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Hörde. und Mililär-, sowie anderer Vehörden. „Expedition: Dortmund, Peinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 160. Jeder Abonnent int ans Grund unserer Statuten mit 300 Mark kostenlos gegen tödlichen Unsall versichert! die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 PioReklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 80 Pig. Bei wwangsweiser Bettreidung der Insertionsgedühren durch Klage ov. Konkurs verfahren wied der bewilligte Radatt din fa##ch Erfüllungsort Dortmund. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriedenen Tagen und Blägen übernehmen wir keine Garantie. für die Redaktion verantwortlich: ax Sonnemanu. Dortmund. Erstes Blatt. Hummer umtasst 20 Selten. handervogel und Antisemitismus. Wandervogel=Bewegung ist ohne behördliche ehnigung entstanden, frei aus dem Gefühl der Juund ihrer erwachsenen Freunde heraus, als eine ewirkung gegen die gleichmachenden Einflüsse der sstadt und der neuzeitlichen Kulturentwicklung. Bewegung trug einen urwüchsigen und frischen nakter, das Wandern stählte die Glieder oer junLeute, erzog sie zu Einfachheit der Sitten und zu und Liebe für die deutsche Heimat und erfüllte nit Achtung vor der Arbeit des Bauern und kleinen Handwerkers, die der Großstadtjugend, nicht hinauskommt aufs Lands, oftmals abhanzekommen ist. Daß bei der Bewegung etwas Ziperromantik hineinspielte, die sich hauptsächlich bei Abkochen und bei dem Nächtigen in Scheunen sonstigen möglichen und unmöglichen Oertlichergab, konnte nur griesgrämige Philister eren; die Jugend braucht eben etwas Phantastik, leichte Uebertreibungen einer an sich gesunden sind, wir möchten sagen, geradezu eine Notwent, um junge Leute fesseln zu können. Prächtig bei den Wandervögeln das Wiederaufkommen alter ur, auch derbvölkstümlicher Lieder und in Verung damit die Lautenspielerei, die an die Scholaeit des Mittelalters anknüpfte. Und nicht minbedeutsam war, daß sich aus der Bewegung heraus von selbst und ohne irgend welchen stärkeren ug die Verneinung des Alkoholkonsums ergab. Ales in allem: eine gesunde und unterstützungsige Auflehnung gegen die unvermeidlichen Notsleiten der industriellen Entwicklung und geEintönigkeit des Schulbetriebs, ein starkes des Bedürfnisses der deutschen Jugend, wieer Mutter Natur und mit der deutschen Heilede in unmittelbare Berührung zu kommen! Und ganz begreiflich, daß zu den begeisterten Förund Anhängern der Wandervogel=Bewegung auch Männer gehörten, die einer freiheitlichen en Richtung zuneigen. Denn hier war der lpfungspunkt gegeben, den deutschen Nachwuchs tischen, fröhlichen und innerlich freien Menschen sichen, ihn abzulenken von den Studentenundes Trinkens und Paukens mit all ihren auch ( politische Entwicklung des Landes so verhängllen Folgen. Die Wandervogel=Bewegung war P, richtig verstanden, eine Auflehnung gegen Iniformierung des deutschen Geisteslebens und Ausdruck des Willens, die Persönlichkeit mit ihrem an die deutsche Natur und ihre Schönheit zur 5 zu bringen; somit liegt sie im Zuge der nlichen politischen Bestrebungen und konnte von n daher nur aufs freudigste begrüßt werden. Schstverständlich aber— und das muß mit aller se beiont werden,— konnte und sollte die Wange-bewegung keinen politischen Charakter trae wäre notwendig gewesen, dieser schönen ## deutschen Jugend jede wie auch immer getung fernzuhalten. Die Jungen und Mädie wor die del sollten wandern, singen und sich in Gottes schöner Natur ergehen— dabei von vornherein„Zwecke“ zu verfolgen, würde den harmlosen Charakter der Bewegung verderben. Daß die Jugend, wenn sie in deutschen Wäldern und Auen herumgeführt wird, deutsche Arbeit und deutsches Lied kennen lernt, dadurch ganz von selbst zu einer tiefen Liebe für das angestammte Vaterland kommt, ist eine so natürliche Nebenwirkung, daß man nach dieser Richtung hin alles dem gesunden Gefühl der Jugend überlassen konnte. Jede ausgeprägte Richtung, jeder Versuch, die jugendlichen Wanderer zu Bekennern eines besonnderen Deutschlums zu stempeln, mußte den Charakter der Bewegung verschieben. Die Vaterlands= und Heimatsliebe soll dem gesunden deutschen Jungen zuteil werden wie die Luft. die er einatmet; sie ihm mehr oder minder gewaltsam einzutrichtern, würde verfehlt sein und oftmals das Gegenteil erreichen. Denn die Jugend, wenn sie Absicht merkt, so wird sie verstimmt! Von diesen Gesichtspunkten aus betrachtet ist es höchst bedauerlich, daß auf dem Wandervogel=Kongreß zu Frankfurt a. O. eine Entschließung zur frage angenommen worden ist, die einmal in ihrer Unsicherheit und Unklarheit dem klaren und einfachen Wesen der Wandelvogel=Vereine widerstrebt, anderseits aber doch eine unverkennbare Neigung in der Richtung des Antisemitismus wahrnehmen läßt. Es wird zwar betont, daß der Wandervogel politisch und konfessionell unparteiisch ist und die Gauen und Ortsgruppen keine allgemeine Beschlüsse fassen dürfen, die die Aufnahme von Juden in den einzelnen Wandervogelvereinen einschränken. Anderseits aber wird den Ortsgruppen ihrerseits zugestanden, von Fall zu Fall durch Mehrheitsbeschluß die Aufnahme von Juden abzulehnen, und es wird ihnen gleich in einem Nachsatz nahegelegt, mit welcher Begründung sie dies tun können: nämlich unter Berufung auf ausgeprägte Rasseneigentümlichkeiten, die dem aus den Tiefsten des deutschen Wesens hervorgegangenen Wandervogel unerträglich erscheinen könnten. Diese Entschließung ist sicherlich als ein Kompromiß gedacht, und wir glauben nicht zu irren, wenn wir annehmen, daß der Bundesvorsitzende, Direktor Dr. Neuendorf=Mülheim, den antisemitischen Bestrebungen fernsteht. Er hat wohl einer starken Strömung, die sich geltend machte, entgegenkommen zu sollen geglaubt. Aber dieses Entgegenkommen wird nicht den Frieden bringen, sondern den Zwist, und in die schöne Bewegung ist ein Keil hineingetrieben. Die Tendenz sitzt jetzt im Wandervogel darin, und noch dazu eine der schlimmsten und bedenklichsten Tendenzen, die der nationalen Ueberhebung und Ausschließlichkeit. Nach dem Frankfurter Beschluß hat jetzt jede Ortsgruppe des Wandesvogels die Möglichkeit, die jüdischen Knaben und Mädchen auszuschließen und sie dadurch mit dem Brandmal zu belegen, daß sie die Tiefe des deutschen Wesens nicht erfassen könnten. Der Rassenhaß und die Einbildung wird dadurch mit Gewalt in die jungen Köpfe der Wandervögel hineingetrieben, und mit der schönen Unbefangenheit und harmlosen Art der ganzen Bewegung ist es damit vorüber. Es ist:schmerzlich, daß in Deutschland auch die beste Sache durch den Fanatismus, die politische Unleidlichkeit und die schwächliche Nachgiebigkeit der Erwachsenen zu leiden hat; und man kann nur wünschen, daß die Bewegung der Wandervögel innerlich so gesund ist, daß sie von sich aus den Giftstoff des Antisemitismus ausstößt. Deutsches Reich. Rabinettsorder an das Heer. Eine Sonderausgabe bringt folgende Kaiserliche Kabinettsordre:„An mein Heer! Zum 50. Wale haben sich die Tage gezährt, in denen der Kampf um Deutschlands Noromark ausgesochten wurde. Heute vor 50 Jahren erlag Düppel, das feste Gollwert des Feindes, dem unwiderstehlichen Sturm meines tapseren Heeres. Es folgte der Ruhmestag von Alsen und die Eroberung der friesischen Inseln. Erreicht war damil das erhabene Ziel, lang von dem gemeinsamen Vaterland getrennt gewesene Stämme, die die Bitternis fremder Herrschaft hatten erdulden müssen und doch im Fühlen und Handeln deutsch geblieben waren, für Preußen und damit für Deutschland wieder zu gewinnen. Ein Werk von weltgeschichtlicher Bedeutung war vollbracht, für Preußen eine neue Zeit angebrochen. Nach vielen Jahren der Schwächze war Preußen sich der in ihm ruhenden gewaltigen Kräfte jetzt wieder bewußt geworden. Gestützt auf sein in allen Kämpfen, zu Lande und zu Wasser, bewährtes und von berechtigtem Stolze und Selbstvertrauen erfülltes Heer, darf Preußen sich allen, auch den größten Aufgaben gewachsen fühlen. Und diese Zuversicht hat sich erfüllt. Aus der Morgenröte der Tage von Duppel und Alsen ist nach schweren blutigen Kämpfen als Siegespreis die langersehnte Einigung Deutschlands erblüht, Kaiser und Reich erstanden. Heute allen denen meinen königlichen Dank zu verkünden, die vor einem halben Jahrhundert Leben und Blut für Preußens Größe und Ehre einsetzten, ist meinem Herzen ein tiesempfundenes Bedürfnis. Die Taten der Bäter leben im Gedächtnis der Söhne und Enkel. Ich weiß, daß diese es jenen in treuer Hingebung an mich und das Vaterland gleich tun werden, wenn jemals seindliche Hand das mit so teuren Opfern Errungene antasten sollte. Achilleion, Korfu, 18. April April 1914, Wilhelm.“ Ahlwardt 7. Der bekannte früher eReichstagsaogeordnete und antisemitische Führer Rektor Hermann Ahlwardt ist, wie gestern telegraphisch gemeldet, am 16. Apris ech in Leipzig gestorben. Ahlwardt war Ende voriger Woche von einem Fuhrwerk überfahren worden und hatte dabei schwere Verletzungen davongetragen, der nen er jetzt erlag. Wochenplauderei. ms. Dortmund. den 18. April. LS. Ragistrat beeilt sich erfreulicherweise, der # zu Leibe zu gehen und die private Ahleit nach Möglichkeit zu fördern. Als beiel zur Erreichung seines Zieles sieht der die Beschaffung von Mitteln für zweite an. Wenn er es auch bezweifelt, ob es messig möglich sein wird, den Bedarf an ##tu“ Hypothekengeldern mit Hülse der Stadt.. zur Verfügung zu stellen, so hält er anPonget an e wpärtigen ungünstigen Lage des Wohr E,“, doch einen Versuch für am Platze, die in Aiatigkeit durch Gewährung eines über den er ersten Hypothek hinausgehenden Grund# interstützen. Den einfachsten Weg, dies zu sähne####r Magistrat in der Erhöhung der nenie zu,. Sparkasse anzuwendenden Beleihe cgißr: aber nur möglich ist, wenn der Spare erforderliche Sicherheit gewährt wird. nun dadurch geschaffen werden, zar für die die Beleihungsgrenze überschreisucht„ die Gewährleistung übernimmt. Navor Verlusten zu schützen, die bei sich u.4 4=beleihung bis zu 75 Prozent des Wersche g. sanz vermeiden lassen, wie die fast P##berseg rung bei den hier vorkommenden chnen g.ruugen lehrt. Da es sich zunächst nur n n.7. 2sch handelt, soll die Gewährleistung g s v o n e i n e r M i l l i o n M a r k b e s c h r ä n k t hat, 7a#., die Garantiesumme diese Höhe erAllignen m eine Gesamtbeleihung von Enden m.-Park und einen Gesamtwert der zu bird 5#.#uten von vier Millionen Mark. Dar W0 D. 2TLungsweise Wohngelegenheit für 3500 Nat behäf.: geschaffen werden können. Der dährieißn vor, nötigenfalls die Erhöhung hier I. summe vorzuschlagen. Bemerkt sei, Mohner## racht kommenden Hypotheken nur Lelegene g. Tortmund und'nur für in Dorte Phiusern Nubauten von Eine oder ZweifaWeschosien„“ von Gebäuden mit höchstens vier bewährt werden sollen, die, vom Erddie geschoß abgesehen, ausschließlich Wohnungen mit zwei oder drei oder vier Zimmern enthalten. Der Wert der zu beleihenden Häuser darf einschließlich des Grund und Bodens bei Einfamilienhäusern 10000 Mark, bei Zweifamilienhäusern 16.000 Mark, im Uebrigen 50.000 Mark nicht übersteigen. Die Sparkasse nimmt für den ihre ordentliche Beleihungsgrenze überschreie lenden Teil des Darlehns 1 Prozent Provision und verlangt einen Zinszuschlag von jährlich einviertel Prozent. Die Darlehen sind mit mindestens 1 Prozent zu tilgen.— Um den privaten Geldleuten Lust zu machen, Geld wieder in zweite Hypotheken anzulegen, soll der Klage abgeholfen werden, daß der Hypothekengläubiger, wenn er das Grundstück im Zwangsversteigerungsverfahren zur Rettung seiner Kypothek habe ansteigern müssen, dazu noch etwa vier Prozent des Gesamtwertes des Grundstückes an Umsatze steuer, Reichsstempel und Staatsstempel aufzubringen habe und dadurch vielfach veranlaßt werde, auf die Ansteigerung des Grundstücks unter Verlust seiner Hypothekenforderung zu verzichten, da er nicht in der Lage sei, die hohen Eigentumswechselkosten aufzubrine gen. Natürlich kann hier nur eine Aenderung in Bezug auf die städtische Umsatzsteuer vorgenommen werden. Der Magistrat hat davon Abstand genommen, durch eine Aenderung der Umsatzsteuerordnung allgemein zu bestimmen, daß, wenn der Hypothekengläubiger das Grundstück zu einem den Gesamtbetrag seiner Hypothek und der vorgehenden Forderungen nicht übersteigenden Betrag erstanden habe, die Umr satzsteuer erlassen werden solle. Eine solche Abäne derung der Umsatzsteuerordnung könnte nämlich za Steuerumgehungen führen. Es lönnten z. B. Verkäufer und Käufer eine fingierte Hypothek eintragen und das Grundstück zur Zwangsversteigerung bringen lassen, um dadurch die Umsatzsteuer zu sparen, die erheblich höher ist, als die Zwangsversteigerungskor sten. Der allgemeine Erlaß der Umsatzsteuer würde ferner das Geschäftsgebahren gewisser Terrainspekulanten fördern, die ihre Grundstücke zur Bebauung an völlig vermögenslose Strohmänner zu hohen Preie sen verkaufen, den Kaufpreis als Hypothek eintragen lassen, und die Grundstücke dann, nachdem Bauten darauf errichtet sind, zur Zwangsversteigerung bringen, wobei die Raubandwerker in der Regel mit einem großen Teil ihrer Forderungen ausfallen, da sie selbst nicht in der Lage sind, die Grundstücke zu erwerben. Die betr. Terrainspekulanten, so führt der Magistrat in seiner Vorlage aus, machen bei diesen Zwangsversteigerungen im Falle der Ausbietung ihrer Hypothekenforderungen vielfach ein ganz gutes Geschäft, weil die Bauhandwerker zu einem erheblichen Teil nicht befriedigt werden. Würde man von der Err hebeing der Umsatzsteuer im Falle des Erwerbs eines Grundstückes im Zwangsversteigerungswege durch einen Hypothekengläubiger allgemein Abstand nehmen, so würde man das bezeichnete Geschäftsgebahren gewisser Terrainspekulanten, die heute die Umsatzsteuer zahlen müssen, noch fördern, was durchaus unerwünscht ist. Deshalb will der Magistrat nur die Ermächtigung, von Erhebung der Umsatzsteuer Abstand nehmen zu können, wenn die Steuer eine Härte bevgutet.— Die Maßnahme soll vorläufig nur ein Jahr in Geltung bleiben. Als weiteres Mittel zur Belebung des Baumarktes schlägt der Magistrat die Abänderung der Umsatzsteuerordnung bezw. deren Ergänzung durch eir nen Zusatz vor, der in der Hauptsache besagt: Die Umsatzsteuer wird nicht erhoben oder zurückerstattet, wenn das Grundstück unbebaut ist und innerhalb eines Jahres nach der Auflassung der Gebrauchsabnahmer schein für ein darauf errichtetes Gebäude erteilt werden kann, das den Anforderungen für eine Beleihung bis zu 75 Prozent durch die Sparkasse entspricht. Die entsprechende Befreiung tritt ein, wenn ein solches bebautes Grundstück innerhalb eines Jahres nach teilung des Gebrauchsabnahmescheins veräußert wird. Auch dieser Zusatz soll nur ein Jahr Gültigkeit haben. Er soll den Erbauern neuer Häuser den Verkauf und denen, die ein neuerbautes Haus zu erwerben wünschen, den Erwerb erleichtern und so zum Bau von Häusern anreizen. Der finanzielle Ausfall, der durch diese Befreiung von Umsatzsteuer für das laufende Jahr eintreten wird, wird, falls eine regere Bautätigkeit einsetzt, auf etwa 60—100000 Mark verane schlagt. Dieser Ausfall dürfte den Haushallsplan dier ses Jahres nicht ins Wanken bringen. Für später wird der Magistrat den Erlaß der Umsatzsteuer nur dann vorschlagen, wenn die Deckung des Ausfalles durch andere Einnahmen gesichert ist.— Dazu liegt noch der Antrag des Zentrums auf Schaffung eines städtiHermann Ahlwardt war am 21. Dezember 1848 in Crien bei Anklam geboren, wurde 1866 Lehrer in Neuruppin, war 1873 bis 1881 Gemeindeschullehrer in Berlin, 1881 bis 1893 Gemeindeschulrektor dort und seit Beginn der 1890er Jahre durch seine antisemitische Agitation in weitesten Kreisen bekannt. Später aber infolge seiner alles Maß und Ziel üben schreitenden Tätigkeit ist er von der Deutschen Reformpartei abgeschüttelt und ein politisch toter Mann geworden. 1892 wurde er in den Reichstag für Arnswalde=Friedeberg, und 1893 zugleich für Köslin=Neustettin gewählt; er trat keiner Fraktion bei und behielt sein Mandat bis 1903. Ahlwardt lebte in den letzten Jahren in den dürftigsten Verhältnissen. Kleine Nachrichten. Berlin, 17. April. In der hiesigen Handelskammer wurde dieser Tage ein Verband zur Wahr rung der gemeinsamen Interessen der Kinematoc graphie und verwandter Branchen begründet. Ihm traten sofort die führenden Firmen der kinemalographischen Branche und der chemischen Großindustrie, sowie zahlreiche andere Interessenten, Theaterbesitzer, Filmverleiher usw., bei. Der Verband hat drei wirte schaftliche Aufgaben und dient vor allem der Ber kämpfung des Reichskinogesetzes und der bayrischen Kinovorlage. Berlin, 17. April. Bei seinem Zusammeniritt wird der Reichstag auch den Rennwettgesetzentwur, mit den neuen Abänderungen vorsinden, da dieser Entwurf bereits am 21. April im Bundesrat zur Beratung kommen wird. Stuttgart, 18. April. Die erste###ne Tagung des Jungdeutschlandbundes unter dem tektorate des Königs von Württemberg wird vom 21. bis 24. Mai in Stuttgart stattfinden. Zabern, 18. April. Die beiden Bataillone des Insanterieregiments Nr. 99, die bekanntlich ausquartiert waren, werden heute zurücktehren. Kolmar, 18. April. Hier wurden drei Touristen aus Frankreich unter dem dringenden Verdacht der Spionage verhaftet. Gleiwitz, 18. April. Nachdem er angeblich vor russischen Spionen überredet worden ist, hat ein Posten des 22. Infanterieregiments, der einen Pulverschuppen bewachen sollte, in voller Wachtausrüstung die Flucht ergriffen. Die sofort ausgenommene Versol gung durch vier Kompagnien war ergeönislos. Ein neues Ultimatum der Vereinigten Staaten. Washington, 18. April. Die endgüitige friedliche Beilegung des Konflikts mit Mexiko ist keineswegs als scher zu betrachten. Im Laufe des gestrigen Tages sind eine Reihe ernster Hindernisse aufgetreten. Präsident Huerte hat nämlich eine Anzahl neue Bedingungen in der Frage der Abfeuerung des Saluts gestellt, die der Bundesregierung unerfüllbar erscheinen. Huerta verlangt, daß die amerikanischen Schiffe den Salut gleichzeitig mit den Mexikanern abfeuern sollen. Nach Eintreffen der neuen Nachrichten aus Mexiko wurde vom Präsidenten Wilson sofort ein Kabinettsrat einberufen, dessen ungewöhnlich lange Sitzung auf eine Verschärfung der Lage schließer läßt. Um 1 Uhr nachts waren die Minister noch immer versammelt. Die aus Mexiko eingetroffenen Nachrichten schildern die Lage als sehr ernst. Huerta soll durchaus schen Hypothekenamtes zur Gewährung zweiter Hye potheken vor, von dem im Dortmunder Tageblatt wiederholt die Rede gewesen ist. Während den Anträe gen des Magistrats ohne Bedenken zugestimmt werden wird, dürfte das mit dem Antrag des Zentrums wegen verschiedener bedenklicher Bestimmungen nicht der Fall sein. Im übrigen kann man ja zunächst eine mal abwarten, wie die Mittel des Magistrats anschlagen. Die in der hiesigen Presse erfolgte Mitteilung des von der Stadtverwaltung ausgeklügelten Planes die Beurhausstraße ihres schönen Baumschmuckes zu berauben, hat natürlich die Bewohner dieser Straße aufs schwerste beunruhigt. Es wire angezeigt, daß in der Stadtverordnetensitzung am Montag ein Stadte verordneter den Magistrat darüber befragte und dabei darauf hinweisen wollte, daß die Anlieger s. Zt. gerade wegen der Allee und der für sie eingelegten unter irdischen Bewässerungsanlage außerordentlich hohe Straßenbaukosten haben bezahlen müssen, mithin einen Anspruch auf die Erhaltung der Allee haben. Die Bewohner der Beurhausstraße nicht nur sind in Une ruhe, sondern auch andere Kreise der Bürgerschaft hat der ausgeplauderte Plan des Magistrats recht unangenehm berührt, weil man meint, daß solche Holzwege eine weise Stadtverwaltung nicht beschreiten soll. Ich glaube ja immer noch nicht, daß Dortmunds Stadtoberhaupt im Ernst an die an Barbarei grenzende Verschandelung der Beurhausstraße denkt, und hoffe, daß eine darauf gerichtete Anfrage aus der Stadte verordnetenversammlung von ihm dahin beantworte werden wird, daß die Bewohner der Beurhausstraße keinerlei Ursache haben, sich wegen ihrer Allee zu beunruhigen. Allerdings macht mich der Umstand bedenklich, daß der Magistrat zu dem in den Tagese zeitungen entstandenem Streite über die in Frage stehende Angelegenheit mit keinem Tone sich geäußert hat, während er doch sonst bei winder wichtigen Dingen durch die Nachrichtenstelle sich vernehmen läßt, falsche Behauptungen und Auffassungen widerlegt und verteidigt. Vielleicht haben es die Feiertage verschuldet, daß noch keine amtliche Auslassung in dem Streite um die Allee in der Beurhausstraße zu vere zeichnen gewesen ist. *% nicht gemiue sein, sich mit den Vereinigten Staaten frieolich zu verständigen. Er betrachtet vielleicht den Krieg als die letzte Möglichkeit, sich am Ruder zu erhalten, da er glaubt, durch eine große nationale Bewegung gegen die Amerikaner die Mehrzahl der ihm jetzt feindlich gesinnten Merikaner auf seine Seite zu bringen. Die Union verlangt den bedingungslosen Salut. Washington. 18. April. Die Regierung Wilsons hat sich die Forderung Huertas eines Gegensaluts noch einmal ernstlich überlegt und ist schließlich zu dem Resultat gekommen, Huerta ein neues Ultimatum zu stellen und den Salut der amerikanischen Flagge bedingungslos zu verlaugen. Eine entsprechende Depesche an den amerikanischen Gesandten in Mexiko ist bereits abgegangen. Es wird darin der Salut der amerikanischen Flagge mit 21 Schuß ohne irgendwelche Gegenbedingung verlangt. Lokales und Provinzielles. Dortmund, den 18. April. —. Herr Bürgermeister Dr. Köttgen hat sich um den Oberbürgermeisterposten in Duisbura beworben und gilt, wie berichtet wird, als einer der aussichtsreichsten Bewerber. —. Auszeichnung. Dem Hobler Hermann Landwehr, seit 1874 bei der Maschinenfabrik und Eisengießerei„Deutschland“ hier tätig, ist das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze verliehen worden. —: Obligat. kausm. Fortbildungsschu4e. Die Einschulung der männlichen Angestellten, die nach dem 1. April 1897 geboren sind, findet am 22. April morgens 8 Uhr in der Prinzenstraße 10 statt. Die Lehrherren werden darauf aufmerksam gemacht, die neu eintretenden Lehrlinge im eigenen Interesse rechtzeitig bei der Schulleitung(Hiltropwall 19) anzumelden da nur dann etwaige Wünsche berücksichtigt werden können. Die Einschulung der weiblichen Ane gestellten ist bereits am 15. April erfolgt. Etwoaige rückständige Anmeldungen fortbildungsschulpflichtiger Mädchen haben umgehend zu erfolgen.(Siehe Ins.) —* Der unbeschränkte Sprechverkehr ist eröffnet mit Lostau(Bz. Magdeburg) und den nier derländischen Orten St. Anna—-Parochie, Hoormaar, Oveinde. Oldebroek, Putten(Gelderland), Hape und ch Laren(Gld.) Gebühr 1 Mark. —: Ein Zeppelinluftschiff überflog ger stern Vormittag gegen 10 Uhr im Süden das Dortmunder Stadtgebiet. Es wird das in Köln stationiecte Militärluftschiff gewesen sein. —. Grundstückspreise am Westfalene damm. Die Stadt Dortmund hat auf Grund des Paragraphen 11 des Fluchtliniengesetzes vom 2. März 1875 zur Offenlegung einer Platzanlage füdlich des Westfalendammes das Enteignungsverfahren bezüglich eines den Erben Hötter und Genossen gehörenden Grundstückes zur Größe von 87 Ar eingeleiret. Durch Beschluß des Bezirksausschusses ist die Entschädigung auf 307,65 Mark pro Ar festgesetzt. Dagegen haben die Besitzer Klage erhoben. Sie verlangen als angemessene Entschädigung 700 Mark pro Ar. Nach Vernehmung eines Gutachters setzte das Landgericht Dortmund des Preis für das fragliche Gelände auf 500 Mark pro Ar fest. —. Müller extra. In der Kunsthandlung W. Utermann, Betenstraße 10—12, hier, findet augenblicklich eine Ausstellung von Entwürfen für Siegelmarken„Müller extra“ statt, auf die wir alle Liebhaber dieses modernen Sports hinweisen. Die etwa 1800 Entwürfe von vielen bekannten Künstlern Deutschlands haben überall, wo sie bis jetzt ausgestellt waren, Aufsehen erregt. Da die Ausstellung bereits für andere Städte weiter verpflichtet ist, so können die Entwürfe nur bis Mittwoch, den 22. April hier bleiben, weshalb sich Interessenten, die sie noch nicht besichtigt haben, beeilen müssen. —: Für Zirkusbesucher! Die Direktion des Zirkus Charles ersucht uns, darauf hinzuweisen, daß Karten für die angekündigten Vorstellungen außer der Vorverkaufsstelle im Zigarrenversandhaus Mensendieck, am Markt und Burgwall auch an den Zire kuskassen zu haben sind, welche täglich ab 9 Uhr ununterbrochen geöffnet sind. Besucher, welche einer leute oder morgen stattfindenden Vorstellung beiwohr nen wollen, werden dringend ersucht, sich die benbe tigten Karten rechtzeitig zu verschaffen, da sämtliche Vorstellungen permanent ausverkauft sind und die Nachfrage bei weitem nicht befriedigt werden kann. Da eine Verlängerung des Gastspiels trotz der ungeheuren Erfolge leider unmöglich ist, so wird die unwiderruflich letzte Vorstellung am Montag, und zwar nachmittags um 4 Uhr stattfinden. —. Am Zirkus Charles. auf dem Schützenhof ist der Besuch ununterbrochen ein starker. Besonderes Interesse bietet die Tierschau. Der Eintritt in den überaus reichhaltigen zoologischen Park ist täglich von morgens 9 Uhr bis 7 Uhr abends gegen eine Gebühr von 35 Pfg. für Erwachsene und 15 Pfg. für Kinder unter 14 Jahren gestattet. Die reichhaltige Schaustellung der seltenen Tiere der Tropenwelt und der arktischen Regionen ist entschieden auch wissenschaftlich von großem Wert und kann Schuten und Vereinen nur empfohlen werden. Die Direk tion bewilligt bei Kollektivbesuchen Preisermäßigungen, was lobend erwähnt werden soll. In den Nachmittags= und Abendvorstellungen brillieren Dompteur Arengo mit der Riesen=Löwengruppe und der Dompteur Wagner mit den zehn Königstigern. Das sind überaus spannende Momente, die das Publikum in Atem halten. Höchst amüsant sind die dressierten Seelöwen und die acht Elefanten, die so possierliche und schwierige Kunststücke machen. Ueberaus großen Beifall erzielen die Indianertruppe mit ihren Künsten, die Chinesentruppe mit ihren Akrobatenleistungen, die Arabertruppe und die russischen Troika=Reiter, sowie die neu eingelegte wild=romantische Pantomime aus dem wilden Westen, unter Mitwirkung von über 100 echten Sioux=Indianer, Mexikaner, Trapper, Farmer, Cowboys, Cowgirls etc. Die hohe Schule reitet Herr Ferry Rappa prachtvoll vor, und in der Pferdedressur leistet Herr Benoit Ahlers Bemerkenswertes. Hübsche Abwechslung bringen Juanny Ghezzi und Mlle. Lucie mit ihren Reitkünsten und Staunen erregen die vielen und schönen Tiere aller Art, die wiederholt aufmarschieren. Für komische Intermezzi sorgen zahlreiche Clows.“ Täglich abends 8 Uhr finden Vorstellungen statt mit wechselndem Sensationspro= gramm. Heute Samstag, und morgen Sonntag, findet außerdem je eine Nachmittags=Vorstellung um 4 Uhr statt. Am Montag Nachmittag um 4 Uhr wird bereits die unwiderrufliche letzte Vorstellung gegeben! —: 47. Orgelkonzert. Bei dem am Sonntag, 19. ds. M., abends 8 Uhr, in der Synagoge stattfindenden Orgelkonzert wirkt außer dem hier als ausgezeichneter Orgelvirtuose bekannten Organisten Herrn Heinermann, Fräulein Lydia Brose, die sich früher hier musikalisch betätigte, mit. Fräulein Brose tritt zum ersten Mal wieder an die Oeffentlichkeit, nachdem sie 2 Jahre in Berlin bei Fräulein von Artner Gesang studierte. Herr Hans Scheulen, der neue Cellolehrer des Westfälischen Musik=Seminars, spielt außer Kol=Nidrei von Bruch ein Andante von Nardini. Die Musikalische Gesellschaft hat zum Vortrag 2 Bachsche Chorale,„Adorabo“(fünfstimmig) von Thiel,„Wenn der Herr ein Leiden schickt“ von Radecke und„Jerusalem, Freude ward dir verheißen“ von Commer gewählt. Das Konzert findet bekanntlich zum Besten des Vereins der Blinden von Dortmund und Umgegend statt. Sowohl Herr Heinermann wie Fräulein Brose sind Mitglieder dieses Vereins. Der in Aussicht stehende künstlerische Genuß, dazu der wohltätige Zweck werden hoffentlich recht viele veranlassen, das Konzert zu besuchen.— Karten a Mark 1.— im Büro der Holtschneider'schen Musikschule, Balkenstraße 34, Verkehrsverein Markt, Dreist, Betenstraße; Mensendieck, Markt, Burgwall, Körnerplatz; Zigarrenhandlungen Neumann und Mathias, Brückstraße; Steffen, Hoherwall und Musikalienhandlung Dürr, Brückstraße. Außerdem Abends an der Kasse. —. Eingeliefert wurden vom 16. bis 17. dieses Monats 6 Personen ins hiesige Polizeigefängnis, und zwar 3 wegen Diebstahls und je 1 wegen Zuhälterei, Uebertretung der sittenpolizeilichen Vorschriften und Trunkenheit. — Gestohlenes Gut. Im nördlichen Stadtteil wurden 2 Garderobenständer beschlagnahmt, die vermutlich gestohlen sind. Eigentümer wollen sich beim nördlichen Kriminalbezirk, Steinstraße Nr. 48 melden. — ainbrucsdiebstahl. In einer Wirtschaft am Königswall erbeuteten Einbrecher einen Geldbetrag von über 900.— Mark. —: Einer Gaunerin fiel ein hiesiger Wirt zum Opfer. Vor etwa 14 Tagen nahm er eine etwa 26jährige Frauensperson als Köchin an, ohne sich vorher über ihre Personalien genauer zu erkundigen. In Abwesenheit des Wirts rückte die Person jetzt heimlich aus, unter Mitnahme einer Geldkasette mit 950 Mark Inhalt. —. Unfall. Gestern Mittag gegen 12einviertel Uhr ist der 11 Jahre alte Sohn Jakob des Bergmanns Jakob Hollinger, wohnhaft in Dorstfeld, Wittenerstraße Nr. 112, auf der Ecke Rheinische= und Paulinenstraße von einem Lastkraftwagen der Kronenbrauerei überfahren worden. Dem Knaben wurden die Zehen des rechten Fußes gequetscht und die Oberlippe durchtrennt. Er wurde mit dem städtischen Krankenwagen dem Luisenhospital zugeführt. * Hörde, 18. April. Gestern begingen die Eheleute Hütteninvalide Hermann Hermes, Klarenberg 16 hier wohnhaft, die goldene Hochzeit. * Lütgendortmund. 18. April. Seit gestern früh 5 Uhr ist die Ehefrau des Anstreichermeisters Karl Stock hier, geb. am 5. Juli 1880 in Somborn, spurlos verschwunden, vermutlich in geistiger Umnache tung. Sie ist von großer Gestalt, mittelkräftig und hai dunkelblondes Haar. Bekleidet ist sie mit einer kurzen schwarzen Jacke, schwarzem Hut mit buntem Seidenband. dunkelgrauem Rock, dunkelkarierter Bluse und schwarzen Halbschuhen. Es wird geberen, die Frau in polizeilichen Schutz zu nehmen und sofort telee graphische Mitteilung an die hiesige Polizeiverwaltung oder unmittelbar an den Ehegatten(Fernruf: Lütgendortmund Nr. 332) gelangen zu lassen. = Lücklembera, 18. April. Der Hüttendirektor Möller zu Lauchhammer in Sachsen hat die hier beler gene Besitzung des Werkmeisters Chr. Wagner für 16000 Mark käuflich erworben. Duisburg, 18. April. Die Stadtverordneten der Stadt Duisburg bewilligten in geheimer Sitzung den Plan des„Phönix“, A.=Ges. für Bergbau und Hüttenbetrieb: Schaffung eines großen Erzlagers mit Kaie mauer und Bau einer Hochbahn durch Duisburg=Laar. Berliner Börsen=Wochenbericht. Mitgeteilt vom Dortmunder Bankverein. Zweiganstalt des Barmer Bank=Vereins Hinsberg, Fischer& Co. Dortmund. Abgeschlossen am 18. April 1914 vorbörslich. Der Geschäftsumfang ist mittlerweile auf einem Tiefstand angekommen, der kaum übertroffen werden kann. Für einige unserer Hauptwerte kam letzthin des öfteren eine Anfangsnotierung nicht zustande. Immerhin ist die Grundtendenz eine bessere als bei den Auslandsbörsen, besonders der Newyorker. Man glaubt dies darauf zurückführen zu müssen, daß fortwährend Leerabgaben glattgestellt werden; andererseits kommt nur wenig Material zum Verkauf. Die Newyorker Ermattung wird begründet mit der sich mehr und mehr zuspitzenden Lage zwischen Amerika und Mexiko, sowie den lustlosen amerikanischen Eisenberichten. Im Monat März belief sich der Auftragsbestand des amerikanischen Stahltrusts auf 4853 000 Tonnen gegen 5026000 Tonnen im Februar 1914 und 7469000 Tonnen im März 1913. Kleinere Stahlwerke haben bereits Lohnermäßigungen eintreten lassen. Vom französischen, belgischen und heimischen Eisenmarkte werden weitere Preisermäßigungen gemeldet. Der Rheinisch=Westfälische Stabeisenhändlerverband, Gruppe Duisburg, beschloß Kampfpreise: Stabeisen kostet daselbst Mark 110.— ab Lager gegen Mark 125.— normalen Preis. Der Versand des Roheisenverbandes zeigt mit 80,18 Prozent der Beteiligung eine Besserung gegen den Vormonat von 4,85 Prozent, bleibt jedoch gegen die Rekordziffer vom Monat März 1913 um 21,15 Prozent zurück. Auch vom Kohlen= und Koksmarkt liegen weitere ungünstige Nachrichten vor. Die Erneuerung des Rheinisch=Westfälischen Cementverbandes bis zum Jahre 1925, sowie die günstigeren Versandziffern des Stahlwerksverbandes übten auf die Börse keinen nachhaltigen Einfluß aus. Mittlerweile sind die Dividendenscheine sämtlicher Großbanken zahlbar geworden; statt der üblichen teilweisen Einholung des Kuponsabschlages ist eine weitere Kursermäßigung eingetreten. Auch die Montanwerte erfuhren ohne Ausnahme Kursreduzierungen. Nur Bochumer sind verhältnismäßig gut gehalten. Verstimmend wirkten auch die Dividendenschätzungen für einzelne Siegerländer Eisenwerke, die um mehr als die Hälfte geringer gegenüber dem Vorjahre geschätzt werden. Gegen Ende der Berichtswoche befestigten sich jedoch die Kurse. Von Verkehrswerten sind besonders erwähnenswert die sehr schwach liegenden Canada=Aktien, auf Herabsetzung der Frachtraten zwischen 5 und 30 Prozent. In New=York notierten die Shares bald unter dem lange nicht gesehenen Kurse von 200 Prozent. Die Kursentwicklung der Canada=Shares verflaute, wie letzthin der der Hansa=Aktien, vorübergehend den ganzen Markt. Schiffahrtswerte sind ebenfalls abgeschwächt auf die nach wie vor ungünstige Lage des Frachtenmarktes und die rückgängige Auswanderung; über Bremnen und Hamburg wanderten im ersten Vierteljahre 1914 67121 Personen gegen 81 750 und 62315 im gleichen Zeitraum der Jahre 1913 bezw. 1912 aus. Besser gehalten sind die Elektrizitätswerte bei kleinstem Geschäfte. Vorübergehend bestand lebhafteres Interesse für Koloni alwerte besonders für Anteile der Otavi=Gesellschaft, deren Abschluß günstig beurteilt wird. Von Kassawerten sind nur wenige Spezialwerte höher bewertet. Kursabschwächungen sind auch hier vorwiegend. Unnotierte Aktien und Obligationen hiesiger und benachbarter Unternehmungen: Baroper Maschb. Akt.„„„„„„ dto. Prior.=Akt.„„„„ dto. Prior.=Akt. Lit. A.„„„„ Baumwollsp. Rothe Erde Akt.„„ 5% à 100%/ r. Rothe Erde Obl. 4½% à 100% r. Dortmunder Aktienbrauerei Obl. Dortmunder Bürgerbräu Akt.„„ Dortmunder Gas=Akt. p. Stück 4½% à 100% r. Dortmunder Gas=Odl. Dortmunder Hansabrauerei Akt. 4½/2% à 102% r. Dortmunder Hansabrauerei Obl. 4% à 103% r. Ewald Odl.„„ 4½/% à 102% r. dto. Obl.„„„„ Hotel zum Röm. Kaiser Akt.„„„ 4 1/2% à 103% r. Schürd.& Charl. Grdsch.„ 5% à 100% r. Schürb.& Charl. Erdsch.„„„ Stiftsbrauerei Frantzen Akt„„ 4½% à 108% r. Viktor Obl.„ Westfäl. Transp. Vers. Alt.„„„ 4% à 100% r. Westfalia(Hoesch) Odl. An= und Verkauf von Effekten an allen deutschen und ausländischen Börsen kulantest. Beleibung von marktgängigen Effekten zu günstigen Bedingungen. Erstklassige, festverzinsliche Werte stets vorrätig. Ständige Vertretung an den Börsen zu Essen und Düsseldorf. Handel und Verkehr. Gerstensyndikat. In Kreisen der rheinische westfälischen Getreideimporteure wird der Plan der 41 Paul heyse 7. Nun stieg ein großer Meister ins Grab Zur letzten und weitesten Reise, Von der es noch keine Rückkehr gab: Der Götterliebling Paul Heyse! Ein Schönheitsfinder im Reiche der Kunst Und Sänger von Gottes Gnaden! Den Volkes Liebe und Königs Gunst Ließ wandeln auf sonnigen Pfaden! Von seinem gesegneten Lebensbaum Hat er uns Früchte gegeben, Die lange wie ein berückender Traum Noch unsere Seele erheben. Zum sonnigen Süden triebe oft ihn hin Mit überirdischen Mächten, Wo schönheitssuchender Künstlersinn Gern schwelgt in duftenden Nächten. Drum ist auch vieler, das er uns geschenkr, Mit südlichem Feuer ducchslossen; Er hat unsern Blick gen Süden gelenkt Und uns dessen Dichtung erschlossen. Sein unerschöpfliches Dichtergemüt Schien nimmer versiegen zu sollen; Wie ein Wunderbaum, der beständig brüht, Uns immer erquicken zu wollen. Und ob auch versuchten oft Scheelsucht und Haß Den Meisterkranz ihm zu entwinden: Als Lichtträger schritt er doch rüstig fürbaß Die Pfade zur Höhe zu finden. Nun ging er heim in das große Land Der ewige nSehnsucht und Wonne; Wir danken ihm, daß er den Blick uns gewandt Hat zur lebenwvendenden Sonne! Wir danken dir, Meister, daß du gelebt Der ewigen Schönheit zum Preise! Was immer uns über den Alltag erhedi, Ist deine unsterbliche Weise! Du sollst auch weiter uns Führer sein! Zu den Bramen des ewigen Lichtes Sollst du uns führen im Sonnenschein Durch die Seele deines Gedichtes! So lange der Mond seine Kreise noch zieht Im Spiegel der glitzernden Welle, Lebst du uns weiter in deinem Lied! Du Meister der deutschen Novekle! Gustav Singerhoff. Dortmunder Stadttheater. Wochen=Spielplan von Sonntag, den 19. April 1914, bis Sonntag, den 26. April 1914. Sonntag, den 19. April 1914. Nachmittags 3,15 bis 6 Uhr. Volkstümliche Preise.„Wilhelm Tell“. Schauspiel in fünf Aufzügen von Friedrich von Schiller. Abends 7,30 bis 10,30 Uhr. Opernpreise. Neu einstudiert: Zum 1. Male:„Der Wildschütz“. Komische Oper in drei Aufzügen. Dichtung und Musik von Albert Lortzing. Montag, den 20. April 1914 Abends 7 bis 11,15 Uhr. Schauspielpreise Serie A. Nr. 57. Neu einstudiert. Zum 1. Male:„Von Carlos“, Jur fant von Spanien. Ein dramatisches Gedicht von Fr. von Schiller. Dienstag, den 21. Aprik 1914. Abends 7 bis 10.45 Uhr. Erhöhte Preise. Serie B, Nr. 57. Erstes Gastspiel des Großherzoglich Badischen Kammersängers Heinrich Hensel.„Lohengrin". Romantische Oper in drei Aufzügen von Richerd Wagner. Lohengrin: Heinrich Hensel als Gast. Mittwoch, den 22. April 1914. Abends 7,80 bis 11 Uhr. Volkstümliche Preise. Zur Erinnerung an den 350. Geburtstag des Dichters:„König Rie chard 3.“ Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen von William Shakespeare. Donnerstag, den 23. April 1914. Abends 7,30 bis 10,45 Uhr. Erhöhte Preise. Serie A. Nr. 58.— Zweites Gastspiel des Großherzoglich Badischen Kammersängers Heinrich Hensel.—„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“. Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner. Tannhäuser: Heinrich Hensel als Gast. Freitag, den 24. April 1914. Abends 7,80 bis 10 Uhr. Schauspielpreise. Serie B. Nr. 58. Zur Erinnerung an den 350. Geburtstag des Dichters. Neu einstudiert. Zum ersten Male: Was ihr wollt". Lustspiel in fünf Aufzügen von William Shakespeare. Uebersetzt von Schlegel. Sonnabend, den 25. April 1914. Abends 7,30 bis 10 Uhr. Außer Abonnement. Erhöhte Preise.— Drittes und letztes Gastspiel des Großherzoglich Badischen Kammersängers Heinrich Hensel. Neu eindustiert. Zum 1. Male:„FraDiavolo“ oder das Gasthaus in Terracina. Komische Oper in drei Aufzügen von D. F.“ E. Auber. Tert von Eugene Seribe. Deutsche Uebersetzung von Carl Blum. Fra Diavolo: Heinrich Hensel a. G. Sonntag, den 26. April 1914. Nachmittags 3.30 bis 5,45 Uhr. Volkstümlicze Preise. Neuheit. Zum 8. Maie: 777 für 10. Turse und Totoschwank von Otto Schwarz und Carl Mathern. Abends 7,30 bis 10.45 Uhr. Opernpreise.— Neu einstudiert. Zum 2. Male:„Rienzi, der letzte der Bribunen“. Große tragische Oper mit Ballett in Auf Aufzügen von Rich. Wagner. Gründung eines Gerstensyndigen. Die Kleine und Mittelmüller 2." bereits protestiert und eine Reihe v Gründen gegen die Verwirklichung dies S###chgg Feld geführt. Wset Blang Zur Zielverkürzung im rheinischu## Getreidehandel von 60 auf kannt, daß die Klein= und Mittelmüsler#### sich der einseitig von den Getreideimpor: sene Zielverkürzung zu fügen, zumal das gewerbe eine vorzugsweise Behandlung Turnen, Sport und Spiel. 551:10 Sieg und 98:10 ml. zahlte die Wettannahmestelle des“„ der Renn=Vereins ihren Wettern auf 3.“ am 2. April in Straußberg. Diejenigen von der Existenz der offiziellen Wettannabnicht unterrichtet waren, oder einer solge nichts wissen wollten und den Weg zum vorzogen, erhielten nur 300:10 Sieg und Die Differenz, welche die Wettannahme threm g. kum mehr auszahlte, ergibt den schönen 269 Mark. Es ist bisher immer noch verkan. den, daß das Wetten beim Dortmunder viel sicherer wie bei den Buchmachern u# der Wetter auch die höchste Quote auf 2ieg un— ausgezahlt erhält. Wetten können bereits zuei vor den betreffenden Rennen und am Renntage: für alle Plätze Deutschlands in der Zeit von Uhr aufgegeben werden. Letzte Telegramme. Soldatenschlägerei. Breslau, 17. Aprril. In Halbendon# es in einem Gasthause wegen eines Mädchene Soldaten des 38. Insanterieregiments zu einer zen Schlägerei, bei der ein Coldat getötet und# schwer verwundet wurden. Die Soldaten merten die Einrichtung des Gasthauses und schlugen auch den Telephonapparat, als der um Hilfe telephonieren wollte. Der Wirt un anderer Zivilist wurden mißhandelt. Ein vorn## jahrender Radfahrer wurde vom Rade gerissen## ebenfalls mißhandelt. Die Täter sind festgen#ng worden. Furchtbarer Racheakt. Wien, 17. April. Großes Aufsehen erregt in isch=Polen die furchtbare Nache des Banditen N## in den Zeugen, die in dem gegen ihn verhaut Prozeß zu seinen Ungunsten aussagten. Ra#z er die über ihn verhängte dreijährige schwere erstrafe verbüßt hatte, kehrte er in sein Lulejwa zurück und ermordete dort den Geu bevorstand und verletzte zwei andere Bewohner s#des weiteren übersiel er 6 andere Personn, ganzen sind seiner Nache 5 Menschenleben zun 5## gesallen. Ein Revolverattentat auf den Neuyorker B# meister. Newyork, 18. April. Gestern nachmittag uchte ein älterer Mann den Major Mitchel, iegreichen Kandidaten der neuen republikanischen: rogressiven Partei, zu erschießen. Bürgerneit Ritchel hatte das Nathaus eben verlassen und voll serade sein Auto besteigen, als der Schuß fiel. 24# beschoß verfehlte ihn, traf aber den bereits im#### itzeoden Syndikus Folck in die rechte Kinnda# Neben ihm saß der neuernannte Polizeilommisst Voods. Der Attentäter wurde sofort verhastet. zi burde zum Hudsonhospital gebracht. Die Augel von rechts in die Backe eingedrungen, hat zwei ertrümmert und den Backenknochen verletzt und dann auf der linken Seite herausgetreten. Be eine Komplikationen eintreten, ist die Verwand ingefährlich. Der Attentäter ist ein 68 Jahre“ Rann namens David Rose. Iu seiner 24 and man zwei fast unleserliche konfuse Briese Nazor Mitchel, dem schwere Vorwürse wegen setz Verwaltung und besonders deswegen gemacht daß er den jetzigen Gouverneur der Panamatan sone Oberst Goethal zum Newyorker Polizeikomm abe machen wollen und daß jetzt Woode zum nissar ernannt worden sei. Weder Goethal Woods verständen ctwas von der Polizeiverwalt und es sei unverständlich, warum man nicht eich vertranten Beamten ernannt habe. Ueberfall durch griechische Soldaten. Durazzo, 17. April. Au amtlichen Stellen Meldungen eingelaufen, daß 400 reguläre n sche Coldaten eine albanesische Gendarmericable bei Lebeck, nördlich von Leskowitsch angegrtkirg Einzelheiten über den Ausgang des Kampft len noch. Für schwächliche Kinder und Magenlei kt das altdewährte Nestle'sche Kindermedl n erdauliche, wohlschmeckende und gern genommene Mtten zelche die Körperkräfte hebt und erhütet. Probe und Mustrierte Broschüre lott! urch Nestle's Kindermehl=Gesellschaft, Berlin“:“ Die nächste Aufführung von„Flachsmann““ zieher“ findet am Freitag, den 1. Mai, 28. Symphoniekonzert des Phih monischen Grchesters. Dortmund. 17. Der dritte Brahmsabend brachte Errite b#gne gang die Akademische Festouvertüre, diese“ cthose studentische Stimmunnsbild in einer temperouch graAuffassung durch Professor Hüttner,,„algte ster in guter Phrasierung gespielt. Dg#, 8. Symphonie in Fedur von Brahms. P####n ließ ihr eine sorgfältige Ausdeutung Lussgee ist eine freundliche Schwester unter###,; aßer mit Lieblichkeit und Anmut einherschreitet blickt aus den frohen Augen alle Ausge schwärmerische, sentimentale, ja gar in Pr#2-g, gende Geist. Der 1. Satz ist wohl be:###all gute das Andante, vom Orchester sehr pretiert, birgt einen Reichtum von Vor#ig Handisch lene. Der letzte Satz mit dem leisen„Lezggdtune Kolortt erfuhr besonders liebevolle Im 2. Teile kam Robert Schumam:## allzuoft gehörten Ouvertüre„g Omoll Dann hatte man die Serenade Nr. 9 W, C. Em Volkmann eingeschoben. Hierbei konntes körper in seiner ganzen Vordh9lt“cenasene in Die schönen Harmonten, die weiche gieste blühendem Ausdruck. Das Solorde####### Roser mit hervorragend[000“'en, naabe der technisch sauber. Eine glanzvolle regenden symphonischen Dichtung„—— beschloß das gut besuchte Konzert Eingesal die Dortmunder A ; einigen Wochen ist di Gegenstand einge Vizugs Staats= und #schtige Staats= und aslich gestimmt werden, gelesen und beachte schaten Kullochen und riha müstrrndichen. de Religions= und Parte Er ischen, daß hier bring Er gie große Frage ist ui Rodurch? Einleuchtend #er Stadtbehörde kommel der Magtstrat der Stadt machen, was noch gutz ## bat die günstige Zei in eine segensreiche komm hat Holitik im Interesse handes zu treiben. Aber en e un bichen B6. in dem Spar= und Ma# benmas= Verein etc. ist hie gortmunder Miete i der Betätigung. In vers diesen Verein auch bereits und wieder die Frage a umunder Mieterverein zu lung nehme oder weshal ss ist selbstverständlich, da für Herren und In schwarz und braun, 1 nit und ohne Lackkap schnitt, in den neuesten kanischen, deutschen un Promena allen Lederarten, schwar und modernen haufsstellen in fas Slädten Deut: Berg- und Toul Schnallen- und in nur guter A fü neine Schunbsaren Einheits uind an u wie auch tiefel sind Auss. dauerhaft Pliorat sind werr werden in werden 1 gangbarste werden vo 100000 M steis gern DORT Künsterst — Mital er haen er S züller es ab. uporteuren tal das Rung erschet. :10 Platz ftern auf enigen aber. Wettannahme er solchen bi# 9 zum 9 und 80.10 8 ahme khrem Bug schönen Betrag# noch verkannt under Renn=Ve Nchern ist und### auf Sieg un vereits zwei 1 am Renntage:2 der Zeit von mme. eei. u Halvenvorf 9 Madchens zwisc nents zu einer at getötet und Soldaten z#m asthauses und rat, als der## Der Wirt un delt. Ein vorit Rade gerissen## sind festgen#u# eakt. ssehen erregt in es Banditen! en ihn verhaut ussagten. Rai jährige schwere in sein peima vort den Gen ere Bewohnerso dere Personn, chenleben zun I## Neuyorker Bil stern nachmittag Major Mitchel, republikanischen: ßen. Bürgernei verlassen und der Schuß fiel. den bereits im##. ne rechte Kinnd nte ofort verhaftet. racht. Die Augel ngen, hat zwei 3 ochen verletzt und rausgetreten. ist die Verwund t ein 68 Jahre In seiner se konfuse Briese orwürfe wegen egen gemacht wer r der Panamatan rier Polizeikommist etzt Woode zum Weder Goethal er Polizeivervalng um man nicht einh und Magenleider Kindermehl eine ern genommene Noutt d Verdouungstärn. te Broschüre haft, Berlin W. 51 „Flachsmann all 1. Mai, statt. Eingesandt. pie Dortmunder Wohnungsnot. enigen Wochen ist dieses Thema in der hieEe Gegenstand eingehender Erörterung. Je## Eisttige staats= und Gemeinde=Bürger muß n712%#stimmt werden, wenn er diese Artikel ### gelesen und beachtet hat. Die Wucht der Tatsachen und der genannten Zahlen ete,#gsfreundlichen Menschen, ohne Rücksicht !“ gesigions= und Partei=Richtung, davon über##schen daß hier dringliche Abhülfe notP##osse große Frage ist nur immer wieder: Wie? Bdurg: Einteuchtend muß es sein, daß diese de im Wohnungswesen, welche die Folge jahgat= und Unterlassungsfünden sind, sich nicht F#schumdrehen beseitigen lassen. Man darf auch Fscparten, daß alles Heil nun mit einem Male *. Stadtbehörde kommen muß. Gewiß hat ge7 Magistrat der Stadt Dortmund die Pflicht, gachen, was noch gutzumachen ist. Denn ge„ hat die günstige Zeit tatenlos vorübergehen eine segensreiche kommunale Boden= und Woh#Politik im Interesse des Arbeiter= und Mit#nes zu treiben. Aber die Selbsthülfe ist, wenn . so in diesem Falle dringend am Platz! dem Spar= und Bauverein, dem Beamteninungs=Verein etc. ist hier vor allen Dingen für gortmunder Mieter=Verein ein großes der Betätigung. In verschiedenen Artikeln wurde diesen Verein auch bereits hingewiesen. Es wurde und wieder die Frage aufgeworfen, weshalb der munder Mieterverein zu der Wohnungsnot keine nehme oder weshalb er nicht für Abhülfe i selbstverständlich, daß der Vorstand des Dortmunnder Mietervereins die Frage der Tortmunder Die damit verbundenen Unkosten(Eintritt Mark 1. für Gerren und Damen h schwarz und braun, in allen Lederarten git und ohne Lackkappen, auch Derbyschnitt, in den neuesten englischen, amerikenischen, deutschen und Wiener Fassons. segante Promenaden- Schuhe alen Lederarten, schwarz u. farbig. Lackleder und modernen Einsätzen. kaufsstellen in fast allen grösseren Slädten Deutschlands. berg- und Touristen-Stietel Schnallen- und Zug-Stiefel in nur guter Ausführung. für neine Schunssaren übernehme Garantie. K Einheits-Preis jedes Paar ehne Ausnahme -Ttiefel eind an Qualität und Ausführung. wie auch Fassons allen voran. -Mlarel sind Ausserst bequem, gut und ein dauerhaft im Tragen. 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Da der Verein aber noch jung und verhältnismäßig klein ist, muß er sich für die nächsten Monate darauf beschränken, zunächst folgende Aufgaben zu lösen: 1. in Verbindung mit dem Haus= und Grundbesitzerverein einen Mietsvertrag herauszugeben, der die Rechte und Pflichten von Vermieter und Mieter nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches gleichmäßig und gerecht verteilt, 2. in Verbindung mit dem Haus= und Grundbesitzerverein, unter Mitwirkung des Stadtmagistcates, ein Einigungsamt für Mietsstreitigkeiten ins Leben zu rufen, in Verbindung mit dem Haus= und Grundbesitzerverein einen paritätischen Wohnungsnachweis zu schaffen. Es kann wohl ohne weiteres behauptet werden, daß wenn diese 3 Aufgaben gelöst sind, damil auch der größte Teil der Dortmunder Wohnungsnot beseitigt sein wird. Aber die Wohnungsnot wird von Zeit zu Zeit sa immer wieder auftreten und man kann verselben am wirksamsten begegnen durch die Schaffung einer genügenden Anzahl von Kleinwohnungen! Und diese Aufgabe hat sich bekanntlich auch der Dortmunder Mieterverein gestellt. Er beabsichtigt, sobald es die Anzahl seiner Mitglieder und damit seine Kapitalkraft erlaubt, den Bau eigener Häuser auf genossenschaftlicher Grundlage in die Wege zu leiten. Um dieses aber erreichen zu können, ist der Verein auf die tatkräftige Unterstützung aller Dortmunder Mieter angewiesen. Diese Unterstützung besteht darin, daß jeder Mieter, der zur Verbesserung der Dortmunder Wohnungsverhältnisse beitragen will, unverzüglich seinen Beitritt zum Dortmunder Mieterverein erklärt. jährlicher Beitrag Mark 2.—)“ sind so gering, daß sie nicht als Last empfunden werden können. Der Tortmunder Mieterverein veranstaltet in allernächster Zeit wiederum einen öffentlichen Vortraa. in welchem insbesondere die Wohnungsnot eingehend behandelt werden wird. Näheres wird noch durch Inserate in den hiesigen Tageszeitungen bekannt gegeben werden. Vergnügungspart Fredenbaum. Am Sonntag ist sämtlichen Besuchern Gelegenheit gegeben, die nunmehr fertiggestellten neuen WeltAttraktionen zu besichtigen. Das meiste Interesse dürste der Erpreßzug erzielen, dessen Fahrt zu den schönsten Gegenden Norwegens führt. Im Tierpark finden täglich 2 große Vorstellungen statt, besonders sei auf die beiden Vorstellungen am Sonntag hingewiesen, in denen Miß Wera mit ihren großen Löwengruppen auftritt. In der Bierhalle Oberbayern tritt neben den lustigen Oberlandlern die Jodler= königin auf. Alle übrigen Attraktionen bringen für den 1. Elitetag ein großes Programm. Bei Eintritt der Dunkelheit feenhafte Illumination und Riesen=Leuchtfontaine. Olymvia=Theater. Am Donnerstag fand die Erstaufführung der reizenden Operetten=Neuheit: „Der Frauenfresser“ des bekannten Wiener Komponisten Eysler statt. Die gesamte Presse konstatierte einstimmig den großen und vor allen Dingen bereche tigten Erfolg dieses in allen Farben schillernden und glizernden Unterhaltungsstückes. Es ist unstreitig das beste Werk, das der beliebte Wiener Komponist geschrier ben hat. Die glänzende Aufführung des Werkes hier in Dortmund hilfte dem heiteren Stück auch hier zu einem durchschlagenden Erfolg. Sonntag Nachmittag und 44 Uhr bei kleinen Breisen große Frembene Familienvorstellung:„Der Frauenfresser". Die Ther aterkasse ist ab 10 Uhr ununterbrochen geöffnet. Fernsprecher 1850 PalasteTheater, Brückstr. 44. Das geheimnisvolle X nennt sich der nore dische Filmroman, der von heute ab im Palasttheater auf dem Repertoire sich befindet. Es handelt sich um einen überaus spannenden Roman in fünf Akten. dem die Besucher des Palast=Theaters zweifellos mit angehaltenem Atem folgen werden. Eine kurze Inhaltsangabe soll deswegen nicht gegeben werden, weil dadurch der Genuß geschmälert werden würde. Außerdem enthält das neue Programm noch verschiedene humortstische und belehrende Films, die den Besuchern sehr willkommen sein werden. Je err, welchen schon sich kleiden win and auf aute Qualtiöten achtet, erhält bi# Jeinste Garberobe für ga wenig Geld und da: kein Risiko, da Besichtigung unseres Lagere ohne Kaufzwang. Achten Sie auf genon: Adresse. Kaufhaus u. Monatsgarderobe Dortmund, Orbokstr. 12014, i. Etg. im Hause der Siedbierhalle Wilderg Grüne Rabattmarken nimmt in Zahlung Jacobis Dortmund 35 Kuckelke 35 Ecke Schwanenwall. Zweiganstalt des Barmer Bank-Vereins Hinsberg. Fischer& Comg. Aktienkapital und Reserven: 116.1 Millionen Mark. Dortmund, am Markt 19/21. Telephon: 230, 231, 232. Telegramm-Adresse: Bankverein. Postscheckkonto: Cöln Nr. 799. An- und Verkauf sowie Beleihung und Aufbewahrung von Wertpapieren sowie Einlösung von Kupons und gelosten Effekten. An- u. Verkauf ausländischer Geldsorten u. Noten Vermietung von Schrankfächern(Safes) In feuer- und diebessicherer Stahlkammer. Vermögens- und Nachlassverwaltung. Uebernahme des Amtes als Testamentsvollstrecker. Ausstellung von Kreditbriefen auf das In- und Ausland zu kulanten Bedingungen. Resondere Abteilung für den An- u. Verhauf von Kuxen, Obligationen u. Vertpapieren ohne Börsenpreis. Ständige Vertretung an den Börsen in Essen u. Düssoldorf. Bedingungen werden an unseren Kassen ausgehändigt, auf Wunsch auch zugesandt und Auskunft bereitwilligst erteilt. Im Pariser Kinema gelangt ab Samstag ein Riesenfilm unter der Bezeichnung:„Unter Indiens Glutensonne“, ein Scham. spiel in 5 Akten, zur Vorführung. Dieser Film übertrifft vorweg gesag.„Tuo vadis“ bei weitem. Um die Erlebnisse eines nach Indien versetzten englischen Offiziers, der dort von einem eingeborenen Stamm gefangen gehalten wird, schlingt sich eine Fülle von Darstellungen, die uns Leben und Landschaft vor Augen führen. In technisch vollendeten Bildern beobachten wir Jagden auf wilde Bestien, vor allem aber auf das königliche Raubtier, den Tiger. Wir sehen Büffel= und Tigerjagden, wie sie wohl naturgetreuer nicht im Film gezeigt werden können. Die Naturschönheiten des Inderlandes entfalten sich dabei in prächtiger Weise vor den Augen der Zuschauer, ein Schiffsbrand wird mit allen seinen Lichteffekten und dem in Glut getauchten Meeresspiegel wiedergegeben. Tollkühne Verfolgungen von Flüchtlingen, Explosion eines Forts; wundervolle Episoden sind dem dramatischen Gang dieser Handlung eingeflochten. Wenn man diesen wirklich wunderbaren Film, an dem über ein halbes Jahr gearbeitet worden ist, gesehen hat, wird man es verstehen können, daß auch der deutsche Kaiser diesem Meisterwerk den größten Beifall habe zukommen lassen. Dem deutschen Kaiser und der kaiserl. Familie, sowie dem kaiserl. Hofe wurde dieser Film auf des Kaisers Befehl mehrere Male mit größtem Gefallen vorgeführt. Alles in allem: Ein Film, der jedem gefallen muß. Verlobungsringe empfiehlt in jeder Grösse und Preislage 674 Friedr. Strunck Westenhellweg 19. Telefon 255 Tanz=Schule für bessert Kreise. 3374 Die Sommerkurse für Schülerinnen und Schüler der höheren Schulen sowie für Erwachsene(Nachmittag- und Abendkurse) beginnen am Mittwoch, den 22. April im„Kölnischen Hof“, Außerdem fiaen im Hotel Middendort Extra-Kurse für Damnen und Herren sur Erlernung der neuen Tänze statt. Gefl. Anmeldungen erbeten. Kaiserstrasse 24. Telefon 2792. Rob. Winckler Tanzlehrer am Königl. Stitt Keppel; Leiter der Tanzkurse des Königl. Gymnasiums; des EssenRüttenscheidter Gymnasiums; des Realgymnadums und der Krppeberrediachole in Bunen. Neues Lebenbringt der Frühli in Wald und biur horvor, neues Leben bringt Ihrem Körper eine Kur mit Dr. Axelrods Joghurt. Achten Sie auf den Namen„Dr. Axelrod“. 20 Pfennig pro Glas frei Haus. Molkerei Dortmund Milchkuranstalt Sonnenstrasse 4. Filialen und Verkaufswagen in allen Stadtteiten Für kleinen besseren Privat= haushalt wird für sofort braves ordentliches, erfahrenes Mädchen gegen hohen Lohn gesucht. 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Mi ist ja eine unverhoffte werg fragte, ob er nich ut werden und in die nie er:„Ach wo, wir anderen Renntage anem Gehölz zu fahnden dem Gehölz kam Der eine drückte mir e nuigmarkstück in die Här Vhorst drückte mir ei ntstück in die Hände. von Buchmachern die Leute bestimmt gegeben haben. Itendlungsleiter: Habe cher Geld bekommen aber behalten habe m haben Sie einmal ummen? Zeuge: Jaw meinte er: Ich folge Un ein Pfund“ gegeb zn ihn aber nicht, we den schreitet der Staa den Verrücktenschein in Warum haben Sie gemacht! Zeuge: s# pflichttreu gehalten, ungsleiter; Erst als da Geheimnis EEn grouenho ener Brust, Eien auf dem 1 dem etalele „Nich hat es auen furchtb E# Rutterlieb 4. in Wort gelitten: a celeuheit ## Patten., Ei Gesz eu uns eecben #sein Haus na pril, pril. chm. 81 84 ettannahne udengasse 8 90000 fl. Saum“ Konzerte. Fremdenlegion erbahzern mit der 1.—— #g. tenstr. 34. Seminar in der Organ feren Schulen. r Tonkunft. nder vom 6. 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Leuge erzählt: Mein Kommando begann im Mai Eines Tages in Hoppegarten sagten Glaneberg Suckland zu mir: Kommen Sie, wir werden Sie ien Dienst der Rennbahn einführen. Auf der Rennsagten sie dann ungefähr: Den mit dem weißen Hut Sie stehen, der hat Konzession. Dann zeigten sie wieder andere, die ich hin und wieder greisen könne. ne wiederum sollte ich in Ruhe lassen. Später im waren Glaneberg und Suckland mit. Es waren Zivilisten dabei, unter denen ich einige wieder wie, die ich stehen lassen sollte. Suckland forderte uf, nach der Toilette zu gehen, und jetzt kamen die üssten auf mich zu. Einer steckte mir ein Fünf=, ein ner ein Zehnmarkstück in die Hände und abends hatte 100 Rark beisammen. Mir kam zunächst der Gedanke: st ja eine unverhoffte Einnahmequelle. Als ich neberg fragte, ob er nicht befürchte, daß die Sache mut werden und in die Zeitungen kommen könne, nie er:„Ach wo, wir sind alt dabei geworden.“ einm anderen Renntage hatten wir auf Sittendirnen unem Gehölz zu fahnden. Glaneberg war bestimmt d. In dem Gehölz kamen zwei Zivilisten auf uns Der eine drückte mir ein Zehn=, der andere ein nzigmarkstück in die Hände. Bei einem Rennen in Vhorst drückte mir ein Buchmacher Wenzel ein ück in die Hände. Der Zeuge hat eine große von Buchmachern zur Anzeige gebracht. Er die Leute bestimmt wieder zu erkennen, die ihm gegeben haben. Luhandlungsleiter: Haben Sie sonst noch von einem cher Geld bekommen und es behalten? Zeuge: aber behalten habe ich es nicht. Verhandlungshaben Sie einmal den Kaufmann Friedländer ummen! Zeuge: Jawohl. Als ich ihn festnehmen meinte er: Ich folge Ihnen nicht, ich habe Iynen #n ein Pfund“ gegeben. Ich war ganz bestürzt, liet ihn aber nicht, weil mir die Kollegen sagten: den schreitet der Staatsanwalt nicht mehr ein, der ien Verrücktenschein in der Tasche. VerhandlungsWarum haben Sie nicht in diskreter Weise i# gemacht! Zeuge: Ich habe meine Vorgesetzten ### pflichttreu gehalten, daß ich es nicht tat. VerKleiter: Erst als das Faß ins Rollen gekommen war und als Friedländer auf der Rennbahn Skandal machte und den Gendarmeriebeamten vorwarf, sie hätten alle Geld genommen, kamen Sie mit Ihren Angaben. Zeuge: Ich weiß von dem Vorgang auf der Rennbahn nichts. Ich war nicht dabei. Verhandlungsleiter: Wissen Sie, ob auch andere Gendarmen mit den Buchmachern in Verbindung standen? Zeuge: Nein. Der Zeuge Buchmacher Friedländer bestreitet, dem Schulz ein Pfundstück gegeben oder versprochen zu haben. Die 25. Tagung des evangelischsozialen Rongresses findet gegenwärtig in Nürnberg statt. Eröffnet wurde der zahlreich besuchte Kongreß durch den Pror fessor D. Baumgarten aus Kiel. Dieser erwähnte in seiner Ansprache, daß man dem Kongreß vorgeworfen habe, er mache Kompromisse, besonders mit dem Kapitalismus und dem Luxus. Gewiß fühle sich der Kongreß nicht für verpflichtet, mit großen Kundgebungen vor die Oeffentlichkeit zu treten, denn man dürfe sich von derartigen öffentlichen Kundgebungen keine zu große Wirkung auf die, die es angehe, erwarten. Was die Frage des Schutzes der Arbeitswilligen anlangt, so ist nach unserer Ueberzeugung die unbedingte Koalitionsfreiheit die magna charta unserer Arbeiter.(Lebh. Beifall.) Wir sind der Meinung, daß die soziale Bewegung noch nicht halt zu machen hat. Der Führer der sozialen Bewegung in England hat uns den Dank der zivilisierten Welt dafür ausgesprochen, daß wir auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge bahnbrechend gewesen sind. Unsere ganze Arbeit werden wir zu stellen haben unter die zwei Bitten des Vaterunser: Führe uns nicht in Versuchung! und: Dein Reich komme! Der Redner schloß mit einem Hoch auf den König von Bayern und den Kaiser und nahm dann das Wort zu seinem Vortrag über das Thema:„Der Einfluß der sozialen Verhältnisse auf die Entwicklung der Frömmigkeit und Kirchlichkeit". Nach theoretischen Erörterungen kam der Referent zu der praktischen Frage, ob wir ein Programm zur Beeinflussung der sozialen Zustände im Interesse des Evangeliums haben, und gelangte zur Verneinung dieser Frage. Weiter erörterte der Referent die Fragen der inneren Kolonisation und der Jugendpflege, auf welchem Gebiete auf katholischer Seite Vorbildliches erreicht worden sei. In der Diskussion führte u. a. Dr. Mehling(Württemberg) aus: Der Evangelisch=Soziale Kongreß muß auch für das Recht eintreten. Es geht nicht an, daß die Betätigung eines Leutnants v. Forftner die Grundlage irgendwelchen Rechtsbegriffe bildet. Auch Oberst v. Reuter gehört in diese Liste. Professor D. Harnack erklärte, daß dieser Hinweis auf die Zaberner Verhältnisse unpassend gewesen sei. In der zweiten Hauptversammlung sprach Liz. Paul Rohrbach über das Thema:„Die Eingeborenenfrage in unseren Kolonien als sittlich=soziales Problem". Die Neger seien nicht fähig, eigene Staatswesen zu bilden; das hätten die Negerrepubliken in Haiti und Liberia gezeigt. Es sei eine Affenschande, daß derartige Staatswesen noch existieren dürften. Man werde den Neger nie so weit bringen wie die weiße Rasse mit ihrem tiefen religiösen Empfinden. Beim Neger dürfe es nicht heißen„Freiheit“, sondern„Autorität“. Den Neger kann man nur erziehen mit dem einen Wort: Du sollst! Ich stehe auf dem Standpunkt: Man kann heute noch keinen Negerstamm sich selbst überlassen. In dieser Beziehung erkenne ich, daß ich das Prinzip der katholischen Missionen in Afrika für das richtigere halte. Es wird uns nichts anders übrig bleiben, als uns ihrer Methode zuzuwenden, sonst wird die Zukunft Afrikas katholisch sein, katholisch im disziplinar=religiösem Sinn. Alle grundsätzliche Verschiedenheit der Ansichten tritt zurück hinter der Gemeinsamkeit der Praxis, was zunächst auf afrikanischem Boden geschehen kann, um die Schwarzen in die Höhe zu bringen. Ueber Fragen, in denen wir nicht einig sind, können wir diskutieren. Fest steht, daß wir an der Hebung der schwarzen Rasse arbeiten müssen; wieweit das geht, darüber wird die Geschichte urteilen. Aber am richtigen Ende anfangen!(Stürm. Beifall.)— An den Vortrag schloß sich eine längere Diskussion, in der u. a. davor gewarnt wurde, etwa den Unteroffizierston in den Kolonien groß werden zu lassen. Die Beratungen des Kongresses wurden am Freitag zu Ende geführt. 28,9 Sterbefällen auf 1000 Einwohner die höchste Sterblichkeitszisser. Es folgen die Balkanstaaten, Ungarn, Oesterreich, Spanien und Portugal mit Sterblichteitsziffern von 28 8 bis 19,6. Daran schließen sich als Staaten mit mittlerer Sterblichkeit Frankreich mit 17,8, Deutschland mit 16.2, Belgien mit 15.2, die Schweiz mit 151. Der letzten Sterblichkeitsstuse gehören an England und Schweden mit je 14, Holland mit 13,6, Norwegen mit 13.5 und Dänemark mit 12,9. Zieht man zwischen Geburten= und Sterbeziffer die Bilanz, so steht Bulgarten mit einem Geburtenüberschuß über die Sterbefälle in Höhe von 185 vom Tausend an erster, Frankreich mit nur 1.8 v. T. an letzter Stelle. Deutschland steht mit einem berschuß von 13,6 an siebter Stelle. Außer in garten ist das Verhältnis nur noch in Serbien, Volland, Rußland, Dänemark und Rumänien günstiger als im Deutschen Reiche. Geburtenrückgang in der ganzen Welt. Eine vom Bayerischen Statistischen Landesamt herausgegebene internationale Uebersicht zum Geburtenrückgang ergibt, daß in der ganzen Kulturwelt die neuzeitige Erscheinung des Geburtenrückganges namentlich seit der Jahrhundertwende in mehr oder weniger starkem Maße zu beobachten ist. Nur in einer kleineren Zahl von Ländern wird eine Erhöhung der Geburtenzissern nachgewiesen, doch ist dies offenbar in der Hauptsache dem verbesserten statistischen Dienste zuzuschreiben. In den europäischen Staaten ist im allgemeinen eine Verminderung der Fruchtbarkeit von Osten nach Westen festzustellen. Die höchsten Geburtenziffern, d. h. Lebendgeborene auf 1000 Einwohner, wies Rußland mit 43,9 auf, es folgen Bulgarten mit 42, Rumänien mit 39,2, Serbien mit 38,5, Ungarn mit 35,7, Italien mit 33.3, Spanien mit 33,1, Oesterreich mit 32,6, Portugal mit 32,3, Deutschland mit 29,8, Holland mit 28,6, Dänemark mit 27,5, Norwegen mit 26,1, Schweden mit 24,7, England und die Schweiz mit je 25, Belgien mit 23,8 und an letzter Stelle Frankreich mit 19,6 Geburten auf 1000 Einwohner im Jahr. Die Sterblichkeitsziffern stehen dagegen nahezu im umgekehrten Verhältnis zu den Geburtenziffern und gleichen diese ungefähr wieder aus. Rußland hat mit Provinzielles. Elberfeld, 17. April. Hier beging ein 14jähriger Schule: Selbstmord, indem er aus dem Fenster der im zweiten Stockwerk gelegenen elterlichen Wohnung auf die Straße sprang. Der Knabe verübte die Tat aus Angst, nachdem er sich in der Ferienzeit mehrere Taue berumgetrieben, bei einem Metzger einen Einbruchsdiebstahl ausgeführt hatte und auf Veranlassung der Mutter ein Polizeibeamter erschien, um ihn festzunehmen. Die rheinisch=westfälischen Handelskammern über die Sonntagsruhe. Düsseldorf. 17. April. Unter dem Vorsitze des Kommerzienrats Poensgen fand heute hier eine Versammlung der rheinisch=westsälischen Handelskammern statt, die zu den Beschlüssen der Reichstagskommission über die Conntagsruhe Stellung nahm. Nach einem Vortrag Dr. Eichborns von der Düsseldorfer Handelskammer stimmte die Versammlung einem Beschlusse zu, wonach sich die Vertreter der rheinisch=westfälischen Handelskammern mit aller Schärfe gegen die Absicht der Reichstagskommission, in größeren Gemeinden vollständige Sonntagsruhe einzuführen, dagegen an kleineren Orten die Sonntagsarbeit in beschränktem Umfange zu gestatten, ausspricht. Auch die Kommissionsbeschlüsse, die auf eine weitere Einschränkung der Ausnahme=Sonntage und der Arbeitszeit, sowie auf eine Begrenzung der Beschäftigungsdauer in den sogenannten Bedürfnisgewerben hinzielen, seien mit den Interessen des Kleinhandels nicht vereinbar. Die Versammlung fordert namentlich, daß eine Einschränkung oder gänzliche Untersagung der reichsgesetzlich zugelassenen Beschäftigung an Sonn= und Feiertagen durch Landesgesetz oder Verordnung ausgeschlossen ist, durch Ortsstatu aber für alle oder einzelne Gewerbezweige auf Antrag von einem Dritten der Gewerbetreibenden unter Zustimmung von zwei Dritteln der Beteiligten zu geschehen hat, ferner daß eine Einschränkung der Ausnahme=Sonntage durch reinigt man am besten wie folgt: Man löst ZRMTTSPTT V Persil das selbsttätige Waschmittel in stark handwarmem Wasser auf. Dann die Wäsche, ohne sie zu kochen, etwa ¼ Stunde in dieser Lauge schwenken, hierauf gut ausspülen und ausdrücken, nicht auswringen. Daz Trocknen darf an nicht zu heissen Orten oder an direkter Sonne geschehen. Die Wolle bleibt locker, griffig und wird nicht filzig! Ueberall erhältlich.. nals lose, nur In Original-Paketen.„„„ HENKEL& Co., DUSSEI.DORF. Auch Fabrikanten der aubeliebten Henkel’s Bleich-Soda. Geheimnis von Thalberg. Roman von F. Kuntschner. 34 u#suenhafter Aublick bot sich mir dar: mit durchBrust, mit dem Tode ringend, sah ich meinen Pann. Teppich liegen und hatte nur noch so Ung und Kraft, die wie erstarrt dastehende uus dem Zimmer zu führen und um Hilfe zu Thann wurde es Nacht vor meinen Augen.“ stammelte Frau Ilona erbleichend. gen h#t es dann oft gewundert, daß ich auch diene urchtbaren Schlag, ohne zu sterben oder doch L. m. zuwerden, ertragen konnte. Vielleicht war bich in an..“ nich stark machte. Es ist un„Vorte zu fassen, was ich in jenen Traueremis aber angesichts meines armen Kindes, ch aus..#.##e ich nun geworden, mußte ich mich Ein großer Trost für mich wurde Gattan a#.“ einzigen Bruders meines unglück#ilten u. Eugen Durands, der viel auf Reisen und nach: gekommen war. Er war es auch, der ven mn.72 Todesfall Notwendige regelte und mir sein 82410g machte, mit meinem kleinen Mäd“ Haus nach Wien zu kommen. mich nur nach ländlicher Stille— bietete i2; Jahren in einer Provinzialstadt— und . Seie am!“ kleine Villa in G—stein an der Süd.ait#den jedoch sind wir bei meinem Schwafühle, leiden, unsere Nähe gewünscht hatte. ##er sich, Gott sei Dank, wieder besser.“ 3ch Saar: Ste Wien dann wieder verlassen! Wie 97 Natte mich ehrlich gefreut, Sie oft bei uns zu str jezz Frau Ilona? Nun, Eugen wünscht, daß 2 und 12% und auch über den Winter bei ihm Schn uns„.eibe jetzt auch gerne. Er steht allein ptlegt. müde, stets nur von bezahlten de. ½% werden. Nun wissen Sie, meine teuE. taurige#.. Sie ja wohl so nennen, meine längstz.geschichte. Gott, zu dem ich durch hpere Pris. Wes zurückgefunden, hat mir harte euflingen auferlegt, aber mir auch in meiner Albertine ein letztes, reiches Glück geschenkt. Armes Kind, auch auf ihr junges Leben fiel schon ein dunkler Schatten— der schreckliche Tod ihres Vaters, dessen Augenzeuge sie gewesen, hat sie früh ernst und sinnend gemacht.“ „Die Zeit wird auch an Albertine ihre Heilkraft bewähren.“ „Es gibt Dinge, die man nie vergessen kann, liebe Freundin.“ „Das ist wahr. Aber nun können Sie doch nach all den Stürmen, frei von Sorgen, einem ruhigen Alter entgegengehen.“ „Möge Gott mir dieses bescheidene Glück zuteil werden lassen! Oft schon fragte ich mich, wie es wohl gekommen wäre, wenn mein kleiner Gregor— denn diesen Namen bekam er ja— am Leben geblieben wäre?" fügte Frau Durand sinnend hinzu. „Dann würden Sie gewiß nicht nach Sitdamerika gegangen, sondern bei dem Bülblein geblieben sein,“ meinte Herr von Randolin„und um seinetwillen wohl auch an uns gedacht haben, da ich doch sein bestimmter Taufpate war.“ Hedwig nickte nur stumm. „Wie schwer trennte ich mich damals von seinem kleinen Grabe!“ fing sie dann, mit feuchtgewordenen Augen, wieder zu reden an.„Nur einmal, mitten im Winter, habe ich den kleinen Hügel gesehen und mit Blumen geschmückt; als ich später nochmals und zwar ganz allein, ohne Albertine etwas davon zu sagen, nach dem Zentralfriedhof hinausfuhr, war— wie nach sechsundzwanzig Jahren vorauszusehen— keine Spur von der Ruhestätte des Kleinen vorhanden.“ „Arme Mutter!“ „Auch vom Grabe meines ersten Gatten und dem meiner kleinen Julie wird heute wohl nichts mehr zu sehen sein. Aber, verzeihen Sie," unterbrach sie, lebhafter werdend, sich selbst,„ich stimme Sie mit meinen Erinnerungen nur traurig, und hier ist alles so schlicht und so sonnig. Welch schönes Heim Sie haben!“ „Es macht sich,“ schmunzelte Herr von Randolin; meine Ilona und ich sino schließlich auf den Geschmack gekommen, daß es auf dieser kunterbunten Welt, die wir jahrelang nomadenartig durchzogen, doch nichts Schöneres gibt als ein behagliches Heim. Auch um unseres Mädels willen mußte dieses Herumwandern einmal ein Ende nehmen.“ „Sie ist ein süßes Geschöpf, diese kleine Eva.“ „Und ich wiederum finde Ihre Albertine geradezu entzückend," lachte Herr Gregor. „Also— da sehen Sie, Frau Hedwig, er ist noch immer der Alte,“ rief Frau Ilona in scheinbarer Entrüstung, was bei den anderen heiteres Lachen hervorrief, das auch die jungen Mädchen aus dem Nebensalon auf die Schwelle lockte. „Ah, da sind sie ja, unsre jungen Damen!“ Damit winkte Herr von Randolin den beiden freundlich zu, indes seine Gemahlin auf Albertine zuschritt und sie sanft an sich zog. „Albertine gleicht Ihnen eigentlich nicht sehr, liebste Freundin,“ wandte sich Frau von Randolin, nachdem sie das junge Mädchen forschend angesehen hatte, an dessen Mutter,„aber— merkwürdig!— wenn ich sie anblicke, habe ich das Gefühl, als müßte ich das Fräulein schon einmal irgendwo gesehen haben, was doch ausgeschlossen ist.“ Frau von Randolin schüttelte den Kopf und schien nachzudenken. „Mama hat recht,“ mischte sich, lebhaft näherkommend, Eva ins Gespräch: ich hatte die ganz gleiche Empfindung, obgleich doch auch ich bestimmt weiß, daß ich Fräulein Durand heute zum ersten Mal gesehen habe. Besonders die Augen des Fräuleins sind es, die mich sofort gefesselt haben.“ „Mein Gott,“ entgegnete Albertine lachend,„diese Augen sind doch wirklich keine besondere Schönheit, weder was die Farbe— gewöhnliches Grau,— noch was ihren Schnitt anbelangt. Vielleicht gefallen sie Ihnen nur darum, weil Sie, Fräulein von Randolin," dabei bot sie Eva mit reizendem Lächeln die Hand, „so liebenswürdig sind und jedem etwas Liebes sagen wollen.“ „Sie beschämen mich, Fräulein Durand, aber im vollsten Ernst, etwas mich ungemein sympathisch Berührendes geht von Ihrer liebenswürdigen Persönlichkeit aus, etwas, das mich an jemanden—“ sie stöckte und machte sich mit einer Blume zu schaffen, die sie einer Vase eutnommen hatte. Albertine tat, als bemerke sie Evas offensichtliche Verwirrung nicht und antwortete in launiger Weise; dann wurde die Konversation allgemein und man unterhielt sich so ausgezeichnet, daß sogar über Frau Hedwigs leidvolle Züge oft ein heiteres Lächeln flog. „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen, teure Frau Ilona, und Ihnen, Herr von Randolin, für Ihre freundliche Aufnahme bin,“ sagte sie, als sie sich mit Albertine endlich von dem Ehepaar verabschiedete. „Aber das war doch selbstverständlich,“ antwortete Frau Ilona.„Sind wir denn nicht alte Freunde? Und weder Ihre noch unsre Schuld war es, daß wir so lange Jahre getrennt geblieben. Wie kam es eigentlich, daß man Sie für tot gehalten hatte?“ „Vielleicht hielt Doktor Riba mich für tot, da ich lange nichts mehr von mir hatte hören lassen, was übrigens kein Wunder war in meiner damaligen verzweiflungsvollen Stimmung.“ Nun also, meine Liebste, so wollen wir denn jetzt nachholen, was wir so lange versäumten; denn ch habe nicht vergessen, was ich Ihnen nach meiner Trauung zugerufen habe, daß wir treue und feste Freundschaft halten wollen. Erinnern Sie sich noch?“ „Und ob ich mich an Ihre Worte erinnere!“ Die beiden Damen umarmten und küßten einander in herzlichster Weise, aber auch Eva und Albertine hatten sich innig befreundet.— Als Mutter und Tochter das Palais verlassen hatten, rieb sich Frau Ilona sinnend die Stirn. „Wenn ich nur wüßte, an wen diese reizende Albertine mich erinnert!“ wandte sie sich dann an Eva. „Ich will es Dir sagen, Mama,“ antwortete diese, leicht errötend,„sie erinnert an Richard von Thalberg.“ „Bei Gott, Eva, Du hast recht; wenn ich Richard im Geist neben Albertine Durand stelle, erscheint mir die Aehnlichkeit geradezu frappant; die gleichen Augen in Farbe, Schnitt und sogar in Ausdruck, ernst, nachdenklich und dann dasselbe dunkle Blond der Haare, auch Größe ihrer Figur und—“ „Und möchtest Du nicht lieber gleich sagen, daß ste einander ähnlich sehen, wie man dies sonst nur bei Geschwistern findet,“ warf Herr von Randolin ein. 217,18 fleißig ich hal Anseitige Verfügung der Polizei verhinvert und nindestens sechs Ausnahme=Sonntage gesetzlich festgelegt perden. Schließlich sollen Ortsstatute, durch die bereits ine kürzere als dreistündige Arbeitszeit eingeführt ist, auch ach Inkrafttreten des Gesetzes gültig bleiben. Der Verreter der Handelskammer Elberfeld empfahl, die gesetzichen Bestimmungen über die Sonntagsruhe dahin zu eränzen, daß überall in vier geschäftsstillen Monaten die ollständige Sonntagsruhe herrschen soll. Diese vier Nonate können durch Ortsstatut festgelegt werden. Man vürde dami: den Wünschen der Angestellten auf eine vettergehende Sonntagsruhe entgegenkommen und dem keichstage, der sich den Forderungen der Angestelltenverände gegenüber schon festgelegt habe, die Einlösung nieses Versprechens erleichtern. Dieser Antrag wurde edoch gegen die Stimmen der Vertreter der Elberfelder landelskammer abgelehnt. S Die gestohlenen Stiefel einer Reisegesellschaft. Aus Berlin wird gemeldet: Ein eigenartiges Mißeeschick erlebte eine französische Reisegesellschaft, gegenwärtig auf Veranlassung des„Journal d'Allemagne“ in Berlin weilt. Auf dem Programm des letzten Donnerslag stand ein Ausflug nach Potsdam. Der Sonderdampfer sollte um 8 Uhr vom Charlotten= burger Schloß abfahren. Als die französischen Gäste sich zur Dampferfahrt ankleiden und bereitmachen wollten, vermißten etwa vierzig von ihnen ihre Stiesel, die sie abends im Hotel zum Reinigen vor die Tür gestellt hatten. Sie klingelten nach den Hausdienern, und diese suchten alles ab. Aber die Stiefel waren nirgends zu finden. So erschienen dann die Gäste endlich in ihren Hausschuhen oder auch auf Strümpsen in den Vorräumen des Hotels, dessen Verwaltung sie alsbald mit Kraftwagen nach einem Schuhgeschäft bringen ließ, wo sie sich auf Kosten des Hotels mit neuem Schuhzeug versorgten. Das Aussuchen und Anpassen nahm natürlich geraume Zeit in Anspruch. Endlich kamen die Neubeschuhten nach und nach in Kraftwagen an und wurden von den Harrenden jedesmal mit lautem Hallo begrüßt. Um 94 Uhr war endlich die ganze Reisegesellschaft wieder beisammen, und nunmehr konnte der Sonderdampfer losmachen und abfahren. Im Hotel hatte während der Zeit die Kriminalpolizei schon die ersten Ermittelungen angestellt, die ergaben, daß ein Dieb eine Tür erbrochen hatte und von dort aus unbemerkt auf die Hotelflure gelangt war. Auf demselben Wege, auf dem er gekommen war, muß der Dieb das Hotel auch wieder verlassen haben. Wie er die immerhin etwas umsangreiche Beute weggeschafft hat, weiß man nicht. Verschiedenes. ** Oer Kaiser und das„Technische Wörterbuch“. Der Kaiser hat zur Deckung der Kosten für die Fortsetzung des Werkes„Illustriertes Technisches Wörterbuch in sechs Sprachen" jährlich je 10.000 Mark für die Rechnungsjahre 1913 bis einschließlich 1917 aus seinem Dispositionsfonds bewilligt. ** Von der Wertheim=Pleite. Je näher die Konkursverwalter sich mit dem finanziellen Stande der zusammengebrochenen W. Wertheim=Firma in Berlin beschäftigen, um so verworrener erscheinen die Verhältnisse. Die Lager, die jetzt zur Konkursmasse geschlagen werden sollten, sind schon vor längerer Zeit verpsändet gewesen, man ist auf finanzielle Arrangements gestoßen, denen gegenüber es schwer ist, nicht den Berliner Ausdruck „Schiebung“ anzuwenden. Und während die kaufmännische Welt Ueberraschung auf Ueberraschung an diesem größten aur eonkurse erlebt, machen Herr und Frau W. Wertheim eine Vergnügungsreise durch Japan, Siam, Indien usw. en Von einem Bierfaß erschlagen. Der 53jährige Bierfahrer Karl Wilke in Potsdam hatte eine halbe Tonne Bier abzuladen. Als er mit dem Faß auf der Schulter über den Bürgersteig ging, glitt er aus. Dabei siel das Faß auf ihn und zertrümmerte ihm den Schädel. *# Der Schlaf des Igels im Klavier. Seit längerer Zeit hielt zur Unterhaltung seiner Gäste ein Eharlottenburger Restaurateur in seinem Lokal einen Igel. Vor einigen Monaten verschwand das muntere Tierchen, und schließlich tröstete man sich notgedrungen über den Verlust. Der Schmerz war schon längst vergessen, da wurde dieser Tage die Wirtin an einem stillen Vormittag auf ein eigentümliches Geräusch im Klavier aufmerksam. Als man darauf das Instrument von der Wand abrückte, öffnete sich die an der Rückwand des Klaviers gespannte Leinewand und hervor kant seelenvergnügt... der verlorene Igel. Er hatte in dem Klavier seinen Winterschlaf abgehalten, obgleich auf dem Instrument während der ganzen Wintermonate tagaus, tagein bis tief in die Nacht hinein nicht gerade zart gespielt worden war. Vergnügt zwinkerte er mit den Aeuglein, als wollte er sagen: „Nur kein Neid...“ * Ein seltsamer Einbruch. Einbrecher statteten dem Hildesheimer Römer=Museum einen Besuch ab, raubten aber merkwürdigerweise nichts. Die Einbrecher hatten verschiedene Behältnisse erbrochen, es scheint, daß sie bestimmte Gegenstände suchten. Das läßt die Vermutung zu, daß die Einbrecher bestellte Arbeit verrichteten. n Waldecker Talsperre. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat durch besonderen Erlaß an alle beteiligten Behörden in Kurbessen und im Fürstentum Waldeck, bezw. im Gebiete der Weserstrombauverwaltung ufw. mitgeteilt, daß die große Talsperre des Ederflusses bei Hemfurt und Schloß Waldeck die Humoristisches. Aus den„Meggendorfer Blättern“. Die kluge Braut.—„Weißt du, Fritz, wenn wir einmal verheiratet sind, lasse ich dich in allen Dingen den Gescheiteren sein: du darfst mir überall nachgeben.“ Der Geschäftsmann—„Der Aviatiker is g’rad'auf mein' Misthauf'n abgestürzt; was moanst Bader daß i von eahm für d' Lebensrettung verlanga kann?“ Die Leibrente. Unsere Erbtante eröffnete uns gestern, an ihrem neuunsiebzigsten Geburtstage, sie abe ihr Vermögen von fünfzigtausend Mark einer Versicherungsgesellschaft abgetreten, wofür sie eine jährliche Leibrente von viertausend Mark erhalte.— Wir suchten unsern Schmerz, ja, ich darf wohl sagen: unsere berechtigte Empörung nach Möglichkeit zu verbergen und meinten nur:„Aber liebes Tantchen, was machst du denn mit viertausend Mark? Du bist doch bisher mit deinen zweitausend Mark Zinsen sehr gut ausgekommen!?— Ja, einder“, entgegnete antchen,„ausgekommen din ich mit den zweitausend Mark: aber ich konnte nichts sparen! Jetzt aber, ihr Lieben kann ich fährlich zweitausend Mark sparen! Da erbt ihr mal ein hübsches Vermögen!“ Aus dem„ulk.“ Die Werdenden. Hänschen war zum erstenmal in der Schule gewesen.— Mutter:„Na, Hänschen, wie hat dir's denn gefallen?“— Hänschen::„Gut, Muttchen, aber man verdirbt sich den ganzen Vormittag damit!“ Ein kleiner Junge sagt statt„„“ immer„l“. Eine Tonte die zum Besuch kommt. neckt ihn:„No. bist amtliche Benennung„Waldecker Talsperre“ erhalten hat und in Zukunft in allen amtlichen Erlassen und Verordnungen und Schriftstücken usw. so zu bezeichnen ist. Ferner ist hinzugefügt, daß in allen Fällen, wo eine nähere Bezeichnung ersorderlich ist, die Angabe„In der Eder bei Hemfurt“ hinzuzusetzen ** Schadenersatzklage wegen fehlerhafter Röntgenbehandlung. Der Realschulprosessor Streng in Hof i. B. hat gegen den dortigen Magistrat eine Schadenersatzklag in Höhe von 30000 M. angestrengt. Einer Tochter des Professors, die im städtischen Krankenhaus in Hof be handelt wurde, sind durch Röntgenstrahlen beide Händschwer verbrannt worden, und Professor Streng behaupte nun, daß dieser Unfall nur deshalb möglich gewesen sei weil eine Krankenschwester allein den Röntgenapparat be dient habe. er Rechnerische Spielereien. Neulich hatte jemand der über mangelnde Zeit nicht zu klagen hat, ausgerechnet was eine Fahrt 3. Klasse von der Erde nach der Sonnmit Fahrkartensteuer und Hundebillett kosten würde, jetz hat ein anderer Zein gnadeter festgestellt, daß ein Blit etwa 1,20 Mark kosten würde, wenn es möglich wäre, si hohe Energien künstlich zu erzeugen, die der Blitz für sein. 0.005 Sekunde betragende Dauer braucht. Eine in die Milliarden gehende Ziffer ergab sich auch, als aus. gerechnet wurde, wieviel Umdrehungen ein Aeroplan Propeller auf der Reise Berlin—Paris macht. *r Heftige Schneestürme werden aus Ostrußlan! gemeldet. Teilweise liegt der Schnee' so hoch, daß Züge in ihm stecken blieben. Ein Brief der in Perm fest gehaltenen deutschen Luftschiffer berichtet gleich. falls von großen Schneemengen, die bei Perm niedergegangen sind. Dieser Brief berichtet u. a. über die unglückliche Lage der Deutschen:„Im Zimmer können wir uns vor Wanzen und Ungeziefer nicht retten. Die Küche wimmelt voll Schwaben. Das Essen ist kaum zu genießen. Wir ekeln es uns täglich für teures Geld herunter. Die ganze Stadt, etwa 60000 Einwohner, besteht fast nur aus alten zerfallenen Holzhäusern. Täglich schneit es noch, außerhalb liegt der Schnee noch mindestens zwei Meter hoch. Das arme Volk besteht fast nur aus sibirischen Verbrechern, die nach Verbüßung ihrer Strafe sich nur bis Perm ansiedeln dürfen. Westlicher dürfen sie sich nicht niederlassen.“ *# Der Marschrekord eines Briefträgers. Zwischer Lecco und Brescia in Italien, so wird der„V. Ztg.“ geschrieben, liegt die Eisenbahnstation Locate Bergamasco, die den Postdienst für die umliegenden Dörser Pieve, Basiglio und Rozzano zu besorgen hat. Mit der Verteilung der Briefe ist seit dem Jahre 1861 der Briesträger Luigi Biffi beauftragt, der seit seinem Amtsantritt tagtäglich die 23 Kilometer zurücklegt, die für den Besuch der drei Orte notwendig sind. Man hat ausgerechnet, daß Biffi während der 53 Dienstjahre wenigstens 390 000 Kilometer durchlaufen hat. Da der Umfang der Erde 40070 Kilometer beträgt, so hätte er fast zehnmal die Wanderung um die Erde vollbracht, jedenfalls eine ansehnliche Leistung des jetzt 86jährigen Greises, der es verdiente, nach einem Leben mit so viel Bewegung endlich in den Ruhestand versetzt zu werden. Literatur. Heilgymnastik und Selbstmassage.— Praktische Anwendung für Gesunde und Kranke. Von Dr. med. C. Bruhin in Bern. Mit 60 Abbildungen. Verlag von Herm. Hambrecht in Olten(Schweiz). Preis Mark 1,50. Für jedermann ein vorzüglicher Leitfaden zur allgemeinen Körperpflege und hinsichtlich der Selbstmassage denjenigen die an Fettleibigkeit, habitueller Verstopfung und an Schlaflosigkeit leiden, ganz besonders zu empfehlen. „** Tief unter der Erd'. Bergmannsschicksale von Karl Emil Schwenk. Preis kartoniert Mark 2.—, gebunden Mark 3.—, C. F. Amelangs Verlag in Leipzig.— Wie oft lesen wir in Tageszeitungen von furchtbaren Grubenkatastrophen und stehen innerlich tief erschüttert vor der Tatsache, daß wackere Männer in Ausübung ihrer schweren Pflicht den Tod gefunden haben. Aber wie wenig wissen wir im Grunde von der aufreibenden Arbeit, die unsere Bergleute im Dienste der Industrie leisten, von der Seele des Bergmanns, seinem Fühlen und Denken, seinem Ringen und Kämpfen und seiner Aufopferung in Gefahr und Todesnot. Diesem Mangel in unserer Literatur hat der Verfasser obigen Buches abzuhelfen versucht. Wir wünschen dem auch äußerlich vornehm ausgestatteten Buche die weiteste Verbreitung. Handel und Verkehr. Auskunftsstellen für die deutschen Verkehrsinteressen im Ausland. Bekanntlich haben die deutschen Staatsbahnen im August v. J. zur Förderung des Reiseverkehrs in Paris eine amtliche Auskunftsstelle errichtet, der die mündliche und schriftliche Auskunftserteilung über alle Verkehrs=, Unterkunfts= und Lebensverhältnisse, Bäderwesen und größere Veranstaltungen in Deutschland obliegt. Im März d. J. ist in London, Pall Mall 125, eine weitere, den gleichen Zwecken dienende amtliche Auskunftsstelle eröffnet worden. Mit der Leitung„ der. Londoner Auskunftsstelle ist der bisherige Direktor des Verbandes Teutscher Ostseebäder in Berlin, Otto Mann, betraut worden. Die Aufsicht über die beiden Auskunftsstellen übt die du floh, daß ich hier bin!"„Nein", erwidert der Kleine,„ich bin floh, wenn du laus bist.“ Aus„Nagels lustige Welt.“ Der brave Ehemann. Junge Tame(auf dem Wohltätigkeits=Bazar):„Kaufen Sie mir diese Blumen ab, mein Herr,— für die Dame, die Sie lieben.“— Herr:„Das wäre ein Unrecht von mir, mein Fräulein; ich bin ja verheiratet!“ Höchste Zerstreuthei:. Professor:„Hm, hm, ich habe keinen Bleistift bei mir, muß mir gleich notieren, daß ich mir einen kaufe!“ Trost. Kadett(vor einem Bildnis Moltkes): „Na ja— hatte auch keinen Schnurrbart!“ Pariert. Herr von Vorgendorf, ein heruntergekommener Lebemann, besucht ein billiges Restaurant und erkennt in dem schäbig aussehenden Kellner, der ihn nach seinen Wünschen fragt einen ehemaligen Freund aus Tagen früheren Glanzes.—„Was, Brenkhoff, Du tust hier Kellnerdienste?“ sagt er verblüfft, „Alle Wetter! So tief bist Du gesunken?!“—„Ja, alter Freund", erwidert der andere,„ich bin hier Kellner“— aber— Gott sei Dank! ich esse hier nicht.“ Abgewinkk. Friseur( zum Kunden):„IhrScheitel wird schon recht kahl, Herr Berger. Haben Sie mein Haarmittel„Birkenessenz“ jemals angewendet?“ — Kunoe.„Nein, nein; Ihr Haarmittel ist daran ganz unschuldig!“ Amtsrapport.„Der v. Schulze ist ein sehr armer Mensch, der sich schon zwei Jahre von seiner alten Mutter nährt. Der p. Meier dagegen erscheint weniger empfehlenswert„da er auf= und absteigende Verwandte hat, an denen er saugt.“ königliche Eisenbahndirektion Köln aus. Die Vermittelung des nicht eisenbahnamtlichen Druckschriftenund Propagandamaterials erfolgt vornehmlich durch den Bund Deutscher Verkehrs=Vereine in Leipzig, der auch über etwaige Anfragen wegen des Versandes usw. nähere Auskunft erteilt. Eine weitere umfangreiche Werbetätigkeit für die deutschen Verkehrsinteressen wird demnächst in Holland entfaltet werden, wo der Bund Deutscher VerrehrsVereine eine größere Anzahl von Auskunftsstellen errichten wird. Die Beaussichtigung dieser Auskunftsstellen übernimmt ein Angestellter des Bundes, der seinen Sitz in Utrecht hat. Ferner wird die bevorstehende Ausgabe einer Werbeschrift in russischer Sprache Anlaß zur weiteren Ausgestaltung von Auskunftsstellen in Rußland geben. „„„ Bremen, 17. April. Unter dem Namen BehringWerke, Gesellschaft mit beschränkter Haftung. in Bremen und Marburg, ist gestern im Sitzungssaal der Deutschen Nationalbank Bremen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit 675000 Mark Stammkapital gegründet worden. Zweck der Gesellschaft ist die Herstellung therapeutischer Präparate; insbesondere sollen unter persönlicher Leitung und Kontrolle von Exzellenz v. Behring die von ihm entdeckten Heilsera hergestellt werden. Außerdem wird die Gesellschaft den von v. Behring neuentdeckten Diphtherie=Schutzimpfstoff „Ta“, der Immunisierung gegen die genannte Krankheit verleiht, ausschließlich vertreiben. In Marburg wird eine von dem langjährigen Leiter der v. Behringschen Laboratorien, Dr. Siebert=Marburg, geführte Zweigniederlassung errichtet. Bankhaus Gebr. Löwenstein. Am Montag, den 20. d. M., zahlt die Deutsche Bank, Zweigstelle Hamm, die zweite Quote der Firma in Höhe von 25 Prozent. Die restlichen 15 Prozent werden voraussichtlich in einigen Wochen ausgezahlt. Wickingsche Portlandzement= und Wasserkaltwerke in Recklinghausen. Der Abschluß für 1913 ergibt einen Rohüberschuß von 761684 M.(746 653 M.). Als Abschreibungen auf die alten Werke sind 301 172 M.(248339 Mark) und auf die Neuanlagen 147003 M.(0) vorgesehen. Ferner sollen auf das alte Werk Lengerich nochmals 200000 M.(150000 M.) abgeschrieben werden. Die Gesamtsumme der Abschreibungen beträgt danach 648 175 M. (398 339 M.). Der verbleibende Rest von 113 509 M. soll zum Teil der Rücklage überwiesen, als vertragliche Gewinnanteile des Aufsichtsrats, als Wehrsteuerbeitrag und Vortrag für 1914 verwandt werden. Es wird somit für 1913 keine Dividende(1912: 5 Prozent) verteilt. Wie die Verwaltung hierzu mitteilt, wurde das Erträgnis durch die zu zahlenden hohen Bankzinsen und die in Anbetracht der erheblichen Vergrößerung der beiden Werke Lengerich und Friedrichshorst ganz ungenügende Beschäftigung sehr ungünstig beeinflußt. Das Kontingent betrug im alten Syndikat 750000 Faß und beträgt im jetzigen Verband 2,3 Millionen Faß. Die Hauptversammlung soll am 13. Mai stattfinden. Anneliese, Portlandzement= und Wasserkaltwerke, A.=G., in Ennigerloh. Die Verwaltung beantragt, nach reichlichen Abschreibungen und Rückstellungen die Dividende von 6 Prozent auf 12 Prozent zu erhöhen. Berlin, 17. April. Tendenzbericht. Die heutige Börse verkehrte auf fast allen Gebieten in ziemlich fester Haltung, wenn auch das Geschäft zu wünschen übrig ließ. Die Beilegung des Konflikts zwischen der Union und Mexiko und die darauf erfolgte Erhöhung der gestrigen Neuyorker Börse, machten hier einen günftigen Eindruck. Kanada wurden in großen Beträgen eingedeckt, so daß sich der Kurs um über 2 Prozent höher stellte. Der Montanmarkt zeigte durchweg Kursbesserungen. Eine Ausnahme machten Hohenlohe=Aktien, die 12 Prozent niedriger einsetzten, da wieder ungünstige Dividendenschätzungen im Umlauf waren. Am Bankenmarkt waren heimische Werte gut behauptet. Die Aktien der Deutschen Bank gewannen 8 Prozent. Auch russische Werte zogen im Kurse etwas an, da die Erklärung des russischen Finanzministers befriedigte. Am Rentenmarkt gewannen 3prozentige Reichsanleihe 0,30 Prozent, türkische Tabakaktien 1 Prozent. Auch Türkenlose konnten sich um eine halbe Mark befestigen. Schiffahrtswerte waren bei geringen Umsätzen gut behauptet; Hansa sogar 14 Prozent höher. Von Eisenbahnen sind noch Baltimore als fest zu erwähnen, sowie italienische Meridionalbahn. Letztere waren 1 Prozent höher. Elektrizitätswerte waren ebenfalls gefragt, besonders Edison, die über ein Prozent anzogen. Sonst sind noch Otavi=Anteile als fester zu erwähnen. Im weiteren Verlauf traten am Montonmarkt Deutsch=Luxemburger, Harpener und Gelsenkirchener durch Festigkeit hervor. Gegen Schluß der zweiten Stunde war die Tendenz ziemlich fest. Privatdiskont 28 Prozent. Hamburg, 17. April, 10. Uhr. Kaffee schleppend, Mai 47, Sept. 481, Dez. 49, März 491. Hamburg, 17. April, 10 Uhr. Zucker ruhig, April 9.25, Mai 9.30, Juni 9,35, Aug. 9,523, Okt.=Dez. 9,52, Jan.=März 9,672. Berlin, 17. April. Getreidemarkt. Weizen, vorrätig. 185 bis 190. Mai 193, Juli 198. Sept. 193.25. Roggen, vorrätig 156 bis 156,50. Mai 159.50, Juli 162.25, Sept. 158.50. Haser, sein 165 bis 180. mittel 153 bis 164. Mais amerik., runder 149 bis 152. Gerste, inl. Futter=, mittel u. geringe 144 bis 150, gute 151 bis 160, russ. u. Donau=, leichte 134 bis 137, schwere 138 bis 143. Erosen, inl. u. ausl. Futter=, mittel 170 bis 182, seine und Tauben183 bis 208. Weizenmehl 22 bis 27,50. Roggenmehl 18,90 bis 21.30. Weizenkleie, grobe 11 bis 11,50, seine 11 bis 11.50. Roggenkleie 10 bis 10.50. Amtlich festgestellte Kurse de# Düsseldorfer Bön vom 17. April 1914 (mitgetellt vom Dortmunder Bank=Be Zweiganstalt des Barmer Bank=Vereins### Zischer& Comp. Gewerkschaften Braunkohle Bruckd. Nietleb. Bergbauver ermania Kali hansa Silberberg sohenfels sohenzollern ohannashall laiseroda 7400 3401 5 8 An= und Verkauf von Kuxen, Aktien und Obligationen Börsennotiz) kulantest und provisionsfrei. Beleihung von marktgängigen Effekten zu günstige gungen. Erstklassige, festverzinsliche industrielle Berzue und Hüttenoblig. stets vorrätig. Stöndige Vertretung an den Börsen zu Essen und Kinoplastikon. Das Kinoplastikon=Theater, Brückstraße 66, heute mit einem neuen Programm heraus, das sor#### an Umfang wie an Schönheit der Zusammenstel das Eröffnungsprogramm bei weitem überrrifft. Zi# weniger als acht kinoplastische Darbietungen##### auf freier, erleuchteter Bühne gezeigt und es# für Jeoermann eine Notwendigkeit sein, diese sün Deutschland vollkommen neue, eigenartige Erfindung# zu sehen. Um auch anderem Geschmacke Rechnung; tragen, bringt der kinematographische Teil ein e## pointiertes Drama„Die Musikantenlene“, eine witn Humoreske und eine flott gespielte Komödie, diei ren Eindruck auf das Publikum sicherlich nicht fehlen werden. Pastor Felke-Heilweise Raterteilung für Kranke aller Art. Dortmund Burgwall 27. Part, rechts. Montags und Donnerstag 9½—1 u. 2-4½ Uhr. Dr. phil. Mayus Vom Pastor Feike beglaubigter Vertreter. Ein guter Ral für Brautleute, die nicht über die Mittel verfügen, ihre gesamte Aussteuer gegen Barzahlung zu kaufen, ich offoriere Auf Kredit bei mäßiger Anzahlung und spielend leichten Teilzahlungen Möbel, einzelne Gegenstände tele aunch kompl. Zina für je Mk. 100.- beträgt die Anzahlung Mk. 10.- u. die Abzahlung Mk.5.- monatl. Herren-, Danen- und Kinder-Garderble elegante Fassons zu billigen Preisen N. Fuchs Dertmund, Ostenhellweg##. Maliziös.„Also unser Freund, der Redakteur Alois, der früher verantwortlich zeichnete, ist jetzt Zeichner geworden?“—„Ja, ja: früher zeichnetc er verantwortlich, jetzt unverantwortlich.“ Aus dem„Gemütlichen Sachsen.“ Anders gemeint. Vater(zu Karlchen. welcer aus der Schule kommt): Karlchen, wirst du denn auch Ostern eine gute Zensur mitbringen?— Karl= chen: Freilich, der Lehrer hat heute erst wieder zu mir gesagt: Na, an deiner Zensur wird dein Vater seine helle Freude haben! Ballgespräch. Sie hatte Literaturstunde und war bei den Klassikern.— Das Gespräch mit ihrem Kotillonherrn drohte einzuschlafen, und sie raffte sich zu einem letzten Versuche auf. Sie fragte:„Haben Sie schon„Hermann und Dorothea“ gelesen?“ Und der Jüngling antwortete bescheiden:„Bis jetzt nur erst Hermann!“ Verschieden. Fremder Gast: Wie ich sehe, verkehren bei Ihnen auch verschiedene Offiziere?— Wirt: Nein, nur lebendige,— die verschiedenen liegen auf dem Friedhof! Rosige Aussicht. Jüngling(zu seiner Flamme): Am nächsten Osterfest können wir sicher heiraten; bis dahin habe ich bestimmt sechzig Mark Monatsgehalt, und dichten kann ich ja auch! Das besorgte Brüderchen. Beim Sekretär Lehmann ist hoher Besuch; sein Chef nebst Gemahlin sind erschienen. Im Laufe der Unterhaltung erfahren diese, daß Lehmanns sich zweier kleiner Kinder erfreuen und äußern nun den Wunsch, sie zu begrüßen. Sofort öffnet Frau Lehmann die Tür zum Nebenzimmer und ruft nach ihnen. Fritzchen erscheint auch gleich, aber in sichtlicher Erregung. mir nicht die Liese stört,“ schreit er mit beicg mir niche die Diese stoer, sollrenn E Stimme,„sie ist Osterhäschen und legt gerabe Kulinarischer Vergleich. gehen beide zum Eiertrudeln, die Schwester? ihr neues, blattgrünes Sammetkleid „Mutti“, meinte der Bruder am Abend,#z sind daputt, und Lotti sieht aus wie Spin Aus dem„Torsbarbier.“ Unter Geschäftsreisen dgm gestae Sie eigentlich, Herr Kollege?“—„Im 5 ich in Damenkleidern gearbeitet, dann#### Monate Lackstiefel vertreten, und setzt“ auf Glas und Porzellan werfen.“ Beim Heiratsvermittler.u## Sie. die Dame gerade nicht.“—„aver ich““. ihrem Geld können Sie sich überall seht. Da hat er's! Geschwätziger Wirt Luftschiffer):„Die Luft soll ja de##ge, via sein?“—„Ja, furchtbar; d. h. gegen 50 sie der reine Sirup!“ Enttäuscht. Gnädige chen):„Sagten Sie nicht, Sie, Poctge,z wordenk nungsrat Böse wegen Horchens ent!e!! gugud „Jawohl, gnä' Frau.“—„Nun, zum erzählen Sie doch was!" Höchster Dalles. Student„ärig sur## Spund, he“ Du etwas Mammon u. zi, frisch.“ — Student Spund:„Mein Lieder, wel!„„ pro Kubikmeter umsonst zu haben elend ersticken.“ Die Anfertigung alle gach unseren Stondord=Sch seibß für Damen, die nich Unsere heutige Mode ge La ist es doch wohl angel chlecht gewühlte Farden, nir uistallen als schlechte uriamen Leserumen ein in den Farbstellungen anzi schmack auch Gesetze der 9 Faurben. Streng genomme brechen ohne sie alle zur u stellen Wir müssen den näherkommen und zuerst keinere oder kleine Garder östers tragen muß, von vo iu Sie wird guttun, ne richts ausmacht, wenn sie: K. 2001. Rädchenkleid i# klter don 8—19 Jahre 2604 znumenteller ür Schürzen, Es ist sehr deren Ver Gebra werden. Es wi für die Tä #aß sie ihre Be Gle Borse ins Gtasiögg all 1430 340 13300 1255 495 Mi 8 id Obligationen(oh rovisionsfrei. zu günstigen V#### dustrielle Berzwertorrätig. Essen und Düssel n. rückstraße 60, lemheraus, das sort r Zusammenstellug em überrrifft. M4 arbietungen ezeigt und es un keit sein, diese genartige Erfindu chmacke Rechnung hische Teil ein se# tenlene“, eine witz lte Komödie, die sicherlich nicht Reilweise aller Art. Part. rechts. u. 2-5½ Uhr. „yus gter Vertreter. iber die Mittel issteuer gegen ich offoriere und spielend ungen sch kempl. Zins die Anzahlung Mk.5.- monatl. nder-Garderabe lligen Preisen hellweg 4l. us 8 RPR otte und Bia rür g porimund cher Ostenhellweg Größte Auswahl Knaben-Kleidung Billigste Preise für Mädchen: Kieler Kleider u. Pujacks. für Damen: Sport-Costunte(Jacke, Rock u. Beinkleid) nach Maß, in bester Schneiderverarbettung von Mk. 75. Die Anfertigung aller Garderobenstücke 1c umseren Stenderd=Echittmustere spielend l#iche * guet für Samm, die nicht ichneibern grarnt hoben Möde für Alle: Schnittmusten zu allen Abbildungen den Nurmalgrößen 4x. 46 und 46 Ulefert unsere Expedition zum billigen Preise von nur 30 B). pro Stück. Modebrief Unsere heutige Mode gefällt sich in grellen und leuchtenden Farben da in es doch wohl angebracht, darauf aufmerksam zu machen, daß tlocht gewählte Farden, unrichtig zusammengestellte Farben viel wehr auffallen, als schlechter Sitz und Schnitt So bitte ich die aufwersamen Leserimen eine kleine Epistel über den guten Geschmack den Farbstellungen anzunehmen Man nennt diesen sicheren Geauch Gesetze der Aesthetik, oder ästhetische Zuverlässigkeit in Finben. Streng genommen ist es sehr schwer, speziell über Farben zu sbrechen ohne sie alle zur Hand zu haben und erklärend nebeneinander stellen Wir müssen den Farbgesetzen also von einer anderen Seite näherkommen und zuerst darauf hinwveisen, daß eine Frau, die eine seinere oder kleine Garderobe hat, die also ein Kleid oder ein Kostüm ziers tragen muß, von vornherein jede auffallende Farbe zu meiden dut Sie wird guttun, neutrale Farben zu wählen, bei denen es gar wenn sie täglich am Leibe sind. Neutrale Farben sind chwarz, marinebleu, beigefarben. .—. 22 hläuliches G Es gib. Ebenso gibt es bläuliches Grau und gelbliches Grau. Die Brünette kann gelb=beige und gelbliches Grau tragen. Die Blondine soll zu den bläulichen Tönen greifen. Die heutige Mode gestattet, besonders bei Kostümen, Abwechslungen anzubringen in Form von Schärpen und Westen, je nach der Art der Kleidung. Welche Auswahl in Schärpen und Gürteln. in Westen und in Umlegekragen, in Jabots steht uns zur # 5 K 2001. Rädchenkleid für ## klter don 8—10 Jahren. Nr. 2602. das Alter Mädchenkleid für von 8—10 Jahren. Verfügung stehen, kann man es wagen, einen der modernen senffarbenen oder saftgrünen oder auch kupferfarbenen Mäntel zu erwerben, die so gar verlockend ausgestellt sind. Hat man also die schlüpfrige Bahn betreten, wagt man sich an grelle Farben heran, dann sei das Kleid schwarz und der Hut ebenfalls. Nur so ist die Geschmacklosigteit vermieden, die uns heute so oft auf der Straße begegnet. Die farbenkundige Frau wird immer das Kleid oder das Kostum aus einer Farbe wählen und besonders die wirklich schönen dunklen neuen Töne bevorzugen, salls sie nicht schwarz nimmt. Diese tiefdunklen Farben sind in Grün, in Blau und Lila und Schwarzbraun zu haben. Der höchste Geschmack, die sicherste Farbstudie offenbart sich darin, welche andere zu diesen genannten Farben zugesellt werden Man muß wissen, daß es nur wenige Grundfarben gibt, daß e mit gelb oder grün oder blau gemischt werden, also gegenseitig vermengt und daß aus dieser Mischung ein gelbliches Rot vom hellsten bis zum dunkelsten, ein bläuliches Rot, ebenfalls durch alle Schattierungen hergestellt wird. Ebenso ein gelbliches Grün und ein bläuliches Grün Man muß also das Auge dafür haben, ob die Gesamtfarbe auf bläulich oder gelblich ges ummt ist und darnach die Wahl in der Farbgarnitur treffen. Das nächste mehr darüber. Nr. 6202 ist ein Mädchenkleid für das Alter von 8—10 Jahren. Wir möchten vor allem darauf hinweisen, in der Mädchenkleidung besondere erzieherische Momente nicht aus dem Auge zu lassen. In einem der nächsten Modebriefe werden wir uns näher darüber aussprechen. Heute sei nur gesagt, daß in der Mädchenkleidung die größte Einfachheit vorherrschen soll. Auch dann, wenn wohlhabende Eltern jeden Luxus gestatten können. Man kleide das kleine Mädchen geschmactvoll, um es daran zu gewöhnen, aber niemals üppig oder überladen. Die Mutter schadet sich selber damit, denn sie offenbart ihr eigenes Unvermögen in Dingen der Kleidung. Abb. 2602 zeigt einen glatten Rock mit breitem Saum, ein ringsum gehendes Plissee aus gleichem Stoff und eine Knopfgarnitur in der vorderen Mitte. Die Taille ist im üblichen Kimono schnitt geschnitten, zeigt an der Schulter einige Fältchen, um einen loseren Fall zu erzielen. Die Aermel sind halblang und zeigen die gleiche Garnitut wie das kleine Chemisett am Halse. Ein Gürtel aus Band oder Stoff mit kurzer Schleife. Erforderliches Material: 2,30 m bei 1,10 in Breite. Nr. 2601 zeigt durchgehenden Rock und Taille, der einer Schulterpasse untersetzt ist, an der die halblangen Aermel angeschnitten sind. Ein tiefsitzender Gürtel hält die Weite zusammen. Ein sehr hübsches Blumenmuster schließt als Bordüre die Passe, die Aermel und den Rockrand ab. Erforderliches Material 2#u bei 1m Breite Beide Kleidchen können aus jedem Stoff gefertigt werden, wie sie heute in Krepon, Kattun, Wolle und Waschseide zur Wahl liegen. Nr. 2603. Ein hochmodernes Kostüm aus glattem und kariertem Stoff. Der Rock ist in schrägem Karo geschnitten, vorn und hinten eine Naht. Unten herum einen breiten Saum. Ueber dem Rock ist eine Tunika, hinten spitz, angebracht, die vorn etwas höher unter dem gekreuzten Gürtel sich verliert. Ein breiter Saum schließt auch den Tunikarand ab. Das kurze Bolero mit langen eingesetzten Aermeln kreuzt sich vorn mit einem Knopf, bei eingesetztem kariertem Stoff, der auch den Rücken unterbricht. Spitzer, hohler Umlegekragen aus Seide. Eine Weste— nach Belieben mit oder ohne Aermel— mit schmalem, flachem Umlegekragen und Schlips. Auch das Bolero zeigt den breiten Saum als Abschluß. Erforderliches Materiali 1,80 m einfarbigen von 1 m Breite und 1,50 m karierten Stoff, letzterer von 1,40 m Breite. zu den billigsten Preisen. Ital. Rotwein p. Fl. Mk. 0.90 Sanitäts-Medieinalwein p. Fl. Mk. 1.00 und 1.25 Sherry p. Fl. Mk. 1.90 Santa Creus, spanischer Klosterwein p. Fl. Mk. 1.90 Aramon Vino Vermuth Priorato Tarragona Douro Portwein Alter Malaga Madaira Insel Samos. dirkt vom Fass p. Ltr. 85 Pfg. Blutroter Medicinalwein, direkt vom Fass p. Lir. 95 Pig. 73 Westenhellweg 73, an der Petrikirche. Nr. 2603, Hochmodernes Kostüm aus glattem und kariertem Sto ff. kaufen ihre am besten und billigsten bei der Firma Dortmund Hansastraße 30. Besichtigung ohne Kaufzwang erwünscht. Kulante Bedingungen. Handarbeiten. HH Nr. 2607. Dieser Schal kann in jeder Farbe, in jeder Länge und in Wolle oder Kunstseide oder reiner Seide angefertigt werden und sowohl für den Kop wie als Umschlagtuch für den Hals benützt werden. Das Muster zur Str ckarbeit zeigt Nr. 2605. Die Fransen werden in der üblichen Weise über ein Lineal oder einen starken Karton in der gewünschten Breite gearbeitet. Vor allem ist darauf zu ehen, daß das Material sich gut reimigen läßt, da solche Schals sehr oft gewaschen werden müssen. Nr. 2604, Kreuzkichmuster. N. 2604 und 2606 sind Kreuzstichmuster, deren Farben man belieb Mammenstellen kann, je nach dem Zweck der Stickerei. Die Muster sind sowoh Schürzen, Kinderkleider, kleine dichte Gardinten zu verwenden. ##st sehr zu begrüßen, daß nun wieder mehr Sorgfalt auf Handarbeiten iw deren Verwendung an Kleidern und Wäsche gelegt wird. Auch daß so nunche Gebrauchsgegenstände, wie z. B. der Schal wieder selbst gearbeite beiden. Es wird sich diese Gewohnheit sicher lohnen und ganz neue Perspel wven für die Tätigkeit der verheirateten Frau bieten. Sie wird einsehen lernen, sie ihre Zeit nicht besser verwenden kann, als ihre Bedürfnisse für Haus Nr. 2605. Muster ur Striaarbeit. und Familie soviel als möglich elbst anzufertigen und somit Barauslagen ersparen. Das ist auch eine Kapitalansage, die doppelten Nutzen trägt. Nr. 2006. Kreuzstichmuster. Nr. 2007. Schal. 207 Lortm Porzellan- u. Glas-Niederlage und N. Hoffmann Westenhellweg 1-3. Grösstes u. vornehmstes Spezialgeschäft der Provinz. Niederlage sämtlicher Königl. Manufakturen. Tafel-, Kaffee-, Wasch-Service. Cristalle! Marmor! Luxuswaren! In sämtlichen Artikeln eine große gediegene Auswahl zu billigsten Preisen. Eigene Glashütte. Porzellan-Malerei und Zinnniesserei. Nachenholtz& Co. jetzt nur Westenhellueg 47 empfehlen ihr reichhaltiges Lager in Seiden, Besätzen Schneiderei-Zutaten. Täglich Eingang von Saison-Neuheiten. 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Seine Frau, die ebenso brav war, hieß Gertrud. Einst saß er bei seinem Kohlenhausen, indessen sein Weib in einen entfernten Wald gegangen war, um etwas mit dem Forstmeister abzureden. Da hörte er auf einmal in den Hechen seinen Hund kräftig bellen. Er steht auf, geht dem Schalle nach und trifft endlich seinen Hund an, zugleich aber auch die Ursache von dessen Gebell. Denn es lagen da zwei Kinder, die erst etliche Tage alt zu sein schienen, zwei schöne Knaben; das Hündlein stand jetzt bei ihnen und beleckte sie. Als Schönefeld dies sah, rief er voll Mitleid aus:„Arme Geschöpfe; ein Hund ist mitleidiger gegen euch, als die, welche euch das Leben gegeben hat. Die Unmenschliche! Sie scheute sich nicht, vor Gottes allsehendem Auge zu sündigen, und verbindet nun mit der Sünde das Verbrechen, euch verschmachten zu lassen! Das kann eine Mutter?!“ Und er hob die beiden Kinder auf und ging nach seinem Kohlenhausen zurück. Jetzt kam sein Nachbar, der Kohlenbrenner Zinsacher, und sagte:„Was willst du mit diesen Findlingen machen? Die bringen dir den Fluch ins Haus!“ Schönefeld:„Ich habe den Fluch noch nie in meiner Hütte gehabt, Nachbar; denn ich habe nach Kräften gearbeitet, und stets nur getan, was recht ist.“ Zinsacher:„Aber du hast selbst schon sechs Kinder!" Schönefeld:„Das danke ich Gott: nun bekomme ich achte. Die können auch mehr beten und arbeiten.“ Zinsacher:„Wäre ich in deinem Fall, ich brächte sie dem Landrichter!“ Schönefeld: Das glaube ich wohl, ich aber tue es nicht. Es sind der Waisen schon genug im Waisenhaus, fast mehr als des Ungeziesers, das sie auffrißt.“ Zinsacher:„So schicke sie dem gnädigen Erzbischof!“ Schönefeld:„Gott hat sie mir geschickt, er wird mir auch helfen, sie zu ernähren. Ich will künftig Sonntags das Fleisch mir abtun und alle Vierteljahre einen Kohlenhausen mehr brennen.“ Unter diesen Reden kam seine Frau. Sie war durstig und müde und sagte:„Gib mir ein Labsal, Friedel, ich habe lange gedürstet.“ „Hier hast du zwei für eines, liebe Trude,“ entgegnete Schönefeld und legte ihr die beiden Kinder in den Schoß. Voll Verwunderung sah sie dieselben an und sagte:„Wem sind die Kinder?“ „Sie sind dein!“ Ich habe der Kinder genug. Gott sei es gebankt was leine mehr. „Soll ich sie wieder hinlegen, wo sie der Spitz gefunden hat, Trude, daß sie die Adler oder die Füchse fressen?" „Also hast du sie gefunden? So stehe Gott eurer Mutter bei, ihr Armen!" So sprach das brave Weib, küßte sie und drückte sie an ihr Herz; dann fuhr sie fort: „Nein, Ihr sollt doch eine Mutter haben. Ich will sie sein; der da ist euer Pflegevater, und Gott im Himmel wird euer rechter Vater sein und bleiben.“ „Habe auch so gedacht,“ sagte der Mann und holte einen Topf mit Milch herbei. Gertrud machte den Kindern kleine Beutelchen von Leinwand, um sie mit Milch zu laben, und dachte gar nicht mehr an ihren eigenen Durst. Am anderen Tage beförderten sie die Kinder zur heiligen Taufe und vertraten selbst die Patenstelle. Dann erzogen sie dieselben ebenso sorgfältig und hielten sie ebenso gut, wie ihre eigenen Kinder. Freilich machten die beiden Knaben der wackeren Gertrud viel Unruhe und manche schlaflose Nacht, und dem redlichen Schönefeld mehr Arbeit; aber keines von ihnen klagte, sondern sie pflegten zu sagen:„Sind wir einst alt, so werden sie uns wieder pflegen.“ Und ihre Hoffnung hat sie nicht betrogen. Denn während ihre eigenen Söhne sich als Scharfschützen im vaterländischen Heere befanden, unterstützten die beiden Findlinge die auten Alten in ihren Arbeiten redlich, und verschafften ihnen im Alter Verpflegung und sehr ruhige Tage. So fanden die braven Eheleute schon hie: den Lohn ihrer Barmberzigkeit. Aber den herrlichsten Lohn werden sie an jenem großen Tage der Vergeitung eine#####en wenn der Richter den Menschen zurusen wird:„Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ Und:„Wahrlich, sage ich euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder ge tan habt, das habt ihr mir getan.“ Der Zauberer in der Familie. Wie man ein Zweimarkstück in 7.50 Mark verwandeln kann. das so dargestellte Geldstück die Größe eines Fünfzigpfennigstücks. Addiert man zusammen, so erhält man: 5 plus 2 plus 0,50 gleich 7.50 Mark statt des Zweimarkstücks. Tagesspruch. Hinaus mußt du gehen in Wald und Flur, Erquicken dich an der Pracht der Natur; Das Kleinste betrachten, mit Liebe besehn. Dann wirst du Gottes Güte verstehn. Edelsteine. 000D 000 O Rätselecke. 002 0000 000 DOGGGDOOOooac Bilderrätsel. Se S Sogp in bungen Versrätsel. Mit„M“ bin ich ein harmlos Tier Im Wasser wohl und auf dem Land. Doch nah ich heimlich dir mit„Str“ Und trag mich selbst mit„D“ in meiner Hand, Dann sieh dich vor, ob Kind, ob Weib, ob Mann, Da ich dir sehr gefährlich werden kann. Vexierbild. „Wo nur Freund Schulze heute bleibt, er ist doch sonst so pünktlich?“ Man nehme ein Zweimarkstück und lege es in eine flache Schale, die so weit mit Wasser gefüllt ist, daß dasselbe das Geldstück bedeckt. Hierauf erwärme man ein einfaches Wasserglas und stülpe es, wenn die im Glase befindliche Luft ordentlich warm geworden ist, auf die Münze. Das Wasser wird dann in die Höhe steigen infolge der Zusammenziehung der sich jetzt abkühlenden Luft im Glase und des atmosphärischen Druckes. Betrachtet man jetzt die Oberfläche des Wassers, so sieht man infolge der Strahlenbrechung die Münze doppelt; man erblickt das Zweimarkstück und darunter eine großere Münze, die einem gleicht. Blickt man dagegen am Glase nach oben hinauf, so findet man auch dort eine Wiederspiegelung der Münze, und zwar hat W et con diie Silbenrätsel. Die erste hat als wildes Tier, Den Aufenthalt im Waldrevier. Zufrieden ist und unzufrieden Man mit der zweiten stets hinieden. Wer's nimmt, den sieht man freundlich an. Beim Ganzen ist oft schlecht man dran! M — Neues Leben. 71 Erzählung aus dem kaufmännischen Leben von Fritz Ritzel.(Nachdruck verboten.) Wie in Gedanken glitten ihre Finger über die Tasten und verlend entstiegen denselben die Anfangsakkorde des ergreifenden Gebetes aus Tannhäuser, welches Elisabeth in ihrem tiefen Seelenschmerz zum Himmel sendet. Unwiderstehlich drängte es die Spielerin, ihrem bewegten Herzen Luft zu machen; zum ersten Male wieder seit langer Zeit erklang ihre herrliche Sopranstimme in der wunderbaren Weise:„Allmächtige Mutter, hör' mein Flehen!" Gerade war sie mit dem Gesang zu Ende und ließ demselben die an Sphärenklänge gemahnenden schmelzenden Akkorde folgen, als die Salontüre ausgerissen wurde und Frau Richtwein in dem Rahmen derselben erschien. Ihre Gestalt umschloß ein hochelegantes traßenkostüm, in dessen Schnitt und Anordnung sich offenbar das Bestreben der Dame gab, möglichst jugendlich zu erscheinen, wie auch ihre Frisur die eben modern gewordene Form mit den an den Schläfen breiten Aufbauschungen zeigte. In der Hand hielt die Dame ein in blauen Samt gebundenes Gebetbuch, ein Zeichen, daß sie aus der Kirche kam, deren Besuch aber keineswegs eine besonders friedsame Seelenstimmung bei ihr ausgelöst zu haben schien. Im Gegenteil zeigten das gerötete Gesicht und die funkelnden Augen Frau Richtweins unverkennbare Spuren überstandenen Aergers und machte sie demselben auch sofort Luft, indem sie den eleganten Federhut auf den nächststehenden Divan schleuderte und mit trippelnden Schritten mehrere Male den Raum durchmaß. „Seit langer Zeit höre ich dich wieder zum ersten Male singen, mein Kind,“ wandte sie sich dann an ihre Tochter.„Gestern hätte ich mich noch darüber gefreut, daß du endlich das ewige Trübsalblasen aufgibst,— du bist ja noch jung,— aber heute—— nein, was man alles hören und erleben muß! Du dauerst mich am meisten— endlich taust du wieder ein bißchen auf, da muß ich, die eigene Mutter, dir schon wieder allen Lebensmut nehmen. Es ist aber auch wirklich, um steil die Wände hinaufzuklettern, wenn man daran denkt!" „Ja, was ist denn passiert, Mama?“ fragte Marie.„Ich weiß ja von gar nichts!“ „Sei stark, mein Kind, tröste dich an meinem liebenden Mutterherzen. Wenn es wahr ist, was mir die alte Klatschbase, die Steuerrätin Holland, vorhin erzählte, dann muß es dich ja schwer, unendlich schwer treffen. Unendlich schwer, armes Kind!" Damit schritt Frau Richtwein auf ihre Tochter zu und suchte sie in die Arme zu schließen, welches Beginnen Marie jedoch vereitelte, indem sie einen Schrite zurücktrat und fragte: „Aber Mama, was soll mich denn schwer treffen? Du spannst mich ja auf die Folter mit deinen unbestimmten Andeutungen!" „Extra hat sich die alte Katze so lange vor der Kirchentüre zu schaffen gemacht, bis ich herausgetreten bin!“ fuhr Frau Richtwein fort.„Dann ist sie wie ein Stoßvogel auf mich losgeschossen und hat mir die Neuigkeit brühwarm erzählt. Ich sah es ihren giftigen Augen an, wie sie sich an meinem tötlichen Schrecken förmlich weidete!" „Ja, aber Mama, welche Neuigkeit denn?“ fragte Marie wieder dringend. „Daß sich Graf Kurt von Strehlen mit der Margot Hattner, der verflossenen Braut deines Bruders, zu verloben im Begriffe steht,“ schrie jetzt Frau Richtwein förmlich heraus. „Ja, was ist denn da aber zu erschrecken?“ meinte Marie gleichmütig.„Daß Margot Hattner nicht ledig bleibt, war doch vorauszusehen, und daß sie gerne Frau Gräfin wird, ist doch auch zu begreifen. Geld genug hat sie ja dazu!“ „Aber Kind, hast du mich denn richtig verstanden, daß du so ruhig bleibst? Graf Strehlen ist der künftige Bräutigam—“= „Na, warum denn nicht,“ erwiderte Marie in dem früheren Tone.„Er ist ja ein recht hübscher Mensch, ist auch ein herzensguter Mensch! Ich gönne ihm die reiche Partie von Herzen.“ „Ja, aber Kind!“— Frau Mathilde fuhr sich mit beiden Händen nach dem Kopf— „träume ich denn, oder bin ich verrückt? Graf Kurt Strehlen verlobt sich, derselbe, der fast täglich in unserem Hause ein= und ausgeht, mit dem Ihr— Albert und du— unzertrennlich seid. Ich selbst habe zu Dutzenden Malen zugehört, wie er dir die Kur geschnitten hat, und glaubte überzeugt zu sein, daß dir der schöne Offizier gesiel. Ueberall wurde ich schon gefragt, ob man bald zur Verlobung gratulieren könne, und jetzt verlobt sich dieser treulose Mensch mit einer anderen und du machst ein Gesicht dazu, als wenn dir das ganz egal sei!“ „Aber Mama, warum soll es mir denn nicht egal sein?“ meinte Marie.„Graf Kurt kam doch zu Albert, den er immer noch als seinen Lebensretter preist. Sollte ich da vor ihm fortlaufen, weil ich ein Mädchen bin? Und sollte ich mich nicht mit ihm unterhalten, weil er zufällig Graf und ein hübscher Offizier ist? Muß denn immer gleich geheiratet sein, wenn junge Leute harmlos fröhlichen Verkehr miteinander pflegen? Als Gesellschafter ist mir Graf Strehlen sehr lieb, aber heiraten möchte ich ihn nicht— warum?— das weiß ich selbst nicht.“ „Das sind so die überspannten Anschauungen von euch jungen Mädchen,“ eiferte die Mutter.„Zu meiner Zeit war's anders. Wenn da ein junger Mann und ein junges Mädchen regelmäßig gesellschaftlich miteinander verkehrten und der junge Mann dem Mädchen so zu Gefallen ging, wie der Graf dir, und es wurde keine Verlobung daraus, dann war das Mädchen erledigt! Ja, erledigt hat er dich! Was soll ich denn jetzt all den lieben Freundinnen sagen, die ich alle in dem Glauben ließ, daß etwas aus der Sache würde! Wenn ich an die schadenfrohen Gesichter denke, die sie jetzt machen, an die anzüglichen Redensarten, möchte ich gerade aus der Haut fahren! Hättest du mir wenigstens gesagt, daß du dich nicht für den jungen Mann interessierst!“ „Aber Mama, beruhige dich doch,“ mahnte Marie.„Wie konntest du dir denn nur einbilden, daß sich Graf Strehlen um mich bewerbe? Seine Familie ist nicht sehr begütert; er hat Albert offen erklärt, daß er genötigt sei. eine reiche Heirat zu machen, um dem Glanz seines alten Namens auch das nötige Relief zu verleihen. Albert hat das dir doch auch erzählt! Du hast es even nicht geglaubt.— Du hast eben geglaubt, was du gewünscht hast!“ „Dann hättest du aber deinen Verkehr mit ihm einschränken müssen, wenn du das gewußt hast!“ widerlegte die Mutter.„Dann wäre kein Mensch darauf gekommen, dich mit dem jungen Herrn in Beziehung zu bringen! So aber—“ „Von deinem Standpunkte aus hast du ja vollständig recht, liebe Mama,“ unterbrach Marie.„Nach deiner Auffassung soll ein junges Mädchen nur dann mit einem jungen Manne verkehren, wenn Aussicht vorhanden ist, daß etwas daraus wird, wie du sagst. Na, ich bestreite ja die Richtigkeit dieser Anschauung nicht, sofern es sich um junge Mädchen handelt, die unter allen Umständen unter die Haube kommen wollen. Die müssen sich allerdings in Acht nehmen, daß sie keine irrigen Meinungen erregen.“ „Ja, aber Kind,“ unterbrach sie Frau Richtwein,„willst du denn eine alte Jungfrau werden? Bei deiner Schönheit, unserer gesellschaftlichen Stellung! Da sei Gott vor!“ „Der Rechte ist bis jetzt immer noch nicht gekommen, Mütterchen,“ tröstete Marie, indem sie zu der Mutter trat und derselben die Wange streichelte.„Sei doch froh, daß du mich noch hast! Willst du mich denn mit aller Gewalt los sein? Laß doch das dumme Thema! Soll ich dir das Gebet aus Tannhäuser nochmals vorsingen?“ „Ja doch, mein Kind.“ Frau Richtwein nickte zufrieden lächelnd mit dem Haupte. War es doch schon so lange Zeit her, seitdem Marie sie zum letzten Male„Mütterchen“ genannt und ihre Wangen gestreichelt hatte. Bei aller Gedankenlosigkeit und Oberflächlichkeit war die Liebe zu ihrem Kinde stark in dem Herzen dieser Frau ausgeprägt, und manche Träne hatte es sie gekostet, als sie wahrnehmen mußte, daß der feste Charakter Mariens sich ihre mütterlichen Oberhoheit nach und nach entwand und sich in selbständigem Denken und Handeln betätigte. Und da dieses Denken und Handeln in vielen Fällen mit ihren vererbten Anschauungen im Gegensatz stand, so hatte sie irrigerweise ein Erkalten der kindlichen Liebe bei Marie angenommen und unwillkürlich oftmals Herbe und Bitterkeit zur Schau getragen wodurch ihre Tochter wieder davon abgehalten wurde, die in früheren Zeiten üblichen Zärt lichkeitsbeweise der Mutter zu spenden. Gott sei Dank, daß das Kind sich wieder auf sein. Zugehörigkeit zur Mutter besann. Marie hatte wieder vor dem Flügel Platz genommen und ließ ihre schlanken Finger geläufig über die Tasten gleiten. Die berrlichen Harmonien entquollen wieder dem Instrument und schlossen sich der wehmutsvoll ergreifenden Weise an, die mit dem innigsten Verständnis von der jungen Dame meisterhaft vorgetrogen wurde. Als die letzten Töne verklungen waren, legte sich eine Hand auf die Schulter der Spielerin, und Herr Richtwein, der leise in das Zimmer getreten war, sagte, indem er zärtlich mit der Hand über das Haupt Mariens streichte:„Ich danke dir, mein Kind, du hast mir einen lang entbehrten Genuß bereitet.“ 7. Albert Richtwein hatte sich, wie schon erzählt, von dem Regen nicht abhalten lassen, seine gewohnte sonntägliche Wanderung zu unternehmen. Mit Wettermantel, Gamaschen und derbem Schuhwerk ausgerüstet, schritt er den steilen Bergpfad auswärts, welcher eine große Schleife der nach der Höhe führenden Landstraße abschneidet. Die tiese Einsamkeit ringsum löste eine eigentümliche Stimmung in ihm aus, die ihn trotz Regen und Windesbrausen wie ein behagliches Gefühl des Geborgenseins vor allen irdischen=Sorgen anmutete. Es war der unbewußte Drang, mit welchem sich das gequälte Herz zu der Natur flüchtet, um an ihrer hehren, schlichten Größe, in ihrem Schaffen und Weben die Richtigkeit menschlicher Sorgen zu erkennen; es war das Bewußtsein, daß die Allgewaltige, mochte sie sich in höchster Lieblichkeit oder in schreckhafter Herbe zeigen, dem sie Suchenden neuen Lebensmut und Vergessen spendet. Von Frohgefühl war die Seele Albert Richtweins allerdings noch weit entfernt, denn wie er jede Lebensaufgabe voll und ganz erfaßte und dieselbe mit unerschütterlicher Beharrlichkeit zu lösen suchte, so hatte auch die Neigung zu Margot Hattner sein ganzes Innere erfüllt und war weder durch kühle Vernunftgründe, noch durch rastlose Betätigung des Geistes und des Körpers zu verbannen gewesen, wenn auch die, unmittelbar nach der Trennung von Margot in ihm wogenden schmerzlichen, jeden Lebensnerv durchzitternden Gefühle mehr in klagende Wehmut und Ergebung in das Unabänderliche übergegangen waren. Die einzelnen Windstöße folgten in kürzeren Intervallen, als Albert auf dem schmalen Waldpfade, nachdem er noch mehrere Male die Landstraße gequert hatte, auf dem Kamm des Gebirgszuges angekommen war. Von einer freien Stelle aus sah er, wie das trübe Nebelgrau, welches während des Morgens das Firmament umzogen hatte, allmählich in zerrissenen Fetzen sich löste, zwischen welchen von Zeit zu Zeit ein Sonnenstrahl durchblitzte, der ein grelles Licht auf die aus den Talgründen steigenden Nebelschleier warf. Der Regen hatte gänzlich aufgehört, nur von den Bäumen schüttete es noch prasselnd herab, wenn ein Windstoß einsetzte; ein lichter Schein am östlichen Horizonte deutete darauf bin, daß eine Aenderung des trübseligen Wetters bevorstand. „Na, das kann ja noch ganz schön werden,“ murmelte der Wanderer.„Da könnte ich ja noch den kleinen Umweg über den Sonnenstein machen; bin sowieso lange nicht da oben gewesen.“ Hiermit schickte er sich an, seinen Weg auf der über den Kamm des Gebirges laufenden Waldschneise fortzusetzen, um so in weitem Bogen über mehrere Gipfel, worunter auch über den, seiner herrlichen Aussicht wegen berühmten, über 1000 Meter hohen Sonnenstein, nach einigen Stunden in die Nähe des Forsthauses zu gelangen, welches Albert besuchen wollte. Mehrere Stunden schritt er rüstig vorwärts und gewahrte mit Befriedizung, daß die Sonne immer sieghafter durchbrach und der Wind die Wolken auseinandertrieb. Auf dem Sonnenstein angekommen, war die Klärung der Atmosphäre schon so weit vorgeschritten, daß sich eine herrliche Aussicht nach allen Seiten bot. Gemächlich ließ sich Albert auf einem Felsblock nieder, um das mitgebrachte Frühstück zu verzehren und die auf dem Wege gepflückten Blumen und Gräser in geschmackvoller Weise zu einem Strauße zu winden, wie er einen solchen regelmäßig von seinen Wanderungen der Schwester heimbrachte. Plötzlich schreckte ihn der Ruf einer Grauenstimme empor. „Margot, Margot, so komr doch!“ klang es von der anderen Seite des den Gipfel des Berges krönenden Felsblocks her, und gleich darauf sah der Lauscher, wie eine hellgeDie Träne. O, hemme nicht der Tränen Erquickend=süßen Lauf. Es hält dein stolzes Wähnen Sie nur für später auf. Sieh' doch, wie schwer behangen Ist doch das Himmelszelt: Es kann im Licht nicht prangen Bevor der Regen fällt. Wie nach dem warmen Regen Sich labt die grüne Au', Fühlst du der Träne Segen Wie milden Himmelstau. Und wie am Himmelsbogen Das Licht dann lieblich scheint, Kommt Ruh' in's Herz gezogen, Wenn du dich ausgeweint. Heinrich Dietlich. ee -e ee kleidete junge Dame die nach der Plattform des Felsens führende Eisentreppe erstieg. Ein Ausdruck leichten Erschreckens flog über ihr hübsches Gesicht, als sie, oben angekommen, den jungen Mann gewahrte, der sich eben wieder seiner Beschäftigung zuwenden wollte, dann neigte sie sich über das die Plattform umgebende Eisengeländer und rief hinab: „Sie entschuldigen, mein Heor! Sind Sie vielleicht einer jungen Dame im Walde begegnet? Ich bin mit derselben zusammen vom Forsthaus Waldenrode heraufgekommen; sie ist auf dem Weg zurückgeblieben und hat vielleicht einen falschen Weg eingeschlagen. Sie gibt gar keine Antwort mehr auf mein Rufen.“ „Ich bedaure, mein Fräulein,“ erwiderte Albert, höflich den Hut lüftend.„Ich komme von der anderen Seite, von Nordenheim herauf.“ Dabei sah er nach der lichten Gestalt hinauf, die sich anmutig von dem Blau des Himmels abhob, und war überrascht. Das war ja Elisabeth Walter, die man mit Eugen Westerhausen in Verbindung brachte, die er hier oben mutterseelenallein antraf. Eugen Westerhausens Braut und die Freundin Margot Hattners! Seiner gewesenen Margot! So war diese in der Nähe! Ein peinliches Gefühl überschlich ihn und schnell nahm er sich vor, seinen Weg fortzusetzen, um ein Begegnen mit der ehemaligen Geliebten zu vermeiden. Er kannte Fräulein Elisabeth Walter nur von Ansehen, wie auch er der jungen Dame bekannt war. In Gesellschaft war er noch nicht mit ihr, die erst vor kurzer Zeit aus der Pension zurückgekommen war, zusammen getroffen; so konnte auch seine schleunige Entfernung nicht als Unhöflichkeit von ihr ausgelegt werden. Auch konnte sie sich den Grund seines raschen Aufbruchs wohl denken, da seine einstigen Beziehungen zu Margot Hattner nicht unbekannt geblieben waren. Schon wandte er sich, nochmals leicht grüßend, dem schmalen Pfade zu, welcher um den Felsblock herum nach der Waldschneise führte, als es wie schmollend wieder von der Höhe des Felsens klang: „Aber mein Herr, Herr Richtwein ja wohl, Sie werden mich doch nicht allein in der schrecklichen Wildnis zurücklassen!" „Fürchten Sie nichts, Fräulein Walter,“ erwiderte Albert.„In diesen Wäldern passiert Ihnen nichts. Ich habe noch einen weiten Weg und eigne mich schlecht zum Umgang mit Damen." „Hu, wie bärbeißig!“ klang es drollig zurück.„Die Gnade werden Sie aber doch wohl haben, mir einige Punkte der Umgegend zu erklären, die man von hier oben sieht. Oder fürchten Sie sich vor mir?" Schon hatte Albert die Eisentreppe erstiegen und stand nun der jungen Dame gegenüber.„Eigentümlich!" dachte er,„daß ich diese Erscheinung seither so übersehen konnte.“ Elisabeth Walter war eine Vertreterin jenes Frauentyps, der im ersten Moment das Gefühl der Bewunderung nicht aufkommen läßt, den man als etwas häufig sich Wiederholendes förmlich übersieht, der aber bei genauerer Inaugenscheinnahme einen seltsam fesselnden Reiz ausübt. Das aschblonde Haar des jungen Mädchens war glatt seitwärts zurückgekämmt und ließ nur an der Stirn und an den Schläfen einige Löckchen frei; hinten war es in dicke Zöpfe geknotet, die sich wie ein Vogelnest um das feingeformte Köpfchen schmiegten. Das ziemlich farblose Gesicht war von einer Regelmäßigkeit, als wäre es der Phantasie eines schönheitstrunkenen Künstlers entsprungen.— Albert wurde unwillkürlich an seine Schwester Marie erinnert. Der etwas kindliche Ausdruck in den feinen Zügen mutete seltsam an; man sah, daß sich ein harmlos fröhliches Gemüt in dieser reizenden Hülle barg, besonders wenn ein schelmischer Blick aus den langbewimperten dunklen Augen huschte und das muntere Lächeln wie eben um die schöngeschwungenen purpurroten Lippen spielte. Unwillkürlich verweilte der Blick des jungen Mannes länger auf der lieblichen Erscheinung, wie dies die Regeln der guten Gesellschaft gestatten; die junge Dame schien aber dadurch keineswegs peinlich berührt, denn wenn sich auch eine kleine Verlegenheit in ihrem Gesichtchen ausprägte, so überwand sie dieselbe sofort, und einen Tanzstundenknix machend, fragte sie lachend: „Nun, gefalle ich Ihnen, Sie grimmiger Herr? Dulden Sie mich in Ihrem Reiche?“ „Ich bin außer mir vor Vergnügen, daß Sie reizendes Mädchen sich herablassen, mich Ihrer Gesellschaft zu würdigen.“ replizierte Albert. Die reizend drollige Art des jungen Mädchens, welches einen Ton zu treffen wußte, als wären sie schon Jahre lang miteinander bekannt, hatte förmlich ansteckend auf den jungen Mann gewirkt und etwas von seiner früheren Heiterkeit geweckt. Bald waren die beiden im eifrigsten Geplauder: neckische Reden und Gegenreden wechselten mit Erklärungen über die von dem Gipfel aus sichtbaren Städte, Berge und mit Betrachtungen über die Schönheit der Gegend. Albert staunte über sich selbst, daß die junge, ihm früher so unbedeutend erschienene Dame sein ganzes Interesse zu packen verstand; ihr elastischer, jedem seiner ausgesprochenen Gedanken sich anpassender Geist, die harmlos kindliche Fröhlichkeit, mit welcher jedes ihrer Worte aus dem Rosenmündchen hervorsprudelte, übten eine wahrhaft bestrickende Wirkung auf ihn aus; er konnte immer weniger begreifen, wie es möglich gewesen war, daß er diese Erscheinung früher übersehen hatte. Fast eine halbe Stunde schon war in niemals einen Augenblick abreißendem Gespräch verflossen, als Albert endlich zum Aufbruch mahnte und seiner Gefährtin vorschlug, sie auf den Weg nach dem Forsthaus zu bringen; er selbst wollte dann seine Tour auf der Höhe des Gebirgszuges fortsetzen. „Da soll ich den weiten Weg bis zum Forsthause mutterseelenallein zurücklegen, muten Sie mir zu?“ schmollte Fräulein Elisabeth Walter. Und als Albert einige entschuldigende Worte vorbrachte, fuhr sie fort: „Ach was, Sie wollen nur meiner Freundin Margot Hattner nicht begegnen. Das brauchen Sie nicht zu befürchten. Die ist gewiß zurückgegangen und längst wieder im Forsthause. Wissen Sie was, Herr Richtwein, nehmen Sie mich auf Ihre Tour mit! Ach ja! Sie schlagen es mir nicht ab! Ich freute mich schon so lange darauf, einmal recht weit in die Wälder zu laufen.“ Schmeichelnd hatte sie ihr Händchen auf Alberts Arm gelegt und den jungen Mann mit ihren dunklen Augen so bittend angesehen, daß er von Stein hätte sein müssen, wenn er solch lieblich vorgebrachtem Wunsche hätte widerstehen können. Die Treppe herabsteigend, bemerkte er launig: „Wenn Ihr Verlobter eisersüchtig wird, Fräulein Walter, dann tragen Sie die Schuld!" „Mein Verlobter?“ erwiderte sie, die Lippen aufwerfend.„Pah, erinnern Sie mich nicht an den!“ Es klang ein so bestimmter Ausdruck von Geringschätzung in den letzten Worten, daß Albert sich überrascht umwendete. Der harmlos freundliche Zug in dem Gesicht seiner Begleiterin war einem bitteren Ausdruck gewichen, der an alles andere eber, als an eine glückstrahlende Braut erinnerze. Offenlich und machte ihn unerbittlich. Das war jwerten Miß dir I.—. ein sehr heller Zug in seinem Charakter, der sie den Winter hindurch ihren Aufertha ohnedem nicht ganz dunkel war. Sein Berufl in Brighton nehme. Ich besann mid eine brachte ihn in tägliche Berührung mit allen Weile, heftete dann meinen festen Blick auf ß die Mittel zu verschaffen, daß inter hindurch ihren Aufe thalt Gedankensplitter. Die Toren verraten ihre Wünsche und Hoffnungen, und die Klugen erraten dieselben. Jeder Mensch hat seine Pläne, und die des Besenbinders sind demselben eben so wichtig, als dem Minister die seinigen. Reichtum an großen Ideen ist der größte Reichtum auf Erden. Nichts ist abgeschmackter, als wenn Menschen, die gar keine eigene Meinung haben, andere wegen einer bestimmten Meinung tadeln oder verfolgen wollen. Eine Laterne ohne Licht wird nie leuchten, und wer selbst nicht klar im Kopfe ist, wird sich auch Andern niemals verständlich machen können! Wenn man die dummen Streiche der Menschen wie Flecken auswaschen könnte, wäre die Seise nicht mehr zu bezahlen. Die Menschen wollen betrogen sein und werden auch täglich betvogen. Nur die Art des Betrugs hat ihre Moden, und die Betrüger wechseln ab, die Sache bleibt immer die nämliche. Eine Wechselsälscherin. Aus den Erinnerungen eines Londoner Polizeibeamten. Eines Tages— es ist schon manches Jahr her— wurde ich zu einem Advokaten in High Holborne entboten, welcher weniger von seiner juristischen Praxis, als von einem kleinen heimlichen Bankgeschäfte lebte, welches darin bestand, daß er jungen Verschwendern und anderen bedrängten Leuten gegen mäßige Sicherheit und hohe Interessen auf kürzere Zeiten Geld lieh. Mr. Discount, wie ich ihn nennen will, wünschte mich privatim zu sehen und zu sprechen— in einer ziemlich kitzlichen Angelegenheit, wie es hieß. Die Kundschaft des Mr. Discount bestand aber nicht bloß aus jungen Toren, sondern bisweilen auch aus„Spi buben von Stande“, deren Schlauheit sogar die des alten Advokaten und Geldverleihers nicht gewachsen war. Dieser Mr. Discount war ein merkwürdiger Kauz, in dem sich wundersame Widersprüche begegneten. Sein Beruf gilt bei der Mehrzahl der Menschen für anrüchig, und wird entweder mit Verachtung angesehen oder erfährt nur offenkundigen Haß, Neid und Anfeindung aller Art; aber Mr. Discount kümmerte sich darum nicht im mindesten. Sein Wirken sicherte ihm zwei Dinge, die er leidenschaftlich liebte: Geld und Macht; den üblen Leumund, den ihm sein Gewerbe brachte, nahm er leichthin mit in den Kauf. Es gab oft Gelegenheiten, wo er sich dafür an den Menschen rächen konnte, und er hat gar manchem, der vordem hochmütig und geringschätzig auf ihn heruntergeblickt hatte, zu seiner tiefen Beschämung gelehrt, daß es manche andere Vergehen mit schönerem Namen geb; die noch schlimmer und gemeiner sino als Wucher. Aus dem Haß und der Verachtung der Welt machte sich Mr. Discount nichts. Sentimentale Rachsucht oder Empfindlichkeit war ihm fremd; sein Groll war mit gemünztem Golde und Banknoten, oder nötigenfalls mit einer guten Hypothek nicht zu beschwichtigen, und wer ihn noch so sehr gekränkt hatte, der konnte wieder mit ihm Geschäfte machen, wenn er nur ein schönes Stück Geld als Sühneopfer darbringen wollte. In einer Beziehung aber war Mr. Discount unversöhnlich: jeder Angriff gegen Mein und Dein, jeder Versuch von Betrug, eleichviel genen ihn oder andere in AnSchichten der Gesellschaft, von dem blutarmen Erfinder irgend einer nützlichen Neuerung, für welche er kein Patent erkaufen konnte, bis zu dem Peer von England. Es überraschte ihn nicht mehr, wenn er ein Billet von einer Herzogin erhielt, als wenn ihn ein berühmter Schauspieler zu sich bitten ließ. In seinem Vorzimmer wimmelte es täglich von solchen, die seine Hilfe nachsuchten, und diese Kunden boten eine schöne Gelegenheit zu Studien. Als ich in sein Bureau trat— unanmeldet, wie immer, wenn er meiner enste bedurfte— fand ich ihn ungewöhnlich ernst und sagte:„Wir haben diesmal eine harte Nuß zu knacken, mein Lieber, und müssen sehr vorsichtig zu Werke gehen, denn ich will die Sache privatim betreiben und nur im alleräußersten Notfalle den Weg der polizeilichen Verfolgung und der gerichtlichen Schritte einschlagen. Aber zur Aufspürung des Tatbestandes, zur Einschüchterung meines Wildes und zu heilsamem Schreck im geeigneten kritischen Augenblick müssen Sie mir wieder einmal beistehen, wenn Sie Lust und Zeit dazu haben. Ich will Ihnen sogleich den Fall erzählen,“ fuhr er fort, als ich mich erbötig gezeigt hatte, ihm in außerordentlicher Weise zu helfen. „Heute in aller Frühe verlangte mich ein Mann in mittleren Jahren, in der gewöhnlichen Tracht eines Kommis eines der großen Läden im Westend zu sprechen, der sich mir als Mr. Axminster hatte melden lassen. Ich empfing ihn in meinem Privatzimmer, und nach einigem Zaudern hub er an:„Sie kennen mich zwar nicht, weil ich am entgegengesetzten Ende der Stadt wohne, allein ich kenne Sie und weiß, daß Sie Wechsel diskontieren. Ich habe hier eine Tratte, die ich diskontiert haben möchte. Ich stehe in den Diensten der Firma Rustle und Smooth, und habe den Wechsel von einer unserer besten weiblichen Kunden, der Honourable Miß Snobston, der Nichte des Lord Blimley, erhalten. Die Tratte ist von ihr auf einen gewissen Major Mumchance gezogen, den Sie wohl auch kennen, und von demselben akzeptiert. Die Dame hat uns seit einigen Jahren mit ihrer Kundschaft beehrt, ist sehr verschwenderisch, aber bezahlt ihre Schulden immer!" Damit übergab er mir die akzeptierte Tratte, die auf einen Betrag von zweihundert Pfund lautet. Ich untersuchte sie so genau, als ich bei derartigem Papier immer zu tun pflege. Des Majors Unterschrift ist mir bekannt, denn er hatte früher viele Geschäfte mit mir gemacht, ist aber neuerdings in den Besitz einer großen Erbschaft gekommen, er bedarf meiner daher nicht mehr. Genu ich entdeckte auf den ersten Blick eine schung; aber wer war der Fälscher? muß erst ermittelt werden, denn daß Mr. Axminster an der Fälschung unschuldig ist, dafür spricht meine Erfahrung. Es mag sich etwas von meiner Entdeckung in meinem Gesichte ausgedrückt haben, denn Mr. Axminster fragte mich etwas betreten, ob denn der Wechsel nicht gut sei? „Sagen Sie mir offen,“ versetzte ich, „von wem haben Sie diese Tratte erhalten?“ „Von Miß Snobston selbst und eigenhändig,“ erwiderte er, und gestand mir auf meine Frage: ob er noch andere Wechsel, von derselben Dame gezogen, in Kurs gesetzt habe, ohne Zaudern: er habe noch einen anderen Wechsel von derselben Ausstellerin im Betrage von einhundert Pfund Sterling an einen Juwelier namens Sparkle zediert, dem Miß Snobston zwanzig Pfund schulde, und der ihm den Ueberschuß herausbezahlt, nachdem er ihn ersucht habe, sein Giro darauf zu setzen, zum Beweis, daß der Wechsel auf rechtmäßige und geschäftliche Weise n seinen Besitz gekommen sei. Der weitere Verlauf meines Gespräches mit Mr. Arminster ließ mich noch entnehmen, daß dieser Wechse, der noch oret Wochen um ihn, ob er imhundert Pfund llösen, falls sie * bezahlt Mr. Axminster und fragte stande sei, diese Tratte von aus eigenen Mitteln einzulös etwa von dem Akzeptanten nicht werden würde. „Einlösen?“ fragte der arme Teufel mit einem jähen, tödlichen Schreck, und der kalte Angstschweiß trat ihm auf die Stirne schon bei dem bloßen Gedanken an die Möglichkeit, daß der Wechsel bei Verfall nicht bezahlt werden würde.„Ich ihn einlösen? Nein, das vermag ich nicht! Ich bin verheiratet, habe eine Familie von vier Kindern und kein Vermögen, sondern bin lediglich auf mein Gehalt angewiesen.“ „Wohlan denn,“ sagte ich ihm,„se früher Sie den Wechsel eingelöst sehen und je weniger Sie sich mit Miß Snobstons Wechseln befassen, desto besser für Sie!“ Und auf die Einwendung, daß die Dame seither immer pünktlich bezahlt habe, setzte ich hinzu:„Das mag sein, aber dieses Alzept hier, das quer über das Formular geschrieben, ist nicht echt: dieser Wechsel ist gefälscht!“ Bei diesen Worten erblaßte der arme Mann, griff seine Tratte auf und wollte mit vielen unzusammenhängenden Worten wieder zur Tür hinaus, als ich ihn beinahe im Befehlshabertone zum Dableiben aufforderte. Er gehorchte und schien den Kopf verloren zu haben, nicht sowohl aus Zweifel, sondern auch aus Furcht und Sorge. Ich hieß ihn ruhig und bedächtig sein, und nicht durch Uebereilung sich das ganze Spiel zu verderben, denn ich wollte ihm beistehen, damit er aus seiner Haftpflicht herauskomme.„Sie sind, wie Sie sagen, verheiratet, Haupt einer zahlreichen Familie, und für Ihren Unterhalt von ihrer Arbeit abhängig, und Sie haben nur den einen Fehler oder die Unvorsichtigkeit be eines kleinen Gewinnes willen ersparten Notpfennig zum Diskont Tratte jener Dame zu verwenden. Nun haben Sie mir dadurch zwar ins Handwerk gegriffen, aber es geht doch gegen mein Gefühl, solche Leute zum Opfer einer Gaunerei werden zu sehen. Betrachten Sie sich einmal die Unterschrift dieser Tratte von ihrer vornehmen Kundin, der Ausstellerin. Erkennen Sie nicht die feinen spitzen Züge einer weiblichen Handschrift in den Worten:„Angenommen, Dymmock Mumchance“?“ „Genugsam, ich überzeugte den täuschten Mann wider Willen von der schung, und als er sich von dem e Schreck wieder erholt hatte, war er vor rüstung beinahe von Sinnen und drohte, wolle die Dame bloßstellen, und wenn es ihn auch sein Brot kosten würde— er wolle sogleich nach dem nächsten Poltzeiamt. Hierauf hielt ich ihn zurück und sagte, er solle kein Tor sein; jeder derartige Schritt würde sein sicheres Verderben sein. Er möge lieber meinen. Rat befolgen und der Dame den Wechsel zurückgeben mit dem Bedeuten, daß er ihn nicht umsetzen könne. Das Uebrige aber solle er mir überlassen, und ich vermesse mich dann, es dahin zu bringen, daß der Wechsel, welchen er mit seinem Gtro an den Juwelier Sparkle verkauft habe, eingelöst werde. Diese Zusicherung verfehlte ihre Wi ng auf den armen Mann nicht, und Axmiur verließ mich zwar einigermaßen getröstet, aber dennoch tief gebeugt von dieser furchtbaren Aussicht, für den Betrag der Fälschung einstehen zu müssen. Sie wissen nun, mein Lieber, um was es sich handelt, und sollen mir nun behilflich sein, die Identität der Person der onourable Miß Snobston und ihrer Tratte ei Sparkle herzustellen und mir mit Ihrem Rat und Beistand zur Hand zu gehen, wenr Sie wollen!“ (Fortsetzung