1 Montag. den 5. Julli Sonntags) Bezugspreis durch die Boten frei Haus halbmonatlich 1.20, Anzeigen 1 mn Höhe in der 28 mm breiten Spalte 0.10, für auswärts 0.12, Reklamen 0.40, für auswärté 0. 50 R.=M. Stellengesuche 25%— Die am Kopfe der Zeitung bekanntgegebenen Zeilenpreise sind für Inserenten und Verlag rechtsverbindlich. Bei zwangsweiser Beitrelbung oder Konkursverfahren ist der bewilligte Rabatt hinfällig. Druck u. Verlag Buersche Druckerei Omd6. G.=Buer Buersche Zeitung General=Anzeiger für Gelsenkirchen und das Emscher=Lippeland Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Gelsenkirchen Amtsblatt für das Amt Westerholt und die Gemeinde Dolsum. Verordnungsblatt des Amtsgerichts Gelsenkirchen=Buer Nr. 154 7 50. J8.J 1931 Geschäftestellen: Buer, ve la Chevallertestraße 27, Fernruf G.=Duer S.=A. Sammel=Nummer 301411 Gelsenkirchen Alter Markt 26; Orahtanschrift: Zeitung Buerwestralen. Dostscheck=Konto: Köln 20179. Bank=Konto: Commerz= und Privat=Bank A.=G. Buer. Für das Erscheinen der Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übemnommen. Unfall=Unterstützung in Böbe von 230 R.=M.— bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabe der Versicherungs=Bedingungen. Hilfe durch internationale Zusammenarbeit Die Ausbeute von Chequers 7 Der Reichskanzler betonte die Notwendigkeit von Erleichterungen 7 England weist auf die internationale Krise hin · Uebereinstimmung über die einzuschlagenden Wege Rehr Vertrauen tut not :: L o n d o n. 8. J u n i.( D r a h t b e r.) Folgendes ist der Wortlaut des Sonntag hier ausgegebenen gemeinsamen Kommuniques über die Besprechungen von Chequers: Während des Wochenendes haben der Reichskanzler und der Reichsaußenminister ihren Besuch in Chequers abgestattet. Von englischen Ministern waren anwesend: der Premierminister, der Außenminister und der Handelsminister. Am Sonntag gab der Premierminister ein Frühstück, bei dem folgende Herren zum Teil mit ihren Damen zugegen waren: der deutsche Botschafter, der Erste Lord der Admiralität Aleander, der Gouverneur der Bank von England, Bernhard Shaw, der Unterstaatssekretär im Foreign Office, Sir Robert Bansittart, der Privatsekretär des Königs, Sir Clive Wigram, Sir Frederick Leith=Roß aus dem Schatzamt, Botschaftsrat Graf Bernstorfs, Mr. Malcolm Macdonald, sowie Fräulein Johbel Macdonald. Der Besuch war vor einigen Monaten zum Zwecke persönlicher Fühlungnahme vereinbart worden. Bei Gelegenheit dieer zwanglosen Zusammenkunft wurde in teundschaftlicher Weise die Lage erörtert in welcher sich das Deutsche Reich und andere Industriestaaten im gegenwärtigen Augenblick befinden. Die deutschen Minister betonten mit besonderem Nachdruck die Schwierigkeiten der augenblicklichen Lage in Deutschland und die Notwendigkeit der Schalfung von Erleichterungen. Die englischen Minister ihrerseits wiesen aus den internationalen Charakter der derzeitigen Krise und ihre besonderen Rückwirkungen auf England hin. Beiderseits herrschte Uebereinstimmung darüber, daß neben den Maßnahmen, die jedes einzelne Land für sich zu ergreisen hätte, die Wiederherstellung des Vertrauens und die wirtschaftliche Wiederbelebung von internationaler Zusammenarbeit abhängig seien. In diesem Sinne werden beide Regierungen sich bemühen, die zegenwärtige Keise in enger Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Negietungen zu bekämpfen. Keine Konferenz, sondern freundschaftnche Aussprache London, 8. Juni.(Drahtbericht.) Der Reichsminister des Aeußern Dr. Cur tius empfing gestern nachmittag nach seiner Rückkehr von Chequers die Vertreter der deutschen Presse, denen er von dem Inhalt des amtlichen Kommuniques Mitteilung machte und noch folgende Erläuterung hinzufügte: Das Kommunique spricht für sich selbst. Ich habe nur wenig hinzuzufügen. Ich lege Wert darauf, zu betonen, daß wir nicht von einer Konferenz kommen. Wir haben persönliche Fühlung und freundschaftliche Aussprache gesucht und gefunden. Wie Sie aus dem Kommunique ersehen, hat im Vordergrund der Aussprache die Lage Deutschlands und die allgemeine Krise gestanden. Die Herren, insbesondere der Herr Reichskanzler, waren in der Lage, eingehend die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands, die innere und äußere Lage, die Notwendigkeit von Erleichterungen in aller Offenheit zu besprechen und haben freundliches Verständnis gefunden. Worauf die englischen Kollegen Wert gelegt haben, ergibt sich aus dem Kommunique. Einzelheiten mitzuteilen verbietet die Vertraulichkeit und Freundschaftlichkeit der Aussprache. Wir sind übereingekommen, daß neben den Maßnahmen, die jedes Land für sich zu treffen hat, ein internationales Zusammenwirken erforderlich ist. Darauf stellen sich beide Teile ein. Die Aussprachen haben unter den denkbar angenehmsten äußeren Umständen stattgefunden und wir haben vollendete Gastfreundschaft im schönsten Rahmen genossen. Wie haben den englischen Kollegen, besonders Macdonald und seiner Tochter, unseren herzlichsten Dank ausgesprochen und den Wunsch hinzugefügt, ihre Gastfreundschaft zu vergelten. Wir hoffen, daß dies bald möglich sein wird. Auf eine weitere Frage hinsichtlich der internationalen Zusammenarbeit erklärte der Außenminister: Wir haben die Verpflichtung, alles in Bewegung zu setzen, um der gegenwärtigen Krise Herr zu werden. Stegerwald verteidigt die Notverordnung Die Unmöglichkeit der Reparationen 7 Länder und Gemeinden sollen sich selbst heiten Die Reichsreglerung hat noch neue Pläne 7 Orakelsprüche über Wirtschaftstragen :: Cleve, 8. Juni.(Drahtbericht.) das Reich, die Arbeitslosenversicherung, die Sonntag sprach in einer großen Kundge= Krisenfürsorge und die gemeindliche Wohlbung der christlichen Gewerkschaf=fahrtspflege. Diese engere Sanierung, die ten des Niederrheins, zu der sich auch Vertreter der Behörden und der Wirtschaft sehr zahlreich eingefunden hatt, Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald über das Sanierungsprogramm der Reichsregierung. Er führte u. a. aus: Wir befinden uns inmitten einer großen Wirtschaftsund Finanzmisere. Reich, Länder, Gemeinden und Arbeitslosenversicherung weisen ein Defizit von weit über zwei Milliarden Reichsmark aus. Diese Beobachtungen sind keine bloße deutsche Erscheinung, sie sind eine Folge der Wirtschaftskrisis. Andere Länder, insbesondere die reicheren, befinden sich aber trotzdem in einer unvergleichlich besseren Lage als Deutschland; sie können noch auf Reserven zurückgreifen, sie stehen noch vor größeren steuerpolitischen Möglichkeiten. Deutschland aber soll, nachdem es durch Krieg und Inflation rund die Hälfte seines früher erarbeiteten Nationalvermögens verloren hat, in der größten Wirtschaftskrisis eines Jahrhundertjährlich noch zwei Milliarden Reichsmark Reparationen an die Siegerstaaten abführen. Trotzdem hat Greinen und Jammern keinen Zwea; diese Dinge müssen gesehen, angepackt und gemeistert werden. Die Reichsregierung stand vor der Frage: Können und sollen wir mit einem Schlage die IFnanzen von Reich, Ländern, Gemeinden, Arbeitslosenversicherung, Krisenfürsorge und gemeindliche Wohlfahrtspflege in Ordnung bringen? Das ging nicht. In der Beschränkung zeigt sich auch hier der Meister. Und so werden durch die Reichsregierung saniert a. Raßlsia in dandss Dr. Brüning in kondon 4 etwa 1¾ Milliarden Mark erfordert, ist für die Zeit vom 1. Juli bis 31. März 1932 wie folgt in Aussicht genommen: 1. Streichung am Etat des Reiches, der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge rund 700 Millionen Mark; 2. Gehaltskürzungen 370 Millionen; 3. Erhöhung der Steuern 650 Millionen Zusammen 1720 Millionen Mark. Das den Ländern und Gemeinden noch verbleibende Defizit muß von diesen selbst in Ordnung gebracht werden. Die Länder und Gemeinden werden ebenmöchte ich bloß folgendes sagen: Von der Lohnseite her allein ist die deutsche Wirtschaft nicht in Ordnung zu bringen. Zugegeben ist, daß auf dem Gebiete der Lohnpolitik noch allerlei Unausgeglichenheiten bestehen, denen ins Auge gesehen werden muß. Voran aber steht folgende kardinale Tatsache: Das deutsche Volk besteht zu etwa 65 Prozent aus Lohn= und Gehaltsempsängern. Nach der neuen Gehaltskürzung der Beamten werden in der öfsentlichen und der Privatwirtschaft 1931 rund 8.5 bis 9 Milliarden Mark Gehälter und Löhne weniger bezahlt als 1329. Davon entfällt erwa die Hälfte auf vermehrte Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Die Preise sowenig wie das Reich an weiteren Aus= sind nicht in dem gleichen Ausmaß gesungabendrosselungen vorbeikommen. Manche Länder dürften sich auch auf dem Kreditwege, verbunden mit einem entsprechenden Schuldentilgungsplan helfen können. Die Gemeinden müssen sich schließlich helfen auf dem Wege von Einsparungen und durch Ausschöpfen jener Steuerquellen, die ihnen die Notverordnungen des letzten Jahres gebracht haben. Aus dem Sanierungsprogramm der Reichsregierung wird von allen Seiten die Kritik einsetzen; sie kann sie vertragen und ist überzeugt, daß keine Regierung ein wesentlich anderes Programm vorlegen könnte Ueber weitere Schritte zur Wirtschaftsgesundung und über die Art, wie das Reparationsprogramm erneut anzupacken ist, enthält das Sanierungsprogramm der Reichsregierung nur Andeutungen Darüber hat aber bereits im Schoße der Reichsregierung sich ein fester Plau herauskristallisiert. Die Einzelheiten dieser Aufgaben werden nach Rückkehr des Herrn Reichskanzlers und des Herrn Außenministers aus England in Angriff genommen werden. Heute ken, wie der Gesamtlohn in der deutschen Volkowirtschaft sich vermindert hat. Die Gehalts= und Lohnvolitit mut künftig, von Unausgeglichenheiten abgesehen, im ganzen vorsichtig behandelt werden, wenn nicht ein weiterer größerer nicht ausbalanzierter Schrumpfungsprozeß eintreten soll, wodurch schließlich wieder die Lohnsteuer, die Umsatzttever, die Beiträge zur Sozialversicherung usw. so katastrophal zurückgeworsen werden, daß schließlich die öffentliche Wirtschaft erneut von innen heraus vor den größten Schwierigkeiten stehen würde. Neben der Lohnfrage muß vielmehr auch der deutschen Rohstosswirtschaft(Landwirtschaft, Kohle, Eisen usw.) die größtmöglichste pflegliche Sorgsalt durch Regierung und Selbsthilfe zugewendet werden Dann muß mit allem Nachdruck der rohe, würdelose und Deutschland schädigende politische Kampf zurückgedrängt und eine geshere gegenseitige Vertrauensbasts im Innern geschaffen werden. Eine größere Vertrauensbasts ist die Voraussetzung für die Zinsensenkung und die Anlage langfristiger Kapitalien für die Wirtschaftsbelebung und für die Möglichkeit der Herabsetzung der öffentlichen Lasten. Endlich muß das Reichs= und Länderproblem baldigst nachdrücklichst in Angriff genommen werden. Dieses bildet sich immer mehr zu einer deutschen Lebensfrage heraus. Nach dem preußischen Volksentscheid und nach den preußischen Landtagswahlen ist die Aufrollung der Reichsreform nicht mehr aufzuhalten. Das deutsche Volk steht vor einer ernsten Stunde. Mit plötzlicher Aenderung eines Staats= und Wirtschaftssystems ist den umschriebenen Tatsachen nicht beizukommen. Die ungeheure Wirtschaftokrisie überwiegend eine Folge des Weltkrieges hat alle Länder erfaßt, ganz gleich ob bei ihnen Monarchie oder Republik, Kapitalismus oder Kommunismus, Faschismus oder parlamentarische Demokratie sich am Ruder befinden. Unerträglich sind die unvermeidbaren Lasten für keine Gruppe, der sie auferlegt werden. Von 32 Erwerbstätigen stehen in Deutschland immer noch 27 bie 28 Millionen, wenn auch teilweise nicht voll beschäftigt, in Arbeit. Wir müssen unsere Lebensgewohnheiten umstellen. Wir müssen von der Vorstellung herunter, daß ein Volk, das den größten aller Kriege der Geschichte verloren hat, etwa nach die. sem Kriege weniger zu arbeiten brauchte und besser leben könnte als vorher. Wohl aber kann Deutschland, nachdem es mit großen Anstrengungen sein eigenes Haus so gut als möglich bestellt hat, sagen: Jetzt ist die Stunde Europas und Ameritag gekommen. Es geht nicht bloß um die Rettung Deutschlands: Es geht um die seit Jahrhunderten erarbeitete europäische Kultur und Zivilisation. Niemand ist zufrieden Die Hotverortnung nur ein wieder ertaßt Die Großen wagl Für de meisten untragbar] Der kleine man nicht anzutassen# Die brutale Krisensteuer Teschskangler Dr. Brüning(linke) wurde bei seiner Ankunft auf dem Waterlooin London vom englischen Ministerprasidenten Macdonald(Mitte) und in London, Neurath(rechte Die Notverordnung, mit der Reichskanzler Brüning bei seinem Besuch in England beweisen will, daß in Deutschland alles getan wird, was nur getan werden kann, um die Reparationslasten zu erfüllen, daß man aber jetzt am Ende der Kraft ist, hat in allen Kreisen der Bevölkerung den peinlichsten Eindruck erweckt. Man glaubt nicht an einen Erfolg Brünings in England, denn die Einladung zu dem Wochenend erfolgte im März unter gasz anderen Verhältnissen als sie heute bestehen. Damals bedachte man noch nicht, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse sich in einem solchen Maße verschlechtern würden, wie es leider in den letzten Monaten geschehen ist. Damals glaubte man noch, den berühmten Silberstreisen des wirtschaftlichen Aufstiegs am Horizont zu sehen. Und als Macdonald die Eirladung an Deutschland ergehen ließ, hatte man ganz andere Ziele dabei im Auge. Runmehr hat sich die Welt so gedreht, besonders die Verhältnisse in Deutshland, daß die Frage der Reparationen im Mittelpunkt aller Erörzerunge steht. Das Ziel der Politik der Regierung Brüning soll nach allem, was man von ihr gehört hat, die Nevision der Reparationsfrage sein. Nur unter diesem Leitstern ist seine jetzige Notverordnung zu verstehen, kann sie hingenommen werden. Und doch sind gewisse Zweisel an dem Erfolg der Englandfahrt berechtigt. Alle Verträge, die das Reparationsproblem detreffen, sind international. Bei allem guten Willen, den die englischen Staatsmänner haben, darf das nicht außer Acht gelassen werden. Die Aussprache zwischen den englischen und deutschen Staatsmännern wird ganz unverbindlich sein. Sie wird es bleiben. solange der Kreie der an solchen Beprechungen teilrehmenden Personen nur aus zwei Nationen beschränkt bleibt. Man darf also nicht allzu große Hoffnungen auf die Besprechungen setzen. Außerdem ist die Frage der Reparationen allmählich zu einer Frage zweiter Oronung Wichtiger sind energische Maßnahmen zu der schon so oft geforderten Ankurbelung der Wirtschaft. Und auf diesem Gebiete bringt die Notverordnung wahrhaftig nichts Neues. Große, neue Gedanken kann man ihr wahrhaftig nicht nachsagen. Sie is Flickwerk im höchsten Grade, das an vielen Stellen die Lücken der Gedankenarmut in höchst peinlicher Weise erkennen läßt. Die Notverordnung fordert Tribute nur von den Leuten, die sich gegen diese Forderungen nicht zur Wehr setzen können. Die kleinen Leute werden in einer Weise belastet, die unerträglich ist, auch wenn Herr Stegerwald erklärt, die geforderten Opfer seien tragbar, es gäbe in Deutschland ja noch ungefähr 28 Millionen Erwerbstätige. Das ist eine Logik. die von einer Unkenntnie der wirklichen Lage des arbeitenden Volkes zeugt. die man von einem Minister nicht erwartet. Die krassen Ungerechtigkeiten der Notverordnung fallen sogar einem Blatt wie dem Berliner Tageblatt auf. kessen Leserkreis sich doch kaum aus kleinen Leuten zusammensetzt. Es schreibt in Rummer 154 Montag, den 8. Juni 1921 Kundgebung der eygl. Arbeitervereine Tagung der evangelischen Arbeltervereine Deutschlands in Essen## Die Jugend hat das Wort seiner Sonntagsausgabe zu der Notverordnung: „Als Brüning seine Reise antrat, ließ er die sertiggestellte Notverordnung und den Aufruf zurück, der an das Verständnis und den Opfersinn des deutschen Volkes appelliert. Beim ersten Durchblättern der Verordnung, fünfunddreißig Druckseiten des „Reichsgesetzblattes“, bestätigt sich der Eindruck, daß der Opsersinn keineswegs von allen in gleicher Weise gesordert wird. Wie die Regierung selber zugibt, hat sie die Ersparnis von siebenhundert Millionen fast ausschließlich auf Kosten der sozialen Pflichten und Aufgaben erreicht. Darüber dürfte noch allerhand zu sagen sein. Die Krisenlohnsteuer bleibt ein mit ungewöhnlichem Mangel an Gerechtigkeitssinn ertüfteltes Produkt. Die„Kapitalbildung“ soll nicht verhindert werden, aber ist das zur Sparkasse getragene Geld des Lohnempfängers weniger ein Element der Kaspitalbildung, als das Einkommen irgend eines Großverdieners, das im Auslande steuerfreie Unterkunft sucht? Während so den Schwächeren genommen wird, hat man den Stärkeren gegeben, wie beispielsweise der Paragraph über den Steinkohlenberg= bau zeigt. Es heißt dort zuerst gut und vielversprechend, die Reichsregierung könne die„Untertagearbeiter und ihre Arbeitgeber von der Beitragspflicht zur Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung befreie". Voraussetzung ist, daß sich dadurch eine angemessene Senkung des Kohlenpreises ergibt Hinterher kommt, daß den Arbeitern der Lohn um den Betrag verkürzt wird, den sie jetzt als Versicherungsbeitrag zu zahlen haben, so daß also nur der Unternehmer— von dem man nicht weiß, wie„angemessen“ er den Kohlenpreis senken wird— bei diesem Handel gewinnt. Es wäre ungeheuer erfreulich, wenn die dreihundert Millionen, die der Reichsbahn überwiesen werden, Arbeitsgelegenheit für “ h u n d e r t t a u s e n d M e n s c h e n b r i n g e n s o l l t e n, aber die Schwerindustrie würde doch auch ihren Anteil empfangen. Die Redner in Düsseldorf, die der Regierung ihre Unzufriedenheit kundgaben, waren entschieden zu scharf. Man darf bei alledem nicht verkennen und bestreiten, daß auf dem fünfunddreißig Druckseiten auch begrüßenswerte Maßregeln zu finden sind. Es ist im Grunde ein vielartiges Gemisch, eine Art Wunderknäuel, dessen ganzer Inhalt erst allmählich beim Abwickeln sich enthüllt. Die Einführung der vierzigstündigen Arbeitszeit, zunächst in den öffentlichen Betrieben, wird vieren m besten gefallen. Da nicht beabsichtigt ist, den Herren der Konzerne und Kartelle diese Reform aufzudrängen, habent sie sich in Düsseldorf unnötig darüber beklagt. Aber die Notverordnung wäre als Ganzes unerträglich, wenn man nicht überzeugt sein könnte, daß sie nur den Weg zur Lösung der Reparationsfrage, zur Lösung und Erlösung, bahnen und nur der letzte Preis sein soll, der dem deutschen Volke vor dem Eingang zur Heilquelle abgefordert wird. Die Ankündigung in dem Aufruf kann nirgends mißverstanden werden:„Die Regierung ist sich bewußt, daß die aufs äußerste bedrohte wirtschaftliche und finanzielle Lage des Reiches gebieterisch zur Entlastung Deutschlands von untragbaren Reparationsverpflichtungen zwingt.“ Aber auch rein wirtschaftlich eingestellte Blätter, wie z. B. die Kölnische Zeitung: die ach einigen Ausbruchsversuchen in die Front der neuzugründenden Staatspartei seligen Angedenkens wieder den Weg zurück in den Schoß der allein seligmachenden Großindustrie gefunden hat. hat von ihrem Standpunkt allerlei an der Notverordnung auszusetzen. Sie schreibt: „Rein äußerlich betrachtet, stellt die Notverordnung ein Nebeneinander von wichtigsten und verhältnismäßig nebensächlichen Dingen dar. Man erhält den Eindruck, daß, mehr noch als bei früheren Anlässen, alle möglichen Sachen hineingepackt worden sind, welche die Ressorts im Augenblick gerade beschäftigten. Der Sinn der Notverordnungsgesetzgebung wird dadurch allmählich sehr verwässert. Im äußeren Aufbau fällt noch auf, daß das Kernstück, nämlich die Krisensteuer, nicht beim Kapitel. Sicherungen des Haushalts erscheint. Ein zwingender Grund dafür ist eigentlich nicht einzusehen, denn die Ausgaben der Krisenfürsorge sind beispielsweise ordentliche Haushaltsausgaben. Es tritt hierdurch eine weitere haushalttechnische Verwirrung ein. Im übrigen schließt sich die Sanierung in ihren äußeren Formen sehr an frühere Maßnahmen an: schematischer Ausgabenabbau und ebenso schematischer Einnahmeausbau; sie hat wiederum vollkommen stationären Charakter, das evolutionäre Element tritt ganz zurück, es wird auf der Stelle getreten Versuche zu organisaterischen Resormen werden so gut wie nicht unternommen. Am deutlichsten tritt das bei der Arbeitslosenbetreuung hervor, wo die von weite. sten Kreisen geforderte Vereinheitlichung der Organisation durch Zusammenlegung von Krisenfürsorge und Wohlfahrtsfürsorge nicht unternommen worden ist. Wir haben bei der kritischen Wertung des dritten Teilgutachtens des Brauns=Ausschusses im gestrigen Morgenblatt bereits ausgeführt. daß diese Tatsache die Notverordnung zu einem Provisorium stempelt. In der Tat dürfte der Zwang recht bald stark werden, daß auch Hand an die Formen, an die viel* Essen, 6. Juni. Auf der Tagung der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands hielt der Ausschuß des Gesamtverbandes im Rosenecksaal eine Sitzung ab, in der die Vertreter der Landesverbände das neue Programm der Bewegung durchberieten, daß am Montag in einer Beschlußfassung über„das neue Wollen“ seine endgültige Form erhalten wird. Zu gleicher Zeit versammelten sich die Reichsführer und später die Vertreter der evangelischen Arbeiterjugendverbände zu geschlossenen Beratungen, die ebenfalls dem 3 beae dienten, für die kommende Arbeit neue den Zeitaufgaben und=Umständen angepaßte Richtlinien aufzustellen. Am Nachmittag waren inzwischen so viele Vertreter der Jugendgruppen aus dem ganzen Reiche eingetrojsen, daß der Rosenecksaal mit dem Kammermusiksaal vertauscht werden mußte. Der Raum erhiel; durch die farbenfrohen Wimpel und Fahnen der Jugend schnell ein festliches Bild. Nach Grußworten des Reichsführers Rudolph=Berlin sprach Pfarrer Loheyde=Berlin. Er sagte, die evangelische Arbeiterjugend wolle geistiger Stoßtrupp ein zu dem Ziel: Vom Proletariat zum Arbeitertum. Die Arbeiterbewegung sterbe am Marxismus wie die Völker am Bolschewismus. Das Ziel der evangelischen Arbeiterjugend sei: Zellenbildung gottesfürchtiger Arbeiterjugend innerhalb der Andersgesinnten. Arbeitslosenlage, Jungschararbeit, Arbeiterkinderferienlager seien praktische Formen dieser inneren geistigen Arbeit. Der Kampf gehe um Glauben und Heimat, für sozialen Schutz und Standesaufstieg, er solle durch Dienst am Land zum freien Stand führen. gestaltigen Funktionsträger der öffentlichen Gewalten, an unsere heutige Polykratie, gelegt werden muß. Die Notverordnung unternimmt einen schüchternen Versuch in dem Kapitel„Sicherung der Haushaltführung der Gemeinden und Gemeindeverbände“, indem sie Mittel und Wege für eine Vereinheitlichung der Staatsaufsicht über die Gemeinden zu finden sucht. Dieses Suchen bedeutet die Erkenntnis einer der klaffendsten Lücken in unserer heutigen öffentlichen Finanzwirtschaft, nämlich des Fehlens eines unmittelbaren und wirkungsvollen Einflusses des Reiches auf die Selbstverwaltungskörper. Hier tut sich das Problem der Reichsreform im weitesten Sinn und gleichzeitig am kitzligsten Punkt auf. Es ist im übrigen bezeichnend für den Mut der Reichoregierung, daß sie hier etwas vorstößt, anderseits in der Frage der formalen Steuervereinheitlichung(Realsteuern) frühere Taten, noch ehe sie sich praktisch auswirken konnten, wieder ungeschehen macht. Unternimmt man den Versuch, die Notverordnung unter einen einheitlichen wirtschaftspolitischen Nenner zu bringen, so drängt sich unwillkürlich der Gedanke auf: nivellierender Sozialiomus mit der Besteuerung und Verstärkung des Staatesozialiemus und des staatlichen Interventioniomus mit Hilfe deoselben Mittele. Den Arbeitslosen muß das Lebensnotwendige gewährleistet werden— dafür haben jetzt die noch in Arbeit und Einkommen Stehenden erhöhte Steuern zu zahlen. Ein soziales Ziel soll mit salschen Mitteln erreicht werden. Diese Nivellierung trifft mit dem Mittel der Krisensteuere hauptsächlich die in Deutschland an sich nicht mehr großen Reste des Mittelstandes, und zwar diesmal den neuen Mittelstand schärser als den alten. Die Einwirkung auf den Verbrauch und auf gewisse Produktionseinrichtungen in Deutschland werden ganz zwangsläufig sein. Der Zwang zur Ausgabenbeschränkung, der sich bei den betroffenen Kreisen, einschließlich der Beamten, einstellen muß, wird nicht nur ausgeprochene Luxusgegenstände, sondern auch alles das betreffen, was hart um den lebensnotwendigen Bedarf herumgelagert ist. wird darüber hinaus zu einer Bevorzugung minderer Qualitäten auch bei dem lebensnotwendigen Verbrauch in Nahrung. Kleidung und Wohnung führen. Der Bedarf und die Nachfrage werden sich also ganz automatisch auf die Ledensnotwendigkeiten beschränken, so daß es eigentlich überflüssig erscheinen muß, die Rategorie dieser Güterhersteller noch besondere zu subventionieren. Auf der anderen Seite werden große Zweige der Qualitätsindustrie und des nicht lebenenotwendigen Bedarfs sehr scharf berührt werden und sich verstärkt auf die Ausfuhr einstellen müssen. Ob ihnen das gelingen wird, ist eine andere Frage. Zum Wesen der Krisensteuer einige Worte. Diese Einkommenkürzungssteuer stellt einen glatten Bruch bieheriger programmalischer Zusicherungen der Reichoregierung dar und ist geeignet, allen zukünftigen Zusicherungen der Regierung mit größter Skepfis zu begegnen. Zunächst keingen die bisherigen Veröffentlichungen eine Reihe von technischen Unklarheiten. Beipielsweise ist für uns die Frage noch nicht restlos geklärt, ob diese neue Einkommen= besteuerung bei der Ermittelung des einkommensteuerpflichtigen Einkommene in Abzug gebracht werden kann oder nicht. Wir fürchten allerdings, daß hier der einer Steuer von der Steuer erzeugt worden ist. Die rohe, deutale Ferm der Abends versammelte sich die Jugend zu einer öffentlichen Kundgebung auf dem Essen=Frohnhauser Marktplatz, wo Pfarrer Pabst=Holten die Teilnehmer begrüßte. Danach hielt der Reichsführer eine zündende Rede an die Jugend, die mit einem freudigen und kräftigen Frei Heil dankte. Die Scharen zogen darauf zur Margaretenhöhe, wo bei flammendem Holzstoß der Verbands vorsitzende Pfarrer Werbeck=Berlin eine kurze Weiheansprache hielt. Im Kruppsaal hatten sich derweil die älteren Delegierten zu einem Begrüßungsabend versammelt.— Am Sonntag fand im Saalbau eine gemeinsame öffentliche Kundgebung statt. Der Sonntag brachte Festgottesdienst in sechs Gotteshäusern und am Nachmittag nach einem eindrucksvollen Festmarsch durch die Stadt, eine öffentliche Kundgebung im großen Saal des städtischen Saalbaus.— Seitens der Reichs und des Staates Preußen begrüßte Wohlfahrtsminister Hirtiefer die Versammlung, seitens des evangelischen Oberkirchenrats Oberkonsisto= rialrat Dr. D. Jeremias, Berlin. Einstimmig Annahme sand folgender Aufruf: der den deutschen Vertretern in London telegraphisch übersandt werden soll. Der 27. Vertretertag des Gesamtverbandes der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands steht unter dem erschütternden Eindruck der katastrophalen Wirtschaftskrise. Volk und Stand sind aufs stärkste gefährdet. Die Schaffenden sind kaum mehr fähig, die unfreiwillig Feiernden zu erhalten. Trotz Notverordnungen ist es weder gelungen die öffentlichen Finanzen zu sanieren, der Wirtschaft neuen Antrieb zu geben, noch Steuerberechnung vom Bruttoeinkommen stellt, wie schon angedeutet, eine Lohnkürzung oder Einkommenkürzung zugunsten des Reiches dar. Bisher hat die Reichsregierung bei der Kürzung der Beamtengehälter Empfehlungen an die Privatwirtschaft gerichtet, auch dort Kürzungen des Arbeitsentgelts vorzunehmen, und diesen Empfehlungen ist reichlich entsprochen worden. Die Regierung hat inzwischen dabei wohl ein Haar in der Suppe gefunden, weil ihr diese Verminderungen das Steueraufkommen schmälerten, und sie hat sich deshalb anscheineno brutal dazu entschlossen, jetzt mit dem Mittel der Besteuerung die so tatsächlich erfolgende Lohnkürzung für sicheinzukassieren. Bei der Abweichung von der normalen Einkommensbesteuerung wird sicherlich auch der Gedanke maßgebend gewesen sein, daß so eine Einreihung des Aufkommens in den Finanzausgleich, also eine Aufteilung auf Reich und Länder vermieden wird. Jedenfalls wird die Elastizität in der Privatwirtschaft in der Gestaltung ihrer Lohn= und Gehaltskonten so sehr eingeschränkt. Auffallen muß die sehr viel stärkere Belastung der Lohn= und Gehaltseinkommen. Anscheinend wollte man die sogenannte produktive Wirtschaft schonen, die ja auch durch die Realsteuern vorbelastet ist. In Wirklichkeit dürfte der Gesichtspunkt mitgespielt haben, daß für die veranlagten Einkommen die Kapitalluchtmöglichkeiten günstiger sind. Einen besondern Anspruch auf Moral kann eine solche Begründung allerdings nicht erheben. Und die 6P2? Bas der„Vorwärts“ erklärt — Berlin, 8. Juni.(Eig. Drahtber.) Der Vorwärts, der in seiner Samstag=Ausgabe nur den Inhalt der neuen Notverordnung wiedergegeben hat, beschäftigt sich in der Sonntag=Nummer in zwei Artikeln ausführlich mit den Maßnahmen der Reichsregierung. Unter der Ueberschrift„Kriegsrat vor schweren Entscheidungen“ äußert das Blatt, daß die Notverordnung in vielen Punkten den Forderungen sozialer Gerechtigkeit ins Gesicht schlage. Für die Sozialdemokratie sei es eine platte Selbstverständlichkeit, daß sie den antisozialen Inhalt dieser Notverordnung bekämpfe und ihn so rasch und so gründlich wie möglich beseitigen wolle. Der Reichstag könne in der nächsten Woche beschließen, daß die Notverordnung aufzuheben sei. Für ein solches Vorgehen ließen sich gute Gründe anführen— nur werde natürlich kein vernünftiger Mensch glauben, daß mit einem solchen Beschluß die Finanzkrise beseitigt werde. Da der Reichstag ohne arbeitsfähige Mehrheit sei, erhebe sich sosort die Frage: wer soll die neue Notverordnung erlassen, und was soll darin stehen?— Ueber die Verurteilung der sozialen Härten gebe es in der sozialdemokratischen Partei keine Meinungs. verschiedenheiten. Es bestehe auch vollkommene Einigkeit in dem Wunsch, die Regierung Brüning so bald wie möglich durch eine Joziel verständnispollere, weiter links gerichtete zu ersetzen. Es könne sich für die Sozialdemokratie um garnichts anderes handeln als darum, den Kampf um dieses Ziel zu führen— das heißt, ihn richtig zu fuhren unter sorgfältiger Berücksichtigung der gegebenen Machtverhältnisse und der zur Verfügung stehenden Kampfmittel. Der andere Artikel, der sich mit den Ein#elheiten der Rotverordnung beschäftigthricht davon, daß die Sanierung der Finanzen weit weniger zu Lasten der Besitzenden als zu Lasten derer erfolge, die ohnehin schon in erster Linie des wirtschaftliche durch Abbau der sozialen Leistungen die Tragfähigkeit der Sozialversicherung wieder herzustellen und zu sichern. Der Zeitpunkt ist da, wo jeder weitere Eingriff zum finanzieller Gesundung nur tiefer in die wirtschaftliche und soziale Not hineinführt Der Beginn der daraus folgenden Bolschewisierung ist bereits weithin sichtbar. Deshalb ist nur der entschlossene Wille der Gläubigernationen, die Leistungsfähigkeit Deutschlands anzuerkennen und ihr voll Rechnung zu tragen, imstande, die europäische Kultur zu retten, und der Welt Friede und neue Entfaltungsmöglichkeiten zu bringen. Um des Lebensrechtes des deutschen Volkes willen fordert die evangelische Arbeiterschaft die sofortige Revision der Tributverpflichtungen. Sie ist der Ueberzeugung, daß diese Forderung insbesondere von der gesamten deutschen Arbeitnehmerschaft, deren Existenz weitgehend zerstört ist, getragen wird Die evangelischen Arbeitervereine richten an die deutschen Arbeitnehmerorganisationen den Appell, ungeachtet aller sonstigen Meinungsverschiedenheiten sich in dieser Frage zu einer nationalen Einheitsfront zusammenzufinden, um den Zusammenbruch ihres Standes und Volkes zu verhindern Die Zeit erfordert sofortiges Handeln. Jedes Sonderinteresse hat demgegenüber zurückzutreten. Wer seinen Stand und unser Volk retten will, folge unserem Ruf. Gleichzeitig mit dem Vertretertag findet auch das 2. Reichstreffen der evangelischen Arbeiterjugend in Essen statt und(am Dienstag) der 2. Internationale Kongreß evangelischer Arbeitnehmer=Verbände. Elend am eigenen Leibe zu spüren haben. In den Maßnahmen der Regierung fehle der Wille, auch die Besitzenden zu den Lasten der Sanierung heranzuziehen, so gut wie vollständig. Wird die Kohle billiger? Keine Verlängerung des Kohlensyndikats :: Berlin, 8. Juni.(Drahtber.) Die Notverordnung des Reichspräsidenten bringt auch eine Lockerung der Kohlenzwangswirtschaft. Kapitel 7 der Notverordnung enthält eine Bestimmung, wonach eine Aenderung des Kohlenwirrchaftsgesetzes dahingehend vorgenommen wird, daß der Reichswirtschaftsminister berechtigt aber nicht mehr verpflichtet ist, einen Zusammenschluß oder einen Beitritt zu einem Syndikat herbeizuführen. Das bedeutet: in der Zukunft ist dem Reichswirtschaftsminister überlassen, den Zeitpunkt einer Aufhebung der Kohlenzwangswirtschaft festzustellen. Der Reichsfinanzminister Dr. Dietrich erklärte in der Pressekonferenz hierzu, daß nicht mehr beabsichtigt sei, das Ruhrkohlensyndikat über die gegenwärtige zwangsweise Dauer Ende August weiter zu verlängern. Wenn bis dahin ein Kohlensydikat auf freiwilliger Grundlage nicht zustande kommt, dann tritt mit Ende August im Ruhrkohlengebiet ein syndikatsloser Zustand, und zwar ein gesetzlich gebilligter syndikatsloser Zustand ein. Befreiung von der Arbeitslosenversicherung zwecks Genkung der Kohlenpreise. Im 3. Teil des Kapitels 1, Artikel 8, der Notverordnung heißt es: 1. Die Reichsregierung kann die UnterTage=Arbeiter des Steinkohlenbergbaues und ihre Arbeitgeber ganz oder teilweise und auf beschränkte Zeit von der Beitragspflicht zur Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung befreien, wenn dadurch eine angemessene Senkung des Kohlenpreises erreicht wird Das Versicherungsverhältnis der beteiligten Arbeitnehmer wird dadurch nicht berührt. Der Lohnanspruch der Arbeitnehmer mindert sich um den Betrag, den sie sonst als ihren Anteil am Beitrag zur Reichsanstalt zu tragen hätten. 2. Der Ausfall an Beiträgen wird der Reichsanstalt vom Reiche ersetzt. Die Einzugsstellen sind verpflichtet, der Reichsanstalt die Angaben zu machen, die zur Feststellung des Beitragsausfalles erforderlich sind. Das Nähere bestimmt, soweit notwendig, der Reichsarbeitsminister.“ Die Ersparnisse, die hierdurch erzielt werden, sollen zur Senkung der Kohlenpreise benutzt werden. Es handelt sich also bei dieser Bestimmung um eine Ermächtigung. Von der Ermächtigung wird Gebrauch gemacht werden. Für den Ruhrkohlenbergbau ergibt sich durch diese Befreiung von den Beiträgen eine Ersparnis von 25 Millionen Mark. Diese 25 Millionen werden zur Senkung des Kohlenpreises benutzt. In welchem Ausmaße und zu welchem Zeitpunkt und in welcher Verteilung auf die einzelnen Sorten eine Senkung der Kohlenpreise stattfindet, darüber finden augenblicklich Besprechungen der Regierung mit den Syndikaten statt. Indessen bleibt diese Regelung allgemein den Syndikaten überlassen. Es kann also in den bestrittenen und unbestrittenen Gebieten eine verschieden hohe Senkung der Kohlenpreise durchgeführt werden. Neues in Kürze Zu einer politischen Schlägerei kam es in Hamburg, wo Kommunisten bei einem Umzug die Scheiben eines Lokals auf der Lübecker Straße, in dem sich Nationalsozialisten aufhielten, zertrümmerten. Es kam zu Tätlichkeiten zwischen Angehörigen beider Parteien. Die Polizei nahm 17 Zwangsgestellungen vor. * In Solingen fuhren am Sonntagnachmitag gegen 1 Uhr an der Ecke Solinger und Kerchstraße zwei Personenwagen in voller Fahrt auseinander. Während die sechs Injassen des einen Wagens mit leichteren Verletzungen davonkamen, wurden der im anderen Auto sitzende Kaufmann Niederhagen und seine Ehefrau so schwer verletzt, daß sie verstarben. Der Sohn der Eheleute, der den Wagen steuerte und wie seine Eltern auch aus dem Wagen geschleudert wurde. kam mit leichteren Verletzungen davon. * Zu einem politischen Zwischenfall kam es auf der 4. Brandenburg=Hamburgischen Tagung des D. H. V. in Stralsund. Wie die Pressestelle des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes mitteilt, wünschte die Polizei die Entfernung der schwarz= weiß=roten Fahne und der blauen Verbandsfahne aus dem Versammlungslokale. Als die Polizei das Fahnentuch entfernte, machte die Versammlungsteilnehmer einen Protestumzug durch die Stadt, bei dem ein Fahnentuch mitgeführt wurde. * Ein Auto=Unfall ereignete sich bei dem Automobilrennen in Genf um den Großen Preis von Genf. Der Wagen des Grafen Craykowski wurde von dem Wagen eines Konkurrenten zur Seite gedrängt. Um nicht in die Zuschauermenge zu fahren, steuerte der Graf mit Vollgas gegen eine Villa. Der Besitzer der Villa, der mit seiner Familie dem Rennen zusah, wurde so schwer verletzt, daß er bald nach dem Unfall starb. Frau und Sohn erlitten leichtere Verletzungen. Manifest und Notverordnung der Reichsregierung haben in der französischen Presse geteilte Meinungen gefunden. Während die rechts gerichteten Zeitungen „Temps“ und„Journal de Debats" dem Manifest feindselig gegenüberstehen, spricht sich der links gerichtete„Soir“ für die Kundgebung der Reichsregierung und eine Revision der Reparationsbedingungen aus. Im„Journal“ heißt es, das Elend Deutschlands sei nur relativ, da man in Berlin noch über genügend Gelder verfüge, um Rumänien aus der kleinen Entente wegzulocken.(!) * Der DP.=Parteitag des Wahlkreises Koblenz=Trier=Birkenfeld hat sich in einer Entschließzung gegen die Notverordnung der Reichsregierung gewandt. Es heißt darin, die Notverordnung stelle einen Bruch der bisherigen Linie des Kabinetts Brüning dar. Man vermisse die große schöpferische Idee, denn es handele sich bei der Notverordnung nur um einen neuen Versuch, die Schwierigkeiten des Augenblick für kurze Zeit zu beheben. Eine durchgreifende Ausgabensenkung der öffentlichen Verwaltung sei nicht eingetreten. Auch könne entgegen dem von der Regierung Brüning gegebenen Versprechen nicht von einer Befreiung der Wirtschaft die Rede sein. Die Entschließung bringt zum Schluß den Appell an die Reichstagsfraktion, die Rotverordnung abzulehnen. Volksgenossen im Kampf Zwei Tote, vier Berwundete 5 Chemnitz, 8. Juni.(Drahtb.) Vor dem Hause der kommunistischen Buchhandlung auf dem Brühl kam es zu heftigen Zusammenstöhen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, die hier ihren Gautag abhalten. Im Verlause der Streitigkeiten sind zwei Nationalsozialisten erschossen worden. Vier weitere Nationalsozalisten wurden verwundet. Die Polizei hat mehrere Kommunisten verhaftet. * Schötmar, 7. Juni. Tragischer Tod eines Kindes. In dem Dorf Knetterheide wollte eine junge Mutter ihr sechs Monate altes Kind im Wagen spazierenfahren. Bei dem Herausschieben des Wagens aus dem Hausflur fiel der Frau plötzlich ein, daß sie etwas vergessen hatte, und sie ging ins Haus zurück. Das Kind in dem Wagen begann unterdessen hin= und herzuschausels. adurch setzte sich der Wagen in Bewegung. rollte einen kleinen Abhang hinab und rutschte in einen dort befindlichen Teich. Trotzdem der Unfall sofort bemerkt wurde, hatte das Kind schon soviel Wasser zu sich genommen, daß es nach einigen Stunder starb. In Englans bebie die Erde Häuser wankten □ London, 8. Juni.(Drehtbes.) In London und anderen Teilen des Landes wurde nachts gegen 1,80 Uhr ein Erdbeden verspürt, das die höheren Gebäude ins Wanken brachte. Am heftigsten wat der Stoß in Norfolk, wo einige Persones aus den Betten geworfen wurden. A# verschiedenen Stellen war das Beben do# einem lauten Poltern und Geräusch# gleitet. Sachschaden wird nicht gemeldet, jedoch bemächtigt sich der Bevölkerung# Mittel= und Nordengland sowie in wales starke Bestürzung. Das Erdbeber ist das stärkste, das in England seit Merschengedenken aufgetreten## Montag, den 8. Juni Jahrgang 1931 Nummer 154 irze igerei kam es ten bei einem sokals auf der sich Nationalmmerten. Es n Angehörigen ei nahm 17 sonntagnachmi Solinger und agen in voller d die sechs Inleichteren Veren der im anin Niederhagen verletzt, daß sie Eheleute, der ie seine Eltern leudert wurde. gen davon. vischenfall kam =Hamburgischen Stralsund. Wie itionalen Handteilt, wünschte der schwarz= r blauen Vermmlungslokale. ntuch entfernte, ilnehmer einen dt, bei dem ein rde. ete sich bei dem um den Großen gen des Grafen n Wagen eines rängt. 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Die Industriellen des Ruhrbergbaues, die so gern mit ihren sozialen Einrichtungen prunken, vergessen aber dabei ganz, in entsprechendem Maße auch die Mieten der Werkswohnungen herabzusetzen, abgesehen davon, daß die Werkswohnungen bei den derzeitigen Mieten überhaupt nicht mehr den Anspruch machen können, soziale Einrichtungen zu sein. Vor dem Kriege betrug die Miete für eine Werkswohnung von 4 Zimmern im Durchschnitt 18 Mark, heute dagegen koster die gleiche Wohnung im Durchschnitt 32 Mark pro Monat. das ist eine Miets erhohung von 72 Prozent, also mehr als das Doppelte der amtlichen Mietserhöhung. Die Miete dürfte höchstens 24 Mark betragen. Unter allen Umständen aber mußte die Miete im Januar entsprechend der Lohnsenkung von 6 Prozent auch um 6 Prozent. also um 2 Mark pro Monat gesenkt werden. Es ist unbedingt notwendig, daß bei den kommenden Lohnverhandlungen die Gewerkschaftsvertreter ganz energisch auf diesen Punkt hinweisen und fordern, daß die Mieten für die Werkswohnungen auf den Stand der gesetzlichen Miete gesenkt werden und auf diese Miete entsprechend der Lohnsenkung herabgesetzt wird. (“) Programmwechsel im Palast=Kaffee Buer. Das Palast=Kaffee Buer wartet heute wieder mit besonderen Darbietungen auf. Es ist der Direktion durch Zufall gelungen, das internationale Musikal=Phänomen Paul Calley zu verpflichten, der in nur ersten Häusern des In= und Auslandes auftritt, u. a. mehrere Male im Colosseum London gastierte. (*) Wiener Corsostuben. Die Kapelle Swith und Boy gastiert in den Corsostuben täglich ab 7 Uhr mit sehr großem Erfolg. (*) Konzert Eubi Kayser. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß das Konzert des kleinen Eubi Kayser morgen(Dienstag) abend 8 Uhr in der Aula des Buerschen Lyzeums stattfindet. Numerierte Karten zu 1 und 2 Mark sind in den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich. (*) Felle=Verein Buer. Der Verein veranstalter am Mittwoch, den 10. Juni. einen Vortragsabend. Als Redner ist der aus dem vorigen Jahre bekannte Herr Gerphei de gewonnen, er wird über das Thema„Hand=Diagnostik“ mit Lichtbildern sprechen. Siehe Inserat. (*) Silberhochzeit in Buer. Herr Emil Pfannkuch, Buer, Urbanusstraße 35, Rektor der Evangelischen Schule an der Urbanusstraße und langjähriger Bezieher unserer Zeitung feierte am 6. 6. das Fest der Silbernen Hochzeit. (*) Photographische Gesellschaft Buer. Es wurde an dieser Stelle schon auf den Beginn eines Anfängerkursus für Freunde der Lichtbildkunst hingewiesen. Die Photographische Gesellschaft teilt hierzu mit, daß der Kursus unentgeltlich im Vereinslokal (Goldberghaus) unter Leitung von sachkundigen Vereinsmitgliedern stattfinden wird Diejenigen Damen und Herren, die an dem Kursus teilnehmen wollen, werden gebeten. sich bis zu der am Montag, den 8. Juni, im Goldberghaus stattfindenden Monatsversammlung bei Mitgliedern der Photographischen Gesellschaft oder beim Vereinswirt zu melden. Die für den Anfängerkursus notwendigen Chemikalien sowie die Apparate werden für die Besucher des Anfängerkursus durch die Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Es ist beabsichtigt, den Kursus wöchentlich Montags vor Beginn des gemeinschaftlichen Uebungsabends abzuhalten. Interessenten werden gleichzeitig zum Besuche der Monatsversammlung am 8. Juni, 20 Uhr, im Goldberghaus, herzlich eingeladen. () Gemeinderatssitzung in Westerholt. Die Mitglieder der Gemeindevertretung treten heute nachmittag 4 Uhr zu einer Sitzung in der Wirtschaft Vitte zusammen. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Einführung des Gemeindevertreters Ahrens. 2. Elat 1931, 3. Ankauf des Sportplatzes. 4. Einführung einer neuen Zweckverbandssatzung und Sparkassensatzung für den neuen Kassenverband der Stadt Gelsenkirchen und der Gemeinde Westerholt. 5. Ernennung eines Mitgliedes zur Schuldeputation für den ausgeschiedenen Lehrer Holthaus.. 6. Unterstützung des Saarvereins. erratische Block eines weiteren Bezirkes. spurlos von der Bildfläche versd wunden sei. Mitteilungen über das Vorhandensein bzw. Wiederauftauchen von Storchpaaren, Fischreihern, Wiedehopfen und anderer seltenen Vögeln bildeten den Schluß des Geschäftsberichtes. Kreisbaurat Klotz(Recklinghausen) erstattete den Jahresbericht der Interessengemeinschaft für Heimarschutz. Den Kassenbericht erstattete der Scatzmeister Reichsteil. Der Kassenführung wurde Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl ergab Wiederwahl des bisherigen Vorstandes sowie Neuwahl von Rektor Möller(Kirchhellen) und Studienrat Dr. Henkel(Datteln). Als Tagungsort für die nächste Hauptversammlung wurde Wesel bestimmt. Nach Abwicklung der eigentlichen Tagesordnung fand eine sehr ausgiebige Aussprache über die in den Geschäftsberichten * Sonntag der Jubelfeiern in Buer 25 Jahre Kavallerieverein Buer=Erle Eine woblorganisierte Jubelfeier (*) Am Samstag und Sonntag prangten die Straßen im Stadtteil Buer im Flaggenschmuck. Zum 25. Male jährte sich der Tag, an welchem der Kavallerieverein ins Leven gerufen wurde. Den Auftakt bildete am Samstag ein flotter Zapfenstreich. Anschließend fanden sich die Kameraden im Vereinslokal Terboven zu fröhlichem Amtrunk zusammen. Am Sonntag begann die Jubelfeier frühmorgens mit dem Weckruf. Im Vereinslokal hatten sich gegen 11 Uhr zu Beginn der Festversammlung zahlreiche Kavalleristen, darunter auch Veteranen, eingefunden. Der erste Vorsitzende, Kamerad Schmalz, hieß die Erschienenen willkommen und erteilte dem Ehrenvorsitzenden des Vereins, Herrn Dr. Merscheim, das Wort zu seiner Festansprache. Im Anschluß dieser mit Beifall aufgenommenen Ansprache wurden folgende Jubilare durch Ueberreichung eines Erinnerungsabzeichens mit Urkunde bedacht: Göttke. Frankenberg. Schmalz, Beckmann, Czikowski, Niklar, Diemek. Heidermann, Gregorius, Baller, Nadolny. Dietrichs und Kobus. Im Namen der Jubilare sprach der Mitbegründer des Vereins, Herr Frankenberg, den Dank für die Ehrung aus. Kurz nach der Mittagspause herrschte auf der Bismarckstraße bereits reges Leben und Treiben. Besondere Aufmerksamkeit erweckten in dem stattlichen Festzug die Teilnehmer in den alten Uniformen. Diese machten sich in dem imposanten Festzug, an dem rund 30 Vereine teilnahmen, sehr gut Für den musikalischen Teil des schön verlaufenen Festes sorgte das Trompeterkorps des Kavallerievereins Bottrop. Am. Abend ging es im Festlokale, wo sich die zahlreichen Nachbarvereine eingefunden hatten, recht froh und lustig her. DIK-Platzweihe in Buer Imposanter Festzug (*) Gestern wurde die DIK=Kampfbahn mit Nebenfeldern und Tennisplätzen auf dem Gelände zwischen der Pfefferackerstraße und Möllersbauer ihrer Bestimmung übergeben. Den Auftakt zu der Feier bildete eine Festandacht in der Urbanuskirche, bei welcher Gelegenheit der Generalpräses der Deutschen Jugendkraft, Prälat Wolker, die Ansprache hielt und ein neues Banner der Jugendkraft feierlich übergeben konnte. Nach der Festandacht, die übrigens einen starken Besuch aufzuweisen hatte, formierte sich ein imposanter Festzug von vielen Brudervereinen durch die Stadtmitte. Auf dem Platz fand die kirchliche Weihe der Kampfbahn statt, die Prälai Dechant Steverding vornahm. Während dieser Feierlichkeiten sangen die zahlreichen Teilnehmer stehend das Lied:„Großer Gott, wir loben Dich.“ Als Behördenvertreter waren anwesend von der Regierung in Münster Regierungsrat Dr. Buerstedde, von der Stadtverwaltung Magistratsrat Dr. Große=Boymann, Dr. Schmidtkamp und Direktor Lenz. Stadtschulrat Dohmann. Die Festansprache auf der Platzanlage hielt im Anschluß an die Einweihungsfeierlichkeiten Generalpräses Wolker. Magistratsrat Dr. Große=Boymann überbrachte die Glückwünsche der Stadtverwaltung. Zwischendurch wurde den zahlreichen Zuschauern auf der Kampfbahn allerlei Sport geboten. Die Turner betätigten sich am Barren, und am Reck, während die Leichtathleten zunächst die Kurzstrecken bewältigten. Aufsehen erregte von allen Gruppen vornehmlich die Salto=Riege von Eintracht=Schalle. Was diese kleinen Kerlchen vorführten, war sowohl schwierig wie amüsant. Den Abschluß der sportlichen Wettkämpfe, die von den Zuschauern mit größtem Interesse verfolgt wurden bildete ein Fußballwettspiel zwischen Jung=Siegfried Buer gegen Adler Westerholt das 2:4 endete. Dann ging es zum katholischen Geellenhause, wo am Abend die Festversamm lung mit Preisverteilung stattfand. Naturschutz im Industriegebiet Hauptversammlung der Bezirksstelle für Haturdenkmalpflege im Geblete des Ruhrsiedlungsverbandes und der Interessengemeinschaft für Helmatschutz Im In dustriegebiel O Unter überaus zahlreicher Beteiligung waren am Sonnabend, dem 6. Juni die Vertreter der Bezirksstelle für Naturdenkmalspflege im Gebiete des Ruhrsiedlungsverbandes und der Intcressengemeinschaft für Heimatschutz im Rathaussaale zu Bottrop zu ihrer Hauptjahresversammlung zusammengetreten. Den Vorsitz führte Verbandspräsident Dr. Hüsker, der eine Reihe von Vertretern der Reichs= und Staatsbehörden sowie Oberbürgermeister und Bürgermeister der Kommunen und Kommunalverbände des Ruhrkohlenbezirks begrüßen konnte. Den Geschäftsbericht der Bezirksstelle erstattete Oberstudienrat Dr Wefelscheid. Eine Umfrage über das Vorhandensein von Eichen von mindestens drei Metern Umfang im Verbandsgebiet habe zahlreiche derartige Bäume festgestellt und damit gleick zeitig die Frage aufgeworfen, ob die deutsche Eiche im Industrie= gebiet wirklich zum Aussterben verurteilt sei, oder ob es nicht doch noch möglich sei sie weiterhin zu pflanzen und zu erhalten Sehr stark beschäftigt habe sich die Bezirksstelle auch mit der Verschmutzung von Wasserläufen und stehenden Gewässern. Gerade der Sdutz der stehenden und fließenden Gewässer bilde das Hauptthema der diesjährigen Tagung. Bedauerlicherweise stehe das angestrebte Zusammenarbeiten mit den Jugendpflegeverbänden noch im Anfangsstadium. Der Schutz der Naturdenkmäler sei durch die Ernennung von Ehrenfeldhütern unbedingt noch stärker zu pflegen. Man solle es eigentlich nicht für möglich halten daß ein wichtiges Naturdenkmal im Bezirk Dinslaken, der größte Sogar Kettenraucher schützen sich doorch vor Katarrh und nach Tabak riechendem Atem! Herr Brüning fuhr ins Wochendende, Die Notverordnung ließ er hier, Doch kehrt mit einer reichen Spende Er bald zurück, so hoffen wir! Nach all den vielen Konserenzen Sang man bislang noch stets: Juchhei, Jetzt endlich wird es wieder lenzen, Und Deutschland blüht, wie einst im Mai! Bald sitzen wir mit vollem Rechte Am großen Tisch der Politik, Sind wieder Herrn und keine Knechte, Man schlägt uns nicht mehr ins Genick. Man schenkt uns die gepumpten Platen Und gibt uns dann noch Geld dabei; Wir schreiten froh zu neuen Taten Des deutschen Geist's, wie einst im Mai. Die Notverordnung wird dann wieder Ein überwundener Begriff, Man reißt das Steuerhochhaus nieder Und segelt nur im glückhaft Schiff. Auf dem Finanzamt herrschet Ruhe. s gibt keine Arbeit mehr, ei. ei! Es ist voll Gold des Staates Truhe, Wir sind so reich, wie einst im Mai. Wir rusen dann mit froher Miene, Wir zahlen gern, Gevatter Staat, Wir sind nicht mehr die Appelsine, Die keinen Tropfen Saft mehr hat, Und der man jetzo raubt die Schale Als letztes Mittel. weih au weih Wir folgen gern dem Wort: Bezahle Wir habens sa, wie einst im Mai. Doch folgte allen Konferenzen Bisher noch stets der Hagelschlag. Man merkte nichts vom deutschen Lenzen, grauer ward's mit jedem Tag. Man knockte uns aufs neue nieder, Trotz aller Friedensdudelei, aus zu machen, und nur Wilmken Pottloh ist, abgesehen von einem eingedrückten Magen, gut davongekommen. Er hat nämlich oben auf einem Fahnenmast gelegen und hat so das Spiel schön sehen können. Wenn er dieser Tage wieder aus dem Krankenhaus kommt, will er uns richtig tränieren, und dann gehts los, dann wird Geld herangefußballert, daß es eine Art hat. Wie groß die Begeisterung in unserer Kuhle über das Fußballspiel übrigens ist, mag folgender Sang Fritzchen Zornwespes besagen: Es braust ein Ruf wie Donnerhall: Kuzorra spielt jetzt wieder Ball, Und Czepan haut ins Tor hinein, Der WSV kan ruhig sein. Haßt er die Profis auch gar sehr, Er liebt's Profitchen desto mehr; Der Kasse Ebbe folgt jetzt eine Flut, Solch ein Profitchen tut trotz Profi gut! Was rennt das Volk. was wälzt sich dort, Was strömt und eilt zum Schalker Sport, Die Großmama, der Großpapa Und selbst manch Baby ist schon da. Kein Hühnerauge bleibt bestehn, Und kann man auch das Spiel nicht sehn. Und klemmt man sich gleich einem Harung ein, Man will und muß dabei gewesen sein! Ich sage eins und bleib dabei, Was nützt die Spintisiererei, Was nützt die Frage sorgenschwer, Wo nehmen wir die Platen her. Blick nur auf den F. E 04, Mein lieber Freund, der sagt es dir, Der zeiget dir, wie man das Defizit Im Handumdrehen wird rasch wieder quitt. Herr Oder hier von Gelsenber, Das Eine rate ich dir nur: Was nützen Steuerboten dein, Sie bringen keine Platen rein. Bild' sie zu Fußballspielern aus, Mach Czepans und Ruzorras draus! Dann kriegste Geld, dann kriegste Moos dann kriegste Kies, Dan gehts der Steuerkasse nicht mehr mies! Und höhnte, sie kommt niemals wieder, Die schöne Zeit, wie einst im Mai. Herr Brüning fuhr ins Wochenende, Ob wohl die Richtung richtig ist? Ob er in London nicht am Ende Die Frühlingssonne ganz vermißt? Ob er nicht doch von Londons Nebel Benebelt wird, und ob dabei Für uns nicht bleibt der alte Knebel... Ob es wohl wird, wie einst im Mai? Lieben Freunde! Dieses Lied ist in der Fillkuhle gesungen bzw. verbrochen worden, Bärenhaut und tranken immer noch eins! Da aber das Trinken auch Geld kostet und wir leider an akuter Portmanehschwäche leiden, so haben wir die Gründung eines Fußballklubs beschlossen, denn seitdem wir bei dem großen Spiel in Schalke waren, wissen wir, wie man Geld anschaffen kann. Jetzt wird täglich träniert im F. K. Klub. Gottlieb Bohnenpott ist Torwächter, weil er der Dickste ist und weil er auch die Westerholter Puorte bewacht, also mit solchen Dingen umzugehen weiß. Wie man spielt, haben wir in Schalke g sehen, das bevor die nigelnagelneue Notverordnung auf dem Fillkuhlentisch lag, sonst wäre es bestimmt niemals geschrieben worden. Warum nicht? Nun, nach der neuen Verordnung wird alle Arbeit wieder besonders besteuert, und da sind wir in der Fillkuhlengemeinde zu der Ansicht gekommen, daß wir wi der tun wollen, wie die alten Deutschen taten: Sie lagen auf der heißt, eigentlich haben wirs nicht gesehen, weil zu viel Leute da waren, die auch sehen wollten. Mir haben sie meine sämtlichen Hühneraugen verkukirolt, unsern Fillkuhlenlenau. Fritchen Zornwespe, haben sie so platt gedrückt wie nen Bügelbrett Gottlieb haben sie sämtliche Briketts gestohlen, die er sich von Hause mitgebracht hatte, um sich eine Sitzbank darangeschnittenen Fragen statt. Kreisbaurat Kloy ging uuf die Verhältnisse ein, die ourch ven Massenandrang in der Umgebung des Halterner Stausees geschaffen wolden sind, und betonte, duß die neu gegrundete Kreisstelle Haltern durch Ernennung von 50 Ehrenfeldhütern alles ihr Mögliche tue, um dem Gedanken des Naturschutzes trotz des riesigen Besuches des Gebietes Geltung zu verschaffen. Erfreulicherweise habe im Gebiete der Kreisstelle Recklinghausen das Vorhandensein des Storches in mehreren Paaren, des Fischreihers und anderer Stelzenvögel festgestellt werden können. In Wulsen habe sich ein Storchenpaar niederlassen wollen, jedoch sei der betreffende Landwirt nicht zu bewegen gewesen, ein Wagenrad auf dem Hausdache anzubringen, da er befürchtete sich bei seinen Nachbarn lächerlich zu machen. Das in dem Geschäftsbericht bereits erwähnte Streben, den Schutz des Wassers der Wasserläufe und der Wasserstellen stärker als bisher in den allgemeinen Natursdutzgedanken einzugliedern, fand in dem Vortrage von Studienrat Dr. Steushoff (Gelsenkirchen) über niederrheinische Gewässer beredten Ausdruck. Einleitend wies er auf die Bestrebungen hin, zur Belebung der Landschaft dort wo Mangel daran vorhanden sei. künstliche Gewässer zu schaffen, so sei der Halterner Stausee entstanden, so auch der Bergersee im Buer, welch letzterer allerdings im Gesicht der Landschaft ein ebenso großes Unding sei wie manche Talsperre im Sauerlande. Das echte Bild enger Verbundenheit zwischen Landschaft und Gewässer. wobei dem Wesen der Landschaft keine Gewalt angetan werde, zeige dagegen die niederrheinische Landschaft rechts und links des von den Menschen gebändigten Stromes So mancher Fluß= und Bachlauf. mancher verträumte Weiher sei noch zu retten, wie das Beispiel der Stadt Buer zeige, die ein anmutige Backtal in ihren Anlagen in seiner ursprünglichen Natürlichkeit erhalten habe. Als zweiter Redner sprach Studienrat Dr. Budde(Dortmund) über die Algenflora westfälischer fließender Gewässer. 65 Personalien der Lehrkräfte. Endgültig angestellt ist die Lehrerin Charlotte Ulbrich in Gelsenkirchen. Ernannt sind: zu Rektoren die Lehrer Heinrich Spangenberg und Theodor Fischer aus Recklinghausen. die Hauptlehrer August Leuckefeld und Friedrich Müller in Bottrop. Botschafter von hoesch Botschafter von Hoesch, der seit über sieben Jahren als Deutschlands Vertreter in Paris wirkt, wird am 10. Juni 50 Jahre alt. S Fritzchen hat recht. Wenn unser Ober sich ein paar Dutzend Kuzorras und Czepans anschaffen würde, dann hätte er noch Aussicht, Geld herein zu bekommen. Mit dem WsV. würde er schon fertig, dessen sind wir in der Fillkuhle gewiß. Jedenfalls will Gottlieb Bohnenpott schon heute nachmittag im Wisterholter Reichstag den Vorschlag betr. Gründung eines kommunalen Fußballklubs machen, er hat auch an Herrn Brüning geschrieben, daß er eine Notverordnung erläßt, wonach sämtliche Stadt= und Gemeindepapas in Zukunft Fußballspieler sein müssen, und zwar Fußballspieler von Format. Außerdem sollen sie noch einen Boxerkursus durchmachen. Das Letztere ist auch schon deswegen richtig, weil dann in den Sitzungen die Debatten mit Stuhlbeinen und Tintenfässern ein Ende nehmen werden, denn ein guter Boxer verachtet solche Dinge. Er steht ihnen etwa gegenüber wie ein guter Gelsenkirchener dem Namen Buer, der nach Herrn Büsch ausgewischt wurde. Es ist wirklich rührend, wie man sich in Gelsenkärken sorgt, daß man ja in Buer nicht vergißt, daß Buer ein überlebter Standpunkt ist daß man gewissermaßen sich zu Gelsenkirchen zu bekennen hat, weil— ich bitte euch, nicht auf den Puckel zu fallen— weil man doch in Gelsenkirchen„sein Geld“ verdient. Ach nee! Der weise Mann, der das ausgeknobelt hat. tut gut und unterhält sich über das Thema mal mit verschiedenen Buerschen Geschäftsleuten. die werden ihm erzählen, daß sie eben seit der Zeit, daß Buer das große Glück genießt, von Gelsenkirchen verschluckt und eingewickelt worden zu sein(wie Herr Büsch so schön und triumphierend jüngst am Berger See in die Welt posaunte), kein Geld mehr verdienen. Ja, es gibt viele weise Leute in Gelsenkirchen, und wir haben beschlossen. die Fillkuhle an die Emscher zu verlegen, damit wir endlich aus der Buerschen Engstirnigkeit herauskommen, womit ich verbleibe Euer Ignatz aus der Fillkutzle. Rummer 154 Montag, den 8. Juni Jahegang 1931 Nummer 154 Nus Gus#on##thon Scheinfirmen=Ausstellung moderve Veruisausbildung des S9A Gelsenkirchen (—) Gestern morgen wurde in der Stadthalle Gelsenkirchen die ScheinfirmenAusstellung des GDA., Ortsgruppe Gelsenkirchen, eröffnet. Die Scheinfirmen=Ausstellungen, die in allen großeren Städten veranstaltet werden, gehen von dem Weltkonzern der Scheinfirmen im GDA. aus dem über 500 Firmen angeschlossen sind. Die feierliche Eröffnung fand gestern morgen statt, wozu sich eine stattliche Anzahl Gäste eingefunden hatte. Nach einem Musikvortrag des Gelsenkirchener Orchesters und einem Vortrag des Sprechchors begrüßte der Vorsitzende der Gelsenkirchener GDA.=Gruppe, Herr Wehr, die Erschienenen und wies auf den Wert und die Bedeutung der Scheinfirmen hin. Der Gaujugendleiter des GDA., Herr Grupp, aus Essen, sprach über„Moderne Berufsarbeit". Der Redner ging davon aus, daß die neue Zeit andere Methoden in der Arbeitsweise erforderlich mache. Die Ausbildung der Angestellten in den Schulen müsse deshalb vom Herkömmlichen abweichen und sich stets auf die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse bedingten Neuerungen im Berufsleben umstellen. Er sprach dann im einzelnen über Wesen und Zweck der Scheinfirmen, die zwar ohne Warenläger und ohne Bargeld arbeiteten aber sonst in jeder Weise den ganzen Menschen von jedem in der Scheinfirma beschäftigten Angestellten verlangten. Man weise jedem einen Verantwortungskreis zu und erreiche damit, daß der Lehrling und der Angestellte in zweckmäßigster Weise über alle Ressorts einer Firma informiert werde. Ein Rundgang durch die Ausstellung vermittelte dann einen interessanten Eindlick in das Wesen einer Scheinfirma, in der man die Posten vom obersten Chefs bis zum jüngsten Stift besetzt hat, nur mit dem Unterschied, daß ein Lehrling im zweiten Lehrjahr zum Buchhalter, der Buchhalter zum Chef, der Korrespondent zum Reklamechef und der einfache Angestellte zum Prokuristen befördert ist. Durch diese „Avancements“ ohne Gehaltsaufbesserung wird den Angestellten tatsächlich ein Einblick in den Wirkungskreis gegeben, den er päter einmal auszufüllen hat. Die Ausstellung ist bis zum 10. Juni geöffnet. Besichtigungszeiten von 9 bis 21 Uhr. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos. Münchener Glaspalast niedergebrannt 7 3000 Kunstwerke vernichtet Kriegersest in Kolthausen 50 Jahre Ortskriegerbund (—) Der Kriegerbund Rotthausen feierte Sonntag unter starker Beteiligung aller ihm angeschlossenen Vereine sein 50jahriges Bestehen. Den Austakt zur Jubelfeier bot der Aufmarsch der dem Ortskriegerbund angeschlossenen Vereine, der gestern nachmittag stattfand. Die Parade wurde von dem Vorsitzenden des Ortskriegerverbandes Rotthausen, Rittmeister a. D. Nienhausen abgenommen. Die Vereine formierten sich dann zu einem Festzug, der sich durch die Hauptstraßen des Stadtteils Rotthausen bewegte und vor dem Lokale Schlitt seine Auflösung fand. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung ehrte der Vorsitzende die Gründer des Vereins, von denen noch drei aktive Vereinsmitglieder sind. Unter dem Beisall der Festteilnehmer wurde den Gründern Johann Schäfers, Peter Stommel und Philipp Löseke das Verdienstkreuz 1. Klasse des Kyffhäuserbundes überreicht. Die gleiche Auszeichnung erhielten die Altveteranen Peter Stommel. Vernhard Hövedes und Stephan Geißmann Die Ehrung der Jubilare nahm der Vorsitzende des Bundes vor. Er überreichte diesen das Verdienstkreuz 2. Klasse des Kyffhäuserbundes. (—) Sammlerinen gesucht. Für die Sammlungen aus Anlaß des Rote=KreuzTages werden Sammlerinnen gesucht Junge Damen, die sich in den Dienst der guten Sache stellen wollen, können ihre Meldungen bei den örtlichen Vorständen der Vaterländischen Frauenvereine abgeben. (—) 35jähriges Geschäftsjublikum. Die bekannte Baufirma Friedrich Stallmann in Gelsenkirchen=Heßler, konnte in diesen Tagen auf ein 35jähriges Bestehen zurückdlicken. Der Inhaber dieser Firma Friedrich Stallmann, hat sich um die Entwicklung des Stadtteils Heßler große Verdienste erworben und hat nicht wenig durch eine Bauprojekte(die im übrigen auf das ganze Stadtgebiet verteilt sind) für die Erschließung dieses Stadtteils gesorgt. —) Deutscher und Oesterreichischer Alpen. verein. Gektion Selsenkirchen. Billige Gemeinschaftsfahrten nach und von München in den Monaten Juli und August werden mit beschleunigten D=Zügen durchgeführt am 4., 18., 29. Juli, 1 und 15 August mit D=Zug Nr. 364(ab Dortmund co. 20.38 Uhr. ab Köln ca. 22.40 Uhr) Ankunfe in München 8.40 Uhr mit sofortigem Anschluß nach Kufstein und Salzburg, wohin bei genügen. der Beteiligung die Gemeinschaftsfahrt fortgesetzt werden würde. Rückfahrt ab München 2. 7., 22 und 29 August und S September mit beschleunigtem D=Zug Nr. # 20 Geschworenen für das Jahr 1931 zu wählen hat, an Stelle des verstorbenen GastwirF. Plum zu Haltern. 6. a) Ersatzwahl eines Mitgliedes zum Schulausschuß der vestischen Verwaltungsschule an Stelle des verstorbenen Projessors Weskamp. b) Desgleichen eines Mitgliedes zum Finanzausschuß. c) Desgleichen einer Vertreters für die Hauptversammlung der Westfälischen Landkreisvereinigung. d) Ersatzwahl eines Vertreters für die Hauptversammlung des Preußischen Landkreistages. e) Desgleichen eines Kreisdeputierten. 7. Anhörung des Kreistages über die Grenzziehung des Amtes Haltern infolge Umgemeindung eines Teiles der Gemeinde Haltern=Kirchspiel in die Stadt Haliern. 8. Uebernahme der Ausgeberschaft für Reichsheimstätten, welche aus öffentlichen Mitteln, besonders solchen produktiven der Erwerbslosenfürsorge, finanziert sind, durch den Kreis. 9. Grunderwerb und Veräußerung an der Kreisstraße Herten—Crange. Klarheit in Recklinghausen Dr. hamm bleibt Oberbürgermeister 1 In der letzten geheimen Sitzung der Stadtverordneten von Recklinghausen wurde der Antrag der kommunistischen Fraktion, die Frage der Besetzung der Oberbürgermeisterstelle aus der geheimen in die öffentliche Sitzung zu verlegen, gegen die Stimmen der Antragsteller und des Nationalsozialisten abgelehnt. Sodann wurde zu der Frage, ob die Stelle des Oberbürgermeisters ausgeschrieben werden solle oder nicht, Stellung genommen und beschlossen, die Ausschreibung nicht vorzunehmen. Vorsteher Neuhaus stellte darauf fest, daß demnach die Wiederwahl von Oberbürgermeister Hamm feststehe, ein formeller Wahlakt könne aber nur dann vorgenommen werden, wenn kein Widerspruch erfolge. Stadtverordneter Weyers(Komm.) erklärte hierauf, daß seine Fraktion der Wahlhandlung widerspreche; da die Anträge der kommunistischen Fraktion auch stets auf den ordnungsmäßigen Weg verwiesen würden, verlange er das gleiche auch für diese Frage. Den gleichen Standpunkt nahm Stadtverordneter Linnemann(Wirtschaftspartei) ein. Es muß demnach eine neue Stadtverordnetenversammlung einberufen werden; sie findet voraussichtlich in dieser Woche statt. K Bild 1: Der Glaspalast vor dem Brande. Bild 2 und 3: Das Element hat gewütet— nur die Träger ragen noch zum Himmel. Bild 4: Eines von den vielen, die verbrannten. Unter den zahllosen Meisterwerken, die den Flammen zum Opfer fielen, befindet sich auch das bekannte Gemälde von Philipp Otto Runge„Der Künstler, sein Bruder und seine Gattin". 363. Die Kosten verbilligen sich je nach Beteiligung um 33½ bis 40 Prozent. Die Sache geht aus vom deutschen und österreichischen Alpenverein bzw. von dessen rhein.= westf. Sektionen=Verband, dem mehrere tausend Mitglieder angehören. Die Vergünstigung betrifft also auch nur Mitglieder des Alpenvereins. Anmeldungen müssen, da der Termin schon verstrichen ist, umgehend bei der Geschäftsstelle der Gelsenkirchener Sektion(Fiaskamp. Alter Markt 20, Ruf: 22 417) erfolgen unter Anzahlung von 10 RM je Perion (—) Evangelischer Frauenverein Neustadt. Am Mittwoch, dem 10. Juni veranstaltet der Verein einen Tagesausflug nach Hohenstein bei Witten, Anmeldungen mit Einzahlung des Fahrgeldes müssen heute erfolgen. (—) Vortrag über ansteckende Krankheiten. Heute abend 8 Uhr hält Dr Schmitz im Saale des Vereinshauses für die Mitglieder des Elternbeirats der Wiehagenschule einen Vortrag über ansteckende Krankheiten. (—) Die Ortsgruppe Buer des Reicheverbandes deutscher Hausfrauenvereine veranstaltet am Dienstag, dem 9. Juni. nachmittags 3.30 Uhr, ein Frühlingsfest, das wegen der reichhaltigen Darbietungen. die auf dem Programm stehen, den Besuchern manche Abwechselungen bieten wird. Besonders das letzte Lied löste einen wahren Beifallssturm aus und zwang die Sänger zur Wiederholung einiger Liedstrophen Im zweiten Teil des Programms hörte man eine bunte Reihe von Chorliedern die zu einem Bestandteil des Repertoires der Männergesangvereine gehören. Das „Schwefelhölzle“ von Trunk und der„Aufruf zur Jagd“ verdienen ganz besonders hervorgehoben zu werden. Im Mittelpunkt des Programms stand der Straußwalzer„An der schönen blauen Donau“ der von dem Verein mit Orchesterbegleitung in vollendeter Weise zum Vortrag gebracht wurde und den wärmsten Anklang fand.„Das Wanderlied am Morgen“ von Schmidt bildete einen stimmungsvollen Abschluß des Konzertprogramms. Die Kapelle des Kriegervereins Brauck umra. nte das Vokalkonzert durch mehrere instrumentale Darbictungen, die ebenfalls vom Publikum recht beifällig ausgenommen wurden. Aus Loust „Frobsinn“=Konzerl in vorst Männergesang auf Schloß Horst O Trotz der etwas wankeimutigen Witlerung konnte das Schloßgartenionzert, bei dem der Männergesangverein Frohnan Horst, und die Braucker Kriegervereinskapelle mitwirkten, durchgeführt werden Allerdings erfuhr die Veranstaltung durt einige Regenjälle unliedsame Unterbrechungen. Der Männergesangverein„Froh sinn" unter Leitung des Musildirektors Berthold Pothmann Essen, brachte in. ersten Teil des Programms den Chor„2 sonnigen Rhein“ von Schanz zum Vor trag. Besonderen Beisall fanden die Sänger mit dem Männerchor„Maienfahrt“ von Tehlen, der recht schwungvoll wiedergegeden wurde. Die heiteren Lieder„Liebesglück" und Mein Schatz von der Garde“ beschlossen den ersten Teil des Programms Vereitelter Krawall in horf KP2 Demonstration aufgelöst O Gestern nachmittag hatten sich auf dem Marktplatz in Horst kommunistische Organisationen zu einer Demonstration eingefunden. Als sich der Demonstrationszug in Bewegung setzen wollte, wurde er von dem Ueberfallkommando und der verstärkten Horster Polizei aufgelöst. Die Auflösung des Zuges vollzog sich in aller Ruhe, so daß es zu Ausschreitungen nicht gekommen ist. O Revision der Quittungskarten in Horst. Am 8 6 beginnt im Stadtteil Horst die Prüjung der Beitragsleistung zur Invalidenversit erung. Quittungskarten. Auf rechnungsbescheinigungen. Lohnbücher und Listen sind vom Arbeitgeber am Beschäftigungsort bereitzuhalten. Die Marken sind durch Aufschreiben des Datums vom Sonntag als dem letzten Tag der Beitragswoche zu entwerten. O Werbung für den evangelischen Kirchenneubau in Horst. In der letzten Sitzung des Presbyteriums der evangelischen Kirdengemeinde besaßte man sich u. e auch mit dem Kirchenneubauprojekt. Es wurde beschlossen, auch in diesem Jahre wieder eine rege Propagandatätigkeit zu entfalten, um eine Stärkung des Baufonds zu erzielen. Die Verhandlungen seien jetzt soweit gediehen, daß aller Voraussicht nach noch Ende des Jahres die Arbeiten für den Bau des Gemeindehauses, der dem Kirchenneudau vorausgehen soll, ausgeschrieben werden könn Als besondere Werbeveranstaltung ist in den Wintermonaten ein Konzert des Kirchenchores vor gesehen. O Uebung und Versammlung der Horster Feuerwehr. Am morgigen Dienstag findet um 18.30 Uhr auf dem Gelände an der Hippolytussckule eine Uebung der Horster Feuerwehr statt. Im Anschluß daran Versammlung im Lokale C. Beckmann. O Mietersprechstunden in Horst. Der Mieterschutzverein teilt mit, daß die Weiterleitung der Anträge auf Mietsfestsetzung in den Sprechstunden, die heute nachmittag von 5—7 Uhr in der Geschäftsstelle Grabenstraße, stattfinden, erfolgen kann. das Auspuffrohr war schuld Motorradfahrer fährt eine Frau aus Resse um amp; Am Sontag abend gegen 7 Uhr fuhr der Motorradfahrer Hasebrink aus Gladbeck die Buerer Straße in Herten entlang. In der Nähe des Gutshofes Sienbeck fiel das Auspuffrohr aus dem Rad. Dadurch verlor der Fahrer die Gewalt über sein Rad. Er fuhr eine Ehefrau aus Resse, die die Straße r###erte, so schwer an, daß sie mit Schädelverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Neukirchen, Buer es gröbte und modernste Tapetenhaus Westfeler: Der Kreistag tagt Stellungnahme zum Fas Hallern * Am Montag, den 22. Juni, vormit11 Uhr findet im großen Sitzungssaal des Kreishauses zu Recklinghausen eine Sitzung des Kreistages steit, mit folgender Tagesordnung: 1. Einführung der an Stelle der ver stordenen Kreislagsabgeordneten Gastwirt Plum zu Haltern und Professor Dr. Weskamp zu Dorsten in den Kreistag neu eintretenden Abgeordneten 2. Wahl von zwei Abgeordneten zur Emschergenossenschaft. 3 Neuwahl der Vorstandsmitglieder und Stellvertreter der beiden Kreissparkassen 4. Ersatzwahl eines Mitgliedes für den Grundsteuerausschuß beim Katasteramt Dorsten an Stelle des Bergmanns Gustav Emmerich zu Holsterhausen. 5. Ersatzwahl eines Vertrauensmannes in den Ausschuß für den Amtsgerichtsbezirk###ltern, der im Jahre 1931 die Schöffen und Durch spa isches Feuerwerk tödlich vergiftet. Es ist wiederholt beobachtet worden, daß spanisches Feuerwerk(Radauplätzchen, Teueflskracher und dergl.) in der Zündmasse gelben Phosphor enthielt. Bei einem zehnjährigen Knaben, der zwei Radauplätzchen zum Lutschen in den Mund genommen und dann verzehrt hatte, traten Uebelkeit, Erbrechen und schließlich der Tod ein. Gelber Phosphor ist ein starkes Gift. Es wird daher dringend davor gewarnt, derartiges Feuerwerk Kindern zugänglich zu machen. Sprechtage der Landwirte. Die Sprechtage des Westfälischen Bauernvereins, Bezirksverband„Industriegebiet“ sind in der Zeit vom 15. bis 30. Juni 1931 folgende: Recklinghausen: Sprechtag im Breukerhaus an jedem Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 1 Uhr. Sprechtag des Justitiars am Montag, den 15. und 22. Juni 1931, von 10 bis 12 Uhr. Dorsten: Sprechtag an jedem Montag, von 9 bis 1 Uhr. Wirtschaft Koop. am Markt. Gladdeck: Sprechtag am Donnerstag, den 25. Juni 1931, von 9 bis 1 Uhr, Wirtschaft Suermann, Kaiserstraße. Gelsenkirchen: Sprechtag am Freitag, den 26. Juni 1931. von 3 bis 6 Uhr, Wirtschaft Nettebeck, Schalker Straße. * Münster, 7. Juni. Der neue Rektot der Westsälischen Wilhelms=Universität Zum Nachfolger des zeitigen Rektors der Westfälischen Wilhelms=Universität Münster. Geheimrats Professors Dr. Peul Krause, wurde in der Sitzung des Großen Senats am Freitag als Rektor für das Studienrat 1931=32(15. Oktober bis 15. Oktober) der ordentliche Professor det alttestamentlichen Theologie und Exegese D. Johannes Herrmann gewählt.— Professor Herrmann wurde 1880 in Rosse“ (Sachsen) geboren, studierte in Leipzig und Breslau und habilitierte in Wien. Von 1907 bis 1909 war Professor Herrmann Wien als Privatdozent, erward im Jadt“ 1910 den Professortitel, weilte dann an der Universitäten in Königsberg, Breslau und als Ordinarius an der Universität Rostoc. Im Sommersemester 1929 wurde Professot Herrmann als Ordinarius für alttestamen““ liche Theologte an die Westfälische Wilhelms=Universität berufen Verantwortlich für Politik. Provinz Vrmischtes Will: Win für Lokales, Sport und Feuilleten Boni Rlo's: für Theater Konzerte und bildende Kunst: Dr Derendeuer. für den Anzeig“ teil Rudelf Heing. sämtlich in Geisenkirchen=Buer Berliner Schriftleitung. Karl Bischer, Berlin, Wilhelmsttatt Terfeld 0 es Am Samstagab 112 Vereinsvertret Bezirkstag des Ri kommen, um gem für das kommende beraten und Rücksch was sich ereignete, Male am grünen T Neues ist dabei aber man entnahm aus dem Gehörten, innerhalb des Rul Werktätigen das 9 der stellen, die na Rast Entspannung streit der Kräfte unserem Volke last zu leiden haben. Wie die Der Vorsitzend hieß namens des Vertreter aufs hei münschte der Tagu Dann gedachte er geschiedenen vorb Guyenz(Essen), d flor schmückte und Versammlungsteiln von den Sitzen ehr der Berichte des 2 schüsse verzichtete den Vertretern der Buttler(W sammlungsleiter sprache zu allen 2 Entlastung des B schüsse vor, die ei Die Wahle Terfeld(Buer) Jugendreferent ur schäftsführer), wut Die Sachbearbeite bel, für Fußball Handball Giersch, Widerspruch in il stätigt; für das traute man für Wittenius. Das Hauptpen Arbeit beanspruch von Anträgen. als 29 Anträge 1 vor das Forum, Aussprache verur ohne Ufer zu sei Anträge seien hie des Jahrganges (abgelehnt). In bei größeren Spi ten wieder das nommen). Zu zu den Endspielen richter des eigen (angenommen). örtlich zusammen! (abgelehnt). Be zahl steigen ohn (angenommen). Die zweiten! liga und 1. Bez vor der ersten! lehnt). Ermäßig sowie Herbeifüh Senkung der Ve men). Vertrag langenommen). Zukunft den# Städten übertrag Die Spielsper zu begrenzen(a ser Antrag die sammlung, so ist schaftsspiele: 2 6. September 1. (angenommen). ten ist ein Spi zuführen(angen Ueber die 2 wird nunmehr 5. Juli in Mü Ueber das E nichts Neues. örterung dieser schon in zwei Si endgültige Ent alls aber wird Auf= und Absti grenzung der 2 Auch der Bezirks In der Hal Sonntag der Fußballer abge Vereine mi gung leitete de (Münster). 31 Sschhstigte wurden Nummer 154 Montag, den 8. Juni Jahrgang 1931 ALEETSELISTAAEIE Terfeld(Buer) wieder Ruhrbezirksvorsitzender Der Ruhrbezirk tagte In Herne/ Einstimmige Wiederwahl des Vorstandes 1# Dem Verein gehi es Schlecht Am Samstagabend waren in 112 Vereinsvertreter zu dem ordentlichen Bezirkstag des Ruhrbezirks zusammengekommen, um gemeinsam die Marschroute für das kommende Jahr festzulegen, um zu beraten und Rückschau zu halten, über das, was sich ereignete, seitdem man zum letzten Male am grünen Tisch zusammensaß. Viel Neues ist dabei nicht herausgekommen, aber man entnahm doch als roten Faden aus dem Gehörten, daß gerade die Vereine innerhalb des Ruhrbezirks, in dem jene Werktätigen das Kontingent der Mitglieder stellen, die nach des Tages Müh und Rast Entspannung im friedlichen Wettstreit der Kräfte suchen, unter der über unserem Volke lastenden großen Not schwer zu leiden haben... Wie die Sitzung verlief Der Vorsitzende, Terfeld(Buer), hieß namens des Bezirksvorstandes die Vertreter aufs herzlichste willkommen und münschte der Tagung einen vollen Erfolg. Dann gedachte er des so allzu früh dahingeschiedenen vorbildlichen Kameraden W. Guyenz(Essen), dessen Platz ein Trauerflor schmückte und dessen Andenken die Versammlungsteilnehmer durch Erheben von den Sitzen ehrte. Auf die Wiedergabe der Berichte des Vorstandes und der Ausschüsse verzichtete man, da sie ja im Druck den Vertretern der Vereine vorlagen. Buttler(Wanne=Eickel) als Versammlungsleiter schlug, nachdem die Aussprache zu allen Berichten geschlossen war, Entlastung des Vorstandes und der Ausschüsse vor, die einstimmig gegeben wurde. Die Wahlen des Vorstandes, Terfeld(Buer) Vorsitzender, Schefke, Jugendreferent und Eichholz(Horst), Geschäftsführer), wurden einstimmig getätigt. Die Sachbearbeiter, für Leichtathletik Sabel, für Fußball Wortelmann und für Handball Giersch, wurden ebenfalls ohne Widerspruch in ihren Aemtern erneut bestätigt; für das Schiedsrichterwesen betraute man für Willy Guyenz Herrn Wittenius. Das Hauptpensum der zu leistenden Arbeit beanspruchten eine endlose Reihe von Anträgen. So kamen nicht weniger als 29 Anträge und Dringlichkeitsanträge vor das Forum, die eine sehr ausgedehnte Aussprache verursachten, die des öfteren ohne Ufer zu sein schien. Die wichtigsten Anträge seien hier festgehalten: Belassung des Jahrganges 1913 in der Jugendklasse (abgelehnt). Jugendmannschaften dürfen kei größeren Spielen der Stammannschaften wieder das Vorspiel liefern(angenommen). Zu sämtlichen Spielen, auch zu den Endspielen des Bezirks, sind Schieds. richter des eigenen Bezirkes zu verwenden (angenommen). Vereine aller Klassen, die örtlich zusammenliegen, bilden eine Gruppe (abgelehnt). Vereine mit gleicher Punktzahl steigen ohne Entscheidungsspiel auf (angenommen). Die zweiten Mannschaften der Bezirksliga und 1. Bezirksklasse sollen jeweils vor der ersten Mannschaft spielen(abgelehnt). Ermäßigung der Pauschalbeträge, sowie Herbeiführung einer allgemeinen Senkung der Verbandsabgaben(angenommen). Vertrag mit der DJK. ist zu lösen langenommen). DFB.=Spiele sollen in Zukunft den Vereinen und nicht den Städten übertragen werden(angenommen). Die Spielsperre ist auf den 1. August zu begrenzen(angenommen). Findet dieser Antrag die Zustimmung der Wahlversammlung, so ist der Beginn der Meisterchaftsspiele: 23. August Bezirksliga, 6. September 1. Bezirksklasse festzusetzen (angenommen). Für sämtliche Mannschaften ist ein Spielerpaß mit Lichtbild einzuführen(angenommen). Ueber die Annahme dieser Anträge wird nunmehr die Wahlversammlung am 5. Juli in Münster zu bestimmen haben. Ueber das Spielsystem hörte man noch nichts Neues. Obwohl die mit der Erorterung dieser Frage betraute Kommission chon in zwei Sitzungen tagte, ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Jedenalls aber wird die Saison 1931=32 wieder Auf= und Abstieg bringen, sowie eine Besrenzung der Bezirksliga. der Westfalenbezirk tagte bezirkslag der Insbaler in Mänster In der Halle Münsterland wurde am Sonntag der westfälische Bezirkstag der Fußballer abgehalten. Anwesend waren 66 Vereine mit 787 Stimmen. Die TaJung leitete der Vorsitzende Dr. Kuhlmann Münster). Zu Anfang der Versammlung Teschäftigte man sich mit den Wahlen. wurden wiedergewählt der gesamte Vorstand mit Dr. Kuhlmann an der Spitze, dem Geschäftsführer Karl Gillmann (Hamm), als Leichtathletik=Obmann Dr. Ostrup, als Schiedsrichterobmann Canze (Herford), Fußball=Sachbearbeiter Ahring. Ein Antrag, daß künftighin auf Punkte in den Meisterschaftsspielen nicht mehr verzichtet werden soll, wurde einstimmig angenommen. Ein weiterer Antrag auf Herabsetzung der Pauschale für den Vorstand fand ebenfalls Annahme. Dem Gesamtvorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Ein weiterer Beschluß geht dahin, in der kommenden Spielsaison die Vereine der Oberliga in zwei Gruppen zu je 11 Vereinen spielen zu lassen. Die Gruppeneinteilung wurde wie folgt festgesetzt: Gruppe Ost: Arminia Bielefeld, BfB. Bielefeld, SpVgg. Bielefeld, Hammer SpVgg., S. u. S. Ahlen, Westfalia Ahlen, SC. 08 Unna, Teutonia Lippstadt, BfJ. 08 aderborn, S. u. S. Gütersloh, Union Herford. Gruppe West: Borussia Rheine, BfL. Osnabrück, Preußen Münster, Münster 08, Westfalia Scherlebeck, SpVgg. Herten, Viktoria Recklinghausen, Union Reckling= haus.n, Gronau 09 und Nordhausen. Schalke 04 siegt weiter.. Schalle 00— Rot-Welß Franklurt 1: 0(1: 01 1 Hellner der Torschübe 20 000 Zuschauer Diesmal ging es weit gesitteter her auf der„Glückauf"=Kampfbahn in Schalke. Zwar waren nicht die Massen herbeigeströmt wie unlängst, aber für die annähernd 20000 Anwesenden hatte man noch vorsorglicherweise ein großeres Aufgebot von Polizeibeamten zur Stelle, so daß alles in bester Harmonie verlief. Auch der Kampf selbst. Die„Knappen“ legten gleich vom Anstoß an mit bekanntem Elan los und„nisteten“ sich im Frankfurter Strafraum ein, Kreß bekommt gleich verschiedenes abzuwehren. Nun gab Jazek das Leder an Czepan, der die Vorlage noch vergrößerte, so daß der Schalker Sturmführer Kellner mit Wucht an dem herausgelaufenen Hüter Kreß vorbei ins Tor schießen kann. Schalke führte gleich in den ersten Minuten mit einem Tor, ohne aber, das seit jetzt schon gesagt, zu weiteren Erfolgen kommen zu können. Recht abwechslungsreich gestaltete sich der weitere Verlauf, in dem aber die Schalker im Vorteil sind. Die Frankfurter Verteidigung hatte unermüdlich zu schaffen, um die das Tor belagernde Fünfereihe der Schalker in Schach zu halten. Die Gäste konnten nur sehr wenig durchbrechen, um dann aber von der guten Hintermannschaft des Gastgebers wieder zurückgewiesen zu werden. Mellage war aber bei weitem nicht so beschäftigt wie sein Gegenüber, der die vielen Schüsse Kuzorras, Czepans und Kellners in glänzender Manier meisterte. Der nun immer stärker werdende Regen beeinträchtigte die Leistungen der Spieler mehr und mehr, der Boden ist zu glatt geworden, eine genaue Ballkontrolle ist nicht mehr möglich. Mit Beginn der zweiten Spielhälfte kommen nuu auch die Frankfurte. verschiedentlich gut durch, die einzelnen Ueberlegenheitsperioden werden aber von Mellage und der Schalker Verteidigung durchweg abgeschlagen. Die Angriffe der Schalker dagegen werden durch Kreß nach und nach abgeschlagen. Der Kampf blied bis zum Schluß interessant und fair. In der Schalker Mannschaft tat sich Mellage besonders hervor, in der Läuferreihe war Jatzek der Unermüdliche. Der Sturm arbeitete ausgezeichnet zusammen, nur Rothardt auf dem linken Außenposten hatte verschiedene schwache Momente. Die Frankfurter hatten ihre beste Mannschaft zur Stelle, in der natürlich Kreß der Ueberragende war. Von den Verteidigern war Engelhardt als rechter der bessere, Sand als rechter Läufer konnte sich weit mehr durchsetzen als Kraushaar auf dem linken Läuferposten, der durch Czepan und Tibulski immer wieder bezwungen wurde. Sturmführer Strohle zeigte sich von der besten Seite, von den Außenstürmern war Winkler der Gefährlichere. Kraus 2 hatte mit seinen mitunter blitzschnellen Vorstößen bei Böke und Schaarmann wenig Glück. Nach den vielen Torchancen der Schalker hätte ein weit höheres Ergebnis zustandekommen müssen, aber weitere Erfolge verteilte Kreß, der ganz glänzende Paraden zeigte. Raf-Reiß Frapkkurt slegt in Büsselder Fortuna mit 4:3 besiegt Die„Kretmannschaft" Rot=Weiß Frankfurt gab am Samstag vor etwa 5000 Zuschauern eine Vorstellung bei Fortuna Düsseldorf. Besonders in der ersten Halbzeit glänzten die Süddeutschen, während Fortuna, die in der ersten Halbzeit völlig kopflos spielte, nach der Pause stark aufkam und die 4:0=Führung von Rot=Weiß auf 4:3 verringern konnte. Der Internationale Kreß trat nicht besonders hervor, bei manchen Aktionen der Düsseldor= ser hatte er reichlich Glück. Germania Bochum— Union Gelsenkirchen 3:1" Die Germania hatte am Samstag den Ruhrbezirksmeister Union Gelsenkirchen zu Gast und konnte für die im Meisterschaftsendkampf erlittene Niederlage Revanche nehmen. Die Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an und lieferten ein gutes Spiel, das nur durch den aufgeweichten Platz beeinträchtigt wurde. Horst=Emscher— Hagen 1911 3:3 Die Parteien lieferten sich ein äußerst flottes und schönes Spiel, das gerechterweise Unentschieden endete. Westfalia Herne— SpVgg. Herten 5:3 Trotzdem beide Mannschaften mit einigen Ersatzleuten antraten, gab es dennoch ein zufriedenstellendes Spiel. Herne stellte die bessere Mannschaft, besonders der Sturm nutzte jede Situation geschickt aus, so daß es bei der Pause schon 4:0 für Herne stand. Halbrechts und Mittelstürmer waren die Torschützen. Nach dem Wechsel wurde Herten besser, besonders Linksaußen zeigte gutes Können. Er konnte auch zwei Tore erzielen und später, als Herne auf 5:2 erhöht hatte, minderte er das Resultat auf 3:5. hassel behauptel sich Erle 08— SC. Hassel 1:1 Nachdem fast der ganze Samstag regnerisch war, klärte sich der Himmer gegen 5 Uhr doch auf und die Mannschaften waren in der Lage, bei guten Witterungsverhältnissen das Rückspiel auszutragen. Vorweg ist zu sagen, daß auch diesmal der Besuch am Forsthaus nicht gerade schlecht zu nennen ist, denn rund tausend Zuschauer bilden für ein solches Spiel immerhin einen würdigen Rahmen. Die Forsthausleute hatten auch diesmal das Pech, auf einige Leute verzichten zu müssen, erreichten aber auch sonst bei weitem nicht ihre Durchschnittsform, was sich teils verstehen läßt, da die Mannschaft in letzter Zeit reichlich viel gespielt hat. Immerhin wäre es anders gekommen, wenn der Halbrechte Krolzik nicht sehr schwach gewesen wäre, und das trifft auch ohne weiteres zu, den guten Rechtsaußen nicht größtenteils absichtlich ausgeschaltet hätte. Auch ist den Grünweißen dringend zu raten, endlich mal den Mittelstürmerposten mit einem Techniker und Taktiker zu besetzen, der in Erle doch nur in Zilonka für diesen Posten feststeht. Buttler läßt sich dafür schon auf einem anderen Posten erfolgreich verwenden und Dosezal wird sich auf Halblinks schon richtig zur Geltung bringen, wenn er sich mehr Ballgefühl, Ballstoppen und ein besseres Freistellen angewöhnt. Er hat zweifellos gute Anlagen. Nienhaus darf sich ruhig die Schwäche algewöhnen, bei mittleren Gegnern Mätzchen zu machen. Die besten Leute der Erler waren gestern zweifellos Herrmann, Steinke, Lissek, der Rechtsaußen und Nienhaus im Tor, mit der ovigen Einschränkung. Hassel bot an sich eine angenehme Enttäuschung. Die Spielweise der Mannschaft hat zwar noch manche Mängel, stellt aber dennoch ein System dar, gegen das schwer anzukämpfen ist. Eifer und Wille zum Erfolg bilden Hauptmerkmale. Die linke Sturmseite scheint die Hauptstärke darzustellen. Nach gleichwertigem Kampf erreichen die Gäste ihr erste Tor durch die linke Seite. Die Erler erzielen in der zweiten Hälfte den Ausgleich, vergaben aber durch offensichtliches Versagen einzelner Leute den Sieg. Schön wäre es gewesen, wenn man sich beiderseits noch etwas zarter angesaßt hätte, obwohl von besonderen Vergehen nicht die Rede sein kann. Der Unparteiische war gerade kein großes Licht, doch lassen sich grobe Schwächen nicht herausstellen. Erle 08 1. Jgd.— Hassel 1. Jgd. 3:0 Erle 08 1. Jgd.— Vikt. Recklingh. 7•2 Erle 08 2. Jgd.— Eintr. Günnigfeld 1. 3:0 Erle 08 3. Jgd.— Westerholt 2 Jgd. 4:0 Erle 08 1. Schüler— Vikt. Recklingh. 1:1 Buer 07— Heßler 06 2: 2 Zu einem der letzten Spiele vor der Ruhepause, die am 15. Juni einsetzt, hatte der Ballspielverein den Spitzenführer der Gelsenkirchener Bezirksklasse zu einem Gastspiel verpflichtet. Die Gäste zeigten ein Spiel, das einer Mannschaft, die zur 1. Bezirksklasse aufsteigt, durchaus würdig war. Sie führten das flache Paßspiel vor, das auch von 07 bevorzugt wird. So kam ein schnelles Spiel zustande, das die Zuschauer jederzeit in Spannung hielt. Das Resultat entspricht ungefähr dem Spielverlauf, wenn auch Buer 07 in der zweiten Halbzeit etwas mehr vom Spiel und die größeren Torchancen hatte. Westsalia Buer— VfL. Herne 5:0 Diese Begegnung fand auf dem Westfaliasportplatz vor einer großen Zuschauermenge statt. Der Gast aus der 2. Bezirksklasse fand in der Westfalenmannschaft, die durch einige Spieler der Jugend verstärkt ist, einen überlegenen Gegner. Sofort beim Anpfiff legten die Westfalen mächtig los und erzielen in der 3. Minute durch den Mittelstürmer schon den ersten Treffer. Kurz darauf ist es der Linksaußen, der den zweiten Erfolg für seine Farben buchen kann. Die übrigen Tore fielen in der 30., 35. und 50. Minute durch den Halblinken und Linksaußen. Erst kurz vor Schluß konnte der Gast das Spiel offen gestalten. Die aufmerksam spielende Hintermannschaft der Westfalen verhinderte aber jeden Erfolg. Bei den Westfalen konnte die ganze Mannschaft gefallen, während bei den Gästen nur die Hintermannschaft befriedigte. Der Schiedsrichtet leitete gut. Er hatte das Spiel stets in der Hand. Westfalia Buer 2.— Herne 2. 3:3 Westf. Buer 1. Jgd.— Resse 06 1. Jgd. 6:0 Spiel und Sport Hervest=Dorsten— Vorwärto Brauck 2: 2 Einen schönen und interessanten Kampf führten gestern nachmittag diese Gegner in Hervest=Dorsten vor. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf. Hervest=Dorsten 2.— Vorw. Brauck 2. 2:3 Treibi kustfahr!! Treibt Luftfahrt! Dieser Mahnruf ist der Leitgedanke der Deutschen Luftfahrtwerbewoche vom 7. bis 13. Juni. BV. Marl— BiK. Werne 5:1 Kurz nach Spielbeginn gingen die Gäste durch einen weiten Schuß in Führung. Es zeigte sich wieler einmal, wie schlecht der Marler Torwart geworden ist. Dann aber war es mit dem Können der Werner aus. Der Marler Sturm war mit Ausnahme des Halblinken in ansprechender Form und sorgte für einen verdienten Sieg. Besonders der Linksaußen war sehr schußfreudig, er ist an dem hohen Resultat maßgebend beteiligt. Ein schlechtes Tor, das ebenfalls der Linksaußen schoß, gab der Schiedsrichter nicht— eine glatte Fehlentscheidung. In der zweiten Halbzeit verteidigten die Gäste recht zahlreich, sonst wäre das Resultat noch höher ausgefallen. Mit diesem Spiel beendet der linke Verteidiger der Marler, Martin Feustel, seine aktive Tätigkeit, nachdem er zwölf Jahre dem BV. Marl in vorbildlicher Weise seine Kraft zur Verfügung gestellt hatte. Ihm ist aus diesem Grunde die Ehrennadel des WSV. verliehen worden. Der Ballspielverein Marl überreichte seinem treuen Mitglied abends auf dem Stiftungsfest im Vereinslokal ein Diplom als kleines Zeichen großer Dankbarkeit. Nach dem Spiele der ersten Mannschaften maßen die Ligareserven beider Vereine ihre Kräfte. Damenhandball in Marl Vor dem Spiele der Ligamannschaft spielte Marls Damenhandballmannschaft zum ersten Male in Marl gegen Turnklub Erle(D. T.). Das interessante Spiel endete vor einer großen Zuschauermenge unentschieden 1:1. Die Marler Damen haben in diesem Spiele bewiesen, daß sie seit ihrem ersten Spiel in RecklinghausenSüd allerhand dazu gelernt haben. Wenn sie weiter so eifrig trainieren, werden die ersten Siege wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Fußball im Reich Bitterfeld: Mitteldeutschland— Ungarn 1:5 Berlin Hertha=BEC— Wilmersdorfer SC 6:2 Viktoria 89— 1. SV Jena 8:0 1. FC. Neukölln— Wacker 04# 5:2 Südstern— Polizei6:4 Blau=Weiß— BfB Pankow 2:1 Süddentschland FSV Frankfurt— SpVgg Fürth 4:1 Kickers Offenbach— Germania Bieber 4:1 FSC 05 Mainz— Wormatia Worms 6:1 BfR Mannheim— SV Waldhof 1:6 SC Freiburg— Freiburger FE 1:2 Besidentschland Borussia Fulda— 1. FC Nürnberg 2:5 SC 03 Kassel— 1. FC Nürnberg 0:4 Fortung Düsseldorf— Rot=Weiß Frankfürt 3•4 FC Schalle 04— Rot=Weiß Frankfurt 1:0 FV Neuendorf— SV Wiesbaden 1:4 Turn Düsseldorf— Union Gelsenkirchen 0:4 Arminia Bielefeld— Schalke 96 3:2 norddentschland Hamburger SC.— Hungaria Budapest 2:2 Holstein Kiel— Chemnitzer BC 2:3 Holstein Kiel— SC Erfun 4•2 Union— Viktoria Hamburg 2•3 Wilhelmsburg 09— Bremer Sportfr. 3:1 Eintracht Braunschweig— Kricket Vikt. Magdeburg 6:1 Sämtliche Karten für das Fußball=Endsviel vergrissen? Ein Rieseninteresse für das Endspiel um die deutsche Fußball=Meisterschaft zwischen Hertha=BSC. und München 1860 am kommenden Sonntag im Kölner Stadion macht sich bereits jetzt schon bemerkbar. Alle verfügbaren Sitzplätze im Stadion sind bereits ausverkauft. Im nassen Element Holländische Meisterschwimmer am Start den Sellkämpfen in Sladben In Gegenwart von 2000 Zuschauern traten im. Nahmen des kreisoffenen internationalen Schwimmfestes des Schwimmvereins Gladbeck 1913 auch westdeutsche Meisterschaftskandidaten im Kunstspringen gegen den holländischen Sprungmeister Stotyn(Zwem en Polo Clnd, ten Haag) in fünf Pflicht= und fünf Kürsprüngen an. In den Pflichtsprüngen führte Graumann (Dortmund) in 63,3 Gesamtpunkten vor Schumm(Köln) 58.34 Punkte, Haas (Köln) 57.53 Punkte, Stotyn(den Haag) 54.88 Pkt. und Huxmann(Köln) 40 Pkt. In den Kürsprüngen rin dann Haas die unbestrittene Führung an sich, ontzückte durch die exakte Ausführung und fiegte mit insgesamt 130,10 Punkten vor Grau Nummer 154 Montag, den 8. Juni Jahegang 1931 Städtekampf Magdeburg— Budapest O: 6 Der Schwimmstädtekampf Budapest— Magdeburg am Wochenende in der ungarischen Metropole endete mit dem überlegenen Siege der Ungarn mit 6:0 Punkten. Von den bisher ausgetragenen sechs Begegnungen gewann Magdeburg 3, Budapest 2 und eine ging unentschieden aus. Ebenso wie in den Schwimmwettbewerben, konnten die Magdeburger auch am zweiten Tage im Wasserballspiel nichts ausrichten und verloren 0:9. Erich Rademacher war Gegenstand einer besonderen Ehrung durch Dr. Donat, Generalsekretär der Fina. Der knatternde Motor Die Avd=10000=Klm.=Fahrt beendet Zeierlicher Empfang in der Reichshauptstadt Die große Prüfung des AnD., die 10000Kilometer=Fahrt, endete om Samstag mit dem Eintreffen der 67 Wagen auf der Nordschleife der Avus in Berlin. Fahrer und Wagen haben in der 14tägigen Dauer der Fahrt Großes geleistet. Die Wagen werden noch einer genauen Kontrolle unterzogen; Schäden und Defekte registriert, und so ist es erst am Sonntag möglich, das genaue Ergebnis bekannt zu geben. In Berlin selbst harte der Automobilklub von Deutschland den Fahrtteilnehmern einen festlichen Empfang bereitet. mann(127,57) und Schumm(122.84). Der holländische Meister enttauschte und kam mit 115,50 Punkten an die vierte Stelle, ist also für die deutschen Springer keine gefährliche Konkurrenz in Los Angeles. Huxmann blieb mit 91,40 Punkten Letzter. Der zunächst gemeldete deutsche Meister Plumanns(Köln) war durch Erkrankung am Seer: verhindert. In den verschiedenen Schwimn.ämpfen rangen Schwimmer der führenden estdeutschen Vereine, insbesondere aus Köln, Düsseldorf, Münster, Mülheim. Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Gladbeck in Jugendkämpfen miteinander. Mit großer Freude begrüßten die Gladbecker Zuschauer den Sieg des Gladbecker Trios Ohlwein, v. d. Winkel und Hilgers in der 3 mal 50=Meter=Lagenstaffel für ältere Herren über Duisburg 98. Am besten schnitt Niedersachsen(Münster) mit zwei 1. und einem 2. Siege ab. Gladbeck hatte ausgesprochenes Pech und verlor mehrsach im Endkampf den zunächst sicher erscheinenden Sieg. Schwimmvereinigung 04 und Poseidon Gelsenkirchen enttäuschten stark. Im Dreistädte=Lagenkampf(2 Weitkämpfe) ten Haag=Gladbeck=Oberhausen bewiesen die Holländer beidemal ihre Ueberlegenheit, Gladbeck war besser als Oberhausen. Wasserballspiel ten Haag— Gladbeck 1913 Ein schön und fair ausgeführtes Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, das Schiedsrichter Großenbach umsichtig leitete. In der ersten Halbzeit waren die Gladbecker zwar schneller am Ball, verpaßten aber mehrere Schußgelegenheiten, währrend ten Haag nach zehn Minuten anhaltbar ins Gladbecker Tor schoß. Kurz nech Beginn der zweiten Halbzeit zog Gladbeck gleich, doch fiel bald darauf durch einen prachtvollen 25=Meter=Schuß ein zweites und bald darauf noch ein drittes Tor für die Holländer. Gladbeck brachte es noch zu einem zweiten Tor, konnte aber in dem prasselnden Sturzregen während der letzten Spielminuten den Ausgleich nicht mehr erreichen. Die Holländer fiegten also 3:2 Dank ihrer glücklicheren, nicht besseren Torschützen. Waschstoffe Zetir einter big und gestreift, In vielen Farben u. 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Ulistein- Schnittmuster erleichtern das Selbst-Schneidern 145 175 960 900 980 Gegen 3 Uhr kamen die 32„Kleinen“ an, geführt von Wimmer und Rasmussen auf DKW.=Frontantrieb. Zwischendurch kam dann als erster der Wertungsgruppe 2 (große Wagen) Valentin aus MercedesBenz an. 35 große Wagen passierten anschließend in Abständen das Ziel. Die Zahl blieb erfteulicherweise vollständig, da verschiedene schon als„ausgefallen“ gemeldete Fahrer doch noch die Fahrt beendeten. Großkampftag auf dem Nürburgring Bauhofer bester Solo-Fahrer/ Caracclola in Front Das traditionelle Eiselrennen 1931 wurde am Sonntag auf der klassischen Rennstrecke des Nürburgringes bei allerdings nicht gerade idealem Sommerwetter mit dem Motorrad=, Beiwagen= und Automobil=Rennen abgewickelt. Diese erste größere Veranstaltung in dieser Saison hatte ihre Anziehungskraft denn auch nicht verfehlt. Schon am frühen Morgen setzte der Betrieb auf der Südschleife ein, die bald nach einer von Tausenden zählenden Menschenmenge umlagert war. Auch auf der Bahn herrschte bald lebhafter Betrieb, bis schließlich zu den ersten Starts geläutet wurde. Da auch die Organisation allen Wünschen entsprach, kann sich das Eiselrennen 1931 seinen Vorgangern würdig anreihen. Den Beginn machten pünktlich um 10 Uhr vormittags die Solo=Maschinen, die auf der Südschleise 40 Runden= 312 Klm. zu absolvieren hatten. Nur mit zwei Minuten Abstand wurde anschließend die Seitenwagen=Klasse abgelassen. Die Rennstrecke befand sich noch in bester Verfassung, doch setzte später ein Regen ein, der die Bahn ziemlich glatt machte, so daß die Fahrer zur Tempoverminderung gezwungen wurden. Hierdurch gab es natürlich auch verschiedene Stürze, die aber ohne ernsthafte Folgen ausgingen. Das Rennen stellte wieder einmal große Anforderungen an die Fahrer, deren Zahl bis zur Hälfte des Rennens um etwa 50 Prozent zusammenschrumpfte. Das Rennen der Solo=Maschinen spitzte sich zu einem spannenden Zweikampf zwischen Rüttchen=Erkelenz und Bauhofer=München zu. Rüttchen hatte lange die Führung, verlor aber später durch Sturz viel Boden, den er nicht mehr aufzuholen imstande war. Er belegte aber immerhin einen schönen zweiten Platz vor Klein=Frankfurt. Bauhofer siegte in 3:07:11,51 Stunden. Im Beiwagen=Rennen wechselte die Führung ebenfalls verschiedentlich. Nach anfänglicher Führung von Möritz=München, der durch Defekt zurückfiel, gelangte schließlich Schneid=Frankfurt an die Spitze, die er bis zum Ziel behauptete. Der Aachener Weyres belegte einen zweiten Platz, während der savorisierte Kürten=Düsseldorf diesmal überhaupt nicht zur Geltung kam. Am Nachmittag um 14,30 Uhr machten sich dann die Wagen zum Start fertig. Von den 22 gemeldeten fanden sich nur 18 Wagen ein. Schon in der ersten Runde gab es einen schweren Sturz des Luxemburgers Knepper, der ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Seine Verletzungen waren aber erfreulicherweise nur geringer Natur. Die Spitze übernahm sofort Rudolf Caracciola vor von Morgen, Burggaller, Brauchitsch, Prinz zu Leiningen, Seibel u. a. lagen schon weit zurück, von Morgen hielt sich immer knapp hinter Caracciola, ging auch in der 14. Runde an ihm vorbei, mußte die Führung in der 23. Runde aber wieder an Caraccciola abtreten, der hier zum entscheidenden Schlage ausholte und das Rennen sicher zu Ende fuhr. von Morgen verlor durch Reisenwechsel und Tanken wertvollen Boden und konnte somit Caracciola den Sieg nicht mehr streitig machen. Hinter diesen fuhr Brauchitsch noch das beste Rennen, der Burggaller sogar noch hinter sich lassen konnte. Sensationen im Turf Pretzner auf Apathon gewinnt das Unlen-Rennen# Dreistellige Quoten in Hoppegarten# Ueberraschungen bei den Düsseldorter Rennen Der Derby=Monat bringt auf allen deutschen Rennplätzen durchweg wertvolle Entscheidungen. Ganz besonders konzentrierte sich am gestrigen Sonntag das Interesse auf die letzte und ernsthafteste PrüDer Breis der 19 300-Kllomeler-Ja hri Der Preis der 10.000=Kilometer=Fahrt, die vom Automobilklub von Deutschland veranstaltet wurde und die Teilnehmer durch ganz Europa führte: ein handgetriebe. anstaltet, MuTy6,— nes Silbertablett mit vergoldeter Karte von Eurepa Soldschmied Bernh spa führte: ein handgetriebe. zugetraut. und Einzeichnung der Fahrt= wurde das Rh Bernh. Reimann, Berlin W u. Jrungstennen fung vor dem Derby, auf das Union=Rennen, das auf der Bahn in Hoppegarten zum Austrag kam. Dieses mit 34.000 Mk. dotierte Rennen endete mit einer Riesenüberraschung, die nichts von ihrem sensationellen Charakter verliert, wenn man sogar das starke Feld, das in diesem Rennen an den Start ging(14 Pferde) in Rücksicht zieht. Die Favoriten Sichel und Sporn wurden von Agathon, der von Pretzner geritten wurde, einwandfrei geschlagen. Sichel konnte sich nur auf dem dritten Platz behaupten, während Sporn nicht einmal unter den vier ersten zu finden war. Dieser Ausgang drückte sich am Toto durch ein recht merkwürdiges Totoergebnis aus. Agathon zahlte für seinen Sieg 151:10: Granville. der mit Huguenin an zweiter Stelle einkam, zahlte 70:10 und der vierte im Bunde. Sonnenglaude überraschte mit der höchsten Quote in diesem Rennen 169:16. In der zweiten Hauptprüsung des Hoppegartener Programms, dem Preis um die Goldene Peitsche, war der Sieg Napolons über Walzertraum und Winkelried, der mit der höchsten Quote des Tages, 192:10 honoriert wurde. Auf der Bahn in Grafenberg blieben gestern die Ueberraschungen edenfalls nicht aus. Im Preis von Haus Roland, der den Renntag einleitete, konnte Wenzel mit O jes den Favoriten Meerkönig abhängen, dem sogar durch Sturmlied der zweite Platz streitig gemacht wurde. Im Preis von Uaper Wald bedeutete der Sieg von Ahnherr eine gewisse Ueberraschung. Man hatte diesem Modlinghoven=Pferd diese prachtvolle Leistung gar nicht zugetraut. In überlegener Manier einbaden= Erinne von Maharadscha gewonnen, der mit St. Anton und Agrippa gut sertig wurde. Die erste Sensation gab es in der Hauptprüfung des Tages, im Preis vom Hofgarten, wo Gebt Feuer einen einwandfreien Sieg nach Hause brachte und die Favoriten, die kaum in Erscheinung traten, glatt abhängen konnte. Amadee de Savoie setzte in der hochdotierten Steepler=Prüfung, dem Düsseldorfer Jagdrennen, die Reihe der Ueberraschungen fort. Porto Flip, der in diesem Rennen ein Riesengewicht schleppte. mußte sich sogar noch von Silver Coro schlagen lassen und belegte nur den dritten Platz. Eine Riesenüberraschung bescherte Sündenbo“ im Verlosungsrennen, der die höchste Quote der westdeutschen Saison mit 342:10 herausbrachte. Auf Rosenrot und Föhn 2(der nirgends zu finden war), wurde in diesem Rennen viel Geld verloren. Im abschließenden Wildvark=Ausgleich machte Flügelmann dann noch den Schlußpunkt hinter die Ueberraschungen, indem er einwandfrei Schutzherr und Mispel auf die Plätze verwies. Düsseldorf 1. Rennen: 1. O jes, 2. Sturmlied. 3. Meerkönig. Toto: Sieg 28:10, Platz 14, 33:10 2. Rennen: 1. Ahnherr, 2. Eremit, 3. Gold und Silber. Toto: Sieg 42:10, Platz 17, 14, 23:10. 3. Rennen: 1. Mahardscha, 2. St. Anton, 3. Agrippa. Toto: Sieg 20:10, Platz 13, 17, 16:10. 4. Rennen: 1. Gebi Feuer, 2. Papageno, 2. Hohensyburg. Toto: Sieg 34:10, Platz 17, 33. 25:10. 5. Rennen; 1. Amadee de Savoie, 2. Silver Cord, 3. Porto Flip. Toto: Sieg 89:10, Platz 25, 21, 25:10. 6. Rennen: 1. Sündenbock, 2. Rosenrot, 3. Himalaya. Toto; Sieg 61:10, Platz 20, 34, 23:10. 7. Rennen: 1. Flügelmann, 2. Schutzherr, 3. Mtspel. Toto: Sieg 61:10, Platz 20, 34, 23:10. Hoppegarten 1. Rennen: 1. Windrose, 2. Loe, 3. Andura. Toto; Sieg 22:10, Platz 12, 54, 38:10. 2. Rennen: 1. Vicki, 2. Taubnessel, 3. Hera. Toto: Sieg 34:10, Platz 20, 25:10. 3. Rennen: 1. Margherita, 2. Garde, 3. Astoria. Toto; Sieg 119:10, Platz 20, 15, 14:10. 4. Rennen: 1. Napoleon, 2. Winkelried, 3. Walzertraum. Toto: Sieg 192:10, Platz 27, 25, 14:10. 5. Rennen: 1. Agathon(Pretzner), 2. Granville, 3. Sichel, 4. Sonnenglaube. Toto: Sieg 151:10, Platz 23, 70, 16, 169:10. 6. Rennen: 1. Don Nicardo, 2. Ingemar, 3. Okasaki. Toto: Sieg 16:10, Platz 10. 10:10. 7. Rennen: 1. Spinelly, 2. Eroica, 3. Morgenwind, 4. Fra Diavolo. Toto: Sieg 39:10, Platz 15, 20, 20, 21:10. Breslau 1. Rennen: 1. Orchis, 2. Duleibella, 3. Mardoll. Toto: Sieg 39:10, Platz 13, 12, 15·10. 2. Rennen: 1. Lortzing, 2. Nohrpfeifer, 3. Silbersturz. Toto: Sieg 55:10, Platz 18, 18:10. 3. Rennen: 1. Malvolio, 2. Leonatus, 3. Monday. Toto: Sieg 19:10, Platz 13, 28:10. 4. Rennen: 1. Open Space, 2. Ledrun, 3. Dagobert. Toto: Sieg 96:10, Platz 25, 21, 16:10. 5. Rennen: 1. Puppe, 2. Noryana, 3. Asmene. Toto; Sieg 179:10, Platz 59, 32:10. 6. Rennen: 1. Schwarzamsel, 2. Fortissima, 3. Exusu. Toto: Sieg 20:10, Platz 13, 17:10. 7. Rennen: 1. Freiwilliger, 2. Tarnkappe, 3. Metamophose. Toto: Sieg 31:10, Platz 15, 18, 13:10. Halle 1. Rennen: 1. Die Saar, 2. Daysy, 3. Goldwina. Toto: Sieg 26:10, Platz 15, 17, 26:10. 2. Rennen: 1. Iguanodon, 2. Farorit, 3. Petronia. Toto: Sieg 32:10, Platz 14, 17, 64:10. 3. Rennen: 1. Turmhoch, 2. Befreiungsfeier, 3. Stauff. Tote; Sien 23:10, Platz 14, 12:10. 4. Rennen: 1. Thea, 2. Richtlinie, 3. Minneklang. Toto: Sieg 43:10, Platz 18, 17:10. 5. Rennen: 1. Forno, 2. Hella, 3. Ephen 2. Toto: Sieg 63:10, Platz 19, 13:10. 6. Rennen: 1. Beryll, 2. Nobel, 3. Achmed. Toto: Sieg 31:10, Platz 17, 21, 36:10. 7. Rennen: 1. Schäferburg, 2. Himmelgeist, 3. Patras. Toto; Sieg 25:10, Platz 18, 14, 32:10. Chantilly 1. Rennen: 1. Le Cherifien, 2. Micheline, 3. Croix de France. Toto: Sieg 85:10, Platz 36, 129, 43:10. 2. Rennen: 1. Noi de Threle, 2. Ivan le Terrible, 3. Poutet Canet. Toto: Sieg 66:10, Platz 34, 46:10. 3. Ronnen: 1. L'Habit Rouge, 2. Starry, 3. Noirmondiers. Toto: Sieg 63:10, Platz 21, 28, 30:10. 4. Rennen: 1. Pearl Cap, 2. Confidence, 3. Celerina. Toto; Sieg 25:10, Platz 13, 48, 23:10. 5. Rennen: 1. Gouspin, 2. Verberis, 3. Estragon. Toto: Sieg 44:10, Platz 29, 37:10. 6. Rennen: 1. Sesia, 2. Aureola, 3. Staylace. Toto: Sieg 32:10, Playz 19, 24:10. Trabrennen zu Selsenkirchen 1. Rennen: Th. Surmanns Ernst Guy (A. Teßmann), Adda, Weißdorn. Toto: 26:10, it. 51:10, Platz 20, 19, 63. 2. Rennen: F. Nelchens Aemilie(W. Meincke), Horrido, Maimädel, Mary B. Toto: 48:10, it. 75:10, Platz 14, 19, 14, 16. 3. Rennen: J. Mies Doge(C, Pütz), Sarnekau, Alicka. Toto: 20:10, it. 51:10, Platz 15, 19, 23. 4. Rennen: A. Janz Rundfunk(Doing) Graspeter, Facette. Toto: 177:10, it. 26:10, Platz 27, 12, 23. 5. Rennen: Forelles Peter Mochester (K. Rothkopf). Miß W., Spitzbud. Toto 15:10, it. 59:10, Platz 15, 27. 6. Rennen: H. Bovermanns Harvest Mädel(J. Mies),(Graziella als 2. disquglisiziert, 80 Prozent Platz zurück), Flitter, Steinprinzeß. Toto: 56:10, it. 202:10, Platz 17, 33, 21. 7. Rennen: K. Weiß Allicka(C. Forthmann), Glasforme, Prinz Ruser. Toto: 112:10, it. 43.10, Platz 25, 16, 16. * Münster, 6. Juni. Zwei Arbeiter ertrunken. Auf dem Kanal in Niesendeck ereignete sich ein tragischer Unglückssall. Die beiden Streckenarbeiter U. Bieulmann und I. Wilkene nahmen sich ein Booi zum Ueberqueren des Ranals, um schneller zur Arbeitsstelle zu gelangen. Sie hatten sich an einen holländischen Selbstfahver angehängt, um ihr Ziel schneller zu erreichen Während der Fahr: schlug das Beoi so# Wasser und ging unter. Ede Hilfe gebracht werden konnte, ertranken die beiden Arbeiter., Wilkens hinterläßt Frau und Kinder, Breulmann hatte erst am Dienstag dieser Woche geheiratet. FTST.7n 39. Fortsetzung „Was willst du iun, mein Goldkind!" sagte die Alte traurig.„Latz einen Panzer um dein warmes, gutes Herz schlagen, it es nicht abstirbt in der Heimat!“ Man muß zum Präsidenten gehen.“ „Er wird es nicht wagen, Hassotsch zu trotzen!“ Maria überlegte, plötzlich kam ihr ein Gedanke. An Olga Nomanowsti dachte sie. Zu ihr würde sie morgen gehen. Morgen hatte sie Zeit, denn es war noch keine Sitzung angesegt. Wurde mit ihr reden. Sie hatte bei der Regierung großen EinLost., Vielleicht wogie es die Frau, gegen otsch aufzutreten. über sie schwieg über ihr Vorhaden. Am nächten Tage nach der Mittagstafel, dei der man Oberst Hassotsch eine noch nie sonst gespürte Unruhe anmerkte, denn er war so lebhaft und gesprächig wie noch nie, bat sich Maria das Auto aus. Erklärte, daß sie Frau Olge Romanemfti einen Besuch abstatten wolle. Hassotsch sagte ihr natürlich sofort liebenswürdig zu. And eine Stunde später ließ sich Maria bei der Volkskommissarin für die Frauenarbeit in Rußzland melden. Dreimal mußte die Angestellte Maria melden, ebe die Volkskommissarin begrifen hatte. Dann logte sie zu der Frau, mit der de verhandelte:„Genossin... ich muß Sie jetzt für eine kurze Spanne Zeit um Geduld bitten.“ „Ich warte so gern, Olga Romanowsti!“ : Soau schnell. #agte die 81 helfen!“ 4. 5 Sie mir helfen! „Ich werde alles inn, was ich vermag!“ Dann scheitt sie in das Vorzimmer, in dem Maria Iwanomna, auf be wartete. Uederaus herzlich begrüßte die schöne Frau Maria Iwanowua. „Wie ich mich freue, Marie Iwanewug, daß Sie auch einmal den Weg zu mir finden! Seien Sie mir willkommen!“ „Ich komme umgelegen. Olga Nomanowfki?“ fragte Maria.„Mitten in Ihre Arbeit schneie ich hinein. Aber... ich nicht nur, um mit Ihnen zu plauEine Bitte habe ich in mir.“ Olga umschlang sie und führte sie in ihr Wohnzimmer. Maria hatte kaum at genommen, schon seine ewig immer wieder ansummte der San gleichbleibende und heimelnde Melodie. „Erzählen Sie, kleine Frau, was haben Sie auf dem Herzen.“ „Ich komme... wegen Oberst Hassotsch!“ sagte Maria ernst. „#h... hai er Ihnen einen Antrag uadt! „Rein! Es ist etwas ganz anderes, Olga Romanowfki! Der Sang zu Ihnen fällt mir nicht ganz leicht. Oberst Hassot gegrbet uns die Betteundchoft, aber mug trotzdem jetzt undankdar für diese dschaft sein. Hören Sie mich an, Gestern abend waren die otsch aber muß 1t0 Gastfreundsa Frau Olga. Offiziere des Regiments Jekaterinoslam bei dem Obersten. Frau Olga erhob sich mit einem Laut des Staunens. „Ah... ausgezeichnet... die Deleation des Regiments, geführt von Oberentnant Senow, kam mit einer Bechwerde. „Sie wissen?“ „Alles!“ sagte Olga rasch.„Alles, das Ungeheuerliche weiß ich, denn... eben habe ich mit der Frau des Oberleutnants Senom gesprochen, sle ist zu mit gekommen und hat mir weinend erzählt, daß man thren Gatten wie die ganze Delegation ärgesängnis gebracht hat. Gesängnis der Tscheta!“ 5 ins Militärg Ju Maria. sagte Frau Olga erbleichte.„Am Sotteswillen... das in bitterer. Wer weiß. eb wir sie da retten können.“ „Frau Olga...“ nahm Maria wieder das Wort.„Ich habe alles mit angehört. Richt alles konnte ich verstehen, denn sie sprachen so rasch und es klang dumpf zu uns emper. Aber... das fühle ich... hier geschieht ein bitteres Unrecht, gegen das sich alle Menschlichkeit in mir aufbäumt. Ich kann nichts tun! Ich din ja nur Gast in diesem Lande! Aber ich bitte Sie.. ich bitte Sie, tun Sie alles, daß die Männer— sie mogen Recht oder Unrecht haben, ich weiß es nicht, daß sie nicht das Opfer einer Despotie ohnegleichen werden" Frau Olgas Augen###chteten wild auf. „Ja, sa, ich will un! Ich muß es, mein Herz verl.. 3, daß ich h.ise. Mir ist ja die jeligeückung widerfahren. Maria Iwanowna... Ihnen muß ich es sagen... ein Mensch, ein guter Mensch muß es hören, ihm mug ich mich anvertrauen... ich liebe... 10 liebe!“ Maria erzitterte unter den Worten. Angstooll starrte sie auf die Sprecherin. „Sie... lieben... Olga Romanompt““ „Ja! Ah... was war mein Leben bis heute... was war es, ein Arbeiten aus Pflicht und das Herz, es war mir doch so leer. Jetzt steht die Liede hinter allem. Jetzt ist mir erst, als vermöchte ich alle die armen, gequälten Geschöpfe, die vertrauensvoll mit ihrem Leid zu mir kommen, zu verstehen. Jetzt ist erst der heilige Wille zu beglücken in mir erwacht.“ Maria starrte auf die begeisterte Frau, die der Sefühlsausbruch hinreißend schon machte. Sie kam sich plötzlich so klein, so winzig vor ihr vor. Ihr kleines Herz schlug bung und angstvoll. Sie dachte daran, daß Hans Jordan gestern bei Frau Olga gewesen war, daß... eh. sie satz noch, wie verändert er ihr gegenübersaß. Hans... Jordan? fragte ihr Herz. Es war, als wenn die Frau die stumme Frage verstünde, denn sie umschlang Maria und sagte zärtlich:„Kleine, liede Maria Iwanowna... du... sei meine Freundin... laß mich dir mein Herz ausschütten. Du weißt ja, wem sich meine Stele zuwendet! Ihm... dem du dienst! Hans... Hans... Jordan!“ Die kleine Frau saß ganz still. Müde war ihre Seele mit einem Schlage geworden. Sie, die nie begehrend an Hans Jordan gedacht hatte, sie saß flügellahm, arm im Innersten geworden, neben der schönen Frau. Resignation war über sie gekommen. Sie kämpfte darum, daß sie sich an dem Liedesglück Olgas zu freuen vermochte, und es wollte doch nur so schwer gelingen. „Olga Romanowski...“ sagte die leise. „Er ist edel und gut! Er wird Sie eine Glücksstraße führen Dei“ ins Glück! ihn an und empor... was ich noch nicht gekannt habe... die heilige Liebe. Ich will ihn lieben, ich will mitkämpfen an seiner Seite... er soll nicht fühlen, daß die Hemmung von mir kommt.“ Plötzlich brach sie in Weinen aus. Faßte leidenschaftlich nach Marias Händen. „Maria Iwanowna... und doch zittere ich um mein Glück! Weißt du... manchmal denke ich an das Vergangene. Es war nur ein Suchen und Irregehen. Nichts anderes. Jetzt endlich tut sich das goldene Tor vor mir auf! Wird ihm Olga immer gut und wert sein, an seiner Seite u ochen!“ „Warum sorgst du dich. Olga Romanowsti! Er ist lo cd.1!“ „Warum sorge ich mich! Weißt du, det mauche mit Fingern auf mich zeigen hinter meinem Rücken flüstern. Daß jubelte Frau Olga.„Den Weg I Kindchen, geliebtes, ich sah nd in mir wuchs das Köstlichste sie mich schmähen, daß sie mir nachsagen, ich mit den Männern gespielt hate, daß ich... daß Maß der Liebe ausgeschopft hätte. Hörst du... das sagen sie. nd doch war ein ganzes Leden nichts als ein Suchen nach dem Glück, nach der aropen heiligen Liebe. Oh, Maria Twanowna... ich habe die Nacht vor dem Bilde der Mutter Gottes auf den Knien gelegen. Habe gebetet um mein Glück.“ Marias Herz war ganz still geworden. Sie fühlte überwältigt, daß in Olga Romanowskis Herz die große Liebe, die ewia ist, eingezogen war. Maria trank Tee, knabberte ein paar Biskuits und dann verließ sie Frau Olga mit Hoffnung im Herzen. Als sie im Wagen saß und der Motor seine gleichmäßige Weise brummte, de ank der blonde Kopf des jungen Weides nieder. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Ganz still weinte sie und trug ihre letzte Hoffnung, die im tiefsten Innern des Herzens geschlummert hatte, zu Grabe. Als sie daheim ankam, da erwartete sie Haus schon aufgeregt. „Wundervoll, daß Sie kommen, Frau Maria. Stepanow hat angerufen. In einer Stunde Sitzung bei ihm.“ „Ich bin bereit, Herr Jordan!“ Hans sah die junge Frau prüfend an. „Sie sehen heute... so anders aus, Frau Maria!“ sagte er betroffen. Maria lächelte und sagte leise:„Wie denn, Herr Jordan!“ „So.. innerlich... wie.. wie ein Muttesgottesbild, als wenn Sie... Ihre Schmerzen überwunden hätten.“ Sie sah ihm mit einem langen Blick an und sagte dann still, abgewandt:„Ich habe überwunden, Herr Jordan! Und... verzeihen Sie mir... wir sind gute Freunde, Frau Olga und ich... sie hat mir eins verraten. Darf... ich Ihnen ... von ganzem Herzen Glück wünschen, Herr Jordan. Eine glühende Röte ergoß sich über das Antlitz des Mannes. „Frau Maria... ich... danke Ihnen. Ich... ich weiß nicht, wie es kam, was werden wird... aber ich will glauben, daß... daß es das Schichsal gut mit mir meint.“ „Olga liebt Sie unendlich! Und... ich fühle, daß sie es wert ist... wiedergeliebt zu werden. Aber... Sie müssen stark sein, Herr Jordan, und vergessen... was Frau Olga erlebte und litt, ehe Sie in ihre Nähe kamen. Einen... Abschlußstrich machen und ein neues Leben aufbauen.“ „Ja, Frau Maria! Ich glaube, ich kann es!" „Wenig Männer vermögen es! Aber, Sie sind so gut und edel!“ Verlegen stammelte Hans:„Frau Maria! Aber... versprechen Sie mir in die Hand... wir bleiben gute Kameraden! Versprechen Sie es mir!" Sie sah ihn mit leuchtenden Augen an. „Ja!“ sagte sie fest und nahm die dargereichte Hand. Die denkwürdige Sitzung kam. Ihr wohnten alle Mitglieder der deutschen Delegation bei, auch die russische Delegation, die schon in Berlin gewesen war, mit Ausnahme des Obersten Hassotsch. Prominente Mitglieder des Finanzkollegiums des Sowjet staates waren zugegen. Der Volkssommissar für das Finanz= wesen, Stepangm ergriff das Wort, begrüßte die deutsche Delegation und ging sofort im Anschkoß auf den Kern der (Fertsetzung folgt.) — 10, 4,1af :#0 E 6 7 0 39: ∆ E* 8 □ Jahrgang 1931 Montag, den 8. Juni Nr. 154 DIE PLAUDERNUNDE BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FUR DAS EMSCHER-LIPPELAN D. ### Unbequemlichkeiten Heitere Geschichte einer Verfolgung von Friede Bock-Birkner 17. Fortsetzung Julia war glückselig, wie jedes Kind, wenn es seinen Willen hat, aber Rudi gab zu diesem Handkuß seinen stummen ommentar, indem er diesen Handkuß unter die unnötigen Dinge schichtete. * Tage waren vergangen, und man hatte in Mailand, außer der Erlaubnis der Mitreise für Julia von ihrer Mutter, nichts erledigen können. Von Dusolina und Bridge keine Spur, trotzdem man unter Beihilfe von Julia alle eventuellen Bekannten und Lieferanten der Marchesa durchfragte. Hermann war entschieden etwas ratlos, wohin sie sich nun wenden sollten, und er saß ziemlich mißgestimmt in dem Mailänder Hotel, während Rudi mit den beiden Damen durch die Museen Mailands raste. Soviel auch Rudi kombinierte, Hermann überlegte, Thea mutmaßte und Inlia nachdachte, es wollte ihnen nicht einfallen, was sie zuerst tun sollten. Hermann warf eben mit einem unterdrückten Fluch seine Zigarette in den Aschendecher und wollte das vergebliche Nachdenken für einige Minuten unterbrechen, als durch die Windfangtür des Hotels Rudi, Thea und Julia wie die wilde Jagd herangetürmt kamen. Wild fuchtelte Rudi mit einer Zeitung in der Hand herum und rief triumphierend: „Wir haben sie, wir haben sie, nun kann sie uns nicht wieder entwischen!" Hermann sprang auf und starrte die drei an. „Was?— Wen habt ihr?— Doch nicht—?“ „Jawohl doch!— Eben die, welche wir suchen!" „Erbarmen, Rudi, aber berichten Sie ordentlich!“ „Das will ich lieber tun, sonst wissen Sie heute abend noch nicht, um was es sich handelt", warf Thea lachend dazwischen, indes Juli vergnügt hin= und hertänzelte und immer vor sich hinsummte: „Wir haben sie, wir haben sie, sie kann uns nicht entwischen!“ was Rudi wieder veranlaßte, ihr verzückt zuzusehen und dabei die Zeitung an sein Herz preßte, nicht darauf achtend, daß Thea sie ihm fortnehmen wollte. „So gib doch schon die Zeitung her, dummer Junge!“ Ohne einen Blick von Julia zu wenden, reichte er Thea die Zeitung zu, welche sie entfaltete. „Da, bitte, lesen Sie diese Notiz. Julia hat sie entdeckt.“ Voller Interesse neigte sich Hermann über die angedeutete Stelle und las; „Am siebzehnten dieses Monats geht der Vergnügungsdampfer„Luna“ von dem Genueser Hafen ab, um seine zweite diesjährige Afrikafahrt zu machen. Unter anderen bekannten Persönlichkeiten wird die Gattin Mussolinis, die Marchesa Frarari und der Duca dela Giorgie die Fahrt mitmachen, deren Ausgangspunkt Genua und auch ihr Endziel sein wird.“ 1 Di Erregt faltete Hermann die Zeitung zusammen und sah die drei an. „Das ist ja ganz famos! Nun haben wir sie ja so schön bequem. Gelingt es uns nicht, sie vor der Abfahrt zu fassen, so muß eben einer von uns die Reise mitmachen. Contessa, ich mache Ihnen mein Kompliment! Mir scheint, ein guter Stern hat Sie zu uns geführt.“ „Ein böser wird es nicht gewesen sein, kleiner Ford! Aber damit ihr euch alle nicht trügerischen Hoffnungen hingebt, daß ich etwa die Fahrt mitmache, will ich nur gleich vermelden, ich spucke auf See dauernd und eigne mich demzufolge absolut nicht zum Meereskriminalisten. „Dann wird die Sache wohl auf mir hängen, eine der Damen können wir nicht gut mitfahren lassen, beide Damen sind ieser Frau gegenüber machtlos.— Aber halt, da kommt mir eine glänzende Idee!“ „Na endlich wieder einmal! Sie fingen schon an, mich bitter zu enttäuschen.“ „Aber, Rudi, sei nicht so ungezogen!“ „Was willst du, Thea? Dieser Mann ist mein Idol, der darf mich einfach nicht enttäuschen.“ „Ich werde mein Möglichstes tun“, sagte Hermann lachend. „Aber nun zu meiner Idee. Mein reund Nobert Hartung muß an Bord. sann kann uns die Dame auf keinen Fa#l entwischen. Schnell, schnell, geben Sie diese beiden Telegramme auf. Und mit fliegender Hast schrieb er: Reederei Schulz. Ab Genna einen Platz auf„Luna" erster Kajüte, Preis Nebensache. Hartung, Genua, Hotel Miramare. Das zweite Telegramm lautete: Hartung, München, Isarstraße 12. Sofort Genua reisen, für Seereise auf„Luna“ einrichten. Kosten meine Sache. Bescheid in Genua, Hotel Miramare, bei mir holen. Binder. „So, beide dringend aufgeben, denn Hartung müßte noch heute abreisen, wenn er zur Zeit kommen soll. Und einen Platz wird er an Bord noch bekommen, denn ich fasse diese Nachricht der Neederei Schulz als eine Reklamenachricht auf, um noch Plätze zu verkaufen.“ Rudi stürmte schon durch die Hotelhalle, achtlos alles, was sich ihm in den Weg stellte, zur Seite schiebend, bis er bei dem Portier seine Telegramme losgeworden war, nicht ohne sich vorher ergiebigst mit einem langen, dürren Engländer zu zanken, der auch ein dringendes Telegramm zu befördern hatte. „Basta?— Mein Telegramm ist wichtiger!“ wollte Rudi die erbitzte Debatte beschließen, doch ohne Old England, denn dieser nahm kühl und ruhig Rudi beim Genick, setzte ihn wie einen matten Floh neben die Portierloge und gab sein Telegramm zuerst ab. Erst mußte Rudi sich zusammenstauen, so gewissermaßen seine Knochen wieder einschichten, schüttelte sich wie ein nasser Pudel, und dann wallte ihm das Blut. Und zwar gründlich. Ohne erst lange zu überlegen, kroch er durch die breitgespreizten Beine des riefigen dürren Engländers durch und kam mit seinem Telegramm vor dessen Nase in die Hoye. Alles in der Halle lachte, am meisten der Portier, der so sehr lachte, daß er am#t merkte, wie Rudi ihm die Telegramme so einschichtete, daß er nun doch Rudis Telegramme zuerst durchtelephonierte. Rett und freundlich ging er zu dem Englishman, schüttelte ihm die Hand mit voller Herzlichkeit, die ein schmerzhaftes Zusammenziehen der englischen Augenbrauen zur Folge hatte und sagte treuherzig: „Nichts für ungut!“ Der Engländer verstand zwar nicht, was Rudi gesagt hatte, aber er erwiderte den Handschlag doch. In Hermanns Salon fand er die andeten drei versammelt und nun wurde Kriegsrat gehalten, was fürs erste zu tun sei. Jedenfalls müssen wir noch heute nach Genua abfahren, um dort schon nachzuforschen. Ich hoffe nicht, daß wir so ganz glatt aus iZei gelangen werden.“ Hermann sah sich seine Hilfstruppen an und fuhr dann lächelnd fort: „Wir werden jetzt eine straffe Organisation vornehmen, so daß jeder von uns dem anderen in die Hand arbeitet. Am besten ist es, Contessa, und Sie, gnadiges Fräulein, bemühen sich, von jetzt an sich möglichst unkenntlich zu machen, auch Rudi, denn wir müssen mit jeder Minute rechnen, daß wir der Marchesa und dieser Bridge begegnen.“ „Gemacht, Herr Binder. Sie sollen mit uns zufrieden sein. Ersten. werden wir auf der Fahrt scheußliche Autobrillen tragen, und in Genua kaufe ich mir einen Hut, der von meinem Gesicht nichts sehen läßt. Oha, und dann soll mir Dame Dusolina begegnen.“ Julia funkelte ganz kriegerisch mit den schönen Augen. „Und du, Thea?“ „Da ich ja nicht gern große Hüte trage, bleibt mir nur ein Schleier.“ Thea lächelte mit der ihr eigenen feinen Schelmerei, die Hermann wieder und wieder an ihr entzückte. Und restlos bewunderte er ihre klaren Nerven, die sich nach allem so tapfer gehalten hatten. Selbst einen kräftigen Mann hätte dies Erlebnis für lange Zeit nervös und empfindlich gemacht, aber sie hatte alles mit ihrem klaren, kühlen Verstand und ihren gesunden Sinn überwunden. „Ich mache nun noch den Vorschlag, daß Sam mit unserem größerem Gepäck per Bahn fährt, damit wir schnell vorwärts kommen. Sam ist dann auch heute abend in Genua, und Sie haben Ihre Koffer noch zur Zeit, meine Damen.“ „Einstimmig angenommen. Und wann fohren wir?“ „Manolo muß nur noch einen Reisen erneuern und„kanken", wie die Herren Chkauffeure die Benzinaufnahme so nett nennen. Ich rechne also, in einer Stunde.“ „Wir werden bestimmt fertig sein bis zu der Zeit“, sagte Thea und ging mit Innach ihrem Zimmer. Hermann ließ sich dann die sämtlichen Rechnungen beingen und erledigte die Bezahlung mit Rudi. Nummer 154 Montag, den 8. Juni 1331 Aufundegee büllberüachken sinden Dauuntet andsten. LLILEITEN ENINN — Der ist Paul Calleu? Der IIlusikal-Clomn von Ruf. der internationale Presse. und Publikumserjolg, der alles bisher Gebotene in den Schatten stellt. gastiert ab heute täglich im Palast-Cafe Buer Dazu die wegen ihres grossen Erfolges im 3. Ilonat prolongierten 7 Chester Schuhs. Besucht die Wiener Corsostube Buer, Hochstr. 58 Vornehme Plis-Bar Taglich ab 7 Uhr: Kapelle Swith Boy Chepaar sucht leeres Zimmer Ang. u. B. 3. 604 an die Geschäftsstelle Buer, de la Thevalberiestraße 27 (mietangebeie) Schöfe 3 Zimmer= Wohnung mit Baderaum u Speisekammer zum 13. Juli oder 1 August zu vermieten. Näheres Buer. Goldbergstraße 64. 3 Ctage Adgeschlossene 3. od. Wohnung Reudeu, 1. Ciage, zum 1. Juni zu vermieten Näheres in der Geschäftsstelle Buer de la Chevalleriestr. 27 meigesuche)(Stellengesuche.) 20 Jahre alt, sucht zum 15 6 oder 1. 7 Stellung im Haushalt BesitztNähu. Kochkenntnisse.(Stärlewäsche) Gute Zeugnisse vorhanden. Ang. u. 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Gewerbeoberlehrer Bruno Baumann: Ein Segelflugzeugführer erzählt 12.00 Schallplattenkonzert 12,50 Wetterbericht 12.55 Nauener Zeitzeichen. Mittagsmeldungen und Zeitangabe 13.05—14,30 Mittagskonzert. Leitung Wofl 14.80 Schlachtviehmarktberichte 15.30 Wasserstandsmeldungen(Wiederholung), Zeitangave und Wirtschaftsmeldungen 15.50—16.20 Kinderstunde. Els Vordemberge: Wir spielen 16.20—17.00 Jugendsunk 1. Rektor Simon: Von heimischen Tümpelmusikanten, eine zoologische Plaude. rei von Rudolf Weber. 2. Heinz Raasch: Werkarbeit für die Jugend. Bäume als schnitte. 17,00—18,00 Vesperkonzert. Leitung Wolf 18.00—18,20 Frank Warschauer: Musik im Jahre Zweitausend(2) 18.20—18,40 Elternstunde. Stadtarzt Dr. Paetsch: Richtige und falsche Verwendung der Schulserien vom Standpunkt des Arztes 18.40—19.00 Spanische Unterhaltung. Lektor Dr. Beinhauer— Carmen MuellerZulaika 19.00—19,15 Wetterbericht. Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen und Sportvorber 19.15—19.25 Vom Tage 19.30—19.55 Weltpolitische Tagesfragen. Redakteur Paul Borowski: Die weltpolitische und wirtschaftspolitische Lage nach Genf 19.55 Erste Abendmeldungen 20,00(ab 21,00 auch über den Deutschlandsender Königswusterhausen) Abendkonzert mit Franz Baumann Das Kleine Orchester des Westdeutschen Rudfunks. Leitung Eysoldt. Werke von Lincke, Lehar, Eysler, Fall und Kalman 22.00 Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben. Sportbericht Anschließend bis 23.00: Nachtmusik. Leitung: Eysoldt 23.00—24,00(auch über den Deutschlandsender Königswusterhausen): Tanzmußik der Kapelle Harto Head BeArierienverkalbung Gicht, Ischtas in Bremer=Schlüssel=Tee, wenn täel, getzunkenv. ausgezeichn. Wirkung. Zahlreiche Anerkennung Machen Sie ein. Versuch ¼ Pfund=Dackung 0 93 ½ Dfund=Dackung 1.80 Zu haben in allen Apotheien Rieberlegt: KiveVLCS. Alte Apotheke u. Orogenhandlung G. Moeller. Mitl In Zeiten des wirtschaft□ lichen Niederganges ist die Werbung durch eine Anzeide das beste Mittel, um den Gang des Geschäftes nicht gänzlich zum Stillstand kommen zu lassen, ihn vielmehr wachzuhalten und neu zu beleben. Bringen Sic, um Ihren Umsatz zu erhöhen und gute Erfolge zu erzielen, Ihre geschüttllichen Ankünchhgungen in diese Zeitung Lichtspielhaus Dorsten Heute Montag letzter Aufführungstag des Uja=Ton=Füms Einbrecher Eine musikalische Ehekomödie mit dem lustigen Tankstellen=Trio Lilian Harvey. Willy Fritsch, Heinz Rühmann. Bie 6 30 Uhr ermäßigte Preise. In Vorberettung Der Herr auf Bestellung und Der wahre jakob. Duers. S. Mo litte, Hochstr. 21 Fuhrwerks waage Wegen größerer InKandsetzungsarbeit wurd der Betrieb der städt. Fuhrwer swaage an der Hochstraße von Dienelag, den 9. Juni 1931, ab für einige Tage eingeslei! Gelsenkirchen. den 8. Juni 1931. Der Oberbürgermeister. 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Juni, 20 Uhr. im Restaurant Baumeister„Zum Buerschen Stern“, Essener Straße Vortrag über Hand=Diagnostlk mit Lichtbüdern. Referent: Herr D. Gerpheide, Essen. Unkostenbeitrag 30 Pfg. iAs Gröcnsachen holert Schnonsiens der verlag Seuh 9 8 M Der SALENzigaretten QualitätZeigt ihre einwandfreie Güte die in immer unvers Daher der SALEA arken erät! üte. ALENTZgareffen Renstug, den 9. 1 ober erscheint 15g onnta 8) Bezugspreis d Boten frei Haus haldm 1.20, Anzeigen 1 mun Höh breiten Spalte 0. Rell 28 min breiten Spalle. auswärts 0.12, Reklame Ar ondwürts L.50N. gesuche 29%— Dle am der Zettung dekanntgeZeilenpreise sind für In und Verlag rochtsverbindl grrangemeiser„Deitreibemn Konkursverfahren ist der be Rabatt hinfällig. Druck u. Buersche Druckerei Der :: Berlin, 9. Juni. In hiesigen politischen Auffassung, daß der Reichskanzlers und d sters in Chequers vö reicht hat. Den Aeu tionellen Presse von der Unterredungen in amtlicher Stelle en schon immer vor übert gen und vor der Hof Ergebnisse gewarnt u en worden ist, daß gramm und keine bese für die Unterhaltung setzt worden sind. A ranzösischen Presse, Chequers Stellung u sichtlich, daß Deutschl reicht hat. Besondere der Tatsache bei, da Dr. Curtius Gelegen! mit dem britischen die wirtschaftliche Lag handeln, sondern daß lungen auch der Han und Sir Frederick L Schatzamt und der# von England, Mona nommen haben. In diesem Zusam amtlicher Stelle die rusung des Reichstag zeichnet. Die Regie volle Handlungsfreih Chequers so günstige lungen sortführen zu lungsfreiheit würde Diskussionen im Parl tigt werden können. Was die Sr Französische Paris, 9. Juni. In Besprechung des die Besprechungen: der Temps, das Kon Office sei das unbef nach einer Begegnui auers veröffentlicht verwegen, das zu be nach dem, was über dungen durchgesickert habe sich nichts an d dem Besuch der deut sei, daß nique nicht einmal das Abrüstungsprob! starkem Maße de beschäftige. Das Journal der Besuch in Chequers die deutsche Regiern Und die „Daily Herald" üb6 :: London, 9. „Laily Herald“ schr ##iel: Die Besprechut bn ihren Zweck erfi Keisen Enttäuschundie Zusammenkunft Neulchen Staatsmä eine sofortige Aktio ur weil man falsch # k. Zweck der Be ane zustandezubr - znahmen zu be ### zu erörtern, son #, und jede Seite toblemen der and Fachen. Die Tatsa bedeutet eine m E genau in dem #twertet wird. D eit worden. Aber berschwunden. 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