 41—13 8. St v. 44 xcb c7—65*) b7—5612*) Aumertungen. 8. Die Befreiungsaktion für die weiße Dame scheint gelungen. 9. Das tödliche Gegengift. 10. Auf b Xcsfoigt DX o3+ Kd1, dXe6! Anm. v. O. Dankert. Schachnachrichten. Das am Sonntag, den 2. Mai stattgefundene Bezirkswettspiel Dortmund=Marten endete mit dem Resultat 8½5: 1½ für Dortmund. Am gleichen Tage standen sich in Stockum=Kley die beiden Brudervereine Mengede und Stockum=Kley gegenüber. Der Kampf tobte hartnäckig auf beiden Seiten und endete schließlich mit dem Resultat 7: 3 für Mengede. Sonntag, den 16. Mai tritt die Dortmunder A= und B=Mannschaft zu einem Wettkampf gegen Hagen an. Derselbe findet nachmittags um 4 Uhr in Hagen statt. Abfahrt 2,51 Uhr vom Hauptbahnhof.— Freitag, den 7. Mai 1926 beginnt in der Diesterwegschule, Kiele, wieder der Unterricht unserer Schüler. e Aufgaben und Lösungen sind zu richten an F. Kühne, Dortackel, Königsstraße 57. Alle Partiesendungen nund, Haydust mund=Br schewskt, Dortmund, önstr. 40 III. an A. RogoOrtsgruppe Groß-Dortmund. Sämtliche Abteilungen nehmen Samstag abend an der Kundgebung gegen die Flaggenverordnung für Schwarz=Rot=Gold teil. Die Abteilungen treffen sich in folgender Weise: Abt. 1 Republikplatz, Abmarsch 6½ Uhr: Abt. 2 6,45 Uhr Viehmarkt: Abt. 3 7 Uhr Abmarsch Hansaplatz: Abt. 4 6½ Uhr Kaiserbrunnen: Abt. 5 6.45 Uhr Körnerplatz; Abt. 6 6½ Uhr Altermühlenweg: Abt. 7 6 Uhr Denkmal Wambel: Abt. 8 6,15 Fredenbaum; Abt. 9 6 Uhr Wilhelmsplatz in Dorstfeld: Jungmannschaft 6,45 Uhr Ostwall, Museum; Trommler= korps tritt mit Abt. 1 an. Radfahrer treten ohne Räder mit ihren Abteilungen an. Abteilungsfahnen mitbringen. Alle Kameradschaftsversammlungen fallen Samstag abend aus. Donnerstag(Himmeljahrt), den 13. Mai: Großes Tressen der Arbeitersportler im Dorneywald in Oespel Probe zur Einweihung der Kampfbahn „ots Erde“ Jußball Abteilung 8. Eving=Lindenhorst. Sonntag morgen 9½ Uhr: Wichtige Versammlung bei Franke. T.=O.: Gruppeneinteilung. Das Trommlerkorps muß vollzählig mit Instrumenten erscheinen. Marten. Vom 7. bis 10. Mai wird im Kino Billen, Bahnhofstraße 1, der Film„Freies Volk“ gegeben. Wir bitten die Kameraden, den Film zu besuchen. Erwerbslose haben am Sonntag nachmittag eine Vorstellung zu ermäßigten Preisen(30 Pfg.). Ausweise mitbringen.— Sonntag morgen 7 Uhr: Ausmarsch nach Westerfilde zur Badeanstalt. Brechten. Samstag abend 11½ Uhr: Antreten bei Hagedorn Auswahlspiel in Hombruch. Samstag abend 6 Uhr findet in Hombruch ein Auswahlspiel statt, * m i t t e“„—""— Kirchlinde. Sonntag lung. T.=O.: Festangelegenheiten. Sollte in der Woche gefeiert werden, so ist die Versammlung an dem Tage abends 6 Uhr. Sonntag nachmittag 2 Uhr im Lokale Schmidt: Antreten zum Ausmarsch. habinghorst und Umgegend, Abt. Bladenhorst: Sonntag morgen 10 Uhr: Versammlung bei Plum. Radfahrer=Abteilung: Sonntag 10 Uhr beim Kameraden Schneider. Bezirk Aplerbeck. Die Ortsgruppen Sölde, Sölderholz, Holzwickede und Hengsen treffen sich Himmelfahrt in der Wirtschaft Köhling, Sölderholz. Von 2 bis 3½ Uhr Versammlung für die ganze L.=Abteilung. Anschließend: Ausmarsch. Trommlerkorps zur Stelle. Ortsgruppe Holzwickede stellt die Fahne. Eichlinghosen. Freitag abend 7 Uhr: 1. Uebungsstunde der Reichsbannerkapelle. Instrumente mitbringen. zwecks Ermittelung einer Gruppenmannschaft vom 11. Bezirk. Spieler werden gestellt von Hoerde, Hombruch, Barop, Annen und Kruckel. Die Serienspiele gehen ihrem Ende entgegen. Es stehen sich gegenüber in Gruppe Süd Falke gegen Kruckel. Auf dem Sportplatz Hohestraße werden sich obige Gegner im Kampfe messen. Beide haben erst in den letzten Spielen gezeigt, daß sie noch zu spielen verstehen. Ist Falke komplett und mit Eifer beim Spiel, so wäre ein knapper Sieg wahrscheinlich. Hombruch gegen Barop. Ein Lokaltreffen findet in Hombruch zwischen Spiel und Sport und Barop 96 statt. Es wird ein hartes, interessantes Spiel um den Sieg entbrennen, da beide gleich flink und schußfreudig sind. Wir hoffen jedoch, daß Barop infolge der besseren Durchschlagskraft einen äußerst knappen Sieg erringen wird. Stockum gegen Annen. Ueber den Ausgang dieses Spieles läßt sich wenig vorher sagen, da beide Mannschaften ziemlich gleichwertig sind. Infolge der besseren Resultate ist Annen ein kleines Plus mit auf den Weg zu geben. Auf dem Schnee gegen Oespel. Die von Sieg zu Sieg eilenden Oespeler werden auch Sonntag zwei weitere Punkte hereinbringen, da sie auf keinen besonderen Widerstand stoßen werden. In Gruppe Nord findet noch das ausgefallene Spiel statt: Freiheit=Deusen gegen Wacker=Dortmund. Dieses Spiel wird von Anfang bis Ende flott und spannend durchgeführt werden. Deusen bringt die oft= und altbewährte Elf auf den latz, dagegen stellt Wacker eine durch Zuwachs von Hansa verstärkte Mannschaft, die auf Sieg spielen wird. Das Ergebnis ist mehr wie ungewiß. Gruppe West. Urania gegen Datteln. In Lütgendortmund findet obiges Spiel statt. Datteln stellt eine gute Mannschaft, die zu spielen versteht, doch werden sie gegen Urania ohne Aussicht auf den Sieg spielen, da die Uranen keine Punkte zu verschenken haben. Freiheit=Nette gegen Schwarz=Gelb=Rauxel. In diesem Spiel treffen sich zwei gleichwertige Gegner, die über gutes Können verfügen. Schwarz=Gelb, früher Spielv. RauxelBladenhorst, stellt eine durchschlagskräftige Mannschaft, die besonders das Flügelspiel benutzt. Der Platzverein muß sich mächtig anstrengen. wenn sich nicht die Tradition der letzten Spiele gegen Rauxel wiederholen soll. Gruppe Oftl. Fortuna=Altenbögge gegen Union=Ahlen. Die Unionisten haben Sonntag ein schweres Spiel auszutragen. Technisch sind beide ebenbürtig, doch fehlt Ahlen etwas mehr Schußfreudigkeit im Sturm. Das Treffen ist offen. Heeren=Werwe gegen Bönen. Dieses Spiel, welches vergangene Woche infolge Todesfall noch abgesagt wurde, wird wohl jetzt vom Platzverein auf Gru längeren Spielerfahrung gewonnen werden. Einigkeit=Hörde gegen Hamm=Daberg. Die Vereinigten werden Sonntag in Hörde einen verzweifelten * e S p i e l w e i s e w i r d n i c h t d a z u r e i c h e n, H ö der Schwarz: O. Dankert=Kiel 10. De4xas Sb8—c6*) 11. Sb1-8•) b6xcb 12. 62—65 Dd8—a5 13. S13—4547) Kf7—48 14. Sg5xe6*) Lt7xc34!*) 15. Lc1—4210 Leßxd216. Ke1—41 Ld2-h6! 17. Sa8—c4 Da5-—46 Weiß gibt auf. Kampf führen, denn ihre Spielweise wird nicht dazu reichen, Hörde die Punkte streitig zu machen, zumal Einigkeit alle Punkte nötig hat, um vorn zu bleiben. Bergkamen gegen Unna. Die Gäste zeigten bisher den besseren Fußball, doch dürfen sie Bergkamen nicht unterschätzen, sonst gehen die Punkte nicht mit nach Unna. Roland gegen Dorstfeld. Auf dem Platz am Magerviehhof empfängt Roland Fortuna1. Weiß sucht einen eigenen Weg, den kecken Springerzug zu eodderiegen. 2. Das Vorspiel ist vorüber. Schwarz muß künstlich rochieren durch Lg7, T f8 und Kg8 und steht vorzüglich. Siehe die prachtvolle Läuferdiagonale und die freie Turmlinie. Schwach ist lediglich Punkt h 7. Weiß hat die Dame im Spiel, welche mit Tempogewinn angegriffen werden kann. Lo4 im 2. Zuge ist also nicht gut. 3. Schwer berechenbar, aber strategisch richtig, denn nach dXc5 hat Schwarz den gefährlichen Druck auf Feld b 2 und außerdem wird eine Dame frei. 4. Weiß stellte hinter diesem Zug ein Fragezeichen und steckte schmunzelnd den Turm ein. 5. Die schwarze Dame sitzt im Gefängnis und ist vorläufig kaltgestellt. Materialgewinn ist für Schwarz kaum möglich, denn die weiße Dame tauscht sich im Notfall für den letzten schwarzen Turm. Gelingt dem Weißen im Mittelspiel ein Generalabtausch, so wäre er im Endspiel erheblich im Vorteil. Schwarz steht also unter dem Zwang, seine bessere Stellung sofort zu seinem Vorteil auszunutzen. 6. Weiß hat zwei Wege, entweder ruhige Entwicklung oder Auslösung der Dame. Er wählt mit viel Geschick den letzteren. 7. Dieser scheinbar gute Zug ist der Anfang vom Ende. iktio Dorstfeld zum Gesellschaftsspiel. Die Gäste, welche in den letzten Spielen gute Resultate erzielt haben, werden schon dafür sorgen, daß Roland ganz aus sich herausgehen muß, wenn sie etwas erreichen wollen, doch steht dieses noch nicht fest, da Rolands Sturm in den letzten Spielen zu uneigennützig spielte. Brechten gegen Lütgendortmund 95. Vorwärts hat die in letzter Zeit gut aufgekommenen„95er“ verpflichtet. Hier ist mit einem verteilten Feldspiel zu rechnen, mit ungewissem Ausgange. Kirchhörde gegen Eving. Eintracht macht einen Ausflug nach Kirchhörde. Der Sieg der Gäste wäre wahrscheinlich, doch daß er nicht hoch ausfallen wird, dafür sorgt Kirchhördes gute Hintermannschaft. Jugendspiele sind folgende: Ickern gegen Roland. Rauxel gegen Urania. Deusen gegen Habinghorst. Eving gegen Kemminghausen. Hörde gegen Barop. — Der erstgenannte ist Platzverein. Spielverbot haben Kemminghausen, Kamen, Habinghorst und Marten. * 5. Bezirk. Achtung! Turnerinnen! Sonntag, den 16. 5., vormittags, finden in Dortmund auf dem städt. Sportplatz, Hohestraße, die Serienspiele im Trommelball statt. Alle Mannschaften müssen vormittags Punkt 9½ Uhr anwesend sein. Achtung! Leichtathleten! Alle Wettkämpfer und Wettkämpferinnen, welche an den Wettkämpfen am 13. Mai teilnehmen, müssen vormittags 8 Uhr in Oespel im Restaurant Möller anwesend sein. Teilnehmer, welche Dortmund passieren, fahren am besten mit dem Zuge 7.35 Uhr von Dortmundnund, von dort zu Fuß zum UmkleideBesprechung der Kampfrichter. Verartberechtigt passieren, fahren am besten mu dem Hauptbahnhof nach Lütgendortmund, lokal. Dortselbst ist um 8 Uhr Besp eine, die keine Kampfrichter stellen,! ampfrichter stellen, haben keine Star igung. Freie Schwimmer, Wellinghofen. #lich der Eröffnung des Freibades am 16. Mai ist Sonntag. den 9. Mai, nachmittags 2 Uhr, in der Wirtschaft Schubert, Brücherhof, eine Schwimmerversammlung. Das Erscheinen aller Mitglieder sowie Sportsleute wird gewünscht. Anser Blatt erschein 50 R.=Pfennig ein 10 R.=Pfennig. Dortmund, Kielkr. 6 konto Nr. 107 der Berga den Alte Aus dem Büro Alten Bergarbeiterv englischen Riesenau: Lage unverände beit eingestellt. 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