Herner Druck und Verlag: C. Th. Kartenberz. Herne Bezugenreis: Monatlich RM 2.15, hatbmonatlich RM 1.08. Einzelpreis 10 Rot.— Bei Betriebsstörungen oder sonsugen Breiguissen, bervorgerufen durch höhere Oewalt. können Ersatzansprüche nicht berücksichtist werden.— Hauptgeschäftsstelle: Herne. V.-d.-Heydt-Str. 9.— Postscheckk. Dortmund 6542 Zur Zeit ist Pretsitste 4 gültg. In Konkurstallen wird der bewilligte Rabatt binfällig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen. auch für die durch Pernsprecher aufgegebenen und abbestellten sowie undeutlich geschriebenen Aufträge wird keine Gewähr übernommen. Annahmeschluß: Tage zuvor 16 Uhr.— Erfüllungsort und Oerichtsstand Herne I. Westt Pernruf: 311 41—43(Schriftleitung 311 62) Verleger: C. Holtmann und C.-Theo Holtmann(letzterer a. Z. Wehrmacht).— Hauptschriftleiter: Willy Franke G. Z. Wehrmacht): In Vertretung Albert Wemper.— Verantwortlich für Polltik, allgemeinen Tell und Lokales: Albert Wemper.— Berliner Vertretung: Hauptschriftleiter Erich Wagner Nummer 286 Freitag, den 8. Dezember 1944 73. Jahrgang Tag des deutschen Eisenbahners 1944 Acht Eisenbahner erhielten das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern □ Berlin, 8. Dez. In eindrucksvoller Weise beging die Deutsche Reichsbahn auch in diesem Jahr am 7. Dezember, dem denkwürdigen Tage, als vor nunmehr 109 Jahren die erste Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth fuhr, ihren„Tag des deutschen Eisenbahners". Den Höhepunkt bildete eine würdige Feierstunde, in deren Mittelpunkt Ansprachen von Reichsminister Speer und Staatssekretär Dr.= Ing. Ganzenmüller sowie die Auszeichnung von acht Eisenbahnern mit dem Ritterkrenz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern standen. Ueber den Rundfunk verbunden vereinten sich die Millionen Männer und Frauen vom Flügelrad in dieser Kundgebung zu einer einzigen großen Gemeinschaft und Kameradschaft, die der entscheidenden Bedeutung der Deutschen Reichsbahn in sinnfälligster Weise Ausdruck verlieh. Reichsminister, Reichsleiter, Staatssekretäre sowie zahlreiche weitere hohe Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht unterstreichen durch ihre Anwesenheit bei der Feierstunde die enge Verbundenheit aller Teile unseres Volkes mit dem deutschen Eisenbahner, seiner Arbeit und seinen unvergleichlichen Leistungen in den verflossenen Jahren des Krieges. Symbolhaft leuchtete von der Höhe der Stirnwand der großen Feierstätte das goldene Emblem des wehrhaften deutschen Eisenbahners mit dem Flügelrad und den gekreuzten Schwertern. Zur Linken und Rechten hatten Männer der Bahnschutzpolizei, der Partei und ihrer Gliederungen mit ihren Fahnen Aufstellung genommen, und dicht gedrängt. füllten Eisenbahner und Eisenbahnerinnen, darunter je ein Beamter und ein Arbeiter aus jedem Reichsbahn=Direktionsbezirk, den weiten Raum. Die Klänge der Leonoren=Ouverfüre von Beethoven eröffneten die festliche Stunde. Dann rief Ministerial= rat Dr. Sommer über den Rundfunk einzelne Reichsbahndirektionsbezirke der Front und Grenzgebiete zur Meldung auf, und über den Aether ertönten die Stimmen von Eisenbahnern aus Königsberg, Wien, Hamburg, Essen, Köln und Saarbrücken, Lokomotivheizer, Vorschlosser, Rangiermeister, Rottenführer, Fahrdienstleiter und Zugführer, die von ihrer Entschlossenheit, weiterhin bis zum Aeußersten ihre Pflicht zu tun, eindrucksvoll Kunde gaben. Im Anschluß daran nahm Staatssekrefär Dr.-Ing. Ganzenmüller das Wort. Nachdem er die Erschienenen begrüßt hatte, verwies er darauf, daß zahlreiche andere Persönlichkeiten schriftlich oder fernmündlich ihre Wünsche zum diesjährigen„Tag des deutschen Eisenbahners" übermittelt haben. So sei von Reichsminister Dr. Goebbels, der im vorigen Jahr den„Tag des deutschen Eisenbahners“ mit aus der Taufe heben half, folgendes Schreiben eingegangen: „Da ich leider in diesem Jahr verhindert bin, am „Täg des deutschen Eisenbahners" teilzunehmen, möchte ich Ihnen und der gesamten Gefolgschaft der Deutschen Reichsbahn auf diesem Wege meine herzlichsten Wünsche und den Ausdruck meiner besonderen Anerkennung für die im vergangenen Jahr geleiftete aufopferungsvolle und kriegsentscheidende Arbeit übermitteln. Die deutschen Eisenbahner haben in der Entscheidungsphase dieses Bölkerringens unter den schwersten und häresten Bedingungen nicht nur unermüdliche Einsatzbereitschaft in ihrem Dienst, sondern auch nie wankende Treue zum Führer und zu den von uns beschworenen Idealen bewiesen. Das am Tage des deutschen Eisenbahners zum Ausdruck zu bringen, ist mir ein herzliches Bedürfnis. Dem Dank, den ich dafür Ihnen und der Gefolgschaft der Deutschen Reichsbahn übermittle, wird das ganze deutsche Volk aus vollem Herzen zustimmen.“ Soeben hat mich, so fuhr Ganzenmüller fort, der Reichsführer 4 Himmler angerufen und mir seine besten Wünsche für euch und seine volle Anerkennung für eure Leistungen übermittelt. Beherrschte im Jahr zuvor der Aufbau und die Transportleistung im Osten das Gesamtbild, so war in dem verflossenen Jahre die Aufgabe der Eisenbahner gekennzeichnet durch die Absetzbewegungen in den Operationsgebieten und durch Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebes im Heimatkriegsgebiet trotz wildesten Bombenterrors und Bordwaffenkrieges unserer Gegner. Die großräumigen Absetzbewegungen vollzogen sich ohne nennenswerte Verluste an rollendem Material. Soweit es zurückgelassen werden mußte, war es bereits durch Kampfhandlungen zerstört oder unbrauchbar geworden. Wertvolle Lokomotiven blieben überhaupt nicht zurück. Allein diese Tat des deutschen Eisenbahners ist in der Geschichte des Eisenbahnbetriebes einmalig. Wie es dabei vor allen Dingen auf den Mut und die Entschlossenheit der daran beteiligten Männer ankommt, kann am besten daraus elmessen werden, daß das schwere Eisenbahnmaterial nicht selten durch die feindlichen Linien hindurchgeführt werden mußte. Während diese stillen Heldentaten sich draußen an den Fronten abspielten, erlebt die Oeffentlichkeit den früher unvorstellbaren Einsatz des Eisenbahners und der Eisenbahnerin im Luftkrieg, im Rauschen der Bomben und im Gehämmer der Bordwaffen unmittelbar. Dieser Kampf erfordert einen völlig neuen Typ des Eisenbahners, für den das Prädikat„Wehrhaft" allein nicht mehr ausreicht. Es ist jener Typ, der in den minenverseuchten Gebieten des Ostens seinen Ursprung fand und sich zwischen den Flächenwürfen und Bordwaffenangriffen des Westens immer mehr härtete. Es ist jener Typ von Eisenbahnern und Eisenbahnegreifen, um uns immer wieder trotz mancher Ausfälle die ausreichende Zahl von Lokomotiven und Wagen zu erarbeiten. „Improvisation" und„Wiederherstellung“ sind überhaupt bei der Deutschen Reichsbahn und auch den übrigen Eisenbahnen, die heute ebenfalls den„Tag des deutschen Eisenbahners“ mit uns begehen, feste Begriffe geworden. Improvisation bedeutet für uns nicht Unzulänglichkeit, sondern Mobilisierung aller technischen Reserven, rücksichtslose Entfeinerung des technisch=wissenschaftlichen Denkens dort, wo es überzüchtet ist. Der Erfolg hat uns recht gegeben. Zerstörungen, wie sie in früheren Zeiten nur durch Naturereignisse aufgetreten sind, und erst nach Wochen und Monaten beseitigt wurden, werden heute in Stunden und Tagen behoben. Diese gewaltigen Leistungen sind aber vor allen Dingen der weitgehenden, verständnisvollen und kameradschaftlichen Unterstützung aller maßgebenden Stellen von Partei, Staat und Wehrmacht zu verdanken. Das betrifft nicht nur die Mithilfe bei der Wiederherstellung unserer Anlagen, sondern auch die Mithilfe durch Vermeidung aller nicht kriegsbedingten Reisen und Transporte. Wenn auch überflüssige Reisen durch entsprechende Maßnahmen gegen Verkehrssünder allmählich wohl seltener werden, so bleibt auf dem Gebiete der Transportentflechtung, als der Bereinigung von Verkehrsbeziehungen, die unnötige Transportleistungen verursachen, noch viel, oder besser gesagt, immer wieder viel zu tun. Denn zu oft müssen wir feststellen, daß immer noch da und dort durch alteingefahrene Lieferbeziehungen unnötige Transporte gefahren werden oder bereits durchgeführte Entflechtungen durch Rückfälle in alte Gewohnheiten wieder zunichte werden. Die Unterlassung unnötiger Reisen und die TransNeue Ehrung des Führers für Generalfeldmarschall von Mackensen dnb Führerhauptquartier, 8. Dezember. Der Fünrer hat Generalfeldmarschall von Mackensen zur Vollendung des 95. Lebensjahres die herzlichsten Glückwünsche des deutschen Volkes und seiner Wehrmacht sowie seine eigenen aufrichtigen und von Herzen kommenden Wünsche übermittelt. In einem persönlichen Handschreiben würdigt der Führer den greisen Feldmarschall als einen Mann, der in zwei Kriegen seinem Vaterlande als Soldat und Feldherr unschätzbare Dienste geleistet hat und der heute in einem Alter, das nur wenigen Menschen zu erreichen vergönnt ist, ein einzigartiger Repräsentant deutschen Mannes= und altpreußischen Soldatentums ist. Gleichzeitig hat der Führer als besondere Ehrung für Feldmarschall von Mackensen dem Kavallerie=Regiment 5, dessen Chef der Feldmarschall ist, das Aermelband„Feldmarschall von Mackensen“ verliehen. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, hat gestern im Auftrag des Führers Generalfeldmarschall von Mackensen das Handschreiben und die Urkunde über die Stiftung des Aermelbandes persönlich überreicht. Der Erlaß des Führers über die Stiftung des Aermelbandes hat folgenden Wortlaut: „In dankvarer Würdigung der unter Führung des Generalfeldmarschalls von Mackensen vollbrachten Waffentaten, deren Ruhm in Volk und Wehrmacht für alle Zeiten weiterleben, verleihe ich anläßlich seines 95. Geburtstages dem Kavallerie=Regiment 5 das Aermelband„Feldmarschall von Mackensen“. Ich ehre damit den großen Feldherrn des ersten Weltkrieges, dem Kavallerie=Regiment 5 aber sei es ein Ansporn, sich seines Chefs stets würdig zu erweisen.“ rinnen, die immer wieder antreten ungeachtet der Ge portentflechtung müssen für jeden einzelnen wie für fahren, die sie auf jeder Fahrt umlauern, die in unerschütterlicher Ruhe noch ihre letzten dienstlichen Anordnungen treffen und Maßnahmen ergreifen, wenn der Gegner schon seine Abwurfzeichen setzt, die noch während des Angriffes zu den zerwühlten Gleisanlagen eilen und die ersten Arbeiten aufnehmen, ungeachtet der noch lauernden Langzeitzünder und Blindgänger, die zu allen nur erdenklichen Mitteln der Improvisation die Gemeinschaft zur Gewissensfrage werden. Der jenige, der sich dagegen versündigt, versündigt sich an der Volksgemeinschaft, ist ein Volksschädlina, wie einer, der auf Kosten der Gemeinschaft besser lebt als die anderen, und muß als solcher behandelt werden. Um so unentwegter wollen wir Eisenbahner Eisenbahnerinnen und mit uns die Kameraden und der Sechs amerikanische Transporter versenkt Der japanische Kampf gegen den Geleitzug bei Mindanao ∆ Tokio, 8. Dezember. Japanische Bomberverbände setzten den Angriff gegen den feindlichen Geleitzug in den Gewässern von Mindanao— bisher war die Versenkung eines großen und eines mittleren Transportes gemeldet— fort, wobei neue Erfolge erzielt werden konnten. Zwei weitere Großtransporter wurden versenkt und zwei schwer beschädigt. Einer von ihnen blieb bewegungsunfähig liegen. Das YenuKorps erzielte durch Bombenvolltreffer ebenfalls die Vernichtung zweier großer Transporter. Das Gesamtergebnis dieser Operationen gegen den Geleitzug ist: Bersenkt wurden fünf große, ein mittlerer Transporter. Beschädigt wurden zwei große Transporter. Japanischer Lutlangrift gegen Flugplotz auf Saipan ∆ Tokio, 8. Dezember. Wie das Kaiserliche Hauptquartier meldet, unternahmen in den frühen Morgenstunden des Donnerstag japanische Fliegerverbände einen schweren Angriff gegen den Flugplatz Aslito auf der Insel Saipan. Sie griffen feindliche Großbomber auf den Rollfeldern an, die gerade zum Starten bereit standen. Mehr als 10 dieser Feindmaschinen gingen in Flammen auf, und an mehr als 10 Stellen entstanden Die Anglo-Amerikaner hatten anders kalkuliert Bittere Entläuschung im Feindlager über die Westiront Genk 2 Doz. In einem Leitartikel der„Daily Mail“ von der Westfront heißt es, sie mache den Eindruck, als ob man schon Jahre an der gleichen Stelle stehe. Die ganze Lage sehe nach einem Stellungskrieg aus. Er fürchte, daß man sich an eine Westfront werde gewöhnen müssen, die der Westfront im letzten Weltkrieg gleiche. Auch hinter der Front entwickle sich das gleiche Bild wie 1918. Hoffentlich mache sich das Volk in England klar, daß es sich um mühsame Kämpfe gegen eine neue und sehr lebenskräftige deutsche Armee handele. Der Kampf sei schmutzig, bitter und langsam. „Wir brauchen mehr Munition“, schreibt der Sonderkorrespondent des„Daily Sketch“ beim alliierten Hauptzuartier. Sechs führende amerikanische Industrielle, die das Hauptquartier besuchten, befänden sich auf hrer Rückreise nach Amerika mit der Botschaft, daß ne amerikanische Rüstungsindustrie noch mehr leisten nüsse. Einer dieser Industriellen habe dem Kriegsorrespondenten gesagt: wir stehen jetzt einer sehr starlen Abwehrfront gegenüber. Um da durchzukommen, brauchen wir einen geradezu phantastischen Nachschud. Nir müssen unseren Leuten in wie schwer die Kämpfe sind und wie sehr sie sich noch anstrengen müssen. Jede größere amerikanische Zeitung, so sagt der USA=Korrespondent der„Sunday Times“, bringt jetzt täglich länger werdende Verlustlisten von der Westfront. Für die Amerikaner kommt jetzt die Zeit, da sie wirklich fühlbare Verluste erleiden, Verluste, an die sie nie gedacht haben. Die Forderungen nach mehr Munition hätten eine Schock=Wirkung auf das USA=Volk ausgeübt. Erst jetzt werde man sich allmählich klar, daß der Krieg länger dauern könnte als man allgemein erwartet hatte. Generalstabschef Marshall gehört zu den Leuten, die zu optimistisch waren, so schreibt der USA=Korrespondent des„News Chroniele". Im Herbst schrieb er für die Sondernummer des„Army and Navy Journal“ einen Artikel zum Jahrestag des UISA=Eintritts in den Krieg. Diese Nummer wurde jetzt veröffentlicht, und in diesem Artikel sagte er, vor dem 7. Dezemver dürften die Kämpfe in Eurova vorüber sein. bei den Bodenanlagen Brände. Durch Bombenabwürfe wurden eine große Anzahl weiterer feindlicher Maschinen beschädigt. Japanische Luftlandeoperationen auf der insel Leyte ∆ Tokio 8. Dezember. Ein Frontbericht schildert die großanlegten Angriffsoperationen japanischer Fallschirmjäger und Luftlandeeinheiten gegen feindliche Flugplätze auf der Insel Leyte. Große Formationen japanischer Transportflugzeuge eröffneten ihre Operationen mit Unterstützung von Jagdverbänden über der Leytefront. Starke Verbände der Luftlandetruppen faßten gleichzeitig im Norden und Süden der Flugplätze von Burauen und San Pablo Fuß. Die japanischen Luftlandetruppen eröffneten sofort das Feuer auf die feindlichen Truppen, die vollkommen von dieser großangelegten Offensive überrascht worden waren. Die Japaner stoßen nunmehr vorwärts und vernichten nacheinander die feindlichen Luftstützpunkte auf der Leyte=Insel. Fast gleichzeitig mit dieser Landungsoperation haben weitere Abteilungen japanischer Luftlandetruppen tiefe Vorstöße in das Gebiet der feindlichen Flugplätze bei Burlag und Tacloban unternommen; sie landeten inmitten der feindlichen Linien. Diese Luftlandetruppen haben die feindlichen Bodeneinrichtungen vollkommen zerstört. Französisch-indochinesische Grenze von den Japanern erreicht Tokio, 8. Dezember. Domei meldet: Im menwirken mit Einheiten, die südlich von Nanning overieren haben die japanischen Truppen die Grenze zwischen Französisch=Indochina und Kwangsi in der Nähe von Langson überschritten. Sie setzten ihren Vormarsch in die Provinz Kwangsi weiter fort und fügen dem Feinde große Verluste zu. Bei ihrem Vorstoß von Tschennangwan zur französisch=indochinesischen Grenze. haben die japanischen Truppen am 3. 12. um 7 Uhr die Stadt Lungtschau im Südwesten der Provinz Kwangsi dicht vor der Grenze nach Französisch=Indochina eingenommen. Der Vormarsch wird fortgesetzt. Paschel und Tuschan genommen ∆ Schanghai, 8. Dezember. Der japanische Vormarsch in der Provinz Kweitschan hält mit unverminderter Schnelligkeit an. Letzte japanische Frontberichte melden die Einnahme der strategisch-wichtigen Stadt Paschei an der Kwangsi=Kweitschan=Eisenbahn sowie der südwestlich davon gelegenen Stadt Tuschau, wo ein großer Teil der 27. Tschungkinger Heeresgruppe eingekesselt ist und der Vernichtung entgegensieht. Binnenschiffahrt und des Straßenverkehrs darum kämpfen, unserem tapferen braven deutschen Volke und seinen Soldaten, unserer kraftvollen Rüstung, unserer Eenährung und Wirtschaft das zu bringen, was sic zur Aufrechterhaltung der Kampfkraft der Front und der Heimat brauchen. Eisenbahner aus auen europäischen Ländern werden uns dabei helfen. Sie werden mit uns arbeiten in dem Bewußtsein, daß sie dadurch auch mitwirken an dem Aufbau eines endaultigen und wahrhaft freien Europas als eines Verbandes wahrhaft freier Völker. Unermüdlich, ausdauernd zäh und verbissen, zurück haltend und bescheiden wollen wir weiter unsere Pflicht erfüllen. So schwach der einzelne sein mag, so stark wollen wir sein und bleiben durch unsere Gemeinschaft und unsere Kameradschaft, die Unterpfande echten deutschen Eisenbahnertums. So scharen wir uns um unseren allverehrten Reichsverkehrsminister und Generaldirektor Dr. Dorpmüller als eine festverschworene Gemeinschaft. Reichsminister Dr. Goebbels hat am ersten„Tag des deutschen Eisenbahners" das geschichtliche Wort geprägt, daß Eisenbahner sein heute mehr heißt als einem x=beliebigen Berufsstande angehören. Dieses Wort verpflichtet. Dieses Wort hat uns in dem vergangenen Jahre geprüft und wird uns weiter prüfen. Eisenbahner sein heißt heute Kämpfer sein, fahren heißt heute kämpfen. Das haben auch in diesem Jahre wieder viele aus unseren Reihen zur Wahrheit werden lassen. Eine große Zahl ist dafür ausgezeichnet worden. Die schönsten und glücklichsten Stunden erlebt aber eure Betriebsführung am„Tag des deutschen Eisenbahners", wenn, wie heute wieder, eine Anzahl von euch vom Präsidenten bis zum Lokomotivführer im Namen des Führers mit höchsten Orden geehrt werden. Mit diesen Armeen werden wir in der Transportschlacht weiter kämpfen. Aus berufenem Munde werden wir heute noch hören, daß eines Tages auch für uns wieder die Sonne scheinen wird, wenn die Kameraden der Luftwaffe in die Lage versetzt sein werden, uns zu entlasten. Diese Hoffnung soll uns anspornen zu weiterem Einsatz. Wenn aber erst unsere Luftwaffe wieder machtvoll sich über unsere deutsche Erde erheben wird, dann wird auch bald darauf unser Flügelrad seine Schwingen wieder ausbreiten. Um diesen Tag wollen wir alle kämpfen, kämpfen und fahren, fahren und immer bereit sein für Führer, Volk und Vaterland. Stürmischer Beifall klang auf, als der Staatssekretär geendet. Dann folgte die Auszeichnung von acht Eisenbahnern, denen der Führer auf Vorschlag des Reichsverkehrsministers und Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn für rücksichtslosen Einsatz, beispielhaftem Mut und höchste Pflichterfüllung das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen hat. Die erste Auszeichnung galt dem inzwischen im Kampf mit Terroristen in Südfrankreich gefallenen Reichsbahninspektor Wilhelm Gries aus dem Bezirk der Reichsbahndirektion Saarbrücken. Zum stummen Gruß senkten sich die Fahnen, während das Lied vom guten Kameraden aufklang, und in dem stillen Gedenken an den pflichtgetreuen Beamten vereinten sich zugleich die Gedanken in einer Ehrung aller der Eisenbahner und Eisenbahnerinnen, die im Kampf für die Freiheit und die Zukunft unseres Reiches ihr Leben dahingegeben haben.— Aus der Hand von Ritterkreuzträgern der Reichsbahn und der Eisenbahnbetriebsgruppen erhielten dann die übrigen Männer die hohe Auszeichnung, und zwar Oberrottenmeister Peter Hölzer, Reichsbahnsekretär Karl Komv und Reichsbahnsekretär Johann Koser aus dem Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt(Main), der PräFrr#r sident der Reichsbahndirektion Hannover, Dr. Walter Bürger, der Präsident der Reichsbahndirektion Köln, Dr.=Ing. Karl Remv, der Präsident der Ostbahndirektion Warschau, Dr.=Ing. Günther Wiens, sowie Lokomotivführer Gustav Maldacer aus dem Bezirk der Reichsbahndirektion Karlsruhe. Nach dem feierlichen Akt betrat Reichsminister Speer das Rednerpodium, machte sich zum Dolmetsch der Gefühle des Dankes der Millionen Schaffenden und gab dann in kurzen Zügen einen Ueberblick über unsere Lage auf dem Gebiek der Rüstungsproduktion. Im einzelnen führte der Minister aus: Ihr habt durch euren unermüdlichen Einsatz mit die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die Produktion unserer Waffenschmieden ihren Ausstoß auch im sechsten Kriegsjahr noch von Monat zu Monat steigern konnten. Das große Können unserer Techniker und Ingenieure, vor allem aber der restlose Einsatz unserer Arbeiter, der Millionen Männer und Frauen in den Betrieben, hätte uns diese einmaligen Leistungen nicht gebracht ohne eure Mithilfe! Der Verkehr ist für den Ablauf einer so gewaltigen Rüstungsmaschine wie der unseren ein entscheidender Faktor. In dieser Erkenntnis haben unsere Feinde euch mit ihren Fliegerangriffen in besonderem Maße den Kampf angesagt. In vorbildlichem, tapferstem und teilweise todesmutigem Einsatz habt ihr, jeder an seinem Posten, diesen Kampf ausgefochten. Hart waren manchmal die Einbrüche, die der Feind in euer Verkehrsnetz schlug. In manchmal kurzer Zeit habt ihr es immer wieder fertiggebracht, selbst schwerste Störungen zu überbrücken. In die Geschichte dieses Krieges wird eure vorbildliche Leistung für immer eingehen. Wir von der Rüstung wissen nur zu gut, was das Wort„Improvisation“ bedeutet, aber auch ihr habt euch darin unter Führung eures unermüdlichen Ministers Dr. Dorpmüller und eures tatkräftig, frisch zupackenden Staatssekretärs Dr. Ganzenmüller als Meister erwiesen. Erst vor wenigen Tagen bin ich von einer längeren Besichtigungsreise aus dem Ruhrgebiet zurückgekehrt, Tag für Tag habe ich dort selbst erlebt, welch schweren Kampf eure Kameraden in diesen Gauen durchzustehen haben. Schulter an Schulter mit meinen Männern der OT und den Arbeitern aus den Fabriken dieses vom feindlichen Luftterror besonders bedrohten Gebietes bildet ihr dort eine schicksalerkorene Gemeinschaft. Von Rüstungswerk zu Rüstungswerk rollen auf euren Güterzügen unaufhörlich Tausende und aber Tausende Tonnen Rüstungsgut über die Schienen. In einem weitverzweigten Netz bildet ihr das Nervensystem der deutschen Rüstung und Kriegsproduktion. Von den zahlreichen Stätten der Rüstungsendfertigung bringt ihr Waffen und Munition zu den Depots und zu den Fronten. Ihr werdet überall gesehen haben, daß auch eure Kameraden in den Fabriken und Werkstätten eurem Einsatz an Pflichterfüllung und Opferbereitschaft in nichts nachstehen. Ihr seid Zeugen dafür, daß unsere Produktion an Kriegsgerät allen Feindeinwirkungen zum Trotz unaufhaltsam weiterläuft. Ich kann euch die Versicherung geben, daß es dem Gegner bisher nicht geglückt ist, den Anstieg unserer Erzeugung auf den für die Kriegführung wichtigen Gebieten aufzuhalten Wir haben keinen Grund, in der augenblicklichen Lage die Nerven zu verlieren, wohl aber haben unsere Feinde allen Grund, ihrer Parole„Zeit“ zu mißtrauen. Ich möchte in diesem Zusammenhang noch ein Gebiet berühren, das vor allem euch Eisenbahner in ganz besonderem Maße bewegt. Es ist dies die Frage des Luttkrieges Ihr könnt euch vorstellen, daß dies ein Problem ist, das auch mir als dem verantwortlichen Mann der deutschen Rüstung besonders am Herzen liegt. Ihr werdet mir glauben, wenn ich euch versichere, daß wir von der Rüstung uns mit ganz besonderem Nachdruck diesem Aufgabengebiet gewidmet haben. Wir haben gerade auch hier bisher sehr erfolgreich gearbeitet, und zwar— wie es auf entscheidenden Gebieten stets der Fall ist— im stillen gearbeitet. Wir müssen und werden uns den deutschen Himmel wieder frei kämpfen, um dann auch unsere Kriegsanstrengungen in der Heimat noch weiter verstärken zu können, denn wir wissen alle, daß dies eine wesentliche Voraussetzung für den deutschen Endsieg ist. Ihr könnt die Versicherung mitnehmen, daß euer Einsatz für die deutsche Rüstung von größter Bedeutung und ausschlaggebender Wichtigkeit ist Ihr seid Männer genug, um zu wissen, daß noch manche harte Stunde bevorsteht. Vielleicht wird uns der weitere Ablauf des Krieges auch noch manchen Rückschlag bringen. Wir wissen aber, daß am Ende dieses Weges der Sieg steht. In einem Schlußwort verlieh dann Staatssekretär Dr.=Ing. Ganzenmüller der engen Verbundenheit zwischen Reichsbahn und Rüstungsindustrie beredten Ausdruck und gab die Versicherung ab, daß man Schulter an Schulter weiterkämpfen werde. bis der Sieg errungen sei. Staatssekretär Dr. Ganzenmüller gab danach bekannt, daß er mit Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller folgendes Telegramm an den Führer gerichtet habe: „Mein Führer! Heute, an dem von Ihnen im vergangenen Jahre bestimmten„Tag des deutschen Eisenbahners“ ist in Ihrem Namen weiteren Eisenbahnern das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen worden. Die Millionengefolschaft der Deutschen Reichsbahn und der übrigen Eisenbahnen dankt Ihnen, mein Führer, für die Anerkennung, die durch diese Auszeichnung allen zuteil geworden ist. Im Zeichen des totalen Kriegseinsatzes stehen an ihrem diesjährigen Ehrentag die deutschen Eisenbahner und Eisenbahnerinnen überall, auf den Frontdienststellen, in den Bombenkriegsgebieten der Heimat, auf ihren Posten, getreu ihrer Aufgabe, die sie für Wehrmacht, Rüstung und die Versorgung des deutschen Volkes zu erfüllen haben. Am„Tag des deutschen Eisenbahners“ geloben sie, in unerschütterlicher Treue weiterhin mit aller Kraft und Hingabe dafür zu sorgen, daß die Räder laufen, bis der Endsieg errungen ist. gez. Dorpmüller. gez. Ganzenmüller." Der Führer hat auf dieses Telegramm geantwortet: „Ich danke allen deutschen Eisenbahnern und Eisenbahnerinnen für ihr Treuegelöbnis. Ihre bisherigen Leistungen geben mir die Gewißheit, daß sie auch in Zukunft trotz aller Widerstände die ihnen gestellten einmaligen Aufgaben erfüllen werden. gez. Adolf Hitler.“ „Soll unser fester Wille sein und die Vorsehung möge uns dazu helfen“, so schloß Staatssekretär Dr. Ganzenmüller,„daß wir nach dem Befehl des Führers trotz aller Widerstände die uns gestellten Aufgaben erfüllen. Wir Männer und Frauen der Lokomotiven, der Bahnhöfe, der Stellwerke, der Werkstätten, wir Männer und Frauen des Flügelrades, grüßen den Führer: Sieg Heil!" Das Eichenlaub zum Ritterkreuz dnb Führerhauptquartier, 8. Dezember. Der Führer verlieh am 29. November das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Curt Ehle, Kommandeur einer Panzerbrigade, als 678. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Major Ehle wurde am 21. 10. 1899 in Salzwedel als Sohn eines Studienrates geboren Zu weiteren Verräterdiensten bereit □ Stockholm, 8. Dezember. Der finnisch=sowjetische Annäherungsverein benutzte den 8. Jahrestag der Stalin=Verfassung zu einer Feier, in der er wiederum seine Handlangerdienste für den Bolschewismus anbot. An dem Festakt nahmen der finnische Außenminister Enckell und mehrere Mitglieder der sowjetischen Kontrollkommission teil. Der Finanzminister I. Helo, ein treuer Steigbügelhalter Moskaus, hielt die Begrüßungsansprache. Er hieß die Vertreter der sowjetischen Kontrollkommission in russischer Sprache willkommen. An Stalin wurde ein Glückwunschtelegramm abgeschickt. Ueberflutungen zwingen Feind zur Räumung Besonders schwere nordamerikanische Verluste Im Raum von Jülich dnd Aus dem Führerhauptquartier, 8. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: Die Ueberflutungen südwestlich Arnheim haben einen solchen Umfang angenommen, daß der Feind gezwungen ist, immer weitere Teile seiner Stellungen auf dem Südufer des Niederrheins eiligst zu räumen. Im Kampfabschnitt von Aachen ließen die feindlichen Angriffe an Zahl und Stärke nach. Unsere Artillerie bekämpfte mit zusammengefaßten Feuerschlägen neue Bereitstellungen. Wiederholte Angriffe nordamerikanischer Regimenter gegen den Rur=Abschnitt bei Jülich brachen unter besonders schweren feindlichen Verlusten zusammen. Beiderseite Saarlautern wird um einzelne Bunkergruppen gekämpft. Nordwestlich Forbach konnten amerikanische Angriffe nur geringfügig Gelände gewinnen, nordöstlich Saaralben wurden die feindlichen Durchbruchsversuche in unser Hauptkampffeld zerschlagen. Bewährte Panzertruppen vernichteten dabei 25 Panzer und zwei Panzerspähwagen des Gegners. Im Norden und Nordwesten des Frontbogens im Elsaß verbesserten unsere Truppen ihre Stellungen. In Schlettstadt und Gemar dauern die Straßenkämpfe an. Zahlreiche feindliche Vorstöße in den Vogesen scheiterten. Im Raum von Mülhausen und im Hardt=Wald ist der Tag ruhig verlaufen Auf Grund der hohen Verluste, die vor allem die kanadischen Verbände bei ihren vergeblichen Durchbruchsversuchen an der aortatischen Küste erlitten hatten, verlegte die 8. britische Armee gestern den Schwerpunkt ihrer Angriffe in den Raum=südwestlich Faenza. Sie wurden in der Masse zerschlagen, vorübergehend eingedrungener Feind im Gegenangriff bis auf einen geringfügigen Einbruch aus unserem Hauptkampffeld wieder geworfen. Auf dem Balkan verlaufen unsere Marschbewegungen in Montenegro und Westserbien wie vorausgesehen. Westlich der Fruskagora griffen auch gestern starke feindliche Kräfte gegen unsere Stellungen südlich der Donau an. Im Kampfabschnitt östlich des Plattensees bis in den Raum nordwestlich Budapest setzten die Sowiets mit starken Infanterie= und Panzerkräften ihre Angriffe fort. Bei der Abwehr der feindlichen Versuche, Budapest von beiden Seiten zu umfassen, brachten unsere Truppen dem Gegner hohe Verluste bei. Am Südrand des Matra=Gebirges und im Buekk=Gebirge blieben schwächere Angriffe der Bolschewisten erfolglos. Grenadiere und Gebirgsjäger warfen im Raum von Miskolc den Feind aus mehreren Einbruchsstellen. Bei ihren gestrigen Großeinflügen warfen angloamerikanische Terrorverbände Bomben auf mitteldeutsches und nordwestdeutsches Gebiet, wodurch besonders in Wohnvierteln von Bielefeld und Minden Schäden entstanden. In den Abendstunden führten britische Bomber einen Terrorangriff auf Osnabrück. Außerdem wurden Gießen und erneut das mitteldeutsche Gebiet angegriffen. Britische schnelle Kampfflugzeuge unternahmen einen Störangriff auf die Reichshauptstadt. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 27 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Der Tod als Werbe- und Hetzmittel Moskaus Es wird immer noch nach der alten Melodie geheizt und geschürt + Vern. 8. Dezember. Bei Zusammenstößen mit Kommunisten in Bukarest wurden zwei Demonstranten getötet. Ihr Leichenbegängnis wurde, wie der Moskauer Nachrichtendienst berichtet, zu einer„machtvollen. Kundgebung“. 150000 Menschen nahmen an dieser Demanstration teil. Belegschaften der Fabriken wurden zum Aufmarsch auf dem Platz, auf dem die Leichenfeier stattfand, gezwungen. An der Spitze dieser Kolonnen wurden Spruchbänder getragen, die die Aufschriften enthielten:„Wir fordern die Verhaftung des Mörders. wir fordern eine national=demokratische Regierung. Es lebe da freie, unabhängige demokratische Rumänien.“ An den Methoden ändert sich nichts. Als nämlich im Juni 1940 die Bolschewisten Lettland besetzten, kam es zu Kundgebungen der damals noch illegalen Kommunistischen Partei Lettlands. Die lettische Polizei machte in Ausübung ihres Dienstes von der Waffe Gebrauch. Es gab einige Tote. Das Begräbnis dieser lettischen Kommunisten wurde zu einer machtvollen Demonstration gestaltet. Die Belegschaften der ken wurden auch damals zu einem geschlossenen Aufmarsch auf dem Platz, auf dem die Leichenfeier stattfand, gezwungen. An der Spitze dieser Kolonnen wurden Spruchbänder getragen mit der Aufschrift:„Wir fordern die Verhaftung des Mörders. Es lebe das Roosevelt ein frecher Lügner und Verleumder — Verlogener Bericht über die UNRRA Unverschämte Beschuldigungen Deutschlands □ Berlin, 8. Dezember. Freiheit von Not, so lautete einer der vier Freiheiten Roosevelts. Diese Freiheit den Bölkern der von englischen und amerikanischen Truppen besetzten Staatenzu bringen, hätte er jetzt reichlich Gelegenheit. Statt dessen marschiert mit den angloamerikanischen Besatzungstruppen der Hunger ins Land, und mit ihm kommen Seuchen, Elend, Arbeitslosigkeit und allgemeine Verarmung. Aus Furcht, der ganze jüdische Schwindel mit den vier Freiheiten und die verlogenen Weltbeglückungsphrasen, mit denen die USA.=Presse den Krieg gegen Europa begleitete, könnten entlarvt werden, versuchte Roosevelt jetzt in einer Rede vor dem Kongreß die Schuld an dem völligen Versagen der URRRA. Deutschland in die Schuhe zu schieben. Er stellte die freche Behauptung auf, die Verhältnisse in den besetzten Gebieten seien eine Folge der„Politik des Aushungerns, der Verfolgung und des Plünderns". Die Nazis hätten absichtlich diese Politik verfolgt.„ Roosevelt weiß selbst am besten, daß diese Unterstellung eine ganz infame und abgefeimte Lüge ist. Die Feindpresse hat gleich vom ersten Tage der Invasion gestehen müssen, daß alle die Länder, die von den anglo=amerikanischen Truppen besetzt wurden, während der deutschen Besatzungszeit unvergleichDeutscher Widerstand brach alliierte Offensive Geländegewinne der Feinde„langsam und kostspielig“— Amerikanisches Geständnis + Bern, 8. Dez. Den„hartnäckigen Widerstand der gut kämpfenden deutschen Wehrmacht" stellt der UP=Korrespondent Virgil Pinkley an die Spitze der Gründe für das Scheitern der weitgesteckten Pläne der Alliierten. Nach einer ausgedehnten Reise an die Hauptkampfabschnitte der Westfront, die ihm reichlich Gelegenheit gegeben habe, den harten Kampf mit eigenen Augen zu verfolgen und sich mit hohen Offizieren aller Waffengattungen zu unterhalten, kommt er zu dem Geständnis, daß es in erster Linie der deutsche Frontkämpfer war, der Eisenhowers Offensive vereitelte. Selbstverständlich führt Pinkley Wetter= und Geländeschwierigkeiten als weitere Gründe auf, um das Ergebnis seiner Untersuchung dem amerikanischen und englischen Leser etwas schmackhafter zu machen. Dann aber muß er zugeben, daß auch Transportschwierigkeiten mitgesprochen haben, die durch das Fehlen leistungsfähiger Häfen und die dadurch verursachten sehr langen Nachschublinien hervorgerufen wurden. Ohne es aususprechen, spendet er damit den opferbereiten deutschen Besatzungen der Atlantik=Stützpunkte die höchste Anerkennung. Schließlich muß er aber auch„den ungebrochenen Willen des deutschen Volkes, den Invasionsarmeen zu widerstehen und selbst die furchtbarsten Luftangriffe zu ertragen“ in Rechnung stellen. Am Schluß seines Berichtes kommt der amerikanische Korrespondent zu folgender Feststellung:„Je näher man an die Krontlinie herankommt, desto häufiger“hört man die Warnung, daß es zweifellos noch lange dauern wird, ehe Deutschland militärisch geschlagen werden kann, und je mehr der Beobachter ins direkte Feuer kommt, desto mehr bietet sich ihm Gelegenheit, sich selbst zu überzeugen, daß die deutsche Wehrmacht nicht in Auflösung begriffen, sondern noch sehr kampffahig ist". Pinkley schließt: „Ich konnte mich persönlich überzeugen, daß die Deutschen alle Fähigkeiten mobilisieren und jedes Mittel anwenden, um selbst dann, wenn sie zurückgehen müssen, den Alliierten das Vorgehen langsam und kostspielig zu gestalten.“ Mannerhelm In der Synagoge □ Stockholm, 8. Dezember. An einem Gedenkgottesdienst für die„gefallenen“ Juden in der Synagoge in Helsinki nahm, wie„Dagens Nyheter“ aus Helsinki mit Befriedigung verzeichnet, Staatspräsident Mannerheim, der Verräter Finnlands, mit Gefolge teil. Er betrat die Synagoge durch ein Spalier jüdischer Soldaten und legte zu Ehren der gefallenen Juden einen Kranz nieder. Der Gottesdienst wurde mit einem Bittgebet des Rabbiners für Mannerheim abgeschlossen. Bonomi gescheltert * Bern, 8. Dezember. Wie Exchange Telegraph aus Rom meldet, mußte Ministerpräsident Bonomi, der den ganzen Mittwoch über versuchte, die Regierungskrise zu lösen, bekanntgeben, daß alle seine Versuche endgültig gescheitert sein. Die Kommunisten haben ihre Zusage an Bonomi, eine von ihm zu bildende neue Regierung zu unterstützen, zurückgezogen. lich besser ernährt wurden und gelebt haben. Schon wenige Tage nach dem Beginn der Invasion schrieb z. B. die„Daily Mail“, die Handvoll Ortschaften, die die amerikanischen Soldaten bisher besetzt hätten, seien „überraschenderweise wirtschaftlich blühend", und die französische Zivilbevölkerung sei zordentlich ernährt. gut gekleidet und besitze Vorratskammern". Diese. Feststellung war die erste Ohrfeige für die angloamerikanischen Lügenagitatoren, die den Soldaten einzureden versucht hatten, sie würden in Frankreich ein halb verhungertes, ausgeplündertes Volk finden, das sich ibelnd den neuen Herren an den Hals werfen werde. Davon war keine Rede. Wenige Tage später, am 17. Juni, schrieb dann der Sonderkorrespondent des„Daily Telegraph":„Die Deutschen erwiesen sich in diesem Teil Frankreichs nicht als erpresserische Herren. Die örtlichen Arbeitskräfte, die sie einsetzten, sind von ihnen sehr anständig bezahlt worden.“ Vor Beginn der Invasion habe man den Truppen erzählt, daß sie auf dem Kontinent nur kranke und unterernährte Menschen sehen werden, so heißt es in einem Soldatenbrief an die englische Zeitung„Catholic Herald". Demgegenüber stellt der englische„Soldat ausdrücklich fest, daß die Völker jetzt, wo sie äuf die Versorgung durch die Anglo=Amerikaner angewiesen seien, hungern müßten. Mit der fortschreitenden Besetzung Frankreichs und Belgiens wurde den Korrespondenten der anglo=amerikanischen Presse klar, daß sie einer völlig erlogenen Agitation ausgesetzt waren, und einige von ihnen waren ehrlich genug, nun das Gegenteil von dem festzustellen, was die jüdischen Agitatoren an der Themse und im Weißen Hause über Europa gelogen hatten. „Sowohl in Frankreich wie in Belgien“, so berichtete der Korrespondent des„Daily Herald", rsieht man weder Elend noch Unordnung. Die Menschen auf den Straßen sind noch gut angezogen und bis zum Einmarsch der Anglo=Amerikaner funktionierten Post und Eisenbahnverkehr, Telefon und elektrisches Licht.“ Wer sich den Deutschen fügte, so schloß dieser Bericht, habe kein schlechtes Leben geführt, jedenfalls ein erheblich behaglicheres als jetzr.—„Ist es verwunderlich, daß Europa gar nicht so froh ist, uns zu sehen, wie wir es uns dachten?“, so fragte die Zeitschrift„Truth“, um darauf die Antwort zu geben: „Nach dem Grunde braucht man nicht lange zu suchen. Früher herrschte Ordnung und es ging Europa gut. Heute herrscht Unordnung und es geht ihm schlecht. Es muß zugegeben werden, daß deutsche Tüchtigkeit und Geschicklichkett er vermochten, eine Ordnung aufzubauen, die den europäischen Völkern fünf Jahre lang Arbeit, geregelte Verhältnisse und vor allem die Ernährung sicherte.“ Schon diese wenigen Stimmen aus dem Feindlager, die sich beliebig vermehren ließen, kennzeichnen Roosevelt als einen unverschämten Lügner und Verleumder, der sich nicht anders zu helfen weiß, als durch plumpe Tatsachenverdrehungen und niederträchtige Brunnenvergiftung die Entlarvung seines großen Volksbetruges zu verhindern. freie, unabhängige demokratische Lettland.“ Vom Balkon der sowjetrussischen Gesandtschaft nahm der stellv. Außenkommissar Wyschinski, der damals in Riga in gleicher Weise wie jetzt in Bukarest eine ebenso unbestimmte wie entscheidende politische Mission versah, die Trauerparade ab. Nach der Leichenfeier zog die Menge vor das Rigaer Schloß, demonstrierte dort gegen dden Staatspräsidenten Ulmanis. Kurze Zeit später war Ulmanis abgesetzt und in das Innere der Sowjetunion abtransportiert worden. Was sich jetzt, nach der Leichenfeier in Bukarest, noch ereignete, darüber berichtet Moskau nichts. Man weiß infolgedessen nicht, ob Wyschinsky die Leichenparade auch in Bukarest abgenommen hat und ob die Teilnehmer des Leichenbegängnisses vor dem königlichen Schloß gegen König Michael und für dessen Absetzung demonstriert haben. Das aber wird wohl zu den„Reibungen“ gehören, von denen die„Züricher Tageszeitung“ sich aus London melden läßt, daß„man über sie aus Rumänien nicht berichten dürfe". (Wi: haben solche„politischen Begräbnisse" im eigenen Lande erlebt bei Gelegenheit der Kommunistenherrschaft im Ruhrgebiet. In Dortmund fand eine solche Kundgebung auf dem Nordfriedhof statt, auf der neben schwülstigen Reden, gespickt mit Drohungen und Verwünschungen, auch Spruchbänder das weite Rund der Versammelten zierten. Von Trauer um die gefallenen Genossen war nichts zu bemerken. Der Redner, Kommunistenhäuptling Adolf Meinberg im grauen Anzug, ohne Kragen, nur mit einem Tuch um den Hals geschlungen, vertrat dabei„sinnvoll“ die proletarische Führung.) Straßenschlacht in Athen * Bern, 8. Dezember. Wie Exchange Telegraph aus Athen berichtet, dauern die Straßenkämpfe im Stadtzentrum an. Ein neuer Vorstoßversuch der Bolschewisten nach dem Hotel in der Nähe des Konstitutionsplatzes, in dem sich der Sitz der Regierung, des Außenamtes, der Athener Polizei und anderer Verwaltungsbehörden befindet, sei abgewehrt worden. Die Lebensmittelknappheit sei immer fühlbarer. Der Kurs des englischen Sovereign schnellte auf 6000 Drachmen im Vergleich zu dem Normalstand von 2000. Das Hauptquartier General Scobies veröffentlichte einen Bericht, in dem es heißt: In der Umgebung des Konstitutionsplaßes kam es am Mittwochabend zu einer großen Straßenschlacht. Außerdem entbrannten in anderen Stadtteilen sowie in der Nähe der Akropolis Kämpfe, und das allgemeine Bild ist äußerst verworren. Stellenweise wurde sogar auf den Dächern der Häuser gekämpft, auf denen britische Fallschirmjäger versuchten, einzelne Scharfschützennester auszuheben. An anderen Punkten wurden Panzer und Flugzeuge eingesetzt. Das Stadtzentrum soll jetzt zum großen Teil von den Aufständischen gesäubert sein. Trotzdem gingen die Gefechte weiter. Tragischer Todestal! Vorna(Schlesien). Beim Genuß von eingemachten Pflaumen, die einem zerbrochenen Konservenglas entnommen worden waren, verspürte eine 31jährige Frau einen harten Gegenstand in der Speiseröhre den sie auch wieder hervorzubringen vermochte. Es war ein Glassplitter, der in der Speiferöhre eine derartige Verletzung verursacht halle, daß die Frau starb. Der tragische Vorfall mag allen zur Warnung dienen, Eßwaren, die Glassplitter enthalten können, unter keinen Umständen zu genießen. Wie Kören im Rundtunte Freitag, Reichsprogramm: 7.30—7 45 Uhr: Zum Hören und Behalten: Eine chemische Betrachtung über die Luft. 8.50—9.00 Uhr: Der Frauenspiegel, 12.35—12.45 Uhr: Der Bericht zur Lage. 14.15—15.00 Uhr: Die Kapelle Erich Börschel spielt. 15.00—15.30 Uhr: Kleines Konzert. 15.30—16.00 Uhr: Sollstenmusik von Chopin, Schumann, Spohr u. a. 16.00 bis 17.00 Uhr: Aus Konzert, Oper und Operette. 17.15 bis 18.30 Uhr: Unterhaltung mit der Hamburger Kapelle Jan Hoffmann. 19.00—19.30 Uhr: Der Zeitspiegel: Neuer Europafilm. 19.30—19.45 Uhr: Frontberihen. 19.45-20.00 Uhr: Dr.= Goebbels=Aufsatz. 20.15—21.00 Uhr: Bühne im Rundfunk: „Das Konzert", Lustspiel von Hermann Bahr in der Rundfunkbearbeitung von Franz Weichen=Mayr. Mitwirkende: Käthe Haack, Adelheid Seeck, Viktor de Kowa und Gustav Knuth. 21.00—22.00 Uhr: Von Melodie zu Melodie. Deutschlandsender: 17.15—18.30 Uhr: Sinfonische Musik von Mozart und Cäsar Franck altdeutsche Suite von Paul Höffer u. a. 15.30—18.45 Uhr: Wir raten mit Musik. 20.15—21.00 Uhr: Unterhaltungskonzert des Hamburger Rundfunkorchesters, Leitung: Kurt Kretzschmar 21.00—22.00 Uhr: Mozart=Sinfonie Konzert im alten Stil von Reger, Divertimento von Mar Trapp, Preußische Staatskapelle, LeiJohannes Schüler. 0 0 0 0 Gegäbslicher Tliet sht 93 fühlt sich mancher Mann verpflichtet, ein wenig aufMahe:“#### Ränner haben da so ihre eigenen Methoden. Es gibt gewiß. viele, die etwas fesselnd zu erzahlen wissen. Aber daneben gibt es auch Erzähler, die, weil sie eben nichts anderes wissen, über nichts als sich selbst sprechen können. Das spielt sich dann so ab, wie in diesem Falle.„Wir leben in einer interessanten Zeit, nicht wahr? Ich kann da ja auch mitsprechen“, sagt der Mann.„So!“ fragt die reizende junge Frau.„Aber wie, sehen Sie mal(und hier zieht unser Freund einen Ausweis aus der Tasche und zeigt ihn so, daß zwar nicht sein Name, aber die Anschrift einer militärischen Erprobungsstelle sichtbar wird!)— ich stecke ja mitten drin!" Die junge Frau: =Seyr interessant, muß ich schon sagen.“ Und nun, der sich anerkannt fühlt:„Ich fahre jetzt gerade wieder zu einer Erprobung, wissen Sie, in der Gegend von Die junge Frau unterbricht lächelnd:„Pst! Sagen Sie da auch nicht zuviel?“ Unser Mann:„Aber das weiß doch in X jedes Kind!“ In diesem Augenblick läßt sich eine dritte Stimme vernehmen:„Wenn es auch jedes Kind wissen sollte— mir haben Sie etwas Neues erzählt.“ Unser Schwätzer:„Aber das war doch gar nicht für Sie bestimmt, mischen Sie sich doch nicht in unsere Unterhaltung ein.“ Der andere:„So? Meinen Sie? Na— eben haben Sie ja einen Ausweis gezeigt, nun schauen Sie sich dies hier an! Polizei!“ Daß die Strafe für diesen Schwätzer sehr empfindlich ausfallen wird, ist sicher! Ein Mann, der auf so wichtigem Posten steht und der auch über diejenigen geistigen Gaben verfügt, die zur richtigen Beurteilung der Dinge gehören— dieser Mann kann vom Gesetz wirklich nicht mehr mit Glacehandschuhen angefaßt werden! Er war gewarnt. öffentlich wie jeder andere Deutsche; er war mehrfach dienstlich gewarnt worden; und er war zuletzt nochmals persönlich aufs allerfreundlichste gewarnt worden— nun muß er büßen! Hände weg von fremdem Gut! Das Stadtbauamt schreibt uns: Immer wieder wird beobachtet, daß Volksgenossen sich Reste von zerstörten und beschädigten Gebäuden angeeignet haben in der Annahme, daß Baureste und andere an Schadenstellen liegenden Gegenstände(Hausrat usw.) herrenloses Gut seien, das jeder nach Belieben an sich nehmen könne. Es wird deshalb wiederholt darauf hingewiesen, daß sich durch die Zerstörung oder Beschädigung eines Gebäudes die Eigentumsverhaltnisse an den erhaltenen oder beschädigten Bestandteilen des Gebäudes, seinem Zubehör, den Einrichtungsstücken sowie an zurückgelassenen Vorräten und Hausrat nicht geändert haben. Private sind daher nicht befugt, über diese Gegenstände ohne Einwilligung des Eigentümers oder sonstiger Berechtigter zu verfügen, wenn die Gegenstände beschädigt oder nur noch beschränkt brauchbar sind. Verfügungen ohne Einwilligung des Berechtigten dürfen nur durch die zuständigen behördlichen Stellen aus Gründen des Gemeinwohls erfolgen. Eine soche Verfügung hat der Oberbürgermeister der Stadt Herne unter dem 11. September 1944 erlassen. Durch diese Verfügung sind Verbrauchsstoffe, Geräte und sonstige Gegenstände, die an den durch Luftangriffe verursachten Schadenstellen von Gebäuden entstanden sind, für die Durchführung der baulichen Sofortmaßnahmen beschlagnahmt worden. Einzelheiten sind aus der Bekanntmachung zu ersehen, die im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe noch einmal veröffentlicht wird. Wer ohne schriftliche Erlaubnis des städt. Hochbauamtes und gegen den Willen des Eigentümers Schadenstellen betritt, begeht Hausfriedensbruch; wer ohne schriftliche Genehmigung des städt. Hochbauamtes Baureste usw. wegnimmt, wird als Plünderer bestraft. Lungen-„Operatior“ ohne Arzt Granatsplitter in der Lunge als Kriegsverletzung ist an sich keine Seltenheit, wohl die Tatsache, daß ein solcher Splitter ohne ärztliche Operation und auf natürlichem Wege wieder aus der Lunge gelangt. Dieser ungewöhnliche Vorgang vollzog sich an dem Kaufmann Franz Ra., Herne, Mont=Cenis=Straße. Ungewöhnlich vor allem deshalb, weil dieser Granatsplitter nach-6 Jahren zum Vorschein gelangte. Die Kriegsverletzung rührt aus dem Jahre 1918 her, wo Franz R. auf dem Schlachtfeld in Frankreich durch zahlreiche Granatsplitter schwer verwundet worden war. von denen zwei in die Lunge gedrungen und sich darin festgesetzt hatten. Trotz aller ärztlichen Versuche waren die beiden Splitter nicht aus der Lunge zu entfernen, bis jetzt bei einem heftigen Hustenanfall sich einer der Splitter gelöst hatte und so durch die Speiseröhre aus dem Körper gelangte, dem Kriegsverletzten dadurch eine erhebliche Erleichterung verschaffend. Der Kriegsalltag in einem Krankenhaus Zwischen Bombeneinschlägen am Operationstisch Aerzte und Schwestern konnen nur die Pflicht, zu hellen! Der Kriegsalltag in einem Krankenhaus ist ohne Anfang und Ende. Er ist an jedem Tage, in jeder Nacht und zu jeder Stunde gültig. Er kennt in dem liebevollen und opferbereiten Wirken im Dienste an den Kranken keine Ausnahme und keine Einschränkung. Was unter den Folgen des unmenschlich=grausamen Luftterrors und unter den obwaltenden Erschwernissen und persönlichen Anforderungen von den Aerzten und Schwestern in unseren Krankenhäusern, besonders im frontnahen Gebiet und den bombardierten Städten, an stillem Heldentum geleistet wird, wird einmal einen ehrenvollen Platz in der Geschichte der Kriegsheimat und den Leistungen der Heimatfront einnehmen. Wenn wir uns einmal Gedanken darüber machen, daß ein mit Hunderten von Kranken belegtes Krankenhaus bei jedem Alarm am Tage und in der Nacht luftschutzbereit sein muß, weil unsere Feinde in ihrer blinden Vernichtungswut immer wieder die Krankenhäuser zum Objekt ihrer Zerstörung machen, daß die bettlägerigen Kranken jedesmal in den Keller geschafft und daß in dem untersten Geschoß auch alle übrigen Kranken untergebracht werden müssen, dann ist hieran allein schon die zusätzliche Arbeit zu ermessen, die das Pflegepersonal stets aufs neue zu bewältigen hat. Führen wir uns auch einmal vor Augen, daß trotz der Alarme und Fliegerangriffe oft unaufschiebbare Overationen bei Tag und Nacht auszuführen sind und daß diese häufig bei primitivsten Verhältnissen, in beschädigten Operationssälen und gar bei Kerzenlicht, wenn kein Strom vorhanden ist, vorgenommen werden müssen. Bedenken wir weiter, daß Operationen, wenn sie begonnen sind, nicht unterbrochen werden können, wenigstens nicht für eine erhebliche Zeit, und da“ unter dem Gesetz der beruflichen Pflicht und der persönlichen Hilfsbereitschaft gar mancher Arzt während heftigsten Flakbeschusses und schließlich während eines regelrechten Terrorangriffs zwischen Bombeneinschlägen unbekümmert am Operationstisch gestanden und mit einer geradezu heroischen Hingabe unter Hintansetzung seines eigenen Lebens das ihm anvertraute Menschenleben durch Vollendung der Operation gerettet hat. Uebersehen wir aber auch nicht bei einer solchen Betrachtung, daß während und nach Luftangriffen in erster Linie die Krankenhäuser sich vor schwerste Belastungen und Bewährungsproben gestellt sehen. Ist das eigene Haus noch einigermaßen erhalten geblieben, müssen die Kranken aus den zerstörten Spitälern auf schnellste Weise übernommen werden. Gleichzeitig gilt es, den eingelieferten Bombenverletzten die schnellste Hilfe zu bringen. Das sind jedesmal Menschen, denen schmerzhafte Wunden geschlagen worden sind, die unverzüglich versorgt werden müssen. Die außergewöhnliche Aufgabe in dieser Versorgung ist die Bewältigung eines ungewöhnlich großen Zustroms von Menschen mit Verletzungen sehr verschiedener Art. In solchen Tagen und Nächten sind die Anforderungen an Aerzte und Pflegepersonal fast übermenschlich. Bisher ist es selbst bei größeren Einlieferungen immer möglich gewesen, jeden einzelnen nach schnellster Notwendigkeit zu behandeln. Da ist es verständlich, daß kleinere Verletzungen hinter lebensgefährlichen Schädigungen manchmal einige Minuten zurückstehen mußten. Aber jedesmal haben alle zur Verfügung stehenden Fachchirurgen und darüber hinaus auch alle übrigen Krankenhausärzte unbeirrt ihre Kunst und ihre Geschicklichkeit pausenlos eingesetzt, bis die letzte Wunde versorgt war. Die Arbeit des Chirurgen ist eine Synthese von Wissenschaft und Handfertigkeit. Während der erkennende Geist rastlos arbeitet und alle Einzelheiten des Eingriffs vorausdenkt, folgen die Hände des Chirurgen mit virtuoser Sicherheit dem leitenden Gedanken. Die operierenden Hände scheinen in ihrer Bewegung Präzision und Eleganz zu vereinen. Jede BeFrauen schwärmen für das„Strumpfsanatorium“ Strümpfestopfen am lausenden Band— Technik hilft der bedrängten Haustrau Eine Minute und zwanzig Sekunden braucht die Maschine, um ein Loch zu stopfen, das so groß wie ein Fünfmarkstück ist. So schnell wird selbst die geschickteste Hausfrau nicht stopfen können, und wann findet sie neben all der anderen Arbeit wirklich einmal die Zeit, um sich hinzusetzen und„ihre“ Strümpfe zu stopfen? Oft ist es so, daß die anderen Familienmitglieder alle heile Strümpfe haben, nur die Hausfrau findet kein einziges Paar mehr zum anziehen, alle liegen sie im Stopfkorb mit großen Löchern, denn gerade die dünnen Frauenstrümpfe sehen im sechsten Kriegsjahr meist bös aus. In wenigen Minuten das größte Loch gestopft Nun hat sich die Technik der bedrängten Hausfrau angenommen, wie man bei einem Besuch eines „Strumpssanatoriums“ sehen kann. In langen Reihen sitzen dort die jungen Mädchen, die tagaus, tagein nur Strümpfe stopfen. Manch einer würde stöhnen bei dem Gedanken an ein ständiges Stopfen, aber an den Maschinen macht es so wenig Mühe, und die jungen Mädchen haben eine so große Fertigkeit, daß in wenigen Minuten selbst das größte Loch gestopft ist. Wenn die Hausfrau ihre Strümpfe dort abgeliefert hat, vielleicht mit dem leisen Zweifel, ob es nicht auch dem Strumpfsanatorium unmöglich sein würde, ihre Strumpfinvaliden noch einmal zu heilen, wird dieser Invalide durch viele Hände geschickt, bis er als geheilt das Sanatorium verlassen kann. Das erste Mädchen nimmt die gefallenen Maschen auf, das zweite näht sie mit der Hand fest, endlich die dritte Arbeiterin sitzt an der Maschine und stopft mit unheimlicher Geschwindigkeit auch die größten Löcher fein und sauber zu. Es gibt da einfache und komplizierte Maschinen, aber alle brauchen sie nur einen Bruchteil der Zeit, die die Hausfrau für das Stopfen anwenden muß. Und außerdem braucht man kein Garn abzugeben, was natürlich auch ein großer Vorteil für die Kundinnen ist. 50 Beine— aber aus Metall nächsten Raum ragen fünfzig Frauenbeine in die Luft. Sie sind aus Metall und werden von innen geheizt. Darüber werden die Strümpfe gezogen, die einen ganz neuen Füßling erhalten haben, und hier feucht nach diesen Metallbeinen wieder geformt werden. Man sieht ihnen nun nicht an, daß sie in einem fast hoffnungslosen Zustand eingeliefert wurden. Auch hier ist der Strumpf durch viele Hände gegangen, bis er nun auf einem Metallbein steckt. Zuerst wurden die Sohlen auseinandergetrennt und der ganze Strumpf nach links gedreht, dann wurde der passende Füßling ausgesucht, der in Größe und Farbe mit dem Strumpf übereinstimmt. Die nächste Arbeitskameradin sitzt an der Kettelmaschine und kettelt den Füßling mit dem Strumpf zusammen, eine andere näht an der Nähmaschine die aufgetrennten Seitennähte wieder zusammen. Dann krempelt die letzte den Strumpf wieder Darum Volkssturm! „Ich glaube nicht, daß es dem deutschen Volke nach dem Kriege gestattet werden darf, unbeschränkt Rohstoffe oder Fertigwaren einzuführen. Die Deutschen sind die Absatzgenies der Welt. Das muß beachtet werden. Ich bin im Zweifel, ob man überhaupt den Deutschen gewisse Industrien zubilligen kann.“ Sir Arthur Greenwoods bei der Round=Table= Konferenz in London am 18. Dezember 1941. auf die richtige Seite und kontrolliert die Arbeit ihrer Vorgängerin, und erst dann kommt der Strumpf auf das Metallbein. Die Hausfrau freilich, die ihre Strümpfe dann mit einem Seufzer der Erleichterung aus dem„Strumpfsanatorium“ abholt, weiß nichts von dieser vielfältigen Arbeit, sie bezahlt einen geringen Preis und hat nun wieder einen fast neuen Strumpf. Sie ist nur dankbar, daß ihr diese Arbeit, die nicht nur wenig angenehm, sondern auch sehr zeitraubend ist, abgenommen wurde, und daß ihr die Dechnik es ermöglicht hat, die kurze Zeit, die ihr noch zwischen der Arbeit und dem Haushalt bleibt, für andere Zwecke als gerade fürs Strümpfestopfen anzuwenden. Ein neuer Lehrberuf: Straßenwerker Die Motorisierung hat den Straßenverkehr von Grund auf gewandelt. Dadurch ist auch der Straßendienst weitgreifender geworden und hat ein besonderes Maß von Umsicht, Können und technischem Verständnis zur Voraussetzung. Um tüchtige Kräfte für den Straßen=Unterhaltungsbetrieb zu bekommen und zur Erzielung einer Leistungssteigerung hat der General= inspekteur für das deutsche Straßenwesen für seinen Geschäftsbereich den Aufbau eines Lehrberufes„Straßenwerker" angeordnet. Voraussetzung für die Einstellung ist abgeschlossene Volksschulbildung und Zugehörigkeit zur HI. Die Lehrzeit dauert drei Jahre Straßenwerker können auch befähigte Straßenhilfsarbeiter im Wege eines beruflichen Aufstiegs werden. wegung ist auf das Genaueste abgemessen und in jahr langer Erprobung geradezu unfehlbar geworden. 2 Leichtigkeit und die Schnelligkeit des chirurgischen Ei griffs, die heute eine Operution vielleicht in der Hälf der Zeit wie früher vollenden lassen, wirken sich en scheidend auf das Gesamtbefinden des Patienten un damit auch auf den Heilungsprozeß aus. Sorgsam, gewissenhaft und mit unbeirrbarer Siche heit führt der Chirurg täglich das heilende Mes Seine Arbeit steht unter der gleichen Verantwortu wie zu normalen Zeiten. Er darf sich zu keiner? nute des Tages mit kriegsbedingten Schwierigkei entschuldigen. Das menschliche Leben verlangt zu je Zeit und Stunde nach ihm, bedarf seiner Kunst, we es an Gefahr gerät. Trotz aller Einwirkungen. ihn zweifelsohne auch persönlich berühren, muß jeden Tag aufs neue mit äußerster Konzentration h ter seinem Werk stehen. Das ist der Kriegsalltag Chirurgen, der Aerzte, des Pflegepersonals, des Kr kenhauses, in dem täglich und nächtlich ein neues St Geschichte tatbereiten Einsatzes und nimmermüder Li im Dienste an der Menschheit geschrieben wird. Josef Balzer Kleine Herner Stadtnachrichten Nikolaus im Bunker. Unsere Kleinen und Kl sten überraschte die Leitung des Bunkers Herndadurch, daß sie dem Onkel Nikolaus Obdach gewäl der sich dann durch alle Räume bewegte und sei hohen Amtes waltete. Die Freude darüber war jung und alt sehr groß, und die Besucher waren Leitung recht dankbar. Warnung für Viehhalter. Unter dem Viehbe des Landwirts Franz Straimann in Recklingh sen, Zechenstraße 18, ist die Maul= und Klauensei amstierärztlich festgestellt. Weiterhin Knochen sammeln! In der jetzigen reszeit, wo die Selbstversorger bald ihr Schwein sch ten, weisen wir nochmals darauf hin, daß Kno## auch weiterhin gesammelt werden müssen. Die sammelten Knochen werden in Herne bei der Fir Neweling=Althoff, Horsthauser Straße 23, g0 einen Gutschein für Kernseife abgegeben. Die K seife ist in den Lebensmittelgeschäften erhältlich. Ausgabe von Gemüse. Auf Abschnitt 8 des Bezu ausweises für Obst und Gemüse aller Altersgrup werden 500 Gramm Möhren oder Steckrüben und Abschnitt 9 des Bezugsausweises 500 Gramm Win! gemüse ausgegeben. Lose Abschnitte sind gültig. Auch die vom Stat abschnitt abgetrennten Einzelabschnitte der GrundErgänzungskarten berechtigen zum Warenbezug. verweisen auf die amtliche Bekanntmachung des Ol präsidenten der Provinz Westfalen, Landesernährun amt Abt. B. in unserem heutigen Anzeigenteil. Freudige Spender. Von der Luftschutzgemeinsa Schule Forellstraße wurden für das Deutsche: Kreuz 220,30 RM. gesammelt. Auf jeden Kilometer kommt es an! Der Nochschub-Bedorf ausgedehnter Fronten mocht die vollständige Ausnützung jedes Suterwogens zur Pflicht gegenüber der Truppe 9. Richtige Wahl des Bestimmungsbahnhofes beschleunigt die Güterwagen- Auslieferung. Kläre schon vor der Beladung, welcher Bestimmungsbahnhof und welche Entladestelle im Frachtbrief anzugeben sind. 10. Fülle- falls es zu Deinen Aufgaben gehört- die Wagenbeklebezette richtig, deutlich und vollständig (mit Blaustift!) aus. Die Angabe des Bestimmungsbahnhofes muß mit dem Frachtbrief öbereinstimmen. Anschrift des Empfängers auf dem Beklebezettel nicht vergessen! Wer der Reichsbahn hilft, hilft der Front! Ausschneiden, sammein, immer wieder lesen Ceuminium Ein Roman um Weißes Gold für Deutschland von M. Bergmann Urheber-Rechtsschuts Drei-Quellen-Verlag. Königsbrück(Dresden) 17 Schaudernd wandte sie sich ab. Ihrem Begleiter war nicht mehr zu helfen. Von Grauen gepackt, ergriff sie die Zügel der Koppel. Die Hunde stürmten zwar noch immer wie die leibhaftigen Teufel über die Schneefläche, doch hatte ihr Tempo schon wesentlich nachgelassen. Ihre dampfenden Körper zeigten dicke Schaumflocken und ihr Atem ging pfeifend und in kurzen Stöten. Und doch versuchte Margot, die Tiere zu immer schnellerer Gangart anzutreiben. Ein grauer, sonnenloser Tag war angebrochen. Wie eine eintönige weiße Fläche lag das Oedland vor ihr. Der Himmel, eine dicke, rauchrote Mauer, begrenzte den Horizont. Nicht wissend, wohin sie sich wenden sollte, sah sie sich im Mittelpunkt eines kreisrunden Amphitheaters, das nur die grauen Nebel und die Leere des Todes erfüllten. Der schmale Waldstreifen am nordöstlichen Horizont war längst hinter ihr verschwunden. Auch von ihrem Begleiter und den Wölfen war nichts mehr zu sehen. Doch vernahm sie noch deut: lich das langgezogene Geheul der ihr noch immer folWie ein unerträgliches Gewicht legte sich der niedrige Himmel auf ihr Empfinden. Go weit sie blicken konnte, kein Busch, kein Baum, kein Fels, der die Monotonie unterbrochen hätte. Die dunkelgrauen Wolken rollten so niedrig über ihren Kopf hinweg, daß sie glaubte, nach ihnen greifen und sie berühren zu können. Die Magnetnadel auf dem Kompaß zeigte noch immer scharf nach Norden, woraus Margot schloß, daß die Tiere den Weg kannten und wahrscheinlich geradewegs ebenfalls den Werken zustürmten. Die schweißtriefenden Hunde immer und immer wieder antreibend, ging die Fahrt im gleichen Tempo weiter, Stunde um Stunde. Als sie aber um elf Uhr mittags noch immer über das schneebedeckte Oedland rasten, ohne auf eine menschliche Siedlung zu stoßen, kam sie doch zu der Erkenntnis, daß die Hunde nicht zu den Marimewerken rannten, sondern einen ganz anderen Weg einschlugen. Da das Tempo der Tiere immer langsamer wurde und von den Wölfen schon längst nichts mehr zu sehen war, beschloß sie, eine kurze Rast zu machen, um den Hunden etwas Ruhe zu gönnen. Aber wie wollte sie die Tiere zum Stehen bringen? Sie. rief sie an, ließ die Zügel locker, zog sie wieder straff an, doch die Tiere reagierten nicht, bis sie kurz nach zwölf Uhr ganz plötzlich von selbst haltmachten. Erleichtert aufatmend, sprang Margot aus dem Schlitten. Ihre Glieder waren völlig steif vor Kälte. Sie fror bis in die Fingerspitzen. Sie öffnete die auf dem Schlitten stehende Kiste und warf den Hunden zu fressen vor, wobei sie sich stets in angemessener Entfernung hielt. Aber bald erkannte sie, daß die Hunde durchaus nicht so gefährlich waren, wie sie aussahen. Sie streichelte die einzelnen Tiere, freundete sich mit ihnen an und brachte es zuletzt sogar über sich, ihre nassen Körper mit einer wollenen Decke trocken zu reiben, was sie sich auch willig gefallen ließen. Um sich selbst etwas zu erwärmen, rannte sie einige Male um den Schlitten herum. Dann setzte sie um ein Uhr ihre Fahrt fort. Die Tiere, die sich ganz gut erholt hatten, setzten sich sofort wieder in Trab. Doch bemerkte Margot schon nach kurzer Zeit, daß sie die Richtung geändert hatten und jetzt scharf nach Nordosten liefen. Eine halbe Stunde später sah sie in der Ferne ein kleines Gehölz auftauchen. Das Gestrüpp verkümmerter und windzerfetzter Föhren bedeckte kaum einen halben Morgen Land, doch bezeugte es offensichtlich, daß sie sich einer Baumgrenze näherten. Müde und abgespannt lehnte sie sich in ihren Sitz zurück. Der Verlust der Patronen offenbarte ihr, daß sie sich mitten in einer schlimmen Intrige und nicht in einer romantischen Geschichte befand. Jede Hilfe war ihr genommen. Sie sah sich verlassen einer Situation gegenüber, in die sie sich selbst gebracht hatte. Jedoch die Tatsache, daß sie nun ausschließlich auf ihre Kaltblütigkeit angewiesen war, reizte wieder ihren Mut. Jetzt, wo sie nicht mehr jeden Augenblick gewärtig sein mußte, von den Wölfen angegriffen zu werden, begann sie einmal angestrengt über alles nachzudenken. Daß der Großhändler Bruce sie absichtlich getäuscht hatte, als er ihr den Lappen Vinje als den Geschirrführer Linsäll vorstellte, darüber bestand nicht der geringste Zweifel. Ebenso war sie sich völlig darüber im klaren, daß kein anderer als Bruce die Patronen aus ihrem Revolter entfernt haben konnte. Und zwar mußte das geschehen sein, als sie sich mit seinem Sohn noch im Eßzimmer befunden hatte. Aber was waren die Gründe die den Großhändler zu einer solche Gemeinheit veranlaßt hatten? Weshalb hatte er sie wehrlos dem Lappen ausliefern wollen, von dem er doch wußte, daß er eine fürchterliche Wut auf sie haben mußte? Auf diese Frage fand sie keine Antwort. Oder sollte Bruce doch ahnen, weshalb sie hergekommen war? In diesem Falle mußte er mit jenen Leuten in Verbindung stehen, die zu Arel Kostas Feinden gehörten. Sie wdllte es nicht glauben. Daß der junge Bruce, der sie so ritterlich gegen den Lappen in Schutz genomm hatte, von dem gemeinen Vorhaben seines Vate nichts wußte, darüber bestand bei ihr kein Zweif Aber wie immer es sein mochte, eines Tages würde schon noch dahinterkommen, wenn sie nicht doch ni hier in der Einöde zugrunde ging. Die Hunde rannten jetzt so dicht an dem Gehölz en lang, daß sie deutlich die einzelnen Föhren untersche den konnte. Aber kaum war das kleine Wäldchen z Ende, als das junge Mädchen ganz plötzlich in der Fern ein mit hohen Palisaden umzäuntes Blockhaus auf tauchen sah. Die Tiere stürmten geradeswegs darau zu und blieben dampfend und mit zitternden Glieder vor dem geschlossenen und völlig verschneiten Tor stehen. Margot sprang aus dem Schlitten und stapfte durch den tiefen Schnee dem Eingang zu. Ein über die ganze Torbreite hinwegreichender Balken hielt die Einfahrt verschlossen. Allem Anschein nach war das Haus unbewohnt. Denn weder vor dem Tor noch im Hof sah man die Fußspuren eines Menschen. Ratlos, was sie jetzt tun sollte, sah sie zu den Hunden hinüber, die sich dicht an das Tor drängten und Einlaß begehrten. Sicherlich waren die Tiere hier zu Hause. In diesem Falle konnte die Hütte nur Vinje gehören. An eine Weiterfahrt war natürlich nicht zu denken. Wo sollte sie sich auch hinwenden? Sie kannte hier weder Weg noch Steg. Sie wußte ja nicht einmal, wo sie sich überhaupt befand. Außerdem war es sehr fraglich, ob die abgehetzten Tiere noch fähig waren, die Reise fortzusetzen. Ganz zu schweigen von den Wölfen, die vielleicht ihrer Spur gefolgt waren und bald hier eintreffen konnten. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als gewaltsam in das Haus einzudringen: Dort war sie mit den Tieren vorläufig in Sicherheit. leiche 74 Fretzelt der Jugendltchen im Ehrzeihandel VOrausgeahnte Erfindungen Der Reichsarbeitsminister hat mu Erlaß vom 26.1 Oktober 1944 seine Anordnung über die Freizeit Jugendlichen im Einzelhandel aufgehoben, da sie durch die Verordnung über die Sechzigstundenwoche und die Anpassung der Oeffnungszeiten im Einzelhandel an den totalen Kriegseinsatz gegenstandslos geworden ist. Es gelten demgemäß die früheren Bestimmungen der Anordnung über Ausnahmen vom Arbeitsschutz vom Deutsche Frauen und Mäde!! Au euch ergeht der Ruf: Tretet an zur Wehrhilfe für die kämpfende Front! Meldet euch als Wehrmachtshelferin bei einer Ortsgruppe der NSDAP. 11. September 1939 in Verbindung mit dem Erlaß vom 12. Dezember 1939, so daß also die im Einzelhandel beschäftigten Jugendlichen halbe freie Tage in demselben Umfange wie die Jugendlichen in der übrigen Wirtschaft erhalten. Eine Freigabe der Jugendlichen unter 16 Jahren an Sonnabenden ist jedoch, wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel dazu bemerkt, undurchführbar, so daß nur die Freigabe an einem anderen Nachmittag in Frage kommt. Falls sich dabei Schwierigkeiten für einzelne Betriebe ergeben sollten, und ein Vormittag zur Wahl steht, ist ein entsprechender Antrag an das Gewerbeaufsichtsamt zu stellen. Bei der Anpassung der Oeffnungszeiten im Einzelhandel an den totalen Kriegseinsatz sind die Oeffnungszeiten der Ladengeschäfte gelegentlich noch über 20 Uhr hinaus ausgedehnt worden. Nach dem Erlaß des Reichsarbeitsministers läßt das Jugendschutzgesetz jedoch eine Beschäftigung von Jugendlichen über 20 Uhr hinaus im allgemeinen nicht zu. Ein Bedürfnis, in diesem Falle Ausnahmen zuzulassen, wird daher in der Regel nicht anerkannt. Tausend Meter Seil halten den Förderkorb Viele hundert Meter muß der Bergmann im Förderkorb in die Erde hinunterfahren, um an seine Arbeitsstätte zu gelangen. Viele hundert Meter muß das Seil lang sein, das den Förderkorb bis in diese Tiefe bringt. Es hat dabei aber nicht nur die Last des Korbes zu halten, sondern es hat auch noch Längsschwingungen auszuhalten, die, je tiefer der Korb sinkt, um so stärker werden. Der Förderkorb beginnt zu tanzen, wie der Vergmann sagt. So ist das Seil also durch zwei entgegengesetzte Bewegungen stark beansprucht, und es muß deshalb besonders stark sein. Die Westfälische Bergwerkskasse in Bochum, die eine Reihe gemeinnütziger Einrichtungen zum Besten des Vergmannes unterhält, besitzt auch eine Abteilung, die die Seile auf ihre notwendige Stärle und Haltbarkeit prüft. Seilzerreißeinrichtungen im ganzen Strang, Drahtprüfungen, Seilschwingungsmesser und andere Apparate und Einrichtungen sowie eine halbjährliche Prüfung der Fördermaschinen und der Förderseile sorgen ständig für tadellose Seile. Diesen Arbeiten ist es zu danken, daß Brüche von Förderseilen so gut wie ausgeschlossen sind. Hunderttousende von Bergleuten fahren heute mit dem Gesühl absoluter Sicherheit Tag um Tag in die Tiefe und wieder zum Tageslicht. Die Luftwaffe spielt im modernen Krieg eine große, oft entscheidende Rolle. Schon der erste Weltkrieg hat dem Flugzeug eine bemerkenswerte Aufwärtsentwicklung gebracht. Der gegenwärtige Krieg hat sie selbstverständlich in ungeahntem Maße vorangebracht.— Welch Fortschritt hinsichtlich Konstruktion und Schnelligkeit, wenn man die Kampfflugzeuge des ersten Weltkrieges mit unseren Maschinen dieses Krieges vergleicht!„. Der Traum der Menschheit, fliegen zu können, ist uralt. Einem so universalen Menschen wie Leonardo da Binci hat bereits eine Maschine vorgeschwebt, die den Menschen in die Lüfte heben, ihm das Fliegen wie den Bögeln ermöglichen sollte. Von ihm liegen Entwürfe und Pläne zu einem Flugzeug um das Jahr 1500 vor! Jahrhunderte später erst wurde dieser Plan Wirklichkeit. Mutige, opferbereite Menschen, die ihr Leben der Idee des Fliegens unterordneten trugen diesen Gedanken immer weiter. Deutscher Erfindergeist hat auch an dem Wachsen und Werden des Flugzeugs, der Erreichung seiner heutigen Vollkommenheit, starken, ersten Anteil. Wie oft hören wir von besonderen Heldentaten unserer U. Boot=Männer! Wie das Flugzeug, wurde auch das Unterwasserfahrzeug schon lange vor seiner Entstehung, lange, bevor das erste seiner Art„in See ging“, vorausgeahnt. Als Jules Verne, dieser phantasievolle französische Schriftsteller, der mit seiner„Reise um die Welt in 80 Tagen" begreifliches Aufsehen erregte. den Gedanken eines Unterseehootes DER SPORT Das Handballspiel im Kriege Im Handballsport sind die Einwirkungen des Krieges nicht spurlos geblieben. Ueberall da, wo direktes Kriegsgebiet ist und die Waffen sprechen, sind die Rundenspiele eingestellt. Aber dennoch hat der Handball im sechsten Kriegsjahr noch eine ansehnliche Stärke. Das trifft sowohl auf die Zahl seiner Mannschaften, als auch auf die Leistungen zu. Um das Vorrecht, stärkster Handballgau zu sein, stehen Sachsen und Berlin=Brandenburg im friedlichen Wettstreit. Der Sportgau Sachsen hat 34 Männer= und 50 FrauenMannschaften im geregelten Spielbetrieb stehen, während es in Berlin=Brandenburg 39 Männer= und 47 Frauen=Mannschaften sind. Recht ansprechend ist auch der Jugendspielbetrieb in beiden Gauen mit 136 Mannschaften in Sachsen und 50 in Berlin=Brandenburg. Ueberraschend groß ist die zahlenmäßige Meldung in dem vom Luftkrieg hart bedrohten Sportgau Westfalen mit 25 Männer= und 20° FrauenMannschaften. Aehnlich ist die Lage im Sportgau Südhannover=Braunschweig mit 15 Männer= und 17 Frauen=Mann= schaften. Ein ganz anderes Bild zeigt der Sportgau Hamburg, wo den 41 Mannschaften der Frauen nur neun der Männer gegenüberstehen. In vielen weiteren Gauen überwiegen selbstverständlich die Frauenmannschaften und meist halten sie allein noch den Spielbetrieb aufrecht. Dennoch sind noch allenthalben die Männer am Werke und die Zahl ihrer Mannschaften übertrifft zum Beispiel in den Gauen Danzig, Westpreußen, Wartheland, Franken und Steiermark noch die der Frauen, während Württemberg und MünchenOberbayern sogar ohne Frauen=Spielrunden sind. Von Schleie bis Schlauch Der Europarekord über 100 Meter Rücken muß ähnlich wie das Brustschwimmen als eine ausgesprochene Domäne der deutschen Schwimmer angesehen werden. Denn seit dem Aber an„V1“ hat vorher keiner geglaubt und gedacht propagierte. nahm niemand dieses Projekt für ernst, dielt es lediglich für ein Phantasieprodukt. Niemand?— Vielleicht war der Deutsche Wilhelm Bauer der einzige, der in dem Gedanken eines Unterwasserfahrzeuges eine Realität sah. Was hat er für Anfeindungen erdulden, wieviel Sorge und Not hat er bekämpfen und tragen müssen. ehe sein erstes Unterseeboot„Brandtaucher“ von sich reden machte und die Ausführbarkeit dieses Gedarkens bewies. Welcher Rückschlag für ihn, als der„Brandtaucher“ 1851 im Kieler Hafen sank. Er blieb bis zum Jahre 1877 auf dem Grunde des Wassers, ehe er gehoben wurde Und was ist in diesem Ringen um Sein oder Nichtsein aus dei jungen U.Boot=Waffe des ersten Weltkrieges geworden! Sie hat schon bleibenden Ruhm an ihre Fahnen geheftet. Und sie wird, dessen sind wir gewiß, noch viel und in ehrenvollster Weise von sich reden machen. Und ist nicht schon viel über das Raketenflugzeug geredet, geschrieben und, debattiert worden? Vor allen in der neueren, den technischen Dingen gegenüber so aufgeschlossenen Zeit? Aber hat im Ernst jemand an ein ferngesteuertes unbemanntes Geschoß wie„B 1“ gedacht? Im Lager unserer Feinde hätte man selbst über die bloße Ankündigung eines solchen Geschosses hohnvoll gelacht. Bis die harte Wirklichkeit sprach.„B 1“ seine eherne Stimme ertönen ließ und stets von neuem ertönen läßt. Auch hier hat deutscher Erfindergeist eine Schlacht gewonnen. Es wird nicht die letzte Schlacht sein, die er siegreich schlägt Tage, da der Magdeburger Helene Oskar Schiele am 6. April 1912 in Brüssel mit 1:18,4 den Weltrekord des Ungarn Barany an sich riß, weist die Rekordliste nur deutsche Namen auf. Otto Fahr(Magdeburg) drückte Schieles Zeit kaum vier Wochen später auf 1:15,6 und befand sich damit an der Spitze der europäischen Rückenschwimmer, bis der Viersener Ernst Küppers die 100 Meter 1927 in Düsseldorf erstmalig in der vielversprechenden Zeit von 1:12,0 zurücklegte. Bei dieser Leistung aber blieb der lange, prächtig gebaute Rheinländer nicht stehen. Auf seinen vielen Fahrten, die ihn als Bademeister mit der„Bremen“ oder„Europa“ nach den USA. führten, lernte er von Kojak und Laufer ein neues Bemtempo, schnelles Wenden und raumgreifende Starts, und so kam er fast von Monat zu Monat zu besseren Zeiten und schließlich zu dem prächtigen Europarekord von 1:08,8 Min., mit dem er nur um sechs Zehntelsekunden hinter Kojaks Weltbestleistung blieb, die dieser 1928 auf der Amsterdamer Olympiade schwamm. Küppers Können und Leistungen aber waren für europäische Verhältnisse so überragend, daß es erst dem Erfurter Poseidonen Heinz Schlauch gelang, den Viersener zu entthronen. Das war am 14. März 1937 in Halle, wo der junge Thüringer mit einer Zeit von 1:08.6 Minuten die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Aehnlich wie bei Küppers handelte es sich hier aber auch nur um einen Anfang. Athletisch gebaut und körperlich überaus stark, kam es für Schlauch darauf an. im Wasser geschmeidiger zu werden, ohne deshalb an Kraft zu verlieren. Zwei Jahre harter Arbeit waren nötig, bis der Erfurter, den in Europa schon längst niemand mehr zu schlagen vermochte, mit 1:06,8 Minuten am 20. März 1938 in Halle nicht nur seine persönliche Bestzeit, sondern auch einen Europarekord erreichte, der erst seit Sonntag durch den hochtalentierten Schweden Björn Borg mit 1:06,4 Minuten überboten scheint, falls er den Nachprüfungen der Fina standhalten kann. Wir senken die Fahnen Der Turngau Sudetenland verlor in Ritterkreuzträger Lt. Walter Knaf und Ritterkreuzträger Kreuzinger zwei seiner Kameraden. Beide kamen als Jungturner aus der fudetenbeutschen Turnbewegung. Hans Kolv von der Allianz Frankfurt a. M., einer der besten Nachwuchelg#e auf der Mittelstrecke und früherer Inhaber der beutscheJugendbestleistung über 800 Meter, starb den Fliegertod. Heinz Schlauch getallen Als Leutnant der Infanterie fand der vielfache deutsche Meister Heinz Schlauch(Poseidon Erfurt) an der Westfront den Heldentod. Mit ihm verliert der deutsche Sport einen seiner erfolgreichsten Schwimmer, denn Schlauch war mit 1:06,8 Minuten Europas weitaus schnellster Rückenschwimmer und eine der zuverlässigsten Stützen der deutschen Ländermannschafte. Erwin Temke, der 1942 in 2:47,4 Minuten die Deutsche Kriegs=Meisterschaft im 200 Meter=Brustschwimmen vor Gold und Sietas gewinnen konnte, wurde an der Ostfront so schwer verwundet, daß er ein Bein verlor. Als Mitglied von Charlottenburg 87 und später als Feldwebel der Luftwaffe, gehörte Temke Jahre hindurch zu den Berliner Gaumeistern. Aus aller Welt Es fing so reizend an... Halle. Sie lernten sich in einem Cafehaus in Berlin kennen, der junge M., der die paar Stunden bis zu der Abfahrt des Zuges totschlagen wollte, der ihn zu seiner Schwägerin in Bad Lauchstädt bringen sollte, und Elisabeth G., die ihre Eltern in Mitteldeutschland, besuchen wollte. Elisabeth war die Unternehmungslustigere, sie sprach den jungen Mann an, und die Unterhaltung endete schließlich mit einer Einladung zur Schwägerin des jungen Mannes, die die beiden auch freundlich aufnahm und nach besten Kräften bewirtete. Nach ihrem Abschied drei Tage später aber fehlten der vertrauensseligen Frau in Bad Lauchstädt ein blaues Kleid, ein Rock, eine Bluse, zehn Taschentücher, vier Paar Strümpfe, Lebensmittelkarten sowie einige Büchsen eingemachte Birnen. Das Pärchen war nach Halle abgefahren, ohne daß M. allerdings wußte, daß seine Schwägerin den Besuch so teuer hatte bezahlen müssen. In Halle sprachen sie die Zeugin B. an, die sich durch ein gut vorgebrachtes Märchen verleiten ließ, beide in ihr Heim aufzunehmen Vor dem Abschied am nächsten Tage hatte sich aber Elisabeth auch hier wieder umgesehen, denn sie nahm mehrere Lebensmittelkarten sowie eine Geldbörse mit vier Mark Bargeld mit. Die Butterkarte tauschte sie auf dem Ernährungsamt in Halle gegen Reisemarken um und bescheinigte den Empfang der Marken mit dem Namen der Frau B. Bei der Verhandlung vor dem Halleschen Richter versuchte Elisabeth, die erst nach langem Umherfahren ergriffen werden konnte, die Diebstähle abzustreiten und M. als Hauptschuldigen hinzustellen. Ganz abgesehen von der Unglaubwürdigkeit ihrer Behauptungen sprach gegen die Angeklagte der Umstand, daß sie bereits wegen Diebstahls vorbestraft ist. Die Angeklagte wurde wegen Diebstahls in zwei Fällen, wegen Urkundenfälschung usw. zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Aus der Bewegung RSOAP., Ortsgruppe Herne=Constantin: Freitag, 15 Uhr, Antreten zur Beerdigung bei Kremer, Wiescherstraße. RS.=Frauenschaft, Jugendgruppe Herne=Stadtgarten: Sonntag, 9 Uhr, Treffpunkt im Heim, Kaiser=Wilhelm=Straße 375. RSDAP., Ortsgruppe Baukau: Sonntag, 9 Uhr, Dienstappell bei Neveling. V, Hart und schwer griff das Schicksal in unser stilles Familienglück ein und nahm mir meinen über alles geliebten, unvergeßlichen Mann, den besten, treusorgenden Vater seiner drei Kinder, meinen lieben, guten Sohn, Schwiegersohn, unseren guten Bru. der, Schwager, Onkel. Neffen und Vetter, den Pionier=Obergefreiten Arthur Siemon Inh. des Eisernen Kreuzes 2. Kl. er fiel am 28. September 1944 im Alter von beinahe 36 Jahren bei den Kämpfen im Westen. Du gabst dein junges Leben und ich mein ganzes Glück. In tiefem Schmerz: Frau Else Giemon geb. Striedeck, Doris, Winfried und Ado als Kinder, Frau Wwe. Heinrich Siemon als Mutter, Wilhelm Kronenberg und Frau als Schwiegereltern, Heinrich Giemon, z. Z. im Osten vermißt, und Frau Liesel geb. Peterlin und Kinder, Willi Siemon, z. Z. im Osten, und Frau Käthe, Willi Wiegand, z. Z. im Felde, und Feau Hilde geb. Sienion und all. Anverwandten. Herne, La=Roche=Str. 85 Nieder. Stüter(Bredenscheidt), im Dezember 194. Immer in Gedanken bei ihm, erhielten wir die un. faßbare Nachricht, daß unser einziger, guter, über alles geliebter Junge Soldal Günter Boer im blühenden Alter von 19 Jahren im Westen am 20. August 1944 nach einer schweren Verwundung den Heldentod stard. Wir hatten ihn lieb und werden ihn nie vergessen. In unsagbarem Schmerz: Paul Boer und Frau Amalie geb. Süllentrup und alle Anverwandten Herne, Glückaufstraße 14, den 7. Dezember 1944. Statt jeder besonderen Anzeige! Heute nachmittag 4.30 Uhr starb plötzlich infolge Herzschlag mein lieber Mann, mein guter Vater, unser lieber Schwager und Onkel Albert Bente im Alter von 50 Jahren In stiller Trauer: Elfriede Bente geb. Schlüter, Werner Berte, im Osten vermißt sowie alle Anverwandten. Herne. Harpener Weg 1, den 1. Dezember 1944. Die Beisetung fand in aller Stille statt. . In den frühen Abendstunden des 18. November 1944 verloren wir durch Feindeinwirkung auf Bochum unsere liebe, gute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Charlotte Schlwek ged. Rogalla geb. am 3. 1. 1888; unseren lieben, guten, stete hiifebereiten Onkel Walter Völzke geb. am 20. 2. 1894; unsere liebe, gute, nimmermüde Schwester, Schwägerin und Tante da Brackmann geb. Schiwet geb. am 22. 12. 1914 und unseren lieben kleinen, sonnigen Reffen und Vetter Werner Brackmann geb. am 3. 4. 1941. In stiller Trauer: Karl Grein, z. Z. im Felde und Frau Hetti geb. Schiwek. Luise Vorhardt geb. Schiwek, Willi Lagenkröter, z. 8. Urlaub, und Frau Emmi geb. Schiwek, Kinder Willi und Heinz=Jürgen. Herne, Jahnstraße 7, den 7. Dezember 1944. Die Beerdigung fand am 1. Dezember 1944 in aller Stille statt. Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied am 7. Dezember 1944 unsere liebe, herzensgute Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante N W. Emille Marlenwald geb. Jahnke im Alter von 66 Jahren. In stiller Trauer: Rudolf Jäger, z. Z. im Felde, und Frau Else geb. Marienwald, Ewald Stralla und Frau Auguste geb. Marienwald, 3 Enkelkinder und alle Anverwandten. Herne, Im Uhlenbruch 29, Bövinghausen, Katernberg, Gelsenkirchen. Treptow Rega und Brom. berg, den 7. Dezember 1944. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Dezemher 1944, um 14.30 Uhr von der Friedhofskapelle an der Wiescherstraße aus statt. Der göttliche Kinderfreund nahm nun auch unser zweites Kind, unseren kleinen Sonnenschein Renate im zarten Alter von 10 Monaten wieder zu sich in den Himmel. Dem Vater war es nicht vergönnt, sein kleines Mädchen auch nur einmal zu sehen. In tiefer Trauer Karl Eggemann und Frau Erna ged. Heckendorf nebst allen Anverwandten Herne, Im Uhlenbruch ba. den 6. Dezember 1944. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 8. Dezember 1944, um 15 Uhr von der Friedhosokapeste an der Wiescherstraße aus statt. Statt besonderer Anzeige! Am 3. Dezember 1944 ging, fern der Heimat, unser herzliebstes Söhnchen, Enkel und Reffe. unser aller Sonnenschein Detlet nach kurzer, schwerer Krankheit im zarten Alter von 15 Monaten für immer von uns. In tiefem Schmerz: Feldwebel Walter Schmidt, z. 3. Lazarett. und Frau Gertrud geb. Ruhwald, Familie Kurt Schmidt, Familie Adolf Ruhwald und alle Anverwandten. Herne, Schillerstraße 22 den 7. Dezember 1944. Unser lieber, kleiner Hans unser aller Sonnenschein, ist im zarten Alter von 8 Monaten wie. der von uns gegangen. In stiller Trauer: Albert Rüther und Frau Maria geb. Schmidhofer und alle Anverwandten. Herne, Horst Wessel=Straße 28, im Dezember 1944. Die Beerdigung hat bereits statt. gefunden. Statt besonderer Anzeige! An einer heimtückischen Krankheit ist unser liebster und einzigster Junge Dieter-Karl Napierski im Alter von 4½ Jahren für immer von uns gegangen. In tiefem Schmerz: Karl Napierski und Frau Elfriede geb. Riel. Johann Kiel und Frau Marie als Großeltern und Anverwandte. Herne, Schillerstraße 3. im Dezember 1941. Die Beisetzung findet statt am Freitag, dem 8. Dezember 1944, um 15¼ Uhr von der Friedhofskapelle an der Wiescherstraße aus. Am 1. Dezember 1944 nahm der liebe Gott nach kurzer, schwerer Krankheit unser innigstgeliebtes Töchterchen und Schwesterchen Erika im zarten Alter von fast 2 Zahren wieder zu sich in den Himmel. In tiefem Schmerz: Fritz Tinnemann, z. 8. im Felde, und Frau Anni geb. Hribar, Christel Tinnemann als Schwesterchen und Anverwandte Herne=Sodingen, Wilhelm.Busch. Straße 10e, im Dezember 1944. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Der göttliche Kinderfreund nahm am 2. Dezember 1944 unser liebes, erstes Kind unser aller Sonnenschein Klaus-Heriber: nach 5 Wochen wieder zu sich in den Himmel. In unsagbarem Schmerz: Fahnenj.=Wachtm. Paul Wieczorei und Frau Aenne geb. Michal. czak und alle Anverwandten. Herne, Cranger Straße 42a den I. Dezember 1944. Die Beerdigung hat bereits statt. gefunden. Stadt Herne. Amtliche Bekanntmachungen Auf Abschnitt 8 des Bezugsausweises für Obst und Gemüse aller Altersgruppen werden 500 Gramm Möhren oder Steckrüben und auf Abschitt 9 des Bezugsausweises 500 Gramm Wintergemüse ausgegeben. Die Verteiler haben die eingezogenen Kartenabschnitte auf Bogen aufgeklebt dem Ernährungsamt zur Abrechnung einzureichen. Herne. den 5. Dezember 1944. Der Oberbürgermeister. I. V.: Meyerhoff. Betr.: Beschlagnahme und Inanspruchnahme der Baureste an den durch Lus Wir haben uns verlobt: Friedel Szalata, Herne, Von-der. Hendt=Str. 53, Feldwebel Willi Dubiel, z. Z. Urlaub Herne, im Dezember 1944. Statt Karten! Ihre Kriegstrauung geben bekannt: Feldwebel Paul Scheu. mann, z. 8. Urlaub, Lieselotte Scheu. mann geb. Schiller, Herne, Castroper Straße 131, 8. Dezember 1944. Geschättliche Empfehlungen Mitten im Kriege für die Zukunft durch eine Lebensversicherung zu sorgen, ist klug und zeugt von Verantwortungs. bewußtsein gegenüber den Seinen. Aber ebenso notwendig ist die richtige Bemessung der Versicherungssumme, denn eine Lebensversicherung ist ein Ver. trag auf Jahrzehnte, der regelmäßige Zahlung von Beiträgen erfordert, de. ren Höhe vom nachhaltig sicheren Ein. kommen abhängig ist. „Zeitgemäße Backrezepte“ von Dr. Oetker sind heute in Millionen von Hausfrauenhänden. Wenn Sie selbst kein Exemplar dieser nützlichen Schrift besitzen, fragen Sie Ihre Nachbarinnen oder Verwandten danach. Sie finden darin eine Reihe wertvoller Backvorschriften, nach denen Sie auch mit den heutigen verminderten Zutaten nahr. hafte und wohlschmeckende Kuchen bakken können. und zwar auch ohne Fett und Eier. Die richtige Backzeit und hitze ist bei jedem Rezept angegeben, um das Gelingen des Backwerks zu sichern und Gas. Strom oder Kohlen paren zu helfen. Wenden Sie sich in allen Backfragen an Dr. August Oetker Bielefeld. Rohstoffe, Produktion. Rationalisierung. Begriffe unserer Zeit. Sie geben den Ausschlag bei allen Arbeitovorgängen im großen wie im kleinen. Wir wissen das und müssen doppelt wachsam sein um jeden unnötigen Verbrauch zu vermeiden. Auch das heilende Wund. nflost Verloren eeen. auch das heilende Wund pflaster Traumaplast wird aus wichti. gen Rohstoffen hergestellt. Deshalb Vorsicht bei der Arbeit. Zahlreiche kleine Verletzungen können vermieden werden. Echter Skunkspelz von Hafen. bis Moltkestraße verloren. Gegen Belohnung bei Frau Wwe. Gertr. Jäger. Hafenstr. 6, abzugeben. Herrenstiefel, gut Weiße ½ Krimmererhalten, Gr. 42, jacke für 10. bis geg. Damenstiefel 11jähr. Mädchen Pelz(Fuchs) am Montagabend auf dem Wege MontCenis=Str. 15 bis Herm.=Löns=Straße verloren. Geg. Belohnung abzugeben bei Drex. MontCenis=Straße 15. od. Damenschuhe, Gr. U3 zu tausch. gesucht. Zu erfva8e geg. Mädchenman. vol für 15jähr. zu ausch. gesucht. Fritz en in der Herner Ebdinghaus Herne itung. Riemker Str. 81. Kinderskimütze am 5. Dez. abends an der Overwegstraße verloren. Abzugeb. bei: Koralewfki Hiberniastraße 31. Ankauf Küchenherd zu kaufen od. gegen gute Entschädigung zu leihen gesucht. Dr. Schumacher Schaeferstraße 3. urch Luftangriffe verursachten Schadenstellen von Gebäuden 1. Auf Grund der§§ 11 und 25 des Reichsleistungsgesetzes in der Fassung vom 1. 9. 1939(RGBl. 1 S. 1645) werden hiermit alle zum Bau erforderlichen Verbrauchsstoffe, Geräte und sonstigen Gegenstände(Installationseinrichtungen, Baustoffe, insbesondere Mauersteine, Träger, Holz usw.), die an den durch Luftangriffe verursachten Schadenstellen von Gebäuden im Gemeindebezirk vorhanden sind, beschlagnahmt. Die Beschlagnahme bewirkt, daß das Verfügungsrecht an den beschlagnahmten Gegenständen ausschließlich auf mich übergeht, und sonst niemand— auch nicht der Eigentümer oder Besitzer— rechtsgeschäftliche Verfügungen hierüber treffen oder Veränderungen an den Sachen vornehmen kann. Dem entgegenstehende Rechtsgeschäfte sind nichtig. Den Rechtsgeschäften stehen Verfügungen gleich, die im Wege der Zwangsvollstreckung oder der Arrestvollziehung erfolgen. Die Sicherstellung geschieht, um die Baureste für die Durchführung von baulichen Sofortmaßnahmen verwenden zu können. 2. Zu, diesem Zwecke werden hiermit zugleich gemäß § 11 RLG. in Verbindung mit§ 23 RLG. die in Ziffer 1 beschlagnahmten Gegenstände in Anspruch genommen. Die von mir bestellten Einsatzleiter oder von ihnen schriftlich beauftragten Personen sind befugt, Baureste von Schadenstellen, z. B. Dachlatten und DachzieSchnittholz usw, für die Instandsetzung der Schäden an Gebäuden oder für sonstige Sofortmaßnahmen wegzunehmen, die Schadensgrundstücke mit diesem Ziele zu betreten oder sonst wie zu benutzen. Eine Vergütung hierfür steht den Leistungspflichtigen nicht zu. Der entstandene Gesamtschaden wird nach der Kriegssachschädenverordnung entschädigt. Ausnahmen von der Inanspruchnahme der Baureste können lediglich vom städtischen Hochbauamt für die Eigentümer der Baureste und sonstige Berechtigte zugelassen werden, wenn diese ein begründetes wirtschaftliches Interesse an der alsbaldigen Verwendung der Gegenstände haben und die Verwendung im Rahmen der kriegswirtschaftlichen verzege rnite ghrfelsscg Sese. Ausnahmegenehmigungen Herne, den 11. 9. 1944. Der Oberbürgermeister als untere Verwaltungsbehörde: Peiter. Betr.: Lose Abschnitte der Grund= und Ergänzungskarten gist burch Erlaß vom 25. schnitte der Grund= und Ergänzungskarten zum Warenbe. zuge berechtigen. Zur Beseitigung aufgetretener Zweifel hin, daß diese Bestimmung nicht für die auf die Grundtanerge er u Kinderreisnährmitteln auf die Grundkarten für Kinder bis zu 3 Jahren gilt. Diese Erzeugnisse dürfen nur an Kinder bis zu 18 Moean..— in dayer nach wie vor erdaß der Kleinverteiler auf dem StammabSpalte geborare ar(ag intragung angebrachte Sind nicht älter asr:*# Araufhin nachprüft, ob das Sinderresenäbem stte 1: Kindergetreide= und dir#auf Grundkarten(für Kleinstkinder, bei denen das Geburtsdatum nicht eingewerven. Bei Bedenken gegen der Eintragung sind die Kleinverteiler Vorlgge eines amrlichen Beleges über das Lebensalter des Kindes zu verlangen. Anordnung werden nach der Verbrauchsregelungsstrafverordnung verfolgt Bad Driburg, den 24. 11. 1944. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen. Landesernährungsamt Abt. B. Veranstaltungen Lichtburg. Nur 3 Tage:„Sein Sohn“. Ein Terrafilm mit Karin Hardt, Otto Wernicke, Rolf Weih, Ida Wüst, Max Gulstorff. Musik v. Hans Ebert. Spiel. leitung: Peter Paul Brauer. Wochen. schau— Kulturfilm. Jugendliche zugelassen. Täglich 2 Vorstellungen: 13.30 und 16.00 Uhr. Heu, jedes Quantum, zu kaufen gesucht. Brotfabrik Heinrich Düppe, Herne. Shamrock. straße 30. Teleson 508 85. Schw. Herren=Halb. schuhe, gut erhalt., Gr. 12. gegen D.= Halbschuhe. Gr. 38 bie 9) zu tausch. gesuchl. Ost, Castroper Ser. 341. Anzug, gut erhalt., Gr. 50 geg. gleich. wert., Gr. 58 zu tauschen gesucht. Zu erfragen in der Herner Zeitung. Zwei Freunde, Schlosser u. Bergmann, 1.60 gr., 40 u. 44 Jahre alt, o. Anhang, suchen auf diesem Wege Bekanntschaft mit 2 Damen, Wwe. an. genehm, zwecks Hei. rat. Angeb. unter E 52 a. d. Herner Zeitung. Wohnungs-Gesuche Schöne 3=ZimmerWohng. sofort ge. sucht. Angeb. unt. E 53 a. d. Herner Bote oder Botin für kleinen Bezirk (Börnig) sof. ges. Meldungen bei der Herner Zeitung. Putzfrau für 3 Vormittagsstunden gesucht. Fritz Nagel. Bahnhofstraße 71. Suche wegen Erkrankung des setzigen ein Fräulein zum sewvieren. Gaststätte I.Brune, Horsthauser Str. 16. * 4—