Nr. 17. Gratis=Wochen=Beilage zur„Lenne=Zeitung". Fürst Bismarck in Friedrichsruh. (Nachdruck aus dem Inhalte dieses Blattes verboten.) Wer sollte es dem großen Staatsmanne nicht einzeln zu beantworten, welche ihm gelegentlich lauben, wenn er öffentlich bekannt machen läßt, seines Rücktrittes in das Privatleben und seines daß es ihm unmöglich sei, alle die Zuschriften 75. Geburtstages am vergangenen 1. April zu * * „— Fürst Bismarck in Friedrichornh. Theil geworden sind? Hatte man doch an dem letzteren einen eigenen Draht von Hamburg nach Friedrichsruh für die vielen Tausend von Glückwunsch=Telegrammen reservirt, welche aus allen Theilen der Welt in der alten Hansastadt für den Kanzler einliefen, die Geschenke kamen sogar in Wagenladungen mit der Eisenbahn an— welchen Umfang mag da erst die Briefpost gehabt haben? Jetzt sind nun wohl ruhigere Zeiten in dem kleinen Dorfe eingekehrt, die Zeitungen bringen nur noch selten eine Notiz über den Fürsten, dessen politische Thätigkeit früher soviel Stoff zu Erörterungen bot, immerhin wird unser heutiges Bild Interesse erregen. Es zeigt uns den Kanzler, wie er, begleitet von zwei mächtigen Hunden, im Begriff steht, von seinem Schloß, welches im Hintergrunde noch zu erkennen ist, einen Spaziergang in den Park zu unternehmen. Die jetzige Lebensweise des Fürsten in Friedrichsruh ist eine streng geregelte. Morgens gegen 10 Uhr steht er auf und nimmt im Kreise der Seinen auf der Schloßterrasse das Frühstück ein. Dann erledigt er seine Korrespondenz und unternimmt gewöhnlich zwischen 11 und 12 Uhr einen Spaziergang. Entgegen seiner früheren Gewohnheit spaziert er jedoch nicht allein, sondern in Begleitung des Wachtmeisters von der politischen Polizei, welcher mit zwei Schutzleuten nach Friedrichsruh kommandirt ist und Auftrag hat, so lange daselbst zu bleiben, bis anderweitige Befehle aus Berlin eintreffen. Das zweite Frühstück nimmt der Kanzler um 1 Uhr Mittags ein, wonach er sich wieder seinen Arbeiten zuwendet. Um 3 Uhr Nachmittags unternimmt er wiederum einen größeren Spaziergang, worauf er sich um 6 Uhr zur Familientafel begiebt. Punkt 10 Uhr geht der Fürst zu Bett— Man sieht, er giebt sich der lang entbehrten wohlverdienten Ruhe jetzt in ausgiebiger Weise hin. Daß der Kanzler nun Geschichte schreiben wird, nachdem er so lange welche gemacht hat, ist nicht anzunehmen, dagegen dürfte er ohne Zweifel bei Gelegenheit ein Mandat als Abgeordneter annehmen und so wieder im Reichstage erscheinen. Historischer Original=Roman von Malther Oelsner. (Schluß.) an sprach ohne Scheu öffentlich davon, daß der Herzog von Aveiro, der Marquis von Tavora und die Grafen von Arcos die Urheber des Angriffes seien. Sie hätten sich in einer langen Linie an dem Wege, welchen der König zurücklegen mußte, aufgestellt, damit, wenn Joseph von den ersten Schüssen nicht getroffen würde, dies von den folgenden geschähe; nur durch das Umlenken sei der Monarch gerettet worden. Es schien jedoch, als solle das Verbrechen ungeahndet bleiben, der Minister that nitts, die Rädelsführer zu bestrafen oder unschädlich zu machen. Der König lag in dem Schlosse zu Belem, er ließ sich von Niemandem als von Carvalho und dem Wundarzte sehen. So verging ein Vierteljahr. „Nächste Woche werde ich mich wieder dem Volke zeigen,“ sagte Joseph I. zu seinem Minister, „der hohe Adel wird zum Handkuß zugelassen, dann soll im ganzen Lande ein Dankgottesdienst für meine Errettung und Wiederherstellung abgehalten werden!“ Carvalho ging, die nöthigen Befehle zu ertheilen, als er zurückkehrte, brachte er ein sehr umfangreiches Schriftstück mit. „Majestät, die Beweise für die Schuld des Herzogs von Aveiro, des Marquis von Tavora und der Grafen von Arcos an dem Attentat sind in meinen Händen,“ er deutete auf das Aktenmaterial, „darf ich nun zur Verhaftung und Bestrafung der Uebelthäter schreiten? Es ist gelungen, sie in vollkommene Sicherheit zu wiegen, denn sie glauben nicht, daß ich mit aller Energie im Geheimen die Untersuchung geführt und Beweise gesammelt habe. Nur der Herzog von Aveiro hat durch seine Spione Nachricht von meiner Thätigkeit bekommen, denn er ist plötzlich aus Lissabon geflohen“. „Ich übertrage Ihnen Vollmacht“, erwiderte der König,„die Verschwörer ohne Verzug zu verhaften und sie vor ein öffentliches Gericht zu stellen— nur Eleonore von Tavora“ „Majestät, sie ist am schwersten mit belastet!“ Der König hielt die Hand vor die Augen. „Ich weiß es“, sagte er mit gebrochener Stimme, „ihre Liebe zu mir war erheuchelt, aber— es soll ihr kein Leid geschehen, nur aus meiner Nähe soll sie verbannt sein". „Unschädlich muß diese Schlange gemacht werden“, entgegnete Carvalho finster,„das ganze Geschlecht dieser hochadligen Verbrecher, welche Euerer Majestät und mir fortgesetzt nach dem Leben trachten, soll vernichtet werden!“ „Nur Eleonore, Herr Graf, ist ausgenommen, bringen Sie diese Dame in ein Kloster!“ Der Minister war offenbar anderer Meinung, aber er verneigte sich stumm, und ging, die Befehle auszuführen. Capitel XIV. Blutigroth stieg die Sonne des 15. Januar 1759 am Himmel empor. Auf dem Marktplatze In Belem, der Vorstadt Lissabons mit dem königeichen Schlosse, herrschte schon am frühen Morgen üne rege Thätigkeit. Man legte eben die letzte Hand an ein achtzehn Fuß hohes Blutgerüst, welches mitten auf dem Platze, den die silberhellen Fluthen des Teso bespülten, errichtet war. Soldaten zu Pferd und zu Fuß umringten den Holzbau und hielten das in großen Schaaren herbeiströmende Volk von ihm fern. Ueberall *) Für neu hinzutretende Leser: Der Anfang dieses Romanes (Nr. 1—16 dieses Blattes) wird gegen Mk. 1.— in Marken nachgellefert. Die Expedition. — 130— auf Bäumen und Häusern, wo es irgend möglich war, festen Fuß zu fassen, hatten sich Menschen aufgestellt, sogar der Tejo war mit Schiffen und Booten bedeckt, welche Zuschauer aus allen Volksschichten in großer Anzahl trugen. Die Mitglieder des königlichen Hofes blieben von dem Schauspiel fern, ebenso die Vornehmen des Reiches, obschon sich viele von ihnen verkleidet unter das Volk gemischt haben mochten. An einem Fenster im zweiten Stockwerk des Schlosses stand Carvalho und neben ihm Manoel da Cunha. „Du sollst es an meiner Seite mit ansehen", sagte der Minister zu dem Freunde,„wie meine und ehemals auch Deine Feinde ein schreckliches Ende erleiden, nachdem sie von dem höchsten Gerichtshofe des Angriffs auf das Leben des Königs schuldig befunden und zum Tode verurtheilt worden sind.“ „Ich habe das Urtheil gelesen, die Strafe, welche man über die Verschwörer verhängt hat, ist aber eine furchtbare, solltest Du Deinen Einfluß bei dem König nicht dahin geltend machen, daß die Verbrecher in einer schnellen und milden Weise hingerichtet werden?“ frug da Cunha. „Nein“, erwiderte Carvalho finster, und der ganze unversöhnliche Haß gegen seine Feinde leuchtete aus seinen Blicken.„Der König war mit seinem weichen Herzen nur zu sehr geneigt, Milderungen eintreten zu lassen, ich habe mich dagegen gesträubt und es verhindert.“ Cunha blickte fragend zu diesem Manne empor, dessen Geist so vieles aufgebaut hatte und nur auf die Größe und Erhebung des Vaterlandes bedacht war, der aber jetzt an den Qualen seiner Feinde, an der langsamen, martervollen Zerstörung dieser Menschenleben eine Art Befriedigung zu finden hoffte für die vielen Schmerzen und Leiden, die ihm von den Verurtheilten sein ganzes Leben hindurch bereitet worden waren.— Der König trat in das Gemach und begrüßte die beiden Männer.„Ich werde im Hintergrunde des Zimmers bleiben, damit mich das Volk nicht sieht, berichten Sie mir, Herr von Carvalho, über das, was auf der Richtstätte vorgeht!“ Der Minister legte die Hand über die Augen, um sich gegen die blendenden Strahlen der Morgensonne zu schützen, seine Blicke überflogen den weiten Platz und das auf ihm wogende Menschenmeer.„Jetzt bringt man den Alvares", begann er,„welcher zum Feuertode verurtheilt ist. Man bindet ihn in einer Ecke auf dem Gerüst fest, damit er vorher das qualvolle Sterben der Mitverschworenen anschauen muß. Ihm gegenüber befestigt man eine Puppe Polycarps. Dieser Diener des Herzogs von Aveiro ist leider entflohen, man muß sich daher mit der Verbrennung seines Abbildes begnügen. Jetzt erscheint die Marquise von Tavora, Eleonores Mutter. Sie geht zwischen zwei Priestern und schreitet langsam auf den Henker zu. Ihre Augen heften sich auf ein Krucifix, sie betet und empfiehlt ihre schwarze Seele dem Höchsten. Ihre Kleidung ist in einem jämmerlichen Zustande, kaum, daß sie die Blöße bedeckt, man hat ihr nicht Zeit gelassen, Toilette zu machen. Jetzt will ihr der Scharfrichter das Gewand aufheben, ihr die Füße zu binden, sie bittet ihn augenscheinlich, es nicht zu thun, zieht einen Ring vom Finger und schenkt ihn dem Manne. Sie sitzt auf dem Stuhle, der Henker erhebt das Schwert— da, das Haupt ist auf den Busen gesunken, die alte Verschwörerin hat ausgelitten. Männer legen den Leichnam auf eine Tafel und bedecken ihn mit einem Wachstuche, indessen bringt man den zwanzigjährigen Bruder Eleonores auf das Schaffot. Eine Schlinge wird ihm um den Hals gelegt, während einer der Henker daran zieht und ihn zu erdrosseln sucht, schieben mehrere andere ein schweres Eisenrad von unten über seinen Leib, ihm die Knochen zermalmend...“ „Hören Sie auf“, rief der König, welcher ruhelos im Zimmer auf und ab wanderte,„ich mag die Einzelheiten nicht mehr wissen. Berichten Sie nur noch das Ende jedes der Verschwörer kurz!“ Der Minister schwieg, unverwandt blickte sein Auge auf das entsetzliche Schauspiel unten auf dem Platze, während Manoel da Cunha sich öfter abwandte, die Leiden der Gemarterten schmerzten ihn zu tief. „Jetzt hat man Ludwig, den zweiten Bruder Eleonores in derselben Weise gerichtet, ebenso werden die beiden Grafen von Arcos sogleich die Strafe für ihre zahlreichen Frevelthaten endlich empfangen haben!“ Carvalho erhob die geballte Faust drohend gegen die mit dem Tode ringenden Grafen,„das Blut Euerer Schwester, meiner ersten Frau, die Ihr hingemordet— jetzt kommt es über Euch— die Stunde der Nache ist da!“ Der Minister schwieg, glanzlos blickten seine großen Augen ins Leere, seine Gedanken schienen ihm vergangene Zeiten hervorzuzaubern, er sah nicht mehr, was unten vorging. Einige Minuten wurde kein Wort zwischen den drei Männern gewechselt, jeder von ihnen blieb in Nachdenken versunken regungslos stehen. Da ertönte ein furchtbares Geheul vom Platze empor. Carvalho blickte wieder hinab nach dem Blutgerüst und fuhr in seinem Berichte fort: „Die Grafen von Arcos sind todt, ihre Leichname hat man zur Seite geschafft, dort liegt auch schon der Marquis von Tavora erdrosselt und gerädert, und jetzt ist man im Begriff, das Oberhaupt aller Frevler Portugals, den Herzog von Aveiro, zu richten. Sein Geschrei könnte Steine erweichen, denn mit ihm ist man nicht gnädig, wie mit den anderen Verbrechern, welchen man vor dem Rädern das Vewußtsein nahm. Der Herr Herzog ist nur mit einem alten, zerrissenen Schlafrocke bekleidet, aus dem die Arme und Beine, welche man ihm jetzt zermalmt, nackt hervorlugen.— Da, jetzt wird selbst dem Henker das Geheul des Elenden zu gräßlich, zwei Stöße auf die Brust— es ist aus mit dem Herzog!“— Wenige Minuten später loderte eine mächtige Flamme von der Richtstätte empor. „Majestät, jetzt kommt der Schluß des großen Dramas: Das ganze Blutgerüst mit dem angebundenen Alvares und sämmtlichen Leichen, mit den Rädern und Todeswerkzeugen wird durch Feuer vernichtet, die Asche davon ins Meer geworfen und in alle Winde zerstreut! Die Paläste der Gerichteten werden dem Erdboden gleich gemacht und die Stätten dann mit Salz bestreut. Die Anverwandten der Verbrecher haben den Befehl erhalten, sich anders zu benennen und, damit kein Andenken an die Verschwörer übrig bleibt, werden ihre Namen aus allen Inschriften und privaten und öffentlichen Urkunden getilgt; selbst der kleine Fluß„Tavora“, welcher das ehemalige Lehen dieses Geschlechtes durchströmt, heißt fortan der„Todte Ueber zwanzig Jahre waren vergangen. Carvalho hatte sich nach Vernichtung seiner bedeutendsten Feinde fast ausschließlich der Verbesserung der inneren Zustände seines Vaterlandes gewidmet und das Ansehen Portugals unter den Völkern der alten und neuen Welt außerordentlich gehoben. Er hatte den Beifall von ganz Europa erhalten. Sein Ministerium zeichnete sich durch eine ungemeine Einsicht und Betriebsamkeit aus. Die vielen nützlichen Verbesserungen und Veranstaltungen, die man ihm in allen Fächern zu verdanken hatte, woran ebensoviele Denkmäler, welche von seinen reichen Kenntnissen und dem Eifer für das Beste des Königs und des Vater* landes zeugten. Nicht so stürmisch als Alberoni und nicht so schlau als Mazzarini glich er dem Richelien an Stolz, Unbiegsamkeit und Herischsucht, dem Sully an Treue gegen seinen Herrn, dem Colbert an politischer Geschicklichkeit, und sein Name wird mit denen dieser großen Männer auf die späteste Nachkommenschaft gebracht werden. Portugal war durch Carvalho reich und glücklich geworden. Das höchste Ziel seines Strebens hatte er erreicht, trotz der zahlreichen Feinde, welche sich ihm entgegenstellten und trotz des großen Erdbebens und seiner Folgen. Da starb unerwartet im Jahre 1777 der König, erst 62 Jahre alt, in dem Augenblicke, als er ant Anrathen seines Ministers einen Krieg gegen die Spanier beginnen wollte, die einige wichtige Kolonieen Portugals angegriffen hatten. Maria I., die Nochfolgerin Josephs I., war das Oberhaupt der Carvalho und seinen Reformen seindlichen Partei. Ohne Verzug forderte der Minister seinen Abschied und zog sich auf seine Besitzungen bei dem portugiesischen Städchen Pombal zurück. Es war wenige Jahre später, am 8. Mai 1782. Hell schien die Sonne des herrlichen Frühlingsmorgens in ein kleines, einfach ausgestattetes Gemach, in welchem Carvalho, jetzt ein Greis von 82 Jahren, schwer krank zu Beit lag. An seiner Seite saß der Arzt Manoel da Cunha. „Mir ist nicht mehr zu helfen," begann Carvalho schwer athmend und mit schwacher Stimme,„eben hat mich der Diener der Kirche verlassen, welcher mir den letzten Trost spendete; von meiner Familie habe ich auch schon Abschied genommen und sie hinaus gesandt, ich will nicht, daß meine Angehörigen mich sterben sehen. Nun habe ich Dich rufen lassen, mit Dir, Du alter treuer reund, will ich mein Ende erwarten.“ Er hielt inne und richtete sich ein wenig von seinem Lager empor, wobei ihn der Arzt unterstützte. „Du darfst noch nicht alle Hoffnung aufgeben,“ sagte da Cunha,„vielleicht überwindet Deine starke Natur noch einmal die tückische Krankheit.“ „Die Bäder von Coimbra hätten mir sicherlich geholfen, aber ich erhielt trotz meiner Bitten nicht die Erlaubniß, Pombal zu verlassen, denn die Königin und meine Feinde fürchteten meine Genesung!“ Cunha blickte den Kranken verwundert an. „Es ist so,“ nickte der letztere und ein furchtbares Seelenleid prägte sich auf den eingefallenen Zügen des alten Mannes aus,„Alles, was ich mit Mühe und Sorge zur Rettung des Reiches ersonnen und vollbracht habe— Alles ist von der neuen Herrscherin umgestürzt worden. Ich habe unseren alten Erbseind, die Spanier, schon einmal besiegt vor nunmehr zwanzig Jahren, ich übertrug einem Deutschen, den Grafen von der Lippe, damals den Oberbefehl, und dieser Mann hat d ruach auf meinen Wunsch unser Heer und die Flotte reorganisirt Ich hätte die Spanier mit diesen viel besseren Soldaten als damals wieder besiegt, aber da stirbt der König, Maria I. läßt sofort die Truppen von der Grenze zurückrusen und bittet die Spanier um Verzeihung für meinen Frevelmuth, worauf sich die„stolze Nation“ unsere schönsten Kolonicen ohne Schwertstreich zueignet.— Portugal wird sich von diesem Schlage nie erholen und ewig klein und ohne Bedeutung bleiben!“ „Denke jetzt nicht daran!“ bat Cunha. „O, ich muß, ich muß mir mein vollkommen zweckloses und verfehltes Leben in meiner letzten Stunde vor die Seele führen. Meine neuen Schulen sind aufgehoben worden, die Universität hat wieder die alten schlechten Gesetze, die Gerichte sind in den früheren elenden Zustand zurückversetzt worden, die jetzige Regierung hat nichts anderes zu thun, als mir altem Manne den Rest des Lebeno zu verbittern. Man hat mir fast all mein Hab und Gut geraubt und mich selbst des Hochverrathes angeklagt. Die gerichteten Königsmörder will man für schuldlo erklären: um meine Feinde zu verderben, hätte ich die ganze Verschwörung erdichtet..“, erschöpft sank Carvalho zurück — seine Brust arbeitete gewaltig, er schien mit dem Tode zu ringen, der Arzt gewahrte es mit Schrecken. „Der Riesengeist will den greisen Körper verlassen,“ sagte Manoel da Cunha leise für sich. Doch noch einmal, das letzte Mal öffnete der Kranke die großen strahlenden Angen und den Freund starr anblickend rief er ganz laut:„Ich habe mich verrechnet —— ich hätte die Thronsolge ändern müssen— — nun geht mein Werk zu Grunde durch Frauenhand—— o, ich Unglücklicher—— auf Erden habe ich umsonst gelebt— und— was— kommt — nun7?—“ Ende. Carvalhos Sarkophag. Nach einer Originalaufnahm. Erzählung frei nach dem Italienischen von E. R. (Schluß.) er Anblick war ebenso neu, wie großartig, und lauter Beifall und allgemeine Bewunderung wurde dem kühnen Alexander gespendet, der diesen Bucephalus gezähmt. Aber der Bezwinger der Ungehener schien unempfänglich für diese Zeichen der Anerkennung zu sein. Seine ernsten melancholischen Züge wurden durch kein Lächeln erheitert; das feurige, blitzende Auge suchle stets nur einen Gegenstand im vorderen Halbkreise der Zuschauer. Nachdem er seinen Ritt beendigt, streichelte er die Mähne des gewaltigen Leuen, der sich folgsam wie ein Hund zu des Herren Füßen niederlegte. Einige Augenblicke stand letzterer still und betrachtele mit einem wehmüthigen Blicke das sich an ihn schmiegende Raubthier. Jetzt schritt Morelli auf die Löwin zu, an welcher eben die beiden Jungen säugten. Eine Weile blieb er vor ihr stehen. Dann streckte er die Hand aus, zog sie aber schnell wieder zu ück und machte die Geberde eines Menschen, der Gefahrbringendes zu thun im Begriffe steht, im Augenblicke des Beginnens aber von einem Schauder ersaßt wird, und dennoch von dem furchtbaren Entschlusse nicht ablassen will, sondern seinen ganzen Muth zusammenrafft. Und wirklich fand in Masino's Innerem ein solcher geistiger Prozeß statt. Noch einmal wandte sich der vom Wahnsinn der Verzweiflung ergriffene Unglückliche gegen das Gitter des geräumigen Käfigs. Seine Augen uchten unter den Zuschauern das schöne Frauenbild, welches sie schon lange verfolgt, seit ein paar Minuten aber verloren hatten. Und als sic es nun wiederfanden, da rief er laut:„Meineid und Untreue, seht wie Euer Opfer fällt!“ Dann stürzte er sich wild auf die Königin der Thiere und schrie:„Her Dein Kind, arme Mutter, Du darfst auch dafür mein Herzblut trinken!“ Ein dumpfes Gemurmel, untermischt von Ausruten des Schreckens und der Angst, ähnlich den heftigen Windstößen, die das leise Rollen des noch fernen Donners auf Augenblicke übertönen, wurde unter dem Publikum hörbar, als Morelli nach diesen Worten eines der säugenden Jungen schnell in die Höhe riß. Die Löwin stieß ein klägliches Geheul aus, blieb aber noch liegen und sah den Räuber mit einem jammervollen, bittenden Blick an, der allgemein Mitleid und Theilnahme einflößte. Morelli aber, statt, wi er sonst immer gethan, dem flehenden Thiere das Junge zurückzugeben, zog schnell ein scharfes Messer aus seiner Seitentasche und stieß es in des kleinen Löwen Brust. Einen Aug ublick nach dieser That des Wahnsinns herrschte eine drückende Stille; der Schreck und die Erwartung des Fürchterlichen, was nun kommen mußte, hielt jede Zunge gefesselt und jeden Fuß gelähmt. Aber nur einen Moment dauerte diese furchtbare Pause. Denn im nächsten erhob die Löwin ein fürchterliches Gebrüll; die jammervolle Miene verschwand aus ihrem Angesichte und verwandelte sich in die der Wuth. Der Mutterschmerz löste die Bande des Gehorsams und der Gewohnheit und ließ, der Natur ihre Rechte zurückgebend, den angeberenen Trieb erwachen. Mit einem mächtigen Satze sprang die Löwin empor, und——— der Mörder ihres Jungen lag durch einen furchtbaren Hieb ihrer Tatze niedergestreckt. Nun vergaß auch der Löwe seine Knechtschaft; mit einem gewaltigen Sprunge schlug er seine fürchterlichen Klauen in den Leib des Unglückichen. „Monica!“— stöhnte Morelli mit brechender Stimme, und im nächsten Augenblicke war er nicht mehr. Ueber alle Beschreibung furchtbar war das Entsetzen, welches diese gräßliche Scene unter der zahlreichen Zuschauermenge erregte. Die verschiedenartigsten Laute, welche Angst, Schreck und Abscheu der Brust eines Jeden entrangen, schmolzen in einem einzigen, lang anhaltenden, grellen Schrei zusammen, in den sich zuletzt noch Gebrüll, Geheul, Gekrächz und Gezisch sämmtlicher, durch den dröhnenden Schall so vieler Menschenstimmen in Furcht gesetzter Thiere mischte. Viele Damen waren ohnmächtig hingesunken,— Alles drängte sich dem Ausgange zu. Auch Monica war besinnungslos zusammengebrochen, und nur mit Mühe gelang es ihrem Gemahl, sie unter dem Beistande seiner Schwester, die sich selbst kaum auf den Füßen halten konnte, aus dem verhäugnißvellen Bettergebäude fortzubringen. Am nächstfolgenden Abende kam, wie gewöhnlich, in Monacos traulichem Gastzimmer der Zeitungsklub zusammen. Aber so, wie es vor einigen Tagen schon einmal der Fall gewesen, geschah es auch heute: die Gazetta de Firenze und das Diario di Roma blieben unberührt, denn das Gespräch drehte sich allein um das gestrige Schreckensereigniß, von welchem natürlich noch die ganze Einwohnerschaft der Stadt erfüllt war. Obgleich keinem der Mitglieder des politischen Kränzchens das Faktum unbekannt sein konnte, so wurde es doch zu wiederholten Malen erzählt; denn Jeder wußte noch eine wesentliche oder unwesentliche Einzelheit hinzuzufügen. Als nun die Thatsache keiner ferneren Erörterung mehr bedurfte, lenkte sich die Unterhaltung auf die Motive, welche die Wahnsinnsthat Morelli's veranlaßt haben mochten.„Darüber",— nahm der Hauptmann das Wort—„können wir wohl nicht so sehr verschiedener Meinung sein, wenn wir uns der Bruchstücke erinnern, die uns vor Tagen unsere Wirthin aus dem früheren Leben des immerhin interessanten Morelli mitgetheilt hat. Ja, schöne Signora“— fuhr er, zu Frau Monaco gewandt, fort—„wüßte ich nicht aus zuverlässiger Quelle, daß die Hexe von Endor häßlich wie des Teufels Großmutter gewesen ist, ich würde keck behaupten, Sie müßten von ihr abstammen; denn Ihr prophetischer Geist hat ein Unheil geweissagt, das noch schneller eingetroffen ist, als jenes, was dem ersten Judenkönige vorher verkündet worden ist." Der Senator trat in das Zimmer. Er brachte weitere Neuigkeiten, denn er hatte das Testament des Löwenbändigers eröffnet.„Was ich berichte, Frau Wirthin“, so wandte er sich an letztere,„wird nicht nur Ihre Neugierde befriedigen, sondern Sie auch sehr angenehm berühren!“ „Angenehm?“ fragte Frau Monaco und schüttelte dabei das niedliche Lockenköpfchen. „Nur Geduld, schöne Frau!“ fuhr der Senator fort,„Sie werden sehen, daß ich nicht zu viel sagte. Gestern um die Mittagsstunde kam ein Franzose zu mir und bat mich, sogleich zu seinem Herrn, dem berühmten Signor Morelli zu kommen; denn dieser wolle sein Testament machen. Ich fragte etwas verwundert, ob Signor denn gefährlich erkrankt sei und erhielt zur Antwort:„Gefährlich nicht, aber der gute Herr sieht doch seit ein paar Tagen sehr verfallen aus, und es mag wohl übler um seine Gesundheit stehen, als er es merken läßt.“ Der Mensch bat noch einmal recht angelegentlich, daß ich bald kommen möge, denn Morelli sei sehr ungeduldig. Ich machte mich auch bald auf den Weg. Ich fand bei meinem Eintreten in das Zimmer des Testators, daß der Franzose keineswegs übertrieben hatte; Morelli sah wirklich sehr leidend aus. Er empfing mich artig und wiederholte seine mir durch den Bedienten schon bekannt gemachte Bitte. „Ich spüre“, so fügte er hinzu,„seit kurzem ein Uebel in mir, das mir, wie ich ahne, schnell den Tod bringen wird. Da ich aller Wahrscheinlichkeit nach meinen Lauf in diesem Lande, vielleicht in dieser Stadt vollenden werde, so will ich sobald als möglich meine Angelegenheiten ordnen und mein Testament, das einen Tag nach meinem Tode eröffnet werden soll, aufsetzen und gerichtlich niederlegen lassen.“ Ich erfüllte sein Begehren und verließ ihn nach einer Stunde, durch ein sehr anständiges Honorar für meine Mühewaltung belohnt, nachdem ich ihm beim Scheiden hatte versprechen müssen, das Dokument sofort auf der Magistratur zu deponiren. Als ich von ihm ging, war ich weit entfernt, zu ahnen, auf welche entsetzliche Weise der wunderbare Mann in wenig Stunden enden werde. Allerdings lag in seinem Wesen et was Unheimliches, Grauenhaftes, was mir ausfiel; dennoch kam mir nicht die leiseste Vermuthung in den Sinn, das er seinem Leben ein Ende zu machen, beschlossen haben könnte. „Nun, und wie lautete der Inhalt des Testamentes?“ rief der Hauptmann dem Erzähler zu, als dieser einige Augenblicke inne hielt. „Die ganze, sehr be trächtliche Kaufsumme," fuhr der Senator fort, „welche der Herzog für die Menagerie zu zahlen hal, soll d n Armen dieses Landes zu gute kommen. Von dem Vermögen, das der Verstorbene theils in baarem Gelde bei sich führte, theils in der Bank von London stehen hat und das ebenfalls bedeutend ist, erhält sein Freund Battista den dritten Theil mit der Bedingung, daß er sich dafür das Gut Vigone kauft. Das zweite Drittel wird unter die übrigen Leute vertheilt, die in Morelli's Dienste standen. Der Ueberrest aber soll in zwei Legate zerfal len, von denen eines unserer liebenswürdigen Frau Wirthin bestimmt ist, und— „Gratulire, gratulike von Herzen!“ rief jeder der Clubisten dem Monaco'schen Ehepaare zu, das höchst überrascht, aber noch zweifelnd, ob es auch recht gehört, den Glückverkünder anstarrte. „Ja, Signora“, sagte dieser, zum Büffet tretend, „der Testator hat sich der Dienste, die Sie ihm erwiesen, dankbarlichst erinnert. Binnen wenigen Tagen werden Sie einen Auszug aus dem Testamente von der Magistratur zugeschickt erhalten.“ Frau Monaco wandte sich av, um eine Thräne zu verbergen, die der Gedanke an das schreckliche Ende des Manues, dem sie ein freundliches Angedenken schuldig war, ihr erpreßte. Der Senator aber fuhr fort:„Das letzte Legat ist der Signora Gilberti, jedoch nur unter der mich gestern noch befremdenden, heut' aber nur sehr erklärbaren Voraussetzung zugedacht, daß die Erbin den Erblasser um einige Wochen überlebe, stürbe sie bald nach ihm, so solle es nicht ihrem Gemahle zufallen, sondern unter die hülfsbedürftigen Familien unserer Stadt vertheilt werden.“ „Ach, und so wird es wohl kommen,“ seufzte Frau Monaco,„denn der Zustand wilder Raserei, in welchem sich die schwergestrafte Monica befindet, muß unbedingt ihre schwachen Kräfte aufreiben. Ich zweifle, daß ihr von dem furchterlichsten aller Eindrücke zerrüttetes Nervensystem je einer Wiederherstellung fähig ist. Ach, was Gauz vertieft. Von C. Gussow. wird ihr bedauernswerther Gatte empfinden! Welche Vorwürfe wird er sich machen! Er soll sie wider ihren Willen bewogn haben, die Menagerie zu besuchen.“ „Sie sprechen von Signora Gilberti,“ redete der eben eingetretene Banquier Cigo mit einer grüßenden Geberde die Gesellschaft an.„Ich komme soeben aus dem Hause, in welches man gestern die Aermste gebracht hat.“ „Nun, und was können Sie uns Neues von ihr sagen?“ riefen Alle gespannt.„Raset sie noch immer, oder——“ „Im Gegentheil,“ unterbrach Cigo die Frage. „Sie ist jetzt so still, wie sie es niemals gewesen; denn vor einer halben Stunde hat sie ihren Geist aufgegeben!“(Ende.) (Siehe Planderecke.) —133— — Was ihr wollt. 8— Ein Werk:„Trachtenbilder für die Bühne, gezeichnet und beschrieben von Bruno Köhler, Kostüm=Maler des„Deutschen Theaters“ in Berlin," erscheint soehen im Verlage von Mar Pasch in Berlin. Das mit prachtvollen farbigen Bildern in ausgiebigstem Maaße geschmückte Werk dürfte einem Bühnenangehörigen kaum entbehrlich sein, es hat aber auch Herzog von Burgund. Gloster(1. Act). Kent(2. Act). für alle die großes Interesse, welche Theatercostüme, Rüstungen, Waffen 2c. herstellen, desgleichen wird es Zeichnern und Malern zu Studienzwecken sehr willkommen sein. Das Werk enthält außer den farbigen Bildern auch zahlreiche Zinkographien, von denen wir hier eine aus dem„König Lear“ vorführen; es ist in 6 Lief. à 4 M. durch jede Buchhdlg. zu beziehen. Der Reichthum der chinesischen Sprache an Metaphern. Es dürfte kaum eine Menschenrasse ein im Allgemeinen so wenig romantisches Aussehen haben, wie die chinesische und zweifellos ist keine prosaischer angelegt, als diese. Trotzdem ist die chinesische Sprache— so unwahrscheinlich es auch klingen mag— von einem tief poctischen Hauche angeweht, wie denselben kaum eine andere lebende Sprache aufweisen kann. Jeder Satz in einer verfeinerten Unterhaltung wird durch eine graziöse Phantasie belebt und ist reich an Bildern. Wenn z. B. der Kaiser stirbt, so sagt man, daß er„den Rücken des Phönix bestiegen hat, um ein Gast in den himmlischen Regionen zu sein.“ Aehnlich sagt man von einer Kaiserin, daß sie„auf dem Phönix zur königlichen Mutter des Westens fliegt.“ Letztere ist nämlich eine unter der taostischen Secte im hohen Ansehen stehende Göttin. Zahlreiche eigenthümliche Phrasen werden mit literarischen Ehren in Verbindung gebracht.„Der Karpfen ist über das Phönixthor gesprungen“ ist ein bildlicher Ausdruck für außergewöhnlich schnelle Beförderung, während die Erlangung des Rangs eines„Kuejin“ ausgedrückt wird durch:„die Olivenzweige in dem Mondpalaste pflücken.“ Ein Wunsch, daß ein Freund recht bald dieser Ehre theilhaftig werde, wird häufig umschrieben durch„mögest du bald den Wogen in der Halle Neptu s begegnen“ oder„den Weg, welcher zu den Azurwolken führt, finden.“ Die Erlangung des„Hanlin"=Rangs ist gleichbedeutend mit „die goldenen oder mit Edelsteinen ausgelegten Stufen besteigen.“ Vom Hochzeitstage spricht man als vom„Auospannen des gestickten Betthimmelo," und die Freude, welche mit der Hochzeitsceremonie verbunden sein soll, wird mit dem harmonischen Singen zweier Phönixe verglichen, während ein neuvermählteo Paar enphemistisch beschrieben wird als„ein fliegender Phönix und ein sich aufschwingender Argus“(eine Art von prächtigen Fasans). Viele Bilder sind den Orchideen entnommen, deren Geruch, wie die Chinesen sagen, königlich ist. Ein Ehrenschirm wird eine„zur Zierde dienende Orchidee“ genandt, und die Person, welche einer anderen für eine empfangene Gefälligkeit Dank schuldig ist, gebraucht die Phrase„ich will eine Guirlande aus Orchideenblüthen winden, und dieselbe zur Erinnerung behalten.“ Für Sterben gebraucht der Chinese gewöhnlich die Umschreibung„er hat die Welt verlassen, er ist nicht mehr.“„Die wüthenden Wogen werden über die Felsen geschleudert,“ ist eine hochtrabende Metapher für einen Streit zwischen Betrunkenen, auch wird man zugeben müssen, daß es schwer fallen würde, ein passenderes Gleichniß für eine Person, welche in drohender Gefahr schwebt, zu finden als„ein Fisch in einem Kochtopfe.“ Ein Mann, der sich zu Tode quält in dem Eifer Reichthümer zu erwerben, „schneidet“, wie der Chinise sagt,„seinen Magen auf, um Perlen zu verbergen.“ Ein delicates und seltenes Gericht wird mit einer„Drachenleber und dem Mark des Phönix“ verglichen.„Ost. 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Heute ist das umgekehrt, die Mode hat sich geändert, man hat aufgehört, sich über die Konzerte zu beklagen, aber— man geht auch nicht mehr hin. *„* Ein Unterschied. Zwei Zigeuner sollen gehenkt werden. Dem ersten reißt der Strick, er fällt ins Wasser und entkommt durch Schwimmen. Der zweite wendet sich besorgt zum Henker:„Mich bindet fester an, denn ich kann nicht schwimmen!" *„* „Also heute haben wir den dreißigsten“, sagte der Standesbeamte, alo er die Geburt des Söhnchens eines Droschkenkutschers registrierte. Verschämt lächelt der glückliche Papa und sagt höflich:„Man nich. Ei is ja erst der elfte; un zwei davon sind dod!“ „* * Steigerung. Schülerin(einen Aussatz vorlesend):— und er fiel um und war tot.— Lehrerin: Das ist zu kurz gefaßt, Du hättest da schon etwas hinzufügen dürfen, damit der Schluß mehr Eindruck auf den Leser macht. Schülerin(sich verbessernd);— und er fiel um und war mausetot. ** Getrübte Erinnerung. Assessor:„Sehen Sie, gnädige Frau, als ich und Ihr Herr Gemahl noch studierten, halfen wir uns stets gegenseitig aus. Hatte der eine kein Geld, so mußte der andere herhalten.“ Notar: 1#, das war eine lustige Zeit, ich erinnere mich noch oft daran Das einzig Unangenehme an der Sache war nur, daß stets ich der andere war." Revolver schüssig. Cal. 7 mm 6 Mark. 9 mm 9 Mark. Centralfeuer-Doppelflinten von 35 Mark an. 1eschins. Gewehrsorm ohne Knall. Cal. 6 mm 8 Mark. 9 mm 15 Mark. gam ohne Geräusch. 25 Mark. Besten-Taschen-Teschins ohne Annu 4 Mark. Patronen u. alle Jagdutensilien in größter Auswahl. Zu jeder Wasse giebt es 25 Patronen gratis. Versandt nur gegen Nachnahme oder vorberige Einsendung des Betrages. Fur jede Wasse übernehme ich volle Garantie. Alle Waaren nehme ich zum Umtausch bereitwilligst zurück. Umänderungen, Reparaturen 2c. sauber und billig. Preislisten gratis und franco. 108 Georg Knank.(21 Lieserant aller Jagd= Schützen= und Krieger=Vereine, Wassenfabrik. 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Schnell nur einen Blick hineingeworfen; sie ist ja fertig, und wenn der Gatte endlich kommt, wird sie ihm Vorwürfe über seine Unrinktlichkeit machen. Aber sie liest sich fest, ganz fest, der Romandichter seiert einen vollen Triumph. Sie hort nicht einmal den eintretenden Gatten.„Bist Du fertig, liebes Kind?“—„Natürlich lange, seit einer halben Stunde. Diesmal warst Du es, der warten ließ."— Aber er lagt sich nicht aus der Fassung bringen. „Bis auf die Handschuhe, wie ich sche, liebes Kind," erwidert er,„da hitte ich ja bequem noch fünf Minuten warten können.“ Er hat recht, und sie wird ein wenig roth; das steht ihr gut, trotzdem es ein Roth des Aergers ist. Wenn dieser dumme Roman nicht gewesen wäre, nicht diese schreckliche Mode, Romane in fortsetzungen zu geben! Sie würde si. nicht festgelesen haben, und sie wurde endlich einmal in der Lage gewesen sein, ihren Mann mit seiner Achauptung ad absurdum zu führen, di nets sie es ist, welche warten läßt. Ein Selbstbehandlungsapparat ngen Schwerhörigkeit erregtgegenwärtig in medizinischen Fachtrisen das größte Aufsehen. Dieser Apparat ist von dem Königl. Oher=Lazareth=Inspector a. D. Herrn A. Wittmann, welcher auf dem Gebite der ärztlichen Instrumente sich eines hervorragenden Rufes erfreut, nich jahrelangem Mühen erfunden norden. Viele Autoritäten haben nich eingehendster Prüfung den Wittmann'schen Apparat als das b ste ittel zur Heilung der Schwerhöriglet erklärt. Die großen Vorzüge, miche dieser Apparat bietet, bestehen zmächst darin, daß jeder Leidende deselben leicht und sicher selbst ohne Arzt anwenden kann. Bei den mannigfachen Erkrankungen des Gebörs ist statistisch nachgewiesen, daß mudestens 60 Prozent an akutem kesp. chronischen Mittetohrkatarrh leiden. Außer dem Prof. Politzerchen Verfahren fehlte bis jetzt ein m#elbstbehandlungsapparat für Schwerhorigkeit. 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