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Tägliche Zeitung für Barop=Hombruch und die Nachbargemeinden. Freiwillige Unfall=Unterstützung entsprechend den Bedingungen. Erscheint täglich. Bezugspreis wöchentlich 45 Pfg. Falls wir in der Herausgabe der Zeitung durch böhere Gewalt, Papiermangel oder sonstiges Versagen der Lieserungsmittel gehindert sind, hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung der Zeitung oder au Rückzahlung des Bezugspreises. Verantwortlicher Hauptschriftleiter H. Timmermann, Dtd.=Hörde. Verantwortlich für Lokales und Provinz W. Treese. Dtd.=Hörde. Anschriften: An die Redaktion bezw. an die Geschaftsstelle in Hombruch, Bahnhofstraße 17.— Fernruf: 9226 Dortmund. Nr. 279(1. Blatt). Donnerstag, den 28. November 1929. 2. Jahrgang. Auflösung des Landtags? 11 Jahre beim Polizeipräsidium in Oppeln beschäftigt war, bei einer anderen Behörde Anstellung findet. Die Fraktion der Wirtschaftspartei hat im Preußischen Landtag folgenden Urantrag eingebracht: Das Ergebnis der Kommunalwahlen in Preußen hat erwiesen, daß die Zusammensetzung des Preußischen Landtags dem Willen der Wählerschaft in Preußen nicht mehr entspricht. Wir beantragen daher, der Landtag wolle beschließen, den Preußischen Landtag mit sofortiger Wirkung aufzulösen. * Städtebaufragen. Im Landtag begründete Abg. Nuschke(Dem.) den Antrag auf Aufhebung der Immunität des Abg. Kube (Nat.=Soz.), der in seinen Reden behauptet habe, Minister Grzesinski hätte bei einem Frühstück des Bremner Senats schon nach einer Stunde so viel Alkohol zu sich genommen,„daß er das von sich gab, was die anderen erst zu sich nahmen". Demgegenüber habe Minister Grzesinski nachgewiesen, daß er überhaupt keine Einladung. vom Bremer Senat erhalten habe.— Abg. Kube(Nat.=Soz.) erklärte, er habe niemals behauptet, daß sich der Vorfall in Bremen abgespielt habe, sondern in Bremerhaven im Hotel Excelsior.— Der Aufhebung der Immunität des Aba. Kube wurde zugestimmt.— In der fortgesetzten Aussprache zur ersten Lesung des Städtebaugesetzes erklärte Abg. Köthenbürger(Ztr.), im Anschluß an die 65 Ausschußsitzungen des vorigen Landtags über das Städtebaugesetz habe sich in der öffentlichen Meinung eine wesentlich, günstigere Beurteilung gezeigt.— Abg. Dr. v. Eynern(D. Vp.) suchte eingehend nachzuweisen, daß man auch mit den bestehenden Bestimmungen für den Städtebau schon auskommen könne. Die Vorlage wurde einem Sonderausschuß überwiesen. * Um den Besitz der Saararuben. Die Regierungsparteien im Preußischen Landtag, Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten haben soeben eine große Anfrage eingebracht, in der sie ausführen, daß die Oeffentlichkeit wegen der Ungewißheit über das künftige Schicksal der Saargruben beunruhigt sei. Nachrichten aus Frankreich sprächen davon, daß die Saargruben nicht in den Besitz des preußischen Staates zurückgelangen sollten, sondern daß vielmehr eine Beteiligung fremden Kapitals an ihnen vereinbart werden solle. Angeblich sollen auch von der Privatwirtschaft in Deutschland Versuche unternommen worden sein, Stimmung gegen eine Rückgabe der Saargruben an den preußischen Staat zugunsten der Ueberführung der Gruben in Privathand zu erzeugen.— Wie das Nachrichtenbüro des BD3. dazu noch erfährt, wollen die Regierungsparteien über diese Frage noch im Laufe dieser Woche eine Debatte führen, in der auch Ministerpräsident Braun das Wort nehmen soll. * Nach den Sommerferien. Im Reichstag, ger nach den Sommerferien zu seiner ersten Vollsitzung zusammentrat, wies bei der Beratung des Gesetzentwurfs über Zuschüsse aus Reichsmitteln für die Ansiedlung von Landarbeitern Abg. Behrens(Dutl.) darauf hin, daß die Sperre der Mittel aus der werteschaffenden Erwerbslosenfürsorge für den Bau von Land arbeitereigenheimen sich katastrophal ausgewirkt hätte.— Reichsarbeitsminister Wissell ekwiderte, die im Etat vorhandenen Mittel hatten nicht ausgereicht, um den Förderungs anträgen zu entsprechen. Seit 1921 bis zum I. Oktober dieses Jahres seien 55330 Land Ebeiterwohnungen errichtet worden mit einem Kostenaufwand von 160 Millionen.— Die Vor lage ging an den Siedlungsausschuß. Abg. Gräf=Dresden(Komm.) begründete dann einen Antrag auf Gewährung von „Winterbeihilfen an Erwerbslose, Sozial= und Kleinrentner.— Reichsarbeitsminister Wissell wies darauf hin, daß der antrag 170—180 Millionen erfordere. Man habe bereits im vorigen Jahre von einmaligen Bei Afen abgesehen und es für richtiger gehalten, Af. dem Wege dauernder Erhöhungen der Unkerstützungen und Renten zu helfen. Er bitte baher, den Antrag abzulehnen.(Lärm bei den Ein Antrag der Wirtschaftspartei Kommunisten.)— Der kommunistische Antrag wurde gegen die Antragsteller abgelehnt. Reichstag und „Freiheitsgesetz“. Wie im Reichstag verlautet, soll die parlamentarische Behandlung des Entwurfes für das „Freiheitsgesetz“ am Freitag beginnen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß die zweite Lesung, die über den Gesetzentwurf bereits entscheiden dürfte, unter Unständen noch am Freitag stattfinden kann, zumal die rheinischen Abgeordneten das Bedürfnis haben, rechtzeitig zu den Befreiungsfeiern in der zweiten Zone abzureisen. Der Nachfolger Hackenbergers. Obermusikmeister Schmidt vom 3. Batainon des Infanterie=Regiements 10 in Dresden wurde mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Armeemusikinspeziente n betraut. Die Todesfahrt in den Wie das Auto gefunden wurde. Die grauenhafte Todesfahrt der Zahnärzte Dr. Karl Meyer, Dr. Arthur Salomon und Dr. Elfriede Heinzmann mit dem geschlossenn Automobil auf den Grund des Rheins hat inn ganzen Rheinland Bestürzung und Entsetzen ausgelöst. Nachdem zuerst keine Spur gefunden werdin konnte, suchte man den Rhein systematisch ab. Zwei Schiffer, die zwischen ihren Motorbooten Ketten gespannt hatten, die sie im Wasser treiben ließen. fuhren die Rheinstrecke zwischen Mainz und Bingen ab. Plötzlich blieben sie mit der Kette an einem Hindernis im Fluß hängen. Es stellte sich heraus, daß es sich um den Kraftwagen mit den Vermißten handelte. Der Wagen lag tief im Schlamm und war von Steinen und Geröll umgeben. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich infolgedessen sehr schwierig. Die Insassen lagen völlig zusammengekauert im Wageninnern. Sie haben, wie aus einer Besichtigung des Kraftwagens hervorgeht, äußerste Anstrengungen gemacht, um aus dem Wageninnern zu entkommen. So waren die Fensterscheiben zertrümmert und die Rückwand des Wagens herausgenommen. Doch war der Wasserdruck zu stark, als daß ihr Vorhaben hätte Erfolg haben können. In ihren Händen hatten sie noch die Werkzeuge, mit denen sie arbeiteten. Man kann sich den Unfall so erklären, daß der Wagen die Hauptchaussee befuhr und dann an eine Stelle kam, die gesperrt war. Beim Zurückfahren geriet er in eine Nebenstraße, die direkt an den Rhein führt. Offenbar infolge schlechter Sicht ist er dabei in den Fluß gestürzt. Auf der gleichen Straße bei Freiweinheim sollen schon öster fremde Kraftwagen abgeirrt sein. Die Gemeindevertretung von Freiweinheim ist sofort einberufen worden, um zu ermitteln, wie das Unglück geschehen konnte und um Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Unfälle zu treffen. Der Weg, den der Kraftwagen des Zahnarztes in der Dunkelheit und im Nebel einschlug, ist ein Seitenweg, der von de Chaussee Mainz—Bingen in scharfem Winkel abbiegt. Vorläufig keine Zulassung der russischen Auswanderer nach Kanada. Der kanadische Einwanderungsminister Forke teilte mit, daß beschlossen worden ist, den 5000 Mennoniten, die sich augenblicklich in großer Notlage in R ßland bei den, di Zulassung nach Kanada während der kommenden Wintermonate zu verweigern. Die kanadischen Provinzialregierungen halten angesichts des wahrscheinlichen Arbeitsmangels während des Winters die Zeit für die Einwanderung der Mennoniten für ungeeignet. Vorbereitungen werden jedoch vielleicht getroffen werden, um die Flüchtlinge im Frühjahr nächsten Jahres nach Kanada zu bringen. Aerzte als Opfer ihres Berufes. Der am Elberfelder Bakteriologischen Institut als Assistent tätig gewesene Dr med Brendeke aus Mettmann, zog sich, nach einer Meldung der„Deutschen Allgemeinen Zeitung“, vor etwa sechs Wochen beim Sezieren einer Tuphusleiche eine Infektion zu. Zu dem Typhus gesellte sich eine doppelseitige Lungenentzündung an deren Folgen Dr. Brendeke jetzt gestorben ist. Vor zwei Jahren war bereits ein Mettmanner Mediziner, Dr. med. Eugen Kösters, an den Folgen einer Leichenvergiftung gestorben. Etwa ein Jahr später wurde ein anderer juger Mettmanner Mediziner, Dr. med. Hastert, der auch als Praktikant in Elberfeld tätig war, von demselben Geschick erreicht. * Strafverfahren gegen den Landrat von Warburg. Gegen den Landrat Schöncaes in Warburg wurde am Landgericht in Paderborn Anzeige wegen angeblichen Eisenbahnbetrugs zugunsten der Eltern von Kindern, die in Kinderheime geschickt wurden, erstattet. Der Landrat wird vorläufig zur Disposition gestellt. Die endgültige Entscheidung wird nach Erledigung des Strafverfahrens erfolgen. * Von einer verirrten Kugel getroffen. In Fürstenberg bei Paderborn ist die 20 Jahre alte Tochter des Landwirts Schäfer, als sie beim Wäscheaufhängen im Garten beschäftigt war, von einer verirrten Kugel in den Kopf getroffen worden. Das Mädchen war bald darauf tot. Wer den Schuß abgegeben hat, steht noch nicht fest. Dr. Richter begnadigt. Die Begnadigung des vom Bonner Schwurgericht wegen Ermordung der Frau Mertens zum Tode verurteilten Binger Arztes Dr. Richter zu lebenslänglichem Zuchthaus ist, der„Vossischen Zeitung" zufolge, nunmehr ausgesprochen worden. Dr. Richter wird in den nächsten Tagen in das Zuchthaus Rheinbach übergeführt werden, wo auch der zu lebenslänglichem Zuchtbaus begnadigte Kölner Arzt verbüßt. Dr. Bröcher seine Strafe Tschitscherin läßt sich in Wiesbaden nieder. Der Stellvertretende Außenkommissar Karachan hatte, nach der„Germania“, in Wiesbaden eine längere Unterredung mit dem Außenkommissar Tschitscherin. Der Auslandsurlaub Tschitscherins wird vorläufig auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Tschitscherin wird noch ein Jahr im Ausland bleiben. Er hat Wiesbaden zu seinem ständigen Wohnsitz im Ausland gewählt. * Die Seuche der Mörderbriefe. Bei mehreren Zeitungen des Saargebietes sind in den letzten Tagen Briefe eingelaufen, deren anonymer Verfasser sich als Düsseldorfer Mörder bezeichnet und erklärt, er habe seine Tätigkeit nach dem Saargebiet verlegt. Er warne davor, ihn zu verfolgen, da sonst einige Beamte das Schicksal seiner früheren Opfer teilen könnten. Auch bei der Saarbrücker Polizei ist ein derartiger Brief eingegangen. Die entlassene Sekretärin des Polizeipräsidenten. Vor dem Arbeitsgericht in Oppeln kam die Klage einer Stenotypistin gegen den Polizeipräsidenten zur Verhandlung, der die Klägerin sristlos entlassen hatte, da sie sich zum Volksbegehren eingetragen hatte. Es wurde eine schriftliche Erklärung des Polizeipräsidenten verlesen, in der er die Abweisung der Klage beantragt, da ihm nicht zugemutet werden könne, mit einer Angestellten weiter zu arbeiten, die sich in dieser Weise gegen das heutige System erklärt habe. Der Vertreter der Klägerin verwies darauf, daß die Entlassung gegen die Reichsverfassung und gegen das Betriebsrätegesetz verstoße. Der Vorsitzende regte eine Einigung an. da noch in keiner Weise entschieden sei, ob eine Entlassung auf Grund der Eintragung zum Volksbegehren gerechtfertigt sei Schließlich geiang es dem Vorsitzenden, die Parteien zu einem neuen Gütetermin zu bewegen. in dem versucht werden soll, eine Einigung auf der Basis zu finden, daß die Klägerin die bereits Beilegung im Osten. Erfolg japanischer Vermittlung.— Das Umgehungsmanöver der Russen. Einer Meldung aus Tsitsikar zufolge hat der japanische Generalkonsul in Manschuli, Tanaka, vermittelnd eingegriffen und die in Manschuli stehenden chinesischen Truppen überredet, die Waffen niederzulegen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, da durch die Umgehungsmanöver der somjetrussischen Streitkräfte den Chinesen der Rückzug verlegt war. Die Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet: Tschanghsuehliang stellte in einem Telegramm an Litwinow den Antrag, die Lage an der Ostchinabahn, wie sie vor dem russisch=chinesischen Konflikt bestand, vollständig wiederherzustellen und den ehemaligen Direktor und den Stellvertretenden Direktor der Ostchinabahn wieder in ihr Amt einzusetzen. Volkskommissar Litwinow antwortete zustimmend und schlug die Entsendung von chinesischen Bevollmächtigten nach Chabarowsk vor, um die technische Durchführung der erwähnten Vorschläge mit Vertretern des Außenkommissariats und die Festsetzung des Termins und des Ortes für die Einberufung einer russisch=chinesischen Konferenz zu besprechen. Dr. Gutmann überführt. In Schwedt a. O. wurde die Leiche der Frau des Zahnarztes Dr. Gutmann obduziert. Später wurde bekanntgegeben, die Anzeichen ließen darauf schließen, daß der Tod der Frau Gutmann auf Erwürgen zurückzuführen sei. Die festgestellte Kopfverletzung sei nicht tödlich gewesen, die Schädeldecke überhaupt nicht verletzt. Ausgrabung auch der Leiche der ersten Frau. Durch den unnatürlichen Tod der zweiten Frau Gutmanns sind Gerüchte lebendig geworden, wonach er auch am Ableben seiner ersten Gattin schuld sei, die am 22 Dezember 1922 starb. Neben der Leiche fand man damals eine Morphiumspritze. Oberstaatsanwalt Hardt, der zur Untersuchung der Mordfälle aus Prenzlau nach Schwedt gekommen ist, hat die Ausgrabung der Leiche für kommenden Montig angeordnet. Verbrecherjagd in Berlin=N. Ein dreister Raubüberfall wurde vormittags in Berlin in einem Hause der Bayreutherstraße verübt. Dort wurde die Haushälterin Wiechert von zwei jugendlichen Burschen in ihrer Wohnung überfallen und schwer verletzt. Durch die ersten Hilferufe der Ueberfallenen waren die Angestellten einer im ersten Stockwerk des Hauses gelegenen Pension auf den Vorfall aufmerksam geworden, die nun gewaltsam in die Wohnung des Wirtes eindringen wollten. Als die beiden Räuber bemerkten, daß sie durch die Hausbewohner gestört wurden, ergriffen sie die Flucht und stießen die vor der Eingangstür stehenden Leute zurück. Die Räuber liefen durch die Bayreutherstraße nach der Tauenzienstraße, verfolgt von einer großen Menschenmenge. Am Wittenberg Platz gelang es den beiden Räubern, sich im dichten Verkehr ihren Verfolgern zu entziehen. Auf dem Treppenflur haben die Räuber zwei Quittungskarten verloren, die jedenfalls zu ihrer schnellen Feststellung führen werden. Barop-Rombruck und Nachbargemeinden. 28. November 1929. Der Provinziallandtag. Seine neue Zusammensetzung.— Das endgültige Wahlergebnis. Nach dem endgültigen Ergebnis sind zur Provinziallandtagswahl in der Provinz Westfalen von 3057759 Wahlberechtigten insgesamt 2175 102 Stimmen abgegeben worden. Ungültig waren 42979, gültig 2132 123. Die gültigen Stimmen verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Zentrum 701 817. — Sozialdemokratische Partei Deutschlands (S. P. D.) 472032.— Kommunistische Partei Deutschlands 197572.— Deutsche Demokratische Partei 53806.— Christlich=Nationale Bauernund Landvolkpartei 47080.— Christlich=Soziale Reichspartei 22394.— Deutsche Volkspartei 185 580.— Deutschnationale Volkspartei 133197. — Evangelischer Volksdienst 84740.— Linke Kommunisten(Leninbund) 7723.— Liste der wirtschaftlich Schwachen 3537.— National=Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei(Hitler= bewegung) 62 439.— Polenpartei 15 243.— Reichspartei des deutschen Mittelstandes(Wirtschaftspartei) 133 371.— Volksrechtpartei(Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung) 11 592. Bei der Mandatsverteilung scheiden die Christlich=Soziale Reichspartei, Linke Kommunisten(Leninbund), Liste der wirtschaftlich Schwachen, Polenpartei und Volksrechtpartei(Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung) aus, weil sie die für die Zuteilung eines Mandats notwendige Anzahl Stimmen nicht erreicht haben. Die Mandate verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Regierungsbezirke wie folgt: Zentrum 46(Arnsberg 20).— Sozialdemokratische Partei Deutschlands(S. P. D.) 31(18). — Kommunistische Partei Deutschlands 13(8). — Deutsche Demokratische Partei 4(3),— Christlich=Nationale Bauern= und Landvolkpartei 4(1).— Deutsche Volkspartei 12(7).— Deutschnationale Volkspartei 9(5).— Evangelischer Volksdienst 6(3).— National=Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei(Hitlerbewegung) 4(3).— Reichspartei des deutschen Mittelstandes(Wirtschaftspartei) 9(5).— Zusammen: 138(78).* * Sanitätsguthabenansprüche ehem. Kriegsgefangener. Ein großer Teil des Sanitätspersonals, das in englischer Gefangenschaft war, wartet noch heute auf die Befriedigung seiner berechtigten Ansprüche. Nach dem Genfer Abkommen war die englische Regierung verpflichtet, dem in ihren Händen befindlichen Sanitätspersonal die zuständigen Gebührnisse regelmäßig zu zahlen. In mehreren tausend Fällen ist dies nicht geschehen. Die Gesamtsumme beläuft sich auf etwa 3,5 Millionen Mark, so daß auf jeden einzelnen Berechtigten sehr hohe Teilbeträge entfallen. Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener e. V. hat sich entschlossen, diese berechtigten Forderungen in geeigneter planvoller Weise bis zum Aeußersten zu vertreten. Alle diejenigen ehem. Angehörigen des Sanitätspersonals, deren berechtigte Ansprüche aus der Zeit der englischen Kriegsgefangenschaft noch nicht befriedigt worden sind(evtl. auch die Erben) werden in ihrem eigenen Interesse gebeten, ihre genau und deutlich geschriebene Anschrift unverzüglich durch die Ortsgruppen der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener oder unmittelbar dem Gau Westfalen=Ost und Lippe der R. o. K.(Geschäftsstelle: Johannes Tölle, Elsen b. Paderborn) mitzuteilen und gleichzeitig den Dienstgrad und Truppenteil zur Zeit der Gefangennahme sowie die Zeit und Dauer der Gefangenschaft anzugeben. Sie erhalten dann weitere Nachricht. Es ist dringend erwünscht, daß sich alle Beteiligten melden, da die R. o. K. naturgemäß nur die Rechte und Interessen derjenigen vertreten kann. von welchen sie hierzu bevollmächtigt wird. Die Angaben sind umgehend einzusenden. Später eingehende Anmeldungen dürften kaum noch berücksichtigt werden können. * Tilgung der Hauszinssteuerhypotheken. Ablauf der Sperrfrist. Die Tilgung der Hauszinssteuerhypotheken ist bisher nicht erfolgt. Am 31. März 1930 läuft die Sperrfrist ab und die Frage der Tilgung wird akut. Wie der Wohlfahrts=Korrespondenz geschrieben wird, würden zahlreich: Bauvereinigungen von einem Tilgungszwang hart betroffen werden, da eine jährliche bilanzmäßige Abschreibung in Höhe von 1 Proz. des Bauwertes aus Gründen der Niedrighaltung der Neubaumieten nur selten vorgenommen werden konnte. Besonders die Gemeinden drängten im Zusammenhang mit der Gewährung von Hauszinssteuerhypotheken häufig darauf, daß Abschreibungen nur in Höhe der Tilgungen vorgenommen werden durften, da sie ein öffentliches Interesse an möglichster Mietsenkung hatten. So wurden in vielen Fällen die Abschreibungsbeträge in die Mieten mit einkalkuliert und dadurch einigermaßen tragbare Mieten erreicht. Wenn ein Wegfall von Zinsen und Tilgung der Hauszinssteuerhypotheken und damit eine schnellere Abtragung der teueren 1. Hypotheken zu erreichen wäre, würde sine Mietsenkung die direkte Folge sein und die Hauszinssteuerhypotheken bekämen allmählich einen gesunden Rang. Auch sonst wurde in der letzten Zeit die Forderung aufgestellt, die Tilgung-für Hauszinssteuerhypotheken auszusetzen und die entsprechenden Beträge als außerordentliche Tilgung der teueren 1. Hypotheken zu verwenden, da die Verwendung der Abschreibungsquote für die in Rede stehende Tilgung eine Senkung der Mieten auf lange Zeit hinaus unmöglich macht. Unter Berücksichtigung dieser Bedenken dürfte eine Aussetzung des Tilgungsbeginns und eine Hinausschiebung des Termins um einige Jahre bis zur Regelung der bestehenden Schwierigkeiten dringend notwendig sein. * (Ansteckende Krankheiten in Großdortmund.) In der Woche vom 17. bis 23. November 1929 sind im Stadtkreise Dortmund folgende übertragbare Krankheiten ausgetreten: Diphtherie: Erkrankungen 11(Todesfälle 2), Kindbettfieber 3(1), Körnerkrankheit 1, Lungen= und Kehlkopftuberkulose 8(2), Ruhr 1, Scharlach 56, Paratyphus 2. (Ausstellung von Legitimationskarten für Handlungsreisende.) In einem Regierungsbezirk wurde durch Nachprüfung festgestellt, daß in sehr zahlreichen Fällen, wo eine Legitimationskarte für Handlungsreisende verlangt wurde, statt der Legi.imationskarte ein Wandergewerbeschein erforderlich war und daß die Legitimationskarte beantragt wurde, um die höhere Wandergewerbesteuer nicht zahlen zu brauchen. Auch hat sich dabei ergeben, daß manche Personen, denen bestimmungsgemäß der Wandergewerbeschein versagt worden ist oder wäre, eine Legiimationskarte beantragt hatten, um mit dieser Karte das Wandergewerbe zu betreiben. Daraufhin hat der Preußische Handelsminister eine schärfere Prüfung der Anträge auf Ausstellung von Legitimationskarten angeordnet. Insbesondere haben die zuständigen Behörden festzustellen, ob die Firma, für die Bestellungen auf Waren aufgesucht werden sollen, für das Aufsuchen der Bestellungen infrage kommt, oder ob der Handlungsreisende, der selbst ein stehendes Gewerbe angemeldet hat, ein solches betreibt und eine gewerbliche Niederlassung für den betreffenden Handelszweig inne hat. * Hombruch, 28. Nov.(Wann wird der Miß. stand beseitigt?) Man schreibt uns: Die ehemalige Wiethofsche Gastwirtschaft in der Unionstr. bietet einen schauderhaften Anblick. Der Saal ist von allen Seiten aufgerissen. Er bietet nachts allem Gesindel Unterschlupf. Es wäre wünschenswert, daß die Stadt Dortmund einmal nach dem Rechten sähe, diese Stätte abbrechen oder unzugänglich machen würde. Polizei und Gesundheits, amt könnten auch einmal eine Besichtigung vornehmen. Ab und zu eine Razzia könnte nicht schaden. Hombruck8 Nov.(Mädchen überfallen.] Morgens wurde die zu ihrer Dienststelle nach Löttringhausen zurückkehrende Hausangestellte E. V. auf dem Kleinholthauserweg überfallen, Erst später konnte das Mädchen feststellen, daß der Bursche ihr früherer Liebhaber war, der sich an dem Mädchen wegen Lösung des Verhältnisses rächen wollte. Kirchhörde, 28. Nov.(Neubauten in Kirchhörde.) Der kürzlich gegründete Reichsheimstättenverein Dortmund=Hombruch=Barop hat an der Chaussee Dortmund—Hagen in Kirchhörde, gegenüber dem Restaurant„Zum roten Hirsch“, ein etwa 15 Morgen großes Grundstück angekauft, wo der Verein im kommenden Jahre Wohnhäuser errichten wird. Es handelt sich um Ein= und Zweifamilienhäuser. Zu jedem Hause gehört ein großer Garten +t Wellingholen, Suburg Renninghausen, 28. Nov.(Unfall.) Auf der Provinzialstraße wollte ein auswärtiger Fuhrmann von seinem Fuhrwerk springen.-Er kam zu Fall uno zog sich einen Knöchelbruch zu + Der Aplerbecker Bezirk Aplerbeck, 28. Nov. Die Auszahlung der Mie litärrenten für die Postbezirke Aplerbea, Sölde, Schüren erfolgt am 29. Nov., für die Unfall= und Invalidenrenten am 30. November. Zu Tode gekommen. Berghofen, 28. Nov. Der 15jährige Handelsschüler Rudolf Braukmann aus der Köln=Berlinerstraße fuhr am Mittwoch früh mit einem Fahrrad in Richtung Aplerbeck. An der Sulpke fuhr er von hinten den von der Arbeitsstelle kommenden Maschinisten K. K. aus Schüren an. Beide kamen zu Fall. K. erlitt nur geringe Verletzungen, während der Schüler schwerverletzt in ein Haus getragen wurde. Der herbeigerufene Vater sorgte für die Ueberführung ins Krankenhaus in Hörde. An den gen des Unfalles, einem Schlüsselbein bruch und einem Bluterguß im Kopfe, ist der Verletzte am Mittag desselben Tages gestorben. Der Vorfall ist umso bedauerlicher, als den Eltern des Verstorbenen, den Eheleuten Schreiner Braukmann, am Si vestertage vergangenen Jahres in der Wohnung ein Kind tödlich verunglückte *" Vom Zuge überfahren und getötet. Hennen, 28. Nov. Auf dem Bahnkörper der Reichseisenbahn wurde die Leiche eines etwa 25—28 Jahre alten Mannes gefunden, die buchstäblich in zwei Hälften geteilt war. Es wird angenommen, daß der Tote infolge eines Unglücksfalles von dem Spätzuge Dortmund—Iserlohn überfahren und getötet worden ist. Die Feststellungen ergaben, daß der Verunglückte vom Zuge erfaßt und eine Strecke weit mitgeschleift worden ist, bevor er von den Rädern in zwei Stücke geschnitten wurde. Der Verunglückte, der keinerlei Papiere mit sich führte, ist etwa 1,70 m groß, trug bräunlichen Anzug, karierten Ulster, karierte Strümpfe, schwarze Halbschuhe mit Gummiabsätzen, weiße Wäsche mit Gummikragen und einen rötlichen hut. Die Identität des Toten konnte noch festgestellt werden. der Heimatfreunde. Gründungsversammlung der Gesellschaft zur Erhaltung des Naturschutzgebietes„Schäferteiche“.— Zusammenschluß der Natur= und Heimatfreunde von Hombruch=Barop.— Die Beschaffung von Mitteln. Langeloh, 28. Nov. Zur Erhaltung des idyllisch gelegenen Naturschutzgebietes:„Schäferteiche", das bisher von den Mitgliedern der Sektion für Aquarien=Terrarien=Kunde und Naturschutz Dortmund betreut wurde, hat sich aus zwingenden Gründen in einer im Lokal Schnittker in Hombruch stattgefundenen Gründungs=Versammlung eine Gesellschaft„zur Erhaltung des Naturschutzgebietes Schäferteiche“ gebildet. Diese Neugründung ist in ihrer Eigenart die erste in Hombruch=Barop. Bereits diese erste Versammlung zeigte, daß die Neugründung eine große Anhängerschar von Naturfreunden der engeren Umgebung zu nutzbringender Tätigkeit vereinigen wird. Der Kanarienzuchtund Vogelfthutzverein„Zuchtglück"=Hombruch hat sich bereits der neuen Naturschutzgesellschaft angeschlossen und will seine Vogelschutz= und=Zuchtinteressen mit der großen Aufgabe der Naturschutz=Gesellschaft verbinden. Es war erfreulich, daß die Versammlung Männer an die Spitze ihrer gemeinnützigen Arbeit stellte, die sich bereits in vorbildlicher Weise auf dem Gebiet des Naturschutzes betätigt haben. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Josef Stellmach, Ebertstraße, und zum Zweiten Vorsitzenden Ernst Endlich, Märkischestraße, gewählt. Außerdem: Wilh. Wosinski, Bahnhofstraße zum Schriftführer und Eugen Kampmann, Unionstraße, zum Kassierer. Durch diese, Zusammensetzung des Vorstandes, der sich bereits mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für die Durchfühtung der Pläne und den Ausbau des Naturschutzgeländes im Langeloh einsetzte, ist die Voraussetzung für eine ersprießliche Arbeitsweise gegeben. Der Vorsitzende Stellmach gab dem Referenten Wolk das Wort zu einem Vortrage über das Thema:„Was ist Naturschutr— Das Naturschutzgelände Schäferteich". Jeder Naturfreund konnte aus den inhaltsreichen Ausführungen des Redners eine Fülle reichen Fahrpreisermäßigung für Jugendpflege. Der Minister für Volkswohlfahrt teilt in einem Erlaß vom 22. November 1929 über die Fahrpreisermäßigung für Jugendpflege folgendes mit: „Mit Bezug auf meinen Erlaß vom 25. Oktober ds. Is.— Z. A. II 2897— teile ich mit, daß nach einer Auskunft der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft, Reichsbahndirektion Berlin, nach Abschluß der Verhandlungen in der Ständigen Tarifkommission nunmehr die Aenderung des Tarifs durchgeführt wird, wonach die Geltungsdauer der behördlichen Bescheinigung über Anerkennung der Jugendpflegevereine auf zwei Kalenderjahre— zunächst versuchsweise— festgesetzt wird. Die für das Kalenderjahr 1929 den Jugendpflegevereinen ausgestellten Bescheinigungen auf hellblauer Karte behalten sonach auch im Kalenderjahr 1930 ohne weiteres Gültigkeit. Auch bei Neuanerkennungen bis zum Ablauf des nächsten Jahres ist die hellblaue Karte weiterzubenutzen. In solchen Fällen behält die Karte ebenfalls nur bis längstens 31. 12. 1930: Gültigkeit. Für 1931/32 wird die Bescheinigung unter Beibehaltung des bisherigen Farbenwechsels auf weißer und für 1933/34 wieder auf hellblauer Karte verlangt werden. Die behördliche Anerkennung ist nach wie vor Voraussetzung für Gewährung der 50=prozentigen Fahrpreisermäßigung, worauf ausdrücklich hingewiesen wird. Die der Eisenbahnverwaltung in wenigstens 2 Ausfertigungen zu liefernden Listen der anerkannten Jugendpflegevereine können künftig ebenfalls alle zwei Jahre — Veränderungsnachweisungen wie bisher allmonatlich— neu aufgestellt werden. Da die Veränderungsnachweisungen bisher zum Teil verspätet geliefert sind, mache ich bei dieser Gelegenheit auf die Notwendigkeit rechtzeitiger Uebersendung dieser Nachweisungen an die Eisenbahnverwaltung aufmerksam. Gleichzeitig mit der Verlängerung der Geltungsdauer der behördlichen Bescheinigung wird der Tarif dahin geändert, daß die Ausstellung des Führerausweises nicht mehr von der Behörde verlangt wird, sondern hierzu der Vereinsleiter berechtigt ist. Es bedarf dann nur noch die Beglaubigung des Ausweises mit Lichtbild durch die Gemeindebehörde(Jugendamt). Bis zur Herstellung der neuen Vordrucke, die einige Zeit in Anspruch nehmen wird, muß der Führerausweis noch durch die Anerkennungsbehörde ausgestellt werden.“ Wissens schöpfen. Der Redner schilberte die Naturverschandelung durch die Industrie, In der rauchgeschwängerten Luft verkümmern Bäume und Sträucher zum Schaden auch der gesamten Vogelwelt. Der modernen Technik und Industrie Einhalt zu gebieten, ist nicht möglich, aber möglich sind Maßnahmen zur Schaffung von Naturschutzgebieten. Nur wirkliche Naturfreunde können dieses mühevolle Problem zum Erfolge führen. Das Naturschutzgelände„Schäferteiche" vereinigt nach fachmännischem Urteil seine zahlreichen natürlichen Wasserquellen, seine geschützte Lage und den vielfältigen Baumbestand alle Vorzüge einer vorbildlichen Fortpflanzungs= und Schutzanlage. Trotz vielseitig geleisteter Arbeit steht die Erfüllung noch vieler Erfordernisse offen, denen noch vor der Frühjahrsbrutzeit Genüge getan werden muß. Das Anbringen von Nistkästen, Risthöhlen, die Schaffung von AquarienAnlagen, die endgültige Schließung der noch nicht fertiggestellten Umzäunung des Schutzgeländes, alles dieses erfordert noch Mühe, Zeit und Geld. Wenn auch die beiden ersten Faktoren durch lobenswerte Opferwilligkeit der Mitglieder erledigt werden, so rückt doch die Geldfrage zur Lösung des Gesamtproblems sehr in den Vordergrund, um so mehr, als die Stadt Dortmund unverständlicherweise trotz mehrerer Bittgesuche jegliche finanzielle Hilfe ablehnte. Nur Selbsthilfe, mit Liebe zu den Naturschönheiten der Heimat gepaart, kann hier etwas Positives schaffen. Der Grundstein zu einer mustergültigen Naturschutzstätte, die gleichzeitig nach Möglichkeit eine Erholungs= und Belehrungsstätte für die Bevölkerung werden soll, ist gelegt. Dieses im Entstehen begriffene Werk weiter zu fördern, muß das Bestreben aller Heimatfreunde sein. Deshalb ergeht der dringende Ruf, sich an dieses große Gemeinschaftswerk anschließen. Der niedrig gehaltene Beitrag, 1.00 R.=M. für das Jahr, soll jedem die Mitgliedschaft ermöglichen. Besorgt die Weihnachtseinkäufe Die gesteigerte Kauffreudigkeit in der Weihnachtszeit bringt eine erfreuliche Belebung des Geschäftsumsatzes mit sich, gleichzeitig stellt sie aber auch außerordentlich starke Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Verkäufer und Inhaber der Ladengeschäfte, die alle Kräfte aufbieten müssen, um dem Ansturm der Käufer gewachsen zu sein. Die Käuferschaft will ja, um ihren Bedarf an Weihnachtsgeschenken recht zweckentsprechend auswählen zu können, Zeit und Ruhe zum Einkauf, zur Auswahl und Prüfung haben, will aufmerksam bedient sein, denn nicht nur das Schenken, sondern auch der Einkauf soll Freude machen. Eine reibungslose Abwicklung des Weihnachtsgeschäftes für beide Teile, Käufer wie Verkäufer, kann erreicht werden, wenn die Käuferschaft die eindringliche Mahnung beherzigt: Kauft nicht in den Abendstunden! Dieser Ruf richtet sich in erster Linie an die Hausfrau und an diejenigen Kreise, die die Möglichkeit haben, die Einkäufe schon in den Vormittags= oder frühen Nachmittagsstunden zu besorgen. Durch den Andrang während der letzten Tagesstunden ist Aerger und Unzufriedenheit trotz besten Willens des Verkaufspersonals nicht zu vermeiden. Die gesetzlich festgelegte Ladenschlußzeit wird für den Angestellten insofern noch überschritten, als die Aufräumungs= und Abrechnungsarbeiten seine ohnehin schon karg bemessene Freizeit noch um eine weitere Viertel= oder halbe Stunde einschränken. Auch die Einzelhandelsangestellten und Geschäfts=Inhaber haben Anspruch auf Ruhe und Erholung. Nicht nur am Werktagsabend, auch die anderen Berufen zugesprochene Sonntagsruhe möchten sie in der Vorweihnachtszeit gern genießen. Wer ihre berechtigten Wünsche, die Sonntage ebenfalls im Kreise ihrer Familien zu verbringen, unterstützen will, der mache sich auch die zweite Mahnung zu eigen: nicht an den Sonntagen einzukaufen! Und wer weiter Verständnis hat für die sozialen Nachteile, die er durch Nachlässigkeit oder Gewohnheit seinen im Einzelhandel beschäftigten Mitmenschen zufügt, der kauft am Weihnachtsheiligabend nicht nach 5 Uhr ein! Er erledigt seine Weihnachtseinkäufe rechtzeitig an den Wochentagen und an den Vormittagsstunden! Alt=Dortmund (7500 Zigaretten gestohlen.) Vor einem Hause an der südlichen Marktseite wurde ein Lieferrad mit etwa 7500 Stück Zigaretten gestohlen. (Einbruch.) Bei der Fabrik Städtler in der Sonnenstraße in Dortmund raubten zur Nachtzeit Einbrecher aus einem Wandsafe, das sie zu diesem Zwecke gewaltsam öffneten, einen Geldbetrag von über 300 Mark. Leider konnten die Täter unerkannt entkommen. * Der Martener Skandal. Der Staatsanwalt besaßt sich mit den Unterschlagungen. Wie berichtet, wurden nach Uebernahme der Sparkasse des eingemeindeten Amtes Marten durch die Stadtverwaltung erhebliche Unterschlagungen von Steuergeldern aufgedeckt, von denen man einstweilen noch nicht weiß, wem sie zur Last zu legen sind. Wie man jetzt erfährt, hat die sehr langwierige Nachprüfung der reichlich komplizierten Angelegenheit dazu geführt, daß die Stadtverwaltung Dortmund als Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Amtes Marten vor einigen Tagen gegen den früheren Sparkassendirektor Leue und den Sekretär Möller Anzeige wegen Urkundenfälschung erstatten mußte. Da. eine Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft wohl bestimmt zu erwarten ist dürfte sich in der in Aussicht stehenden Gerichtsverhandlung u. a. auch herausstellen, wohin die einstweilen noch vermißten 157000 Mark geflossen sind. „Ich bin der Massenmörder Viehoff!“ Ein schwerer Junge, der auf 31 Jahre Zuchthaus noch stolz ist. Mit einem Berufsverbrecher von nicht gerade alltäglichen Ausmaßen hatte sich die Große Straskammer in Dortmund zu beschäftigen. Vor den Schranken des Gerichtes erschten, an den Handgelenken mit schweren stählernen Handschellen gefesselt, der erst 21jährige Räuber und Einbrecher Otto Form und sein Komplize, der geistig etwas minderwertige, völlig verständnislose und ständig grinsende Heinz. Der Dritte im Bunde, ein gewisser Halfmann, hat gegen das Urteil der ersten Instanz, das das Schöffengericht in Hamm zu fällen hatte, keine Berufung eingelegt, und gegen Heinz wurde das Verfahren abgetrennt, da man mit ihm nichts anzufangen wußte und er zunächst auf seinen Geisteszustand hin untersucht werden soll. Otto Form hat zuletzt in Hamm eine Gesamtstrafe von 12 Jahren Zuchthaus bekommen. Kurz vorher in Münster eine Zuchthausstrafe von 6 Jahren. Macht zusammen 18 Jahre Zuchthaus. Mit Stolz erzählt er, daß er trotz seinex 21 Jahre an bereits verbüßten und noch zu verbüßenden Strafen im Ganzen 31 Jahre Zuchthaus zudiktiert bekommen hat. Er weiß sehr genau, daß er im Zeitalter des modernen Strafvollzugs nicht mehr als 15 Jahre zu verbüßen braucht, und deshalb ist es ihm auch völlig Wurst, ob er noch ein paar Jährchen dazu bekommt oder nicht. Bei den vom Schöffengericht Hamm erkannken 12 Jahren Zuchthaus handelt es sich um 2 schwere Raubüberfälle, 2 schwere Einbruchsdiebstähle und 2 versuchte Einbrüche. Seine Berufung beschränkt er darauf, daß er an den versuchten Einbrüchen unschuldig sein will. Aus seiner Psychologie heraus durchaus verständlich:„Wenn ick nen Einbruch mache, denn bleibt et nich bei nem bloßen Versuch!“ Es Westlalen un Die Jubelfeier der Handelskammer in Münster. Münster, 28. Nov. In dem festlich geschmückten ehrwürdigen alten Rathaussaal begann die Industrie= und Handelskammer Münster die Feier ihres 75jährigen Bestehens mit einem Festakt. Es nahm zunächst der Vorsitzende der Industrie= und Handelskammer, Generaldirektor Kleynmans, das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Er gab einen Rückblick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Handelskammerbezirkes in den letzten 75 Jahren und hob hervor, daß mit der wachsenden Intensität der Wirtschaft des Bezirkes, ihrer immer engeren Verpflichtung mit der Volks= und Weltwirtschaft auch die Fülle der von der Kammer zu erledigenden Sachangelegenheiten immer mehr angewachsen ware. gehr ühm gegen seine Verbrecherehre, daß er zwei Einbrüche unausgeführt gelassen haben soll. Die anderen Straftaten stehen heute nicht zur Debatte. Er hat nämlich den Pfarrer Maß in Hamm mit vorgehaltenem Revolver gezwungen, die Kollekte herauszugeben(etwa 8—10 Mark) und einen Scheck auf die Deutsche Bank über 500 Mk. auszustellen. Er hat ferner dem Gastwirt Bunse in Hagen mit vorgehaltenem Revolver die Tageskasse von etwa 49 Mark geraubt. Aber an den versuchten Einbrüchen will er nicht beteiligt sein. Die vollendeten gib er zu. Der Staatsanwalt beantragt Verwerfung der Berufung, er hält etwas für erwiesen, wofür durch die Beweisaufnahme auch nicht der Schatten eines Beweises erbracht wurde. Leiiglich auf Grund der Persönlichkeit des Angeklagten. Das Gcricht urteilt anders. Es spricht ihn von den beiden versuchten Einbrüchen frei und mindert die Gesamtstrafe von 12 Jahren Zuchthaus auf 11½. Die Begründung ist interessant: Der Angetlagte hat die beiden Einbrüche nur behauptet, um vor seinen Kumpels nur damit zu renommieren. Hat er doch dem Pfarrer Maß mit den Worten:„Ich bin der bekannte Massenmörder Viehoff“ imponieren und ihn einschüchtern wollen. Von der Berufung konnte sich der Angeklagte bei so enorm hohen Strafen keinen Vorteil versprechen. Das Gericht kam zu dem Schluß, daß er an den versuchten Einbrüchen tatsächlich nicht beteiligt gewesen sei. Mit eleganter Verbeugung verabschiedete sich der gefesselte Schwerverbrecher. 4. Rheinland. Realwerte nur in Höhe von 50—60000 Mark gegenüberstehen. Die Häuser sollen angeblich zum Teil so hoch beliehen sein, daß, falls es zu einem Konkurs kommt, aus ihnen ein Ueberschuß kaum erwartet werden dürfte. Es verlautet, daß, wenn dieser Fall eintreten sollte, in gut wie alles ausfallen würde und dadurch eine große Anzahl von selbständigen Handwerkern in ihrer Existenz zweifellos aufs schwerste bedroht wurde. Der Geschäftsführer der Gesellschaft soll in Berlin zwecks Sanierung Rücksprache mit dem Wohlfahrtsminister genommen haben. Es bestehe angeblich Aussicht, eine Sanierung dadurch zuu erreichen, daß die Westfälische weimnatte die Gesellschaft übernimmt. Mittlerweile sind aber wieder einige Wochen vergangen, so daß man in dieser Hin40 Polarhunde im Jeppelin. Die Versicherung des Luftschiffes noch nicht durchgeführt. Sobald das Luftschiff endgültig für die Polarfahrt versichert ist, wird die Werft in Friedrichshafen sofort mit dem Einbau der notwendigen Instrumente beginnen. Es ist geplant, allein 40 Polarhunde mitzunehmen, für die im Luftschiff Hütten einzubauen sind. # Schwere Bluttat beim Viehkauf. In Brekendorf(Kreis Eckernförde) war der Schlächter Jeß mit zwei Begleitern bei dem Landwirt Peters erschienen, um ein Kalb zu kaufen. Plötzlich stürzte sich Peters mit einer Axt auf Jeß ind versetzte ihm einen furchtbaren Schlag über den Kopf. Jeß brach zusammen und wurde in hoffnungslosem Zustande in das Schleswiger Krankenhaus befördert, wo er nach kurzer Zeit starb. Wie er zu der Tat gekommen ist, konnte noch nicht geklärt werden. Peters wurde verhaftet und nach Kiel gebracht. * Ein Millionenschmuggel in Wilna aufgedeckt. In Wilna wurde eine große Schmuggler= bande entdeckt, an deren Spitze einige Wilnaer Händler und der ehemalige Vizepräsident der Wilnaer Zolldirektion standen. Mehrere Beamte sind in die Angelegenheit verwickelt, und es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Der Gesamtschaden, den der polnische Staat durch die Tätigkeit der Bande erleidet, beläuft sich auf etwa 10 Millionen Zloty. * Die Unterschlagungen bei der Potsdamer Spar= kasse. Der Magistratsangestellte Herbert Ulm ist im Zusammenhang mit den Unterschlagungen bei der städtischen Girokasse in Potsdam verhaftet worden. Raubmord in der Schnitterkaserne. In der Ortschaft Siebenschloß bei Pyritz in Pommern wurde die 30jährige Ehefrau eines Vorschnitters, Elisabeth Gerecca, mit eingeschlagenem Schädel in einer Schnitterkaserne tot aufgefunden. Der Mörder hatte alle Behältnisse durchsucht und außer 500 Mark in barem Gelde ein Fahrrad und Kleidungsstücke geraubt. Im Verdacht der Täterschaft steht der 27 Jahre alte Melker Julius Busch, der aus Wolhynten stammt und seit der Tat verschwunden ist, * Haftbefehl gegen einen Schwedter Zahnarzt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Prenzlau ist von dem Amtsgericht Schwedt a. d. Oder gegen den Schwedter Zahnarzt Dr. Fritz Gutmann, der im Verdacht steht, seine Ehefrau ermordet zu haben, Haftbefehl erlassen worden. * 50 verletzte Fahrgäste. Folgenschwerer Zusammenstoß in Brooklyn. An einer Straßenkreuzung in Brooklyn stieß ein Lastauto mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Das Unglück wurde noch dadurch vergrößert, daß eine aus entgegengesetzter Richtung kommende Straßenbahn gleichfalls in den Wagen hineinfuhr. Unter den Passagieren der Straßenbahnen entstand eine furchbare Panik. 50 Personen wurden verletzt, ein Straßenbahnführer schwer. * Amerikas größtes Flugzeug vernichtet. Das größte, jemals in Amerika gebaute Flugzeug, der für 32 Passagiere berechnete Fokkereindecker„F. 32“ ist in der Nähe des Flugplatzes Rooseveltfield verunglückt und durch Brand vernichtet worden. Das Flugzeug rammte infolge nicht genügender Flughöhe ein Gebäude der in der Nähe des Flugplatzes liegenden Ortschaft Carleplace, stürzte zu Boden und ging in Flammen auf, wobei noch zwei Gebäude an der Unglücksstelle Feuer fingen und niederbrannten. Die Fluggäste konnten sich retten. Nur zwei erlitten Verletzungen, und zwar ein Mechaniker, der vor dem Absturz über Bord sprang, aber mit einem Beinbruch davonkam. Ein anderer kroch noch nach dem Unglück aus der brennenden Kabine. Seine Verletzungen sind unbedenklich. Das Flugzeug hatte den Flughafen Teterboro zu Probeflügen verlassen, über Rooseveltfield traten Motorstörungen ein, die das Unglück herbeiführten.„F. 32“ war für den transkontinentalen Passagierdienst gebaut.— In Westbury, Long=Island, stürzte ein von einem Flugschüler geführter Eindecker auf die Straße, nachdem er zuvor auf ein Hausdach gestürzt und abgeprallt war. Der Pilot wurde getötet. sicht recht skeptisch geworden ist. Dieser Tage hat eine Gläubigerversamt lung stattgefunden, bei der von 65 Gesellschaftern 56 erschienen waren und die sich auch mit einem vorgeschlagenen Moratorium von zwei bis drei Monaten einverstanden erklärte, um auf diese Weise eine Zwangsliquidation zu verhindern. * Die Ermordung eines Remscheider Kommunisten aufgeklärt? Remscheid, 28. Nov. Schon seit längerer Zeit beschäftigt sich das Untersuchungsamt vom Elberfelder Landgericht mit der Aufdeckung eines Fememordes, dem in den unruhigen KappPutsch=Tagen in Remscheid der bekannte Kommunist Hibbeln zum Opfer fiel. Er war damals Führer eines Rot=Front=Trupps, der aus dem Kampfgebiet in die entmilitarisierte Zone floh und in Remscheid landete. Eines Morgens wurde er schwerverletzt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht, wo er, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, starb. Jizwischen hat sich herausgestellt, daß der Verstorbene tatsächlich das Opfer von Fememördern geworden sein muß. Ein Zufall brachte Liht in das Dunkel der Angelegenheit. Es wurden in dieser Angelegenheit zwei Personen festgenommen, von denen einer bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt haben soll. Die Aburteilung der beiden Fememörder dürfte bereits in absehbarer Zeit stattfinden. Die Suche nach dem Düsseldorfer Mörder. Düsseldorf, 28. Nov. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei gehen unvermindert weiter. In einem Laufzettel an Pfandleiher, Trödler oder sonstige einschlägige Gewerbetreibende gibt die Mordkommission noch einmal eine Zusammenstellung der Gegenstände, die den fraglichen Opfern des Mörders abhanden gekommen sind und bisher noch nicht herbeigeschafft werden konnten. Es handelt sich im einzelnen um folgende Gegenstände: Bei dem Ueberfall auf Gertrud Schulte am 25. August(Pappelwäldchen), sind dieser folgende Sachen entwendet worden: Eine flache Handtasche aus dunkelblauem, safianähnlichem, gepreßtem Material mit Ueberschlagklappe, Druckknopfverschluß, gelb gefüttert. Inhalt: kleiner Spiegel, kleines Wildledergeldtäschchen; b) eine alte Nickeluhr, die früher an einer Kette, jetzt an einem Armband mit Klemmer getragen wurde.— Bei dem Mord an Ida Reuter in der Nacht zum 30. September sind abhanden gekommen: a) Eine rosa=seidene Schlupf. hose, b) eine Handtasche, die nicht näher beschrieben werden kann. Es handelt sich möglicherweise um ein braunes Köfferchen(30 mal 36 cm). 3. Bei dem Mord an Elisabeth Dörriet Nach ihm sprach der preußische Handelsminister Dr. Schreiber(siehe heutige Beilage). Der Rektor der Westfälischen WilhelmsUniversität ehrte den Generaldirektor Dr. Kleymans durch Uebergabe der Ehrenurkunde der Universität. Sodann hielt der Syndikus der Industrieund Handelskammer Dr. Jacobshagen seine Festrede, in der er ein anschauliches Bild von den Zuständen im Handelskammerbezirk zu Beginn und zu Ende der 75 Jahre entwarf und ausführlich die Entwicklung des Münsterlandes von einer Agrarprovinz zur Industrieprovinz schilderte. * Zahlungsschwierigkeiten der Westf. Bauindustrie G. m. b. Münster, 28. Nov. Schon seit einigen Tagen erhielt sich hartnäckig das Gerücht, daß die Wenfälische Bauindustrie G. mn. b. H. in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei. Wie die„Westfälische Landeszeitung“ aus sicherer Quelle erfährt, beruhen diese Gerüchte auf Wahrheit. Das Blatt ist in der Lage, folgende Einzelheiten zu melden. Die Westfälische Bauindustrie war ursprünglich ein Privatunternehmen, das vor einigen Jahren schon einmal in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Damals nahm der bisherige Inhaber eine ehr bekannte, im kommunalen Leben Münsters stehende Persönlichkeit in das Unternehmen auf, der es dann dank ihrer Beziehungen auch in bestem Maße gelang, das notwendige Kapital heranzubringen. Augenblicklich stehen noch ungefähr 50 Häuser mit 300 Wohnungen in der Verwaltung der nunmehrigen Gesellschaft. Die Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten drangen zum ersten Male in die Oeffentlichkeit, als die Gesellschaft an ihre Lieferanten mit dem Ersuchen herantrat, laufende Wechsel zu prolongieren, was die Lieferanten auch anstandslos taten in dem festen Glauben, daß ein Verlust nicht eintreten könne. Wie wir hören, soll die Schuldenlast auf 400000 Mark angewachsen sein, der Der Gladbecker Lohngeldraub. Hutmacher vor dem Richter. Gladbeck, 28. Nov. Der Gladbecker Lohngeldraub hatte noch ein gerichtliches Nachspiel. Es war der Raubkolonnenführer Franz Hutmacher, im Gladbecker Lohngeldraub der Organisator, der jetzt auf der Anklagebank saß. Neben dem Hauptangeklagten Hutmacher saß auch noch der Kellner Willy Steeger, der als Geschäftsleiter in dem Hutmacherschen Gasthausunternehmen in Rotterdam fungierte. Nachdem die Anklage verlesen ist, schildert Hutmacher, wie er seinerzeit, als er für eine Lebensversicherung Aufnahmen hätte machen wollen, auch nach Zeche Matthias Stinnes gekommen sei, wo ihn zwei Beamte der Zeche auf die Gelegenheit aufmerksam gemacht hätten, durch einen Lohngeldraub viel Geld zu verdienen. Die Beamten hätten ihm alle in Betracht kommenden Räumlichkeiten gezeigt und hätten ihm das alles schön geschildert, daß er sich entschlossen habe, die Sache zu machen. Hutmacher gibt dann eine Schilderung, wie der Raub ausgeführt wurde, wie er mit seinen Komplizen durch einen wenig bekannten Nebenausgang des Zechenplatzes entwischte und wie auf einer Wiese, noch in der Dunkelheit, der Raub verteilt wurde. Ueber die Höhe des für Hutmacher abgefallenen Anteils an dem Raube bestehen zwischen der Staatsanwaltschaft und Hutmacher einige Differenzen. Das eine aber steht fest, daß Hutmacher auf das Geschäft in Rotterdam 15000 Mark angezahlt hat, daß auch für mehrere 1000 Mark Anschaffungen gemacht wurden, und daß Hutmacher noch 9000 Mark auf der Bank hatte, als ihm in Holland der Boden zu heiß wurde und er von dort flüchten mußte. Er mußte aus Holland hinaus und verduftete nach Driburg, wo er im September verhaftet wurde. Diese Verhaftung schildert der Zeuge Kriminalsommissar Vogt aus Gladbeck, der Hutmacher in einer Driburger Pension beim Mittagessen überraschte. Hutmacher trug bei seiner Verhaftung eine entsicherte Pistole in der Tasche, kam aber nicht zum Schuß, da die Beamten schneller waren. Antrag des Staatsanwalts wird dann noch ein Urteil aus einer Kölner Strafsache gegen Hutmacher verlesen, aus dem hervorgeht, daß Hutmacher, als er sich mit seinen Komplizen entdeckt sah, auf seine Verfolger auch wirklich geschossen hat. Man hat zwar damals keine Waffe bei ihm gefunden, wohl aber einen Rahmen mit Patronen. Deshalb meint Hutmacher heute, er müsse die Waffe dann wohl verschluckt haben, wenn er damals wirklich geschossen habe. Der Angeklagte Steeger stellte seine Beteiligung an der Reise nach Rotterdam so dar, als ob er nur mitgefahren sei, um bei Hurmacher als Kellner in Rotterdam Arbeit zu bekommen. Geld habe er von Hutmacher überhaupt nicht bekommen, sondern nur etwas Ausstattung und Verpflegung. Der Vorsitzende hält Steeger vor, daß Hutmacher behauptet habe, die Waffe, die in Driburg bei ihnen gefunden wurde, rühre von Steeger her. Darauf Steeger: „Der hat viel behauptet.“ Die Vernehmung der Zechenbeamten ergibt nicht viel Neues. Der Staatsanwalt beantragt gegen Hutmacher die Höchststrase von 15 Jahren Zuchthaus, gegen Steeger. der ebenfalls bereits 10mal vorbestraft ist, eine Zuchthausstrafe Lo# zwei Jahren und 10 Jahre Polizeiaussicht, wie bei Hutmacher. Wegen unbefugten Waffenbesitzes beantragt der Staatsanwalt dann noch gegen Hutmacher 2 Jahre Gesängnis. Nach der umfangreichen Zeugenvernehmung wird die Verhandlung auf Donnerstag vertagt. in der Nacht zum 12. Oktober sind entwendet worden: a) Ein dunkler Damenmantel, am Kragen und an den Aermeln mit grauem Pelz oder Plüsch besetzt, kein Futter, links seitlich mit einem Knopf zu schließen. Mantel ist mehrerJahre alt, b) ein blauer Strohhut mit Bank und Schleife, c) eine Damenhandtasche(angeblich Besuchstäschchen) in Größe von etwa 15 mal 7 cm. Die Feststellung des Verbleibes der hier erwähnten Objekte könnte unter Umständen überraschend schnell zur Aufklärung der Verbrechen führen * Stillegung des Frankfurter Hotelgewerbes? Frankfurt, 28. Nov. Eine Vollversammlung des Vereins der Frankfurter Hotelund verwandter Betriebe hat einstimmig beschlossen, sämtliche Angestellten der dem Verein angeschlossenen Betriebe am 30. Nov. zu dem nächst zulässigen Termin mit dem Ziel der Stillegung der Betriebe zu kündigen. In der Begründung dieses Beschlusses wird gesagt, daß der im Lohnkampf mit den Arbeitnehmern des Hotel= und Gaststättengewerbes vom Schlichtungsausschuß ergangene Schiedsspruch für die Betriebe untragbar sei. Mie wird das Wetter morgen? X Wetterbericht der Wetterwarte in Esser Neue Ausläufer des östlichen Tiefdruckgebiets sind nach Westdeutschland vorgedrungen, unter deren Einfluß hier wieder neue Trübung und Regenfälle eingetreten sind. In Ostdeutschland war es noch trocken und teilweise heiter. Die Morgentemveraturen lagen zwischen 1 und 7 Grad. Wetteraussichten bis Samstag. Fortgesetzt veränderlich, zeitweise Regen und mild. Weinet nicht an meinem Grabe, Gönnet mir die ew’ge Ruh, Denkt, was ich gelitten habe. Eh' ich schloss die Augen zu. Statt besonderer Anzeige! Dienstag nachmittag 3 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater. Sohn, Schwiegersohn, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter, der Rentner Karl Boss im Alter von 43 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Paula Boß. geb. Mösta und Kinder. Dortmund(Märkischestr. 203), Hörde und Derne, den 28. November 1929.(8882 Die Beerdigung findet Preitag nachmittag 4 Uhr vom Josephshospital aus statt.— Trauerfeier ½ Stunde vorher. 8853 Ihre Vermählung geben bekannt: Farmbesitzer Bernhard Nleier Käthe Neier geb. Horngak. Winnipeg(Canada) im November 1929. Inmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Für die anläßlich unserer Goldenen= Hochzeit uns zugegangenen Geschenke und Aufmerksamkeiten sagen wir allen unsern herzlichsten Dank. = Familie Eduard Walkenhorst. Dortmund-Hörde, den 28. Novbr. 1929.= Si Familiendrucksachen liefert schnell und sauber May& Comp. in Hörde. 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Mit besonderer Auffälligkeit setzen sich jetzt die Berliner demokratischen Blätter für eine solche Aktion ein. Dabei wird Stimmung gemacht für einen„Rat der Wirtschaft“, der diese Angelegenheit in die Hand nehmen soll und in dem alle Kreise der deutschen Wirtschaft vertreten sein müßten. Mit besonderer Schärfe wenden sich diese Kreise gegen die Pulitit des Finanzministeriums, vorläufig die Pläne der künftigen Finanzreform im Schubkasten ruhen zu lassen. Gefordert wird die Herausarbeitung von Leitmotiven für eine durchgreifende Finanzreform, um einen Ein luß auf die öffentliche Meinung zu gewinnen. Dabei wird insbesondere betont, daß alle Zweige der Wirtschaft ein gleichmäßiges Interesse an einer solchen durchgreifenden Regelung hätten. In Berliner politischen Kreisen ist man geneigt, diese Aktion wiederum als einen Beweis dafür anzusehen, wie dringend erforderlich es ist. die Frage der Finanzreform über die unzulängliche Behandlung durch die interfraktionellen Ausschüsse der Fraktionen hinaus zu heben. Gleichzeitig aber wird betont, daß der Gedanke der Finanzreform solange in der Luft schweben bleiben muß, als nicht gleichzeitig das Problem der Reichsreform energisch in Angriff genommen wird, über das bekanntlich der Meinungskampf in diesen Tagen durch die Stellungnahme der Bayerischen Volkspartei besonders scharf entbrannt ist. Staatskrisen. Die Notiage der Kriegsbeschädigten. Forderungen des Kyffhäuserbundes. Der Gesamtvorstand des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes„Kyffhäuser“ hat sich in einer Sitzung in erlin am 23. und 24. November eingehend mit der Lage der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, insbesondere mit den Sparmaßnahmen der Reichsregierung auf dem Gebiete der Versorgung, befaßt. Allgemein wurde es bitter empfunden, daß es nicht verhindert werden konnte, daß die ungünstige Lage der Reichsfinanzen sich gerade an den Kriegsopfern so empfindlich habe auswirken müssen. Ganz besonders schwer hätten sich die Sparmaßnahmen auf dem Gebiete der Kapitalabfindungen ausgewirkt, die ein wesentlicher Bestandteil der dringend notwendigen Wohnungsfürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebenen seien. Der Gesamtvorstand hielt es deshalb für dringlich geboten, daß unter Aufhebung der Sparerlasse durck beschleunigte Vorlage eines Nachtragsetats, mit dem nicht erst bis zur Vorlage des Hauptetats gewartet werden dürfe, die bereits zu beklagen seien, und do; der Hauptetat des nächsten Jahres ausreichende Mittel zur sicheren Fortführung der Maßnahmen zur Verbesserung des Loses der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen in Rahmen einer ordnungsmäßigen Wirtschaft wieder enthalte. Um den Ladenschluß am 24. Dezember. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat einen Gesetzentwurf eingebracht, wonach offene Verkaufsstellen am 24. Dezember nur in der Zeit von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags für den Geschäftsverkehr geöffnet sein dürfen. Diese Regelung soll auch für Verkaufsstellen gelten, in denen keine Arbeitnehmer beschäftigt werden. Die Regelung soll bereits für den diesjährigen Heiligabend in Kraft treten. Im Osten Europas gährt es mal wieder gewaltig. Die Tschechoslowakei, die vor Jahren den Versuch gemacht hatte, die Festigung ihres Staatswesen durch die Hineinnahme von Vertretern der deutschen Minderheit in die Regierung nach außen hin zu erweisen, ist wieder dazu übergegangen, eine rein tschechisch=nationale Regierung zu bilden. Es war der Fehler der früheren deutschen Regierungsparteien, des Landbundes und der Christlich=sozialen, daß sie beim Eintritt in die Regierung nicht dafür sornten, gewisse Mindestforderungen auf nationalpolitischem Gebiet von den tschechischen Regiejungsparteien anerkennen zu lassen. Die Folge war, daß die tschechische Verwaltung wohl in einzelnen Fällen Milderungen eintreten ließ, im Großen und Ganzen aber die alte Politik der Unterdrückung des Deutschtums auf kultutellem und wirtschaftlichem Gebiet fortsetzte. Diesmal wurden die wochenlang andauernden Regierungsbildungsverhandlungen auch mit den deutschen Sozialdemokraten geführt, die von vornherein erklärt hatten, sie vürden nur in die Regierung eintreten, wenn die Erfüllung der nationalpolitischen deutschen Forderungen zugesichert würde. Dies ist von den tschechischen Mehrheitsparteien abgelehnt worden. Man erinnert sich noch, daß der Außenminister Dr. Benesch vor den Wahlen erklärt hatte, es müsse nunmehr ein grundsätzlicher Ausgleich mit der deutschen Minderheit gefunden werden. Richts davon ist in Erfüllung gegangen. Es hat sich offenbar um eine ganz plumpe Wahlmache gehandelt, und das Alttschechentum ist heute weniger denn je gewillt, die berechtigten Forderungen des Deutschtums zu erfüllen. Für den Augenblick mag das noch keine weiterreichenden Folgen haben. Es ist aber zu erwarten, daß die deutschen Parteien nunmehr in die Opposition gehen und den gegenwärtigen Kurs in Prag bekämpfen werden. Nimmt man hinzu, daß auch die Slowaken sich in scharsem Gegensatz zu den Tschechen befinden, dann kann man ermessen, in welche gefährliche Lage dieses Staatswesen alsbald wieder geraten muß. Man darf nicht vergessen, daß die Tschechen als„Staatsvolk“ höchstens die Hälfte der Bewohner dieses nach dern Weltkriege geschaffenen Staatswesens ausmachen. Schärfer zugespitzt hat sich die Staatskrise bereits in Polen. Das polnische Parlament, das aufgrund der Verfassung jetzt endlich einmal einberufen werden mußte, ist arbeitsunfähig, weil der Regierungsblock aus eingener Kraft nicht in der Lage ist, sich gegenüber der Opposition aus der Rechten und der Linken durchzusetzen. Die polnische Regierung, d. h. Marschall Pilsudski will eine Verfassungsreform in der Richtung durchführen, daß die Rechte des Parlamentes wesendlich eingeschränkt werden Es soll also das parlamentarische System mit dem Grundsatz der Ministerverantwortlichkeit in Polen abgeschafft werden. Taktisch gedenkt die Regierung offenbar so vorzugehen, daß sie das Parlament auflöst und die neue Verfassung oktroviert. Der polnische Ministerpräsident Switalski hat bei seiner Kampfansage gegen die Opposition insbesondere auch die Minderheiten scharf angegriffen. Seit langem gehr man in Polen mit dem Gedanken um. das Wahlrecht dahin zu ändern, daß die Minderheiten eine schwächere Vertretung im Parlament haben. Gegenwärtig nehmen sie etwa ein Fünftel der gesamten Parlamentssitze ein, was übrigens ihrer Volkszahl nicht entfernt entspricht. Wenn es nach dem Willen der polnischen Chauninisten geht, dann würde ihnen ihr politischer Einfluß also noch mehr verkürzt werden. Die polnische Rechtsopposition macht der Regierung übrigens insofern Schwierigkeiten, als sie scharf Stellung nimmt gegen die Verträge mit Deutschland, bei denen angeblich volnische Interessen verletzt worden sind. Falls sich Pilsudski entschließen sellte, auf gewaltsamem Wege seine Pläne durchzuführen, dann würde Polen vor inneren Erschütternugen stehen, deren Ausgang noch nicht abzusehen ist. Reichsaussicht über die Reichsbahn. Reichsbahn und Youngplan.— Auswirkung der Haager Beschlüsse.— Die gesetzliche Neuregelung. Der Gesetzentwurf über die Neuregelung der Stellung der Reichsbahn ist, gegen den Willen der zuständigen Stellen, in der Oeffentlichkeit bekanntgeworden. Es wird von Regierungsseite erklärt, daß nur ein Teil der Bestimmungen, insbesondere die über die Regelung der Stellung der Beamten, sich mit dem endgültigen Gesetzentwurf decke, die anderen jedoch zum Teil bereits durch Neugestaltung des Entwurfs überholt seien. Es ist aber wohl anzunehmen, daß in großen Zügen der bekanntgewordene Plan doch richtig ist. Die Verhandlungen, die im Anschluß an die Bestimmungen des Youngplanes über die Neuregelung der Stellung der Reichsbahn in Paris stattgefunden haben, sind in ihrem Ergebnis von der Reichsregierung zu einem Gesetzentwurf über die Neuregelung der Stellung der Reichsbahn verarbeitet worden. Man befürchtete auf Grund der Haager Beschlüsse, daß auch nach der Befreiung der Reichsbahn von der direkten Reparationsbelastung die Kontrolle des Reiches über die Verkehrspolitik, die Tarifhoheit, die dem Reich durch den Dawesplan entzogen war, nicht wiederhergestellt werden würde. Die Neukonstruktion soll nun aber, nach dem vorliegenden Gesetzentwurf zu urteilen, doch so erfolgen, daß bei gleichzeitiger Beibehaltung der privatwirtschaftlichen Stellung des Unternehmens der Reichseinfluß in ausreichendem Maße wiederhergestellt wird. In Zukunft wird der Einfluß des Reiches auf die Tarifpolitik dadurch erheblich gestärkt werden, daß der Reichsverkehrsminister ein weitgehendes Aufsichtsrecht erhält, daß Tarifänderungen von seiner Genehmigung — letzte Entscheidung steht dem Tarifschiedsgericht zu, das an Stelle des bisherigen Reichsbahngerichts tritt— abhängig sind, daß die Reichsregierung sämtliche 18 Mitglieder des Verwaltungsrates, in dem nach den Bestimmungen des Dawesplanes bisher die ausländischen Vertreter einen entscheidenden Einfluß hatten, ernennt. Eine weitere wichtige und heiß umstrittene Frage war es ferner, ob die Beamten der Reichsbahn unter die entsprechenden Bestimmungen des Reichsbeamtengesetzes fallen und ob und inwieweit die reichsgesetzlichen Regelungen sozialer Art auch auf die Reichsbahnbediensteten Anwendung fänden. Das heißt also, ob und inwieweit man die durch die Gesetzgebung auf Grund des Dawesplanes aus der deutschen Reichsgesetzgebung herausgelöste Rechtsstellung der Reichsbahn wiederherstellen würde. Die Entscheidung ist nun dahin gefallen, daß die Rechte der Beamten und Angestellten sich nach der allgemeinen Reichsgesetzgebung in diesen Fragen zu richten haben Damit sind die Wünsche und Forderungen der Reichsbahnbeamten und Angestellten im wesentlichen erfüllt. Abgewiesen wurde allerdings das Verlangen der Angestellten und Arbeiter, daß die allgemeine lohntarifliche Regelung auch für die Reichsbahn Geltung erhalten sollte. Es handelt sich hierbei darum, daß die Reichsbahn demgegenüber den Standpunkt vertrat, daß eine derartige Regelung mit den Dienstnotwendigkeiten eines Verkehrsunternehmens wie die Reichsbahn nicht vereinbar sei, und daß die Erfüllung der Forderung für die Gegenwart eine fährliche Mehrausgave an Löhnen und Gehältern von 300 Millionen Mark bedeuten würde. Dieser Forderung ist daher in dem Gesetzentwurf nicht Rechnung getragen worden. Sie wird als Streitpunkt wohl bei den parlamentarischen Verhandlungen über das neue Reichsbahngesetz noch eine Rolle spielen. Der Gesetzentwurf formuliert weiterhin die Haager Beschlüsse, denen zufolge durch den Youngplan die Reichsbahn von der jährlichen Reparationssonderbelastung befreit wird bis auf eine Summe von 660 Millionen Mark, d. h. also bis auf einen Betrag in Höhe der ungeschützten Annuität der auch weiterhin 37 Jahre lang unter Garantie des Reiches jährlich von der Reichsbahn für die Youngzahlungen zur Verfügung gestellt werden muß. Es ent fällt also einmal für das Unternehmen die Verpflichtung, jährlich einen Betrag von 100 Millionen Mark bis zur Erreichung einer Summe von 500 Millionen Mark für einen besonderen Reservefonds, also als totes Kavital. anzuhäufen. Der bisher angesammelte Betrag wird dadurch für die Verwendung frei. Es entfällt ferner der Zwang, daß die Reichsbahn jährlich 290 Millionen Mark an Verkehrssteuer aufbringen mußte, wofür das Reich den Reparationsgläubigern bürgte. Die Auswirkungen dieser Entlastung sind für die weitere tarifpolitische Gestaltung bei der Reichsbahn insofern von außerordentlicher Bedeutung, als an den sich in Zukunft möglich sein wird, daß das Reich evtl. die Verkehrssteuer der Reichsbahn als untragbar für das Unternehmen, und das öffentliche Interesse schädigend, erweisen sollte, herabsetzen kann. Es ist zu erwarten, daß bereits bei den schwebenden Verhandlungen zwischen Reich und Reichsbahn, die bekanntlich seit längerer Zeit eine neue Tariferhöbung als Ausgleich für Mehrbelastungen fordert, eine Lösung auf der neuen Grundlage gesucht werden wird. Den Gesamteindruck über den vorliegenden Gesetzentwurf, dessen Bestimmungen im wesentlichen doch wohl zutreffen dürsten, kann man wohl dahin formulieren, daß die geplante Neuregelung in ihren Auswirkungen der deutschen Wirtschaft in ihrer Gesamtheit, der Reichsbahn als Unternehmen, sowie ihren Beamten. Angestellten und Arbeitern von Vorteil sein wird, daß jedenfalls gegenüber den Verhältnissen, die sich in Auswirkung der Gesetzgebung über die Reichsbahn auf Grund der Bestimmungen des Dawesplanes ergeven, eine fühlbare Erleichterung eintreten wird. * Tagung des Verwaltungsrats der Reichsbahngesellschaft. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat in Berlin eine Tagung gehabt, über die folgendes Communiqué ausgegeben wird: Im Vordergrund der Beratungen stehe die finanzielle Lage der Wirtschaft. Die Jahreseinnahmen bis Ende Oktober deckten die Ausgaben nur, nachdem diese in einem auf die Dauer nicht erträglichen Maße gedros#elt worden sind. Die Verkehrsentwicklung läßt auch für den Rest des Jahres ein besseres Ergebnis nicht erwarten. Die fortbestehende Unmöglichkeit der Aufnahme neuen Kapitals hindert weiter die dringend nötige Verbesserung der Anlagen zur Anpassung an die Erfordernisse der Wirtschaft und zur Erhöhung der Sicherheit. Eine durchgreifende Besserung der Finanzlage der Reichsbahn, sei es durch eine Minderung der auf ihr liegenden Lasten oder durch Tariferhöhung, bleibt also nach wie vor erforderlich. Unter diesen Verhältnissen war es der Hauptverwaltung nicht möglich, dem Verwaltungsrat einen Voranschlag für das ganze kommende Jahr vorzulegen, der ohne Fehlbetrag abschließt. Die Beratungen mußten sich deshalb auf ein vorläufiges Finanznotprogramm für die nächsten Monate beschränken. Die Verhandlungen der Gesellschaft mit der Reichsregierung über die Finanzfragen nehmen ihren Fortgang. Willst du immer weiter schweifen! Sich, das Gute liegt so nah! 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Rubinst in meinte, daß Oratorien auf der Bühne im Ausstattungsprunk mit voller Darstllungskraft packender und wahrer wirken müßten. Zwei Jahrzehnte opferte er der Verwirklichung einer hieraus sich entwickelnden Idee, entsagte sogar um ihretwillen seiner von Weltruhm gekrönten Laufbahn als Klavierkunstler. Die hohe Meinung Rubinsteins von seinen heistlichen Opern erweckte in ihm den Wunsch nach einem eigenen Kunstbau in der Art des Bayreuther Festspielhauses. Und er hatte die Genugtuung, daß sich in Dresden ein Ausschuß zur Errichtung eines solchen Festspielhauses bildete, der indes wegen der unerwartet hohen Kosten sein Ziel in unabsehbarer Ferne sah. Da erklärte sich Dr. Th. Löwe bereit, in dem von ihm gel.iteten Breslauer Stadttheater sämtgeistlichen Opern Rubinsteins aufzuführen. Zur selben Zeit planten in Bremen Aehnliches dortige Rubinstein=Verehrer unter Führung Professors„Heinrich Bulthaupt, des Textdich ers des„Christus". Vrhandlungen zuischn Breslau und Bremen führten zu dem Beschluß, die ersten Theateraufführungen des„Christus“ in Bremen unter Dr. Löwes Oberleitung zu veranstalten. Während dieser Vor er itungen legte am 20. November 1894 der Tod seine Hand auf die Stirn Rubinsteins. Das war für das Vorhaben ein schwerer Schlag. Bremen aber hielt dem Toten, was es dem Lebenden versprochen hatte. Die Begeisterung in Bremen während der zehn mit großem Gepräge in Szene gesetzten 4½ stündigen Aifführungen des„ h istus“ war groß. Toch dramatische Wirkung wird nicht durch Dekorationen geschaffen. Da dem Werke mulilalisch wie dichterisch echtes drama isches Leben fehlte, war der Bremer Theatererfolg in erster Linie durch die glanzvolle Bühneneinrichtung erzielt. Auf dem Gebiete der Oper hat Rubinstein überhaupt kein Lorbeer geblüht. Wenn er trotz der Fruchtbarkeit seiner Phantasie, die eine kunstgerechte Schulung des Verstandes das Gleihgewicht gab, es nicht erreichte, daß seine Opern auch nicht die weltlichen,„Feramors",„Der Dämon“,„Nero“ u. a., dauernd sich durchsetzten, so lag das an seinem dramatischen Unvermögen. Als Opernkomponist pflegte er frisch, viel versprechend, oft mit genialer Erfindungskunst einsetzen, um dann stufenweise abzufallen. Die erste Begeisterung war bald verrauscht, dem Tondichter die Lust und die Selbstkri'i! geschwunden. Nur zwei orientalisch farbenprächtige Klavierkonzerte von rhythmischer Sinnfülle und ein paar Lieder von ihm haben sich erhalten. Als Klavierspirler dagegen sah die Welt seit Franz Liszt nicht mehr seinesgleichen. Ganz Europa nannte ihn den Größten, ob der nie wieder err ichten Tiese und Fülle überwall nder Seelenbewegung. Als ganz groß gearteter Vollblutkünstler war peinlich notentreue Sorgsalt nicht seine Sache. Musiker und Laien aber riß er hin durch die Gewalt seiner leidenschaftsgroßen Persönlichkeit. In seinem Beethoven ähnlichen Alußeren ein Mann der wuchligen Kraft, befähigt ihn der Reichtum seines Herzens auch zum Nachfühlen und Ausprägen schleierzarter Scelenstimmungen, zu glei erschöpfendem Erfassen mit tristallklarem Feinschliff von Wrien der Klassiker wie der Romanti er und der Salonkomponiten. Voll nds bezaub rte die Weichh it seines singenden A.ags. Anton Rubinstein kam in einem bessarabischen Torfe zur Welt. Als er sechs Jahre alt war, zogen seine Eltern nach Moskau. Schon als Sechsjähriger konzertrierte Anton in Petersburg, als Elsjähriger in Paris. Nach einer Konzertreise durch den Nordwesten Europas wurde er als Fünfzehnjähriger ein Schüler des Kontrapunktisten Tehn in Berlin. Nach dem frühen Tode des Vaters mußte sich drachtzehnjährige einstige Wunderknabe in Win als kleiner Klavierlehrer mühs lig durchschlagen. Enttäuscht ging er nach Petersburg. Tort erlangte er die Gunst einer Großfürstin. Sie stellte ihm die Mittel zu ei er vierjährigen Konzer rie durch Europa zur Versügung, auf der er Ruhm und Reichtum erntete. Er wurde Hospianist, dann Hofrapellmeister in Petersburg. Zur Belebung der russischen Mu ik begründete und l itete er in Petersburg eine Must gesellschaft, di sth,“ terlich“ nennen durfte, und dann das aus ihr hervorgehine Konservato ium. Ja re an#e weilere Konzertreisen verschafften ihm auch Triumphe in Amerika. Er hatte dann seinen Wohnsitz in Wien, ein paar Jahre in Dresden, darauf wieder in Petersburg. Nur wenige Monate pflegte er in seiner Villa zu Peterhof zuzubringen. Dort, im Kreise der Seinen, ereilte den mit dem erblichen russischen Adel und dem pr.usischen Orden pour le mérite ausgezeichneten Fünfundsechzigjährigen der Tod. Er war ein Mensch von hoher Geistigkeit und beispielhafter Umgangsfähigkeit, der Abgott vieler schöner Frauen, fast ebenso lei enschaftlich als Karten= wie als Klavierspieler. Seine Freigebigkeit kannte keine Grenzen. Rubinstein nannte die Musik eine aristokratische Kunst. In der Musikge' sihte lebt er als Klavierkünstler von höchster Aristolratte. Lustmordprozeß in Wien. Ein Wäschefabrikant mordet ein junges Mädchen.— Größtes Interesse der Wiener Oeffentlichkeit. Unter großem Andrang des Publikums und den äußeren Zeichen eines Sensationspro= zesses begann vor dem Wiener Schwurgericht ein für mehrere Tage anberaumter Lustmordprozeß. Angeklagt ist der 38jährige Wäschefabrikant Richard Singer wegen Verbrechens des Meuchelmordes, Einschränkung der persönlichen Freiheit und der Erpressung. Die Anklage führt aus, daß Singer die 18jährige Selma Matyas am 10. März abends auf der Straße angesprochen hat und ihr eine Stelle als Verkäuferin in seinem Wäschegeschäft angeboten hat. Er lud sie zur Besichtigung der Betriebsstätte in seine Wohnung im ersten Bezirk ein, wohin das Mädchen auch mitging. Was sich von dieser Stunde bis gegen Mitternacht abgespielt hat, läßt sich nicht einwandfrei feststellen. Sicher ist, daß sich das Mädchen weigerte, sich Singer herzugeben und daß sie von Singer mit Gewalt zurückgehalten und nach erbittertem Kampf mit einem Küchenmesser am Hals verletzt und dann mit einer Schnur an Händen und Füßen gefesselt worden ist. Um das Hilferufen des Mädchens verstummen zu machen, versuchte Singer vergeblich, ihr einen Knebel in den Mund zu stecken und setzte ihr abermals das Messer an die Brust. Nach neuen Erpressungen und Drohungen schloß er die Kammertür, die von innen nicht zu öffnen war, zu, und holte sich in einem Kaffeehaus Zigaretten. Er legte sich dann zu Bett und rauchte Zigaretten und ging gegen 2 Uhr früh wieder in das Kaffeehaus. Als er zurückkam, warf er dem Mädchen ein Tuch zum Schutz gegen die Kälte um. 6 Uhr morgens ging er dann zum dritten Male in das Kaffeehaus. Als er nach zwei Stunden in die Wohnung zurückkehrte, wurde er von der Hausbesorgerin, die die herzzerreißenden Hilferufe des Mädchens gehört hatte, zur Rede gestellt. Er erklärte aber, in seiner Wohnung befinde sich niemand. Als ihm die Hausbesorgerin mit der Polizei drohte, stürzte er in seine Wohnung, riß das Mädchen aus der Kammer und schnitt ihr von rückwärts die Kehle durch. Das Mädchen sank, zu Tode getroffen, zu Boden. Singer reinigte sich von Blut, kleidete sich an und verließ die Wohnung. Als die Polizei auf die Verständigung hin erschien, fand sie das Mädchen, am ganzen Körper mit Blut bedeckt, in der Kammer liegend. Den Polizeibeamten streckte das Mädchen flehend die Hände entgegen uno, zum Sprechen unfähig, schrieb sie auf einen gereichten Zettel die Worte: „Ich wurde gelockt, mir ist die Kehle durchschnitten worden." Das Mädchen wurde ins Krankenhaus gebracht, doch konnte eine Operation ihr Leben nur um einige Tage verlängern. Vor ihrem Tode hat sie noch einige kurze Mitteilungen über die Ereignisse in der Schreckensnacht gemacht. Singer stellte sich bald nach der Tat der Polizei. In der Voruntersuchung gab er Einkerkerung und Fesselung zu, leugnete aber die Erpressung und behauptete, sich an die Vorgänge nicht mehr erinnern zu können. Singer übte im Hause seiner Mutter ein wahres Schreckensregiment. Bis zu ihrem Tode hat sie unter ständigen Erpressungen ihres Sohnes zu leiden gehabt. Er führte ein Schmiarotzerleben auf Kosten seiner Mutter, seines Bruders und der Frauen, die sich mit ihm einließen und ihm die Mittel gaben. Bis 1918 war er verheiratet, ließ sich später von Lebensgefährtinnen haushalten und heiratete 1928 zum zweiten Male. Seine zweite Frau gab aber schon nach drei Monaten die unerträs“' e Lebensgemeinschaft auf. Für den Prozeß macht sich großes Interesse der Oeffentlichkeit bemerkbar, da in den letzten20 Jahren vor den Wiener Geschworenen kein Lustmörder abgeurteilt wurde. Wirtschalt und Randel. Nach 11 Jahren erwacht. Merkwürdige Geschichte eines apulischen Bauern. Gedächtnisschwund als Folge von Kriegserlebnissen scheint in Italien eine besonders häufige Erscheinung zu sein. Der berühmte „Unbekannte von Collegno“, um den sich zwei Familien seit jetzt vier Jahren durch alle Instanzen streiten(was ihn nicht gehindert hat zu heiraten und Vater eines Kindes zu werden, dem die Behörden aber den Namen verweigern), ist keineswegs vereinzelt geblieben; vor kurzem erst wurde bei Florenz ein ganz ähnlicher Fall gemeldet. Jetzt ist in Apulien ein weiterer bekannt geworden, weniger kompliziert, aber dafür um so rührender. Nach einem heftigen Kampftag des letzten Kriegsjahres fand man einen Soldaten in offenbar geistesgestörtem Zustand ohne Waffenrock, ohne Erkennungsmarke oder sonstige Papiere, der auf keine Frage eine verständige Antwort geben konnte; der einzige Anhaltspunk: war sein offenkundig apulischer Dialekt und so lieferte man ihn aus den Etappenlazaretten an die Irrenanstalt Nocera ab. Später brachte man ihn als unheilbar in eine ähnliche Anstalt nach Trani, wo er jahrelang vergeblich behandelt wurde; vor einigen Wochen indessen berichteten die Wärter, der Unbekannte habe wiederholt gesagt, er heiße Pasquale Bovio und stamme aus Barletta bei Bart. Nachforschungen ergaben, daß ein Mann dieses Namens tatsächlich im Kriege als verheirateter Reservist beim 30. Regiment gestanden hatte, aber im Jahr 1918 auf die Totenliste gesetzt worden war, da Kameraden gesehen haben wollten, wie er im Trommelfeuer fiel. Die Stelle, wo man den Unbekannten gefunden hatte, war außerdem sehr weit entfernt von dem Abschnitt des Regiments. Es fand sich, daß von Pasquale Bovio nicht nur die Frau und mehrere inzwischen herangewachsene Kinder, sondern auch Geschwister und sogar noch die alten Eltern leben, die alle über das Wiederauftauchen des längst Totgeglaubten höchst überrascht waren; ein Bruder wurde zunächst zu ihm in die Anstalt gerufen und mit; größter Vorsicht ein Gespräch in Gang gebracht. Anfangs schien das Wiedersehen gar keine Bewegung in dem Unglücklichen auszulösen; er schüttelte den Kopf und wanderte im Zimmer auf und ab, ohne den in Tränen gebadeten Bruder überhaupt zu beachten. Dann aber besann er sich plötzlich anders und begrüßte ihn stürmisch, um gleich darauf wieder in die gewohnte Lethargie zu verfallen. Man fing darauf einige Tage später an, ihn nach seiner Frau zu fragen, von der er bis dahin nie gesprochen hatte; auch da schüttelte er anfangs den Kopf. Auf einmal sagte er aber:„Ja, ja, Addolorata; natürlich besinne ich mich auf sie. Sie war ja so gut und mir immer so nah! Sie ruft nach mir; sie will mich!“— Auf die Frage nach den Kindern aber sagte er nur: „Die sehe ich nicht mehr. Die sind weit weit fort ....“ und fing an, wieder heftig zu weinen. Es ist noch nicht sicher, ob man es auf ein Wiedersehen mit d. Frau ankommen lassen wird, die sich anscheinend vollkommen mit dem Tode ihres Mannes abgefunden hatte; um so meyr als der Zustand des Unglücklichen doch sein we.teres Verbleiben in der Anstalt notwendig macht. — Unschuldig zu Zuchtwaus verurteilt. Wie aus Washington gemeldet wird, verlangte der Senator von Minnesota, Schall, die Freilassung des kalifomischen Arbeiterführers Tom Mooney, der seit dem Jahre 1916 unschuldig im Zuchthaus sitzt. Senator Schall protestierte dagegen, daß der Gouverneur von Kalifornien die Freilassung Ton Mooneys abgelehnt habe, weil große Geschäftsfirmen dagegen seien. Tom Mooney wurde beschuldigt, im Jahre 1916 das Bombenattentat in San Franziko begangen zu haben, wobei zehn Personen getötet und 40 verwundet wurden. Ein gewisser Smith hatte den Arbeiterführer beschuldigt, im Auftrage des deutschen Konsuls v. Bopp und des Militärattaches v Brinken das Attentat ausgeführt zu haben. Smilh soll ein Geständnis auf dem Totenbett gemucht haben. Sinkende Warenpreise. Auch in den Vereinigten Staaten.— Ihre Folgen für die deutsche Wirtschaft. Zollabkommen mit Finnland. Erhöhung des Butterzolls auf 50 Mark. Amtlich wird mitgeteilt: Verhandungen mit Finnland über die Abänderung des geltenden Handelsabkommens vom 26. Juni 1926 waren notwendig geworden, weil die durch das Gesetz vom 3. Juli 1929 erhöhten Zollsätze für Butter und Rahm gegenüber den Haupteinfuhrländern nicht wirksam werden könnten, solange diese Zollsätze gegenüber Finnland vertragsmäßig auf 27,50 und 20 Reichsmark gebunden waren. Die Verhandlungen sind nunmehr am 25. November durch Unterzeichnung eines Zusatzabkommens beendet worden. In dem Zusatzabkommens werden die deutschen Zollsätze für Butter den Bestimmungen des Gesetzes vom 3. Juli 1929 angepaßt. Sie betragen also bis zum 31. Dezember 1933 50 RM., vom 1. Januar 1934 ab 40 und vom 1. Januar 1936 ab 30 RM. Außerdem verzichtet Finnland auf die bisherigen Bindungen der Zollsätze für Rahm und Milch. Von deutscher Seite werden neue Zugeständnisse gemacht namentlich für die Einfuhr von Renntierfleisch und bei gewissen Positionen aus den Gebieten der Papier= und Holzindustrie. Der Wortlaut des Abkommens wird in den nächsten Tagen im Reichsanzeiger mitgeteilt werden. Es tritt am 10. Tage nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft. Es ist damit zu rechnen, daß der neue Butterzoll von 50 RM. spätestens Anfang Januar 1930 in Kraft treten wird. * Weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit. In der ersten Hälfte des November ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung wieder um 126000 oder 14,2 vom Hundert gestiegen. Die Gesamtzahl betrug am 15. November rund 1016 000, davon 808000 Männer und 208000 Frauen. Die Zunahme belief sich bei den Männern auf 16,2 vom Hundert, bei den Frauen auf 7 vom Hundert. Auch die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenfürsorge ist in der gleichen Zeit weiter gestiegen und zwar um 6900 Personen oder 4 vom Hundert. Auch hier war die Zunahme bei den Frauen geringer als bei den Männern. Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenfürsorge betrug am 15. November rund 178 500. * Zah'ungseinstellung der Gewerbebank Großenhain. Die Gewerbebank Großenhain in Großenhain in Sachsen hat sich infolge neuerdings mehrfach erlittener Verluste gezwungen gesehen, die Zahlungen einzustellen. * Günstige Entwicklung der Ruhrgas A.=G. Der Ausbau des Röhrennetzes der Ruhrgas A.=G. hat im Laufe der letzten Monate sehr rasche Fortschritte gemacht. Von dem bis jetzt geplanten Leitungsnetz von insgesamt 995 km sind 459 km betreits in Betrieb genommen und weitere 336 km im Bau, von denen aber ebenfalls 155 km schon verlegt und der Rest bis April nächsten Jahres fertiggestellt sein wird. Die in Betrieb befindlichen Strecken umfassen das alte RWE=Netz, die Südwestfalenleitung von Dortmund nach Plettenberg und die Westleitung im Ruhrbezirk. Im Bau befindet sich besonders das Endstück der Strecke von der Ruhr nach Hannover, die Verlängerung der Südwestfalenleitung bis in die Nähe von Siegen und die Strecke von Duisburg nach Köln. Für den Bau des neuen Leitungsnetzes wurden bisher rund 30 Mill. RM. ausgegeben, die teilweise aus der bei Dillon Read u. Co. ausgenommenen 12=Mill.= Dollar=Anleihe entnommen wurden. An neuen Strecken sind bis jetzt 200 km einschließlich der Linien von Siegen nach Darmstadt und von Ilsederhütte nach Hannover prosektiert. ersten vollen Betriebsjahr rechnet die Ruhrgas A.=G. mit einem Gasabsatz von 750 bis 800 Mill. ehm, wodurch eine Zunahme des deutschen Gasverbrauchs um etwa 25 Prozent erwartet wird. Besonders dürfte der Gaskonsum durch den billigen Preis des Ferngases angeregt werden, der auch bei Kommunen, die nicht dem Ferngasnetz angeschlossen sind, aus Konkurrenzgründen vielfach zu einer Herabsetzung des Gaspreises zugunsten der Verbraucher führte. Im Oktober d. J. wurden bereits 37 Mill. ehm Gas abgesetzt gegenüber erst 10 Mill. ehm monatlich zu Ende 1928. Dortmunder Zuchtviehmarkt vom 27. Nov. 1929. Auftrieb: 572 Stück Großvieh, 167 Schweine 25 Kälber. Der Handel war in guten Tieren rege, sonst mittel. Es kosteten Kühe 325—725 R.4 Rinder 250—500 RM. Ausgesuchte Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist gegen Maulund Klauenseuche geimpft worden. Die geimpften Tiere sind mit Ohrenmarken versehen, welche die Bezeichnung„Magervi.hhof Dortmund“ und eine Nummer tragen. Es sind die Nummern 28526 bis 29103 ausgegeben worden. Am Schweinemarkt war der Handel sehr langsam. Es kosteten Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 25—33 von 8 bis 10 Wochen 33—50 Rck. von 10 bis 12 Wochen 50—70 R.. Der nächste Markt findet am 4. Dezember 1929 statt. Arbeitskämpfe Ablehnung des Schiedsspruches für die Schuhindustrie durch die Arbeitgeber. Die Hauptausschußsitzung des Reichsverbandes der deutschen Schuhindustrie hat unter Teilnahme der Vertreter der anderen am Reichs. tarifvertrag für die Schuhindustrie beteiligten Arbeitgeberverbände in Frankfurt am Main getagt und den Schiedsspruch der Schlichterkammer des Reichsarbeitsministeriums vom 20. November 1929 als nicht der Billigkeit entsprechend abgelehnt. Kunst und Wissenschaft Die deutsche Zentralasien=Expedition 1927=1928 im Lichtbildervortrag. Vor der Geographischen Gesellschaft in Leipzig sprach der bekannte Asienforscher Dr. Emil Trinkler über seine Erlebnisse auf der deutschen Zen.ral=Asien=Expedition 1927=1928 Es ist kein Wunder, daß in den letzten Jahrzehnten so viele Forschungsreisen durch das tibetanische Hochland geführt haben, denn er gehört wohl zu den merkwürdigsten und dabei am wenigsten erforschten Gebieten der ganzen Erde. In 5000 Meler Höhe liegt hier nördlich vom Himalaja ein Gebiet von wilder Gebirgsnatur, das wegen seiner steinigen Erde vielfach unbewohnt ist, oder vor hundert Jahren wesentlich anders ausgesehen hat und in dessen Boden sich häufig Spuren einer uralten Kultur finden. Trinkler ist mit offenen Augen durch dieses Land gegangen; er war dabei nicht Forscher, sondern fühlte sich vor allem als Mensch. Er bewunderte diese gigantischen Felsen, die denen des Himalajas kaum nachstehen, und diese einsamen Wüstenlandschaften, in denen man sich nicht mehr auf dieser Erde, sondern wie in einer anderen Welt fühlt. * Eine deutsche Sternwarte für Windhuk. Der Direktor der Sternwarte BerlinBabelsberg, Professor Dr. Paul Guthnick, hat eine Erkundigungsreise durch Südwestafrika und die Union unternommen zu dem Zwecke, eine südliche Beobachtungsstation zu errichten. In einer Presseunterredung erklärte Professor Guthnick, daß die klimatischen Verhältnisse in Südafrika für Himmelsbeobachtungen außerordentlich günstig seien. Als geeignete Plätze für die Sternwarte sind Windhuk, Kimberley, Johannesberg und Bloemfontein ins Auge gefaßt. Nach Ansicht von Professor Dr. Guthnick ist von diesen Plätzen Windhuk der geeignetste, so daß die Sternwarte voraussichtlich in der Hauptstadt der deutschen Kolonie errichtet wird. Kindermund. Eine kleine Optimistin. Ein kleines, dreijähriges Mädelchen sitzt mit ihrem Opa in der Straßenbahn, als ein junges Negermädchen in städtischer Kleidung einsteigt. Sofort ist die Kleine lebhaft interessiert und es entwickelt sich folgendes Gespräch mit ihrem Opa: „Opa, kann man das Mädchen nicht weiß waschen?“ „Nein, mein Kind, das geht nicht mit noch so viel Wasser und Seife.“ Die Kleine wußte von ihrer Mutti, daß man mit Vim. dem feinen, feisigen Scheuermittel, nahezu alles putzen und scheuern kann. Sie hatte so unbegrenztes Vertrauen zu Vim, daß es ihr unvorstellbar erschien, daß irgend etwas mit Vim nicht weiß zu scheuern sei. „Preuß. Südd. Klassen=Lotterie! Die Erneuerung der Lose für die 3. Klasse de. laufenden Lotterie muß spätestens bis zum Freitag, den 6. Dezember. 18 Uhr, erfolgt sein. Nach Jahren ununterbrochenen wirtschaftlichen Aufstiegs erfolgt jetzt in Amerika zum ersten Male ein Rückschlag von ganz beträchtlichem Ausmaße, der angesichts der vielfachen Anhängigkeit der übrigen Wirtschaften die ganze Welt in Mitleidenschaft zu ziehen droht. Aeußerlich hat es in Newyork mit der Börse angefangen, aber nicht nur die Effektenkurse, auch die Getreide=, Metall=, Kaffee= und viele andere Preise sind erheblich gefallen. Die Warenmärkte sind teilweise geradezu in Aufruhr. In Deutschland verfolgt man diese Entwicklung natürlich mit großem Interesse. Wir sind sa nicht nur dadurch an der Lage der Weltwirtschaft interessiert, daß wir zu einem großen Teil auf Export angewiesen, sondern in weitaus größerem Maße noch dadurch, daß wir vom Auslande, besonders von Nordamerika, finanziell stark abhängig geworden sind.— Unsere Uebersicht zeigt die Kursentwicklung wichtiger Waren in den Vereinigten Staaten von Anfang September bis Mitte November. Bitte beachten! MAGGI ist nicht eine allgemeine Bezeichnung für Suppenwürzen. sondern die gesetzlich geschützte vebrikmarke für alle Ersaugnisse der MAddl-Gesellschaft: MAGGI-Würze. MAGGl-Suppen, MAGGl-Fleischbrühwürfel usw. Verlangen Sie susdrücklich MAGGI“ Würze und achten Sie beim ainkaut auf den Namen MAGGl, die gelb-roten Etiketten und die typische Form der Flaschan □□ F * 0 ——— 7——— ———— AEE *o * 2. 0 Bann BS9ESS SSEG ESSTSSRC ——(C 9. (# * ——— 2.* —. 88—— . □ a DE5g * a— ü„ 8 ####ine — 600 □ S S 39 G R 870 S S.S5gE an B 13 2 2: 1.03 S 9 S S SOSEESE K** 5: —.0# — s 2 Sorgsame Behandlung der Pflüge und Maschinen trägt zu ihrer Erhaltung wesentlich bei und erleichtert Menschen und Zugtieren sowie nachfolgenden Geräten und Maschinen die Arbeit. Beim Pflug müssen Schar und Sech stets scharf gehalten werden. Die Mehrarbeit der Pferde ist sonst bedeutend. Auch auf die Sohlenplatte ist zu achten. Ist sie abgenutzt, so muß sie rechtzeitig erneuert werden. Beim Anschrauben müssen sämtliche Teile wieder an den Pflug gebracht werden, zu dem sie gehören. Verwechslungen haben oft schlechten Gang des Pfluges zur Folge. Bei den Maschinen ist jeder wichtigere Teil auf Festsitzen zu prüfen. Besonders wichtig ist das an den Drillmaschinen. Sonst ergibt sich leicht ein ungleichmäßiger Reihenabstand. Dadurch wird für die nachfolgende Hackmaschine die Arbeit erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Der Unkrautwuchs wird aber zwischen den weitstehenden Reihen gefördert, und die Ernte der engen Reihen beeinträchtigt. An der Hackmaschine wie an jedem Hackgerät müssen die Schneiden der Hackmesser und Hacken stets scharf gehalten werden. Sonst bietet der Boden viel mehr Widerstand. Das erschwert nicht nur die Arbeit, sondern macht auch das Tiefhacken unmöglich. Kalkung der Felder bei Regenwetter oder sehr nassem Boden ist im allgemeinen nicht zu empfehlen; aber auch übergroße Aengstlichkeit ist hier nicht am Platze. Benn der gebrannte, trockene Kalk— sei es in Körner= oder Pulverform— vor dem Unterbringen durch Regen oder in anderer Weise so naß wird, daß er einen flüssigen Brei bildet, wie es beim Löschen zu Bauzwecken der Fall ist, so kann sich d. Kalk natürlich nicht mehr genügend mit den Bodenteilchen vermischen. Er bildet zusammen mit ihnen gleichsam einen Mörtel und kann dann nicht mehr die Wirkung ausüben, welche man besonders hinsichtlich der Bodenlockerung von einer Kalkung erwartet. In den meisten Fällen wird aber der Kalk gar nicht zu naß, zumal dann nicht, wenn er in Häuschen sitzt; denn selbst zum trockenen Löschen von ½ Doppelzentner Stück= oder Körnerkalk ist eine Wassermenge von etwa 15 bis 16 Litern nötig. Wird man bei breit geworfenem Kalk vom Regen überrascht, bevor man den Kalk mit Egge oder Kultivator in den Boden gezogen hat, so unterbreche man sowohl die Streu= als auch die spannarbeit und lasse das übernäßte Feld zur vollen Abtrocknung liegen. Dann erst bringe man den Kalk vollends unter; er wird so für die Pflanzenernäherung wenigstens teilweise noch wirksam. Am zweckmäßigsten ist es, den Kalk auf die Getreidestoppel zu streuen, und zwar so, daß er— zumal bei unsicherem Wetter— unmittelbar hinter dem Streugang rasch mit der Eage oder dem Kultivator in den Boden gerissen wird. Die Ueberwinterung des Gemüses geschieht besser und sicherer in Mieten als in Kellern. Kellerräume sind bald zu feucht, so daß das Gemüse leicht sault, bald zu trocken, so daß es welk und unansehnlich wird, bald sind sie zu warm, bald zu kalt. In den Mieten dagegen findet sich stets eine gleichmäßige Feuchtigkeit, und die Temperatur läßt sich bei einiger Aufnerksamkeit auf angemessener Höhe halten. Die Hauptbedingung ist natürlich die, daß das Krundwasser keinen Zutritt dazu hat. Je leichler der Boden ist, in welchem die Mieten angelegt werden, um so besser ist es. Vor dem Einsegen werden die Kohlarten von den Wurzeln befreit. Von den Rübenarten entfernt man alle Blätter. Man soll die Rüben aber nicht köpfen, ondern die Blätter mit der Hand abdrehen; tenn die durch das Köpfen entstehende Wunde sildet eine bequeme Eingangspforte für Fäul#spilze und andere Schädlinge. Die Mieten legt nan in der Weise an, daß man einen Graben von 1 bis 1,50 Meter Breite, 20 bis 30 Ztm. Tiefe und beliebiger Länge aushebt. In diesen Graben werden die Wurzelgemüse eingeschüttet und die Kohlköpfe dicht nebeneinander fest eingepackt(die Strünke nach oben), so daß die Mitte der Miete eine Höhe von 80 bis höchstens 100 Ztm. erreicht. Nun wird die Miete zunächst mit Stroh und dann mit Erde bedeckt. Bei strengerer Kälte erhält die Miete noch eine Decke aus Stroh, Teichstreu, Stallmist oder anderen schlechten Wärmeleitern. Diese müssen bei Eintritt wärmeren Winterwetters zeitweise entfernt werden, damit die Temperatur im Innern der Miete nicht zu hoch steigt; denn es geht mehr Gemüse durch zu große Wärme als durch Kälte zugrunde. Zur Ueberwinterung der luftbedürftigen Gemüsearten, wie Sellerie, Kohlrabi, Rosenkohl usw., wird ein Graben von 1,20 Meter Breite, 30 Ztm. Tiefe und der erforderlichen Länge ausgehoben. Die ausgehobene Erde wird an beiden Längsseiten gleichmäßig aufgeschichtet. In diesen Graben werden die Gemüse in mehreren Schichten, zwischen welche man Erde bringt, dicht nebeneinander eingeschlagen. Dann werden Bretter über den Graben gelegt, auf welche man Stroh und Erde bringt zum Schutz gegen Nässe und Kälte. Die beiden Enden des Grabens bleiben möglichst lange offen, um der Luft freien Durchzug zu gestalten. Bei Eintritt strengeren Frostes müssen sie natürlich auch geschlossen werden. Steigt die Temperatur wieder über den Gefrierpunkt, so gibt man abermals Luft durch Oeffnen der Grubenenden. Trockenfütterung an das Rindvieh. Biele kleine Landwirte wollen noch immer nicht davon lassen, dem Rindvieh die mehlhaltigen Futtermittel im Wasser zu geben, anstatt die Tiere von vurnherein an die Trockenfütterung zu gewöhnen Zur Auflösung von Schrot, Kleie, Futiermehlen und=kuchen ist aber eine gute Einspeichelung notwendig. Desto besser werden diese Futtermittel verdaut und desto mehr kommt von ihnen dem Körper zugute, wird also damit in Körpersubstanz umgesetzt. Ist dieses Futter in Wasser aufgeweicht, so ist auch beim Wiederkauen die Einspeichelung nur unvollkom men; denn zum Wiederkauen gelangen rornehmlich nur feste Brocken. Alles andere setzt sogleich in den Netzmagen über. Mit dem Schrotund Kleiesaufen nehmen die Tiere gewöhnlich auch zuviel Wasser in sich auf. Dieses wirkt aber erschlaffend auf sämtliche inneren Organe, also nicht nur auf Magen und Daim, sondern auch auf Herz, Leber und Nieren. Ferner bekommen die Tiere danach eine weiche Muskulatur und auch ein loses Knochengefüge. Damit wird die Anfälligkeit für viele Krankheiten erhöht. Wenn eingewendet wird, daß Milchkühe nach reichlicher Tränke auch mehr Milch geben, so ist das insofern eine Tät'chung, als nur mehr Wasser in die Milch übergegangen ist. Der Fettgehalt dagegen ist niedriger als bei Trockenfütterung. Wer möchte aber ein wenig mehr magere Milch gegen hohen Fettgehalt und gegen die Gesundheit seiner Kühe einteuschen? Schrot= oder Kleietränke ist nur angebracht, wenn die Kühe vielleicht warme Tränke bei großer Kälte oder nach dem Kiben bekommen, da man ihnen reines warmes Wasser nicht reichen kann. Das Kaninchen muß seine Zähne abnutzen. Wenn die Nagezähne nämlich übe mäßig lang werden kommen die Backenzähne nicht mehr zur Reibung. Infolgedessen ist es dem Tiere nicht möglich, regelrecht zu kauen Man muß daher den Kaninchen rechtzeitig Gelegenheit geben, durch Venagen harter Gegenstände, wie Kohlstrünke, Zweigenden und hartes Brot, die vorderen Zäzne in natürlicher Weise abnutzen. Wenn die Zähne wirklich schon zu lang geworden sind, ist es oft zu spät; denn das Tier bekommt bei ungenücender Zerkleinerung der Nahrung leicht Verkouungsstörungen. Hierbei wird das Futier nech: in der rechten Weise vom Körper verwertet, und bei längerer Dauer stellt sich auch noch ein Magen= und Darmkatarrh ein. Dabei magert das Kaninchen ab und geht schließlich ein. Das Anbinden von Ziegenlämmern unter 6 Moaten ist nicht nur überflüssig, sondern auch von Schaden; denn zum kräftigen Gedeihen insbesondere auch der Ziegenlämmer gehört Bewegung. Will man dennoch ein Ziegenlamm nicht frei im S. all umherlaufen lassen, so baue man ihm einen kleinen Verschlag zum Tummeln. Klee als Hühnerfutter. Allgemein wird der Kleefütterung in der Geflügelhaltung noch viel zu wenig Beachtung geschenkt, obgleich Klee eins der vorteilhaftesten Futtermittel, besonders für Legehühner, ist. Im Sommer verfüttert man der Klee frisch in kleingehacktem Zustande, im Wintec als Heu, auebrüht, oder als Kleemehl. Klee enthält nimentlich zwei für des Gestügel wichtige Nährstoffe, nämlich Stickstoff und Kalk. In einem Zentner Kleehen ist genug Kalk für 200 Eier, daneben enthält es außerdem mehr reines Eiweiß, als in Gerste, Hafer und Mais enthalten, nur Weizen enthält etwa die gleiche Menge. Ferner enthält gutes Kleehen etwa siebenmal soviel Phosphor und zehnmal soviel Schwefel und Magnesia als Mais. Kleehen kann im Winter das Grünfutter voll ersetzen. Um keine Verschwendung mit diesem wertvollen Futter zu treiben, reicht man es in Häckselform. Vorteilhaft brüht man Kleehäcksel am Abend vor der Fütterung mit kochendem Wasser und rührt ihn am nächsten Morgen unter das Weichfutter, bestehend aus Gerstenschrot, Haferschrot, Weizenkleie und gedämpften Kartoffeln. * Unser Obstgarten im Dezember. Beschneiden und Auslichten der Bäume fortsetzen. Wunden verstreichen. Bei Blutlausbefall mit Obstbaumkarbolineum spritzen. Bäume und Sträucher mit Jauche düngen. Baumbänder lockern bezw. erneuern. Unleserliche Namenschilder ergänzen, fehlende neu anbringen. Bekämpfung der Mäuse nicht vergessen. Nistkästen anbringen. Standvögel füttern. Habt acht auf die Hasen und Kaninchen! Schutz gegen Wildverbiß: Drahthofen. Dornverhau. Zartes Spalierobst durch Vorhängen von Strohmatten gegen Frost schützen. Sollen ältere Bäume verpflanzt werden, jetzt Wurzelballen bloßlegen, nach stärkerem Frost herausheben und in die neue Baumgrube bringen, mit Kompost und guter Erde feststampfen und durch Pfähle vor dem Umwerfen schützen. Obstkeller und Obsthorden öfters nachsehen. Das Laub der Obstbäume sollte nicht, wie es leider häufig geschieht, zum Decken im Garten verwendet werden. Es ist besser, das abfallende Laub recht bald zu sammeln und unter Beimengung von Aetzkalk zu kompostieren. Didurch werden die anhaftenden Pilzkeime vernichtet, während sie sonst am Laub durch den Winter kommen und einen neuen Verbreitungsherd darstellen. Den Wintersalat muß man recht festpflanzen, damit die jungen Pflänzchen bis an das Herzblatt heran sich der Erde anlegen. Durch zu lockeres Einsetzen werden nicht selten und vor allem in durchlässigem, also mehr sandigem Boden, Hohlräume geschaffen, in die der Frost eingreift und sehr häufig dann das Leben der Pflanzen zerstört. Sehr harte Fröste pflegen auch den Boden um die Setzlinge herum zu heben, wodurch diese ebenfalls teilweise den Anschluß mit dem Erdboden verlieren und Froßschädigungen viel leichter zugänglich sind. We ec □ 8 — 2. 2 0 ** — E2 *— 1 00 D • SSünZP-EUROS „Rätsel um Gwendolin.“ 1. Fortsetzung.„ Originalroman von Lola Stein.“:(Nachdruck verboten) „Und wenn unser Zusammensein anders geendet hätte? Ich fühlte plötzlich, daß ich mich selbst und Sie nur erniedrigen würde, wenn ich Ihnen Ihre Küsse zurückgegeben hätte— mit diesem Gedanken in meinem Innern. Verzeihen Sie mir und lassen Sie mich gehen.“ „Wie Sie befehlen.“ Er machte keinen Versuch mehr, sie zu halten. Ging auf den Flur, schaltete das Licht ein. Brachte ihr ihren Mantel. „Wünschen Sie ein Auto?“ „Ich möchte es mir lieber auf der Straße nehmen, nicht hier vor der Tür einsteigen.“ Wieder sagte er:„Wie Sie befehlen.“ Dann nahm er selbst Mantel und Hut. Gwendolin warf einen scheuen Blick durch die Räumen, schritt an dem Wartenden vorüber zur Tür. Er stand mit geneigtem Kopf, den Hut in der Hand, mit verschlossenem, bitterem Gesicht. Als sie ihn streifte, hob sie den Arm und fuhr mit einer scheuen, zaghaft liebkosenden Gebärde über sein dunkles Haar. Dann ging sie schnell ins Treppenhaus. Tristan folgte, verschloß die Tür, stieg hinter der Schweigenden stumm die Treppen hinunter. Ihre Berührung, ihre zage, scheue Liebkosung hatte seinen Zorn besänftigt, seine ungeheure Wut verrauchen, die Gesühle, die er den ganzen Abend für die schöne fremde Frau gefühlt, wieder neu in ihm entstehen lassen. So entwaffnend waren ihre Augen, war ihre Gebärde gewesen. Er fühlte nur noch Mitleid mit ihr. Eine große Traurigkeit war in seinem Herzen. Er blieb auf der Straße an ihrer Seite. Ein leeres Auto begegnete ihnen nach wenigen Schritten, aber da die Frau keine Miene machte, es anzuhalten, ließ Tristan es vorüberfahren. Er sah, daß sie um Worte kämpfte, schwieg und wartete. Nach einer Weile sagte sie leise: „Wir werden uns nach dieser Nacht nie wiedersehen. Wir wissen nichts voncinander, aber ich fühle, daß ich Ihnen ein wenig mein seltsames Benehmen zu erklären versuchen muß. Wollen Sie mich noch hören?“ Er neigte zustimmend den Kopf, und der warme Blick, der sie aus seinen graublauen Augen traf, gab ihr Mut zu sprechen: „Ich habe meinen Mann aus übergroßer Liebe geheiratet,“ gestand sie.„Gegen den Willen meiner Eltern. Ich bin im Wohlstand ausgewachsen, meinem Vater schwebte eine gesicherte, reiche, behütete Zukunft für mich als Selbstverständlichkeit vor. In unserem Hause verkehrten beinahe nur wohlhabende Leute. Dann— aus einem Künstlerfest lernte ich Herbert sennen. Ihn sehen und lieben war dasselbe! Ich habe ihn geheiratet, dem Wunsch meines Vaters, den Intrigen meiner Stiefmutter, die diese Ehe um jeden Preis zu verhindern suchte, Frauenschönheit will nichts heißen; Ist gar zu oft ein starres Bild; Nur solch ein Wesen kann ich preisen, Das froh und lebenslustig quillt. Die Schöne bleibt sich selber selig, Die Anmut macht unwiderstehlich. Goethe. zum Trotz. Ich habe keinen Pfennig Unterstützung von meiner Familie bekommen. Ich habe mit Herbert gehungert in der ersten Zeit unserer Ehe. Ich habe arbeiten gelernt, Kochen, Nähen, Stopfen— alles für ihn! Ich habe gelacht, wenn wir mittags nur trockenes Brot und schwarzen Kaffee an manchen Tagen hatten, ich habe gesungen, wenn ich die Stuben aufräumte. Ich war glücklich! Ein Himmelreich erschien mir die Liebe, die Ehe, die Welt! Langsam setzte Herbert sich durch. Nach zwei Jahren voll großer Entbehrungen verdiente er ein wenig mehr. Man wurde in maßgebenden Kreisen auf ihn aufmerksam. Unser Dasein wurde leichter. Und dann— hat er mich betrogen.“ Sie schwieg und kämpfte mit ihrer ungeheuren Erregung. Der Mann an ihrer Seite fragte: „Wissen Sie es? Ist es mehr als ein bloßer Verdacht?“ „Ich habe die beiden überrascht. Ihn mit meiner besten Freundin. Ich war fortgewesen, zwei Wochen verreist. Die einzige Schwester meiner frühverstorbenen Mutter lag im Sterben. Verlangte nach mir. Es war die erste Trennung in unserer Ehe, und er hielt diese kurzen Wochen nicht aus ohne eine andere Frau. Ein Jahr ist das alles jetzt her und ich fühle so, als ob es gestern geschehen wäre.“ „Ein Jahr?" staunte der Mann.„Und jetz.... und heute...“ „Hören Sie mich weiter“, murmelte sie.„Damals wollte ich mich von Herbert lösen. Aber ich liebte ihn ja. Liebte ihn anders, schmerzhafter, in tausend Qualen und Nöten, aber doch nicht weniger, weil er schlecht an mir gehandelt hatte. Ich konnte nicht von ihm fort. Seine Bitten, sein Flehen und Drohen zusammen mit meinem Gefühl ließen mich bei ihm bleiben. Er sagte, er würde verkommen ohne mich, leichtsinnig, liederlich, schlecht werden, ach, was wriß ich. Ich ließ mich beschwatzen. Unscreo che blieb bestehen. Aber alles war anders als sonst. In mir war etwas zerbrochen. Unser Bund war zerbrochen. Nie wieder konnte es so werden, wie es vorher gewesen war. Er gab sich Mühe, mich das Schreckliche vergessen zu machen. Ich selbst gab mir Mühe. Aber es gelang mir nicht. Ich war nicht mehr frisch. Ich wurde nicht wieder froh. Erfolge komen in diesem letzten Jahr. Eine äußerliche Aussöhnung mit smeinen Eltern, denen der Schwiegersohn, der berühmt zu werden anfängt, plötzlich recht ist. Seit einiger Zeit habe ich das bestimmte Gefühl, daß Herbert mich von neuem betrügt. Ich irre mich nicht. Ich habe keine Beweise, aber sein Betragen und mein Empfinden ist mir Beweis genug. Dann kam dieser Ball. Er schlug mir vor, getrennt hinzugehen, uns dort zu suchen. Ich habe ihn sehr bald erkannt, aber er hat sich überhaupt nicht um mich gekümmert. Sie wissen es ja. Er tanzte mit der roten Teufelin. Diese Frau ist jetzt in seinem Leben. Ich muß sie kennen. Irgendetwas in ihrer Gestalt, in ihrem Gang ist mir nicht fremd. Sie ist mir entschlüpft. Vor zwölf schon muß sie mit ihm fortgegangen sein. Als ich die beiden nicht fand, kam eine Art Verzweiflungsrausch über mich. Loskommen von diesem Mann wollte ich um jeden Preis. Und kann es nur, wenn ein anderer in meine Tage tritt, ein anderer Rechte an mich bekommt. Sie waren in meiner Nähe, Sie gefielen mir, Sie begehrten mich. Darum ging ich mit Ihnen. —— 8 5•— u S 5 TEESEE DSOSE — 2 E U5 T— EE S SSSRSSSSSSBSSE — 2—— □ □ S. 9) □ 2* e— 55 S UT EUUZ OUMEETEUTLETGO U 260• 0 BTRO# 1— ORBSSDE E SZOEEUOAE S abSSBE"LGSSGEESES EDEEGEGPBLGATGS S eUnONNEAUEEIGEE 3 88 2 5 2 ** 8 S 95. * 2 8 — 6— 8 E• # S# 12 □ • 2#y 9 02 S 1— □ 5.00 19 2 5•25 * 9 S. * SSüSES S B5855530 Sn „- E E Di* □ IEESSGGEE UOnAU(E ** 5p # IE — etr og S. AEET S 90 E. E#8 FP 0.XUE *. SEDUSG 9.T * ∆•E NT HEGÖS E P'SPELEEGASEGE SEETV. S#E □ SEHEE „ 0 0 F 2 5#DE S S SASSSSESS ESSSSASSSS 1O g5hSgSE * 8 60 2 2 N er Gagzben " B 00.* SBUEEE S SUSEBSE . 0* GEELESES 8886E Und habe dann begriffen, daß ich mir seldst und meinem innersten Wesen, meinem tiefsten Empfinden doch nicht untreu werden kann. Nun wissen Sie alles von mir. Haben Sie Dank für Ihre Begleitung. Hier wohne ich.“ Die waren stehen geblieben, und sahen sich an. Der Mann wußte nicht einmal, in welcher Straße er sich befand. Er hatte nicht auf seine Umgebung geachtet, hatte nichts gehört und begriffen, als die leise und süße Stimme der neben , ihm schreitenden Frau, die ihm einen Blick tun Geß in ihr glühendes und verwundetes Herz. Er hielt ihre Hand in der seinen „Sie wohnen in diesem Hause?“ „Nein, in einem der nächsten. Aber Sie können mich jetzt ruhig allein lassen. Sie sehen, weit und breit ist kein Mensch. Mir kann nichts mehr passieren. Leben Sie wohl, vergessen Sie mich und lassen Sie mich Ihnen danken.“ „Tanken, wofür?“ fragte er. „Für Ihr schweigendes Mitgefühl auf diesem Weg: Ihr schönes Gesicht war dem seinen ganz nahe. Sie versuchte, ihn anzulächeln, aber es wurde nur eine müde Verzerrung des leidvollen Mundes. Dann löste sie schnell ihre Hand aus der seinen und ging mir ihren sedernden Schritten eilig davon. Er blickte ihr nach, folgte ihr in einiger Entfernung langsam. Vor dem letzten Haus in der Straße blieb sie stehen, suchte in ihrer Tasche, schloß die Tür auf. Und war verschwunden. Er beschleunigte seine Schritte. Stand dann vor demselben Haus. Las die Namen auf den Schildern. Ob der ihre darunter war? Vielleicht hatten sie gar keine eigene Wohnung, wahrscheinlich nicht. Ob er diese Frau nie wiedersehen würde? Jedenfalls würde er keinen Raum einnehmen in ihren Gedanken und in ihrem Leben, das erfüllt war von einem anderen Mann. Einem Leichtsinnigen, der diese tiese und glühende Frauenliebe nicht verdiente. Der Mann fühlte plötzlich eine starke Erschöpfung, eine bleischwere Müdigkeit in den Gliedern. Langsam ging er den Weg zurück. Las an der Ecke den Straßennamen: Kro p.inzendamm. Die schöne Fremde wohnte also nicht sehr weit von ihm. Er hatte vorhin nicht gewußt, ob er einen kurzen oder langen Weg an ihrer Seite zurückgelegt hatte. Vielleicht, vielleicht würde man sich also doch einmal wiedersehen?... Frau Wulf, die seit einem halben Jahr tag lich zu Gwendolin Röthe kam, um ihre zwei Zimmer und die Küche zu säubern, war gerade mit dem Abwaschen des Geschirrs vom gestrigen Mittagessen beschäftigt, als die junge Frau laut schreiend zu ihr in die Küche stürzte. Sie war nur mit dem Spitzennachthemd be kleidet, zitterte vor Grauen und Angst und jammerte: „Frau Wulf, kommen Sie, um Gotteswillen, kommen Sie schnell. Ich glaube, mein Mann ist tot!“ Die Frau ließ vor Entsetzen einen Teller zu Boden fallen, trocknete sich die nassen Hände an der Schürze ab, und folgte Gwendolin, die wieder ins Schlafzimmer zurückgeeilt war und sich über den reglosen Körper im Bett beugte. „Er atmet nicht mehr!“ stöhnte sie. Die erfahrene ältere Frau trat an ihre Seite, warf einen Blick auf die weitoffenen, gebrochenen Augen des Mannes, faßte seine Hand und ließ sie erschauernd wieder fahren: „Kalt“, sagte sie.„Also schon mehrere Stunden tot.“ „Nein“, schrie Gwendolin auf,„es kann, nicht wahr sein!“ „Glauben Sie mir, gnädige Frau. Ich habe schon viele Menschen sterben sehen. Herr Röthe ist tot.“ „Einen Arzt“, wimmerte die fassungslose Gwendolin,„schnell einen Arzt!“ „Wie konnte er aber sterben, ohne daß Ste es merkten?“ forschte Frau Wulf erstaunt. Haben Sie denn so fest geschlafen?“ „Ich weiß es nicht. Holen Sie einen Arzt. Den ersten, den nächsten.“ Die Frau stürzte fort. Telephon war nicht in der Wohnung, aber sie kannte das Schild des Arztes im Nebenhaus. Zu dem eilte sie. Dr. Witt saß an diesem Sonntagmorgen beim Frühstück, als Frau Wulf ihn in höchster Aufregung, laut sammernd über das Unglück, bechwor, sogleich mit ihr zu kommen. Es war neun Uhr Als sie nebeneinander die vier Treppen emporstiegen, beklagte Frau Wulf unausgesetzt das Unglück der schönen, jungen Frau, die ihren Mann so plötzlich verloren hatte. Der Arzt unterbrach sie nicht. Gwendolin trat ihm entgegen. Sie hatte ein Kimono über ihr Nachthemd geworfen. Sie selbst war bleich wie eine Sterbende. Der Arzt stellte sich vor. Er kannte die junge Frau, da sie Nachbarn waren, ihre Schönheit war ihm aufgefallen, wenn sie einander auf der Straße begegneten. Ihren Namen hatte er bisher nicht gewußt. Sie führte ihn an das Bett ihres Mannes. Der Arzt beugte sich über den Regungslosen, lauschte an seiner Brust. Dann drückte er ihm die Augen zu. „Ist er wirklich tot?“ „Seit vielen Stunden schon. Sie haben es erst heute früh bemerkt?“ „Vorhin beim Erwachen. Und auch da noch nicht sofort. Herbert liegt ja so, als ob er schläft. Erst als er auf meine mehrfachen Fragen nicht antwortete, setzte ich mich auf im Bett, beugte mich über ihn, sah seine offenen Augen. Ich erschrak so furchtbar, daß ich sofort in die Küche lief und Frau Wulf hereinholte. Ich begreife das alles nicht! Es ist doch nicht möglich, daß er so— neben mir— gestorben ist. Er kann, kann doch nicht tot sein!“ „Er ist unzweifelhaft tot, gnädige Frau.“ „Aber woran, woran ist er denn gestorben? Wie konnte das nur geschehen? Ich fasse es nicht!“ Der Arzt begann mit der Untersuchung. Gwendolin hockte auf einem Stuhl in der Nähe, wimmerte vor sich hin. „Herzlähmung“, sagte nach einer Weile, die fremde Männerstimme. Fuhr dann fort: „Wann sind Sie gestern abend nach Hause gekommen, gnädige Frau?“ Sie hob den Kopf, sah ihn groß an.„Ich weiß es nicht.“ „Sie müssen doch wissen, wann Sie heimkamen?" Er bemerkte das goldenen Kleid, das über einem Stuhl hing.„Sie waren auf einem Kostümfest, gnädige Frau?“ Sie nickte „Mit Ihrem Gatten?“ Wieder nickte sie bejahend den Kopf. „Und Sie haben beide nicht darüber gesprochen, wie spät es war, als Sie heimgingen?“ „Wir sind nicht zusammen nach Hause gekommen“, sagte sie schwer.„Als ich heimkam— ich weiß nicht, ob es ein, zwei Uhr oder noch später war— lag mein Mann schon im Bett und schlief so fest, daß er mich nicht hörte. Ich machte kein Licht, um ihn nicht zu stören, kleidete mich schnell aus, lag noch eine kurze Weile wach und schlief dann ein. Als ich heute früh erwachte, merkte ich, was geschehen war.“ „Das ist sehr seltsam, gnädige Frau.“ „Ja, es ist grauenvoll! Halten Sie es für möglich, Herr Doktor, daß mein Mann schon tot war, als ich heimkam?“ „Nach meiner oberflächlichen Untersuchung muß der Tod schon vor vielen Stunden eingetreten sein. Vielleicht noch früher, als die Zeit ihres Heimkommens, die Sie mir nennen. Sie können also einen Toten bereits vorgefunden, die Nacht neben einem Toten verbracht haben Und nichts gemerkt?“ Sie schüttelte sich vor Grauen. Der Arzt sah sie sehr nachdenklich an. „Ihr Gatte war bis zum gestrigen Tage gesund, gnädige Frau?“ „Vollständig gesund.“ „Sein Herz war in Ordnung?“ „Soviel mir bekannt war, ja!“ Er wartete einen Augenblick. Dann fragte er, seine Augen forschend auf ihre Züge gerichtet: Frauo?“ „Lag für Ihren Gatten ein stichhaltiger Grund vor, sich das Leben zu nehmen, gnädige „Sich das Leben zu nehmen?" wiederholte sie stammelnd. Dann schrie sie auf:„Sie halten diesen Tod für Selbstmord, Herr Doktor?“ „Der plötzliche Tod ist unzweifelhaft durch ein starkes Gist eingetreten. Eine gründliche Untersuchung wird alles Nähere ergeben. Mord oder Selstmord liegt hier vor.“ „„Mord oder Selbstmord!“ wiederholte sie zitternd. Sie starrte ihn an. „Wer, um Gottes willen wer? Und er selbst? Warum? Warum?“ „Darüber Auskunft zu geben liegt nicht in meiner Macht. Meine Pflicht ist es, diesen Tod sofort anzumelden. Alles weitere wird seinen Gang gehen.“ „Diesen Tod anzumelden? Wem zu melden?“ „Der Polizei.“ „Sie wollen keinen Totenschein ausstellen?" „Das kann ich nicht ohne weiteres, gnädige Frau, wie die Dinge hier liegen. Herr Röthe ist keines natürlichen Todes gestorben, das scheint gewiß.“ „Was aber hat die Polizei damit zu tun, wenn— wirklich— Selbstmord— vorliegt?“ „Ob es Mord oder Selbstmord ist, wird eben die Polizei oder das Gericht entscheiden. Ich bitte Sie, gnädige Frau, die Leiche nicht anzurühren und auch hier im Schlafzimmer nichts anzutasten, keinesfalls aufzuräumen. Am besten ist es, Sie gehen ins Nebenzimmer und warten dort. Hier müssen alle Gegenstände so bleiben, wie sie jetzt liegen. Ich wrde Ihrer Aufwartefrau die nötigen Instruktionen geben.“ Sie fragte stockend:„Was soll denn um Gottes willen geschehen?“ „Man wird die Leiche Ihres Mannes beschlagnahmen und erst dann zur Beerdigung freigeben, wenn die Todesursache zweiselsfrei festgestellt ist. Kommen Sie, bitte, gnädige Frau.“ An der Tür stand wartend und horchend Frau Wulf. „Bleiben Sie bei der gnädigen Frau, lassen Sie sie jetzt nicht allein. Keine von Ihnen darf das Schlafzimmer betreten. Sie haften mir dafür.“ Er nahm seinen Hut und stürzte fort. Frau Wulf führte die schwankende Gwendolin ins Wohnzimmer, drückte sie auf einen Stuhl. Sie hatte Kaffee gebracht und reichte ihr eine Tasse. „Trinken Sie ein Schlückchen, gnädige Frau, das wird Ihnen gut tun.“ Aber Gwendolin schüttelte stumm den Kopf. Sie wirkte beängstigend in ihrer Starrheit, ihrer Reglosigkeit, mit den vor Entsetzen verzerrten Zügen und den beinahe blicklosen Augen. „Unser armer junger Herr", jammerte Frau Wulf immer wieder.„Unser armer Herr! Was für eine schreckliche Geschichte!" Der Anblick der jungen Frau machte ihr Sorge. „Soll ich irgendjemand herholen?" fragte sie.„Jemanden benachrichtigen? Ich könnte villeicht hier im Haus irgendwo telephonieren.“ Gwendolin griff nach ihrem Arm, preßte ihn krampfhaft. „Lassen Sie mich nicht allein! Ich sterbe vor Grauen! Bleiben Sie bei mir!“ Nach kurzer Zeit kehrte Dr. Witt zurück. „Ich soll die Mordkommission hier erwarten, gnädige Frau!“ „Die Mordkommission!“ wiederholte Gwendolin fassungslos. Er zuckte die Achseln. „Ich mußte den vorgeschriebenen Weg gehen, gnädige Frau.“ Dann schwiegen sie beide. Frau Wulf verließ auf einen Wink des jungen Arztes das Zimmer. (Fortsetzung folgt.) Braunfleckigkeit des Hafers. Ein neuer Name, aber keine neue Krankheit. Unter der Bezeichnung„Helminthosporiose des Hafers“ ist sie schon seit längerer Zeit besonders in Holland und Italien bekannt, aber auch in Deutschland war sie wiederholt festzustellen. In diesem Jahre(1929) hat die Haserkrankheit an Verbreitung wesentlich zugenommen, sodaß ihr seitens des Instituts für Pflanzenkrankheiten an der Landwirtschaftlichen Hochschule Bonn=Poppelsdorf besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden ist. Der Erreger der Braunfleckigkeit ist der Pilz Helminthosporium avenge Eid., ein naher Verwandter der Erreger der Streifenkrankheit der Gerste. Das Krankheitsbild am Hafer ist folgendes: Auf den Blättern A 2 1. Haserblatt mit einzelnen Braunflecken. 2. Haferblatt sehr stark von Helminthosporium befallen. 3. Vergrößerte Stelle aus einem stark befallenen Blatt. 4. Typisches Bild eines Helmithosporiumflecks. erscheinen dunkelbraune, streifige, meist unregelmäßig angeordnete Flecken, die einen breiten, suchsroten bis braunen Saum ausweisen. Die Vermehrung der Flecken geht rapid vor sich; bald haben sie das ganze Blatt oder wenigstens einen großen Teil desselben ergriffen. Schon von weitem fallen dann die rotbraun gefärbten, erkrankten Schläge in die Augen. Die Blätter sterben ab. Wird die Pflanze bis zur Bildung des dritten Blattes befallen, so geht sie ein. Der Bestand wird lückig. Ueber die Biologie des Pilzes weiß man heute noch nichts Genaues. Man nimmt aber mit großer Wahrscheinlichkeit an, daß die Ansteckung durch die Pilzsporen von Blatt zu Blatt und von Pflanze zu Pflanze vor sich geht; es könnte aber auch sein, daß sie sich— wie die Streifenkrankheit der Gerste— auf dem Wege über das Korn verbreitet. Die zuerst angegebene Verbreitungsmöglichkeit ist aber aus verschiedenen Gründen(gebeiztes Saatgut wurde braunfleckenkrank, fleckenweises Auftreten der Krankheit in sonst gesunden Beständen), die wahrscheinlichere. Maßnahmen zur Bekämpfung der HaferBraunfleckigkeit können z. Zt. noch nicht angegeben werden. Es hat sich zwar gezeigt, daß eine Düngung mit Chilesalpeter ein Aufkommen der Krankheit neben nicht mit diesem Düngemittel versorgten kranken Haferschlägen verhindert hat. Es steht aber nicht fest, ob diese Wirkung dem Chilesalpeter oder dem Stickstoff oder der Wider. standsfähigkeit der betreffenden Hasersorte gegen die Braunfleckenkrankheit zuzuschreiben ist. Jedenfalls zeigen die verschiedenen Hafersorten verschiedene Anfälligkeit gegen dieselbe, eine Erscheinung, die ebenfalls noch genauer geprüft werden muß. Nicht zu verwechseln ist die Braunfleckenkrankheit mit den Krankheitserscheinungen, welche die Dürre hervorruft. Infolge der Trockenheit erschienen gleichfalls in diesem Jahre zahlreiche Haferbestände mehr oder weniger stark braungelb gefärbt. Die Blätter sind aber von der Spitze her gelb oder braun gefärbt, sodaß, ganz abgesehen von dem Fehlen eines pilzlichen Erregers, bei genauerem Zusehen diese Dürrekrankheit sehr wohl von der Braunfleckigkeit zu unterscheiden ist. Westfälische Totleger. Von Totlegern war in Deutschland schon die Rede, bevor wir die Zweihunderteier=Henne hatten, die sich jetzt bereits zur Dreihunderteier=Henne ausgewachsen hat. Man verstand unter Totlegern die Sprenkelhühner, wie sie besonders in der Nordwestecke unseres deutschen Vaterlandes anzutreffen sind, wo sie auch heute noch recht verbreitet sind. Freilich sind im Laufe der letzten hundert Jahre ansehnliche Aenderungen mit ihnen vorgegangen. Die westfältschen Totleger sind als Landhühner, als deutsche Landhühner im wahrsten Sinne des Wortes, anzusprechen. Fest, kurz und stämmig sind sie gebaut. Dies betrifft sowohl den Rumpf, als auch den Hals und die Beine. Dem schließt sich auch der dicke Kopf mit dem ebenmäßigen Rosenkamme und den kurzen, gut gerundeten Kehllappen an. Zudem hat der Hahn einen ziemlich flach getragenen Schwanz, der volle breite Sicheln und reichlich viel Stützfedern hat. Die Zeichnung der westfälischen Totleger ist aus der Abbildung sowohl beim Hahn, als auch bei der Henne klar zu ersehen. Der westfälische Totlegerhahn hat, um nur die Hauptunterschiede kurz zu streifen, bis oben hin gezeichnete Brust. Dasselbe gilt von der Schenkelpartie. Auch vor dem Schwanzansatze deckt der Sattelbehang nicht ganz die Sprenkelzeichnung. Die westfälische Totlegerhenne nähert sich, abgesehen von der bei ihr an der Brust sich bis oben hinziehenden Zeichnung, stark der ostfriesischen Mövenhenne. Die westfälischen Totleger sind ganz vortreffliche Wirtschaftshühner. Sie sind hervorragende Leger, die es ohne darauf hinzielende Fütterung, also ohne Intensivfütterung, immerhin auf 160 Eier bringen, deren Gewicht sich zwischen 52 und 58 Gramm bewegt. Das Fleisch ist auch bei dreijährigen Tieren noch als zart zu bezeichnen. Der ausgewachsene Hahn wiegt 4 bis 5 Pfund, die Henne in der Regel ein Pfund weniger. Brütlust zeigen die Hennen nur selten, auch nicht besonders früh, aber sie führen dann ihr Geschäft gewissenhaft aus, sind auch sehr besorgt um das Wohl ihrer Küchlein. In ihrem sonstigen Wesen möchte ich die westfälischen Totleger mit den Thüringer Barthühnern vergleichen. Wo sich ihnen z. B. durch unbeschränrten Auslauf Gelegenheit zum Futtersuchen bietet, da nutzen sie, ihrem Besitzer zum Vorteil, diese Möglichkeit redlich aus. Gesundheitswert der Möhren. Lon Dr. med. Grundmann. Daß Möhren sehr gesund sind, weiß von jeher der Pferdehalter. Das Pferd, dieses edelste und empfindlichste aller Kulturtiere hat eine besondere Vorliebe für Möhren und gedeiht auffallend bei regelmäßiger Zufütterung von Möhren: Die Verdauung arbeitet gut, das Fell wird glänzend, kurz die Möhren ersetzen einen Teil Hafer. Es muß also der Möhre eine Summe von besonderen Nähr= und Gesundheitswerten innewohnen. Dies ist tatsächlich der Fall und das kommt auch dem menschlichen Körper zugute: Die Möhre(in bessererer Form„Karotte“) ist eines der bekömmlichsten und gesündesten Nahrungsmittel, das wir kennen. Auf Grund der bisherigen Forschungen will ich darzulegen versuchen, warum dies der Fall ist. Zunächst hat die Möhre einen erheblichen Gehalt an Traubenzucker. Er schwankt zwischen 9—1676, je nach dem Alter der Wurzeln. Darum schmecken die Möhren gekocht etwas süß. Der Nährwert dieses Traubenzuckers ist aber groß. Im Gegensatz zur Stärke z. B. der Kartoffeln geht der Traubenzucker der Möhre sofort in den §erper über. Also trotz seiner Holzfaser ein leicht verdauliches Nahrungsmittel mit hohem Bren. wert! Eiweiß ist in der Möhre nicht all zu viel vorhanden: nur 275 Rohprotein. Aber dieses Eiweiß ist vollwertig und ebenfalls sehr gut aufnehmbar. Weit höher als der Nährwert ist jedoch der Gesundheitswert der Möhre einzuschätzen. Der Gesundheitswert eines Nahrungsmittels wird bedingt durch den Gehalt an basischen Mineral= stoffen einersetts, an Ergänzungsstoffen(Vitaminen) andererseits. Die basischen Mineralstoffe, die der menschliche Körper braucht, sind: Kalk, Magnesia, Kali, Natron, Eisen und Mangan. Diese Mineralstoffpaare sind teilweise auch zum Aufbau des Organismus notwendig, so Kalkmagnesia für die Knochen, Kali=Natron für Gewebe und Blut, Eisen=Mangan bloß für das Blut. Noch notwendiger aber sind sie als Gesundheitsspender. Der durch zahllose Versuche des bahnbrechenden Forschers Raguar Berg bewiesene Satz: In der menschlichen Nahrung müssen unbedingt die Basen die Säuren überwiegen, wenn sie nicht schödlich wirken soll!— Dieser grundlegende Satz müßte allen Hausfrauen in Fleisch und Blut übergehen! Denn davon hängt in erster Linie der Gesundheitszustand ihrer Lieben und ihr eigener ab. Säureüberschuß im Blut bedeutet Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, bedeutet Krankheit und Siechtum; kann Tod bedeuten! Was sind Basen, was sind Säuren? Nun, die Basen das sind eben die Salze(Verbindungen) jener obenerwähnten 6 Mineralstoffe.— Die Säuren, das sind Verbindungen von anderen säurebildenden Elementen, worunter Phosphor, Schwefel, Chlor die Hauptrolle spielen. Es sind anorganische Säuren, die meist erst durch Verbrennung im Körper entstehen und— ihn sehr rasch veraisten. Es wäre ein riesiger Irrtum, anzunehmen, daß diese säuren etwa mit sauren Nahrungsmitteln, z. B. mit Gurken, Tomaten, Aepfeln, Zitronen usw. in das Blut gelangen! Nein, hier handelt es sich um ganz andere gefährliche Säuren, als jene harmlosen und sogar nützlichen Fruchtsäuren z. B. um Harnsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Salzsäure. Auch der Nichtchemiker fühlt, daß es nicht besonders vorteilhaft sein kann, solche Säuren in seinem Blute zu haben!— Sie kommen gerade durch solche Nahrungsmittel in das Blut, die wir als etweißreiche, daher kräftige shätzen: am meisten durch Muskelfleisch, dann durch Eier, Käse, Speck und das„schöne feine“ Weißbrot. * Drittes Blatt. Volksblatt Donnerstag, den 28. November 1929. Sanierung der Reichsanstalt. Von den für die Sanierung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung notwendigen 270 Millionen 3M. können bekanntlich durch die Novelle vom 12. Oktober ds. Is. nur schätzungsweise 100 Millionen RM. gedeckt werden, sodaß 170 Millionen RM. noch in der Schwebe bleiben. Eine Einigung über die Erhöhung der Beiträge wurde nicht erzielt. Die Zukunft der Reichsanstalt ist damit ins Ungewisse verschoben worden. Es verlautet bereits, daß durch die ständig steigende Arbeitslosigkeit, die im kommenden Winter zweifellos einen Rekord erreichen wird, weitere 200 bis 250 Millionen RM. Darlehen zur Durchführung der Arbeitslosenversicherung erforderlich sein werden, ohne die ständig wachsenden Aufwendungen der Gemeinden infolge des Anschwellens der Wohlfahrtserweroslosen. Daß auch die Gemeinden am Ende ihrer Kraft sind, steht außer Zweifel, zumal gleichzeitig mit dem Anwachsen ihrer Lasten ein Rückgang des Steueraufkommens durch die rückläufige Konjunktur einhergeht. Es wird unumgänglich sein, so schreibt Stadtrat Dr. Michel=Frankfurt a. M. im neuesten Heft der Zeitschrift für das Heimatwesen, daß die durch die Wohlfahrtserwerbslosen besonders belasteten Gemeinden einen außerordentlichen Reichszuschuß erhalten. Es geht nach seiner Ansicht nicht an, daß die Gemeinden, die mehr Wohlfahrtserwerbslose aufweisen, als wirklich bei der Reichsanstalt Versicherte, die Kriegs= und Inflationsfolge allein auf sich nehmen müssen. Es sei zu fordern, daß den Gemeinden die Arbeitslosenlasten in dem Umfange erstattet werden, in dem die Zahl ihrer Wohlfahrtserwerbslosen über 25 Prozent ihrer Gesamterwerbslosen hinauswächst. In solchen Fällen besonderer Notlage ist es nicht mehr angängig, die Gemeinde allein zu belasten, sondern Sache des Reiches, sich an der Milderung der Kriegsfolgen zu beteiligen. Die verabschiedete Novelle hat sonach eine Beruhigung auf lange Sicht nicht gebracht; in den kommenden Monaten wird daher die Frage der Sanierung der Reichsanstalt und der Reform der Arbeitslosenversicherung erneut zur Debatte gestellt werden. Neues Standesherrenkompromiß. Nach den Beschlüssen des Rechtsausschusses gestaltet sich nunmehr das Gesetz über die Regelung älterer staatlicher Renten folgendermaßen: Die Bestimmung der Regierungsvorlage, daß die Standesberrenrenten entschädigungslos aufhören, ist fallen gelassen worden; der entschädigungslose Fortfall ist nur noch festgesetzt für Renten, die auf Leibeigenschaftsrechten oder anderen Rechten beruhen, die heute als unsittlich gelten. Die nicht wegfallenden Renten werden auf 5 Proz. aufgewertet. Für Renten zum Ausgleich für Grundbesitzaufgabe bleibt der Aufwertungssatz 25 Proz. Unberührt bleiben Vergleiche, rechtskräftige Gerichtsentscheidungen und Schiedssprüche, die von der neuen Regelung abweichen. Rentenverpflichtungen von unbeschränkter Dauer können durch Zahlung des 20fachen Jahresbetrages, für Standesherren des 10fachen Jahresbetrages abgelöst werden, auch wenn sie bereits durch Vergleich oder Schiedsspruch aufgewertet worden sind. Angestellte und Beamte als Käufer. Millionen einschl. Angehörige. Das Institut für Konjunkturforschung beschäftigt sich mit den Angestellten und Beamten als Käufer. Es gibt dazu eine auf der letzten Berufszählung beruhende Aufstellung der Angestellten und Beamten im Deutschen Reich. Die Angestellten und Beamten in Deutschland zählen mit Angehörigen 9,9 Millionen Personen. Die Tatsache, daß sie über ein festes Einkommen verfügen, hebt sie als gesonderte Käuferschicht auf dem Markte der Verbrauchsguter hervor. Vor allem ist bei ihnen die Nachfrage nach Bekleidung stark unterschiedlich von der der Arbeiter. Aber auch die Ausgaben für Ernährung stehen bei ihnen vielfach unter anderen Gesichtspunkten, als bei den Arbeitern. Ihr festes Einkommen bringt es mit sich, daß die aus ihnen gebildete Käuferschicht bei den Abzahlungskäufen eine große Rolle iielt. Die von dem Institut für Konjunktursorschung gegebene Zahlenübersicht bezieht sich nur auf die mittleren und unteren Angestellten und Beamten. Sie sind eine überwiegend städtische Bevölkerungsgruppe. Mehr als die Hälfte, etwa 56 Proz., entfällt auf die größeren Städte über 50000 Einwohner. In Berlin allein wohnen über 1 Million Angestellte und Beamte einschl. Angehörige, im Ruhrgebiet über 000.000, in Hamburg rund 400000. Im einzelnen ergeben sich für die Gruppe der Angestellten und Beamten im Deutschen Reich in den Landesteilen und Provinzen je nach der Anzahl der großen Städte verschiedene Verhältnisse. befinden sich Angestellte und Beamte einschl. Angehörige in Berlin und Provinz Brandenburg 1 426000; hier gibt natürlich Berlin den Ausschlag. Die höchste Zahl der Angestellten befindet sich in Rheinland und Westfalen, und zwar 1,9 Mill. Von ihnen kommen 1,25 Mill. 14 große Städte über 50000 Einwohner. Zahlenmäßig folgt Sachsen und Mitteldeutsch#nd mit 1,65 Mill., Bayern r. d. Rh. mit 824000, Niedersachsen mit 770000, Hessen mit 620000, die Provinz Schlesien mit 606.000, Hamburg mit 000, Württemberg mit 349.000 usw. Die leitenden Angestellten und Beamten, die in allgemeinen über höhere Einkommen verfügen, sind in den Zahlen nicht enthalten; ebenso wurden die landwirtschaftlichen Angestellten ausgeschaltet. Die Bestimmung der sozialen Frauenarbeit. In Berlin ist in einer schönen Feier des 30jährigen Bestehens der Sozialen Frauenschule gedacht worden. Die besten Trägerinnen der sozialen Frauenbildung sprachen: Dr. Alice Salomon, Margarete Treuge, Dr. Gertrud Bäumer, Helene Weber, Dr. Charlotte Dietrich. Sie zogen an diesem Tage einen großen Rahmen, ließen das Fachliche als die formalistische Grundlage gelten und sahen als höchstes Ziel das Mühen um die Hingabe der Frau an die Umwelt, deren Gestaltung sie als neue berufene Krast Wesen geben soll. Der objektive Dienst des Mannes in der früheren Armenpflege ist abgelöst durch den subjektiven Dienst der Frau im Wohlfahrtsstaat. In höchster Selbstverantwortung obliegt ihr die Pflicht an der Schaffung eines sozialen Gemeinwesens. Nur diese größere Bestimmung der sozialen Frauenarbeit wird die jungen, mit Ideal und Optimismus erfüllten Fürsorgerinnen die Gefahr der Desillusionierung durch die fachliche Arbeit in der Verwaltung, wie Gertrud Bäumer sich ausdrückte, überwinden lassen. Zu den neuen Zielen der sozialen Frauenschulen zählt Helene Weber die Auseinandersetzung mit dem Leben, die über alle Gegensätze der Weltanschauung und der politischen Meinungen den Wert der Kleinarbeit erkennen läßt und die Verbundenheit mit dem Volkstum verinnerlicht. Sie forderte eine Fortbildung der Fürsorgerinnen auf dieser neuen Ebene. Alle Wünsche und Hoffnungen hatten ihr schönstes Zeichen in den vielen jungen Festteilnehmerinnen, die aus dieser Feier sicherlich den Vorsatz vollster Hingabe mitgenommen haben. 15000 deutsche Siedler für Mexiko? Ein gewisser Charles M. Thomsen in Seattle, U. S. A., beabsichtigt, 15000 deutsche Auswanderer in der Nähe von Acapulco an der Westküste Mexikos anzusiedeln. Er soll erklärt haben, daß bereits 800 Familien mit zusammen 3000 Köpfen ihre Absicht bekundet hätten, in jene Ländereten einzuwandern.— Bei diesen im Staate Guerrero gelegenen Ländereien handelt es sich um rein tropische Gebiete, in denen des sehr ungesunden Klimas wegen eine Massenkolonisation von Deutschen sicherlich schwerste Opfer an Menschenleben fordern würde. Dazu kommt ferner, daß diese Gebiete dicht mit Siedlungen von sehr bösartigen Indianern durchsetzt sind, mit denen es bei einer größeren Neuansiedlung von Europäern recht bald zu folgenschweren Streitigkeiten kommen dürfte. Dringend wird vor einer Beteiligung an diesem Unternehmen gewarnt. Jede weitere Auskunft über Fragen der Auswanderung und Siedlung und über Arbeitsmöglichkeiten im Ausland erteist kostenlos der Evangelische Hauptverein für Deutsche Ansiedler und Auswanderer E. V., Berlin N. 24, Oranienburgerstr. 13/14. Aus dem Reiche. Die Sieger des Wettbewerbs für den Reichstagsnenbau. Der Planungsausschuß des Reichstages prüfte als Preisgericht unter dem Vorsitz des Präsidenten Loebe die Entwürfe für den Erweiterungsbau des Reichstages am Reichstagsufer. Von den 17 eingereichten Entwürfen wurden drei ausgezeichnet, und zwar diejenigen von Professoren Fahrenkamp und de Fries, Düsseldorf, Holzbauer und Stamm, München, und Professoren Schmidhenner und Loebell, Stuttgart. Diese drei Entwürfe sollen zur engeren Wahl gestellt werden. Verlobung der Prinzessin Elisabeth zu Schaumburg. Wie verlautet, wird sich Prinzessin Elisabeth zu Schaumburg=Lippe, einzige Schwester des letzten regierenden Fürsten Adolf, mit dem Freiherrn Johann Herring von Frankensdorf zu Grünau bei Gmunden verloben. Die Herrings sind eine mährische Guts= und Bergwerksbesitzerfamilie, die den österreichischen Adel und Ritterstand seit 1813, den österreichischen Freiherrnstand seit 1866 besitzt. Die 21jährige Braut ist in erster Ehe mit Dr. Benvenuto Hauptmann, dem jüngsten Sohn des Dichters Gerhart Hauptmann, vermählt gewesen. Diese Ehe wurde am 13. November 1928 für nichtig erklärt. Auslandsnachrichten Das Deutsche im Lehrplan der staatlichen höheren Schulen Lateinamerikas. Das Deutsche nimmt in dem Lehrplan der staatlichen höheren Schulen Mittel= und Südamerikas einen sehr bescheidenen Platz ein. Unter den 21 Ländern Lateinamerikas ist es nur in sechs(das Englische und Französische in allen) vertreten. Es sind: Chile, Uruguay, Paraguay, Ecuador, Peru, Brasilien(Sao Paulu, Parana, Rio Grande do Sul, Rio de Janeiro). Das Deutsche fehlt also völlig in Mittelamerika Der belgische Ministerpräsident Jaspar. und in den Nordstaaten Südamerikas, während es in Ecuador und Peru, wenn nicht auch noch in dem einen oder anderen Lande nur auf dem Papier steht. Ferner kommt hinzu, daß es nirgends die alleinige Pflichtfremdsprache ist. In fünf Ländern hat der Schüler die Wahl zwischen Deutsch und Englisch, ta zweien zwischen Deutsch, Englisch und Französisch, in einem zwischen Deutsch, Engliich und Latein und in einem anderen zwischen Deutsch und Französisch. In allen angeführten Fällen wird der Schüler sich ohne weiteres für das Englische entscheiden, dazu drängen schon die engen Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten. Am besten zeigt sich das Deutsche noch in dem Lehrplan der chilenischen Schule, wo es sich nur in der Wahlstellung mit dem Französischen befindet. Die Bevölkerung Deutsch=Südwestafrikas. Nach dem Bericht der südafrikanischen Regierung an die ständige Mandatskommission des Völkerbundes über die Lage im Mandatsgebiet Deutsch=Südwestafrika ist die weiße Bevölkerung des Mandatsgebietes während des Jahres 1928 um 2790 Köpfe angewachsen, sodaß sie nunmehr 27•292 Weiße beträgt. Ueber See sind 1435 Personen eingewandert(darunter auch Besucher), ganz vorwiegend Deutsche (1245). Die Einwanderung betrug über Land 2398 Personen, vornehmlich Briten, Südafrikaner und 961 Angolaburen. Ueber See haben das Land 886 Personen verlassen, davon 690 Deutsche; über Land 1028 Personen, wiederum vornehmlich Briten und Südafrikaner. Die gesamte Eingeborenenbevölkerung wird auf 261117 Köpfe geschätzt; davon wohnen 106 937 innerhalb der Polizeizone. Die Agrarzollvorlage. Die Beschlüsse der Reichsregierung.— Getreide.— Vieh und Fleisch. Von zuständiger Stelle erfährt man über den agrarpolitischen Inhalt der neuen Zollvorlage: Die Reichsregierung beabsichtigt durch eine Reihe von Maßnahmen, für die einzelnen Getreidearten die Stabilisierung der Preise auf einem angemessenen Niveau zu erreichen. Es sollen deshalb bewegliche Zölle eingeführt werden. Als Normalzölle für Getreide sollen die gegenwärtigen autonomen Zölle gelten. Eine Veränderung dieser Zölle soll eintreten, wenn jeweils für die Zeitdauer zweier Monate die für die einzelnen Getreidearten festgesetzten Normalpreise überschritten oder unterschritten werden. In diesen Fällen werden bei Unterschreitung der Preise die gegenwärtigen autonomen Zölle um je 2 RM. erhöht, während sie bei Ueberschreiten der Normalpreise um je 2 RM. ermäßigt werden. Als Normalpreise werden bei Weizen und Braugerste Preise zwischen 250 und 270 RM. und für Hafer und Roggen zwischen 220 und 240 RM. je Tonne angesehen. Der Mehlzoll soll in Zukuft auf das Eineinhalbfache des jeweils geltenden Weizenzolls zuzüglich einer Schutzspanne von 3,75 RM. festgesetzt werden. Eine Stützung der Weizenpreise wird außerdem durch die Beibehaltung des Vermahlungszwanges von Inlandweizen in der bisherigen Form auch für die zwei nächsten Monate erreicht werden. Es ist vorgesehen, den Vermahlungszwang solange beizubehalten, als die Preisentwicklung für Inlandweizen und die Vorräte dies angezeigt erscheinen lassen. Um eine weitere Handhabung für die Stützung der Roggenpreise zu bekommen, soll ein verstärkter Anreiz zur Verfütterung von Roggen gegeben werden. Es soll Roggen, für dessen Verbilligung bis zu 20 Millionen RM. bereitgestellt werden sollen, aus den Erzeugergebieten des Ostens nach den Hauptverbrauchsgebieten namentlich im Westen gebracht und dort an Schweinemäster geDie russisch=chinesischen Kämpfe. Uebersichtskarte über das Kriegsgebiet in der Mandschurei. Nach einer Meldung aus Charbin haben die Sowjet=Russen die Stadt Charbin, sowie das gesamte mandschurische Gebiet westlich der Kinganberge besetzt. Die chinesischen Truppen sollen sich auf dem Rückzuge befinden. Man befürchtet das Vorrücken der Russen bis Charbin. Die Vorgänge an der russisch=chinesischen Grenze haben zu einer bedeutsamen Entwicklung der innenpolitischen Lage in China geführt. Alle Machthaber in dem von fortwährenden Bürgerkriegen zerrissenen China sind sich einig in dem Bestreben, dem inneren Krieg ein Ende zu bereiten. liefert werden. Nur solchen Schweinemästern, die derartigen verbilligten und gekennzeichneten Roggen beziehen, soll in Zukunft die Einfuhr von Futtergerste zu dem bisherigen niedrigen Zollsatz von 2 RM. möglich sein. Im übrigen wird der Zollsatz von Futtergerste auf 5 RM festgesetzt werden. Diese ganze Regelung soll aber nur für das Jahr 1930 gelten. Es ist zunächst daran gedacht, den Zollsatz für Futtergerste von 2 RM. an die Bedingung zu knüpfen, daß für sieben Zentner Gerste drei Zentner gekennzeichneter Roggen abgenommen werden müssen. Die Reichsregierung soll die Möglichkeit haben, dieses Verhältnis zu ändern, wenn die Entwicklung des Schweine= oder des Roggenpreises dies erforderlich macht. Hand in Hand mit der vermehrten Verfütterung von Roggen soll die Einlagerung einer größeren Menge Roggen gehen. Die Neuregelung der Getreidezölle macht es erforderlich, auch die Ein fuhrscheine neu zu regeln. Wenn in Zukunft bewegliche Zölle in Kraft gesetzt werden sollen, besteht die Gefahr, daß das System der Einfuhrscheine zu Spekulationen auf Kosten der Reichskasse ausgenützt wird. Es ist deshalb notwendig, den Wert des Einfuhrscheines nach dem niedrigsten für die Zukunft vorgesehenen Zollsatz zu bemessen. Dies bedeutet, daß der Wert der Einfuhrscheine bei Roggen und Hafer von 6 auf 5 RM. und bei Weizenvon 6,50 auf 5,50 RM. herabgesetzt wird. Entsprechendes gilt für die Einfuhrscheine für Müllereierzeugnisse. Nachdem für das Jahr 1930 zwei Futtergerstenzölle gelten sollen, wird es möglich sein, den Einfuhrschein für Braugerste, dessen Wertbestimmung bisher der Zollsatz für Futtergerste von je 2 RM. zugrunde gelegt wurde, auf 3.50 RM. je Doppelzentner zu bewerten. Dadurch wird bis zu einem gewissen Grade dem seit langer Zeit geäußerten Wunsche der Braugerste bauenden Landwirtschaft auf Erhöhung des Wertes der Einfuhrscheine Rechnung getragen werden. Entsprechend den Beschlüssen des handelspolitischen Ausschusses des Reichstages sollen die Zölle für Rindvieh auf 27 RM. und für Schafe auf 22,50 RM. je Doppelzentner, die Mindestzölle auf 24.50 und 22.50 RM. festgesetzt werden. Hinsichtlich des Schweinezolles wird davon ausgegangen, daß bei einem Preisstande von 70 bis 85 RM. je Zentner Lebendgewicht der gegenwärtige Zoll je Doppelzentner ausreicht. Wird der Preis von 70 RM. unterschritten, so wird der Zoll um 50 v. H. erhöht, wird der Preis von 85 RM. überschritten, so wird der Zoll um 50 v. H. ermäßigt. Entsprechendes gilt für die Regelung des Mindestzolles für lebende Schweine.— Der gegenwärtige autonome Teil für Fleisch(45 MM. jc Doppelzentner) wirs beibehalten. Westlalen und Kkeinland. Ausden Undustriegebtei Zu dem Grubenunglück in Hamborn. Hamborn, 28. Nov. Zu dem Grubenunglück auf Schacht 3/4 der Vereinigten Stahlwerke in Hamborn, bei dem, wie bereits berichtet, vier Hamborner Bergleute ums Leben kamen und acht verletzt wurdes, erfahren wir noch: Die Vertreter des Oberbergamtes in Dortmund nahmen eine eingehende Untersuchung über die Ursache des Unglücks vor. Die Untersuchung ist zurzeit noch nicht abgeschlossen. Man nimmt an, daß eine im Betriebe aangeschlagene Wasserader den Zusammenbruch der Strecke verursacht hat. Die Wassermassen brachen mit großer Gewalt herein, und von den dabei mitgerissenen Gesteinsmassen und Stempeln wurden die 12 Bergleute mehr oder weniger verschüttet. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen, doch konnten im Laufe der Nacht vier der Verschütteten, zwei Hauer, ein Lehrhauer und ein Schlepper, nur als Leichen zeborgen werden. Von den acht Verletzten konnten vier in ihe Wohnungen gebracht werden, während vier weitere im Krankenhaus Aufnahme finden mußten. Bei keinem der Verletzten liegt Lebensgefahr vor. * Bottrop, 28. Nov.(Ein„liebenswürdiger“ Wanderbursche. Eine Ehefrau, die in der Feuerwerkerei wohnt, befand sich allein in ihrer Wohnung. Ein etwa 30 Jahre aller Wanderbursche bat die Frau um ein Almosen. Als sie antwortete, sie habe kein Geld, erhielt sie eine Ohrfeige. Der Bursche verschwand hierauf. Die Frau mußte außerdem feststellen, daß zwei Zwanzigmarkscheine, die auf dem Küchentisch lagen, verschwunden waren. Remscheid, 28. Nov.(Einbrecherbande festgenommen.) Von der Kriminalpolizei wurden vier Einbrecher festgenommen, auf deren Konto eine Reihe von in den verschiedensten Stadtteilen ausgeführten Einbrüche kommen. Eine ganze Reihe der Straftaten konnte den Dieben bereits nachgewiesen werden. Düsseldorf, 28. Nov.(Ein Jahr Gefäng= nis für Auen fahrlässigen Chauffeur.) Der Kraftwagenführer J. Kreuls hatte am 13. Aug. mit drei jungen Leuten ein leer vor dem Kirmesplatz in Bilk stehendes Auto bestiegen, um eine Schwarzfahrt nach Hamm zu machen. Unterwegs wurden drei Wirtschaften besucht und in rasender Geschwindigkeit ging die Fahrt nach Hamm. Kurz hinter der neuen Rheinbrücke fuhr das Auto mit voller Wucht gegen einen Mast, dann gegen eine Scheune und blieb schließlich, nachdem es noch einen Gartenzaun niedergerissen hatte, zertrümmert liegen. Die drei Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert. Einer starb am nächsten Tage im Krankenhaus, während di anderen schwerverletzt wurden. Kreuls erschien nun vor dem Schöffengericht, wo er sich wegen Diebstahls(nicht des Autos, das er ja nicht stehlen wollte, sondern wegen Benzindiebstahls) und wegen fahrlässiger Tölung und Körperverletzung zu verantworten hatte. Die Zeu#ena## sagen ergaben, daß Kreuls mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern unter der Brücke hergesaust sei und daher die kurz hinter der Brücke liegende Kurve nicht nehmen konnte. Ferner soll er ohne die Hand am Steuer, das Auto fahren gelassen haben. Das Gericht verurteilte Kreuls wegen unverzeihlicher Fahrlässigkeit und Benzindiebstahls zu einem Jahr Gesängnis. 75=Jahrfeier der Handelskammer Münster Eine Ansprache des Preußischen Handelsministers. Lehrkurse im Bergbau. Für Grubenkontrolleure und Betriebsräte. Auf Grund zweier Beschlüsse des Preußischen Landtags besteht die Absicht, sowohl den Grubenkontrolleuren, die im Steinkohlenbergbau den Revierbeamten als Hilfsarbeiter beigegeben sind, wie allgemein den Betriebsräten im Bergbau eine Ausbildung in den grundlegenden Fächern der Bergbaukunde, Lagerstättenkunde und insbesondere auf dem Gebiete der Unfallverhütung zuteil werden zu lassen. Im Oberbergamtsbezirk Dortmund ist bereits vor einiger Zeit mit der Abhaltung derartiger Unterweisungen unter Anwendung von Lichtbildern und anderem Unterrichtsmaterial begonnen worden. Diese Veranstaltungen haben großen Beifall gefunden und sollen nunmehr, wenn auch nicht überall in der gleichen Form, auf den gesamten preußischen Bergbau ausgedehnt werden. Dabei muß von dem Gesichtspunkt ausgegangen werden, daß die Ausbildung möglichst grundlich sein soll, und daß die Unterrichtsstunden den Charakter regelmäßiger, periodisch zu wiederholender Lehrkurse tragen müssen. Andererseits war zu berücksichtigen, daß für derartige Unterrichtszwecke keine unbeschränkten Staatsmittel verfügbar sind, daß den Kursusteilnehmern Kosten und Zeitverluste möglichst erspart werden sollen, und daß schließlich auch den Werken keine größeren Kosten und Betriebsstörungen durch die Kurse erwachsen sollen. Es wird daher von dem ursprünglichen Plane, die Lehrkurse in den Bergschulen abzuhalten, Abstand genommen und der Unterricht in die Hände der Bergrevierbeamten und deren Hilfsarbeiter gelegt werden, womit der praktische Zweck verbunden ist, daß eine ständige enge Fühlungnahme zwischen den Organen der Bergbehörde und den Arbeitervertretern gewährleistet ist, und daß ferner die Möglichkeit besteht, die Betriebsräte besser mit den besonderen Verhältnissen der einzelnen Reviere vertraut zu machen. Ferner hat es sich als notwendig herausgestellt, die Unterweisung der Grubenkontrolleure von der der Betriebsräte getrenur zu handhaben, da die Grubenkontrolleure in ihrer Eigenschaft als Hilfsarbeiter der Bergrevierbeamten auch noch auf anderen Gebieten der behördlichen Tätigkeit ausgebildet werden müssen. Für sie sind neben einer regelmäßigen Unterweisung durch den Revierbeamten Vorträge auf den Oberbergämtern und an den Bergschulen vorgesehen, woran sich noch Lehrbefahrungen auf Gruben und Versuchsstrecken anschließen sollen. Von den Betriebsräten sollen zunächst nur die Arbeitermitglieder obligatorisch an den Kursen beteiligt werden, und zwar die Mitglieder der Betriebsausschüsse oder die Vorsitzenden der Betriebsräte bezw. die Betriebsobmänner. Den übrigen Arbeitervertretern soll zunächst die Beteiligung an den Kursen freigestellt werden. Als Lehrstoff kommt neben Bergbau= und Lagerstättenkunde hauptsächlich Unfallverhütung in Betracht, die möglichst an Hand praktischer Beispiele aus dem Betriebe vorzuführen ist. Der Umfang eines Lehrkurses wird ungefähr 20—24 Unterrichtsstunden betragen, wobei auf einen Lehrtag zweckmäßig 2 Stunden entfallen. In welchem Zeitraume die 10—12 Lehrtage aufeinander folgen sollen, wird von den näheren Umständen abhängig zu machen sein. In Revieren, wo die Gruben weit zerstreut liegen und größere Entfernungen bestehen, wird man längere Zeiträume einlegen müssen. In der Regel sollen die Kurse revierweise auf den Bergrevierbüros stattfinden, doch ist vorgesehen, daß für mehrere benachbarte Reviere, wenn die Entfernungen nicht zu groß werden, der Unterricht an zentral gelegener Stelle zusammengefaßt werden kann. In räumlich großen Revieren bei zerstreuter Lage der Gruben und großen Entfernungen wird der Revierbeamte die Belehrung auf der Grube selbst gelegentlich seiner dienstlichen Anwesenheit daselbst vornehmen müssen. Die Entscheidung über diese Einzelheiten wird den Oberbergämtern je nach der Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse selbst überlassen bleiben müssen. Nach vorstehend skizzierten Richtlinien ist die Unterweisung der Arbeitervertreter vorläusig gedacht. Gewisse Unterschiede werden nicht zu vermeiden sein, da die Verhältnisse nicht nur in den einzelnen Bergrevieren und Bergbaubezirken, sondern auch bei den einzelnen Bergbauarten(Steinkohle, Braunkohle, Erz Kali, Erdöl) recht verschieden ist. Der Hauptgedanke aber, durch Unterweisung der Arbeitervertreter auf dem Gebiete der Unfallverhütung sowohl auf die gesamten Belegschaften als auch auf die Betriebsleitungen in günstigem Sinne einzuwirken und den praktischen bergmännischen Kenntnissen die nötige theoretische Grundlage zu geben, wird hoffentlich Früchte tragen und erfolgreich dabei mitwirken, die Unfallziffern im deutschen Bergbau weiter zu verringern. +t Münster, Mlinden, Sauerland Münster, 28. Nov.(Festnahme mit Hindernissen.) Auf Ersuchen der Kriminalpolizei in Hamm sollte bei einer Hausangestellten auf der Mecklenburgerstraße, die wegen Schwindeleien gesucht wurde, Ermittlungen angestellt werden. Zu diesem Zweck sollte die Angeschuldigte der Kriminalpolizei vorgeführt werden. Am Aasee unternahm die Festgenommene plötzlich einen Fluchtversuch und sprang ins Wasser. Der begleitende Kriminalbeamte sprang sofort nach und konnte mit vieler Mühe die Lebensmüde retten. Minden, 28. Nov.(Todessturz von der Leiter.) Der 80jährige Eisenbahnschaffner a. D. Karl Kollmeyer aus der Lübeckerstraße wollte nach dem Schlachtfest in der Fleischkammer die Würste aufhängen. Plötzlich glitt die Leiter, auf der er stand, aus, und der alte Mann stürzte zu Boden. In kurzer Zeit erlag er den schweren inneren Verletzungen. * Mord. Paderborn, 28. Nov. Bei Fürstenberg (Kreis Büren) wurde die 23jährige Gutsbesitzerstochter Elisabeth Schäfer erschossen aufgesunden. Es liegt Mord vor. Von dem Täter hat man noch keine Spur. Von Rhein und Mosel Köln, 28. Nov.(Verhaftung eines Kölners in Zuaim.) Wie die Blätter melden, wurde in Znaim ein Kölner Kaufmann, der früher deutscher Offizier gewesen sein soll, und nach dem bei ihm vorgefundenen Reisepaß Hubert Jessen heißt, unter Spionageverdacht verhaftet und ins Kreisgericht eingeliefert. Er hatte auch versucht, in einzelnen Geschäften Einkäufe mit ungültigen deutschen Marknoten zu machen. Es wurden bei ihm zwei allgemein käufliche Aufnahmen der Znaimer Eisenbahnbrücke über die Thaja und der städtischen Wasserwerke, sowie ein verdächtiger Brief vorgefunden. Jessen soll schon einmal in Troppau unter Spionageverdacht festgenommen worden sein. * Flieger=Kundgebungen zum Befreiungstage. Aachen, 28. Nov. Aus Aachen meldet man: Etwa 10—15 Flugzeuge aus Aachen, Berlin, Braunschweig, Dresden, Cöthen, Erfurt, Karlsruhe, München und Stuttgart werden an einem Sternflug teilnehmen, der die Flieger am Freitag nachmittag nach Düsseldorf führt. Die Tragdecken aller Maschinen erhalten in riesigen Lettern die Beschriftung:„Nachen ist feet!“ Münster, 28. Nov. Am 26. November hielt der Preußische Minister für Handel und Gewerbe, Dr. Schreiber, aus Anlaß der 75 Jahrfeier der Handelskammer in Münster, eine Ansprache, in der er ausführte: 75 Jahre sind in der Geschichte einer alten Stadt wie Münster nur eine verhältnismäßig kurze Zeitspanne. Damals das Einleben in die eben erst geschaffene erste preußische Verfassung, die der bis dahin absoln en Monarchie einen konstitutionellen Charakter verlieh, und jetzt der Volksstaat, zu dem die Weimarer Verfassung, die das ganze Volk zur Mitverantwortung und zur Mitarbeit an den staatlichen Dingen aufruft, die Grundlage des schweren Wiederaufbaues geschaffen hat.. Und auch diese Verfassung wird in ihren Einzelheiten nichts Endgültiges sein. Gerade wir in der Wirtschaft empfinden mit besonderer Deutlichkeit wie das Nebeneinander von Reich und Ländern die Verwaltung kompliziert und die einfache und sparsame Verwaltung erschwert und verhindert, die in Deutschland mit seinen schweren aus dem Kriege herrührenden Lasten mehr nottut, als irgendwo sonst. Wir beobachten mit Sorge, wie die durchgreifende Finanzreform, die der deutschen Wirtschaft Entlastung und die Möglichkeit der Gesundung bringen muß, erschwert wird durch die Vielheit der beteiligten öffentlichen Stellen, die aus den gleichen finanziellen Quellen schöpfen wollen. Aber auch in der Wirtschaft sind die Veränderungen seit dem Geburtstag der Kammer nicht geringer gewesen. Damals die Zeit der starken deutschen Auswande"„ 5 besten Kräfte unseres Volkes in der neuen Welt Amerika ihre Zukunft suchten; dann ein beispielloser wirtschaftlicher Aufstieg und jetzt nach den wirtschaftlichen und politischen Verheerungen des Krieges wieder ein Ueberfluß ron Men chen räf en und eine Arbeitslosigkeit in unserem Vaterland, die nicht nur für den unmittelbar betroffenen Arbeitnehmer und seine Familie, sondern auch für Staat und Wirtschaft schwere Sorgen und Belastungen mit sich bringt. Als im Jahre 1903 einer meiner Vorgänger, der aus Westfalen stammende Handelsminister Möller, zur Einweihung Ihres Kammergebäudes hier weilte, wies er auf den gewaltigen Aufschwung Amerikas hin mit den Worten:„Wolle Gott verhüten, daß die Zeiten wiederkehren, wo aus diesen deutschen Landesteilen Zehntausende in die Fremde auswandern mußten.“ Heute hat die Auswanderung deutscher Volksgenossen wieder recht beträchtliche Zahlen erreicht, und es darf daher nicht länger damit gezögert werden, der deutschen Volkswirtschaft diejenige Entwicklungsmöglichkeit zu geben, die eine Einordnung der Arbeitslosen in den Wirtschaftsprozeß und damit die allmähliche Lösung des Arbeitslosenproblems zur natürlichen Folge haben wird. Mehr denn je ist auch für die politische Geltung der Völker, deren wirtschaftliche Macht von Bedeutung. Während in früheren Zeiten hierfür die Wahrhaftigkeit fast allein ausschlaggebend war, zeigt uns das Beispiel Ameriras, daß die wirtschaftliche Prosperität und Leistungsfähigkeit heute auch in den außenpolitischen Beziehungen der Völker die entscheidende Rolle spielen. Wir dürfen auch aus diesem Grunde nichts unversucht lassen, um durch gründliche Reformen unter Zurückweisung kleinlicher Bedenken der Wirtschaft unseres Volkes den Aufstieg zu ermöglichen. Dazu bedarf es freilich auch der Zusammenfassung der Kräfte in der Wirtschaft selbst. Von diesem Gedanken habe ich mich leiten lassen, als ich vor kurzem eine Neuorganisation des Handelskammerwesens in Rheinland und Westfalen durchführte, die seit mehr als 30 Jahren das Ziel meines Ministeriums gewesen ist. Daß dabei kleinere Industrie= und Handelskammern verschwinden mußten, bedauere ich, denn sie haben an sich ihre Pflicht getan. Aber der Kreis, in dem sie sie tun konnten, war zu eng geworden und der Nutzeffekt ihrer Arbeit stand nicht mehr im richtigen Verhältnis zur Entwicklung der Wirtschaft. Deshalb war ihre Zusammenlegung mit den Nachbarkammern unvermeidlich. Aber auch die Zusammenfassung der Kräfte der bestehenbleibenden Kammern war erforderlich. Ich habe daher jeweils mehrere benachbarte Kammern zu Zweckverbänden vereint, denen in der Zusammenfassung zu einer einzigen Arbeitsgemeinschaft für das ganze rheinisch=westfälische Industriegebiet die Möglichkeit gegeben sein wird, wichtige große gemeinsame Fragen gemeinsam zu lösen. Bei dieser Veranlassung habe ich nicht volle Gegenliebe bei allen Kammern gefunden. Besonders eine Nachbarkammer hat den Widerstand gegen den Zweckverbandsgedanken erst dann aufgegeben, als sie hier in Münster sich entschlossen haben, ebenfalls dem Zweckverband des schwerindustriellen Gebietes von Essen bis Dortmund beizutreten. Dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle meinen Dank sagen. Sie haben damit zum Ausdruck gebracht, daß in Ihrem Bezirk, der die vielseitigsten Wirtschaftszweige vertritt, auch die Schwerindustrie ihre Pflege finden soll, und daß sie den Teil Ihres Bezirkes, in dem die Montanindustrie ganz besonders vorherrscht, nicht von Ihrem Gebiet trennen lassen wollen. Der Erhaltung Ihrer Kammer und Ihrer weiteren segensreichen Arbeiten gelten deshalb am heutigen Tage meine herzlichen Glückwünsche. Mit ihr steigen alle Maschinen am Samstag mittag auf, und in zwei bis drei Geschwadern fliegen sie zunächst über größere rheinische Städte, dann über einen Teil des befreiten Gebiets, u. a. Jülich. Ohne Aachen, das ja erst Samstag nacht frei wird, zu berühren, landen die Flugzeuge in dem Vorort Weiden. Von dort steigen sie am Sonntag morgen wieder auf, formieren sich erneut zu Geschwadern und erscheinen kurz vor 12 Uhr über der Stadt Aachen, wo sie etwa eine halbe Stunde kreuzen werden. Im Anschluß daran führt der Flug über das ganze Aachener Gebiet (Stolberg, Eschweiler, Düren usw.). Das dürfte bis gegen 2 Uhr dauern, dann erfolgt, wiederum auf dem Flugplatz in Weiden, die Landung. Montag findet hier eine Tagung der„Idaflieg" statt. Holländische Zeitungen wissen zu berichten, daß die letzten belgischen Truppen(das 2. Bataillon des 4. Pionierregiments) Samstag vormittag 11 Uhr die Stadt verlassen. Die anderen Teile(das 7. Inf.=Reg.) sind bereits Montag abgerückt. Um 11.40 Uhr wird die belgische Fahne an der Wohnung des Generalleutnants Pouleur niedergeholt werden. Die Truppen marschieren zum Hauptbahnhof und fahren dann mit einem Wilitärzug nach Namur. Der General und sein Stab werden die belgische Grenze bei Köpfchen überschreiten. Die ungetreue Hausangestellte. Bonn, 28. Nov. Ein in Bonn wohnender Theaterdirektor hatte vor drei Jahren für sich und seine Gruppe ein Engagement nach Amerika angenommen. Vor seiner Abreise betraute er mit der Beaussichtigung und Verwaltung seines Hauses seine Hausangestellte. Sie hatte außerdem jeden Monat die Mieten einzuziehen. In Verlaufe der Jahre hat die Hausangestellte, das in sie gesetzte Vertrauen schmählich mißbraucht. Alles was nicht nietund nagelfest war, verkaufte sie und führte das Leben einer großen Dame. Selbst die im Keller in Kisten aufbewahrten Theaterrequisiten, Kostüme und sonstige Gegenstände wurden versilbert. Als der Theaterdirektor vor einigen Monaten unerwartet heimkehrte, fand er in seinen Räumen fast nichts mehr vor. Außerdem mußte er feststellen, daß die Steuerbehörde ihm auf sein Haus wegen Nichtzahlung der Steuern eine Zwangshypothek in Höhe von 3000 Mark eingetragen hatte. Das Bonner Schöffengericht hatte seinerzeit die Hausangestellte wegen fortgesetzten schweren Diebstahls und fortgesetzter Untreue zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen die Höhe des Urteils legte die Angeklagte Berufung ein, die nunmehr vor der Bonner großen Strafkammer zur Verhandlung anstand. Die Bonner Strafkammer ermäßigte die Strafe mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Notlage der Angeklagten auf neun Monate Gefängnis. Nach Verbüßung von drei Monaten soll der Rest der Strafe auf drei Jahre unter der Bedingung ausgesetzt werden, daß sich die Angeklagte während dieser Zeit gut führt und ihrem ehemaligen Dienstherrn den entstandenen Schaden in Höhe von 40 000 Mark nach besten Kräften ersetzt. Ueberfall auf einen Notar. Trier, 28. Nov. Am 26. April erschien auf der Kanzlei des inzwischen verstorbenen Notars Dumont in Trier der Landwirt Lauer aus Hinzenburg und verlangte den Notar zu sprechen. Als dieser ins Zimmer trat, stürzte sich der Landwirt mit gezücktem Messer auf ihn. Aber noch ehe es dem Manne gelang zuzustechen, konnte ihm von dem Notar die Waffe entwunden werden. Dieser Vorfall hatte ein gerichtliches Nachspiel vor dem Schwurgericht in Trier. Der Landwirt stand unter der Anklage des vorsätzlichen Tötungsversuchs, Hausfriedensbruchs und der Beleidigung. Wie sich in der Verhandlung ergab, hatte der Landwirt den Notar um Besorgung eines Darlehns von 2000 Mark gebeten und die erforderlichen Papiere beigebracht. Der Notar hatte ihm daraufhin schon 200 Mark aus der eigenen Tasche vorgestreckt. Später stellten sich jedoch in der Geldbeschaffung Schwierigkeiten ein, so daß der Notar schließlich die bereits vorgeschossenen 200 Mark zurückverlangte. Der Landwirt glaubte sich nun benachteiligt und hatte schon verschiedentlich den Notar, der inzwischen seine Forderung von 200 Mark zwangsweise beitreiben ließ, aufgesucht, um doch noch sein Darlehen zu erhalten. Wie der Angeklagte angibt, habe er auch an dem fraglichen Tage mit dem Notar verhandeln wollen. Er habe in der Kanzlei auf den Notar gewartet und gerade mit seinem Taschenmesser Tabak geschnitten, als der Notar mit einem Stock bei waffnet ins Zimmer gekommen sei und ihm einen Schlag versetzt habe. Er sei sehr aufgeregt gewesen und habe sich auf den Notar gestürzt, wobei er zufällig das Messer noch in der Hand gehabt habe. Der Angeklagte bestreitet entschieden die Absicht gehabt zu haben, den Notar zu verletzen oder gar zu töten. Die Aussagen der Zeugen lauteten jedoch nicht günstig für den Angeklagten, der von einem medizinischen Sachverständigen als ein leicht erregbarer und jähzorniger Mensch hingestellt wurde. Das Gericht verurteilte ihn wegen versuchter Nötigung, Beleidigung und Hausfriedensbruchs zu einer Gefängnisstrafe von sechs MonatenDen Stiefsohn erschlagen. St. Ingbert, 28. Nov. Als mutmaßlicher Mörder des Bergmanns Johann Ruffing, in der Nacht zum 18. November im Walde von St. Ingbert mit schweren Verletzungen aufgefunden wurde und später starb, wurde vor einigen Tagen Rufsings Stiefvater, der Metzger Odenwälder aus Spiesen, verhaftet. Odenwälder hat nunmehr eingesta“ den, daß er am Mordtage mit Ruffing die Kirchweih von St. Inghert besucht, ihn gehörtg betrunken gemacht und dann auf dem Naghausewege erschlagen habe. Vorher hatt er seinen Stiefsohn durch mehrere Haftpflichtabonnements gegen Unfall versichert. Idus Sadene gegen Husten, Hleiserkeit Donnerstag. 5.Dezember, 8851 — 4 Uhr und 8 Uhr— MODENSCHAU im Freischütz. Wie neu wird Ihre alte Damenuhr in meiner Werkstatt umgearbeitet zu einer modergen Armbanduhr. Kosten geting. Sämtliche Reparaturen sauber und billigst. 8509 G. CALNUS Goldarbeiter, Hörde, Hermannstraße 20. Hüftgürtel u. Corseletts 8870 billigst bei Helene Davids& Co., Hörde, Hermannstraße 54. Wir empfehlen: Frische Hasen im Fell.. 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Sie übernimmt die Verwaltung vom 1. Jan. 1930 ab. Von diesem Zeitpunkt gelten die Einlagen bei der bisherigen Zweigstelle in Holzwickede als Einlagen der Amtssparkasse Unna=Kamen unter Garantie des Amtsverbandes Unna=Kamen. Letztere treten infolge Schuldübernahme in alle Rechte und Pflichten der Stadtsparkasse Dortmund und des bisherigen Garantieverbandes ein. Die Einlagen bei der Hauptstelle der ehemaligen Amtssparkasse Aplerbeck, der jetzigen Zweigstelle X der Stadtsparkasse zu Dortmund, gelten als Einlagen der Stadtsparkasse Dortmund. Die erforderliche Zustimmung der Einleger gilt als stillschweigend erteilt, wenn nicht bis zum 1. Januar 1930 von den Gläubigern über das Guthaben anderweitig verfügt ist. Die Stadtsparkasse zu Dortmund betrachtet sich vom 1. Januar 1930 ab aus allen Rechten und Pflichten gegenüber den Einlegern bei der Zweigstelle Holzwickede entlassen. Maßgebend ist dabei der Stand der Einlagen am 31. Dezember 1929. Diese Bekanntmachung erfolgt anstelle von Einzelbenachrichtigungen an die beteiligten Einleger. 8879 Dortmund. den 15. Dezember 1929. Der Magistrat: gez. Eichhoff. gez. Dr. Kaiser. gez. Dr. Ostrop. Der Vorstand der Stadtsparkasse zu Dortmund: gez. Dr. Kaiser. gez. Luthe. Unna, den 22. November 1929. Für das Amt Unna=Kamen: gez. Lehmhaus. Bürgermeister. gez. Honermeier, Amtsbeigeordneter. Der Vorstand der Amtssparkasse Unna=Namen: gez. Lehmhaus. gez. Zevven feld. Zum Militär=Großkonzert der Reichswehr in der Westfalenhalle. Wie mitgeteilt wird, werden am 30. Nov. in der Westfalenhalle in Dortmund bei demn Militär=Großkonzert folgende Werke aufgeführt: Eingeleitet wird das Konzert mit dem Königsmarsch von Dr. Richard Strauß. Dann folgt aus Richard Wagners Ring der Nibelungen„Der Einzug der Götter in Walhall“ aus„Rheingold“ und eine Fantasie aus„Die Walküre". Als Abschluß des ersten Teiles kommt die altbekannte Ballade„Prinz Eugen der edle Ritter“ in der ältesten Bearbeitung von Hilger zu Gehör. Der zweite Teil ist der Original=Militär= musik gewidmet und beginnt mit zwei Märschen, dem„Altpreußschen Heeresmarsch" und „Flamme empor". Präsentiermarsch. Beide Märsche kommen mit Fanfarentrompeten zu Gehör. Der letztere ist eine Komposition des verstorbenen Heeresmusikinspitienten Professor Hackenberger. Hierauf treten die Spielleute des 18. Jufanterie=Regiments mit an und schlagen mit den vereinten Musikkorps zusammen den Heeresmarsch Nr. 241(Schwedischer Marsch). Anschließend bringt das Programm eine chronologische Zusammenstellung historischer Mär'che von den frühesten Anfängen bis zur Jetztzeit von Kaiser, neu bearbeitet von Prof. Hackenberger. Gerade dieses Werk. vorgetragen von Militärkapellen in solcher Stärke, hat überall, wo es zu Gehör gebracht wurde, eine geradezu begeisterte Aufnahme gefunden. Feierlich für jeden Konzertbesucher, insbesondere für jeden alten und jungen Soldaten, wird der Abschluß des Konzertes durch den Großen Zapfenstreich“ unter Hinzuziehung der Spielmannzüge und von 40 Fanfarenbläsern. Das Konzert, dessen Reinertrag für Wohltätige Zwecke bestimmt ist, dürfte auch für Dortmund, ebenso wie bisher in anderen deutschen Städten, ein musikalisches Ereignis werden. Durch die Aufstellung eines Blasorchesters von etwa 500 Militärmusikern entsteht ein Klangkörper von besonderer Schönheit. Die Leitung des Konzerts hatte der Heeresmusikinspizient, Professor Hackenberger übernommen. Da dieser jedoch ganz plötzlich verstorben ist, wurde die Leitung dem Obermusikmeister Cellarius vom Infanterie=Regiment 18 aus Münster übertragen. * Leonardo Aramesco im Freischütz. Auf das große Ereignis der Konzertsaison: das Auftreten von Leonardo Aramesco, 1. Heldentenor am Westdeutschen Rundfunk. am 30. November abends 7½ Uhr im Freischütz, wird wiederholt hingewiesen. * Hörde, 28. Nov.(Protest gegen die Fremdenlegion.) Der Bund ehemaliger Legionäre, Si“ Düsseldorf, veranstaltete im„Deutschen Haus“, Hörde, eine Ausstellung, verbunden mit Vorträgen über die Fremdenlegion. Der Theaterverein„Brüderschaft“ führte im Stiftshaf das fünfaktige Schauspiel„Der Fremdenlegionär“ auf. Das Stück ist den Deuschen gewidmet, die in der Fremdenlegion ihren Tod fanden. Der Abend wurde durch den Prolog„Der Fremdenlegionär“, eingeleitet. Herr Wolf. Dortmund, dankte dem Theaterverein:„Brüderschaft“ für sein Mitwirken und gab einige Aufklärungen über die Fremdenlegion. Es folgte das Theaterstück unter der Leitung von W. Ißmuth. Die Rollen lagen in guten Häfden und es wurde ein vorzügliches Spiel geboten. Starker Beifall belohnte die Spieler. Berghofen, 28. Nov. Auf den Theaterabend des Dramatischen Vereins„Riegedacht“ wird nochmals hingewiesen. Wie schon bekannt sein dürfte, führt der Verein den dreiaktigen Schwank„Banditenstreiche" oder„Ohne Geld durch die Welt“ auf. Dieser Schwank ist von solch köstlichem Humor durchwebt, daß die Lachmuskeln der Besucher drei Stunden in Tätigkeit gehalten werden. Zwei arundehrliche Handwerksburschen, Anton und August, werden hier verwechselt. Anton als Sohn eines reichen amerikanischen Dollarfürsten, August als der Sekretär des Sohnes. Sie werden von dem Fliegenfänger Lehmann zum Aufenthalt in seinem Kause eingeladen. Hier ergehen sich urkomische Szenen. de jede Lachmuskel für einige Minuten in Tätigkeit halten werden. Zwiebel, der Dorfpolizist, in seiner Amtswürde wird non diesen beiden Handwerksburschen verulkt. Auch Marie. das Dienstmödel bei Lehmarn, hat ein Auge auf den Sekretär geworfen. Aber da kommt Rita, die Tochter des Geflügelhändlers Meier, dazu und glaubt, doch mehr Anrecht an den August zu besitzen, da der Anton schon von Erika, der Tochter Lehmanns. mit Beschlag belegt worden ist. So steigert sich alles und Meier und Lehmann sind schließlich die Blamierten. Näheres durch spätere Anzeige. Spiel, Sport, JurnenArbeiter=Athletenbund. Arb. Kraftsport v. Schüren 27— Archilles Brambauer 26. Am Sonntag findet der Meisterschaftskampf statt zwischen dem vorjährigen Nordwestdeutsch. Meister Achilles Brambauer 26 und dem Arb. Kraftsportv. Schüren 27 Schüren in einer ganz verstärkten und neuen Aufstellung wird versuchen, den Achillesleuten die Punkte diesmal zu nehmen. aber auch Brambauer vird dies zu verhindern suchen. Auf den Sieger zu tippen, hält schwer, da beide Vereine sich auf Sieg eingestellt haben. Aus den Kirchengemeinden. Hörde, 28. Nov.(Evangel. Frauenhilfe I.) Die Bezirksfrauen werden daran erinnert, daß die Kaffeekarten für die Bezirksfrauentagung bis Freitag, den 29. Nov. im Pfarrhause geholt werden müssen. Bohwinkel, Pfarrer. Wie entstehen unsere Urteile? Es gibt wohl nur wenig Menschen, die nicht auf ihre Urteilsfähigkeit stolz sind und in dem Glauben leben, daß ihr Urteilsschatz die Frucht eigenen Nachdenkens wäre. Trifft dies nun wirklich zu? In Wahrheit liegen die Dinge so, daß wir gar nicht in der Lage sind, uns über alles und jedes selbst ein Urteil zu bilden, sondern die Mehrzahl unserer Urteile fix und fertig beziehen und ungeprüft weitergeben. Die deutsche Sprache, die ja über eine sehr sinnfällige Ausdrucksmöglichkeit verfügt, hat für solche Urteile die sehr treffende Bezeichnung Vor=Urteile geprägt und will damit sagen, daß wir ein Urteil vorwegnehmen, uns als voreilig ein Urteil bilden, anstatt es auf selbst gesammelten Erfahrungen aufzubauen. Wir alle schleppen solche Vor=Urteile mit uns herum, meist ohne es zu wissen. Es gibt eine ganze Anzahl Vorurteile, die anscheinend nur schwer ausrottbar sind; sie stützen sich nicht auf Tatsachen, sondern auf vorgefaßte Meinungen. Ein solches Vorurteil bestand z. B. bis zum Kriege ziemlich allgemein gegen Margarine. Es ist merkwürdigerweise auch heute noch nicht ganz verschwunden. Daß es sich dabei um ein Vorurteil handelt, geht zur Genüge daraus hervor, daß man diese Abneigung nur bei Menschen anzutreffen pflegt, die Margarine nicht aus eigener Anschauung kennen; sie haben sie wohl hundertmal unbewußt gegessen, aber sie sträuben sich gegen thre bewußte Verwendung. Da eine gute Margarine kaum von Butter zu unterscheiden ist, gibt es für dieses Vorurteil nur eine plausible Erklärung, und das ist— es klingt paradox— ihr niedriger Preis, der z. B. für die führende deutsche Marke,„Rama im Blauband“, nur 1 A pro Pfund beträgt. Wir sehen an diesem Beispiel, daß es nichts schaden kann, unsere Urteile von Zeit zu Zeit daraushin zu revidieren, ob sie auch sachlicher Nachprüfung standhalten oder reif sind. in die Rumpelkammer zu wandern. L. Maritzen Inh. Otto Schulte Hermannstr. 10 Fernr. 41271. 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