Diese Zeitung erscheint tägl.(auch Sonntags) Bezugspreis durch die Boten fre Haue halbmonatlich 1.05. Anzeigen 1 mmn Höhe in der 28 mmn breiten Spalte 0.10, s0; auswärts 0.12, Reklamen 0.40. für auswärts 0.50 R.=M. StellenBuersche Zeitung General=Anzeiger für Gelsenkirchen und das Emscher=Lippeland zwangsweiser Beitreidung oder Konkursverfahren ist der bewilligte Radat“hinfällig. Druck u. Verlag Duersche Druckerei omd6. G.=Duer Kreisblatt für den Stadtkreis Gelsenkirchen Amtsblatt für das Amt Westerholt und die Gemeinde Polsum. Verordnungsblatt des Amtsgerichts Gelsenkirchen=Buer Nr. 57/ 51. J8. 1932 Geschäfiestellen Buer, de la Chevallertestraße 27, Fernruf G.=Buer S.=A Sammel=Rummer 30141; Gelsenkirchen Alter Markt 20; Orahianschrift Zeitung Buerwestfalen. Dostscheck=Konte: Koln 201 12. Bank=Konto: Commerz= und Orivai=Bank A.=G. Buer. für das Erscheinen der Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Unfell- Unterstügung m Höhe von 230 R.=M.— bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabe der Versicherungs=Bedingungen. Der Kanzler vor den Reichstagsabgeordneten Brüning wirbt für Hindenburg Große Rede über seine Politik Scharfe Abrechnung mit der Opposition Brüning in großer Form Androhung von Repressalien gegen Litauen Goebbels setzt seine unterbrochene Rede fort Die Parteien reden... Brünings beste Rede Sein großer Erfolg :: Berlin. 2d. Februar.(Eigene Meldung.) Die heutige Kanzlerrede hat im Reichstag einen ganz außerordent. lich starten Eindrusk gemacht. Alls Dr. Brüning geendet hatte, war sie lange Jelt die neue Maßnahmen jeder einzelnen Reder Gesprachsstofi in der Wandelhalte,#n gierung ersorderlich machen können. Wir leben in einer Zeit mit gleicher NervenDarauf nimmt unter allgemeiner Spannung Reichskauster Dr. Brüning das Wort. Von den Kommunisten kommen Rufe:„Hungerkanzler". Der Prasident ruft deswegen den Abgeordneten Ulbricht (Komm.) zur Ordnung. Reichskanzler Dr. Brüning geht zunächst auf die Außenpolitik ein und führt dazu aus: Die Lage ist außenpolitisch so gespannt, wie selten vorher. Die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Von Tag zu Tag können Ereignisse eintreten. bezeichnete sie allgemein als die beste Rede, die der Kanzler je gehalten hat. Viel bemerkt wird, daß trotz allem Wider. spruch und allem Tumult, womit die Nationalsozialisten die Kanzlerrede im Ganzen begleiteten, sogar aus ihren Reihen zu einzelnen Stellen Beisall kam. Dies gilt z. B. für den Passus, in dem Dr. Brüning seststellte, daß nicht alle Schuld erst seit dem 9. November 1918 datiere, sondern man auch die Fehler der Vorkriegs in die Betrachtungen einbeziehen müsse. Aus dem außenpolitischen Teil der Kanzlerreve wiro in politischen Kreisen besonders das Wort hervorgehoben, in dem Dr. Brüning von der Moglichkeit von Repressio= Mahnahmen gegen Zitauen sprach. So vorsichtig es formuliert war, dürfte en in Litauen doch verstanden werden. Die stärkste Wirkung hatte der Kanzler abex mit den innerpolitischen Ausführungen, in denen er mit seinen Gegnern abrechnete. Die Art, wie er z. B. die Angrisse des Abg. Rosenberg mit dem Hinweis erledigte, daß Rosenberg sich noch nicht darüber im klaren gewesen sei, welches Vaterland er wählen solle, als Dr. Brüning bereits jahrelang seine ganze Person für Deutschland eingesetzt hatte, war außerordentlich wirkungsvoll, und dagegen konnten selbst anspannung wie im Kriege. Es ist tatsächlich schon ein blinder Krieg in wirtschaftlicher Beziehung in der ganzen Welt entbrannt. In einer solchen Zeit kommt alles darauf an, mit Kaltblütigkeit und ohne Rücksicht auf innerpolitische Agitation die Sache des Landes zu betrachten, zu formulieren und zu verteidigen. Wenn man Kritik übt an meinem Auftreten in Genf, so will ich. ohne näher auf die Einzelheiten einzugehen vor allem ein ganz klates Wort grundsätzlich aussprechen: Ich werde mich nie dazu verleiten lassen, eine Prestigepolitik zu machen mit Rücksicht auf Agitationsbedürfnisse im Innern, wodurch die Lebensinteressen der deutschen Volkes auf lange Sicht gefährdet werden könnten. (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit). Diese Stellungnahme wird in der Welt auch verstanden.(Lärm rechts und Rufe: Siehe Litauen!) Es würde aber eine ganz andere Kraft hinter dieser Poritik stehen, wenn das deutsche Volk sich entschließen könnte, in entscheidenden Punkten der Außenpolitik aus innerpolitische Auseinandersetzungen zu versichten.(Lebhafte Kundgebungen in der Mitte. Lärm bei den Nat.=Soz.) Sie(zu den NationalsoziaKommunisten). Die bedrohliche Lage in Schanghai hat der Reichsregierung Veranlassung gegeben. Maßnahmen für eine etwa notwendig werdende Wegschaffung der dort ansässigen Reichsdeutschen, insbesondere der Frauen und Kinder, zu treffen. In der Remelfrage sind hier scharfe und unberechtigte Kritiken an dem deutschen Gesandten in Kowno geübt worden. Der Gesandte Morath, der fünf Jahre lang auf dem schwierigen Posten in Kowno unter wenig erfteulichen Umständen unermüdlich die deutschen Interessen wahrgenommen hat, verdient nicht diese Kritik. Auf alle Fälle sollte im gegenwärtigen Moment, wo der Gesandte an exponierter Stelle die Interessen des hoven bemerkt der Reichskanzler, die Reichsregierung habe die Verhandlungen über den russisch=polnischen Pakt mit großter Aufmerksamkeit verfolgt. Er fährt fort: Ich kann der vom Abgeordneten von Freytagh erwähnten Befürchtung nicht zustimmen. Falls Volen einen dritten Staat angreift, besitzt Rußland nämlich gemäß Artikel 2 des Vertrages Handlungsfreiheit; und es besteht deshalb kein Anlaß, im deutsch=russischen Verhältnis eine Aenderung eintreten zu lassen. Zu den Aeußerungen des Abgeordneten von Freytagh hinsichtlich der Jollunion betont der Kanzler, es sei bereits jetzt Gemeingut aller wirtschaftlich und politisch Auf der kechlen leere Bänke die politischen Gegner Dr. Brünings nichte listen) haben gestern eine ziemlich oberStichhaltiges einwenden. Je länger der flächliche Kritik an der Außenpolitik geKanzler sprach,“ umso persönlicher wurden übt.(Sehr wahr). Sie hätten besser daran seine Ausführungen, mit umso größerer getan, vorgestern und gestern dieses SchauLeidenschaft trat er seinen Angreisern ent= spiel nicht der Welt zu geben.(Zustimgegen und zwang so trotz allem Lärm das Haus zeitweilig so in seinen Bann, in dieser Art vor ihm nur Strefemann vermochte. Als Dr. Brüning mit dem schönen mung.) Im Vordergrunde des Interesses ie es steht jetzt vor allem auch die ostasiatische Als der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Breitscheid am Mittwoch seine Rede im Reichstag begann, verließ die gesamte Rechte— Nationalsozialisten und „ Deutschnationale— den Sitzungssaal. Frage(Widerspruch rechts und Rufe: Das Memelland). Wie Sie,(zu den Nationalsozialisten) gestern selber hervorgehoben Appell schloß, mit dem er voll Wärme und haben, ist dies tatsächlich der Fall, zumal Herzlichkeit für den Reichspräsidenten von auch aus ihrer Lösung und Behandlung Hindenburg eintrat, erntete er einen Beifall, an dem sich auch Abgeordnete der Deutschen Volkspartei beteiligten. In breiten parlamentarischen Kreisen wird diese Rede als das eigentliche und große Ereignis der Reichstagstagung gewürdigt. * :: Berlin, 25. Februar.(Drahtb.) Der Reichstag trat um 12 Uhr zusammen. Reichstagspräsiden: Lobe bittet bei Folgerungen gezogen werden auf and re Fragen, die uns regional und menschlich näher liegen.(Beifall). Die Reichsregierung verfolgt mit steigender Besorgnis die Vorgänge in Ostasien, die den Frieden wischen China und Japan erschüttert habe und zu weiteren Komplikationen führen können.(Lärmende Zurufe bei den Kommunisten). Die freund chaftlichen Beziehungen, die Deutschland zu jenen beiden Staaten unterhält Eröfnung der Sitzung die Abgeordneten, das Interesse des deutschen Handels an sich darauf einzurichten, daß heute die Sitzung länger dauern und morgen die Bekatung früher beginnen wird, weil die Abstimmungen unter allen Umständen Freitag abend erledigt sein sollen. Der Präsident teilt weiter mit, daß die volksparteilichen Abgeordneten Dr. Schneider und Geh imkat Kahl einen drei= bzw. siebentägigen Urlaub nachgesucht haben In der Fortsetzung der Aussprache über die Richspräsidentenwahl spricht Abg. Leicht(Byerische Volkspartei). E: meint, der nationalsozialistische Abgeordneie Rosenberg habe mit seiner Prophezeihung der Hitler=Präsidentschaft sich auf ein sehr gejährliches Gebiet begeben. Diese Prophezeiung wird nicht eintreffen, denn das deutiche Volk hat nur einen Mann, die Hindenburg der nicht nur getrom der Aufrechterhaltung friedlicher Zustände im Fernen Osten und nicht zuletzt unsere Zugehörigkeit zum Bölkerbund und unsere Stellung als ständiges Natsmitglied machen der Reichsregierung zur Pflicht, sich mit ganzer Krart für eine friedliche Beilegung des Konfliktes einzustzen.(Beiall). Die Reichsregierung hat sich daher an allen darau abzielenden internationalen Bemühungen beteiligt. Sie hat insbesondere an der Entsendung einer Untersuchungskommission des Völkerbundes mitgewirkt(Lachen bei den Nationalsozialisten) und sich den Vorschlägen der britichen und amerikanischen Regierung zu einer Beilegung des Konfliktes angschlosen. Die deutsche Regierung var debei stets zu berücksichtigen, daß die Lage Deutschlands in China von der der übrimelt, sondern auch gearbeitet und gropiertgen Mächte sich richtlich dadurch unterdat für das deutiche Volk.(Lebhafter Bei= scheidet oan Deutschland auf die all). Gegen Hindenburg steht die soae[Exterri torialität in China ver. kannte„nationale Opposition".(Rufe zichtet hat Ich möchte der Hoffnung Auskechts:„Jogenannte“?) Wollen Sie etwa druck geben, daß es den Bemühungen des dem Grafen Westarp und anderen Män= Vöskerbundes und der großen Nationen nern der Rechten die nationale Gesinnung gelingen wird den Feindseligkeiten Einabsprechen?(Sehr gut). Wir geben die halt zu gebieten und bald den Weg zu Vorole beraus: Für Hindenburg und sei= einer friedlichen Lösung zu finden(Lachen den Sieg om 13. März(Beisall) und Lärm bei den Nationalsozialisten und Deutschen Reiches zu vertreten hat, er, um wirken zu konnen, solchen Angrissen nicht ausgesetzt sein.(Beijall in der Mitte, Lärm bei den Nationalsoziolisten) und Rufe:„Wann treten Sie ab?“ Ich muß es auch ablehnen, auf Angriffe der litauischen Regierung, die ich für unverant wortlich und vertragswidrig halte, mit vorzeitigen Repressiv=Baßnahmen zu reagieren.(Lebhafte Zuruse bei den Nationalsozialisten). Ich habe ausdrücklich betont, mit vorzeitigen Nepressiv=Maßnah. men. Im Memelgebiet kämpft eine rapfere seit 700 Jahren ansässige deutsche Bevölterung um die Wahrung ihrer autonomen Rechte und Erhaltung ihrer Kultur und Tradition. Die deutsche Regierung hat den ihr ale Natostaat vom Statut gegebenen Weg beschritten. Eo wird sich jetzt zeigen, ob die lilanische Regierung normale Zustände im Memelgebiet heistellen wird. ob sie sich an ihre internationalen Verpflichtungen halten wird. Ich werde nicht zogern, Repressir=Maßnahmen gegen Lilauen zu ergreisen, wie die Umstände er im richtigen Augenblick erforderlich machen. (Beisall). Die Amtsnied rlegung durch Herrn Böttcher ist durch seine freie Initiative ohne irgendeine Einwirkung von deutscher Seite erfolgt. Es hat mich eigentümlich berührt, daß bei einer so ernten Frege der Abgeordnete Rosenberg die Behauptung aufgestellt hat, daß 40 bie 50 Prorent des Personals der deutschen Gesandt chaft in Kowno litauische St atsangehörige seien. Unter den Angestellten befindet sich eine Dolmetscherin, die. als Reichsengehörige geboren, einen sogenannten Balten geheiratet hat.(Stürmische Heiterkeit und Ruse: Aoenberg ist ja auch ein Balte). Dann ist dort ein litauischer Bote beschäftigt, ein balti'cher Pförtner und ein haltischer Hilfsbote.(Große Heiterkeit) Gegenüber dem deutschnationalen Abgeordneten von Freytagh=Loring= Einsichtigen in Europa, daß Oesterreich auf seinem eigenen Wirtschaftsraum nicht selbständig wirtschaftlich bestehen konne. Der Kanzler erinnert an den in dieser Richtung ergangenen Bschluß der Finanzkommission des Völlerbundes und jügt hinzu: Die Reichsregierung ist auch heute bereit, an allen Maßn=hmen teilzunehmen. die auf Grund des Gutachtens der Finanz= kommission ins Auge gesaßt werden sollten, um die wirtschaftliche Lage Oesterreichs zu erleichtern.(Seyr gut! bei der Mehrheit) Rufe rechts: Soweit es Frankrrich erlaubt!) Der Abg. v. Freytagh hat wetter versucht. Meinungsverschiedenheiten wischen Herrn Dr. Curtius und mir während der Genser Ratstagung herauszuuchen.(Abgeordneter von Freytagh: Ich habe nicht versucht, sondern nur nach Meinungsverschiedenheiten gefragt!) Grundätzlich und in den allgemeinen Dingen bestand zwischen uns volle Uebereinstimmung. Aber bei der sprunghaften Entwicklung der ösd rreichischen Wirtschaftskrise und der wirtschaftlichen Verhältnisse überhaupt mußte es dem Reichsaußenminister überlassen bleiben, den Erfordernissen der Verständigung innerh lb der allg meinen Linie nach eigenem Ermessen Rechnung zu tragen. Ueber den Verlauf der Möglichkeiten der Genser Abrüstungskouferenz heute schon zu urteilen, scheint mit verfrüht. Das Urteil des Abg. von Freylagh über das besherige Ergebnis in Genf wird aber von weiten Kreisen nicht geteilt, besonders nicht vom Ausland. Herr von Freytagh hat ansche nend entweder meine Rede nicht gelesen, oder kein Verständnis für Formulierungen, die eine deutliche und klare kritische Stellungnahme gegenüber den Vorschlägen bedeuteten.(Lärm rechts.) Die in= und ausländische Presse jedenfalls mit ganz wenigen Ausnahmen, hat den Sinn meiner Genser Abrüstungsrede einwandfrei verstanden.(Beijall bei der Mehrheit, Lärm rechts.) Der Konventionsentwurf der Vorbereitenden Abrüstungskonserenz wurde auch gestern nicht als Diskussionsgrundlage genommen, sondern nur als Rahmen. Gegenüber dem Abgeordneten Rosenberg (Nat.=Soz.) und seiner gestrigen außenpolitischen Kritik erklärt der Kanzler, er finde es eigentümlich, daß Mitglieder des Reichstages, die sich im Inland an Kritik nicht genug tun könnten, gegenüber ausländischen Presser rtretern eine ganz entgegengesetzte Haltung einnähmen.(Lebhaftes Hört, Hört.) Der Führer einer Oppositionspartei, so fährt der Kanzler fort, hat einer amerikonischen Zeitung gegenüber erklärt, daß er den Tor. meiner Rede in Genf zwar im allgemeinen nicht leiden könne, daß er aber den darin geäußerten Standpunkt, besonders auch im Hinblick auf die Abrüstung, als eine angenehme Ueberraschung empfinde. (Stürmisches Hört, Hört. Lärm und Ruse rechts. Namen nennen!) Der Kanzler iennt den Namen des Ritters von Epp, worauf bei den Nationalsozialisten neue lärmende Unterbrechungen eintreten, die mit Zurufen auch von der Regierungsbank beantwortet werden.) Als Präsident Loebe die Nationalsozialisten ermahnt, doch nicht dauernd zu provozieren, kommen von den Nationalsozialisten Rufe: Der Verkehrominister provoziert! Das für die deutsche Zukunft und die deutsche Wirtschaft bedeutsamste Problem, so fährt der Kanzler fort, ist die Revarationsfrage Herr von Frentagh hat gestern eine Methode angewandt, die sich zwar für vertrauliche Verhandlungen im Auswärtigen Ausschuß eignet, nicht aber für das Plenum, weil hier die Reichsregierung mit Rücksicht auf alte diplomatische Tradition und Vertraulichkeit der Verhandlungen nicht antworten kann.(Hört, Hört und Lärm rechts.) Herr von Freytagh hat eine Reihe von Behauptungen aufgestellt, die nicht nur die Tatsachen auf den Kopf stellen, sondern mich sehr zweiseln lassen an der Stabilität seines Gedächtnisses(Heiterkeit). Er hat sich an Gerüchte gehalten. die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Er sowohl wie der Abgeordnete Rosenberg haben so getan. als ob in der gansen Reparationsfrage es keinen Besuch in Chequers und anschließenden Aktionen gegeben haben.(Zurufe bei den Nationalsozialisten.) Kein politischer Schritt ist in den keitischen Tagen unternommen worden, ohne in engster Fühung mit der amerikanischen Regierung zu stehen. Damit ist die Behauptung widerlegt, als ob wir durch Schritte unsererseits die Initiative Hoovers auch nur im geringsten geschädigt oder gestört hätten. Mit dem französischen Ministerpräsidenten habe ich alle schwebenden Fragen besprochen, wenn auch das Abrüstungsproblem bei diesem kurzen Besuch nicht wesentlich vertieft worden ist. Jedermann weiß aber, daß der Zweck meiner Pariser Reise der Vorbereitung der Londoner Konserenz diente, über deren Bedeutung sich Herr von Freytagh gänzlich ausgeschwiegen hat.(Abg. von Freytagh:„Es ist doch nichts dabei herausgekommen!“) Ihnen scheinen die ganzen Maßnahmen der Stillhaltekommission mit ihren für Deutschlands Wirtschaft außerordentlich wichtigen Konsequenzen vollständig entgangen zu sein.(Sehr gut bei der Mehrheit). Seine Bemerkungen über den Layton=Bericht sollte Herr von Freytagh am besten aus dem Stenogramm seiner Rede streichen.(Beifall). Es ist unglaublich mit welchem Mangel an Gewissenhaftigkeit er der Reichsregierung, die n diesem Punkte doch auch seine These eingehalten hat, Schwierigkeiten macht. Die Unterhaltungen mit dem französischen Botschafter haben ganz auf der Linie dessen gelegen, was ich in dem bekannten Intervew mit dem WTB. zur Reparationsfrage festgelegt habe. Zurückweisen muß ich die Vorwürfe gegen Dr. Meschior, dem ich für seine energische, kluge und tapfere Haltung den Dank der Regierung ausspreche. — Rummer 57 Freitag, don 25. Februar Es ist unrichtig, daß er das französische Mitglied gegen das englische unterstützt hätte. Die Reparationskonserenz ist nun endgültig auf Juni festgesetzt worden. Deutschland hätte dringend gewünscht, daß durch einen früheren Leitpunkt die wirtschaftliche Depression, die von dieser offenen Frage ausgeht, schneller beseitigt und das allgemeine Vertrauen wieder hergestellt würde. Andere Staaten waren nicht dieser Meinung, und die Reichsregierung kann daher eine Verantwortung nicht dafür übernehmen, daß die Reparationskon= serenz erst kurz vor dem Juli zusammentritt. Die Reichoregierung hält an der Aufsassung fest, die ich in dem Interv##e# niedergelegt habe. Die Lösung der Reparationsfrage bildet die Voraussetzung der Verständigung auch über andere wirtschaftliche Fragen, die notwendig sind, damit wir zur Milberung der Arbeitslosigkeit in der ganzen Welt kommen. Zu den Ausführungen über die Beslatten kann ich erklären, daß die Reichsregierung alles tun wird, um einer fortschreitenden Deslation zu begegnen. Die Maßnahmen des Preiskommissars sind zu einem Abschluß gekommen. Weitere Maßnahmen werden noch hinsichtlich der össentlichen Tarise für Gas und Elektrizität gefordert. Wir werden zu verhindern wissen, daß die Preise plötzlich wieder in die Höhe gehen. Den Brotpreis wollen wir stabil halten. Alles hängt davon ab, daß die deutsche Währung stabil gehalten wird. Dazu gehört eine Etatopolitik, die die sichere Deckung aller Ausgaben garantiert. Die notwendige Belebung des Arbeitomarktes zur Behebung der gegenwärtigen Not setzt voraus, daß der lähmende Pessimiemus weicht. Dieser Pessimismus wird gesördert durch die Art und Weise der politischen Agitation, die gegen Regierung und Staat getrieben wird. Weil wir die Wirtschaft beleben, und weil die Außenpolitik stark beeinflußt wird durch vie innenpolitische Agitation in dieser kritischen Zeit, darum habe ich den Versuch gemacht, die parlamentarische Verlängerung der Amtszeit des Herrn Reichspräsidenten herbeizuführen (Lärm und Gelächter bei den Nationalsozialisten.) Der Reichskanzler wiederholt dann die entscheidenden Sätze aus seiner Rundfunkrede, in denen er sagte, zu den Legalitätsbeteuerungen des nationalsozialistischen Führers Hitler ständen in schroffstem Gegensatz die Aeußerungen nicht weniger promienter Unterführer der nationalsozialistischen Partei.(Aufe bei den Nationalsoztalisten:„Namen nennen!“) Die Reichsregierung ist immer für eine strenge, oder gerechte Reichswehrminister Groener soricht Reichswehrminister Groener bei der Abgabe seiner Erklärung gegen Goebbels und seinen Ausführungen über den Reichswehrerlaß bezüglich der NSDAP. ich es ablehnen, darüber Belehrungen von einem Mann entgegenzunehmen, der in jener Zeit noch gar nicht entdeckt hatte, welches Vaterland er überhaupt hat. (Stürmischer Beifall der Mehrheit.) Die Behauptung, daß ich mit meiner Person Schuld sei an dem Nichtzustandekommen einer Einheitskandidatur des Reichspräßidenten von hindenburg durdführung der Presseverdeie ingetreten. Ich habe von vornherein auf em Standpunkt gestanden, daß es gegenider einer sich noch so scharf gebärdenden ationalsozialistischen Bewegung nicht ovorun sei, mit Maßnahmen und einer Politik vorzugehen, die an das Sozialistengesetz ergangener Jahre erinnern.(Minutenang anhaltender Lärm bei den Nationalozialisten und Kommunisten.) Das ist such die Grundtendenz des Erlasses des leichswehrministers, daß. wenn sich ein Bestreben seitens des Führers oder der führer einer solchen Bewegung zeigt, unjedingt die Massen auf dem Wege der Legalität weiter zu führen, man solche Benühungen nicht von vornherein zurückweien kann.(Zurufe bei den Sozialdemokraen.) Das bedeutet aber nicht ein weichiches Zurückweichen vor Drohungen. Sollen Sie(zu den Nationalsozialisten) etwa lach dem Erlaß des Reichswehrministers u Methoden früherer Zeit zurückkehren. der sollten sich Mißbräuche nach diesem Eraß in der Reichswehr ergeben, dann, so tehe ich nicht an zu erklären, würden wir segen sie entschlossen wieder einen anderen Peg wählen.(Beifall bei den Sozialdemoraten, anhaltende lärmende Unterbrechunsen bei den Nationalsozialisten und Aufe: Decken Sie Erzesinskis Hundeseitsche?— Präsident Loebe erteilt meheren Nationalsozialisten für fortgesetzte Interbrechungen, lärmende Zurufe wedersolt Ordnungsrufe und bedauert, daß bei em großen Lärm der Kanzler noch kaum inen Satz ungestört aussprechen könne.) Wenn der Abg. Goebbels gesagt habe, nie Reichsregierung sei schuldig an dem sich ntwickelnden Bürgerkrieg. so ist das, sagt der Kanzler mit erhobener Stimme, das tärtste Stück aus dieser ganzen Debatte. Erneute Tumultszenen bei den Nationalozialisten, in denen ein Teil der Ausfühungen des Kanzlers verloren geht: Praident Loebe kann dem Kanzler nur mit Rühe einigermaßen Gehör verschaffen) Der Kanzler betont noch, daß die Reichsegierung selbstverständlich die Pflicht habe, ür Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordtung zu sorgen. Die Rechtsopposition rede mmer vom System und meine dabei manch. nal das System Bruning, manchmal das System des 9. November.(Aufe bei den Nationalsozialisten: Das i' das gleiche) Reichokanzler De. Brüning ruft erregt: Am 9. November 1918 wür ieb in der bruppe Winterfeld, die zur Niederwerfung r Nevolution gebilbet werben war.(Be:. all in der Mitte. Lürm bei der National. ezialisten.) Wenn der Abg. Rosenderneine vaterländische Gesinnung vordüchtigt muß ich in Uebereinstimmung mit allen dafür in Frage kommenden Stellen als eine bewußte Unwahrheit bezeichnen.(Stürdische Hört, Hört=Rufe.) Den Führern der nationalen Opposition ist ebenso bekannt wir mir, daß ich diese Schuld nicht trage Ich habe mehrjach dem Reichspräsidenten meine Demission angeboten, um die Bahn frei zu machen Selbstverständlich wollte ich meinen Posten nur verlassen, um die Bahn für den Aufstieg frei zu machen, aber nicht für das Chaos.(Beifall.) Die Forderungen einer Geuppe, die letzten Endes darauf hinausliesen, ihr den gesamten Staatsapparat auszuliesern, haben das Scheitern der Verhandlungen verschuldet, die ich nicht geführt habe. Zu derartigen Expeeimenten war der Reichopräsident, dem während seiner ganzen Präsidentschaft die Einigleit und Konzentration aller Kräfte am Herzen gelegen hat, in keinem Augenblis bereit. Ich muß das feststellen, damit nicht im Wahlkampf immer wieder mit solchen Lügen operiert wird. Ich habe mich den Bestrebungen, die Opposition an die Macht heranzulassen, nicht widersetzt, weil ich immer hoffte, daß er dem maßvollen Führer gelingen würde, die Massen der Anhänger im Zaume zu halten. Ich habe freilich nie ein Hehl daraus gemacht, daß bei einer solchen Beteiligung der Opposition an der Regierung ich mit meiner Person nicht mehr in Frage käme.(Zuruf bei den Nationalsozialisten: Sie würden wir auch nicht akzeptieren!) Jeder Mann ist sich aber klar darüber, daß die beiden bürgerlichen Parteien und auch andere Gruppen, die sich ihnen zuzählen, in den Reihen der Opposition zu keiner Einigung über irgendwelche politische Frage kommen können. Das habe ich zwar-orausgesetzt. Aber mir daraus Vorwürfe zu machen, geht doch wohl zu weit.(Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Sie können auch nicht von mir verlangen, daß ich Ihnen zur Möglichkeit einer Einigung verhelse, indem ich gewissermaßen über meine eigene politische Leiche hinwegspringe.(Erneute Heiterkeit und Zustimmung.) Ebenso wenig bin ich Schuld daran, daß Sie nicht als erste darauf gekommen sind, den Reichspräsidenten von Hindenburg auszustellen. Sie(nach rechis) sammern immer darüber, daß Sie nicht an die Macht kommen. Es sind unzählige Versuche in den letzten Jahren gemacht worden mit den Rechtsparteien zusammen zu rezieren. Wer klug ist im politischen Leben, braucht das zwar nicht so stark herausjuschreien, erringt aber die Macht; die anderen nicht.(Händeklatschen und Heiterkeit bei der Mehrheit.) Wer eine Minderheitsregierung im Reichstag unterstützt, sichert sich auf alle Fälle dagegen, daß er völlig von jedem Einfluß ausgeschlossen ist. Die Deutschnationalen haben es im Sommer 1930 in der Hand gehabt, auf diese Weise die Macht zu erodern. Wenn man überhaupt von schuldhafter Verkettung von Umständen oder politischen Ereignissen sprechen will, dann müssen Sie(nach rechts) nicht beim 9. November 1918 anfangen, sondern bei den politischen Fehlern der Vorkriegszeit.(Beifall.) Mein Gostem hat mit Ihrer Darstellung nichte zu tun. Mein System, das ist die Beschreitung der sachlich notwendigen Linie ohne Rücksicht barauf, mas politisch mit mir oder mit meiner Partei geschieht. Ich denke nur daran, das deutsche Volk in diesem furchtbar schweren Kampf so zu führen, daß es schrittweise vorwärts kommt. Und wenn ich immer wieder Hoffnungen in diesem Kampfe schöpfen konnte, dann, weil ich einem Manne dienen konnte, wie dem Reichopräsidenten von Hindenburg.(Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) Wer das Glück hat, diesem Mann dienen zu können, wird auch Verständnis dafür haben, daß ich alles daransetze, und mit mir wehl die Mehrheit der deutschen Volkeo, daß dieser Mann weiter die Geschicke des Belkes leiten kann. Bergessen Sie eines nicht: von der Wiederwahl des Reichspräsidenten von Hindenburg hängt eo auch ab, ob die Welt glauden soll, daß im deutschen Volk noch Ehefurcht und Achtung vor der Geschichte und der geschichtlichen Person desteht.(Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) Asphaltpresse, gelobt von der Partei der Deserteure, gelobt vom Zentrum und der Staatspartei, gelobt aber auch von den Nationalsozialisten, das kann es nicht geben!"(Lachen bei der Mehrheit und Rufe:„Das ist ein jüdischer Dreh, das ist talmudistisch!“ Wir stehen in Ehrsurcht vor burg. Er ist eine Persönlichkeit, die man dem nationalen Lager weggenommen hat. Er gehört seinem Namen und seiner Vergangenheit nach zu uns und nicht zu denen, die ihn heute loben. Der Reichskanzler beklagt den lähmenden Pessimismus, der unsere Wirtschaft schädigt. Die Ursache des Pessimismus ist die Existenz Ihres Kabinetts. Der Pessimismus wird verschwinden, wenn Ihr Kabinett verschwindet. Herr Reichskanzler, Sie haben unsere Bewegung der Illegalität verdächtigt und haben sich dafür auf prominente Unterführer von uns berufen. Wir haben Sie aufgefordert, Namen zu nehmen; aber Sie sind uns diese Namen schuldig geblieben.(Ruse:„Strasser!") Wenn Sie kein andere Material haben als erlogene Berichte des„Vorwärts“ über unseren Parteigenossen Strasser, dann sollten Sie so etwas nicht vorbringen. Was Sie gegen unsere Presse unternehmen, dagegen ist das Sozialistengesetz ein Schattenspiel. Adolf Hitler war genötigt, die Auslandspresse über unsere politischen Ziele aufzuklären, weil durch die Ihnen, Herr Reichskanzler, hörige Systempresse schamlose Lügen über unsere außenpolitischen Ziele verbreitet werden. Wenn ein Berliner Jude in einer Pariser Pazifistenversammlung sagte. Hitler,„#'est la querte!“, so ist das Landesperrat.(Lebhafter Beifall bei den Nat.= Soz.) Wir verlangen auch ein Einschreiten gegen die rhetorischen Exzesse des Berliner Polizeipräsidenten Grzesinski, der doch zur Durchführung der Notverordnungen beauftragt ist. Wir haben mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß der Reichskanzler am 9. November 1918 in einem Sturmbataillon gegen die Revolution gestanden hat. Er hat aber später durch die Uebernahme des Reichskanzleramtes den 9. November legalisiert und salonfähig gemacht.(Lebhafter Beifall bei den Nat.= Soz.) Der Abgeordnete Litke(Soz.), der wiederholt Zwischenruse macht, wird vom Präsidenten Loebe zweimal zur Ordnung gerufen und auf die Folgen eines dritten Ordnungsrufes aufmerksam gemacht. Er verläßt daraufhin den Saal. Der Kommunist Heuck wird vom Präsidenten Loebe zur Ordnung gerufen wegen des Zurufes:„Wie wärs mit dem Posten des Hofnarren bei Hindenburg?" Abg. Goebbels fährt fort: In den sieben Jahren seiner Präsidentenschaft hat Hindenburg nur in wenigen Fällen nach den nationalsozialistischen Grundsätzen regiert. Er hat sich mit Locarno einverstanden erklärt und entgegen unseren Warnungen und Mahnungen den Poungplan unterschrieben. Durch seinen Pakt mit Brüning hat er gleichzeitig einen Pakt mit der Sozialdemokratie abgeschlossen. Wenn Demokratie noch einen Sinn haben soll, dann ist der Gewählte an das Mandat gebunden, das ihm seine Wähler gegeben haben. (Beifall bei den Nat.=Soz.) Darum hat ihm unsere Bewegung Adolf Hitler als Kandidaten entgegengestellt. Hitler hat vier Jahre in einem bayerischen Bataillon an der Kriegsfront gestanden. Er ist dreimal verwundet worden und lag am 9. November 1918 als Kriegsblinder im Lazarett Pasewalk. Es ist verständlich, daß ein solcher Mann, die deutsche Staatsbürgerschaft nicht auf die gleiche Weise erwerben will wie irgendein galizischer Juve. Die Wähler werden am 13. März nicht die Entscheidung treffen, die von der Presse der Linken erhofft wird. Vielleicht werden wir uns in einer Stichwahl mit den Kommunisten auseinandersetzen, müssen, aber wir werden das System besiegen, gegen das wir kämpfen. Man fragt uns, was wir unter System verstehen: Wir verstehen darunter das System, dessen Presse Anfang November 1918 schrieb: Es ist unser Wille, daß die deutsche Kriegsflegge nicht siegreich heimgeführt wird.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Es ist das System, das die französische Faust küßt.(Rufe bei den Komm.:„Ihr biedert Euch doch bei Frankreich an!") Es ist das System, das mit Barmat Blutsbrüderschaft macht und die Parteibuchbeamten eingeführt hat. (Rufe links:„Hitler ist doch Perteibuchbeamter geworden!") Es geht jetzt nicht um Hindenburg, es geht um dieses System, und am 13. März wird dieses System vernichtet werden und Hitler wird fiegen. (Stürmischer Beifall bei den Nat.=Soz.) Abg. von Freytagh=Loring= hoven(Dutl.) verliest unter großer Heiterkeit der Rechten aus einer BrüningBiographie eine Stelle, in der dem Reichskanzler nachgerühmt wird, daß er es verstehe, wie der listige Fuchs mit dem Schweif die Spuren seiner politischen Taten unsichtbar zu machen. Auf diese geschickte Fuchsschwanztaktik, so fährt der Redner fort, sei es wohl zurückzuführen, wenn das deutsche Volk niemals von außenpolitischen Erfolgen des Kanzlers etwas gemerkt hat. Pummer 57 Die Stellungnahmeder Für hindenburg aber gegen Brüning„Die Treue in das Mark der aher“ Die Antwort der parteien Die linde Oppostion gegen Brüning Frochene nede sori ent slar Abg. Dingeldey(D. Vo.) Kimmt dem Reichskanzler darin zu, daß die Außenpolitik nicht der Erreichung innenpolitischer Ziele dienstbar gemacht werden dürfe. Die Regierung habe es aber versäumt, die Kräfte innenpolitischer Bewegungen ihrer außenpolitischen Arbeit nutzbar zu machen. Die für Deutschland so wichtigen außenpolitischen Verhandlungen der letzten Monate seien ungemein erschwert und für uns verschlechtert worden durch den wachsenden Druck der Mächte, die das Versailler Diktat in seiner ganzen Schwete aufrecht erhalten wollen. Die deutsche Innenpolitik sei nicht so geführt worden, daß sie die Position Deutschlands in dieser schwierigen außenpolitischen Lage erleichtern konnte. Die Maßnahmen der Regierung kamen so spät oder blieben so auf halbem Wege stehen, daß zwar alle ungünstigen Wirkungen der Deflation eintraten, die günstigen Erscheinungen einer solchen Entwicklung aber ausblieben. Abg. Dr. Siemsen(Soz. Arb.=Part.) erklärt, aus der freiesten Republik der Welt, die die Sozialdemokratie schaffen wollte, sei die sonderbarste geworden, in der man nicht mehr wisse, wer regiere. In Deutschland sei heute ein ausgepragter Militarismus. Das Heer habe maßgebenden Einfluß auf die Außen= und Innenpolitik, und zwar unter Duldung und Mithilfe der Sozialdemokraten, die heute in der nationalen Einheitsfront stehen. Die Wahl Hindenburgs sei die Fortsetzung der Krieasvolitik der Sozialdemokratie. Trotz der Art des Vorgehens der Kommunisten werde die S. A. B. für die Wahl Thälmanns eintreten. S A. P und Kommunisten würden dann die wirkliche Eiserne Front gegen Kapitalismus und Faschiomus bilden. Aba. Toraler(Komm.) verliest einen Kriegsplan mit genauen Anweisungen zum kommunistischen Putsch in der Nacht vom 12. zum 13. März 1932 mit Entwaffnung der Polizei und Reichswehr und Ausrufung der deutschen Sowjetrepublik Dieses und ähnliche Spitzeldokumente würden jetzt von den Rationalsozialisten verbreitet um eine verlogene Heye gegen die Kommunisten zu entfachen. Reichskanzler Dr. Brüning. der von den Sozialdemokraten unterstüt wird, habe heute offen eingestanden, daß er nicht nur geistig, sondern auch phosisch an der Niederschlagung der Revolution mitgewirkt habe. Durch die Bundesgenossenschaft mit Dr. Bruning sei die arbeiterseindliche Einstellung der Sozialdemokratie gekennzeichnet. Vize, äsident von Kardorff verläßt darauf das Präsidentengestühl, womit na. .30 Uhr nachmittags die Reichstogssitzung unterbrochen ist. Um 4,15 Uhr eröffnet Präsident Loebe die Sitzung wieder und weist die kommunistischen Abgeordneten Pieck und Nemmele wegen des Singens aus dem Saale. Abg. Jadasch(Komm). der gegen diese Mannahme lam protestiert, wird zur Ordnung gerufen. Abg. Dr Goebdels(Nat.=Soz.) wendet sich gegen den Reichswehrminister Groener. Dieser hebe nicht den Reichsprasidenten schutzen, sondern nur eine geschickt formulierte Wahlparole für die Rezierung ausgeben wollen. Abg Schöpflin Soz.):„Lügen Sie doch nicht!"— Präident Loebe ruft den Abg. Schöpflin zur Ordnung.) Eine Beleidigung des Herrn Rkeichspräsidenten kam in meiner ersten Rede gar nicht in Frage. Ich habe wegen des Lärms der Sozialdemokraten meinen Sat nicht vollenden können Er sollte lauten:„Soge mit, wer dich lobi und ich will dir sagen, wer du bist. Gelobt von der Der Reichskanzler steht sicherlich grundsätzlich aus dem Boden des peivatwirtschaftlichen Systems, aber die in seinen Notverordnungen angewandten Methoden tragen durchaus den Charakter staatskapitalistischer Wirtschaft. Die Aktion des Preisabbaukommissars mußte den größten Bedenken begegnen, weil sie begleitet war von Maßnahmen, die die Produktionskosten erhöhen mußten. Die Dr. Andols huch der bekannte Schriftsteller und Bruder der Lichterin Nicarda Huch, seiert am 28. Februar seinen 70. Geburtstag. Von seinen Werken hat besonders sein Bekenntnisbuch„Mehr Goeth““ weite Verbreitung gefunden. Ausgaben der öffentlichen Hand steigern sich weiter. Der Ausgleich des Etats wird gefährdet durch die Unsicherheit in den Finanzen der Länder und Gemeinden. Den Reformbestrebungen der Regierung auf dem Gebiete der Arbeitslosenversorgung stellen sich immer wieder die parteipolitischen Bestrebungen der Sozialdemokratie hemmend entgegen. Ist es richtig. daß eine solche Reform hinausgeschoben worden ist, weil man bei rechtzeitiger Inangriffnahme eine ungünstige Wirkung auf die Preußenwahlen fürchtete? Die jetzige deutsche Wirtschaftskrise hängt sicherlich auch mit der Weltwirtschaftskrise zusammen, aber es besteht kein Zweifel, daß bei uns schon vor der Weltkrise die schädlichen Erscheinungen vorhanden waren, die in der Hauptsache durch parteipolitische Einflüsse verschuldet waren. Auf dem Gebiete der Verwaltungs= und Verfassungsreform muß endlich ein entscheidender Schritt nach vorwärts getan werden. Dem außenpolitischen Ziel des Reichekanzlers in der Tributfrage stimme ich vollem Herzen zu, aber ich stelle die sorgenvolle Frage, od mit der von ihm angeewandten Methode das erstrebte Ziel erreicht werden kann. Auf die Dauer kann der Reichskanzler seine Politik des Rein gegen die Diktatpolitik nicht durchsetzen ohne und gegen die Kräfte, die gesinnungsgemäß dieses Nein wollen. (Aufe bei den Kommunisten:„Sie meinen wohl uns?— Heiterkeit.) Nein, neben den Kommunisten sind es große Schichten auf der rechten Seite, die das Nein wollen. Wir verlangen die Proklamierung einer freien nationalen Front als Grundlage einer nationalen Polmik. Ich bedauere, daß die Deutschnationalen nicht 1930 die Macht ergriffen haben, die ihnen zur Verfügung stand. Vom Reichskanzler ist in diesen ernsten Tagen nicht das geschehen, w#### wir von ihm erwarten konnten. Seine Aufgabe wäre es gewesen, die in der nationalsozialistischen Bewegung steckenden Kräfte in das Staatsgeewicht hineinzunehmen, in den Staatsaufbau eeinzuordneen, soweet sie irgendwie dazu fähig und bereit sind. Das bedeutet keine Kapitulation, sondern es ist die klare Durchspielung des politischen Spieles, wie es sich aus der gegenwärtigen Gruppierung deer Kräfte ergibt. Ich will mit dem Reichskanzler wegen seiner Erklärung auf der Abrustungskonferen; nicht rechten, aber es hätte vielleicht besser dem Volksempfinden entsprochen. wenn er eine primitinere und klarere Form gewählt hütte. Bei der Neschootöim Ka Zwei Ei (*) Wahrst schlusses, der k Detorationgarl des Kaushause straße in Bue dem hinter bei stellungsraum und Kleidung sand. Nach m Raum in hell wehr wurde so 13.50 Uhr, wei des Brandes, Buerschen Rat Hunderte von Stern eingesun Dinge wartete Ehe noch die treisen konnte, gestellte des Ki kämpfen. 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Die Polizei tagabend entsta Bismarckstr. 14. Schreinermeister vier und verschi sielen. Die Fe der wahrschein! Zimmerosens e schaden beläuft Und (*) Geste wollte der Goldbergstraß überholen, geben, von d bandsstraße wurde von 0 von seinen am Kopf er! von der her! einem Roivel rad war so mehr fahrber turwerkstatt dem Posten des t: In den sieben schaft hat HinFällen nach den ndsätzen regiert. inverstanden erren Warnungen ungplan unterikt mit Brüning sakt mit der So. Wenn Demoden soll, dann ist andat gebunden, gegeben haben. z.) Darum hat dolf Hitler als t. Hitler hat rischen Bataillon en. Er ist dreid lag am 9. Nonder im Lazarett ndlich, daß ein p StaatsbürgerWeise erwerben cher Jude. 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Februat Jahrgang 1932 I des Reichsge stimme ich n zu, dlle Frage, ob ndten Methode wer den kann. ichskanzler seine ie Diktatpolitik gen die Kräfte, Rein wollen. *:„Sie meinen kein, neben den Schichten auf Nein wollen. mierung einer ils Grundlage Ich bedauere, nicht 1930 die ihnen zur Vernzler ist in diegeschehen. w## nnten. Seine die in der naung steckenden ht hineinzuneheeinzuordneen, ähig und bereit Kapitulation, rchspielung des ich aus der geeer Kräfte erichskanzler weer Abrustungses hätte vielfinden entsptoere und flarere der Aus der Stadt Das Haus der Praxis Fensterbrand im Kaufhaus Alsberg Zwei Eckhsenster ausgebrannt (*) Wahrscheinlich infolge eines Kurzschlusses, der kurz nach der Beendigung der Dekorationsarbeiten in zwei Ecksenstern des Kaushauses Alsberg an der Hochstraße in Buer entstanden war, brach in dem hinter beiden Fenstern liegenden Ausstellungsraum Feuer aus, das an Gardinen und Kleidungsstücken reichliche Nahrung sand. Nach wenigen Sekunden stand der Raum in hellen Flammen. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert, und gegen 13.50 Uhr, wenige Minuten nach Ausbruch des Brandes, ertönte die Brandsirene des Buerschen Nathauses. Im Nu hatten sich Hunderte von neugierigen Zuschauern am Stern eingefunden, die mit Spannung der Dinge warteten, die da kommen sollten. Ehe noch die Freiwillige Feuerwehr eintreisen konnte, bemühten sich beherzte Angestellte des Kaufhauses, den Brand zu bekämpfen. Mit großes Schnelligkeit wurde eine Schlauchleitung aus dem Kellergeschoß des Hauses durch ein Fenster herausgezogen und gegen den Brandherd in Stellung gebracht. Da die beiden Fenster bereits zerstört waren, konnte man sofort mit dem Löschen beginnen. Bald wälzten sich mächtige Nauchwolken aus die Straße, so daß sich die Sache recht bedrohlich ansah. Mittlerweile waren einige Beamt= der Polizei zur Stelle, die nicht nur die Zuschauer zurückhielten, sondern sich auch aktio an den Löscharbeiten beteiligten. Es dauerte nicht lange, da waren die Flammen erstickt. Als die Feuerwehr am Brandplatz eintras. war die Gefahr im wesentlichen beseitigt. Bereits eine halbe Stunde nach Ausbruch des Brandes war das Feuer mit Hilfe der Feuer ehr unter Führung des Branddirektors Pöpping= haus gänzlich gelöscht und die drohende Gefahr eines Großbrandes endgültig beseitigt. Der Verkehr auf der Essener Straße erlitt keinerlei Störung. Schon am Nachmittag waren die bis auf den Holzrahmen ausgebrannten Fenster durch Bretterverschlag abgeriegelt. Der Schaden, der mehrere tausend Mark beträgt, ist durch die Versicherung gedeckt. Dazu meldet die Polizei: Am Donnersdagnachmittag entstand aus bisher noch unbekannten Gründen in einem Schaufenster des Warenhauses Alsberg in Buer ein Schaufensterbrand. Zwei große Scheiben im Werte von zusammen 1000 Mark wurden zertrümmert. Die Feuerwehr rückte dem Brande zu Leibe, der bald gelöscht war. Durch die Löscherbeiten entstanden naturgemäß auch im Innern des Gebäudes erhebliche Beschädigungen. Beträchtliche Bestände von Seiden= und Tüllstoffen in den Auslagen wurden durch das Feuer beschädigt oder vernichtet. Der Sachschaden ist bedeutend, er steht noch nicht ganz fest. Die Kriminalpolizei ist mit der Untersuchung des Brandes zurzeit noch beschäftigt Das Eck=Geschäftshaus hoch- und Neumarktstraße in öuer vollendet Ein ausgezeichnetes Werk der Zirma Bernbard Gladen Nachdem nun auch das letzte Ladenlokal im neuen Geschaftshaus Gladen an der Ecke Hoch= und Neumarktstraße bezogen wurde, ist das Haus seinen Zwecken vollkommen dienstbar gemacht worden. Es verlohnt sich deshalb, dieses Haus der Praxis einmal näher zu beschreiben: (*) Zu Anfang des Jahres 1931 entschloß sich Bauunternehmer Bernhard Gladen die Besitzung der Erben Hölling zu erwerben und an den Baufluchten der Ecke Hochstraße und Neumarkt ein großes Geschäftsgebäude zu errichten. Das Werk, eine Schöpfung des Baubüros der Firma Bernhard Gladen, reiht sich den früheren hervorragenden Bauleistungen würdig an Es war eine schwierige Aufgabe, auf dem schiefwinklig eingebauten Grundstück diese symmetrische Lösung herauszuarbeiten. Das Bauprogramm umfaßte ein Gebäude mit 2650 gm Nutzfläche, das dem steten Wetsel der wirtschaftlichen Verhältnisse entsprechend für gewerbliche und Wohnzwecke brauchbar sein mußte. Im Untergeschoß sind untergebracht: Lagerräume, zentrale Gas=Heizungsanlage für das Erdgeschoß, Garderobe und Wasck räume für das Ladenpersonal, Luftkammern. Im Erdgeschoß: Verkaufsräume mit Eingangshalle vom Neumarkt aus zugängig. In dem ersten, zweiten und dritten Obergeschoß zentral in der Mittelachse rechtwinklig zur Hochstraße das Treppenhaus und Lichthof, im übrigen abgeschlossene Etagen für Aerzte, Büroräume für Rechtsanwälte mit Etagengasheizung, im vierten Obergeschoß Hausmeister=Wohnung. Waschküche und Trockenboden. Bauart: Die Gründung ist als Flachfundierung durchgeführt. Da sich unter der Fundamentsohle Fließsand befindet, wurde die Ausführung einer durchgehenden Eisenbeton=Fundamentplatte in einer Stärke von 0,70 Meter angeordnet, die auch zu den völligen Bergschädensicherungen rechnet, weil in diesem Falle das ganze Gebäude auf der Fließschickt schwimmt und der Ausgleich der Senkungen im Fließ stattfindet. Der Hochbau ist als Eisenbeton=Skelettbau ausgeführt. Für die Wahl dieser Bauweise war die Abkürzung der Bauzeit, dei geringe Raumbedarf des Tragwerkes und die Verringerung der Lasten maßgebend. Zur Ausmauerung der Außenwände wurde Backsteinmauerwerk verwendet, das außen mit Riemchenklinker der Barbara=Werke Gladbeck in reinem Zementmörtel versetzt, verkleidet wurde. Von dieser Art Verblendung hofft man, daß sie keine äußere Feuchtigkeit durchläßt. Durch leicht versetzbare Zwischenwände aus Tuffsteinen sind kleinere und großere Räume nach Bedarf abgetrennt. Die Dachdeckung besteht aus Ruberoid, welches auf die massive Dachdecke aufgeklebt nurde. Säritliche Schaufenster, Fenster der Büros und Flure sind Holzfenster, die Türen glatte Sperrholztüren auf Holzrahmen. An technischen Einzichtungen sind vorhanden: Warmwasser=Gasheizung. Temperaturregleranlage, Wasserleitungsanlage, Warmwasserversorgung, Stark= u. St wachstromanlage zum Antrieb von elektrischen Maschinen der Beleuchtung=, Klingel= und Radioanlagen, Fernsprechanlagen mit Haus= und Stadtanschlüssen. Decken= und Wandflächen der Läden, Flure und Nebenräume wurden mit Weißkalkmörtel verputzt, gestrichen bzw. tapeziert. Die Wandflächen der Dielenflure wurden mit edlen Hölzern vertäfelt. Die Wande des Hauseinganges, das Treppenhauses ebenso der Boden und die Treppenstufen sind mit Marmor verkleidet. Die Fußböden in den Verkaufsräumen sind Parkett, in den Büros nordischer Fußboden auf Lagerhölzern mit Afdefüllung. An einschlägigen Arbeiten wurden von der Fa. Bernhard Gladen selbst ausgeführt: Erd=, Eisenbeton=, Maurer=, Verputz=, Plattierungs= und Schreinerarbeiten. Auch die übrigen Bauarbeiten wurden von hiesigen Handwerkern ausgeführt und zwar: Klempnerarbeiten: Otto Schrief; Heizungsanlage: Gebr. Döpp; Licht, Kraft und Radioanlage: August Grünewald; Schausensterverglasung: Ww. Ullmann; Anstreicherarbeiten: Josef Korte, Karl Brenzel. Anton Fecke, Hermann Scherkamp, Werner Deubgen. Kaum acht Wocken war der Grundstein zu diesem Bau gelegt, und schon hatten fleißige Arbeitshände ihn hochgeführt. Stolz steht er nun hier zur Zieroe der Stadt. Vor kurzem noch stand hier ein schwaches Fachwerkhaus aus dem grauen Altertum. Das alte Haus ist verschwunden, dauerhaft und schön ging der neue Bau seiner Vollendung entgegen zur besonderen Freude der Nacbarschaft, die während der ganzen Bauzeit allen Schmutz, Staub, Krach und anderes Ungemach wohlgemuth und ohne Schelten ertrug. Nach dem bereits im Dezember 1931 die ersten Bewohner ihren Einzug halten konnten. verlegt mit dem heutigen Tage die Fa. Kaisers Kaffeegeschäft ihre Buersche Filiale, ausgerüstet mit den modernsten Einrichtungen in das Ecklokal dieses Gebäudes, das an der Hruptgeschäftsstraße Buers liegt und zur Verscönerung des Stadtbildes wesentlich beitragen wird. Beim Spiel verunglückt Neunjähriger unter einer Maner begraben (*) Hinter dem Warenhause Althoff in Buer, im sogenannten„Huck“, befinden sich noch die Ueberreste eines alten Hauses, eine über 100 Jahre alte Fachwerkmauer, die ungefähr eineinhalb Meter hoch und fünf Meter lang ist. Gestern mittag spielten dort mehrere Kinder. Plötzlich brach ein großes Stück dieser Mauer heraus und begrub den 9jährigen Ferdinand Unglaube unter sich. Der bedauernswerte Junge erlitt schwere Kopf= und Rückenverletzungen und mußte schwerverletzt in die elterliche Wohnung gebracht werden. Sein Besinden ist sehr ernst. Wie es zu diesem plötzlichen Zusammenbruch der Mauer kommen konnte, steht noch nicht fest. Wie wir später erfahren, mußte der Schwerverletzte von der Unsallwache ins Krankenhaus transportiert werden. Von einem As erschlagen Sonderbarer Unglückssal! in Gelsenkirchen (—) Der 57 Jahre alte Pflasterer Julius Beibor von der Bismarckstraße 96a in Gelsenkirchen wurde am Mittwochnachmittag von dem herat jallenden Zweige einer Pappel so unglücklich getrossen, daß er sich eine schwere Gehirnerschütterung zuzog, an der er kurz darauf gestorben ist. Die Ermittelungen haben ergeben, daß B. genau unter diesem Baume stand, auf dem ein Mann damit beschäftigt war, den Zweig abzusägen. Kundgebung des Stahlhelmbundes Buer Der Slahlhelmbund und die Nationalsozialisten Das dritte Reich nach Ausicht des Stahlhelmbundes Räder fliegen durch die kust Erlebnis aus dem Weg nach Buer (*) Einen eigenartigen Unfall erlitt ein Mann aus Buer=Erle, der sich mit seiner Mutter auf dem Wege nach Buer befand. Ein Vorderrad löste sich von einem vorbeifahrenden Lieserwegen und flog der Frau dicht am Kopfe vorbei, während der Sohn von dem Rad an der Hand, die er unwillkürlich zur Abwehr hochgehoben hatte, gestreift wurde. Er trug einige Hautabschürfungen davon und konnte nach Anlegung eines Notverbandes seinen Heimweg antreten. Die ganze Sache ist für ihn und seine Mutter noch recht glücklich verlaufen. Stubenbrand in öuer-Erle Ein Wohnzimmer ganz ausgebrann. (*) Nachdem gegen Mittag der Loschzug 1 in Buer=Mitte in Tätigkeit treten mußle, wurde abends gegen 7 Uhr 30 der Loschzug 2 Buer=Erle alarmiert. Es war ein Stubenbrand im Hause Bismarckstraße 144 entstanden.(Besitzer Karl Gebh. Mieter Möbelhandlung Terlöken). Zwei Minuten nach der Alarmierung waren die Feuerwehrleute zur Stelle, die das Feuer o bekämpften, daß sie ein Uebergreisen auf die übrigen Wohnräume verhindern konnten. Das Wohnzimmer ist indessen vollständig ausgebrannt. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Ortsgruppe Buer=Erle, war mit dem Führer und 8 Mann an der Brandstelle erschienen; sie konnten einem verletzten Feuerwehr= mann die erste Hilfe leisten. Rich etwa einer halben Stunde konnte die Feuerwehr unter Zurücklassung der Brandwache wieder abrücken. Die Polizei meldet dazu: Am Donnerstagabend entstand in Buer=Erle in Hause Bismarckstr. 144 in der Wohnung eines Schreinermeisters ein Brand, dem ein Klavier und verschiedene Möbelstücke zum Opfer fielen. Die Feuerwehr löschte den Brand, der wahrscheinlich durch Ueberheizen eines Zimmerofens entstanden ist. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 2000 Mark. (?) Am Mittwochabend tagte im Eppmannschen Saale in Buer eine Versammlung die von der Or“=gruppenleitung des Stahlhelm, Buer, einberufen worden war. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, mancher Besucher mußte sich mit einem Stehplatz begnügen, als der Führer der Ortsgruppe. Herr Bösken, die Versammlung eröffnete und nach kurzen Begrüßungsworten dem Reserenten des Abends dem bekannten Stahlhelmführer. Studienrat Mahnke,(Hagen) das Wort übertrug. Dieser bedauerte einleitend, daß der Stahlhelmbund nach Lage der Dinge gezwungen worden sei, in den Wahlkampf einzutreten. Er werde sich aber in diesem Kampf nach Möglichkeit zurückhalten und ihn so führen, wie es von alten Soldaten erwartet werden musse. Dann warf Redner einen kurzen Ueberblick auf den Kampf um das dritte Reich. Der erste Kampf um dieses sei geführt worden, als sich der aus dem Felde heimkehrende Soldat entschlossen habe, im Lande weiter zu kämpfen, um das Vaterland vor dem Boschewismus zu bewahren. In dem Kampf damals, der unter schwarz=weißroter Flagge ausgesochten worden sei, habe man niemals einen jener Herren gesehen, die dann das Regiment an sich gezogen hätten. Darum hätten diese Männer ihre Führerstellung verwirkt, sie müßten abtreten von der Regierung. Ob sie wollten oder nicht, der Abgang werde sich zwangsläufig vollziehen. Redner warf alsdann die Frage auf: Was soll geschehen? Mit Geheimpolitik sei in Deutschnichts mehr zu machen. Heute ständen die Dinge alle auf ja oder nein. Kompromisse seien zw. alos, zum ersten Male seit dreizehn Juhren stehe das deutsche Volk vor der endgültigen Entscheidung. Diese sei nicht meyr hinauszuschieven. Es handele sich bei der Prasidentenwahl lediglich um einen Kampf um das System. Daß die Regierung schon in diesen Tagen gestürzt werde, glaube der Stahlhelm nicht, eine Bank oder der Bierpreis wurden schon als Stutze der Regierung wieder auftreten. Aber unbestreitbar sei es, daß sich der Marxismus entscheiden müsse, denn es gelte an erster Stelle den Kampf in Preußen, in dem Herr Braun als unumschränkter Herrscher throne, mit mehr Macht in Händen als mancher Herrscher zuvor. Es sei gewiß, daß der Marxismus diesen Kampf mit allen Mitteln, ob legal oder illegal, durchführen werde. Aber zu einem Kampf seien zwei Parteien notwendig und die andere Partei sei die Rechtsopposition. Diese werde sich mit allen Mitteln einem Staatsstreich, der von den jetzt herrschenden Parteien unter Umständen drohe, zu widersetzen suchen. Viel wichtiger als die Innenpolitik sei die Außenpolitik. Wenn jetzt in Genf auf der Abrüstungskonferenz keine Entscheidung falle, so bedeute das eine fernere Wehrlosigkeit Deutschlands für weitere zehn Jahre. Das sei gleichbedeutend mit der vollständigen Vernichtung des deutschen Volkes. Die Reden die Brüning in Genf hätte halten müssen, habe ein Italiener gehalten. Rein Wort über die Memelfrage und über die Notwendigkeit eines deutschen Grenzschutzes sei gefallen. Der Vorfall in Genf zwinge 11 803 lange Gesichter Bettrennen in öner Und dann die Unsallwache (*) Gestern vormittag gegen 10 Uhr wollte der Motorradfehrer M. auf der Goldbergstraße in Buer einen Lieserwagen überholen, der plötzlich, ohne Signal zu geben, von der Goldbergstraße in die Verbandsstraße abbog. Der Motorradfahrer wurde von dem Lieferwegen gestreift und von einem Rade geschleudert. Er wurde am Kopf erheblich verwundet und wurde von der herbeigerufenen Unfallwache mit einem Notverband ver ehen. Das Motorrad war so schwer beschädigt, daß es nicht mehr fahrbereit wer und in eine Reparaturwerkstatt gebracht werden mußte. In der Ausstellungshalle des Berliner Messegeländes begann der gerichtliche Ber gleichstermin der zusammengebrochenen Berliner Bank für Handel und Grundbesitz A=G. in Gegenwart von 11 000 Gläubigern. Als der Vergle chovorschlag— 30 Prozent— bekannt wurde, kam es zu erregten Auseinandersetzungen und stürmischen Protestkundgebungen der emporten Gläubiger. zu der Einsicht, daß es so nicht weiter gehen könne, daß das System fallen müsse. Redner ging dann auf die Reichspräsidentenwahl ein und führte vor allem aus. daß die Parteien, die 1925 den Feldmarschall Hindenburg bekämpft und sogar geschmäht hätten, ihn heute lediglich auf den Schild erhoben, um ihr System zu ketten. Bitter schwer falle es allen im Stahlhelmbund vereinten alten Soldaten dem verehrten Feldmarschall jetzt nicht folgen zu können, aber der Kampf werde nicht gegen ihn geführt sondern gegen die, die seine ehrwürdige Person in das Parteigezänk gezerrt hätten. Bedauerlich sei es, daß sch die Rechtsopposition nicht schon für den ersten Wahlgang auf einen Kandidaten geeinigt habe, im zweiten Wahlgang werde das jedoch bestimmt geschehen. Es sei ein Irrtum anzunehmen, daß es zwischen den Nationalsozialisten und dem Stahlhelmbund zu Auseinandersetzungen kommen werde, das Ziel beider sei die Gründung des dritten Reiches, des Großdeutschlands. das alle deutschen Stämme vereine. Es werde noch Jahrzehnte kosten, bis dieses Ziel erreicht und das deutsche Volk aus seiner Zerfahrenheit herausgerissen sei. Auch im dritten Reich werde es mehrere Parteien geben, es sei nicht möglich, Deutschland nach dem Muster Mussolinis zu regieren. Es komme nicht darauf an, wer Deutschland rette, sondern daß es gerettet werde. Wenn man jetzt auch getrennt marschiere, so werde man doch vereint schlagen. Redner sprach dann über die Notwendigkeit des Wiederaufbaues der Wehrmacht, keine Regierung der Welt werde es verhindern können, daß das deutsche Volk seine männliche Jugend stähle und wehrkräftig heranbilde. Der weitaus größte Teil des deutschen Volkes sei heute dafür. Daß der alte Wehrgeist auch in der heranwachsenden Jugend lebe, beweise die Durchführung des freiwilligen Arbeitsdienstes an der sich Jugendliche aller Parteirichtungen gern und ohne zu murren beteiligten. Noch niemals habe ein Volk in einem solchen Maße freiwilligen Militarismus betrieben, wie es das deutsche Volk heute tne. Zum Schlusse seiner Ausführungen wies Redner dann darauf hin, daß sich im Falle eines Sieges der Richtsopposition die Linke unweigerlich zusammenschließen werde, genau wie es beim Kapputsch geschehen sei. Severing habe den Kommunisten noch niemals etwas getan. Wenn aber die Linke glaube, daß sich die Rechtsoppoition bekämpfen würde. so sei das ein Irrtum. Es gelte im zweiten Wahlgang alles daran zu setzen um den Sieg zu erringen. Redner schloß mit der dringenden Mahnung an alle, ihre Pilicht in diesem Wahlkampf zu tun. In der dann folgenden Diskussion tvat nur ein Herr Meyer als Vertreter des Tannenbergbundes(Ludendorff) auf. Er unterstrich die Worte des Vorredners im großen und ganzen, erging sich aber sonst in Ausfällen. die besser unterblieben wären, umas sie sich zum Teil auf konjessionellem Gebiet bewegten. (*) Streit unter Kindern. Bei einem Streit wurde der 10jährige Volksschüler H. aus Buer, Schaffrathstraße 106, von einem Spielkameraden mit einem Ziegelstein so heftig auf den Kopf geschlegen, daß er von der herbeigerufenen Unfallwache, nachdem er mit einem Notverband versehen war, in das Krankenhaus überführt werden mußte. Althofts bekannt billige Fetter ger. Speck Pfd. Westl. Schinkenwurst Pfd. Casseler Rippespeer Pfd. Harzer Käse Kiste 20 Stück! Speise-Quark, frisch Pfd. Ostseesprotten Histchen 188. Sccaal, geräuchert, o. H. Pfd. 48 Matjesheringeengl., gr., St. 1#r a Masthühner Pfd. 68r7 Rohblan ca. 2½ Pfd. per Pfd. ser Schnlttnudeln Pfd. Apfelmus tafelfert. 2.-Pfd.-O. 3Br. Gem. Gemüse 2.-Pfd.-O. 68 Frische Trinkeier 10 Stück es.: Viktorikerbson Pfd. 132 Milch... 2 große Dosen der Frisch-Fleisch Nammelragout: Pfund Tox, Hammelrücken:: Pfund aDr •: Pfund 99# 8 Nummer 57 Freitag, don 29. Febeuar Jahegang 1932 Ein neues Streitobjekt[Geisenkirchen nicht vorbildlich Bieder einmal das Arbeitsgericht Um die Grenzen des Arbeitegerichte in Gladbeck— Die Arbeitnehmer für Beide. haltung des jetzigen Justandeo— Buer will nicht zu Gelsenkirchen (*) Am Mittwoch sand eine Besprechung der maßgebenden Arbeitgeber= und Arbeitnehmerkreise im Bereich des Arbeitegerichtsbezirk Gladbeck statt. Einmütig wurde hierbei zum Ausdruck gebracht, daß im In resse der Rechtschutzsuchenden das Bestreben der Stadt Gelsenkirchen, Buer, Horst, Westerholt und Bertlich dem Arbeitegericht Gelsenkirchen zuzuschlagen, abzulehnen sei. Die Aufsassungen der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer aller Richtungen in Bottrop, Buer, Horst, Gladbeck, Dorsten, Westerholt und Bertlich gehen einstimmig dahin, daß aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen an dem heutigen Zustande nichts geändert werden dürse. Die Arbeitsgerichtsdehörden seien für die Arbeitgeber= und Arbeitnehmer gebildet worden. Es müßten in dieser Frage rein kommunalpolitische Gesichtspunkte ausscheiden. Es wurde beschlossen, in diesem Sinne eine gemeinsame Eingabe an die zuständigen Stellen zu richten, in der die von allen Organisationen zum Ausdruck gebrachten Ansichten und Grundsätze dargelegt werden sollen. * Diese Mitteilung, die uns aus Gladdec zugegangen ist, ist eigentlich recht dunkel. Wie uns bekannt ist, hat das Justizministerium kürzlich wieder eine Rundfrage an die zuständigen Stellen losgelassen: Wie denken Sie über die Zukunft des Arbeitsgerichtes...? Bei der Stadtverwaltung Gelsenkirchen scheint man den Wunsch zu haben, Buer und Gelsenkirchen in Punkto Arbeitsgericht zu verschmelzen Man wundert sich nur, wieviel Zeit man bei vielen Behördenstellen hat, um über die Aenderung von Dingen nachzudenken, die man besser in ihrem jetzigen Zustande beließe. Dazu gehört auch die Frage der Arbeitsgerichtes in Gelsenkirchen=Buer Die Bautätigkeit im Westen Im letten Jahre: 17 000 neue Bohnungen“] Der Baumarkt in den o größten Städten in Rheinland und Bestsalen Abbruch der Dorstener Glassobrik Stadtrandstedlung wird damit gebaul (*) Das Wohlfahrtsamt teilt mit: Die vielsachen Veröffentlichungen über die Abbruchstätigkeit im Nahmen der Selsenkircheuer Fürsorgearbeiten haben besondere bei dem Falle des Abbruches der großen Dorstener Slaosadrik der Verwaltung die größten Schwierigkeiten gemacht. Doppelt erfreulich ist es, daß troß der hierdurch hervorgerufenen Störungen nunmehr das riesige Werk mit seinem großen und wertvollen Material vollständig unent. geltlich dem Fürsorgeamt überlassen worden ist. Ee mag in diesem Zusammenhange interessieren, daß eine große Anzahl der noch undeschäftigten verheirateten UnterRtügzungsempfänger in Selsenkirchen sich infolge der Zeitungenotizen ständig beim Fursorgeamt erkundigte, wann die Arbeit beginns.— Die Lage der Glasfabrik ist für die Absichten, die bei der Verwendung des Abbruchmaterials bestehen, ganz besondere günstig. Es wird nun möglich sein, die an der Buerelterst raße im Nor. den von Schelven an der Dorstener Geenze vorgesehene Stadtrandsiedlung zum größten Teil aus diesem Material zu errichten und mit den notwendigen Zufahrts. wegen zu versehen. Während in anderen Städten das Zustandekommen der sogenann. ten Stadtrandstedlungen vielfach Schwierigkeiten begegnet, sind in Selsenkirchen bereito alle Vorbereitungen getrossen. um den ausschlaggebenden Teil des Materiale, das zur Errichtung notwendig ist, an die für die Randsiedlung vorgesehene Stelle zu Das Darniederliegen dei deutschen hat im Verein mit der schweten Finanztrise des letzten Sommers die verschiedensten Quellen des Baukredites sast ganzlich versiegen lassen. Große Kapital= betrage gingen dem Baumarkt insbesondere dadurch verloren, daß die Hauszinssteuer in erhodlich stärkerem Umsange als früher zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarses herangezogen wurde Hinzu kamen die bekannten Stockungen im Pfandbrief= und Sparkassengeschäft usw. Ltog all dieser erschwerenden Umstände wurden, wie aus den monatlichen Zusammenstellungen der Arbeitegemeinschaft der Statistischen Aemter westdeutscher Städte zu ersehen ist, im vergangenen Jahre in den neun größten rheinisch=westsälischen Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern doch noch 4700 neue Gebäude erstellt. Stichtag für die Feststellung ist die baupolizeiliche Abnahme. Unter den 4700 neu errichteten Gebäuden besanden sich nur 3900 Wohngebäude. Von ihnen enthielten 37 Prozent je ein bis zwei Wohnungen, 24 Prozent je drei bis vier Wohnungen und 39 Prozent je fünf und mehr Wohnungen. Gliedert man die erstellten Wohngebäude der größten rheinisch=westfälischen Gemeinden nach der Art der Bauherren, so zeigt sich, daß weit über die Hälfte der 3900 Wohnungsneubauten, genau waren es 63 Prozent. von Gemeinnützigen Baugesellschaften errichtet wurden. Privat= leute wurden bei 31 Prozent und öffentliche Körperschaften oder Behörden bei nur 6 Prozent der neuen Wohngebäude als Bauherren angegeben An Wohnungen sind im vergangenen Jahre in den unten berücksichtigten Großstädten insgesamt etwa 17000 geschaffen worden. Nach Abzug der durch Abbrüche usw. verlorenen Wohnungen stellt sich der Reinzugang auf 16 500 gegenüber einem solchen von 23 100 im Jahre 1930. Die Abnahme der Bautätigkeit war in den verschiedenen Städten durchaus nicht gleichmäßig. Im einzelnen ergibt sich für den Reinzugang an Wohnungen für die beiden letzten Jahre in abgerundeten Zahlen folgendes Bild: Mit Ausnahme von Wuppertal, Gelsenkirchen und Gladbach=Rheydt, die schon im Jahre 1930 die relativ geringste Bautätigkeit aufzuweisen hatten, brachte das vergangene Jahr allen ausgeführten Städten eine Abnahme des Wohnungszuwachses. Am stärksten war der Rückgang In Duisburg=Hamborn, wo kaum 45 Prozent des vorjährigen Wohnungsreinzuganges erreitt wurden. In Düsseldorf betrug das Weniger rund ein Drittel.— Von den neuerstellten Wohnungen waren in der Gesamtheit der neun Städte nicht weniger als 70 Prozent Kleinwohnungen mit ein die drei Räumen. Auf Wohnungen mittlerer Größe(vier bis fünf Räume) entsielen 24 Prozent und auf Großwohnungen mit sechs und mehr Zimmern 6 Prozent der Gesamtzahl. Der Anteil der Kleinwohnungen an den neuen Wohnungen überhaupt betrug im einzelnen in Bochum 91 Prozent, in Gelsenkirchen 81 Prozent. in Dortmund 79 Prozent, in Duisburg=Hamborn 71 Prozent. in Köln 70 Prozent in Wuppertal 65 Prozent, in Düsseldorf 64 Prozent. in Gladbach=Rheydt 62 Prozent und in Essen 57 Prozent. Die wirkliche Bereicherung, die die örtlichen Wohnungsmärkte durch die Bautatigkeit erfahren haben, geht am deutlichsten aus den Zahlen für den Reinzugang an Wohnräumen pro 1000 der Bevölkerung hervor. Den größten Reinzugang hatte im vergangenen Jahre unter den neun oben genannten Städten Köln mit 18 Wohnräumen auf 1000 Einwohner aufzuweisen. An zweiter Stelle steht Düsseldorf mit 15. gefolgt von Essen und Gladbach=Rheydt mit je 14. Dortmund mit 15, Wuppertal mit 1., Duisburg=Hamborn mit 16, Gelsenkirchen mit neun und Bochum mit sieben, neuen Wohnräumen auf 1000 der Bevölkerung. Den Bestand an Wohnungen zu Beginn des Jahres 1932 zeigt nachstehende Zusammenstellung: Wodnungsbeslend“) em Ginwohner. 1 1 1032 Gfel! 1abf am indgesamt devon 1. 1. 1032 Pobnungen Koln 738 000 204 200 21,2 Proz Essen 647 000 159 700 17.4 Proz. Dortmund 532000 132 500 18.2 Proz. Düsseldorf 473000 132 100 18,9 Proz D.=Hamborn 440000 104 400 23.0 Proz Wuppertal 413000 119 100 12,9 Proz. Gelsenkirchen 332000 75000 15,0 Proz. Bochum 319000 76 50 17,3 Proz. Gl.=Rheydt 201 000 19 200 15.4 Proz *) Vorläufige Zahlen Das Verhältnis von Bevölkerungs- und Wohnungsbestand ist edenso wie der Anteil der Neubauwohnungen(nach dem 1.. Juli 1918 fertiggestellten) von Ort zu Ort sehr verschieden Düsseldorf schneidet mit durtschnittlich 28 Wohnungen überhaupt auf 100 Einwohner noch recht günstig ab. Bei den Neuwohnungen hat Duisburg=Hamborn mit 23.0 Prozent den höchsten und Wuppertal mit 12.9 Prozent den niedrigsten Prozentsatz aufzuweisen. „Von der Jugend für die Jugend“ Veranstaltung in der Schauburg Buer (*) Eine Morgenseier von der Jugend für die Jugend soll am Sonntag in der Schauburg geboten werden. Im Rahmen dieser Feier wird der Film gezeigt„Wann wir schreiten Seit an Seite". Der Film hat überall eine gute Beurteilung gefunden. In ihm spiegeln sich das Leben in unseren Großstädten, ihre Gefahren und Röte, gleichzeitig aber auch die Naturschönheiten, die rings die Städte umgeben. Lebensfreude atmet der Film. Es ist der Film der gesamten deutschen Jugend. senn dazu in aller Lebendigkeit Volksweisen auf Instrumenten und aus jungen Kehlen erklingen, daneben sich fröhlich unge Burschen und Mädchen bewegen, dann werden alle Besucher etwas von dem wahren Reiz wirklichen Jugendiebens empfinden. Gerade in dieser schweren Zeit tut es not, zu zeigen, daß neben den Alltagssorgen die Jugend ihren Sinn für die Schönheiten des Lebens nicht verloren hat. Eine rege Beteiligung der Jugendvereine ist zu erwarten. Die Schulleitungen werden gebeten, nur die Oberklassen auf diese Feier aufmerksam zu machen. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 30 Pfg., für die schulpflichtige Jugend 20 Pfg. (*) Hexerei im Palastcase Buer. Die unermüdliche Leitung des Palastcafes scheut trotz der immer mehr drohenden starken Wirtschaftskrise keine Kosten, wenn es gilt, dem Publikum gute Unterhaltung zu bieten. Neben dem beliebten Konzertorche ster, das am kommenden Montag seinen Abchiedsabend geben wird, tritt augenblicklich der Zauberkünstler Karlo Panhe aus. Rein Alltagskünstler, sondern ein Mann von Fach, der unstreitig auf dem Gebiet der Hererei, soweit sie mit Schnelligkeit in Verbindung steht, zu den besten seines Berufes zählt. Seine Kartenkunststücke sind teilweise völlig neu und wirklich frappierend. Daß der Zauberer unter diesen Umständen ein äußerst dankbares Publikum findet, versteht sich am Rande. Natürlich sorgt zwischendurch das Orchester immer wieder für beste Unterhaltung, man braucht sich also vor der Langeweile im Palastcafe nicht zu fürchten. transportieren. An der Nordgrenze der Stadt werden nunmehr diese Vorarbeiten unverzüglich und ohne jede Schwierigkeiten erledigt werden können. Auch an anderen Stellen des Stadtraudes sind größere Abbrucharbeiten im Sange oder nahezu abgeschlossen, teilweise auch außerhalb des eigentlichen Stadtgedieter sowohl im Süden wie im Osten. im R.=B.=Theater Buer (*] In dieser Spielwoche kommt das K.=V.=Theater Buer mit einem ganz besonderen Programm heraus. Zuerst ist zu nennen die Verfilmung des Dostojewskischen Karamasoff=Romans, mit Fr. Kortner in der Rolle des Mitja. Anna Steen, die neue Greta Garda, spielt die Gruschenka. Rasp, unser großer Charakterdarsteller, gibt den Diener Smerdjakoff. ein Liedlingsthema des großen Russen. Diese Tonverfilmung is der geistigen Linie des gewaltigen Romans näher gekommen als wir es je bei einer Romanverfilmung erlebt haben. In erschütternden Höhepunkten dallt sich tiefes und schweres Erleben zu überzeugender dramatischer Wucht zusammen. Durch den zweiten Tonfilm„Liedeskommando“ mit (pustav Fröhlich und Dolly Haas wurde dieses Spitzenprogramm vortrefflich aufgerundet, schöne Trick= und Kulturfilme schließen sich an. Schwierige Bergung Im Hofen von Dünkirchen sank kürzlich ein Schleppdampfer, der mit einem anderen Schiff zusammengestoßen war. Eine Schiffshebegesellschaft hat jetzt das Schiff geborgen. Als das Schiff nur noch wenige Meter unter dem Meeresspiegel war. setzte man auf die Ladeluken hölzerne Kasten, und pumpie das Wasser aus dem Schiffsrumpf, bis sich der Dampfer soweit aus dem Wasser gehoben hatte, daß er an die Hafenmauer transportiert werden konnte. (*)„Der Stolz der 3. Kompagnie“. Ab heute, Freitag, zeigt das Schauburg=Theater diesen Film. Für die Hauptrolle des Schwanks hat das DLS. Heinz Rühmann verpflichtet, der die Rolle des Musketier Diestelbeck spielt, jene Figur, die durch Wilhelm Hartsteins gleichnamige Posse vopulär geworden ist. Neben Heinz Rühmann erscheinen in tragenden Rollen Adelf Wohlbrück, Fritz Kampers, Paul Henckels, Trude Berliner u. a. Die Schlager sind von Hans May.— Ferner bringt das Programm noch einen Tonfilm von besonderem ormat, und zwar ein Werk des bekannten Regisseurs Joe May:„Das ist die Hauptsache“.(Eine Ballnacht), der in den Hauptrollen mit Nora Gregor, Harry Liedtke, Ursula Grabley, Jakob Tiedtke und Julius Falkenstein besetzt ist. Die UfaTonwoche und ein schöner Kulturfilm ergänzen das Programm. (*)„wus heimchen am Herd“. Nach der Veranstaltung des Buerschen Theatervereins„Bühnenfreunde" vom 21. Februar fand am vergangenen Mittwoch im Vereinslokal Kampmann, Essener Straße, eine wichtige Versammlung statt. Vielen Wünschen aus dem Publikum gerecht werdend, wurde beschlossen, das volkstümliche Singspiel„Das Heimchen am Herd“ am Sonntag, den 6. März, bei Kampmann zu wiederholen. Karten sind ab Freitag wieder im Vorverkauf bei den Mitgliedern zu haben. Weiter wurde beschlossen, am 24. April nach Art des Westdeutschen Rundfunks einen lustigen Abend zu veranstalten. 85 Grünewalds Ilsenheimer Altar Ein Vortragsabend in Saus Aald. Uhasemiber bner C) Im Mittelpunkt eines Vortragsabends im Verein kath. Akademiker, Buer, der am Mittwoch in der Arla des Lozeums stattfand, stand Matthias Grunewalds unvergleichlicher Isenheimer Altar. über den in einem großangelegten Vortvag Oberstudienrat Dr. Roch=Dortmund prach. Der Vortragende fixierte, um ine allgemeine Grundlage für die Betrachtung des Isenheimer Altars zu gewinnen. die künstlerische Stellung des genialen Malero, der als ein Sohn seiner deutschen Heimat und als Mensch des fünfzehnten Jahr hunderts der letzte Gotiker war und in dessen Schaffen das gotische Weltgefühl eine seiner großartigsten Erfüllungen sand Sein Gegensatz zur klassischen Kunst Italiens ist darum so frappant, daß sie nicht verlannt werden kann. Es ist ein Glück. daß der Impressionismus, mehr noch der Expressionismus diesen großen Maler, den letzten Sprecher der Gotik. wiederentdeckte nachdem er fast vergessen war, und aus einer inneren Verwandtschaft mit ihm den Weg zu seinen Werken sand, deren überrogendstes der Fienheimer Altar ist Dr. Koch führte dann in zahlreichen Lichtbildern den Zuhörern den Isenheimer Alter ver Gugen. In meiß fardigen Ganz= und Teilaufnahmen wurde ein imponierender Eindruck von der Ausdruckskraft dieses Werkes vermittelt. Dr. Koch konnte die Horer in seiner Eigenschaft als Theologe besonders in die religice Stoffwelt des Altarwerkes einführen, die keineswegs eindentig ist. sondern mancherlei Rätsel aufgibt. Es ist eine ungewöhnliche Eigenart Grünewalds, daß er abgelegene sinnbildliche Vorstellungen aufgesucht und erstmalig in großartiger Weise in Form und Farde umgesetzt hat. Der Vortragende konnte znächst nachweisen, daß es der Birgittinische Gedankenkreie ist, der sich in dem künstlerischen Schaffen Grünewalde zum Teil überraschend treu ausspricht. Am klarsten erweist sich der Einfluß der Birgittanischen Offendarungen bei der Kreuzigung des Altars, die nebenbei gesagt, die unerhorteste Fassung des Gegenstandes ist, der in der Kunst je verucht wurde. Eine ontsprechende Stelle Birgittes ist hier handgreiflich in die Sprache des Bildes umgesetzt worden Dr. Roch machte ferner den Versuch. das sogenannte„Engelkonzert“ mit einer mystisch verklärten inienden weidlichen Figur in einer offenen Tempelhalle zu deuten. Er denannte dieses Bild„Das Geheimnie der Jungfrau und gab damit eine von den vielen Deutungen, die dieser rätselhafte Bild bereite gesunden hat Es versteht sich von selbst, daß der Vortragende aud die Ausbrudsformen Grünewalde mit sehr viel Einfühlungegabe zu würdigen munte. Er holte eine Reide von verwandten Darstellungen aue ber Zeit vor und nachtbrünemald heran. was leider allzu flüchtig geschah dieser Vortragsabend darf mit Spannung sem Abend Ernstes und Heiteres aus dem und vielleicht so geschehen mußte, weil die erwartet werden, denn Hans Reimann, der großen Bezirk seines schriftstellerischen Zeit sonst nicht ausgereicht hätte So ergab dieser Vortragsabend eine kenntnisreiche und verständnisvolle Einführung in die religiöse und künstlerische Eigenart Grünewalds, die von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit und mit herzlichem Beisall hingenommen wurde. V. nicht nur ein Humorist ist, wird an die Schaffens darbieten. Dr. tns hen in öner Ein Abend der Gesellschaft für Literatur und Kunst (*) Die Gesellschaft für Literatur und Kunst in Buer führt ihr dresjähriges Vortragsprogramm allmählich dem Ende zu. Es stehen noch zwei Abende aus, deren Termine nunmehr endgültig feststehen. Bereits am kommenden Mittwoch, den 2. März. wird Dr. Luy Heck. Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, einen Lichtbildervortrag halten, der unter dem Titel Aus der Wildnie in den Zoo“ über seine Tätigleit alo Großwildfänger berichten wird. Dieser Abend findet für den Vortrag von Manfred Hausmann statt, der wegen einer Erkrankung seine Vortrüge in Düsseldorf, Duisburg und Buer absagen mugte und erst im kommenden Herbst wieder lesen wird. Der Vortrag von Dr. Lutz Heck findet diesmal in der Aula des Gamnasiums statt. Am 23. April wird Hans Reimann mit einem bunten Abend das Vortragsprogramm der Gesellschaft abschließen. Auch Berichtigung! Plattenlange 82 cm, mit Hohlenwagen u. Nickeltoßen Hassapreis 21 Ceidtage! 79.TA-Garantieherd Plattenlänge 86 cm, mit Kohlenwagen u. Nickeltoßen... Kassabreis Oer oder Anzahlung 17. und 8 Monatsraten 10. oder 24 Celdingeraten n 3.3 LHL-T Nbdeu. un. ue urg Zwei Söhne und ein Hof Roman von Fritz Nermann GIAseT CopurignteuMertlaFeuehtuanger, Halleender Saale 10 Heigung Der alte Ferstuer horte schon nicht men Er war schon wieder deim Disteln den. Aber die Pande waren plöglich n zulitig gewerben. Oder die Disteln zu jegt sester im Boden?! Es machte seel Muhe, das zube Unkraut beraus: umen. Manchmal grist er mit der Hand nach seinem Rüchen, die alten #n schmeizten vom vielen Buden. Er * i iu Schweigtrepien von dei Iu. bie gar je bis und gat je reichlich zabeten beien Kuoch4 : schuttelte jegt mit dem unr ue Aer a Sticht Disteln auf einem Ader, der uns gar nlcht mohr gedört! Lachend gung er dem Deose zu Im Graleusain muste sich der Alte ##r Ge liel ihm wirtlich gut z##### e mellte auc Arbeit Jeilten. DR dat du Sandboida von Disteln fressen such pichstun nicht delbMon jellte nicht jagen. jbauern ihnen Ader ven zn ließen Und bann gung ihm aues wieder durch don Kopf Dem Alten machte es scwere Sorgen, daß der Sohn den Acker verkauft datte. Wenn es Jue nur Sandboden wal man dem Sandbauernbeie ungelan hatte. Ratütlich war en selber baren schuld daß es jemeit getommen war! Weshald dlied er nicht Herr auf seinem Hote?! Se nie die Duteln mugte man sein, jo zas und anspruchsles und ntachelig, die wurden mit dem Sand und mit jedem anderen Boden fertia. Wo die erst Wurzeln schlagen, lievon ne iich nicht so leicht wieder verdränUns en? Ben dummen Reden deite er sio betölpeln lassen Er jei aun elt geuug. bebe geung gearbeitet in seinem lauv#n Ledon. Nan mäne er beizeiten Feierabend machen und Jlngere fur sich arbeiten und auch lergen lassen... Er ließ sich wirklich überreden und übergab dem Sehn leinen Hef— seinem altesten Sohn Franz benn der andere Rasl. se Taugenichte ner lem befür notünlich gar nicht in Betracht. Wei wugte. wo der sich in der Welt derumtteiben #### Luge! alle seue Werte! Austuhen laisen— und Nie Rochen Dir die Wuszel ab! Beierabend machrn— und # beben bich aus Winem allgewehnten Boden und lassen dich vertrocknen und zugrunde gehen! Auch der Mensch ist eine Planze. □ Unkrauf eder manchmal eine ander " Srucht, bis ihren Boden, ihre v. ihoen Regen und iher Ardei #. Wenn es der Himmel gut mit einer jeichen Menichenpflenge meint, dann läht er sle in ihrem altgstsehnten Boden Rterben— nnentwarzelt das ist der schonste Bauernted! In den Dürro perden oder auch im Heröß, wenn alle Pilanzen derund jeder Bauet wurzel! den— mit Leid und Jeder in in leinem Bode So bachts im aln Zerstnet, als er per le elend und jo möbr über## alten Ader frech, auf dem er nicht: nichts mehr zu in Auf bem Schindelwigbbei Shlte Armen und Händen. Die Böuerin kam zur Ruhe. Gie muhte den Haushalt und auch die Helbarbeit bestimmen, nam zur Ruhe. uhren und auch an an den) 15 es an uetin tam am Herd und war auch in den Stal- mar Bauer und Bäuerin in einer Der, He Stichaluichleg bein b.#. suc Uirg und wedost werden lassen Sie nagm ib mehr els einmel ver, den bo zu verkaufen und des Deri zu verp geen und willig jug Den Schimmel und das Sattelzeug datte se vam in die Stadt geschickt, hatte## ier in dem Gasthof eingestellt. bis Ferstners von jeber vertehrten Schimmel sellte ihm ausgedändigt abgehelt. Ka lassen, um irgendme ein neues Leben anzusangen. Gie wurde. wenn Karl Ferstner sie jegt wieder fragen jollte, ob sie mit ihm durchs Leden geden wollte, sicd seinem Wunsche gern und willig jügen attelzeug datte dae in dem Der . Abest er Datbe nicht abgebelt. Rarl Ferstner war seit jenem Tage nicht medr geeden und gesprechen worden Nach Wocen ließ ile bann das Tier verkaufen. Gie wugle, daß all ihr Hoisen legt umjens und beh lo ihre Liede nun zu Stade tragen mußte... Und bann jühlte die sich Mutter werden.. Dus machte sie unaussprechlich fret. Das söhnte sie aus mit ihrem düsteren Frauenschicksal und ließ sie dech vor Augst und Bangen sill, klein und furchtsam wer2n. Frau Hedwig schämte sich ihres Mutterwerdens nicht. Gie lieg die Leute judig klatschen, ließ die Knechte und die Mägde hinder ihrem Rücken tuscheln und auch böhnisch lachen. In Duldsamkeit trug In stiller Demut ging sie ihrer schweren Stunde entgegen. Und dieser Frauenmut und Mutterstolz iegen allen Spott und allen Hohn verstummen. Ein döser Mund schloß sich dald nach dem andeten. Man datte schon Mitleid mut der dartgepruften Frau und brachte ihr menschliches Venieden entgegen. Wie träumend ging Frau Hed##### burch die Zeit. fühlte weder Angs nech Scham und Unfreude, die sie bei ierem früheren Mutterwerden stets gefühlt. Jauchzend unterwersen sich jetzt ihr Leid und idte Ssele ihrem jungen Mutterboisen. Mit sechzehn Jahren lam sie auf den Hei in don Diens, aus einem Elternnie. das vor Armat. Unfrieden und hungrigen Kindern nur so Krogte. Der Bater trank viel lieber, als er arbeitete. Die Mutter dekam jedes Jahr ein Kind. Machtles Hand die verbarmte, berarbeitete und verdrauchte Frau aller Armut und allem Elend gegenüber. Da mußte str. die Aeljeste, natütlich sich ihr Brei rechtzeitig selbst verdienen Sie war schon freh, daß sie auf diesem Rauernhose ein Unterkommen fend. Sie juhlte#ich segar geschmeichelt, daß der reiche Bauer unter allen Magden ausgerechuet sie mit Redensarten auszeichnete und verlegen werden lich. Sie mar als junges Ding noch viel zu unselbständig und u Umm, um zu begreisen, daß sie dae Beste ihres Frauentume zerdrach und sich zertreten ließ, als sie dem Bauern willig murde Was mukte sie von ihrem Frauentum das unerichlossen, unbeachtet und unverstanden in ihr war! Sie wer jelbst nech Kind, als sle idr ersdes Kind scoon unter ihrem Herzen trug. und muhte alle Ret und alle Bittern.: ersahren, die eine Frau und Mutter je erfahren kann. Zn ihren Eltern konnte sie in idrer Rot nicht gehen. Der Bater Loite E#.#asengejagt. diu Matter muter Et nicht lsen können. Der Bauer war jegt grod und niederträchtig und wollte von dieser ganzen Geschichte überhaupt nichts wissen Verdächtigte sie in gemeiner Art und riet ihr zu noch gemeineren Sachen Der Bauer wollte sie auf seinem Hofe nicht mehr dulden Am liedsten dätte er #r mit den Hunden davongejagt. Er beschimpfte und verdöhnte sie odendrein und beredeie jetzt schon das Brei, das er ihr und und schlich sich abends sce# Kammer. Hier weinte sie mitunter die halde Nacht oder stierte, wenn sie gar jo trestlos und je niedergedrückt war, mit effenen Augen in das unergründliche Dunkel, ehne eine Heiinung oder einen Ausweg zu finden. Ausdarren mußte sie und all das Aufgezwungene und W derwärtige über sich ergehen lassen Wortles legte sie sich dann zu ihrer schweren Stunde nieder, auf ihrem dürftigen Lager in der armieligen Mägdekammer— wie ein Stück Vieh, das sich nicht belien und das nur stumm erbulden kann. Bis eine Magd aus Mitleid nach einer Hedamme lief. einer energischen und fürsorglichen Frau, die ihr endlich Beistand und Hilfe brachte Wenn die auch glaubte, daß ihr junger Leid zegt dersten oder zugrunde gehen müsse— die Schmerzen und die Weden waren nicht so grog. um die Scham über ihre trestlose Armut vergessen zu machen. Sie datte nicht ein Zipfelchen Leinen, das Kind netduritig bekleiden zu können. So gad sie ihr eigenes Hemd vom Körper, um das Neugederene nicht auf das dlanke Streh hinlegen zu müssen Und das erste dißchen Glück, das sie endlich empfand, war nicht die Freude über das Kind. sondern darüder, daß sie nun endlich jemand gejunden, der ihr, ohne Vorwürse und in menschlichem Verstehen, in ihrer tiefsten Not zur Seite stand: der ihr auch später noch lange und uneigennützig half. Richt in ihrer eigenen Mutter und erst recht nicht in dem Vater idrer Kindes, durch dessen Schuld sie zu guter Letzi diese schwere Prüjung ertragen mußte. sondern in der wildfremden Frau hatte sie endlich den delsenden und verst denden Meuschen gefunden. Sie wußte nicht, wodin mit idrem Kinde. Der Bauer schrie es immer wieder durch das Haus, dan er den Schreihals bald nicht mehr länger dulden wollte. Wer aber nahm eine Magd mit einem kleinen Kinde auf? Mit Adscheu dachte Frau Hedwig an die Zeit zurück, da sie sich von dem Manne zagtäglich beschimpft, bedrängt— und schen wieder aufs neue delästigt fühlte; wie er sie mit seinen Niederträchtigkeiten traf. verfolgte und schon wieder In die Enge trieb. Es war nicht Zusoll, daß er sle deim Stillen ihres Kindes östers uderraschte, daß er sle. getrennt von anderen, Arbeiten verrichten ließ, bei denen er sie immer wieder bedrängen und verfolgen konnte. Sie fühlte sich in ihrer eigenen Kammer nicht medr sicher, fürchtete sic uberall ser ihm. as dlied ihr nur ein Ausweg eisen. dem allen ein Ende zu machen: Sie munte sich an diesen Mann verschachern, mußte Bauerin auf diesem Hofe werden. Das siel ihr auch nicht allzu schwer. Blind und dörig ging der Tölpel in die Falle: er gab die Hälfte seines Hoser für din. Schon um die Ernte sand die Hochzeit statt. Und um den Preis vertauschte sie ihr Lager in der Mägdekammer Sie zahlte diese Heirat mit noch einem Kinde. Und dann war sie die Herrin auf dem Hofe. Horrin über diesen Mann, der ihr in seiner Hörigkeit versiel. Die beiden Kinder erdten des Schindelwigde schlechte Charaktereigenschaften. die sich nicht megleugnen und auch nicht unterdrücken ließen... Davor sellte sie der Himmel jetzt bewahren, und sie mugte im selden Augendlick heimlich lachen. Sie achtete eisersüchtig jetzt auf sich Des Kindes wegen wollte sie die Seele und den Körper läutern. Einen Tempel wollte aus ihrem Leide machen oder eine Schale, die eine Perle in sich tragen mußte. (Fertsetzung folgt.) UUTT——-„—— ES s OTr Z## GTOAEgS * 9•—*„ ·TAaüre SSMGSSTTTS TSST " 5—*--—A..-*T.. ,* 2. SauFETBTarSSeSaT3 Johegang 1932 Freitag, den 28. Febeuae DIE PLAUDERNUNDE BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FUR DAS EMSCHER-LIPPELAN D. Romen von Jolante Merés 7 Ceppright bo Marün Feuchtwanger, Halle a. d. Soale 2. Fortsetzung In die Schweiz! In die Berge, die sie über alles liebt! Und immer dieser Mann an ihrer Seite! Wahnsinniger Schrecken überfiel sie. Alles würde er ihr verleiden durch seine unerträgliche Gegenwart. War sie denn wirklich festgeschmiedet, ein ganzes Leden lang? Er datte ihr viele Jahre voraus. Wenn eines Tages die Fessel abfiel von ihr? Was half ihr das? Dann war sie alt— datte ihre Jugend geopfert— Ihr Gedankengang wurde unterbrochen. Jetzt war es ihr Vater, aus dessen Munk: ihr Name an ihr Ohr drang. Auch ihn hatte sie die ganze Zeit übersehen. Hatte es vermieden, ihm mit Blick und Wort zu begegnen. „Sydille— du gehst nun fort—“ „Ja— ich gehe fort— auf deinen Wunsch— mit einem fremden Mann.“ erwiderte sie tonlos. „Sybille— ich bereue „Laß das.“ sagte sie hart. Wengler geg einen Kognak in seine Kehle. Sobille legte die Hande auf die Tischplatte. reckte sich ein wenig in die Höhe und sagte: „Ich glaube. es ist Zeit, sich zurückzuziehen. Während ich mich umkleide, rauchst du wohl noch eine Zigarre mit den beiden Herren.“ Kerzengerade stand Sydille am Tisch. Auch Eicktedt hatte sich erhoden. Stand neden ihr. Schod seinen Arm durch den ihren „Ich danke Ihnen. meine Herren.“ wandte er sich an die beiden Trauzeugen. „Wir müssen uns jetzt empfehlen, denn wir reiten in wenigen Stunden.“ Starr und steif stand Sodille an der Seite ihres Mannes. Reigte den Kopf zum Gruß. Reichte die Hand zum Abschied. Durchschritt mit langsamen Schritten den Raum unter der Führung Josef Eickstedts, des ihr angetrauten Gatten. * Sobille war auf den Sessel, der vor dem Teilettentisch stand. niedergesunken. Nachdem sie das champagnerfarbene Chissonkleid abgestreift, fühlte sie plötzlich eine Schwere in den Gliedern, die sie niederzwung Ihre Augen irrten auf das der kleinen Armbanduhr. die vor ihr auf dem Toilettentisch lag Sie schlug die Beine übereinander und legte die verknoteten Hände um das Knie. Und während sie die Fußspitze auf und nieder wippte. studierte sie ihr Gesicht im Spiegel. Es dünkte sie. als wäre sie um Jahre gealtert. In einer Nacht. Denn gestern hatte sie die scharfen Falten, die den Mund umgaben, noch nicht demerkt. Auch die Schläsen schienen eingesunken zu sein. Sie war sich selder stemd geworden. Hatte ihr ille allein schon genügt, sie umzumodeln? Sybillens Augen weiteten sich. Standen voll Entsetzen. Ihre Hände glitten auseinander, preßten sich gegen ihre Schläsen. Ihr Kopj neigte sich dem Glas entgegen Welch ein Trugbild äffte sie? Im Speegelglas erschien das Gesicht dieses entsetzlichen Menschen. Sie nahm die Hände von den Schläsen. Spreizte die Finger. Neckte sie diesen gierigen Augen entgegen. Da war das Gesicht verschwunden und sie fühlte drennende Lippen auf ihrer Schulter „Wie können Sie es wagen, hier einzudringen!“ schrie sie und sprang mit einem Satz in die Höhe. „Ich habe Rechte." leuchte er und hielt sie gepackt „Ja— Sie haben Rechte.“ sagte sie. „und ich werde diese Rechte anerkennen, ader nur bis zu einer gewissen Grenze—“ Sie hatte sich gezwungen, ruhig zu sprechen. jetzt aber stieß sie in leidenschaftlicher Erregung die Worte dervor:„Gehen Sie, gehen Sie, in dieser Stunde gehöre ich nur mir. Sie haden hier nichts zu suchen, hören Sie denn nicht?“ Wie eingeschlagenes Kindn sich verkriecht. so zog Eickstedt sich zurück. Als er die Tür eingeklinkt hatte, sprang Sybille ihm nach und schob den Riegel vor. Zwar wußte sie, daß er nicht wagen würde, zurückzukommen, dennoch gab es ihr Veruhigung. sich vor Ueberfällen ganz sicher zu wissen. Von nun an mußte sie sich immer einriegeln. Immer * Es war ein kalter, windiger Herdittag. als Dela Verkhof zum ersten Mal nach der Heeresstraße hinausfuhr, um Sybille Eickstedt zu besuchen Sie stand vor dem schmiedeeisernen Sittertor, musterte die Fassade des tief in den Garten hineingebauten Landhauses. Eine stille, vornehme Ruhe lag über dem Gedäude. Als wünschten die Bewohner keine Berührung mit der Außenwelt. so wirkten die verhangenen Fenster Die Tür sprang auf. Dela hatte die Klingel berührt. Sie ging über den knirschenden Kies, schritt die paar Stufen hinauf. die zur Haustür führten, neden der der Diener sie erwartete. Ihre neugierigen Augen musterten die Diele. deren Wande mit Sobelins bespannt und die mit Truhen und alten Danziger Schränken bestellt war. In der Kleiderablage half ihr der Diener aus dem Mantel. Dann führte er sie durch einen Salon. der eine Sammlung dizarrer Mödelstücke zu sein schien, in ein kleines Gartenzimmer. in dem Sybille sich vom Schreibtisch erhob. Einen Augendlick standen die Freundinnen sich schweigend gegenüber, dann streckte Sydille mit rascher Bewegung beide Hände entgegen und sagte in bittendem, herzlichen Tonfall „Sei mir nicht döse. Dela— ich konnte mich damals nicht aussprechen— damals. aber heute will ich es tun.“ „Dein Schweigen kränkte mich, und beine überstürzte Heirat war mir unverständlich. Sobille.“ Sybille wies Dela den Platz auf dem kleinen Sofa zwischen den vielen bunten Seidenkissen. schob den Teewagen ein wenig näher und schaltete die elektrische Kochvorrichtung ein. Dann ließ sie sich in einen kleinen, niederen Polstersessel fallen, reichte Dela die Zigaretten und sagte: „Ich freue mich aufrichtig, daß du die Kränkung überwunden hast und daß du meiner Bitte, unsere alte Freundsoaft wieder aufzunehmen, gefolgt bist. Doch ich muß dich darauf verbereiten, daß du in mir eine ganz andere finden wirst. Diese Heirat hat mich aus dem Gleichgewicht gebracht. Man hat mich beraubt. Hat mir das Recht zur Selbstbestimmung genommen. Eickstedt wußte von einer Versehlung meines Vaters. Als Preis für sein Schweigen forderte er mich.“ „Dein Vater hat kein Recht—“ „ weiß nicht, od ein Vater das Recht hat, ein solches Ovser zu verlangen. Dela. Ich bin mir auch nicht klar darüber, aus welchem Gefühl deraus ich seinem Verlangen nachgab. Ich glaube nicht daß es aus Kindesliebe geschah; denn meine Liebe für ihn stard in dem Augendlick, da er sein Leben, seine Freiheit zu dehalten wünschte, auf Kosten meines Glückes. Ich unterwarf mich seinem Willen wohl nur. weil ich nicht die Schuld auf mich nehmen wollte, ihn in den Tod getrieben zu haben. Ich wollte mich nicht in Gewissensnot bringen.“ Sobille schwieg. Nach einer Weile fuhr sie fort, indem ihre Stimme sich zu aufgeregter Leidenschaft steigerte. „Mein Leben ist verschüttet. Begreifst du, daß mich das redellisch macht? Ich habe mich losgelöst von meinem früheren Leden. In der Schweiz habe ich mich in das Treiben der„großen Welt“ gestürzt. Wir wohnten in den ersten Luxushotels Ich kaufte mir kostdare Teiletten um mit ihnen in der internationalen Gesellschaft zu glänzen. Elegante Männer wurden meine Trabanten. Ich ließ mir huldigen. Flirtete. Hatte meine Freude daran, wenn der alternde Mann mich der Jugend überlassen mußte. Es war meine Nache, immer frisch, immer unternehmungslustig zu sein, um ihn den Altersunterschied der siebenunddreißig Jahre, die zwischen uns liegen, fühlen zu lassen. Ich lebte in einem Rausch. Suchte Betäubung. It wollte mich selbst nicht mehr kennen. Wir machten lange Autofahrten ins Gedirge. Da erlebte ich eine Sensation. Ein Spanier, in dessen Wagen ich fuhr, wollte mit mir in den Tod gehen, weil ich ihn nicht erhören wollte. Wir sausten auf schroff abfallender Felsenstraße dahin Er steigerte die Geschwindigkeit der Maschine von Minute zu Minute. Der Luftdruck, der mich traf. war so scharf, daß es mich mit Messern schnitt. „Ich fahre Sie in die Hölle.“ schrie er mir zu.„denn ich will nicht, daß Sie einer: anderen Ihre Liebe schenken.“ Von Wut und Jorn beherrscht, war er imstande, eine Tollheit zu begehen. Ich blickte auf seine Hände in der Erwartung. daß sie sich vom Steuer lösten. um den Wagen seinem Schichsal zu überlassen. Fiederhaft wartete ich auf den Augenblick. da wir in die Tiefe sansen mußten. Ich fürchtete mich nicht. Was hatte ich denn auch zu verlieren? Angeschmiedet an Josef Eickstedt für ein ganzes langes Leben, das ist schlimmer als der Tod. Rummer 57 Freitag, den 26. Februar Jahegang 1332 HANDEL UND INDUSTRIE Borsenantangsstimmungsbild Berlin, 25. Febr. Nach über fünfmonatiger Unterbrechung wurde heute die Borse für einen amtlichen Freiverkehr wieder geöffnet. Schon frühzeitig füllten sich die Börsenräume mit altbekannten, aber lange nicht gesehenen Gesichtern, und der Besuch war über Erwarten gut. Man beschränkte sich zunächst darauf, Worte der Begrüßung auszutauschen, zumal ja bekanntlich erst ab 12 Uhr gehandelt werden darf. Pünktlich mit dem Glockenschlag hörte man dann auch an den ein elten Märkten, die sich an ihrem alten latze in den Börsensälen gebildet hatten, die ersten Kurse. Diese zeigten zunächst nur geringe Veränderungen gegen die etzten im Telephonverkehr genann ten Kurse, doch schien die Stimmung nicht unfreunolich zu sein. Erst langsam kam dann einiges Geschäft in Gang. Bei den Banken war der Ordereingang verhältnismäßig gering, da die Kundschaft zunächst wohl erst einmal abwarten wollte, wie sich der Verkehr an der Börse einsvielt. Es ist auch insofern ein Unterschied zu dem bisher gewohnten Telephonhandel, als sich die vorliegenden Orders ja auf einen bedeutend größeren Kreis von Maklern verteilen, so daß das Ge schäft an und für sich kleiner erscheint. Bei den Telephonmaklern war vormittags nur wenig umgegangen, so daß sich auch im Vormittags verkehr noch keine Tendenz entwickeln konnte. Nur einige Werte hatten schon eine ausgesprochene Tendenz, so z. B. Charlottenburger Was ser, die auf die enttäuschenden Dividenden gerüchte ca. 1 Prozent verloren. Am Pfand riefmarkt konnte sich noch keine Tendenz ent wickeln. Die Situation am Geldmarkt war vor läufig noch nicht recht zu übersehen. Der Tages geldsatz zog infolge des nahen Ultimos etwas an, so daß unter 7½ Prozent kaum anzukom men war. Fertschreitende Reichsbankentlastung Besserung der Devisenbilanz Der Status der Reichsbank hat sich in der vergangenen Woche weiter befriedigen d entwickelt. Richt nur, daß infolge der relatio flüssigen Geldmarktlage und der Besserung der Liquidität der Sparkassen die Ausleihungen weiter zurückgegangen sind, sondern daß, nochdem schon in der Vorwoche die Devisenbilanz erstmalig seit langem einigermaßen ausgeglichen war, diesmal auch ein wenn auch noch kleiner Zugana bei den Gold= und Devisenenanden zu verzeichnen ist, ist besonders erfreulich. Die Wünsche nach einer Senkung des Reichsbankdiskontes ziehen hieraus neue Nahrung, zumal auch die Bank von England inzwischen eine Herabsetzung ihres Diskontsatzes vorgenommen hat. Ob sich die Reichsbank nunmehr eher zu einem gleichen Schritt entschließen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Wahrscheinlich wird dies nicht so schnel! geschehen, da man wohl erst die weitere Entwicklung der Devisenbilanz übersehen will. Die bisher eingetretene Besserung der Devisenbilanz ist sicherlich zum größten Teil auf die verschärften Devisenbestimmungen zurückzuführen, dann wohl auch auf bessere Eingänge von Exportdevisen. Die Goldbestände haben um 0.9 Mill. RM., die Devisenvorräte um 1,8 Mill. RM. zugenommen Nachdem der Medio vorübergegangen ist, haden die Bestände der Reichsbank an Wechseln und Schecks nach dem Ausweis vom 23. Februar um 105 Mill. RM. auf 3144 Mill. RM. adgenommen, ebenso haben die Lombard. bestände nach der Zunahme der vorigen Woche sich um 29 auf 159 Mill. RM. reduziert. Die Rückbildung des Rotenum. aufs, die in den beiden letzten Wochen nicht voll den Abgängen auf den Ausleihungskonten entsprochen hatte, hat sich diesmal in stärkerem Maße vollzogen: der Umlauf an Reichsbanknoten hat um 152 Mill. RM. auf 4003 Mill. RM. abgenommen. Die Tatsache, daß die fremden Gelder eine Abnahme um 30 auf 332 Mill. RM. ausweisen, ist darauf zurückzuführen, daß das Reich den in Anspruch genommenen Betriebokredit offenbar wieder zurückgezahlt hat.— Entsprechend des RückgangNotenumlaufs und der Zunahme der Goldund Devisenbestände hat sich das Deckungsvernalrnis von 25,8 auf 26,9 Prozent gedessert. Die in Amsterdam abgehaltene Obligatioaieversammlung der Hagener Stragenbahn A.=G. befaßte sich mit der Zinsermäßigung von 8 auf 6% für deren holländische Anleihe, die ab 1. September d. J. für einen dreijährigen Zeitraum in Kraft treten soll. Da die Hagener Straßenbahn A=G. für die am 1. März fällige Zinszahlung bereits nur in einer solchen Höhe Gelder überweisen kann, die einer 6Figen Zinszahlung entsprechen würde, sollen die restlichen 2 Prozent auf diese Zinszahlungsmittel bis zum 15. Mai nachgezahlt werden. Ferner verpflichtet sich die Hagener Straßenbahn in dem den Obligationären gemachten Vorschlage im Falle der endgültigen Zustimmung der hollän. Dischen Obliaationäre zu der beantragten ZinsPhönix, Gelsenberg und Rheinstahl Huswirkungen des Stahlvereins-Abschlusses Nachdem jetzt der Verlustabschluß der Vereiniaten Stahlwerre vorliegt, sind dessen Auswirkungen auf die Geschäfteergebnisse des Phönix, der Gelsenkirchener Bergwerks A.=G. und der Rheinischen Stahlwerke zu übersehen, wenn auch diese Gesellschaften ihr Geschäftsjahr erst am 31. März abschließen. Die Phonix A.=G. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Düsseldorf, besitzt 192,8 Mill. RM. Stahlvereinsaktien, die in diesem Jahre ohne Dividende bleiben(1. V. 4 Prozent), und etwa 14,5 Mill. RM. Aktien der Vereinigten Stahlwerke van der Zypen und Wissener Eisenhütten A.=G., deren voraussichtlicher dividendenloser Abschluß(i. V. 6 Prozent) ebenfalls schon angekündigt ist. Da der Phönix als reine Holdinggesellschaft auf die Erträgnisse seiner Beteiligungen, die diesmal ausfallen, angewiesen ist, kann mit der Verteilung einer Dividen de(i. V. 4½ Prozent) nicht gerechnet werden. Die Gelsenkirchener Bergwerks A.=G., Essen, verfügt unter ihren Beteiligungen über etwa 252 Mill. RM. Stahlvereins=Aktien, die im Vorjahre an Dividendeneingängen 10,08 RM erbrachten, und über 82,4 Mill. RM. Phönixaktien, die im verflossenen Jahre einen Gewinn von 3,71 Mill. RM. abwarsen. Der Wegfall dieser Gewinne, die im Geschäftsjahr 1930.31 den Haupttell des Gesamtgewinnes von 21,06 Mill. RM ausmachten, wird natürlich das diesjährige Ergebnis von Gelsenberg stark beeinträchtigen. Die Zechenbetriebe der Gesellschaft, namentlich die Magerkohlenzechen, haben nach den Informationen des WTB.= Handelsdienstes zwar noch relativ etwas günstiger als der Ruhrbergbau im allgemeinen gearbeitet, doch dürfte die Verteilung einer Dividende(i. V. 6 Prozent) kaum in Frage kommen. Auch bei der Rheinischen Stahlwerke A.=G., Essen, wird sich der Ausfall der Dividende auf die in ihrem Besitz befindlichen rd. 70 Mill. RM. Aktien der Vereinigten Stahlwerke auswirken. Die Zechenbetriebe dürften ebenfalls ohne Gewinn gearbeitet haben. Die Gesellschaft hat jedoch einen gewissen Ausgleich dadurch, daß sie auf die 41 Mill. RM. NiebeckMontan=Aktien, die sie in ihrem Portefeuille hat, eine Dividende von 7½ Prozent einnahm. ermäßigung, schon vor Ablauf der erwähnten dreijährigen Periode wieder 8% Zinsen zu zahlen, sobald die Geschäftslage die Verteilung einer Dividende gestattet. Die 8⅞ige Zinszahlung soll in einem solchen Falle mit Beginn des Geschäftsjahres wieder einsetzen, in dem die Ausschüttung einer Dividende erfolgt oder nach kaufmännischen Grundsätzen erfolgen müßte. Dagegen übernimmt die Hagener Straßenbahn, wie der Oberbürgermeister von Hagen in Beantwortung einer diesbezüglichen Frage eines Obligationärs ausdrück. lich betonte, keinerlei Verpflichtungen für eine spätere Nachzahlung der den Obligationären während der dreijährigen Periode verloren gehenden 2% Zinsen Ein Vorschlag, der eine Untersuchung der Betriebslage des Unternehmens zum Gegenstand hatte, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Antraa der Verwaltung wurde dagegen mit 383 gegen 68 Stimmen angenommen. Vorher hatte Direktor Jung von der Hagener Straßenbahn A.=G. einen eingehenden Ueberblick über die Lage des Unternehmens gegeben, wobei er darlegte, daß die Einnahmen trotz Durchführung von Rationalisterungsmaßnahmen und Personalentlassungen— zurzeit beläuft sich das Personal auf rd. 600 Mann gegen 651 am 1. März 1931 und 729 am 3. Juli 1930 — unter dem Einfluß der allgemeinen Verschlechterung der Wirtschaftslage stark rückläufig seien. Eine Erhöhung der Fahrpreise sei nicht möglich, vielmehr müsse im Gegenteil eine Preisermäßigung ins Auge gefaßt werden, damit das Publikum trotz seines gesunkenen Einkommens auch weiterhin im bisherigen Umfange von der Straßenbahn Gebrauch machen kann. Das Unternehmen habe bereits großes Entgegenkommen von Seiten der Stadt, der Provinz Westfalen und dem Staate erhalten, von denen namentlich die Stadt Hagen sich große Opfer auferlegt habe. Es sei daher billig, daß auch die Obligationäre dazu beitragen, daß das Unternehmen über die jetzige schlimme Zeit hinwegkomme. Wie sehr eine Zinsermäßigung auf der 8Tigen Obligations= anleihe nötig sei, ergebe sich wohl daraus, daß auf den Zinsendienst im März 1930: 7,925 der Tageseinnahme uno zurzeit sogar 15,2% der Tageseinnahme entfalle. Da die Obligationärversammlung für eine endgültige Annahme der Zinvermäßigung nicht beschlußfähig war, soll Mitte März zu diesem Zweck eine neue Versammlung einberufen werden. Essener Bärsenbericht Essen, 25. Febr. Bei der heutigen Börsenwiedereröffnung der Essener Börse gestaltete sich das Geschäft im allgemeinen außerordentlich lebhaft. Es vouzogen sich namentlich umfangreiche Umsätze in Wintershall und Burbach=Aktien, von denen letztere im Verlaufe etwa 3% einbüßten. Von den übrigen Werten war reger Verkehr in Ver. Stahlwerken, deutsche Erdöl und Mannesmannaktien, ferner Handel in Farben=Aktien und Farbenbonds. Von Kuxen steigende Nachfrage für die Werte des Aschersleben=Konzerns, ohne daß jedoch hierin größere Umsätze erfolgten. Köln, 25. Febe. Der heutige Verkehr entwickelte sich erstmalig in den Börsenräumen ab. Die von einigen Seiten als Folge dieser Maßnahme erhoffte Belebung des Geschäfts trat nicht ein, und der Umsatz war eher geringer als in den letzten Togen des Telephonverkehro. Ein großer Teil der Kurse wurde lediglich genannt, ohne daß es zu Geschäften kam. Die Tendenz war uneinheitlich. Neben der wenig erholten Haltung der Auslandsbörsen wirkte noch der ungünstige Stahlvereinsabschluß auf die Tendenz. In Stahl. trustaktien machten sich die Wirkungen dieses Berichts zwar weniger demerkbar, da sie bereits in der fortgesetzten Abschwächung dieses Papiers vorweg genommen waren. Das Papier lag ebenso wie Phönig wenig verändert, während im übrigen Montanwerte gegen gestern leicht erholt im Verkehr waren. Die Kursbesserungen gingen jedoch über 1 nicht hinaus. Im Gegensatz hier. zu lagen die bioher savorisierten Rheinischen Braunkohle eher etwas angeboten und um 2% niedriger. Von Kaliwerten büßten Burbach 2½3 ein, während Wintershall gut gehalten waren. Von Elektrowerten lagen Siemens 1 ½9 75 über gestern. Banken zeigten keine wesentlichen Veränderungen. Im Verkehr waren Reichsbank zu leicht erhöhten Kursen, während BB=V.=Aktien gegen gestern etwas niedriger genannt wurden. Farben und Farbenbonds leicht erhöht. Der Rentenmarkt lag still. Pfandbriefe fast unverändert. Industrieobligationen konnten sich teilweise etwas erholen. Die öffentlichen Lebensversicherungsanstalten Im Januar 1932 wurden bei den im Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen öffentlichen Lebensversicherungsanstalten 12311 neue Lebensversicherungen mit 16.55 Mill. RM. Versicherungssumme deantragt. Die durchschnittliche Versicherungssumme betrug in der Großlebensversicherung 3882 RM. gegenüber 4.037 RM. im Januar 1931 und in der Sterbeversicherung 457 RM gegenüber 542 RM. im gleichen Monat des Vorjahres. Insolvenzen Bankhaus Clemens Rautenstrauch u. Co., Trier Im Vergleichsverfahren des Bankhauses stand vor dem Amtsgericht in Trier der abschließende Vergleichstermin an. Dem Antrage auf Bestätigung des Vergleiche wurde einstimmig zugestimmt. Dieser sieht mindestens 40 Prozent vor, kleine Gläubiger bis zu 350 RM. werden in voller Höhe entschädigt. Die Bank tritt in Liguidation. An die übrigen Gläubiger erfolgt jedesmal eine Ausschüttung, wenn 5 Prozent vorhanden sind. Von Seiten des Gemeinschuldners(Rautenstrauch) wurde der Offenbarungseid auch mit Bezug auf sein persönliches Vermögen abgelegt. Bulkaufenerungs A.=S., Röln In der in Elberfeld stattgefundenen o. G. V. dieses Unternehmens(A. K. 92.500 RM.), das sich mit der Verwertung von Patenten befaßt, wurde die Liguidation einstimmig deschlossen. Die Bilanz weist per 31. 12. 1931 einen Verlust von 46 647 RM. aus, der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Die Gesellschaft konnte im Berichtsjahre keine größeren Aufträge hereinbekommen. Verhandlungen zwecks Anschluß an ein Berliner Unternehmen scheiterten. Dem angestrebten Liguidationsver. gleich haben bereito fast sämtliche Gläubiger zugestimmt. Rheinische Zonen=Brauerei C. m. k. Mülheim=Nuhr Im Geschäftsjahr 1930.31 stellten sich die Einnahmen aus Vier, Nebenerzeugnissen und Zinsen auf 560 007 RM., wovon Ausgaben für Malz, Hopfen usw. 407 426 RM. erforderten. Nach 37 664(36 281) RM. Abschreibungen ergidt sich ein Gewinn von 45 853(64 352) RM., über dessen Verwendung die Gesellschafterversammlung Beschluß fassen soll. Nach dem Bericht hat sich der Absezruckgana im verflossenen Geschäftsjahr unvermindert fortgesetzt. Die im neuen Jahre eingetretene Ermäßigung der Rohstoffpreise komme dem Unternehmen noch nicht voll zu gut, da vorerst noch ältere Abnahmeverpflichtungen erfüllt werden müßten. Von der an 1. Fedruar in Kraft getretenen Vierpreisermäßigung um 2 RM. je Hektoliter erwartet die Gesellschaft keine Absatzbelebung. In der Bilan; sind Gläubiger, Sparonlagen und gestundete Biersteuer mit 115 077(125 533) RM., Wechsel mit 134 372(168 855) RM., andererseits Außenstände und Bankguthaben mit 678 392(560 753) RM. und Vorräte mit 68 990 (90 665) RM. ausgewiesen. Simons u. Gier A.=G., M.=Gladbach Die Gesellschaft(Walkerei, Appretur, Färberei und Spinnerei) erzielte in dem am 31. Juli 1931 abgelaufenen Geschäftsjahre einen Rohüberschuß von 297 781(394 996) RM., wovon Handlungsunkosten 318 283(99 396), Steuern und Versicherungen 56 154, Löhne und Gehälter 215 952 RM. erforderten. Nach Abschreidungen von 30 258(29 453) RM. und nach Rückstellungen von 15410(—) RM. ergibt sich einschließlich 5960 RM. Verlustvortrag aus dem Vorjahre ein Gesamtverlun von 66 170 RM. Der Verlust des Vorjahres von 7128 RM. verminderte sich durch den Gewinnvortrag aus 1928.29 auf 5960 RM. Aus der Bilanz(in Mill. RM.): Vorräte 0,06(0.10), Außenstände 031 (0,25), Schulden 0,16(0,12). Märkte Berliner Metallnotierungen Berlin, 25. Febr.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars), prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam 59,75, Original=Hütten=Aluminium, 98—99%, in Blocken 160, desgl. in Walz oder Drahtbarren 164, Reinnickel, 98—99% 350. Antimon=Regulus 52—54 RM. für 100 Klg. Silder i. Barr. ca. 1000 sein per Klg. 43—46,25 RM. Warenmärkte Die Zufuhren zum Essener Hauptmorkt waren sowohl in in= und ausländischem Gemüse und Kartoffeln, sowie in Obst und Südfrüchten reichlich, doch konnte sich nur langsames Geschäft entwickeln. Die Preise zeigten unverändert feste Tendenz. Berliner Produktenbörse Berlin, 25. Februar.(Amtlich.) Weizen, märk. prompt. ab Station. 75—76 Kiloar. 249—251. März 262.50—263—262.50. Mai 271.50—272—271.50. Juli 277. Tendenz: sehr fest: Roggen, märk., prompt. ab Station, 73—74 Kilogr. 193—195. März 201.50 bis 201.75. Mai 211. Juli 208—208,50. Tendenz: Promptverladung, gedrückt. Lieferung fester: Gerste. ab Station. Braugerste 169—174: Zutterund Industriegerste 160—167, fest: Haser“), märk., prompt. ab Station 149—156. Marz 166—167. Mai 175—175,50. Juli 182. Tendenz: fester: Weizenmehl“), sehr fest, prompt 31—34.75. Roggenmehl, ruhig. 70¾. promot 28—29.50: Weizenkleie. fester 10—10.40: Roggenkleie, behauptet 9.85—10.25: Viktoriaerbsen 20—27. kleine Speiseerbein 21 bis 23.50: Futtererbsen 15—17; Peluschken 16.50 bis 18.50: Ackerbohnen 14—16: Wicken 16—19: Lupinen, blaue 10—12: Lupinen, gelbe 14.50—16.50; Seradella, neue 30—35; Leinkuchen. Basis 37% 12.20—12.40: Erdnußzkuchen. Basis 50¾. ab Hamburg 12.60: Erdnußkuchenmehl. Basis 5075. ab Hamburg 12.40—1250: Trockenschnitzel 8.10—8.20: extrahiertes Soyabohnenschrot. 46 F. ab Hamburg 11.20—11.30: extrahiertes Soyabohnenschrot. 46%5. ab Stettin 12.30—12.40: Kartosselflocken 13.60—14: Speisekartosseln, weiße 1.70—1.80; rote 1.90—2.00: Odenwälder, blaue 2.00—2.10; andere. gelbfleischie 2.50—2.70: Fabrikkartofseln in Pfa. 8.75—9.25.— *) Feinste Marken über Notiz bezahlt.— Preise in RM.— Getreide und Oelsaaten per 1000 Kiloar. sonst per 100 Kiloar., Raubfutter per 50 Kilogr. frei Waggon ab mark. Station. Für Mehl und Kleie per 100 Kiloar, drutto einschl. Sack frei Verlin, bezw. bei Kleie ab Bahn und ab Mühle. Kartoffeln nur Montag und Donnerstag. Raubfutter nur Dienstag. Mannbeimer Brodukten Mannbeim. 25. Februar. Weizen, inl. 27.50 bis 27.75: Roggen, inl. 23—23.25: Haser. inl. 15.50 bis 18.25: Braugerste, pfälz. 18.75—19.75: Futtergerste 17—17.50: La Platamais. gelder 17.75—18: Weizenmehl. Svez. 0 Sorte 1. Fedr.=März 36.95: dito 38.70: Weizenmehl. südd. Auszugsmehl. Febr.= März 40.95; dito 42.70; süddeutsches Weizenbrotmehl. Fedr.=März 28.95; dito 30.70: Roagenmehl. 60% Ausmahlung 31.50—32.50: Kleie. seine 9.25: Ravs neuer 12.25—12.75: Erdnußkuchen 13.75.— Tendenz: fester. Alles per 100 Kilogramm wasgonfrei Mannheim Fleischvreise im Großzbandel Essen. 25. Februar.(Niedriaster Preis für 50 Kilogramm.) Rindfleisch: Ochsenfleisch: Von vollfleischigen ausgemästeten jungen Ochsen 50—55. von älteren 48—52. Bullenfleisch: Von fleischigen 48—52. von gering genährten 45—50. Kuhfleisch: Von vollfleischigen ausgemästeten Kühen 45—50. von fleischigen 40—46. von gering genährten 38 bis 40. Färsen(Käldinnen)=Fleisch: Von vollfleischigen ausgemästeten Färsen 48—52. von fleischigen 46—59. Kalbfleisch: Von desten Mast= und Saugkälbern 65—75, von mittleren Mast= und Saugkälbern 60—70. Hammelfleisch: Von Mastlämmern und jüngeren Masthammeln 60—70. Schweinefleisch: Von Schweinen zum Frischverkauf(Ladenscheinen dis zu cn. 225 Pfund Lebendgewicht) 58—60. Hammelfleisch und Schweinefleu#s döchster Preis für 30 Kilogramm. Amtliche Berliner Devisenkurte N Freitag, den 29. Febeuar Jahrgang 1932 „Durch nacht zum tichl“ Jugendwerbewoche in Buer=Erle (*) Am vierten Abend der Jugendwerbewoche der evgl.=kirchlichen Vereinigung Buer=Erle sprach Gesängnismisstionar Großpitsch aus Celle über das Thema: „Durch Nacht zum Licht“. Auch sein Lebensweg sei eine Wanderung durch Dunkel und Finsternis zur Helle des Gottesglaubens gewesen. Großpitsch erzählte dann in großen Zügen seinen Werdegang, ein Leden voller Abenteuer und innerer Erkenntnis. Er kam nach einer religiös indifferenten Jugend schon mit 17 Jahren als Freiwilliger an die Ostfront und wurde dort zweimal gefangen genommen. In der Gefangenschaft der Russen habe er wieder beten gelernt. Später kam er an die Westfront und kämpfte kurze Zeit darauf auf Seiten der Regierungstruppen im Ruhrgebiet. Während der Besatzungszeit wurde er von den Franzosen fast fünf Monate gefangen gehalten. In Zeiten tiefster Not, als er als Lehrhauer in einem Bergwerk bei Oberhausen arbeiten mußte, habe ihm ein christlicher Bergmann den Weg zu Gott gezeigt Dadurch, daß Gott ihm einen hilfreichen Menschen geschickt habe, sei es ihm auch zur Aufgabe geworden, anderen Menschen mit Rat und Tat zu dienen. Heute, Freitogabend, spricht Herr von der Gönna aus Herten über das Thema: „Drinnen und Draußen". Warum in die Ferne schweifen? Rücklänsige Ueberseeauswanderung Kund 13 000 Auswanderer Barallele zum Weltbande! (*) Wohltätigkeitsvorstellungen in BuerErle. Die Evangl. Frauen= und Arbeitervereine von Buer=Erle haben sich zu einer gemeinsamen Aktion unter dem Protektorat der Pfarrer Lehbrink und Rauch zur Unterstützung solcher notleidenden Familien entschlossen, deren Kinder in diesem Jahre zur Konfirmation kommen. Es finden zwei Theaterabende, kommenden Samstag und Sonntag, den 28. Februar, jeweils um 20 Uhr, im Lokale Stork in Buer=Erle. Ecke Wilhelm= und Weststraße, statt. Es gelangt das vieraktige Schauspiel mit Gesang„Die Försteranni“ von Hubert Schmitz zur Aufführung. Dies aus dem Leben gegriffene Stück findet eine schöne Ausschmückung durch die eingefügten deutschen Volkslieder Für die Aufführung dieses Schauspiels hat sich der in Buer=Erle recht beliebte Theaterverein„Dilettantenbühne" zur Verfügung gestellt. Die Musikdarbietungen werden von Steiger Siegert mit seinem zehn Mann starken Streichorchester bestritten. Karten sind in beschränktem Maße bei den Mitgliedern der beteiligten Vereine zu haben. (*) NSDA P.=Versammlung in HuerGele. Im Storkchen Saale hielt die NSDAP., Ortsgruppe Buer=Erle, eine iberaus stark besuchte Versammlung ab. Wambach=Recklinghausen sprach zum Thema „Wurum SA.?“ Dann ging er näher auf die Ereignisse der letzten Tage und auf die bevorstehende Präsidentenwahl ein. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Zentrum und der SPD. nahm er scharf gegen den Klassendunkel des sonst indifferenten Bürgerstandes Stellung. Zur bevorstehenden Wahl bezeichnete er es als schändlich, daß man Hitler, der 4 Jahre im deutschen Heere an der Front den Krieg mitgemacht habe, als Ausländer bezeichne. Die Zuhörerschaft, die auch mit Mitgliedern anderer Parteien durchsetzt war, versuchte es stellenweise mit Zwischenrufen, mit denen sich Wambach dialektisch geschickt auseinandersetzte. (*) Der Wanderverein„Wandervogel“ Buer=Resse hielt seine diesjährige GeneralVersammlung im Vereinslokal Kl. Vorholt ab. Nach Erledigung der üblichen Tagesordnung wurde der gesamte Vorstand wiedergewählt. 1. Vorsitzender: H. Walter; 2. Vorsitzender: H. Sieberger; 1. Schriftführer: E. Domurath; 2. Schriftführer: R. Schaper; 1. Kassierer: K. Pietruska; 2. Kassierer: M. Kloß; 1. Wanderführer: F. Walter; 2. Wanderführer: H. Walter; I. Wimpelträger: T. Warich; 2. Wimpelträger: H. Ziwek. (*)„Die Modernen“ in Buer=Resse. Am kommenden Sonntagnachmittag 5 Uhr veranstaltet der Theaterverein„Die Modernen“, beim Wirt Wieland in Buer=Resse einen Theaterabend, verbunden mit Tanz. Der Verein hatte mit seinen Veranstaltungen in Buer=Erle einen vollen Erfolg. Auch die Besucher in Buer=Resse werden befriedigt sein. Zur Aufführung gelangen: „Das Liebesmahl",„Nur kein Finanzbeamter“.„Ein strammer Junge" und„Der Tonaureigen“. (*) Neuer Kaplon in Buer=Scheiven. Das Bischofliche Generalvikariat gibt folgende Ernennungen bekannt: Anton Schulten(geb 98. Priester seit 22 und seit 23 Kaplan zu Buer=Scholven, St. Josef) zum Vilr in Schoppingen: Rudolf Sr#uthoff, Seminarpriester aus Billerdeck(geb. 00, Priester seit 31) zum Kaplan in BuerScholven(St. Josef). (*) Autebusverkehr Buer—Dorsten— Bahnhof Hervest=Dorsten. Der Verkehrsverein Buer schreibt uns: Laut Mitteilung der Bestischen Kleinbahnen Herten treten ab 1. März auf der Autobuslinie Buer— Dorsten— Bahnhof Hervest=Dorsten folgende Aenderungen ein: 1. Die Zahlgrenze 4. Kuhlhof wird zur Rirchhellener Straße verlegt. 2. Die Zahlgrenze 11, Maß gen. Limpert greift in beiden Richtungen über bis zur Feldmark. 3. In Dorsten wird am Gymnasium eine Zahlgrenze 12 eingerichtet. ) Bei von Westerholter Raninchenzüchtern. Des Raninchenzuchtverein„Gut Wurf“ Westerholt veranstaltet am kom# Nur 13130 Deutsche sind nach dem vorläufigen Ergebnis über die deutsche Auswanderung, das jetzt vorliegt, im Jahre 1931 nach Uebersee ausgewandert. Es ist allerdings möglich, daß sich diese Zahl um vie lleicht 500 erhöht. Aber selbst dann noch wäre ein nahezu katastrophaler Rückgang der deutschen Auswanderung zu verzeichnen, wenn man gegenüberstellt, daß im Jahre 1926 noch 65 280 Deutsche ihre Zukunft in überseeischen Ländern zu gestalten suchten. Man ersteht schon an der Differenz dieser beiden Zahlen, daß es dem deutschen Volke immer schwerer gemacht wird, über Wirtschaftskrisen, also letzten Endes solche Krisen, die auch auf einen Raummangel zurückzuführen sind, nicht mehr möglich gewesen ist, sich im Jahre der schärfsten Krise durch Auswanderung Luft zu schaffen. Aber systematisch haben sich mit zunehmender Schrumpfung des Welthandels die Völker der Erde von einander abgeschlossen. Im vergangenen Jahre war es lediglich Argentini:n, das mit rund 1680 Einwanderern noch eine größere Zahl deutscher Auswanderer bei sich ausgenommen hat. Die Grenzen Kanadas wurden nahezu gesperrt, nur rund 400 Deutsche konnten dort einwandern. In Brastlien sanden nur 775 eine neue Heimat und ganz Afrika bot im vergangenen Jahre nicht mehr als 632 deutschen Auswanderern Raum. Am meisten aber litt die deutsche Auswanderung durch die einwanderungsseindliche Tendenz der Vereinigten Staaten von Amerika. Noch im Jahre 1927 wa; die Auswanderung mit rund 61 400 nach der Uebersee noch ganz erheblich. Doch bald zeigte sich eine scharfe Einwanderungsbeschränkung, vor allem seitens der Vereinigten Staaten Systematisch wurden die Quoten für die europäischen Länder in verschiedener Staffe. lung herabgesetzt, so daß die Ueberseeauswanderung im Jahre 1929 auf 48 700, im Jahre 1930 auf 37 400 und im vergangenen Jahre auf die bereits oben genannte Zahl zurückging. menden Sonntag um 19 Uhr im Lokale Rottmann einen Lichtbildervortrag. Verbandsvorsitzender Holtewiesche=Gladbeck wird über„Wert und Ziele der Kleintier= zucht" sprechen. Eintritt 10 Pfennig Ein Bismarch-Ruseum in Göttingen Liebevolle Rachbarn Ziegelsteine als Wassen (“) Gegen 7 Uhr abends wurde das Uebersallkommando nach Buer=Hassel gerusen. Hier war der Fuhrunternehmer von der Brinkenstraße mit seinem Nachbarn in Streit geraten und hatte von diesem einen Schlag mit einem Ziegelstein auf den Kopf erhalten. Die Verletzungen waren so schwer, daß H. sich sofort in Krankenhausbehandlung begeben mußte. Der Täter wurde von der Polizei festgenommen. Es zogen drei„Bnersche“ Schnapohelden machen einen Zug (*) Wenn Leute betrunken sind, kommen sie meistens auf sonderbare Gedanken und führen Streiche mit humoristischem Einschlag aus. In einer solchen Lage besanden sich vor kurzem drei Arbeiter aus Buer, die alle drei schwere Schlagseite hatten. Erst siel man über eine Baubude in Buer=Resse her, aus der man Kleidungsstücke und Werkzeuge herausholte. Dann begab man sich in den Kuhstall eines Landwirts, wo man Mehlsäcke an sich nahm. Auch das Verschwinden von 5 Resser Kaninchen bringt man mit diesem nächtlichen Schnapshusarenritt in Zusammenhang. Das eigentliche Erwachen der drei Helden setzte erst gestern vor dem Buerschen Gericht ein, wo es drei Monate und zwei Wochen Gefängnis pro Kopf absetzte Morgenstund Es ist im allgemeinen nicht üblich, daß man, wenn man morgens von einer Verlobungsfeier zurückkehrt, sein Erscheinen im Hause durch eine Revolversalve anzeigt. Erst recht nicht, wenn es am Morgen des zweiten Weihnachtstages ist. Ein gewiser K. aus Horst hatte diesen nicht ungefährlichen Einfall. Der 11jährige Sohn einer Familie aus demselben Hause wäre beinahe in diese Begrüßung hineingelaufen. es gelang ihm aber, die Flucht zu ergreifen. Kurze Zeit darauf sah sich K. veranlaßt, vor der Wohnungstür dieser Familie mit Totschlag zu drohen. Wegen Bedrohung und Waffenbesitzes erhielt K. gestern 8 Monate Gefängnis. Geschwindigkeit ist Hezerei Der Mechaniker Heinrich B. aus Buer konnte vor einiger Zeit für seine Firma nicht so schnell verkaufen, wie er Bestellscheine fingiert hatte. Dadurch geriet dieses Unternehmen mit 300 Mark ins Hintertreffen. Urteil: 3 Wochen Gefängnis. Anläßlich des hundertsten Jahrestages der Immatrikulation Bismarcks am 10. Mai soll das Bismarck=Häuschen in Göttingen— der Wohnsitz Bismarcks während seiner Studienjahre 1832=33— als Bismarck=Museum eingerichtet werden. Ein Opfer des Alkohols? vor einen Lieserwagen gelausen (—) Der Kraftwagenführer Heinrich, Leifert aus Herne, Kanalstraße 28, befuhr am Mittwochabend gegen 20,30 Uhr mil seinem Lieferkraftwagen die Bulmkerstraße in Richtung Gelsenkirchen. Etwa 25 Meter westlich der Westfalenstraße lief plötzlich der Bergmann Ewald Armgarot: der Neuhüllerstraße 39 wohnt, von dem Bürgersteig vor den Kraftwagen und wurde überfahren. W wurde sofort ins evgl. Krankenhaus eingeliefert. Hier ist er infolge eines schweren Schädelbruches am Donnerstag früh gegen 7 Uhr, ohne das Bewußtsein wieder erlanat zu haben, verstorben. Die polizeilichen Ermittelungen wurden sofort aufgenommen. Nach Zeugenaussagen muß der Kraftwagen in langsamem Tempo gefahren sein. Es wird von Zeugen behauptet, daß A. in leicht angetrunkenem Zustande seine Wohnung verlassen hatte. Die polizeiliche Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Aus der. Nachbarschaft (*) 30 Flaschen Wein und Sekt. In der Nacht zum Dienstag wurde ein in Eckeresse wohnender Wirt von Dieben heimgesucht. Diese verschafften sich Einlaß in den Keller, nachdem sie zuvor eine Kellersensterscheibe zertrümmert hatten. Aus dem Keller entwendeten sie sodann etwa 30 Flaschen Wein und Sekt, Marke Goldlack=Hausmarke, Deinhard=Hausmarke, Henkel=Silberstreisen, Montagun, San Juan de la Mamha, ferner 2 Büchsen kondensierte Milch und 4—5 Dosen eingemachte Erdbeeren und Apfelmus. Dem Wirt is hierdurch ein Schaden in Höhe von 150 Mk. entstanden (*) Dao Rad auf der Veranda. Am Dienstag zwischen 17 und 19 Uhr wurde einer an der Westerholter Straße in Buer wohnenden Chefrau F. ein Damenfahrrad im Werte von 40 Mark von einer nach der Hofseite zu gelegenen Veranda gestohlen. O Der tügliche Raddiebstahl. In Horst wurde einem Bewohner der Markenstraße in der Nacht zum Mittwoch aus dem Hausflur ein Herrenrad gestohlen. Das Rad hat einen Wert von 30 Mark. O Magnet zieht an! In der Nacht zum Dienstag wurde einem Bewohner der Schüttlakenstraße in Horst ein Schuppen. der mit einem Vorhängeschleßz versehen war mit Nachschlüssel geöffnet. Aus einem dort untergebrachten Motorrade nhaben die Diede sodann den Magnet entwendet, ferner noch einige Zeilen, einen Schraubenschlüssel(Engländer), zwei Blechschoeren und einen Speichenspannet. Ab9.-Varleisehretär sesigenommen Verbindungsmann einer Terrorgruppe (—) Die Polizei teilt mit: Der kommunistische Parteisekrear Theodor Kuhna aus Recklinghausen wurde von der Polizei unter dem dringenden Verdacht, sich der Vorbereitung zum Hochverrat schuldig gemacht zu haben, festgenommen. K. war früher Leiter des Unterbezirks Gelsenkirchen der KPD. und hat als solcher nachweislich den Vertrieb von hochverräterischen Schriften veranlaßt. Auch ist durch Aussagen von Parteimitgliedern nachgewiesen, daß K. von dem Bestehen einer kommunistischen Terrorgruppe, die sehr oft in dem kommunistischen Volkshaus in Gelsenkirchen, wo er auch als Parteisekretär fungierte, tagte, Kenntnis hatte und daß er als Parteileiter wiederholt diese Gruppe mit Weisungen versah. Diese Terrorgruppe hat u. a. den Raubüberfall auf die Vereinigten Kesselwerke„Orange“ in Gelsenkirchen und den Mord an dem Polizeibeamten Niederwerfer verübt. (—) Diebe im Zigarrenladen. Aus einem Zigarrengeschäft in der Bohwinkelstraße in Gelsenkirchen wurden in der Nacht zum Mittwoch Zigaretten und Mutzpseisen gestohlen. Der Schaden beläuft sich auf 200 Mark. Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kripo, Wildenbruchstraße 11=13, Zimmer 4—12 (—) heute Theater in Selsenkirchen. Heute nachmittag um 6 Uhr findet in der Stodthalle eine Aufführung von Mitgliedern des romanischen Seminars der Universticht Münster statt, und zwar ist es ein Lustspiel, eo heißt:„Die Welt, in der man sich langweilt." Der Eintrittspreis beträgt 30 Pig (—) Soldene Hochzeit in Gelsenkirchen. Im Namen der Preußischon Staatoregierung hat ver Polizeipräsident den Eheleuten Michael Kasparek und Naroline geb. Seryt in Gelsenkirchen, Oekarstraße 15, aus Anleß ihrer goldenen Hochzeit am Dienetag ein Geldgeschenk überreichen lassen. Vivat Abiturientia 1932 Prüfung am Gymnasium Vorsten und bei den Arfulinen (!) Während am Mittwoch die Oberprimanerinnen an der reelgymnasialen Studienanstalt der Ursulinen ihre mündliche Prüfung unter Vorsitz von Oberschulrat Goldmann ablegten, brachte der gestrige Tag den Abschluß der mündlichen Reiseprüfung am Gymnasium. Die Prüfung unter Leitung von Oberstudiendirektor Dr. Wiedenhöfer nahm zwei Tage in Anspruch, waren doch sämtliche 32 Oberprimaner zugelassen worden. Beide Prüfungen brachten das hocherfreuliche Ergebnis, daß sämtlichen Prüflingen das Reisezeugnis erteilt werden konnte. Der gestrige Tag bildete für weite Kreise der Dorstener Bürgerschaft einen Tag der Spannung. Erst gegen 18.30 Uhr fand die Prüfung am Gymnastum ihren Abschluß, bald nachher sah man die Abiturienten nach alter Sitte farbentragend mit der schwarz=weiß=grünen Fahne durch die Straßen ziehen. Die Namen der Oberprimanerinnen der Studienanstalt sind: Agatha Bambeck aus Gladbeck. Hildegard Baumeister(Gladbeck), Josephine Birkenfeld(Marl), Marianne Böckenhoff(Erle bei Dorsten), Agnes Brock(Dorsten), Eveline Coenen(Paderborn), Hildegard Düsing(Horst=Emscher), Erna Hantrop(Dorsten), Hildegard Kaltenbach(Lauterbach a. d. Saar), Hanni Levinstein(Groß=Reken), Elisabeth Lohr(Chemnitz), Elisabeth Schulte(Gelsenkirchen), Wilhelmine Schulte (Brambauer), Ottilie Siebeck(Alt=Scherm. beck), Elisabeth Trappe(Waltrop) Bezüglich der Reiseprüfung des Gymnasiums ist zu bemerken, daß das Dorstener Gymnasium noch niemals eine solch große Zahl von Abiturienten entlassen hat. In dem nachfolgenden Verzeichnis sind die von den Schülern angegebenen Berufe beigefügt. Doch sind diese Angaben in Anbetracht der heutigen Verhältnisse(Ueberfüllung der meisten Berufe) natürlich nicht unbedingt feststehend. Günther Albrecht aus Docken— Kaufmann. Walter Bartling aus Dorsten— Medizin. Berthold Breil aus Dorsten— Orgelbauer. Ewald Bücker aus Hervest — Elektrotechnik. Wilhelm Cirkel aus Dorsten=Hardt— Reichswehr. Ewald Deitmer aus Westerholt— Tierarzt. Joseph Funke aus Herven— Landwirt. Aloys Giese aus Rirchhellen— Theologie. Heinrich Grone aus Dorsten— Medizin. Heinrich Groß=Blotekamp aus Dorsten— Theologie. Helmut Sroß=Blotekamp aus Dorsten— Medizin. Klemens Heidtfeldt aus Gladbeck— Schutzpolizet. Hano Klapheck aus Dorsten— Fliegerlaufbahn. Ludwig Klinken aus Hervest=Dorsten— Zahnmedizin. Franz Kohlhans aus Gelsenkirchen— Apotheker. Ernst Köller aus Necklinghausen— Postdienst Ferdinand Krings aus Dorsten— Philologie(Mathematik). Wilhelm Lagermann aus Erle(Kreis Recklinghausen)— Zahnmedizin. Heinrich RI 0.15-1.00 Mußmann aus Holsterhausen— Rechtswissenschaften. Heinz Nordmann aus Dorsten— Tierarzt. Franz Nover aus Herbest— Eisenbahnlaufbahn. Franz Richter aus Hervest— Verwaltungsfach. August Schellberg aus Borken— Kaufmann. August Schmeken aus Darfeld— Kaufmann. Ludwig Schulte=Strathaus aus Feldhausen— Journalist. Günther Spaltmann aus Hervest=Dorsten— Theologie. Rudolf Stein aus Dorsten— Medizin. Hubert Stenert aus Erle(Kreis Recklinghausen)— Tierarzt. Willi Teupe aus Dorsten— Schutzpolizei. Karl Weber aus Dorsten— Verleger. Heinrich Wensing aus Wulfen — Verwaltungsfach. Albert Winter aus Dorsten— Rechtswissenschaften. Wir beglückwünschen die jungen Leute und wünschen ihnen alles Gute und möglichst wenig Enttäuschungen auf dem Lebensweg. (!) Schwerer Unsall im Bergbau. Im Untertagebetriebe der Zeche Fürst=Leopold geriet der Hauer Wilhelm Gresch unter herabsallendes Gestein und erlitt einen Bruch des Nasenbeins, einen Handbruch und eine schwere Schulterquetschung. Der Verletzte, der schon lange Jahre dem M. G. V.„Einigkeit“ Hervest=Dorsten als 1. Vorsitzender vorsteht, wurde mit dem Krankenwagen der Freiw. Sanitätskolonne dem Bergmannsheil in Buer zugeführt. (1) Zechpreller in Schermbeck. Zwei junge Holländer die sich auf Wanderschaft befanden, suchten eine hiesige Wirtschaft auf und ließen sich Essen und Trinken wohlschmecken. Als das sie bedienende Fräulein etwas zu besorgen hatte und wieder zurückkam, waren die Gesellen verschwunden. Man benachrichtigte die lizei, und diese konnte die Burschen noch erwischen. Abnchme der Ansälle Gleichlausend mit der Verkehrsabnahme 42 Erfreulicherweise hat sich im Monat Januar die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber dem Vormonat um 20 verringert; es sind insgesamt 104 Unfälle im Januar im Präsidialbezirk Recklinghausen zu verzeichnen. Davon ereigneten sich 13 in Recklinghausen, 36 in Selsenkirchen, 22 in Buer, 1 in Horst, 8 in Herten, 3 in Marl. 5 in Gladbeck und 10 in Bottrop. Insgesamt wurden 56 Personen verletzt und 2 getötek.“ Bei diesen handelt es sich um Kinder aus Gladbeck. Bemerkenswert ist, daß in den letzten Monaten die Zahl der Verkehrsunfälle in ständigem Rückgang begriffen ist. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß diese auf eine erhöhte Verkehrsdisziplin zurückzuführen ist. Die ständigen Hinweise in der Presse haben hierzu wohl in erheblichem Maße beigetragen. Der Hauptgrund wird aber wohl in der sich stark bemerkbar machenden Verkehrsabnahme liegen. Westsälischer Wohnungsverein. Der Westfälische Wohnungsverein(Sitz Münster), der am 24. Februar 1932 auf ein 30jähriges Bestehen zurückblickt, hält am 26. Februar 1932 im alten Rathaussaal in Münster seine 25. Mitgliederversammlung ab. Die Tagesordnung sieht Vorträge über„30 Jahre planmäßige Förderung des Kleinwohnungs= und Siedlungswesens in Westfalen“, sowie„Siedlungsmöglichkeiten in der Provinz Westfalen"(Berichterstatter: Stadtbaurat a. D. Dr. Richter, Dortmund) und„Das Bausparwesen im Dienste des künftigen Kleinsiedlungswesens"(Berichterstatter: Verwaltungsrechtsrat von Gruner, Berlin) vor. Betrifft: Verkaufszeit vor Ostern. Die Polizei teilt mit: Im Polizeipräsidialbezirk Recklinghausen dürfen die offenen Verkaufsstellen am letzten Sonntage vor Ostern(20. März) und am letzten Sonntag vor Pfingsten(8. Mai) von 13—18 Uhr für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. Während dieser Zeit ist die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Vrbeitern im Handelsgewerde gestattet. Brieskasten Untermieter. Wenn Sie die Miete an den Hausbesitzer selbst abführen, so bezahlen Sie zweifellos zuviel. Allerdings sind Sie als Untermieter ziemlich rechtlos. Ich würde mich an ihrer Stelle an das Wohnungsamt wenden zwecks Festsetzung der Miete, oder würde mir selbst eine Wohnung mieten. A. 169. Allerdings braucht das Restkaufgeld jetzt nicht gezahlt zu werden. Trotzdem scheint er nicht unzweckmäßig. wenn Sie sich mit der Gesellschaft in Verbindung setzen. Eine Notlage, die Zahlung der Summe ausschließt, liegt doch wohl nicht vor. Verantwortlich für Politik, Provinz und Vermischteo: Willi Witt: für Lokalen, Sport und Feuilleton: Paul Klose: für den Anzeigenteil: Nud Heind. sämtlich in Gelsenkirchen=Buer: Berliner Schriftleitung: Rail Sischer. Verlin, Rummer 57 * Sport-Funk Die Mädchen mit dem Bellrekord Die dänische Schwimmeisterin Elf, Jacobsen(links) stellte in Stockholm wit 3198,6 eine neue Weltbestleistung im 200 MeterBrustschwimmen auf. Auch die Schwedin Jsberg(rechts), die an zweiter Stelle endete, blieb mit 3:09.6 unter ocm bisherigen Weltrekord von 3:10,6. Eine K. 6.=Kunde Meister= und Pokalrunden des WSB. Bekanntlich wird die westdeutsche Fußball=Meisterschaft in diesem Johre nach dem Pokalsystem ausgetrogen. Die beiden Finalisten sind der erste und zweite Vertreter des Westens in der DFB.=Meisterrunde. während der dritte Vertreter von dem Gewinner der Pokal=Konkurrenz gestellt wird. Für die je drei Runden sind die Termine mit dem 10., 17. und 24. April bereits festgelegt worden. Schachverein Buer 21— Schachvereinigung Gelsenkirchen Im Rahmen der Schach=Stadtmeisterschaft findet dieses Treffen am Sonntagnachmittag 3 Uhr statt. Es scheint, daß Buer auf einen seiner stärksten Mitspieler Plazeck versichten muß. Dieser Ausfall kann für den Kampf ausschlaggebend sein. Wir hoffen dennoch, daß Buer ein gutes Resultat herausholen wird. Um die Stadtmeisterschaft Am Sonnabend, 20 Uhr, wird im Kolpinghause, Theresienstraße, die siebente Runde ausgetragen. Es spielen: Dr. Löwentha!— Peth: Ernst— Lücke; Wilzea— Hymmen; Platzeck— Klein. Bracht! und Luhmann sind spielfrei. Klein wird wohl seine Stellung defestigen, da Platzeck vor hat. sein Domizil nach auswärts zu verlegen. Das Nebenturnier wird auch weitergeführt. Buer 97— SpB Herten 4:1 Am Sonntag konnten die Rothosen gegen die Hertener Gäste überzeugend ein 4:1 Resultat erzielen. Das Spiel zeichnete sich durch beiderseitige gute Fangtechnik und außergewöhnliche Schnelligkeit aus. Durch das famose Aufbauspiel des Mittelläufers ist Buer während des ganzen Spiekes leicht überlegen. Trotzdem gelingt es Herten durch ein Tor in Führung zu gehen. Beier kann durch Halblinks ausgleichen und die Ueberlegenheit dann im Verlaufe des Spieles noch durch drei schöne Tore beweisen S. C. Buer=Hassel Zer Gründung einer Damen=HandballAbteilung werden alle für diesen Sport interessterten Damen zu der heute. Freitag. im Vereinsheim stattfindenden Gründungsversammlung, abends 8 Uhr, eingeladen. Freitag, den 26. Februar Ehrenrettung des Nautilus Bahrheit und Dichlung um das Polar-Aboot] Wissenschaftliche Ersolge der Erbedition nausens fruchtbarer Terium Warme Strömungen im Eismeer Im Dzean ist es nicht dunkel Wie der kautilus ohne höhensteuer lauchte Die Verbindung der Dzeaue in 1500 meler Tiese Ist warmes oder kaltes Wasser leichter? Wilkins neue Bläne Monatelang bevor der Nautilus im ozeanischen Strömungen sind wiederum vorigen Jahre seine Fahrt angetreten hatte, gingen die widersprechendsten Gerüchte um die Pläne und Absichten dieser abenteuerlichen Expedition um. Der Nautilus wolle Briese zum Nordvol befördern — niemand wußte, an wen— es sei Ausfluß des Rekordwahnsinns, dem es nicht genüge, den Nordpol zu Lande und mit dem Flugzeug erreicht zu haben, der diesen Punkt auch unter Wasser finden müsse. Als schließlich das U-Boot mit Verspätung abfuhr und allerlei Mißgeschick erfuhr, da hatte man die Empfindung, es sei hier um ein Nichts viel Geschrei gemackt worden. In Wirklichkeit haben aber alle die Vermutungen und Gerüchte mit den eigentlichen Aufgaben, die sich Sir Wilkins und seine Mitarbeiter für diese Unterseebootfahrt gesetzt hatten nichts zu tun. Diese Aufgaben sind aber wissenschaftlich sehr wichtig, und gerade angesichts der ungünstigen Umstände, mit denen diese Forschungsreise zu kämpfen hatte, ist es um so anerkennenswerter, daß sie der Hauptsache nach durchgeführt werden konnten, wie Prof. Sverdrup. der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Rautilus=Expedition, in einem Vortrag im Institut für Meereskunde, Berlin, mitteilte. Der wissenschaftliche Vorgänger der Rautilus=Fahrt war die Fram=Fahrt Fridtjof Ransens. Nansen hatte für seine Polar=Expedition einen Plan ausgestellt, der den Sachkundigen seiner Zeit als undurchführbar erschien. Es zeigte sich dann, daß Nansen in allen seinen Berechnungen recht behalten hatte, nur in einem Punkte hatte er sich geiert. Er nahm nämlich an, daß das PolarMeer von geringer Tiefe sei. und zu seiner nicht geringen Ueberraschung mußte er bei seinen Messungen feststellen, daß seine Meßleine gar nicht ausreichte, um bis auf den Grund des Meeres zu gelangen. Mit dieser Feststellung machte er noch eine zweite viel bemerkenswertere. Es zeigte sich nämlich, daß die Schichten des Polarmeeres ganz eigentümlich zusammengesetzt sind. Unter einer dünnen Schicht, die falzarm und von niedriger Temperatur war, breitete sich eine tiefe Schicht aus von größerem Salzgehalt und höherer Temperatur. Geringer Salzgehalt und niedrige Temperatur sind Kennzeichen des Meeres in der Arktis, hoher Salzgehalt und hohe Temperatur sind Rennzeichen des Atlantischen Ozeans. Man mußte also nach den Feststellungen Ransens vermuten, daß zwischen Polarmeer und Atlantischem Ozean ein Austausch stattfände. Die nähere Kenntnis dieses von größter praktischer Wichtigkeit. Klimabildung und Fischreichtum hangen von ihnen in besonderem Maße ab. Man bedenke, welchen Einfluß der Golfstrom auf die Bildung des mitteleuropäischen Klimas ausübt. Wenn man weiter erfährt, daß das Wasser des Mittelländischen Meeres sich im Atlantischen Ozean noch bis zur Küste Irlands nachweisen läßt, obwohl doch der Wasseraustausch zwischen Mittelländisttem Meer und Atlantischem Ozean nur zwischen der schmalen Pforte der Straße von Gibraltar erfolgt, die Berührungsfläche zwischen Polarmeer und Attantischem Meer aber ungleich breiter und tiefer ist, dann kann man sich ein Bild von dem Einfluß des Polarmeeres auf die Strömungen des Atlantischen Ozeans machen. Alle diese Fragen wollte die NautilusExpedition klären und bisherige Vermutungen als wissenschaftlitke Tatsachen erhärten. Es hatte seinen guten Grund, daß sie zu diesem Zweck ein Unterseeboot benutzte. Wenn die Expedition kein Unterseeboot hätte benutzen wollen, dann hätte sie die Fahrt Nansens wiederholen müssen. Es kam aber gerade darauf an, an verschiedenen anderen Stellen des Polarmeeres Forschungen anzustellen. So blieb als einziges Fahrzeug, mit dem sich diese Arbeiten durchführen ließen, das Unterseeboot übrig. Allerdings beging Wilkins einen schweren Fehler, als er ani ahm, ein für Kriegszwecke gebautes Unterseeboot. das er kostenlos zur Verfügung gestellt erhalten hatte, ließe sich nach verschiedenen Um= und Einbauten für die Zwecke der Polarforsttung verwenden. Nach den Erfahrungen, die man in technischer Hinsicht mit dem Nautilus gemacht hat, kann man heute mit Sicherheit sagen, daß nur ein speziell für wissenschaftliche Zwecke gebautes Unterseeboot in Betracht kommt. Unter dieser Voraussetzung sind gegen Polarforschungen mit dem Unterseeboot keine Einwendungen zu machen. Vor allem ist der häufig gehörte Einwand nicht richtig, daß das Unterseeboot unter der grenzenlosen Eisfläche des Polarmeeres nicht auftauchen könne und daß es in tiefer Dunkelehit blind dahinfahren müsse. Wie Prof. Sverdrup schon früher aus verschiedenen Beobachtungen entnehmen konnte— Beobachtungen, die übrigens durc die Arktisfahrt des Grafen Jeppelin bestätigt wurden— ist im Sommer das Eis auf dem Polarmeer von zahlreichen Löchern unterbrochen, die für ein Unterseeboot ausreichenden Raum zum Auftauchen geben. Weiterhin ist es unter der Eisdecke auch Austausches mußte für die Forschung der nicht völlig dunkel, sondern das Licht Strömungen des Atlantischen Ozeans von dringt durch und schafft eine ausreichende hervorragender Bedeutung sein. Diese Bedeuchtung, wie der Nautilus auf seiner Fahrt verschiedene Male feststellen konnte. Allerdings war es dem Nautilus nicht möglich, wie ein normales Unterseeboot zu tauchen. Er hatte gleich bei Beginn seiner Fahrt das Höhensteuer verloren, ohne welches ein Manövrieren unter See ausgeschlossen ist. Aber die Besatzung wußte sich zu helfen. Wenn der Nautilus unter Wasser sollte, wurde er geschickt unter eine Eisscholle geschoben, so daß er schließlich bis zur Hälfte seiner Länge, die 175 Fuß betrug, untergetaucht war. So mußte die Expedition unter den schwierigsten Verhältnissen und großen Strapazen ihre wissenschaftlich so bedeutsamen Forschungen durchführen, denen ein schöner Erfolg bechieden war. Was Nanen vermutet hat, ist hier mit wissenschaftlicher Sicherheit nachgewiesen worden. An der Küste Spitzbergens entlang strömt das Wasser des Atlantischen Ozeans in das Polarmeer, und breitet sich nach Nordwesten aus. Je mehr man sich von der Küste entfernt, um so mehr nehmen Temperatur und Salzgehalt ab. In den größten Tiefen, unterhalb 2000 bis 2500 Meter nimmt die Temperatur nach unten zu. Das könnte auf den ersten Blick als Umkehrung des Naturgesetzer erscheinen. Denn wie wir alle wissen, ist warmes Wasser leichter als kaltes. Demnach müßte das warme Wasser an die Oberfläche steigen. Ransen versuchte diesen Widerspruch seinerzeit damit zu erklären, daß er annahm, die Temperaturzunahme in diesen Tiefen rühre von der Erwärmung aus dem Erdinnern her. Es gibt aber eine viel einfachere und einleuchtendere Erklärung. Das Wasser in diesen Tiefen ist nämlich nicht nur wärmer, es ist auch viel salzhaltiger. Und das Salz macht das Wasser wieder schwerer, so daß die Naturgesetze also auch im Polarmeer durchaus ihre Gültigkeit behalten. Sehr wichtig ist die Feststellung, daß das Tiefenwasser des Polarbeckens den gleichen Charakter hat wie das Wasser des Norwegischen Meeres in Tiefen zwischen 1000 und 1500 Meter. In diesen Tiefen muß also eine Verbindung vorhanden sein, durch die das Tiefenwasser in das Polarmeer hineinströmt. Wir kennen demnach jetzt die Stelle, an der der Wasseraustausch zwischen Polarmeer und Atlantischem Ozean stattfindet. Sollte es Wilkins möglich sein, ein speziell für Polarforschung bestimmtes Unterseeboot bauen zu lassen, wie er es plant, dann werden wir eine bedeutende Erweiterung dieser für verschiedene unserer Lebensgebiete so außerordentlich wichtigen Kenntnisse erwarten dürfen. Dr. B. Hausen. Jahrgang 1932 Nahrungsmangel eingeht. Dort wo es lebt, dringt das Kulturland immer mehr vor und engt seinen Nahrungsraum ein. Hinzu kommt, daß oft jahrelang der Regen fehlt— jetzt hat es z. B. seit zwei Jahren nicht geregnet— und die kärglichen Grasflächen vollends verdorren. Ein braucht Tier von solcher Masse aber viel Nahrung. Auf alle Fälle ist durch den Film eine aussterbende Tiergattung auch der Nachwelt gerettet worden. Interessant sind auch die Erlebnisse der Expedition in dem großen Sumpfgebiet des Bangweolosees, wo die Sumpfantilope gefunden und auch gefilmt wurde. Sie lebt natürlich nicht immer im Wasser. Bei Gefahr flüchtet sie jedoch sofort in das rettende Element und man sieht dann nur noch die Nasenspitze. „Auf dem Land“, so erzählt Lieberenz, „kann sich das Tier nur sehr schlecht und unbeholsen fortbewegen. Es hat sehr lange Huse mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, die ihm in dem weichen Sumpfgebiet natürlich sehr zustatten kommen, auf dem Land aber hinderlich sind. In den Sumpfgebieten des Bangweolo leben die Batwaneger, ein scheues Volk von Sumpfmenschen, die in dürftigen Grashütten hausen und in ihren kleinen, leichten Kanus besser zuhause sind als auf dem Lande. Sie ernähren sich von Fischen und ziehen ständig den großen Fischschwärmen nach. Ihre einfachen Behausungen haben sie überall rasch wieder ausgebaut. Es ist erstaunlich, wie gewandt und schnell die Batwaneger in ihren schmalen Kähnen sind. Sie sitzen zu dreien und vieren darin, jagen mit ihren Speeren und vergifteten Pfeilen die Wasser=Antilopen, nachdem sie sie vorher in den Sumpf getrieben haben.“ Ich fragte Lieberenz, ob sie nicht selbst auch einmal den Versuch gemacht haben, die Eingeborenenkanus zu benutzen. Versucht haben wir es schon, aber es ist kläglich ausgelaufen, wir sind schon nach wenigen Metern ins Wasser gekippt.“ Die Batwaneger sind übrigens durchaus keine Zwerge, sondern sie haben gute Mittelgröße. Ihr Lebensweise ist sehr primitiv. Die Frauen feilen sich die Zähne spitz und tragen merkwürdige Schmuckpfeile in den Lippen, Schmucknarben im Gesicht und auf dem Körper. Im Krügerpark, einem riesigen Tierschutzgebiet in Südafrika hat die Schomburgk=Expedition übrigens zahlreiche Tieraufnahmen machen können, wie sie bisher nur selten geglückt sind. Nachtaufnahmen von Löwen, riesigen Giraffenherden, Elefanten, ga., unbeobachtet mit dem Teleobjekt aufgenommen,— ein Film. der vielleicht den Titel tragen könnte: „Dus letzte Paradies.“ Dr. P. Lücke. Zurück aus dem Lande der Sumpfmenschen die Schomburgk-Ervedition wieder zu hause Der Filmoverateur Haul kieberenz erzahlt 16000 Mir. ve., Tiersilm Das letzte Baradies Eine Autilope. die im Basser lebt begegnungen mit dem sellensten kier der Erde Anter den Sumpfmenschen des Sangwedlosees Nach neunmonatiger Abwesenheit ist soeben Hans Schomburgr von seiner neuesten Afrika=Expedition zurückgekehrt, die seltenen Tieren und Menschen in Transoaal. im Krugerpark und in dem großen zentralafrikanischen Sumpfgeoiet galt. Dort gibt es noch immer hunderttausende von Quadratkilometern kaum durchsorschten Gebietes, das infolge seiner Fiebergefährlichkeit und Unwegsamkeit von allen Reisenden gern gemieden wird, und in dem Schomburgk unbekannte Tiere vermutete. Dort leben in den Sümpfen des Bangweolosees, der 75000 Quadratkilo= Spiel mit dem Tode Eine hervorragende Aufnahme des Wiener Kunstläuferpaares Gaillard=Petter bei der Ausführung der außerordentlich schwierigen und geführlichen Todesspirale. meter bedeckt, die scheuen Batwaneger und dort entdeckte Stomburgk eine bieher kaum bekannte Art von Antilopen, die sast ansschließlich im Wasser lebt. Der ausgeseichnete Filmoverrateur und technische Leiter der Expedition, Paul Lieberenz, der mit die wichtigste Arbeit geleistet hat, nämlich die Herstellung des umfangreichen Filmmaterials, kam als erster Teilnehmer der Expedition in Verlin an. Er hat kurz vor der Abreise aus Afrika noch einen Autounfall erlitten, dessen Folgen er non nicht überwunden hat. Abgesehen von diesem Malheur und einigen Malariafällen fühlt er sich jedoch wohl und ist von der geleisteten Arbeit sehr befriedigt. 16000 Meter Film konnten gedreht werden, darunter Aufnahmen von dem seltensten Tier der Erde, dem weißen Nashorn. Eo lebt in kaum 208 Eremplaren in Transvaal und steht ofsenbar aus dem Aussterbeetat. Das weiße Rashorn ist weit größer als sein bekannter schwarzer Bruder Es ist nach dem Elefanten das großte Landtier. Auf größere Entfernungen könne man, so meint Lieberenz. eine solche Gruppe weiper Rashörner durchaus für Elefanten halten. „Das erste weiße Nashorn, das wir sahen, war kurz vorher verendet, ein zweites fanden wir friedlich in der Sonne ruhend auf einer offenen Grasfläche. Als wir mit unseren Autos herandrausten, stand es ganz langsam und gemächlich wie Nächtliche Szene Müller wurde nachts von einem dächtigen Geräusch geweckt. Leise, um die übrigen Hausbewohner nicht zu stören, stand er auf. schlich aus dem schwebte barfuß die Treppe hinab und machte, als er im Vestibül der Villa angelangt war, plötzlich Licht. Richtig— da stand ein gefährliches Individuum, das gerade eben die Treppe erklimmen wollte. „Hände hoch!“ donnerte Müller, indem er dem Einbrecher ein gefahrdrohendes, metallisch schimmerndes Etwas entgegenhielt. Erschreckt ließ der Ueberraschte sein„Hanofallen und hob die Hände in Da wurde plötzlich die Stille dünnes Kinderstimmchen unterbrochen. Von beiden unbemerkt, hatte sich der vierjährige Fritz hinter dem Vater hergeschlichen und krähte nun höchlichst inein alter Herr auf, schüttelte seinen Kopf digniert:„Papa! Was machst du denn da und trabte ruhig davon. Das weiße Nashorn ist viel friedlicher als das schwarze. Ich bin ihm stundenlang mit meiner Kamera auf den Pelz gerückt, ohne daß es bösartig wurde wie sein kleinerer Bruder, der sofort wie eine Lokomotive herangepreicht kommt, wenn er einen Feind wittert.“ Auf meine Frage, weshalb dieses seltsame und interessante Tier wohl ausstirbt, meinte Lieberenz, daß es wohl häufig an mit mein Spritzrevolver?“ Eine eigenartige„Unterhaltung“ hat der englische Rundfunk für den 15. April, den zwanzigsten Jahrestag des Untergangs der„Titanie“ ausgedacht. will ein„Tonspiel“, der Schreckensszenen nach dem Zusammenstoß des Riesendamp= sers mit dem Eisberg aufführen, bei dem 190 Menschen, darunter 52 kleine Kinder, im Atlantischen Ozean ertranken. Es ist aber auch möglich, daß auf die Proteste der Zeitungen und der noch lebenden Angehörigen der damals Ertrunkenen der Rundfunk den Plan fallen lassen wird -EE in außerordentlich steigendem Matte kreift die Erkenntnis um sich. daß Okase für unsere Zeit unentochrlich ist.„Matte ich die Tabietter ruher angewendet, ware mir die Aus gabe 100fach hereingekommen“,. schreibt Bürgermeister M. Eine von vielen rausend schriftlichen Anerkennungen über die heilsame Wirkung von OKASA verscheinengen. Obem genteßt gesetal Schum e 2 k #eichepotentn.— Wir vervenden gwie WNuser Orserbüre u notar bealeub Aperkennunnan nan F PPreisen Ste en RADLAUURS KRONDL-APOTNERI, BoRLIN v DO cherr. 160. 100 Tesl. Olem Silb 14 Monn AM19 30. Otem Geid i.4 BAA 10.30 B44EG APOTNIRTN Zu wANER“ Rummer 97 Freitag, den 26. Februar sidentenwahl muß der Streit um die Regierung zurücktleten. Die Frage um das einigeende Symbol des deutschen Volkes ist eine historische Lebensfrage der Nation. Der Reichspräsident von Hindenburg hätte dem deutschen Volke einen schlechten Dienst erwiesen, wenn er seine Kandidatur an parteipolitische Bindungen geknüpft hätte. Die Kandidatur des Stahlhelmführers Düsterberg hat nicht die minderste Aussicht und bedeutet nur eine bedauerliche Zerschlitterung. Für uns gilt noch das Wort, mit dem vor sieben Jahren der„Stahlhelm“ für Hindenburg eintrat: Die Treue st das Mark der Ehre! Die SpD für Brüning Um den„faschistischen Vormarsch“ abzustoppen Aba. Roßzmann(Soz.) erwidert dem dings ihn nicht häufig und anhaltend Abgeordneten Dr. Goebbels, sein Ver= unterbrochen, dann ware die Rede vielgleich der heutigen Zustände mit dem So=leicht schon eine halbe Stunde eher zu zialistengesetz beweise, daß er gar keine Ende gewesen. Doch wir Deutsche haben Ahnung habe von den menschlichen Ver= 1929 einen sehr temperamentvollen Reichsfolgungen, denen die Sozialdemokraten 12 tag gewählt, um es zart zu sagen. Die Jahre lang ohne jede Amnestie ausgesetzt Herren Abgeordneten sparten nicht mit waren. Dennoch habe diese verfolgte Be= Radau und Klamaul. Der Bedars des wegung niemals jenes traurig niedrige Hörers wurde gestern damit für Wochen Niveau eingenommen, das jetzt den Natio= gedeckt. Zarteren Naturen, als es unsere nalsozialismus kennzeichnet. Für die Na= unwahrscheinlich widerstandsfähigen Abgetionalsozialisten gelte das Wort:„Nicht ordneten zu sein pflegen, würden sich bedeutsch, nicht treu, nicht ritterlich, nicht danken, eine Rede unter solchen Vorausehrlich, nur ganz unglaublich dumm— und setzungen zu halten. Der Reichskanzler, das macht sie gefährlich!"(Sehr wahr! muß man zugeben, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er wartete immer hübsch ab, bis die Wogen des Widerspruchs und Chinesischer General ermordet 5lullat ainesischer Nationalisten Teure Konzerte in Essen das sinanzielle Ergebals der Rladt. Drwesterkonzerte 1931=32 * Essen, 25. Februar. Eine Statistik über Besuch. Einnahmen und Ausgaben der städtischen Orchesterkonzerte 1931=32 wurde nach einer aus Charbin hier einge= gibe über mancherlei Dinge interessanten laufenen Meldung, ermordet. General Aufschluß. Im Saalbau sind 1811 Plätze Matschatscheng hat sich seinerzeit bei der vorhanden. Aussallend hoch ist die Zahl Verteidigung der chinesischen Stellung am Nonni=Fluß(Nordmandschurei) gegen die X Nanking. 24. Febr Der chinestsche General (Drahtber.) Matschatscheng der hiervon abgehenden ständigen Freiplätze. Rechnet man für jeder Konzert 450 Freiplätze, so blieben noch rund 1350 Die Meldung ist Plätze für den Kartenverkauf übrig. Diese Zahl wurde bioher nicht erreicht.Die ersten drei Konzerte verzeichneten einen KartenMaischatscheng sch besätigen, andeten Konzerte dieiben weit dahinter Japaner ausgezeichnet. noch nicht bestätigt. Sollte die Nachricht von der Ermordung dem eine Schiffs=Crew zusammengehört im Leben und im Tode, ist seit diesem Tage wieder mächtig aufgelebt in der englischen Marine links.) Der Nationalsozialiemus sei gar keine neue Idee, sondern ein alter Gespenterspuk mit verstaubten Maoken. Dieser Spuk wurde sofort verfliegen, des Beisalls sich gelegt hatten und die disziplinarische Arbeit des Präsidenten beendet waren, um dann Angriff auf Anvenn griff gegen die Opposition vorzutragen. die Abwehrkraft der Arbeiterschaft nicht Seine Rede war tatsächlich eine Angriffsdurch die kommunistische Zersplitterung ge rede großen Formates. Der Kanzler spricht schwächt wäre. Mit der Notverordnungspolitik der Regierung sei die Sozialdemokratie nicht einverstanden. Viele der Notverordnungen seien geradezu Treibhäuser für die Züchtung von Nationalsozialisten und Kommunisten. Wir wissen, daß es bei der bevorstehenden Reichspräsidentenwahl um das Generalziel geht, den faschistischen Vormarsch abzuschlagen. Um dieses Generalziels willen, nicht aus Sympathie für die Brüning=Regierung und ihre Politik werden wir für Hindenburg stimmen. Wir wollen keinen Bürgerkrieg, aber wir werden dem Gegner mit den gleichen Waffen zu begegnen wissen, die er anwendet.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Ada. Döbrich(Deutsches Landvolk) gab eine Erklärung ab, in der er betonte, daß seine Frakion eine Umbildung des Kadinetts unter verantwortlicher Beteiligung aller Rechtsparteien durch das parlamentarische Mittel der Mißtrauensanträge immer für dringend notwendig gehalten habe Abg. Dr. Reinhold(Staatspartei) erinnert an die Proklamation der Harzburger Front:„Geächtet ist jeder, der unsere Front verläßt!“ Wird nun, so fragt der Nehner. Hitler Herrn Düsterberg ächten oder Düsterberg Herrn Hitler?(Lärm bei den Nationalsozialisten.). Man scheint das Harzburger Wort ebenso vergessen zu haben, wie das Wort Hitlers vor dem Münchener Putsch:„Morgen werden wir entweder Sieger oder tot sein!“ Beides ist nicht eingetroffen. Von dem Reichsinnenminister Groener als Versassungsminister hätten wir erwartet, daß er den Reichswehr=Erlaß des Wehrministers Groener wenn nicht aufhebt, so wenigstens daraus die für unser Staatsgefühl unerträgliche Stelle streicht, die eine Gleichstellung bedeutet derjenigen, die treu zum Staate stehen und ihn verteidigen wollen, mit denen, die diesem Staat an die Gurgel wollen und bisher trotz aller Legalitätsidee keine Spur von Staatsgefühl und Staatstreue gezeigt haben.(Lebhafter Beifall links.) Die Weiterberatung wird gegen 8.20 Uhr auf Freitag 10 Uhr vertagt. Aba. Rosenberg(Nationalsoz.), der eine persönliche Bemerkung gegen den Reichskanzler m ihren ersten Absätzen verliest, erhält vom Präsidenten Loebe die Ermächtigung, diese Bemerkung bis morgen so umzuarbeiten, daß sie den geschäftsordnungsmäßigen Erfordernissen entspricht. Der Präsident teilt weiter mit, daß vom Abgeordneten Dr. Frick ein Mißtrauensantrag gegen den Präsidenten eingebracht worden ist, und daß der Aeltestenrat noch heute abend sich mit der Frage einer Ergänzung der Geschäftsordnung in dieser Richtung befassen will.— Am Schluß der Sitzung wird debattelos als Schriftführer an Stelle des Abgeordneten Pätzold der Adgeordnete Lucke(W. P.) gewählt. Scharse Gegner Die Lanzterrede in Die Deutsche Rundsunkgesellschaft bereitete gestern Abend ihren Hörern einen Ohrenschmaus von nicht alltäglicher Art. Sie übertrug in der Zeit von 19.30—21 Uhr die große Rede des deutschen Reiche kanzlers Dr. Brüning. Man hatte die ganze Rede auf Schallplatten ausgenom. men und ließ sie nun am Abend über alle deutschen und österreichischen Sender verbreiten. Selten gelang eine Uebertragung auf dem Umweg über die Platte dechnisch o makellos wie diese. Man scheint für eine so repräsentative Uebertragung alle technischen Finessen aufgeboten zu haben, um die Hörer(wie auch die hohen Aufraggeber) hundertprozentig zu befriedi. gen. Man bestätigt gern, daß en dem Rundiunk ausgezeichnet gelungen i. Der Eindruck des Unmitteldaren stellte sich von rse die ohne Pathos, mit sehr viel Sicherheit und Bestimmtheit. Er kann aber von Fall zu Fall, sehr malaziös werden, wie man feststellen konnte. Präsident Löbe hatte reichlich zu tun, Wir durften seine Gelassenheit und Ruhe bewundern Seine Schelle bimmelte immer von neuem von einer Hand geschwenkt, die daran gewöhnt ist. Sie klang müde wie eine gezähmte Gemüseschelle. Man vernahm aus den Reihen der Abgeordneten das berühmte„Hört, hört!“ so häusig, daß man im Innern ein wenig erschüttert war. So schlimm wird es sich der bekannte kleine Moritz nicht einmal vorgestellt haben. Das Mikrophon gab den Aufruhr bei Beisall und Widerspruch getreulich wieder. Putzig war es, wie verschiedene Male die Stimmen der Zwischenruser aus nächster Nähe in das Mikrophon hineinpolterten. Die Wogen der politischen Leidenschaft gehen überall hoch. Warum auch nicht im Reichstag? Eigentlich war es erschütternd. wie aus dem Lautsprecher der Haß entgegenschwoll, mit dem sich die feindlichen Parteien befehden. Die Gegner scheinen unversöhnlich. Es scheint kein Weg und keine Brücke von der einen Seite zur anderen zu führen. Wenigstens hörte es sich so an. Wir wollen hoffen, als Menschen und als Deutsche, daß die Taten nicht den Worten entsprechen. Regierungsrat Hitler W ad Die emburgerung versenl J Miuchen. 25. Februar.(Eig. Drahtder.) Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP. bestätigt, daß Adolf Hitler zum brannschweigischen Regierungs. tur ernannt Sarbe und soialt die Fkursche Stoatsangehörigkeit erlangt hat. In Uebereinstimmung mit den Regierungsparteien hat die braunschweigische Staatsregierung Hitler eine freie Regierungsratsstelle übertragen. Sie wird ihn bei der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin beschäftigen, wo er ausschließlich die Interessen der braunschweigischen Wirtschaft wahrnehmen wird. Mit dieser Aufgabe Hitlers ist eine Vertretung beim Reichsrat nicht verbunden. so ist— nach Reuter— zu vermuten, daß der Mörder ein Chinese ist, der aus nationalistischen Motiven gehandelt hat. Nachdem der General wegen des Widerstandes gegen die japanische Offensive in der Mandschurei eine Zeitlang als Nationalheros gefeiert worden war, hat er neuerdings die öffentliche Meinung gegen sich ausgebracht. Er hatte nämlich dem japanischen General Jamon, der ihn geschlagen hatte, einen Besuch abgestattet und höslichst versichert, er bedauere, dem General „lästig zu fallen“. Als er dann noch neulich an der Konferenz mandschurischer Führer teilnahm, auf die die Unabhängigkeitszurück. Die Gesamteinnahmen bewegten sich zwischen 2967 RM und 922 RM je Konzert. Die Gesamtausgaben dagegen betrugen je Konzert 2777,82 RM bis 4694.20 RM. Die größten Unkosten verursachte das zweite Konzert. Von 4894.20 RM Ausgaben entfallen auf: sächliche Kosten 1117,60 RM, Solistenhonorare 1000 RM, Verstärkung 340 RM und Orchester 1780 RM; diesen Beträgen stehen 2572.35 RM Gesamteinnahmen gegenüber, so daß ein Zuschuß von 1861,85 RM verbleidt. Den größten Zuschuß erforderte das achte Konzert, nämlich 2426.71 RM; den geringsten Zuschuß dagegen erforderte das fünfte Konzert, nämlich 554.77 RM. Es ist festzustellen, daß der Tagesverkauf mit einer erklärung der Mandschurei folgte, büßte er Einnahme von 1502.25 RM im dritten AE 1.61. W-I. Tior, WTallatümln"„„ den letzten Rest seiner Volkstümlichkeit bei den Chinesen ein. Neue Schlacht an der Riangwan=Front + Schanghai, 25. Febr.(Drahtb.) 10,30 Uhr vormittags: Um 8 Uhr morgens haben die Japaner an der KiangwanFront einen allgemeinen Angriff begonnen. Ihre sämtlichen Truppen, Insanterie, Artillerie, Flugzeuge und Tanks sind eingesetzt worden. Anscheinend will General Uyeda einen äußersten Versuch machen, mit seinen eigenen Kräften vor Eintreffen der Verstärkungen die chinesischen Linien zu durchbrechen. Um 10 Uhr vormittags war der Kampf im vollen Gange. Die chinesischen Stellungen werden gleichzeitig mit Granaten und Flugzeugbomben belegt. Aber bisher haben die Japaner keine nennenswerten Erfolge zu verzeichnen. Neuer Brand in Tschapei + Schanghai, 25. Febr.(Drahtb.) Konzert auf 254.10 Reichsmark im siebten Konzert zurückgegangen ist. Dagegen sind die Einnahmen auf Vormieten ziemlich konstant geblieben. Erwähnenswert ist noch, daß der Gesamtzuschuß für die bisher stattgefundenen acht Konzerte und ein Vorkonzert 15 506.75 RM beträgt. Essen spart... Stat der Berufsschulen um 30 getüng * Essen, 25. Februar. In der letzten Sitzung des Ausschusses für die Berufsschulen in Essen wurde der Etatsvorschlag für das Rechnungsjahr 1932 beraten. Der Voranschlog weist gegenüber dem Haushalt des Vorjahres eine wesentliche Kürzung auf. Während im Jahre 1931 noch 1 959700 Mark für die Berufsschule aus.#orb) gegeben wurden, beträgt diese Summe im 4.15 Uhr früh Ortszeit: Die erneute Be= lon menden Etatsjahr nur noch 1 369 90 schießung Tschapeis durch die Japaner hatte wiederum einen riesigen Brand zur Folge. Japanische Flugzeuze warsen Bomben auf die Station Lunghwa an der Eisenbahn= linie Schanghai—Hangkau, einige Kilometr von Schanghai entfernt, ab.— Die Deutsche Botschaft in Schanghai ist geräumt worden. Burf mit dem Liulensat Tumulte in einem Berliner Arbeitsnachweis Berlin, 25. Fede.(Eig. Drahtb.) Zu größeren Tumulten kam es im Ardeitsnchweis für Schneider in der Beuthstr. 20. Dort warf ein 20jähriger alter arbeitsloser Schneider dem diensttuenden Beamten, als dieser ihm mitteilte, daß eine Arbeitsstelle für ihn zurzeit nicht frei sei, kurzerhand ein Tintenfaß an den Kopf. Dies war für die übrigen wartenden Arbeitslosen das Signal zum Beginn einer allgemeinen Nadauszene. Der Polizei gelang es schließlich, die Ruhe wieder herzustellen. Der Tintensatzwerser wurde festgenommen und ins Polizeipräsidium eingeliefert. Der von ihm angegriffene Beamte erlitt erhedliche Kopfverletzungen, die um so schlimmer sind, als die Gefahr einer Blutvergiftung besteht. Man schaffte ihn in das Krankenhaus. Flug über Bobylon das Ilnazeng als bilsmillel der Archöelogen Dieser Tage startet der Flugkapt. tän K. Hans Bertram zu einem Zuverlässigkeitsflug rund um Asten. P#rtram hofft, mit diesem— mit einer„Junkers W 35“ ausgeführten Maschine— Flug um Asiens Küsten eine starke und nachhaltige Propoganda für die deutsche Wirtschaft verbinden zu können. Noch immer ist das Ziel aller Sehnsucht der Archäologen die Trümmerstätte von Babylon, von Ur, von Stesiphon. Aegypten Pyramiden und Königsgräber können heute viel Neues und Unbekanntes nicht mehr bieten. Wohl aber die verschütteten und versandeten Städte und Dörser rechts und links des Euphrat und Tigris. Gerade hier hofft man, außerordentlich aufschlußreiches Material über die Kultur, das Zusammenleben, die soziale und politische Schichtung längst verschollener Völker finden zu können. Bisher boten die Ausgrabungen im Babylon=Gebiet eine besondere Schwierigkeit: es war besonders schwer, die Trümmerstätten selbst zu finden. Kostspielige Expeditionen mußten ausgerüstet werden, die wochenlang die Wüste durchzogen, immer wieder schürsend und grabend— und war dann endlich ein versandetes Dorf gesunden, dann waren meistens auch gleichzeitig die Mittel der Altertumsgräber erschöpft und sie mußten erfolglos umkehren. Bei seinem„Freundschaftsflug" nach China hat der lange als Vertrauter Wenlin=tschens, des Chefs der chinesischen Fliegerei, tätig gewesene deutsche Flugkapitän K. Hans Bertram auch das Gebiet des Euphrat und Tigris überflogen und dabei Flugaufnahmen der Wüste gemacht. Diese Aufnahmen hatten ein ganz merkwürdiges Ergebnis: klar und deutlich zeichneten sich unter dem Sande die Umrisse verschütteter Ortschaften ab! Es war Bertram alle möglich, den Archäologen zuverlässige Angaben über Ort und Lage der Trümmer zu machen. Auch bei seinem neuen Flug rund um Asten wird Vertram das Babylon=Gebiet überfliegen und mit Hilfe des PhotoEXTE Mark, was einer Etatskürzung um 569 800 Mark oder 30 Prozent gleichkommt. Wenn dagegen der Zuschuß für die Berufsschulen von 817700 Mark im Jahre 1931 auf 550700 Mark im Jahre 1932, also nur um 267 000 Mark gesunken ist, so liegt das in apparates und der Filmkamera die erster Linie daran, daß der Stoatszuschaß glatter Trummerfelder zu bestimmen fueten pro Schüler von 20 Mark auf 12 Mart ro. Reben seinem eigentlichen Ziel, PropoJuziert worden ist. Von sehr wesentlicher—uod für die deutsche Wirtschaft und die Bedeutung ist aber auch der Rückgang an deutso= Jadustrie zu magen, hofst Einnahmen aus Schulgeldern, Vernsoschal= 21..a. faisten zu Lönnen deren beiträgen und Hörgeld. Auf der anderen a.M.utlich in—5.n, deren Trgeputg Seite bringen die Auswirkungen der letze zugentlich in nicht allzu langer Zeit ten Rotnerorbnunsen bei hes 22.4214-e- ut) verwertet werden konnen. ten Notverordnungen bei den Sehältern der Lehrer erhebliche Einsparungen. Ein Zeichen der Zeit ist der Rückgang der Schülerzahlen in den kaufmännischen Berufsschulen. Wenn hier früher 1000 bis 1700 Berlin hat 525 000 Frauen mehals Männer Berlin gibt es 1 850 000 und 2175 000 weiblichen „„ Mädchengeburten kommen 167 Knabengeburten. Bereits aber mit dem vollendeten 13. Lebensjahre überwiegt die Zahl der Mädchen die der Knaden. Am stärksten ist der Frauenüberschuß in den Altersklassen von 26 bis 26 Jahren, das sind nämlich die Altersklassen, die am stärksten durch die Kriegsverluste an Männern betroffen wurden. In der Altersgrenze von 25 dis 30 Jahren kommen auf 100 Männer 131,4 Frauen, und in den Klassen von 30 bis 35 Jahren gar 141 Frauen auf 100 Männer. Die Heiratschancen für die Mädchen, die das 30. Jahr überschritten haben, werden daher die Menschen, Kameraden der Verunglück= Fragenuderschaß ten, unter ihnen— mit totenbleichem Ge= Personen. 100 Männern über 60 Jahren sicht— auch ein blutjunger Marineoffizier, stehen 150 gleichaltrige Frauen gegenüber. Im Reich sind die Verhältniszahlen Schüler unterrichtet wurden, ist diese Zahl in diesom Jahr auf 1100 gesanken. Geschlechts. Auf Der letzte der„+2“ Hichars Seattie Iödlch verunglücht Am Nachmittog des 25. Jannar 1932 schrien in den englischen Kriegshäfen die Sirenen, hämmerten die Telegraphenapparate:„Das britische Unterseebost„M 2“ ist mit einer Besatzung von 8 Offizieren und 48 Mann in der Nähe von Portland gesunken!“ Auf den Kais sammelten sich G 100 Oden: Japanische Marinetruppen beim Angriff auf den chinesischen Stadtteil Tschapei, rechts im Vordergrund das Odeon=Theater. Tschapei ist bekanntlich in der Zwischemzeit— die Aufnahmen sind ja vor mehr als zwei Wochen gemacht worden— von den japanischen Bomben in einen Trümmerhausen verwand!“ go:###n. Unnzung on der Bahnlinte Schanghai—Wosung, um bie noch imder Unterseeboots=Leutnant Richard Beattie, der Einzige, der zufällig an der letzten Fahrt des gesunkenen Booter nicht teilgenommen hatte. Man hat, als der Kampf um die Rettung der in dem gesunkenen U=Boot Eingeschlossenen aussichtslos wurde. Richard Beattie oft und aufrichtig zu diesem Infall gratuliert, der gerade ihn im Hafen zurückdleiden ließ, als die anderen ausliefen, um dem Tode entgegen zu fohren. Der junge Leutnant hörte sich mit undewegtem Gesicht die Glückwünsche an; er war sehr still, sehr ernst und nachdenklich geworden, seit ihn die Nachricht von dem Unglück seiner Kameraden ereilte. Gegen seinen Willen hat das Marineministerium den Leutnant Beattie abkommandiert zu einem Flugkursus im Binnenland. Man wollte nicht, daß ihn den Leyzten det„# 2“, wieder auf Schritt und Tritt die Erinnerung an die Toten begleitet hätte. Wortlos hörte Beattie auch diesen Befehl en, kramte seine Sachen zusammen und fuhr nach Leuchard in Fiseshire. Still und zurückgezogen tat er seinen Dienst, lernte. schulte. Bis er vor wenigen Tagen seine Hoeresfliegerprüfung ablegen konnte. Und jegt hat sich der Tod auch den Letzten det„M 2“ geholt. Bei einem Uebungsflug über dem Flugseld von Leuchard Kürzte Leutnant Nickard Boatti ab und verunglückte tödlich. Seine Kamereden bedaupten, er habe es vorher gewußt. daß er don Loten der„DI 2“ folgen müsse.„266— Ssemannsabergleuben, und ignt lochen!“ eich sind die Verhältniszahlen zwar nicht so latastrophal; aber auch hier überwiegen die Frauen die Männer; die Zahl beträgt 106.6 zu 100. betientlich tann iie vei Freitag, don 28. Febeuar KV-Theater Buer, am Rathaus=(verbunden mit Odeon- Palast, Dortmund) Dolly Haas) Gustav Fröhlien 7 Tiborv. Halmey# besgeanshatkrte! Nicht der übliche Militärfilm-Quatsch, sondern eine einschmeichelnde Lustspiel-Operette voll schmissiger Melodien, über die jeder begeistert sein wird. Außer Gustav Fröhlich als Oberstleutnant Lorenz spielt Dolly Haas, eine der entzückendsten Erscheinungen des Tonfilms, das Mädel in der Uniform Von Millionären. Aurtien und An Die Handlung des Films entspricht einer wahren Begebenheit, die in den Akten der berühmten Militär- Akademie aufgezeichnet ist.— Der wirklich und Mänt 17. reizende deutsche Tonfilm ist mit Kettwider Strabe 1 Treppe. direkt a. Heuptbehnhof. Fahriversülung. Tempo geladen und entfesselt Stürme der Heiterkeit KorhhtiandoGebr. Möbel Fritz Kortner und Anna Sten in: Der Mörder Dimitri Karamasoff nach dem berühmten Drama von Dostojewski Hler kömpfen zwei Mönner mit ellen Mittein um die schöne Anna Sten. Men mub Fritz Kortner, den Schauspieler and Anna Sten, die erotische Frau des deuischen Tenßilms, die bier den Welbsteutel verköspert. In Ihren Glensrollen gesehen heben. Die neueste FOK tönende Wochenschau Das interessante tönende Belprogramm Beginn der Vorstellungen: Wochentags 3 Uhr. Sonntags 2 Uhr Zwangsversteigerung Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuch von Buer, Band 86 Blatt 2406 eingetragenen, nachstehend beschriedenen Grundstücke am 25. April 1932, vormittags 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Weuer=holter Straße 7, Zimmer Nr. 18, versteigert werden. Gemarkung Buer, Flur 37,- Parzelle 7 1/12. Grundsteuermutter rolle 4321, Acker, Bochumer und ErleKraße Eche, 8.54 a groß. Grundsteuerreinertrag 0,17 Tlr., Parzelle 128,12, Acker Erlestraße, 8,01 a groß. Grundsteuerreinertrag 0 16 Tir., Parzelle 130.12, Gebäudesteuerrolle 837, a) bebauter Hofraum mit Hausgarten, Bochumer Straße 62, 10,03 a groß. Gebäudesteuernutzungswert 1600.00 Mt., Parzelle 131.12, Gebäude steuerrolle zu 838. degl daselbst, 0,17 a groß Der Versteigerungsvermerk ist am 20 Dezember 1930 in das Grundduch eingetragen Als Eigentümer war damals der ander August Beckbauer zu Buer ein getragen. (8 K 55/30 Gelienk=Buer, den 12. Februar 1932. Des Amtogericht APOLLO Umzüge Autotransporte dbernim m1 Schimanski Buer, Essener Straße 53 Telephon 37296 Gauderes fleitiges u zuverlässiges Dutzmädchen Rathaus-Drooerte. H. Engelke. Buer. Essener Streße Nr. 2. Drogerte Brochmeyer, Buer. Urbannahirchplein Nr. 5. Actieres Chedaar sucht in nur ruhigem Hause Duer=Mitte oder Deg. Gottesdienste der Syuagogengemeinde Freitag: 5.30 Uhr: Abendgottesdienst; hausen) söne Samstag: 9 Uhr: Morgengottesdienst. Das heutige Rundfunk-Programm 3-3.-Wohnung an Preuag: 4 lustige Tage! Anay Ondre. Sies tried Arno in Die Kaviarprinzessin 3 neue in Duer noch nien unsein e Charlie Chaplin-Plime Lohntag; Vergnögte Stunden 6.45—7.00 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe 7.05—8,00 Uebertragung von der Norag. Hamburg Morgenkonzert 9.00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandemeldungen 9.45—10,00 Symnastik für Frauen. Hilde Bremus 10.00 Erste Meldungen. Zeitangabe und Wasserstandemeldungen 10,15—11.15 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose 11.20—11,50 Schulfunk für die Overstufe hoherer Lehranstalten: Französische Unterhaltung 11.50—12.45 Uebertragung von der Funkstunde Berlin: Unterhaltungskonzert der Kapelle Ferdy Kauffmann 2.50 Wetterbericht 12.55 Nauener Zeitzeichen. Mittagsmeldungen und Zeitangabe 13.05—14.90(von 14.00—14,55 auch über den Deutschen Nurzwellensender): Mittagskonzert. Leitung Wolf 14.30 Funtwerdung mit Schallplatten Wirtschafteme FrI#s Hampere. Merte Pandler, I· suss ven Alten in dem buurorvollen Flim- Lusteprei 15.30 Wirtschaftemeldungen u. Zeitangabe 15.50—16.20, Bastelstunde. Ele Vordemberge: Mit Buntpapier und Schere 16.20—17,00 Jugendsunk. Besuch einer Autowerkstatt. Sprecher Fahrlehrer Oskar Höper— Rektor Simon 17.00 18 00 Besperkonzert des Orchesters des Westdeutschen Aundfunko. Leitung Buschkötter: Solist: Stefan Frenkel(Violine) Zeitgenössische T 18 00—18.20 Mei Kitschweng 18.20—18,40 Technik für alle. Dr. Franz Pabst: Moderne Werkstoffe für Schnitzer und Drechsler in Architektur und Haushalt 18.40—19,00 Englische Unterhaltung. Lektor Dr. C. Bennett— Lektorin A. Rüschkamp=Whitehead 19.00—19.15 Wetterbericht. Zeitangabe. Wirtschaftomeldungen und Sportvorbericht 19.15—19.55 Drei Deutsche sprechen miteinander 19.55 Erste Abendmeldungen 20,00 Uebertragung von der Funkstunde Berlin: Vorio Sodunoff Oper in vier Aufzügen und einem Prolog von Modest Mussorgsky. Deutsche Textübersetzung: Max Hude. Deutsche Näheres in der Ge schäftsstelle Buer. de la Chevalleriestr 27 Bosserheit 3-3.-Wohnung mit Bed, Stallung und Garten. zum 1. Sprll zu vermieten. Doierbeit. Stedtung. Drinkttrabe 20 Uraufführung der Urfassung. Musikalische Leitung: Ricolai Malko. Spielleitung: Cornelis Bronsgeest. Damen: Consener 1000) Heimat. Johanner tung: Cornelis Bronsgeest Pätt, Sottschling. Carlßon. Schulz=Dorn burg. Herren: Scheidl. Petero, Oüsch. Alsen, Schmidt. Hezel, pey. Kuttner, Fuchs. Hofbauer. Zeit: 1596—1605. Das Berliner Funkorchester— Der Berliner Funkchor Die Handlung in der dramaischen Chronik von A. S. Puschkin unter Beibehaltung der meisten Verse entnommen Anschließend: Letzte Meldungen. Bericht über das geistige Leben. Sportbericht Anschließend bis 24 00: Uebertragung aus Berlin: Konzertübertragung aus dem Kafsee Berlin. Kapellen Michoel Schugalte und Adolf Einsburg Schone abgeschlossene 1. Etage 9 Zimmer umnd Rüche nedit Zudedör, in rud Hause am 1. 4. zu ver. miet n. P W Bechumer Strabe 39 2=3. 10 Duer- Odeiden Schr Jahegang 1932 Guterhaltene Waschmaschine und 1 Schwein zum Weiterfüttern zu verkaufen. Duer Schaffrathstr. 110 Se Ee belragene Mass-Anzüge und Mäntel * BUER 4. 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Bei solcher 289 Stimmen, die auf sich vereinigt, gegenüber, die theo rungsneubildung in Zahlen werden in en stark unterstriche gehoben, daß Dr. 2 #ter diesen Umstände viel größer ist als Kammer gesunden Damit ist das Ei gen Reichstagssessio Reichskabinetts und persönlicher Erfolg gibt sich schon beson Brünings große Ne ganzen Tagung wai Nachdem der Ne dergegangen ist, wir kampf seinen Anfan zunehmen, daß er je wicklung kommt den zur Wahl nur noch fügung. Eine Frage für zen, die in der Deu dem Fernbleiben# Cnrtius und Dr den heutigen Abstim den übrigen abwese Deutschen Volkspart Weiterungen, da ihr und entschuldigt gilt nannten Abgeordnet Beschluß der gestrig Kraft treten, nach ohne als triftig ane bleiben, aus der# sind. Bei der Ausfi es handelt es sich sormalen Vorgang. rer den beiden Absprechenden Brief sch liche Mitteilung üb ergebnis vorliegt. Absicht, sein Manda wirklichen, so würde jetige badische Finar ten. In Kreisen des tei wird die Entwi besanert, die jetzt iu schluß zweier so allge ner führte, wie Dr. Kardoff es sind. vor der :: Berlin, 26. 3 Reichstagopräsident: öfinung der heutigen daß der Abg. Glatz Krankheit auf zwei lassen.(Hort. Hört Abg. Gottheim unter dem Gelätter daß trotz entgegenstel Regierung, doch am Rundfunk die gestrie nach der Schallplatte hat.(Aufe links:„1 sehr unangenehm!“) Prasident Loede nehmigung der Uebe