Erscheint täglich wit Ausnahme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementspreis # ins Haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage und dem Sseitigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pfg. Rotationsdruck und Verlag, sowie für die Inscrate verantwortlich: Viktor Schanzer, Dortmund. mit dem Lokak-Anzeiger für Dortmund u. Hörde und der täglichen Unterhaltungsbeilage sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— wermprem=Anschluß Nr. 3299. K uInserate die 8 gespalkene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 Beilagen nach Uebereinkunst. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Rabatt dinfällig. gar Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Redaktion verantwortlich: Mar Sonnemann, Dortmund. Nr. 150. Dortmund, Donnerstag, den 30. Juni 1910. 27. Jahrg. Erstes Blatt. Einladung zum Abonnement auf das „Dortmunder Tageblatt“. Wir gehen in Deutschland einer ereignisreichen Zeit entgegen. Kaum ist die große Reichsfinanzreform unter Dach und Fach gebracht, erhebt sich schon wieder das drohende Gespenst einer weiteren Belastung des Volkes durch neue Steuern; weil der Ertrag der jüngst geschaffenen Steuern nicht ausreicht, um die Bedürfnisse, die auf den verschiedensten Gebieten sich geltend machen, zu decken. Eine neue Militärvorlage ist in Sicht und mit ihr natürlich auch eine neue Steuer, als die die Regierung eine Wehrsteuer sich gedacht hat. Heiße Kämpfe werden sich im Reichstag entspinnen und auszufechten sein, bis die Regierung den Weg zur Sparsamkeit gefunden hat. In Preußen hat die Wahlrechtsreform der Regierung Dank den Bemühungen des konservativ=klerikalen Blocks schmählich Schiffbruch gelitten. Aber es heißt:„Die Mahlrechtsreform ist tot, eslebe die Wahlrechtsreform!“ Um ein gerechtes Wahlrecht wird nach wie vor in der heftigsten Weise gestritten werden. Wer über all diese und ändere Vorgänge auf dem innerpolitischen Gebiete sich in freimütiger, volkstümlicher Weise unterrichten lassen will, der lese das„Vortmunder Tageblatt". Ebenso wie auf dem Gebiete der inneren Politik perden auch auf dem der äußeren die Ereignisse mit unerksamkeit verfolgt, registriert und besprochen, sous die Leser über alles aufs Beste auf dem Lau#enden erhalten werden. Nicht minder werden die unvlitischen Vorkommnisse, sofern sie allgemeines Insteresse beanspruchen, berücksichtigt werden. Im Feulleton und in der täglichen Unterhaltungsbeilage sowie im Illustrierten Sonntagsblatt finden die Leser einen mit Sorgfalt ausgewählten Unterhaltungsstoff für die Familie. Ueber alle einigermaßen wichtigen lokalen und provinziellen Ereignisse bird prompt berichtet werden. In telegraphischen Deseichen wird das Neueste vom Neuen geboten. Kurz das„Dortmunder Tageblatt“ dietet sich so als eine Zeitung dar, die allen billigen Ansprüchen gerecht wird und bemüht ist, ihren Inhalt #imer interessanter zu gestalten und in jeder Beziehzu vervollkommnen. Der Abonnementspreis beträgt frei ins Haus mit täglichen Unterhaltungsbeilage und dem Sseitigen strierten Sonntagsblatt 55 Pfg. pro Monat, durch die Post bezogen für drei Monate 1.50 Mark, Verlag und Redaktion des„Dortmunder Tageblatts“. Soziale Fürsorge für Eisenbahnarbeiter. S. R.— Der vom Minister der öffentlichen Arbeiten erstattete Bericht über die Betriebsergebnisse der vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen berücksichtigt in einem besonderen Kapital auf die sozialen Fürsorgeeinrichtungen für die Arbeiter und minderbesoldeten Beamten. Im Vordergrund stehen die Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse. Aus den bislang hierfür in Preußen bereitgestellten Mitteln, die sich seit 1895 auf insgesamt 120 Millionen Mark beziffern werden fortgesetzt Wohnungen erstellt, für alle die Arbeiter und Beamten, die in der Nähe der Betriebsstätten wohnen müssen, dort aber nur unter ungünstigen Bedingungen Wohnungen fiuden ürden. Rund 50000 Wohnungen wurden in dieser Weise im letzten Berichtsjahr 1908 von der Verwaltung zur Verfügung gestellt. Daneben wurden durch Gewährung von Darlehen aus den staatlichen Fonds wie aus den Mitteln der Arbeiterpensionskasse in umfangreichen Maße solchen gemeinnützigen Baugenossenschaften unterstützt, denen Staatsbedienstete in größerer Zahl angehören. Endlich werden aus den Mitteln der Wohnungsfürsorgegesetze an einzelne Eisenbahnbedienstete Darlehen für Bauzwecke bewilligt. Ein besonderes Augenmerk richtet die Verwaltung auf die ärztliche Fürsorge für die Bediensteten. Der Betriebsdienst stellt bekanntlich recht hohe Ansprüche an die Leistungen der Beamten. Die Betriebssicherheit fordert, daß dort nur Personen beschäftigt erden, die sich im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit und Rüstigkeit befinden. Die Verwaltung bestellt daher vertragsmäßige Bahnärzte, denen die ärztliche Fürsorge für die mittleren und unteren Beamten und ihre Familienangehörigen ooliegt. Von der ihnen wie ihren Angehörigen gebotenen freien Arzthilfe machen die Bediensteten ausgiebigen Gebrauch. So hatten im Berichtsjahr weit über 160000 Beamte mit ihren Angehörigen Anspruch auf freie ärztliche Behandlung. Amtlicherseits wird betont, daiß das Vertrauensverhältnis zwischen Beamten und Aerzteschaft als recht befriedigend zu bezeichnen ist. Zur Pflege und Hebung des Gesundheitszustandes ihrer Bediensteten nimmt die Verwaltung dauernd Bedacht auf Ausbau und Neueinrichtung von Badeanstalten. Außer bei den Werkstätten befinden sich Badeeinrichtungen vorzugsweise auf größeren Bahnhöfen mit zahlreichem Zug= und Lokomotivpersonal. Die unentgeltliche Benutzung der Badeeinrichtungen steht allen im Betriebsdienst, bei der Bahnunterhaltung auf den Güterböden und in den Werkstätten beschäftigten Beamten, Hilfsbeamten, und Arbeitern zu. Den übrigen Bediensteten, sogar den Bahnhofswirten, ist im Falle ärztlicher Verordnung ebenfalls der unentgeltliche Gebrauch der Bäder gestattet, ohne eine solche haben sie eine minimale Vergütung zu entrichten. Dasselbe gilt für alle Angehörige. Der Bericht zählt im ganzen 963 Badeanstalten mit 1758 Brause=, 1875 Wannen= und 53 Dampfund anderen Bädern. Was die auf Grund der Arbeiterversicherungsgesetzgebung der Verwaltung obliegenden Verpflichtungen anlangt, so sind für jeden der 21 bestehenden Eisenbahndirektionbezirke besondere Betriebskrankenkassen errichtet. Sie gehen sämtlich, teils in der Dauer, teils in der Höhs ihrer Leistungen, über die gesetzlichen Mindestleistungen hinaus, insbesondere auch darin, daß den Angehörigen der Kassenmitglieder freie ärztliche Behandlung, freie Arzneien und Heilmittel sowie keilweise unentgeltliche Krankenhauspflege geboten wird. Ferner erhalten die Mitglieder auch beim Ableben von Angehörigen Sterbezeld. Innerhalb der Unfallversicherung sind die Eisenbahndirektionen angewiesen, die Unfallrentner, um sie frühzeitig wieder an eine ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit zu gewöhnen, sobald ihr Zustand es gestattet, wieder zu beschäftigen, und ihnen dabei eine Entschädigung in Höhe des vollen Lohnes zu zahlen, auch wenn sie die volle Erwerbstätigkeit noch nicht wieder erlangt haben. Zu den bestehenden gesetzlichen Einrichtungen treten besondere Pensionskassen für die Beamten und Arbeiter. Die Arbeiterpensionskasse hat eigene Lungenheilstätten und Invalidenheime. Neben ihnen werden zur Behandlung der Lungentuberkulose noch andere Erholungsheime Seehospize, usw. in Anspruch genommen. Für die sonstige Bekämpfung der Lungenschwindsucht stehen Mittel bereit zur Verbesserung der Ernährung und der Wohnungsverhältnisse(Wohnungsdesinfektion). Die Kranken werden abgesondert eigene Betten, eigenes Eß= und Trinkgeschirr, Speiflaschen und dergl. beschafft. Vielfach wird besondere Krankenpfleze und Aushilfe in der Wirtschaftsführung zur Verfügung gestellt. In allen Dienstzweigen wird der Bekämpfung des Alkoholgenusses besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Während des Dienstes ist der Genuß alkoholischer Getränke überhaupt verboten. Der Bericht betont wie diese Maßregel erfreulicherweise dazu geführt hat, daß das Personal nicht nur frischer zum Dienst erscheint, sondern ihn zum Vorteil der Betriebssicherheit auch mit mehr Ruhe, Ueberlegung und Willigkeit versicht. Die Zahl der auf Alkoholmißbrauch beruhenden Erkrankungsfälle ist zurückgegangen. Anstelle der verbotenen alkoholischen Getränke wird vielfach unentgeltlich Kaffee und Mineralwasser verabfolgt. Eine ausgediehnte Wohlfahrtspflege entwickelt die Eisenbahnverwaltung auf dem Gebiete der Familien= fürsorge. An allen Orten, wo es an allgemeinen Einrichtungen für Erkrankte, die einer Pflege in der Familie nicht teilhaftig werden können, mangelt(Heilanstalten, Krankenhäuser, Hauspflege usw.), unterIm Roman von Benno Zehden.. 8 sebrigens verkennen Sie mich, begannsie von neuem, lasse mich von niemand beeinflussen; was ich für halte und vor mir selber verantworten kann, das auch, ob es den andern gefällt oder nicht.“ nickte er ihr zu. Dann trennten sie sich. *** Abend, als er noch spät auf den Balkon hinausot sich ihm ein nie gesehenes Bild. Die Berge brannten. dürre Kraut und Gestrüpp da oben hatte durch eiwas Feuer gefangen, ein frischer Wind war dagekommen, und nun fraß die lodernde Flamme kapider Schnelligkeit um sich. Schon stand der nächste i heller Lohe, und schon sprangen die leckenden hinüber zu den Hügeln der Rochetta=Gruppe. Bar war ein herrliches Bild, diese feuer leuchtenelesen in den dunklen Nachthimmel hineinragen zu bezaubert war Paul von dem seltenen Aner hinunter, um noch einen besseren und zu haben. ner den Zypressen traf er Veronika. Sie saß und einend hinauf nach dem Feuer. Als sie ihn komösrte, stand sie auf. dutzend trat er näher. ist das nicht herrlich anzusehen?“ fragte sie. kte.„Prächtig! Nie habe ich etwas so schaurig gesehen.“ #### werden Sie den Anblick nicht mehrlange ha„ind bereits Männer hinauf, den Brand zu erichte man es bedauern.“ wahr. Aber die Bauern sind hier praktische Holz da oben können sie im Winter besser wären sie wohl auch nicht so schnell hiner und blickte unausgesetzt in die Glut. *:„Kommen Sie mit hinüber zu den OliSie noch einen besseren Blick.“ Erstaunt fragte er:„Ja dürfen Sie denn noch so spät mit mir allein herum spazieren?" Lächelnd sah er sie an. Und lächelnd erwiderte sie:„Die Mutter ist ein wenig erkältet, sie schläft bereits; aber ich wäre auch gegangen, wenn Mutter noch wach wäre; ich habe Ihnen ja gesagt, daß ich über mich allein verfüge.“ Schweigend gingen sie hinüber nach den Oliven. Dann beganner wieder:„Uebrigens können wir gleich morgen früh mit dem Bilde beginnen.“ „Schon morgen?“ Fast war sie erschrocken. „Wieso? Haben Sie morgen nicht Zeit?“ „Das schon aber ich möchte doch die Mutter erst ein wenig vorbereiten, damit sie nicht zu sehr erschrickt.“ „Also gut, sagen Sie es ihr morgen früh. Sie habel! ja Zeit. Vor acht Uhr beginnen wir ja doch nicht.“ Sie schwieg. „Oder möchten Sie noch warten? Das wäre schade um jeden verlorenen Tag. Wer weiß, ob das gute Wetter sich halten wird. Und ich will Sie nur im Freien malen.“ Da sagte sie kurz entschlossen:„Nun gut, beginnen wir also morgen.“ Dankend küßte er ihr die Hand.„Und ziehen Sie ein weißes Kleid an, bitte.“ Stumm nickte sie nur. Als sie unter den Oliven waren, begann man auf den Bergen bereits den Herd des Feuers von allen Seiten anzugreifen. Veronika deutete hinauf.„Sehen Sie, ich sagte es ja, die Freude würde nicht lange dauern.“ „So wird man sich eben darein finden müssen,“ antwortete er resigniert und lustig. „Da hätten wir gar nicht erst hier herüber zu gehen brauchen,“ meinte sie. „O, weshalb denn nicht? Der herrliche Abend ist ja wie geschaffen zu einem Spaziergang.“ Sie schwieg und sah empor in die schon verglimmenden Gluten. „Oder haben Sie etwas besseres vor, versäumen Sie gar etwas?“ fragte er. „Aber nein, nicht das geringste.“ „Nun also, dann bleiben wir hier noch ein Weilchen zusammen und freuen uns der herrlichen Stille. Sehen Sie, da ist auch schon eine Bank. Ganz wie für uns geschaffen.“ Sie setzten sich und sahen hinunter in das herrliche Sarkatal, das im silberschimmernden Nebelglanz dalag. Alle die kleinen Dörfer und Höfeschlummerten schon, tief in Dunkel gehüllt, nur von Arco her leuchteten noch die elektrischen Lichter der Promenaden. „In was für ein schönes Stückchen Welt bin ich doch hier geraten,“ sagte er still,„nie hätte ich hier so viel Schönheit vermutet.“ Freudig sah sie ihn an.„Gefällt es Ihnen denn wirklich so gut?“ Stumm und sinnend nickte er nur. „Sehen Sie, und wir, die wir hier immer leben, nehmen alles das wie etwas Selbstverständliches hin: da kann man wieder sehen, daß die Gewohnheit sogar gegen Schönheit abstumpft. So ist das Leben.“ In ihrem Ton lag ein so eigenartiger Klang, daß er unwillkürlich aufsah. Da sie schwieg, sagte er leise und zart:„Sie sind nicht glücklich, Fräulein!“ „Wie kommen Sie darauf?“ fragte sie schnell. „Vom ersten Tage an, als Sie zu mir sprachen, fühlte ich es.“ Sie schwieg und sah still betrübt vor sich hin. Da bat er zart:„Nicht doch, nicht so traurig sein.“ Und langsam kamen ihr die Tränen. Leise nahm er ihre Hand.„Fräulein Veronika," bat er.„nicht weinen, nicht verzagen, es wird ja alles wieder gut werden.“ „Nein nein,“ rief sie in wehem Schmerz schluchzend, „nie mehr wird es gut, nie mehr.“ Ganz leise und zart legte er seinen Arm um sie und zog sie an sich, ohne ein Wort zu sagen. Und still duldete sie es, ruhte an seiner Brust und schluchzte leise in sich hinein. Zärtlich streichelte er ihr Haar und nannte leise bittend und flehend ihren Namen. Da richtete sie den Kopf auf und sah ihn mit großen, fragenden Augen an. „Veronika!" Lieb und bittend und doch so voll Glückseligkeit erklang es von seinen Lippen. Und da umfaßte sie ihn in stiller heißer Liebe, und stützt die Verwaltung durch Zuschüsse alle solche Ver, anstaltungen, die auf Förderung der Krankenfürsorge gerichtet sind. Insbesondere werden auch die Frauenvereine subventioniert, die den von Krankheit heim. gesuchten Familien Wartung und Pflege, Unterstützung im Haushalt, Versorgung mit Wäsche u. a. zuteil werden lassen. In gleicher Weise werden die für die Kleinkinderfürsorge getroffenen Einrichtungen (Kleinkinder=, Spiel= und Waldschulen) durch finanzielle Beihilfen gefördert. Wo die Eisenbahnerund Beamtenvereine für ihre Mitglieder Erholungsund Genesungs=Heime errichtet haben, gewährt die Eisenbahnverwaltung häufig hohe einmalige Zuschüsse (im letzten Jahr insgesamt 100000 Mr.), die wa der zurückzuzahlen noch zu verzinsen sind. Für die schulentlassene Jugend wird ebenfalls in umfangreichen Maße gesorgt.. Die Lehrlinge erhalten Turnunterricht teilweis sogar während der Arbeitszeit. Außerdem werden vielfosch Fußballspiel gepflegt und gemeinsame Ausflüge veranstaltet.. Auch die Eisenbahnervereine erleichtern durch gänzliche oder anteilige Uebernahme der Kosten den Töchtern von Arbeitern und unteren Beamten den Besuch von Haushaltungs= und Kochschulen. Deutsches Reich. Drei Francophile. Der Pariser„Matin“ schreibt gestern unter dem Titel:„Drei Francophile an der Spitze der deutschen auswärtigen Poliitk“ und nachdem es über den Rücktritt des Fürsten Radolin sein Bedauern ausgedrückt hat: Man darf sagen, daß man mit der Ankunft des Herrn von Schoen in der Wilhelmstraße in den Beziehungen zwischen Frankreicn und Deutschland eine merklich bessere Wendung verspürte. Aus natürlicher Zuneigung und auf Grund einer gerechten Auffassung der Interessen seines Landes hat Herr v. Schoen die starke Manier, welche seine Vorgänger uns gegenüber anwenden wollten, aufgegeben und versucht, im Einvernehmen mit seinem Monarchen die Politik der Versöhnung und des Einvernehmens zur Anwendung zu bringen. Und er ist weiter damit gekommen, als seine Vorgänger, Es ist daher mit großer Genugtuung seine Ernennung zum Nachfolger des Fürsten Radolin zu begrüßen, und wir verkennen nicht das große Entgegenkommen, das die deutsche Regierung und an ihrer Spitze der deutsche Kaiser der französischen Republik durch die Ernennung des Herrn von Schoen zum Botschafter in Paris der französischen Republik entgegenbringen. Sein Nachfolger von Kiderlen=Wächter steht in dem Rufe eines energischen und klugen Mannes. Unser Botschafter Cambon hat wiederholt die glückliche Art begrüßt, welche von Kiderlen=Wächter dem französischen Volke gegenüber an den Tag gelegt worden ist. Der deutsche Kaiser hat mit glücklicher Hand als Leiter der Politil drei Francophile drei echte Männer Bethmann Hollweg, v. Schoen und v. Kiderlen=Wächter gewählt, die durch ihr Temperament und die erhabene Auffassung ihrer Pflicht, sowie durch ihre Haltung in der Vergangenheit die sichere Gewähr dafür bieten, daß die preßte ihren Mund an den seinen, in übergroßer Glückseligkeit. So fanden sie sich. * * Am andern Morgen schien vom wolkenlos blauen Himmel die helle Sonne. Ein prachtvoller Tag brach an. Früh schon war Veronika draußen und sang. Und man hörte es ihrer Stimme an, daß ihr das Lied vom Herzen kam. Mutter Albana fühlte sich besser, auch sie war schon früh auf den Beinen. Ein wenig erstaunt sah sie ihre Tochter an. „Du bist ja heute so lustig, Kind?“ fragte sie, mit verhaltenem Mißtrauen. „Und Veronika antwortete fröhlich:„Warum sollte ich es nicht sein, Mutter? Der Tag ist ja so herrlich, daß aller Kummer heute schwinden muß.“ Die Alte schwieg, aber ihr Mißtrauen schwand nicht, eher wurde es stärker. Als sie ihrem Mieter das Frühstück brachte, empfing auch der sie in heiterster Laune. „Nun, Mamachen, geht es heute besser? Ich hörte, Sie waren gestern ein wenig erkältet.“ „Danke, es geht ganz gut,“ sagte sie freundlich, aber mit Zurückhaltung und empfahl sich sofort wieder. Als sie nach unten kam, erstaunte sie von neuem, denn Veronika hatte das neue weiße Kleidangezogen. „Was hast Du denn vor, Veronika, daß Du Dich so putzest?“ Die Tochter lächelte geheimnisvoll.„Ganz etwas Besonderes Mami!“— „Willst Du ausgehen?“ „Nein, ich bleibe still daheim.“ „Oder erwartest Du Besuch? Vielleicht kommt Cosimo, mich zu überraschen?" „Nein, es kommt kein Besuch, Mami.“ Immer mehr erstaunte die Alte.„Aber weshalb denn dies alles? Wir haben doch heute keinen Feiertag?“ „Doch, für mich ist heute Festtag.“ Lächelnd beendete sie ihre Toilette. „Also was soll das? Drücke Dich doch klar aus,“ rief da die Mutter ungeduldig. Ruhig und heiter erwiderte Veronika:„Heute beginnen wir das Bild."E Fw 181,18 Beziehungen, welche zwischen Frankreich und Deutsch land in den letzten Monaten so glücklicher und versöhnlicher Art wurden, auch in Zukunft fortbestehen bleiben und sich wo möglich noch bessern werden. Enthüllung eines Virchowsenkmals. In Gegenwart staatlicher und städtischen Behörden, akademischer und ärztlicher Kreise, zahlreicher gelehrter Körperschaften und politischer Vereine wurde gestern Vormittag auf dem Karlsplatze in Berlin das Rudolf=Virchow=Denkmal feierlichst enthüllt. Gewerbliche Betriebsstatistik. Nach der sozialen Stellung im Betriebe sind von den 14.4 Millionen gewerbtätiger Personen 3.1 Mill. Betriebsleiter. Von etwa 1 Million Angestellten gehören 670000 zum Verwalltungs= und Kontorpersonal und 367000 zum technischen Betriebs= und Auflichtspersonal.. Die eigentlichen Arbeiter und Gehilsen zählen 9,36 Millionen, dazu treten noch nahezu 1 Million(935.246) im Betriebe ihres Verwandten mithelfende Familienangehörige. Gegenüber der Zählung im Jahre 1895 haben die Lohnarbeiter eine Zunahme von 2,8 Millionen oder 44 oH. erfahren; den mithelfenden Familienangehörigen wie den Angestellten insgesamt sind je über eine halbe Million Personen mehr zugeströmt. Hier zeigt sich ein verhältnismäßig weit rascheres Wachstum als bei den Arbeitern, da es sich auf 135 bezw. 122 vH. der Grundzahl bei der vorigen Gewerbezählung stellt. Die Zunahme der Betriebsleiter von Betrieben, welche mit Gehülfen oder Motoren arbeiten, ist über Erwarten hoch, sie beträgt 400000 vder nahezu ein Drittel der Zahl im Jahre 1895.. Abgenommen hat dagegen wieder wie damals die Zahl der Inhaber der Zwergbetriebe; ebenso die Zahl der allein und ohne Motorenbenutzung arbeitenden Inhaber der Alleinbetriebe im statistischen Sinne. Eine Absage an den Buns der Landwirte. Der bei dem letzten Reichstagswahlkampf in Alzey-Bingen noch für die Bündler eintretende„Ingelheimer Anzeiger“ ist nun auch vom Bunde der Landwirte abgerückt. In einem Leitartikel„Unsere Stellungnahme zum Bunde der Landwirte“ wirft er dem Bunde vor, er habe durch seine Haltung bei der Reichsfinanzreform Wasser auf die Mühlen der Sozialdemokraten getrieben.„Mit uns ist auch der größte Teil der rheinhessischen Bauern darin einig, daß das vom Bunde der Landwirte in die Wege geleitete neue Weingesetz überflüssig war.“„Für konservative Politik ist in Süddeutschland kein Boden.“ Ausland. Türkei. Konstant inovel. 29. Juni. Die türkische Regierung hat beschlossen, in allen Konstantinopeler Moscheen elektrische Beleuchtung einzuführen. Diese Einrichtung erregt bei der Bevölkerung allgemeines Erstaunen. Serbien. Belgrad, 29. Juni. Die Regierung verbot die Abhaltung eines Protestmeetings gegen die türkischen Grausamkeiten in Altserbien, um ihr Festhalten an der Freundschaft mit der Türkei zu beweisen. Belgrad. 29. Juni. Die serbische Presse führt in ihren Leitartikeln eine agressive Sprache gegen die türkischen Behörden, die ohne irgend einen ersichtlichen Grund gegen die in der Türkei lebenden Serben Maßnahmen trifft, die einer Verfolgung gleichkommen. Diese Maßnahmen der türkischen Regierung dürften einer volitischen Annäberung der beiden Nachbarstaaten nicht gerade förderlich sein. Ueber 60 angesehene ottomanische Serben sind in Ghilane(Türkei) verhaftet worden über 700 wurden geschlagen und gepeinigt, weil sie von ihnen verborgen gehaltene Gewehre den türkischen Behörden nicht übergeben wollten. Diese Verfolgung wütet in den Bezirken Prechewo, Ghilane, Prischtina und jetzt auch in den Dörfern Liutoplawo und Srbitz im Bezirke von Prizrend. Der reichste Serbe Rista Stoicowitsch aus Biljatsch hat sich im Arrest erschossen, da er die Torturen, denen er ausgesetzt war, nicht länger ertragen konnte. Der Bruder des Albanesenchefs Basti Biba hat sich ebenfalls erschossen. weil er seinen Bruder nicht, wie dieses von den türtischen Behörden verlangt wurde, diesen ausliefern wollte In der Gegend von Prinja werden in gleicher Weise gegen Frauen und Männer ebenso wie gegen Greise und Kinder furchtbare Grausamkeiten verübt. Wer den türkischen Behörden die Gewehre abliefert, wird ebenso mißhandelt, wie diejenigen, der keine abzuliefern hat, weil alsdann angenommen wird, daß er sie nicht abgeben will. Viele Serben sind infolge der gegen sie begangenen Grausamkeiten gestorben oder irrsinnig geworden oder haben es vorgezogen, Selbstmord zu begehen. Die Häuser werden angezündet oder auf sonstige Weise zerstört, die Saaten vernichtet. Selbst die serbischen Geistlichen werden nicht verschont. In dem Dorfe Klinovot beteiligten sich sämtliche Bauern an den Schlägereien. Der serbische Pfarrer aus Startze wurde von türkischen Offizieren solange mißhandelt, bis er irrsinnig wurde. Der Lehrer Jowanowitsch wurde aufgehängt. Die Serben erhoben in Konstantinopel Protest, bisher aber resultatlos. Tokales und Provinzielles. Dortmund, 30. Juni. — Mit der Verlegung des Zucht- und Faselsiehmarktes nach Wambel beschäftigte sich gestern Abend eine Versammlung von Viehhändlern m großen Börsensaal.. Mit Rücksicht darauf, daß die Stadt die Wünsche der Viehhändler in Berücksichtigung ziehen dürfte und nicht alle Bezirksvereine vertreten waren, wurde von einer Beschlußfassung in dieser Frage Abstand genommen. Eine Aussprache über die Schlußzeiten des Auftriebes zum Fettvichmarkt endete mit Annahme folgender Resolution: „Die heute stattgefundene Versammlung der Bezirksvereine der Viehhändler Westfalens findet es als unerechten Eingriff in ihre Gewerbefreiheit, daß der Zutrieb zum Fettviehmarkt im Sommer uw 7 und n Winter um 8 Uhr beendet sein soll. Wenn ein solcher Beschluß zur Ausführung kommen sollte, würde die Extstenz vieler Viehhändler gefährdet. Es wäre nicht zu verankworten, einen ganzen Gewerbestande die Lebensfähigkeit zu nehmen. Es ist nicht zu unterschätzen, daß fast zu jedem Markttage morgens nach 8 Uhr etwa 20 Wagen Vieh hier noch eintreffen und zum Verkauf gestellt werden. Die Verkäufer wären dann darauf angewiesen für die Folge das Vieh nach anderen Viehhöfen, wie Essen usw. zu senden, wodurch der hiesige Auftrieb nur leiden könnte. Wir weisen auch darauf hin, daß ein solcher Beschluß unter den vielen großen Fettviehmärkten wohl einzig dastehen dürfte. Die Versammlung bittet dringend, von der Ausführung dieses Beschlusses Abstand zu nehmen.“ —* Die gemeinnützige Baugesellschaft A.=G. nahm in ihrer gestrigen Versammlung den Bericht über das Jahr 1909 entgegen und genehmigte die vorgelegte Abrechnung. Die Rechnung schloß in Einnahme und Ausgabe mit 599477,68 Mark. Der Reingewinn betrug 10081,35 Mark, der mit 1008,14 Mark zum Reservefonds, 323,21 Mark zum Erneuerungsfonds und mit 8750 Mark zur Dividende(dreieinhalb Prozent) verwendet wurde. Das Aktienkapital beträgt 250000 Mark. Auf den Häusern der Baugesellschaft ruhen 302 679,85 Mark Hypotheken. Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Herren Apotheker Hermann und Werkmeister Heinrich Karl wurden wieder= Herr Assessor Berninghaus für seinen verstorbenen Vater in den Aufrichstrat neugewählt. Zum ersten Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Herr Bergrat Kleine, zu dessen Stellvertreter Herr Geheimrat Marx gewählt. Für Herrn Dr. Glum wurde Herr Stadtrat Dr. Cremer in den Vorstand gewählt. —* Gemeindebeamtenverein. Die vom Provinzialverband Westfalens angeregte Sache bezügl. der Errichtung eines Beamtenerholungsheimes in der Provinz Westfalen ist einstweilen nicht spruchreif. Es soll vorab ein Grundstock von etwa 25—30000 Mark durch Beiträge seitens der Mitglieder angesammelt und dann erst in eine weitere Beratung eingetreten werden. Der Provinzialverband wird im nächsten Monat in Herford seine diesjährige Generalversammlung abhalten. Für nächstes Jahr ist Soest und für 1912 Dortmund als Tagungsort vorgesehen. Der Zentralverband der Gemeindebeamten von ganz Preußen wird im Monat August in Essen tagen. Von den 7500 Gemeindebeamten Preußens gehören 3700 dem Verbande an. * Diebstähle. In einer Wirtschaft an der Steinstraße wurde einem Gaste das Portemonnaie mit 40 Mark aus der Tasche gestohlen.— Aus dem Gerlachschen Schuhgeschäfte Kaiserstraße 6 wurden vorgestern Abend nach Geschäftsschluß für mehrere hundert Mark Schuhwaren gestohlen. Nachbarn hatten den Dieb beobachtet, jedoch geglaubt, der Geschäftsinhaber befinde sich noch im Geschäfte.— Festgenommen wurde ein junger Bursche, der sich mehrere Fahrräder erschwindelte und dann verkauft und außerdem ein Fahrrad gestohlen hatte. — In einer Bedürfnisanstalt wurden einem angetrunkenen Manne vorgestern Abend seine Taschenuhr mit Kette, sowie das Portemonnaie mit 40 Mark aus der Tasche gestohlen. —“ 1. Westfälisches Provinzial=Säugerbundesfest zu Dortmund am 3. und 4. Juli 1910. Je näher die Tage des Festes heranrücken, um so größer und allseitiger wird das Interesse, das man ihnen entgegenbringt. Da ist es denn mit Freuden zu bedaß schon jetzt das Festbuch erschienen ist, das jedem Besucher ein treuer Führer sein will. In schmuckem äußerem Gewande präsentiert es sich zunächst mit den künstlerisch wertvollen Bildnissen des Ehrenvorsitzenden, der beiden Bundesvorsitzenden, der beiden Bundeschormeister und eines Gesamtbildes des Bundesausschusses. Aus dem reichen Inhalt heben wir hervor ein Verzeichnis der Ausschüsse, die Festordnung, den Gundriß der Festhalle die Programme, einschl. Terte der beiden Festkonzerte, die kurzen Biographien der Festdirigenten, eine geschichtliche Würdigung des Westfälischen Provinzial=Sängerbundes und ein Verzeichnis der dem Bunde angehörenden Vereine. Das letztere belehrt uns, daß der Bund 223 Vereine mit 8124 Sängern umschließt, von denen 5500 zum Feste erscheinen werden.. Ein Führer durch Dortmund mit 35 Abbildungen, neu bearbeitet vom Verkehrsverein Dort mund und ein neubearbeiteter Plan der Stadt in Fünffarbendruck beschließt das Ganze. Da besondere Festprogramme nicht gedruckt werden, so ist der Besitz eines Festbuches für jeden Besucher der Festkonzerte ein Bedürfnis. Aber für den geringen Preis von 50 Pfg. wird ein jeder das schöne Büchlein gern erstehen. Wird es ihm doch nicht nur ein treuer Ratgeber während der Festtage, sondern auch ein schönes Erinnerungszeichen an das erste Bundesfest der westfälischen Sänger und an die Festststadt sein.. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Vorverkauf an Eintrittskarten für die beiden Festkonzerte für die auswärtigen Verkaufsstellen am Donnerstag beendet sein wird, während der Vorverkauf in den hiesigen Verkaufsstellen, bei denen auch Tischkarten für das große Festessen(trockenes Gedeck 2 Mark) zu haben sind, Samstag Mittag geschlossen wird. Wir weisen nochmals darauf hin, daß die Vorverkaufsstellen sich befinden; im Stadthaus Olpe 1, Zimmer 30, im Verkehrsverein, Markt 2a, in der W. Crüwellschen Buchhandunlg(Hugo Dreist) Betenstraße 6, der Köppenschen Buchhandlung(Hans Hornung), Betenstraße 16, in den Buchhandlungen von Gebrüder Gilessen, Steinplatz 1 und Münsterstraße 112, Krüger, Westenhellweg 43, Gebrüder Lensing, Westenhellweg 86, Mende(P. Hildebrandt) Brückstraße 30, Steffen, Hoherwall 33, Thomas, Ostenhellweg 49, im Warenhaus Th. Althoff(Musikalienabteilung) und in den Zigarrengeschäften von Mensendieck, Burgtor 1, Ostenhellweg 1 und Westenhellweg 144 und A. Schmidt(H. Mathias) Brückstraße 2 sowie Hannemann, Steinplatz und Hohestraße, und Neumann, Brückstraße(im Römischen Kaiser). Da die Nachfrage nach Eintrittskarten eine äußerst rege ist, können wir nur empfehlen, sich umgehend in den Besitz von Karten zu setzen. —* Eisenbahnverkehr und 1. ProvinzialSängerbundesfest. Auf welchen Fremdenzustrom Dortmund am kommenden Sonntag zu rechnen hat, beweist die Tatsache, daß sich die beteiligten Eisenbahndirektionen auf einen ganz besonderen Verkehr einrichten. So werden außer den zum Rennen vorgesehenen Extrazügen anläßlich des 1. Bundesfestes des Westfälischen Provinzial=Sängerbundes am 3. und 4. Juli in Dortmund folgende Sonderzüge gefahren: Für die Teilnehmer aus Hagen am 3. und 4. Juli Vormittags ab Hagen 8,23 an, Dortmund 9,14, zurück abends ab Dortmund 11,00 Uhr, an Hagen 11,52. Für die Teilnehmer aus Siegen am 3. Juli. Vormittags ab Siegen 5,50, ab Geisweid 6,03, ab Kreuzthal, 6,14, ab Altenhunden 6,57, ab Hohenlimburg 8,06, ab Witten=West 8,43, an Dortmund 9,04. Für die Teilnehmer aus Münster am 3. Juli Vormittags ab Münster 8,17, ab Drensteinfurt 8,42 an Dortmund 9,33, zurück abend ab Dortmund 9,22i an Drensteinfürt 10,16, an Münster 10,40. Für die Teilnehmer aus Hamm am 3. Juli. Nachzug zum Personenzug 208, 245, und 217.. Vormittags ab Hamm, 7,23 ab Nordbögge 7,36, ab Kamen 7,46 ab Courl 7,55, ab Scharnhorst 8,02 an Dortmund 8,12, zurück abends ab Dortmund 9,36, an Scharnhorst 9.45, an Courl, 9,51 an Camen 10,000 an Nordbogge, 10,10, an Hamm 10,22., Ein zweiter Zug fährt ab Drrtmund 10,05, an Scharnhorst 11,16, an Courl, 11,22, an Kamen 11,31, an Nordbögge 11,41 an Hamm 11,53. Für die Teilnehmer aus Bochum und Dorsten werden die Personenzüge in der Richtung nach Dortmund in der Zeit von 8,00—9,30 Vormittags und Nachmittags von 1,00—3,30 verstärkt werden. —“ Vom„Westfälischen Magazin“ ist soeben Nr. 5 erschienen und hat folgenden Inhalt: Emanuel Geibels Beziehungen zu Freiligrath. Von Prof. Dr. Julius Schwering-Münster.— Eine Karikatur Longfellows von der Hand Ferdinand Freiligraths. Von Prof. Dr. Levin Ludwig Schücking-Jena. Mit Abbildung.— Freiligrath und Detmold. Von Prof. Dr. Ernst Anemüller=Detmold.— Freiligraths Stellung zu Soest. Von Pfarrer Clarenbach-Borgeln, Kr. Soest. Mit 5 Abbildungen.— Freiligrath in Unkel. Von Ludwig Schröder. — Ein Brief Freiligraths. Von Lothar Engelbert Schücking.— Ein unveröffentlichtes Gedicht Freiligraths. Von Ludwig Schröder.— Schumann und Gustav Nottebohm. Von Willi Fentsch.— Anzeigen und Mitteilungen.— Berichte der wissenschaftlichen Anstalten und Vereine. Diese Gedenknummer enthält eine vierseitige Kunstdruckbeilage. Der Abonnementspreis pro Jahr beträgt 3 Mk. Preis dieser Einzelnummer 2 Mk. Hörde, 29. Juni. Herr Landrat Dr. Luckhaus in Hörde i stvom 1. Juli bis 1. August d. J. beurlaubt. Mit der Vertretung ist bis zum 21. Juli Herr Regierungs=Assessor Dr.. Haslinde und von da Herr Regierungs=Assessor Schmidt beauftragt. Hörde, 28. Juni. Herr Gendarmerie=Wachtmeister Kommerich in Hörde, Feldstraße 41. kann am 1. Juli d. J. sein 25jähriges Gendarmerie=Jubiläum begehen. Lünen, 30. Juni. Auf das hiesige Stationsgebäude wurde, wie ergänzend mitgeteilt wird, ein Attentat verübt. Ein unbekannter Täter hatte eine Lokomotive im Lokomotivschüppen angeheizt, und sie bis unmittelbar an das Stationsgebäude herangefahren. Dort hatte er sie, nachdem er sie zur höchsten Dampfentwicklung gebracht hatte, verlassen. Die Bremse war fest angezogen, sodaß die Maschine sich nicht fortbewegen konnte. Aus diese Weise wäre eine Explosion unvermeidlich gewesen, wenn nicht ein Maschinist im letzten Augenblick die Lokomotive entdeckt und die Heizung abgestellt hätte. Dem Täter glaubt man auf der Spur zu sein. Holsterhausen, 30. Juni. Gestern Nachmittag verunglückte der Bergmann Franz Tiren auf der Zeche „Julia“ durch Sturz in einen 104 Meter tiefen Stapel in dem er mit Ausbessern beschäftigt war. Der Bedauernswerte konnte nur als Leiche geborgen werden. Er ist 37 Jahre alt und verheiratet. Unna, 29. Juni. Ueberfallen und seiner Barschaft in Höhe von 70 Mark beraubt wurde vorgestern abend ein auf dem Wege nach Billmerich befindlicher Mann, Den Tätern ist man auf der Spur. Bochum, 29. Juni. Auf Zeche„Prinz=Regent“ kam der 20 Jahre atte Bergmann Laube aus Brockhausen durch Steinfall zu Tode. Letmathe, 28. Juni. Eine schwere Bluttat beging gestern in der Kantine des hiesigen Nickelwerks der holländische Fabrikarbeiter Vegt an seinen Mitarbeiter Eimer. Infolge eines geringfügigen Wortwechsels stieß Vegt dem Eimer die 10 Zentimeter lange Klinge eines Taschenmessers mit großer Wucht bis ans Heft in den Unterleib. Der Schwerverletzte liegt hoffnungslos im Krankenhaus darnieder. Wermelskirchen, 29. Juni. Die große Feilenfabrik von C. R. Zimmermann ist heute nachmittag vom Großfeuer heimgesucht worden. Erst nach vierstündiger Tätigkeit konnte das Feuer gelöscht werden. Das Maschinenhaus ist vollständig eingeäschert worden. Außerdem sind die oberen Stockwerke zweier angrenzenden Gebäude ausgebrannt. Der Schaden wird auf einige 10000 Mark geschätzt. Der Betrieb mußte einegstellt werden. Hattingen a. Ruhr, 28. Juni. Der Zugführer Henninger glitt auf dem Trittbrett des Packwagens eines Güterzuges aus und fiel unter die Räder. Er wurde überfahren und gräßlich verstümmelt. 28. Juni. Am vergangenen Freitag abend gegen 6 Uhr gab der etwa 18jährige Schreiner Theodor Keller nach voraufgegangenem Wortwechsel auf seinen Vater, den Landwirt H. Keller, einen Schuß ab, an dessen Folgen der Verletzte gestern früh gestorben ist. Der Täter stellte sich sofort der Polizei. Düsseldorf, 28. Juni. Die Deutsche Abteilung der Weltausstellung in Brüssel plant die Einrichtung eines regelwäßigen Luftschiffdienstes zwischen Düsseldorf=Brüssel über Köln. Die Abteilung ist dieserhalb mit der Zeppelinbau=Gesellschaft in Verhandlung getreten. 28. Juni. In der chemischen Fabrik Wülfing, Dahl u. Co. ist Großfeuer ausgebrochen. 4 Personen wurden verletzt, davon drei lebensgefährlich. Köln, 28. Juni. Bei Mannschaften des Fußartillerie=Regiments Nr. 7 vermutete man Anzeichen von Typhus. 25 Mann wurden zwecks Beobachtung ins Garnisonlazarett gebracht. 20 derselben konnten wieder entlassen werden, da sich der Verdacht auf Typhus nicht bestätigte. 5 Soldaten werden noch im Lazarett beobachtet. Es sind alle Vorsichtsmaßregeln seitens der Militärbehörde getroffen worden. Coblenz, 29. Juni. Gestern hat hier eine Sitzung des Hilfsausschusses für die vom Hochwasser Geschädigten an der Ahr stattgefunden. Nach den Mitteilungen der anwesenden Landtäte beläuft sich der Schaden, ausgenommen die Schäden am Eigentum des Staates und der Provinz, nach vorläufigen Schätzungen auf 2 700000 Mk., Geheimen Kommerzienrats Schichau(om. Ehrenmitglied des Vereins wurde Geh.. Maxin. Z# baurat Dr. Veit vom Reichsmarineamt en#“se# Hieran schloß sich ein Vortrag des Kal. n Major z. D. v. Parseval über„Mein Lenk=49lche meine Flugmaschine“. Der Redner führte g.“"! Entwurf des Parsevalbollons stammt aus dem 1902; das Luftschiff wurde erst im Jahre 1905 gestellt und im Sommer 1906 beim Luftschifferk.! zum ersten Male probiert. In der Folae Iha die Motorluftschiff=Studiengesellschaft den weiterenG. bau des Systems. Geändert hat sich seither voz lem die Form des Ballons. Sie ähnelt un einem Fische, mit einem spitz zulaufenden und einem kurzen stumpfen Kopfe. Der Luftwid=:: einer solchen Form ist sehr gering, der Hauptwid! liegt in der Luftreibung, in den Widerständen Takelwerkes und der Gondel. Doch sind die#2.## in ihrer Bewegung unstabil und haben die Neigung Ausbildung von Ingenie auf die technischen Verwe dern müsse alle Gebiete d dern" Imassen. Ferner wolens umfassen., Ferner in de quer zur Bahn zu stellen, deshalb sind atbilistre u## chen am Hinterteil angebracht, welche das AusweichDiese bestehen aus zwei wagerechten Flächen links u und rechts und einer senkrechten Fläche unter dem sie sind aus starren Rahmen gefertigt und auf beieSeiten mit Stoff überzogen. Im Innern des Ballasind zwei große Luftsäcke angebracht und zwar an seden Enden. Sie werden durch einen Ventilator dueine mit entsprechenden Ventilen versehene Schlas leitung nach Bedarf mit Luft gefüllt. Verliert dBalkon Gas, so wird entsprechend Luft eingeblasen uu der Gaskörper bleibt stets prall: Dabei wird er energisch aufgeblasen, daß die Falten verschwinden u## der Ballon stramm und gerade wird. Dann es möglich, die schwere Gondel aufzuhängen, ohne d er sich verzieht. Hierzu ist ein innerer Ueberdruck na# 15 bis 25 Milimeter Wassersäule je nach der Größ des Schiffes erforderlich. Durch abwechselndes Füllund Entleeren der zwei Säcke wird die Schrägstellung des Schiffes geregelt. Wenn die Säcke leer gewortsind. öffnet sich vermittelst einer Leine das Hauptoy til und läßt Gas ausströmen, sodaß der Ballon ni## platzen kann. Außer an den Steuerflächen befindensit keine größeren starren Teile an dem Ballon man kan daher z. B. ein Schiff von 4000 Cubikmeter in en lertem Zustande bequem in zwei Wagen verpata Die Gondel besteht aus einem Gerippe aus Stall Von vorn nach hinten folgen sich der Führerstand### Passagierraum und der Motorraum mit der LustschrauDie Luftschraube ist von eigenartiger Konstruktion Auf einer Nabe von ziemlich großem Durchmesser si drei bis vier Flügel nicht fest, sondern gelenklich ein hängen.. Auf diese Flügel sind Gewichte in geeignet Weise verteilt. Bei der Drehung bringt die Zentri galkraft die Flügel in ihre richtige Form und Stellun Anfangs waren die Schrauben gänzlich unstart, ie werden ihre Flügel nur soweit beschwert, als notwend ist, um der Zentrifugalkraft freien Spielraum zu lassa weil ganz unstarre Flügel beim Anlaufen oder# stellen leicht an das Gestell anschlagen und beschädt werden. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt in großen Haltbarkeit und Leichtigkeit der Flügel. Ause dem werden solche Schrauben reservierbar gemacht,m kann ihre Leistung der jeweiligen Größe des Motnn anpassen. An Effekt ist die Schraube den andera Systemen ebenbürtig. Eine Hausteigentümlchket#### Systems ist die Aufhängung der Gondel. Diese nicht starr mit dem Ballon verbunden, sie kann vielmer wie eine russische Schaukel nach vorwärts und rückwänt pendeln, wobei sie mittelst angebrachter Rollen au dem Stahlseile hin und herläuft. Diese Aufhängn vermindert die statische Stabilität des Schiffes m erleichtert die Schrägstellung desselben und somsti vertikale Lenkung.. Die Seitensteuerung wird dut ein gewöhnliches Steuerruder besorgt, das an der hi teren Kante der vertikalen Stabilisierungsfläche an bracht ist. Das eigentliche Steuerrad, von dem### die Steuerleinen laufen, befindet sich vorn in der Gordel. Die Höhensteuerung wird durch Zug an den Lein der Luftventile besorgt. Der Höhensteuermann hat au ßerdem die Aufsicht über den im Ballon herrschende Druck. Seine Tätigkeit ist anstrengend und verantwortungsvoll. Durch die Schrägstellung des Schifes entsteht dann, wenn das Schiff schwerer oder leich ter ist als die Luft, eine Drachenwirkung des Winds auf die Ober= und Unterseite des Ballons. durch die Eigengeschwindigkeit hervorgebrachte L# zug ist sehr kräftig und man kann hierdurch das bis 600 Meter über seine Gleichgewichtslage empeitz ben. Bezüglich der weiteren Entwicklung der Lustschist läßt sich erwarten, daß sich verschiedene. Tyven#a# Luftschiffen bilden werden, erstens Militärluftschiffe größere Höhen und möglichst große Schnelligkein, Fahrtdauer bis einen Tag, Tragkraft 8—10 Persona zweitens Luftschifse für Passagier= und Reklamefahila mit etwas leichteren Motoren, für größere Transvon# berechnet, bei einer Geschwindigkeit von ca. 50 A metern; drittens Vergnügungs= und Sportluftschh= mit 40—50 Kilometern, jedoch für kürzere Fahrtd#### und kleinere Höhen. Bei der Vielseitigkeit der wendung ist es nicht wahrscheinlich, daß das Mom luftschiff soweit von der Flugmaschine verdrängt r den wird, wie die Anhänger der Aviatik es in sicht stellen. Bei dem Entwurf meiner Flugmaschine ich zunächst auf die Beschaffung eines guten bedacht, und ich wählte einen solchen der Daimlet sellschaft. Hiernach wurde der Apparat konstruiert! Maschine ist ein Eindecker aus Holz. Um die gungen bei den Vorversuchen auf festem Boden vermeiden, beschloß ich, den ersten Versuch über 2 zu machen und setzte den Appanat auf Schwimmer, uen wovon 1½ Millionen auf den Kreis Adenau und 1 200000 Mk. auf den Kreis Ahrweiler entfallen. An freiwilligen Spenden stehen dem Ausschuß bis 211 117 Mk. zur Verfügung. Trier, 29. Juni. In der Grube Merlenbach sind ein Steiger und ein Arbeiter aus 200 Meter Höhe aus dem Förderkorb in die Tiefe gestürzt. Beide wurden vollständig verstümmelt im Schacht aufgefunden. 5.Hauptversammlung DeutIngenieure. S. u. H. Danzig, 27. Juni. Es folgten eine Reihe von Ehrungen. Die im Jahre 1894 gestiftete Grashof==Denkmünze wurde dem GeKommerzienrat Ziese.(Danzig) verliehen, dem i heimen mmegtentu. Siese uripg,„„„ Schwiegersohn des ersten Besitzers der Denkmünze, des aus mit Luft aufgeblasenen Hohlkörpern bestehen., Haupttragfläche hat nicht in allen Teilen Färmies(Elächonneinung sie ii nielmenr in der Mtltm förmige Flächenneigung sie ist vielmehr in der gusl bogen und gewölbt, während beides, Biegung und#n bung gegen die seitlichen Enden hin abnimmt. Hälfte der Tragfläche ist beweglich, sodaß der hilttn Rand bei unzulässiger Erhöhung des Luftdructs beträchtlichem Maße nachgeben kann.. Der Anls## geschieht durch zwei gegenläufige, dreiflügelige Pr#r#### System Parseval, von drei Metern Durchmesser Kettenantrieb. Ein sehr kräftiges Höhensteuer mit Kielfläche und einem Seitensteuer Hervollstängg Flugavparat. Derselbe hat zwei Sitzplätze, welche ter dem Motor und unter der Hauptfläche Breitseite des Apparates beträgt 14 Meter, die 41### ebenso viel. Die Lastfähigkeit für vier Stunden 1400 Kilogramm. Der Vortrag wurde mit gto#tt Beifall aufgenommen. Danzig. 28. 3ul Während der gestrigen Tannhäuser=Aufsühten## Zoppoter Waldtheater wurde bekannt, daß der#s Soboler valballon definitiv nicht nash hier lommen und zwar aus finanziellen Gründen. Bitteb elder Gesellschaft, auf deren geschä tliche Hauty#g Najor v. Parseval nur wenig Einfluß hat, V.# für ev. auf der Hin= und Rückfahrt entstehen) fekte an dem Luftschiff eine so hohe Enchntt die Leitung glaubte, das Risiko nicht übe Eine langere Dstusston entwurf zur Beratung stand. Die schließlich in der vom Vertrauensausschaf ten Form genehmigt. Nachdem einige B“ ger.# angenommen waren, die die Beziehungen, I., ersto zu dem österreichischen Verbande regeln so tete der Vorstand verschiedene Berichte. die Hüttendirektor Heil(Jabrze), sprach, bildung von Ingenieuren zum höheren#'#: auf, dienst“. Er stellte eine Reihe von Leitsätel. zur u. a. besagen: Ein allgemein giltiger 4 stellen betätigen. Geh. Hofrat Profes eeferierte über„Hochschr für Ingenizure.. Redner schrungen in Braunschwe träge aut angelegt sei. berichtete über Fortschrit Direktor Meyer(Be teiligung des Vereins ar ung. Ein gemeinsamer Beitausstellung würde an anvortum sein. Es lag Antiag des Vorstandes v Verkafe des u Berlin zu erteilen. D Antrag noch, es solle er gliedern gewählt werden, umfassende Vollm Grundstücksverkaufs gurden Bedenken laut, o 2 Millionen=Objekt, den? Poklmachten auszustatten der Antrag mit einer Zuf Stimmen zur Annahme gischen Bezirksvereins nieure wolle dahin wirker Gelegenheit gegeben werd Dampfkessel geplant sind, genommen. Der Antrag für Technobibliographie hille von 3000 Mark w Antrag auf Stiftung der für das Deutsche Museum die nötigen Geldmittel h weiterer Anträge wurden on der nächsten Haupt gewählt. Der Haushalts wurde in Einnahme und Mark genehmigt. Nachmittags fanden? den besichtigt die Schicha Danzig und die Talsperre chin=Prangschin. Derm München, 29. Jun ein Schriftsetzer, der sein #icht, sie aber nur am nen eigenen Kameraden Straße erstochen Bern, 29. Juni. In A Bürglen stürzte ein Stüch lehr ist unterbrochen. schweben in Gefahr. London, 29. Juni. De Alter von 66 Jahren auf Der herzog, der ein Alt war ein Enkel des König neich und mit der Herzogin die herzogin kam bei dem mm 4. Mai 1897 ums Le London, 29. Jun und der Königin nanten geschenkt u dem berühmten Culin 1907 Lönig Eduard mme geschliffen und teinen Steine entstan enverleibt werden. Zustimmung des Bund ab Berlin, 29. Juni. Pundesrates ist dem den Ausbau der deutsa Erhebung von Sa er von den Ausschüsse ouximmung erteilt er liebt! zartes, reine riges, jugendfri wen und schön I##. eles dies erz Faschengferd-Lillens & Co. #s à St. 50 Pf.f Pien milch= Greein gutes vor Friendes Mitt sommerspr Lube 50 Pig. #.. Sugmann, X m) Hohestraße 6. E. Lumberg, Mu Eris söhler, am E.s Pönster, Wit ### Pro.., am Me #respothele, Mar P#r##pothele, ben Stäge poelsabrick zu dürfen.s#n 4 Die heutige Sitzung wurde mit geschäft!“guig gen ausgefüllt, die zum Teil nur internes haben. Nachdem dem Vorstande und den ren für das abgelaufene Geschäftsjahr Entlastt,,, teilt war, fanden einige Wahlen statt. 9“ i# ordneten im Vorstand wurden gewählt Dr. 1½h: (München) und Dr. ing. Köster(Frankfurt v. Zagus Eine längere Diskussion setzte ein, als der wuche Kolden Förderv chloss Zusch " besucht. (Esding) Marsie d8 g e gannt usertbalon aus: 2 942 b benl H von Ingenieuren zum Verwaltungsdienst W3big nicht aufstellen, da die Verhältnisse zu verlöbt, rtige seien. Die Ausbildung dürfe sich nicht nur Pehis technischen Verwaltungszweige beschränken, sonauf die sec(Hebiete der kommunalen Verwaltungsdern vu.) gfassen. Ferner soll der Auszubildende sich Vesichst se“ oig in den verschiedenen Verwaltungssellep.I“ Höftat Professor Schöttler(Braunschweig) ###üarte über„Hochschulvorträge und Uebungskurse Folge Ab. Le'#ngenieure“. Redner erklärte, daß nach seinen Erden weiteren G. für Isgen in Braunschweig das Geld für solche Vorh seither neb, gst angelegt sei.— Baurat Taak(Hannover) ähnelt—“ ftage“ über Fortschritte im Technischen Schulwesen. senden Hiniluktu berichirestor Meyer(Berlin) referierte über die Beer Luftwider: dos Vereins an der Brüsseler WeltausstellHauptwidersad ung. Ein gemeinsganer Besuch des Vereins auf der Widerstände. muestausstellung würde aus verschiedenen Gründen nicht sind die a# Wium sein. Es lag der Versammlung ferner der die Neiauiz Artrag des Vorstandes vor, ihm die Ermächtigung zum Dteiaung s— Hrggge, des Vexeinshauses, in der Charlottenstraße Gersin zu erteilen. Der Vorstand erweiterte diesen Lattag noch, es solle ein Ausschuß von sieben Mitdrn gewählt werden, der zusammen mit dem Vorade umfassende Vollmacht erhalten solle, die Frage e Srundstücksverkaufs zu regeln. In der Diskussion gurden Bedenken laut, ob es angebracht sei, bei einem Ignislionen=Objekt den Ausschuß mit so weitreichenden Kollnachten auszustatten,„Schließlich, gelangte aber Er Antrag mit einer Zufallsmehrheit von 54 gegen 51 Stimmen zur Annahme. Der Antrag des Württembergichen Bezirksvereins„Der Verein Deutscher Ingezieure wolle dahin wirken, daß der deutschen Industrie Helegenheit gegeben werde, zu Vorschriften, welche für Jampfkessel geplant sind, sich zu äußern“ wurde anzenommen. Der Antrag des Internationalen Instituts für Technobibliographie auf Bewilligung einer Beiisle von 3000 Mark wurde abgelehnt, dagegen der Antrag auf Stiftung der Büsten Zeuners und Grashofs sir das Deutsche Museum in München uungenommen und sie nötigen Geldmittel biarkst- kamilltal(Eina Gaih. weiterer Anträge ort der nächsten—. gewählt. Der Haushaltsplan für das kommende Jahr purde in Einnahme und Ausgabe mit über 1400000 Mark genehmigt. Nachmittags fanden Ausflüge statt, und zwar wurden besichtigt die Schichauwerft, die Waggonfabrik in Danzig und die Talsperre und das Kraftwerk bei Strahin=Prangschin.* id athi:s0 no atbilistre va. das Auspesch er Pa wplen.. Flächen links un unter dem Balla t und auf beide nern des Ballog und zwar an beVentilator dus rsehene It. Verliert d# n eingeblasen dabei wird er verschwinden u# vird. Dann hängen, ohne das r Ueberdruck nach der Größ zechselndes nie Schrägstelliung ae leer geworden ie das Haupton der Ballon nit ächen befinden sa Balkon man kau ubikmeter in en Wagen verpada ippe aus Staßt * Führerstand it der Lustschra er Konstruktion Durchmesser sit n gelenklich ein ichte in geeignete ingt die Zentri ri und Stellun, lich unstart, in ert, als notwerd sielraum zu lasse, ilaufen oder W en und beschädte ktion liegt in er Flügel. Ause bar gemacht, m röße des Motor übe den andera gentümlchtet## Hondel. Diese sie kann vielmen irts und rückwärt chter Rollen au Diese Aufhängu des Schiffes m sen und somitii rung wird durc , d a s a n d e r h i erungsfläche ane rd, von dem### vorn in der GonZug an den Leinen euermann hat au allon herrschende zend und verantellung des Schifhwerer oder leich rkung des Winds Ballons. Die sorgebrachte Lu## erdurch das Schi ichtslage emporhe ung der Luftschift edene Typen vo ilitärluftschiffe e Schnelligkeiten, t 8—10 Personch 10 Reklamefahtta roßere Transvolt von ca. 50 A d S p o r t l u f t s c h i f t, ürzere Fahrtdau# seitigkeit der Do daß das ne verdrängt wo viatik es in A Flugmaschinen ies guten in der Daimlers at konstruiert, A Um die Schäht festem Boden## ersuch über Schwimmer, weur pern bestehen.# Teilen eine hr in der Biegung und Wo in abnimmt. sodaß der hinles des Luftdruce.! in. Der Autsez lügelige Propelt Durchmesser hensteuer mit ei servollständigt splätze, welche g. mnacsde mi grie ic. 29, uu ser=Aufführing nt, daß der er lommen, s1g dem. Die Dtug tliche fluß hat, verlalte t entstehensel iie Sarnutie E nicht übernebe Vermischtes. München, 29. Juni. In München wurde heuke ein Schriftsetzer, der seine Geliebte zu erschießen ver#icht, sie aber nur am Arme verletzt hatte, von seinen eigenen Kameraden wegen dieser Tat auf offener Straße erstochen Bern, 29. Juni. In Altorf zwischen Spiringen und Bürglen stürzte ein Stück der Straße ab. Der Verkhr ist unterbrochen. Die Bewohner der Gegend schweben in Gefahr. London, 29. Juni. Der Herzog von Alencon ist im Alter von 66 Jahren auf Schloß Wimbledon gestorben. Der herzog, der ein Alter von 67 Jahren erreichte, war ein Enkel des Königs Louis Philipp von Frankreich und mit der Herzogin Sophie in Bayern vermählt. Die herzogin kam bei dem großen Pariser Basarbrande im 4. Mai 1897 ums Leben. London, 29. Juni. Von der südafrikanischen Union und der Königin Mary sechs prachtvolle Diananten geschenkt worden. Diese Diamanten gehören dem berühmten Culiman=Diamanten an, der im Jahre 1907 könig Eduard geschenkt worden war. Der Stein runde geschliffen und aus dem Abfall sind diese sechs ttinen Steine entstanden, die dem englischen Kronschatz einverleibt werden. 4 Letzte Telegramme. Zustimmung des Bundesrats zu den Schiffahrts. abgaben. Berlin. 29. Juni. In der heutigen Sitzung des Bundesrates ist dem Entwurf eines Gesetzes über den Ausbau der deutschen Wasserstraßen und die bung von Schiffahrtsabgaben in er von den Ausschüssen beschlossenen Fassung die dustimmung erteilt worden. Aussperrung als Antwort auf einen Streis. Enschede, 30. Juni. Infolge eines teilweisen Streikes in einer Fabrik beschloß die Vereinigung der Unternehmer der Baumwollindustrie die Aussperrung für alle Fabriken am 1. Juli. Von diesem Tage an werden 8000 Arbeiter beschäftigungslos, und zwar in der ersten Woche an zwei Tagen, in der zweiten Woche an drei Tagen und so fort, bis zur völligem Schließung der Fabrik. Zur Allensteiner Offizierstragödie. Allenstein, 30. Juni. Frau Weber erlitt gestern mehrere schwere Krampfanfälle, sodaß ihre weitere Verhandlungsfähigkeit fraglich ist. Um zur Vertagung endgültig Stellung zu nehmen, fand gestern Abend 9 Uhr eine Konferenz aller Beteiligten statt, zu der auch die auswärtigen medizinischen Sachverständigen wieder eingetroffen waren. Es wurde in der Konferenz beschlossen, um 9 Uhr im Gerichtssaal zusammenzutreten um dort die Gutachten der medezinischen Sachverständigen entgegenzunehmen. Von diesen Gutachten wird das weitere Verhandeln des Gerichtshofes abhängen. Gestern Abend lag Frau Weber halb bewußtlos zu Bett, hin und wieder in Wein= und Schreikrämpfe verfallend. Die Staatsanwaltschaft hat auf die Kaution der Angeklagten für ihre Hastentlassung einen weiteren Arrest von 10000 Mark ausgebracht, sodaß nunmehr die Hälfte der Kaution, also 25000 Mark für die Gerichtskosten mit Beschlag belegt sind. Abreise des Grafen Zeppelin. Osnabrück, 30. Juni. Graf Zeppelin ist heute Nacht 2,23 Uhr von hier nach Berlin abgereist, ohne die Unfallstelle besucht zu haben. Gefangenenrevolte. Cherson, 29. Juni. Acht zu Zwangsarbeit verurteilte Sträflinge fesselten ihre Aufseher und flüchteten. Bei ihrer Verfolgung wurde ein Aufseher und lieben der Flüchtlinge getötet. Von Erdmassen verschüttet. Graudenz, 30. Juni. In Preußisch=Friedland wurden gestern drei in einer Grube mit Sand spielende Kinder von Erdmassen verschüttet und getötet. Verheerende Feuersbrunst. Paris; 30. Juni. Wie aus Marrokesch berichtet wird. sind bei einer Feuersbrunst fünf Häuserviertel zerstört worden. Wie es heißt, sind viele Menschen umgekommen. Einzelheiten fehlen noch. Explosion eines Ballons. Wien; 30. Juni. Gestern früh 7 Uhr stieg der Freiballon„Hungaria“ vom Wiener Arsenal zu einer militärischen Uebungsfahrt auf. In der Gondel befanden sich ein Hauptmann und ein Oberleutnant von der militärisch=aeronautischen Anstalt. Der Ballon landete glatt bei Neutra in Ungarn.. Beim Zusammenlegen explodierte er. Der Oberleutnant erlitt lebensgefährliche Verletzungen, 15 Personen, die von der Landbevölkerung zur Hilfeleistung herbeigeeilt waren, erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Der Hauptmann blieb unverletzt. Die Katastrophe soll auf unvorsichtige Manipulationen der freiwilligen Helfer zurückzuführen sein. Die Rettungsgesellschaft wurde telegraphisch nach der Unfallstelle beordert. Christine Hebbel gestorben. Wien, 30. Juni. Christine Hebbel, die Witwe des berühmten Dichters ist gestern hier im Alter von 93 Jahren gestorben. Auf der Rednerbühne vom Schlage getroffen. Rom, 30. Juni. Während der gestrigen Kammersitzung wurde der Abgeordnete für Rom. Mazza, während seiner Rede vom Herzschlag getroffen und brach zusammen. Mazza gehörte der republikanischen Partei an und war einer der angesehensten Abgeordneten des Parlaments. Die unter den Deputierten anwesenden Aerzte die sofort eifrig um ihn bemüht waren, konnten nur noch den Tod feststellen. Die Sitzung wurde sofort aufgehoben. Eine italienische Preßstimme über Freiherrn v. Schön Rom, 30. Juni.„Corriere della Sera“ schreibt Die Ernennung des Freiherrn v. Schoen zum Pariser Botschafter werde zweifellos dem Verhältnis zwischen den Staaten sehr zu Nutze sein. Freiherr von Schoen erfreue sich in Frankreich, Dank seiner konzilianten Haltung, größter Beliebtheit. Türkische Kriegsbestellungen. Konstantinovel, 30. Juni. Das Kriegsamt hat die Lieferung von 50 Gebirgs= und 50 Feldgeschützen an die Karlsruher Waffen= und Munitionsfabriken vergeben. Ferner wurden bei Ehrhardt in Düsseldorf für 65 725 türkische Pfund Mauserpatronen und für 106.045 Pfund Geschützmunition sowie bei der Fabrik Polta für 61 725 Psund Munition bestellt. Zugleich wurde beschlossen, auf die dringenden Vorstellungen des Generalstabes, gewisse Punkte an der griechischen Grenze schleunigst zu befestigen.. Standesamts=Nachrichten. Dortmund 1, vom 28. Juni. Geburten. Ein Sohn: Hülfsweichensteller Breuker Baumstraße 6. Lehrer Korrie, Weißenburgerstraße 72. Eisenbahngehilfe Pieper, Königshof 19. Maurer Vogler. Flensburgerstrstaße 10. Schlosser Brauckmann, Münsterstraße 176. Eine Tochter: Schlosser Poetsch, Steinstraße 51. Arbeiter Schmidtmeier, Rheinischestraße 155. Bahnarbeiter Dunschen, Adlerstraße 71a. Aufgebote: Ingenieur Wilhelm Breier und Helene Marquis. Sterbefälle: Elfriede Brinkmann. Zimmerstraße 27. 7 Monat. Ehefrau Maria Kwapinsky, Brackelerstraße 21, 42 Jahre. Witue Mara Niemeyer, straße 4. 51 Jahre. Katharina Engel, Oestermärschstraße 64. 5 Monat. Dortmund 2, vom 28. Juni. Geburten. Ein Sohn: Hülfsarbeiter Puzicha Wambelerstrastße 34. Dachdecker Wahle, Brunnenstraße 38. Hülfsschaffner Maus, Kaiserstraße 92. Eine Tochter: Kaufmann Noll. Heroldstrstaße 51. Maschinenmeister Suhr, Kielstraße 31. Dachdecker Selzner Körnebachstraße 63. Bergmann Vollert, Münsterstraße 79.. Eisenwerkarbeiter Weißner, Huyssenstr. 24. Aufgebote: Schuhmacher E. Freermann und Josphine Dicke. Maschinist F. König und Witwe Ma ria Kraß. Militärinvalide Feiden und Emma Mork, geb. Kanstein. Klempner R. Jahn und Henriette Pletz. Fraiser G. Dennert und Mathilde Wilhelm. Zuschläger S. Perschke und Margarete Marohn. Eheschließungen: Buchdrucker O. Bürger u. Maria Kehler. Kaufmann Mar Neustein und Olga Steinberg. Sterbefälle: Marianna Topcinski, Wambelerstraße 1, 64 Jahre. Christine Gehl, Kielstraße 75, 5 Mon. Olga Jobsen, Weißenburgerstraße 76, 7 T. Handelsmann S. Schreier, Leopoldstraße 49, 63 J. Josef Thiele. Schlägelstrstaße 58, 2 Mon. Ewald Heitkötter. Borsigstraße 59, 9 Mon. jetzt blühend aus! digkeit getan.“ ea, das Moor hat seine SchulOminös. Besuch(zum Freund, als dessen Fratz Klavier spielt und zwar sehr schlecht):„Sag' mir mal. spielt Deine Frau oft Klavier?“— Freund:„Nein, ..... nur wenn wir Besuch haben!“ Literatur. Arena. Oktav-Ausgabe von„Ueber Land und Meer“, Von dieser trefflichen illustrierten, von Dr. Rudolf Presber herausgegeben und bei der Deuschen VerlagsAnstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift liegt uns das 12.Heft vor. Bei der bekannteu Gediegenheit der„Arena“ braucht nicht erst besonders hervorgehoben zu werden, daß die darin enthaltenen Artikel wieder sehr interessant und vorzüglich illustriert sind. Aus der Fülle der Beiträge erwähnen wir die Essays:„Wien" von Fr. Nowak,„Hausmusik von Prof, Ernst Eduard Taubert, „Das Geheimnis des Erfolges“ von Paul Westheim, „Königinnen=Leid“ von Ernst Boerschel,„Landpartien unserer Voreltern“ von Hans Ostwald,„Deutsche Flieger" von A. Wienhold,„Natürlichkeit“ von Oskar A. H. Schmitz. Unter den novellistischen Artikeln heben wir die reizvolle Plauderei von Bernhard Kellermann hervor:„Im Reiche der aufgehenden Sonne“ und die spannende Novelle„Der Wahn“ von A. Kuprin. Eine Reihe prächtiger Reproduktionen nach schönen Gemälden sind dem zwölften„Arena“: Heft als Einschaltbilder beigegeben, und als Umschlag ziert es das noch wenig bekannte Lenbachsche Bild:„Rumänierin“ An der Kronenburg findet am heutigen Abend das übliche Donnerstag=Abendkonzert der Kapelle Hubert statt. Zur Mitwirkung ist der bestbekannte Pistonvirtuose und Komponist Louis Kümme aus Darmstadt verpflichtet, dessen hervorragende Leistungen überall allseitig anerkannt werden. Das Programm des Konzerts ist, wie stets, auch diesmal wieder ein sehr gewähtes und weist u. a. die Ouvertüre„Mignon“, ferner die Fantasie„Aida“ auf. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. S internes In und den Dil statt. Zu Schungen gug richte. er liebt? zartes, reines Gesicht, jugendfrisches Ausschönen Teint? Alles dies erzeugt: Mausferd-Lillenmüick-Seile bergmann& Co., Radebeul. g.• Si. 30 Pf. ferner ist der iinmilch=Cream Dada Een gutes vorzüglich Rels e- erder 50 Pig. bei: #.. 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Aus den„Megzendorfer Blättern.“ Vornehm.„Heilfroh bin ich, daß mein Schwie gerpapa in spe noch vor unserer Hochzeit verhaftet wurde; nun muß er die Mitgift verdoppeln!“ Unzurrieden.. Doktor:„Die Luft ist hier oben sehr rein und gesund!“— Asthmatiker:„Was nützt mir das? Ich kriege schon gar keine Luft mehr!“ Olnmvia=Theater. Die Nachfrage näck, Billets für die am Freitag, den 1. Juli, stattfinden#### Eröffnungsvorstellung des Operetten=Schlagers„Die geschiedene Frau“ ist ganz außerordentlich stark, sodaß es ratsam ist, sich in Vorbestellung(die auch telephonisch Nr. 1850 angenommen werden) gute Plätze zu sichern. Die Original=Dekorationen, Möbel, Beleuchtungsgegenstände usw. des Hamburger Karl Schulz=Theaters sind bereits hier eingetroffen. Die Preise der Plätze sind wie folgt: Gallerie 55 Pfg., Saal, 1,25 Mark, 2. Parquett 1,80 Mark, 2. Rang 1,50 Mark, 1. Parquett 2.60 Mark, 1. Rang 2,15 Mark, Seitenloge 3.25 Mark. Mittelloge 3,80 Mark, Sperrsitz 3.25 Mark und Orchesterloge 4,80 Mark. Die Theaterkasse ist Freitag, den 1. Juli, morgens 10 Uhr geöffnet. Die Banan die bis vor kurzem nur als be sondere Delikatesse galt und wegen des verhältnismäßig hohen Preises, der dafür verlangt wurde bedauerlicher Weise nur in bescheidenem Umfange sich Eingang in die Volkskreise verschafft hatte, ist jetzt, man kann es ohne Uebertreibung sagen, eine Volksspeise geworden. Durch den direkten Import, der hier durch die Firma L. Bertrams. Hansastraße 101 bewirkt wird, ist es möglich geworden, die überaus gesunde, vornehmlich Kranken und Rekonvaleszenten als sehr bekömmlich zu empfehlende Frucht, die erquickend, aromatisch und außerordentlich nahrhaft außerdem ist, zu billigem Preise abzugeben und auch für den weniger Bemittelten käuflich zu machen. In wenigen Monaten hat die Banane, der an Vorzügen keine andere Frucht gleichkommt„sich ein Absatzgebiet erobert, das bis in die kleineste Hütte hineinreicht. Wer ein Interesse daran hat, daß das Volk in seinem innersten Kern gesund erhalten bleibt, der kann diese Tatsache nur mit Freude begrüßen. Diese Zeilen sollen dazu beitragen, daß die Banane auch in die letzte Familie Eingang findet und so ein unentbehrliches Nahrungsmittel wird. Eine Serie wohlgelungener Original=Postkarten und=Photographien ist von der Firma H. Benke u. Söhne, Dissen(Teutoh. Wald) von der Zeypelin=Katastrophe angefertigt.—(Siehe Annonce.) Für die Strasse. Für das Gebirge, der Salamander-Stiefel bewährt sich überall. Einheitspreis für Damen und Herren M. 12.50 Luxus-Ausführung M. 16.50 „ Fordern Sie Musterbuch Salamander tocherei au ill irkner Schuhges. m. b. H., Berlin 1433 Tüchtige „ und Luschläger Falchahr- howerisst r hürg Tühtabrik Maschinenfabrik Hohenzollern, breio Hörde. I Düsseldort-Grafenberg. Dortmund Westenhellweg 16 Vorzeichner ofort gesucht. Suche zum 1. August ein in! Wegen Erkrankung des jetzigen all. 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Kochrazento; alle Seefische werden in kalten KOCHTEZOPtE. Wasser zum Kochen zu Feuer gegeben. Gebackene Seefische:(Cablian, Seolachs, Lengflsch, Austernfisch. In daumbreiten Scheiben alt Karbonaden, sowie die Filetstücke derselben).— Die gereinigten Fischstücke werden mit einem sauberen Tuche abgetrocknet, mit Salz eingerieben, dann in geschlag. Ei und Paniermehl gedreht und in siedendes Fett gegeben. Das Fett muß siedend sein, bevor der Fisch hineinkommt, und das Feuer stark genug, um das Fett während des Einlegens und Backens siedend zu erhalten. Der Fisch muß möglichst ganz mit Fett bedeckt sein. Nach mehrfachem Umdrehen ist er in 5-10 Minuten(je nach Größe) gar. Größte Dussiahl in feinften Harinaden u. Räucherwuaren. Deutsche Banpflisderei-Gesellschaft „Kordsee“ Erverstraße 1-2. Rheinischestraße 11. Fernraf Nr. 217. 29 Neu erölne dent Fe Der Umstand, daß der epublik seinen Besuch ar ellung abgesagt hat, je Aufsassung laut werd rfolgt sei, um eine Begeg m Deutschen Kaiser desse ls im Herbst erwartet Hierzu erfährt die uf diese Aufsassung schon seffend sein könne, weil de nasch der belgis ugenblick noch gar nicht ent durchaus— was nach ul wahrscheinlisch ist,— sollen, so wäre zur Bekann denten noch Zeit genug hnkt für den Aufenthalt estimmt war. Ueber die bräufig nur fest, daß sie ns kann bezweifelt wer #isidenten eine endgültig ter dem Drucke der öffent direkt neben dem Lindenhof G. m. b. H. Telephon No. 3374. Burgwall 26—23 Burgwall 26—28 dem Kindeni, Ausstellung in 18 Schaufenstern. Nur erstklassige Ware. 1121. Eigene Werkstätten Enorme Läger. Man überzeuge sich von den billigen Preisen Kronenburg Katastrophe Westfälischer Provinzial- Sängerbund, e. V. Ehrenvorsitzender: Se. Exzelenz der Herr Oberpräsident von Westtalen. I. BUNDES-FEST Freitag, 1. Juli, abends 8 Uhr: Gesamt-Gastspiel des Hamburger Carl Schultz-Theaters unter persönlicher Leitung des Direktors H. Haller. Grosse Gala-Premiére ei festlich erleuchtetem Hause. Größter Schlager 5 der Saison! (Zeppelin VII). der Kapelle Hubert. unter Mitwirkung des PistonVirtuosen Herrn Louis Kümmel Darmstadt. Entree 20 Pf. Anf. 8 Uhr. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. 1120 H. Schneider. Sonntag und Montag, den 3. und 4. Juli 1910 in Dortmund-„Fredenbaum“ Festhalle für S 000 Sänger und 10 000 Zuhörer, Massenchor von 5 000 Sänger:: 1. Bundeschormeister: Königl und Städt. Musikdirektor Robert Laugs Hagen 2. Bundeschormeister: Universitäts-Musikdirektor Dr. Wilhelm Niessen Münster Philharmonisches Orchester, Dortmund u. Städtisches Orchester, Hagen. Zusammen 100 Musiker, Fintrittsnreise: Mk. 3.-; 2,50; 2.- 1.50; 1-; pro Tag. Nur nummerierte Plätze. 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Also weshalb, weshe und verstimmt Siur Al3t von dem Gede 5“ Du bist doch kein ###. Iuan fehlen Dir d gus gemacht und dan Lutend rannte er nach H als er durch das C Ga eind, leuchtene, uos us hüte. Vomar einem Malen ner wieder.ahin und wieder nur den eine unvergleichlich sch es?“ frag en zwei Tagen gut haister gicht uuterhalten ha biurger sonst und lauter 1„kestlos umhergerann erstannt. wpos dernas. Oesehlt sch sesne, dut eres ag Und site ragend an. bleiche nicht der au veregen 3891 Es ser.3 Ahrer „Rein.#a#ur eine süir zu zus, glaube ich Gegen die unten Beschriebene, welche sich verborge hält, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls begange in Kruckel, Kreis Hörde, am 17. Juni 1910 verhängt Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das nachnt Gerichtsgefängnis abzuliefern sowie zu den hiesigen Alt1. P. L Nr. 1962/10 sofort Mitteilung zu machn Personbeschreibung. Familienname: Gohmann, Vorname: Amanda, Stand“ Gewerbe: Dienstmagd, Anscheinendes Alter: 20 Jam Geboren am 14. Juni 1890 zu Brünninghausen Klee Hörde, Letzter Aufenthalt(Wohnung): Kruckel, Gr%t; mittel, 1,50m, Gestalt: untersetzt, Haar: blond. Gestch; länglich, Stirn: mittel, hoch, Auge:blau. Augenbrauen: braun, Nase: gewöhnlich, Ohren: durchlocht, Mund: mittel, Zähne: gesund, Kinn: wöhnlich, Hände und Füße: klein, Sprache: sondere Kennzeichen: an der linken Kopfseite über linken Auge eine Brandnarbe. Dortmund, den 21. Juni 1910. Der Die verbreiteste Zeitung im nördlichen Teile des Kreises Recklinghausen, in dem die Industrie gewaltige Fortschritte macht ist der erhalten meine Kunden in Höhe des bereits erledigten Betrages Waren kreditiert. während die neu hinzukommenden Käufer nur eino ganz kleine Anzahl zu leisten haben. verbunden mit Oltenener Zeitung und Selmer Zeitung Einzig am Platze verlegtes u. gedrucktes Blatt. 1 Garnitur 1 Sofa, 4 Stühle M. 130 1 Salontisch" 24 1 Vortikow" 60 1 Trum.-Spiegel" 4 2 Bettstellen. 2 Rahm. m. Keil4 1 Kleiderschr. engl.„ 4 1 Waschtisch" 31 1 Küchenschr. 1 Tisch" 5 2 Stühle zusammen M. 488 Wer sich in dieser Gegend besonders in dem seit den letzten 2 Jahren ungeheuer an Bevölkerung gewachsenen Amte Datteln cinon nouon Kundenkreis erwerben will, der inseriere im„Datteiner Anzeiger“ Die amtlichen Bekanntmachungen des Amtes wie der Gemeinde Datteln werden dem„„Dattelner Anzeiger“ offiziel überwiesen. Hauptleserkreis: Zochenbeamte und Arbeiter“ Landwirte nud Geschäftsleute Die Inserate des Dattelner Anzeiger erscheinen auch in der„Olfener Zeitung“ und in der„Selmer Zeitung“- und umgekehrt. Bekanntmachung Der am 7. August 1883 zu Heiligenwalden Pr. Holland geborene Arbeiter Karl Jordan sorg, für das von ihm erzeugte Kind, sodaß dasselbe aus lichen Armmnmittel unterstützt werden muß. Sein? halt ist unbekannt. Im Ermittelungsfalle bitten Mitteilung zu unserer Akte H. i. 72. Dortmund, den 15. Juni 1910. Anzahlung Straßensperrung. Die Prinzenstraße, von Beten= bis Balkenstraße, wird wegen Herstellung eines Kabelkanals von Freitag, den 1. Juli d. Irs. an bis auf Weiteres für Fuhrwerk gesperrt. Dortmund, den 28. Juni 1910. Polizei=Verwaltung. Dorimuno, ben 15. Juni 1910. Die Verwaltung des Horustreau-Langsuug Den„Führ 2„Wegweiser“ nach diesem schönsten Nor ## versendet umsonst und postfrei Direktor Becker.(Ostfriesland) Wagen ohne Firmal Strengste Diskretion! Se ADA SE ILEINE-TIEE e reich erfolgte die sich in ihrer Eitelkeit verletzt fühlt, weil König Albert seinen ersten Antrittsbesuch als König der Belgier nicht in Paris, sondern in Berlin gemacht hat.„Da aber die Anwesenheit des belgischen Königspaares in Paris am 14. Juli sicherlich Anlaß zu belgisch=französischen Kundgebungen bieten wird, so läßt sich heute schon voraussagen, daß der Groll Frankreichs von nicht allzu langer Dauer sein wird. Die Absage des Präsidenten wird dann voraussichtlich widerrufen und damit den Gerüchten der Boden entzogen werden, daß der Präsident der französischen Republik dem Deutschen Kaiser aus dem Wege zu gehen wünscht. Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß eine Begegnung der beiden Staatsoberhäupter bei dieser Gelezenheit sehr wahrcheinlsich ist. Sollte es eines Tages zu einer solchen Begegnung kommen, so würde die Entrerevue nur dann eine wirklich: politische Bedeutung haben, wenn sie in einem der beteiligten Länder, das heißt in Deutschland oder in Frankreich, stattfinden würde, Aus demselben Grunde sind auch bisher die Pläne des Fürsten Albert von Monaco, der gegenwärtig wieder als Gast des Kaisers in Kiel weilt, gescheitert, da man besonders auf französischer Seite eine Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und Fallieres einen Rahmen zu geben wünscht, der würdiger ist, als ihn das Fürstentum Monaco mit seiner Spielhölle zu bieten vermöchte. Allgemeiner S. u. II. Rostock, 28. Juni. In der heutigen ersten Hauptversammlung im großen Saale der Philharmonie erfolgte zunächst die Begrüßung des Allgemeinen=Fürsorge=Erziehungstages durch Vertreter der städtischen und staatlichen Rehörden, befreundeter Korporationen usw. Darauf hielt Landesassessor Hartmann(Hannover) den Hauptvortrag über das Thema„Unsere Wünsche zum Entwurf der Strasprozeß= und Strafrechtsreform hinsichtlich der Fürsorgearziehung". Der Redner führte eine Anzahl Hinweise an, die dartun sollten, daß der Entwurf des Strafgesetzbuchts, der bemüht gewesen, lei, die Mängel des bisherigen Rechtszustandes zu beseitigen und die Lücken der jetzigen gesetzlichen Regelung auszufüllen, auch in vielen Punkten eine weitergreifende Reform hätte bringen können. Für die Zukunft sei ein einheitliches Sondergesetz, ein Jugendschutzgesetz, das Strafrecht, Strasverfahren, Strafvollzug, Fürsorgeerzi hung und Kinderschutz umfast, zu verlangen, Alle Forverungen, die an die richtige Ausgestaltung der strafrechtlichen Behandlung und des strafrechtlichen Schutzes Jugendlicher zu stellen seien, könnten nur durch sorgfältig durchdachte von einheitlichen Erwägungen ausgehenden Vorschriften ersüllt werden. In nächster Zeit werde man aber leider kaum ein Sonder=Jugendgesetz erhilten. Es sei aber zu hofsen, daß die Wünsche hinsichtlich des Strafverfahrens gegen Jugendliche beim Gesetzgeber vollste Berücksichtigung sinden werden. Im Anschluß an den Vortrag wurden drei vom Vorstand eingebrachte Resolutionen angenommen. In der ersten bittet der Fürsorgeerziehunstag, eine Aenderung besonders des Paragr. 1 Abs. 1 im Sinne der vorbeugenden Wirkung der Fürsorgeerziehung in Aussicht zu nehmen. In der zweiten wurde es als dringendste Vorbedingung für die Durchführung aller Reformvorschläge als notwendig bezeichnet, daß die Justizbehörden mehr als bisher die Mittel dazu bereit stellen, daß Jugend=Staatsanwälte und Jugend=Richter an den Veranstaltungen der Erziehungsvereine teilnehmen könne, sowie daß sie Erziehungsanstalten und Pflegestellen persönlich besuchen können. Für eine planmäßigs Orientierung der Juzend=Staatsanwälte und=Richter über die verschiedenen Formen der Erziehungs=Maßregeln würde es aber notwendig sein, daß die Justizbehörden sich mit den Verwaltungsbehörden in Verbindung setzen, um rezelmäßige Informationskurse über Erzichungsfragen mit den betrefsenden Beamten abzuhalten; die Mittel für letztere hätte die Justizverwaltung zu tragen. In der deitten Resolution werden alle in der Fürsorzeerziehung tätigen Behörden, Vereine usw. gebeten, den Gedanken der planmäßigen Fachausbildungen der Berufsarbeiter der taiser Withelm und Präsident Fallières. der Umstand, daß der Präsident der französischen mublik seinen Besuch auf der Brüsseler Weltauslung abgesagt hat, hat in verschiedenen Blättern Aufsassung laut werden lassen, daß die Absage kalgt sei, um eine Begegnung des Präsidenten mit „ Deutschen Kaiser dessen Besuch in Brüssel ebengz im Herbst erwartet wird, zu vermeiden. hierzu erfährt die„Neue preußische Corresp.“ diese Aufsassung schon aus dem Grunde nicht zuiiend sein könne, weil der Termin der Reise Kaiser sichelms nasch der belgischen Hauptstadt in diesem ngenblick noch gar nicht feststcht. Hätte der Präsiut durchaus— was nach Lage der Dinge nicht einuf wahrscheinlicch ist,— dem Kaiser ausweichen allen, so wäre zur Bekanntgabe der Absage des Prädenten noch Zeit genug gelvesen nachdem der Zeitmukt für den Aufenthalt des Kaisers in Brüssel stimmt war. Ueber die Reise des Kaisers steht bräufig nur fest, daß sie im Herbst erfolgt. Uebrius kann bezweifelt werden, daß die Absage des üsidenten eine endgültige ist; es scheint daß sie b#er dem Drucke der öffentlichen Meinung in Frankneben Andenhof isführung 150 Mk. t. 3.50 Mk. der bedeutendste Verkauf des Jahres = beginnt Freitag, den 1. Juli.— — Ganz besondere Reachtungs verdient die Auslage in Waschstoffen, Kleiderstoffen. Weiss-, Leinen- und Baumwoll-Waren mit Ausnahme weniger Artikel, ist Preise bedeutend herabgesetzt Die Ausverkaufspreise sind mit blauer Schrift an jedem Teil deutlich vermerkt. 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Stumm und in stiller Freude stand er und sah das an. Und seine Seele war voll Glück. Abends saß er auf dem Balkon und wartete. Und kaum war er draußen, da begann auch der Gesang, eine schwermütige, sizilianische Volksweise. Ihm aber, der andachtsvoll lauschte, ihm war es, als öffne sich ihm der Himmel, als käme alles Glück und alle Freude auf ihn hernieder. In dieser Nacht fand er keine Ruhe. Schon mit dem ersten Sonnenstrahl war er auf den Beinen und wanderte durch die Berge, rastlos weiter und weiter. Was sollte daraus werden? Was nur sollte daraus werden? Immer verfolgte ihn dieselbe Frage. Weiter und weiter stieg er empor. Er versäumte das Frühstück und wanderte weiter und weiter. Gegen nenn Uhr ließ er sich in einer Hütte bei armen Bauern etwas zu essen geben, Polenta, Käse und Milch, dann wanderte er weiter. Als die Sonne höher kam, und es warm wurde, warf er sich ins Kraut und starrte sinnend in die klare, blaue Luft, wohl eine Stunde lang lag er so und sann und sann. Was sollte daraus werden? Er wußte es nicht. Aber er fühlte, daß es jetzt kein Zurück mehr für ihn gab, er fühlte es ganz klar. Ruhig stieg er dann aus den Bergen wieder herab und ging nach Hause.. Als er den Garten betrat. kam ihm Cosimo entgegen. Mutter Albana machte sie bekannt. Cosimo begrüßte ihn freundlich, aber ernst mit kräftigem Händedruck. Sekundenlang sahen sie sich an, fest und suchend und fragend. „Sie waren oben?“ fragte Cosimo endlich.„Wie sieht es aus? Wohl sehr trocken, wie?" „O ja,“ antwortete Paul ruhig,„ein wenig Regen könnte nicht schaden.“ So sprachen sie noch mehr gleichgültige Sachen. Von Veronika war nichts zu sehen. Endlich empfahl sich Paul. Erst gegen Abend sah er seine junge Wirtin. Sie saß unter den Zypressen und arbeitete an einer Weißstickerei. Kaum war er in Sicht, da rief sie ihm schon entgegen:„Aber was für Sachen machen Sie denn? Laufen davon und lassen sogar Ihr Frühstück im Stich!“ Lächelnd nickte er.„Der Wandertrieb hatte mich gepackt.“ „Aber Sie müssen ja halb verhungert gewesen sein. Wie ich sah, kamen Sie ja erst gegen Mittag herunter.“ „Ich habe oben gefrühstückt.“ „Sauta Madonna! Was werden Sie da oben bekommen haben.“ „O, es war zu essen.". Lächelnd, liebenswürdig, und gutherzig sah sie ihn an. Dann fragte sie leise:„Haben Sie oben Studien gemacht?“ Heiter verneinte er.„Im Kraut habe ich gelegen und geträumt hab ich.“ Da lachte sie laut.„Das hätten Sie doch hier unten auch haben können!“ Wieder verneinte er.„Die Einsamkeit da oben, die brauche ich." 4 Sie schwieg und sah auf ihre Arbeit. Nach einem Weilchen fragte er still und zart:„Haben Sie es überlegt? Wollen Sie mie sitzen zu dem Bild?“ Ohne aufzusehen nickte sie lächelnd. „Wahrhaftig? Sie wollen?“ Wie ein Jubelklang es. Und wieder nickte sie stumm. Da ergriff er ihre Hand und rief:„Ich danke Ihnen, Fräulein, von ganzem Herzen onnke ich Ihnen dafür." Und dann preßte er emnen heißen Kuß auf die Hand. Langsam und errötend machte sie sich frei. Dann ein kleines Schweigen. Aber plötzlich begann sie wieder:„Und was wird dann mit dem Bilde werden?" Fröhlich erwiderte er:„Erst wollen wir es nun mal fertig machen, was dann wird, weiß ich selbst noch nicht.“ „Sie werden es verkaufen, nicht wahr?“ „Möglich, oder möchten Sie das nicht?“ Lächelnd hob sie die Schultern:„Unsinn! Sie haben ganz recht, erst wollen wir einmal sehen, was daraus wird.“ Langsam sank die Dämmerung hernieder. „Sie werden sich die Augen verderben,“ sagte er mahnend. „O nein, ich höre schon auf.“ Da drehte er sich um und sah nach dem Hause. „Wonach sehen Sie?“ fragte sie erstannt. Lächelnd antwortete er:„Ich wundre mich, daß Mutterchen uns so lange allein läßt.“ Auch sie lächelte.„Mutter ist unten im Dorf, um einzukaufen. Aber weshalb wundern Sie sich? Hat Mutter Sie behelligt?“ „Durchaus nicht! Aber neulich sagte sie mir, daß Sie so halb und halb schon verlobt sind.“ „Das war ein Irrtum, ich bin s nicht,“ klang es ruhig und bestimmt zurück. Stumm und fragend sah er sie an. Dann stand sie auf und rollte ihre Stickerei zusamnen. Langsam schritten sie dem Hause zu. „Sie haben wohl gar Aerger gehabt, wegen des Bildes?“ fragte er. Erstannt sah sie auf.„Aerger? Wie kommen Sie darauf?“ „Die Art, wie Mutterchen neulich:“ mir sprach, läßt mich das vermuten.“ „Aber nicht im geringsten,“ rersicherte sie schnell. „Und Ihr Herr Vräutigam hat zir auch einen so fragenden Blick zugeworfen.“ „Sie hören doch, ich hin nich nicht##r#obt.“ „Verzeihung!“ Dann eine lange Pause. 181.13 Roman von Benno Zehden. 7 Leben, sie lieben? Unsinn! Blanker Unsinn war es ja. Bohin hätte es denn auch führen sollen? Sie war och so gut wie verlobt. Und wäre sie es nicht, es * an der Sache auch nichts geändert, denn an eine u hatte er in diesem Falle doch gar nicht denken mu. Also weshalb, weshalb all diese Unruhe und Eru0 uhmntig und verstimmt zahlte er und ging weiter, üverfolgt von dem Gedanken: Es ist ja alles heller Du bist doch kein grüner Junge mehr. Und ## Inan fehlen Dir doch alle Talente. Also eingemacht und damit basta. Dach ag#nte er nach Hause. ### als er durch das Gartentor trat, kam sie ihm s Hherzuishitg leuchtend, berückend in all ihrer offeAomar einem Male waren all seine so fest gefaß-mhmen dahin und verschwunden, und er hatte wieder nur den einen einzigen Gedanken:„Wie unvergleichlich schön ist sie doch!“ in zu wiegeht es?“ fragte sie gutherzig.„Haben Sie „ zwei Tagen gut unterhalten?“ unterhalten habe ich mich," antwortete er biura#e sonst und lauter, als er es eigentlich wollte, den„Atlos umhergerannt und konnte nirgends Ruhe 1910 verhängt nd in das nächst en hiesigen Akteung zu machen nanda, Stand llter: 20 ninghausen Kruckel, ligenwalden ordan sorgt asselbe aus (ß. Sein A ille bitten u giheer P Pere ebhch rektor Diedt Fürsorgeerziehung durch Fürsorgeerziehungsseminare und regelmäßige Fortbildungskurse zu unterstützen und zu einer Durchführung ausreichende Mittel zu gewähren. Der Vortrag zeitigte noch eine lebhafte Tebatte.. Am Nachmittage fand eine Besichtigung der Ret tungsanstalt Gehlsdorf statt, wobei Pastor Fritz Jahn (Züllchow) einen Vortrag hielt über„Beschäftigungs= und Gesellschaftsspiele als wichtige Erziehungsmittel in Anstalten, Kolonien und Familien.“ Morgen werden die Beratungen fortgesetzt. Die Fortführung des steiner Prozesses gefährdet! (Unberechtigter Nachoruck verboten.) S.& II. Allenstein, 29. Juni. Die Hoffnung, daß der Mordprozeß gegen Frau Schönebeck=Weber in dieser Woche zu Ende geführt werden würde, hat nach den Vorgängen des heutigen Ruhetages einen starken Stoß erlitten. Nachdem die Angeklagte bereits im Laufe der gestrigen Sitzung mehrere schwere nervöse und hysterische Anfälle überstanden hatte, erlitt sie am Abend einen besonders schweren Anfall, der sich durch einen Zustand völliger Verwirrung kennzeichnete, so daß sie niemanden aus ihrer Umgebung erkannte. Während der Nacht wachten abwechselnd ihr Gatte, ihr Schwager, der 28jährige Kaufmann Weber aus Berlin und die Zose bei ihr. Die Angeklagte lag im Fieber und phantasierte heftig. Sie sah ihren erschossenen ersten Ehemann am Bett sitzen, versuchte aus dem Bett zu springen, so daß sie nur mit großer Mühe festgehalten werden konnte, und erzählte wieder, daß eine Mauer auf sie zu fallen drohe. Unter diesen Umständen unterblieb die für den heutigen Tag, den katholischen Feiertag Peter und Paul, geplante Erholungsfahrt in die wald= und seenreiche Umgebung Allensteins. Im Laufe des heutigen Vormittags verschlimmerte sich ihr Befinden so sehr, daß der zuständige Kreisarzt Medizinalrat Dr. Eberhardt, sowie die zurzeit noch hier weilenden Sachverständigen, Sanitätsrat Dr. Stoltenhoff von der Irrenanstalt Kortau und Oberarzt Sanitätsrat Dr. Lullies von der gleichen Anstalt gerufen werden mußten. Auch der Leiter der Verhandlungen, Landgerichtsdirektor Geh. Justizrat Broese, wurde von der Verteidigung hinzugezogen, um sich persönlich von dem Zustande der Angeklagten zu überzeugen. Nach stundenlangen Besprechungen im Hotel und Beobachtungen durch die Sachverständigen wurde schließlich in den späten Nachmittagsstunden beschlossen, um 7 Uhr abends eine Konferenz des Gerichtshofes mit der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung in das Hotel Kronprinz, in dem die Angeklagte Wohnung genommen hat, einzuberufen und hier die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Es handelt sich vor allem um die Frage, ob mit Rücksicht auf den Zustand der Angeklagten die Verhandlung am Donnerstag, Freitag und Samstag ausgesetzt werden soll. Länger darf die Verhandlung nach der Strasprozeßordnung auf keinen Fall unterbrochen werden, da sonst eine Wiederaufrollung des gesamten Prozesses nötig wäre. Die Angeklagte, welche zu ihrer Beruhigung mehrere Morphiuminjektionen erhielt, liegt zurzeit bewußtlos danieder und kann daher an der Konferenz nicht teilnehmen. Kurz vor 7 Uhr, als die Konferenz beginnen sollte, erlitt die Angeklagte einen neuen Krampfanfall, der die nochmalige Hinzuziehung der Sachverständigen notwendig machte. Nach weiteren Morphiuminjektionen verfiel sie in einen tiefen Schlaf. Der erneute Zwischenfall machte die Verlegung der Konferenz zwischen Sachverständigen, Verteidigern, den Staatsanwälten und dem Vorsitzenden auf 48 Uhr notwendig. Um diese Zeit traten die Herren im Hotel Kronprinz zusammen. Ueber das Ergebnis der Konferenz verlautet, daß die morgige Sitzung nicht stattfinden wird, dagegen soll am Freitag nochmals versucht werden, die Verhandlungen aufzunehmen. Nach Mitteilungen, welche die„Deutsche Journalpost“ von Sachverständigenseite erhält, erscheint es jedoch völlig ausgeschlossen, daß die Angeklagte bis zum Freitag wiederhergestellt ist, und ebenso, daß etwa am Samstag verhandelt werden könnte.— Damit verfällt definitiv ein Prozeß der Vertagung, dessen lange Dauer und dessen Bedeutung es durchaus wünschenswert gemacht hätten, daß man endlich zu einem Abschluß gelangt wäre.— Frau v. Schönebeck=Weber wird wahrscheinlich von hier aus sofort in ein Sanatorium überführt werden. Sollte es noch zur Erledigung des Prozesses kommen, so würde die Angeklagte für den Fall ihrer Verurteilung, sei es auf Grund der Hauptfragen, sei es auf Grund der Nebenfragen, auf alle Fälle die Kosten des Verfahrens zu tragen haben, die in diesem Riesenprozeß ganz außerordentlich hohe sind und auf etwa 60 000 bis 70000 Mark veranschlagt werden, das heißt die Gerichtskosten, soweit die Kosten des Verfahrens der Sachverständigen, der Zeugen usw. in Frage kommen usw. Daneben laufen die Honorare und Prozeßgebühren, welche die Angeklagte an ihre drei Verteidiger, Rechtsanwalt Bahn(Berlin), Justizrat Sello(Berlin) und Rechtsanwalt Salzmann(Allenstein), zu zahlen hat, und die auf etwa 60 000 Mark veranschlagt werden. An dritter Stelle hat sie erhebliche Kosten für private Ermittelungen gehabt, so daß neben den 70000 Mark Gerichtskosten fast die gleiche Summe ihrer sonstigen Kosten, zusammen also etwa 140000 Mark, in Frage kommen. Ihr Vermögen wird auf ungefähr 350000 Mark veranschlagt, wovon 50000 Mark in Preußischen Konsols und anderen mündelsicheren Papieren durch ihren Verteidiger Rechtsanwalt Salzmann als Kaution bei der hiesigen Gerichtskasse hinterlegt sind. Auf diese Summe hat die Staatsanwaltschaft bereits einen Arrest in Höhe von 15000 Mark ausgebracht, um einen Teil der Gerichtskosten schon vor Beendigung des Verfahrens zu sichern.— Der Ehemann Schriftsteller A. O. Weber, der die Angeklagte erst nach all den Vorgängen heiratete die zur Anklage stehen, kann selbstverständlich in keiner Weise für die Kosten des Verfahrens in Anspruch genommen werden, obwohl er in diesem als Beistand zugelassen wurde. Ueber ihre beiden Kinder wird Frau von Schönebeck=Weber auch nach ihrer etwaigen Freisprechung kein Verfügungsrecht mehr haben, da inzwischen einer der Brüder des erschossenen Majors, der Hauptmann v. Schönebeck(Karlsruhe), als Pfleger bestellt ist und dieser die Erziehung der Kinder durch seine Familienangehörigen bewirken läßt. Die Stadt Allenstein ist durch den Prozeß nicht nur in ganz Deutschland in einer allerdings nicht gerade angenehmen Weise bekannt geworden, sondern sie hat durch ihn auch einen ziemlich großen wirtschaftlichen Vorteil gehabt. Die Hotels der Stadt wurden nicht leer von Zeugen und Sachverständigen des Prozesses, und auch die große Zahl der Pressevertreter hat ein schönes Stück Geld hiergelassen,— vor allem auf dem Allensteiner Hauptpostamt, das an Telephon= und Telegrammgebühren während dieser Zeit mehr als 6000 Mark eingenommen hat. Die Befürchtung, daß hier im fernen Osten die Telegraphen= und Telephonberhältnisse schwierige sein würden, hat sich als durchaus Zur Havarie des Luftschiffes offecke Bohmte9 Osnabrück Die Unglücksfahrt des Passagierluftschiffes „Deutschland(LZ.h# Se 2##m Gorgioh ed Jenger,/ lburg Welendorf * Hollancv Hoesfeido Dülmen Müodter V. 8:. 7/5# soWarendorf: 71 Güterslole Jenden“ 6 Ahlen Wiedenbrück Dorsten ü Reckling: hausen Kastrog’. Rggark. Esse##: Dortmund Bochum 5en" Geckug ( Hamn: Unna Duisburg Oiserlohn Elleheim SArnsberg Elberfichb'“g Schilem Otltena Düssel Remscheid Solingen 0 Lüdenscheid 6058 0. 10 20 30" 40 50 Kilometer Osnabrück, 29. Juni. Das Wrack des Luftschifses Deutschland lag heute morgen noch im Teutoburger Wald an derselben Stelle, an der sich gestern nachmittag die Katastrophe ereignet hat. Während der Nacht sind mit Hilfe der aus Osnabrück und Münster eingetrofsenen zwei Kompagnien Soldaten die Abmontierungsarbeiter begonnen worden. Die Gaszellen wurden herausgenommen, die äußere Hülle abgenommen. Heute werden während des Tages die Gondeln abmontiert und das Aluminiumzerippe zersägt werden. Das Wrack wird dann zur Reparatur vermutlich nach Friedrichshafen mit der Bahn geschickt werden. Der Materialschaden wird auf ungefähr 150000 bis 200000 geschätzt. Das Luftschiff hat einen Anschaffungspreis von 550,000 Mark gehabt. Bis heute abend dürften die Aufräumungsarbeiten beendigt sein.. Osnabrück, 29. Juni. Der Monteur des Luftschifses„L. Z. 7“ Hohenstein mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Mann wollte beim Niederkommen mit völliger Ueberlegung sein Leben opfern. Um die hintere Gondel zu erleichtern sprang er aus großer Höhe aus ihr heraus, und siel in die Bäume. Man nahm zuerst nur leichte Kontusion an, aber jetzt scheinen sich innere Verletzungen zu offenbaren. Osnabrück, 29. Juni. Das Abmontieren der „Deutschland" durch die Soldaten der Insanterieregimenter Nr. 78 und 83 geht nur sehr langsam vorwärts, da das ziemlich schwierige Waldgelände sich für den Transport der einzelnen Teile nicht besonders eignet: Es dürfte daher noch einige Tage dauern, bevor die Abmontage gänzlich vollzogen ist. Seit heute morden ergießt sich ein unabsehbarer Menschenstrom in die Gegend, und von allen Seiten werden Stimmen des Bedauerns laut.. Den fin anziellen Schaden dürfte nicht die Luftschiiffbaugesellschaft, sondern die Düsseldorfer Luftschiffgesellschaft für Passagierfahrten tragen, da das Lustschiff, nachdem es vom Grafen Zeppelin nach Düsseldorf übergeführt wrurde. in den Besitz der Düsseldorfer Aktiengesellschaft übergegangen ist. Graf Zeppelin trifft heute abend sechs Uhr in Osnabrück ein. Er wird sich sofort an die Unfallstelle begeben. Osnabrück, 20. Juni. Graf Zeppelin traf gestern abend 6 Uhr in Osnabrück ein. Am Bahnhof hatten sich zum Empfange des Grasen die Spitzen der Behörden, unter ihnen Rezierungspräsident v. Böttinger und Oberbürgermeister Dr. Rißmüller eingefunden. Der Oberbürzermeister richtete an den Grasen Worte der Begrüßung und sprach das Bedauern, und die Teilnahme an dem so jähen Mißgeschick des Luftschisfes aus. Nach einer kurzen Ansprache des Regierungspräsidenten dankte der Graf in bewegten Worten. Auf dem Wege ins Hotel wurden dem Grafen lebhafte Ovationen dargebracht, die sich auch noch von dem Hotel fortsetzten. Graf Zeppelin erschien wiederholt auf dem Balkon, um für die herzliche Begrüßung zu danken. Im Hotel nahm Graf Zeppelin die Vorträge des Oberingenieurs Dürr und des Direktors Colsmann entgegen. Es erscheint fraglich, ob der Graf überhaupt eine Besichtigung der Unfallstelle vornehmen wird. Falls nicht andere Dispositionen getrofsen werden, reist Graf Zeppelin heute Nacht nach Berlin ab. Die Demontierung des Luftschifses wurde im Laufe des gestrigen Tages sast vollendet Sämtliche Teile des Luftschiffes sind auseinandergenommen. 250 Mann der hiesigen Garnison führen die Absperrungsmaßregeln durch. Die Abrüstung des Wracks wird vom Oberingenieur Dürr geleitet. An den Kaiser wurde gestern ein telegraphischer Bericht über den Unfall abgesandt. grundlos erwiesen, die Postbehörde war vielmehr den Journalisten aus aller Herren Ländern von Anfang an in liebenswürdigster und verständnisvollster Weise entgegengekommen durch Errichtung besonderer Telephonzellen und Freihaltung der Leitungen. zweite Bankräuber von Friedberg. Der Genosse des Friedberger Attentäters, der Schieferdecker Karl Werner aus Kaiserslautern, hat sich nicht lange der goldenen Freiheit erfreuen können, er ist nunmehr bereits seit zwei Tagen in den Händen der Polizei. Er wurde in Lüttich verhaftet. Werner hat den Hauptattentäert Winges im Münchener Gesängnis kennen gelernt, als dieser seine zweieinhalbjährige Gefängnisstrafe wegen Bankraubes verbüßte. Der erst 20 Jahre alte Werner stammt aus einer angesehenen Familie in Kaiserslautern und hat früher das Gymnasium besucht. Werner dürfte eine hohe Strafe erhalten; er soll ja bekanntlich die Bombe in das Friedberger Rathaus geworfen haben, während sein Komplize Winges den Banküberfall verübte. Gewerkvereinsteil. Die Lage im Baugewerbe. Dortmund, 29. Juni. Vom Baugewerbe ist zu berichten, daß die Maurer und Bauhilfsarbeiter von Dortmund und Umgegend sich dem unparteitischen Schiedsspruch unterworfen und die Arbeit am Montag, den 27. Juni, bereits wieder aufgenommen haben. Nach dem Schiedsspruch wird der bisherige Stundenlohn von 56 Pfg. bis 1. April 1911 auf 57 Pfg., vom 1. April 1911—1912 auf 59 Pfg. und bis 1913 auf 61 Pfg. erhöht. Die zehnstündige Arbeitszeit wird beibehalten werden. Die Zimmerer haben sich dem Schiedsspruch nicht unterworfen. Sie beharren auf Einführung der neunstündigen Arbeitszeit und einem Stundenlohn von 65 Pfg. Essen, 29. Juni. In einer gestern abend abgehaltenen Mitgliederversammlung des freien Maurerverbandes wurde nach recht stürmischer Aussprache beschlossen, sich dem Schiedsspruch der Unparteiischen zu unterwerfen. Essen, 29. Juni. In den meisten Orten des Industriegebietes haben die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter auf Grund des von den Unparteiischen gefällten Schiedsspruchs die Arbeit wieder ausgenommen. Von den Unternehmern werden die Lohnerhöhungen gezahlt. Dagegen haben die Zimmerer in Essen die Arbeit, die bereits ausgenommen war, niedergelegt und sind in den Ausstand getreten, trotzdem die Essener Firmen den Schiedsspruch entsprechend die Lohnerhöhung bewilligt haben. Halle a. S., 29. Juni. Die ursprünglich nach dem Reichsamt des Innern eingeladene Konferenz zwischen den Führern der Zentralorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer fand heute hier statt. Auf ausdrücklichen Wunsch der Parteien wohnten Dr. Wiedfeldt=Berlin und Gerichtsdirektor Dr. PrennerMünchen den Besprechungen als Verhandlungsleiter bei. Es wurden die in einzelnen Orten noch bestehenden Differenzen besprochen, Dabei wurde festgestellt, daß zwischen den Führern der Zentralorganisationen über die Durchführung der Verträge keine prinzipiellen Meinungsverschiedenheiten bestehen; ferner, daß die Zentralorganisationen alle Mittel zur Durchführung des Schiedsspruches angewendet hätten und daß dabei bis auf wenige Orte ein Erfolg erzielt wurde. Wenn in einzelnen Lokalorganisationen noch Schwierigkeiten beständen, so ständen diese in Widerstreit mit den Besprechungen der Zentralorganisationen und den Entscheidungen des Schiedsgerichtes. Dieses wird im nteresse der lokalen Organisationen, des Ansehens der rganisationen, der Entwickelung und auch der Tariffrage allseitig bedauert. Aber auch in den Fällen, in denen angesichts der entschiedenen Haltung der Zentralorganisationen in kürzester Frist eine Beilegung der Differenzen zu erwarten war, wurde übereinstimmend festgelegt, daß die örtlichen Verhandlungen überall sofort aufzunehmen und so zu fördern sind, daß die im Schiedsspruch angegebenen Termine. der 8. Juli und 15. Juli, eingehalten werden. Zum Streik der Hasenarbeiter in Bremen. Bremerhaven, 29. Juni. Der Lloyddampser „Darmstadt“ geht morgen nach Bremen ab, um bei dem großen Streir der Hafenatbeiter als Quartiersa, Arbeitswillige zu dienen. Der Dampfer kann:= beiter aufnehmen. 900 Von streilenden Arbeitern überfallen Paris, 29. Juni. Gestern Abend gegen 10 drangen 30 streikende Schlosser in die Werkstau, Pariser Nord=Süd=Bahnlinie auf der Place de r., corde ein, erbrachen die Tür mit großen, ais böcken benutzten Bohlen, fielen dann über der Werkstätte beschäftigten Maurer, Zementie Mechaniker her und mißhandelten sie mit Werkzeugen, Knüppeln usw. aufs gröblichstste liche 12 Arbeitswillige wurden mehr oder minder### verletzt, vier von ihnen so ernstlich, daß sie in Eile ins Krankenhaus geschafft werden mußten die Polizei eingreifen konnte hatten die Strolz, Flucht ergriffen und sich in Sicherheit gebrag Die Rache des Verschmaye Stuttgart, 29. Juni. Der frühere Hofkapeln Dr. Obrist hat heute vormittag die Königlich Wün, bergische Kammersängerin Anna Sutter erschossen, sich dann selbst entleibt. Dieser Tragödie ging ein Liebesroman voraus. Obrist war vor einigen Ja# im Stuttgarter Hoftheater Hofkapellmeister und hier, trotzdem er mit einer reizenden Frau verbei# ist, zu Anna Sutter eine große Leidenschaft gesaßt verfolgte Fräulein Sutter mit Liebesanträgen, die zurückgewiesen wurden. Fräulein Sutter war da# liebteste Mitglied der Hofoper, der sie lange Jane gehörte. Sie war eine sehr begabte und vielse## Künstlerin. Anna Sutter, die Mitte der dreißiger## stand, hatte nach Künstlerart manches Liebesaben# bestanden. Sie war Mutter von zwei Kindern, die bei sich hatte und mit denen sie fast täglich spazieren## Kapellmieister Obrist wurde zwischen 10 und 311 U der Schubertstraße gesehen, wie er mit einem nach der Wohnung Fräulein Sutters eilte. A## Korridortür wurde er von der Wärterin empfan# die er bat, ihn sofort bei der Sängerin vorzulassen wolle ihr ein Bukett überreichen. Auf die Autwen Wärterin, die Sängerin liege noch zu Bett und### keine Besuche empfangen, sagte er, er müsse Fia Sutter unbedingt selbst sprechen. Er schob das Näw beiseite und drang ohne weiteres in die Wohnung Im Vorraum, in dem die Kränze und Schleisen### Sängerin aufbewahrt sind, legte er sein Bukett## drückte die Tür zum Schlafzimmer ein und gab alz zwei Schüsse auf die noch schlafende Künstlerin ab. erste Schuß traf das Herz und der zweite liegt in Brust. Anna Sutter schrie noch um Hilfe und nach Arzt und sank dann sosort tot zurück. Dr. Obrist sich darauf drei oder vier Schüsse gleichfalls in Herzgegend, bei. Auch er war sofort tot. Die Sän### liegt im Bette, den Kopf der Wand zugekehrt, die## nach oben ausgestreckt, mit geballten Fänsten. Wähndas eine Kind zurzeit in München ist, spielte das während dieses Vorfalles ahnungslos auf der Ei### Es wurde von Bekannten sofort in die Fani# aufgenommen. Obrist hatte zwei Browningpisc bei sich, aus denen er im ganzen sechs oder sieben abgefeuert hat. Seine Leiche liegt vor dem Bet# dem Rücken. Zu dem Motiv der Tat wird u gemeldet, daß Obrist sich mit Anna Sutter darüs verständigt hatte, sich von seiner Frau scheiden zu last und dann die Künstlerin zu heiraten. Die sollte jetzt festgesetzt werden. Fräulein Sutter## aber inzwischen Verkehr mit dem jungen Hofora sänger Swoboda angeknüpft und weigerte sichi# auf den Heiratsplan Obrists einzugehen. Dr. Alois Obrist wurde am 30. März 1867 in San R geboren. Er war ein Zögling der großherzozi Musikschule in Weimar. In Berlin promovient nach sechssemestrigem Studium der Philologie Musikgeschichte. Vermischtes. Thorn, 29. Juni. Sämtliche Schulsparke reudanten des Kreisschulinspektionsbezirkes### im Kreises Thorn haben Schreiben erhalten, in den zur Niederlegung ihrer Aemter ausgese werden. In den Schreiben heißt es u. a.: Die Fälle von Unregelmäßigkeiten, die sich bei der Re# der Schulsparkaffen immer wieder herausstellen, latn Landesregierung veranlaßt, einer Neuregeln der ganzen Schulsparkassenverwallt näherzutreten. München, 29. Juni, In Redenbach im ist gestern nachmittag 1 Uhr ein tags zuvor in P#### aufgestiegener Ballon mit zwei Luftschissen einer Wiese glatt gelandet. Der Ballon war Stunden unterwegs und erreichte Höhen vu 4800 Meter. Konstanz, 29. Juni. Alle am Bodenseel den Ortschaften sind mehr oder weniger### schwemmt. Dabei besteht die Befürchtung, dar Flut noch weiter steigt, weil in den Alpen no# Schnee liegt. Innsbruck, 29. Juni. In der Badstubent im Kaisergebirge schlug der Blitz in eine San hütte ein, wo sich sechzehn Touristen bestt Sämtliche Touristen wurde betäubt, sechs verletzt, die anderen konnten sich wieder erholeh. Sofia. 29. Juni. Im Militärlaget! Tirnowo wurden zwei Hauptleute d0 Blitzschlag gerotet, ein Offizier schwen Lebensgefahr, ein vierter wurde leicht verlettt. „„„ Zwanzig Jahre ohne artiger Fall von Schlaflosigkeit, der die sche Aerztewelt schon mehrfach beschäftigt### nun mit dem Tode des Kranken geendet. delt sich um den einstigen Polizeiches de“ kettstown in New Jerscy, Alonzo Wite. beglaubigten Berichten soll Wire 20 Jahre 1" nen Augenblick geschlafen haben: Das Fi#### auf einen Blitzschlag zurück, von dem g.,H### fen wurde. Er blieb damals eine Zeitle##, taub; das Leiden konnte jedoch beseitigt wer# seiner Statt trat nun absolute Schlaflo## Er pflegtedin Nächte aufzubleiben, am sich hin, um ein wenig zu ruhen. aber uangaht er dabei die Augen. Die Lackawanna=Eye“.u1 gagierte ihn als Nachtwächter, und sa zz, kleidete er diesen Posten. Das Merkwu########l Wire unter seiner Schlaflosigkeit nicht iw, A### zu leiden schien, sein Allgemeinbefinden i. stört. Auch währendder letzten Krant) ug i## zum Tode geführt hat, war Wir= so Wor' Herlau und der Mangel an Schlaf ist auf den Krankheit anscheinend ohne Einfluß 9: So* S. S.* 0. 3 ..6. —.—— SöSSSESEE 0 SE: -a San 8555 * U 0„*GE SBSS gges S S S Sess # S—5 * Saangn * S S u g u s s = 13 3 „*** S # #####T• * Se 21335 ss3 S 5 59 Se 4,4 * am Dienstag oder Mittwoch, wenn das köstliche lingswetter so bleibt, würde sie einmal hinausgehen und nachsehen, wie weit die Natur eigentlich mit ihrer Frühlingstoilette sei. Tann sprachen sie von etwas anderem. Und das Wetter blieb so. Ein wundervoller Maitag war’s. Die romantischen Berghänge waren wie in lichtgrüne Wolken gehüllt, aus denen es klang und sang wie in unerschöpflichen Jubelhymnen. Das Herz wurde ihr weit. Das„Schneckerl“ hatte bisher gar nicht gewußt, wie schön die Welt ist. Oben auf dem Burgberg hatte sie Kassee getrunken und sich wie ein Kind gefreut über die löstlichen Farbenspiele, mit denen die sintende Sonne über den Türmen und Kuppeln der Stadt das phantastisch geformte Gewölk verschönte. Das lohte von brennendem Ror durch alle Nüancen hindurch bis zum duftig hingehauchten Lila. Tort saß sie und sah das alles mit entzückten Augen und offenem Herzen, und sann und träumte. Hier durfte sie es ja; im Geschäfte war dazu keine Zeit. Von breiten Strom heraus stieg ein kühler Hauch. Sie schauerte zusammen und sah nach der Uhr. Es war gar nicht weit von sieben. Einen bedauernden Blick warf sie noch auf die Herrlichkeiten ringsum, von denen sie scheiden mußte; dann machte sie sich zur Heimkehr fertig. Plözlich weiteten sich ihre Augen der Atem stockte; jassungslose Freude verrieten die Mienen. Tort unten... der dort aus dem Straßenbahnwagen stieg... war das nicht. Herr Uhlig? Sie hatte sich nicht getäuscht. Er schaute sich forschend um und schritt dann, als hätte er ein sestes Ziel im Auge, in ihrer Richtung durch das Menschen== und Wagengewirr. Tann war er ihren Blicken entschwunden. Das Mädchen fühlte, wie ein leises Zittern durch ihren Körper lief. Eine leidenschaftliche Erwartung, mit scheuem Schreck und süßseligem Glücksgefühl gepaart, ließ ihr Herz so heftig pochen, daß sie ihre Land darauf preßte, als könnte sie es dadurch beruhigen. Als sie ein wenig zur Besinnung gekommen, war ihr erster Gedanke, ihm entgegen zu treten; dann aber huschte ein wehmütiges Lächeln um ihre Lippen. Zufall! Er weiß ja gar nicht einmal, daß du hier bist. Er sucht ja nicht dich! Aber ihre Blicke hingen wie gebannt an dem Aufstieg, den er herauf kommen müßte— wenn er überhaupt lam. Einc endlose Zeit verstrich. Da — endlich. Ta kam er. Und er hatte sie auch sofort erblickt. Eine Felsenlast schien ihr von der Brust zu sallen; aber in ihrer Kehle saß es, daß sie seinen freundlichen Eruß nicht zu erwiedern vermochte, sondern schweigend ihre Hand in die ihr mit herzlichem Lächeln dargebotene legt:. Er merkte es nicht, daß sie kolt war und zitterte. Eigentlich habe er sich's gedacht, sie heute hier oder sonstwo in der Gegend zu finden, meinte er, und da er heute auch nichts weiter zu versäumen habe. Aber sie sei schon zum Gehen gerüstet ... Ja, sie wollte eigenkch noch vor Abend wieder zu Hause sein. Eigentlich! Sie ärgerte sich selber, und er lächette über dieses„eigentlich“. Nur noch ein Stündchen! Vielleicht ein Spaziergang hinter der Sägemühle, den lauschigen Pfad nach der Schweizerei hinauf! Sie konnte nicht nein sagen.„Aber nur ein ganz kleines Stündchen!“ Das ließ sich halbwegs wieder einholen, wenn sie, anstatt zu gehen; wie es zuerst ihre Absicht war, mit der„Elektrischen“ heimfuhr. Und sie gingen und plauderten so angeregt, daß sie gar nicht merkten, wir die Sonne untergegangen war, und nur der Mond, der schon lange harrend über den Berghöhen am oberen Fluß gestanden hatte, in breiten Strömen sein gleißendes Licht durch das Laubwert hindurch auf den Weg streute. Schließlich drängte sie doch zum Nachhausegehen. Er willfahrte ihrem Wunsch. Und wie sie so abwärts stiegen durch die silberschimmernden Tannen hindurch, und er in so beredten Worten von seinen Zukunftszielen sprach und ihr immer ein Stück nach dem anderen von seiner begeisterungsvollen S#ele enthüllte, da war sie recht still geworden und hatte ahnungsbang vor sich niedergeschaut. Nur einmal richtete sie das große, leuchtende Auge zu ihm empor, und da,— keiner wußte, wie es kam — beugte er sich plötzlich herab und küßte sie. Sie war wie gelähmt, als hätte ein elektrischer Schlag ihre ganze Nervenwelt zerrissen; dann aber loderte es in ihr empor, glühend heiß und verzehrend. „Willy!“ Armes„Schneckerl“! Das war so überselig, so schön; aber das ist nichts für dich! Monate lang durfte sie noch von diesem Glücke zehren, dann aber war's vorbei. Willy mußte eine Reise autreten. Er schickte ihr von der Rheingegend aus Ansichtstarten mit herzlichen Grüßen, das war alles. Keine Zeile verriet, daß er wußte, was alles in ihrem Herzen war. Aber er mußte ja wiederkommen, und da wollte sie es ihm zeigen. Und er kehrte zurück. Von anderen Gästen, die mit ihm bekannt waren, erfuhr sie es, daß er schon seit Wochen wieder da sei. Das „Schneckerl“ hatte er aber nicht aufgesucht. Eine fieberhafte Unrihe ergriff das arme Kind. Nach einem halben Jahre etwa hörte sie, rein zufällig, wie man über Willy Uhligs Hochzeit sprach. Es war ihr, als hätte ein Blitzstrahl ihr Herz verbrannt. Aeußerlich ließ sie sich nichts merten; sie tat ihre Arbeit wie sonst; aber drinnen war mit einem Schlage alles tot und starr. Ganz ließ sich wohl auch nicht verbergen, und so geschah es, daß ein Gast, unwissend, wie entsetzlich grausam er war, lachend sagte:„Und unser„Schneckerl“ hat ihn so sehr geliebt!“ Sit hat's nicht verwinden können. Bald darauf ist sie gestorben. Und als sie tot war, da fiel den Menschen plötzlich ein, was für ein gutes Mädchen das arme„Schneckerl“ gewesen war. 98 Allerlei Bewahrt eure Kinder vor plötzlichem Erschrecken. Schwere Seelenstörungen können bei kleinen Kindern durch das auch noch heute von unvernünftigen Eltern ausgeübte Bangemachen und plötzliche Erscheecken herbeigeführt werden. In dem„Archiv für Psychiatrie und Nerventrankheiten“ wird ein derartiger Fall erzählt, der sehr zur Vorsicht mahnt. Ein lebhaftes Kind von 1½ Jahren, einer Tagelöhnerfamilie angehörig; wurde zu Weihnachten von dem leider in manchen Orten noch üblichen„Kneck“ Ruprecht“ erschreckt. Das Kind fuhr zusammen, wurde blaß, sah mit offenen Augen an, hatte offenbar noch kein Verständnis für das, was ringsum vor ging, reagierte aber nur wenig darauf. Trückte man ihm etwas in die Hand, so hielt es den Gegenstand eine Zeitlang fest, ließ ihn aber dann allmählich sallen. Gab man ihm Nahrung in den Mund, so behielt es dieselbe darin; manchmal schluckte es; wenn Sie flüssig war, etwas davon hinunter. Wie man es hinlegte, blieb es liegen, auch wenn die Stellung unbequem war; nur langsam entzog es sich derselben. Urin ließ es meist unter sich. Die Haut war welk, der Puls schwach, der Kopf nicht heiß, die Atmung unmerklich. Das Kind wurde von Tag zu Tag schwächer die Erscheinungen blieben dieselben. Nach acht Tagen trat der Tod ohne Krämpfe ein.— Und das hat der böse Knecht Ruprecht getan. Tarum weg mit ihm und überhaupt mit allen den Dingen, die die kindlichen Gemüter ängstigen und erschrecken können. 78 6 9 20 für Unterhaltung und Belehrung. Auf der Jagd nach Seelenverkäufern Erzählung von F. Meister. Der Morgen lag bereits hell über Land und Meer, als wir die Mündung des Kongo wieder erreicht hitten, und nun in die Cehwette des Vorlandes gelangten, hinter welchem wir unsern Schoner vor Anter gelegt hatien. Wir sahen den hinteren Landrücken, die Bramstangen des„Wolf“ aber waren verschwunden, und kaum zwei Meisen außerhalb der Mündung gewahrten wir den„Don Pedro“. Der Freibeuter lag scharf am Wirde und segelte in nordwestlicher Richtung davon. Auch er hatte uns bemerkt, denn ein lautes Hohngelächter drung zu uns herüber. ein Schuß aus seinem Heckgeschütz wurde gegen uns abgeseuert und in demseiben Angenblick ging die bunte brasilianische Flagge triumphirend au seiner Gassel iu die Höhe. Die Brise hatte sich wieder ausgemacht und war zu einem Sturm angewachsen, der direkt auf die Küste zu wehte. Mit den Booten die Verfolgung der Hallunken aufzunehmen, wäre eine Narrheit gewesen, und so ruderten wir denn, nach dem ersten Ausbruch unserer ohnmächtigen Intrüstung, um die Spite des Vorlandes herum, hinter welchem der„Wolf“ gelegen hatte und auch noch liegen mußte, da draußen in See nichts von ihm zu sehen war. Unsere Ungewißheit soilte bald ihr Ende erreichen. der„Wols“ lag zwischen den Klippen des Strandes, beide Masten waren dieht übe: dem Deck abgebrochen, und die nilde Brandung ron# seinen bereits zerfallenen Rumpf unabläisig auf den spitzen Felszacken bin und her, so daß schon in der nächsten Stunde nicht mehr viel von ihm übrig bleiben konnte. Wir bewerkstelligten unsere Landung nicht ohne große Gefahr für die Boote und fonden am Strande bald auch die an Bord zurückgelassenen sechs Matrosen die nach dem Auflaufen des Schoners von der Brandung an's Ufer geworfen worden waren. Die Erllärung der Strandung des„Wolf“ war einfach und kurz. Ungefihr eine Stunde vor Tagesanbruch, als die Nacht am dunkelsten war, hatte ein Boot des„Don Pedro“ sich unbemerkt dem Fahrzeuge genähert und die beiden Kabel gelappt, welches dasselbe an den Ankern hielten, was us so leichter geschehen konnte, als das Ankerkabel auf Hanftauen und nicht aus den damals schon allenthalben gebräuchlichen Ketten bestanden, und weil überdies die sich ganz sicher wähnenden Leute keinen besonders scharsen Ausguck gehalten haben michten. Daß die Freibeuter den Wolf nicht einfach geentert und hinweggeführt hatten, ließ sich allein dadurch erklären, daß sie nicht wissen konnten, wie viel oder wie winig Mannschaften an Bord desselben geblieben waren. Die Boote wurden hoch auf den Strand gezogen und jetzt hatten wir Muße, unsere gegenwärtige Lage und die nächsten Folgen derselben mit Ernst zu überdenken. Der Schoner war verloren; der einzige Dienst den er uns noch leisten konnte, war der, so schnell als möglich in Stücke zu gehen, damit die Provisionsvorräte, an Land geschwemmt werden möchten. Denn wir saßen hier auf der öden, dem fürchterlichsten Sonnenbrande ausgesetzten Küste, zusammen achtzig Mann stark, ohne einen Tropfen Watzer, oder einen Bissen Bcot zu haben. Im Raum des„Wolf“ befanden sich Fässer, mit Wasser, Wein, mit Bror und mit Fleisch in Hülle und Fülle, und wenn wir zeitig genug in deren Besitz gelangten, dann hatten wir gegründete Hoffnung, entweder die britische- Insel Ascension oder auch, an der Küste entlang fahrend, Fernando Po zu erreichen, woselbst wir dann sicher ein Schiff antressen würden, das uns nach Sierre Leone brächte. Ein längerer Aufenthalt hier in der Nechberschaft der Regerreiche Loango, Melata uim. war unter keinen Umständen ratsam. Woyl hätten achtzig ant bewffn Seeleute von den Angrissen der Schwarzen wenig zu fürchten gehabt, allein das Kiima ware uns sichet bald verderblich geworden. Wir beobachteten daher das Hecüörungswerk, welches die zornigen Wasser des Oceans an unserem braven Schoner vollführten, mit einer düsteren Vefriedigung. Noch an demselben Nachmittag zernel das Schiff vollständig in Trümmern, und ehe noch die Sonne untergegangen war, waren alle für uns wertvollen Bestandteile seiner Vorräle an den Strand gctrieben und in Sicherheit gebracht worden. Die Kanonen und die Anter des„Wols“ lonnten jederzeit wieder zu Tage gefördert werden. Es blieb uns jetzt nur no chübrig, an unsere persönliche Sicherheit zu denken. Die Boote wurden sorgfältig mit allem nötigen beladen, und um die Mittagszeit des nächsten Tages waren wir so weit, die Fahrzeuge durch die Brandung zu bringen und uns auf die Reise zu machen. Der Wind war nach Südosten herumgegangen und zu einer leichten Brise abgeslaut; wir steuerten hinaus in die offene See und wendeten uns dann; die Küste in Sicht behaltend, nach Norden; denn der Kommandant hatte beschlossen, nach Sierra Leone zu gehen. Der Wind blieb leicht und günstig, die Boote durchpflügten das blaue Meer mit einer Schnelligkeit von acht Knoten in der Stunde, und als wir auf der Höhe des Kap Lopez angelangt waren, wurde der Kurs auf West zu Nord gesetzt. Ohne Unfall waren wir bis in die Nähe von Kap Palmas gelangt; hier gerieten wir in eine Windstille und mußten zu den Riemen greifen. Gerade sank die Sonne glühend rot hinter uns am westlichen Horizont, da wurde mein Boot von der Pinasse gcrusen, in welchem Kapitän Hawlins sich befand. Der Kommandant machte mich auf ein zweimastiges Schin ausmerksam; welches landeinwärts; im Schatten des ise e Se e S•# — 5 82 K SS-gßs S#SPPSLAE ——„"••———— SS SgnSS *——„ o K 03—" ORu # S• 8 FEEE B TERT S 42 3 3 8 Kap=Felsens, vor Auler lag. Die Leute in meinem Boote brachen bei den Worten des Befehlshabers in ein wildes Geschrei aus, denn sie glaubten im ersten Augenblick nicht anders, als daß das fremde Schiff der„Don Pedro“ sei. Das war allerdings ein Irrtum. Das Fahrzeug war eine Brigantine und rie l kleiner als jener Seecäuber. Sie zeigte die britische Flagge, aber trotzdem und Vieileicht gerade deshalb wurde sie von unseren gewiegten Präventivleuten sofort einstimmig für einen Sklavenschmuggler erklärt. Die hohen, schlanken, weit nach hinten geneigten: Masten, der scharfe Bug, der graziös nach hinten sich verjüngende Rumpf waren bei den plumpen Butztöpsen, wie damals die nach anglo=holländischem Modell gebauten britischen Handelsschiffe von unseren Leuten genannt wurden, nirgends zu finden. Es blieb uns nur wenig Zeit zur näheren Beobachtung des fremden Schiffes, denn die Nacht läßt in diesen Zonen nach dem Untergange der Sonne nicht lange auf sich warien. So viel aber hatten wir noch wahrnehmen können. das: die Brigantine auf jeder Seite sechs Geschütze führte, die, wenn sie auch nicht sehr groß waren, doch sicherlich yinreichten, unsere Boote zu Kambüsenholz zu zerschmeltern. Diese Erwägung ecfüllle mich mit einiger Besorgnis, umsomehr, als Kapitän Hawkins seine Pinasse an die Seite meines Bootes gebracht und mir eröffnet hatte, daß er gesonnen sei, direkt auf die Brigantine abzuhalten und dieselbe, falls sie ein Freibenter sei, ohne weiteres wegzunehmen. Ich konnte den Einwand nicht unterdrücken, daß man uns ganz ohne Zweifel bereits gesehen habe und somit zu unserem Empfange bereit sei, daß ferner unsere Leute sehr erschöpft waren, und schließlich, daß wir, wenn das Unternehmen uns mißglückte. kein Schiff hätten, auf welches wir uns zurückflüchten könnten. Der Kommandant hitle für diese Gründe der Klugheit ein gänzlich taubes Ohr. Sein sieberhafter Eiser, den Verlust des„Wolf“ wieder wett zu machen, hätte ihn, wie ich fest glaube, selbst auf einen Angriffauf eine Fregatte von sünfzig Kunonen getrieben. Außerdem hielt er seine erprobten„german fellows“ für unüberwindlich. Das Kommando, landeinwärts zu rudern, slog von Boot zu Boot, die Gewehre und die Pistolen wurden geladen und die Entermesser verteilt, während welcher Prozedur die Matrosen ein Knurren und Schmunzeln grimmiger Freude nich zu unterdrücken vermochten. Wenn es gelang, die Brigante zu nehmen, dann würde, meinten sie, wenigstens die beinkrampsige und armlähmende Hundearbeit in den vermaledeiten engen Booten zu Ende sein: denn es ist ein altes Seemanswort, daß ein richtiger Jan Maat lieber zur Hölle segelt, als ins Paradies rudert. Wir waren noch eine halbe Seemeile von der Brigantine entfernt, als der Mond hell und tlar über der Küste emporstieg. Wie ich vorausgesehen hatte, war unsere Absicht ertannt worden. Man hatte, die Enternetze rings um das Schiff ausgespannt und das Deck wimmelte von Leuten, di euns eifrig beobachteten. Fackeln glühten hie und da, die Geschütze waren ausgerannt und außerdem hatte man die Brigantine vermittelst eines nach hinten angebrachten Kabels so gelegt, daß die Boote ihr nicht nahen konnten, ohne sich ihrer vollen Breitseite auszusetzen. Aus all diesem ging hervor, daß das Parlamentieren nicht sonderlih langatmig sei und daß man uns eine Untersuchung der Schiffspapiere oder der Ladung nicht gestalten würde, andererseits aber auch, daß eine Anzahl von uns noch vor Ablauf einer Viertelstunde sich als tote Männer im Reiche der Fische befinden würden, eine Aussicht, die freilich für jemand, der an so etwas gewöhnt ist, nur wenig Aufregendes hat. Bald stellte sich heraus; daß sogar der Versuch der üblichen Formalitäten überslüssig war. Als Kapitän Hawkins sich im Heck seiner Pinasse erhob, und den gewöhnlichen Anruf:„What vessels is that?“ gegen das Fahrzeug richtete, fuhr ein Blitz aus einem Zwölfpfünder, ein trachender Tonnerschlag verschlang seine Worté und im nächsten Augenblick sank die Pinasse zerschmettert in die Tiefe und ihre Insassen rangen auf Leben und Tod mit der salzigen Flut. Fortsetzung folgt. Schuickerl.“ Bei den Stammgästen und bei ihren Kolleginnen hieß sie schlechtweg„'s Schneckerl.“ Wie sie zu dem Namen gelommen war, wußte kein Mensch. Genug, er tauchte plötzlich aus, war in dem Munde aller, die das stille, schlanke Mädchen kannten, und schließlich schien man den eigentlichen Namen, bei dem sie bisher gerufen wurde, vergessen zu haben. Es schien, wie wenn ein Schlagwort für eine Sache gefallen wäre, die aller Interesse erregte, und das schtagwörterhungrige Publikum hatte sich nun desselben bemächtigt, um nicht mehr davon zu lassen. Ansangs hatte es ihr Kummer bereitet, und sie war oft darüber in ein hiziges Wortgefecht mit ihren Freundinnen geraten. Aber was half es? Man lachte über sie, über den Numen, über ihren Zorn— sie war einmal„'s Schneckerl“ und blieb es; schließlich ergab sie sich darein und trug diesen Namen in Geduld, wie sie alles in Geduld zu tragen pflegte. Sie„bediente“, schon Jahre lang in demselben „Geschäft". Ich glaube, men rechnete sie schon halb zum Inventar. Den übrigen Kellnerinnen war sie eine stere Zielscheibe ihrer Witelcten und Scherze; bei den Gästen dagegen erfreute sie sich eines höheren Grades von Achtung, als man sie Kellnerinnen im Allgemeinen entgegenbringt: man mochte sie sogar sehr gut leiden, obwohl sie ein kleines, blasses, unscheinbares Pecsönchen war, das auch sonst nichts aus sich zu machen verstand Auch ihr Gesicht wies keine besonderen Reize auf. Nur wer sie zuweilen aufmerksam auschaute und selbst nicht zu den ganz Oberflächlichen gehörte, den mußten die großen, duntelbraunen Augen ganz seilsam berühren, die so rein und treuherzig, so demütig fragend und wehmütig trauernd zugleich dreinschauten. Sonst war sie immer die Gleiche: still und geschäftig, freundlich und und stets diensteifrig. Wie es lam, daß die kleine Selma, die so wenig dem landläusigen Begriff einer Kellnerin entsprach,„bedienen ging": Ach, das ist auch so eine Geschichte von den Lannen des Lebens, und so bezeichnend für das arme Geschöpf. Das Schicksal hatte sie schon vorher zum „Schneckerl“ gemacht, ehe die Menschen noch den Namen für sie ersanden. Sie war aus guter Familie, und der Vater ein leidlich besoldeter Bankbeamter. Da kam eine langwierige, tostipielige Krankheit, die dem Manne die Stelle kosteie und die geringen Ersparnisse aufzehrte. An ein Gesundwerden war nicht zu denken, lebenslängliches Siechtum war alles, was die Zukunft ihm zu bieten hatte. Was nun? Ein kranker Mann, eine schwächliche Frau, drei Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren und zwei Buben von 12 bis 13 Jahren— und kein Verdiener. Selma wur die Aelteste; sie war die einzige, die noch mit eingreifen konnte, und sie sann Tag und Nacht darüber nach, wie es wyni zu machen wäre. Handarbeiten? Nähen? Tamit lonnte sie im allerbesten Falle 7 bis 8 Mark in der Wache verdienen, das war ein Tropfen auf einen heißen Stein. Also was anderes. Halt— das war ein Gebanke! In der Nähe der Akademie und des Gerichtsgebäudes eine große Wohnung mieten. Aber die hohe Niete für ein Viertel= oder gar 95 95 Srr * 6 —•□——" — S S“SEE 670 SSSE IS EEETG „E. SGRSS St. ESS1. AUENTN. — S 32g. " 0□ %—— OPg SUT 286 EBAD EROEOST STSE“ a S.885 4,3 ein Halbjahr vorauszubezahlen, und dann die teueren Möbel! Wo das alles hernehmen? Und das Mädchen sann und sann. Als Vertäuferin gehen? Sie machte mehrere Versuche; man bot ihr 20 Mark für den Anfang.“ Mein Gott, und gerade der Anfang branchte viel Geld! War die große Wohnung erst eingerichtet, und das Vermieten im Gange, dann war ja das Aergste vorüber. Ta erschien ihr als rettender Engel eine Schulgenossin, die die Skala vom Kinderfräulein zur Verkäuferin, zur Buffetdame und zur Kellnerin durchgemacht hatte, und ihr nun das Los der letzten Kategorie in lebhaften Farben schilderte. Namentlich, was den Verdienst anbetraf. Der Lohn wäre ja nicht groß, etwa zehn Mark im Monat, aber die Trinkgelder! Es kämen wohl an die 150 bis 200 Mark, stellenweise sogar 300 Mark im Monat zusammen. Und für Kost und Achnliches wäre ja nichts auszugeben. Freilich, es hätte auch seine Schattenseiten, aber es gäbe i sr viele durchaus„anständige“ Stellen. *1 je herum. Das wäre etwas! Ihrer Familie konnte dann mit einem Schlage geholfen sein. Vater und Mutter waren entjet: über diese Gedanken und auch sie fand es im Stillen schrecklich,„bedienen zu gehen“. Aber die Nol stieg immer höher; das Gespenst der Zukunft trat immer drohender vor sie hin. Und endlich ging sie doch; die lange Beschäftigung mit dem Peinlichen dieses Entschlusses hatte schließlich den Widerstand geschwächt. So war die kleine Selma Kellnerin geworden. Das Schicksal hatte sie dazu ausersehen, die Last der ganzen Jamilie zu tragen. Das kommt eben alle Tage vor und ist nichts Besonderes, aber genau besehen, hatte das Schicksal nur seinen sosen Scherz mit ihr getrieben, und das ganze Opfer war im Grunde recht unnötig gewesen. Anderthalb Jahre war sie in Stellung. Sie hatte so viel zusammengespart, daß ihre Mutter eine hübsche sehr geeignete Wohnung mieten konnte, und auch eine stattliche Anzahlung für den Möbelhändler bereit lag. Ta starb der Vater. Jetzt hatte die Sache kaum noch Zweck. Die beiden Schwestern waren in Familienstellung gegangen, der ältere Bender besuchte auf Kosten eines dem Vater besreundeten Elektrizilätsunternehmers, der des Jungen Fähigleiten für dieses Fach erkannt hatte, eine technische Anstalt, und der Jüngere sollte nach seiner Konsirmation bei einem Mechaniter in die Lehre treten. Ein halbes Jahr später starb die Mutter auch, So, nun stand„das Schneckerl“ einsam, verlassen, und die Menschen, die ihr teuer waren, und für die sie alle Opfer gebracht halle und noch weiter bringen wollte, waren dahin gegangen, wo sie ihrer nicht mehr bedurften. Selma wurde stiller und stiller. Von den Träuen, die nächtlich in das Kopflissen flossen, hatten nicht einmal die Kolleginnen, die in demselben Raume schliefen, eine Ahnung. Und da Selma sich niemals aussprach, wurde sie mit einer unglücklichen Liebe gehänselt— damals war es, als zuerst der Name„'s Schneckerl“ austanchle. Obwohl sie es nun nicht mehr nötig gehabt hätte, zu bedienen, blieb sie doch; die Tretmühle des Lebens hatte sie schon vollständig diszipliniert. Was sollte sie auch sonst ansangen? Es war schließlich das eine wie das andere. Unglückliche Liebe! Armes Schneckerl! Wenn es nicht so traurig gewesen wäre— man hätte darüber lachen können. Jahre: waren über ihrem Verluste dahingegangen der Schmerz hatte sich gelegt, aber der Ernst war geblieben. Selma war nicht leichtblütig genug, es zu machen wie ihre Kolleginnen, oder wenigstens viele von ihnen. In der S##ele aber stieg es manchmal glühend heiß empor— ein wildes, tobendes Drängen, eine unüberwindliche Sehnsucht, eine seltsame Müdigkeit und VSSH Bangigkeit. Zielles und formlos war das Verlangen in ihr; ein scheucs Täumen von fernem, überseligem Glück; leises Hoffen rang mit trostloser Resignation einen Verzweiflungskampf. *** Aber auch diese Jahre vergingen, und allmählich fing das Feuer an einzuschlafen. Die Asche des Alllogsiebens legte sich erstickend darüber. Nur einmal noch stieg ein mildes, freundliches Licht empor, das sie für die nahende Morgenröte hielt, und das doch nur der letzte verklärende Schimmer der Abendröte war Danach kam die Nacht. Das Schicksal hatte sie wieder einmal als das arme, verspottete Schneckerl behandelt. Ursprünglich hatte sie gar nicht daran gedacht. Er war regelmäßig ins Lokal gekommen, saß da seine zwei Stunden und verschwand dann wieder. Hübsch war er nicht zu neunen, aber seine Züge waren sehr sympatisch. Und er hatte so innerliche, tiefe Augen! Nur hin und wieder einmal richtete er das Wort an sie; nicht in der übermütigen schalen Weise, wie sie sonst von den Gästen gewöhnt war; seine Reden hatten Hand und Fuß. Seine tiefe und wohllautende Stimme wirkte auf ihr Ohr und auf ihre Seele wohlig schmeichelnd, traumspinnend. Sie hörte ihn gern reden, ohne sich dessen eigentlich bewußt zu werden. Nach und nach kam er immer regelmäßiger, so daß unser Schneckerl schon jedesmal nach der Uhr schaute, sobald er länger ausblieb. Und daß er sich seit langem ständig in ihr„Revier" setzte, erfüllte sie mit geheimer Genugtuung. Nicht etwa des Tringeldes wegen, o nein; ste genierte sich sogar. es von ihm zu nehmen— es war doch einer, der sie für Seinesgleichen hielt und mit ihr sprach. Zurückweisen konnte sie das Trinkgeld auch nicht gut. Was sollte er davon denken? Und wie sollte sie das motivieren? Aber sie machte sich, sowie sie ihm auf sein Geldstück hinausgegeben hatte, mit auffälliger Hast in einer entfernten Ecke zu schaffen. Einmal, nachdem sie heimlich viel mit einander geplaudert hatten, gab der Gast auch dem„Schneckerl“ beim Hinausgehen die Hand. Das war ein Ereiguis für das blasse Kind. Als sie mit ihren Kolleginnen spät am Abend die Treppe nach dem gemeinschaftlichen Schlasraum hinaufging, singen alle plötzlih an zu lachen.„Hört doch.'s Schneckerl singt!“ Das„Schneckerl“ hatte wahrhaftig gesungen, zwar ganz leise nur, für sich, halb unbewußt; aber das war den anderen doch zu lemisch, das„Schneckerl“ singen zu hören. So war eine nie getannte Heiterkeit und Ledhaftigkeit über das sonst so stille und scheue Mädchen gekommen, wenn auch sie selber sich darüber keine Rechenschaft zu geben vermochte. Diese neue Stimmung gaß einen versöhnenden Schimmer über ihre Züge, und machte sie für den, der in dem Gesicht auch die Seele zu schauen gewohnt ist, sogar anziehend. Es erfüllte sie mit Stolz, zu sehen, wie ihm, dem ernsten schweigsamen Manne, allmählich in ihrer Gegenwart das Herz aufzugehen begann. Bald wußte sie seine ganze Geschichte, sein Denken und Streben und Hoffen. Er war Architekt und hatte sich aus kümmerlichen Verhältnissen emporgearbeitet. Augenscheinlich gings ihm gerade nicht zum Besten, aber vor ihm lag ja noch die große, verheißungsvolle Zukunft. Und sie nahm Anteil an allem; was ihn bewegte, und er schien ihr dankbar dafür zu sein. Das„Schneckerl“. war eine ganz prächtige Kameradin; sie hatte ein so gesundes Urteil und ein reiches Gemüt. Einmal kam das Gespräch auf sie selbst. Ob sie denn niemals einen freien Tag habe, da er jie Tag für Tag im Geschäft träse, und sich auch keines Abends entsinnen könne, an dem sie abwesend gewesen sei. O ja. aber sie habe bisher von ihrer freien Zeit niemals Gebrauch gemacht. Aber in der nächsten Woche, vielleicht E—