S OEN 92835 o. ug „BSSSS 3 S SSi“ 6.34 2— Fy8.1 BySSür 5 SagvT. KSgs S aön SSAGES 5 S:o#? E:. 9 SFTTASE ###FES Veecch. ** BüNNE, DoSR NEE Nn 90 8 S AI 9n T AT2: PFPHGTCGSFRSE SonFas FENDS 4.. A . 0 22•— 2900 3 B 26— # S0025 # Gug 3 *•2 98R31 S S 1 8 •9Eg ##9„O ? 90 9•S9n * 1 1 1 5 5 S#s 9 5 □□ — S CR * c □ 10 2.# S Besh ### ### S AEBEAA ** K6*. SSS SSS 87500 R SSRBE a S SAE 1 9 S S S SSU ½0n 8 9 5 5 # S. 7s P• ** Erscheint tügllich des Sonn= und gesehl. Feiertage. . mit der täglichen Unterhaltungsbeilage L'stetigen„Illustrierten Sonntagsblatt“ 65 Pfg. Eehachsie Bad Logen ter 1 Momste 100 bl. und Verkag, sowie für die Inserate uich: Biktor Schauzer. Dortmund. e Zweites Blatt. verbunden mit dem Dortmund u. Hörde. Lokal-Anzeiger für Mit Bekanntmachungen der städtischen## und Militär-, sowie anderer Vehörden. Expedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— werniprech=Anschluß Nr. 160. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 80 Pig. Bei zwangsweiser Bettreidung der Insertionsgebühren durch Klage od. Konkursverfahren wird der bewilligte Rabatt dinfällig Grfüllungsort Dortmund. Für Aufnadme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen und Blätzen übernehmen wir keine Garantie. Für die Redaktion verantwortlich: #x Sonuemauu. Dortmund. Dortmund, Dienstag, den 10. November 1914. Aufstand der Buren. einem Deutschen, der lange Jahre im Gebiet der Burenrepubliken gelebt hat, geht uns folgende ua über die Aussichten des Burenaufstandes zu Port:„Es lügt wie ein Engländer“ ist ja wohl geworden, aber zum Schluß haben auch die Lügen kurze Beine. Wenn diese etwas länger andere, so liegt das daran, daß Albion über senapparat des Reuterschen Schwindelbureaus und daß, was den Burenaufstand betrifft, Telegraph natürlich einen erheblichen Vorsprung brieflichen Nachrichten aus der Südafrikanischen at, die uns noch dazu mit einigen Schwierigund auf Umwegen zugehen. Diese Nachrichten bien, daß es ein ganz gewöhnlicher Schwinde in Reuter in alle Welt hinausposaunte, daß es dem Aufstand des Burengenerals Maritz und um einen belanglosen Zwischenfall gehandelt diese Meldungen kennzeichnen sich schon dadurch, nis und die Seinen allzu oft geschlagen, verund gefangen worden sind, denn auf die Dauer ## nicht einmal die zähe Natur des Buren aus, wessen aber hat sich der„Zwischenfall Maritz“ dem noch weit ernsteren Fall Dewet=Beyers Solange Maritz, der zur Herzogpartei gehört, seinem Aufstand zunächst nur einen kleinen Teil ti hinter sich hatte, an der Spitze der gegen die r gerichteten Bewegung stand, mochte man sich Lowningstreet vielleicht wirklich mit der Hoffneicheln, daß es sich um eine Bewegung lokalen us handele, denn man hat bei den Herren und Grey schon des öfteren derartige verhängnissilbstäuschungen feststellen können. Seitdem aber und Beyers den„heiligen Krieg“ gegen die das heißt für die heiligsten Güter der Buren, für id und ihre Freiheit verkündet haben, kann man England dem Ernst der Lage nicht mehr verund soweit das doch geschieht, handelt es sich unsinnige Vogelstraußpolitik. Kame Dewet, des„schwarzen Teufels“, der sich Burenführer nur widerstrebend zum Frieden niging entschlossen hatte, und der seit 1907 als ninister der Regierung der Oranjeflußkolonie hat bei allen Buren noch heute einen guten ## war der erfolgreichste Held des Burenkrieges. sisere Zugkraft aber bei den Buren aller vier wer hat der Name Beyers, der mit seiner im igen England bewiesenen militärischen Tüchtigkeit staatsmännischen Sinn und hohe politische Begabung vereinigt. Der ehemalige Rechtsanwalt, der Sprecher im ersten Transvaalparlament unter englischer Herrschaft war, wurde nach der Gründung der Sitdafrikanischen Union Oberkommandant der gesamten Miliz, welchen Posten er bekanntlich niederlegte, als der Premierminister Botha auf Englands Geheiß den Feldzug gegen DeutschSüdafrika beschloß. Die Burenmiliz steht aber trotzdem auch heute noch nicht hinter Botha, sondern hinter Beyers, und wie nach den neuesten Meldungen sich nicht nur in der Kapkolonie, sondern ebenso in Transvaal und im Oranjestaat die Buren erheben, so ist es nur noch eine Frage der Zeit und der Niederlagen Englands in Europa, bis die ganzen Burenländer im Aufstand gegen die britische Herrschaft stehen werden. Die Herzogpartei, der fast alle Farmburen angehören, und die niemals die Losung„Afrika den Afrikandern“ aufgegeben hat, hat zwar bisher noch nicht mit Maritz, Dewet und Beyers offiziell gemeinsame Sache gemacht, da der bedächtige Herzog das Losschlagen als verfrüht ansah. Im Endziel aber stimmt Herzog durchaus mit Dewet und Beyers überein, und nur gegen seine Taktik des Abwartens richten sich die Worte, die Dewet am 29. Oktober in Brede sprach:„Einige Freunde rieten mir, etwas länger zu warten, bis England stärkere Schläge erhalten hat; aber es ist unter meiner und meines Volkes Würde, einem toten Hund einen Fußtritt zu geben.“ Es ist ohne Zweifel, daß jetzt auch ein Teil der Bedächtigeren durch Dewets und Beyers' Beispiel fortgerissen werden wird. Muß man doch bedenken, daß selbst die Bothapartei, die sich vor allem auf die Stadtburen stützt, nur aus Rützlichkeitsgründen mit den Engländern paktiert hat. Ja, im Grunde hat der vielgeschmähte Botha, indem er die ganze Zivilverwaltung der Union ebenso wie die Streitmacht Südafrikas in die Hände der Buren spielte, vielleicht mehr für die Vorbereitung des Aufstandes getan, als mancher der jetzigen Burenführer. Diesem Aufstand, der auch durch den jüngsten namhaften Erfolg der deutschen Wafsen in Südwest neuen Anreiz erhalten hat, stehen die Engländer einigermaßen wehrlos gegenüber, denn der Hauptteil der englischen Truppen wurde schon bei Beginn des Krieges auf den belgischen Kriegsschauplatz verschickt. Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, wann dem britischen Imperium in Südafrika das Totenglöcklein geläutet werden wird. Ein alter holländischer Afrikander erklärte mir dieser Tage, er werde nicht„nach drüben" zurückgehen, bis die Union wieder Burenrepublik sei, und er fügte hinzu: „Dieses Weihnachten werde ich wohl noch in Europa seiern müssen.“ So felsenfest glauben die Afrikander an den Erfolg der Burenerhebung, die England mit Reuterdepeschen vergeblich zu bekämpfen suchen wird! „„* WTB. Loudon, 10. Nov. Reutermeldung. Ein starkes Kommando der Aufständischen, wie es heißt, unter dem Befehl des Generals Kemp, ziehr durch das Tal des Great Staitsflusses nach dem Bezirk Bryburg. Oberst Albert zieht mit Regierungstruppen in derselben Richtung. Eine Abteilung Aufständischer ist in Harrysmith eingerückt. WTB. Pretoria, 10. Nov. Reutermeldung. Die Regierungstruppen überschritten den Vaalfluß, verfolgten die Aufständischen und nahmen 350 von ihnen gefangen. Im Freistaat besetzten die Aufständischen neuerdings Harrysmith. Sie entsalteten in mehreren anderen Distrikten ihre Tätigkeit. Oberst Mentz meldet, daß er nach dem Gefecht von Bronkhorstsprust die vom General Müller befehligten Aufständischen verfolgte und sie am Samstag überraschte, drei von ihnen tötete, sechs verwundete und vier gefangennahm. Nähere Einzelheiten über das Seegefecht an der chilenischen Rüste. WTB. Berlin, 10. Nov. Ueber den Verlauf des Seegesechts an der chilenischen Küste kann auf Grund der jetzt vorliegenden Nachrichten folgende Darstellung, die dem tatsächlichen Hergang entsprechen dürfte, gegeben werden. Unsere Schiffe, welche aus Oftasten nach der chilenischen Küste zusammengezogen waren, trafen dort das englische Geschwader. Beide Geschwaderchefs hatten offenbar den Wunsch, es zu einer Schlacht kommen zu lassen. Die englischen Schiffe fuhren in Kiellinie hintereinander an der chilenischen Küste entlang, während die deutschen Schiffe hintereinander ihre Fahrt weiter von der Küste ab auf dem hohen Meere nahmen. Die Armierung des deutschen Geschwaders bestand aus: 16 Geschützen zu 21 Zentimeter, Länge 40, 12 Geschützen zu 15 Zentimeter, Länge 40, 32 Geschützen zu 10½ Zentimeter. Die des englischen Geschwaders aus: 2 Geschützen zu 23,4 Zentimeter, Länge 47, 30 Geschützen zu 15 Zentimeter, Länge 45, 2 Geschützen zu 15.2 Zentimeter, Länge 50, 15 Geschützen zu 10,2 Zentimeter, Länge 50. Die Breitseiten waren deutscherseits besetzt min: 12 Geschützen zu 21 Lentimeter, 6 Geschützen zu 15 Zentimeter, 11 Geschützen zu 10½ Zentimeter; englischerseits mit: 2 Geschützen zu 23,4 Zentimeter, 19 Geschützen zu 15 Zentimeter, 5 Geschützen zu 10 Zentimeter. Beide Geschwader fuhren zunächst nebeneinander her, mit den Spitzen sich nähernd bis auf eine Entfernung von etwa 6000 Meter voneinander. Das Wetter war sehr Wir empfehlen zu den billigsten Preisen: rrenKleidung nzüge Hosen etc. Hnaben-Kleidung Schüler- u. Kinder Anzüge. Arbeiter-Garderobe Beruls-Kleidung Schuhe Hüte Wäsche. Betten Bettwaren Bettzeuge Bettfedern. Manufaktur-Waren Kleiderstoffe, Buckskins, Leinen, Gebild Gardinen, Teppiche Fahrräder Nähmaschinen Kinder-, Sitz- und LiegeWagen, Sportibagen. DORTMUND nstrasse 36-38, Nicolaistrasse 5 beim Bezirks-Kommando. Eick& Comp 92 S#0*0 =Jsen B GDSS m SFASAG STNST □• □ 920 # goldenes Mutterherz. Roman von Erich Ebenstein. 31 A# stand mit der Kleinen im Arm am Fenster, is Mannes Schritt draußen vernahm. Pwar noch da, obwohl sie zehnmal hatte gewarum willst Du mich auch allein lassen?“ Fuita immer wieder gefragt.„Wenn Ferry sich um mich kümmert, dann bleibe wenigstens eled schließlich wirklich in der unbestimmten hourch ihre Gegenwart vielleicht eine Auseinzwischen den Ehegatten, wozu Assuntas ettegung drängte, zu verhindern. Vermitteln, #war ja immer ihre Spezialität gewesen. ##.ganz dunkel, als Lanzendorf sein Heim bervar in denkbar schlechtester Laune. Kitty, die Brade in G. zu langweilen begann, hatte ihn r cchlecht behandelt. In der Fabrik gab es kiter über Aerger. Schwalbling saß ihm immer Femit Klagen über den schlechten Ertrag. Die r. kamen nicht, und vorläufig hieß es immer Fadlen. Fonmeich eigentlich dazu?“ hatte Schwalbling #eckbost gesagt.„Alle Kosten tragen und noch erhalten! Warum wenden Sie sich eigent* in Ihre Schwiegermutter? Die hat doch 84%% hatte es mit Zähneknirschen einstecken Anacblings gemeine Natur brach eben durch. Pvell an die Schwiegermutter hatte er ja sand es auch unerhört, daß diese SchwieGeld nicht in der Fabrik arbeiten ließ. %#10 versucht, mit Auspielungen mehr oder ## 53 licher Art ihr den Gedanken nahezulegen. 8 Ga immer wieder die„Pietät“ gegen des us Wünsche zum Vorschein, und Peter darein willigen würde. 72* Philisterpack! Dabei rann ihm das " durch die Hände. Kitty— er konnte sich umpen lassen— und Assunta, was blieb 5.2, an dem schönsten Weib, wenn man Eführerischen Rahmen kostbarer Toiletten SUS — 9. 9 9 07 S Sa5 Sun # 0 B• 5 2 * #8 55 □ 85 3* * und all die tausend Nichtigkeiten nahm, die zwar Geld kosteten, aber nun mal dazu gehören, wie Blumien auf die Tafel, wenn einem das Essen munden soll. Konnte er dafür, daß er mit so feinen, erlesenen Sinnen durchs Leben lief? Die Fabrizius' freilich hatten derlei nie zu schätzen gewußt. Bab— die— Daß Assunta ihm nicht subelnd entgegensprang, wie in früheren Zeiten, verbesserte seine Laune nicht. Sicher war sie wieder mit der Kleinen beschäftigt und trug dabei eins ihrer„praktischen“, Empirekleider, Blandruck oder so was, obwohl sie wußte, daß er sie nur in weißen, duftigen Schlafröcken mit langer Schleppe sehen wollte. Gereizt öffnete er die Tür des Wohnzimmers. Natürlich, ganz wie er vermutet: das Blaudruckkleid— die Kleine, und sogar— in seine Augen kam ein böses Flimmern— die Schwiegermutter! „Guten Abend!“ sagte er kalt und warf sich auf einen Stuhl. Assunta, die Entschuldigungen, mindestens eine Erklärung für sein langes Ausbleiben erwartet hatte, wandte sich langsam um. „Du kommst heute sonderbar spät nach Hause, Ferry?“ Sofort flammte der Aerger in ihm zu hellen Flammen auf. Wie konnte sie vor der Schwiegermutter— „Willst Du mir etwa noch Vorwürfe machen?“ sagte er brutal.„Das fehlte noch. Als ob ich nicht mehr mein eigener Herr wäre! Was glaubst Du denn eigentlich? Ueberhaupt— Du hast ja ohnehin wieder Gesellschaft gehabt, Mama steckt ja so immer bei Dir, was willst Du denn noch?“ Assunta war bis in die Lippen erblaßt. So war er bisher höchstens gewesen, wenn sie unter vier Augen waren. Die kleine Mara begann zu weinen. „Na ja, Gott sei Dank, Kindergeschrei auch noch!“ lachte Lanzendorf höhnisch auf.„Das ist ja ein lieblicher Empfang!“ Assunta trug das Kind stillschweigend hinaus. Nun fand es Frau Lore an der Zeit, das drohende Gewitter zu beschwören— eventuell sich selbst als Blitzableiter einzuschieben. „Du bist gewiß müde, lieber Ferry?“ sagte sie in herzlichem Ton, als habe sie nichts gehört,„und wirst froh sein, bald zum Essen zu kommen. Ich glaube, es ist soweit fertig— soll ich Lisette verständigen?“ „Danke, Du brauchst Dich wirklich in meinem Haushalt nicht zu bemühen, Mama. Das ist Assuntas Sache.“ „Gewiß, natürlich, ich dachte nur, da sie gerade mit der Kleinen beschäftigt ist.“ Wo steckt denn übrigens Bestellung nach der „Dafür ist doch Sophie da! Robert?“ „Ich glaube, er ist mit einer Stadt.“ „Sehr gut! Das ist wieder Assuntas famose Einteilung! Jetzt, wo der Diener das Abendessen servieren soll— sie weiß, daß ich diese Frauenzimmer=Bedienung bei Tisch nicht leiden kann— schickt sie ihn fort. Ueberhaupt— aber natürlich, wenn die Frau den ganzen lieben Tag mit ihrer Mutter plauscht, anstatt—“ „Eutschuldige, lieber Ferry, ich habe Assunta gewiß nicht aufgehalten, das Gewitter überraschte mich mittags, sonst wäre ich, wie jeden Tag, ja nach Hause gegangen, nachher wollte sie mich nicht fortlassen, es war ihr so bang allein.“ Sie sagte es ruhig und ganz ohne Vorwurf, aber Lanzendorf empfand es doch als Stich, und damit schwand ihm der letzte Rest von Rücksicht. „Na fa, und ich kann mir ja denken, wer nachher den Stoff zur Unterhaltung abgegeben hat. Aber da wir eben einmal davon sprechen, Mama, muß ich es Dir doch gerade heraussagen: Deine ewigen Besuche hier erschüttern den Frieden meines Hauses. Ich will meine Frau für mich allein haben. Auch geistig, wenn ich nicht bei ihr bin! Es tut nicht gut in der Ehe, wenn die Schwiegermutter eine so große Rolle spielt— versönlich habe ich ja nichts gegen Dich, aber im Prinzip, eigentlich hättest Du Dir das alles längst selber sagen müssen. Warum gehst Du denn nicht auch einmal zu Rudi?“ Schlag auf Schlag fielen die Worte mitten in das zuckende Herz der alten Frau. Anfangs war es ja nur wie ein Traum, aber dann begriff sie langsam. Sie hatte gar kein Gefühl in diesem Moment. Weder Schreck, noch Schmerz, noch Bitterkeit. Es wurde nur plötzlich so seltsam kalt, still und tot in ihr. Wie Karmisih. Die deutschen Schiffe hatten die Sonne auf der Rückseite. Nunmehr eröffnet. das deutsche Geschwader das Feuer aus den schweren Geschützen, die auf die größere Entfernung wirksam waren, während die englischen Ge schütze erstetwa bei einer Entfernung von 4500 Meter in Wirkung kommen konnten. Die englischen Schiffe erlitten binnen kurzem so schwere Beschädigungen, daß„Good Hope“ wahrscheinlich sofort sank, auc„Deoumouth“, der wie er heißt, dem ersten Schiff zu Hilfe eilen wollte, wurd sehr schwer beschädigt und sank ebenfalls vermutlich sofort. Auch die„Glasgow“ wurd ziemlich stark verletzt und ist vermutlich ebenfall gesunken. Jedenfalls lieet noch keine beglaubigte Nachricht vor, daß eins der genannten drei Schiffe in einen Hafen gelaufen ist. Ueber den gleichfalls in den Depeschen genannten„Diranto“ weiß man noch nichts, auch nichts über das Verbleiben des englischen Schiffes „Canopus“. Das deutsche Geschwader hatte sich zweifellos den Vorteil der starken Geschütze und der Wetterlage zunutze gemacht, den sich der englische Admiral hatte entgehen lassen Auch die Bedienung der Geschütze auf deutscher Seite muß außerordentlich gut gewesen sein, während die Wirkung der englischen Kanonen nur eine ganz geringe war. Auf deutscher Seite wurden nur höchstens sechs Verwundete gezählt. Ei heißt übrioens, daß der Kreuzer„Nürnberg“ bei dem Gefecht nicht anwesend war. der„Canopus“ konnte nicht helfen. WTB. London, 8. Nov. Der Berichterstatter der„Morningpost“ schreibt: Wenn der„Canopus“ anwesend gewesen:äre und an dem Seegefecht teilgenommen hätte, hätte er die Entscheidung nicht ändern können. Die vier Zwölfzöller des„Canopus“ sind alte Geschütze und den neuen deutschen 8,2=Zöllern nicht überlegen. Der sechszöllige Panzer des„Canopus“ ist kein größerer Schutz als der 39zöllige Panzer der deutschen Schiffe.„Good Hope“ hatte einen sechszölligen Panzer,„Monmouth“ einen vierzölligen, und wo sind sie? Die Verwundbarkeit Englands ist von den Machern seiner kriegsheyerischen Politik offenbar gänzlich bei Berechnung der Aussichten außer Ansatz gelassen worden. Die Vorstellung von dem unbedingten Schutze, den die Insellage Englands gewähre und von der unbedingten Ueberlegenheit seiner Kriegsslotte, Begriffe, die jetzt gewaltig ins Wanken geraten sind, haben offenbar bewirkt, daß man die verwundbaren Stellen des Kolonialbesitzes nicht bemerkt oder nicht beabchtet hat. Man spekulierte wohl Taschen-Uhren Goldwaren und Schmucksachen wenn die Welt um sie herum ausgestorben sei und sie allein darauf zurückgeblieben wäre. Sie ganz allein. Unsicher wandte ste sich zur Tür und tastete nach der Klinke. Ein dunkler Instinkt trieb sie fort, nur fort, weit fort. Lanzendorf hielt sie mit keiner Silbe. Er strich nachdenklich seinen Schnurrbart und dachte an Kitty.„Werf sie kraus!" Na— nun war es geschehen. Endlich. Assunta mochte sie ja manchmal besuchen— übrigens hatte sie es ganz ruhig hingenommen, ohne Träuen, ohne Vorwürfe— eigentlich mit sehr viel Würde und Haltung— es könnte einem beinahe imponieren. Assunta trat wieder ins Zimmer. „Wo ist denn Mama?“ Suchend blickte sie umher. Er zuckte die Achseln. „Fort!" Dann sagte er ihr alles. Anfangs ruhig, beinahe lächelnd, denn sein Zorn hatte sich inzwischen entladen, dann immer unsicherer werdend unter ihrem starren Blick. Zuletzt verstummte er ganz. Assunta sagte kein Wort. Ihr Gesicht war weiß wie Kalk, der Blick eisig. Dann wandte sie sich stumm nach dem Nebenzimmer. „Kleiden Sie die Kleine zum Ausgehen an,“ sagte sie im Vorüberschreiten mit fremdklingender Stimme zu Sophie und verschwand in ihrem Schlafzimmer. Dort stand ste einen Moment völlig geistesabwesend, ohne sich erinnern zu können, was sie eigentlich hatte tun wollen. Im Schlafzimmer war es stockdunkel. Mechanisch machte sieLicht. Und wie die Gegenstände ringsum beim Schein der rosa Laterne, welche an schmiedeeiserner Kette von der Decke hing, allmählich aus dem Dunkel aufblitzten, so kamen auch die Gedanken wieder aus den dunklen Wirren ihrer Seele. Packen. Nur das Notwendigste für sich und das Kind, dann fort. Ihrer Mutter nach, die man kaltblüttig aus dem Hause gejagt hatte, sie war ja schon einmal nahe daran gewesen. O, wäre sie doch gegangen! Sie riß das Kleid vom Leibe, holte die Reisetasche aus dem Schrank und stopfte hinein, was ihr gerade in die Hand kam, ohne viel zu überlegen. Dann sah ste sich nach ihrem Straßenkleid um— und mitten drin packte sie ein wütender Schmerz. Sie biß die Zähne zusammen und krallte die Nägel in das eigene Fleisch. 221,18 1 darauf, daß im schlimmsten Falle die verbundeten Franzosen und Russen die Kosten eines verlorenen Krieges zahlen würden. Um so größer muß der Katzenjammer sein, der nach den jetzt in Südafrika, Aegypten und Indien in die Erscheinung getretenen Gefahren die Herren beschleichen muß, mögen sie das auch vor der Oefkentlichkeit einstweilen noch nicht zugeben wollen. Welchen Erfolg die Aufstände in den Kolonien haben werden, muß natürlich einstweilen dahingestellt bleiben. So viel aber steht fest: die englischeHerrschaft in den afrikanischen und asiatischen Kolonien hat keiaerlei volkstümliche Wurzeln, wie das allenfalls in Kanada und Australien angenommen werden könnte. Im Gegenteil, die Herrschaft beruht ausschließlich auf künstlichen Stützen. Es ist die rohe Gewalt in erster Linie, dann die Zuwendung von Vorteilen an einzelne einflußreiche Klassen, wie in Indien an die großen Basallenfürsten, in Südafrika an einen Teil der ehemaligen Burenführer und außerdem die Ausnutzung der innerhalb der Bevölkerung vorhandenen Begensätze, wie z. B. der Religions= und Stammesunterschiede in Indien und in Aegypten. Kommt aber die Volksseele einmal gegen die Unterdrücker gründlich in Aufruhr, wie das gegenwärtig begonnen hat, dann versagen die künstlichen Stützen, und die bisherigen Machthaber stehen den schwierigsten Ausgaben gegenüber. Es sei hier daran erinnert, daß die Engländer allein zur Ueberwindung der Buren im letzten Kriege aach der Mindestangabe in der Köln. Zeitung ein Heer von 237000 Mann benötigten, nach andern Quellen noch mehr, 400—450000 Mann. Wo sollen die aber herkommen, wenn England für den Krieg in Europa schon jeden einzelnen Mann bitter nötig hat? Diesmal aber kommt noch hinzu der Aufstand in Aezypten und außerdem aller Voraussicht nach der in Indien und vor allen Dingen das Eingreifen der Türkei, welches die Sachlage aufs Außerordentlichste verschlimmert, auch wenn nicht dazu übergegangen würde, die grüne Fahne des Propheten zu entrollen and so den gesamten Islam aufzubieten. Unter diesen Umständen haben wir und unsere ssterreichisch=ungarischen Verbündeten alle Ursache, die Freiheitskämpfe der englischen Kolonien nach Kräften zu unterstützen. Gelingt ihnen die Losreißung, so sind zwei wichtige Ergebnisse erreicht: einmal wird England nach dem Verlust der wichtigsten afrik. und asiatischen Kolonien, insonderheit Indiens, nur noch eine Macht zweiten oder dritten Ranges sein, und es wird ihm unmöglich, in Zukunft wieder durch seine Intriguen einen Weltkrieg wie den gegenwärtigen zu entzünden. Ferner wird es außer Stand gesetzt, in einem etwaigen späteren Kriege wiederum rohe exozische Barbarenhorden nach Europa heranzuziehen, wie es das in traurigem Wetteifer mit seinen Verbündeten Frankreich und Rußland jetzt versucht hat. Fahrgelegenheiten für Dortmund nach dem neuen Kriegsfahrplan. Verkehrs=Verein e. V., Dortmund. Wenn der mit dem 2. November in Kraft getretene Fahrplan auch schon einige große Vervollständigungen zegen den Fahrplan in den ersten Kriegsmonaten aufweist, so ist er dennoch nicht derartig ausgefallen, daß er dem wirtschaftlichen Bedürfnis der augenblicklichen Zeiten Rechnung trägt. Aus dem früheren Friedensfahrplan sind einige Züge herausgenommen, ganz wenig neue eingelegt, fast die Hälfte der früheren Züge sind aber fortgefallen. Leider befinden sich unter den letzteren die besten und beliebtesten Durchgangszüge, was mit der Schwierigkeit des Verkehrs durch Grenzgebiete im Zusammenhang stehen muß. Bei dieser Sachlage wird es sich lohnen, einen kurzen Vergleich zwischen dem letzten Friedensplan und dem jetzt bestehenden anzustellen, wobei die Zahlen des ersteren in Klammern beigefügt werden. Auf der Strecke Dortmund—Essen—Köln verkehren 7(12) D.=Z.— 7(10) E.=Z.— 16(19) P.=Z. Die Eilzüge nach Antwerpen, die D=Züge Trier— Straßburg, nach Vlissingen—Amsterdam usw. fallen aus; der früher 5.40 ab Dortmund nach Frankfurt sahrende D.Zug, der die besten Verbindungen mit dem Süden vermittelte, fährt nur bis Köln. der entgegengesetzten Richtung fahren 7(14) D.=Z. 4(8) E.=Z.— 15(19) P.=Z. Die Verbindungen nach Hannover u. Berlin, sowohl mit Eilzügen, als auch mit D=Zügen, sind bei Tag und Nacht in Anbetracht der Verhältnisse gute zu nennen; auch der D=Zug nach Soest—Erfurt ist erhalten geblieben. Von Geschäftsreisenden, die nach Dortmund zurückkehren, wird allseitig bedauert, daß der Eilzug 7.05 ausgefallen ist. Auch die Verbindung von Vlissingen—Oberhausen nach Berlin(D. 135) ist fortgefallen. Im Gegensatz zu dieser Strecke ist die Linie Dortmund—Gelsenkirchen— Köln recht schlecht bedacht. In der Richtung nach Köln fahren von 6 D.=Z. 3, von 9 E.=Z. 3 und von 19 P.=Z. 10, dagegen in der umgekehrten Richtung von Köln von 5 D.=Z. 3, von 10 E.=Z. ein einziger und von 22 P.=Z. 11. Von Berlin komnen ein Eilzug und ein D=Zug, von Hannover ein Eilzug. Die internationale Verbindung Berlin—Dortnund—Paris durch die D 26—126— 156 besteht nicht, ebenso sind die vielbenutzten Eilzüge mit Antwerpen ausgegeben. Erhalten geblieben ist der D.=Zug 12,12, der gute Anschlüsse nach dem Süden hat. Nach Berlin fährt nur ein D=Zug und bis Hannover ein Eilzug. Neueingelegt ist hier ein Eilzug, der 12,45 in Dortmund eintrifft. Auf der Strecke Dortmund—Hamm—(mit Anschluß) nach Münster) Hannover—Berlin verkehren 6(9) D.=Z. —14(6) E.=Z.— 9(18) P.=Z. von denen 7 Schnellzüge nach Berlin, 1 über Magdeburg, 3 nach Hannover fahren; in entgegengesetzter Richtung kommen 7 von Berlin und 3 von Hannover; im ganzen verkehren hier 5(9) D.=Z.— 4(6) E.=Z.— 9(17) P.=Z. Als weitere Hauptstrecken kommen noch Dortmund —Witten W.—Hagen und Dortmund—Holzwickede— Unna in Frage. Auf erstere verkehren in der Richtung nach Hagen 13(21) P.=Z.— 2(4) E.=Z. und in umgekehrter Richtung 14(21) P.=Z.— 2(5) E.=Z. das einzige Zugpaar, welches diese Strecke befuhr, fällt aus. Anschlußzüge an D 176 und D 82 sind urch die Personenzüge 6.80 bezw. 4.18 ab Dortmund vorhanden; ein Eilzugpaar fährt über Elberfeld nach Düsseldorf. Die beliebte Verbindung Osnabrück nach Köln über diese Strecke ist ausgefallen. Nach Unna fahren statt 14 Personenzüge 11, das eine C=Zugpaar nach Soest—Erfurt ist außerdem beibehalten. In entgegengesetzter Richtung fahren 11(13) P.=Z. — 1(1) D.=Z.— 1(1) E.=Z. Wolfgruben und Drahtverhaue. Wolfsgruben und Drahtverhaue, die unsere Truppen beim Nehmen einer befestighen Stellung im Nesten stürmten. Welche hinterlistigen Mittel unserere Feinde anwenden, um deutsche Angriffe abzuwehren, zeigt obige Darstellung von den Kämpfen in Flandern. Als unsere Soldaten eine von Franzosen und Engländern verteidigte, stark befestigte Stellung stürmten, fanden sie das ganze Terrain vor den Trahtverhauen mit Wolfsgruben besät. In der Mitte eines jeden dieser Löcher staf ein noch zugespitzter Holzslock, welcher die Körper der hineinstürzenden Deutschen durchstechen sollte. Weiter sind noch anzuführen a) Dortmund—Lünen=Nord: statt 13 Personenzüge fahren jetzt 10, von denen einer, 9,07 ab Dortmund, neueingelegt ist; dasselbe Resultat besteht für die Rückfahrt. b) Dortmund—Aplerbeck=Süd—Schwerte: von 10 bezw. 11 Personenzüge fahren z. Zt. in beiden Richtungen 6 Personenzüge, das Eilzugpaar nach Arnsberg ist ausgefallen. Von Dortmund=Süd verlehren über Löttringhausen nach Hagen und umgekehrt von 12 Personenzüge 7. Für den Erholungsverkehr ist hier besonders bedauerlich, daß alle Sonntagszüge fortgefallen sind. Nach Welver—Soest fahren von Dortmund=Süd in beiden Richtungen von 11 Personenzüge 9 und ein Eilzugspaar von Essen nach Lichtenfels. Das T= Zugspaar Holland— Oberhausen— Kassel— Eger— Wien verkehrt nicht. Auf der Fortsetzung dieser Strecke über Langendreer nach Essen=Nord verkehren wie früher 8 Personenzüge und 1 Eilzugspaar. Im allgemeinen ist zu bemerken, daß alle Sonntagszüge fortgefallen sind; einzelne durchgehende Zöge führen auch Speise= und Schlafwagen mit. Es bliebe nun noch übrig, die sich durch den Kriegsfahrplan bietenden Fahrgelegenheiten für den Geschäftsverkehr, für Schüler zum Besuch der Schulen in Dortmund und für den Besuch von Vorträgen, Theater und Konzerten zu besprechen, was baldigst für die Oeffentlichkeit nachgeholt werden soll. Literatur. Ueber Land und Meer. Es ist ganz natürlich, daß auch diese altbekannte Zeirschrift, die in der Deutschen Verlags=Anstalt in Stuttgart erscheint, ihre Kräfte der schwierigen Aufgabe gewidmet hat, die Zeitereignisse mit Wort und Bild zu begkeiten. Originalgemälde hervorragender Künstler schildern Kämpfe zu Lande und See und Episoden aus Kämpfen. Im Osten wie im Westen weill auf dem Kriegsschauplatz ein Kriegsberichterstatter, der die wichtigsten Phasen der Kämpfe in fesselnden Aufsätzen darstellt. Kriegsnovellen, Lyrik, belehrende und unterhaltende Beiträge und ein reich ausgestatteter Abschnitt aktueller Photographien vervollständigen jedes Heft. Wir wollen uns damit begnügen, mit diesen allgemeinen Worten die vornehme Wochenschrift zu charakterisieren.— denn der Gesamttnhalt der uns vorliegenden Nummer 2—4 des 57. Jahrganges ist zu groß, zu mannigfach, als daß er eingehend besprochen werden könnte. Humor in ernster Zeit. Man schreibt uns aus Köln: Direktor B. in der Roonstraße ist ein jovialer Herr, der sich seinen goldenen Humor auch in unfrer ernsten Zeit bewahrt hat. Jüngst, als die Tage anfingen, bedenklich kühl und naß zu werden, wählte er unter den Beständen seines Wäscheschrankes ein dickwollenes Normalhemd und eine dito Unterhose, packte beides mit vielem Eß= und Rauchbeeren sorgfältig ein und sandte alles an seinen, auf dem westlichen Kriegsschauplatz, bei der„schwersten" Artillerie stehenden Neffen Johann(vormals Jean). In seinem Begleitschreiben nannte er das Hemd ein Archtbald Douglas=Hemd, während er die„Unaussprechliche" als Egmont=Hose ins Feld schickte und es Johann überließ. die ursächliche Bedeutung dieser Namen zu erraten. Nach einiger Zeit kam aber von dem jungen Krieger eine Feldpostkarte folgenden Inhalts an: Lieber Onkel! Deiner Rede Sinn ist Dackel. Gib mir dazu einen Kommentar, Denn so, ist mir die Sache nicht klar. Vielen Tank und laß gut es Dir gehn Lebe wohl und auf Wiedersehn. Halt!, bald hätt' ich's vergessen, Viele Grüße auch von Berta aus Essen. Darauf schrieb nun wieder der Onkel an seinen Nessen: Lieber Johann, durch den vielen Verkehr mit der dicken Berta ist Dir der Sinn für Musik und Theater offenbar abhanden gekommen. Weißt Du denn nicht mehr, daß die bekannte Löwesche Ballade Archibald Douglas mit den Worten beginnt:„Ich hab es getragen sieben Jahr, nun kann ich's nicht länger mehr tragen!"? Und hast Du vergessen, daß im letzten Akte Egmont dieser sein Clärchen dem Schutze seines neuen Freundes Ferdinand mit den Worten anvertraut:„Du wirst sie nicht verachten, weil sie mein war"?— Zur Ehre unseres Direktors B. wollen wir noch bemerken, daß sowohl Hemd, als auch Hose von tadelloser Beschaffenheit,„so gut wie neu" war. Alus der„Jugend“. People hör, und rauf dir in die Haaren, Lösch dein Herz mit Whisky, wuenn es brennt: Ich besing die Germans, die Barbaren, Wuelche sein my greeßtes Konkurrent. Sherlock Holmes selbst kann kein schlimmres sinden, Deshalb bin ich rufend laut and klar, Schmerzgequält, von vorne and von hinten: Oh, wuas sein die Germans sor Barbar! Statt my Knie gehorsam zu umschlingen, And zu lecken und kiß mich meine Hand, Schießt in meinen„Götz von Berlichingen“ Sein beschränkter Unterseeverstand! Oh, da schwueigen alle Violinen, Er belohnt— es sein doch schanderbar— Falsches Minnen mir mit echtes Minen, Oh, wuas sein die Germans for Barbar! And er kämpft— es schaudert my Instinkt hier— In die Wueise, wuelche einfach kraß: Nicht mit Gurthas, Indier, Turko, Stinktier, Sondern anly mit die eigne Raß! Nicht for Geld ist's, daß er mich verbläuet, No, er kämpfen nicht als Söldnerschar, Deutsches kämpft aus vaterländ'sche Treue, Lh. wuas sein die Germans sor Barbar! Wuie es sein my mildes Herz verdrießend, Machend fast my little Maulwuerk siumm: Er ist niemals Rotes Krenz beschiebend Und is knalling niemals mit Dum=Dum! Die Gesang'nen gibt er satt zu fressen— Darin sein ich anoers ganz und gar, Und drum schrei und brüll ich unermessen: Oh, wuas sein die Germans for Barbar! Unser deutsches Heer steht gegen eine Welt von Feinden im Kriege. Wir wissen, daß ihre Ausbildung und ihr Mut, ihr Können und ihre Tapferkeit jedem Feind das Gewicht halten wird. Aber wir wissen auch, daß die Schrecken des Krieges nicht nur den Tod bedeuten und nach sich ziehen, sondern auch hiele Krankheiten, die entstehen müssen, wenn ein Millionenheer in ständiger Berührung mit fremden Völkern ist, die nicht besonders aus körperliche Reinlichkelt achten, wie es z. B. bei den Russen der Fall ist. Jeder ausziehende Soldat, besonders aber jede Mutter, jede Frau und jede Braut soll als erstes Geschenk für den Ausziehenden ein Stückchen gute und dauernde Steckenpierd=Terschwefel=Seife in Betracht ziehen, die vermöge ihrer desinfizierenden Eigenschaft einen wirksamen Schutz bietet und gleichzeitig auch besonders nach großen Strapazen erfrischt und erquickt. Kriegsunterstützungsgebührnisse für die Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer. Als Kriegsversorgung kommt für die nächste Kriegswitwen=, Kriegswaisen= und Kriegselterngeld in Frage, und zwar für die Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen, der infolge einer Kriegsverwundung oder einer sonstigen Kriegsdienstbeschädigung gestorbenen u. U. der verschollenen aktiven Heeresangehörigen usw. Anträge auf Bewilligung von Kriegswitwen=, Kriegswaisen= und Kriegselterngelder, der hier ständig wohnhaft oder anläßlich des Krieges, z. B. weil sie Festungen usw. verlassen mußten, vorübergehend sich hier aufhaltenden Hinterbliebenen von Teilnehmern am jetzigen Kriege sind bei der hiesigen Stadtverwaltung, Kriegsunterstützungsbürv. Betenstraße 36 anzubringen. Dort wird auch weitere Auskunft über die zu den Anträgen erforderlichen Unterlagen erteilt. Soweit die gefallenen oder nachträglich gestorbenen Kriegsteilnehmer zur Zeit ihres Todes noch eine Zivildienststelle(Reichs=, Staats=, Kommunal= 2c. Beamte) inne hatten, wird die für diese Stelle zuständige Behörde zugleich mit der von ihr zu veranlassenden Bewilligung des aus Zivilfonds zuständigen Witwen= und Waisengeldes auch die Gewährung des Kriegswitwen= und Kriegswaisengeldes herbeizuführen. Die Hinterbliebenen solcher Kriegsteilnehmer wollen sich also an diese Behörden wenden. Um die Hinterbliebenen vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu bewahren, können ihnen, weil die Bearbeitung der vorstehend bezeichneten Anträge längere Zeit in Anspruch nehmen wird, auf Antrag durch das Bezirkskommand; zunächst vorschußweise die zuständigen Enadengebührnisse für die auf dem Ster9 bemonat folgenden 3 Monate gezahlt ue Anträgen ist eine Heiratsurkunde Anträge auf Bewilligung des naisen= und Kriegselterngeldes erfordern über das Ableben des Kriegsteilnes. Welcher Art dieser sein kann, wird„. tenstraße 36, Kriegsunterstützungsbür Sontalichek Seientoumed Der Personenverkehr über die deutsch, Grenze und der Kraftwagenverkehr unterliegt von heute ab folgenden Bestim. A. Persouenverkehr. 1. Vom 15. November ds. Is. ab aller Reisenden, die die Grenze von Holland überschreiten wollen, mit der gen Unterschrift und der Phot Paß=Inhabers versehen sein. 2. Die Photographie ist auf dem Pos ben. Auf diesem muß notariell daß der Paßinhaber tatsächlich die dur tographie dargestellte Person ist und den händig unterschrieben hat. Die Pho derart mit dem Notariatsstempel zu dieser Stempel halb auf die Photographie den Paß kommt. Ein zweiter Stempel in des Kopfes mitten auf die Photographie 3. Bei den Pässen, die im neutrale land für dortige Staatsangehörige ausgestel ist die Anerkennung der notariellglaubigung durch einen deutschen sul oder Vizelonsul erforderlich; dazu## pel des Konsuls, halb aus dem Bild, halb Paß. 4. Neutrale Ausländer, die### 15. November nach Deutschland gekordürfen bis zum 25. November einschli Grenze ohne die geforderte Photographie land passieren. Ueberschreiten solche Ausländer nach November die Grenze nach Holland, so auf ihrem Paß eine Bescheinigung der in beglaubigten Gesandtschaft oder eines Gene ihres Landes haben, die besagt, daß die tatsächlich den Paßinhaber darstellt, und den Paß eigenhändig unterschrieben 5. Auf alle diejenigen Personen, Passieren der Grenze ohne einen förmliche stattet ist,(ländliche Grenzbewohner, Indu persönlich bekannte Aerzte. Geistliche im beziehen sich die Bestimmungen nicht. B Kraftwagenverkehr Im Interesse der öffentlichen Sicherhet graph 9 des Gesetzes vom 4. Juni 1851) den Kraftwagenverkehr folgendes bestimm: Ein Ueberschreiten der Gre## Kraftwagen ist ausnahmslos nur desmaliger Genehmigung des S### kommandos 7. Armeekorps zul Innerhalb des Grenzstreisens, das ist zwischen der deutsch=holländischen Grenze senbahn Salzbergen=Rheine=Dorsten, Lauf bis zur Mündung in den Rhein, sowie in den Cleve Moers, Geldern, Crefeld(Stadt un ist der Verkehr vom 15. November ab nur den Bedingungen gestattet: 1. Alle Insassen von Kraftfahrzeugen Führer, müssen einen von der Poliz Wohnortes ausgestellten Ausweis mit sich Ausweis muß die eigenhändige Unterschlt habers tragen und mit einer deutlichen## des Inhabers beklebt sein. Dieser ist stellenden Behörde derart abzustempeln, pel halb aus dem Ausweis, halb auf der angebracht wird und in allen Teilen kennbar ist. 2. Die den Ausweis ausstellende darauf zu bemerken, daß der Inhaber Untertan und nach jeder Richtung hin bezüglich Spionage) durchaus unverd### 3. Das Mitführen der nach den allgemer schriften für die Kraftfahrzeuge erforderlichen papiere des Kraftwagenführers ist nach wien aus erforderlich. Kraftwagen, deren Führer sassen nicht die geforderten Ausweise mit sit sind nicht durchzulassen; liegen irgendwelche# momente vor, so werden die Insassen in des# men. 4. Ausländern ist jeder Verkehr wagen in dem obengenannten Grenzstreifen Genehmigung des stellver treten! neralkommandos gestattet. Im tungsfalle werden die Insassen festgenom Kraftfahrzeug beschlagnahmt. 5. Auch die militärischen Insassen von kraftfahrzeugen bedürfen eines abgestempell weises, zu dessen Ausstellung alle Milita vom Bataillonskommando(und von gleichstehenden Behörden) an aufwärts er Auch diese Ausweise müssen die eigenhänd schrift des Inhabers tragen. Von einer## wird abgesehen, sofern die Insassen Für die militärischen Führer von Kraftsch sind die sonst vorgeschriebenen Ausweis Führer und Kraftwagen nicht erforderlich 6. Auf Haltrufe oder= Zeichef., des Kraft fahrzeug sofort zu hel;, Annäherung an eine Sperre is zu fahren und rechtzeitig Halt! Auf Fahrzeuge die die Sper brechen, wird geschossen. Münster, den 30. Oktober 1914 Freiherr von Bissing. General der Kavallerit. Bekanntmachung. Die Eheleute Arbeiter Derk Dykhuis und mann, geboren 30. März 1885 zu wen bezw. 23. November 1888 zu Eppinehp'risz, Kinder verlassen, sodaß dieselben aus mitteln unterstützt werden müssen. Der unbekannt. Im Ermittelungsfalle bitten teilung zu unserer Akte III A/1) 66. Dortmund, den 2. November 1914. Die Verwaltung des Räumungsnalver reichbaliges Lager i Uhren, Schmuck-, Gold- u. Silberwaren uu ausserordentlich herabgesetzten Preisen. Brückstrasse 15 Aug. Wienhold, Dortmund. Fernruf 1513 3 8 „ m* HOONE * Bg2 Banunes . B•f —* So 2.5. *—. 2.0 * S Seis S0.* 9 2* = 5•: 2 2. 8— — 5 8 —— S 02 7 P#E 99 1 **0 9S8—— —=**** FE B G"" „SRS *—— A" SEi 19 &a Saia • Sa“go SEBaE 2 SSSSSSn EBToREN Ss 5 K *-—BCTPE :„ TeCa *" · ∆DHN Ii 52 Bg-n — B Soge.gs * 0 — S St . *—. e* 2 2. 9 1 5 B 9 8 S.s. X8 *80 S 9 2 S 2 55 SSg R a.gegauh Saen k, SUGF: 220 8 .„U ∆ 1 prunn S Fran ATrhalte war unermüdlich, in die Werr zu schreiben, unermädlich, ihrem Mann die Brunnenschriften vorze#lesen, die ihre Quellen, das milde Klima und den Komfort rühmten, ihre geographische Höhenlage, die Statistik des jährlichen Kurbesuches nachwiesen. Badeorte, die ihre Promenaden, Konzerte, Reunions, Theater, Tennisplötze, Schwimmbäder, Salinen, Bergbahnen Wälder, Institute für Heilgymnastik Massage und Abhärtung nach Kneipp oder Schrot priesen. Und alle halsen gegen alles. Man garantierte überall Genesung von Asthma, Gicht, Zuckerkrankheit, Nervosität, Blutarmut, Schlaflosigkeit, Migräne, man sicherte Heilung zu von Rachen=, Lungen=, Herz=, Darm=, Nieren=, Leber=Affektionen, man versprach Beseitigung chronischer, verschleppter Leiden, erfolgreiche Nachbehandlung alter Verletzungen. Merker wurde es ganz schwül von den Uebeln und Namen, von allen Möglichkeiten und Reiserputen ins westliche oder östliche Deutschland. Hätte er seiner Frau nur gleich Rebenburg zugestanden. Bei ihrem Dispositions= und Organisationstalent war sie immer eine Art orsehung für die Familie, und man besand sich eigentlich stets sehr wohl unter ihrem Zepter. Aber nun durfte er doch nicht mehr nachgeben. Er studierte also mit einem gewissen Ekel und Ueberdruß die Broschüren wetter, und da die Zeit drängte, entschied er sich endlich matt und freudlos für ein Taunusbad. Frau Athalie hatte alles Erforderliche zu veranlassen. Es war am Tage der Abreise. In einigen Stunden sollte die Fahrt ins unbekannte Land angetreten werden. Draußen brütete die Auguschitze, drinnen roch es nach Kampfer und Mottenspiritus. In keinem Zimmer sah es wohnlich aus, überall stand Gepäck aufgeschichtet. Die Kinder waren in ihrer Reiselust kaum zu bändigen. Frau Athalie disponierte erschöpft, Merker kam loeben aus dem Amte. Er nahm eilig das vereinfachte Mittagsmahl ein und vackte schnell noch einige Sachen, die er keiner anderen Hand überlassen wollte. In einem der noch unverschlossenen Koffer einen Platz für sein Paket suchend, las er zufällig die Adresse: Frau Regierungsrat Merker, Rebenburg, Gartenzeile 8. Träumte er denn? Man ging doch in den Taunus! Er rief seine Frau an.„Du, was ist mit dieser Adresse? Willst du mich denn allein nach Kohlbad schicken?“ „Was für Ideen du häst!“ lachte die Hausfrau mit dem besten Gewissen von der Welt und fuhr fort zu packen. „So gib mir doch eine ver wort!— stücken.— nach Rebenburg?“ „Wir alle, lieber Reinhold,“ entgegnete sie ruhig. Jetzt aber wurde er ernstlich böse.„Was fällt dir denn eigentlich ein!? Zu was hat man denn wochenlang korrespondiert? Wie kommst du denn dazu, meinen Wunsch und Willen zu umgehen, mich als niemand zu dehandeln?“ Frau Athalie börte auf zu packen und ah ihm fest ins Gesicht. „Lieder Mann, nn tat in jeder Hinsicht mein Möglichstes in bezug auf Kohlbad. Aber ich konnte in der kurzen Zeit für uns sechs Personen keine geeignete Wohnung mehr bekommen. Auch waren die Preise viel zu hoch. Da kam ich wieder auf unseren ersten Plan zurück!“ „Ansern!“ „Ja,“ sagte sie erstaunt über seine zweifelnde Miene und schlug die blauen Augen unschuldig zu ihm auf.:„Warst du es nicht, der den Vorteil gemeinsamer Menage mit Engelmanns hervorhob und darauf aufmerksam machte, daß unsere Herta in Rebenburg auch etwas für ihre Bleichsucht tun könne? Deine Umsicht traf ja gleich die rechte Ent scheidung, die spätere Suche geschah seits doch wohl nur aus Pflichtge Informationen über andere Bäder versäumen!“ Er wußte zwar nicht, wie er zu dieser „So gib mir doch eine vernünftige Ant!! Ich lese jetzt an allen unseren Gepäcken die gleiche Adresse. Wer reist denn Huldigung# schweigend. Si. er:„Aber so etwas bespricht man doch gemeinsam, Athalie! Es ist doch keine Art, daß in das jetzt erst erfahre!“ Sie lehnte sich zärtlich an ihn, überglücklich des leichten Sieges. „Aber, liebes Männchen! Wenn ir dir das eher gesagt hätte, dann hättes du dich eher geärgert. So ärgerst du dich nur ein paar Stunden, findest in Rebenburg alles aufs beste vorbereitet und wirst mir sicher sehr dankbar sein!“ Er senkte ergeben das Haupt. aber er akzeptierte sie= nun wohl Wind davon Bekommen und als on viel kleinlauter sagte die Besucher alle im Laboratorium verTagesspruch So wie der Rost des Eisens Mark Zernagt mit nimmer satter Gier, So frißt, und wärst du noch so stark, Der Neid am Mark des Lebens dir. Aus Welt u. Leben tk Der Versuch, Gold zu machen, ist alt. Der berühmte englische Gelehrte Lankester erinnert an einen genialen Mann, den er als den letzten Alchemisten bezeichnet. Er hieß James Price, hatte in Oxford den Doktorgrad erworben und erfuhr die fast unerhörte Auszeichnung, daß er im Alter von 29 Jahren zum Mitglied der ehrwürdigen Gelehrten=Akademie, der Royal Society in London, erwählt wurde. Das geschah im Jahre 1777. Zwei Jahre später lud er eine Anzahl von Naturforschern in sein Laboratorium ein, um ihnen die Verwandlung minderwertiger Metalle in Silber und Gold vorzuführen. Price produzierte ein weißes Pulver, von dem er behauptete, daß es die fünfzigfache Menge seines eigenen Gewichts an Quecksilber in gediegenes Silber überzuführen vermöchte, ferner ein rotes Pulver, das dieselbe Arbeit an der sechzigfachen Gewichtsmenge Quecksilber besorgen sollte, nur daß als Endergebnis gediegenes Gold versprochen wurde. Die Experimente gingen vor sich. Siebenmal nacheinander wurden die Pulver in einem Tiegel mit Quecksilber gemischt, viermal das weiße und dreimal das rote und tatsächlich erschien nach Erhitzung der Tiegel im Ofen Silber und Gold darin. Die Edelmetalle wurden an Ort und Stelle von Chemikern geprüft und als rein befunden. Später wurden die Goldproben dem König Georg III. überreicht, und Price veröffentlichte eine Schrift mit dem Titel:„Ein Bericht über einige Experimente usw.“, worin er zwar die Lehre..—„ vom„Stein der Weisen“ zurückwies, aber gründe für den Vogelschutz auf Friedhöfen behauptete, daß er durch mühsame Experi= treffen für die Gärten von Krankenhäusern mente entdeckt habe, wie diese zusammengesetzten Pulver zu bereiten seien, die zur praktischen Verwirklichung des längst gesuchten Wunders führten. Das Geheimnis wollte er jedoch nicht verraten. Einige Mitglieder der Royal Society verhielten sich skeptisch und bestanden darauf, daß Price seine Versuche vor dieser Gesellschaft selbst wiederholen solle. Der„Forscher“, der mit seinen Experimenten selbstverständlich ungehe jedoch mir anen—.„#, aus dem Wege zu gehen. Schließlich aber konnte er nicht länger auf seiner Weigerung beharren, sagte zuguterletzt zu, und seine Vorführung wurde auf den August 1783 anberaumt. Nach der Ueberlieferung soll nun eins der Mitglieder der Royal Society am Tage zuvor sich ins Laboratorium eingeschlichen und dort festgestellt haben, daß die Tiegel einen falschen Boden besaßen, auf dem das Gold und das Silber verborgen werden konnten, bevor die wunderbaren Pulver hineingebracht wurden. Price hatte sammelt waren, trank er vor ihren Augen ein Glas aus und fiel tot nieder. Er hinterließ ein Vermögen von einer Viertelmillion, so daß die Armut ihn zu dieser Täuschung keinesfalls veranlaßt haben konnte. tk Aus welchem Jahre stammen die ersten Briefmarken? Auf diese Frage wird man, auch von kundigen Philatelisten, die Antwort bekommen, daß 1840 das Geburtsjahr, England ihre Heimat und Rowland Hill ihr Vater sei. Daß die Briefmarke, wenn auch anders gestaltet, Vorfahren gehabt hat, erzählt uns der Sekretär des internationalen Bureaus des Weltpostvereins Hubert Krains in seinem kürzlich in Bern bei Gustav Grunau erschienenen Werke „L'union postale universelle“. Im 17. Jahrhundert berichtet der französische Chronist Pelisson Fontanier, daß der König Ludwig XIV. 1653 dem Bittschriften=Referenten im Staatsrat Velayer das Privileg verliehen habe, in den verschiedenen Stadtvierteln von Paris Briefkästen anbringen und für die Einwohner der Stadt bestimmte Briefe durch Boten gegen eine Gebühr von einem Sou verteilen zu lassen. Wer Briefe aufgeben wollte, mußte kleine Blätter kaufen, die an den Briefchen zu befestigen waren und den Aufdruck erhielten:„Port paye le... jours du mois de... l'an 16...“ Als Erfinderin dieser Neuerung wird eine Hofdame, Frau von Lonqueville, enannt. Aber trotz der Unterstützung vom hofe scheine Velayers Unternehmen kein langes Leben gehabt zu haben. Von einem neuen Versuch, die Gebühr für Nachrichtenbeförderung auf eine für den Unternehmer wie den Benutzer bequeme Weise einzuziehen, hört man nun lange nichts. Erst im Jahre 1819 treten im Königreich Sardinien eine neue Art Freimarken ans Licht; sie hatten den Wert von 15, 25 und 50 Centimes, bestanden aus weißen Blättern von Stempelpapier und dienten gleichzeitig als Briefumschläge. Sie hielten sich bis zum 1836. In diesem Jahre wurden sie auch in England eingeführt, aber, wie gesagt, durch die noch heute üblichen Briefmarken bald ersetzt. tk Die Benutzung der Friedhöfe zu Vogelschutzstätten ist auf einer Reihe älterer Kirchhöfe mit gutem Baumbestand erfolgreich versucht worden. Jene Beispiele sollten zur Nachahmung verlocken. Für gewöhnlich herrscht auf den Gräberfeldern Stille. Hier würden also die Vögel ihre Ruhe finden, deren sie so sehr bedürfen. Auf älteren Kirchhöfen sind auch viele Bäume und niedrige Büsche, alte Exemplare von Lebens= und Buchsbäumen vorhanden, ebenfalls sind auf jedem Friedhofe Wasserbrunnen, so daß auch eine Anlegung von Vogeltränken leicht ist. Natürlich muß auf Vogelfänger geachtet werden, damit sie nicht die vortreffliche Gelegenheit zum Massenfang ausnutzen.— Dieselben VernunftsStellt man die Krankenhausgärten in ken den Dienst des Vogelschutzes, so wäre damit zugleich Tausenden von Kranken eine große Freude bereitet. Für die ans Bett Gefesselten und Leidenden wäre es nicht nur ein Zeitvertreib, sondern die Schaffung einer Stunde inneren Glückes, wenn sie durch die geöffneten Fenster dem Gesange der gefiederten Boten lauschen könnten. Es ist eine altbekannte Erfahrungstatsache, daß ure Aufregung erzielt hatte, versuchte es für viele Krankheiten kein besseres Heilmit allen Mitteln, diesem Verlangen mittel gibt, als einen Becher voll Freude. eine — Kindliche Auffassung. Frau Meyer: „Nun, Käthchen, wie geht's denn Deiner Mama?“— Käthchen:„Danke, ich glaube ganz gut; sie sagte wenigstens gestern Nacht zu Papa, als er spät nach Hause kam: Es wird wirklich immer besser!“ Famili reund Blätter zur Unterhaltung und Belehrung Hochsaison. 31 Kulturstück aus der Sommerfrische von Franz Schrönghamer=Heimdal. (Nachdruck verboten.) Da kommt es dem arglosen Wanderer zum Bewußtsein und legt sich ihm lähmend auf die Seele, daß er dies alles gratis genießt und dem Verschönerungsverein Hochwinkel zu danken hat, der diese Herrlichkeiten in selbstlosester Absicht zur Verfügung stellt. Soweit war es also gekommen. Was immerdar frei war, die Luft und das goldene Licht, der Bergblick und die Quelle am Wegrand, das wird jetzt von Verschönerungsvereinen beschlagnahmt und mit Taxen belegt. Nur die treuherzigen Hochwinkler überlassen das alles gratis. Sie laden bloß zur Besichtigung des fünffüßigen Kalbes ein. O du edles Landvolk! Dr. Zwickl scheint so entzückt, daß er einen übermütigen Jodler wagt. Da hallt es von den Bergwänden dreimal „Jujujujuhuhn!" zurück. Prachtvolles Echo! Ein diabolischer Verdacht steigt im Herzen des Sommergastes auf. Sollte es wirklich so sein? Er wendet sich dem Talgrunde zu, durch den die Almerach ihre goldbraunen Wasser leitet. Und jodelt noch einmal, wie eben Städter käme. Und wieder wird nun dreimal hell und glockenrein zurück. Sein feines Ohr fängt die Stelle auf, aus der das Echo kommt. Dann schreitet er hastig talwärts. Bislang hat es nur in harmlosen Witzblättern gestanden, was der Doktor nunmehr als dämonische Wirklichkeit wittert: das künstliche Echo. Ein Echo, das im Taglohn arbeitet. Ein Echo, das in der Hochsaison sogar Trinkgelder heischt. So hieß es wenigstens in den Witzblättern. Der Weg verliert sich auf steiniger Berghalde. Gestrüpp und Heiderich wuchern allenthalben. Aus einiger Entfernung hört man das Rauschen der Almerach. Da jodelt der Sommergast noch einmal, aber leise, als ob der Schall von der Ferne käme. Und wieder wirdi hm dreimal hell und kräftig erwidert. Die Bestätigung eines unglaublichen Verdachtes wirkt immer, als wenn man von unsichtbarer Hand eine Ohrfeige bekäme. Der Doktor spürt die Ohrfeige und ist entschlossen, sie dem Verschönerungsverein Hochwinkel als dem Täter mit Zinsen zurückzuerstatten. Vorsichtig teilt er die überhängenden Zweige der im Wege stehenden Birken. Ein paar Schritte noch, dann steht er vor einem halbwüchsigen Burschen, der im Grase liegt und eine Angelgerte in der Almerach baumeln läßt. Die Stelle ist weltabgeschieden und verschwiegen, wie geschaffen für ein menschliches Echo, das sich hier häuslich niederlassen will — eine Saison lang. Und zum Zeitvertreib Forellen fischt. Die Ueberraschung dieses Augenblickes ist echt und wird hüben wie drüben, da auf Gegenseitigkeit beruhend, mit entsprechenden Gesten zur Schau getragen. Doch ist der Bursche der erste, der sich von seinem gerechten Erstaunen erholt, Gerte und Fischbehälter errafft und im Begriffe steht, den Schutz des heimatlichen Daches durch möglichst schleunige Flucht zu erstreben. Allein dieses löbliche Vorhaben wird durch die Fäuste des Privatgelehrten aus München noch rechtzeitig verhindert. Er faßt das Bürschchen am Schlafittchen, wendet es mit dem Gesicht gegen die Sonne und erkennt zu seinem wiederholten Erstaunen den„Haus burschen" des Gasthofes Holzer. Der Augenblick ist hochnotpeinlich für letz teren, da er wie sein Auftraggeber wußte, daß die Forellen in der Almerach dem Privatge lehrten Dr. Zwickl, nicht aber dem Holzer wirte als Pachteigentum zugehörten. „Sag einmal,“ brach der Doktor das Schweigen,„wie kommst Du eigentlich in dieses gotiverlassene Loch herein?“ „Ich bin's Echo.“ Da läßt der Sommergast die Faust los; denn es erscheint ihm absonderlich genug, ein „Echo“ am Kragen zu haben. „Und die Fische?“ „Die gehören für Ihna, Herr Dokta!“ „Wer hat Dich geschickt?“ „Der Wirt und der Bader.“ „So! Na ja! Jetzt mach' aber, daß Du heimkommst! Malefiz übereinander!" Das„Echo“ läßt sich das nicht zweimal sagen. Der Doktor kann ein weiteres Kurio sum konstatieren: niemals sah er solche Geschwindigkeiten entwickelt als wie von diesem Echo. Die Elferglocke von Hochwinkel läutet eben Mittag, das Zeichen zu friedlicher Mahlzeit. Aber dem Sommergast ist vorläufig der Appetit vergangen und er beschließt, das Klima des Verschönerungsvereins noch ein Stündchen gratis zu genießen. Er schreitet den Bach entlang bis zur Almerbrücke; von dort führt der Weg wieder aufwärts, dem Dorfe zu. Hart am Wege liegt das stattliche Gehöft des Sulzerbauern. Aber wie es schon einmal ist, daß man an manchen Tagen zum angebornen Spürsinn im Zufall einen mächtigen Bundesgenossen erhält, der einem zu Ungesuchtem und Unbeabsichtigtem verhilft, fällt dem Privatgelehrten sogleich die am Hause des Sulzer angebrachte Inschrift auf: Molkerei und Milchverwertungsanstalt von Georg Sulzer. Also eine weitere moderne Errungenschaft des Hochwinkler Gemeinwesens. Auf der Hofeinfahrt steht ein Wagen mit verschnürten Paketen. Dr. Zwickl fühlt sich heute ganz in der Rolle eines Sherlok Holmes und unterwirft die Ladung, die scheinbar soeben vom Winkelreuter Bahnhof abgeholt wurde, einer unauffälligen Untersuchung, was ihm um so leichter gelingt, als die löblichen Bewohner des Einödhofes und der nunmebrigen Molkerei beim Mittagessen versammelt ind. Er stößt ein Loch in die papierne Umhüllung, ein Riß mit dem Finger legt ein paar Blechbüchsen frei und eine verheißungsvolle Aufschrift wird sichtbar: Margarine. Das sagt mehr als genug. Wozu braucht eine Molkerei und Milchverwertungsanstalt Margarine? Der Saisonbeginn gibt die Antwort: Feinste Tafelbutter für die armen Großstadtmenschen mit den zermürbten Nerven— mit einer Beigabe von Margarine. O du treuherziges Naturvolk, das noch an väterlicher Sitte festhält! O du ausverschämter Schwindel!— Die Grillen schreien wie verhert auf Hecken und Rainen und machen die Musik zu dem Aufschwung des Landvolkes und der Tafelbutterfabrikation. Mittagsschwüle lagert über den Gründen. Saisonschwüle auf der Seele des Privatgelehrten und Volksschriftstellers Dr. Quirinus Zwickl. Die Gratisluft des Verschönerungsvereins zittert über den Sommerähren. Gratis vernimmt er den Klang der Hochwinkler Herdenglocken, deren buntgefleckte Inhaber wiederkäuend auf der Weide liegen, an der der Weg des Privatgelehrten eben vorbeiführt. Ein brauner Bursch steht grinsend da und fletscht die Zähne, der Gemeindehirt und Gemeindedepp: „Herr Dokta, bahabaha!“ Eine Lust und Herzlichkeit klingt aus dem Lachen des Stiefsohnes der Natur, die den Privatgelehrten für Augenblicke über die jüngsten Erfahrungen hinwegtäuscht. Halb freudig, halb mitleidig fragt er den Burschen: „Was gibt's denn, Seppei?“ „Hahahaha!“ „Was freut Dich denn so. Seppei?“ „I bin koa Depp nimmer...“ „Was denn sonst. Seppei?“ „Woaß“ as leicht no’ net?“ „Na, Seppei.“ „Ferd'n im Hirgst is a Professor aus Königsberg da g’wesn und hat mein' Kopf g'messen.“ „So, so.“ „Ja, und g'sagt hat er aa was i bin...“ „Was bist D' denn nacha, Seppei?“ „Koa' G'moa'depp nimmer...“ „Was denn sonst, Seppeik“ „Apsychopathischer Fall, ja, apsychopathischer Fall, hat a g'sagt.— Hahahaha!"— Die Saison hat eingesetzt. Auch bein Dorfnarren. Tag für Tag wird jetzt der armGlückliche am Weidezaun auf die Fremden lauern, um ihnen in seiner weitschweifigen Art seine Titeländerung bekannt zu gebene nicht mehr Gemeindedepp, sondern ein psychopathischer Fall, dem der Professor aus Königsberg ein Kapitel seines wissenschaftlichen Werkes widmet. Und der Privatgelehrte und Volksschriftteller Dr. Quirinus Zwickl aus München steht mit bekümmertem Herzen dabei. Ihn jammert des Volkes. Der Wirt ist Restaurateur, der Botenfuhrmann Spediteur, der Bader Coiffeur, der Gemeindenarr ein pshchopathischer Fall. Der Professor aus Königsberg macht Schädelmessungen, schreibt ein Werk darüber, n 3**. Fu. u....— SSSSTTSZRE FSETSSSSSSFSGSSTFFTDEEDSTSS * 2 7 92* S E 2 60 8. R# # S 5 2 22 S — # S• 1 U e 9—— das kein Mensch liest und bekommt den roten Adlerorden vierter Güte. Dann ist er der Narr. Der Sommergast siebt den ganzen Trug und das ganze Elend und kann nichts tun als den Kopf schütteln. Er kann es nicht hindern, daß die Saison beginnt. Drunten in Winkelreut hat sie bereits bezonnen Männlein und Weiblein wandern durch die Felder mit Büscheln von Mohnblüten in Händen, deren grelles Rot von den blendenden Sommerkleidern lebhaft absticht. Wer sind sie? Kommerzienrat Sommer und Frau aus München. Kaufmann und Alpinist Selitschke ius Bärne, Mamselle Lekravon de Diedenhofen. Oder sonst wer. Sie geben sich Appetit an nach den Strapazen des Großstadtlebens Der Doktor siebt sie wandeln und bört ab und zu ein helles Lachen in seine Gratisluft herüber. 3. Nach dem Weggange des Doktors, wie die Hochwinkler ihren alljährlichen Sommergast nannten, war der Bader Schafflhuber sofort zum Wirt geeilt. Der saß mit dem Oekonom Schaller bereits auf seinem Bureau, zugleich Amtslokal des Verschönerungsvereins. Ohne Gruß trat er ein und nahm Platz. Und sprach: „Wir müssen was tun.“ Der Holzerwirt und Ehrenvorstand des Verschönerungsvereins war derselben Ansicht: „Ja, wir müssen was tun.“ Auch Schaller pflichtete bei: „Freili müaß' ma' was toa'.“ Diese Gewißheit legte sich mit lastender Schwere auf die Gemüter. „Der Dokta is a kreuzbraver Mo'“, begann Schaller auf das Thema überzuleiten. „Ja, das ist er,“ bestätigte der Wirt. „Ein Ebrenmann durch und durch,“ fügte der Bader hinzu und gab weiter bekannt, daß ihm der Doktor durch Greti seiner Frau, einen Gruß habe übermitteln lassen. „I moan', er hat si' bei Dir rasieren lassen?“ forschte der Bauer Schaller. Nun konnte der Bader nicht mehr aus. „Freilich hat er sich rasieren lassen, aber mir ist gleich darauf hundsübel wor'n und ich mußte Hoffmann'sche Tropfen nehmen. Ich weiß nicht, was Greti, meine Frau, noch mit ihm gesprochen hat, aber er hat ihr einen Gruß an mich aufgetragen.“ Der Bader machte eine Pause und fuhr fort:„Was ich euch jetzt mitteile, hat den Cha rakter des Vertraulichen und bleibt unter uns.“ Die Männer sicherten Stillschweigen zu und harrten gespannt der nun kommenden Enthüllungen. „Der Doktor,“ sprach der Bader mit ersobener Stimme,„hat mir durch Greti, meine Frau, noch sagen lassen, ich bin ein hundshäutener Hanswurst.“ „Hab' i's net alleweil g'sagt, daß's der Doktor gut mit uns meint? Daß er a kreuzbraver Mann is?“ meinte Schaller selbstver ständlich. Der Bader war einigermaßen enttäuscht, denn er hatte im Stillen gehofft, seine beiden Vereinsmitglieder würden den Ausdruck doch als etwas stark bezeichnen; aber sie nahmen die Eröffnung des hundshäutenen Hanswursten wie etwas ganz Natürliches hin. Er machte darum ein sehr erstauntes Ge sicht. Mit dem schwächsten Protest wäre er zufrieden gewesen; so aber blieb der„hunds häutene Hanswurst“ auf ihm sitzen. Nun erhob sich der Wirt und sprach: „Meine Herren, nachdem der Bader aufrichtig gewesen is, will ich es auch sein, indem daß der Doktor auch mich einen miserabligen Schafskopf et cetera geheußen hat. Aber es fällt auch unter den Siegel der Verschwiegenheit.“ Es war ein wuchtiges Bekenntnis. Der Bader überlegte in der Eile, was gröber wäre, hundshäutener Hanswurst oder miserabliger Schafskopf et cetera. Das et cetera gab dem Zünglein der Wage den Ausschlag zu Gunsten des Baders, der damit auch moralisch die Oberhand gewann. So erfolgte denn auch gegen den miserabligen Schafskopj et cetera kein Protest, und der Wirt ließ sich halb ärgerlich auf seinen Stuhl nieder. „Dessenungeachtet". hub der Bader von neuem an„müssen wir etwas tun.“ „Sell is auch meine Meinigung,“ pflichtete Schaller bei. Da ließ ihn der Wirt hart an: „Hat er denn Dich nichts geheußen?“— Der Wirt hatte die Gewohnheit, statt„ei“ immer„eu" zu sagen, weil er meinte, dann wäre es besseres Hochdeutsch. „Geheißen hat er mich direkt nix, aber wie ich ihm vom Drahtgitter zum Lawn=Tennisplatz verzähl’. is er mir in d' Red' gefallen und hat g'sagt, wir soll'n uns alle miteinander einzäun' lassen für d' Menagerie auf'm Oktoberfest.“ „Also keine spezialisierte, sondern eine mehr allgemeine Bemerkung,“ konstatierte der Bader. „Ganz Unrecht hat er nit, der Dokta,“ meinte Schaller. Da war es wieder, das Unbehagliche, Peinliche, das ihnen die ganze Saisonfreude verdarb. „Er meunt's ja ganz gut,“ sagte der Wirt weiter. Vorigs Jahr, wie dem Häuslermichl d' Kuh verreckt is, hat er ihm dreihundert Mark gegeben.“ „Wie die alt' Zwirglerin d' Gicht g'habt hat, hat er die ganzen Doktorkösten zahlt.“ „Vor zwoa Jahr'n um a so a Zeit is g’wen, da hat er an' arma Handwerksburschen seine Stiefel'geben. Er selm is den ganzen Tag auf sein' Zimmer g'sessen und hat g’wart', bis ihm der Schuster die neuen bracht hat.“ Jeder wußte in dieser Stunde der Entscheidung ein Lob für den Doktor. Sie zählten alle Wohltaten auf, die er den Hochwinklern erwiesen hatte, um ihre innere Stimmung für den guten Menschen auch äußerlich zu begründen und daraufhin„etwas tun" zu können. Nach dem Allgemeinen komme das Einzelne. „Bei mir läßt er alli Jahr' a schön's Stuck Geldl liegen,“ sagte der Wirt. „Als Kundschaft ist er einzig in seiner Art,“ sagte der Bader. „Wenn ihm mei' Bua, dei Nazl, an Botengang g'macht hat, is er nia unter an' Fufzerl hoamkemma,“ lobte ihn der Schaller. So huldigten sie dem Sommergast, der draußen durch die Hochwinkler Fluren ging und die Treuherzigkeit des Landvolkes zum Kuckuck wünschte. Aber im Lokale des Verschönerungsvereins folgerte man logisch weiter, wenn auch mit einer Logik des Herzens. „Drum müssen wir was tun.“ „I moan', der Bader hat's a bißl z'gach anpackt," wälzte Schaller seine Mitschuld von sich. Aber der Bader ging nicht darauf ein sondern untersuchte seinen Ideenreichtum nach etwas Passendem, stand auf und sprach: „I hab''s.“ „Wia denn nacha?“ „Wir müssen ihm eine Ehre antun.“ Allgemeiner Beifall.„Aber wie?“ „Wir ernennen ihn zum Ehrenpräsidenten des Verschönerungsvereins, und zwar schriftlich, indem ich ihm einen sehr schmeichelhaften Brief schreib'.“ „Bist halt do' a Kreuzköpfi, Bader,“ ruft Schaller anerkennend. „Und gleich schreib’ ich, und der Wirt legt ihm den Brief in's Zimmer, daß er ihn gleich sieht, wenn er heimkommt.“ „Aber recht schmeuchelhaft mußt d' schreiben, Bader!“ Damit schien das Väterland gerettet und jeder bedachte den guten Ausgang der Sache. Sie trennten sich und verließen das Bureau in bester Laune. Leider ward sie dem Wirt bald verdorben denn der Hausbursche und das Echo kam atmend hereingestürzt. „Mi' hat's dawischt!“ „Wer denn?" „Da Dokta!“ ** In der Gaststube geht es lustig zu. Die neue Kellnerin aus der Stadt übte auf die Dorfburschen eine besondere An ziebungskraft aus. Für's erste war Emmy, wie sie sio nennen ließ, ein hüosches Mäbchen, dem die ländliche Tracht vorzüglich stand; der weiße Großstadtteint hob sich auffällig von den sonnverbrannten Dorfmädchen ab und erweckte allgemein den Eindruck einer besonderen Reinheit. Auch des Herzens. Für's zweite war sie ein aufgeräumtes, heiteres Mädchen, das gern einen Spaß mitmachte, ihre„Würde“ aber zu wahren wußte, Für's dritte gefiel sie durch ihre„Bildung". Sie sprach geläufig hochdeutsch, gebrauchte viel Fremdwörter und sagte statt„nein“ immer nee“. Das hätte sie sich in Hamburg so angewöhnt.. Gegen die Burschen war sie freundlich und liebenswürdig, ohne sich etwas zu vergeben. So wagte keiner eine Derbheit. Ab und zu erhielt sie einen Brief aus München. Und wenn niemand in der Gasttube war, schrieb sie selbst oft und adressierte immer: A. F. 10, München, Hauptpostlagernd. Aber niemand kümmerte sich darum in der allgemeinen Annahme, daß die Stadtleute überhaupt viel zu schreiben hätten. Da der Doktor zum Mittagessen nicht heimgekommen war, hatte man dem Grammophon in der Gaststube wieder seinen Platz eingeräumt. Denn gegen Abend, so zwischen Feld= und Stallarbeit, kommen die Dorfburschen g'schwind auf a Maß und a Tanzl.“ Und sie beneiden die Kellnerin, daß sie es so schön habe und nicht aufs Feld brauche. Da sagt sie immer etwas von ihren Nerven“, von denen ein Landbewohner keine Ahnung" habe. Und die Dorfkampeln denken, daß das etwas Besonderes sein müsse, das Emmy allein für sich habe, eine Art Geheimnis. Die andern nicken mit den Köpfen, fühlen sich geschmeichelt und geben ihr ein Trinkgeld, wenn sie gehen. Letzteres tun sie, weil es ihnen der Bader als zur Saison und Bildung gehörig ausdrücklich eingeschärft hatte. Nur einer bleibt manchmal noch eine Weile sitzen, wenn die andern nach und nach aufbrechen, drückt den Hut ins Genick und schaut weltverloren durch die Fenster auf die traße. Und läßt sich noch ein Maß kommen. Der Obermoser Schorsch, dessen väterlicher Weiher den Besitzern eines Kurprospektes zu einmaliger Badebenützung winkt. Ein achtzehnjähriger Bursche mit gutmütigem Gesicht und etwas melancholischem Wesen. Die laute Lust der Kamekaden fehlt ihm. Emmy hat den Burschen früher wenig beachtet. Mit der Zeit ist es ihr aber doch aufgefallen, daß sein längeres Verweilen in der Wirtsstube wie auch das reichlichere Trinkgeld, das er zu geben pflegte, irgend einen Grund haben müsse, der in ihrer Person lag. Sie schmeichelt sich mit dem Gedanken, das Herz des jungen Menschen vielleicht gewonnen zu haben, wenn schließlich auch unabsichtlich. Frauen haben hier immer ein richtiges Gefühl. Emmy fragt deshalb den Burschen, dem sie eben die zweite Maß bringt, ob es gestattet ist, bei ihm Platz zu nehmen. Der junge Obermoser rückt plötzlich weit in die Bank hinein und sagt einfach:„Ja, freili! Warum denn net?" Und nach einer Weile:„Wenn i's Ihna bringa darf, Freil'n Emmy. Auf Ihra Wohl!“ Schorsch macht einen tüchtigen Zug und schiebt den Maßkrug nach Landessitte dem Mädchen zu, das ihn mit einiger Umständlichkeit zum Munde führt und kurz daran nippt. „Dank schön, Herr Obermoser.“ „Weg'n dem Tröpfi Bier braucht's koan' Dank net. Und koa' Herr bin i no’ lang net. Vielleicht werd i amol oaner." Die letztgeäußerte Mutmaßung klingt ihm selbst so unwahrscheinlich, daß er zu lachen anfängt. Aber die Kellnerin ist klug genug, das angeschlagene Thema weiterzuspinnen. „Aber nee, das sollten Sie nicht ganz verreden, Herr Obermoser. Sie sind jung und ein hübscher Kerl.“ „Oha!“ meint Schorsch in seiner ungeschlachten Art. Aber Emmy fährt weiter: „Warum denn nicht? Sie könnten ja ganz leicht hier einmal Gasthofbesitzer werden.“ er uu600 S—"• 3 ö TB BEZoGUSGSEEB 0.—— □ GeGEge.n • 80 : E: 5 D S. 3: 89——* a u.— „Wia moanen S' tatzt böS?„Als ob man das nicht merkte; geh'’n S' zu!“ „I mirk nixn!“ „Das Fräulein Theres, die Wirtstochter hat sicher ein Aug' auf Sie.“ „Aba jetzt lassen S' mi aus!“ Der Protestierende rückt noch ein Stück weg, wie Naturmenschen pflegen, die alles, was sie sprechen, mit lebhaften Gesten begleiten. Schorsch erholt sich rasch von seinem Staunen und beteuert dann mit wichtiger Heimlichkeit:„D' Resi! Ha— gar koa' Drandenka! Ueberhaupts pressiert's bei mir no’ lang net! Und wenn's amol pressierat, hätt' i scho' an' andern Gusto als wia d' Resi.“ „Das Fräulein Theres ist aber ein seh hübsches Mädchen und die einzige Tochter! „Von mir aus hat's unser Herrgott aus im besten Lebzeltentoag' backen und mit Tausendmarkschein’ umwickelt— i mag's amol net. Und überhaupts „Und überhaupts?“ „Möcht i wissen, z'weg'n was Sie mi' no Erdölquellen in verschiedenen kanabischen Distrikten hat in der Bevölkerung große Erregung verursacht. Das Petroleum regiert den Tag, Petroleumstädte wachsen auf und an, als stampfte man sie aus dem Erdboden. Von dem Leben und Treiben in hmnen zeichnet der englische Schriftsteller Basil Clarke, der mittellos nach Kanada ausgewandert ist, um den Beweis zu erbringen, daß heutzutage noch immer ein weitschauender, tatkräftiger Mann mit zwei tüchtigen Armen sein Glück machen kann, in der„Daily Mail“ packende Bilder. Er weilt in Calgary im Distrikt Alberta. „Petroleum, Leute! Petroleum! Sie haben eine Oelquelle beim Dingmann Bohrloch erschlossen!“ Männer stürzen die Hauptstraße entlang, rufen die Nachricht ihren Freunden, jedem, der sie hören will, zu. Dann und wann die zweifelnde Frage:„Ist es auch wahr?" Schallendes Freudengelächter und die Antwort:„Sicher, totsicher! Petroleum! Petroleum!“ Und sie stürzen weiter, immer weiter. Ich saß gerade im Zimmer meiner bewendigreit, etwas für seine Gesundheit im eso feiner Familie in ein Bad zu gehen. besonderen zu tun und mit seiner alleweil ihraz'n. Sagn ma du zu anand! Da scheidenen Herberge, als die Botschaft kam kann i vui deutscher sei'.“ Schorsch hält ihr Wie ein einziger Schrei drang aus vielen zögernd seine rechte Pranke hin, in die Emmy Kehlen das magische Wort„Petroleum“ an ihr Katzenpfötchen legt mit dem Bemerken: „Eigentlich dürfte es ja nicht sein, und erfahren darf es schon gar niemand. Und bei einem andern tät' ich's auch nicht. Aber weil du ein anständiger Bursch' bist, schlag ich ein. Grüß Gott, Schorsch!“ „Grüaß God, Emma!“ „Emmy! Das ist vertraulicher. Wenn schon, denn schon.“ „Also Emmy!“ „Jetzt bin ich aber neugierig, wie du deutsch wirst,“ fährt die neue Duzfreundin fort. „Des will i dir glei' sag'n. I taat' di' halt gar schön bitten, wennst d’ nimmer„nee“ sagtest, sondern„na“, wia'r a si' g'hört.“ „Das ist's! Na ja, dir z' Lieb' will ich's probier'n, ov i mir's abg’wöhnen kann. „Mir z' Lieb'?“ fragt der Bursche voll Feuer. Emmy merkt es wohl, was in ihm vorgeht. Er faßt ihre Hand und drückt sie innig „Sag'. Emmy, könntst d’ mir z' Liab' a biß! was tun?“ „Warum denn net?“ antwortet sie ausweichend. „I hab' was auf'm Herzen, Emmy. Lang druckt's mi' scho'. Seit i di''s erste mal g’sehg'n hab'. Aber leider...“ Ein schwerer Seufzer. Emmy hat Gewißheit. Ihr ist ja Liebe nichts neues mehr. Aber diese doch. Die erste stürmische Regung des Bergsohnes. Sie sieht sie unverfälscht wie flüssiges Gold im unedlen Erz. Und sie gibt sich der sie momentan reizenden Gewißheit hin und erwidert den Druck der brennenden Burschenhand. Draußen beginnen die Schatten des Abends das Haus zu beschleichen. Und in der Gaststube gähnt es schon dunkel aus den Ecken. Niemand ist da. Nur von der Küche her, die über dem Gange liegt, hört man das Klappern von Tellern und das Klirren der Herdringe. Nur die alte Wanduhr im Gastzimmer tickt und tackt, eins— zwei, eins— zwei... Gleichgültig wie bei der Hunde visitation. Aber in der Ecke dort schlagen zwei Herzen zusammen, eins— zwei, eins— zwei. Ein starker Arm legt sich um einen weißen Nacken und ein heißer Mund bedeckt sanfte Mädchenwangen mit atemlosen Küssen. Eins— zwei, eins— zwei... Das ist der Takt der Welt. Und die Saison eines Herzens nimmt ihren Anfang. (Fortsetzung folgt.) Der Petroleumkoller. Wir lesen in den Münchener N. N.: Die Zeiten ändern sich. Einst, als die Goldfelder von Klondyke entdeckt wurden, war es das Goldfieber, das aller Welt in die Glieder fuhr. Und heute wütet in Kanada der Petroleumkoller. Die Intdeckung von mein Ohr. Calgary war wahnsinnig über die Nachricht. Alle Welt hatte den Petroleumkoller. Auf der Straße tolle Ausgelassenheit, ein riesiger Freudenrausch. Männer schütteln sich Minuten lang die Hände, schreien vor Lust. Andere hüpfen im Kreise, tanzen wie besessen. Mahnt ein Schutzmann bescheiden zur Ruhe, bilden sie einen Ring, tanzen um ihn herum, lachen und singen, hüpfen und springen.„Petroleum! Petroleum!“ Um diese ausgelassene Freude zu verstehen, muß man wissen, daß seit Monaten jeder Mann in Calgary auf die Erschließung einer Oelouelle im Distrikt mit heißer Inbrunst gelauert hat. Vom Millionär bis zum Schreiber, vom Chef bis zum Laufburschen. Kellner und Gelegenheitsarbeiter sie alle haben ihr Geld in Petroleumgesellschaften gesteckt, deren Aktien von 40 Pfg. aufwärts zu haben waren. So schlug die Freudenbotschaft in alle Herzen, bei Hoch und Niedrig, gleich stark ein. Selbst der Schutzmann vertraute mir an, daß er dreihundert Aktien zu 4 M. das Stück erstanden habe. Einige Tage später schlug er die Aktie zu 20 M. los. Die Petroleumaktie ist das Panier. In jedem dritten Hause ist ein Maklerbureau. In jedem Laden werden Petroleumaktien gehandelt. Metzaer und Bäcker, Schneider und Grünkramhändler— sie alle machen den Maklern Konkurrenz. Und sie alle und noch mehr haben vollauf zu tun. Scharenweise warten die Leute in langen Reihen vor ihrer Tür. Es gelang Clarke mit leichter Mühe, bei einem Makler als Schreiber unterzukommen. Da saß er nun geschlagene neun Stunden und schrieb bloß Quittungen aus nach dem Diktat des Maklers. Und außer ihm wetzten noch eine ganze Reihe von Schreibern im Lokale emsig die Federn. Am Abend hatte er 14 M. verdient. Dann versuchte er sich selbst als Straßenmakler, vermittelte Käufe und Verkäufe und erzielte beträchtlichen Gewinn. Es war eine unglaubliche Hausse in Petroleumaktien. Täglich, stündlich stiegen sie. Alle Welt war toll nach ihnen, und, wie Clarke meint kaum einer wird es bereuen. Die Stärkere. Ein stiller Kampf um die Sommerfrische. Häusliches Bild von Mathilde Tipp. (Nachdruck verboten.) In wenigen Tagen waren Ferien, und noch wußten Merkers nicht, wo sie diese diesmal zubringen würden. Sie pflegten alljährlich die Sommerfrische zu wechseln mit den Kindern bald an die See, bald ins Gebirge zu reisen, zuweilen auch die Großeltern auf dem Lande zu besuchen. Diesmal aber lagen die Verhältnisse anders. Merker, einer der angestrengtesten Beamten des Ministeriums, fühlte die NotFrau Merker unterstützte diesen Plan nicht nur, weil sie eine gründliche Erholung für ihren Mann für durchaus notwendig fand, sondern auch aus selbstsüchtigen Gründen. Sie war noch nie in einem vornehmen Kurort gewesen und versprach sich von diesem Aufenthalte ungeahnte Genüsse. Ein vornehmes Modebad mußte es natürlich ein, wo man ungeahnte Toiletten, berühmte Menschen und Niegesehenes sah und elbst auch ein bißchen zur Geltung kam. Wenn ihr Mann nur nicht auf den Gedanken kam, seine Bäder in irgend einem obskuren Waldwinkel gebrauchen zu wollen! Und wenn auch! Frau Athalie lächelte gelassen. Sie würde auch da ihren Willen n die geeigneten Bahnen gleiten lassen wie immer. Sie rüstete sich für alle Fälle. Denn nun ging der Kampf ums Bad los. Und sie eröffnete diesen Kampf heroisch, denn man mußte doch endlich wissen, wie man sich in Bezug auf Garderobe zu verhalten haben würde. „Wie wäre es denn mit Bad Rebenburg, Männchen?“ fragte sie eines Tages während des Mittagessens keck drauf los, und das Herz klopfte ihr bei der Möglichkeit, diesen ihren heißen Wunsch erfüllt zu ehen.„„„„— Er brummte:„Ach, so ein Modebad ist für uns viel zu teuer!“ „O, was das anbeirifft! wibersthrach sie freundlich,„kannst du dich beruhigen. onst gingen Engelmanns gewiß nicht nach dort!“ (Engelmanns geben nach Rebenbunngt? Für mich schon ein Grund, nicht nach Rebenburg zu gehen!“ „Das haft du gegen Engelmanns erkundigte sie sich sanft und legte den beiden Kindern mütterlich vor „Nichts, als daß ich meine eigene Kur genießen möchte, ohne mich über seine Art, dir den Hof zu machen, über ihre Arroganz und über das verzogene Mädel ärgern zu müssen!“ „Mein Gott, Dorchen ist eben ein krankes Kind,“ entschuldigte sie mitleidig— absichtlich bei diesem Kinde verweilend.„Die Eltern hoffen sehr, daß Rebenburg ihre so schwache Gesundheit kräftigt. Gerade die ses Bad soll schon großartige Erfolge an blutarmen Kindern erzielt haben. Es täte auch unserer Herta gut, die neigt seit neuester Zeit zur Bleichsucht!“ „Aber ich doch nicht,“ fuhr er heftig auf.„Und um mich handelt es sich doch. Was soll ich in Rebenburg?“ „Du findest dort alles, was dir der Arzt anriet,“ entgegnete sie mit sachlicher Ruhe und fügte humorvoll hinzu:„Es gibt nämlich keine Krankheit, die Rebenburg nicht heilte. Auch die Wohnungsverhältnisse sind sehr günstig. Wir könnten mit Engelmanns die Wohnung teilen, das käme uns sehr billig!“ „Hm, du scheinst dich ja schon sehr genau unterrichtet zu haben!“ bemerkte er mißtrauisch und übellaunig. „Das bin ich euch, besonders dir doch schuldig,“ antwortete sie mit klassischer Einfachheit und überdachte, ob es besser sei, jetzt das Eisen zu schmieden oder das Gespräch abzubrechen. Sie entschied sich für letzteres und hätte damit unbedingten Erfolg erzielt, wenn Merker es sich nicht in den Kopf gesetzt hätte, seinen Kopf durchzusetzen. „Ich will aber nicht nach Rebenburg!“ schrie er, gleichsam, um sich selber Widerspruch einzuflößen, denn im Grunde war es ihm viel bequemer, wenn seine Frau alle Verantwortung auf sich nahm. „Deshalb brauchst du dich gar nicht so aufzuregen,“ beruhigte sie ihn milde.„Das schadet dir nur. Du weißt, daß nichts gegen deinen Willen geschieht und nur du allein zu bestimmen hast. Wir lassen uns von den in Frage kommenden Bädern Prospekte schicken, dann magst du wählen und entscheiden!“ Gesagt, getan. SPeRST S 00 32. 9 2 0—" # S s: Sasus: 9611. S SE —n —:=9•* *Sn — 9—* 8. SS 3 90 n Gonns 9. San m 5 Sich •T8 05 5 SgE, BSEES S 8 55 S s.95 SDENT S# 9E SSg GD 0 5 * S„ 9S50 S S* S# Sgg. d. 00 00— 6 0= * 22 S 5 R BÄSES „.0 :— S nS“ „S 2.5: Ce „TRESEE □ 9= S eU 9— 9— B. Srau e „SGSSBT, a.5 SEEE .•SES •L • B•TN E GTPS O8 SSEg BERASEE SRASSES FOMBSTA! 9 BS S2 55 S G5n 98n 9Sn*0 # G G 1/8 S 0 Erscheint täglich „rubalge in Com- und geehl Veiertag Abersenentäbreis Eecnse-m eriicen. befh. verbunden Shafraöhruck Samwoctüäch: Pittos sowis für die Inserate Dortmund. Lokal-Anzeiger für Mit Bekanntmachungen der städtischen mit dem Dortmund u. Hörde. und Militär-, sowie anderer Behörden. Inserato die 8 gespaktene Kokonelzeile oder Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 30 Vig. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgen#eren## Klage od. Konkursverfahren wird der bewilligte Rabakt oinfä#c Orfüllungsort Vortmund. zür Aufnahme von Inseraten an bestimmt voxgefortzdenen Tagen und Olätzen übernehmen wir keine Garantis. Tagen und Expeditton: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 160. ür die Redaktion verantwortlich: ax Sonnemann. Dortmund. 26a. Dortmund, Dienstag, den 10. November 1914. 31. Jahrg. ranzosen, Inder und Engländer n0 500 Russen gefangen. Maschinengewehre erbeutet. Gute Fortschritte auf dem westlichen Kriegsschauplatze. er heutige Bericht der bersten Heeresleitung. Großes Hauptgnartier, 10. Nov. nittags. Unsere Angriffe bei Ypern kitten auch gestern langsam vorwärts. Ueber ) Franzosen, Farbige und Engländer en gefangen genommen und mehrere sschinengewehre erbeutet. weiter südlich arbeiteten unsere upven sich vor. Heftige Gegenangriffe Engländer wurden zurückgewiesen. Agonnerwald machten wir gute #rtschritte. Feindliche Vorstöße wurden ht abgewehrt. In Russisch=Polen bei Konin zersprengmsere Kavallerie ein russisches Bataillon, 500 Mann gefangen erbeutete 8 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung. as Allerneueste. age über serbische Tyrannei. 826. Sosia. 10. Nov. Aus dem Bezirk Istip mende mazedonische Flüchtlinge richteten eine stende Vorstellung an die zuständigen Stellen des streiches, in der sie das von ihren Frauen und im erduldete Martyrium ausführlich beschreiben, erklären, daß sie trotz aller Leiden den Ein goldenes Mutterherz. Roman von Erich Ebenstein. 32 bieser Mann— wie sie ihn geliebt hatte! Wie sie liebte— und doch verachtete! So tief. So untoschlich— wie war das nur möglich nebeneinJeder Kuß, den er ihr je gegeben, wurde in Ainerung zur Schmach, und dabei fühlte sie doch genau, daß sie ihn bei aller Verachtung doch Lürde hassen, nie vergessen können. Auch die Seligdie er in ihr Leben getragen hatte, trotz aller EntZungen, würde ewig unauslöschlich bleiben. 2oann stand er plötzlich vor ihr. Leise hatte er „hinter sich zugezogen. Ein Blick verriet ihm, tun wollte. Jäher Schreck machte ihn erbeben. besem Moment vergaß er Kitty, vergaß alles anwer der wahnsinnigen Angst, die ihn packte. stes, was er in diesen letzten zwei Monaten gedacht Kian, erschien ihm kindisch, töricht, lächerlich. Er war ein wankelmütiger Schwächling, der sich aus Uebermut von einer Kitty Henderson narren lassen. #.35? Bah— diese da, diese allein liebte er, und #le ihn nicht verlassen. Er war so erregt, daß er bort herausbrachte, aber das tat ja nichts. In seiigen mußte sie es ja lesen, alles, was erempfand, einen Küssen mußte sie es fühlen. Ver küßte sie, stumm und heiß, wie in den ersten E, ihrer jungen Liebe, obwohl sie anfangs verEie Anstrengungen machte, sich seinen Armen zu Inden. einn kam es wie das erste Mal, als sie von ihm vollte: ihr Widerstand wurde schwächee, das GeLschso von ihm geliebt zu sehen, Überwog alles w doch war es anders. Diesmal ging nicht Liegerin aus dem Kampfe. Sie machte keine Be„Ien und er nahm nichts zurück, und es war nicht Leidenschaft der Liebe, welche sie beide plötzlich em Gefühl unauslöschlicher Gemeinschaft erfüllte Aurn 4 der band. in mm!“ Taumel wiedererwachter Liebe hatte er ährr. Ohr geltammelt, das ihren WiderMut nicht verlieren und zuversichtlich auf die baldige Verwirklichung ihrer nationalen Wünsche hoffen. Sie bitten inständigst um die Ergreifung von Maßregeln, damit die unerträgliche Verfolgung unter der tyrrannischen Herrschaft der Serben aufhöre, welche in blindem Haß gegen alles, was bulgarisch ist, den ausgewanderten Mazedoniern nicht einmal erlauben, mit ihren Familien in Verbindung zu treten und alle Briefe auffangen. Zusammentritt des Reichstags. WTB. Berlin, 10. Nov. Die nächste dritte Plenarsitzung des Reichstages findet am Mittwoch, den 2. Dezember, nachmittags 4 Uhr statt. Der Gegenstand der Beratung wird demnächst mitgeteilt werden. Der türkische Schlachtbericht. WTB. Konstantinovel. 10. Nov.(Mitteilung des Großen Hauptquartiers.) Obwohl Schnee und Nebel herrschen, dauert unsere Offensive an der kaukasischen Grenze an. Rein Vermögen ist groß genug. WTB. Stockholm, 10. Nov. Professor Eassel setzt im Svenska Dagbladet seine Studien über die sinanztelle Durchführung des Weltkrieges fort und beantwortet heute die Frage, ob die Kriegskosten durch das angesammelte Vermögen bezahlt werden können. Die Antwort ist eine verneinende Voraussetzung der finanziellen Tragfähigkeit ist nicht ein gesammelter Vorrat von Ersparnissen, sondern eine Organisation des Geistes der Gegenwart und der Handlungskraft, die die nationale Produktion, die jetzt in Deutschland ohne störende Abbrüche aufrecht zu erhalten vermögen Wenn es in dieser Hinsicht mangelt, wie es jetzt in Frankreich der Fall zu sein scheint, kann kein gesammeltes Vermögen helfen. Flucht aus Odessa. Sofia. 10. Nov. Nach hier eingetroffenen Meldungen hat der größte Teil der Bevölkerung von Odessa die Stadt verlassen und ist in das Innere des Landes geflüchtet.(Köln. Ztg.) Die Japaner fordern mehr. Petersburg, 10. Nov. Die Nowoje Wremja berichtet aus Petersburg: Die japanische Regierung verlangt auch die kurz vor Kriegsausbruch an Deutschland erteilte Bahnkonzession Tsinan—Sinansu für sich. Diese Konzession beträfe die Linie Tsinan nach der Peking=Hankau=Bahn und eine Zweiglinie von Kaoni aach Hsytschoufoue.(Frankf. Ztg.) „Bin ich nicht der Vater Deines Kindes? Willst Du diesem Kinde die Heimat nehmen?" Namenloser Schreck durchfuhr das Weib bei diesen Worten. Großer Gott— was hatte sie denn tun wollen? Wirklich fortgehen und dem Kinde rauben, worauf es ein heiliges Anrecht hatte? Hätte Mama dies denn verlangen können, hätte sie es gebilligt? Sie, die doch selbst erst heutesagte:„Um Euretwillen hatte ich immer den Mut für mein Schicksal.“ Ja, wenn er sie nicht geliebt hätte, aberer liebte sie ja! Dafür und um der kleinen Mara willen mußte sie sich in alles fügen. So kam es, daß sie zuletzt in demütiger Zerknirschung murmelte:„Verzeih', ach, verzeih' mir, ich wußte nicht, was ich tat.“ 14. Kapitel. Rudi Fabrizius schlich auf den Zehenspitzen aus dem Schlafzimmer seiner Mutter, gefolgt von Fräulein Agathe Reinling, deren freundliches, blasses Gesicht heute einen bekümmerten Ausdruck trug. An der Tür sah sie sich noch einmal nach der Kranken um. „Gottlob, sie schläft nun so ruhig. Ihre Anwesenheit hat Wunder gewirkt, Herr Bezirksrichter.“ Draußen drückte sie dem jungen Manne, der noch ganz verstört dreinblickte, warm die Hand. „Es war gut, daß sie gleich kamen auf Barbes Brief. Wir wußten uns wirklich schon keinen Rat mehr mit Mama. Gott, man tut ja, was man kann, aber es war so unheimlich, dieses stumme, teilnahmslose Dahinliegen— wo doch Doktor Weyer immer sagte, physisch fehle ihr eigentlich nichts, denn die Erkältung war ja bald vorüber.“ Rudt fuhr sich mit der Hand über die Stirn. „Verzeihen Sie, Fräulein Reinling, aber ich bin noch ganz verwirrt, begreife eigentlich nichts. Daß ich kam, war doch natürlich! Barbe schrieb so dringend— was ist denn mit Mama geschehen?“ Das alte Fräulein zuckte die Achseln und blickte verlegen an ihm vorüber. „Ich weiß es nicht. Vielleicht kann Barbe Ihnen Auskunft geben.“ Dann nahm sie noch einmal Rudis Hand und fügte, wie beschwörend hinzu:„Aber nicht wahr, eines versprechen Sie mir: Sie nehmen MamaDer französische Schlachtbericht. WTB. Paris, 10. Nov. Vom 9. 11., 11 Uhr abends. Es ist keine bemerkenswerte Aendrung in der Lage infolge der Schwierigkeiten, die ein dichter Nebel für die Operationen von einiger Ausdehnung hervorruft, eingetreten. Im Norden behaupteten wir unsere Stellungen zwischen Lys und Langhemareg und machten zwischen Langhemareg und Dirmuiden merkliche Fortschritte. Serbien hat Frankreich nochmals angepumpt. WTB. Wien, 10. Nov. Die Südslavische Korcespondenz erfährt aus Sofia: Aus Nisch wird gemeldet, daß die Skupschtina zu einer außerordentlichen Tession zum Zwecke der Beschlußfassung über dringende Kreditvorlagen zusammengetreten ist. In der Sitzung verlas Ministerpräsident Pasitsch ein Expose über die Lage Serbiens. Darauf fand unter Vorsitz des Kionprinzen ein Kronrat statt, dem der Bevollmächtizte von Montenegro und der frühere Geschäftsträger beiwohnte. Wie verlautet, hat die französische Regierung Serbien abermals einen Vorschuß von 50 Millionen Francs in Gold gewährt, die bereits über Saloniki in Nisch eingetroffen sind. Die Kriegslage im Westen. Die feindlichen Berichte werden immer kleinlauter. Ein Zeichen, daß es im Westen gut um die deutsche Sache steht. Dafür sprechen übrigens auch noch andere Tatsachen. Unsere obere Heeresleitung konnte uns gestern wieder allerlei erfreuliche Einzelheiten von den Vorgängen bei Ypern und anderwärts berichten. Der Feind hat zu Lande und zu Wasser versucht, unsere Truppen vom Meere abzudrängen und wenn möglich, zu überflügeln. Das ist ihm nicht gelungen, obwohl er in der Nacht seinen Angriff wiederholte. Die seindlichen Schiffe— wohl englische— haben sich vor dem Feuer unserer Küstenbatterien zurückziehen müssen. Der verzweifelte Widerstand aber, den der Feind in der Gegend von Ypern leistet, hat unser Vorgehen nicht aufhalten können. Wohl haben die feindlichen Truppen durch Gegenangriffe südwestlich Ypern, also zwischen Ypern und der Lys, unseren Angriff zu vereiteln gesucht. Aber auch dieser Vorstoß, den bereits der letzte französische Schlachtbericht ankündigte, scheiterte und brachte dem Feind einen ansehnlichen Verlust an Gefangenen. Langsam, aber stetig rücken unsere Truppen vor, sodaß der Tag der Entscheidung in der Riesenschlacht sich endlich nähern dürste. Wie die Londoner Times von ihrem Kriegsberichterstatter in Nordfrankreich erfährt, behauplen sich die chen jetzt gleich mit sich? Lassen Sie sie nicht länger allein hier?“ „Aber selbstverständlich, Fräulein Reinling! Sowie Mama aufstehen darf—“ „Dr. Weyer meint, sie könne jede Stunde abreisen. Je eher, desto lieber. Was ihr not tut, ist nur Zerstreuung.“ „Gut, dann reisen wir morgen früh, ich werde nachher gleich meiner Frau depeschieren.“ Das alte Fräulein ging, und Rudi trat aus Fenster. Ein kühler Wind rüttelte an den entlaubten Bäumen, bleigrau spannte sich der Himmel über der Erde, die tot und farblos lag unter moderndem Laub und welkem Rasen. Fröstelnd plusterten sich die Spatzen auf den nackten Aesten. Hin und wieder hallte draußen auf dem Pflaster der Schritt eines einsamen Spaziergängers, sonst kein Laut ringsum, als das gelegentliche Seufzen des Windes. Rudi dachte an vergangene Jahre. Auch da war es Herbst geworden, aber es war ihm nie so ins Bewußtsein getreten, denn hier innen war's immer warm und behaglich gewesen. Mama hatte in ihrer stillen, lieben Weise geschaltet, Papa zuweilen gebrummt, Assunta gelacht und gesungen und Onkel Peter tiefstunige Reden gehalten, die eine Flut von Entgegnungen heraufbeschworen.— Nun war es leer geworden und still wie in einem Grabe. Er hätte nie gedacht, daß sein Elternhaus ihn je so todtraurig anmuten könnte wie heute. Und hier verbrachte Mama ihre Tage! Barbe trat ein, und er wandte sich hastig um. „Endlich! Wirst Du mir nun sagen, was eigentlich geschehen ist? Aus Mama ist kein Wort herauszubringen, und Fräulein Reinling behauptet, nichts zu wissen. Und doch sieht Mama krank aus zum Erbarmen—“ Barbe stand steif aufgerichtet an der Tür, und die blanken, dunklen Augen in dem unschönen, tnochigen Gesicht ruhten kühl auf dem jungen Mann. „Ganz gern will ich Ihnen sagen, Herr Rudi, was ich selber weiß. Und das andere können Sie sich nachher ja allein zusammenreimen. Vor vier Tagen— wie das große Wetter hier niederging,— war Ihre Mutter Deutschen in einer Entfernung von wenigen Kilometern von Ypern und können ihre Granaten in die Stadt werfen. Dann sind ja die verbündeten Feinde am längsten in Ypern gewesen. Auch aus Dünkirchen kommt die Meldung, daß die Deutschen Ypern zwei Tage lang aus 15 Kilometer Entfernung beschossen haben. Dieser Meldung wird hinzugefügt, daß neue deutsche Kräfte über Lüttich und Mecheln nach Ypern marschieren. Diese Nachschübe können uns weder Franzosen noch Engländer nachmachen. In England will sich überhaupt keiner mehr der Gefahr, von einer deutschen Kugel getroffen zu werden, aussetzen. Und in Frankreich scheint man sich nach Möglichkeit zu drücken, sodaß ein Erlaß ergehen mußte, daß die wiederhergestellten Verwundeten sich sofort wieder zu ihren Truppenteilen zu begeben haben. Dieser Erlaß hat aber im ganzen Lande starken Unwillen harvorgerufen. Der Deputierte Emile Konstant bezeichnet in einem Schreiben an den Kriegsminister Millerand diesen Unwillen als berechtigt. Wenn die Verwundeten, meint er, ihre Gesundheit in ihren Familien wieder hersieklen könnten, so werde weder die Disziplin noch die Moral darunter leiden. Er bitte um dahingehende Rücksichtnahme. Ob die französische Heeresleitung diese Rücksicht üben kann, bezweifeln wir. Sie braucht Leute in die Schlachtlinie und nicht daheim. Da über Erfolge auf dem Kriegsschauplatze nichts mitgeteilt werden kann, unterhält man das Volk mit Ammenmärchen. So meldet neuerdings der Kriegsberichterstatter des Loudoner Daily Chroniele aus Nordfrankreich: Ein deutscher Spion, der nachher von Indern gefangen genommen wurde, habe das Regiment London Scottish irregeführt. Der Mann, der sich für einen Belgier ausgab, war wegen seiner Ortskenntnisse von den Regimentern London Scottish und Lincoln als Führer genommen worden. Er führte das Regiment London Scottish durch eine Zone, die einem vernichtenden deutschen Feuer ausgesetzt war.— Wolffbureau bemer# gleich zu dieser Meldung, daß mit Ausnahme des vernichtenden deutschen Feuers, diese Räubergeschichte sehr unwahrscheinlich klinge. WTB. London, 10. Nov. Daily Mail meldet, daß ein deutscher Flieger gestern zwei Bomben über Tünkirchen geworfen hat. Die eine Vombe fiel in ein Dock, ohne Schaden anzurichten, die zweite fiel in der Nähe des Rathauses nieder. In einem Umkreise von 100 Metern sprangen alle Fensterscheiben. WTB. Paris, 9. Nov. Präsident Poincare hat ein Dekret nach dem Vortrage des Marine=, des Kriegsund des Finanzministers unterzeichnet, durch das Marineoffiziere zum Dienst im Landheer zugelassen werden WTB. Paris. 9. Nov. In dem Hauptmagazin des an der Mündung der Charenter gelegenen größten Kriegshasens Frankreichs, Rochefort, ist nach dem Verliner Tageblatt ein Riesenbrand ausgebrochen. bei der jungen Frau drüben. Sonst kam sie immer gegen Mittag heim, aber diesmal mun wohl das Unwetter dazwischen gekommen sein, da blieb sie drüben. Bis auf den Abend, sieben war's durch, sagte Lisette, als sie fortging. Ohne Hut und Kragen, im dinnen, schwarzen Kleid, wie ste war, so ging sie fort in den strömenden Regen hinaus. Ich war am Nachmittag drüben gewesen, und ste hatte mir gesagt, ich sollte nur wieder nach Hause gehen, sie bliebe fürs erste da, aber zum Abendbrot käme sie auch. Ich sollt ihr Wurst und Brot herrichten.“ „Wurst und Brot?“ Rudi riß die Augen groß auf. Barbe nickte. „Ja. Mehr vergönnt sie sich schon seit langem nicht —'ne Knackwurst— was die billigsten sind—“ „Und uns schickte sie jede Woche Butter und Geflügel.“ „Na, ja. Eben d’rum. Drüben in Retiro litten ste auch keinen Mangel an Gutigkeiten. Na was— Wurst und Brot, das hätte sie nicht niedergeworfen. Das schmeckte ihr ja königlich, weil sie dadurch— aber ich will lieber weiter berichten. Also ich warte hier auf sie mit dem Abendbrot, und sie kommt nicht. Es wird neun, zehn, halb elf,— endlich fang' ich an, mich zu bangen, und will nochmals hinüber, aber wie ich die Haustür aufschließe, da liegt was Dunkles auf den Stufen, klitschnaß und ohne Bewegung. Ich denke, mich rührt der Schlag! Das war ihre Mutter, Here Rudi!" „Mama! Um Gotteswillen aber wie—“ Barbe zuckte die Achseln. „Wie lange, weiß ich nicht. Ich rufe die Lene von oben und wir tragen sie herein, da sehen wir erst, daß sie gar nicht ohne Bestnnung war, sondern bloß so eigen— wie freind sah sie uns an. Auch das Fräulein, das sie mit mir zu Bett brachte und bei ihr blieb, derweil ich um den Doktor rannte. Kein Wort war aus ihr zu bringen. Am andern Morgen brachte Lisette ihren Hut und Kragen von drüben mit einem schönen Gruß von der jungen Frau, und sie führe mit dem Herrn Direktor für ein paar Tage auf den Seinmering.“ 221.18 * n K. 3en er 1• rt 17 n ∆ r ib 18 be I. R en in der er K. 76 ge ele en r5 en 1= nt. 11. in 9.4 c en n1 1 ir ci die 17 hr er *: en 11 ntder * * 1 * e 3 3 1 * 8 1 HI A Mißerfolg der Russen. Bange Tage der Erwartung folgten dem Zurückgehen der deutschen und österreich=ungarischen Truppen von der Weichsellinie Warschau—Jwangorod. Wie würden sich, fragte man, die zurückgegangenen Armeen neu ordnen, wie würde sich angesichts des mißlungenen Vorstoßes auf die Festung Warschau der drohenden Wiederholung eines russischen Einfalles in Ostpreußen erfolgreich begegnet werden können. Trotz allen Vertrauens zu Hindenburg, wollte die Befürchtung nicht weichen, daß man sich in Ostpreußen des überstarken Feindes nicht verwehren könne. Diese Befürchtung ist unbegründet gewesen, wie sich aus den Berichten unserer obersten Heeresleitung an den letzten beiden Tagen ergibt. Die über die Warthe vorstoßenden Truppenteilen der Russen sind über die Warthe zurückgeworfen worden und an der Grenze von Ostpreußen haben die Russen eine weitere Schlappe erlitten. Nach ihrem erfolglosen Durchbruchsversuch bei Szittkehnen haben die Russen jetzt einen neuen Versuch gemacht, in der Richtung Stallupönen—Gumbinnen in Ostpreußen einzudringen. Aber schon unmittelbar an der Grenze ist ihr Angriff zusammengebrochen. Der Wysztyter See, an dem am Sonntag gekämpft worden ist, bildet auf eine Strecke hin die Grenge zwischen Rußland und Teutschland.. Der Ort Wysztyten, der ihm den Namen gegeben hat, liegt auf russischem Gebiet. Die Russen haben am Wysztyter See schwere Verluste erlitten. Allein die Zahl von 4000 Gefangenen beweist schon, wie hart die russischen Truppen, die auch 10 Maschinengewehre in den Händen der Deutschen lassen mußten, mitgenommen sein müssen. Unsere Nordostarmee hat wieder einmal gute Arbeit geleistet. Daß unsere Flieger ihre Augen von Warschau nicht weggerichtet haben, beweist ein in russischen Zeitungen erschienener Bericht, daß bei einem neuen Bombardement deutscher Flieger in Warschau 21 Personen getötet worden seien. In Ostgalizien hält, einstimmigen Blättermeldungen zufolge, der Rückzug der Russen ununterbrochen an. Die verfolgenden österreichisch=ungarischen Truppen gehen ihnen nicht von den Fersen. Im Berliner Tageblatt schreibt Major Moraht zu dem österreichisch=ungarischen Sieg über die Serben: Die Operationen von Potiorek haben sich planmäßig vollzogen und zu dem Erfolge geführt, daß die Grenzen der Toppelmonarchie vom Feinde gesäubert wurden. Das Gelände, in dem der Kampf stattgefunden hat, ist ungeheuer schwierig. Seine Natur läßt die Erfolge doppelt würdigen, welche außerdem in politischer Beziehung ihre Rückwirkung bald erkennen lassen dürften. WTB. Wien 9. Nov. Die Russen gefallen sich darin, phantastische Nachrichten über angebliche Siege ihrer Truppen, die schwierige Lage der Unfrigen, über zahlreiche Gefangene usw. zu verbreiten. Gegenüber diesen Erfindungen ist es nützlich, festzustellen, daß seit mehreren Tagen weder in Galizien noch in Russisch=Polen ein Zusammenstoß stattgefunden hat, daß die letzten Kämpfe wie beispielsweise bei Stary Sambor und Turka für unsere Truppen siegreich verlaufen sind und daß diese 2500 Gefangene gemacht haben. An der Lysa Gora haben sich unsere Truppen vom Feinde ohne Kampf gelöst und befolgen die Bewegungen, die ihnen aus strategischen Gründen befohlen worden sind, in voller Ordnung, ohne vom Feinde belästigt zu werden. WTB. Budavest, 9. Nov. Der Pester Lloyd veröffentlicht einen Brief aus Tschernowitz, in dem die fadenscheinige Behauptung der Russen über die Beschießung der Residenz des orthodox=rumänischen Metropoliten widerlegt wird. Die russische Behauptung, daß ihre Geschütze auf die Residenz gerichtet worden wären, weil sich dort Stellungen der österreichisch=ungarischen Truppen befunden haben, ist nicht stichhaltig, weil die Umgebung der Residenz sehr steil und die Entfaltung größerer Truppenteile dort unmöglich ist. Dies hatten die Russen sehr gut gewußt. Auch kann es sich nicht, wie die Russen behaupten, um veirrte Geschosse gehandelt haben, da es vermöge der Geschützstellung der Russen zum Ziell 4 bis 6 Kilometer östlich von der Residenz bei aller Hochachtung vor der Zielsicherheit der Russen unwahrscheinlich ist, daß ihre Geschosse sich in eine solche Entfernung verirren. Die Beschießung geschah aus Rache gegen den Metropoliten Repta, weil er sich weigerte, seine Priester anzuweisen, für das Heil des Zaren zu beten und nur nach langem Sträuben einen russischen Feldgottesdienst abhielt. Die Türken. Die Türken machen den Russen schwer zu schaffen. Sie konnten gestern, wie folgt, einen Erfolg gegen die Russen mitteilen: WIb.nnuntinovel. 10. November. Ein weiterer Bericht des türkischen Großen Hauptquartiers über den türkischen Sieg an der kaukasischen Grenze besagt: Während unsere Kavallerie über Kaghisman gegen den Feind vorrückte, grisf das Gros unserer Armee das russische Zentrum an, das stark war. Nach einem heftigen zweitägigen Kampfe wurde der Feind geschlagen. Unser Heer besetzte die vom Feinde verlassenen Stellungen. Es liegen die weiteren Meldungen vor: WTB. Frankfurt a. M., 9. Nov. Die Frankfurter Zeitung meldet aus Konstantinopel: Es stellt sich heraus, daß das Bombardement von Zonguldak und Koslu durch die russische Flotte als eine Kooperation mit dem Angriff der französisch=englischen Flotte auf die Dardanellen gedacht war. Die russische Flotte scheint der Meinung gewesen zu sein, daß die türkische Flotte in den Dardanellen beschäftigt sei. Bei den Bombardements fehlte die Wirkung. Die russische Flotte zog sich nach zweistündigem Aufenthalt an der türkischen Ostküste der Schwarzen Meeres schleunigst nach Sebastopol zurück. Es verdient, bemerkt zu werden, daß die Russen das französische Hospital beschossen, obwohl es die Rote=Kreuz=Flagge aufzog. WTB. Athen 9. Nov. Meldung der Agence 0'Athenes: Zwei englische Torpedobootszerstörer haben die Telegraphenstation Sarmussakl und Ajasmamd beschossen. Die Türken räumten Moshonissia. Ein kleiner griechischer Dampfer unter englischer Flagge wurde von den Türken bei Aivali in Grund gebohrt. Die Griechen in Smyrna flohen, nachdem dort eine Panik ausgebrochen war, nach Burla. Ein englischer Torpedobvotszerstörer begab sich nach Aivali, um den englischen Konsul an Bord zu nehmen. Die türkischen Behörden lehnten es ab, ihn frei zu machen. WTB. Wien 9. Nov. Wie die Neue Freie Presse erfährt, hat England gleichzeitig mit der Annexion von Cypern auch die Vertretung des Scheich ul Islam, sowie des Schiedsgerichtshofes aufgehoben, eine Maßnahme, die im ganzen Islam große Erregung hervorgerufen hat. Zwischen Kaiser Franz Josef von Oesterreich und dem Sultan fand ein herzlich gehaltener Telegrammwechsel statt.— Auch zwischen den beiderseitigen Oberkommandierenden fand ein Depeschenwechsel statt. Was wird Griechenland tun? WTB. Wien 9. Nov. Die Südslavische Korrespondenz meldet aus Athen: Der Truck Frankreichs und Englands, um Griechenland zum Aufgeben der Neutralität zu veranlassen, ist seit Eröffnung der Feindseligkeiten durch die Türkei stärker geworden und versetzt Griechenland unter allen Balkanstaaten in die unangenehmste Lage. Man befürchtet namentlich, daß England Griechenland zwingen werde, gegen die Türkei vorzugehen, noch bevor jenes über die Haltung Bulgariens klar geworden ist. Der Druck Englands, der sich auch in Behinderung der Ausfuhr der wichtigsten griechischen Produkte äußert, ist um so fühlbarer, als sich die ganze griechische Flotte in den Händen der Engländer befindet. Dem griechischen Admiral Konduriotis, dessen zweimonatiger Urlaub jetzt abläuft, mußte auf Verlangen Englands eine Urlaubsverlängerung bewilligt werden, was zu vielen Kommentaren Anlaß gibt. Liman v. Sanders kommandiert. Berlin. 10. Nov. Die Kopenhagener„Politiken“ meldet laut„Voss. Ztg.“ aus Lonvon: Aus Petersburg wird berichtet, daß im Kaukasus ein russischer Vorstoß stattfindet, der sich mit Energie auf eine über hundert Meilen lange Front erstreckt. Die ersten bedeutenden Kämpfe werden vermutlich auf der Höhe von Erzerum stattfinden, wo die Türken augenblicklich ihre Truppen sammeln. Das türkische Heer soll, wie verlautet. 90000 Mann zühlen. Es besteht aus sieben Divisionen des 9., 10. und 11. Armeekorps, deren normale Stärke auf 80 Bataillone und 55 bis 60 Batterien mit 230 Kanonen angesetzt wird, ferner 35 bis 40 Kavallerie=Truppenteilen und dazu 20000 Kurden. Wie verlautet, werden die Truppen von General Limau v. Sanders kommandiert.— Aus Paris wird gemeldet: Nach einem Telegramm aus Petersburg rückt ein Teil des russischen Heeres durch das lange Araxtal in der Richtung auf Erzerum vor, der andere über den Gebirgszug, wo der Euphrat seine Quellen hat. Alles deutet darauf hin, daß die Russen bei diesem Vormarsch große Anstrengungen machen werden. Verkündigung des Heiligen Krieges. WTB. Konstantinopel, 10. Nov., 3,10 Uhr nachts. Die Verkündigung des Heiligen Krieges im ganzen Orient gilt nach dem„V. T.“ als bevorstehend. Depeschenwechsel zwischen Kaiser Franz Josef und dem Sultan. WIB. Konstantinovel. 10. Nov. Zwischen Kaiser Franz Josef und dem Sultan Mehmed hat ein Depeschenwechsel stattgefunden. Das Telegramm Kaiser Franz Josefs hat folgenden Wortlaut: In diesem feierlichen Augenblick, da das ottomanische Reich genötigt ist, für feine Ehre und die Wahrung seiner äußeren Interessen zu kämpfen sich auf die Seite Oesterreich= Ungarns und seines verbündeten Deutschlands stellt, liegt es mir sehr am Herzen, Ew. Kaiserlichen Majestät die hohe Genugtuung auszudrücken, die ich darüber empfinde, unsere Heere, unsere Flotte in edler und hehrer Begeisterung für die Unversehrtheit und den Ruhm des Vaterlandes kämpfen zu sehen. Es freut mich in diesem glücklichen Beginn der Aktion der Flotte Ew. Kaiserlichen Majestät ein Unterpfand und ein gutes Vorzeichen zu erblicken für den Erfolgunserer Waffen in dem Kampf, der uns von unseren Feinden aufgedrängt worden ist, und für die vauerhafte und ruhmvolle Zukunft unserer Völker. Franz Josef. Das Antworttelegramm des Sultans lautete: Ich habe das Telegramm, das Ew. Majestät an mich zu richten die Güte hatten, mit dem größten Vergnügen erhalten. Gestützt auf mein Recht und im Vertrauen auf den Allmächtigen habe ich den von unseren gemeinsamen Feinden aufgedrängten Kampf angenommen. Ich kann Ew. Majestät versichern, daß ich meinerseits die lebhafteste Befriedigung darüber empfinde, meine Heere mit den glorreichen Heeren Oesterreich= Ungarns und Deutschlands für die Verteidigung unseres heiligsten Rechtes kämpfen zu sehen. Ich habe die feste Hoffnung, daß der Allerhöchste die heilige Sache der Gerechtigkeit durch den Sieg unserer Heere triumphieren lassen wird. Ich lege Wert darauf, Ew. Majestät große Bewunderung für die ruhmvollen Taten Ihrer Heere auszudrücken und hege die aufrichtigsten Wünsche für unseren gemeinsamen Erfolg. Die Beschießung von Poti. WTB. Petersburg, 10. Nov., 1,10 Uhr nachts. Der Generalstab der kaukasischen Armee meldet: Am 7. November morgens kam ein seindlicher Kreuzer vom Typ „Mydilli“ in Poti an und eröffnete das Feuer gegen die Stadt, Hasen, Leuchtturm, Bahnhof und Eisenbahn. Er löste 130 bis 150 Schüsse. Als der Kreuzer sich dann der Mole näherte und gegen die Russen Maschinengewehrseuer zu geben versuchte, erwiderten diese mit Artillerieund Gewehrfeuer. Nach den ersten Kanonenschüssen entfernte sich der Kreuzer in der Richtung Sukhum. Sechs russische Soldaten wurden verwundet. Die Beschädigungen in der Stadt und im Hafen sind unbedeutend. Die Einwohner erlitten keinen Schaden. Die Helden der letzten Seeschlacht. WIB. Berlin, 10. Nov. Dem Chef des Kreuzergeschwaders, Bizeadmiral Graf v. Spee, ist das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse. und einer großen Anzahl von Offizieren und Mannschaften das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen worden. Ebenso wurde dem Kommandanten des kleinen Kreuzers„Karls= ruhe", allen Offizieren, Beamten, Deckoffizieren, sowie 50 Unteroffizieren und Mannschaften dieses Schiffes das Eiferne Kreuz 2. Klasse verliehen. Der Bremer Senat und der Kaiser. WTB. Bremen. 10. Nov. Auläßlich des Sieges unseres Geschwaders an der Küste von Chile hat zwischen dem Senat und dem Kaiser folgender Deveschenwechsel stattgefunden: S. M. dem deutschen Kaiser, 1 Großes Hauptquartier. Den großen Waffentaten des Heeres und der Marine hat letztere in diesen Tagen eine neue von besonderem Glanze hinzugefügt, die Vernichtung der englischen Kreuzerdivision an der chilenischen Küste. Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät, als dem weitblickenden Schöpfer der deutschen Marine, beehrt sich der Senat der Freien Hausastadt Bremen zu deren erstem herrlichen Siege die herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Möchte der Geist, mit dem Eure Majestät die deutsche Wehrmacht erfüllt haben, sie zum vollen Erfolge für unseres Reiches Macht und Ehre führen. In ehrerbietigster Ergebenheit der Präsident des Senats. Stadtländer An den Senat der Freien und Hausastadt Bremnen. Meinen wärmsten Dank für die Glückwünsche der Freien und Hansastadt Bremen zu dem ersten Seesiege unserer Marine. Ich freue mich mit dem gesamten deutschen Volk über die glänzende Probe echten Seemannsneistes und bitte Gott, daß er unseren Wafsen zu Lande und zu Wasser auch fernerhin den Sieg verleihe und die auf die Vernichtung deutschen Wesens und Einflusses gerichteten Pläne aller unserer Feinde zuschanden macht. gez. Wilhelm, I. R. Auch zwschien dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes, dem Großadmiral v. Tirpitz, und dem Präsidenten des Senats fand ein ähnlicher Depeschenwechsel statt. Unruhen in Portugal. " Köln, 10. Nov., 4 Uhr nachts. Nach portugiesischen Nachrichten der„Köln. Ztg." dauern die Verwüstungen durch Bomben bei Brücken und Bahnhöfen fort. In einem Falle entgleiste ein Zug, in welchem der Ministerpräsident aus dem Süden Portugals zurückkehrte. Außerdem fanden militärische Meutereien in Braganza statt, über deren Erfolg wegen der Zensur die Zeitungen keine Nachrichten bringen. Die Druckereien mehrerer monarchistischer Zeitungen wurden zerstört und geplündert. Am 11. Oktober ist vor dem deutschen Konsulat in Oporto eine Bombe geplatzt. Der Schaden ist geringfügig. China gegen Rußland. WTB. Leipzig. 10. Nov., 1,10 Uhr nachts. Dem „Leipz. Tagebl.“ wird aus Kopenhagen gemeldet: Wie die hiesigen Blätter aus Petersburg melden, hat die russische Regierung in Peking Protest erhoben gegen die begonnenen starken chinesischen Konzentrationen an der Grenze der Mandschurei. Die serbische Armee auf dem Rückzuge. WTB. Wien. 10. Nov. Amtlich wird verlautbart vom 9. November: Unsere Operationen auf dem südlichen Kriegsschauplatze nehmen durchweg einen güustigen Verlauf. Während jedoch unsere Vornückung über die Linie Sabac=Liesnicy an den stark verschanzten Bergfüßen auf den zähesten Widerstand stieß, endeten die dreitägigen Kämpfe auf der Linie Losnico=Krupanj=Ljubovija bereits mit einem durchgreifenden Ersola. Der hier befindliche Gegner bestand aus der serbischen dritten Armee unter General Paul Sturm und der zweiten Armee unter General Petar Bojovic mit zusammen sechs Divisionen von 120000 Mann. Die beiden Armeen befinden sich nach dem Verlust ihrer tapfer verteidigten Stellungen im Rückzuge gegen Valdevo. Unsere siegreichen Korps erreichten gestern abend die Loznico östlich dominierenden Höhen der Sokolska Planina südöstlich Krupanj. Sie machten zahlreiche Gefangene und erbeuteten Kriegsmaterial. Details fehlen noch. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ zum Fall von Csingtau. WTB. Berlin, 10. Nov. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zu dem Fall von Tsingtau: Bis zur Stunde sind wir auf die knappen Meldungen aus feindlicher Quelle angewiesen, die uns den Fall Tsingtaus künden. Einzelheiten über die letzten Kämpfe und ihren Ausgang sind hier noch nicht bekannt, soviel lassen aber alle Berichte schon bisher erkennen, daß der Heldenkampf, den die Besatzung unserer ostasiatischen Siedlung aussocht, die höchsten Erwartungen erfüllte, womit das deutsche Volk die Ergebnisse auf dem fernen Autzenposten begleitete. Die Verteidigung Tsingtaus gegen eine unübersehbare Uebermacht, die zwei Monate durchhielt, wird allezeit zu den glorreichsten kriegerischen Taten gehören. Wir denken mit tiefer Dankbarkeit an die Helden, die dort für das Vaterland gefallen sind, sowie auch derer, die bis zum Aeußersten sich mit Leib und Leben für Deutschlands Ruhm und Ehre eingesetzt haben. In dankbarem Gedächtnis wird bei uns auch die opferfreudige Verteidigung der„Kaiserin Elisabeth“ fortleben, die auf Befehl ihres ehrwürdigen Herrschers auf dem Throne der Habsburger unsere Sache zu ihrer Sache machte und deren Besatzung nach der Versenkung des Kreuzers mit unseren Streitkräften Schulter an Schulter kämpften, ein neues ruhmvolles Blatt in die Geschichte der Bundesgenossenschaft Deutschlands und OesterreichUngarns einfügend, die ihre Unerschütterlichkeit nun auch in der ernstesten Probe glänzend bewährte. Der Kampf im fernen Osten ist ausgekämpft, aber mit seinem Abschluß wird er in seiner Wirkung in der Zukunft nicht erloschen sein. Deutschland wird nie vergessen, wer der Anstifter und Ausführer des heimtückischen Ueberfalles war, dem seine Söhne im fernen Lande zum Opfer sielen, der die Früchte langjähriger deutscher Kulturarbeit vernichtete. So schrieben wir vor einigen Wochen, diese Worte werden fortbestehen. Der Kaiser und Csingtaus Fall. : WTB. Berlin. 20. Nov. Vom Kaiser ist beim Präsidenten des Reichstages, Kaempf, folgendes Telegramm eingetroffen: Ich danke Ihnen für den Ausdruck Ihres tiefen Schmerzes und des Vertrauens für die Zuknuft, von dem der Reichstag und alle deutschen Herzen angesichts des Falles Tsingtaus erfüllt sind. Die heldenmütige Verteidigung der in langjähriger Arbeit geschaffenen Musterstätte deutscher Kultur bildet ein neues Ruhmesblatt für den Gein der Treue bis zum Tode, den das deutsche Voll mit seinen Heeren und seiner Flotte in dem gegenwärtigen Verteldigungskampf gegen eine Welt von Haß, Reid und Begehrlichkeit schon so mannigsach= wil's Gott, nicht vergeblich— betätigt hat. Die Armenier für die Cürkei. WIB. Konstantinopel, 9. Nov. Der Patriarch der armentsch=gregorianischen Kirche richtete an alle armentschen Bistümer und Vikariate der Türkei telegraphisch ein Rundschreiben, in dem er hervorhebt, daß die armentsche Nation, deren jahrhunderte alte Treue bekannt sei, in dem gegenwärtigen Augenblick, in dem sich das Vaterland mit mehreren Mächten in Krieg befände, ihre Pflicht erfüllen und allen Opfern zustimmen musse für die Erhöhung des Ruhmes des ottomantschen Throues, mit dem sie fest verbunden sei und für die Verteidigung des Vaterlandes die Bischöse und Vikare auffordert, in diesem Stune Ratschläge zu geben. Demnächst sollen Gebete in der Kirche des Patriarchats für den Sieg der ottomanischen Waffen abgehalten werden. Das Patriarchat beschloß, dem Heere 10000 Paar Socken anzubieten. Diese Ergebenheitskundgebungen der Armenter machen einen ausgezeichneten Eindruck Aegupten vor dem Abfal Konstantinopel, 9. Nov. Das Haupt d. Nationalpartei, Mohammed Ferid, äußert. Vertreter des„Jeune Turc“ gegenüber solge. Ich glaube nicht, daß das engkische## Aegypten beeinflussen kann. Wir wissen England der Erbseind des Islams und des a. und daß seine althergebrachte Politik steig die Türkei zu schwächen, um die Muselmanen i. herrschen zu können. Wir erwarteten seit Gelegenheit. Die Ernennung Hussein zum Khediven ist null und nichtig. Khedive ist und bleibt Prinz Abdas Hilmi Pascha ist ein Usurpator, nichts als ein englische Die Italiener können beruhigt sein. Wir unsertea. sichtigen durchaus nicht, ihnen in der Cyrenaita a#a. keiten zu schaffen. Wir werden im Gegenteit a großen Sympathie für unsere Glaubensbröde. danach trachten, mit unseren italienischen g. gutem Fuße zu stehen und die zwischen unz wirtschaftlichen Beziehungen durch Eisenbahnfahrtslinien noch fester zu gestalten. Die sten. Kolonie in Aegypten erfreut sich infolge ihres nehmungsgeistes und ihres freundschaftlichen mit der Bevölkerung großer Beliebtheit. Cransport türkischer Cruppen Aegypten. Konstantinopel, 9. Nov. Es wird gemeldet türkischen Truppenzüge bis Maan auf der Hed## geführt würden, so daß man glaubt, daß auch ein port von türkischen Truppen über das Rote Nar sichtigt ist, um Aegypten zu beeinflussen, sich zu Die Anzahl der für Aegypten bestimmten 250000 Mann, zu denen jedoch noch einige tausend guläre Beduinenscharen gestoßen sind. Dien Truppen sind in jeder Beziehung vollständig Wüstenfeldzug ausgerüstet. Die Soldaten tragg leichte Tropenhemden. Alle englischen Schiffe vernichtets WTB. Berlin. 10. Nov., 3,15 Uhr nachts. „Times“ wird aus Santiago telegraphiert: E### herausgestellt, daß die Meldung, die„Glasgen“ der Nähe vom Kap Carranza auf die Küste aufe unwahr ist. Tatsache ist, daß von allen lischen Kriegsschiffen, die an der schlacht teilgenommen haben, jede richt fehlt. Verhaltungsmaßregeln. WTB. Berl in. 9. Nov. Die„Nordde gemeine Zeitung“ gibt eine Uebersicht der Reichsregierung veranlaßten Retorstonsmaßnah gen feindliche Länder. Die Regierung steit auf dem Standpunkt, daß die Retorsionsmaßn erst nach einwandfreier Feststellung der Maßunserer Gegner angeordnet werden können nicht über den Rahmen dieser Maßnahmen hin dürfen. Es handelt sich I. Um Retorsionsmaßnahmen wegen V## deutscher wirtschaftlicher Interessen: 1. Zu Beginn des Krieges erließen Frankreich und Rußland Moratorien die mu den deutschen gegenüber mit großer Härte wurden. Der Bundesrat erließ darauf sogenanntes Gegenmoratorium und scha lu Fälligkeit im Auslande ausgestellter Wechsel 2. Wie die britische und die französisch rung die deutschen, so nahm der Bundesrat## sigen feindlichen Unternehmungen unter am berwachung. 3. Nachdem England und Frankreich je## delsverkehr von diesen Ländern nach Deutst umgekehrt unter strenge Strafe stellten, den Bundesrat Zahlungsverbote gegenüher und Frankreich sowie ihrer Kolonien erlassen Auch die übrigen Vertragsverpflichtunge stundet wordenösisch“ und engkische Regierunz deutsche Waren ein, die noch nicht in de Verkehr übergegangen waren, um sie für den# schatz zu verkaufen. Die innerhalb Deutschlau ter Zollaussicht befindlichen französischen n schen Waren sollen deshalb vorläufig festgeh#n gegebenenfalls im Wege der Vergeltung zu Reiches eingezogen werden. 5. Aehnliche Maßnahmen sollen nach P# richten auch von Rußland getroffen sein, ko bisher noch nicht amtlich festgestellt werden. II. sind Retorsionsmaßnahmen wegen vön widrige Behandlung von Deutschen im seindlieg land getroffen worden. Neuerlich erklärten land, Frankreich und Rußland bereit, die Frauen und die nicht als wehrfähig an männlichen Deutschen ungehindert abreisen Infolgedessen wird auch in Deutschland den entsprechenden Alter stehenden Angehörige Mächte die Abreise gestattet werden. Die in England und Frankreich zurüch Deutschen sind anfangs in nicht unerhebliche und in letzter Zeit fast ausnahmslos worden. Sie werden als Kriegsgefangene“ während in Deutschland bisher nur verdächtt liche Staatsangehörige festgenommen wirk, mehr erfuhren die wehrfähigen Engländern“ land das gleiche Schicksal. Die französiseh, rung ist gleichfalls zu einer Erklärung handlung der Deutschen aufgefordert worh ihrer Antwort wird die weitere Behandlung“ fähigen Franzosen in Deutschland abhängen Betreffend Rußland sind Ermittelungen ge. Nach zuverlässigen Nachrichten werden“ schen im feindlichen Ausland abgesehen von. schränkung der persönlichen Freiheit, zum wandfrei, zum Teil aber mit unnötiger geradezu unwürdig behandelt. Auf deutschen Regierung sind die Vertreter der Staaten mit der Untersuchung dieser Wtbgies, worden. Sollte dieser Weg nicht zum so würden auch die feindlichen Ausländer land strenger behandelt werden müssen. de allerdings nicht ein Wettstreit in der gegen feindliche Staatsangehörige erörtert nen, wohl aber würde Deutschland sich vord nerzeit die feindlichen Regierungen u.#### das, was sie gegen unsere Angehörige# ben, zur Verantwortung zu ziehen. Rheumatische u. Nerven=sSch verschwinden wie durch Zaubermacht, wen„ Togal=Tabletten nehmen. Aerztl. empf. In du. Berlin, 10. N Flagtan hat der Präsik an den Staatsse " Srozadmiral von 2 uu gerichtet: " Die Gefühle tiefer B ## angesichts des Falle #imn in Eurer Exzeller lägergzlichen Widerhall. krsett ein Stück Ihrer Voige Zeinde vernichter uung nicht wissen, daß das ###r Wunde, die ihm h goßer Kraft und Ste Nahg zu efilllen, die 1h W. zun blutigen Trüim Saat erweckt, die de Iu deutsche Kulturarbeit * Annen, guschanden in enz segensreiche Tätigk u der ganzen Nation g zlich gewesen sein und Namen und der d Heile und zur Ehr auf dieses Telegramm gen: Euer Hochwohlgebor hltesten Dank für die Sie anläßlich des Fa htet haben. Die G uunderten Arbeit, die in Osten in einer kur hat, verdankt das je der verständnisvoll deutschen Reichstages, sich hierbei nicht um rrschaft, sondern u deutscher Kultur sernen Osten ein frim und zu sichern. gtaus fortschritt, de nung der einsichtige Osten residierenden ## d V e r b l e n d u n g v e r l a n Aufgabe unseres h mit welcher sich di ut abfinden konnte. macht gefallen. N gung ein stolzer* sichttreue. Ein glän enden Geschlechter. ausgezwungenen stehen, das deutsch en, daß es verpfli st, Wahrhaftigkeit: den Generationen a m und ihnen dami den Frieden und 2 tschen Wesens und d erhalten und zu fö Lokales und —. Ritter de den Eisernen Krei ihrige Fahnenjunker Sofia Lohmann, h seiner Jugend bei — Der Schutzmani und, Unteroffizier für tapferes Verhal * Unterofsizier K — Das Eiserne 9 chauffeur Karl Na Ritter de Lehrer Robert G und Komp.=Führer Einnahme einer sei in Argonner Wal vist Bernh. Teut mit dem Eiserne vor dem Feint Musletier im 16. rmeister, Menged tragender Tapferke verliehen.— Unterossizier Ot Unteroffizier A Dassel. Soh Feldwebel Rei Kr. 16, Wehrman der Eheleute Jos 73. bei der 5. Es Klinke vo 14, Husa der beim Amte Coers, welche Die Auftri gehen vor! 7. Armeekor jungen für die nten werden viel hrer Privatkund eingegangen es wohlt Vortmunde 15 F. uul Ar 9 rühr eer sich al m Abfall. der v. außerte# enüber solgernhe englische Run wissen recht uis und des litik stets Ke ten seit langer 3e bussein Kiamil a. htig. Der Abbas Hilmi m. Wir unsersetz der Opnenattn a. im Gegentei be Glaubensbrüder ilienischen wischen uns h Eisenbahn= und alten. Die suhe ch infolge ihrer undschaftlichen liebtheit. Truppen en. wird gemeldet. an auf der mbt, daß auch ein? per das Rote Merr influssen, sich zu ens bestimmten Trutze noch einige tausend ßen sind. Die t zung vollständig sich Soldaten traga isfe vernichtets „ 3,15 Uhr nachts. telegraphiert: Es# ng, die„Glasgon“ auf die Küste aufee saß von allen , d i e a n d e r haben, jede maßregeln. Die„Nordde Uebersicht der Retorstonsmaßnah e Regierung steit ie Retorsionsmaßn ststellung der Maßn werden können u r Maßnahmen hin nahmen wegen Vei nteressen: Krieges erließen Noratorien die nau großer Härte erließ darauf ium und schal usgestellter Wechsel ind die französisch Im der Bundesra Ktingen tnter ant und Frankreich en! dern nach Deutschl Strafe stellten, sverbote gegenüber r Kolonien erlassen agsverpflichtungen d engkische Regierung noch nicht in de# ren, um sie für den innerhalb Deutschlau sen französischen lb vorläufig festgeheln er Vergeltung zu en. men sollen nach Pr getroffen sein, kom festgestellt werden. cnahmen wegen 30 Deutschen im feindlit Neuerlich erklärten lußland bereit, die als wehrfähig an gehindert abreisen## in Deutschland## stehenden Angehörigen ttet werden. d Frankreich in nicht unerbeitee ausnahmslos festt ls Kriegsgefangene bisher nur verdächtge seitgenommen ware ühigen Engländern sal. Die französt einer Erklärung üder aufgefordert worden weitere Behandlung Teutschsand gübtngt slud Ermittelunge Nachrichten werden““] zland abgesehen 1 chen Freiheit, zum der mit unnötiger handelt. Auf Ansus die chung dieser Weg nicht zum Dis dlichen Ausländer werden müssen. Wettstreit in der ngehörige erörtert zeutschland sich vor aneschenwechsel zwischen Kämpf se- und Tirpitz. perlin, 10. Nov. Angesichts des Falles hat der Präsident des Reichstages, Dr. Al n den Staatssekretär des ReichsmarineGroßadmiral von Tirpitz, folgendes Teledie Gefühle tiefer Bewegung, die das deutsche „# angesichts des Falles von Tsingtau beseelen, in Eurer Exzellenz Brust einen besonders ### lichen Widerhall. Sehen doch Eure Exzellen; ### ein Stück Ihrer Lebensarbeit durch Kugeln Enr Feinde vernichtet, die in ihrer VerbleuWs““ bt wissen, daß das deutsche Kulturleben aus * Kunde, die ihm geschlagen wird, nur um rößer Kraft und Stärke schöpft, um die Aufzu erfüllen, die ihm in dieser Zeit zufallen. #### den blutigen Trümmern von Tsingtau wird erweckt, die den Wahn unserer Feinde, # deutsche Kulturarbeit im fernen Osten zerstören kännen, zuschanden macht. So wird Eure Exunz segensreiche Tätigkeit, die von dem Verständu der ganzen Nation getragen worder, nicht veruich gewesen sein und für alle Zeiten dem deutNamen und der deutschen Kulturentwicklung zun Heile und zur Ehre gereichen.“ zuf dieses Telegramm ist folgende Antwort einEuer Hochwohlgeboren sende ich meinen tiefihltesten Dank für die warm empfundenen Worte, sie anläßlich des Falles von Tsingtau an mich gichtet haben. Die Größe der von aller Welt underten Arbeit, die deutsche Kulturtätigkeit im an Osten in einer kurzen Spanne von Zeit geleihat, verdankt das Reichsmarineamt in erst sie der verständnisvollen und eifrigen Mitwickung deutschen Reichstages, der es voll erfaßt hatte, daß sich hierbei nicht um Eroberungspolitik und Geerrschaft, sondern nur um das Bestreben handeutscher Kultur und deutschem Handelsheist sernen Osten ein friedliches Eingangstor zu eren und zu sichern. Je weiter die Entwicklung ngtaus fortschritt, desto mehr fand sie die Annnung der einsichtigen Chinesen und der im ferOsten residierenden fremden Kaufleute. Neid Verblendung verlangten zu Beginn des Krieges Aufgabe unseres herrlichen Werkes in einer mit welcher sich die Ehre der deutschen Nation abfinden konnte. Jetzt ist es vor gewaltiger macht gefallen. Nach einer heldenhaften Vergung ein stolzer Beweis deutscher Kraft und lichttreue. Ein glänzendes Vorbild für unsere menden Geschlechter. Möge in dem gewaltigen ausgezwungenen Existenzkampfe, in dem wir stehen, das deutsche Volk sich überall bewußt ben, daß es verpflichtet ist, deutsche Mannhafsit, Wahrhaftigkeit und Pflichttreue seinen komnden Generationen als heiliges Erbteil zu überm und ihnen damit die Bedingungen zu schafden Frieden und Wahrheit spendenden Einfluß wischen Wesens und deutscher Kultur auf der Welt erhalten und zu fördern.“ Lokales und provinzielles. Dortmund, 10. November. Ritter des Eisernen Kreuzes. den Eisernen Kreuz wurde ausgezeichnet der hrige Fahnenjunker Hugo Lohmann, Sohn der Sofia Lohmann, hier, Heiligerweg. Es bewies seiner Jugend bei Opern hervorragende Tapfer— Der Schutzmann Eberhard Krewitt aus Unteroffizier im Res.=Reg. Nr. 16, erfür tapferes Verhalten vorm Feinde das Eiserne Unterofsizier Krewitt kämpft in Nordfrank— Das Eiserne Kreuz erhielt am 26. Oktober chauffeur Karl Naudzik, Mühlenstr. Ritter des Eisernen Kreuzes. Lehrer Robert Gerwin von hier, Leutnant und Komp.=Führer im Inf.=Reg. Nr. 30, erhielt Einnahme einer feindlichen Stellung am 28. Okin Argonner Wald das Eiserne Kreuz.— Bernh. Teutenberg wohnhaft Borsigstr it mit dem Eisernen Kreuz wegen tapferen Ver— vor dem Feinde ausgezeichnet worden.— Nusietier im 16. Jef.=Reg. Karl Jordan, nermeister, Mengede, Augustastr. 24, wurde wegen ragender Tapferkeit vor dem Feind das Eiserneuz verliehen.— Ferner erhielten das Eiserne V! Unterossizier Otto Schulte=Göckina aus Unteroffizier August Hohmann, Reservist Dassel, Sohn des Kassenbeamten Julius Feldwebel Reißmann, Nordstraße 4, Nr. 16, Wehrmann Madest, Scheffelstraße 74, der Eheleute Jos. Klinke in Hörde, Märkische73, bei der 5. Esk. Hus.=Reg. Nr. 8, der MusKlinke vom Inf.=Reg. Nr. 137, 2. Komp. f.=Reg. 14, Husar Franz Wewers, Leopoldbeim Amte Brackel angestellte Polizeisereders, welcher in Grevel stationiert ist. * Die Aufträge der Heeresverwalsehen vor! Das Stellvertr. Generalkomdes 7. Armeekorps gibt folgendes bekannt: Die strungen für die Heeresverwaltung verpflichteten nien werden vielfach, sogar unter Klagedrohung, Ier Privatkundschaft zur Erfüllung der dieser eingegangenen Lieferungsverpflichtung in einer Weise gedrängt, daß das Interesse der Heeresverwaltung und damit die öffentliche Sicherheit darunter leidet. Um dem Treiben entgegenzutreten, verbiete ich unter Bezugnahme auf Paragraph 9 Ges. vom 4. Juni 1851 im Interesse der öffentlichen Sicherheit die Erledigung von Privataufträgen vor. d. h. unter Zurückstellung von Aufträgen der Heeresverwaltung. Jeder Verstoß gegen dieses Verbot wird, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Strafe bestimmen, mit Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre bestraft. —. Auszeichnung. Die Eheleute Johann Sommer, Bornstraße 98 empfingen zu ihrer gestrigen goldenen Hochzeit ein Allerhöchstes Gnadengeschenk, das ihnen vom Superintendenten Winkhaus mit einem Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters Dr. Eichhoff überreicht wurde. —: Neue Einzahlungskurse. Von jetzt ab gelten neue Einzahlungskurse Postanweisungen nach Niederland 100 Gulden gleich 188 Mark, nach den Vereinigten Staaten von Amerika 100 Tollars gleich 458 Mark. — Marktausfall. Wegen Ausbruchs der Maul= und Klauenseuche in einer Weide am Fredenbaum muß der Zucht= und Faselviehmarkt am Mirtwoch, 11. d. Mts., ausfallen. Der nächste Markt findet voraussichtlich am Dienstag, 17. Nov. statt. —: Unfall. Heute morgen gegen 4,30 Uhr brach das unter der Eisenbahnunterführung am Burgtor errichtete Anstreichergerüst zusammen. Da die Arbeiten auch des nachts ausgeführt werden, befanden sich fünf Arbeiter auf dem Gerüst. Zwei von ihnen wurden schwer verletzt, zwei leichter, einer kam ohne Schaden davon. —. Wegen Ausbruch der Maul= und Klauenseuche in einer Weide am Fredenbaum muß der Zucht= und Faselviehmarkt am Mittwoch, den 11. November ausfallen. Der nächste Markt findet voraussichtlich am Dienstag, den 17. November statt. —: Im Dortmunder Verein für Litteratur und Kunst sprach gestern Abend Frau Johanna Fränkel über„Kriegslyrik". Sie besprach die aus den Kriegen 1813, 1870 und 1914 hervorgegangenen lyrischen Dichtungen, von denen sie eine Anzahl gut ausgewählter vortrug und feinsinnig kritisierte. An dem vortrefflichen, mit starkem Beifall ausgenommenen Vortrag knüpfte sich eine eingehende Aussprache über Fragen der Kunstlehre, die durch den Vortrag und die mitgeteilten Proben angeregt worden waren. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Lütgenau, Erdensohn, Meumann, Mehlich und die Damen Frau Fränkel und Frau Schanzer. Am nächsten Montag spricht Herr Wenke über„Gustaf af Geijerstam“. —: Stadttheater Dortmund. Die Theaterdirektion ersucht uns mitzuteilen: Neben der für Mittwoch angesetzten Wohltätigkeitsvorstellung zum Besten des städtischen Kriegslievesdienstes(Die Meistersinger von Nürnberg— Ansang 630 Uhr) finden demnächst folgende bezondere Veranstaltungen statt: Die zweite Vorstellung zum Einheitspreis von 60 Pfg. für alle Plätze findet am Montag, den 16. November, abends 8 Uhr, statt. Zur Aufführung gelangt Otto Ernst's prächtige Lehrertomödie:„Flachsmann als Erzieher". Bestellungen von Eintrittskarten in Mengen über 10 Stück werden bis Donnerstag, den 12. lovember angenommen. Die Ausgabe der vorbestellten Karten erfolgt Freitag, den 13. im Büro des Stadttheaters(Zimmer 21). Als zweite Schülervorstellung zu ganz kleinen Preisen(25 Pfg. bis 1.— Mark) ist Lessings Lustspiel„Minna von Barnhelm“ für Sonnabend, den 21. Nov., nachmittags 3,30 Uhr angesetzt. Der Kartenverkauf hierzu beginnt Sonntag, den 15. Nov. Schließlich muß noch erwähnt werden, daß nunmehr in allen Vorstellungen der Preis von Eintrittskarten für Balkon(1. und 2. Reihe) und Logen mit dem des ersten Sperrsitzes gleichgestellt ist. —: Museen. Von Sonntag, den 15. November ab wird das Kunst= und Gewerbemuseum Mittwochs von 11—3 Uhr und Sonntags von 11—1 Uhr, das Naturwissenschaftliche Museum Sonntags von 11—1 Uhr wieder geöffnet sein. = Schwerte. 9. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielten Leutnant Ohnesorg„Musketier Spitza, und Gefreiter W. Rose von hier. * Bonn, 10. Nov. Wie die Straßburger Post meldet, sind Reichsbankpräsident Havenstein, Hr. Krupp von Bohlen und Halbach und Professor Rausenberger, Ingenieur der Firma Krupp, von der philosophischen Fakultät der Universität Bonn zu Ehrendoktoren ernannt worden. = Trier 9. Nov. Die dem Orden der Borromäerinnen angehörende Reichsgräfin Josephine von Wulfs=Metternich zur Gracht erkrankte im Feldlazarett eines Armeekorps an Typhus, dem sie erlag. Die Beisetzung erfolgte mit militärischen Ehren. * Dresden 10. Nov. Im Alter von 75 Jahren verstarb die Schriftstellerin Freifrau Mary Malapert=Naufville. = werlin 9. Nov. Die B. Z. am Mittag meldet: Der Vorstand des deutschen Städtetages beabsichtigt eine Konferenz der Städte betreffent Kriegsfürsorge einzuberufen. Die Konferenz wird voraussichtlich in Berlin stattfinden. = Berlin 10. Nov. In der gestrigen Kriegssitzung der Berliner Handwerkskammer wurde erneut die Entschlossenheit der Handwerker festgestellt, daran festzuhalten, daß alle Erwerbsstände zusammenstehen iehen. es Wohltätigkeitskonzert der Vortmunder Orchesterschule. Dortmund, 9. Nov. Opfer verlangt die gegenwärtige große Zeit. “ gerne bereit, nach Kräften aus seinen Mitteln keiner will hinter dem anderen zurückdas Hüttner=Konservatorium den Kriegsliedesdienst. Professor Hüttner ###use des Winters sechs Konzerte geben im seinen künstlerischen Lehrkräften und den uen Schülern. Das gestrige erste Konzert, 2#nes sehr guten Besuches zu erfreuen hatte, #n neuen Konzertsaale statt, der damit zum n der Oeffentlichkeit zugänglich war, und ####; intime Konzerte sehr geeignet erwies. m inungsvolle Raum hat eine ausgezeichnete ####twirkende bei dem Konzert waren außer . Aern der Mufikschule Frau Schmidt=ReiZinkgarden. Es ist bedauerlich, Eyinkgarden so selten in unseren Konzertsälen „## E erfreut stets durch warmen beseelten ##er seine schönen Stimmittel mit Geschmack versteht. Er zeigte seine Kunst in zwei „Heuen Löwe=Balladen„Archtbald Houglas“ bug. Eugen“, Außerdem sang er noch das X. Ped“ von Wetz und Schumanns träumee— Frau Schmidt=Reinecke I0 gerühmte Kunst im Vereine mit Karl “ ret sich als ein Schüser von hohen Fähigkeiten erwies, in dem Konzert für Flöte und Harfe von Mozart. Auch der Orchesterschüler Ewald Maise ist bereits tief in das Land der Kunst eingedrungen. Rhythmus und gute Technik sind ihm besonders nachzurühmen. Beide Schüler verfügen auch über mustcaltsches Empfinden und Verständnis. Intonationstrübungen, die bei beiden zu verzeichnen waren, sind vielleicht auf äußere Umstände zurückzuführen. Das meiste Interesse nahm an diesem Abend eine interessante Neuheit in Anspruch, eine Femoll Fantasie Mozarts. eine Gelegenheitsarbeit, die er 1790 für die Orgelwalze einer Uhr komponi#rte, und die Aloys Schmidt für Streichorchester und Orgel bearbeitet hat. Die Wiedergabe des sehr melodiösen und kontrapunktisch interessant gearbeiteten Werkes war ausgezeichnet und legt Beweis davon ab, mit welchem Fleiß Hüttner mit seinen Schütlern arbeitet, die das Werk nicht nur technisch sauber spielten, sondern auch volles Verständnis für den Inhalt des Wertes zeigten. Zu Anfang des Konzertes war das„Niederländische Dankgebet" in wirkungsvoller Steigerung erklungen, an dem sich 22 Schüler teils im Orchester, teils im Chor, beteiligten. Lobend zu erwähnen sind dann noch der Vortrag der Serenade für Streichorchester von Volkmann und das berannte Air aus der Demoll Suite von Bach. Von den Lehrkräften beteiligten sich serner noch sehr zu Danke Gerard Bunk(Orgel und Klavier), Otto Enke(Klavier), Adolf Pörsken(Viola) und Johann Müller(Baß). müssen, bis es gelungen ist, einen Frieden zu schlie ßen, der unserer großen Opser wert ist. Für das notleidende Handwerk in Ostpreußen und Elsaß=Lo thringen sind von der Handwerkskammer 10000 Mr. bewilligt worden. Bis zum 3. Nov. wurden 1310 Handwerker mit 4763 Familienangehörigen mit etwa 70000 Mark unterstützt. = Charlottenburg, 9. Nov. In ihrer Woynung in der Riehlstraße vergiftete sich angeblich wegen Ehezwistigkeiten die Kaufmannsfrau Ida Prüfer mit ihrem 11 Jahre altem Sohn Robert und ihrer 9jährigen Tochter Irmgard durch Gas. = München 10. Nov. Die Villa des russischen Botschafters Iswolski in Rottach, der auch in Deutschland Schulden hinterlassen hat, ist beschlagnahmt worden. Iswolski hatte schon im Sommer die Villa auf den Namen seiner Frau überschreiben lassen. Stadttheater und Kriegsliebesdienst. Am Mitttwoch, den 11. dieses Monats, werden im Stadttheater die vortrefflichen Künstler unserer Oper„Die Meistersinger"aufführen. Der Erlös der Aufführung ist für den Kriegsliebesdienst bestimmt. Wir bitten daher herzlichst, Tortmunds Bürgerschaft wolle für ein ausverkauftes Haus sorgen. Es gelten die Opernpreise der vorjährigen Spielzeit; eine weitere Aufführung zu Gunsten des Kriegsliebesdienstes ist nicht in Aussicht genommen. Auch wer den Weg zum Stadttheater im Ernst der Zeit verloren hat, der finde ihn am Mittwoch wieder zu Gunsten des Kriegsliebesdienstes. Die„Meistersinger" rufen! Tortmund, den 9. November 1914. Der Ausschuß für Kriegsliebesdienst: Eichhoff, Oberbürgermeister. Letzte Telegramme. Lerbisches Ranonenfutter. WTB. Budavest, 10. Nov. Aus Sofia erhält das Blatt Az Est die Meldung, daß die österreichisch= ungarische Heeresleitung die Freilassung der in Kriegsgefangenschaft geratenen serbischen Soldaten aus Mazedonien angeordnet hat. Die erste Gruppe der Freigelassenen sei aus dem Gefangenenlager bei Eßtergon bereits in Sofia eingetroffen. Sie erzählten, die Serben hätten die bulgarische Bevölkerung von Mazedonien zum Waffendienst gegen Oesterreich= Ungarn gezwungen und sie immer in die vorderste Feuerlinie gestellt. Die Bulgaren gaben dem Zwange mit dem Vorbehalt nach, bei der ersten Gelegenheit zu desertieren. In dem Kampfe um Visegrad fochten die Bulgaren aus Neuserbien notgezwungen mit, gingen aber, sobald sie konnten, in das österreichisch=ungarische Lager über. In Ungarn wurde ihnen eine humane freundliche Behandlung zuteil. Das Ranonenboot,„Geyer“ kalt gestellt. WTB. Washinaton, 10. Nov. Meldung des Reuterschen Bureaus. Da das in Honolulu eingelaufene deutsche Kanonenboot Geyer den Hafen nach der von den amerikanischen Behörden festgesetzten Zeit nicht verlassen hat, wurde es interniert, ebenso der Dampfer Locksum vom Norddeutschen Lloyd, der für ein Transkortschiff gehalten wurde. Es handelt sich um den 1600 Tonnen großen alten, zu den Kanonenbooten übergeführten Auslandskreuzer„Geyer“, der im Jahre 1894 vom Stapel gelaufen ist und zuletzt in der Südsee Verwendung fand. Eine Heidenangst vor den deutschen Schiffen. Nach einer glaubwürdigen Erzählung eines schwedischen Schiffers, der Augenzeuge des Bombardements von Jarmouth war, ist das deutsche Geschwader nach Beschießung der Küste nicht etwa, wie die Engländer behaupten, entflohen, sondern langsam zurückgefahren. Das englische Geschwader erschten erst, nachdem die Deutschen außer Seeweite waren. Holländischen Zeitungen zufolge herrscht infolge des letzten deutschen Angriffes auf die englische Küste unter den Küstenbewohnern im östlichen England eine unbeschreibliche Panik. In London seien bereits mehrere tausend Flüchtlinge aus dem Gebiet der Ostküste eingetroffen. Zum Fall von Csingtau. Frankfurt a. M., 10. Nov. Die Frankfurter Zeitung meldet aus London: Das vor Tsingtau freigewordene sapanische Geschwader soll zunächst an der chilenischen Küste die siegreichen deutschen Schiffe aufsuchen. Dazu bemerkt die Vossische Zeitung: Der Wunsch der Engländer, unsere siegreichen chilenischen Schiffe zu finden, ist begreiflich. Es bleibt aber abzuwarten. ob die Japaner sich diesem englischen Wunsche, der sie mit der Monroedoktrin in Konslikt bringen würde, zur Verfügung stellen werden. Zu Tsingtaus Fall bringt der frühere Gouverneur Admiral von Truppel im„Tag“ einen Nachruf, in dem es heißt: Im deutschen Kaufmannsstand ist kein Boden für öden, tdeallosen Krämergeist. Weltumfassender Kaufmannsgeist paart sich bei ihm mit opferfreudigem deutschem Kriegesgeist. Dann wendet sich der Verfasser an die Hinterbliebenen der Helden von Tsingtau und sagt: Wir kennen das Maß Cures Leides noch nicht. Sucht es zu tragen als tapfece Deutsche, aber haltet das Gedenken daran wach in Euren Nachkommen, die einst Vergeltung üben sollen an den Kulturverrätern auf beiden Seiten des Erdballes. Eine Encyklika über den Frieden. Zürich. 9. Nov. Mailänder Blätter berichten, nächstens werde durch eine Enzyklika des Papstes eine Friedenskonferenz angeregt werden. Da darin die römische Frage aufgeworfen werde, müsse Italien dagegen Stellung nehmen. Der Retna meldet sich. WTB. Rom, 9. Nov. Nach Meldungen aus Catania ist der Aetna seit mehreren Tagen in starker Tätigkeit, Heftige Erderschütterungen erregten namentlich gestern Nachmittag in der Bevölkerung großen Schrecken, doch wurden bisher Schäden nur in geringem Umfange gemeldet. Staatssekretär Woods erschoß sich. Einer Meldung aus Newyork zufolge, hat sich Staatssekretär Woods in Springfields im Staate Illinois aus unbekannter Ursache erschossen. Ein neues Tauchboot. WTB. Newyork 9. Nov. Die Newyork Timel erfahren, daß das Marinedepartement die Vorstudien zu einem neuen Tauchboottyp beendet, der größer sein soll, als alle bisherigen. Das Tauchboot wird 300 Fuß lang sein, einen Aktionsradius von 3500 Meilen, sowie eine Geschwindigkeit von 21 Knoten besitzen. Die Kosten werden mit 5 Millionen Mark angegeben. Ein Sozialdemokrat als Festredner. Als ein Zeichen unserer Zeit ist es immerhin auszufassen, wenn in Magdeburg in einer vaterländischen Kundgebung bei Anwesenheit der höchsten Zivil= und Militärbehörden ein sozialdemokratischer Abgeordneter die Festrede hielt. Es war der Vertreter von Magdeburg, der Abgeordnete Landsberg, der sich schon immer zu den Revisionisten bekannte und der einer der ersten war, der das Hinausgehen seiner Parteigenossen beim Kaiserhoch mißbilligte. Ihm persönlich wird es nicht schwer geworden sein, seiner Aufgabe als vaterländischer Festredner mit innerer Wärme und äußerem Takt gerecht zu werden. Er hat die richtigen Worte gefunden, hat die Nationen als Schatzkammern der Kultur gefeiert. Seine Rede gipfelte in dem Satze: es gibt kein Land der Welt, dessen Wert die Opfer aufwiegt, die wir bisher schon in diesem Kriege gebracht haben: kein Land außer einem, das ist Deutschland. Aber nicht, daß diese schönen, patriotischen Worte aus sozialdemokratischem Munde kommen, gibt ihnen diesmal ihre Bedeutung. Die liegt vielmehr in der Umgebung, in der er diese Worte sagt. Man denke sich: oben auf dem Rednerpult der Sozialdemokrat, unten im Saale als festlich gestimmte Zuhörer, Oberpräsident, Polizeipräsident und Bezirkskommandeur. Hätte jemand noch vor dreieinhalb Monaten solch ein Bild gezeichnet, man würde einen solchen Phantasten mit einem mitleidigen Lächeln abgetan haben. Chronanwärter und haussideikommiß. Der Coburg=gothaische Landtag hatte sich bekanntlich schon vor Wochen eine Thronfolge außerdeutscher Mitglieder des coburgischen Fürstenhauses ausgesorschen. Der gothaische Landtag— die beiden Landesteile Coburg und Gotha haben jeder für sich einen Landtag und diese Speziallandtage treten dann bei gemeinsamen Angelegenheiten zu einem Landtage zusammen— geht jetzt noch weiter. Er will die nichtdeutschen Coburger auch von der Erbberechtigung an gothaischen Hausfideikommiß und am Ernst=Albert=Fideikommiß ausschließen. Diesen Fideikommissen gehören 42 Prozent der gothaischen Waldungen. Gerade bei dem Coburger Hause ist die nichtdeutsche Verwandschaft sehr zahlreich, in England, in Bulgarien und Belgien regieren ja Coburger Prinzen und auch das allerdings entthronte portugiesische Fürstenhaus stammt von einem Prinzen des Hauses Coburg ab. Man versteht es aber, wenn die treudeutsche Bevölkerung des Herzogstums einigermaßen besorgt ist um die Möglichkeit, daß, wenn auch nicht das ganze Land, so doch ein großer Teil in die Hand ausländischer Fürstenhäuser gelangen könnte. Gerade diese Kriegszeit hat die Mißlichkeiten einer Anwartschaft auslündischer Fürsten auf deutsches Land uns besonoers nahegebracht. Freilich wird man die Schwierigkeiten nicht gering schätzen dürfen, die einer solchen Ausschließung nichtdeutscher Fürsten entgegenstehen. Trotzdem hoffen wir, daß die coburg=gothaische Sorgen eine Lösung finden werden, die den Wünschen des Volkes entspricht, ohne die Fürsten zu verletzen. Liebesgaben. Nach Ausführung verschiedener Sendungen von Liebesgaben an die im Felde stehenden Truppen sind die Vorräte gegenwärtig erschöpft. Wir bitten daher unsere Mitbürger um neue Spenden. Gewünscht werden hauptsächlich: Zigarren, Zigaretten, Tabak, Seife, Dauerwürste, Schokolade, Suppenwürfel, Wollsachen und Taschentücher. Sammelstellen sind eingerichtet: Betenstr. 36(Toreingang), Hauptsammelstelle, Betenstraße 32, Medizinalamt, Hauptbahnhof, Rotes Kreuz, Südbahnhof, Rotes Kreuz, Hansastraße—. Löwenhof—, Rotes Kreuz, Silberstraße 27, Feuerwache, Franziusstraße 31, Sanitätskolonnenhaus, Ludwigstraße2, 1. Kampstraße 53, Hohestraße, 50, Wirt Weckermann, Wißstraße 37(im„Schwarzen Raben") Turnklub, Polizeiwache, Borsigplatz, Polizeiwache Paulinenstraße 2, Amtshaus Torstfeld, Amtshaus Eving. Dortmund, den 9. Oktober 1914. Der Ausschuß für Liebesgaben. Dr. Cremer. Bekanntmachung. Der am 15. November 1872 zu Hamm i. W. geborene Heinrich Sonnenborn hat seine hier wohnende Familie verlassen, sodaß dieselbe aus öffentlichen Armenmitteln unterstützt werden muß. Sein Aufenthalt ist unbekannt. Im Ermittelungsfalle bitten wir um Mitteilung zu unserer Akte III B/S 306. Dortmund, den 4. November 1914. Die Verwaltung des Armenwesens. *4 1 K. 3 en er 7rt en en ∆ er id 16 de 11. Re en in der er in. er6 ge ele en 75 en 18nt. en1n ## c en en. ufZir ci die erhr der *: en 11 die ntder e 6 8 1 8 * LIENDNIE N Dortmund Unterröcke : W o l l- U n t e r r o c k 2 8 0 mit pllesiertem Volans. s Woll-Unterrock mit plissiertem Volant und 2 00 Tressenbesatz s Woll-Unterrock * p l i s s i e r t e r V o l a n t m i t S c h l i t s, N E N Tressen- u. Knopfverzierung : Trikot-Unterröcke mit plissiertem Lüster- und 2 25 Moiré-Volant 8.50, 2.75. 2.00 : Trikot- Unterröcke * m i t h o h e m p l i s s i e r t e n S e i d e n- A E N Volant..... 5.85, 4.50 : Satin-Unterröcke gefüttert, nur in schwars X EN 9.00, 7.75, 0.50 Den Heldentod für's Vaterland starb am 5. November auf französischer Erde unser lieber, unvergeßlicher Sohn, mein innigstgeliebter Bräutigam, unser guter Bruder, Schwager, Neffe und Vetter, der Gerichtsreferendar Kriegsfreioilliger in 1. Rbeinischen Plonlerbataülen Nr. 1 im Alter von 25 Jahren. Dortmund, Charlottenburg, Wiesbaden, Frankreich, den 9. Nov. 1914. Wilhelm Dieckmann und Frau, Friedel Woita, als Braut, Dr. Ing. Theodor Dleckmann u. Frau, Helene geb. Wollny, Charlottenburg, Willy Dieckmann, Agnes Dieckmann, Wiesbaden, Fredy Dieckmann. z. Z. im Felde, Alfred Funcke. 4894 Statt besonderer Anzeige. Seinen schweren Verletzungen, die er im Kampfe in Nordfrankreich erhielt, erlag im Reservelazarett zu Jena mein geliebter Sohn, unser herzensguter Bruder, Schwager und Onkol, der Ing. Fritz Thiele Landwehrmann Im 16. Res.-Inf.-Reg. im 33. Lebensjahre. In tiefer Trauer 4897 Frau Wwe. Lehrer Thiele und Familie. Dortmund. Oörne, den 8. Novbr. 1914. A Für den Kriegsliebesdienst. Extra-Angehote M zu aussergewöhnlich billigen Preisen! 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Petroleum-No machen wir darauf autmerksam, dass vil Frostwetter Grüne Rabattmarken Hausanschlüsse nicht herstellen können. Dortmund. den 9. November 191 Die Verwaltung des Städtischen Elektrizitätsue nimmt in Zahlung Jacobis Bekanntmachung Schuhouaren-Haus nur Dortmund 35 Kuckelke 35 Ecke Schwanenwall. MontageSchlosser für Brückenbau gesucht. Nur Leute, die nachweislich auf Brücken=Montage gearbeitet haben, werden eingestellt. Meldungen bis Mittwoch. C. H. Jucho. Freiherr von Bissing. 4405 Tüchtige Elektromonteure E für Licht- und Krastanlagen werden sofort eingestellt. Installationsgeschäft Gustav Schmidt, Bielefeld, Detmolderstraße. Vertr.: Heinr. Hünnemann, Dortmund, Amalienstr. 28½. Telephon 1770 Der Israel, Frauenverein ladet die Mitglieder zu weiteren Strick= und Nähstunden jeden Mittwoch, nachm. 5 Uhr, ein. Zwecks einer späteren Sendung ins Feld soll weiter gearbeitet werden. Fertig gestellte Arbeiten bitten wir in den Nähstunden oder bei Frau Steinweg, Weiherstraße 57, abzuliefern. Der Vorstand. Autrichtig! 4375 Bekanntmachung. Evangel. Fräulein, Waise, 40 Jahre, mit Ausstatlung, wünscht Bekanntschaft mit Herrn ohne Anhang, in sicherer Lebensstellung zwecks Heirat. Offerten unter W. K. an die Expedition dieser Zeitung. 4395 Tüchtige Schlosser für Wagenbau für sofort gesucht. N. Dolberg. Akt.=Gef., Maschinen= u. Feldbahn=Fabrik Dortmund, Lindenhorsterstr. 82 Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß laut Anordnung des Königlichen stellvertretenden Generalkommandos zu Münster im Bereiche des 7. Armeekorps Angehörigen feindlicher Staaten die Ausübung der Jagd untersagt ist. Dortmund. den 7. November 1914. Die Polizei=Verwaltung. Waise,schlank,.brünett 129.000 Mk. Vermögen wünscht rasche Heirat. Herren,(Vermögen Nebensache), die es ernst meinen, w. s. sof. melden bei„Hymen“, Berlin, Elisabethstr. 66. 4035 Frul. möbl. 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Schokolade wird ihnen, glaubt es nur nicht gereicht. Leider ist eine völlige Absperrung der Gefan# meines Bezirks von der Außenwelt nicht einen Handel in Bedarfs= und Genußmittel sich infolgedessen ohne meine Genehmigung gern eingenistet hatte habe ich kurzer Hand tigen müssen. Hauptsächlich sind es Kinder und wüchsige, besonders Mädchen, die sich immer an die Gefangenen herandrängen. Denen ½ ziehung not. Elternhaus und Schule wollen Wandel sorgen; wo Warnungen nicht fruchten, schließlich exemplarische Strafen gegen ein und Betragen helfen. Wahrlich, es ist Zeit! nalen Empfinden des jungen Geschlechts han Zukunft unseres Volkes! Der kommandierende General: dort in unseren Besi #t mehrfacher hartnä inder blieben die be inentieres in un dwestlich Lille ärts. oße Verluste erlit niuch, die beherrschen! au am Westrand der im Argonner Verdun wurden ge worfen. löstlichen Kriec von Bedeutung o Ob 8 Alle Depeschen Bekanntmachung. An Jahlung der Steuern für das dritte Oktober bis Dezember— wird erinne Kor rs aus sichi un Da eine große Zahl von Beamten der S#ch Steuerkasse zur Fahne einberufen ist, können. den Steuernzetteln vermerkten Hebeterminei Türken ger zelnen Wirtschaften, soweit das frühere#en Bein Frage kommt, nicht stattfinden. Dages“. in den Stadtteilen Rahm, Wischlingen, Fesieg Lindenhorst vorgesehene Hebetermine abgehalt“ den. Die ständigen Empfangsstellen—#### 3 des Steuerzettels— sind werktäglich,# Nachmittags, die Zahlstellen Dortmund=P### straße 13 und Dortmund=West, Rheinisc; jedoch nur des Vormittags geöffnet. Sonne mittags sind sämtliche Zahlstellen geschlallgt. Auf die sonstige Möglichkeit der Steuern durch Postscheckkonto, bei hiest9““zuu bei der Sparkasse sowie durch Reichsbankgir.“ sen wir noch besonders hin.(Seite zettels). Da bei den Kassen an den. wwird gen ein großer Andrang herrschen wirh,# gend empfohlen die Steuern möglichst balb Dortmund, den 6. Nov. 1914. Der Maaiur““ F* 8 brt. (berschr P0 Polán F#le grg # so, bald wit Gustab Strids