Volksblatt Auteigen=Preise. Kleinspaltige Zeile Millimeter 3 Pfg. bei unveränderter gleichzeitiger Aufgabe in den Bezirken Hörde. Barov, Wickede. Lüigendortmund 6.5 Pfa. Hamiliene, Stellen=, Vereinsanzeigen und kleine Anzeigen 2 Pfennia. näd. Preisliste. Rek amen je Millimeterzeile 26(45) Pfg. Rotationsdruck und Verlag blattes(Mav& Comp., Dtd.=Hörde). Geschäftsstelle in Hombruch. Harkortstraße 59. Vernruf: 26226 Dortmund Ausgabe Barop=Hombrucher Volksblatt verbunden mit der Morgenzeitung Tägliche Zeitung für Barop=Hombruch und die Nachbargemeinden. Erscheint werktäglich. Bezugsvreis wöchentlich einschließlich Beförderungs- und Zustellungskosten 40 Pfg. Bei Einkritt höberer Gewalt oder Versagen der Lieferungsmittel bai der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Anschrift: An die Gedaktion bezw. Geschäftsstelle des Volksblattes in Dtd.=Hörde. Hermannstraße 62 oder in Hombruch. Garkortstraße 59. Geruruf 26226 Dortmund. Nr. 293(1. Blatt). Sonnabend, den 15. Dezember 1934. 10. Jahrgang. Schnelldampfer„Scharnhorst“. Der neue Ostasien=Schnelldienst des Norddeutschen Lloyd. Am Freitagmittag lief auf der Weserwerft in Bremen der neue Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd„Scharnhorst" vom Stapel. An der feierlichen Tause, die der Reichsverkehrsminister vornahm, nahm auch der Führer teil. Das Schiff ist ein 18000=TonnenDampfer, dessen Maschinen 26000 Pferdekräfte entwickeln und auf seiner künftigen Ostasien= route die Strecke Genua—Schanghai in der Rekordzeit von 23 Tagen bewältigen wird. Ein gleich großes Schwesterschiff, das den Namen„Uneisenau" erhalten soll, befindet sich auf derselben Werft im Bau. Die Dampfer„Scharnhorst" und„Gneisenau", für Betriebsgesellschaft mbH., Bremen, erbaut, werden im Frühling und Herbst 1935 in den Ostasiendienst des Norddeutschen Lloyd, Bremen, eingestellt, der durch diese Schiffe den Charakter eines ausgesprochenen Schnelldienstes erhält. Die Entfernung von Bremen und Hamburg nach Genua über Rotterdam, Southampton, Palma de Mallorca, Barcelona sollen die „Scharnhorst" und„Gneisenau" in neun Tagen und von dort über Port Said, Colombo, Penang, Singapore, Manila, Hongkong nach Schanghai in 23 Tagen zurücklegen. Nach Schanghai sollen noch Yokohama und Kobe angelaufen werden. Heimkehrend von dort wird außer den vorgenannten Plätzen auch Belawan (Sumatra) und an Stelle von Genua Marseille berührt. Als moderne Schnelldampfer werden sie in ihrer Ausstattung allen Anforderungen als Tropenschiffe entsprechen. Beide Dampfer sollen die erste und Touristenklasse führen. Sie werden je 300 Reisende aufnehmen. Die Führung des Dampfers„Scharnhorst“ wird Kapitän Walter Stein, der Kapitän der„Koblenz“, übernehmen. Die Dampfer „Scharnhorst" und„Gneisenau“ werden Zeugnis ablegen von dem Geist, in dem das nationalsozialistische Deutschland die fremden Völker der Erde und im besonderen die unter ihnen lebenden Volksgenossen grüßt. Die„Kraft durch Freude"=Dampfer Wesentliche Verbesserungen an Bord. Das Presse= und Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Auf den Dampfern der NSG„Kraft durch Freude“ werden zurzeit Umbauten und sonstige Aenderungen vorgenommen, damit im nächsten Sommer die KdF=Urlauber auf diesen Schiffen alle möglichen Bequemlichkeiten haben. So wird auf dem 14000=To.=Dampfer„Monte Olivia“ der Hamburg=Süd das Wohndeck völlig abgeschafft. Das gleiche gilt für das Schwesterschiff „Monte Sarmiento“, das bekanntlich im nächsten Jahre in die„Kraft durch Freude"Flotte eingereiht wird. Diese beiden Dampfer konnten ursprünglich 2400 Urlauber aufnehmen. Die Zahl von der„Monte Olivia“ wurde bereits im vergangenen Sommer auf 1900 herabgesetzt und wird im nächsten Jahre nur noch 1800 betragen. Das wird dadurch ermöglicht, daß die Wohndeckräume aufgeteilt und geräuwige Außenkabinen für 15 bis 20 Personen ausgebaut werden. Die Urlauber erhalten so auf der„Monte Olivia“ und der„Monte Sarmiento" durch den Umbau mehr Bewegungsfreiheit an Deck, in den Speisesälen und in den Gesellschaftsräumen. Auch der 9000=To.=Dampfer„Oceana"der Hapag wird für die„Kraft durch Freude"=Fahrten besonders umgebaut und eingerichtet. Dieser Dampfer ist von der Reederei als Spezialschiff für Vergnügungs= und Erholungsreisen gebaut worden. Er hat durchweg luftige Kabinen, eine denkbar bequeme Inneneinrichtung und außerordentlich viel freie Deckräume. Große Gesellschaftsräume stehen für insgesamt 640 Passagiere zur Verfügung. Der 16.000=To.=Dampfer„Saint=Louis“ der Hapag, der im nächsten Jahre ebenfalls für „Kraft durch Freude“ fahren wird, ist eines der modernsten Hamburger Schiffe. Er hat Räume für 1070 Fahrgäste in besteingerichteten Kabinen, die zum Teil aus einem Zimmer mit anschließendem Bad bestehen. Besonders viel Gesellschaftsräume, Promenadendecks, ein Sportdeck für Tennis sowie ein schmuckes Bassin bieten den Urlaubern die Voraussetzungen zu einer denkbar guten Erholung. Außerdem stehen— wie übrigens auch auf den anderen Schiffen— zahlreiche Spiel= und Turngeräte zur Verfügung. Vom vorigen Sommer bestens bekannt ist das Urlauberschiff„Der Deutsche" vom Norddeutschen Lloyd, das nach jahrelangem Aufliegen von der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ wieder in Betrieb genommen wurde.„Der Deutsche“ ist gewissermaßen das Flaggschiff der Urlauberflotte. Da sich die Einrichtung bestens bewährt hat, werden dort keine neuen Umbauten vorgenommen. Der 12 000=To.=Dampser faßt 870 Fahrgäste. Schweres Autounglück bei Langwedel.— Die Schranke durchbrochen.— Zusammenstoß mit einem Schnellzug.— 15 Tote, zwei Schwerverletzte. Am Freitag abend gegen 5 Uhr ereignete sich zwischen Langwedel und Kirchlinteln unweit Verden a. d. Aller ein schweres Autobusunglück, bei dem 13 Personen ums Leben kamen. Ein Autobus mit Anhänger, der eine plattdeutsche Theatergeseilschaft aus Stade nach Verden a. d. Aller bringen wollte, überfuhr bei nebligem Wetter am Block 6la die geschlossene Eisenbahnschranke. Im gleichen Augenblick wurde der Autobus von einem Schuellzug erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Autobus wurde vollständig zertrümmert. Von den 20 Jusassen waren 14 sofort tot. Drei wurden schwer verletzt, während drei, die auf der letzten Bank des Autobusses gesessen hatten, mit leichten Verletzungen davonkamen. Von den Schwerverletzten ist im Krankenhaus noch eine Frau gestorben. Der Zug konnte auf kurze Strecke zum Halten gebracht werden. Die Insassen des Zuges, unter denen sich auch ein Arzt befand, leisteten sofort die erste Hilfe. Nach kurzer Zeit trafen Feuerwehren und Sanitätskolonnen umliegender Ortschaften mit Aerzten ein, gleich darauf ein Hilfszug der Reichsbahn. Aus den Zeugenaussagen ergibt sich einwandfrei, daß die Schranke bereits fünf Minuten vor Passieren des Zuges ordnungsmäßig geschlossen war. Die geschlossene Schranke wurde von dem Autobus mitten durchbrochen. Die Zugführung und das Blockpersonal trifft keinerlei Schuld. Nachdem alle Toten und Verletzten geborgen waren, konnte der Zug mit großer Verspätung seine Fahrt fortsetzen. Der Zug des Führers beim Unglück in Langwedel.— Keiner der Zuginsassen verletzt. Wie zu dem Unglück bei Langwedel ergänzend mitgeteilt wird, handelt es sich um den Zug, mit dem der Führer von Bremerhaven nach Berlin zurückfuhr. Im Zuge selbst blieben alle Mitfahrenden, einschließlich des Personals unverletzt. Nur die Maschine wurde leicht beschädigt. Der Führer traf mit seiner Begleitung abends 23,37 Uhr auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin ein. Eine ungeheure Welle. Schiffe in Seenot. Zwei Tote.— Sieben Verwundete. Nach einer Meldung aus La Coruna(NordSpanien) ist der holländische Hochseeschlepper „Zuiderzee", der dem beschädigten fapanischen Dampfer„Victoria Maru" zuhilfe kommen wollte, selbst in schwerste Seenot gekommen. Von einer ungeheuren Welle wurde die Kommandobrücke weggespült. Die beiden dort diensttuenden Offiziere ertranken. Sieben Mann der Besatzung wurden mehr oder weniger schwerverletzt. Zwei Tote bei einem Rettungsversuch. Nach Funksprüchen ist der englische Frachtdampfer„Usworth“ im nördlichen Atlantischen Ozean infolge Steuerbruches bei schwerem Sturm in Seenot geraten. Der Cunard=Dampfer „Ascania“ und der belgische Dampfer Jane Jabot“ eilten dem in Not befindlichen Schiff zu Hilfe und versuchten, die aus 30 Mann bestehende Besatzung der„Usworth" zu retten. Das Aussetzen der Rettungsboote wurde durch den schweren Seegang außerordentlich erschwert. Schließlich gelang es einem Boot der Janejabot, fünf Mann von der Besatzung der Usworth zu retten. Bei einem zweiten Rettungsversuch schlug das Rettungsboot der Janejabot um, und zwei Mitglieder der Bootsmannschaft ertranken. Hochflut des Tiber, Ueberschwemmungen in Mittelitalien. Infolge anhaltender starker Regengüsse sind in der Provinz Toscana zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten. Tausende Hektar bebauten Feldes sind überschwemmt und zahlreiche Wohnhäuser unter Wasser gesetzt, so daß deren Bewohner mit Kähnen gerettet werden mußten. Auch der Tiber bei Rom hat einen so hohen Wasserstand erreicht, wie er seit 1896 nicht beobachtet worden ist. In Rom selbst erreichte der Wasserstand bereits die Brückenbogen. Das Unwetter hält an, und die Flüsse sind immer noch im Steigen begriffen. Opfer des Einsturzunglücks in Liverpool. Das Einsturzunglück in der Aula der St. Clemens=Schule in Liverpool hat doch ein Todesopfer gefordert. Eine Frau wurde durch die stürzenden Trümmer so schwer verletzt, daß sie nur mehr als Leiche geborgen werden konnte, Zurzeit befinden sich noch 31 Personen in Krankenhauspflege. e Ein neues Schiff für Deutschlands neue Seegeltung. Links: Schnelldampfer„Scharnhorst“ gleitet ins feuchte Element. Rechts: Blick auf die Taufkanzel. Von links nach rechts: Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, der Führer, Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg und am 2. Mikrophon Reichsverkehrsminister v. Eltz=Rübenach. Die Ehrengäste grüßen das ins Wasser gleitende Schiff. Noch immer 60 Vermißte in Lansing. Bisher 30 Tote festgestellt. Die Zahl der Todesopfer des Hotelbrandes in Lansing in Michigan, deren Personalien festgestellt werden konnten, hat sich auf 30 erhöht. Es werden noch immer 60 Personen vermißt. Tagesspiegel. Eine verlegene Antwort. Die Abstimmungskommission hat an den Saarbovollmächtigten des Reichskanzlers, Gauleiter Bürckel, ein Antwortschreiben gesandt, in dem es heißt, die Kommission habe feststellen können, daß keine Sendung von nichtdeutschen Sendern vorgekommen sei, die in Art und Weise mit der zur Verbreitung im Saargebiet vom Reichssender Stuttgart ausgesandten Rede Hilts zu vergleichen sei. Die Abstimmungskommission sehe keinen Grund, die Tätigkeit Rossenbecks zu behandeln. Die Kommission könne nicht verstehen, wie die von den Behörden vorgenommene Haussuchung bei der Deutschen Front und die Veröffentlichung der betreffenden Berichte im Zusammenhang mit dem Vorgehen Hilts erwähnt werden. Die „Saarbrücker Zeitung" bemerkt zu der Antwort, daß sie auf den Sinn der Feststellungen Bürckels zum Fall Rossenbeck nicht eingeht, also gerade an dem Sachverhalt vorbeigeht, der für die ausführliche Behandlung des Falles im Rundfunk bestimmend gewesen sei. Endlich guter Wille auch in Paris. In einem Aufsatz im„News Chronicle“ äußert sich der aus Berlin zurückgekehrte divplomatische Mitarbeiter des Blattes, Vernon Bartlett, über die von ihm erwartete„Friedensoffensive Deutschlands“ und sagt u. a.: Hitler wünsche den Frieden, weil er genug vom letzten Krieg gesehen habe. Dr. Schacht wünsche Frieden, weil Krieg jeden finanziellen Fortschritt zerstöre. Die Reichswehr wünsche Frieden, weil sie für den Krieg nicht fertig sei. Infolgedessen werde Deutschland im nächsten Frühjahr eine große Friedensoffensive unternehmen. Das Bewußtsein, daß die regierenden Männer in Frankreich jetzt vormalige Soldaten seien, habe eine erstaunlich gute Wirkung in Deutschland gehabt; und es werde wohl, so glaubt Bartlett, nicht lange dauern, bis ein hervorragender nationalsozialistischer Vertreter Paris besuche, um die Dinge mit der rückhaltslosen Ehrlichkeit zu besprechen, die alle Unterscheidungsmerkmale zwischen Soldat und Politiker ausweise. Selbst wenn die jetzige französische Regierung von eifersüchtigen Politikern oder der Wirtschaftskrise zu Fall gebracht werden sollte, sei eine Rückkehr Frankreichs zu einer Außenpolitik nach der Art Poincarés und Barthous unwahrscheinlich. Allerdings gebe es eine Schwierigkeit: Die Deutschen wollten ein Abrüstungsabkommen vor ihrer Rückkehr zum Völkerbund, und die Franzosen wollten die Rückkehr vor dem Abkommen. Der Pariser Sender und die Polen. Der Warschauer Rundfunksender unterbrach demonstrativ eine Uebertragung des Pariser Senders, die für Polen und Spanien bestimmt war. Der Abbruch der Uebertragung erfolgte auf Grund zahlreicher telephonischer Proteste der polnischen Hörer, weil der Pariser Ansager das Programm französisch, englisch, spanisch, aber nicht polnisch ankündigte. Die Namen der polnischen Sender hörte man in deutscher Sprache, also Warschau, Polen... Der Pariser Sender soll als Entschuldigung Unkenntnis der volnischen Sprache angeführt haben. Die halbamtliche„Gazeta Polska“ nennt das Verhalten der französischen Rundfunkgesellschaft taktlos und weist darauf hin, daß der deutsche Sender in Frankfurt am Main seine Abendkonzerte auch in polnischer Sprache ankündige, obgleich sie nicht besonders für Polen bestimmt seien. Auch andere Blätter des polnischen Regierungslagers melden den Vorfall mit großer Empörung. Eines der Blätter meint, wenn es sich bei der Unterbrechung der Sendung polnischerseits auch nicht um eine politische Demonstration gehandelt habe, so würde Paris hoffentlich endlich die einfachsten Formen internationaler Höflichkeit lernen angesichts der beleidigten volnischen Nationalgefühle. Die„blonde Maja“ in Freiheit. Die unter dem Namen„blonde Maja“ bekannte dänische Tänzerin Maja Christensen, in der man die blonde Unbekannte vermutete, die kurz vor dem Königsmord von Marseille mit den Verschwörern zusammen gewesen sein soll, und die daraufhin von der Mailänder Polizei verhaftet wurde, ist nunmehr nach dreiwöchiger Haft wieder in heit gesetzt worden. Ihre Entlassung erfolgte, nachdem die französische Polizei die Beschuldigung gegen sie zurückgenommen hatte. .01 Barop=Kombrucker Nachrichten 15. Dezember 1934. Wicht.g für Fuhrwerkshalter. Rückspiegel an Lastfuhrwerken. Nach Zisser 2 der Ausführungsanweisung zu§8 5 Abs. 2 der Reichsverkehrsordnung müssen Lastfahrzeuge(Fuhrwerke), zu denen auch die Lieserwagen, wie Flaschenbierwagen u. dergl. gehören, mit einem Rückspiegel versehen sein, sobald der Fahrzeuglenker von seinem Führersitz aus infolge der Beschaffenheit des Fahrzeuges und der Ladung nicht durch einfaches Umdrehen die hinter ihm liegende Fahrbahn frei übersehen kann. Ausgenommen von dieser Vorschrift sind Wirtschaftsfuhren, das sind Fuhren mit Fuhrwerken, die innerhalb der Gemarkung des Betriebssitzes oder benachbarter Gemarkungen zum Zwecke der Land= und Forstwirtschaft ausgeführt werden, sowie landwirtschaftliche Maschinen. Die Polizeibeamten sind angewiesen, im Interesse der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf die genaue Beachtung dieser Vorschrift zu achten. Barop, Hombruch Hombruch, 15. Dez.(Adventsfeier.) Im Werkjugendheim, das bis auf den letzten Platz besetzt war, fanden sich die Jungmädchen und Jungmänner der St. Clemensgemeinde zu einer Adventsfeier ein. Vikar Oberhaus hielt eine Ansprache über die Adventszeit. Es wurde dann ein religiöser Film gezeigt. Es folgten Gesänge von Adventsliedern und Sprechchorweisen. Goldene Hochzeit. Vorfreude der Adventswochen auf den Höhepunkt des Weihnachtsfestes hin, in dem Christentum und Deutschtum sich so innig verbunden haben! Wie leben wir als Deutsche in der Vo. freude für unser Volk, wenn von Jahr zu Jahr alle die Maßnahmen unseres Führers sich auswirken. Er sagt es uns immer wieder, daß nach so furchtbarer Fehlentwicklung und tiefem Sturz die Besserung Richt von heute auf morgen kommen kann. Aber statt zu nörgeln, wollen wir in Vorfreude leben, daß ein neuer deutscher Tag begonnen hat, dessen Höhepunkt wir selbst und unsere Kinder und Enkel erleben dürfen. Löttringhausen Löttringhausen, 15. Dez.(Angefahren.) Der Radfahrer Hermann K. aus der Löttringhauserstraße wurde auf der Hohestraße in Höhe des Hauses 190 von einem Personenkraftwagen angefahren und erheblich verletzt. Der Radfahrer wurde dem Luisenhospital zugeführt. Lebensgefahr besteht nicht. Der Kraftfahrer ist, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, weitergefahren. Betrüger mit Scherenschnitten an der Arbeit.) Seit einigen Tagen sucht ein unbekannter Mann Wohnungen von Familien, bei denen Hausgehilfinnen beschäftigt sind, auf und bietet Scherenschnitte zum Kauf an. Sobald er in Erfahrung gebracht hat, daß die Wohnungsinhaber nicht zu Hause sind, erklärt er den Hausgehilfinnen, daß er ein bei der Kunstakademie in Düsseldorf bestelltes Bild abzuliefern habe, wofür er das Geld sofort mitnehmen müsse. In mehreren Fällen ist es dem Schwindler gelungen, 8 bis 5 Mark für Scherenschnitte, die einen weit geringeren Wert haben, von Hausgehilfinnen zu erhalten. Zweifelsohne wird der Schwindler auch weiterhin versuchen, die Scherenschnitte auf diese Art abzusetzen. Der Schwindler ist etwa 27—28 Jahre alt, 1.70 m groß, schlank, hat blasses längliches Gesicht und schwarzes welliges Haar. Er trägt dunklen Anzug und ist außerdem ohne Kopfbedeckung. Eine braune abgegriffene Leder=Aktentasche, in der sich ein blauer Aktendeckel mit einigen Bildern befand, führt er mit sich. Beim weiteren Auftreten des Schwindlers wird gebeten, den nächsten Polizeiposten zu benachrichtigen oder sich an die Kriminalpolizei, Steinstraße 48, Zimmer 49, Fernsprecher 31555, zu wenden. Wellinghofen, Syburg. Brünninghausen, 15. Dez.(Neue Arbeiten im Botanischen Garten.) Der Botanische Garten mit seinem Arboretum war noch bis in die letzten Wochen ein starker Anziehungspunkt für die Freunde der Natur. Jetzt sind die Besucher dort seltener geworden. Mit um so größerer Ruhe können notwendige Arbeiten ausgeführt werden. So bekommen die Pflanzenbeete im eigentlichen Botanischen Garten Randsteineinfassungen, die sie bisher noch nicht hatten. Zumeist lagen die Beete nur flach über den Wegen. Durch die Einfassungen, die aus Schürener Sandsteinplatten gemacht werden, erhalten die Anlagen ein schöneres Gesamtaussehen. Eine Neuanlage, die eine beträchtliche Vergrößerung des Botanischen Gartens bringt, ist in dieser Woche im Anschluß an das Arboretum in Angriff genommen worden. Umfangreiche Erdarbeiten werden von Pflichtarbeitern durchgeführt. In dem von der Mergelteich=Straße her zwischen dem hinteren Teil des Rombergschen Schloßparkes und der Eisenbahnstrecke Dortmund—Löttringhausen nach dem Arboretum zu wellig verlaufenden Gelände wird an einem Nordabhang ein Alpinum angelegt, ein Alpinum auf westfälischem Sandstein. In kleinerem Umfange ist eine alpine Pflanzengemeinschaft schon im Botanischen Garten angelegt Hinter dem Arboretum aber sollen jetzt in einem größeren Alpinum die Wachstumsbedingungen für die Alpengewächse geschaffen werden. Unter anderm ist beabsichtigt, die Krummholzkiefer hier anzupflanzen. Tragischer Ausgang einer Fahrt. Freispruch von der Anklage der fahrlässigen Totung. Hombruch, 15. Dez. Die Eheleute Heinrich Thiemann, Amalie geb. Kampmann, Hombruch, Leostraße 2, können das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar konnte vor einigen Wochen seinen 75. Geburtstag feiern, während seine Gattin im 68. Lebensjahre steht. Den treuen Lesern unserer Zeitung zum seltenen Jubiläum auch unsern herzl. Glückwunsch. Hombruch, 15. Dez.(Ernst Normann F.) Die Hombruch=Baroper Rad=Sport=Gemeinde steht zum vierten Mal an der Bahre eines ihrer eifrigsten und jüngsten Radsportfreunde. Nachdem Adalbert Kumpmann bei dem Vereinsrennen RM Vehmlinde zu Tode kam und Heinz Neumann bei einem tragischen Motorradunfall sein Leben lassen mußte, nachdem Werner Swinty den in Vohwinkel erlittenen Rennverletzungen erlegen ist, verunglückte der bekannte Pionier des Hombrucher Radsports Emil Normann auf einer Dienstfahrt in Großholthausen. Nachdem die Inflation überwunden war, grüdete man in dem ersten Jahre der Stabilisierung der Mark in Hombruch die später so bekannt gewordene Rad=Svort=Gemeinde„Sturm“. Schon 1928 zählte Normann zu den bekannten „Stürmern“; 1929 gewann er bereits in Hörde das Abschiedsrennen, 1931 betätigte sich der Verstorbene in dem Bahnrennen mit Ratzny als Partner. Bekannt ist noch sein 2. Erfolg auf der Aschenbahn„Arminia“=Marten, wo die Mannschaft Normann=Ratzny hinter FliegenSchneider einen bedeutungsvollen 2. Platz herausfuhren. In der Clubmeisterschaft des R. M. Cl.„Sturm"=Dortmund=Hombruch brachte es Normann 1929 im Gesamt=Klassement zum 3. Platz und rangierte 1930 an 4. Stelle. 1931 wechselte Normann seinen Verein mit dem R. V. Barop 31 und war hier weiterhin Anhänger des Pedalsports. Die heimische Rad=Sport=Gemeinde gelobt, über das Grab hinaus dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken zu bewahren. Hombruch, 15. Dez.(Diebstahl.) In der Nacht wurden aus einem Garten an der Behringstr. hochstämmige Rosensträucher und ein Strauch Alpenrosen gestohlen. Leider ist der Täter unbekannt. Hombruch, 15. Dez. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich vor dem Dortmunder Schöffengericht Heinrich Sch., Hombruch zu verantworten. Sch. fuhr am 30. Seztember mit seiner NSU=Maschine, auf deren Soziussitz der Drogist Ma., Hombruch, Platz genommen hatte und in dem angekoppelten Beiwagen der Metzger von der Ko., Hombruch, saßen, in Richtung Möhnesee, wo alle drei, die Angler sind, dem Angelsport nachgehen wollten. Als Sch. seine Maschine auf der Provinzialstraße Unna—Werl steuerte, bemerkte er in einiger Entfernung ein rotes Licht. Infolge starken Bodennebels konnte er nicht feststellen, welche Bedeutung das rote Licht haben konnte. Er dachte zunächst an einen vor ihm liegenden Lastkraftwagen und verlangsamte das Tempo fast auf Schrittfahrt. Nachdem er feststellen konnte, daß ein Lastwagen nicht als Hindernis vor ihm liege, dachte er an einen Straßenaufbruch und aus diesem Grunde hielt er das langsame Tempo bei. Trotz dieser langsamen Fahrt stieß Sch. gegen ein Hindernis. Bei dem ohne besondere Wucht erfolgenden Anprall stürzte der auf dem Soziussitz sitzende Ma. erst gegen die Lehne des Beiwagens und dann zu Boden. Von der Ko. erlitt durch den Anprall Beinverletzungen. Tragisch waren allerdings die Verletzungen, die Ma. davongetragen hatte. Er hatte einige Rippenbrüche, und die Splitter der Rippenknochen waren zum Teil in die Lunge eingedrungen, sodaß innere Blutungen schon am nächsten Tage den Tod verursachten. Erst nach dem Unfalle konnte Sch. feststellen, daß er sich an dem unbeschrankten Eisenbahnübergang der Kleinbahnstrecke Unna—Werl befand. Obwohl die dort an der Landstraße stehenden Bäume geradeaus gehen, ist eine Kurve vor dem Eisenbahnübergang gemacht, und die Schutzgitter ragen teilweise in die Straße hinein. Gegen ein solches Gitter ist Sch. gefahren. Der als Zeuge vernommene von der Ko. sagte aus, man sei gegen vier Uhr vom Froschloch abgefahren und Sch. sei durchaus vorsichtig gefahren, das könne er deshalb besonders beurteilen, weil er selbst Kraftwagenfahrer sei. An gefährlichen Stellen habe er immer die Beobachtung machen können, daß Sch. den zweiten Gang einschaltete und die Gefahrenpunkte ganz vorsichtig befuhr. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft führte aus daß er sich nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht davon habe überzeugen können daß der Angeklagte den sehr bedauerlichen Unfall verschuldet habe. Der Zeuge habe ausgesagt, daß der Angeklagte vorsichtig gefahren wäre und das könne man auch deshalb glauben, weil der Angeklagte schon viele Jahre Motorrad fahre. Der Unfall sei nur durch die unglücklichen Straßenverhältnisse an der Unfallstelle zu ergründen, und die Gitter, die auf dem Fahrwege ständen, habe der Angeklagte bei dem Bodennebel nicht sehen können. Das Schöffengericht sprach entsprechend dem Antrage des Vertreters der Staatsanwaltschaft den Angeklagten auf Kosten der Staatskasse frei. In der Urteilsbegründung führte das Schöffengericht aus, daß der Freispruch trotz erheblicher Bedenken zustande gekommen sei, denn im allgemeinen bildeten schwierige örtliche Verhältnisse oder Witterungseinflüsse keine Entschuldigung für den Kraftfahrer. Jeder Kraftfahrer müsse mit Verkehrshindernissen rechnen und dementsprechend seine Geschwindigkeiten einrichten. In dem vorliegenden könne jedoch von schnellem oder gar wildem Fahren keine Rede sein. Der Angeklagte habe wegen des Bodennebels offenbar den Knick in der Straße übersehen es handele sich also um eine leicht erklärliche Sinnestäuschung. Man könne aber dem Angeklagten nicht zur Last legen, daß er die Situation nicht schnell genug überschaute. (Schulungsabend im Reichsbund der Kinderreichen.) In Dortmund fand im Reinoldus ein Schulungsabend des Kreisverbandes Dortmund statt. Die Leitung hatte der Kreiswart Pg. Röttger. Er sprach über die Siedlungsfrage, für die ganz neue Bestimmungen erlassen worden sind. Einen zweiten Vortrag hatte der Ortsgruppenwart von Hörde, Pg. Dr. Schmitz. Er legte den Anwesenden dar, welche Bedeutung das neue bevölkerungspolitische Wochenblatt, der„Völkische Wille“, hat. Es ist erfreulich im Dritten Reich, daß die meisten Zeitungen den Bevölkerungsfragen größeres Verständnis entgegenbringen als früher. Aber es ist doch darüber hinaus nötig, daß ein eigenes Kampfblatt erscheint, das in ganz Deutschland alte Vorurteile überwindet, Mißverständnisse beseitigt und im Sinne des Führers für die deutsche erbgesunde, kinderreiche Familie kämpft. Zum Schluß des Abends gab der Kreisschulungsleiter, Prof. Dr. Werdermann, Anregungen für die Ausgestaltung von Adventsversammlungen. Es ist zu begrüßen, daß die allzu häufigen und frühzeitigen öffentlichen und Vereinsweihnachtsfeiern verschwnuden sind. Aber etwas Vorweihnachtsstimmung soll doch schon in den Dezemberversammlungen auftauchen, besonders dort, wo Väter und Mütter kinderreicher Familien zusammenkommen. Da sollen und können Lied und Wort zur Geltung kommen, und der Leiter sollte Töne anschlagen, die noch nicht die Weihnachtsfreude vorweg nehmen, aber von der schönsten Art der Freude, nämlich der Vor=Freude, sprechen. Wie erhöht die Vorbereitung und Vorfreude den Genuß einer Reise, wie führt die Vorahnung und Die Weihnachtspakete der Winterhilfe werden gepackt. In den Räumen der NS=Volkswohlfahrt herrscht gegenwärtig Hochbetrieb. Viele tausende Weihnachtspukete werden für bedürftige Volksgenossen gepackt. Hier sieht man in einen Packraum der NS=Volkswohlfahrt. Die gesammelten Pfundspenden werden als Sondergabe für den Weihnachtstisch der notleidenden Volksgenossen zurecht gemacht. Die Verlobung unterm Weihnachtsbaum Ist schön, aber sie ist erst vollkommen, wenn Preunde und Bekannte an dem Ereignis teilnehmen können. Jedes Brautpaar muß deshalb Sorge tragen, daß die Bekanntgabe rechtzeitig durch das Volksblatt erfolgt. Das Volksblatt ist bekanntlich das weitverbreitete und beliebte Familienblatt unserer engeren Heimat. Wellinghofen, 15. Dez.(Weihnachtsfeier.) Am Sonnabend, den 15. Dez., findet im großen Saale des Heidekruges die Weihnachtsfeier des Kindergertens der RS=Frauenschaft Wellinghofen statt. Wellinghofen, 15. Dez.(72. Geburtstag.) Der Küster Fritz Bracht, Wellinghofen, Köperstraße, feiert heute, Sonnabend, seinen 72. Geburtstag. Herzl. Glückwunsch. Wellinghofen, 15. Dez.(Unter sein eigenes Fuhrwerk geraten.) Auf der Kamenerstraße in Unna ereignete sich ein Unfall. Der Bauer Walter D. aus Wellinghofen befand sich mit seinem Fuhrwerk auf der Fahrt zur Zeche „Alter Hellweg". Plötzlich scheuten die Pferde vor einer Straßenbahn und gingen durch. Bauer D. wurde vom Wagen geschleudert und geriet unter sein eigenes Fuhrwerk. Die Räder gingen über ihn und verletzten ihn schwer, so daß eine Einlieferung ins Krankenhaus erforderlich wurde. Trichinenschaubezirk in Wellinahofen. Wellinghofen, 15. Dez. Mit Wirkung vom 1. Januar 1935 sind die Trichinenschaubezirke in Dortmund=Wellinghofen wie folgt festgesetzt worden: Trichinenschaubezirk 1: Trichinenschauer Killmer, Wellinghofen, Preinstraße 119(Vertreter Greve). Der Bezirk umfaßt folgende Ortschaften: Wellinghofen, Hacheney, Rest Brünninghausen bis zur Eisenbahn und Rheinischer Bahnhof. Wichlinghofen bis zur Straße Am Heisterbach, Kirchhörderstraße, Südseite bis Bauer Schlapbach einschließlich Metzgerei Stockhecke, Wellinghofen. Trichinenschaubezirk 2: Trichinenschauer Greve, Bittermark. Am Hülsenbusch 7a(Vertreter Killmer). Bittermark, Lücklemberg, nördlich der Kirchhörderstraße und Schondelle bis Ruhwaldstraße einschließlich Metzgerei Kohring, Bittermark. Trichinenschaubezirk 3: Trichinenschauer Fischer, Höchsten, Wittbräuckerstraße 563(Vertreter Lourse). Niederhofen, Höchstenerstraße, Stuchtey, Wittbräuckerstraße mit Nebenstraßen, von Höchstenerstraße, Benninghoserstraße bis Wirtschaft Hengstenberg und nördliche Grenze der Straße am Heisterbach, einschließlich Metzgerei Gallas. Trichinen schaubezirk 4: Trichinen= schauer Lourse, Höchsten, Wittbräuckerstraße 403(Vertreter Fischer). Benninghofen, Brücherhof und Loh. Wittbräuckerstraße von Benninghofer=Höchstenerstraße bis Grenze Berghofen und Busenberg einschließlich Metzgereien Venghaus und Haase. Höchsten. Trichinenschaubezirk 5: Trichinen= schauer Kronenberg, Syburg, Reichsmark 101(Vertreter Greve). Syburg, Wanne, soweit nach Dortmund gehörig, Reichsmark, Wittbräuckerstraße von Hengstenberg bis Schluß und Ossenbrinkstraße östlich der Viermärkereiche einschließlich Metzgerei Jäger, Syburg. Syburg, 15. Dez.(Wochenendhäuser erbrochen.) In der Zeit vom 2. bis 9. dieses Monats wurden in Syburg zwei Wochenendhäuser erbrochen und ein graublauer Damenmantel, ein bräunlicher Herrenanzug, eine graue Damenmütze, einige Lebensmittel und eine Flasche Wein gestohlen. Vor Ankauf der gestohlenen Sachen wird gewarnt. Sachdienliche Angaben, die vertraulich behandelt werden. nimmt jede nächste Polizeidienststelle entgegen. Von den heimischen Sportplätzen. 1. Eintracht Lütgendortmund— 1. TV Barov. Eintracht Lütgendortmund ist eine der gefährlichsten Handballmannschaften der Bezirksklasse. Für ihre augenblicklich blendende Form spricht der eindeutige Seg über die bekannte frühere DIK=Mannschaft Oespel, jetzt Viktoria Somborn. Barov, der ungeschlagene Spitzenführer der zweiten Kreisklasse wird auch in diesem Spiel den Klassenunterschied vergessen machen und ein gleichwertiger Gegner sein, der sich erst nach hartem Kampf geschlagen aibt Eine Ueberraschung ist daher nicht ausgeschlossen. Vorher spielen die 2. Mannschaften, von denen die des Gastgebers die besseren Aussichten hat. 1. Jad. Vis Stahlwerke— 1. Jad. TV Barov 62. Die Barover Boxstaffel rüstet zur 25, Boxveranstaltung, womit in diesem Jahre die sportliche Betätigung beendet ist. Als Gast erscheint erstmalig die schon seit etlichen Jahren tätige Boxgarnitur aus Castrov=Rauxel, der ein guter Ruf als Kampfmannschaft vorausgebt. Von den neun zum lustrag kommenden Begegnungen gehen drei als dauptkämpfe in Szene. Außerdem werden nur einige ewährte Nachwuchsleute im Ring erscheinen. Bei den Castropern dürften die Hauptleute Weitzmann(Bautam), Krüger(Mittel) und Konvalinka(Leicht) sein. Da der Gastgeber in bester Besetzung erscheint, (Schmitz 2, Ziegert 2, Mattusch, Schmitz 4, Schmitz 3, Wieszorek, Ziegert 1. Stunz und Holfmann) so nehmen wir an, daß die Baroper Kämpen auch den 25. Kampftag erfolgreich durchführen. SpSv Menglinghausen— Jungliga Svortfreunde 95. Die in letzter Zeit wieder im Vordergrund des Interesses stehenden Grün=Weißen aus Menglingausen erwarten die Junaliaamannen der BlauLeißen. In dieser Elf spielen mehrere Leute, die schon des öfteren in der ersten Mannschaft gekämpft haben. Der Ausgang dieses Treffens wird sich in engen Grenzen halten. Stellenluchende kommen am schnellsten zum Ziele, wenn Sie für wenige Groschen eine An## in dieser Zeitung erlassen Gute Belohnung demjenigen, der mir den Täter, der i der Nacht von Donnerstag auf Freitag aus meinem Garten Rosensträucher und Alpenrosen gestohlen hat, so angibt, daß ich ihn gerichtlich belangen kann. 464 Näh. Hombruch, Behringstr. 27. Aut=Dortmend Beränderung beim Preußischen Oberberg= amt Dortmund.) Das Oberbergamt teilt mit Gerichtsassessor Dr. Klockmann ist dem Oberbergamt Clausthal=Zellerfeld vom 1. Januar 1935 ab zur vorübergehenden Beschäftigung überwiesen worden. Zum gleichen Zeitpunkt ist der beim Oberbergamt zu Clausthal=Zellerfeld beschäftigte Gerichtsassessor Dr. Zeppenfeld dem Oberbergamt Dortmund überwiesen worden. Aus dem Industriegesie Castrop=Rauxel, 15. Dezember.(Um Kanal= brücken.— Eine Entscheidung des Regierungspräsidenten.) In dem Streit zwischen den Stadtverwaltungen Herne und Castrop= Rauxel einerseits und der Wasserbaudirektion andererseits über die beiden Kanalbrücken und zwar die Neilmann=Brücke und die Strautbrücke, hat der Regierungspräsident in Arnsberg in dem landespolizeilichen Prüfungsverfahren nunmehr die Entscheidung gefällt. Diese ist zu Gunsten der beiden Städte Herne und Castrop= Rauxel ausgefallen. Die Wasserbaudirektion ist demnach verpflichtet, die beiden Brücken, die wegen der Aufbauarbeiten des Dortmund=EmsKanals vor einiger Zeit abgebrochen worden waren, wieder herzustellen. Der Kostenaufwand beträgt 200000 Mark. Motorradfahrer überfährt Kind und flüchtet. Herne, 15. Dez. Auf der Rottbruchstraße wurde ein fünfjähriger Knabe von einem in sehr schnellem Tempo fahrenden Motorrad überfahren. Der Führer kümmerte sich nicht um das am Boden liegende Kind, sondern fuhr in rasendem Tempo davon. Das Kind starb im Krankenhaus an den erlittenen Verletzungen. Man ist dem rücksichtslosen Fahrer auf der Spur. 3874834 Reichsmark. Das Ergebnis des„Tages der nationalen Solidarität“. Das Reichspropagandaministevium teilt mit: Das Ergebnis des„Tages der nationalen Solidarität“ liegt nunmehr abgeschlossen vor. Von überall her sind, im Laufe dieser Woche noch Spenden eingegangen, so daß sich das endgültige Ergebnis auf 3874 834,16 i stellt. Das ist ein Erfolg, der seinesgleichen sucht. Mit Stolz und Freude kann das deutsche Volk auf diese Leistung blicken. Opfergeist und Solidaritätsgefühl haben eine Schlacht gewinnen helfen. Die Kameradschaft des ganzen deutschen Volkes ist durch die Tat erhärtet worden. Tausende führender Persönlichkeiten hatten sich an diesem Tage in den Dienst der großen Sache als Sammler gestellt. Hunderttausende von unbekannten Helfern arbeiteten Tag für Tag ehrenamtlich im Dienste des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes. Ueber den Erfolg der Sommlung führender Persönlichkeiten vergesse daher niemand die Leistungen dieser inbekannten Helfer, die still und treu ihre freiwillig übernommene Pflicht erfüllten. Ohne ihre Arbeit, ohne ihren Idealismus wäre das Winterhilfswerk des deutschen Volkes über haupt nicht durchzuführen. Gerade ihnen ge bührt daher auch zu dieser Stunde, da das endgültige Ergebnis des„Tages der nationalen Solidarität“ bekanntgegeben wird, unser Dank. Schon immer hieß die Devise des Nationalsozialismus„Aus dem Volke für das Volk“. Dieser Leitspruch hat am„Tage der nationalen Solidarität“ seine glänzende Bestätigung ge funden. Solange Deutschland unter diesem Gedanken marschiert, wird es niemals, auch vor der größten Schwierigkeit nicht, zu kapitu lieren brauchen. So wollen wir auf diesem Wege und in diesem Geiste weiter gehen, Volk und Regierung in treuer Kameradschaft. Zu dieser Mitteilung des Provoganada ministeriums erfährt man, daß sich das Sam melergebnis für Berlin inzwischen auf die Summe von 300 948,34#4 erhöht hat. Polizei und Volk sind eins! Oberpräsident Kube zum„Tag der Deutschen Polizei. In der Republik von Weimar wurde die Polizei von dem damals herrschenden Schand system dazu mißbraucht, gegen die nationalso zialistische Bewegung und unseren Kampf aus rein parteipolitischen Gründen immer wieder eingesetzt zu werden. Es ist das Verdienst führender Nationalsozialisten, wie unseres Parteigenossen Ministerpräsident Hermann Boering und unseres alten Berliner Vorkämpfers Kurt Daluege, daß die Polizei in verhältnismäßig kurzer Zeit in den nationalsozialistschen Staat Adolf Hitlers eingegliedert wurde. Die gesamte deutschgesinnte Bevölkerung unseres Vaterlandes sieht heute in der Polizei volksverbundene Kameraden, an deren nationalsozialistischer Gesinnung Zweifel nicht bestehen. Der nationalsozialistische Polizeibeamte ist genau wie jeder andere Volksgenosse ein Diener am Werke unseres Führers Adolf Hitler für die Erneue rung Deutschlands. Als alter Gauleiter der Bewegung und als Oberpräsident der Provinzen Brandenburg und Grenzmark begrüße ich es, daß durch den Tag der deutschen Polizei der gesamten Bevölkerung Gelegenheit gegeben wird, dem engen kameradschaftlichen Verhältnis zur Polizei Ausdruck zu geben. Ich fordere alle Nationalsozialisten und darüber hinaus alle deutschen Volksgenossen auf, bereitwillig zur Verfügung zu stehen, um den Tag der Deutschen Polizei zu einem großen Bekenntnis der Treue zum Führer und zum Dritten Reich zu gestalten. Polizei und Volk sind heute nicht mehr Gegensätze, sondern bilden eine Gemeinschaft, die jederzeit ihre Treue und Verbundenheit unter Beweis stellen werden. Geben wir, meine Partei= und Volksgenossen, durch unsere Anteilnahme am Tag der Deutschen Polizei unserer inneren Ueberzeugung und unserer Dankbarkeit Ausdruck, damit unsere Kameraden aus der Polizei ihren Flesch's Pokerpartien. Privatfahrten mit Dienstwagen.— Die gestrige Verhandlung in. Rund'unkprozeß. Im großen Rundfunkprozeß in Berlin wurde am Freitag die Erörterung des„Falles Breslau" fortgesetzt. Zu dem Anklagepunkt, daß der Angeklagte Zorek umfangreiche Privatahrten mit dem Dienstwagen der Schlesischen Funkstunde unternommen habe, erklärte Zorek, er habe solche Privatfahrten im Einverständnis mit Aussichtsrats= und Vorstandsmitgliedern unternommen. Er habe sich für berechtigt gehalten, neben seinen zahlreichen Dienstfahrten auch am Wochenende mit dem Wagen Erholungsfahrten ins Riesengebirge zu machen. Die Kilometerzahl der von ihm unternommenen Privatfahrten schätze er auf etwa 8000. Auf die Frage des Oberstaatsanwalts Dr. Reiner, ob es auch angemessen gewesen sei, daß Frau Zoreck allein mit dem Wagen zu Konzerten gefahren sei, erwiderte Zoreck, er könne sich daran nicht genau erinnern, glaube aber, daß er einmal zu einem Konzert nicht mitfahren konnte. Der Vorsitzende hielt dem Angeklagten ein Rundscheiben Dr. Bredows vom August 1931 vor, in dem gesagt wurde; daß die Benutzung des Dienstwagens außerhalb der Stadtgrenzen für Privatzwecke nur gegen Bezahlung erfolgen dürfe. Oberstaatsanwalt Dr. Reiner kam noch einmal auf die Anklagepunkte gegen Flesch zurück. Ihm wird bekanntlich vorgeworfen, zuviel Gelder aus Rundfunkmitteln verbraucht zu haben. Reiner erklärte, die Staatsanwaltschaft habe aus gewissen Anzeichen den Verdacht gewonnen, daß Flesch' übermäßige Ausgaben wahrscheinlich mit großen Spielverlusten. zusammenhängen. Er fragte den Angeklagten, ob er viel gepokert habe. Dr. Flesch erwiderte, er habe im Jahre 1930 in einem bekannten Künstlerlokal verkehrt und dort den früheren Chefredakteur vom„Börsen=Courier". Dr. Emil und den Conferencier Nikolaus kennen gelernt. Die Heren hätten ihn eines Tages zu einer Pokerpartie aufgefordert. Er sei der Aufforderung nachgekommen in der Voraussetzung, daß es sich nur um ein Unterhaltungsspiel handele. Dann seien sie alle zwei bis drei Monate meist in der Wohnung von Nürnberg zum Pokern zusammengekommen. Der Einsatz habe 10 Pfg. betragen. Sein höchster Gewinn oder Verlust seien etwa 20 R.k gewesen. Eine Frage des Oberstaatsanwalts, ob sich Nürnberg in diesen Tagen mit ihm in Verbindung gesetzt habe, bejahte Flesch. Nürnberg habe ihm, Flesch, erzählt, daß er vor kurzem wegen dieses Pokerspiels vernommen worden sei. Der Oberstaatsanwalt Dr. Reiner erkundigte sich dann bei Flesch, ob es derselbe Faktor sei, den Flesch wiederholt bewirtet, und für den er einmal 98 cR.k, einmal 26#e und einmal 46 RK ausgegeben habe. Flesch antwortete: Ja. wir haben damals zusammen an einem Hörspiel gearbeitet und sind deshalb verschiedentlich zusammengewesen. Am Freitagnachmittag wurde der frühere Intendant der„Schlesischen Funkstunde". Bischoff. als Zeuge vernommen. Vorsitzender:„Hielten Sie sich denn für berechtigt, das Dienstauto zu Privatfahrten zu benutzen?“ Bischoff:„Ich habe es immer für eine Lebensnotwendigkeit gehalten, mich einmal von dem täglichen Getriebe der Arbeit absetzen zu können. Man muß doch schließlich auch malraus auf das Land ziehen können. Man kann nicht immer am Schreibtisch sitzen und Einfälle haben.“ Aus der weiteren Vernehmung des Zeugen ergibt sich, daß er mit dem anderen Vorstandsmitglied der Schlesischen Funkstunde, dem Wirtschaftsdirektor Hadert, ständig Meinungs verschiedenheiten gehabt habe. Hadert hat wiederholt in Berlin Beschwerden über Bischoff geführt, da dieser angeblich zu große Programmkosten aufgewandt habe. Bischoff versuchte, diesen Streit auf persönliche Meinungsverschieden heiten und Reibereien zurückzuführen, behaup tete auch, Hadert habe den Dienstwagen vielfach Faktor, den Sportjournalisten Rolf Nürnberg zu Privatfahrten benutzt. Dienst desto leichter und bereitwilliger auf sich nehmen können. Wir wollen im Reiche Adolf Hitlers der Polizei nicht nur die Achtung entgegen bvingen, die dieses hervorragende Instrument des nationalsozialistischen Staates verdient, sondern wir wollen mit Liebe unserer Verbundenheit Ausdruck geben. Auch dadurch dienen wir unserem Führer, unserer eigenen Arbeit und der deutschen Zukunft. gez.: Wilhelm Kube, Preußischer Staatsrat und Oberpräsident Gauleiter der Kurmark. Weihnachtsansprache von Rudolf Heß. Am Weihnachtsabend, dem 24. Dezember, bringt der Reichssender Berlin von 20 bis 24 Uhr eine Folge von Musik und Dichtung„Zur heiligen Nacht“. Den Höhepunkt der Veranstaltung wird eine Reichssendung aus München bilden. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, hält eine Weihnachtsansprache an die Auslandsdeutschen und an die deutschen Seefahrer. Der„Deutsche Front“=Prozeß. Verteidiger Professor Grimm=Essen. Der bekannte Strafrechtler Professor Hermann Grimm, Essen, wurde vom obersten Abstimmungsgerichtshof als Verteidiger in dem auf den 21. Dezember anberaumten Deutsche FrontProzeß zugelassen. Er wird gemeinsam mit Rechtsanwalt Ney=Saarlouis die Verteidigung der bekannten Führer des Saardeutschtums, Pirro, Levacher, Kiefer, Röchling und Schmelzer übernehmen. In diesem Prozeß handelt es sich um die Denkschrift, die die Deutsche Front am 13. November dem Völkerbund einreichte, in der gegen bestimmte Beamte der Regierungskommission Vorwürfe wegen Verletzung ihrer Amtspflichten erhoben wurden. Diese Vorwürfe beruhten in der Hauptsache auf einer eidlichen Aussage des früheren Angestellten der Regierungskommission, Carsenius. Diese eidliche Aussage war der Denkschrift beigefügt. Die Anklage sieht in diesen Vorwürfen eine Beleidigung des Direktors des Innern, Heimburger, sowie der Emigrantenbeamten Ritzel Lehnert und Lauriolle. Eine Beleidigung von Mitgliedern der Regierungskommission wird in der Anklage nicht behauptet. Spende aus Lohn und Gehalt. Der Reichsminister der Finanzen hat nachstehende Regelung für Spenden von Lohn und Gehelt mit Gültigkeit vom 1. Januar 1934 ab getroffen: Zum Erwerb der Monatsplakette berechtigt vom 1. Januar 1935 ab ein Winterhilfswerkopfer von 15 v. H. der neuen Lohnsteuer 1935. Zur Vermeidung unbilliger Härten soll diese Spende jedoch nicht mehr als die Dezemberspende für das Winterhilfswerk betragen. Lohn= und Gehaltsempfänger, die von der Lohnsteuer befreit sind, erhalten die Plakette bei einer Zahlung von 0.25 M. gez. Hilgenfeld, Reichsbeauftragter für das WHW. # 2 Jean Goy sprach in Paris. Der Abgeordnete Jean Goy, der als fran zösischer Kriegsteilnehmer kürzlich vom Reichs kanzler empfangen wurde, hat von neuem in einem Pariser Theater vor ausgesuchter Hörer schaft über seine Unterredung mit dem Führer gesprochen. Goy sprach über die Tätigkeit, die er sowohl unter den Parlamentariern als auch in den Kreisen der Kriegsteilnehmer für die deutsch=französische Annäherung entfaltet habe Er wies besonders darauf hin, wie zweckmäßig sein Schritt in Berlin gerade in dem Augenblick gewesen sei, in dem gewisse Auslegungen hinsichtlich der Saarabstimmung den Frieden zu stören drohten. Goy ging dann des näheren auf die Frage der Militärbündnisse ein, die seiner Ansicht nach ganz allgemein anfechtbar und oft wenig sicher seien. Zum Schluß erklärte er, daß man auf die Gewaltpolitik, die unvermeidlich zum Kriege führe, verzichten und entschlossen den Weg unmittelbarer Verhandlungen ohne Rücksicht auf Politik und Parteifragen beschreiten müsse. Schwindelhafte Baugesellschaften. Der neue Finanzskandal in Frankreich.— Riesenbetrügereien eines dänischen Bankiers. Der neue Riesenfinanzskandal, der sich auf nicht weniger als 200 Millionen Franken beläuft und in dessen Zusammenhang ein dänischer Bankier Johann Möller verhaftet wurde, hat eine ganze Reihe von Bauunternehmen, Banken usw. schwer geschädigt. Am schwersten getroffen wurde aber die südfranzösische Stadt Grasse, die dem Schwindler kostenlos ein Baugelände von über 300 Hektar zur Verfügung stellte, auf dem ein riesiges Schloß stand. Das Schloß, das die Familie Rothschild der Stadt zum Geschenk gemacht hatte, hat vor dem Kriege einen Wert von 24 Millionen gehabt. Dieser Grundbesitz sollte für den Anbau von Siedlungshäusern dienen Möller beeilte sich aber, darauf Hypotheken in mehreren Millionen Franken aufzunehmen. Ein Pariser Versicherungsunternehmen belieh ihm ein in Bau befindliches Haus, dessen Architekt noch keinen Pfennig erhalten hatte, mit 5½ Millionen Franken. Ueberall in Frankreich errichtete Möller schwindelhafte Baugesellschaften, die dazu dienten, Kredite aufzunehmen. Memelländer=Prozeß. 126 Angeklagte in Kowno.— Der Kronzeuge Molinus. Der Prozeß gegen die 126 Memelländer hat außergewöhnliches Interesse in ganz Europa gefunden. Das sieht man an den zahlreichen Diplomaten und Pressevertretern, die an den Verhandlungen in Kowno teilnehmen. Der große Seimas=Saal, also das litauische Parlament, dient als Verhandlungsraum. Das Gericht besteht durchweg aus Offizieren. Unter den Angeklagten sieht man inmitten seiner Anhänger den Hauptangeklagten Neumann. Bald darauf betritt Saß, der zweite Hauptangeklagte, mit seinen Anhängern den Saal, die bis auf einige wenige auf freiem Fuß waren, während über 80 Angeklagte, meist Neumann=Anhänger, aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurden. Unter den Angeklagten erblickt man in großer Mehrzahl jugendliche Gesichter. Auf den Gängen, zwischen den Bänken, an den Wänden, den Türen und vor dem Richtertisch stehen Militärposten mit aufgepflanztem Bajonett. Allein 20 ausländische Journalisten, sechs deutsche, drei Franzosen, zwei Oesterreicher, zwei Italiener, zwei Schweden, ein Engländer, ein Tscheche, Letten und Polen, sowie 40 bis 50 memelländische und litauische Pressevertreter sind zu der Verhandlung erschienen. Auf vier Bänken haben 17 Sachverständige Platz genommen, Ungeheure Kisten mit Beweismaterial nehmen ebenfalls einen erheblichen Teil des Verhandlungsraumes ein. Auf der Tribüne sind auch der englische Anwalt Sir Lawrence mit seinem Sohn und seinem Sozius erschienen. Den Vorsitz führt Oberst Leonas. Der Vorsitzende fragte zunächst in litauischer Sprache, wer von den Angeklagten die litauische Sprache nicht verstehe. Hierauf erhob sich der größte Teil der Angeklagten. Es stehen drei Dolmetscher zur Verfügung. Die Verhandlung wird durchweg in litauischer Sprache geführt. Wie die Verteidiger mitteilten, sind, zwei Angeklagte erkrankt. Professor Stankevicius beantragte die Vertagung des Prozesses um zwei bis drei Tage, da sein Mandant Lapins schwer an Angina erkrankt sei. Für den Angeklagten Hilgendorf wurde beantragt, ihn zeitweilig zur Anlegung von Verbänden von der Verhandlung zu befreien. Das Gericht lehnte Vertagung ab. Es gab Hilgendorf die Möglichkeit zu ärztlicher Behandlung. Als der Vorsitzende erklärte, daß ein Untersuchungsrichter als weiterer Zeuge der Staatsanwaltschaft nachgeladen werden solle, gab es einen Zusammenstoß mit den Verteidigern. Dennoch beschloß der Vorsitzende die Ladung des Zeugen. Es erfolgt dann die Vernehmung der Angeklagten zur Person. Die Verhandlung schleppte sich nur langsam hin. Für Stunden gab es kaum ein belebendes Moment. Nur einmal konnte man Bewegung und ironisches Lächeln bei den Angeklagten feststellen, als der„Kronzeuge“ Molinnus, der unter den Angeklagten seinen Platz hatte, vernommen wurde. Molinnus beantwortete die Fragen des Vorsitzenden als einer der wenigen Memelländer in litauischer Sprache. 20 bis 362 v. H. Kriegsgewinne in Amerika. Beim Rüstungsverhör unterbreitete Hiß, der Anwalt dieses Ausschusses, dem Bundessteuerbüro Unterlagen, denen zufolge zahlreiche Rüstungsfabrikanten während des Weltkrieges Riesengewinne in Höhe von 20 bis 362 v. H. des investierten Kapitals aufwiesen. In wenigen Zeilen. In Grasse in Frankreich wurde ein betrügerischer Grundstücksspekulant, der 200 Millionen Franken Schulden gemacht hat, verhaftet. Der bekannte englische Zeitungsmagnat Lord Rothermere traf aus dem Saargebiet in Berlin ein. Lord Rothermere hatte eine Studienreise durch das Saargebiet unternommen. In Mexiko ist das Gesetz über die Einführung des sozialistischen Unterrichts und die Staatskontrolle über den gesamten Schulunterricht in Kraft getreten. Ehrenmal für die gefallenen ostpreußischen SA=Männer. Im Horst=Wessel=Park in Königsberg wurde dieses eigenartige und eindrucksvolle Ehrenmal für die ostpreußischen SA=Männer eingeweiht. Das Bild zeigt das Ehrenmal während der Einweihungsfeier. „Der Weihnachtswunsch der alten Kämpfer: — ein Arbeitsplatz!“ Voren. Auf ihrer Fahrt ins Saargebiet startete die deutsche Amateur=Boxstaffel in Frankfurt. Vor zahlreichem Besuch trug sie nach durchweg interessanten Kämpfen über die Auswahl des Gaues Südwest einen verdienten Sieg von 8:6 Pkt. davon. Den schönsten Kampf gab es im Bantamgewicht zwischen Stasch=Kassel und Rappsilber=Frankfurt, der unentschieden endete. Hornfischer fiegte in Schweden. Zum Abschluß ihrer Schwedenreise nahmen die beiden deutschen Ringer Kurt Hornfischer und Fritz Schäfer noch an einem Ringerturnier in der kleinen Stadt Gävle teil. Der Nürnberger Hornfischer wurde im Schwergewicht durch einen knappen Arbeitssieg über seinen alten Widersacher J. Nyman(Schweden) erster Preisträger.— Großes Pech hatte Meister Schäfer, der sich im Vorkampf verletzte und zum Endkampf der Weltergewichtsklasse nicht mehr antreten konnte. Wie wied das Wetter morgen? Einzelne noch stürmische, um Süd schwanlende Winde, noch leichter Regen, mild. S.=A.: 8,05; S.=U.: 15.46 Uhr. Das persönlichen darum gehen Sie zu.. I. Nachf. Inh. E. Stanslowski Hörde. Sonntag von 2-7 Uhr geöffnet. 5362 ine schöne Uhr von: K. 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