nd man Geschäften 011 lhaus für p- und Kleiduog aCom ellwen 3= ind 193 häft Firma iunder Tageblatt Erscheint tüglich mi Ausnahme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. verbunden Abonnementsbreis ius Haus, mit der täglichen Unterbaltungsbeslage pro Monat. Haus, mit der täglich 8 seitigen iUnstrierten Sonntagsblatt 70 lat, durch die Bost bezogen für 3 Monate 2.00 Lokak-Anzeiger für Rit Bekanntmachungen der städtischen Rotationsdruck und Verlag, sowie für die Inserate verantwortlich: Biktor Schanzer. Dortmund. mit demn Dortmund u. Hörde. die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Pio die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 80 Vig. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertions gebühren durch Elage od. Konkursverfahren wird der bewilligte Rabatt hinfülli Parrpee„*„ Erfüllungsort Dortmund und Militär-, sowie anderer Behörden.— Eistrens Expedition: Dortmund. Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 160. für die Redaktion verantwortlich: Nar Sounamann. Dortmund. Nr. 135. Dortmund, Samstag, den 12. Juni 1915. 32. Jahrg. beim Kommando etmund. Füne twarken In Zahlung sobis baren-Haus Rur tmund ckelke 35 chwanenwall. hnung 3 Zimmern sosort zu vermieten. straße 11, Bäckerei. cn. Etage Küche, Mansarden , auf sofort oder emieten. traße 15, 2. Etage. nern, 2. Et., sofort oder lzstraße 103. h. 3.Etage Küche, Baderaum r, Preis 600 zu vermieten. ldstr. 23. Seiteneing u 650 Mf., vermieten. straße 5. 3 Zimmer Scharnhorststr. 48. Erfolge in West. Ost und Süd. Italienisches U=Boot versenkt.— Russischer Torpedobootzerstörer vernichtet. chl. Etage, Küche und Bodenvermieten. Schwanenwall 53. I. Etage und Zubehör, sofort zu vermieten. rstraße 44. 2. Elage. Der heutige Bericht der obersten Heeresleitung Großes Hauptquartier, 12. Juni. Mittags.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Jeindliche Angriffe in den Fünen nordöstlich von Nieuport und bei Mannekeusvere, auf dem Lsthang der Loretto= Höhe und gegen Soabhez wurden abgeschlagen. In den Nahkämpfen nordlich Genrie(Labyrinth) setzten die Franzosen zweimal krische Kräfte zum Augriff ein. Es gelang, den Feind am Nachmittag vollkommen aus unserer Stellung zu wersen. Ein abends einsetzender neuer Vorstoß der Franzosen brach im Infanteriefener zusammen. Der zurückslutende Zeind erlitt sehr erhebliche Verluste. Bei Serre(südöstlich Hebuterne) sind wir aus unserer rückwärtigen Stellung wieder im Vorgehen. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Dubissa in Gegend Zoginie und Beiygola mißlangen russische Vorstöße. Nördlich Przasnysz griffen unsere Truppen an, stürmten eine russische Stellung und nahmen 150 Gefangene, einige Maschinengewehre und Minenwerfer. En der Kawka halbwegs Bolimow=Sochaczew brachen wir in die seindliche Stellung ein; dis je“t sind 500 Russen gefangen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oestlich Przemysl ist die Lage unverändert. Die Armee des Generals von Biusingen hat den, von Norden her, gegen ihren Flügel vorgehenden seind angegriffen. Zurawno, das vor dem Anmarsch der russischen Kräfte vorestern geräumt worden ist, ist wieder genommen und der Gegner an die Brückenköpfe bei Mlyniska snordwestlich Zurawno) und Zydaczow zurückgeworen. Feindliche Angriffe bei Halies und auf Stauislan wurden abgewiesen. Oberste Heeresleitung Allerneueste. Türkische Erfolge. Konstantinopel, 12. Juni. Das Hauptuartier teilt mit: Auf der Kaukasusfront wurde eine us 3 Waffengattungen bestehende Kolonne des Feinses, die in Richtung auf Olty vorrücken wollte, durch inen Gegenangriff unserer Truppen aus der Umgend verdrängt. Wichtige Stellungen wurden dem einde entrissen. Während der Operationen unserer ichten Flotte im Schwarzen Meere griff die„Midilli“ ichts 2 große russische Torpedobootszerstörer vom Typ lespokoing an, versenkte einen und beschädigte den nderen.“ An der Dardanellenfront bei Beddul Bahr ersuchten gestern feindliche Streitkräfte von einundnhalb Kompagnien anzugreifen; sie wurden aber urch unser Feuer drezimiert und gezwungen, in die schützengräben zu flüchten. Unsere Artillerie sprengte m feindliches Munitionsdepot in diesem Küstenstrich die Luft. Auf den übrigen Fronten keine Verändeng. Außerordentliche Ehrung deutscher Professoren. WTB. Athen, 12. Juni. Den beiden den Köbehandelnden fremden Aerzten, Professor Kraußklin und Professor v. Eiselsberg=Wien, ist das Großrnturkreuz des Erlöser=Ordens, eine außerordentlich Dde Auszeichnung verliehen worden. Auch sonst sind beiden Herren der Gegenstand besonderer Ovationen. Die bereits gemeldete Verleihung des Ehdoktorats der Athener Universität ist in Anwesen* der hervorragendsten Persönlichkeiten und der samten Studentenschaft erfolgt, die den neuen Ehldoktoren besondere Ovationen bereitete. Ministersident Gunaris gab den beiden Professoren zu Ehein Essen, an dem auch die den König behandelngriechischen Aerzte teilnahmen. Professor Krauß „ dem griechischen Roten Kreuz eine größere Summe ltwiesen. Die Entscheidungskämpfe mit Rußland. Die Berichte über die Vorgänge im Osten beginnen wieder recht spärlich zu werden. Wir fassen daß als ein gutes Zeichen auf, zumal wir wissen, Laß unsere Lage im Osten in gleicher Weise wie im Westen durchaus günstig ist. Es scheint, als wenn nunmehr zu dem Hauptschlage ausgeholt werden soll, der zur völligen Niederwerfung der russischen Macht führen wird. Zwar versuchen die Russen, unseren ungestüm vorwärts drängenden Armeen verschiedentlich Widerstand zu leisten und den weiteren Vormarsch zu erschweren, aber wir hören auch, daß das russische Heer dringend einer Erholungspause bedarf, während Italtens emsige Tätigkeit gewünscht wird. Nun fragt es sich, ob die verbündeten deutschen und österreichisch=ungarischen Truppen damit einverstanden sind, daß die Russen sich zwar nicht auf die Bärenhaut legen, aber in aller Ruhe eine Neuordnung ihrer noch vorhandene Streitkräfte vornehmen und sich so für einen weiteren Widerstand oder gar Angriff erfolgreich vorbereiten. Italien wird uns nicht so stark beschäftigen, daß wir uns künftig nicht in gleich eingehender Weise wie bisher mit den Russen beschüftigen können. Uebrigens scheint man in Rußland sich auf einen Einmarsch feindlicher Truppen in Bessarabien gefaßt zu machen, was aus der behördlichen Mahnung an die Bevölkerung zu erkennen ist, Bessarabien zu räumen. Nach dem gestrigen Berichte unserer obersten Heeresleitung haben die Russen, nachdem sie uns durch herangebrachte Verstärkungen zur Zurücknahme unseres linken Flügels bestimmten, an der unteren Dubissa erneute Angriffsstöße unternommen, die aber mißglückten. In Galizien war eine Veränderung der Lage an unseren Frontabschnitten nichts zu verzeichnen. *"* Ver österreichisch-umngarische Schlachtbericht Sämtliche italienischen Angrisse glatt abgeschlagen. WTB. Wien, 12. Juni. Amtlich wird verraufdart vom 11. Juni, mittags: Vorgestern und gestern wurden sämtliche Angriffe der Italiener an allen Fronten abgewiesen. Ein neuerlicher gegen einen Teil des Görzer Brückenkopfes gerichteter Vorstoß brach im Feuer dalmatinischer Landwehr zusammen. Ebenso erfolglos blieb ein Angriff des Feindes nördlich Ronchi, Der Artilleriekampf an der Ikonzofront hält an. An der kärntnerischen Grenze wurde gestern nachmittag ein starker gegnerischer Angriff auf den Freikofel, ein schwächerer beim Wolayersee abgeschlagen. In Tirol scheiterte ein Vorstoß einer bei Cortina d'Ampezzo eingebrochenen italienischen Brigade an unseren Stellungen bei Peutelstein. Neuerliche Angriffe in dieser Gegend und nächtliche Kämpfe bei Landro endigten gleichfalls mit dem Zurückgehen des Feindes. Im übrigen Tiroler Grenzgebiet finden ununterbrochener Geschützkampf und für unsere Waffen erfolgreiche Scharmützel statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. *** Russische Berichte. W8TB. Petersburg, 11. Juni. Mitteilungen aus dem Stabe des Generalissimus: Am 8. und 9. Juni warfen wir deutsche Angriffe gegen Szawle auf beiden Seiten des Sees von Rakiewo auf breiter Front zurück. Zwischen Orzie und der Weichsel in der Nacht zum 9. Juni aund an diesem Tage heftiger Artilleriekampf. Auf dem rechten Pilicaufer versuchte der Feind am 9. Juni einen Angriff mit geringen Kräften. Er wurde zurückgeworfen und ließ einige Dutzend Gefangene in unseren Händen. In Galizien greift der Feind unsere Stellungen von Mosciska mit starken Kräften an. Am 8. Juni nachmittags 5 Uhr eröffnete der Feind ein außerordentliches lebhaftes Geschützfeuer und verfeuerte auch Granaten mit erstickenden Gasen. Nach dreistündigem Geschützfeuer schritten große Infanteriemassen zum Angriff und erreichten unsere Drahtverhaue, wo sie jedoch aufgehalten wurden. Am anderen Morgen blieb der Feind, der große Verluste erlitt, 2000 Schritt von unserem Schützengräben entfernt. Die Kämpfe am 8. Juni und am Vormittag des 9. Juni am Dujestr verliefen günstig für uns. Auf dem rechten Dujestr=Ufer bedrängten wir den Feind auf der Front in der Gegend Ugartsberg bis Zydaczow und machten gegen 2000 Gefangene mit etwa 50 Offizieren und nahmen 8 Maschinen= gewehre. Am linken Dujestrufer in der Gegend von Zurawno konnte der Feind nicht weiteres Gelände gewinnen. Er wurde nach hartnäckigem Kampfe hinter die Eisenbahn zurückgeworfen. Wir bemächtigten uns mehrere Dörfer und machten bei der Wegnahme des Dorfes Bukawczowel 800 Gefangene, darunter 20 Offiziere WTB. Petersburg, 11. Juni. Der Generalstab des Generalissimus gibt bekannt: Am 10. ds. Mts. gelang es den energischen Anstrengungen unserer Truppen die starken feindlichen Streitkräfte, die bei Zurawno und Serapi auf das linke Ufer des Dufestr übergegangen waren, auf das rechte Ufer zurück zuwerfen. Der Feind erlitt schwere Verluste. In dem hartnäckigen Kampfe erbeuteten wir 17 Geschütze und 49 Maschinengewehre. Wir nahmen 186 Offiziere und 6500 Mann deutscher und österreichischer Truppen gefangen. Unter den Gefangenen befindet sich auch eine ganze Kompagnie eines preußischen Garde=Füfilier=Regiments. Aiedergeschlagenheit in Rutztand. Kopenhagen, 12. Juni. Die„Nowoje Wremta" bereitet das russische Publikum auf die Befreiung Lembergs durch die Deutschen vor.„Menschikow“ schreibt wörtlich „Die Deutschen werden sich einstweilen bei Przei.###### nicht aufhalten, sondern sich mit ihrer Hauptmasse von anderthalb Millionen Bajonetten nach Lemberg durchschlagen, um unfere Armeen ganz aus Ostgalizien zu verdrängen.“ Stolypin, der Bruder des ermordeten Ministerpräsidenten, klagt in der„Nowoje Wremja“:„Schwan kende und niedergeschlagene Männer fragen: Wie in aller Welt kann diese Kraft niedergerungen werden?“ Heere brauchen eine Erholungspause. Frankfurt a. M. 12. Juni. Der bekannte Kriegskorre. spondent Nevirowitsch Dautschenko führt nach einer Petersburger Meldung der„Franks. Zig.“ im„Russkofe Slowo“ aus: Der Puls des Krieges müsse jetzt bei der italienischen Armee abgelesen werden. Die ruissische Armee habe nach den halbjährigen ununterbrochenen Kämpfen ein Anrecht auf eine gründliche Reorganisation in geeigneter Stellung. Eine Erinnerung. bb. Wien, 12. Juni, 3 Uhr nachts. Ueber den Aufenthalt des Zaren in Przemysl berichtet„Pest Hirloz“: Auf dem Galabankett sagte der Zar folgendes: Der Feldzug ist mit der Einnahme von Przemysi angeschlossen. Was sich bis zum 22. März ereig. nete, ist der Triumph des Slawentums. Ich bin glücklich und stolz, den Sieg der slawischen Idee in der deutschen Festung feiern zu können. ELassan von den Serben besetzt. WTB. Sofia, 12. Juni. Eine Meldung des serbischen Pressebureaus besagt, daß die serbischen Truppen die albanische Stadt Elbassan besetzt haben. Das griechische Regierungsprogramm. WTB. Athen, 12. Juni. Meldung der Agence d'Athènes. Die Zeitungen veröffentlichen das Programm der Regierung, die erklärt, daß die Grundlage dieses Programmes die Erfüllung der nationalen Mission des freien Königreiches sei, die mit der Behauptung des bisher durch die Kämpfe der Nation gewonnenen Gebietes fest verknüpft sei. Nach der Auffassung der Regierung könne die Nation nur auf diese Weise zur Erfüllung ihrer historischen Mission gelangen. Obwohl die Regierung die Rotwendigkeit anerkenne, den zur inneren Wiederaufrichtung des Landes notwendigen Frieden zu erhalten, sei sie sich doch der nationalen Pflichten voll bewußt, die ihr auferlegt seien. Sie sei daher während der gegenwärtigen internationalen Krise für jede Aktion, welche durch den Gang der Ereignisse als geeignet erscheinen könnte, die nationalen Rechte und die Verwirklichung der nationalen Bestrebungen zu gewährleisten. Indessen erkennt die Regierung unabhängig von der gegenwärtigen internationalen Krisis, aus denselben Gesichtspunkten heraus, die unbedingte Notwendigkeit an, die Streitkräfte zu Wasser und zu Lande in ihrer Stärke zu erhalten, die Integrität zu gewährleisten und die nationalen Rechte des Landes zu wahren. Das Programm sieht auch eine Wahlreform durch das proportionelle Wahlrecht vor und befürwortet eine Reform der Staatsorganisation, eine Verbesserung der Finanzen und eine Vermehrung des nationalen Reichtums auch für die Arbeiter, eine Lösung des Agrarproblems und der Frage der zetrockneten Trauben. Rumäniens und Bulgariens Haltung. TU. Budavest, 12. Juni. Die„Bukarester Zeitung„Adverul“ schreibt, daß die rumänisch=bulgarischen Verhandlungen im Sinne einer gemeinsamen Sicherung der Neutralität beider Staaten unmitelbar vor dem Abschluß steht. Gründung einer„Bessarabischen Liga“. Berlin, 12. Juni. Nach einer Depesche der„Kriegszeitung“ hat sich in Bukarest eine Bessarabische Liga“ gegründet mit dem Zweck, dem Lande die Notwendigkeit eines aktiven Eingreisens Runäniens in den Krieg zum Zweck der Rückeroberung Bessarariens von Rußland klarzumachen. Im ganzen Lande sollen Versammlungen abgehalten werden.— Französische Mißerfolge. Von einem milltärischen Mitarbeiter wird uns geschrieben: Es war vorauszusehen, daß die Franzosen alles daran setzen würden, unsere Fortschritte in der Champagne uns wieder zu entreißen. In der Champagne unmittelbar nördlich vom Lager von Chalons ist die französtsche Front am stärksten nach Süden zurückgedrängt, und ein deutsches Vorgehen in dieser Gegend bedeutet immer die Gefahr für die feindlichen Streitkräfte„daß sie rettungslos auseinandergerissen werden. So konnten schon unsere verhältnismäßig geringen Fortschritte den Feind veranlassen, starke Kräfte zum Gegenangriff aufzubieten. Die Angriffe wurden abgeschlagen und trugen dem Feind nur schwere Verluste ein. Uns aber war damit gedient, daß der Feind nun auch seine Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Champagne lenken muß. Das Ziel der französischen Strategie bleibt freilich immer noch der Durchbruch bei Arras. Unermüdlich wiederholen sie ihre Angriffe bei Neuville nördlich Hebuterne und südlich Arras. Der Vorstoß an der Lorettohöhe hatte wohl mehr die Bedeutung, die deutsche Kräfte dort zu fesseln. Am zähesten geht der Feind südlich Neuville gegen die sogenannte„Labyrinth“ an der Straße Lens vor. Sie suchen offenbar unsere nördlich Arras nach Westen vorragende Front von Süden her zu umfassen. Der Kampf hier bei Feurte, einundeinhalb Kilometer nördlich Arras, war noch nicht beendet, als die jüngste Mitteilung unserer obersten Heeresleitung ausgegeben wurde. Wir können seinen Ausgang in Ruhe entgegensehen: auch französtsche Teilerfolge werden nicht vermögen, unsere„eherne Mauer“ nördlich Aerras niederzulegen. Südlich Arras bei Hebuterne und Becumont(zu beiden Seiten der Straße Arras=Amiens) liegen die Verhältnisse nicht anders. Auch dort erschöpft sich die Kraft des feindlichen Angriffes im Grabenkampf. Wohl sind ihm auch dort Teilerfolge beschieden, aber wesentlich zu ändern vermögen diese das Kampfbild nicht, mag sich auch jetzt der Kampf bis nahezu zur Bahn Arras=Amiens(Beaumont) hingezogen haben. Die franke=britischen Verluste. Geuf, 12. Junt. Hervé sagte vorgestern in seinem Blatte, die französische Regierung verheimliche die Armeeverluste. Heute schreibt„Bataille Syndicaliste“, die Engländer seien besser daran; sie erfahren wenigstens, daß sie 300000 Mann verloren haben. Falls die Verluste der Länge der Frontreihe entsprechen, müßte Frankreich den Verlust von drei Millionen Soldaten beklagen, denn die Engländer halten 50 Kilometer, die Franzosen 600 Kilometer. Jedenfalls sei mit französischen Verlusten in Höhe von zwei Millionen zu rechnen. Englische Frechheit. WIZ. Stockholm, 12. Juni.„Svenska Dagbladet“ erfährt von unterrichteter Seite, daß die englischen Post behörden die an den Postfendungen angebrachten Bleiplomben erbrochen haben. Die englische Zensur öffnet# nicht nur gewöhnliche sondern auch eingeschriebene Sendungen. Die schwedische Generalpostleitung forderte einen näheren Bericht ein, der sofort dem Könige eingereicht werden soll. Dazu schreibt das der Regierung nahestehende Blatt: Die vollkommene Rücksichtslosigkeit, mit der England den neutralen Telegrammverkehr behandelt, ist nun auf amtlich, rechtlich unantastbare Versiegelungen ausgedehnt. Die vorliegende Tatsache ist so ernst, das man nicht gern die sich aufdrängenden Betrachtungen formulieren will, ehe die amtlichen Berichte darüber formuliert sind. Aber mon fragt sich doch, ob wir die englische Post über unser Gebiet befördern sollen, wenn wir selbst derartig behandelt werden. WTB. Stockholm, 12. Juni. Ein aufsehenerregender Fall englischer Frachtkontrolle wird dem„Svenska Dagbladet“ aus Malmö gemeldet: Ein dortiger Geschäftsmann hatte in Südamerika eine größere Warenmenge, die keine Kriegskonterbande ist, angekauft, und mit einem dänischen Dampfer nach Malmö abgesandt. Der Dampfer wurde von Engländern aufgebracht und nach Kirkwall geführt. Die Ladung sollte nur freigegeben werden, wenn das Kanossement bei der britischen Gesandtschatz in Kopenhagen längere Zeit deponiert wäre und wenn der Empfänger schriftlich auf Ehre unh Gewissen bezeug hätte, daß die Ware nur für Schweden bestimmt sei und unter keinen Umständen nach englandfeindlichen Ländern# exportiert würde und daß der Empfänger einem vom britischen Konsulat zu bestimmenden Revisor jederzei## Einsicht in seine Bücher gestatte, um die genaue Erfüllung seiner eingegangenen Verpflichtungen zu gewährleisten. Ferner sollte er einen Betrag in Höhe des vollen Wertes der Ladung bei einer Bank deponieren, zur Verfügun des Konsulats, falls die Verpflichtungen nicht innegeha ten werden. Die Kosten für den Revisor sollte Empfänger der Ladung tragen. Letzterer weigerte jedoch, seine Unterschrift unter das ihm vorgelegte Schriftstück zu setzen, das diese Verpflichtung enthielt.„Svenska Dagbladet“ nennt diese Forderang von englischer Seite schamlos, so diß man kaum die Nachricht für völlig wahr, halten könne, und doch sei dieses Verlangen harmlos im Vergleiche mit dem englischen Uebergriff gegen die neutrale Post, womit England das Messer an die Pulsader der ganzen Weltkultur setze. Englisches Allerlei. MB. London, 11. Juni. In den Kohlengruden von Cudwales entstand eine neue Krise, da die Verhandlungen über ein neues Lohnabkommen dadurch völlig scheiterten, daß die Arbeitgeber den Antrag der Arbeiter auf Revision des bisherigen Abkommens ablehnten. WTB. London. 11. Juni. Der irische Literat Soehy Steffington wurde wegen Agitierens genen die Rekrutierung zu 6 Monaten Zwangsarbeit verurteilt. W2B. Rotterdam, 11. Juni. Die Nieuve Rotkerdamsche Courant meldet aus London: Die Stelle des trischen Lordkanzlers bleibt in den Händen der Liberalen, dagegen wird ein Unionist Generalanwalt für Irland. Englische Neuwahlen in Sicht. TU. Kopenhagen, 12. Juni. Das liberale englische Okatt„British Weekly“ erklärt in einem Artikel, die Regierung werde wahrscheinlich an die Wähler appellieren, um zu erfahren, ob sie noch das Vertrauen des Volkes besitzt. Es wir als wahrscheinlich angesehen, daß die Wahlen schon in nächster Zeit ausgeschrieben werden. Belgisch=französische Unstimmigkeiten. Berlin, 11. Juni. Der„Nieuwe Courant“ vom 6. Juni erfährt aus Calais von ihrem Sonderberichtatter allerlei Einzelheiten über die Spannung Franzosen und Belgiern: In Frankreich sträubt man sich gegen die Wahrheit. Als mehreren höheren französischen Offizicren gegenüber angedeutet wurde, daß die Verbündeten doch nicht alles Ur Belgien täten, was in ihrer Macht stände, nahmen sie diesen Hinweis übel, obwohl er doch nur allzu wahr war. Roch jetzt müssen die belgischen Behörden um alles, leidungsstücke, Reparaturen, Verpflegung usw. betteln. Ferner ist es mehrfach geschehen, daß Gelände, welches die Belgier an der Front innerhalb einer Woche mühsam erkämpft hatten, von den Verbündeten in wenigen Stunden wieder aufgegeben und verloren wurde. Auch die schroffe Behandlung der niederländischen, amerikanischen und englischen Berichterstatter, welche die belgische Regierung an die flümische Front eingeladen hatte, durch die Franzosen gab Anlaß zu Klagen. In allen diesen Diugen ist eine Art„unterirdische Bewegung" festgustellen. Denn es kann als ganz sicher gelten, daß König Albert davon nichts weiß und überhaupt nich über die notwendigsten Dinge unterrichtet wird. Gerade setzt aber, wo die Verbündeten günstiger dastehen als je zuvor, ist Einigkeit unbedingt erforderlich. Der Zwang zur Arbeit. bb. Rotterdam, 12. Juni, 2.30 Uhr nachts.„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet von der deutsch=holländischen Grenze, daß in Weener mehr als 1000 französische Kriegsgesangene eingetroffen seien, um dort bei der Moorkultur beschäftigt zu werden. In einigen Wochen werden noch einige Tausend erwartet. Man glaubt, dies teschehe offenbar gemäß der Ankündigung der deutschen Reichsregierung, daß französische Gesangene in der Moortaltur arbeiten sollen, bis die Deutschen in Haiderabad und Dahome nach einem gesunden Klima gebrach worden sind. Weil die Zeitung die Wahrheit sagte. WTB. Paris, 12. Juni, 3 Uhr nachts.„Juerr Sociale“, welche bereits am Montag und Dieustag wegen heftiger Angriffe gegen die Regierung beschlag kahmt worden war, in gestern dem gleichen Se# verfallen. Ein Munitionsministerium in England. WTB. London, 12. Juni, 3 Uhr nachts. Das Oberhaus hat das Gesetz zur Errichtung eines Muuttionsministeriums angenommen. Gegen die Kriegshetzer in Holland. bruch des Krieges ihnen verursacht hat, eines ihrer Lustschifse und jetzt wieder eins ihrer Unterseeboote verloren. Wir freuen uns, daß die Luftflotte und die Unterseebvote unserer Verbündeten in gleich erfolgreicher Weise sich betätigen, wie die unfrigen gegenüber England. Bei solch schneidigem Vorgehen und erfreulichen Erfolgen wird dem Feind bald das Herz in die Schuhe fallen. Glückauf! WTB. 11. Juni. Der Ministerpräsident erklärte gestern in der Kammersitzung, es gebe Leute, die auf den Krieg hintreiben. Es gibt Leute in unserem Lande, die Tag aus Tag ein darauf ausgehen, eine künstliche Kriegsstimmung ins Leben zu rufen. Dieses Soiel wäre sehr gefährlich, wenn unser Volk einen entzündbareren Charakter hätte, als es glücklicherweise besitzt. Ich bin überzeugt, daß der geunde Menschenverstand unserm Volke den Weg zeigen wird. Die Verantwortung für jene Sache fällt diesen Leuten zu, aber das Volk aeht seinen Weg selbst und wird sich nicht in den Krieg treiben lassen. Die Niederlande sind kriegsbereit. Ich bin sicher, daß unsere Neutralität feststeht nach dem Willen unseres Volkes. WTB. Haag, 11. Juni. Die Zweite Kammer hat den Gesetzentwurf betreffend Errichtung einer niederländischen Gesandtschaft beim Vatikan angenommen. Der Abgeordnete Troelstra(Sozialdemokrat) sprach bei der Beratung des Gesetzentwurfes über die Ausdehnung der Landsturmpflicht sich gegen die dringliche Behandlung der Vorlage aus und sagte: Wenn der Entwurs in einer Panikstimmung verhandelt würde, würde damit nur denen gedient, die eine möglichst baldige Beteiligung Hollands am Kriege wünschen. Ein solches Vorgehen sei entschieden zu verwerfen, da es Unruhe und Kriegsstimmung im Volke verbreiten müßte. Heute wurden in der Kammer zwei Vorlagen eingebracht. Die erste dient zur Erhöhung des Budgets um 3 Millionen Gulden, die zweite zur Erhöhung des indischen Budgets um die gleiche Summe. Das Geld soll als erste Rate für zwei Kreuzer und vier Unterseeboote zur Verteidigung Indiens verwendet werden. Die Unterseeboote werden vom Dyp der jetzt in Bau befindlichen K 2 und K 3 sein. Die Kreuzer werden je 6000 Tonnen umfassen, eine Geschwindigkeit von 30 Meilen und als Hauptbewaffnung 10 15=Zentimetergeschütze haben. ODer österreichisch=ungarische Schlachtbericht WTB. Wien, 12. Juni. Amtlich wird verlautbart vom 11. Juni, mittags: Südöstlicher Kriegsschauplatz In Südostgalizien und in der Bukowina setzten die verbündeten Armeen den Angriff gegen die noch füdlich des Dujestr stehenden russischen Kräfte esfolgreich fort. Truppen der Armee Pflanzer haben den Gegner aus seinen Stellungen Ottynia bei Obertyn und Herodenka zurückgeworfen und sind im Vordringen an den Dujestr, dessen Süduser die Russen noch zu halten versuchen. Knapp östlich Czernowitz, an der einzigen Stelle, an der die Russen noch am Pruth stehen, wiesen unsere Truppen einen Angriff des Feindes nach kurzem Kampfe ab. Im übrigen ist die Lage im Norden unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Höser, Feldmarschalleutnant. Der italienische Bericht. WTB. Rom, 11. Juni. Der Bericht des Oberkommandos vom 10. Juni lautet: Von der Grenze Tirols und aus dem Trentino ist nichts Wichtiges zu melden, außer der Besetzung von Cadestagno, nördlich Cortina=Damperco. Aus den den Berichten geht hervor, daß die Oesterreicher in den Kämpfen vom 7., 8. und 9. Juni um den Besitz des Freikofels über 200 Tote, 400 Verwundete hatten und 200 Gefangene in unseren Händen ließen. In der Nacht zum 10. Juni erneuerten die Oesterreicher den Angriff auf diese Stellung, der sie große Bedeutung beilegen. Sie wurden abermals mit sehr starken Verlusten zurückgeworsen. Links der Isonzolinie kämpfen unsere Truppen noch immer energisch um den hartnäckigen Widerstand zu besiegen. Die Gipfel der Höhe um Monfalcone, das sie gestern einnahmen, wurden von uns besetzt. Der Krieg mit dem Verräter. Ein unmögliches Unternehmen. Frautfurt a. M., 12. Juni. Die„Frkf. meldet aus Wien: Die Annahme, daß die Italiener sich für den Hauptangrisf auf den Isonzoavschnitt entscheiden würden, lag nahe. Weiche Opfer sie dies kosten wird, davon haben sie nun schon einige Proben gehabt. Auf den Häugen des Krn im Raume von Karfreit und Tolmein, bei Plava, Görz, Gradiska, Sagrado und Monfalcone sind bis jetzt alle ihre Angriffe blutig gescheitert, und zahlreiche Gräber, die Scharen gefallener Italiener bergen, beweisen, wie blutig schon der erste Ansturm war. Wenn auch wahrscheinlich der Isonzo zu dieser Jahreszeil nur wenig Wasser führt, so ist doch unter der starken Wirkung unseres Feuers vom Plateaurand östlich davon, der sich von Rubbia bis Monfalcone hinzieht und den Fluß fast hundert Meter überhöht, eine Forcierung des Isonzo ein ungeheuer schwieriges und schier numögliches Unternehmen. Trotzdem schieben die Italiener fortgesetzt neue Kräfte dahin. Vom Ciroler Kriegsschauplaß. WTB. Wien, 12. Juni. Der Kriegsberichterstatter der „Neuen Freien Presse“ meldet: Auf dem Tiroler Kriegsschauplatz im Tonalegebiet wiesen unsere Truppen allenthalden kleine seindliche Angriffe ab. An dem ForzelinaMontozza= und Tonale=Paß selbst wurden je eine italienische Halbkompagnie aufgerieben. Ein Alpinibataillon von vier Kompagnien griff den Paß Paradiso an und wurde unter Mitwirkung der Artillerie zurückgeschlagen, wobei der Feind mindestens hundert Mann verlor. Ein italienischer Major und zwei Leutnauts tot, zwei Hauptleute, ein Arzt und 35 Mann wurden gefangengenommen. Unserseits hatten wir drei Schwer= und fün tverwundete. Ein ttalienischer Verwundeter erschoß meuchlings einen unserer Soldaten, der ihn bergen wollte. Verlufle der Italiener. Innsbruck, 12. Juni, 3,30 Uhr nachts. Kürzlich drangen des Nachts unsere Truppen über den Tonalepaß an die Grenze zu dem italienischen Zollwächterhause vor und sprengten es in die Luft. Damit verloren die Italiener einen gutgedeckten Stützpunkt. Italienische— Ehren=Luftschiffer. Einberufung des gesamten italienischen Landsturms. Von militärischen Leistungen der Italiener ist— geer den Gerichten des Höchskommandlerenden.— r noch nichts besonderes zu berichten. Auch am Donnerstag ist der italienische Angriff nicht vorwärts gekommen. Weder in Tirol, wo der Feind jetzt die Paßstraße, die von dem Piave zur Etsch führt, zum Ziel größerer Angriffe wählt, noch in Kärnten und im Küstenlande. In Tirol griff er an zwei Stellen an: im Ampezzotal und weiter nördlich bei Landre, das nordöstlich des Ampezzotales in dessen nördlicher Fortsetzung, dem Höhlenstein, liegt. In Kärnten griff er die k. unnd k. Truppen auf dem Freikofel an, der sa nach den ttalienischen Kriegsberichten bereits der Schauplatz großer itallenischer Erfolge gewesen Im Küstenlande endlich, suchten sich die Italiener wiederum des Brückenkopfes von Görz zu bemächtigen und auch bei Romse(nördlich Monfalcon) vorzudringen. Alles vergeblich. Trotz ihrer langen Kriegsvorberettung haben die Italiener es also noch nicht zu Leistungen gebracht, die Respekt einflößen. Dafür aber haben sie— von dem Schceck und Schaden abgesehen, den die österr=una. Rlotte gleich bei AusItalienische Albernheiten. Analphabeten. Alle diese Analphabeten halten natürlich die Deutschen für Barbaren und Hunnen. Der bekannte „deutsche“ Gelehrte Robert Michel, Professor in Basel, früher in Turin, veröffentlicht in italienischen Blättern eine begeisterte Erklärung zugunsten der Italiener und des ttalienischen Krieges. Michel sagt, er wäre seit Jahren direkt vom Rechte der italienischen Sache durchdrungen, daß er, ehe er italientscher Bürger geworden sei, seine Kinder in der Sprache sowohl als in der Empfindung rein italienisch erzog und heute voll und ganz auf seiten der Italiener stehe. Diese Erklärung wolle er seinen italienischen Freunden in dem Augenblick geben, wo alle ihre Pflicht tun müßten. Aus einem von der„Agenzia Stefani“ verbreiteten Kriegsberichte geht hervor, daß italienische Truppen gegen einen Feind zu kämpfen haben, der(man bedenke!) so verside und hinterlistig sei. daß er sich erst dann ergebe, wenn er geschlagen, im übrigen aber jedes Mittel aussinne, um das Vorrücken der Italiener zu erschweren.(!) Schon vom ersten Tage an mußte der Italiener Barrikaden niederlegen, die von dem abziehenden Feinde erbaut worden sind, aber nicht nur Kanonen stelle Oesterreich den Italienern entgegen, sondern sie verteidigen sich sogar(man staune!) mit Minen und Wolfsgruben. In letztere sei freilich noch kein einziger Italiener hineingefallen und die österreichischen Minen explodierten meist nicht, weil die italienischen Alpenjäger die Drähte zerschneiden. Der Bericht geißelt auch die schlechte Disziplin der österreichisch=ungarischen Truppen. Ein Dekret der Regierung spricht Genua den Charakter einer Seefestung ab. Französische Speztalsten in Srauen. bb. Geuf, 12. Juni, 2,30 Uhr nachts. Nach einer Privatdepesche aus Genua wird die Zahl der dort eingetroffenen französischen Soldaten auf 1500 angegeben. Es sollen durchweg Spezialtruppen für Dienstzweige sein, an denen Italien Mangel leidet. 2 Russischer Torpedobootszerstörer versenkt. WTB. Konstantinovel, 12. Juni, 1 Uhr nachts. Bei einem Gefecht in letzter Nacht im Schwarzen Meere versenkte unser Kreuzer„Midilli“ einen großen russischen Torpedobootszerstörer und kehrte unbeschädigt zurück. Ein italienisches Unterseeboot torpediert. WTB. Wien, 12. Juni, 1 Uhr nachts. Amtlich wird verlautbart: Das italienische Unterseeboot „Mcousa“ wurde durch eines unserer Unterseeboote in der Norvadria torvediert und versenkt. Der zweite Offizier und vier Mann wurden gerettet und gesangengenommen. Das Flottenkommando. Der Unterseebootskrieg. 55 In Leitmeritz wurden von dem dortigen Verein der Schlaraffen 10000 Kronen für dasjenige österreichisch=ungarische oder deutsche Kriegsschiff ausgesetzt, das als erstes ein italienisches Kriegsfahrzeug vernichtet.— Diese 10000 Kronen sind bald verdient worden. bb Dazu schreibt die„Vossische Zeitung" u. a.: Zum ersten Mal in der Geschichte des U=Bootkrieges hat ein Kampf zwischen zwei Unterseeboote stattgefunden. Zum ersten mal ist die Versenkung des einen Bootes durch das andere gelungen. WTB. London, 12. Juni. Meldung des Reuterschen Bureaus. Die russische Bari„Thomasina“ wurde auf der Ausreise in der Nacht von einem Unterseebvot torpediert. Die Besatzung wurde gerettet und nach Queenstown gebracht. Kovenhaaen, 12. Juni. Ein deutsches Untersee. boot schoß die Fischdampfer„Tunesia" und„Castor“ aus Grimsby in den Grund. Die Besatzung beider Schiffe wurde gerettet. „. Lugano, 12. Juni, 3,30 Uhr nachts. In Turin traf die Nachricht ein, daß der Oberst Marquis Negrotto auf dem Kriegsschauplatze den Tod gefunden hat. Zusammen mit seinem der Volksvertretung angehörigen Bruder war er in den letzten Monaten einer der hervorragendsten Förderer des Kriegsgedankens und der nationalistischen Wünsche. Deutsche U-Boote nehmen englische Schiffsbesatzungen gefangen. Rotterdam, 12. Juni. Wie Lloyds List aus Hull erfährt, wurden die Besatzungen der durch deutsche Unter seeboote versenkten Fischdampfer„Duke of Wellington“, „Euelid“, beide aus Hull, und„King Charles“ aus Grimsby von den Deutschen gefangengenommen und an ein deutsches Torpedoboot übergeben, das sie in einem deutschen Hafen landete. Die Namen der kürzlich als versenkt gemeldeten englischen Segler sind:„Voy Horace", E.& E.“,„Ecco= nomy“, sämtlich aus Lowestoft, und„George& Mary“, aus London. WTB. Sofla, 11. Juni.(Meldung des Ageng Bulgare). Nach einer Athener Depesche hat die eng, lische Gesandtschaft der griechischen Gesandtschaft em, pfohlen, den griechischen Exporteuren zu verbieten Lebensmittel und Waren in Dedeagatsch auszuschifte. Maßgebende Sofiater Kreise haben keine Kenninig davon, ob wirklich ein derartiger Schritt unternom, men wurde, aber es ist Tatsache, daß ausländische Schiffe, nur griechische nicht, auch weiterhin ihre La. dungen im Hafen von Dedeagatsch löschen. Dies die Annahme zu, daß sich diese Maßnahme einzig und allein gegen den Schmuggel griechischer Kaufleute wen det, dem die Bulgaren vollständig fernstehen. Zur Ueberreichung der amerikanischen Note. Berlin, 11. Juni. Heute mittag gegen 1 Uhsprach der ameritanische Botschafter Gerard beim Staats, sekretär v. Jagow vor, um die amerikanische Note auftraggemäß zu überreichen. Ueber den Inhalt der übrigene recht umsangreichen Note ist noch nichts brkann geworden. Berlin, 11. Juni. Die Beantwortung der amerikanischen Note wird längere Zeit in Anspruch nehmen Sicher ist, daß sie nicht vor 14 Tagen fertig sein kann, da zunächst die Ankunft des Herrn Meyer=Gerhardt abgewartet werden muß, den Botschafter Graf Bernstorff mit persönlichen Instruktionen an die deutsche Regierung und einem Immediatvorschlag an den Kaiser betraut hat. bb. Berlin, 12. Juni, 2,30 Uhr nachts. Das„Verl. Tageblatt“ schreibt: Die Note der amerikanischen Regierung, die der Botschafter Gerard gestern mittag dem Auswärtigen Amte überreicht hat, liegt den verschiedenen Stellen, die an der Prüfung und Entscheidung teilzunehmen haben, vor. Wir haben schon####laat, daß sie sehr umfangreich ist. Ueber den Inhalt kann vor der Ver. öffentlichung, die kurz bevorsteht, nichts mitgeteilt wer den, doch haben wir Grund zu der Annahme, daß gewisse in der feindlichen Auslandspresse verbreitete Angaben salsch sind und die Note keineswegs, wie dort behaupte wird, den Sinn oder Ton eines Ultimatums hat, das eine Verständigung ausschlösse. Lansing endgültig Rachfolger Bruans. Kovenhagen, 11. Juni. Aus Washington wird gemeldet: Lansing, der bisherige Gehilfe Bryans, hat jetzt offiziell das Staatssekretariat als Nachfolger Bryaus übernommen. Bruans Aufruf an die Nation. Rotterdam, 12. Juni. In einem Aufruf au die amerikanische Nation erklärt Bryan, bei seinen Meinungsverschiedenheiten mit Wilson handle es sich um einen Konflikt zwischen zwei Systemen, den alten System der Gewalt und dem neuen der Ueberredung. Letzteres habe in neunzehn Jahrhunderten zu geringe Fortschritte gemacht. Bryan wird heute weiter an die Deutschamerikaner appellieren. Verhaftung des Reservisten Stahl. WTB. Neuyork, 12. Juni. Die Federal Graus Jury ordnete die Verhaftung des Reservisten Gustat Stahl wegen Verdachts des Meineides(?) an, weil er erklärte, daß er auf der„Lusitania“ Kanonen aufgestell sah herr Wilson oder Die Neutralität im Kriege. Er war ein Präsidente. Er dünkte sich sehr klug Und mästete die Ente Auf seinem kühnen Flug'. Er mochte rein da waschen Die„Lusttania“! Doch lief ihm durch die Maschen Die Ente, dick, hurra! Für Frieden laut er kämpfte Schon seit geraumer Zeit; Sein Ziel die Ente dämpfte, Entfloh ihm, ach, so weit! Neutralität! Die Pforte Für ihn nur gangbar war! Da schlich sich aus dem Orte Die Ente ganz und gar. Der Rampf um die Dardanellen. Wirklichkeit nur stopfte Er unsrer Feinde Not. Mit Pulver, Kugeln pfropfte Er teuflisch so den Tod. WTB. Wien, 12. Juni. Die Blätter melden aus Graz: Die Gesangenen von der Besatzung des Luftschiffes„Citta di Ferrara“ sagen aus, daß ein Offizier und ein Mann mit dem Luftschiff verbrannt seien. Der Kommandant des Schiffes hatte 80 000 Kronen österreichisches Geld bei sich gehabt, um im Falle einer unfreiwilligen Landung die Besatzung durch Bestechung in Sicherheit zu bringen. Genf, 12. Juni. Die„Tribune“ meldet aus Rom: Ein Dekret des Königs ruft die gesamte Territorialmiliz (Landsturm) zu den Wafsen. Die Ausmusterungen beginnen am 10. Juni. db. Lugano, 12. Juni, 2.30 Uhr nachts. Der„Avanik“ verhöhnt die Kriegspresse, die seit Monaten schreie, Oester. reich=Ungarn sei völlig erschöpft und halb verhungert Heute, sagt der„Avanti“, setzt die Rethorik im entgegen gesetzten Sinne ein. Jedes kleine Vorpostengefecht wirt zur Feldschlacht aufgebauscht. Eine solche Planlosigkei müsse den Geist des Volkes verderben. Wehe, wenn da Volk erkennen müßte, daß es getäuscht und betrogen umd vom Wege der Wahrheit abgedrängt worden sei. Das berüchtigte Mailänder Hetzblatt„Popolo d'Italia“, das neulich schon die Legende von zwei in Deutschland verstümmelten italienischen Knaben aufbrachte, veröffentlich heute einen angeblichen Brief einer Dame aus Treviso in dem diese berichtet, in Ala hätten österreichische Soldaten vor ihrem Abzuge einem Mädchen von acht Jahren und einem Knaben von zehn Jahren die Hände abgeschnitten. Solche Verleumdungen finden bei dem großen Publikum bereits allgemein Glauben und die Mailänder Blätter veröffentlichen erbitterte Zuschriften gegen die Kinderverstümmeler. Interessant ist aber, daß der„Popolo d'Italia“ in derselben Nummer eine Statistik der Analphabeten Mailands veröffentlicht. Hiemnach gibt er in der Stadt selbst. 6.67. in der Provinz bis 16,23 Prozen Die Leistungen der Verbündeten in Galizien haben auf dem Balkan ihre Wirkung nicht verfehlt. Rumänien hat selbst hohe russische Angebote für„unannehmbar“, erklärt; man darf hoffen, daß es„annehmbare“ russische Angebote für die Regierung in Bukarest bald überhaupt nicht mehr geben wird. Bulgarien bekennt sich so fest wie se zu seiner Neutralität. In Griechenland scheint glücklicherweise der besonnene König wieder der dauernden Genesung entgegenzugehen. Zur Beruhigung des Balkaus haben natürlich auch die Türkensiege an den Dardanellen ihre erklecklich Teil beigetragen. Die hoffnungsfrohe Aenßerung von Liman Pascha, daß er die feindlichen Landungstruppen noch ganz ins Meer zu werfen denkt, zeigt die gute Zuversicht unserer Waffenbrüder dort. Die Gegner verloren ja auch wieder, nachdem ihnen vorher ein Transportdampfer und ein Minenleger versenkt worden, einen großen Torpedobootszerstörer. Herr Churchill meint zwar recht großsprecherisch wie immer, es kämpfe an den Dardanellen nur der„Ueberschuß" der Flotte, der sonst nichts zu tun hätte. Da man aber von Taten der übrigen Flotte sonst nichts hört, und Herr Churchill im eigenen Lande so halb und halb„kaltgestellt“ wurde, so wird diese Entschuldigung sicher nicht überall mehr die gewünschte Wirkung tun. Niederlage der Alliierten bei Seddil Bahr. bb. Amsterdam. 12. Juni, 3 Uhr nachts. Der türktsche Gesandte im Haag dementiert die in den englischen und französischen Generalstabsberichten gemeldeten Erfolge der Verbündeten bei Seddil Bahr und erklärte, die allgemeine Offensive des Feindes habe vielmehr mit einer blutigen Niederlage des Feindes geendet. Es seien weder Gefangene gemacht noch türkische Schützengräben erobert worden. Dagegen bedecken mehr als 5000 tote Feinde die Schlachtfelder und siebzehn Maschinengewehre wurden erbeutet. Verkehrte Lehr' beherrschte Schon reichlich lang sein Haus. Drum puste ich, im Scherze, Sein„kluges Licht“ ihm aus. Karl Waldow. Lokales un 9.—: Die Zahl unmehr in allen G Pase Vertoerfet word e beginnen die Kri n einen allseitigen gglichen. —. Das Eiser chwer verwundete Mi Witwe Mork von hie —. Zeinhalby ge. Wir weisen auf Regierungsamtshlattes geffend Ausreichung halbprozentigen Reichs —: Dem Krieg Samstag Abend=Kegel gedendet. —. Mündli Kriegsgefangen leutnant Dr. C. vo in Auftrage des inter ten Kreuz in Genf die Tunis, Algier, Maro hat, wird mit Erlau einigen Städten Deuts Vorträge mit Lichtbil Besichtigungsreise hal sche Gefangenenlager gung durch französisch Gefangenen unterhalt zebogen hat er die aher in der Lage se havon zu geben, wie e Frankreich geht. Sei nteressieren, welche sangenschaft haben, de ographie vorführen der einzelnen Lager teilt wird Herr Obe hiesigen Vortrag am theater halten. 2 kriegsgefangene Deut Eintrittskarten begini in der GeschäftsstellDeutsche, Altes Rat Dreist, bei Gebr. Gil Lospan, Hörde. All —: Einschmel kate. Fertige, an terliegende Metallfal Rohstoffe zu Frieden hohilg, Die durch fe unterliegen bald es sich um die in Nr. M 1/4. 15. K. Mengen handelt. E schlagnahmten Lager. strafbar. Ehejubil ten Lokomotivführer Albrechstraße 13, wu gen Tage— 11. Jun seit die Ehejubiläuf —. 1. Bezirk Turngaues.„A tag Nachmittag für sung sein; denn die ung des 1. Bezirk d haben gewaltigen Ab liches Zeichen unser unsern armen tapfer Treue für uns und ewige Nacht kennten. gramme zum Eintrit Löse wer kann, ein nach jeder Richtung tung Sorge getragen, den auf den verstä —: Hitzschläg ziger Tierschutz=Verei 85 Die besten u werden nach Heute und folg 3 W Deuts Deuts Ein Helden- u Das gewaltig Tagen de Gewaltige Schl Wir besitzen Di des Ci Erstklassiges Mißglückter Vorstoß der Engländer gegen den Cigris. TU. Konstantinopel, 12. Juni. Nach einer aus Bagdad ist ein Versuch der Engländer, gegen den Tigris vorzurücken, von den Truppen abgewiesen worden. Derllff an uns sende Salem Aleikum Salem Gold Prächtige L5 10 L Reiterspiele! Aufbau.— 7 Alleinig Eines Zigaretten Willkommenste Liebesgabe Einzig dastehend Saa Pris-#SngäS Das P Präch Glänsende Reite 5OoIK, TeICDOSLIASSIG VerPACHLIT Gutel ing des Agenade hat die eng. esandtschaft emzu verbieten, h auszuschiffer keine Kenninis hritr unternomaß ausländische terhin ihre La. schen. Dies ihme einzig und Kaufleute wenmnstehen. 6 gegen 1 Uhr ird beim Staatssche Note auftragalt der übrigens briannt vortung der ameInspruch nehmen rtig sein kann, da erhardt abgewarif Bernstorff mit ze Regierung und iser betraut hat. chts. Das„Berl. nerikanischen estern mittag dem den verschiedenen scheidung teilzuesagt, daß sie sehr inn vor der Ber. ts mitgeteilt wer lahme, daß gewisse rbreitete Angaben vie dort behauptel tums hat, das eine jer Bruans. Aus Washington e Gehilfe Bryans, kretariat als nmen. Nation. einem Aufruf an yan, bei seinen handle es sich um Systemen, den neuen der Ueberihrhunderten zu gerd heute weiter an sten Stahl. die Federal Graus Reservisten Gustat des(2) an, weil Kanonen aufgestell Kriege. den Maschen mpfte it; pfte, t! opfte ropfte d. Se in Haus. Scherze, m aus. Karl Waldo □ en Lokales und Provinzielles. Dortmund, 12. Juni. *—. Die Zahl der Kriegsandachten ist unmehr in allen Gemeinden auf je eine in der festgesetzt worden. Während der Sommermoze beginnen die Kriegsandachten abends 8,30 Uhr, einen allseitigen Besuch nach Ladenschluß zu ergichen. —: Das Eiserne Kreuz erhielt der jetzt #wer verwundete Musketier Fritz Mork, Sohn der ßitwe Mork von hier, Bornstr. Nr. 284. —. Zeinhalbprozentige ReichsanleiWir weisen auf die im Stück 23, Seite 195, des Legierungsamtsblattes erschienene Bekanntmachung begeffend Ausreichung neuer Zinsscheine zu der Zeinhalbprozentigen Reichsanleihe von 1905 und 1906 hin. —: Dem Kriegsliebesdienst wurden vom Samstag Abend=Kegelklub Kölnischer Hof 40 Mr. gedendet. — Mündliche Kunde über unsere Kriegsgefangenen in Frankreich. Oberstleutnant Dr. C. von Marvall, der als Schweizer in Auftrage des internationalen Ausschusses vom Roten Kreuz in Genf die Gefangenenlager in Frankreich, Tunis, Algier, Marokko und in der Sahara besucht lat, wird mit Erlaubnis des Kriegsministeriums in einigen Städten Deutschlands, so auch in Dortmund Vorträge mit Lichtbildern über die Ergebnisse seiner Besichtigungsreise halten. Er hat zahlreiche französische Gefangenenlager besucht, sich ohne Beaufsichtizung durch französische Offiziere mit vielen deutschen Gefangenen unterhalten. Nach einem gestellten Frationen hat er die Verhältnise geprift und bird er in der Lage sein, eine zuverlässige Schilderung on zu geben, wie es unseren gefangenen Brüdern in frankreich geht. Sein Vortrag wird umsomehr alle interessieren, welche Angehörige in französischer Gesangenschaft haben, da er eine große Anzahl von tographie vorführen wird, die er bei dem Besuch der einzelnen Lager gemacht hat. Wie bereits mitgeteilt wird Herr Oberstleutnant Dr. Marvalk seinen hiesigen Vortrag am Freitag, den 18. Juni, im Stadttheater halten. Der Reinertrag ist zur Hilfe für kriegsgefangene Deutsche bestimmt. Der Verkauf der Eintrittskarten beginnt am Montag, den 14. ds. Mts., in der Geschäftsstelle der Hilfe für kriegsgefangene Deutsche, Altes Rathaus 14, in der Buchhandlung Dreist, bei Gebr. Gilessen, Steinplatz, und bei Herrn Lospan, Hörde. Alles Nähere im Anzeigenteik. —: Einschmelzen fertiger Metallfabrikate. Fertige, an sich nicht der Beschlagnahme unterliegende Metallfabrikate, behufs Berwendung der Rohstoffe zu Friedenszwecken einzuschmelzen, ist nicht zulässig. Die durch Einschmelzen usw. gewonnenen Rohstoffe unterliegen vielmehr der Beschlagnahme, sobald es sich um die in der Verfügung vom 12. Mai 1915 Nr. M 1/4. 15. K. R, A. aufgeführten Stoffe und Mengen handelt. Sie gelten als Zugang zum beschlagnahmten Lager. Zuwiderhandlungen machen sich strafbar. —: Ehejubiläumsmedaille. Den Eheleuten Lokomotivführer a. D. Theodor Kaufmann, Albrechstraße 13, wurde aus Anlaß ihrer am gestrigen Tage— 11. Juni— stattgehabten goldenen Hochzeit die Ehejubiläumsmedaille verliehen. —: 1. Bezirk des Hellweg=Märsischen Turngaues.„Auf zum Freischütz!“ wird Sonntag Nachmittag für Dortmund=Hörde usw. die Losung sein; denn die Programme zu der Veranstalung des 1. Bezirk des Hellweg=Märkischen Turngaues haben gewaltigen Absatz gefunden. Ein höchst erfreuliches Zeichen unseres Volkes; gilt doch der Erlös unsern armen tapferen Brüdern, die als Zeichen ihrer Treue für uns und für Kaiser und Reich fortan nur ewige Nacht kennten. Ihnen opfern alle, die sich Programme zum Eintritt verschaffen; darum noch einmal: Löse wer kann, ein Programm! Wie wir hören, ist nach jeder Richtung für Platzgelegenheit und Bewirtung Sorge getragen, und auch die Straßenbahnen werden auf den verstärkten Verkehr sich einrichten. — Hitzschläge bei Zugtieren. Der Lespziger Tierschutz=Verein, Johannisgasse 14, schreibt uns: „In den letzten Tagen sind wieder verschiedene Fulle von Hitzschlägen vorgekommen. Wir möchten deshalb alle Fuhrwerksbesitzer, um sie vor Schaden zu bewahren, wiederholt darauf aufmerksam machen, daß in den meisten Källen den Hitzschlägen vorgebengt wird, wenn die Tiere öfters und reichlich getränkt werden. Bekanntlich hängen die Hitzschläge mit einer durch die hohe Temperatur bewirkten starken Verdickung des Blutes zusammen. Daß diese gefährliche Störung dek Blutumlaufes durch reichliche Wasserzufuhr beseitigt werden kann, muß im Interesse aller Tierbesitzer immer wieder hervorgehoben werden.“ — Unfalk. Der Bergmann Hermann Wille, Schubertstraße 29, geriet auf der Zeche Kaiserstuhl 1 unter plötzlich hereinbrechende Kohlenmassen, wodurch er am Kopfe und an der Brust schwere Verletzungen erlitt. Der Verunglückte fand im Brüderkrunkenhause Aufnahme. —. Verbrannt. Als vorgestern Mittag die 13jährige Maria Osthus, Kaiserstraße 109, am Gaskocher nachsehen wollte, ob das Wasser bald koche, und zu diesem Zwecke mit der Schürze den Deckel des Kochtopfes hob, fingen die Kleider des Mädchens Feuer und das Kind stand augenblicklich in Ilammen. Die anwesenden Geschwister versuchten das Feuer zunächst durch Wasser zu löschen, bis die auf das Geschrei der Kinder herbeigeeilte Mutter, die unten im Geschäft war, die Flammen erstickte bezw. die brennenden Kleide## herunterritz. Trotzdem war das arme Kind am ganzen Körper verbrannt und hat furchtbare Schmerzen erlitten, bis am anderen Morgen der Tod es von den Qualen erlöste. Auch die Schwester der Verunglückten trug bei den Hilfeleistungen Brandwunden an Arm und Hand davon. * Hörde, 12. Juni. Freitag Morgen wurde in einem Kartoffelfelde hinter der Wirtschaft Stuckmann die Leiche des Invaliden Schreck, Hochofenstraße, aufgefunden. Nach den Feststellungen des Arztes hat der an Herzkrämpfen leidende Mann einen Herzschlag erhalten. Köln, 11. Juni. Der Arbeiter Karl Rein, der in Magdeburg eine alte Frau durch einen Dolchstich ins Herz tötete und beraubte, und hier den städtischen Architekten Peter Butz und dessen Dienstmädchen ermordete, wurde, nach seinem Verzicht auf Revision und Begnadigung, heute Morgen in Wahn durch Erschießen hingerichtet. „ = verankfurt aM., 11. Juni. Auf einem Feldwege bei Bettelbach wurde gestern der 27jährige Landwirt Rudolf Klein aus Lengfeld von einem Zigeuner erschlagen und beraubt. Der Täter ist noch nicht verhaftet. * Berlin, 12. Juni. In das preußische Landwirtschaftsministerium wurde verschiedenen Morgenblättern zufolge, der Regierungspräsident in Königsberg Graf Keyserlingk als Ministerialdirektor berusen. Regierungspräsident Gramsch in Gumbinnen übernimmt den Königsberger Posten. * Würzbura, 11. Juni. Domprobst päpstlicher Hausprälat Dr. Diem, der den Krieg 1870=71 als Feldgeistlicher mitgemacht hat, ist hier gestorben. = Nürnberg, 12. Juni. In Veitsbronn wurden durch Blitzschlag sieben Gebäude eingeäschert. Auf dem Schlüsselfelde wurde bedeutender Schaden angerichtet. * Gretfenbera i. Po., 12. Juni, Seit gestern brennen 10000 Morgen des Tressiner Moores. Das Feuer konnte noch nicht eingedämmt werden.— Ueber die Stettiner Gegend ging gestern ein schweres Gewitter nieder. Der Blitz schlug an mehreren Stellen ein und tötete einen 15jährigen Knaben. Der Verband mittlerer Reichs-Post= und Celegraphen= Beamten konnte am 6. Juni auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Mit Rücksicht auf den Weltkrieg ist von jeder Feier abgesehen worden, dagegen hat der Verband das Jubiläum zum Anlaß genommen, bedeutsame soziale Einrichtungen ins Leben zu rufen. Von diesen ist in erster Linie die Jubiläums=Waisenkasse zu nennen, die am Jubiläumstage mit einem Grundstock von 175000 Mark und einer jährlichen Einnahme von 30000 Mark in Wirksamkeit getreten ist. Es sind zunächst an 17 Vollwaisen von Verbandsmitgliedern Erziehungsbeihilsen von 60 Mk. bis 240 Mt. jährlich bewilligt worden und zwar im Gesamtbetrage von 2540 Mk. jährlich. Die Tätigkeit der Kasse wird voraussichtlich in naher Zeit auch auf die Halbwaisen ausgedehnt werden. Ferner hat sich der Verbandsvorstand entschlossen, einen Fends von 30 000 Mark zu wissenschaftlichen Zwecken bereitzustellen. Es soll die deutsche Wissenschaft veranlaßt werden, das weite Gebiet der sozialen und rechtlichen Fragen des Beamtenstandes mehr als bisher zu bearbeiten. Um zu solchen Arbeiten anzuregen, sollen Preisausschreiben erlassen werden, Besonders hervorzuheben ist, daß aus der laufenden Kriegssammlung des Verbandes, die bis Ende Mai den Betrag von rund 230000 Mark ergeben hat, und aus der bereits 130 000 Mk. an Kriegsfürsorgeunternehmungen verteilt worden sind, ein Kriegsschatz gebildet werden soll. Dieser Schatz soll zur Unterstützung allgemeiner Kriegsmaßnahmen, zur Ausbildung im Kriege verstümmelter Post= und Telegraphenbeamten für einen neuen Beruf und zur Linderung der Notlage von Hinterbliebenen gefallener oder infolge des Krieges verstorbener mittleree Post= und Telegraphenbeamten verwendet werden. Der Verband. der in Berlin am 6. Juni 1890 mit 600 Mitgliedern gegründet wurde, zählt gegenwärtig rund 40000 Mitglieder. Sein Vermögen beläuft sich auf 3600 000 Mari Die„Freie Vaterländische Vereinigung“ die am 28. Februar d. J. unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Justizrats Professor D. Dr. Kahl und GehKommerzienrat Ernst v. Borsig von Berlin aus begründet worden ist, um dem deutschen Volke die inneren Errungenschaften des Krieges, insbesondere die nationale Einheit und Geschlossenheit, für die Zeit des Friedens zu sichern, hat sich in der Zwischenzeit erfreulich entwickelt. Zwar gestattet der Gang der großen Kriegsereignisse noch nicht, an Einzelheiten für die kommende Friedenszeit heranzutreten; doch hat sich die Sammlung der dem Programm der F. V. V. Zustimmenden im ganzen Reiche stetig vollzogen, sodaß sich bereits eine Dezentralisation nach den einzelnen deutschen Bundesstaaten und preußischen Provinzen notwendig gemacht hat, und überall die Gründung selbständiger Provinzial= und Landesgruppen eingeleitet worden ist. Die gemeinsame Geschäftsstelle der F. V. V. ist Berlin W. 8, Behrenstraße 63. Von ihr kann die zur Orientierung geeignete Broschüre„An die Deutschen im Reiche" bezogen und bei ihr die Mitgliedschaft angemeldet werden. Letzte Telegramme. Ein Sohn des Prinzen Ernst von Meiningen gefallen. bb. Halle a. d. S., 12. Juni, 3 Uhr nachts. Der neunzehnjährige Baron E. v. Saalfeld, der zweite Sohn des Prinzen Ernst von Meiningen, ist im Osten den Heldentod gestorben. Das Meininger Haus hat somit den dritten Verlust im Kriege erlitten. Die Arbeiterbewegung in ungland. WTB. London, 12. Juni, 3 Uhr nachts. Die Maschinisten und Heizer der Kohlengruben von Dudley haben das Angebot der Arbeitgeber, eine Kriegszulage von zehn Prozent zu gewähren, abgelehnt. Sie fordern 15½ Prozent und beschlossen, die Arbeit am 17. Juni niederzulegen, wenn die Forderungen nicht bewilligt werden. In diesem Falle werden 10000 Vergarbeiter seiern müssen. db. Lonvon, 12. Juni, 3 Uhr nachts. Die Arbeiter einer Textilfabrik in Lancashire traten in den Ausstand, well die Arbeitgeber sich weigerten, eine Kriegszulage von zehn Prozent zu zahlen. Die Arbeiter des ganzen Bezirks Rochdale, etwa 20000, erhielten darauf die Mitteilung von ihrer Aussperrung. Gründung einer bessarabischen Liga. Bukarest, 12. Juni, 3.30 Uhr nachts. Das Blatt „Universul" erhält aus Kischinew zuverlässige Meldungen, daß die russischen Behörden die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, sich auf alle Fälle bereitzuhalten, um gegebenenfalls Bessarabien zu räumen. Die wohlhabenderen Kreise treffen bereits alle Vorbereitungen zur Abreise. Ssende leikum Liebesgabe 10 PGdstrk., Die besten und gediegensten Programme werden nach wie vor bei uns gezeigt!!! Heute und folgende Tage in beiden Theatern: 3 Weltschlager 3 1. Deutsche Frauen Deutsche Treue! Ein Helden- und Liebes-Drama in 8 Akten. Das gewaltigste Kriegsdrama aus den Tagen des Wellkrieges 1914—15. Gewaltige Schlachtenbilder und Reiterattaken! Wir besitzen Allein-Aufführungsrecht II. 915 Die Heldin des Cirkus Barum! Erstklassiges Cirkus- und Artisten-Drama in drei großen Akten Prächtige Löwenszenen!— Herrliche ReiterspieleI- Packend und wuchtig im Aufbau.— Tiefergreifend im Spiel und Handlung. Alleiniges Aufführungerecht. III. Eines Weibes Rache! Einzig dastehender Sensations-Schlager in 8 Akten Spannung ohne Ende IV. Das Pferd als Retter! Prächtiges Gowboy-Drama Glänsende Reiterspiele.— Wild-West-Schlager 1. Ranges. V. Gutes Beiprogramm. Gefangenenlager in Frankreich. Freitag, den 18. Junig abends 8¼ Uhr, im Dortmunder Stadttheater. Einmaliger Lichtbilder-Vortrag des Herrn Oberstleutnant Dr. von Marvall, Delegierter des Roten Kreuzes in Genf über seine Besichtigung der Gefangenenlager in Frankreich(Korsika, Algier, Tunis, Marokko und Sahara). C Der Reinertrag iet für die Hilfe für kriegsgefangene Deutsche bestimmt Kartenverkauf von Montag, den 14. bis einschl. Donnerstag, den 17. Juni bei: Buchhandlung Dreist, Betenstrasse 16: Gebr. Gillessen, Steinplatz 1; Altos Rathaus, Tuchhalle, Markt 14; Albert Thospann. Hörde, Viktoriastrasse, sowie am Tage des Vortrages an der Abendkasse von 7 Uhr ab. 918 Preise der Plätze einschl. Kleidergebühr und Kartensteuer: Balkonloge 3.—, Beskon 1.-8. Reihe 2.50 Sperrsitz 10.-18. Reibe 1n I. Rang Seite 1.50 Balkon 4.-6. Reihe)#„ II. Rang I.I. Rang Mitte) L., III. Rang 0.50 Eine Vorverkaufsgebühr wird nicht erhoben. Hotel und Pension mit Café Fürstenhöh Schierke I. Harz. Vornehmes Haus, vollständig renoviert. Zimmer mit voller Pension von 6.50 Mk.an. Gegen früher Preise ermässigt. Seit 2 Jahren getrennte Verwaltung des Hotel und Pension Fürstenhöh vom Kurhaus. Anfragen an Pension Fürstenhöh erbeten * Fernsprecher 8. Die Direktion. Rubigster angenehmster Aufenthalt. Preise für — Kriegstellnehmer und deren Angehörigen nach Uebereinkunft. 792 Besitserin: Frau Otto Preusse. Statt Karten! Lisbeth Kronstein Paul Aronsheim Verlobte. Dortmund, im Juni 1915. 917 Thermal-Solbad Hamm(Westt.) Herz- u. Frauen-Krankheiten, Rheumatismus. Gicht. Gelenkversteifungen, Verletzungsfolgen. Prosp. gratis Kronenburg. Philharmonisches Orchester. Dirigent: Prof. Georg Hüttner Sonntag, den 13. Juni 1915 Konzert Anf. 3½ Uhr. Eintritt 50 Pf. Abonnementskarten sind an der Kasse zu haben. Am Stadttheater Bei günstiger Witterung: Sonntag vormittag 11½ Uhr Promenaden-Konzert des Phllharmonischen Orchesters Programm: 1. Nibelungen-Marsch, Sonntag. 2. Divertissement a. d. Meistersingern, Wagner. B. Walzer, Kaiser Wilhelm II“ Ertl. 4. National-Hymne „Heil Dir im Siegerkranz“ Alschausky(aufgenommen in das Lehr-Gesangbuch) 5. Phantasie aus der Oper „Undine“. Lortzing. Hie Bryan! Hie Wilson! Kopenhagen, 12. Juni, 2,30 Uhr nachts.„Dailk Telegraph“ meldet aus Neuyork, daß alles für eine Spaltung innerhalb der demokratischen Partei spreche, indem Bryan sich an die Spitze des gegen Wilson gerichteten Flügels der Partei stellen wird. Bryan habe Journalisten gegenüber erklärt, er wolle ausführliche Beweise veröffentlichen, daß Deutschland der Union gegenüber eine durchaus friedfertige versöhnliche Haltung eingenommen habe und den Vereinigten Staaten in loyaler Weise ein Schiedsgericht vorgeschlagen habe „„ WTB. London, 11. Juni. Die französische Bark „La Liberte“ mit einer Ladung Kohlen wurde auf der Höhe Lundy=Island von einem Unterseeboot durch Bomben zerstört. Bekanntmachung. Seitens der Heeresverwaltung wird beabsichtigt, möglichst große Vorräte an Heu aus der neuen Ernte sofort zu erwerben oder sicher zu stellen. Das immobile Proviantamt in Münster hat deshalb in Aussicht genommen, in weitem Umfange Heuankäufe während der Erntezeit unmittelbar von den Wiesen vorzunehmen. Alle angebotenen, brauchbaren, selbst kleinere Mengen Heu sollen angekauft werden, soweit sich die Erwerbig#g Überhaupt verlohnt. Die vaterländische Pfiicht##rheischt es, jedes irgendwie geeignetes Stück Land zur Gewinnung von Heu auszunutzen, da dieses zur Befriedigung des Heeresbedarfes von großer Bedeutung ist. Wirtschaftlichen Interesses wegen und auch zur Vermeidung späterer Beschaffungsschwierigkeiten ist es erforderlich, auch die Erwerbung derjenigen Heuvorräte vorzunehmen, die nicht sofort zum Proviantamt überführt werden können. Die Erwerbung und Belassung des Heus bei den Verkäufern kommt jedoch nur bei größeren Landwirten in Frage. Diesen würde sofort ein Angeld etwa bis zur Hälfte des Wertes gezahlt werden, welches g. F. erhöht würde, wenn sich die Abnahme des Heus ausnahmsweise lange verzögert. Zur Streckung der Vorräte an Wiesenheu ist es sehr erwünscht, daß auch seitens der Landwirte auf die Beschaffung von anweitem Heu, z. B. Laubheu, zur eigenen späteren Vrwendung, sowie auch zum Verkauf an die Heeresverwaltung rechtzeitig Bedacht genommen wird. Um sämtliche Vorräte Heubestände für Zwecke der Heeresverwaltung zu gewinnen, wird darauf aufmerksam gemacht, daß infolge der Anwendung der Grünfütterung die künftige Heu= und Kornernte möglichst wenig beeinträchtigt wird. Es sind dagegen Ersatzfuttermittel zu verwenden, die sonst in Friedenszeiten weniger Beachtung finden. Die Erträgnisse des Waldes bieten vielfach geeignete Ersatzfuttermittel; auch Rohr und Schilf sind in grünem Zustande im Notfalle zur Verfütterung geeignet. Dortmund, den 11. Juni 1915. Der Oberbürgermeister: Lichtspiele. In den Vereinigten Theatern:„Henny Porten“, Westellhellweg 11 und Lichtspielhaus„Femlinde“, Brückstraße 32 üben von heute ab drei Weltschlager eine ganz besondere Anziehungskraft aus, Zunächst ist da das von gewaltigen Schlachtenbildern durchwobene Helden= und Liebes=Drama„Deutsche Frauen, deutsche Treue!" Dann das packende Zirkusund Artistendrama„Die Heldin des Zirkus Barnum!“, Der dritte aufsehenerregende Schlager„Eines Weibes Rache!" hält die Besucher der Theater in Spannung bis zum Ende. Dazu gesellt sich das prächtige CowboyDrama„Das Pferd als Retter“ mit seinen glänzenden Reiterspielen. In üblicher Weise werden diese hervorragenden Dramen umrankt von einem ausgezeichneten Beiprogramm, das auch dem Humor Geltung verschafft. Wie bisher so lohnt sich auch jetzt der Besuch der Vereinigten Theater„Henny Porten“ und Lichtspielhaus„Femlinde. Ee hitvolt den Ehrgeiz der Haussrau, wenn man ihre sanberen LO NIIZGN tadellosen Gardinen lobt und bewundert. Diese stolze Genugtung hat jede Hausfrau, die mit Luhns wäscht. Mehrere tüchtige Parterre-Wohnung von 4 Zimmer mit allem Zubehör per sofort oder später vermieten. Hagenstraße 55, I, Mäurer Zur Beerdigung des ver- gegen hohen Lohn zum sofortigen Abdesch. 3. 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Zweit Zusammenschluß für Krie Am Sonnabend, den #es„Ausschusses für 1 hamburgischen Landesv# #orsitz des Herrn Mar von Vertretern der Hilft orschung und Fürsorge zemeinschaft umschließt deutschlands: Großherze rn, Provinz Brandenb hanfestadt Bremen, Har im Hessen, Hansestadt Unburg=Schwerin und 6 burg, Provinz Ostpreuß rovinz(teilweise), Pro ien, Provinz Schleswig Besisalen, Provinz Wes #berg. Die große Meh Versammlung entsandt, ische Finanzminister D er Deligierte des Wü vom Roten Kreuz, Herr zen. 1 Besonderes Interess Quch die Anwesenheit alnachweisbureaus ui nents des Kriegsmini Venaral=Kommandos be Es herrschte in de nung, daß der Zusam chne jeden Zusammenhe Vereine ein unbedingte ein weiterer Ausbau i Iden müßte. BekanntliVereine, die entweder der Landesver is„Hilfe für Kriegsg gncer Weise erfolgt,? Urddeutschland, Fran #nd geworden ist un #talen und feindlichen halstellen erledigt wir Erfahrungen jedes ein en und der Gesamth bährend die Nachforst inzelnen Landesteilen le fällt eine ungeheu eppelt und zum Tei Ionnte, jetzt fort, und sischen Behörden werd Herrennaben Aus der Der Obersta fruder. Neulich mi Aln. Der Neuangeko Also hör. mal, mein inger gleich, der he rstanden. Darauf 1 seift einem höllisch i es denn schaffen berstabsarzt!“— kanenerweckenden Eir Bivil?“— Professor grsität Rostock.“— ausgezeichnet, da n zu. Aber sage Du a Dann freil die künden ein g. ##en dort nur dre #d musizieren.“ alige Küchendrag Aus der Der Verkauf der verfallenen Pfänder aus April 1914 findet statt: für Goldpfänder Nr. 1—1756 den 22. Juni 1915, und für Kleiderpfänder Nr. 1—4107 Mittwoch, den 23. Juni 1915, vormittags 9 Uhr, im Geschäftslokale, Königshof 15. Am 22. Juni kommen die als Liebesgaben für den Krieg gestitteten Schmucksachen(Brillanten, Gold= und sachen) mit zur Versteigerung. Für den sonstigen Verseh bleibt das Leihhaus an den beiden Verkaufstagen geschlossen, Die bei der Versteigerung erzielten Ueberschüsse könng innerhalb 6 Wochen nach dem Verkauf erhoben werden Hans ist mit den eben im Konzert. paus zeigt auf den F* Mann der Frar grnehmlich.—„Pst gar nicht!"— T n nicht droht, waru Nur Hydropsal, amtlich giftfrei befunden, bring garantiert schmerzlose Entleerung. Anschwellungen# Unter= und Oberschenkel schwinden, Atem wird leichtek, Herz ruhig, Druck im Magen verliert sich. Orig.=sle mit Anweisung Mk. 4.45, wird auf Bestellung# sandt. Schwanen=Apotheke Westenbellweg 34. Ein alter Tasche richt. Zufällig wo er krank.„Ich be geklagte,„da mein Wozu“? antwort 9 e r w i s c h t w o r d e n, des Bestohlenen da noch zu Il Der alte Gauner 9 gerne hören, Lehmann schreibt :„Mein Wasser bis an d lich zumute— a großes Reinema eizung. Erschelnt mit Aufnahme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementspreis srel ins Haus, mit der täglichen und dem 8seitigen illustrierten Sonntagsblatt 70 Pig. #ro Monat, durch die Post bezogen für 3 Monate 2,00 Mk. Rotationsdruck und Verlag, sowie für die Inserate veranzwottlich: Viktor Schauzer. Dortmund. verbunden mit dem Dortmund u. Hörde. Lokak-Anzeiger für Mit Bekanntmachungen der städtischen## und Wilitär-, sowie anderer Vehörden. Expedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— wermprec=Anschluß Nr. 160. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Pfedie 4 gespaltene Vetltzeile oder deren Raum 30 Vig. Bei zwangsweiser Beitreldung der Insectionsgebühren durs Klage od. Konkursverfahren wird der bewilligte Radatt bin##### Erfülllungsort Vortmund. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vergeschriebenen Tagen und Plätzen übernehmen wir keine Garantie. Für die Redaktion verantwortlich: Max Sonuemann. Dortmund. Nr. 135. Dortmund, Samstag, den 12. Juni 1915. 32. Jahrg. Zweites Blatt. busammenschluß der Hilfs=Vereine für Kriegsgefangene. Am Sonnabend, den 29. Mai hat in den Räumen es„Ausschusses für deutsche Kriegsgefangene" des hamburgischen Landesverein vom Roten Kreuz unter #oisitz des Herrn Max Schinkel eine Versammlung von Vertretern der Hilfsvereine für Gefangenen=Nachorschung und Fürsorge stattgefunden. Diese Arbeitszemeinschaft umschließt die nachstehenden Landesteile deutschlands: Großherzogtum Baden, Königreich Bay#u, Provinz Brandenburg, Herzogtum Braunschweig, hansestadt Bremen, Hansestadt Hamburg, Großherzogum Hessen, Hansestadt Lübeck, Großheczogtum Mecklnburg=Schwerin und Strelitz, Großherzogtum Oldenburg, Provinz Ostpreußen, Provinz Pommern, Rheinrovinz(teilweise), Provinz Sachsen, Provinz Schleien, Provinz Schleswig=Holstein, Thüringen, Provinz Lesisalen, Provinz Westpreußen, Königreich Württemwerg. Die große Mehrzahl hatte Vertreter zu der Versammlung entsandt, von denen der herzoglich Hesische Finanzminister Dr. Ingenieur von Braun und ler Deligierte des Württembergischen Landes=Verein vom Roten Kreuz, Herr von Geyer, genannt sein mö101. Besonderes Interesse erlangten die Verhandlungen nich die Anwesenheit je eines Vertreters des Zenhalnachweisbureaus und des Unterkunfts=Departenents des Kriegsministeriums sowie des stellvertr. enaral=Kommandos des 9. Armeekorps. Es herrschte in der Versammlung Uebereinstimnung, daß der Zusammenschluß der bis vor kurzem schne jeden Zusammenhang unter einander arbeitenden Vereine ein unbedingtes Erfordernis gewesen sei und in weiterer Ausbau in dieser Richtung erstrebt werden müßte. Bekanntlich ist der Zusammenschluß der Vereine, die entweder unter dem Namen von Ausder Landesvereine vom Roten Kreuz oder #is„Hilfe für Kriegsgefangene Deutsche" tätig sind, ##cer Weise erfolgt, daß Hamburg die Zentrale für korddeutschland, Frankfurt a. M. für Süddeutschnd geworden ist und der Verkehr mit dem neutalen und feindlichen Auslande nur von diesen Zennalstellen erledigt wird und auch dort die gesamten krfahrungen jedes einzelnen Vereins zusammenflieen und der Gesamtheit zugänglich gemacht werden, bährend die Nachforschungen im Inlande von den inzelnen Landesteilen ausgeübt wird. Auf diese Weile fällt eine ungeheure Arbeit, die früher vielfach Peppelt und zum Teil ungenügend geleistet werden sonnte, jetzt fort, und alle inländischen und auslänsischen Behörden werden von einer großen ArbeitsVerluste an Kregsschiffen: England: + Kriegsschiffe unn 277000 T0 Frankeich: OOltriegsschiffe 38 500 T0 Russland:— 9 Miegsshire: 24 300 To Japon: 3Mriegszhiffe: 73 300 T0 Verluste an wenschenieber). Fronkreich- Russland Japan 7500 J4436 300 Ergland Fankreich Russland Jopan 8O 10569 Bisherige Verluste der feindlichen Kriegsflotten. * ½ last befrett, was im Interesse der Gefangenen von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Die von den Vertretern des Kriegsministeriums durch ihre Teilnahme an der Versammlung gewonneuen Eindrücke und die von ihnen geäußerte Anerkennung über die bisher vollbrachten Leistungen lassen erhoffen, daß die Hilfsvereine im Interesse einer noch besseren Ausnutzung ihrer Tätigkeit in der von den Zentralinstanzen des Kriegsministeriums und des Roten Kreuzes geleisteten Organisation offiziell das Tätigkeitsfeld zugewiesen erhalten, das nur sie enfolge ihrer persönlichen Fühlung mit der Bevölkerung in den einzelnen Landesteilen ausfüllen können. Bezüglich der Unterstützungstätigkeit wurde beschlossen, in energischer Weise die bisher in erster Linie in Hamburg und Frankfurt ausgeübte Sammeltätigkeit auch auf das übrige Deutschland auszudehnen. Es besteht ein so dringliches Bedürfnis, die Gesangenen, deren Los sich zwar gegenüber den ersten Kriegsmonaten in den meisten Ländern gebessert hat, aber wegen ihres psychologisch erklärlichen gedrückten Gemütszustandes noch immer sehr traurig ist, zu unterstützen, daß unbedingt weitere Mittel nötig sind. Die von der deutschen Regierung in großem Maße gegebenen Unterstützungen, die natürlich nur auf dem offiziellen Wege zur Verteilung gelangen, können in sehr vielen Fällendie Gefangenen nicht erreichen. Auch die vom Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz geleitete großzügige Unterstützung der Gefangenen, namentlich in Frankreich, mit Liebesgaben ist nicht ausreichend, um alle Not zu lindern, da in vielen Fällen nur durch Ueberweisung von Geld an Vertrauensleute an Ort und Stelle wirkliche Hilfe geleistet werden kann. Wir fügen dieser Mitteilung hinzu, daß auch der Unterausschuß Dortmund durch zwei seiner Mitglieder auf dieser Tagung vertreten war. Wir bitten erneut um Zahlungen bei unserer Geschäftsstelle, altes Rathaus, Markt Nr. 14, oder an das Konto für„Gefangenen Hilfe“ bei der hiesigen Sparkasse. Politik im Schützengraben. L. C. Viele Leute glauben, daß unsere tapferen Feldgrauen, die draußen für des Reiches Ehre kümpfen, jedes Interesse für die inneren Verhältnisse Deutschlands verloren haben, daß sie besonders von Politit aichts hüren wollen. Weit gefehlt! Wir stehen erfteulicher Weise im Zeichen des Burgfriedens, der im allgemeinen von allen Seiten durchaus richtig gehalten wird. Von kleinen Entgleisungen, die sich vereinzelt bemerkbar machen, kann man ruhig absehen. Sie haben keinerlei Bedeutung. Der Burgfrieden wird gehalten, und die politischen Kämpfe zwischen den einzelnen Parteien sind ausgeschaltet. Das haben auch die Kriegswahlen zum Reichstage und zu den bundesstaatlichen Landtagen bewiesen, bei denen die Kandidaten der Partei, die das betreffende Mandat innehatte, immer ohne Wahlkampf gem-hlt wurden. Es wäre aber ganz falsch zu behaupten, daß es keine politischen Gegensätze mehr gäbe, oder daß wir uns nicht mehr um innere Politik zu bekümmern hälten. Diese Gegensätze sind vorhanden, und sie flackern manchmal auf wie auch jetzt bei der Tagung des preußischen Landtages, der dem Reichstag in politischer Celtung gern den Rang ablaufen möchte. Auch sonst pulsiert das innerpolitische Leben kräftig. Man würde sich einer großen Täuschung hingeben, wenn man glauben würde, daß die verschiedenen Parteien nun ihren Parteibetrieb gänzlich eingestellt haben. Ein rheinisches Blatt hat kürzlich festgestellt, wie eifrig z. B. in Rheinland=Westfalen trotz dem Kriege die Sozialdemokratie an dem Ausbau ihrer Organisation arbeitet, wie sie Mitgliederversammlungen abhält und Vereinsbeiträge einzieht und dafür sorgt, daß ihre Vereine nicht zugrunde gehen, Auch die anderen Parteien sind auf dem Posten, wenn sie es nach außen hin auch nicht laut verkünden. Darum ist es die Pflicht jedes politisch denkenden Staatsbürgers, mitzuhelfen, seinen politischen Verein zu en halten. Auch hier heißt es: Durchhalten. Man glaube nur ja nicht, daß die vielen Millionen tapserer Streiter draußen nun auf einmal gar kein Interesse mehr an innerpolitischen Fragen haben. Unsere Feldgrauen beschäftigen sich in Feindesland, wie zahlreiche Zuschriften beweisen, mit Fragen der Kunst und der Wissenschaft, mit Literatur und Musik, und da ist es ganz selbstverständlich, daß sie auch die Politir nicht vergessen. Das schöne und gute ist, daß sie sich dabei nicht in die Haare geraten und daß sie in den Mußestunden, in denen sie einmal ein solche polittsches Gespräch führen könner, gut und recht ihre Meinung sagen, ob sie nun rechts oder links, oder in der Mitte stehen. Eben unterhalten sie sich noch über Parteifragen und gliedern sie nach großen Weltanschauungen, und in der nächsten Stunde schon stürmen sie wieder gemeinsam gegen den Feind, nur den einen Gedanken im Herzen tragend: vorwärts Wie ein Feldgrauer seinen Freunden daheim mit teilte, sind politische Gespräche im Schützengraben selbstverständlich. Bald werde eine neue Landkart besprochen, bald werden die großen Hoffnungen des Volks in Bezug auf Fortschritt in Gesetz und VerHerren-Kleidung und naben-Kleidung käufen Sie sehr billig in dem neu eröffneten Me* Spezialhaus A. Eick& Comp. 23 Ostenhellweg 23. 13 für Herren- und Knaben-Kleidung 29. Humoristisches. hold erwaren e12 spr. 1513. 879 Dortmund. inder aus April —1756 Dienstag, inder Nr. 1—4107 tittags 9 Uhr, im 573 Aus dem„Torfbarbier.“ Der Oberstabsarzt und sein Duz= fruder. Neulich mußte ich meinen Burschen wecheln. Der Neuangekommene wurde von mir belehrt: A#lso hör. mal, mein Sohn, nun tue es Deinem Voringer gleich, der hat das Einheizen aus dem ff erstanden. Darauf lege ich großen Wert, denn es seift einem höllisch in diese alte Bude hinein. Wirst es denn schaffen können?"—„Jawohl, Herr berstabsarzt!“—„Du machst mir einen ganz verkanenerweckenden Eindruck. Was bist Du denn im bivil?“— Professor der Philosophie an der Unisrsität Rostock.“— Hör mal', mein Sohn, das ist ausgezeichnet, da wollen wir gleich beim Du blei. Aber sage Du auch„Du' zu mir.“ Dann freilich.„Hören Sie mal, Herr Wirt. le künden ein großes Militärkonzert an und dabei ##en dort nur drei alte Schachteln auf dem Podium nd musizieren.“—„Bitte sehr, das sind drei ehekalige Küchendragoner.“ Aus der„Berliner Illustrierten Hans ist mit den Eltern zum ersten Mal in seinem eben im Konzert. Eine berühmte Sängerin singt. #us zeigt auf den Kapellmeister:„Warum droht * Mann der Frau mit dem Stock?“ flüstert er Frnehmlich.—„Pst!“ macht der Vater,„er droht F gar nicht!“— Darauf zischelt Hans:„Wenn er nicht droht, warum schreit dann die Frau so?“ Ein alter Taschendieb stand wieder einmal vor kicht. Zufällig war an diesem Tage sein Verteier krank.„Ich beantrage Vertagung“, sagte der geklagte,„da mein Verteidiger nicht gekommen ist.“ „Wozu“? antwortete der Staatsanwalt,„Sie sind erwischt worden, wie sie Ihre Hand in der Tades Bestohlenen hatten. Was könnte der Anda noch zu Ihrer Verteidigung vorbringen?“ Der alte Gauner grinste:„Das möchte ich eben 9 gerne hören, Herr Staatsanwalt!“ Lehmann schreibt aus dem Schützengraben an seiGattin:„Mein liebes Minchen! Ich sitze hier Wasser bis an die Knie, und mir ist recht heislich zumute— als ob ich zuhause bin, und Du großes Reinemachen!“ Die Zeppelin=Furcht. Auf einer Landstraße an der englischen Küste radelt ein Radfahrer des Weges. Als ein Bauer vorbeiging, hielt er an und fragte den Mann:„Wie weit ist's noch bis nach Poppeltown?“—„Zwei Meilen von hier, aber gerade in der anderen Richtung““ war die Antwort.—„Den engtegengesetzten Weg? rief der Radfahrer entrüstet. „Aber der letzte Wegweiser, an dem ich vorbeifuhr, zeigte doch hier lang!“—„Ja, grinste der Bauer verständnisvoll,„sehen Sie, wir aus Poppeltown haben nämlich den Wegweiser umgedreht, um die Zeppeline irrezuführen.“ Aus„Der Brummer“. Am Ende.„Sie müssen Ihre Gedichte mit der Schreibmaschine schreiben, wenn Sie sie der Redaktion einreichen,“ sagte der Redakteur dem jungen Dichter. Aber dieser schüttelt abwehrend den Kopf,„Wenn ich Schreibmaschine schreiben könnte, hätte ich es nicht nötig, Gedichte zu machen.“ Der hohe Herr. Bei einer militärischen Uebung hatte ich Instruktion über das Manöver erteilt. Da an dem Manöver ein sehr hoher Herr teilnahm, schärfte ich den Rekruten ein, sie sollten sich den nur ja richtig betrachten,„Denn wer weiß, ob ihr ihn nochmal so nahe zu sehen bekommt" usw. usw. Im nächsten Jahre treffe ich unter den alten Leuten ein paar Bekannte. Wieder habe ich Instruktion. Ich will sehen, was sie vom Manöver behalten haben und frage meinen Freund Josef Blazek:„Na, bei welcher Partei war der hohe Herr, was hatte er für ein Helmband?“—„Weiß ich nix, Herr Leitnant, hob’ ich nix geguckt auf Helm, hob' ich nur geguckt in die Fresse.“ Aus der„Jugend.“ Das gelbe Laster. Am Sau liefen an einem Morgen 500 Russen mit hoch erhobenen Händen zu den Bayern über. Die weiter zurückliegenden russischen Abteilungen schossen grimmig hinter ihnen her. Aus Wut? Rein, aus Neid! Pfui Teufel! Der Direktor der West Hartlepool Sleam Navization Co. Guthe, ein geborener Deutscher und naturalisieiter Engländer. hat eine Belohnung von 2000 Mark für den Kommandanten eines Handelsschiffes ausgesetzt, das ein deutsches U=Boot in den Grund bohrt. Diesem unseren Exlandsmann folgt natürlich der Segen aller ehrlichen Deutschen nach, die ihn zum Teufel wünschen. Aber dieser Wunsch kann nicht erfüllt werden. Als nämlich der Teufel von ihm hörte, spie er aus und sagte:„Pfui ich! Für diesen Herrn ist meine Hölle zu schade. Kommt er herein, so werfe ich ihn wieder heraus und desinfiziere meine gute brave Hölle im Interesse der ehrlichen Verbrecher und Sünder, für die sie bestimmt ist". Frido. Peperl in Nöten. Der kleine Pepi hat für seinen Vater eine Maß Bier geholt. Er steht mit ihr am Straßenrande und weiß nicht, wie er glücklich durch die Wogen des Verkehrs kommen soll. Ganz aufgeregt sagt er endlich:„Der Vater hat scho recht, bal ma an Schutzmann braucht, is nie einer da!“ Höhepunkt der Unbescheidenheit.—, „I möcht recht reich sein.—“—„Wie reich?“— I möcht soviel Markstück'ln, als am Pfingstsonntag Abend der Ausdruck„Saubande' gefallen is.“ Der Schlachtrus. Klavierkonzert. Eine stahlharte Pianistin martert mit ihren Fingerknochen einen bis zur Unkenntlichkeit verstimmten Flügel. Das Puhlikum fährt wie unter Ambosschlägen zusammen. Da endlich— ein Pianissimo! Schon erhebt sich jemand schwer atmend und schreit:„Schickt Musikinstrumente ins Feld!“ L. E. Es geht etwas vor. In Galizien bereiten sich große Dinge vor; ein großer russischer Sieg ist dort im Anmarsch. Die russischen Berichte können, so streng sachlich sie auch sind, ihre Siegesfreude kaum verbeigen. Die russischen Truppen wälzen sich wie eine Dampswalze durch Galizien; in ihrem Kampfeseifer sind sie immer an der Spitze, während die Deutschen und Oesterreicher ihnen nachhinken. Aber sie sind ihren Feinden nicht nur in der Kraft und Tapferkeit, sondern auch in ihrer Strategie überlegen. So ist es der Geschicklichkeit der russischen Armeeleitung gelungen, die Zeinde in die Festung Przemysl hineinzulocken, und diese sind auch in die Falle gegangen. Die Russen verstehen es, ihre Feinde nie zur Ruhe kommen zu lassen; sie marschieren in solchen Eilmärschen, daß die Deutschen und Oesterreicher kaum nachkommen können und bald ganz erschöpft sein werden. Bei dem unübertroffenen Marschtempo der russischen Heere wird dem Oberkommando in der nächsten Zeit voraussichtlich nicht einmal so viel Zeit bleiben, um die Siegesberichte abzufassen. Wenn diese also ausbleiben, so ist dies ein Beweis dafür, daß die Russen siegen. Frido. Aus dem„ulk.“ Nikitas Siegeslied. Slawa! Heil! Mit lautem Jubelschalle Sich mein Zuruf durch den Schnauzbart drängt Meine Schwiegersöhne hängen alle! Großfürst Nicolai und Peter hängt! Und der Victor, der Emanuele, Hängt desgleichen, o, wie freut mich das! Selbst des Serbenkönigs treue Seele Hängt verwitwet ohne Unterlaß! In den Tod seh' ich die Völker drängen, Und die Welt ist nichts als Mord und Brand, Bloß weil meine Schwiegersöhne hängen—— Wo? An meiner Töchter Schürzenband! Der größte Lump. Infolge eines bedauerlichen Versehens ist in den bisherigen Ausgaben der Werke von Hoffmann von Fallersleben ein Druckfehler übersehen worden. In den„Politischen Gedichten“ soll der oft zitierte 17. Spruch also heißen Der größte Lump im ganzen Land Das ist und bleibt der d'Annunziant. P. L. „„ Des Kriegers Klage. Achott, Achott, sammerte der russische Großfürst, der einem Attentat glücklich entgangen war, wenn ich bloß erst in deutscher Gefangenschaft wäre! Da ist man doch wenigstens end lich einmal seines Lebens sicher! „* Schnadahupferl. Der bayrische Hiefl, der stürmte Przemysl, Der Russ' sagt nur dies: Mir ist sehr Przemießt Holdrioh! valtung erörtert. Mitglieder aller Partesen plaudern eidenschaftslos über alle diese Fragen, die früher oft finen Sturm der Gegensätzlichkeit erregt hatten. Jetzt ind alle einig, in dem Ziel zunächst die Feinde niederzuwerfen und dann nach dem blutigen Ringen das liebe Vaterland auszubauen zu einem schönen, freien Heim. Natürlich werden auch politische Zeitschriften sehr gern gelesen. Und wenn man dem Feldgrauen eine besondere Freude machen will, dann schicke man ihm die Wochenblätter seiner Parlei hinaus, die er sonst nicht erhält. Alle Artikel werden jetzt gründlicher und eifriger gelesen als in Friedenszeit. Man zeicht diese Zeitschriften herum, und der Kamerad, der früher ein politischer Gegner war, tut auch einen Blick hinein und findet bald, daß die einstmals bekämpfte Partei auch manches Gute für sich hat. Der Steglitzer Fortschrittsverein hat z. B. allen seinen Mitgliedern das Fortschrittliche Jahrbuch ins Feld geschict, das mit lebhalten Interesse entgegengenun en wurde. Mancher politisch gleichgiltige Mann wird gerade in dieser Kampfeszeit politisch interessiert und spater ein eifriger Mitstreiter sein. Also es besteht kein Zweifel, daß auch im Schützengraben die Politit nicht vergessen wird. Die Front in Galizien. Nur die Sprache der Faust wird verstanden. Wie wir bereits gemeldet haben, hat Balfour im Unterhause erklärt, daß ein nennenswerter Unterschied in der Behandlung Kriegsgesangener von U=Booten und von anderen Kriegsgesangenen nicht mehr gemacht worden sei. Diese Mitteilung besagt an sich nichts Neues, da auch schon vorher von der englischen Regierung erklärt worden war, daß die gefangenen Mannschaften unserer U=Boote es im Gefängnis nicht schlechter hätten als alle anderen Kriegsgefangenen. Viel wichtiger war, daß er hinterher ausführte, es seien Maßregeln getroffen, um die Behandlung zukünftig vollständig gleich zu gestalten. Das kann nur heißen, daß die englische Regierung auch in der Form der Inhaftierung unserer Unterseebootmannschaften ihren zu Anfang eingenommenen Standpunkt aufgegeben hat und den deutschen Seeleuten die gleiche ehrenvolle Haft zubilligt wie allen anderen Kriegsgesangenen. Wir begrüßen die Sinnesäußerung der englischen Regierung mit aufrichtiger Genugtuung. Man wird sich erinnern, daß seinerzeit, als Deutschland seinen Unterseebootskrieg gegen Großbritannien begann, die britische Admiralität sich auf den Standpunkt stellte, daß die Mannschaft der deutschen U=Boote keinen ehrlichen Krieg hrie und darum auch keine ehrenvolle Behandlung zu gewärtigen hätte. Wäre es nach Lord Beresford, dem sitzigsten unter den englischen Hitzköpfen, gegangen, so wäre man unsere Seeleute samt und sonders aufgeknüpft. Als dann tatsächlich Mannschaften deutscher U=Boote in englische Hände fielen, wurden sie ins Gefängnis gesperrt, und wenn dort auch die Behandlung nach den Feststellungen amerikanischer Mittelsmänner allen Anforderungen der Humanität durchaus gerecht wurde, so kam in der Art der Behandlung doch deutlich zum Ausdruck, sei Englaud unsere Unterserbooimannschest einer ehrene en Haft nicht für würdig hielt. Die deutsche Regiesung entschloß sich damals zu Gegenmaßregeln und setzte ine Anzahl englischer Offiziere aus den besten Familien der vereinigten Königreiche ins Gefängnis. Nach Balsours Mitteilung hat diese Gegenmahregel hre Wirkung schließlich doch nicht verfehlt. Die Söhne der englischen Peers, die nun schon seit langer Zeit eine bedeutend verschärfte Haft ertragen müssen, werden vermutlich ihren Onkeln und Vettern im englischen Ministerium nahegelegt haben, sie nicht länger in einer für einen englischen Gentleman wenig erquicklichen Lage zu belassen. Aus Balfours gestrigen Mitteilungen im Unterhause erfährt man, daß ihre Bitten nicht vergebens gewesen sind. In Deutschland wird man natürlich abzuwarten haben, wie die von Herrn Balsour angekündigten Maßregeln in der Praxis aussehen. Wir dürfen wohl annehmen, daß die amerikanische Botschaft in London sich wieder der Aufgabe unterziehen muß, die angeblich veränderte Lage unserer Unterseebootmannschaften zu untersuchen und darüber nach Berlin zu berichten. Erst wenn wir aus dieser einwandfreien Quelle die Ueberzeugung entnehmen können, daß man den deutschen Seeleuten nun eine Haft in allen Ehren zugebilligt hat, wird man vielleicht in Erwägung ziehen können, ob man die englischen Offiziere, die jetzt im Gefängnis sitzen, wieder in Ihre Gefangenbaracken zurückführen kann. Wir stellen jedenfalls erneut fest, daß nur die allergrößte Rücksichtslosigkeit unsere Feinde dazu zwingen kann, die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze des Anstandes und der Menschlichkeit im Kriege zu beachten, und wir hofsen, daß auch die gestern angekündigten Gegenmaßregeln gegenüber der Behandlung deutscher Gefangener durch die Franzosen einen ähnlichen Erfolg haben werden. Ob Herr Balfour unseren Unterseebootskrieg niedrig, seige und unmenschlich nennt, und ob er damit droht, die Frage der persönlichen Verantwortlicheit unserer Seeleute am Ende des Krieges in seinem oder gar Lord Beresfords Sinne zu entscheiden, läßt uns vollkommen kalt. Wir haben in diesem Kriege zur Genüge erkennen müssen, daß akademische Erörterungen mit englischen Staatsmännern über Anstand und Menschlichkeit völlig zwecklos sind. Für solche Diskussionen hat man in London noch nie Verständnis bewiesen. Desto besser versteht man die Sprache einer Faust, die unbekümmert zupackt und durchgreift. Wir hoffen bestimmt, daß wir auch am Ende des Krieges in der Lage sein werden, uns Herrn Balsour in dieser ihm allein geläufigen Weise verständlich zu machen. Das deutsch=italienische Abkommen über die Arbeiterversicherung. Dadurch, daß zwischen dem Deutschen Reiche und Italien die diplomatischen Beziehungen abgebrochen worden sind, kann auch das am 1. April 1913 in Wirksamkeit getretene Abkommen zwischen Deutschland und Italien über die Arbeiterversicherung als nicht mehr geltend angesehen werden. Dieses Abkommen, das am 31. Juli 1912 in Berlin unterzeichnet und etwas später von beiden Teilen bestätigt worden ist, hatte hinsichtlich der Leistungen und der Rechte aus der Arbeiterversicherung eine gewisse Regelung herbeigeführt und zwar nach der Richtung hin, daß die beiderseitioen Landesangehörigen im gegenseitigen Vertragslande dieselben Rechte hatten wie die einheimischen Landesangehörigen. Da die Zahl der italienischen Arbeiter in Deutschland zu allen Zeiten weit größer war als die der deutschen Arbeiter in Italien, lag natürlich der Vertrag im Interesse Italiens. Bezüglich der Invaliden= und Altersversicherung hatte seinerzeit die Regierung Italiens geltend gemacht, daß die italienischen Arbeiter in Deutschland wohl für die deutsche Invaliden= versicherung Geldleistungen zu machen hätten, daß ihnen aber dafür bei den bestehenden Bestimmungen über die Wartezeit usw. wenig Aussicht für den Bezug von Renten gegeben seien. Dem kam die deutsche Maßstab Anfang Naiern 10. Juni Regierung entgegen, indem sie in dem Vertrage vom Jahre 1912 zugestand, daß solchen in Deutschland beschäftigten italienischen Arbeitern, die bei der Italienischen Allgemeinen Invaliden= und Altersversicherungskasse eingeschrieben sind, alle Beiträge, die sie hier zu entrichten hätten, nach Italien an die dortige Versicherungskasse überschrieben werden. Die in Deutschland beschäftigten italienischen Arbeiter konnten also aus den Beiträgen, die sie eigentlich in Deutschland zu bezahlen gehabt hätten und die für sie in den weitaus meisten Fällen verloren gewesen wären, ihre Anwartschaft auf die Versicherungsleistungen in Italien aufrecht erhalten und sie noch steigern. Aehnliche Bestimmungen treten bezüglich der Unfallversicherung in Wirksamkeit. Obwohl darüber noch nichts bekannt gegeben worden ist, und offiziell der Kriegszustand noch nicht besteht, darf wohl als sicher angenommen werden, daß fernerhin Geldüberweisungen Deutschlands an die italienischen Kassen nicht mehr vorgenommen werden. Vielleicht ließe sich später für solche itallenische Arbeiter, die während des Krieges in Deutschland blieben und der Einberufungsorder ihrer heimischen Regierung nicht Folge leisteten, ein Ausgleich schaffen. Unsere Helden in den Kolonien Köln, 12. Juni. Die„Köln. Ztg.“ schreibt: Die englischen Zeitungen, welche früher öfter von den in Kamerun, Ostafrika, Mesopotamien usw. kämpfenden Truppen lehrreiche Feldpostbriefe abdruckten, scheinen, de der Inhalt oft recht kleinlaut anmutete, dieserhalb eine Verwarnung erhalten zu haben. Wenigstens ist seit schen kein derartiger Feldpostbrief mehr veröffentlicht worden, so daß wir leider noch ausschließlicher als bisher auf die zurechtgestutzten und wohlfrisierten amtlichen Nachrichten unserer Gegner angewiesen sind. Aber selbst ise Nachrichten gestatten bisweilen trotz ihrer verstümten Form einen Einblick, der dem Feinde ganz gewiß erwünscht ist. Da kommt beispielsweise die Mitg, daß Engländer und Franzosen am 19. Mai die Deutschen aus einer starken Stellung bei Njoke in Kamerun vertrieben hätten. Selbst wenn die Behauptung, was doch sicherlich nicht feststeht, richtig ist, bietet allein en die Ortdangabe eine Böchst ertenliche Bestigung die Ende Mai von dem vierten Bericht unseres Reichsnialamts gegebene Darstellung der Kriegslage in Kamernn. Es hieß in diesem Bericht, daß wahrscheinlich wegen Unzuverlässigkeit der Eingeborenen und Aufstände halber im eigenen Gebiet die Engländer sich vom DschangHochlande längs unserer Kamerun=Nordbahn und die Franzosen in Neukamerun zurückzögen. Der Rückzug muß auffallend weit gegangen sein und sich der Küste stark genähert haben, wenn tatsächlich am 19. Mai bei Njoke gekämpft worden ist. Denn dieser Ort liegt am Mungofluß östlich des Kamerungebirges und ist von dem am 19. Januar von den Deutschen zurückeroberten Tabassi schon sehr viel weiter entsernt als von der Küfte. Es kann trotz der Dürftigkeit der Nachrichten kaum einem Zweifel unterliegen, daß sich die Kriegslage von Kamerun im Vergleich zu dem Stande vom 31. Dezember v. J. nicht unwesentlich gebessert hat. Abgesehen von einem Teil der Küste und des seinerzeit von den Franzosen abgetretenen Neukamernn ist das Land vom Feinde frei. Noch günstiger sieht es bekanntlich in Deutsch=Ostafrike aus, an dessen Grenzen wir auch neuerdings wieder mehr. sach die Angreiser waren. Ob es, während der klimatisch gemäßigte füdlichste Teil von Deutsch=Südwestafrika zeit weilig dem Burenrenegaten Botha unterlag, bloß Zufall oder ob es durch die Verhältnisse bedingt ist, daß wir in den an die Leistungsfähigkeit der menschlichen Natur die denkbar höchsten Anforderungen stellenden Tropengebieten so sehr viel glücklicher kämpfen, werden dereinst die näheren Berichte erweisen. Als Trost für den einstweiligen Verlust des durch unsere Eisenbahnen erschlossenen Südteiles von DeutschSüdwestafrika bleibt uns die Hoffnung, daß, da die Hauptmacht der deutschen Streitkräfte in dieser Kolonie noch kaum zum Kampfe gekommen ist, der Widerstand in dem Tropengebiet nördlich von Windhuk demjenigen von Deutsch=Oftafrika und von Kamerun gleichkommen wird. Wenn auch die Aufmerksamkeit und die Anteilnahme unseres Volkes naturgemäß in erster Linie dem französtschen und dem russischen Kriegsschauplatz zugewandt bleibt, so dürfen doch die Helden darüber nicht vergessen werden, die, von jeder Verbindung mit der Heimat ab. geschnitten, in drei weitausgedehnten Ländern Afrikas unter ganz besonders schwierigen Verhältnissen an dem Daseinskampfe des Vaterlandes teilnehmen. Deutschlands Jugend! Durch die in den höheren und mittleren Schulen geplante Kriegsbuchwoche(13. bis 19. Juni) soll der deutschen Jugend jeden Alters erneut Gelegenheit gegeben werden, nach Maßgabe der ihr zu Gebote stehenden Mittel mitzuhelfen an dem großen Kampfe, der seit Monaten um des Reiches Bestand, Ehre und Zukunft auf feindlichem Boden ausgefochten wird. Das soll durch die freiwillige Stiftung eines oder mehrerer Bücher für die Krieger im Felde und in Lazaretten geschehen. Jedes dieser Bücher kommt in viele Hände, und viele deutsche Krieger werden in Stunden einer Kampfpause, des Ausruhens, der Ablösung oder im oft wochenlangen Stilliegen bei der Bewachung erorberten Gebietes sich Ablenkung und Auffrischung der seelischen und geistigen Kräfte daraus holen können. Mit den Mitteln geistiger Anregung soll der einzelne Krieger frisch gemacht und erhalten werden für die großen und schweren Aufgaben zu denen er um des Vaterlandes Wohl und um Eurer Zukunft willen verpflichtet und berufen ist. Denkt daran, wie schwer es Euch ankommen würde, in arbeitsfreien Stunden und Ferienwochen anregendan Lesestoff gänzlich entbehren zu müssen; Ihr dann mit Freuden versuchen, unter Beachtung d### Euch bekanntgegebenen Richtlinien aus den Bestzz den der häuslichen Bücherei ein Buch— am im gebundenen Zustande, groß und klein— 1a. zuwählen, das Ihr mit dankbarem Herzen und in Bewußtsein, mitzuhelfen an Dingen, didie Gesamtheit unseres Volkes angehen zu dem genannten Zweck hergebt. B## in häuslichen Bücherbeständen nichts Geeignetes ia finden meint, kann für weniges Geld nach Mangabder Richtlinie sicherlich ein geeignetes Büchlein kag sen. Was, wie und wann Ihr schenken sollt, werdet Ihr durch den Leiter und die Lehrer und Lehrerinnen Eurer Schule erfahren. Halte keiner sich oder seine Gabe für zu gut oder für gering dazu! Jedes Buch#### ein Gruß Jungdeutschlands an die tapferen ner, ist ein Teil jenes ungeheuren Wechselstromee. der in Gedanken und Taten unaufhörlich zwischen der Heimat und den Kriegsschauplätzen hin und h## flutet. Das deutsche Vaterland erwartet, daß auch hierin seine Jugend ihre Schuldigkeit tut! Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Dortmund. den 11. Juni. Aus einem Stalle am Sunderweg entwendete der Arbeiter Fridr. Seiler das beste Pferd im Werte von 2000 Mark. Auf dem Sunderweg begegnete dem Diebe zufällig der Eigentümer des Pferdes, der sofort die Polizei benachrichtigte, die den Pferdedieb in der „Deutschen Flotte“ festnahm und dem Eigentümer das Pferd wieder zustellte. Seiler, der wegen Diebstahls vor dem Schöffengericht stand, versuchte sich dadurch aus der Schlinge zu ziehen, daß er mit dem an Gerichtsstelle bekannten großen Unbekannten operierte von dem er das Pferd zwecks Weitertransport erhalten haben wollte. Tatsächlich hatte der bereit zweimal wegen Eigentumsvergehens vorbestrafte Bursche das Pferd kurz vor seiner Verhaftung aus dem Stalle geholt und dem gestohlenen Pferd auch noch das beste Geschirr angetan, das im Stalle war. Da es sich um eine Diebesfrechheit sondergleichen handelte, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Zwei unerhörte Angriffe auf Lehrerinnen in genwart der Schulkinder fühnte das Gericht mit verhältnismäßig geringen Strafen. Die Ehefrau Struppi aus Brechten grollte auf irgend einer Veranlassung der Lehrerin Kaufmann. Sie ging eines Tages in die Klasse der eLhrerin und führte in Anwesenheit der Schulkinder eine unschöne Szene auf. Der Aufforderung, das Schullokal zu verlassen, schenkte Frau Stuppi keine Beachtung, sondern beschimpfte die Lehrerin. Die angeklagte Frau erhielt eine Geldstraf von 30 Mark. Schwerer lag der zweite Fall. Im März d. Js. erschien die Ehefrau Schmidt in Dortmund=Eving während des Unterrichts in der Klasse der Lehrerin Vollhaus und stellte diese zur Rede, weil sie die Tochte der Frau Schmidt gezüchtigt hatte. Dann ergriffd erregte Frau einen Griffelkasten und schlug die Lehrerin damit an den Kopf. Nach dieser Leistung ging Frau Schmidt in das Klassenzimmer der Lehrerin Finger, um mit dieser„abzurechnen". Fräulein Zu ger erhielt von der Frau ebensalls einen Schlag a den Kopf. Das Gericht verurteilte die Angeklagte wegen Mißhandlung zu einer Geldstrafe von 60 Mark. Literatur. England, die Geisel der Menschheit Von„Germanicus", 40 Seiten. Verlag von Scholz u. Co., Leipzig, Queerstraße 12.— Preis 25. Pf.Eine flammende Anklageschrift mit wertvollem terial, die mutig Farbe bekennt und Europa die Augen öffnet über das perfide Albion und seine, da Weltall umspannenden Intrigen. Unsere tapfere Krieger werden mit besonderer Aufmerksamkeit diest Geschichte der englischen Politik der Gemeinheiten le sen. Die auf den Vertr.: Heinr. Hünnemann, Dortmund, Amalienstr. 28½. Telephon 1770 Elberfelder Zeitung Neueste Nachrichten Oeerisep mad! 2“ 25 Ausgabe B: täglich(Morgen= u. Abendausgabe) Mark 2.25 vierteljährlich. Orobenummern werden kostenfrei zugestellt. Frauen-Kleider Pfand-Versteigerungen nicht verkauften Sachen, wie Anzüge, Ueberzieher Joppen, Hosen, Röcke lacken, Talllen, Mäntel etc. etc. □.llOber- u. Unterbetten Settell Pfühle, Kissen ThranTaschenuhren, Regulateur. Chren uhren, Freischwinger, Fahrräder, Nlähmaschinen, Musikinstrumente, phologr. Apparate, Konversalions-Lenikons u. sonslige Bücher etc. otc. können täglich in unseren Geschäftsräumen zu sehr billigen Preisen gekauft werden. Die Sachen sind teils gebraucht, teils neu. Pfandleih-Anstalt R. Gick& Comp., Balkenstr. 38 Dortmund Nicolalstr. 5 belm Bezirks-Kommande. 4530 und FLUGEL in altbewährter Güte. IBACH-PIANOLAPIANOS d. h. 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Eigentlich ärgerte mich dies; was geht es ihn an, wenn ich der schönen Münchener Resi ein freundliches Wort sage? Nun werde ich sie erst recht in die Wange kneifen. Ich ließ mir einen frischen Krug Bier bringen, ergriff hierauf die Resi beim Arm und begann mit ihr zu plaudern. Als sie dann forteilen wollte, packte ich sie mit raschem Griff um den Nacken,— es sah beinahe so aus, als hätte ich ihr einen Kuß geben wollen. Der schwarze, würdige Herr, der diese Szene scharf beobachtete, schien über mich geradezu entrüstet zu sein, denn als die Resi dann mit kreischendem Lachen davonlief, geschah etwas Unerhörtes— der schwarze Herr erhob sich von seinem Sessel und trat au mich zu. Ich war mehr als erstannt und machte da her ein nichts weniger als geistreiches Gesicht. Er ließ sich aber nicht irre machen, schob den Sessel neben mir vor, lüftete ein wenig seinen Hut und setzte sich nieder, ohne auf meine höfliche, einladende Bewegung weiter zu achten. „Sie bereiten mir sehr viel Schmerz, junger Mann,“ begann er,„das ist nicht schön von Ihnen.“ Ich sah ihn betroffen, sprachlos an. „Schickt es sich für einen jungen Menschen, in einem öffentlichen Lokal eine Kellnerin küssen zu wollen? Das ist höchst unpassend und Ihrer unwürdig...“ „Ehrwürden," unterbrach ich ihn, da ich davon überzeugt war, einen Pfarrer vor mir zu sehen,„Ehrwürden urteilen streng—“ „Sie machen sich noch lustig über mich obendrein, bemerkte er ernst,„was soll das „Ehrwürden"! Sie wissen doch ganz genau, daß mir ein derartiger Titel nicht zukommt. Ich will mit Ihnen ein vernünftiges Wort reden, also lassen Sie Ihre Scherze. Wie alt sind Sie?“ „Ich bin 22 Jahre alt.“ „Was betreiben Sie?“ „Mein Vater behauptet, ich wäre Jurist. „In Wirklichkeit aber sind Sie—?“ „Ein junger Kerl, dem die Welt gefällt!“ "„ D a s i s t r e c h t. I c h f r a g e S i e d a h e r k u r z und bündig, wollen Sie meine Tochter heiraten und was Tüchtiges werden?“ Ich lachte auf. „Ein netter Scherz.“ „Ich scherze nicht in dergleichen Dingen, junger Mann,“ erwiderte er sehr ernst,„antworten Sie mir mit ja oder nein.“ „Aber gestatten Sie, das ist doch etwas sehr Komisches, was Sie da zu mir sprechen. Ich kenne Sie nicht, Sie kennen mich nicht, zudem bin ich noch viel zu jung zum Heiraten und zuguterletzt verstehe ich überhaupt nicht.“ „Das ist doch höchst einfach! Meine Tochter ist jetzt 17 Jahre alt, hat bereits eigenes Vermögen in der Höhe von 150000 Mark, ist mit glänzenden Kontrakten für vier Jahre versehen und wird mich, wenn ich abberufen werde, beerben. Ich habe auch meine 300 000 Mark erspartes Geld. Sie ist mein einziges Kind, und ich habe daher die Sorge um sie, ihr einen braven, rechtschaffenen Mann zu geben. Sie gefallen mir, dann Sie sind jung, chneidig und forsch,— aus Ihnen schnitze ich schon einen tüchtigen Menschen und braven Gatten zurecht.“ „Das ist alles sehr schön——“ „Ich weiß schon, Sie wollen meine Tochter zuvor kennen lernen. Wundert mich, daß Sie sie nicht kennen, in der ganzen Stadt spricht man von ihr.“ „Das ist gerade nicht empfehlend—“ „Sie sind wohl toll,“ fuhr er auf,„eine Künstlerin wie meine Tochter bildet überall das Tagesgespräch.“ Mit diesen Worten zog er aus der Brustasche seines Rockes einige Bilder hervor, die ein entzückend schönes, junges Mädchen zeigten. Doch was sah ich,— ein Bild stellte diese junge, bildschöne Dame im Trikot dar. Ich war start. „Was soll das?“ fragte ich. „Meine Tochter——.“ Jo aber diedes Hostim!! P „Im Pelzmantel kann sie nicht von Trapez zu Trapez fliegen—“ „Ihre Tochter fliegt?“ „Ja, kennen Sie denn meine Tochter wirklich nicht? Sie kennen nicht Miß Leona, die kühne Trapezkünstlerin, die Königin der Lüfte?!“ Ich glaube, er war beleidigt,— ich war start. „Wer sind Sie denn eigentlich?“ stammelte ich hervor. „Mich kennen Sie auch nicht?“ fuhr er auf,„waren Sie noch nie im Zirkus? Haben Sie noch nie etwas von Little Baby gehört, Sie kennen nicht den Clown Little Baby?“ Ich griff mit beiden Händen nach dem Kopfe. Sollte ich laut auflachen, sollte ich um Hilfe rufen, daß man mich von dem offenbar irrsinnig Gewordenen befreite— ich wußte wahrhaftig nicht, was ich zu denken hatte. „Mir ist ganz schwül,“ brachte ich endlich hervor.„Und ich soll Ihre Tochter, die Königin der Lüfte, heiraten, soll vielleicht auch ich in solch einem Aufzuge wie Ihre Tochter da durch die Lüfte fliegen? Verzeihen Sie, mein Herr, ich glaube zu träumen. Ich verstehe Sie nicht, ich begreife Sie nicht.“ „Bitte, wie Sie wollen! Ueberlegen Sie es sich bis morgen, dann kommen Sie morgen zu Mittag in meine Wohnung, hier haben Sie meine Adresse, speisen Sie mit mir und meiner Tochter, das weitere wird sich dann schon finden.“ Ich steckte mechanisch die mir gereichte Karte ein. Little Baby bestellte mittlerweile eine Flasche Wein, schob seinen Sessel ein wenig bequemer an den Tisch und begann in seiner ruhigen Art von den gleichgültigsten Dingen der Welt zu sprechen. Hie und da warf er eine mich und meine Familie betreffende Frage ein, die ich ihm gern beantwortete. Und eigentümlich, je länger wir uns unterhielten, um so besser gefiel er mir. Er hatte wirklich sehr viel Liebes und Einnehmendes in seinem Wesen. Als wir uns endlich trennten, stand bei mir der Entschluß, ihn zu besuchen, fest. Tatsächlich warf ich mich Tags darauf in den schwarzen Rock, richtete meinen äußeren Menschen auf das vorteilhafteste her und suchte Little Baby auf. Ich wurde von ihm freundlich aufgenommen: er trug seinen langen schwarzen Rock, hatte auf dem Kopfe ein kleines Sammtkäppchen sitzen und schmauchte aus seiner langen Pfeise— ganz wie ein ehrsamer Spießbürger, daß ich noch immer daran zweifelte, dieser würdige Mann vor mir sei jener lächerliche weißgeschminkte Bajazzo mit der grellroten Nase, dessen fratzenhaftes Bild mir von der Wand entgegenlachte. Ich konnte es mir gar nicht vorstellen, dieser behäbige Herr könne tatsächlich derselbe sein, über dessen tolle Drolerien und pudelnärrischen Einfälle die ganze Stadt sich halbtot lachte. Ich war noch mit diesem Gedanken beschäftigt, als seine Tochter kam. Heiliger Himmel— so viel Schönheit Liebreiz und Anmut auf einmal hatte ich noch nie vorher gesehen. Ich war sprachlos vor Bewunderung. Am liebsten wäre ich ihr sofort zu Füßen gefallen und hätte ihr Herz und Namen und alles, was ich habe und bin, angetragen. Und wie entzückend sie zu plaudern verstand! Es lag etwas Natürliches, Warmes und Ungekünsteltes in ihrem Wesen, das sofort gefangen nahm! Ich war in einem Taumel— alle Jugend in mir schäumte auf! Was soll ich weiter erzählen?! Die„Königin der Lüfte" wurde meine Braut und bald meine Frau. Mein Vater war zwar wütend, als er mich aber dann im Zirkus sah, wie ich im Frack dastand und von der Manege aus die Trapeze, an denen meine Frau ihre halsbrecherischen Künste ausführte, mlltels langer Leine dirigierte, da war er ganz tolz Denn der endlose Beifall, mit denen das Publikum meine Frau und später meinen Schwiegervater überschüttete, schmeichelte seiner Eigenliebe. Schließlich ließ mich aber mein Ehrgeiz keine Ruhe, und ich erklärte eines Tages meinem Schwiegervater, ich hätte das bloße Strickhalten satt, ich wolle auch arbeiten. „Ich wußte, daß du kommen würdest," antwortete er mir in seiner jovialen Art— „von heute ab bist du mein Schüter, in dir steckt großes Talent zu einem„dummen August“. Und er nahm mich in die Lehre. Heute, es sind seitdem viele Jahre dahingegangen, arbeitet meine Frau nicht mehr; auch mein Schwiegervater hat sich zur Ruhe gesetzt. Dafür ist ein neuer Little Baby aufgetaucht, denn ich habe das Erbe des Alten angetreten. Mein höchster Stolz ist es aber, wenn er schmunzelnd zugesteht, daß ich ihn in einzelnem übertreffe, und daß selbst er oft über mich lachen müsse, bis ihm die Tränen in die Augen kommen. Mit mir wird der letzte Little Baby aus der Arena des geharkten Bodens verschwinden, — mein Sohn Georg ist nämlich aus der Art geschlagen, er ist bereits— wohlbestallter Staatsanwalt. Da passiert es manchmal, daß er mir wenn ich in der Manege politische Witze oder boshafte Bemerkungen mache, über die das Publikum gewöhnlich in schallendes Gelächter ausbricht, ganz ernsthaft droht, er werde mich noch in Anklagezustand versetzen müssen. Das gebe doch einen herrlichen Zirkuswitz ab! 8 Aus Welt u. Leben tk. Wann geht der Krieg zu Ende? Die Diplomaten haben zu schweigen, wenn die Kanonen sprechen. Aber die Biertisch=Diplomaten lassen sich nicht von ungeschriebenen Gesetzen beherrschen. Lastet doch auf ihren Schultern nicht die Last jener Verantwortung, die der Arbeit des verantwortlichen Diplomaten den Stempel schwerfälliger Verläßlichkeit aufdrückt. So in vorgeschrittener Stunde, nach dem 4. oder 5. Krug, wenn der edle Gerstensaft die Gehirne bereits zu fabelhafter Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit emporgepeitscht hat, dann reiht sich gerne an die intensive militärische Fachsimpelei der 50= oder 60 Jährigen eine Erörterung über den Zeitpunkt des Kriegsendes an. Aber dazu hat man wenig „Material“ zur Beurteilung, und aus leeren Töpfen schöpft auch der eifrigste BierbankKannengießer keinen„Stoff". Aber in der Verlegenheit kommt ihm der Zufall zu Hilfe; da hat ein im bürgerlichen Leben ganz und „ untätiger Stammtischgenosse ein Muster für die Berechnung von Kriegsschlüssen entdeckt. der Mann rechnet: Kriegsjahr 1870 1871 zusammen 3741. Die Quersumme der ernen Zisfer dieser Zahl 37 macht 10, der zweiten Hälfte 41 macht 5. Tatsächlich wurde 1871 der Friede am 10. 5., also am 10. Mai geschlossen. Also rechnet gleich alle Welt nach diesem Exempel für diesen neuen Krieg, und da ergibt sich folgende Rechnung: Kriegsjahr 1914 1915 zusammen 3829. Die Quersumme von 38 ist 11, von 29 ebenfalls 11. Also— so phantasiert der BiertischDiplomat— wird am 11. 11. der Friede geschlossen werden, also am 11. November!„Ein bißchen später", wird mancher sagen. Am 11. in dem 11. Monat wollen doch die Rheinländer ihren Karneval wieder eröffnen. Hoffentlich laden sie dann diese Biertischdiplomaten ein, damit die Herrschaften nicht um hre Ehre ein, damit die Herrschaften nicht um ihre Ehre Steine. Wer war der erste Rezensent?— Esau. Da ihm Jakob zuvorkommen wollte, griff er dessen Ferse(Verse) an. * Selbstgefälligkeit und Hoffart sind es, welche viele Menschen von Irrsal zu Irrsa. umher treiben, sie blind, und ihre Blindheit nach und nach unheilbar machen. PEgTVTGUT 9 2 gSc 50 (9 SN . 12 S B- ET 0= —"— ∆— ——— 2. R G □ * 9*. 9 U1 1S Se —— vd 01 5 = Bonn „„„# 2.*** * 1S * n 9• —.--„-*"* O 2 •"—— S F.— ec G— —•„• Sa-SRS *.SEE —. B(9•• 2 — 6 385 — 7 2 — „Ggoe AaSnn OS FSE S 9 S* S 22 7 R0 —* S= 2 — 8 33 FFTARTNFS,S.3.8-3 Familienfreund Blätter zur Unterhaltung und Belehrung 16 Dann ging es ans Vorstellen der Kinder, das heißt mit Ausnahme Fritzens, der Ordre erhalten hatte, in der Küche zu essen, eine Strafe, die er aus Furcht vor dem Grafen sehr gern annahm. Trine hatte erst versucht, ein Gespräch anzuknüpfen, aber Fritz verharrte in düsterem Schweigen, teils weil er fürchtete, es könne ihm wider Willen ein Wort von dem Geheimnisse entschlüpfen, teils weil er ihr mit diesem Schweigen imponieren wollte. Dies gelang ihm nun allerdings nicht, denn Trinens allem Hohen abgewandter Sinn suchte den Grund seiner düsteren Stimmung nur in einer besonders ausgiebigen Ration Prügel, die er erhalten haben mochte. „Kommt denn Papa nicht zum Mittag essen?" fragte Mariechen, als man sich ohne den Hausherrn zu Tisch setzte. Die Mutter seufzte tief auf. „Ich weiß nicht, wo er ist, liebes Kind, hoffentlich ist ihm kein Unfall zugestoßen.“ „Papa versäumt doch sonst nie das Mittagessen," bemerkte Waldemar besorgt. „Der Herr Graf meint, das Wetter wird irgendwo einen besonderen Schaden ange richtet haben und Papa wird dadurch zu besonderen Maßregeln veranlaßt,“ erwiderte Frau Kienholz. „So wird es sicher sein,“ meinte Graf bestätigend. „Wo ist denn aber Fritzchen?" fragte Edith. „Der muß strafweise in der Küche essen.“ erklärte seine Mama. „Doch nicht meinetwegen?“ fragte Graf. „Das gebe ich nicht zu, und überhaupt will ich den kühnen Helden näher kennen lernen.“ „Im Interesse des Sünders verlangen Sie das erst nach dem Essen," versetzte Frau Emma scherzend.„Er könnte hier vor Angst doch keinen Bissen hinunterbringen.“ „Also nach dem Essen,“ entschied Graf, „aber kommen muß er.“ Das Mahl verlief ganz angenehm zur großen Befriedigung der Familie Kienholz. Herr Graf würzte es mit allerhand Witzen, nicht gerade jüngster Fechsung, aber sie fanden doch Anklang; beim schwarzen Kaffee wurde Fritz geholt. Er blieb in der Türe stehen und schaute unverwandt den Gast an. „Na, so komm doch her, du tapferer Held du!" redete ihn dieser an. Ja, aber,“ klang es zaghaft von der Tür her,„lassen Sie mich auch gewiß nicht einsperren?“ Graf lachte aus vollem Halse.„Vor dem Einsperren fürchtet sich der Held also doch? Na, wenn du mir schön Rede und Antwort stehst, laß ich dich nicht einsperren.“ Fritz trat heran. Sag nur einmal, warum hast du mich denn gar so grauslich behandelt?“ fragte Graf. Fritz zögerte einen Moment, dann sagte er mutig:„Weil Sie doch die Tante Amalie entführen wollten.“ Graf machte ein ungeheuer verblüfftes Gesicht, aber weil die andern ebenso verblüfft Der Gänsedoktor. Humoristische Novelle von A. Gaus=Bachmann. (Nachdruck verboten.) waren, so fiel das nicht weiter auf. Tante Amalie erholte sich zuerst. „Also mich hast du beschützen wollen, du süßer Junge?“ rief sie erfreut.„Ach, so komm doch her und laß dich küssen!" Fritz traf keine Anstalten, dieser Aufforde rung Folge zu leisten, und Graf fragte weiter: „Ju, wer hat dir denn das nur gesagt?“ „Der Jörg,“ entgegnete Fritz schnell;„o, er hat mir noch viel mehr gesagt, eigentlich der Dore, ich hab's bloß gehört.“ Und er erzählte alles, was er gehört hatte. „Wer ist denn dieser Herr Jörg?“ fragte Graf interessiert;„das muß ja ein riesig gescheiter Herr sein.“ „Es ist der Pferdeknecht,“ rief Tante Amalie empört.„Wie er zu solchen Geschichten kommt, ist mir ein Rätsel.“ „Mir nicht,“ bemerkte Emma mit tiefernster Miene.„Der göttliche Funke, der heute unserem Gast als Flamme entgegen gelodert ist, hat auch die Phantasie der armen Dienstleute entzündet, daß sie so Ungeheuer liches geleistet hat: man umgibt dich eben mit dem Glanze der Romantik.“ Amalie sah Emma zweifelnd an. Etwas an dem Redeschwall gefiel ihr nicht; daß er eine Nachahmung ihrer eigenen etwas schwulstigen Redeweise war, merkte sie jedoch nicht, und da Emma unverändert ernst blieb, beruhigte sie sich.„Was die Leute sich alles zusammendichten!“ seufzte sie nur. Gustav und Waldemar hatten einen Blick gewechselt; aber teils aus Rücksicht auf Edith, teils aus Furcht, mit dem Lachen loszuplatzen, unterließen sie eine Fortsetzung der Augensprache. Das harmlose Mariechen schaute neugierig drein und Frau Kienholz saß wie auf glühenden Kohlen, seit der plaudernde Fritz im Zimmer war. „Na, weißt du, lieber— Fritz heißt du ja— also weißt du, lieber Fritzel,“ wandte sich Graf wieder an den Knaben,„das ist ja so weit ganz schön von dir, daß du deine Leute von Räubern hast befreien wollen, aber ein anständiger Held wirft nicht mit Sand aus dem Hinterhalt, sondern er stellt sich mutig dem Feind entgegen; das mit dem Sand ist Diebsmanier.“ Fritz senkte beschämt den Kopf, aber dann richtete er sich plötzlich auf.„Auf das hat mich erst die Trine gebracht mit ihrem dummen Gasometer,“ schrie er. „Gasometer?“ fragte Graf erstannt. Und nun gab Fritz Trinens herrliche Definition des Gasometers und alle ihre Erläuterungen zum besten. Da war nun des Lachens kein Ende und auch die gequälte Hausfrau konnte nicht unihin, milzulachen. Unter Scherzen trennte man sich; Graf begab sich mit Frau Emma in deren Zimmer, um endlich über die Sache zu sprechen, um derentwillen er eigentlich hergekommen war. Frau Betti gab Christian den Befehl, anzuspannen und den Gast zur geeigneten Zeit zum Bahnhof zu fahren, dann ging sie in die Küche und packte alle möglichen Leckerbissen in eine große Blechdose; sie wollte den Grafen für ihre Reise versorgen, um ihn##### etwa nachkommenden Rachegefühlen versöhn lich zu stimmen. Bei dieser Beschäftigung wurde sie von Edith aufgesucht; das junge Mädchen war so glücklich und fühlte das Bedürfnis, sich auszusprechen, aber dieser aufregende Tag war ja so ungeeignet zu einem gemütlichen Plaudern. Sie war froh, als sie die Tante allein in der Küche fand. „Ach, Tante,“ sagte sie vorwurfsvoll,„hast du denn noch immer keine Zeit gefunden, mir ordentlich zu gratulieren? Nimmst du denn nicht ein bißchen Anteil an mir?“ Frau Betti ließ das Bratenstück, das sie eben zerschneiden wollte, liegen, und eilte mit ausgebreiteten Armen auf das junge Mädchen zu. Das Tranchiermesser hatte sie wegzulegen vergessen und es ragte jetzt drohend zwischen Ediths Schultern empor, als sie dieselbe umarmte.„Du süßes Dingelchen du, verzeih mir nur, daß ich mich so wenig mit dir beschäftige.“ bat sie unter Tränen der Rührung,„aber wenn du wüßtest, was ich heute schon für Qualen ausgestanden habe, würdest du's begreifen. Ich wünsche dir von ganzem Herzen Glück und ich hoffe, du wirst's finden, ein guter Mensch ist er ja, der Liebhardt.“ Sie küßte Edith herzlich und dann, sich wieder ihrem Braten zuwendend, sagte sie mit einem Seufzer:„Freilich, Ditha, ein wenig anders haben wir uns die Sache wohl gedacht; wir meinten, du sähest Waldemar so gern, wie er dich, und wir hätten dich mit Freuden als Tochter begrüßt.“ „Tante, sei froh, daß es nicht so ist,“ versetzte Edith ernst;„ich bin keine Frau für Waldemar, denn erstens fühle ich für ihn ebenso wie er für mich nur Freundschaft, und zweitens muß Waldemars Frau Vermögen ins Haus bringen; ich habe genug von den Verhältnissen der Landwirte gehört, um das zu wissen.“ „Aber du— Ihr habt es doch,“ sagte Frau Betti in ehrlichem Erstaunen;„Deine Mama spricht ja doch— freilich nur andeutungsweise — von ihren Besitztümern.“ Edith errötete.„Was Mama hat oder nicht hat, weiß ich selbst nicht,“ sagte sie verlegen und fuhr dann fröhlich fort:„Aber das eine weiß ich, daß ich jetzt nur Mamas Segen und etwas Wäsche bekomme.“ „I. das ist doch gar nicht menschenmög lich. Ditha: Mama spaßt doch bloß,“ meint Frau Kienholz zweifelnd. Edith zuckte vergnügt die Achseln.„Spaß oder nicht, mir ist es gleich; sie hat es Franz gesagt und er nimmt es ernst und will mich doch, mich ganz allein, und das macht mich tolz, Tante. Und über das, was Mama de geheimnisvoll von ihrem Tode spricht und vor den Augen, die wir nachher machen werden, das sicht uns gar nicht an; wir denken bloß, daß wir uns haben werden, Franz und ich.“ „Daß du dich in den verlieben könntest, das hätt' ich nicht gedacht,“ sagte Frau Bets kopfschüttelnd. „Unverhofft kommt oft!“ entgegnet, Edith froh und suchte dann Mimi auf. Bei dieser erfuhr sie schon mihr Verständuts, für S 22•2 S 38n # * KER .. 2 BgET 9 E PEE E K—SEE 2 288 f. s. 9* 22** 5 * 2 5 6-— — 2 K 2 85 ——* ihre Jubelstimmung: Mimi fand es zwar im Innersten unbegreiflich, daß Edith sich über Gustav hinweg in den dicken Liebhardt verliebt hatte, aber jedenfalls war ihr der Seelenzustand ihrer Base sehr sympathisch. Und so sprachen sie nur im allgemeinen von der Liebe und verstanden sich sehr gut; in der einen Plauderstunde kamen sie einander näher, als es in den vielen Wochen des Zusammenseins geschehen war, und die beiden Mädchen waren in manchen Augenblicken wie ausgewechselt; die ernste Edith spann kindischfrohe Zukunfts pläne, die muntere Mimi gab hausfrauliche Ratschläge. Indessen war es Zeit geworden, zum Bahnhof zu fahren; nachdem Christian angespannt hatte, wurde er von der Hausfrau in geheimer Audienz empfangen. „Chriftian, jetzt hören Sie mich gut an und tun Sie genau, was ich sage,“ redete sie ihn an.„Wenn die Herrschaft am Bahnhofe aussteigt, dann ersuchen Sie, ob Sie schnell etwas besorgen dürften, und eilen dann sofort in den„Elefanten" und lassen sich zu meinem Mann führen; ihm geben Sie dann diesen Brief; haben Sie verstanden?“ „Da gibt’s auch viel zu verstehen,“ meinte Christian geringschätzig. „Es muß aber genau so gemacht werden, wie ich gesagt habe,“ versetzte Frau Kienholz eifrig,„und vor allen Dingen— geschwatzt wird nicht darüber.“ „Weil das Schwatzen schon so meine Sache ist,“ erwiderte Christian beleidigt, worauf die Herrin sofort einlenkte:„Na eben darum gebe ich Ihnen den Auftrag.“ Die Scheidestunde schlug, Graf nahm gemütlichen Abschied, bedankte sich sehr schön für den Reiseimbiß und fuhr unter den Segenswünschen der Familie Kienholz ab; Frau Riedel und Gustav begleiteten ihn. Kienholz verlebte indessen in seinem freiwilligen Zimmerarrest bange Stunden; er hatte nicht lange geschlafen und als er erwachte, war ihm wieder die ganze verzweifelte Situation zum Bewußtsein gekommen. Die Zeit bis zum Abend war noch furchtbar lang und wer weiß, welche Nachricht der Abend brachte. Wenn er wirklich verreisen mußte, so war das einfach schrecklich; das viele Geld und dann die Arbeit, die er daheim versäumte, und das alles Amaliens wegen, die nun doch ihre Tochter dem Nächstbesten gab. Was hatte er diesem Heiratsplan schon alles geopfert! Sein friedliches Familienleben, das ganze frohe Behagen, das er sonst um die Erntezeit empfand, besonders in einem so gesegneten Erntejahr wie heuer, alles, alles war untergegangen in den ewigen Aufregungen des Glücksspiels, das er gewagt und doch verloren hatte. Es war zum Verzweifeln. Und ergeberdete sich auch wie ein Verzweifelter, rannte in dem Zimmer hin und her, schalt, fluchte und seufzte in harmonischer Abwechslung. Dann wieder stand er plötzlich still und horchte angstvoll hinaus; wie, wenn Fritz, dieser unberechenbare Range, irgend eine Dummheit mit seinem Brief angerichtet, ihn verloren oder jemand anderem als der Mutter übergeben hatte? Und der Graf erfuhr seinen Aufenthalt und kam ihm nach, um blutige Sühne zu fordern? Schnell eilte er zur Glocke und schellte. Dem herbeieilenden Stubenmädchen sagte er in fliegender Hast, wenn jemand nach ihm frage, solle sie sagen, er sei fortgegangen, wohin, wisse sie nicht. Dann zog er sich auf sein Zimmer zurück und wagte kaum zu atmen; er horchte auf jeden Schritt und jede Stimme, und dabei schlichen die Minuten dahin, als ob sie Stunden wären; und merkwürdig, wie die Langeweile und die Angst an ihm zehrten! Er hatte schon wieder Hunger trotz des mehr als reichlichen Mittagessens, und er sehnte sich unsäglich nach etwas Eßbarem, erst nach allen möglichen guten Dingen, dann wurde er immer bescheidener; ein Endchen Wurst, eine saure Gurke hätten ihm genügt, aber er wagte nicht mehr zu schellen. Er saß da in der hintersten Ecke des Zimmers, keinem Blick, sowohl durchs Fenster als durchs Schlüsselloch erreichbar, und starrte auf das Zifferblatt seiner Taschenuhr. Nanchmal wandte er sein Auge davon ab und zab sich kulinarischen Träumen hin; dann meinte er, er hätte stunvenlang geträumt, aber wenn er wieder auf die Uhr sah, dann waren es fünf Minuten gewesen. Ach, wenn seine Pläne für Waldemar ein Verbrechen gewesen waren, dann sühnte er dieses Verbrechen jetzt tausendfach; er glaubte zu fühlen, wie sein Haar ergraute. Und nun, nun war es wirklich da, das Unglück! „Herr Kienholz ist nicht da!“ hörte er die helle Stimme des Stubenmädchens, dann eine brummige, von der er nichts verstand. „Ich weiß nicht,“ ertönte es wieder aus des Mädchens Munde, dann wieder das unverständliche Gebrumme und dann wieder hell:„Danach habe ich nicht gefragt.“ Kienholz stand zitternd in seinem Winkel und als er nichts mehr hörte, faßte er einen heroischen Entschluß: er mußte den Boten sehen. So vorsichtig als möglich lugte er durch den Fenstervorhang hinab und sah— Christian, wie er kopfschüttelnd mitten auf der Straße stand und ratlos hin= und herschaute. Und da war es, als ob ein Krampf in seiner Brust plötzlich nachließe; mit einem Schrei stürzte er hinaus, vorbei an dem verblüfften Stubenmädchen, an dem staunenden Hausknecht, und fiel dem erschrockenen Christian beinahe um den Hals. „Herein, herein, nur schnell herein!“ rief er keuchend und zog den guten Mann hinter sich her, die Treppe hinauf und in sein Zimmer. Dort endlich ließ er ihn los, versperrte die Tür und fragte atemlos:„Was ist daheim?“ Wenn Kienholz gehofft hatte, ihn auf diese Art zu einer kurzen und schnellen Antwort zu bringen, so war das ein großer Irrtum gewesen. Christian suchte zuerst einen Stuhl, den er sorgsam prüfte, ob er ihn auc aushielte, dann setzte er sich umständlich nieder und schnaufte zunächst gründlich von dem ungewohnt raschen Treppensteigen aus; die zappelnde Ungeduld seines Herrn störte ihn nicht im geringsten. Endlich sagte er langsam: Na, was soll denn wohl sein?“ Wieder ergoß sich ein Strom von Fragen über ihn, er aber krabbelte in der Tasche seines Rocks und zog endlich sein rotes Taschentuch heraus, aus dem er wieder langsam einen Brief wickelte, den er Kienholz hinhielt.„Das soll ich Ihnen geben,“ sagte er ruhig. Kienholz riß ihm das Schreiben aus der Hand, öffnete es und las: „Teuerster Ferdinand! Komme gleich zurück, es ist alles in Ocdnung: Emma hat alles geschlichtet, es ist Friede und Freude überall, du mußt dich bei Emma sehr schön bedanken. Der Graf fährt jetzt mit dem Zuge fort, du kannst den Wagen mit Emma und Gustav zum Nachhausefahren benutzen. Und siehst du, ich habe doch recht gehabt wegen Amalien; denke dir, Ditha bekommt nichts als Mamas Segen und etwas Wäsche. Und jetzt meine ich, sollten wir zum Trotz recht freundlich mit Amalie sein und Dithas Verlobung ordentlich feiern: sie soll sehen, daß wir uns nicht grämen. Hier schicke ich dir Geld und bitte, wenn du noch etwas Zeit hast, besorge mir Zitronen; ich merkte soeben, daß sie mir ausgegangen sind. Es küßt dich deine dich ewig liebende Gattin Betti.“ Kienholzens Antlitz ward immer heller während des Lesens, zuletzt lachte er ganz laut und schlug Christian veranügt auf die Schulter. „Hast du die Herrschaft zur Bahn gefahren?“ fragte er. Christian bejahte und fügte aus eigenem hinzu, daß ein Junge die Pferde beaussichtige. „Na, also lauf und sage Frau Riedel, sie möge ein wenig auf mich warten, ich käme gleich nach: hast du verstanden?“ Christian nickte nur und erhob sich dann schwerfällig, um den Befehl seines Herrn, mit Ausnahme des Laufens, das nun einmal nicht in seiner Natur lag, pünktlich auszuführen. Der Zug mit Herrn Graf war abgedampft. aber Frau Emma und Gustav erwarteten Christian keineswegs mit Ungeduld. Die Mutter erzählte dem Sohne den ganzen Svaß mit Kienholz und Graf. und sie unterhielten ich prachtvoll dabei. Als Christian mit der Nachricht von seinem Herrn kam, hatte Gustav nur die eine Sorge, daß er seine Heiterkeit vor dem Onkel nicht werde verbergen können, und er fing sofort an, seine Gesichtsmuskeln daraushin zu üben. Kienholz hatte inzwischen seine arg mitgenommene Toilette etwas instand setzen lassen und berichtigte dann seine Zeche. Der Wirt fragte teilnehmend, ob er befriedigende Nachricht erhalten habe, worauf ihm Kienholz mitteilte, daß seine Familie in dem Bestreben, ihm eine Ueberraschung zu bereiten, dies etwas starke Mittel angewandt hätten, um ihn vom Hause fernzuhalten. Aber er werde ihnen schon tüchtig die Leviten lesen trotz der guten Meinung. Dann eilte er zum Bahnhof; als er Frau Riedel erblickte, streckte er ihr von weitem beide Hände entgegen.„Liebe Emma, ich danke dir tausendmal für alles, was du getan hast; zöhle auf mich jederzeit!“ Sie wehrte bescheiden ab; Gustav hatte sich beim Erscheinen des Onkels rasch abgewandt, was letzterer irrtümlich für zarte Rücksicht hielt; in Wirklichkeit war der junge Mann damit beschäftigt, seine unbotmäßigen Gesichtsmuskeln zu zähmen. Als er endlich imstande war, sein Antlitz in ehrbare Falten zu legen, trat er wieder auf Mutter und Onkel zu. „Und nun, liebe Emma, möchte ich dich noch um einen Gefallen bitten,“ sagte eben der Onkel.„Ich will heute Dithas Verlobung feiern, bitte, hilf mir die Einkäufe für einen guten Abendtisch besorgen. Und du, Gustav, hilf ein wenig das äußere Arrangement der Tafel machen,“ wandte er sich an den herzugekommenen Neffen;„deine Kollegen haben dich ia immer, wie du selbst sagst, den Kellner genannt...“ „Tapezierer bitte!“ fiel Gustav ein, froh, daß er lachen durfte. „Das kommt auf dasselbe heraus,“ meinte Kienholz vergnügt;„du hast die Sache so hübsch gemacht damals beim Empfang, so wirst du's ja jetzt auch wieder treffen.“ Sie trennten sich, nachdem sie noch einiges wegen der Abendtafel besprochen hatten, und jedes ging, um seinen Teil an Einkäufen zu besorgen. Frau Emma hatte die Eßwaren übernommen, Gustav die Dekorationssachen und Kienholz den Wein. Christian mußte die Pferde in einem kleinen Gasthof in der Mitte des Städtchens einstellen und die Pakete erwarten, die man dorthin schicken wollte. (Fortsetzung folgt.) Sein einziger Schatz. Von Max Grad. (Nachdruck verboten.)“ „Arme lütje Deern!" Sie hat sich abgewendet, damit der alte Mann die Tränen nicht sehen soll. Dann reckt sie den feinen Kopf mit einer stolzen Nackenbewegung in die Höhe. „Das ist nun einmal so. Alles vorbei!“ Die gütigen Augen des Greises verfinstern sich. „Immer das Gleiche! Immer und immer das alte Lied! Immer das elende Geld! Und hat es nicht Glück gebracht, wenn wir je eins hatten; Johannes... warst du bei Onkel Johannes?“ Wie zögernd kommen die letzten Worte heraus. Höchst erstaunt, ohne ein Wort zu erwidern, sieht ihn das junge Mädchen an. „Ja, ja... du hast Recht... haha!“ Bitter klang das Lachen. Elisabeth setzt den Hut auf und schickt sich zum Gehen. Verträumt blickt sie dabei aus dem offenen Fenster. Unten lärmen die Spatzen, Finkenschlag schmettert von den Gärten herüber, die den keimenden Frühlingsschmuck noch mehr ahnen als sehen lassen. Die frisch aufgegrabene Erde der Blumenbeete riecht eigentümlich scharf, und der Duft mischt sich mit dem der prachtvollen Hyazinthen, die der alte Womblock am Fenster zieht. „Adieu, Onkel David!“ „Adjüs, min lütje Deern,... Kopf oben, Kopf oben!" Aufs neue steigen Tränen in die braunen Mädchenaugen. Sachte zieht der Greis den schönen Kopf an seine Brust. „O, Onkel David,... im Früssing wollte er kommen... da sollten wir uns verloben, . o, nun ist alles, alles aus!“ 33 22 09 # 1. 22 2 2 —„ T OEE5 OSS # a S S S• S E„ 9* O. 2 S SSSE „ PO0 ESS Tsan K"se 2 S#x# F**** 800= SSEE 8. VS“ 5551 • S S55SPSSSEE *—" E □ Stumm drückt der Alte ihr die Hand.—— Unruhig, in langen Schritten, wandert Herr David Prosper Womblock in der großen, vom Sonnenlicht durchfluteten Stube auf und ab. Er denkt des früheren Reichtums der Womblocks. Eines Tages hatte das alte Haus bei einem großen Kaffeekrach falliert. Dann waren alle der Reihe nach gestorben; nur die immer etwas feindlichen Brüder David und Johannes waren am Leben geblieben und eine Schwester, die sich„gut" verheiratete. Was heißt das heutzutage? Und noch dazu bei Kaufleuten! Nun kann sie nicht einmal der einzigen Tochter Herzenswunsch erfüllen und ihr den Geliebten geben. Die Kaution fehlt! Wäre die jetzt zur Stelle, würde alles gut sein! Der junge Herr Leutnant sollte sogar später noch erben. Aber sie ist nun einmal nicht da! Herr Badenius, Elisabeths Vater, hatte eben einige nicht unbedeutende Verlufte gehabt, und so war es einfach unmöglich. Das faltenreiche Gesicht Onkel Davids nimmt einen hilflosen Ausdruck an. Seine Gedanken kehren immer wieder zu dem Bruder zurück, der, seiner Familie entfremdet, nur eine Viertelstunde entfernt, in derselben Stadt lebt. Der hätte zwei, auch drei Kautionen! Aber was nützt das! Ein verknöcherter alter Egoist, nur sich allein oder höchstens noch seinen Bildern lebend! Es hatte es verstanden, was ihm, David, als Beamten nicht gelungen war, durch seinen Kaufmannsstand wieder zu Reichtum zu kommen. Freude schien er indes nicht viel daran erlebt zu haben. Von Natur ernst, verschlossen, zur Empfind lichkeit geneigt, überwarf er sich bei jeder Gelegenheit aufs neue mit Schwester und Bruder; immer weiter wurde die Kluft zwischen ihm und jenen. Erst durch Fremde erfuhren die Geschwister dann gerüchtweise, wie Johannes eine furchtbare Enttäuschung bei seiner ersten und einzigen Liebe erfahren habe. Von da ab war und blieb er erst recht ein verschlossener Sonderling. Ein einziges Mal kam er mit den Geschwistern noch zusammen. Ein verstorbener Verwandter hatte testamentarisch bestimmt, daß ein kostbares Bild, ein herrlicher „Ruisdael", unter den drei Geschwistern verlost werden sollte. Zur Ziehung fanden sie sich beim Notar ein. David, ein Kunstfreund, wie Johannes, aber nicht, wie jener, in der Lage, dieser Passion durch Gemäldeankauf nachzugehen, war der glückliche Gewinner. Tränen der Freude in den Augen, wollte er dem Bruder die Hand reichen und ihn bitten, doch wieder in die Familie zurückzukehren. Johannes aber wandte sich ab und ging mit kurzem Gruß davon. Onkel David murmelt vor sich hin, scheint zu rechnen und zu überlegen. Immer rascher durchmißt er das Zimmer. Im goldigen Zickzack flimmert die Sonne an der Wand hin, breit und voll legt sie sich endlich auf das große Bild. Der Ruisdael!! Des Alten Augen bohren sich förmlich in das Gemälde. Eine der seltenen Landschaften des Meisters. Eine Dorfstraße, auf der er jede Rinne, jeden Schatten kennt. Die Gänse und Hühner scheinen zu schnattern und zu gackern, und das flimmernde Mittagslicht, das dem Hirten dort die Hand vor die Augen legen läßt, scheint fast mit dem der Wirklichkeit identisch zu sein. Und dann der behagliche Wirt, der dem Ankömmling mit der Kappe winkt! Wie er lacht! Ein herrliches Bild in Ton, Farbe und Zeichnung: voll des intinsten Reizes. Onkel David bleibt stehen, öffnet die zusammengepreßten Lippen und lispelt etwas. Dann spricht er lauter im Tone aufrichtigen Schmerzes: „Ich hab' ja nichts anderes,— nur das, — wie bin ich arm!“ Es war sein einziger wirklicher Schatz, seine einzige wertvolle Habe. Die Sonnenkringel tanzen auf und nieder; das Bild scheint sich zu verschieben. Ein schöner Mädchenkopf mit naßgeweinten Augen taucht an des Bildes Stelle auf.„'s ist alles aus!“ Er hört wieder die traurige Stimme. Und welch prächtiges Paar hätte es gegeben! Denn auch der Her: Leutnant ist ein herrlicher Mensch. Das dumme Geld! Wie die hellen Lichter auf dem Bilde lagern. Onkel David legt aus eine Weile die Hand vor die Augen, wie der Hirte da vor ihm. Wie er sie wegnimmt, sind seine Finger feucht: Mit gefalteten Händen tritt er dann vor das Bild, sein scharfer Blick scheint sich nochmals das Kleinste fest einprägen zu wollen. Dann besteigt er einen Stuhl und nimmt den„Ruisdael" sorgsam von der Wand. Fast bringt er das schwere Bild nicht allein herunter. Wie liebkosend gleitet seine runzelige Hand über die nun im Schatten wie gleichmäßig schwarz lackiert erscheinende Fläche. Um Lippen und Brauen zuckt es in dem alten Gesicht wie Wetterleuchten. „Es kann doch nicht sein! Einen echten Ruisdael, eine Landschaft von Ruisdael! „Bitte, Herr Womblock, hier!" Der Kunstbändler schiebt eilig eine Staffelei mit einem Bilde darauf in das rechte Licht. Herr Johannes Womblocks bleiches glattes Kauf mannsgesicht wird dunkelrot; er scheint aufs äußerste erregt. „Aber das ist ja,——— mir scheint—— es ist ja der Ruisdael meines Bruders!" Der andere zuckt die Achseln.„Mir nicht bekannt!" „Wie viel?“ Der Kunsthändler überlegt, und sein schlauer Blick gleitet über die plötzlich zusammengesunkene Gestalt Herrn Womblocks. Der sitzt und starrt auf das Bild. „40 000 Mark.“ „'s ist mein, schicken Sie es mir sofort!“ Er hat entschieden den Preis nicht gehört Der Kunsthändler aber macht ein rasches und einträgliches Geschäft. Frau Badenius traut ihren Augen nicht, als sie auf einmal ihren Bruder Johannes vor sich sieht. „Johannes, du!“ ruft sie verwundert. „David ist in Not!“ „Wie,—— wieso!“ „Ist in Not, sage ich, in Not!“ Aeußerst aufgeregt stößt er es hervor. Hierauf erzählt die gute Frau alles, was sie von dem Bruder weiß. Er lebt so nett und behaglich dahin. Und sie spricht auch von den Verlusten, die ihr Mann gehabt, aber von Not sei deshalb noch lange keine Rede.„Die Kaution—— die natürlich,—— wegen Elisabeths Leutnant——“ Johannes horcht auf.„Aha, Davids Liebling!“ Ihm dämmert schon die Wahrheit. Harmlos, ohne alle Hintergedanken erzählt die Frau weiter. Sie jammert nicht einmal in Elisabeths Namen. Sie ist zu stolz, und fruchtlos wäre es doch gewesen bei dem Egoisten und Geizhals. Sehr langsam steigt dann Herr Johannes die Treppe herab. Nun sieht er anders aus. Sinnend und verblüfft blickt ihm die Schwester nach. Dann ruft er noch was herauf. Hatte nicht die Stimme gezittert? Sonderbar! Der Frühling ist da. Jede der Sonntagsglocken scheint es noch besonders ins jung grünende Land hinauszutragen. Die Weidenkätzchen und gelben Würstchen der Haselsträucher, die ersten Veilchen und die aufbrechenden Hyazinthen und Crocus in den Beeten, alle scheinen sie auszuatmen: Der Frühling ist da! Die Kirchenglocken klingen dröhnend auch in David Womblocks Garten. Elisabeth nebst Eltern sind, wie jeden Sonntag, da versammelt. Das belle Kleid, das erstere auf besonderen Wunsch des Onkels angezogen, scheint auch auf sie selbst fast heiter zu wirken. Ihr ist so eigen, so frühlingsmäßig—— hoffnungsfroh—— und doch beklommen! Onkel Davids gütiges Greisengesicht strahlt ganz glücklich.„Lütje Deern,“ sagt er dann zu Elisabeth,„unverhofft kommt oft! Im Garten, ich glaube, da ist was Besonderes.“ Sie wird blaß und rot.„Was könnte das ein?“ Und beflügelten Schrittes, aufgeregt atmend, durchquert sie die schimmernden Gartenwege; sie späht in jede Ecke, am Boden, unter jeden Strauch. Da, in der Laube am Ende, schimmert eine bunte Uniform. „Elisabeth!“ „Kurt!" „Geliebte,— Onkel David— er hat die Kaution!" Lachend und weinend kehren sie zu der anderen zurück. Aber weder zu Dank noch zu irgend welcher Aufklärung kann es jetz kommen. Plötzlich, zur größten Ueberraschung aller, steht Johannes Womblock mitten in Kreise der Seinigen. In seinem sonst so kühl blickenden Augen blinken helle Tränen. Langsam tritt er auf den Bruder zu und schließ ihn fest in die Arme. Seine Stimme bebt „Bruder David— auch du, Schwester,— vergebt mir! Ich bitte euch alles, alles ab!“ Wieder und wieder drückt er der Geschwister Hände, noch einmal legt er die Arme um Davids Nacken.„O Bruder— Bruder,— wie bist du so reich an Liebe!“ Dann nimmt er des Alten Arm und führt die Geschwister ins Haus. Hilflos und verlegen, ganz betäubt von Ueberraschung und Freude, folgt David. In dem traulichen Zimmer angelangt, meiden dessen scheue Blicke aber die vermeintlich leere Wand. Sanft bittend wendet sich Johannes an ihn. „Willst du— willst du nicht doch'mal ein bißchen nach oben sehen, David?“ „Johannes!— Ach Gott, Bruder Johannes!“ Umwoben vom Sonnenlicht, hängt der „Ruisdael“ an seinem alten Platz. Der Hirte legt die Hand über die Augen, der Wirt lacht, — Onkel David aber, der gute Alte,— weint Freudentränen. „David— es will Abend werden,— Abend,— einsam und kalt! Darf ich nun be euch bleiben?!“ Wie jch Clown wurcke. Skizze aus dem Artistenleben von Osk. Geller. (Nachdruck verboten.) Es war ein sehr merkwürdiger Zufall, dem ich mein ganzes Glück zu verdanken habe. Die Geschichte begann, da ich als 22jähriger Jüngling nach der Hauptstadt kam, um dort ernste Studien zu treiben. Mein Vater, ein braver, rechtschaffener Baumwollwarenhändler in einer kleinen Provinzstadt, wollte aus mir einen Staatsanwalt machen. Er schwärmte für diesen Beruf, weil er einmal als Geschworener fungiert batte. Sein Sohn mußte daher studieren und so bald wie möglich die Rolle des öffentlichen Anklägers übernehmen. Ich tat ihm so weit den Gefallen, daß ich mich ernstlich bestrebte, ein tüchtiger Student zu werden. Dies hatte ich auch glücklich in kürzester Zeit heraus,— ich wußte, wo die besten Kneipen der Hauptstadt sind, wo man das süffigste Bier ausschänkt und wo es gemütlich zugeht. Fragte man mich aber, was ich sonst noch studiere, dann antwortete ich ehrlich und treu:„Mein Vater behauptet, ich wäre Jurist.“ In dem Hause, in dem ich wohnte, befand sich ein famoser Biergarten. Der hatte mich auch bestimmt, just diese Wohnung zu nehmen. Da konnte ich unten bequem bis in die späte Nacht meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und Bier trinken, das ich schuldig bleiben durfte. Ein Vorzug, der mir ausnehmend gut gefiel. Am Ende des Monats, wenn mein Vater dann Geld schickte, beglich ich die Rechnung und konnte weiter auf Pump trinken. Dies, wie besonders mein allabendliche Erscheinen in der Kneipe brachte es schließlich mit sich, daß ich auch mit den Stammgästen mehr vertraut wurde— bis auf einen. Bis auf einen älteren, sehr würdig aussehenden Herrn mit glattrafiertem Gesicht, der jeder Abend zur bestimmten Minute erschien, sein Bier trank und dazu die Zeitung las. Wit hielten ihn alle für einen Gelehrten, er war tets schwarz gekleidet, hatte eine sehr ernste vürdevolle Miene und trug einen großen chwarz eingefaßten Klemmer auf der Nase Dabei beachtete er keinen Menschen, trank in aller Stille seine paar Glas, zahlte und gine gemessenen Schrittes davon, um am nächsten Abend zur selben Stunde wieder zu erscheinen Dieser Herr war uns allen längst aufgeallen, aber kein Mensch wußte etwas Näheres über ihn. Mich interessierte er aber besonders denn ich bemerkte einige Male, wie er mich prüfend betrachtete und dabei ein wenig