Erschein! Gaissywe des Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementspreis under Tageblatt verbunden ssee Sobiak-=Zuziger für shecis sch eaege ins hau. Lw ör Mit Pekanntnachungen der hädtischen 4##nd Verlag, sowis für die Inserate I: BiIte Scanzer. Dortmund. mit dem Dortmund u. Hörde. und Mililär-, sowie anderer Behörden. Exbedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 160. Inserate die 8 geipeltene Rolonelzeile oder Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 30 Vig. blas oi. Kouhadarfsehern g co der kewishten Radaltstasche Tages und Bikd en Adernadmen Dir keine Gatautse. Ar die Redaktion verautwortlich: 6x Sonnemanu. Dortmund. 246• Dortmund, Mittwoch, den 21. Oktober 1914. 31. Wäsc hluß od. Achselschluß guette hluß, Schalpasse oder „, aus starkfädigen e oder Barmer Bogen hluß, Reform-Fassen, kfäd. Hemdentuch, m. cluß, Reform-Fasson, viereckig, aus gutem n- und Einsatz oder 2000 Engländer gefangen. englisches Kanonenboot kampfunfähig.— Niederlage der Franzosen im Sundgau.— Gefecht bei Nieuport. 2.452 hluß, Reformaus gutem - und Einsatz, irnierung nie- u. langes Fasson, DE it Feston-Ansatz. 2 (nie-Fasson, mit breit. eston- Ansatz und nie-Fasson, us gut. Hiem- 1#x 10 d Einsat I. 19 ½9 ck Köper Barchent e I. a. KöperBarchent tte u. Säumch.- 105 0 Feston-Ansatz 1.90 L mit töger: Umie gemuze G5 1 uette od. Jabot-Fanon aus Köper-Barchent oder Pikee, m. StehFeston oder Umlege1 Säumchen aus KöperBarchent, in. teod. breitem 0 0K 07 ndentuch aus Hemdentuch, mit herzförm. Aus- 00 m. br. Feston-Ansatz“ 1 a u s K ö p e r- B a r c h e s t mit Umlegekragen, 3 hen-Garnierung lugo Beett mbruch, Jannb! bezialgeschält in 300 hlwaren und Montageschle Hister u. Zusch für auswärtige#bich Gebräder Bieber, Duisburg, Wanhein Tüchlige bron für lan- und Spitzen a Horinzontabol e Aeudt P-er Düsseldorf=Grasen se Kriegslage im Westen. sämpfe an der belgisch=französischen Grenze nun schon seit Tagen mit unverminderter Hefhrt. Es ist begreiflich, daß Franzosen und er alle Hebel in Bewegung setzen, um uns Nordsee abzudrängen und zugleich unseren Flügel in Frankreich an jeder Verbindung in Belgien kämpfenden Truppen zu hindern. Bichtigkeit man im feindlichen Lager diesen n beimißt, das geht aus einer Bemerkung des nichterstatters der Londoner Times hervor, der daß man die Bedeutung der Ereignisse in inkreich und in Belgien nicht hoch genug einkönne. Darin ist ihm beizustimmen. Denn vereinigten Franzosen und Engländer bedeutet Tat ein Mißerfolg in dieser Nordwestecke der inie ein Mißlingen all der verzweifelten Anugen der vergangenen Wochen, die bekanntnauf hinausliefen, unseren rechten Flügel zu mern und von den rückwärtigen Verbindungen Kaien abzudrängen; denn hat erst einmal unser beer mit den Streikräften in Belgien Fühlung men, dann hat es mit den Umgehungsversuchen nde. Wir verstehen darum, toenn der Feind von Ostende vordringenden Truppen an der die bei Nieuport in die Nordsee mündet, den en Widerstand leistet und zugleich immer wieder durch einen Angriff über Lille hin den rechel unseres Hauptheeres zu werfen. Die Kämer Iser, die sich auf der Strecke Dizmuidenabspielen, sind noch unentschieden. Hollängestern im Automobil aus der Nähe von über die Grenze kamen, teilten mit, daß eine Schlacht zwischen Engländern und Franzosen bit und deutscher Infanterie andererseits tobe. #erfügbaren deutschen Streitkräfte seien zum #elde beordert worden. In Gent sollen massenwundete eingetroffen seien. wie aus dem gestrigen Bericht unserer zu ersehen, der neue Angriff bei Lille unter Verlusten für den Angreifer gescheitert in, dürn der weiteren Entwicklung diesem neuen, vielenscheidenden Abschnitt der Kämpfe auf dem en Kriegsschauplatze mit aller Zuversicht enthen. se französische Niederlage im Sundgau #19.21. On. Das Gefecht bei Sept im Sundgau #ktober war, wie nachträglich aus Berichten von ##ischen Grenze bekannt wird, eine Niederlage franzosen. Ihre Verluste werden auf über E'“ und Verwundete geschätzt. Außerdem büßten Geschütze und Kriegsmaterial ein. Die Ver#rbeit wurde fast ausschließlich von der deutschen Artillerie besorgt. So wurde eine Abteilung meren hundert Franzosen, die unter dem Schutze büdchens vorzugehen suchte, fast vollständig aufdeutsche Fesselballon hatte die Abteilung Drei Stellungen nahmen sie dann gleichzeitig #ek. Die Franzosen hatten von Belfort schwere zogen, doch reichten die Geschütze vielfach nicht n: die deutschen. Am frühen Morgen kam eine Manterieabteilung in das Feuer französischer ( ehne jedoch viele Verluste zu erleiden. Als - eeutschen Haubitzen ihr Feuer begannen, mußten Uzosen Stellung um Stellung aufals am Abend Insanterie gegen die Höhen wden sich die Franzosen fluchtartig zurück. Am enwochmorgen war das elsässische Gebiet lüngs erischen Grenze von Franzosen geräumt. Eer gefärbte französische Bericht. ##.##elländischen Grenze, 20. Okt. Amtlicher Un s.ticht von gestern abend 11 Uhr. Die AnI Leutschen zwischen Nieuport und Dixmuiden belgische Armee abgeschlagen worden. de g.= und Rouen haben wir an einigen Stellen Gindei gewonnen. Unsere Truppen sind bis en Drahtversperrungen gelangt. In der ##äns.: Vihiel haben wir auf dem rechten Maas#u#gwonnen. Von den übrigen Teilen der von Belang zu berichten. Lschießung von Ostende? b#der uterdam, 20. Okt. Nieuws van den lchen g“ Sluys: In verschiedenen Orten des P###en gekland ist starker Kanonendonner geSchiff.,“# wurde behauptet, daß er von engessen käme, die Ostende beschössen. ####lingen meldet dasselbe Blatt: In 4##### die starte deutsche Besatzung ausgeda## Awollen gegen die Bevölkerung. Es D g2ige Ruhe. Die Deutschen erhielten Der heutige Bericht unserer Heeresleitung. Großes Hauptquartier, 21. Oktober. vormittags. (Amtlich.) Am Iserkanal stehen unsere Truppen noch in heftigem Kampfe. Der Feind unterstützte seine Artillerie vom Meere nordwestlich Nieuport aus. Ein englisches Torpedoboot wurde dabei von unserer Artillerie kampfunfähig gemacht. Die Kämpfe westlich Lille dauern an. Unsere Truppin gingen auch direkt zur Offensive über und warfen den Feind an mehreren Stellen zurück. Es wurden etwa 2000 Engländer zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Auf dem östlichen Kriegsschauplatze ist keine Entscheidung gefallen. 5000 Belgier gefangen. WTB. Amsterdam, 20. Okt. Nieuws van den Dag meldet aus Sas van Gent vom 19. Oktober: In Blankenberghe befanden sich 3000 belgische Soldaten und 2000 Mann Bürgerwehr. Als die Deutschen eintrafen, wurden sie völlig überrascht, bevor sie flüchten konnten. Die Vorgänge auf dem östlichen Kriegsschauplatze. Wie die Vorgänge im Westen, so berechtigen auch die Vorgänge auf dem östlichen Kriegsschauplatze zu den besten Erwartungen. Die gestrigen Meldungen des österreichisch=ungarischen Hauptquartiers übermittelten uns die frohe Nachricht von einer großen Reiterschlacht westlich Warschau. Bei Sochatschew, dus etwa 55 Kilometer von Warschau entfernt liegt, haben deutsche und österreichisch=ungarische Kavallerie große rufsische Kavalleriemassen in schöner Wafsenbrüderschaft auss Haupt geschlagen. In Galizien aber dringen, wie auch die weiter unten stehende neuerliche Verlautkarung aus dem Hauptquartier unserer Verbündeten bestätigt, unsere Verbündeten trotz aller Gegenvorstöße der Russen und trotz aller Geländeschwierigkeiten siegreich vor. Die Einzelheiten sind aus den amtlichen Berichten zu ersehen und sollen hier nicht wiederholt werden. Es sei nur darauf hingewiesen, daß durch das Vorgehen der österreichisch=ungarischen Sticitktäfte in Galizien die russische Linke der Gefahr einer Ueberflügelung ausgesetzt ist. Man wird daher die Erbitterung und Zähigkeit wohl würdigen müssen, mit der die in ihrer Flanke bedrohten Rissen am San und bei Przemysl das verlorene Gelände wieder zu gewinnen suchen. Sie beabsichtigen damit offenbir, den Angreifer nicht nur zu durchbrechen, sondern vollkommen zurückzudrängen. Bis jetzt ist den Russen ein Erfolg nicht beschieden gewesen. Auch sieht es nicht danach aus, daß dieser Erfolg sich einstellen wird. WTB. Wien, 21. Okt., 1 Uhr nachts.(Amtlich vom 20. Oktober mittags.) Die Schlacht in Mitte Galizien hat namentlich nördlich des Strewazflusses noch an Heftigkeit zugenommen. Unsere Angriffe gewinnen stetig an Raum nach Osten. Um einzelne, besonders wichtige Höhen wurde von beiden Seiten mit äußerster Erbitterung gekämpft. Alle Versuche des Feindes, uns die Magiera wieder zu entreißen, scheiterten. Dagegen eroberten unsere Truppen die vielumstrittenen Baumhöhen nordöstlich von Tyszkowiz. Südlich der Magiera wurden die Gegner aus mehreren Ortschaften geworfen. In diesen Kämpfen wurden wieder viele Russen, darunter ein General, gefangengenommen und auch Maschinengewehre erbeutet. Die Gefangenen berichten von der furchtbaren Wirkung unseres Artilleriefeuers. Südlich des Strwzia steht die Schlacht. Südlich StryjKveroesmezoe wurde Gereth von unseren Truppen nach Verteidigung durch den Feind in Besitz genommen. Ueber die Ereignisse in der Adria wird dem Armeeoberkommande berichtet: Am Morgen des 17. Oktober fand seewärts von der Spitze von Ostro ein Scharmützel zwischen einzelnen Torvedos und Unterseebooten nebst einem Luftfahrzeug und dem französischen Kreuzer„Waldeck Rousseau“ statt. Trotzdem der Kreuzer unsere Einheiten heftig beschoß, rückten wir unversehrt ein. Das Leuchtfeuer von der Spitze der Adria wurde von dem französischen Kreuzer ebenfalls beschossen. Das weiter secwärts beobachtete französische Gros verließ nach Sichtung der Unterseeboete schleunigst unsere Gewässer. Die eigenen Torpedofahrzeuge unternahmen am frühen Morgen des 18. Oktober einen Vorstoß auf den Hafen von Antivart. Sie zerstörten aus nächster Nähe einige Magazine und beladene Wagen durch Geschützfeuer. Der stellvertretende Chef des Generalstabes. v. Höfer, Generalmajor. Graz 21. Okt., 3,30 Uhr. Die„Grazer Tagespost“ meldet: Die Vorteile, die wir an der Südfront bei Strys errungen haben, sind sehr wesentlich und eine Entscheidung dürfte bald folgen. Diese Kämpfe dürften bestimmend auf die Lage des ganzen galizischen Operationsschauplatzes werden. Die österreichische Gesamtlage ist den Russen nicht günstig. Sie sind mit starken Kräften an der Weichsel gebunden, während ihre galizische Armee von unseren Truppen erfolgreich angegriffen wird. Sie können deshalb diesen bedrohten Teilen ihrer Streitmacht keine sichtbare Hilfe leisten. Wir dürfen daher auf eine entscheidende Wendung zu unseren Gunsten rechnen. Das Seegefecht in der Nordsee. Christiania, 20. Okt. Aus London wird gemeldet: Der Kreuzer„Undaundet“ kam gestern zusammen mit den vier siegreichen Torpedojägern nach Harwich und wurde dort von einer ungeheuren Menge mir Begeisterung empfangen. Es wird bekannt, daß der Kreuzer zusammen mit den Torpedojägern Harwich verlassen hatte, um Patrouillendienst zu tun. Nachdem sie wochenlang kein feindliches Schiff gesichtet hatten, waren sie erstaunt, vor der holländischen Küste deutsche Torpedoboote zu finden. Durch eln gewandtes Manöver sei es gelungen, diesen den Rückzug abzuschneiden und ihnen den aussichtslosen Kampf gegen eine Uebermacht aufzuzwingen, den sie dann unter großer Tapferkeit auskämpften. Der Kreuzer habe unter Deckung der ihn begleitenden Torpedosäger das Feuer seiner großen weittragenden Kanonen auf zwei der feindlichen Schiffe vereinigen können, während die Torpedojäger gegen die beiden anderen deutschen Schiffe losgingen. Der englische Torpedojäger„Loyal“ hatte sofort den Schornstein und das Ruder des einen deutschen Schiffes getroffen, das nach einer halben Stunde sank. Die anderen deutschen Torpedoboote seien nacheinander gesunken, nachdem sie bis zum äußersten gekämpft hatten. Der ganze Kampf habe anderthalb Stunden gedauert. Rotterdam, 20. Okt. Wie der Rotterdamsche Courant meldet, behauptet der Kapitän des norwegtschen Schiffes Drottnig Sofia, der Zeuge des Seegefechtes war, deutlich gesehen zu haben, daß auch ein englischer Zerstörer durch einen Torpedo getroffen wurde und daß eine Dampfwolke aus dem Innern aufstieg, woraus der Kapitän auf eine Kesselerplosion schließen will. Wien, 20. Okt. Das Fremdenblatt schreibt zu der Vernichtung des englischen Unterseebootes„a 3“: Der neue Erfolg der deutschen Marine ist um so erfreulicher, als er unmittelbar auf den Verlust der vier deutschen Torpedoboote folgte, die im Kampfe gegen eine große Uebermacht gesunken sind. Deutschlands Vertrauen zur Marine werde durch diesen Verlust nicht erschüttert. Man wußte, daß die Reihe heldenhafter Taten der deutschen Flotte bald eine Fortsetzung finden würde. Diese Hoffnung erfüllte sich schnell. Die Vernichtung des Unterseebootes bedeutet eine empfindliche Schlappe für England und wird dessen kaum wieder belebtes Siegesbewußtsein unsomehr erschüttern, als es sich um ein Unterseeboot modernsten Typs handelt.— Die Neue Freie Presse sagt: Die Vernichtung beweist die große Wachsamkeit der deutschen Seeleute. Allerneueste, Ein englischer Dampfer in Grund gebohrt. WTB. Christiana, 21. Okt. Aus Stawanger wird gemeldet: Der englische Dampfer„Glitre" der Salvesen Leithline ist 12 Seemeilen von der norwegische Küste von einem deutschen Unterseeboot in den Gru### gebohrt worden. Die italienischen Sozialisten gegen den Krieg. WTB. Bologna, 21. Okt. Die Leitung der Partei der geeinigten Sozialisten, die hier zusammengetreten ist, erörterte heute die gegenwärtige internafonale Lage. Der Direktor des„Avanti“ Mussolin brachte eine Tagesordnung ein, in der er erklärte, die von der Partei bisher verkündete Formel absoluter Neutralität sei zu verbindlich und demagogisch gegenüber der internationalen Lage, die immer verwickeller und reicher an unvorhergesehenen Ereignissen werde. Die Partei müsse es sich daher vorbehalten, bei einem evenluellen Kriege die zukünftige Handlungsweise der Partei auf der Grundlage der Partei sestzusetzen. Diese Tagesordnung Mussolinis wurde von keinem Mitglied der Parteileitung angenommen, welche ihre früheren Beschlüsse bestätigte und in einem Erlaß an die Arbester ihre Abneigung gegen den Krieg und den entschiedenen Willen, in der erklärten Neutralität festzubleiben, von neuem betonte. Infolge der Ablehnung seines Antrages ist der Direktor von der Leitung des „Avanti“ zurückgetreten. England sucht sich rein zu waschen. WTB. London, 21. Okt. Der militärische Mitarbeiter der„Times“, spricht die Ansicht aus, daß der Entsatz Antwerpens ausführbar gewesen und daß er nicht an einem Fehler von englischer Seite geschetiert sei, sondern an einer derjenigen Enttäuschungen, die in der Leitung der Operationen der Koalitions= mächte nur zu häufig einträten. Wenn 40—50 000 Verbündete von außerhalb in der Lage gewesen wären, die Belagerer etwa auf der Linie Gent=Mecheln anzugreifen, so hätte man einen großen Erfolg erwarten können. Wenn die Expedition gebilligt worden ist, so habe Churchill offenbar mit Zustimmung seinee Kollegen gearbeitet und diese wiederum mit der Zustimmung der Verbündeten. Wir waren bereit, fährt der Schreiber des Artikels fort, an der Operation teilzunehmen, und wir verfügten über die notwendigen Truppen. Wenn die anderen im letzten Augenblick uns nicht helfen konnten, so bestanden unzweifelhaft gute Gründe dafür. Es ist mit den höheren Interessen unvereinbar, daß die Verbündeten von einander Rechenschaft verlangen; und wenn Kitchener oder Churchill im Parlament oder anderwärts aufgesordert würden, das Fiasko von Antwerpen zu erklären, so könnten sie mit vollem Recht jede weitere Erklärung verweigern Graf v. Jedlitz F. WTB. Berlin, 21. Okt. Der Staatsminister a. D. Dr. Graf von Zedlitz und Trütschler ist in der vergangenen Nacht in Charlottenburg gestorben. Prinz Wolrad von WaldeckPyrmont+. W2B. Arolsen, 21. Okt. Prinz Wolrad zu Waldeck=Vyrmont ist, wie das Fürstliche Hofmarschallamt bekannt gibt, am 17. Oktober als Patrouillenführer bei Masly in Nordfrankreich den Heldentod gestorben. Angst vor Spionen. WTB'. London, 21. Okt. Der Befehl, daß alle ausländischen Flüchtlinge binnen einer Woche die Stadt Dover zu verlassen haben, ist, wie angenommen wird, durch die Vermutung veranlaßt worden, daß mit der großen Zahl von Flüchtlingen auch Spione nach Dover übergesetzt worden sind. Generalzahlmeister Caillaux. Von Herrn Caillaux, dem ehemaligen Ministerpräsidenten und Finanzminister, hört man in Gens, daß Caillaux sich sofort bei Beginn des Krieges zum Eintritt i die Armee meldete, und als Feldwebel eintrat. Er wurde bald Leutnant und dem Kriegsministerium zugeteilt, aber aus politischen Gründen war er der Kriegsleistung auf diesem Posten unangenehm, der auch für einen ztnfachen Leutnant als Beobachtungsposten dienen kann. Man beförderte Caillaux zum Generalzahlmeister der Armee, und gab ihm so Generalsrang und einen seinen großen Fähigkeiten entsprechenden Wirkungskreis. Cailaux war früher in Verdun, jetzt wirkt er in Paris. Er verzichtet in kluger Weise auf jede politische Rolle. Cailaur hat in den republikanischen Kreisen großen Anhang. Er ist einer der wenigen politischen Männer Frankreichs, der noch nicht abgetan ist. Die meisten anderen sind fast ausnahmslos durch ihre Vergangenheit, aus welcher sie meit der Verantwortung für den Krieg belastet sind, eine Verantwortung, die Herrn Caillaux nicht treffen kann, da R dum eimn Vertschnit unr Sutichen bnr geredet hat. Das ist der Grund gewesen, daß ihn resse Istvolskis mit Haß verfolgte Für und wider Churchill. WIB. London, 20. Okt.„Morningpost“ schreibt zu der Botschaft Churchills an die Royal=Naval=Division: Wir wünschen Churchill besonders klar zu machen, daß diese harte Lektion ihn lehren soll, daß er kein Napoleon st, sondern ein Minister der Krone, der keine Zeit hat, Armeen zu organisieren oder ins Feld zu führen. Die Nation würde weitaus mehr Vertrauen in die Leitung der Geschäfte haben, wenn ein Seemann oder ein würdiger Fachillann im Seekriege an die Spitze der Admiralität gestellt würde. Wir glauben, daß, wenn dies nicht geschieht, das Empfinden der Unsicherheit in der Nation mit dem Fortschreiten des Krieges eher wachsen als abnehmen wird, da sie vielleicht besser wie die Regierung einsieht, daß dieser Krieg eine Lebensfrage st, bei der Mißersolge absolute Vernichtung bedeuten. Rotterdam. 21. Okt., 2,25 Uhr nachts. Das „Berliner Tageblatt“ schreibt: Der militärische Mitarbeiter der„Times“ verteidigt in einem Artikel über die Teilnahme der englischen Marinebrigade an der Verteidigung Antwerpens den Minister Churchill, der wegen des Falles von Antwerpen scharf angeseindet worden ist, gegen die Beschuldigung, daß er die Schuld an dem Verlust der Festung trage. Er erinnert daran, daß Churchill allerdings von einer großen Unternehmung zu dem Entsatz gesprochen habe. Diese sei aber unterblieben und die Entsendung der englischen Marinebrigade nach Antwerpen sei nur ein kleiner Teil dieser unausgeführten Unternehmung gewesen. Der Verfasser nimmt an, daß mit Frankreich ein Uebereinkommen getroffen war, eine Truppenmacht von 50000 Mann über Gent zu schicken, um die Deutschen von Antwerpen abzuletten. Die Festung hätte gleichzeitig die deutsche Verpflegungslinie zu bedrohen und dem deutschen rechten Flügel in den ücken zu fallen. England hätte seinen Anteil festgehalten, aber die Franzosen hätten im letzten Augenblick ihre Pflicht nicht erfüllt. Also dürfte man nicht den Minister Churchill dafür verantwortlich machen, daß die Marinebrigade wenig ausgerichtet hätte, noch viel weniger diesen Minister dafür aufopfern. Der Verfasser deutet damit an, daß die Nieverlage von den Franzosen verichuldet wurde und Hilfe ausblieb. Französische Kriegsführung. Die deutsche Regierung veröffentlicht eine Denkschrift erschütternden Inhalts. „Verletzung der Genfer Konvention vom 6. Juli 1906 durch französische Truppen und Freischärler“ ist das Dokument überschrieben: In seiner sachlichen, unanfechtbar vorsichtigen Form wird es zur surchtbaren Anklage gegen die Unmenschlichkett französtscher Kriegführung. Was hier festgestellt wird, ist unendlich schlimmer, als die Ueberschrift ahnen läßt. Nicht die Paragraphen einer internationalen Abmachung, die ursprünglichsten, selbstverständlichsten Gesetze des Menschentums, sind von französischen Kriegführenden, hundertfach, mißachtet worden. Nicht weniger als fünfzehn Anlagen zur Denkschrift zählen eine Reihe bisher erwiesener Bestialitäten auf. Verwundete hat man zu Dutzenden erstochen oder erschossen, Gefangene beraubt und dann umgebracht: Abteilungen des Roten Kreuzes sind überfallen und niedergemacht worden. Mit Sägespänen hat man verletzte deutsche Soldaten erstickt; Ringfinger abgeschnitten, Hilflose wurden mit Fußtritten mißhandelt, Geistliche in Ketten mit Verbrechern zusammengeschlossen, verwundete Gefangene mußten hungern, der Speiseabfall, den man ihnen zuwars, wurde in mehreren Fällen zuvor verunreinigt.. Die Liste ist noch lang. Man wäre versucht, zur Ehre des Gegners immer noch zu zweifeln, vo sich die Vorgänge wirklich in der geschilderten Weise abgespielt haben. Aber die Anlagen mit ihrem streng gesichteten Material schließen leider solche Möglichkeit aus. Jeder Bericht beruht auf eidlich erhärteten, in gerichtlichem Verfahren nachgeprüften Aussagen der Zeugen. Die Schandtaten, von denen sie erzählen, abzuleugnen wird vergeblich sein. Statt dessen werden die Ueberführten wohl versuchen, die vernichtende Anklage, nach gewohnter Art, mit Erzählungen von „deutschen Greueln" zu beantworten. Darauf sind wir gefaßt und erwarten es. Von der Schmach seiner Kriegführung gegen Aerzte, Verwundete und Gefangene wird sich Frankreich weder auf diese noch auf irgend eine andere Weise reinigen. Ausschreitungen gegen Deutsche in England. WTB. London 20. Okt. Die bei Ausschreitungen gegen Deutsche in Deptford Verhaftete sind heute dem Polizelrichter vorgeführt worden. Die Verhandlung wurde aber vertagt. WTB. London, 20. Okt. Daily Chroniele gibt folgende Darstellung von dem Progrom des Londoner Pöbels auf die Deutschen. Der' Ursprung des Angriffes ist unbekannt, aber die Planmäßigkeit des Ueberfalls wird durch die Tatsache wahrscheinlich, daß der Pöbel gleichzeitig in Southwark, Camberwell und Deptford in Altion trat. Nach einem Bericht wurde wurde die Menge in Dep.ford durch eine Bemerkung verwundeter Soldaten au gereizt, die, als sie an einem mit Kunden gefüllten deutschen Laden vorüberkamen, ausriefen:„Und dafür haben wir gekämpft!“ Nach einer anderen Lesart erregte der Anblick einer großen Anzahl belgischer Blüchtlinge die Wut der Menge gegen die Deutschen. Jedenfalls begann ein organtsierter Angriff auf die Highstreet in Deptford. Am Sonnabend um 10 Uhr abends wurde ein Hagel von Steinen auf die Schaufenster des Schweinenedgers Pfister geschleudert. Die Menge stürmte den Bilder aus Antwerpen. Die zerstürte Redaufe de Smoutakher. Beide Darstellungen geben eine Vorstellung von der unheimlichen Wirkung der schweren deutschen Geschosse. Während auf der einen Abbildung zu sehen ist, wie durch den ungeheuren Luftdruck der platzenden Geschosse ganze Geschütze fortgeschleudert wurden, zeigt das andere Bild die unmittelbare Wirkung eines einschlagenden Geschosses. Laden, warf die Fleischwaren fort, und zertrampelte sie. Dann demolierte die Menge das Mobiliar der Privatwohnung usw. Der Pöbel, der einige tausend stark war, bewegte sich die Straße auswärts und ließ seine Wut an allen oeutschen Läden, meist Fleischerund Bäckerläden aus. Die Schaufenster wurden zertrümmert, die Waren vernihtet und die Möbel auf die Straße geworfen. Die 300 Mann starke Polizei war nicht im Stande, die Menge zu zügeln. Erst mit Hilfe von 350 Trainsoldaten wurde die Ordnung wieder hergestellt. Der Anfruhr dauerte 3 Stunden an. Aehnliche Angriffe, obwohl in kleinerem Umfange fanden gleichzeitig in Southwark und Camberwell statt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. WTB. London, 20. Okt. Die gestrige Daily Mail schreibt: Wir haben keine Sympathien mit den heftigen Angriffen, die in Deptford und anderwärts auf Läden geschahen, deren Besitzer deutsche Namen tragen. Wir vertrauen darauf, daß die Behörden Schritte ergreisen weroen, um die Wiederholung solcher Vorkommnisse zu verhindern. Aber wir vertrauen auch darauf, daß sie sich erinnern werden, daß die Herrschaft des Königs stets in Kraft tritt, wenn die Regierung zu weit hinter der öffentlichen Meinung zurückbleibt. Das Volk war über die Mahen gereizt durch die Gleichgültigkeit, die die Beamten gegenüber den Deutschen und Oesterreich=Ungarn in unserer Mitte zeigen. Die Regierung glaubte, daß von ihnen nichts zu befürchten sei, Die Ansicht des Volkes ist, daß nach der mächtigen Warnung durch die Ereignisse in Frankreich und Belgien weitherzige Toleranz nicht angebracht und gefährlich ist. Der Instinkt des Mannes auf der Straße ist unseres Erachtens weit gesunder als der Instinkt des Beamtentums. Jeder in Großbritannien befindlicher Deutsche und Oesterreicher ist eine mögliche Bedrohung unserer Sicherheit und sollte sofort der Möglichkeit, uns zu schaden, beraubt werden. Das ist der einzige Sichere und vernünftige Weg. Und wenn die Regierung nicht energisch handelt, so fürchten wir sehr, daß es sehr schwer, wenn nicht unmöglich sein wird. Ausbrüche des Volkes zu verhindern.— Daily Chroniele schreibt: Wir erfahren, daß neue Maßnahmen gegen alle noch nicht internierten Personen deutscher und österreichisch=ungarischer Nationalität zur Erwägung stehen. Während wir die Verstärkungen von Vorsichtsmaßnahmen gegen Spione entschieden befürworten, hoffen wir doch, daß die Regierung keine Politik der rücksichtslosen Verfolgung billigen wird, die Schuldige mit den Unschuldigen zusammen wirft. Kriegstagung des Preußischen Landtages. VIB. Berkin, 20. Okt. Dem Preußtschen Landtag wird ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, durch den die Staatsregierung dem vorläufigen Kredit zur Deckung der naturgemäß durch den Krieg hervorgerufenen Ausfälle bei den Staatseinnahmen, teils der besonderen Kriegsausgaben, im Interesse der Bevölkerung erbittet. Der Text des Gesetzes schließt sich an das Etatsgesetz für 1914 an, durch welches der Finanzminister auf die vorübergehende Verstärkung des Betriebsfonds der Generalstaatskasse durch Ausgabe von Schatzanweisungen bis 100 Millionen Mark ermächtigt wird und sieht eine Erhöhung dieser Summe bis zur Höhe von 1500 Millionen. vor. In der Begründung wird ausgeführt, daß sich gewisse Stockungen der Staatseinnahmen, namentlich bei den Staatseisenbahnen, aber auch bei den Steuern usw. bemerkbar machen. Die endgültige Deckung ist erst nach Abschluß des Etatsjahres möglich. Zur vorläufigen Deckung müßten alsbald die Mittel der Geueralstaatslasse verstärkt werden. Solche Verstärkung ist serner notwendig mit Rücksicht auf die neu hervortretenden Kriegsausgaben, unter denen die Aufwendungen für die Hilfsaktion zugunsten Ostpreußens und einzelner geschädigter Leile Westpreußens im Vordergrund stehen. Für diese Hilfsaktion allein sollen Geldmittel bis 400 Millionen Mark bereit gestellt werden. Der größte Teil der Kriegsaus gaben wird zunächst nur in Vorschüssen geleistet, später durch Rückeinnahme wieder ausgeglichen, so daß es auch in dieser Hinsicht nur eines vorläufigen Kredits bedarf. Unter den aufgezählten Ausgabegruppen sind von bebonderem Zuteresle die der Fürsorge für die staatlichen Lohnangestellten. Bei Einberufung der vom Staat in dauerndem Vertragsverhältnis angenommenen Personen zum Heeresdienst erhalten die Familien neben einer nach den Reichsgesetzen von den Lieferungsverbänden zu gewährende Reichsmindestunterstützung, und in Anlehnung an die Voraussetzungen dieser Gesetze fortlaufende Beihilfen, die nach dem Arbeitsverdienst bemessen werden. Für die Beamten sind, falls sie durch Räumung ihres Standortes usw. Unkosten haben, entsprechende Beihilfen vorgesehen. Den Kreisen soll bei der Zahlung der Reichsmindestunterstützungen, die vielfach über ihre Leistungsfähigkeit hinaus. gehen, in der Weise geholfen werden, daß sie in der Höhe des Bedürfnisses Wechsel auf die Seehandlung ziehen, die von der Reichsbank diskontiert werden. In bezug auf die Notstandsarbeiten zur Verminderung der Arbeitslosigkeit, insbesondere auf dem Gebiet der Eisenbahnverwaltung, soll uneingeschränkte Fortsetzung der Bauten, auf dem Gebiete des öffentlichen Bauwesens die gleiche Fortsetzung und Inanspruchnahme neuer Bauarbeiten angeordnet werden, bei denen Arbeitslose und Kriegsgesangene nützliche Verwendung finden könnten, so die Hochwasserregulierung an der Elbe oder Oder, Verbesserungen der Oderwasserstraßen, Ausbau des Plauener Kanals und besonders die Herstellung des Lippeseitenkanals unter erheblicher Verstärkung der Auswendungen gegenüber den bisherigen, genehmigten Entwürfen. Für die landwirtschaftliche Verwaltung ist zur Verstärkung der Erzeugung von Lebensmitteln für Menschen und Vieh angeordnet, daß die Kultivierung von Hoch= und Niederungsmooren, namentlich in den Provinzen Hannover und Schleswig=Holstein, beschleunigt und in den großen Niederungsmoorgebieten, besonders in den Provinzen Brandenburg und Pommern, wo die Vorflut durch Genossenschaften beschafft wird, die zur Kultivierung erforderlichen Folgeeinrichtungen mit der größten Beschleunigung durchgeführt werden, so daß bereits im kommenden Jahre Erträge zu erhoffen sind. Einen wesentlichen Teil der Begründung nehmen die Maßnahmen zur Versorgung des Landes mit Nahrungsmitteln und die Vermehrung der vorhandenen Nahrungs= und Juttermittel. sowie die Erhaltung des Viehbestander in Anspruch. Es wird ersichtlich, in welch erhebkichem Umsang der Staat auf diesem Gebiet in Tätigkeit getreten ist. Für die wesentlichen Aufmarschgebiete, für die Industriegebiete des Westens und für die Festungsgemeinden ist zur Beschaffung von Lebensmitteln zum Teil durch eigenen Ein- und Verkauf seitens des Reiches für Rechnung des Staates, oder settens des Staates selbst, zum Teil durch Uebernahme des ganzen oder teitweisen Risikos beim Ein= und Verkauf, zum Teil durch Gewährung von Kredit Vorsorge getrossen worden. Bei der Knappheit der Futtermittel und der Möglichkeit, die vorhandenen Brotgetretdevorräte durch Mitverwendung von Kartoffelmehl zu verlüngern, ist die Förderung der Kartoffelschnitzel und der Rübenblättertrocknung von Staats wegen angeordnet worden, indem Kredite zur Weitergabe an Genosfenschaften und Landwirte, die sich zur Herstellung oder Erweiterung der Trocknungsanlagen verpflichten, zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem sind Tarifermäßigungen für Zufuhr von Rohkartoffeln und den Vertrieb von Trockenkartoffeln bewilligt worden. Nachdem der Bundesrat das vorzeitige Schlachten von nicht schlachtreisem Vieh verboten hatte, war es erforderlich, die Mästung solchen Viehes durch Kreditgewährung an Landwirtschaftskammern zu fördern, welche den Kredit zu Vorschüssen an die Mäster verwenden sollen. Der Mangel an Zugtieren hat den Staat ferner genötigt, im Interesse der Feldbestellung die Verwendung von Motorpflügen mit Geldmitteln zu unterstützen. Es is ein Kredit zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt worden, der an die Kreise, die Landwirtschaftskammed, die Landwirte, Genossenschaften und Motorpklugfirmen meiergegeben werden kann. Als bedeutungsvollste Anion erscheint an Begründung die Hilfsaktion für Ostpreußen wo folgendes gesagt wird: Es ist selbstversände der Allgemeinheit, die hart betroffene daß sie zum Heile des Reiches schwere mußte, in vollem Umsange schadlos zu mitgenommenen Landesteil wieder zu dem Wohlstand zu verhelfen. Die Ersatzleistung Reich bestimmt sich gemäß§ 35 des gesetzes vom 13. Juli 1873 und nach einem zu nReichsgesetz. Dieses Reichsgesetz soll nach dem des§ 35 über Umfang und Höhe der Entschädig über das Verfahren bei der Feststellung dieser## gung eine Bestimmung treffen. Aber schon### durch das Kriegsleistungsgesetz in Aussicht ges treten des Reiches, wenn auch vorbehaltlich der der aufgewendeten Mittel durch das Reich. sofort und selbständig einzuleitende Hilsswendig, die eine unabweisbare Pflicht des Staates ist. Es handelt sich hierbei darum linge, solange sie an der Rückkehr nach der de hindert sind, mit Unterkunft und Unterhalt zu die Zurückkehrenden und die trotz der russischen Zurückgebliebenen vor weiterem Elend, das di. des Mangels an Unterkommen und Nahrungsmit würde, zu schützen und ihnen zu helfen, ihren oder vernichteten Haus= und Nahrungsstand wie zustellen, insbesondere der Landwirtschaft und werbe die Fortsetzung oder die Wiedereinricht Betriebe, soweit dies jeweilig erforderlich ih. u lichen. Dazu wird u. a. die Beschaffung von mitteln für Menschen und Vieh, von Baumaterial Versorgung von Saatgut, Zuchtvieh und##n Dünger, sowie die Sicherung des noch vorh standes an Zuchtstuten nötig sein. Außerdem## nach dem Bedürfnis Beihilfen in Geld gezahh müssen. Zur Durchführung aller dieser Au durch Allerhöchsten Erlaß eine Kriegshilfskommission eingesetzt worden, die als Beirat der Staatsbeh für die Hilfsaktion leitenden Grundsätze aus durch örtliche Kommissionen und Kriegshilf# unterstützt werden soll. Besondere Maßnahmen Entlastung der von der Invasion betroffenen Lo verbände bei den lausenden Ausgaben ihres### für 1914 vorgesehen. Zur Linderung der durch in herbeigeführten Kreditschwierigkeiten ist beun Kreditbank für Ostpreuten gegründet worden, u der Staat mit dem Doppelten der aus der fließenden Einlagen beteiligt hat. Welche Beträge insgesamt zum Wiederausin preußens und der mitbetroffenen Teile West### auszugeben sein werden, läßt sich zurzeit noch mt sehen. Für die vorläufigen, vorbehaltlich der Schadloshaltung in vollem Umsange erfolgende# gen des Staates werden Beträge bis zu 400 Mark bereit gehalten werden müssen. Der iu### Gesetzentwurf erbetene Schatzanwettungst###### entsprechend bemessen. Lokales und Provinzielts. Dortmund, 21. —! Das Eiserne Kreuz erhielten: phenassistent Max Cahnstein. Kielstraße, des Synagogendieners Bernhard Cahnstein; rektor Schneider, Oberleutnant im 30 Inf.=Reg.; Musketier Karl Voller. 12 Inf.=Reg. Nr. 16, Mitglied des Allgemeine vereins Dortmund=Torstfeld; Leutnant d. k Rhein. Pionier=Bataillon Nr. 30, Eug. Sohn des Rentiers Franz Klöpper hier(bei mung des Sperrforts les Ayelles bei Bois); der Landwehrmann Anton Steins, straße, wurde am 23. Sept. bei den Kämpfen ranzösischen Grenze schwer verwundet; er Diedenhofen und wurde unlängst im Verein reren Kameraden beerdigt. Am Montag er ne Witwe das dem toten Gatten inzwischen hene Eiserne Kreuz von seinem Regiment u In dem Schreiben hieß es:„Möchte Ihnen“ wußtsein, daß Ihr Mann im Kampfe für, land und Familie den Heldentod gefunden, sein in Ihrem Schmerz.“— Das Eiserne Klasse erhielten die beiden Brüder und ziere d. R. Hermann und Clemens 5 Dortmund=Huckarde. —: Das Eiserne Kreuz 2. Klasse 1 Stadtrat Dr. Fluhme Rittmeister und dent der 4. schweren Proviantkokonne im 7. am 16. Okt. verllehen. —: Für das 18. Armeekorps sind Paketdepots eingerichtet worden und Frankfurt(Main) und in Darmstadt. 37, vom 19. bis 26. Oktober ist daher im allgene! den Paketen für die hessischen Truppentel“ Armeekorps in der Aufschrift„Paketdepot P für die preußischen Truppenteile des 18. Vil, „Paketdepot Frankfurt(Main)“ anzugeben heres geben die Ortspostanstalten Auskinst —: Auszeichnung. Dem Ober Voiat der am 1. ds. Mts. in den treten ist, wurde der Königl. Kronenorden verliehen. —: Neue Telegraohenanstalt.* mund, Ecke Schilling= und Liebigstraße, legraphenanstalt mit össentlicher Fernsprechtt, richtet worden, welche die Bezeichnung erhalten hat. Bel der großen Zahl von gefangenen. die gegenwärtig 7. Armeekorps untergebracht sind und oit dentlich„auf Arbeit" kommandiert werden, ausgeschlossen, daß einem Gefangenen ma weichen gelingt. Selbstverständlich wur einen solchen Flüchtling wahrnimmt, die r ben, mit allen Mitteln für desen so#ec festnahme zu sorgen. Wer einem genen Unterkunft gewährt oder ihm####a# hilfe zur Flucht leistet— etwa dur Zivilkleidung, von Geldmitteln und ders sich strafbar und hat auf Grund der ses den Kriegsgesetze das schärfsto Ainschr wärtigen. — Im Gewerbeverein wir, Mittwoch Abend 8,30 Uhr Franz an der Humboldtakademte in Berlin, halten:„Der Krieg 1914“. Der ein und berülber hinauß ein Redner. Der ende Uebersicht über Edsen bedeutsamen gteiegeschanpicten Aische des Sriese Aufnahmen bringen Eaer Sosce bel E## pirksamsten Waf gusere Kümpfe 10 E in sernsen Ossen. hei. Nichtmitglieder gie Deutsche Ge der Geschled unis der großen Gefa briegszeiten sewol anden Nation durch Seichlechtsk-ankheiten hatt für Soldat gefährdeten Truppe hütung von Infektion ##. Das Merkblatt den heimischen Garr Quartieren lager ### Geichsüssselle de sreße 48 gibt jede adie Kaninchen ueberall in unserer die Hilfsbereitschaft brüder. Jeder will turgaben. Die versch S#teinander, um ihrer oeten. Auch der[Dor a in seiner letzten## gleteidlenst somt! „ Eine große Anz und mit Dank ang m lassen sich für u den(Leibbinden, Kni sleichen) mit wenigen uchenzüchter, auch an ergeht darum die d #nunder Kaninchenve wlichen Kaninchenfelle ein übernimmt die# ###e so gut er kann. Je leistungsfähig sind. kämpfenden Brüder: sondern können auch nchaftlichen Bedeutu p darum niemand, so Rachschau zu halten. es das Fell eures Li. doppelte Hilfe. Du #r so manchem Krie Verhalten. Alle fl unser Losungswort. #efindet sich in der uhrhofer) Ecke Stah beit: Sonntagsvormi Zusammenstoß. stieß ein Kohlenzug nem Straßenbahnwag Pestsalenkurg auf der vornstroße zusamme in aus dem Geleise g Ein Fahrgast so ködlicher Unfael wurde der Arbeite wohnhaft, auf dem ßschlacke erdrückt. Die Friedhof gebrach estgenommen wi ##ds. Mis. 2 Persor I wegen Diebstahl#t, Zuhälterei, Ue hriften und Trunke kigentümer ges sriminalbezirks, Ol 2 Fahrräder. Mark nles“ Nr. 76813. Artminalabteilung, vontoiruhr(Nr. 1 rand(Nr. 446 754 Burstwaren, Schürze sse sowie Kindera llen sich bei den ol F##e, 21. Okt. hier wohnhafte vald gefallenen übersandt. 1 mgjähriger Be hortmund— sie chm obige Ar Verhalten Leider ha nehr entgegen zum Offizier u, 20. Okt. besuchte heutMazarette und t dem in der beim Sturm a Eswege vom ruherrin die P #eg 20. Oe Wlige ##heilung der# dieder fortschre Juh# 8. für all ensee oien die erschemt am ist selbstverständt betrosfene Bevöllernches schwere schadlos zu halten wieder zu dem die Ersatzleistung S 35 des Kriegzlg nd nach einem zu er zesetz soll nach dem: der Entschädig Feststellung dieser be# sen. Aber schon vn setz in Aussicht gest h vorbehaltlich der durch das nzuleitende Hilfsbare Pflicht des b hierbei darum, die ückkehr nach der und Unterhalt zu 9 trotz der russischen erem Elend, das die en und Nahrungsmit en zu helfen, ihren d Nahrungsstand wie Landwirtschaft und r die Wiedereinrichtu lig erforderlich ist, Beschaffung von Ra Zieh, von Baumaterial Zuchtvieh und ig des noch vorh g sein. Außerdem w## lsen in Geld gezahl ig aller dieser Au ine skommission beirat der Staatsb n Grundsätze aus en und Kriegshi. sondere Maßnahmen jasion betroffenen Ko 1 Ausgaben ihres Zinderung der durch in sterigkeiten is dents zegründet worden, selten der aus der gt hat. mnt zum Wiederausn troffenen Teile ßt sich zurzeit noch ntz zu, vorbehaltlich der Umsange erfolgenden beträge bis zu 400 den müssen. Der hatzanwettungst##t## Provinzieles. dortmund. 21. Kreur erhielten: nstein. Kielstraße, ernhard Cahnstein; rleutnant im 3. 11 Voller. 12 jed des Allgemeine eld; Leutnant d. k Nr. 30, Eug. 2l# z Klöpper hier(bei s Ayelles bei n Anton Steins. st. bei den Kämpfen der verwundet; er### inlängst im Verein t. Am Montag erhm n Gatten inzwischen seinem Regiment es:„Möchte Ihnen in im Kampfe für eldentod gefunden.! *— D a s E i s e r n e den Brüder und nd Clemens Hinsin Kreuz 2. Klasse! Rittmeister und lantkolonne im 7. Armeekorps siod chtet worden und m Darmstadt. In ist daher im allgemein ssischen Truppentelle hrift„Paketdepot openteile des 18. A5 Rain)“ anzugeben. stanstalten Auskunst. Po. Ten überte Mts. in den inigl. Kronenorden“ . kenaustalt. 3 Redner. Der Vortrag wird eine zu* nebersicht über die alle Welt in Spanbedeutsamen Ereignisse auf den vergesegsschauplätzen bieten. Ausgehend von Hächte des Krieges, wird er eine Reihe Eunahmen bringen über die Begeisterung volkes bei Ausbruch des Krieges, Ansich#pirksamsten Waffen, über die Vorgänge unsere Kämpfe in Frankreich und Ruß## fernsten Osten. Für Mitglieder ist der ### Richtmitglieder zahlen 20 Pfg. gie Deutsche Gesellschaft zur Beh##g der Geschlechtskrankheiten hu #uie der großen Gefahren, welche erfahrungs###riegszeiten sowohl der Zivilbevölkerung nzen Nation durch das ungeheure AnwachEeichlechtskrankheiten drohen, ein besonderes ha#t für Soldaten ausgearbeitet, welgefährdeten Truppen warnende Natschlöge zung von Infektionen mit Geschlechtskrank5 Das Merkblatt soll sowohl an die Solheimischen Garnisonen als auch an die quartieren lagernden Truppen verteilt die Geschäfrsstelle der Gesellschaft Berlin W, #, 48 gibt jede Anzahl kostenlos ab. indie Kaninchen züchter und=Liebgeberall in unserem deutschen Vaterlande die Hilfsbereitschaft für unsere im Felde stegelder. Jeder will helfen, sei es in Geld, turgaben. Die verschiedensten Vereine wettSeinander, um ihrer Vaterlandsliebe Ausuhen. Auch der[Dortmunder Kaninchenzucht#in seiner letzten Versammlung beschlossen, sliebesdienst sämtliche Kaninchenfelle zu Eine große Anzahl Felle sind bereits und mit Dank angenommen worden. Aus m lassen sich für unsere Kieger sehr nützin(Leibbinden, Kniewärmer, Ohrenwärmer bleichen) mit wenigen Kosten herstellen. An #ucenzüchter, auch an die Nichtmitglieder des ergeht darum die dringende Bitte: Bringt enunder Kaninchenverein die in Eurem Beblichen Kaninchenfelle gegerbt und ungegerbt; i übernimmt die Kosten für das Gerben. ##so gut er kann. Jetzt ist die Zeit zu zeigen, leistungsfähig sind. Wir erweisen nicht nur sämpfenden Brüdern einen unermeßlichen ondern können auch ein Zeugnis geben von thaftlichen Bedeutung der Kaninchenzucht. darum niemand, sofort unter seinen FellRachschau zu halten. Gebt willig und gern, ses das Fell eures Lieblingstieres ist. Schnelle doppelte Hilfe. Durch unseren Liebesdienst so manchem Krieger die Gesundheit und erhalten. Alle für einen und einer für unser Losungswort.— Die Sammelstelle des befindet sich in der Wirtschaft Pfeiffer(Inuhrhofer) Ecke Stahlwerk= und Dürenerstr. et: Sonntagsvormittags von 11—12 Uhr. Zusammenstoß. Gestern morgen gegen stietz ein Kohlenzug der Zeche Kaiserstuhl iem Straßenbaynwagen der Linie Reinolditfalenburg auf der Niveaukrenzung an der vornstroße zusammen, sodaß der Straßenaus dem Geleise gehoben und stark beschäe. Ein Fahrgast soll leicht verletzt worden ödlicher Unfail. Gestern morgen, gewurde der Arbeiter Paul Freder, Inselwohnhaft, auf dem Eisenwert„Union“ von schlacke erdrückt. Die Leiche wurde nach dem Friedhof gebracht. senommen wurden in der Zeit vom ds. Mts. 2 Personen wegen SachbeschädiI wegen Diebstahls, Betrugs, Umhertreiiht, Zuhälterei, Uebertretung sittenpolizeihriften und Trunkenheit. tigentümer gesucht. Im Büro des triminalbezirks, Olpe 1, Hofgebäude, be2 Fahrräder. Marke„Spezial“ Nr. 469142 nles“ Nr. 76813. Ferner sind auf der Ariminalabteilung, Steinstraße 48, 1 alte, nontoiruhr(Nr. 137), 1 silberne mit doprand(Nr. 446 754), 1 Schinken, verschiePurstwaren, Schürzen, schwarze Damen= und A#pfe sowie Kinderanzüge aufbewahrt. Bellen sich bei den oben angegebenen Dienst##de, 21. Okt. Das Eiserne Kreuz hier wohnhaften Frau Sutor für ihren im gefallenen Sohn Joachim Sutot lbersandt. Der Ofsizierstellvertreter Sukgjähriger Beamter der Essener Creditbitmund— fiel am 30. September, an welobige Auszeichnung für sein wiederVerhalten vor dem Feinde überreicht Leider hat der brave Held diese Ehnchr entgegennehmen können. Auch seine zum Offizier stand unmittelbar bevor. 7, 20. Okt. Prinzessin Adolf zu SchaumLesuchte heute von Bonn aus bier mehdczarette und Verpflegungsstationen und * dem in der Krankenanstalt Lindenburg eim Sturm auf Lüttich verwundeten OberIewege vom Infanterieregiment Nr. 53. eeiherrin die Prinzessin ist, einen Besuch ab. 20. Okt. Die Korrespondenz HoffI: Das Allgemeinbefinden des Königs ist ##eitung der Wunde zeigt bei dem neuen ader fortschreitende Besserung. #. unser Eisern Kreuz erwarben. #haber des Eisernen Kreuzes Im#eer aufrichtige Dank des deutschen Vair alle Zeiten gesichert ist, bittet Exzellenz D. Freiherr von Dincklage=Campe, mnte Westfälische Straße 61, Namen und 4 ieh. Er beabsichtigt, den Helden aus geden Weltkriege ein Ehrendenkmal zu 4## es in seinem Werke:„Wie wir unerwarben“ für die Inhaber des aus dem deutsch=französischen Kriege # Auch in diesem neuen Werke sollen die Kreuze Ausgezeichneten in Selbstdee Tat in kurzem Text darstellen, die Grenkreuz brachte. Er bittet auch die Kameraden für die mit der Feder 6n.17 oder auf dem Felde der Ehre ge##en 2“ einzuspringen, damit die Taten c„Tieger in dem Werk nicht unerwähnt ## gcker Bilderschmuck, in erster Linie die ##Paber des Eisernen Kreuzes neben ### nachte., Gefechten usw. wird diese brn 1.72 Jekt mit ihren Helden der Nachden Teilnehmern zur ErinAchgeborenen zur ewigen Nacheiferung. Literatur. le wird fortan die Gegend a heitzen, in der unser so schnell b gewordene General von Hinder burg eine ganze russische Armee vollständig vernichtete. In Nr. 40 der„Gartenlaube“ ist unter diesem Titel eine reich illustrierte, interessante Plauderei von Agnes Harder erschienen, die die bisher in Deutschland wenig gekannten landschaftlichen Reize jenes ostpreußischen Landstrichs anschaulich schildert. Aus dem übrigen reichen Inhalt nennen wir die beiden aktuellen bildlichen Darstellungen:„Aufbringen englischer Fischereidampfer in der Nordsee durch deutsche Torpedoboote“ von Willy Stöwer und„Eroberung eines französtschen Feldgeschützes durch deutsche Infanterie“ von W. Tilke. Handel und Verkehr. Warenverkehr zwischen Oesterreich=Ungarn und Deutschland. Es haben Besprechungen mit Vertretern der Oesterreichisch=Ungarischen Regierung über die Behandlung der gegenseitigen Ausfuhr aus dem Deutschen Reich und aus Oesterreich=Ungarn stattgefunden, die von dem Gesichtspunkt einer tunlichsten Erleichterung des gegenseitigen Verkehrs zwischen den befreundeten Staaten geleitet waren. Den Handelskammern ist das Ergebnis mitgeteilt worden mit einem Verzeichnis derjenigen Waren, welche die beiden Länder gegenseitig zur Ausfuhr ohne besondere Ausnahmegenehmigung freigeben werden. Sodann dürfen noch Waren ausgeführt werden mit besonderer Genehmigung. Interessenten wird Auskunft von der Handelskammer erteilt. Letzte Telegramme. Englands Torn auf Holland.“ Rom, 21. Okt.„Giornale d'Italia“ berichtet aus London, die dortigen Zeitungen hätten offenbar ihre Haltung gegen Holland geändert. Sie würsen jetzt Holland geradezu vor, daß es seine Neutralität nur in der Form bewahre, tatsächlich aber Deutschland durch die Schelde und den Rhein verproviautiere. Auch in den holländischen Kolonien könnten sich die deutschen Schiffe ruhig verproviantieren. Es sei bald an der Zeit, Holland vor die Frage zu stellen: Entweder mit uns oder gegen uns! Das römische Blatt glaubt, eine diplomatische Aktion Englands stehe bevor. Ministerwechsel in Portugal? WTB. London, 21. Okt. Das Neutersche Bureau meldet aus Lissabon: Nach dem Blatt Palz werden die Kammern heute(Mittwoch) zusammentreten. heute oder morgen wird eine Kadinettskrisis erwartet. Freire Andrade wird sodann ein Kabinett bilden, in dem alle politischen Parteien vertreten sind. Der Islam. WTB. Berlin, 21. Okt. Die B. Z. a. M. meldet aus Köln: Nach einer Athener Timesmeldung beabsichtigt glaubwürdigen Konstantinopeler Nachrichten zufolge. Enver Pascha einen Ausschuß zu bilden, der eine allislamitische Bewegung ins Werk setzen soll. von Maritz und Herzog. W2B. London, 21. Okt. Die Times melden aus Kapstadt, vom 19. Oktober, daß General Hertzog es ablehnte, den Obersten Maritz zu verurteilen und sich selbst endgültig auf Seiten der Regierung zu steilen, hat allgemeine Entrüstung erregt. Der Briefwechsel zwischen Botha und Hertzog läßt die Haltung Hertzogs in noch ungünstigerem Lichte erscheinen. Botha hatte geschrieben, daß Unterhandlungen mit dem Rebellenführer unmöglich seien und daß es den erwünschten Ausgang wesentlich fördern würde, voenn Maritz durch Hertzog und die anderen in dem Ultimatum von Maritz genannten Personen sofort öffentlich abgeschüttelt würde. Englands verzweifelter Kampf um die Rüste Loudon, 21. Okt. Die englische Presse erklärt, daß es sich für Großbritannien um einen Kampf um Leben und Tod handele, um die Verwirklichung der deutschen Pläue zu verhindern, die sich hinter den verzweiselten(??)Versuchen, sich am Kanal sestzusctzen, verbergen. Der Kommandant von Dover hat die ausländischen Flüchtlinge aufgefordert, die Stadt innerhalb einer Woche zu verlassen.— Auf die Zahl der englischen Heereskräfte kommt es wenig an, sondern vor allem auf die Qualität. Wie es damit bei dem Hilfskorps für Antwerpen bestellt war, haben englische Zeugnisse in den letzten Tagen einwandfrei dargestellt. Innerlich und äußerlich schmutzig. Berlin, 20. Okt. Von einem bezeichnenden Vorfall ans dem Bezirk des Garnisonkommandos Neustrelitz wird berichtet, daß sich dort Franzosen, die sich gemeinschaftlich mit Engländern auf einem Gefangentransport befanden, über ihre Wagengenossen beschwert und gebeten haben, von den Engländern getrennt zu werden, da diese ihnen viel zu schmutzig seien. Ihnen wurde die treffliche Antwort zuteil, daß Annehmlichkeiten nicht gewährt werden dürften. Den Engländern, die sich viel darauf einbilden, wenigstens äußerlich auf Reinlichkeit zu halten, dürfte der obige Vorwurf ihrer französischen Freunde, die ihre Kenntnis ja auf längere, höchstpersönliche Beobachtung Kützen konnten, besonders peinlich sein Krupp hat Belgien„betrogen“! W2B Berlin 21. Okt. Das Tageblatt berichtei aus Christiania: In einem Artikel über das wieder erwachende Antwerpen heißt es in der Daily Mail: Die augenblickliche große Tätigkeit der Deutschen in Belgien deutet darauf hin, daß ein neuer Angriff auf die französiichen Städte am Kanal bevorsteht. Die deutschen Marinesoldaten in Antwerpen sind entweder noch sehr tung, oder aber Landwehrleute in den mittleren Jahren. Viele schwere Geschütze werden jetzt von Antwerpen nach Termonde geschafft. Die Deutschen machen große Anstrengungen, die belgische Bevölkerung zur Rückkehr nach Antwerpen zu bewegen. Der Korrespondent behauptet, die belgischen Soldaten, die in Holland interniert sind, hätten erklärt, Antwerpen sei von Krupp betrogen worden, der die Lieferung ker versprochenen Kanonen verzögert habe. So seien die bereits 1909 bestellten 28 Zentimeter Kanonen, die den Unterlauf der Schelde beherrschen sollten, nicht geliefert worden, als der Krieg ausbrach.— Man darf nicht übersehen, sagt das Berliner Tageblatt dazu, daß dies die Meinung eines Engländers ist. Die Kunstwerke in Brügge. WTB. Brüffel 20. Okt. Da Brügge ebenso wie Gent ohne Kampf von den Deutschen eingenommen worden ist, so erlttten die Gebäude und Kunstsammlungen Brügges leinerlei Schaden. Aus den Kirchen und Museen wurden alle Bilder primitiver Meister und andere bewegliche Kunstwerke ersten Ranges schon im September verborgen. Als man ein Bombardement befürchtete, wurde aus der Frauenkirche auch Michelangelos„Gottesmutter“ entfernt, während die Gräber Karls des Kühnen und seiner Tochter in der Kirche verblicben. Aus dem Johannisspital wurden sämtliche Bilder entfernt. Die geborgenen Kunstschätze befinoen sich in der Stadt und nicht in England. England hat schlechte Cruppen gestellt. Die Kopenhager Berlinske Tidende sagt: England habe während des Krieges unzulängliche Truppenmengen gestellt, weil der größte Teil aus mangelhaft ausgebildeten Rekruten bestehe und zu wenig Offiziere und Unteroffiziere vorhanden seien. Das deutsche Heer werde täglich durch große Massen verstärkt. Eine lange Reihe von Jahren sei erforderlich, um ein solches Heer zu schafsen. Hierin liege Deutschlands enormer Vorteil gegenüber England. Eine neue Ladung Inder. Aus Marseille wird dem Berliner Tageblatt über Genf gemeldet, daß dort am 19. Okt. 18 englische Dampfer mit frischen indischen Truppen gelandet seien, deren Zahl auf 30000 Mann geschätzt werde. Die englischen Verluste. WTB. Mailand 20. Okt. Corriere de la Sera meldet aus London: Nach amtlichen Berichten beträgt der Verlust des englischen Heeres während der Kämpfe an der Aisne vom 12. Sept. bis zum 8. Okt. an Toten Verwundeten und Vermißten 516 Offiziere und 12980 Soldaten Die Werbetrommel in England. Von der holländischen Grenze, 21. Okt. Aus Ottawa wird berichtet: In den größern Ortschaften Kanadas sei Befehl ergangen, um die Anwerbung rege fortzusetzen. Binnen eines Jahres, wenn nicht früher, hofse man 100000 Mann unter den Wafsen zu haben. Von Zeit zu Zeit würden, wenn das Reichskriegsministerium es verlange, Abteilungen nach England gebracht werden. Ein englischer Generalmajor gefallen. WIB. London, 21. Okt., 3,30 Uhr nachts. Unter den englischen Gefallenen befindet sich Generalmasor Hamil= ton. Bekanntmachung. Sämtliche nach Dortmund beurlaubten Militärversonen haben sich, soweit es noch nicht geschehen, unverzüglich beim Garnisonkommando. Markt 22 1. Etg., unter Angabe ihrer genauen Wohnung persönlich anzumelden. Zuwiderhandelnde haben Bestrafung nach§ 64—70 des Militär=Strafgesetzbuches zu gewärtigen. Nachstehend wird der Wortlaut dieser Paragraphen in Erinnerung gebracht. § 64 Wer von seiner Truppe oder von seiner Dinststellung sich eigenmächtig entfernt oder vorsätzlich fern bleibt, oder wer den ihm erteilten Urlaub eigenmächtig überschreitet, wird wegen unerlaubter Entfernung mit Freiheitsstrase bis zu sechs Monaten bestraft. § 65 Der unerlaubten Entsernung wird es gleich geachtet, wenn eine Person des Soldatenstandes im Felde es unterläßt, 1. der Truppe, von welcher sie abgekommen ist, oder der nächsten Truppe sich wieder anzuschließen, oder 2. nach beendigter Kriegsgefangenschaft sich unverzüglich bei einem Truppenteil zu melden. Dasselbe gilt, wenn eine Person der Marine, welche außerhalb der heimiichen Gewässer von einem Schiffe abgekommen ist, es unterläßt, sich bei demselben oder einem anderen deutschen Kriegsschiffe oder dem nächsten deutschen Konsulate unverzüglich zu melden § 66 Dauert durch Verschulden des Abwesenden die Abwesenheit länger als sieben Tage, im Felde länger als drei Tage, so tritt Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren ein. 3 67 Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren tritt ein, wenn die Abwesenheit im Felde länger als sieben Tage dauert. s 68 Gleiche Strafe(§ 67) trifft eine Person des Beurlaubtenstandes, welche nach bekanntgemachter Kriegsbereitschaft oder nach angeordneter Mobilmachung ih rer Einberufung zum Dienste oder einer öffentlichen Aufforderung zur Stellung nicht binnen drei Tagen nach Ablauf der bestimmten Frist Folge leistet. S 69 Wer sich einer unerlaubten Entfernung(Paragra. phen 64, 65, 68) in der Absicht, sich seiner gesetzlichen oder von ihm übernommenen Verpflichtung zum Dienste dauernd zu entziehen, schuldig macht, ist wegen Fahnenflucht(Desertion) zu bestrafen. B 70 Die Fahnenflucht wird mit Gefängnis von sechs Monaten bis zu zwei Jahren, im wiederholten Rückfalle mit Zuchthaus von fünf bis zu zehn Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar. Auf die Beachtung der Bekanntmachung des kommandierenden Herrn Generals 7. Armeekorps vom 1. 8. 1914, wonach der Bezirk des 7. Armeekorps in den Kriegszustand erklärt ist, wird nochmals besonders hingewiesen. Die für strafbare Handlungen in Felde gegebenen Vorschriften gelten für die Daier des Kriegszustandes in den davon betroffenen Bezirken. Dortmund, den 20. Oktober 1914. Garnisonkommando. von Gersdorff. Fredenbaum. Das heutige Konzert der Kapelle Hubert enthält neben patriotischen Vorträgen, beliebte Kompositionen unserer Tondichter. Feldpost! 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In letzter Zeit ist mehrfach die Wahrnehmung gemacht worden, daß die in den hiesigen Krankenhäusern und Reservelazaretten untergebrachten verwundeten Soldaten durch übergroßen Lärm von der Straße ehr, so durch geräuschvolles schnelles Fahren, Peitschenknallen, langgezogene Autosiegnale, besonders aber durch häufige lärmvolle Ansammlungen von Kindern, in ihrer Ruhe erheblich gestört worden sind. Es scheint noch nicht allgemein bekannt zu sein, daß in unserer Stadt neuerdings auch viele Schwerverwundete untergebracht worden sind, die unter großen Schmerzen daniederliegen und der allergrößten Ruhe und Schonung bedürfen. Wir richten deshalb an die Bürgerschaft die dringende Bitte, sich in der Nähe der Krankenhäuser und Lazaretten, die durch Fahnen mit dem Roten Kreuz leicht lenntlich sind, aller vermeidbaren Gerausche zu enthalten und bei Wagen= und Autofahrten möglichst auch andere Straßen zu wählen; besonders esuchen wir die Eltern und Lehrer darauf hinzuwirken, daß die Kinder fortan der Nachbarschaft der Krankenhäuser usw. fernbleiben. Die Polizeibeamten sind mit Anweisung versehen, gegen jede Störung unnachsichtlich einzuschreiten und erforderlichenfalls Strafanzeige zu erstatten. Dortmund. den 20. Oktober 1914. Die Polizei=Verwaltung. Bekanntmachung. Folgende Verordnung des stellv. Generalkommandos zu Münster vom 12. ds. Mls.— 1 b Nr. 11019— wird hiermit bekannt gegeben:„Der Verkauf von Branntwein in kleineren oder größeren Mengen wird allgemein verboten. Dieses Verbot bezieht sich jedoch nicht auf Personen, die im Besitze der Konzession zum Kleinhandel mit Branntwein sind(Wirte und dergl.). An diese darf Branniwein verkauft werden und sie dürfen Branntwein verkaufen, letzteres aber nur zum augenblicklichen Genusse. Der sog. Verkauf über die Straße ist also verboten. Ich ersuche, strengstens auf die Durchführung des Verbots zu achten und Zuwiderhandlungen unnachlichtig zur Bestrafung zu bringen. Arnsbera, den 15. Oktober 1914 Zur Beerdigung der verstorbenen Krieger Wilhelm Beller, Uirich Birkle, Stäbler, Heinrich Michael und August Luebsch treten die Kriegervereine Donnerstag, den 22. Oktober, vorm. 10 Uhr, am gurarenhof“, Südwall, an. 4319 Kreiskriegerverband Dortmund Stadt und Land. Der Regierungspräsident gez. von Bake. Bekanntmachung. Am Sonntag, den 25. Oktober d. Is.(Sonntag vor Allerheiligen) ist im Handelsgewerbe ein zehnstündiger Geschäftsverkehr von morgens 7 bis 9“, Uhr und von 11½ Uhr vormittags bis 7 Uhr abends gestattet. vieser Zeit dürfen Gehülsen, Lehrlinge un„A heiter im Handelsgewerbe und in ossenen Verkaufstellen beschäftigt werden. Dortmund, den 17. Oktober 1914. Die Polizei=Verwaltung. Für den Herbst sind schon alle neuen und modernen Stoffe eingetroffen. nach Maß herzustellen, ist die Spezialität meines Ateliers. Und zwar bezicht sich dieses nicht auf unerschwinglich hohe Preislagen, denn meine Preise sind erstaunlich billig! Schon von Mk 95.- ab fertige ich die elegantesten Herbstkostüme an und in meinen Ateliers stehen jederzeit Modelle zur Besichtigung! Dortmund, Kaiserstrasse 7. Telephon 7334. Fredenbaum. Heute Grosses Konzert der Kapelle Hubert. Eintritt: Erwachsene 20 Pf. Kinder 10 Pf. Militärund Familienkarten frei. Die Ausgabe v. 7. September des Dortmunder Tageblattes wird zurückzukaufen gesucht. Geschällsstelle des Dortmunder Tageblatts Prinzenstrasse 9. Städtische Kinderbewahranstalt Missundestrasse 5. Wie bisher werden Kinder von etwa 4 Jahren ab zur Verpflegung und Beaussichtigung aufgenommen. Anmeldungen nimmt die Vorsteherin, Fräulein Kröning, bei welcher auch die Aufnahme=Bedingungen eingesehen werden können, entgegen. Drucksachen aller Art is Briandig Tagehäste. Aus allen Schichten der Bevölkerung meines Korpsbezirks gehen mir fortwährend Klagen darüber zu, daß die Kartofselpreise, insbesondere im Kleinhandel, eine abnorme Höhe(stellenweise 5 Mark und darüber) erreicht hätten, ja daß sogar vielfach Kartoffeln überhaupt nicht zu kaufen wären weil die Produzenten in Erwartung noch höherer Preise die Ware zurückhielten. Desgleichen wird vielfach auch über viel zu hohe Preise für Brotgetreide, Mehl und Hülsenfrüchte geklagt. Um diesen, namentlich für die ärmeren Klassen so schändlichen Preistreibereien entgegenzutreten, halte ich die Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffeln in denjenigen Bezirken, in denen solche Mißstände vorliegen, für dringend notwendig. Ich habe deshalb die zuständigen Regierungspräsidenten ersucht, umgehend das erforderliche auf Grund des Gesetzes vom 4. 8. 1914 zu veranlassen. Sodann weise ich zur Warnung der Verkäufer auf Paragraph 2 des genannten Gesetzes hin, welcher lautet: „Weigert sich trotz Aufforderung der zuständigen Behörde ein Besitzer von Gegenständen, sie zu den festgesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, so kann die zuständige Behörde sie übernehmen, und auf Rechnung und Kosten des Besitzers zu den festgesetzten Höchstpreisen verkaufen, soweit sie nicht für dessen eigenen Bedarf nötig sind.“ General Sladttheater Dortmund. Mittwoch, d. 21. Oktober 1914. 7½—10½ Uhr. Ermäß. Volkstüml. Preise. Die Quitzows. Donverstag. den 22. Okt. 1914: 7½-10¼ Uhr. Ermäß. Schauspielpr. A 8. Neu einstudiert! Zum 1. Male! Der Zigeunerbaron. Sperrsitz 2.50 bis 1.50 Mk. Kronenburg. Stimmung Reparatu an Pianos aller Fabrikste den von tüchtig. leuten ausgelüih Franz Rein Klaviermacht Dortmund, Balkensu. a Rathaus. Fernru## Gutgehendes big Walg Philharmonisches Orchester. Dirigent: Georg Hüttner. Miltwoch, den 21. Oktober 1914: Konzert. Anf. 3½ Uhr. Eintritt 50 Pf. Abonnementskarten sind an der Kasse zu haben. Cigarren- u. Cigaretten- 3 Spezial-Geschäft G. Dortmund Betenstrasse 19. Erstklassige Fabrikate In Cigarren, Ciga-: rehten u. Tabaken. 4 Feldpostbriefe nach Wahl. • Fernsprecher 4891.- K in bester Lage 20 oder zu kaufen ge Barmittel vorhenden u. H. B. 5000 fl schäftsstelle dieser Unentgelt können unbemite Dortmund wohnenee# vom Verein des.2 in Dortmund u. n Speisemarken Geschäftsstele l.347 Schlosser Montage-Au Diverse Möbel wie: Kleiderschränke, Tische, Bfühle, Bettstellen etc. eto. billig zu verkaufen. Priorstrasse 3. Laden. für Luftschiffhallt sucht Aug. Klön Militärpapiere Moniagesch, Nieler u. z0s ür.8 Por Gieber Gebrüder Bieder, Duisburg, Wanbs druck und Verlag, portlich: Biktor S Zweites Kölner Th iner Opernhau Theater haben ihre #ls sonst geöffnet. V Lu hatte man abgesel der ernsten Zeiten, d ##, noch weit unter di herabgesetzt, beispiels b# 5.75 Mark, auf 2 40 statt 75 Pfg. noch niedriger. Erfolg ist nicht aus häuser an der Tag „abgespielten“. We ung, wie sie uns in h geboten wird, ist heue zeigt aber auch, die zu hohen Prei nsten Bildungsstätte Bethovens„Fidelio“ burde, rechne ich nat Opern. Dieses 9 bethoven heißt, niem Die Andacht, mit d sah auch viele F. lauschte, und an de stimmte bei den ur Penn sie(Marzellin wenigstens heirat die Oper noch fü noch hinzu, daß gerade jetzt dazu erbesucher verwandte Aufführung war interließ, wie gesag auf die Zuhörer. tlische Leitung des 2 anders erwartete, ei Beethovenscher Mu Orchester die S wäre da nicht sch Die Leonoren=Ouver sche, brachte dem Uuser neuer Spielle it großem Verständ se szene war aus d Bohnung verlegt, eine Arie:„Hat n Erstl rase ri goldenes ortmunder Tageblatt 22-24 Erscheint täglich Emadme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementäbreis # mit der läglichen Unterhaltungsbeilage 2. eitigen„Ilnktrierten Sonntagsblat“ 65 Pig, burch die Post bezogen für 3 Monate 2.00 Ml. verbunden Lokal-Anzeiger für Mit Bekanntmachungen der städtischen mit dem Dortmund u. Hörde. und Militär-, sowie anderer Behörden. 2uund: gittets cenzer, Dormund. Expedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 160. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 D#o Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Vig. Bei zwangsweiser Beitreidung der Inserttonsged#hrer#us Klage od. Konkursverfahren wird der bewilligte Radatt dinfa# Erfüllungsort Dortmund. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen und Plätzen übernehinen wir keine Garantie. Für die Redaktion verautwortlich: Max Sonnemann. Dortmund. Dortmund, Mittwoch, den 21. Oktober 1914. 31. aheim Zwei. Kölner Theaterbrief. ligsten Preisen 1.50 2.25 27 . 30 75 90, ütterung 1.95 2.24 2.50 3.00 3. 1.90 2.25 25 Taschentücher Jackt.. 75 95, r. 1.25 1.50 119 - 6.- B.- 10. R. huhe 1.75 1.95 225 bester Schutz geziefer nkleid II.- 14. Stimmung Reparatu an Pianos aller Fabrikste den von tüchtig. leuten ausgelüh Franz Rein Klaviermacht Dortmund, Balkenst. Rathaus. Fernr## biner Opernhaus. Die vereinigten städtiTheater haben ihre Pforten diesmal 14 Tage a# sonst geöffnet. Von der Ausgabe von AbonLa hatte man abgesehen, dafür aber, in Anbeder ernsten Zeiten, die Eintrittsvreise ganz be L noch weit unter die bisherigen Abonnementsherabgesetzt, beispielsweise 1. Barkett sonst Einb 5.75 Mark, auf 2 Mark(Dutzend 20 Mr.), 40 statt 75 Pfg. Für Schauspiel sind die noch niedriger. u Erfolg ist nicht ausgeblieben und sind ausverhäuser an der Tagesordnung, selbst bei soge„abgespielten“ Werken. Das Verlangen nach kung, wie sie uns in hohem Maße durch gediegene geboten wird, ist heuer besonders stark der große ln zeigt aber auch, daß viele Tausende bisher die zu hohen Preise von dem Besuch dieser husten Bildungsstätte ausgeschlossen waren. b#ethovens„Fidelio“, welcher am Sonntag gegeburde, rechne ich natürlich nicht zu den„abgeOpern. Dieses Meisterwerk wird, wie alles, bethoven heißt, niemals abgespielt werden könDie Andacht, mit der das dichtgefüllte Haus sah auch viele Feldgraue— der herrlichen lauschte, und an dem herzlichen Lachen, worin ktimmte bei den uralten Scherzworten JaquiPenn sie(Marzelline) mich nicht liebt, so soll sich wenigstens heiraten“, konnte man gut merdie Oper noch für Viele eine Novität war. noch hinzu, daß dieses Hohelied der Galgerade jetzt dazu angetan ist, bei manchem rbesucher verwandte Saiten zu berühren. Aufführung war durchweg sehr lobenswert interließ, wie gesagt, einen tiefgehenden Einauf die Zuhörer. Gustav Brecher, der die tlische Leitung des Abends hatte, war, wie ich anders erwartete, ein ganz vorzüglicher AusBerthovenscher Musik und brachte mit dem Orchester die Schönheiten der Partitur— wäre da nicht schön— meisterhaft zur GelLie Leonoren=Ouvertüre, die ich selten so schön sche, brachte dem Dirigenten verdienten Beiluser neuer Spielleiter Dr. Willy Becker iit großem Verständnis seines Amtes gewaltet' sie szene war aus dem Gefängnishof wieder in Bohnung verlegt, aber warum sang dieser ne Arie:„Hat man nicht auch Gold beiDünkirchen. Die Reste der bei Ostende geschlagenen und dann geflüchteten belgischen Truppen haben sich bei Dünkirchen mit französischen und englischen Streitkräften vereinigt. Die deutschen Truppen haben die verbündeten Feinde angegriffen. Dünkirchen, Hauptstadt des sranzösischen Departements Nord, ist Knotenpunkt der neben"? Sollte auch er sein Gold zur Reichsbank getragen haben? Dann allerdings,— aber aus Pietät für den Meister sollte man die Arie bald wieder einfügen. In der zweiten Szene zieht jetzt die Wache bei heruntergelassenem Vorhang auf, eine Anordnung. die mir auch deshalb zusagte, weil dabei der Marsch wirkungsvvoller als sonst zur Geltung kommt. Sosia Wolf war sowohl gesanglich, wie auch darstellerisch gleich vortrefflich in der Titelrolle, nur hätte ich ihrer weichen Stimme In dieser Jartie einige Unzen(um im Bilde zu bleiben) mehr Stahl gewünscht. Umgekehrt, liegt der ehernen Stimme unseres geschätren Waonersängers Modest Menzinsky, der auch andere Vartien, z. B. den Eleazar, vorzüglich singt, Nordbahn, wichtiger Handelshafen und Kriegsplatz erster Klasse. Dünkirchen, das durch Wälle und Forts geschützt ist, besitzt Einrichtungen, wodurch die Umgebung bis zu leinhalb Meter unter Wasser gesetzt werden kann. Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt etwa 39000. die Rolle des Dulders Florestan, der„nur noch ein Schatten und kaum noch lebt“ nicht zum besten. Immerhin fand er sich mit ihr Überraschend gut ab und hatte vielen Erfolg, der aber noch gesteigert werden könnte, wenn er den Dialog pathetischer gestalten würde: die Stimme Florestans soll ja„in die Tiefe des Herzens dringen.“ Die übrigen Mitwirkenden: Giesen(Roeco). Mizzi Fink(Marzelline), Vanoni(Jaquins). vom Scheidt(Minister) bildeten ein vortreffliches Ensemble, dem sich Waschow, Düsseldorf als Gast (Pizarro) gut aupaßte, nur denke ich mir diesen Bösewicht brutaler, weniger gutmütig, als wie ihn der Gast gab. Literatur. Die soeben erschienene Nr. 29 des„Simplicifftmus“ enthält folgende Zeichnungen:„Marschall Kluck“ von E. Thöny, mit Gedicht von Peter Scher,„Das ästhetische Ausland“ von Th. Th. Heine,„Landsturmemannes Abschied“ von Wilhelm Schulz. mit Gedicht von Ludwig Thoma,„Daheim“ von B. Wennerberg, „Vom russischen Kriegsschauplatz“ von Blix.„Aus unserm Verbrecheralbum“ und„Vor dem Ziel“ von □. Gulbransson. Textlich ist die Nummer ausgestattet mit je einer Skizze:„Die Untauglichen“ von Katarina Botski und„Am Stammtisch“ mit einer Zeichnund von Karl Arnold, ferner mit je einem Gedicht: „Müdigkeit“, von Wilhelm Klemm und„Flüchtlinge" von Alfons Petold. Der„Simplicissimus“ kostet pro Nummer 30 Pfg., die Liebhaber=Ausgabe, welche auf einem qualitativ ganz hervorragend schönen Papier hergestellt wird, im Halbjahresabonnement 15 Mark. Man kann ihn beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen oder direk vom Simplicissimus=Verlag G. m. b. H. u. Co. in München. „„* Von der in Stuttgart erscheinenden Kriegszeitschrift„Der Völkerkrieg“(Verlag Julius Hofsmann) liegen jetzt die Hefte 5 uno 6 vor. Ein überaus klärend wirkender Aufsatz;„Deutschland und England“ aus der Feder des Grasen Monts eröffnet den ersten Abschnitt, der sich mit Englands innerer Lage und kriegerischer Rüstung befaßt. Auf ein Dokument von wirklich bleibendem, geschichtlichem Wert in diesem Teil muß besonders hingewiesen werden: die Brandrede des früheren englischen Handelsnitnisters Burns ist vollständig im Wortlaut wiedergegeben. Ein weiterer Aufsatz behandelt den Krämerkrieg, den das geschäftstüchtige Albion gegen unser Wirtschaftsleben führt. Es folgen die Dokumente über das Eingreifen Japans und eine sehr reizvolle, fast möchte man sagen idyllische Schilderung der Vergewaltigung unserer Konsularbehörde in Tanger. Die ersten Kämpfe zur See und in den Kolonien schließen das Hest; die Mittelmeerfahrten unserer Kreuzer„Göben" und Breslau“ werden, wie die Schlachtenschilderungen in früheren Heften, durch Berichte von Augenzeugen und Mitlämpfern lebendig veranschaulicht. Heft 6 wird vor allem unserem treuen Wafffengefährten Oesterreich=Ungarn gerecht. Wir erhalten einen Ueberblick über die österreich=ungarische Mobilmachung und erfahren von authentischer Seite die gewaltige innere Umwandlung und nationale Festigung, die der Krieg gegen Serbien und Rußland in der habsburgischen Monarchie bewirkt hat. Die Taten unserer tapferen Bunoesgenossen gegen SerE ab Wir liefern wie bisher direkt Tremonia-Nusskohlen I, II und III Tremonia-Nusskohlen IV Tremonia-Stücke Tremonia bestmelierte Hausbrandkohlen Zechenladebühne " zu Mk. 1.00 " z u M k. 0. 9 5 " z u M k. 1. 0 0 " zu Mk. 0.95 mit Zechenwieneschein frei vor’s Haus: Tremonia-Brechkoks 60/90 u. 40/60 mm" zu Mk. 1.10 Tremonia-Brechkoks 20/40 mm zu Mk. 0.98 Tremonia-Brechkoks 10/20 mm zu Mk. 0.73 Alle Preise gelten für 1 Zentner bei Abnahme von mindestens 20 Zentner. Die Qualitäten der Hohlen und Koke von der Zeche„Tremonia“ sind als gut bekannt. Gutgehendes bif Restaurs n bester Lage n! oder zu kaufen Barmittel vorhenden u. H. B. 5000 f schäftsstelle dieser Erstklassige Antrazit- und Magerkohlen sowie Briketts liefern wir ebenfalls pünktlich zu billigsten Tagespreisen. Dig- Centralheizungs-Besitzer erhalten bei Tätigung von grösseren Abschlüssen Preis-Ermässigung. raselmann Stamm G. m. b. H.,— Kontori nur Nikolaistrasse 25.— Fernsprecher 583 u. 584.— Lager: Tremoniastrasse 26. Verkaufsstelle der Zeche Tremonia. 4308 Unentgelh inen unbemite irtmund wohnen m Verein der Dortmund u. seisemarken erhe . 90 en. Dreber Slerihesche Rid Ahb ger. Gutehoffuge Abteilung“ fu goldenes Mutterherz. Roman von Erich Ebenstein. 20 Eu blaß geworden bis in die Lippen hinein. Flle blieb es still im Zimmer. Dann stand Lauseu und begann auf und niederzugehen. Endlich Assunta stehen. warum redest Du denn nicht? Hast Du nicht was ich sagte?“ I. Es ist das Evangelium des Egoismus, der ## denkt— abscheulich ist es—“ das Evangelium unserer Zeit, die mit dem Gefühlsplunder vergangener Generationen sgoismus? Bah, er ist weder die schlechteste, K eimmste Eigenschaft, die der Mensch haben ist es denn nicht?“ in leidenschaftlich bewegt an. F#engen, die noch selbstlos sein können. Dieandere Ideale in sich tragen, als ihren Fen ihre Bequemlichkeit. Meine Mutter zum : von der Du so geringschätzig sprichst— Peter „Lrohendes flammte ihm zum ersten Male „Kellebten Augen entgegen. Aber er war zu Sache verrannt, die er schon längst hatte Poringen wollen, um es zu sehen. Rubst Du in Deiner blinden Liebe, mei Rarsche: sind gerade diese beiden recht wohl vorteil bedacht gewesen. Oder war es etwa e Deinen Eltern, ihr Vermögen ängstlich echalten und diesen geriebenen Lott zum Testamentsvollstrecker zu machen? Hast s. Jestagt, ob Du nicht auch ein Recht darauf 2War um den Pflichtteil haben Sie Euch geZagen, daß ich es schmählich finde. haße 2 Lott damals die Testamentsabschrift # natürlich auch mit meiner Meinung üb.: Berge gehalten, und da man Euch mi a70pelte, hatte ich nicht übel Lust, das in greifen. Leider haben Dein Vater und ## gerissene Juristen— die Sache so fein Siter— nicht an kann dagegen. Und da redest osigkeit! Mach Dich nicht lächerlich, Kind. Wäre Mama das, sie würde mir jetzt, wo ich doppelt leicht arbeiten würde, wenn ich ein Stück eigenes Geld in Händen hätte, von selbst entgegengekommen sein.— So aber—“ Assunta war aufgesprungen. Ihr Blick bohrte sich förmlich in den ihres Mannes. „Du— Du hast wirklich meines Vaters Testament angreifen wollen? Hast Du das Onkel Peter ins Gesicht gesagt?“ „Natürlich. Wir sind ganz ordentlich dabei übereinandergekommen, denn natürlich nimmt er deuselben verdrehten Standpunkt ein, wie Dein Vater.“ „Also darum schlug er all' meine Einladungen aus!“ murmelte Assunta tonlos.„Darum kommt er immer nur, wenn Du nicht zu Hause bist.“ „Vermutlich. Von mir aus brauchte er gar nicht zu kommen. Und weil wir schon dabei sind:„Du hast Mama heute für die Sonntag=Nachmittage eingeladen. Liebes Kind, das paßt mir nicht. Ich will keine fremden Leute in meinem Hause, wenn ich daheim bin.“ Etwas wie Haß blitzte in Assuntas Augen auf. Sie hatte diesen Mann bis heute vergöttert, jetzt war ihr auf einmal, als sänken Schleier von ihrem Götterbild, und was blieb,— war eine häßliche Fratze. Ganz deutlich fühlte sie, daß er ihre Mutter und Peter Lott anders behandeln würde, wenn ein Teil des Geldes, welches sie in Händen hatten, auf sie übergegangen wäre. Diese Erkenntnis erfüllte sie mit namenloser Verachtung. Um Geld— wie gemein. Hatte er immer so gedacht? Vielleicht schon vor der Vermählung gerechnet. Daß die Fabrizius Geld hatten, war ja bekannt. Ein bitterer Geschmack legte sich auf ihre Zunge und Gaumen. Und ihre Mutter nannte er eine Fremde. Diese Mutter. Die keinen Tag vorübergehen ließ, ohne ihm irgend eine Aufmerksamkeit zu erweisen. Die ersten Hühner, die ersten Erbsen, heute einen Fisch, morgen Wildbret— jeden Morgen kam Barbe mit etwas dergleichen. „Die gnädige Frau lassen schön grüßen und da wäre was für den Herrn Direktor.“ Und dann ließ Barbe aus eigener Initiative nebenbei durchblicken, wie Mama an sich selber spare, ja knausere. Der Arzt hatte ihr Wein verordnet zur Stärkung, aber Gott bewahre. Woher denn? Na ja, für Fräulein Evas Ausstattung ginge auch ein hübscher Batzen auf. Jeder Wunsch, den sie selbst aus Sparsamkeit sich versage, den müsse ihr natürlich partout die gnädige Frau erfüllen— nicht genugtun könne sie sich im Geben. Aber so war sie schon immer, Fräulein Assunta— Barbe vergaß meistens im Gespräch, daß „das Kind“ sich inzwischen verheiratet hatte— wisse es ja ohnehin. Solange der alte Herr noch lebte, durfte sie nicht. Jetzt aber— Du lieber Gott, kein Wunder, daß sie kaum auskam, trotzdem eine Person weniger sei. Onkel Peter hatte schon ein paarmal Bemerkungen gemacht, aber die Mama höre nicht auf ihn— ja, ja, sie sei viel zu gut für diese schlechte Welt und sie, Barbe, wäre nur neugierig, ob man ihr all diese Liebe denn auch einmal danken würde? All' das zog blitzschnell an Assuntas Geist vorüber. O ja—„man“ dankte es der armen Mama. Und wie. Wenn Barbe das wüßte. Eine tiefe, an Verzweiflung grenzende Scham überkam die junge Frau. In diesem Augenblick haßte sie Ferry und hatte keinen anderen Wunsch, als von ihm fortzugehen, zurück zu Mama, in der sie selbst sich gekränkt und mißachtet fühlte. Tausend Kleinigkeiten sielen ihr ein, auf die sie bis dahin nicht geachtet hatte. O— nun wußte sie es: er hatte die Ihren nie gemocht. Zugleich packte sie schmerzlicher Schrecken. Ihr süßes, strahlendes Glück— wohin war es mit einem Mal gekommen? Vorüber— vorüber für immer. Sie ließ den Kopf auf die Tischkaute sinken und brach in wildes Schluchzen aus. Ihr ganzer Leib bebte und wurde geschüttelt von einem Schmerz ohnegleichen. Lanzendorf stand neben ihr und blickte verständnislos auf sie nieder. Erst war er ärgerlich, dann fiel ihm ihr Zustand ein und er machte sich Vorwürfe, daß er die Sache nicht in milderer Form vorgebracht hatte. Er kannte doch ihre Sensibilität in Gemütsdingen— Er beugte sich zu ihr und küßte ihr Haar. Selbst in diesem Moment entzückte ihn der gleißende Schimmer desselben, der so pikant abstach von der perlmutterartigen Weiße des Nackens und er vergaß darüber beinahe, daß sie weinte. „Aber Kind, Kind,“ murmelte er, mit dem Verlangen kämpfend, sie sogleich in seine Arme zu reißen und jedes weitere Wort mit seinen Küssen zu ersticken. „Wer wird denn so sentimental sein? Ichwollte Dir doch nicht weh' tun— nein, gewiß nicht.“ Assunta schüttelte ihr Haar, als wollte sie seine Küsse damit von sich werfen, stand auf und sagte kalt:„Laß mich. Rühre mich nicht an. Nie mehr. Du hast mich nie wahrhaft geliebt, denn sonst könntest Du nicht die eine Fremde nennen, die mir alles war, bis ich Dich kenneu lernte.“ Er machte eine ungeduldige Bewegung. „Immer diese großen Worte. Bloß weil ich finde, daß die Schwiegermutter eine zu große Rolle in unserein Leben spielt. Es ist kindisch von Dir—“ Dann starrte er in ihr weißes Gesicht, in dem die blauen Augen zu glühen schienen und mit so seltsaw fremdem, kaltem Ausdruck auf ihm ruhten. Diese Kälte war ihm neu an ihr, die sonst ganz demütige Hingabe war. Wie schön sie war mit diesem königlichen Trotz um die schwellenden, feingeschnittenen Lippen— und dem kühlen Ausdruck in dem sonst leidenschaftsglühenden Gesicht. Irgendwie erinnerte sie ihn plötzlich an Wassernixen — Undine— kühle Seejungfern, die erst an der flammenden Liebe eines Irdischen erwachen. Seele bekommen. Das blaßgrüne Gewand und das lose, lange, funkelnde Haar— ja, es funkelte wirklich auf bei jeder Bewegung, wenn ein Lichtstrahl es traf— die geheimnisvollen Nixenaugen.— Jetzt hatte er es: die schöne Melusine. Halb Weib, halb Dämon. Verlangende Leidenschaft stieg in ihm auf. Sie sollte ihn nicht länger so ansehen mit dieser fremden Kälte. Ihr Blick sollte sich wieder entzünden an seiner Glut, die ihr entgegenflammte— „Assunta,“ stammelte er halblaut, und öffnete die Arme, um sie an sich zu reißen. Aber diesmal versagte seine Macht über sie. Mit einer jähen Bewegung wich sie zurück, wandte sich ab. „Laß mich.“ Es klang hart und abweisend. 221,18 Langsam, mit bebenden Händen, drehte sie das Haas zu einem Knoten und steckte es auf. Dann wollte sie, ohne ihn zu beachten, in ihr Schlafzimmer nebenan. dien und Montenegro, die in## Tagespresse allzu sehr von dem lauten mitteleuropäischen Waffenlärm übertönt worden sind, erhalten hier die Geltung, die hhnen vor dem Forum der Westgeschichte zukommt. Mit den interessantesten Belegen über den Lügenkrieg unserer Gegner. der durch einen vorzüglichen Aufsatz von Dr. Ernst Jöckh ins rechte Licht gesetzt und durch die bekenninisfrohen Worte Gerhart Hauptmanns gewissermaßen durch die Tat widerlegt und zu Schanden gemacht wird, schließt der große Hauptabschnitt„Währenb des Aufmarsches". Heft 7 soll die Besetzung Belgiens bis zur Einschließung Antwerpens bringen. Das Werk gestaltet sich von Heft zu Heft interessanter und abwechselungsreicher, dabei bewährt sich nach wie vor die übersichtliche Einteilung und Gruppierung des Stoffes, ein Umstand, der allein genügen würoe, um dieser Chronik vor ähnlichen Unternehmungen den Vorrang zu sichern. Seit dem dritten Heft wird der Text durch gelegentlich eingefügte Bilder belebt, denen man die Sorgfalt anmerkt, die der Verlag auf ihre Herstellung verwendet hat. Diehmarkt. Dortmund, 19. Oktober. Städtischer Viehhof Zum Lutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben: 1020 Stück roßvieh, 272 Kälber, 52 Schafe, 4203 Schweine. Bezahlt für 100 Pfund Lebend= Schlachtgewicht gewicht 1. Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes. die noch nicht gezogen haben sungejocht bl vollfleischige ausgemästete svon 4—7 Jahre e junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete al mäßig genährte junge, gut genährte ältere B. Bullen: e) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes bl vollfleischige jüngere e) mäßig genährte junge und gut genährte ältere Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes dl vollfleisch ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren e ältere ausgemästele Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe n. Färsen a) mäßig genährte Kühe und Färsen e gering genährte Kühe und Försen 2 Kälber. D. Geringgenährtes Jungvieh(Fresser a] Doppelender, feinste Mast d) keinste Mastkälber e mittlere Mast= u. beste Saugkälber al geringere Mast= u. gute Saugkälber geringere Sanakälber 3 Schafe. 4. Stallmastschafe: a Mastlämmer u. jüngere Masthammel b) Mastlämmer und gut genährte junge Schafe o mäßig genährte Hammel und Schafe Merzschafe B. Weidemastschafe: a) Mastlämmer bl geringe Lämmer und Schafe 4. Schweine. a) Fettschweine, über 150 Kg.[3 Ztr.) Lebendgewicht Dl vollfleischige Schweine v. 120—150 Kiloar[240-.300 Pfd.] Lebendaew vollfletschige Schweine von 100—120 Kilogr.[200—240 Pfd.) Lebendgew d) vollfleischige Schweine von 80-100 Kilogr.(160—200 Pfd.] Lebendgew. el vollfleischige Schweine unter 80 Kg. ged und) Tchendgenicht ien 60—62 75—78 58—61 78—76 54—56 68—72 52—56 66—70 48—50 48—52 60—63 60—66 Marktverlauf: Langsam. Infolge des sehr hohen Auftriebes zog sich das Geschäft sehr in die Länge. Die Preise mußten in b Ueberstan allen Gattungen nachgeben. Es blieb Markte waren wieder sehr viele unreife zugeführt. d. Dem Schheine Aus der„Jugend“. Kriegsbericht. Sir John Falstaff Plumpudding an seine Freund Francois Grandebouche. Liebes Mitverbimster. Three cheers for king Albert! Hoch! Denn er sein eine sollh good fellow! Er hat gemacht wuahr i alte gute Sprechwuort: wasch die belgische Velz, aber make die Engländer nicht naß! Karten von Warschau. Trotz großer Anstrengungen ist es den Russen nicht gelungen, den gegen Warschau gerichteten Vormarsch der verbündeten deutschen und österrei bischen Truppen aufzuhalten. Sechszig Kilometer westlich von Warschau wurde russische Kavallerie empfindlich geschlagen und schon dürfte das Ringen um Warschau begonnen haben. Warschau, am linken Weichselufer gelegen, bildet mit den nördlich gelegenen Nowo Georgiewsk=Zgrze ein Festungsdreieck. Warshau ist die Hauptstadt des gleichnamigen russisch=polnischen Gouvernements und Mittelpunkt der Hauptbahnen. Die Stadt i9 stark befestigt durch die Alexander=Zitadelte. die Werke der Vorstadt Praga auf der rechten Seite der Weichsel und einen Kranz von Forts. Dazu kommt noch, daß in der Nähe von Warschau der größte Teil der russischen Kriegsmacht versammelt ist. Warschau hat eine Einwohnerzahl von 855000, worunter unter 15000 Deutschen und 250000 Juden die Mehrzahl Polen sind. Die Stadt ist voll schöner Kirchen, prächtiger Paläste und herrlicher Girten. Die Stadt Warschau, die 1224 zuerst urkundlich erwähnt wurde, war Hauptstadt der Republik Polen, sowie später des Herzogiums Warschau, und zuletzt der Kö49717 Panorame von Warschau nigreichs Polen. Der Besitz dieser Stadt, um den in teres Operieren auf dem Kriegsschauplatz den nächsten Tagen gerungen wird, ist für unser wei= sehr wichtig. -Opalen # PFESPON or beerer Leszoo: 82n-Jelonie onie Solipe Ochafs Ich kann mich nicht helfen— notabene: ich kann auch Anderen nicht helfen—, aber das König Albert hat gehabt die größte erhebenste Glück von die world: sor das englische Portemonnate zu gehen kavot! And wenn ich bin bedauernd irgendwuos bei die ganze Weltkrieg=bufineß 1914, so es sein: daß ich bin bekämpfend die Germany, statt zu sein verbündet mit ihm,— denn meine Verbündeten gehen sicher zu Grund! Wuas wir nicht haben Alles geran for das ting Albert! Wir haben gesungt täglich„God save the king Georg" und„God seif the king Albert!“ Wir sein gewuesen tätig for ihm früh und spät,— mit die Triumphgeschrei zu früh, and mit die Hilfsarmee zu spät. Wuir haben geschutzt seine Neutralität hingebend: durch die Hingabe von ganz Antwuerven! Und auch jetzt wuir nicht lassen ihm in die Stich: wuir haben bestellt for seine Monarchie eine kräftige Gesundbeterin, und wuir wuerden for ihm übernehmen die Kosten schuldig zu blelben. Seine Krone wuird beigesetzt wuerden mit alle kaufmännische Ehren in die Westminster=Abbey. Mister Thurchill, wuas bekommen hat die neue Titel„Lord=Quasseler o“ London", wuird halten die Rede. Und wuir auch haben sogar komponiert eine neue Oper zu Ehren von die Albert: wuir wuollen geben statt die verdammte deutsche „Fliegende Holländer“ das echt englische Machwerk„Der fliegende Belgierking". Die Musik dazu ist auf gut englische Weise gestohlen. Die Deutschen haben gefindet in Brüssel vapers Reliefkarte von Warschau. Schriftstucke, wuoraus is gehend hervor angeblich daß die belgische Neutralität nix wuar als eine Geschwindel, and daß England gehabt hat mit Belgien schon lang eine Kriegsvertrag. Das ist bewucisend glänzend unser Unschuld; wutr rufen an zu Zeugen die ganze world: wuann hat England jemals gehalten seine Verträge??— Also! Im übrigen hat die Fall von Antwuerpen. die zweitgrößte Festung von die Erdball, garnix zu bedenten. Der Germans haben gebraucht zu die Ecoberung ein ganzes Jahr, wueniger 354 Tage,— wuelch eine Zeitverlust! Und obendrein wuird endlich erfahren, wuelches ist die längst angekundigte neue schreckliche Kriegsmittel von die französische Kriegsminister gegen die deutsche Brummer: die Trompeten von Jericho. Es nur noch nicht feststeht, wuer von die kranzösischen Politiker wuird blasen darauf, wueil man noch nicht hat herausgefindet, wuelcher hat das gewualtigsie Mundwerk. Wuas anbetrifft das russische Flotte, so sie zeigt always immer mehr ihre große Begabung für das Tiefseesorschung. Besonders die Panzerkreuzer„Pallada“ hat wuieder geleistet Hervorragendes im Auffangen von deutsche Torvedos. Er is mit Mann and Maus in diese Aufgabe versunken. Auch Portugal ist nun rüstend gegen die Deutschen. Im April es wird fertig sein, sodaß wuir es können schicken noch rechtzeitig in den April. Ich mache Schluß mit meine Brief; denn erstens ich wuill jetzt nachzählen meine Schiffe, und zwueitens ich wuill gehen dann zu Lloyds, um mien# chern: die Kopf gegen die Zeppelins, die Zu# die Zweiundvierzigzentimetergemörsel, in gegen die Unterseeboote. Ich liebe Dich ostendlich Dein Sir John Falstaff Plumpud#### *** „Siehgst denn net. Du Rindvieh.“ schrie## einen verdutzten Franzosen an, indem a Gewehr abnahm und ihm dafür eine feige verabreichte,„daß D' alleweil noch hast, da koost freili nix treffa!“ Wahres Geschichtchen. In dem zarett einer kleinen Residenzstadt liegen aug Bayern. Vor kurzer Zeit besuchte die Fürs Lazarett und unterhielt sich leutselig mit Verwundeten. Bei dem Rundgang kam mutter auch an das Bett eines wackeren 5# einen Gesäß=Schuß erhalten hatte und i im Bette eine recht eigenartige Lage einna wurden Sie denn verwundet?“ fragte die## selig.„Am...“(bayrischer Ausdruck für die Antwort des Kriegers. Die Fürstin, bayrisch verstand, fragte:„Wie meinten“ rend das Gefolge fassungs= und sprachlos Glück faßte sich ein junger Offizier verhühb rasch und meinte:„Das ist ein kleiner Ort ville, Hoheit!" Die Situation war gerette die Gein Angebot preiswerter Neuheiten in Knaben-und Mädchen-Konfektio KnabenKnabenKnabenKnabenKnabenUeberzieher Ueberzieher Ueberzieher Ueberzieher Ueberzieher Kieler Form, aus solieden, blauen Cheviotstoffen, mit Abzeichen Größe 0 Jede weltere Größe 25 PigKieler Form, blau Cheviot, gute Qualität, mit Abzeichen und Stickeren Größe 0 Jede weltere Größe 50 Pig. aus soliden, gemusterten Stoffen, mit Riegel Größe 0 Jede weitere Größe 50 PIg. aus hübschen, braun gemusterten Stoffen, mit Riegel, prima Ausstattung Größe 0 Jede weltere Größe 80 Pfg. aus braun-grün gemusterten Cheviots, mit Riegel und Falten Größe 0 Jede weltere Größe 75 Pfg. 2.50 mehr. 5.50 nehr. 3.50 mehr. 5.75 mohr. 9.50 mehr. 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SSS O baesß über m eie denn ein Sonntagskind und verm Dinge auch zu sehen, wo sie sich spüren lassen....„Trara!“ hallts frö auf, noch hinter buschgrüne „ Dabe,“ jumueckte Sünther, sach mit Mühe fassend,„in Rottbera einen Prospekt gefunven.— und da Sie sich für die Sache interessierten, entschloß ich mich, Ihnen nselben gleich zu bringen..“ (Fortsetzung folgt.) Rokoko. Wie ein Traum aus seliger Zeit, die wir heute nur noch träumend im Bilde erkennen oder auf zierlich seinem Porzellan, mutet eine Skizze an, die Montanus in der Wiener Reichspost bringt. Rokoko nennt er das Miniaturbild, für einen Augenblick vergißt man beim Lesen, daß wir in einer modernen, hastenden, nervösen Zeit leben: „Zwischen dem Strom der Ostmark, der seine Jahrtausende ewig gegen Sonnenaufgang hinunterrauscht und der steilaufblauenden Alpenmauer wielen sachte Hügel durch das Vorland, spielen mit leiswehenden Kiefern, weitflutendem Korngelb und Wiesengrün, Strohdachhäuslein und verträumten Köhrbrunnen. Wenn recht von Herzen warm der Sommertag über dem lieben Oesterreich lichte Traghimmel spannt, wenn die Kupferdrähte an den endlos fortwandernden Straßen endlos fortglühen, dann treibt die alte Zeit ihren Spuk. und wer in diesen Hügeln einsame Wege geht, wundert sich baß über die Zeichen, so geund weiß sie nicht zu deuten. Er denn ein Sonntagskind und vermöchte nur röhlich nen Schanzen, acht klipp und klapp, behaglich iderbrummen, Messinghorn und Lackhut wersen ein Sonnenblitzlein— da rollt die kaiserliche Postchaise das Sträßlein herüber. Der Schwager greift in die Zügel, braune Mähnenlocken schütteln durch die Luft, es gibt einen tüchtigen Ruck, und der riesige Wanderkasten mit dem goldenen Wappen Seiner Majestät tut ein paar letzte Schnauser aus seinem schweren Bau— Halt! Der Wagenschlag rasselt auf, ein zierlich Herrlein springt heraus. Blankes Pudertoupet, hirschbrauner Faltenrock mit Dukatenknöpfen, ein flattriger Degen, der ganz närrisch um die Schnallenschuhe zappelt, als wüßte er nach so langem Stilliegen und Bravsein gar nicht, wo mit dem Uebermut zuerst anzufangen wäre. Das Herrlein hebt beide Hände in die finstere Kutsche — Himmel, was mag er für ein neues Wunder herausholen? Aber seht mir doch bin, der leibhaftige Frühling ists, den er b hutsam hält und sein auf den Boden stellt. der Frühling, wie ihn des Sachsenhofes orzellanfabrik zu Meißen elfengliedrig aus Estlichem Ton schneidet und in Gluten härtet, der anmutgewordene Frühling. Aber die Porzellanfrühlingsfrau ist lebendig und regt alabasterne Arme und klatscht mit weichen Kinderhänden, und von der Meiein Hauch wie Teehimmer auf den Wangen geblieben, und zwei tiefe Kirschenaugen weinen fast Welt ist so schön!“ Schwager hat sich indes bei den Pferden umgetan, jetzt wendet er sich mit einem hölzernen Pas gegen die Herrschaften und streicht mit der Hand unbestimmt nach Süden binaus:„Hochedle Dame! Wohlgeneigter Herr! Wir befinden uns dem Alpengebirge visavis! Wenn Dero Gunst ein Liedlein verstattet.....“— Der Hirschbraune winkt Gewähr:„Blas Er immer zu! Aber daß Er die Töne artig setze und keinen falschen aus dem Horn lasse! Das möchte die Impression stören!" Der Schwager kratzt mit dem Fuße und setzt an. Es hat einen guten Klang. Ein uralt Hochzeitslied, wie es die Spielleute in der sächsischen Heimat blasen, wenn sie den Brautzug aus der Kirche führen. Die Wälder rauschen in der Runde. Die Alven schweigen in festlicher Tiefbläue. Der Himmel hängt voll Geigenund Lerchenmustk. Die schöne Frau weint selig in den Duft ihres Spitzencachenez, aber der hirschbraune Degenherr hat jungen Mut und junge Blitzaugen:„Was kostet die Werr Ich Kauf geschiebt. Die Welt „Und setzt fort, Schwager! 1 Abend in Gmunden sein!“ Er bebt sein Weib in den Wagen und springt ich. Die Tür kracht ins Schloß. Schwager hat noch einen letzten, sehnsüchtig verhallenden Klang hinausgeblasen, dann klopft er eilig auf das Horn, daß es sein Wässerlein verliere und hopst auf den Kutschsitz. Die Pferde wiehern in den Wind, die Chaise tut einen erschrockenen Sprung, als wäre sie aus einem sanften Schlummer hart geweckt worden. Aber sie weiß, was ihre Pflicht ist. Und rattert und schwankt in mächtigen Sätzen den Berg hinunter. Nach Schwanenstadt, der landesfürstlichen Poststation in der grünen Weite der Ager, wo sie die Alpen verläßt. Radrollen und Hufetrab verrinnt. Ueber Wald und Feld ist noch eine leise Hochzeitsmusik. Ein Lerchenpaar schwimmt durch den Aether. Hochzeit= und liedtrunken.... Die Vision ist weg. Der einsame Wanderer steht in tillen Gedanken. Du alte Zeit kaufe sie un einen KußP“ Der Die Welt gehört ihnen. r wollen vor vor Abenb in S junges Weib hurtig nach. Der Sch Aus Welt u. Leben tk Die Aufgaben der rechten und der linken Hand. Von Pädagogen und Physiologen ist mehrfach gefordert worden, die Kinder von klein auf dazu zu erziehen, beide Hände in gleicher Art zu benutzen, um auf diese Weise den Unterschied zwischen rechter und linker Hand aufzuheben; die beiden Glieder würden dabei gleiche Kraft, gleiche Beweglichkeit und gleiche Geschicklichkeit erlangen, worin man bisher einen Voruig zu erblicken wähnte. Auf Grund neuer seobachtungen hat nun der französische Forscher Felix Regnault der Biologischen Gesellschaft in Paris einen Bericht vorgelegt, der diese Bestrebungen mit Gründen bekämpft. Wir bedienen uns im allgemeinen der linken Hand, um kleine Pakete und Schirme zu tragen, um Kinder zu führen, kurz, um Verrichtungen auszuführen, die eine mehr oder minder stetig sich gleich bleibende Muskelanstrengung erfordern. Die rechte Hand dagegen dient für alle zarteren und komplizierteren Bewegungen, zu allen dynamische Muskelerfordern. Während überall eine völlig leichwertige Verwendung der Vorderfüße hten, ist der Mensch Rechtshänder. indhrung. Erither war————— Ausnahmen allenthalben die Silberwährung vorherrschend. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde sie aber fast überall durch die Goldwährung ersetzt. England führte sie schon 1816 ein, in Deutschland wurde die Goldwährung erst durch das Münzgesetz vom 4. Dezember 1871 an Stelle der bis dahin geltenden Silberwährung gesetzt. Nach der neuen Gesetzgebung werden aus einem Kilogramm seinem Gold 2970 M. geprägt, und zwar in Stücken von je 10 und 20 M. Die alten Taler behielten allerdings, trotz der nominellen Goldwährung, noch lange Zeit volle gesetzliche Zahlungskraft und sind erst in den letzten Jahren durch die in gewissen Grenzen allerdings nur als Scheidemünze geltenden unsympathischeren Dreimarkstücke ersetzt worden. Als Scheidemünze gelten außerdem noch die Fünf=, Zwei=, Ein= und Einhalb=Markstücke in Silber, 25, 10 und 5 Pfonn#—* 2 und 1 Pfennigst der wirkliche tatsächlichen Goldwerte angepaßt ist, haben die Silber=, Nickel= und Kupfermünzen einen ganz erheblichen Minderwert gegenüber ihrem Nennwert. Dieselben haben deshalb auch nur eine beschränkte Zahlungskraft und brauchen nur in geringen Beträgen, bei Silber bis 20, bei Nickel und Kupfer bis 1 M. in Zahlung genommen zu werden. Als Material für die Silbermünzen wird eine Legierung von 90 Teilen Silber und 10 Teilen Kupfer benutzt, während Nickelmünzen aus 75 Teilen Kupfer und 25 Teilen Nickel, die Kupfermünzen dagegen aus 95 Teilen Kupfer, 4 Teilen Zinn und 1 Teil Zink bestehen. Aber auch die Goldmünzen sind nicht aus reinem Gold hergestellt, sondern aus einer Mischung von 90 Teilen Gold und 10 Teilen Kupfer. Während die Münzen früher nur einsei geprägt waren, werden sie heute auf beiden Seiten mit reliefartig hervortretenden Bildern, Schriftzeichen oder Symbolen ausgestattet, meistens mit den Bildnissen der regierenden Herrscher oder den Wappen der Staaten und Städte. Die In= und Um. schriften beziehen sich neben der Wertangabe entweder auf das Bildnis, auf den Münzß. die Zeit der Prägung oder die Münzitte. Den Ort der Prägung kann man aus einem besonderen Zeichen ersehen. In Deutschland werden zu diesem Zwecke Buchstaben henutzt, und zwar bezeichnet A die Münzstätte in Berlin, D München, E Dresden,&a Stuttgart, 6 Karlsruhe und I Hamburg. Die Prägeanstalten aller deutschen Bundesstaaten arbeiten aber nur im Auftrage des Reiches, das dafür eine Vergütung zahlt und das zu verwendende Münzmetall liefert. Wenn früher der Staat durch das die kann ng. jede Hand gewöhnt sich besser an Münzrecht Geld verdiente, so ist dem heutihr zukommenden Verrichtungen und zutage nicht mehr so, nur die mindersie daher leichter und geschickter aus= wertigen Scheidemünzen bringen einen geführen. 2 händigkeit Bestrebun ifzuheben, wären also nur ein nzweckmäßiger Kampf gegen eine sehr weise natürliche Veranlagung. tk Etwas von den Münzen. In früheren Zeiten war eines der am meisten begehrten Rechte, das der Prägung von Münzen. Damals durften jeder Staat, viele Städte, Standesherren und selbst Private Geld prägen. Heutzutage ist das anders geworden, nur dem Reiche steht in Deutschland noch das Recht zu, Münzen zu prägen. Zwar werden in den deutschen Bundesstaaten auch heute noch an mehreren Stellen Münzen geprägt, wobei an den Stücken von 2 M. ab der Kopf des betreffenden Landesherrn angebracht werden darf, doch darf die Prägung selbst nach Stückzahl und Sorte nur auf Grund gesetzlicher Vorschriften und nach Anweisung des Reichskanzlers erfolgen. Die gesetzlichen Vorschriften beziehen sich auf Gewicht und Feinheit, also auf den Metallwert, durch welchen insbesondere festgeigg wird miertel Stücke der Müneinheit Gewichtseinheit des reinen Metalles hergestellt werden sollen. Je nachdem, ob für letzteres Gold oder Silber in Betracht kommt. unterscheidet man Gold= und SilberMindergewicht kosten eingezogen und wieder vollwertig ausgeprägt werden. — Verdorbener Spaßz. Der kleine Fred weint herzbrechend.„Aber was ist dir denn Kleiner," fragte die Nachbarin.—„Mutter hat all die kleinen Katzen ersäuft,“ schluchzt Fred.—„Ach, du Armer, das ist ja zu schlimm!“—„Ja, und sie hatte mir doch versprochen, daß ich es selbst tun dürfte.“ — Ein böser Irrtum.„Haben Sie schon von dem verhängnisvollen Irrtum unseres Kollegen Dr. Brown gehört?"— „Nein, was ist's damit?“—„Er hat einen Patienten auf Appendizitis operiert und ——“—„Aha, und der Mann hatte gar nicht Appendizitis?“—„H doch, Appendizitis hatte der Vatient allerdings— aber kein Geld.“ Pserer c eee ce n vun #n ag S EPE E K 18 Familienfreund Blätter zur Unterhaltung und Belehrung 5 Zein gesponnen. Roman aus der rumänischen Gesellschaft von Adolf Flachs. (Nachdruck verboten.) 5. Der eisige Wind, der durch die Straßen segte, schnitt Maritza schmerzhaft ins Gesicht; aber das tat ihr wohl, der physische Schmerz machte sie das Seelenleid minder stark empfinden. Und je ruhiger es in ihrem Innern wurde, desto mehr kräftigte sich ihr Vorhaben zu einem unwiderruflichen Entschluß. Behenden Schrittes durch den ziemlich hohen Schnce gehend, hatte sie bald den St. George=Platz erreicht; hier findet man häufig Kutscher mit flinken Pferden. Da stand auch gerade ein Schlitten mit zwei jungen Füchsen. „Kutscher willst Du mich nach Bragadir bringen?" „Ja, gnädiges Fräulein... aber das Dorf ist weit und der Wind weht scharf. Und Abend ist's auch schon... Einen Napoleon'dor möchte ich bitten... und so schnell wie der Wind, in einer Stunde bin ich draußen!" „Sollst Du haben, nur rasch vorwärts!“ Maritza stieg ein. In demselben Augenblick dachte sie mit Schrecken daran, daß die Mutter über ihr Verschwinden verzweifelt sein wird. Sie überlegte nicht lange, winkte einen anderen Birjar herbei und hieß ihn sofort nach Strada Romulus 17 fahren und dort der Bojarin mitteilen, daß Fräulein Maritza zum Vater auf das Gut gefahren sei. Sie gab dem Kutscher fünf Franken und nun ging's nach Bragadir. Der Kutscher sah sich das Fünffrankenstück an:„Die fünffache Taxe...“ murmelte er... „Diese Freude muß man zuerst mit einem Gläschen begießen.“ Bei der nächsten Schenke hielt er und trank ein Glas kräftigen Weins nach dem anderen, so lange bis er die Vermlassung des Trinkens vergessen hatte, seinem Gedächtnis die Adresse entschwunden war, wo er die Meldung hätte erstatten sollen... Durchfroren, am ganzen Körper zitternd, kam Maritza in Bragadir an. Herr Cinspescu befand sich gerade in seinem Bureau und sah Rechnungen durch. Er wollte seinen Augen nicht trauen, als Maritza in einer für die Winterfahrt im freien Felde ungenügenden Kleidung eintrat. „Was ist geschehen?" fragte er kreideweiß. „Nichts! Richt erschrecken, Papa! Nichts von Bedeutung!“ erwiderte sie und bemühte sich, freundlich zu lächeln, um den Vater zu beruhigen. Dann erzählte sie alles, was vorgefallen war. „Morgen wollen wir ausführlicher darüber sprechen, mein Kind,“ sagte Herr Ciuspesen gütigen Tones.„Jetzt trinkst du einen heißen Tee und gehst gleich zu Bette.“ Er geleitete sie in ein behagliches erwärmtes Zimmer. „So, Maritza, hier ist es warm, mach' dir's bequem, ich komme gleich wieder nachsehen!“ ging hinaus, sandte einen reitenden Boten nach Bukarest zu Doktor Fifirik mit der dringenden Bitte, er möchte so bald als möglich kommen. Auf dem herrschaftlichen Landsitz schlief längst alles, als gegen Mitternacht Nikolai eintraf und Herrn Ciuspescu wecken ließ. Der alte Diener weinte vor Freude, als er vernahm, daß Fräulein Maritza am Leben und geborgen sei. Herr Ciuspescu gestattete nicht, daß Nikolai noch in derselben Nacht nach Bukarest zurückkehrte, er schickte einen jüngeren Knecht mit der beruhigenden Botschaft für seine Frau. Um zwei Uhr morgens erfuhr Madame Zoe, daß Maritza ruhig und heil in Bragadir schlafe. Sie atmete schwer auf, murmelte ein Dankgebet, dann ward sie von einem Weinkrampf erfaßt... Sie schlief endlich ein und erwachte spät am Morgen. Lange dachte sie über die Vorfälle der letzten zwei Tage nach, ging mit sich zu Rate und nahm sich vor, künftig vorsichtiger mit ihrem Kinde zu sprechen. Sie konnte sich Maritzas Flucht eigentlich nicht zurechtlegen. War es die Nervosität infolge der Szene am vorgestrigen Abend und die Furcht, daß das Duell zustande komme? Oder lag hier eine ausgesprochene Abneigung gegen Toporeanu zugrunde? Wenn dem so ist, dann liebt sie am Ende Calin? Madame Zoe erhob sich bei diesem Gedanken entsetzt in ihrem Bett. Nein, nein, das ist unmöglich und das wird sie unter keinen Umständen dulden! Wenn Maritza sich Toporeanu durchaus nicht nähern will... Gut, dann wird sie ihr einziges Kind nicht zwingen, aber dann gilt es einen anderen, würdigen Kandidaten herauszufinden... Doch jenen Bauernsprößling— niemals! Frau Zoe klingelte, ließ sich ihr Schreibzeug ans Bett bringen und teilte Toporeanu in einigen freundlichen Worten mit, daß Maritza sich für kurze Zeit nach Bragadir begeben habe. Nikolai mußte sofort das Briefchen überbringen. Nachmittags kam ein Bote aus Bragadir. Maritza sandte für Mama Grüße, sie befände sich wohl und bitte Fräulein Martha, zu ihr zu kommen und ihr die Bücher, die auf dem kleinen Tisch beim Fenster liegen, mitzubringen. Martha, die ganz vereinsamt und traurig umher ging, ergriff mit Freuden diese Gelegenheit, in Maritzas Gesellschaft das rumänische Landleben kennen zu lernen. Topereanu nahm es sich nicht gar so sehr zu Herzen, daß Maritza seinen Versuch, ihr näher zu treten, so energisch zurückgewiesen hatte. Ach was, dachte er, das Fräulein war gerade schlechter Laune. Das wird sich geben. Die Alte hat ja recht, nicht jede Festung ist gleich im ersten Sturm zu erobern. Ein so reiches, wirklich reizendes Mädchen ist wohl auch noch mehrerer Stürme wert. Auch das Duell, das übermorgen, Sonntag 7 Uhr früh auf dem freien Felde jenseits des Chaussee=Wäldchens stattfinden sollte, machte ihm wenig Sorgen, obgleich die Bedingungen nicht sehr erfreuliche waren: zehn Schritt Distanz, einmaliger Kugelwechsel, der erste Schuß gehört natürlich Calin. Toporeanu baute fest darauf, daß Calin in die Luft schießen wird. Das behaupten alle, die Calin genauer kennen...„Auch ich verspüre nicht die geringste Lust, ihn tot hinzustrecken. Unversehrt soll er das Terrain verlassen... dann soll er meine Macht zu füblen bekommen... Staffidi läßt sich gar nicht sehen, war auch nirgends zu treffen. Der Fuchs hat wahrscheinlich noch einige Franken in der Tasche. Oder sollte er sich die Sache überlegt haben?“ Auch darüber ging Toporeanu sorglos hinweg, wie die meisten, denen das Glück immer auf halbem Wege entgegenkommt. Sonnabend morgens erwachte Toporeann wie gewöhnlich gegen 10 Uhr. Mihai trat ein und meldete den Besuch des„roten Herrn". „Guten Morgen, Herr Toporeanu! Ich muß Sie, wenn ich Sie sprechen will, immer zu so„früher“ Stunde besuchen.“ „Im Gegenteil, Sie sind nirgends zu sehen, lieber Staffidi... Was bringen Sie Neues?" „Nichts!" „Gar nichts?“ „Das Buch, das Sie mir gegeben, ist wirklich interessant... so lebhaft geschildert ... sein, sehr sein geklügelt, man fühlt sich fast versucht, ein ähnliches Stückchen selber zu probieren, daß doch etwas Abwechslung in dieses Einerlei kommt. Kein Geld, die leeren Taschen gähnen und ich gähne mit, eine Langeweile zum Sterben, sage ich Ihnen, Herr Tovoreanu. Ach, Paris, Paris, die goldene Stadt! Sehen Sie, wenn ich dieses an sich ja eigentlich recht abscheuliche Geld hätte, sofort ginge ich nach Frankreich. Da erlebt man doch etwas... Jeder Tag bringt Interessantes. Und l##nen kann man was von ihnen, denken Sie nur, wenn so ein Kerl wie ich einige Jahre in Paris leben könnte! Alles gucke ich jenen ab, ein einziges Volk, diese Franzosen! Sie lächeln über meine Schwärmerei, Sie haben recht, denn was nützt mir armem Schlucker meine Begeisterung... bringt mir höchstens ein mitleidiges Lächeln ein. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen für die Lektüre dankbar sein soll, sie weckt mich aus meiner Ruhe ... Dieser herrliche Einfall in dem Buch, man glaubt bis zum Schluß, das ganze große Lügengebäude muß jeden Augenblick zusammenstürzen und den Baumeister nd seine Gehilfen nnter den Trümmern begraben... Und was ergibt sich? Zur großen Ueberraschung des Lesers— geschieht das Gegenteil... Aber wozu erzähle ich Ihnen das alles, Sie haben es ja gelesen. Wie Sie sehen, stehe ich ganz unter dem Eindruck, es hat mich geradezu aufgerüttelt. Man wird ja hier zu Lande bald ganz apathisch... Woher soll man auch Ideen und gute Einfälle bekommen? Bei dieser Beschäftigung! Geld und Geld zählen... und die Ironie, dabei ein Bettler sein.“ „Wenn er Ihnen so gut gefällt, der Einfall, versuchen Sie doch etwas Aehnliches...“ „Na, darüber müßte man noch eine Nacht schlasen oder... nicht schlafen... Charles %a S F P3.***•— "•• nn Se. n 93 e. ** Denters Rolle wirklich durchführen, ist doch etwas gewagt..— „Finden Sie wirklich, Staffidi? Deniers Rolle wirklich durchführen, ist doch richt“ „Begreife ich auch... Sie dabei stehen ja im Hintertreffen. Aber ich... mich hätte die löbliche Polizei bald am Kragen und gar so erfreulich dürfte der Aufenthalt von mehreren Monaten in einem Königlich rumänischen Gefängnis nicht sein.“ Der neugierige Mihai, der hinter der Tür horchte, schnitt ein sehr verdutztes Gesicht. „Die alten Griechen,“ meinte Toporeanu höhnisch,„waren ein sehr mutiges Volk...“ „Gewiß, aber auch sehr vorsichtig mitunter. Bloß Mut und Ueberlegung gepaart, bringt sicheren Sieg.“ „Ja, aber Ueberlegung kostet Zeit... Am besten wäre es noch vor dem Duell geschehen, aber jetzt ist es zu spät.. Sie können indessen endlich einmal an die Sache gehen... Ich kann Ihnen heute schon mit Bestimmtheit sagen, daß Calin heil aus dem Zweikampf zurückkehren wird. Töten will ich ihn nicht, auch nicht verwunden, denn Sie begreifen; wenn er auch nur verwundet wird, hat er die Sympathien der Gesellschaft auf seiner Seite, und das ginge gegen meine Absicht. Er muß auf eine andere Art und Weise für einige Monate vom Schauplatz, aus meinem Gesichtskreis verschwinden. Mit anderen Worten, ich will ihn unmöglich machen. Wir stehen uns, wie Sie wissen, mit unseren Ansichten im öffentlichen Leben feindlich gegenüber und dieser fanatische Narr kann mir meine ganze politische Laufbahn verderben, oder wenn auch nicht gerade verderben, so doch erschweren. Und wenn seine Ideen noch einen gesunden Sinn hätten! Nutzen wird er unserem Volke nicht bringen, im Gegenteil, nur Schaden, denn er macht Bauern und Handwerker durch seine Reden unzufrieden... Also lieber Staffidi, Sie wissen nun, um was es sich hier dreht... sädeln Sie die Sache sein, sehr sein ein, gengt es Ihnen, den Gegner bloß für eine kurze Zeit zu entfernen... dann wird Duilius Toporeanu dafür Sorge tragen, daß sich Ihr Traum, in Paris Ihre Studien fortsetzen zu können, bald verwirkliche...“ „Und wenn es mißlingt! Was dann? Wird man mich im Stich lassen?...“ versetzte Staffidi forschend. „Das schon deshalb nicht, weil er nun Rache fürchten muß!“ „Das ist allerdings wahr!" lächelte verschmitzt Staffidi.„Und wenn ich mich bereit erkläre, dann muß ich wohl eilen?“ „Das in jedem Falle... junger Grieche! Noch eines möchte ich Ihnen raten... es ist in Ihrem und meinem Interesse, wenn Sie vorläufig Ihre Besuche bei mir einstellen, wir können uns ja zufällig irgendwo treffen...“ „Davon steht nichts in dem französischen Original— aber vielleicht haben Sie recht... Und wenn meine Arbeit getan ist, schicke ich Ihnen das Buch als Zeichen zurück. Womit ich die Ehre habe, mich Ihnen als Ihren gehorsamsten Diener zu empfehlen.“ „Addio!" Mihai schlich sich rasch von der Tür sort und eilte in die Küche. Er war ärgerlich, daß er so wenig Zusammenhängendes hatte erlauschen können; denn es war leise und zuneist französisch gesprochen worden.„Calin, Königlich rumänisches Gefängnis, Gegner entfernen, das Buch ist wirklich interessant...“ was sollte Mihai damit anfangen? Je mehr er sich bemühte, einen Sinn herauszufinden, desto unklarer wurde es in seinem Kopfe und über seine eigene Dummheit außer sich geratend, ergriff er wütend einen Topf und schleuderte ihn mit solcher Wucht auf den Boden, daß die Scherben herumflogen, wie aufgescheuchte Sperlinge. Ein höhnisches Lächeln verzerrte Toporeanus schönes Gesicht, als Staffidi fort war ...„So.. jetzt habe ich Dir eine schmackhafte Suppe eingebrockt, verehrter Herr Calin,“ dachte er... Die Lust, den rumänischen Cato zu spielen, wird Dir vergehen!... Staffidi ist ein geschickter Junge; er wird die Operation mit der denkbar größten Vorsicht durchführen und der Selbsterhattungstrieb wird ihm den Mund schtießen" Mit dem erhebenden Vorgefühl eines Sieges über einen mächtigen Feind ging Tovoreanu mit großen, majestätischen Schritten in seinem Schlafgemach freudig aufgeregt auf und nieder.„Ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel wird die knorrige, jugendkräftige Eiche zerschmettern! Und den Blitzstrahl entsendet meine Rache!“ Er blieb plötzlich stehen; das Blut entwich aus seinem Gesicht. Er vergegenwärtigte sich eine junge Eiche in vollem Blätterschmuck, gebrochen auf dem Moosgrunde liegend und dieses Bisk erweckte in ihm ein tiefes Schamgefühl. Rüde vom raschen Auf= und Abgehen setzte er sich in einen Fauteuil und seufzte:„Es wird doch unser einem nicht leicht, ein Schuft zu sein!“ Und seine erregte Phantasie zeigte ihm ein anderes Bild: Calin, nach fünf= bis sechsmonatlicher Untersuchungshaft! Abgemagert, das Gesicht eingefallen und aschgrau; die großen Augen noch größer, scheinen vorwurfsvoll zu sagen: „Sieh, das ist Dein Werk! Das hast du aus mir gemacht!" Toporeanu wurde es unheimlich und er seufzte wieder:„Es ist nicht leicht ein Schuft zu sein! Es muß aber geschehen!“ Mit einem Male sprang er auf, stürzte zw Gläschen Kognak hinunter und nahm seine Spaziergang wieder auf...„Was sind da für Sentimentalitäten, Duilius!“ eiferte er „Warum ist er mir in den Weg getreten, ohne zu klügeln, ob es recht oder unrecht sei... Der Idealist ist schlau und praktisch, wenn es seinen Zwecken paßt. Warum mußte es gerade Maritza sein, in die er sich verliebt! Gibt es nicht andere schöne und wohlhabende Mädchen? Freilich fällt die Strafe härter aus, als er verdient... Aber ist er denn der erste? Wurden im Laufe der Jahrhunderte nicht tausende von unschuldigen Menschen einem höheren Zwecke geopfert? Haben ein Cäsar, ein Napoleon gezögert, Menschenleben aufs Spiel zu setzen, wenn es ihnen zur Erreichung eines bestimmten Zieles für notwendig erschien? Wer ein Führer sein will, dem ziemt nicht weibische Schwäche und Empfindsamkeit. Wenn ich als Lenker der Geschicke meines Volkes Glück und Segen verbreiten oder Ungemach von ihm abwenden werde, wird Gott und die Gesellschaft verzeihen, daß ich ein einziges Leben nicht geschont!“ Er fühlte sich durch diese Betrachtungen nun gleichsam gestärkt, ermutigt, und seine Stimmung war wieder gehoben. Er klingelte zweimal, Mihai trat ein und brachte den Morgenimbiß. Auf dem Tablette befand sich ein Briefchen— goldberändertes Elfenbeinpapier, das einen zarten Veilchenduft verbreitete. Toporeanus Herz pochte.„Vielleicht von Maritza,“ sagte er sich,„vielleicht erklärt sie ihr gestriges Verhalten...“ Er überlegte, ob er den Brief gleich öffnen soll oder nicht ... Nein! Bringt er etwas Erfreuliches, dann wird er es nach dem Frühstück um so besser genießen können; ist der Inhalt unangenehm, dann hat er sich vorher gestärkt. Er zwang sich, langsam den Kaffee zu schlürfen und ließ sich dann die duftenden Rosenblättchen, in Zucker eingesotten, schmecken. Hierauf zündete er eine Zigarette an, nahm den Brief zu sich und ging ins Wohnzimmer; er setzte sich auf den Divan, öffnete das Schreiben, überflog rasch die wenigen Zeilen, und seine Hand senkte sich mit dem Brief... Toporeanu ward es unbehaglich und schwül zu Mute; die Furcht dämmerte in ihm auf, daß sein Glücksstern sich zu verdunkeln beginne... Nach der Kürze und der kühlen Höflichkeit des Schreibens von Madame Zoe zu schließen, scheint Maritzas bweisung seiner Annäherung nicht die Folge einer vorübergebenden Mißstimmung, sondern einer tieferen Abneigung gegen ihn, den Herzensbezwinger von Bukarest, gewesen zu sein. Das verletzte und schmerzte seine Eigenliebe; es traf ihn wie ein unerwarteter Peitschenhieb. Er langte nach dem Spiegel und betrachtete sich... er fand keine Veränderung in seinem Gesicht, die Augen hatten den früheren glänzenden, feurigen Blick; die blauen Ringe seiner Augen hoben den blassen Ton seiner Gesichtsfarbe noch wirksamer hervor. Maritza war ihm sonst liebenswürdig, manchmal sogar freunvschaftlich entgegengerommen. Hub diese plötzliche Wandlung? Calin! Immer und überall Calin! So wird es stets sein!... Er hat ihr offenbar durch sein mutiges Auftreten an jenem Abend imponiert, seine ungeschminkte Aufrichtigkeit, in ihrem Kreise etwas Seltenes, hat die Wirkung nicht verfehlt. O, wie er Calin in diesem Augenblicke haßte! Und der Haß wurde genährt durch ein instinktives Gefühl der Eifersucht, die in seiner plötzlich aufkeimenden Liebe zu Maritza wurzelte. Es wurde Tovoreanu dunkel vor den Augen und er zitterte vor Wut. Nein, nicht schonen wird er ihn morgen, sondern erbarmungslos niederschießen, auf die Gefahr hin, daß Maritza ihn verabscheuen wird. Ein Fieberschauer durchrieselte Toporeanu, er suchte seinen Ingrimm nach außen abzuleiten, ergriff einen Stuhl und schleuderte ihn mit aller Macht zur Erde, daß Mihai erschrocken und neugierig den Kopf zur Tür hereinstreckte, den er aber schleunigst zurückzog, als er die große Aufregung seines Herrn bemerkte. Toporeanu litt es nicht in seinen Räumen; er ging aus, bestieg einen Schlitten und ließ sich weit hinahren, aufs freie Land. Die Stille der tur, das einförmige Weiß, das Straßen v Felder bedeckte, das gleichmäßige Geklin# der Schellen auf dem Geschirr der Pferde wiaferten seine Unruhe ein wenig ein; allmählich entwirrten sich seine Gedanken und Gefühle, die früher, wie der jetzt fallende vom Wind gepeitschte Schnee, herumgewirbelt hatten, und als er wieder vor seinem Wohnhaus eintraf, da fühlte er sich ruhiger. Auf dem Schreibtisch fand er ein in Zeitungspapier eingeschlagenes Paket; er öffnete es und fand den Roman.„Die Würfel sind gefallen; mein Glück mag vielleicht Lannen haben, aber es bleibt mir treu!" dachte er unter dem Einfluß einer ihm selbst unerklärlichen, hoffnungsfreudigen Stimmung. Mit einem Gefühl der Dankbarkeit für den Verfasser blätterte er wieder in dem Buche. hier und da eine Stelle lesend; dann zerriß er es in mehrere Teile, warf sie in den Ofen, in welchem das Feuer lustig flackerte. Bloß ein Blatt behielt er und steckte es in die Hosentasche— morgen nach dem Duell wollte er diesen interessanten Abschnitt noch einmal lesen, um ihn seinem Gedächtnis einzuprägen, dann wird auch diese letzte Spur durch die Flammen vernichtet.— Seine Aussichten bei Maritza sah er jetzt auch in einem viel freundlicheren Lichte. Um sich in der optimistischen Beurteilung seiner Lage selbst zu bestärken, wiederholte er immer die alte, abgenutzte Redensart, die Madame Zoe mit einem tiefsinnigen Ausdruck im Gesicht gebraucht hatte: „Nicht jede Festung ergibt sich auf den ersten Sturm.“ Und er kam von seinem Entschluß, Calin im Duell zu treffen, wieder ab. Aber immer wieder beschlich ihn die Furcht, sein Glücksstern sei im Erlöschen; Ruhe und Sicherheit konnte er an diesem Tage nicht finden, obgleich er alle jene Mittel versuchte, die er sonst in ähnlichen Fällen mit Erfolg anzuwenden pflegte. Auch die Nacht brachte ihm nicht die ersehnte Befreiung von der nervösen Verstimmung. Der Schlaf, der Sorgenbrecher kam erst spät an sein Lager. Calin war am Vortage des Duells gleichmütigen Sinnes. Er erwog wohl die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit eines für ihn ungünstigen Ausganges, allein er tat dies mit einer stoischen Kaltblütigkeit. Fifirik bemühte sich vergebens, seine Herzensangst durch die alte witzelnde Sprechweise zu bemänteln. Am Sonnabend kam er zu ganz ungewöhnlicher Stunde, schon gegen sieben Uhr abends, nach Hause. Er und Calin bewohnten gemeinsam ein freundliches Gartendäuschen in einer stillen Vorstadt auf dem einzigen Hügel der rumänischen Hauptstadt, dem Metropolie=Berge in der Nähe des Filareter Bahnhofes. Von da aus hatte man einen schönen Ausblick auf die Stadt und man befand sich hier wie auf dem Lande. Das ebenerdige Haus enthielt vier durch einen Flu: getrennte Zimmer; links wohnte Calin— seine beiden Räume waren einfach, aber nicht ohne GeS BUEHSOEETGUSÖET E• S•HENSENE• schmac eingerichtet; rechts vom Flur lagen elegant ausgestattete Räume. Die Bukarester Gesellschaft nannte die Behausung der beiden Freunde nicht anders als„das Narrenheim". Man konnte es sich gar nicht erklären, daß zwei gebildete junge Männer in guten Vermögensverhältnissen in einem bescheidenen Häuschen draußen in der Vorstadt sich wohl fühlen können. Daß man hier und da die Rolle eines edlen, uneigennützigen Menschen spielt, so weit die eigenen Interessen darunter nicht zu sehr leiden, ist ja ganz schön, aber konsequent von diesem Standpunkt aus handeln und sich dabei oft ins eigene Fleisch schneiden, ist lächerlich, dachten die meisten, welche die beiden kannten. (Fortsetzung folgt.) rerr in den„Solbenen Löwer“,— zu wert= dann tönte sein Schritt auf ben S tag, ging dann quer über den Marktplatz, ten, womit diese bedeckt war. hinüber zu„August Windschrot junior und 1 Rosa öffnete die Augen, wandte langöhne,“ ließ August Windschrot junior, sam den Kopf— Günther nahm zu seiner „„„„„„1b—„„„— 888 Tagesspruch Auch mit den treuesten Freund verschon deinem Geheimnis! Forderst du Treue von ihm, die du dir selber versagst? Herder. Die Fahrkarte. Humoreske von Levin Schücking. (Nachdruck verboten.) (2. Fortsetzung.) Hatte Günther vorhin dem Vater ärgerlich nachgeblickt, so schaute er jetzt der Tochter mit einem noch sprechenderen Ausdruck. dem der vollsten Verblüffung, nach. Von dem, was sie geredet, war ihm ganz wirr im Kopf. Es war gar zu merkwürdig! Diesen Morgen war sie in Angst und Verzweiflung gewesen, hatte mit rührendem Flehen gesprochen und ihn mit einer unbeschreiblichen Dankbarkeit angeblickt— und jetzt war sie in heiterster Stimmung, war nicht mit einem Worte darauf zurückgekommen, daß sie ihm danke, sprach alles in einem Tone verlegener Scherehaftigkeit und belustigte sich über ihn. Und was sollte das heißen, daß sie gesagt hatte:„Dort werden wir uns also wiedersehen?"— Sollte das heißen:„Dort werden wir, mein Vater und ich“— oder meinte sie:„Dort werden wir, du und ich, uns also wiederseben?“ Günther hatte den Eindruck gehabt, als habe sie das letztere sagen wollen. Und das war ja ganz verrückt!— In der Tat, es ging dem jungen Manne wie ein Stich durchs Herz, das Mädchen mußte nicht recht klug sein— es schien einer ihrer tollen Streiche, diese Flucht— und deshalb war ihr Vater ihr so besorgt nachgeeilt, deshalb aber auch, nachdem er von Günther das, was er wissen wollte, erfahren, so verschlossen über alles weitere gewesen! Günther war durch dies alles jedoch in eine gewisse Aufregung gekommen. Er hatte sie doch wieder so bezaubernd hübsch und anziehend gefunden, daß er von ihrer Erscheinung vollständig befangen war. Und darum hielt er die Spannung, in welche er geraten, gar nicht mehr aus. Er wollte und mußte Licht haben. Gab es denn gar keinen Vorwand, unter dem er nach Tiefenwalde hin dem Vater oder dem jungen Mädchen folgen konnte? Eben blies drüben, an der anderen Seite des Stationsgebäudes, der Postillon— sie fuhr also in diesem Augenblick ab— er hätte ihr noch nachstürzen, in den Postwagen springen, mit ihr fahren können— es war nur schrecklich, daß er ein so besonnener, überlegender, rücksichtsvoller Mensch war und so gar nicht den geringsten Vorwand hatte, um sich der teuren Tante auf Tiefenwalde und dem ehrenhaften Herrn Dornheim vorzustellen! Aber halt, ein Vorwand mußte sich ja doch finden lassen. Herr Dornheim war ja auf einen Prospekt der großen Gründung, mit der sein Vater umging, versessen. Und sein Vater hatte Prospekte in Rottberg an Geschäftskunden gesandt. Günther sprang elastisch von der Bank, auf die er zurückgesunken war. in die Höhe. Er eilte dieinen stattlichen Herrn in den Sechzigern, unbarmherzig aus der Siesta, die den würdigen Chef umfangen hielt, aufrütteln und erklärte ihm, daß er die Ehre, das Geschäftliche mit ihm zu besprechen, am Abend oder am anderen Morgen haben werde und für den Augenblick nur dringend um die Rückgabe des Aktiengesellschafts=Prospektes ersuche, welchen Herr August Windschrot junior von seinem Vater erhalten. Als dies Verlangen befriedigt war, eilte er wieder davon und in den„Goldenen Löwen" zurück, wo er den Wirt bat, ihm einen Wagen anspannen zu lassen, um ihn nach Tiefenwalde zu fahren. Nach etwa drei Viertelstunden kam er in dem bescheidenen Dore an. das den Namen Tiefenwalde führte und aus zwei Reihen sehr einfacher ländlicher Siedelungen bestand, welche zu beiden Seiten der Chaussee lagen. In einem dieser Häuser konnte die Schwägerin des woh'habenden, breitspurigen Herrn Dornheim unmöglich wohnen. Günther sah sich suchend nach allen Seiten um, um zu erfahren, wo er sie finden werde. Aber umsonst. Endlich hielt der Kutscher vor dem Ausspannwirts= hause, und der aus seiner Türe tretende Mann mit einer blauen Leinwandschürze, an den sich Günther mit seiner Frage wandte dieser Mann machte seiner Unsicherheit mit einem Schlage ein Ende. „Die Schwägerin von Herrn Dornheim, die verwitwete Landrätin Gaßler, wohnt da drüben— sehrn Sie, da hinaus— jenseits des Hügels,“ sagte er, in südlicher Richtung deutend.„Sie finden gleich hinter meinem Hause hier einen Fußweg, wenn Sie dem folgen, tommen Sie in die Obstbaumallee, die Sie dort über den Hügel laufen sehen. Sind Sie auf der Höhe angelangt, so erblicken Sie das Gut, auf dem die Frau Landrätin wohnt, unmittelbar vor sich!“ Günther dankte herzlich für die Auskunft, befahl dem Kutscher auszuspannen und auf seine Zurückkunft zu warten und ließ sich den Fußyfad zeigen, auf welchem er denn auch bald die Obstbaumallee und fünf Minuten später die Höhe des Hügels erreichte, dessen Rücken sich im Süden des Dörfleins dahinzog. Er blickte jetzt in ein freundliches, wiesen= und waldreiches Tal hinab, auf dessen Grunde dicht vor ihm ein Gutsgebäude lag, mit weißschimmernden Mauern und grünen Jalousien, sonst jedoch, wie es schien, kein sehr anspruchsvoller Bau. Er hatte über dem Erdgeschoß nur ein Stockwerk. Rechts davon lag der Oekonomiehof mit mehreren aus Obstbaumwipfeln ragenden Dächern— vor dem Gute dehnte sich ein sehr geräumiger Garten aus. Günther kam an ein offenes, eisernes Gittertor, welches in den Garten führte. Durch eine breite Obstbaumallee schreitend, sah er eine Steintreppe vor sich, und bald auch, daß diese Treppe auf eine Terrasse führte, welche mit einer hübschen, von Reben dicht übersponnenen Veranda überbaut war. Sehr bald auch ließen ihn die Zweige der Bäume, die anfangs seinen Blick gehemmt hatten, noch mehr gewahren— nämlich ein sehr hübsches Bild— in einem Gartensessel, mit dem Rücken an die Wand der Veranda gelehnt, san ein junges Mädchen in dunkelgrünem Kleide— er erkannte sofort Fräulein Rosa. Ein runder Tisch von Gußeisen stand vor ihr, mit Kaffeezeug bedeckt, sie hatte die Hände müßig im Schoße liegen, die Augen geschlossen— ihr Profil zeichnete sich mit seinen anmutigen, reizenden Linien fein und scharf an der dunkelbeschatteten Wand des Hauses hinter ihr ab. Günther schlug das Herz, wenn er stehen geblieben, hätte er den Schlag desselben hören müssen. Aber er blieb nicht stehen, er schritt rasch und elastisch die Treppe zu der schmalen Terrasse hinauf und Ueberraschung wahr, daß eine Träne über ihre Wange rollte— und dann fuhr sie auf, stieß einen leisen Schrei wie des höchsten Erschreckens aus und blickte so angsterfüllt, so entsetzt um sich, daß es augenscheinlich war, sie wollte sehen, nach welcher Seite hin sie dieser erschrecklichen Erscheinung entfliehen könne. „Fräulein Rosa.“ rief Günther bestürzt aus,„um Gotteswillen, was erschreckt Sie denn bei meinem Anblick so? Ich komme ganz einfach um Ihres Vaters willen— er wünschte dringend, einen gewissen Prospekt zu erhalten, ich habe in Rottberg einen aufgetrieben und komme nun, ihn zu bringen und...“ „Sie kommen um meines Vaters willen — nun ja. das versteht sich, daß Sie meinetwegen nicht kommen— das weiß ich freilich!“ sagte sie mit flammendem Gesicht und einem Zorne, der, so atemlos sie die Worte auch hervorstiet, immer unverkennbare rwurde. „Ich muß Ihnen aber sagen, daß ich es doch nicht schön finde, daß Sie kommen, durchaus nicht— Sie zu uns hier — es hätte nur gefehlt, daß Sie am Ende auch noch Ihre zwei Kleinen mitgebracht hätten— oder haben Sie sie vielleicht bei sich— wahrhaftig, Sie hätten aber doch besser getan, diesen Morgen mir Ihr Bilnet nicht zu geben, ich hätte dann nicht mitkommen können und wäre wieder heimgegangen und hätte den grenzenlos dummen Streich, die überflüssige Dummheit, vor Ihnen auf= und davonzugehen. nicht gemacht. Aber daß Sie nun noch hierher kommen, wahrhaftig— das ist,— aber was kümmert mich auch das, Sie wollen ja zum Vater, ich will Ihnen den Vater rufen, Sie können dann ja Ihren Prospekt oder was Sie haben, an ihn loswerden, der Ihnen so wichtig scheint, daß Sie die Taktlosigkeit haben, darum hierher zu kommen, ohne eine Spur von Reue und Scham über Ihre tückische Verschwiegenheit und Ihren Cgoismus Sie wandte sich rosch, nachdem sie mit zitternder Lippe und vor innerer Aufregung jetzt ganz bleich geworden, diese Worte hervorgesprudelt hatte, und eilte davon, in die nahe offene Haustüre hinein. „Fräulein Rosa— aber ich bitte Sie — erklären Sie mir...- rief der junge Mann ihr flehentlich nach. Sie hörte nicht— die Haustüre war so ärgerlich nahe— sie war darin verschwunden, ehe sichs Günther versah. Dieser stand starr wie eine Bildsäule, vollständig vernichtet. „Sie ist wahrhaftig nicht recht im Kopf,“ sagte er sich, nach einer Weile tief aufatmend,„wahrhaftig, es ist gar kein Zweifel mehr! Zuerst, diesen Morgen, ist sie in einer tollen Aufregung, worin sie auf und davongeht, ohne Gepäck, ohne Gepäck, ohne sich zu rechter Zeit eine Fahrkahrte zu lösen,— dann in Rottberg ist heller Sonnenschein bei ihr, sie ist die Freundlichkeit selber— und jetzt, nach ein paar Stunden, toben wieder Sturm und Wetter! Und was sie spricht, ist lauter wirres Zeug! Was sie nur mit den zwei Kleinen, die ich hätte mitbringen sollen, wollte!— Wie mich das arme Mädchen dauert!... So hinreißend hübsch! Das arme, arme Geschöpf! Aber da ist ja ihr Vater. Geben wir ihm seinen Prospekt und machen wir, daß wir fort kommen!“ In der Tat trat Herr Dornheim jetzt aus der Haustüre unter die Veranda— ein wenig wankenden Ganges und sich die Augen reibend. „Was ist, was ist, was geht denn vor? Sie, mein lieber Herr Lohberg,“ sagte er. „Ich habe ein wenig Siesta gehalten, um mich von der Reise auszuruhen,— und da weckte mich Rosas und Ihr lautes Reden in der Veranda hier. Was führt Sie ber? Was gibt es?“