Donnerslag. 30. Auril Dtese Zeitung erscheint tägl.(auch Sonntags) Bezugspreis durch die Boten frei Haus halbmonatlich 1.20, Anzeigen 1 mm Höhe in de 28 mm breiten Spalte 0.10, für auswarts 0.12, Reklamen 0.40 für auswärts 0.50 R.=M. Stellen. gesuche 25%— Die am Kopfe der Zeitung bekanntgegebener Zeilenpreise sind für Inserenten und Verlag rechtsverbindlich. Bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkursverfahren ist der bewilligte Rabatt hinfällig. Druck u. Verlag Buersche Druckereichnds.G.=Buer Buersche Zeitung General=Anzeiger für Gelsenkirchen und das Emscher=Lippeland Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Gelsenkirchen für das Amt Westerholt und die Gemeinde Polsum. Verordnungsblatt des Amtsgerichts Gelsenkirchen=Buer Nr. 117/ 5o. Jo. 1931 Geschaftosfellen: Buer, de la Chevalleriestraße 27, Fernruf G.=Buei S.=A Sammel=Nr. 30141; Gels. Alter Markt: Horst=E., Essenei Str. 14. Drahtanschrift: Zeitung Buerwestfalen. Postscheck.=K. Köln 20179. Bank=Konto: Commerz= und Privat=Bank A.=G. Buer. Für das Erscheinen der Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Unfall=Anterstützung in Höhe von 230 R.=M.—, bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabe der Versicherungs=Bedingung **— Dietrichs Horoskop für den Sommer Goebbels verurteilt 1 Monai Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe Berlin, 30. April.(Drahtb.) Das Schöffengericht Charlottenburg verurteilte gestern den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Dr. Goebbels unter Freispruch von der Anklage des Vergehens gegen§ 176, wegen öffentlicher Beleidigung in drei Fällen, wegen öffentlicher Beleidigung und übler Nachrede in zwei Fällen und übler Nachrede in drei Fällen zu insgesamt 1 Monat Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe. 1000 mark Geldstrafe Noch ein Urteil gegen Goebbels Berlin, 30. April.(Eig. Draht b.) Die Zweite Strafkammer des Landgerichts 3 verurteilte gestern Dr. Goebbels wegen Beleidigung der Reichsregierung zu 1000 Mark Geldstrafe. Von einer an sich verdienten Freiheitsstrafe wurde abgesehen, weil Dr. Goebbels bei Begehung dieser Straftat noch nicht verurteilt war. Tantiemen an die Staatskasse! Beschlüsse des Landtags — Berlin, 30. April.(Drahtber.) Im Preußischen Landtag fand gestern zum Haushalt des Innenministeriums eine große Zahl von Ausschußanträgen und von Anträgen der Parteien Annahme. Darin wird das Staatsministerium u. a. ersucht, unverzüglich auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß die Krisenfürsorge und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge in einem Reichsfürsorgegesetz zusammengesaßt wird; dem Landtag unverzüglich einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach es den Bürgermeistern, sonstigen kommunalen Beamten und Ehrenbeamten, auch den Werksangestellten, ferner den Staatsbeamten zur Pflicht gemacht wird, alle Bezüge, die sie als Amtsvertreter in Aufsichtsräten, Gesellschaften, Genossenschaften usw. erhalten, restlos an die Gemeinde= bzw. Staatskasse abzuführen. Annahme findet ein Zentrumsantrag, der das Staatsministerium ersucht, gemeinsam mit der Reichsregierung den gesetzgebenden Körperschaften baldmöglichst ein auf mehrere Jahre abgestelltes Westhilfegesetz vorzulegen. Abgelehnt wird ein Antrag der Deutschnationalen Fraktion, wonach das Staatsimnisterium ausgefordert werden sollte, dem Landtag unverzüglich seine Absichten hinsichtlich der Zusammenlegung bzw. Auflösung von Landkreisen mitzuteilen. Angenommen wird ein deutschnationaler Antrag, allgemein anzuo dnen, daß weder auf Dienstgebäuden noch aus Wohnungen von Beamten die rote Fahne gezeigt werden darf. Der kommunistische Antrag auf Amtsenthebung des Oberbürgermeisters Jarres in Duisburg giht an die Ausschußberatung Angenommen wird schließlich noch ein Antrag der DOP. der das Staatsministekium ersucht, mit allen gesetzlichen Mitteln dem Treiben ausländischer Agitatoren gegen die Religion und die Rirche entgegensutreten und rücksichtslos alle Ausländer aus Preußen auszuweisen, die sich an der Hetze gegen die kirchliche Arbeit in Preusen beteiligen. Zahlreiche Anträge werden den Ausschüssen überwiesen. Ungeblicher Uebersall auf einen polnischen Staatsbürger in Danzig * Danzig, 30. April.(Drahtber.) Die Kriminalpolizei hat Ermittelungen in Sachen eines Ueberfalles eingeleitet, dem gestern nacht der seit zwei Jahren in Danzig ansässige Schneider Moszek Leid Mukawa nach seinen Angaben ausgesetzt gewesen ist. Er behauptet, zwei Zivilisten hätten ihn in der Nähe seiner Wohrung angehalten und ihn gefragt, od er Pole. Russe oder Jude sei. Als er antwortete, er sei Pole habe man ihm mit einem harken Gegenstand mehrere Hiebe über den Kort versetzt, so daß er bewußtlos zusam Benbrach. Ereignisse und Entscheidungen Ein Ende der Finanzsor pen Ist noch nicht abzusehen# Die a.20 Millionen Schuldentilgung ist das Problem des Tages erieben Einen zweiten Winter mit's Millionen Arbeltslosen kann Deutschland nicht E Hamburg, 30. Avril.(Drahtb.) In einer Versammlung der Deutschen Staatspartei sprach vorgestern abend Reichssinanzminister Dr. Dietrich über die schwebenden politischen Fragen. Wir gehen, führte der Minister aus, einem Sommer wichtiger Ereignisse und Entscheidungen entgegen. Die Frage, ob ein Ende unserer Finanzsorgen abzusehen ist, läßt sich leider nicht bejahen. Einkommen= und Lohnsteueraufkommen sind nicht zu übersehen, ebensowenig die Entwicklung der Zölle und der umstrittenen Tabaksteuererhöhung, die nicht zuletzt aus reparationspolitischen Gründen durchgeführt werden mußte. Weniger die Durchführung des Etats an sich, als die 420 Millionen Schuldentilgung ist das Problem des Tages, wenn auch beides eng miteinander verbunden ist. Als Kernpunkte des sommerlichen Arbeitsprogramms bezeichnete er die Beschäftigung mit dem Problem der Arbeitslosigkeit. Feststehe seines Erachtens, daß Deutschland einen zweiten Winter mit 5 Millionen Arbeitslosen nicht erleben könne, und da dränge sich die Frage auf, ob die Aufgabe überhaupt aus dem Wege einer Versicherung zu lösen sei, deren Fehler und Mißstände niemand leugnen könne. Der Minister streifte zum Schluß die Maßnahmen zur Förderung der Kapitalbil= dung, deren Erfolg freilich ebenso wie alle Bemühungen zu einer Entlastung zuletzt immer wieder von der Reparationsfrage abhängig sei. 250 Millionen Preußenanteil Ein Beschluß des Preußischen Staatsrats zur Kostenbeteiligung an der Arbeitslosenfürsorpe für das Jahr 1931 — Berlin, 30. April.(Drahtber.) Der Preußische Staatsrat genehmigte am Mittwoch einen Gesetzentwurs, wonach der preußische Staat als Anteil an den Kosten der Arbeitslosenfürsorge einen Betrag von 250 Millionen RM übernehmen will. Aus dem zur Unterstützung notleidender Gemeinden im Finanzausgleichsgesetz vorgesehenen Ausgleichssonds sollen 30 Mill. RM abgezweigt werden. Ferner sind alle im Laufe des Rechnungsjahres durch Gesetz oder Verordnung des Reiches und Preußens sich ergebenden Minderausgaben und Mehreinnahmen für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Der dann noch nicht gedeckte Betrag soll im Wege des Kredits beschafft werden. Die Mittel sollen auf die Bezirksfürsorgeverbände nach der Zahl Wohlfahrtserwerbolosen und nach dem Bedarfssatz, der unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse durchschnittlich für den einzelnen Unterstützungsfall festgesetzt wird, verteilt werden. Der Staatsrat genehmigte weiter die Ausführungsbestimungen zum neuen Berlin=Gesetz und eine Verordnung, wonach für die Beschlagnahme von Druckschriften auf Grund der Notverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen außer den Ortspolizeibehörden auch der Berliner behörden auch der Berliner Polizeipräsident für den Bereich des Freistaates Preuken zuständig ist. Am 19. Mai tritt der Staatsrat wieder zusammen, um sich mit dem evangelischen Kirchenvertrag zu beschäftigen. Gutes Brot zum alten Preis Die Forderung der Sozialdemokraten Besprechungen mit Brüning Brüning verspricht, den Brotpreis auf dem alten Sland zu halten# Entspannung, aber noch keine Lösung Renner gewählt Gruß an das Mutterland — Wien, 30. April.(Drahtbericht.) Bei der gestern vorgenommenen Wahl des Nationalratspräsidenten erhielt im ersten Wahlgang keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit. Im zweiten Wahlgang wurden 147 Stimmzettel abgegeben, von denen 61 leer waren. Auf Dr. Renner (Soz.) entfielen 68, auf Dr. Ramek(Christlich=Soz.) 18 Stimmer. Dr. Renner ist somit zum Präsidenten des Nationalrates gewählt. Nach seiner Wahl hielt Dr. Renner eine Ansprache, in der er u. a. auch auf die gegen den Parlamentarismus gerichteten Anwürfe„und Kritiken zu sprechen kam. Gerade die österreichische Volksvertretung habe in den Aufbaujahren nach dem Umsturz unter den schwierigsten Verhältnissen Leistungen vollbracht, die im ganzen Auslande voll gewürdigt werden und die nur böser Wille oder Unverstand im Inlande verkenne könne. Bei allen Streitfragen sei im Auge zu behalten, daß der größere Teil aller Uebel Oesterreich von außen aufgezwungen worden sei durch die höhere Gewalt der Friedensverträge und der durch sie bewirkten ungünstigen Gestaltung des österreichischen Wirtschaftsgebietes. Machen Sie darum, so erklärte Dr. Renner, nicht einander verantwortlich für das, was diese höhere Gewalt zu verantworten hat. Vereinigen Sie sich vielmehr, um diese höhere Gewalt zu überwinden. Oesterreichs und Deutschlands Regierungen haben den ersten Schritt getan auf dem Wege ins Freie. Möge es gelingen, eine neue Wirtschaftsordnung für ganz Europa anzubahnen. Möge es, wenn die anderen hierzu nicht gewillt oder nicht reif sind, wenigstens uns gestattet sein, den ersten Schritt zu tun und uns wirtschaftlich mit unserem Mutterlande zu vereinigen. In meinem und wohl Ihrer aller Namen grüße ich in dieser Stunde unser großes deutsches Muttervolk. — Berlin, 30. April.(Drahtber.) Wie wir erfahren, hatten die Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, die Abgeordneten Dr. Breitscheid, Dr. Hertz und Dr. Hilferding, gestern vormittag eine eingehende Besprechung mit dem Reichskanzler, in der sie auf den Ernst der Lage hinwiesen, der nach ihrer Ansicht durch die Erhöhung des Brotpreises und die vom Reichvernährungsminister beabsichtigten weiteren Zollmaßnahmen geschaffen worden ist. Aus sozialdemokratischen Kreisen erfahren wir, daß sie dem Reichskanzler erklärten, die Fraktion lege den größten Wert darauf, daß die Regierung die gesetzliche Verpflichtung erfülle, den Brotpreis auf dem Stande des letzten halben Jahres zu halten. Die Verbilligung dürse nicht durch eine Verschlechterung der Qualität herbeigeführt werden, sie sei vielmehr durch die Ermäßigung der Zolle zu erreichen. Auch die sonst geplanten Zollmaßnahmen seien geeignet, die Lebenshaltung zu verteuern, den Industrieexport zu Goebbels als Volizeigesangener Auf Grund des Vorführungsbesehls des Charlottenburger Schoffengerichte wurde der Berliner NSTAP=Führer Dr. Goebrels in München verhaftet und nach Ber lin gebract Unser Vild zeigt die A kunst Dr. Goedbels, von Beamten der Politischen Polizei eskortiert, aus dem Anhalter Bahnhoj. beeinträchtigen und damit die Arbeitslosigkeit zu vermehren. Reichskanzler Dr. Brüning erklärte in seiner Antwort, daß die Reichsregierung die Absicht habe, den Brotpreis aus dem alten Stand zu halten. Auf welchem Wege die Verbilligung durchgeführt werde, darüber werde das Kabinett sehr bald entscheiden. Außerdem wurde in der Besprechung noch die Finanz= lage der öfsentlichen Körperschaften behandelt und im Zusammenhang damit kamen auch die sozialpolitischen Maßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit, zur Verkürzung der Arbeitszeit und zur Sicherung der sozialen Leistungen zur Sprache. Aus den Erklärungen des Kanzlers ergab sich, daß die Beratungen des Kabinetts über diese Fragen noch nicht abgeschlossen und daß Entscheidungen in der unmittelbaren Zurunft nicht zu erwarten sind. Der„Abend“, das Spätblatt des„Vorwärts", bemerkt zu der Besprechung, daß man die Maßnahmen der Regierung nun zunächst abwarten müsse, daß aber die Besorgnisse der sozialdemokratischen Partei durch die Erklärungen des Kanzlers noch keineswegs völlig zerstreut seien. Immerhin glaubt man in politischen Kreisen, daß die Besprechung doch bereits zu einer gewissen Enf'pannung beigetragen hat. Gestern empfing der Reichskanzler auch noch den Landvolkführer Dr. Gereke. In dieser Besprechung wurde ebenfalls die gesamtpolitische Lage erörtert. Vorher hatte Dr. Gereke noch eine Unterhaltung mit dem Reichvernährungsminister, die sich naturgemäß besonders auf die Zollforderungen der Landwirtschaft bezog. * Eschweiler, 29. April. Neuer Sprengstoffsund. Gestern nachmittag wurden im unterirdischen Betriede der Grube„Eschweiler Reserve“ durch Bergleute erneut 12 Sprengstofspatronen gesunden. Die Patronen waren in einem Sack ver packt und rühren, wie die Untersuchung ergab, genau wie die früheren Funde aus dem Jahre Hindenburgs Dank an den Arbeitsausschuß deutscher Verbände :: Berlin, 30. Avril.(Drahtber.) Reichspräsident von Hindenburg hat dem Arbeitsausschuß deutscher Verbände, der auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblickt, folgendes Handschreiben gesandt: „Am 30. April sind zehn Jahre vergangen, seitdem der Arbeitsausschuß deutscher Verbände ins Leben gerufen wurde. Während dieser Zeit hat der Arbeitsausschuß unermüdlich und unter Zusammenfassung der politischen Kräfte aller Richtungen im Dienste des Vaterlandes gewirkt. Seiner Aufklärungsarbeit ist es vor allem zu danken, daß die Wahrheit über die Entstehung des Wellkrieges seitdem in der ganzen Welt an Boden gewonnen hat. Es ist mir eine besondere Freude und Genugtnung, dies am heutigen Ehrentage des Arbeitsausschusses feststellen zu können. Aber das Ziel ist noch nicht erreicht. Das ganze deutsche Volk ist einig darin, daß der Kampf um die Wahrheit nicht aufhören darf, bis der Gerechtigkeit zum Siege verholfen ist. Möge dem Arbeitsausschuß bei der Verfolgung dieses Zieles zum Heil und zur Ehre unseres Vaterlandes auch künftig Erfolg beschieden sein! gez. von Hindenburg.“ 1029 her. Die dergbehörd! in im Gange. Untersuchung Frauenmord im Rausch Heine Frau mil Gewall ertrankt * Oonabrüs, 29. April. Ein schreckliches Familiendrama trug sich im benachbarten Hasberge zu. Der Arbeiter Siete, der auf der Georgsmarienhütte beschäftigt ist, kam am Abend betrunken nach Hause und geriet mit seiner Frau in Streit. In seiner Wut schickte er seine Frau zu einer nahe Quelle, um Wasser zu holen. Er folgte ihr und an der Quelle kam es erneut zu Auseinandersetzungen. Dabei erregte sich der Mann derart, daß er seine Frau packte und sie solange mit dem Kopf unter Wasser hielt, bis der Tod eintrat. Er gab bei der Polizei an, daß er seine Frau an der Quelle tei aufgesunden hatte. Auf Grund des Beweismaterials legte er dann ein Geständnis ab. Rummer 117 Donnerstag, den 20. April Jahrgang 1931 Hearst finanziert Nordpolflug Echener und Wilhins müssen sich tressen 1 Pario, 30. Avril.(Drahtber.) Dr. Eckene: hat sich am Sonntag und Montag in Paris aufgehalten. Er hat offenbar Verhandlungen mit dem französischen Luftfahrtministerium über die Anlage einer Pariser Landestation für den in Aussicht genommenen, 1933 beginnenden regelmäßigen Luftschiffverkehr Deutschland— Nordamerika gepflogen. Dr. Eckener ist am Dienstag wieder nach Deutschland zurückgereist. Nach dem Newyork Herald hat er auch mit hiesigen Vertreteen des bekannten amerikanischen Zeitungsmannes Hearst verhandelt. Hearst ist nicht nur Geldgeber für die Nordpol=Unterseeboot=Expedition des amerikanischen Forschers Wilkins, sondern hat sich auch erboten, den Nordpolflug des„Graf Zeppelin“ zu finanzieren, unter der Bedingung, daß Dr. Eckener mit Jilkins am Nordpol zusammentrifft. Dr. Eckener scheint— jedenfalls äußert sich in diesem Sinne Newyork Herald— mit dieser Bedingung einverstanden zu sein, obwohl dadurch das Luftschiff von seiner Linie um 600 Meilen abweichen muß. Aus Paris wird noch gemeldet: Dr. Eckener hat gestern in Begleitung von Vertretern des französischen Luftfahrtministeriums den Flugplatz von Orly, 20 Kilometer südlich von Paris, besichtigt, wo zwei große Luftschiffhallen aus Beton stehen. Die Besichtigung galt der Prüfung der Möglichkeit, dort einen Lufthafen für Passagier= und Frachtverkehr einzurichten, wenn der Luftschiffverkehr zwischen Deutschland und Nordamerika aufgenommen wird. kustabkommen mit der Tschechei Die gemeinsam zu befliegenden Strecken 5' Prag, 30. April.(Eig. Draht b.) Die in der Zeit vom 28. bis 30. Januar in Berlin begonnenen Verhandlungen über den Luftverkehr zwischen dem Deutschen Reich und der tschechoslowakischen Republik haben in Prag zum Abschluß von zwei förmlichen Vereinbarungen geführt, die gestern im tschechoslowakischen Außenministerium von beiderseits bevollmächtigten Vertretern unterzeichnet wurden. Auf Grund der Vereinbarungen werden im deutsch=tschechoslowakischen Luftverkehr folgende Strecken betrieben werden: 1. Berlin—Dresden—Prag—Wien(gegebenenfalls von Homburg aus), 2. Breslau—Prag— München, I. Chemnitz—Marienbad, 4. Chemnitz—Prag, 5. Breskau—Wien, 6. Prag—München—Zürich, 7. Prag—Halle— Leipzig—Essen— Mülheim=Ruhr— Rotterdam, 8. Marienbod—Halle—Leipzig. Außerdem haben sich beide Staaten je zwei Ueberfluglinien ohne Zwischenlandung im fremden Staatsgebiet zugestanden. Deutschland hat hierfür die Linien Breslau— Wien und Berlin—Wien in Aussicht genommen. Die tschechoslowakische Regierung hat die Benennung ihrer Linien zunächst bis zum Abschluß der in diesem Jahre in Prag und Brüssel vorgesehenen Luftpostkonferenzen noch vorbehalten. Riesenplan der Sowjets Elektrisizierung der westsibirischen Bahnen Berlin, 30. April.(Eig. Drahtb.) Die Eisenbahnkommission der Sowjetunton hat in diesen Tagen ein neues und sehr eroßzügiges Projekt über die Elektrifizierung der russischen Eisenbahnen veröffentlicht. Dieses Projekt soll im Rahmen des Fünfjahrsplanes in Angriff genommen und möglichst auch bis zum Abschluß des Planes durchgeführt werden. Es handelt sich zunächst um das Gebiet zwischen dem Ural und dem Kusnetzk=Becken in Westsibirien. Dieses Gebiet umfaßt die Provinzen Kasakstan, Baschkirien, den Ural und einen großen Teil Westsibiriens. Es ist ein sogenanntes„Kombinat“, eine wirtschaftlich=technische Kombination von Gebieten der Kohle= und der Erzgewinnung. Die Entfernung zwischen den Kohlengruben und den Erzbergwerken beträgt etwa 2000 Kilometer. Der Gosplan sieht zunächst die Elektrifizierung folgender Strecken vor: Kusnetzk—Becyken—Ural, Ural—Oberwolga, Ural—Stalingrad—Noworossijsk, Nowosidirsk— Angarsroj— Irkutsk— Sabaikalje. Die Strecke, die im Jahre 1931 elektrifiziert werden soll, hat eine Länge von 8834 Kilometern. Später soll das elektrifizierte Gebiet bis zum Schwarzen Meer ausgedehnt werden. Die Leistungsstärke der sibirischen Elektrowerke wird auf 10 Millionen Kilowatt erhöht. Das Projekt, oder vielmehr der Wunsch, das sibirische Industriegediet mit einem dichten Bahnnetz zu versehen, ist nicht neu. Schon in der Vorrevolutionszeit machte sich das Bedürfnis nach einer schnellen und direkten Verbindung zwischen den beiden wichtigen Kohle= und Erzgebieten bemerkbar. Es wurden mohrere Pläne entworfen. datunter auch einige, die eine Elektrifizierung der Bohn im Auge hatten, sie konnten aber alle nicht ausgeführt werden, meist Geldmangele halber. Die Sowjetunion, die diesen Plan vetwirklichen will, würde ein elektrisches Bahnney errichten, wie es dieser Ausdehnung dieher noch nirgendo besteht. Es würde nach seiner Der Mörder von Dortmund entdeckt Verhattung eines 20jährigen Arbellslosen, der ein Geständnis ablegt, den Händler Spieß ermordet zu haben! Als Talmollu gibt der mörder Nahrungssorpen on 1 Die Mutter wußte von selner Tal Neuer Kandioat für den spanischen Bolschafterrosten in Perlin — Dortmund, 30. April.(Eig. Drahtb.) Gestern gegen 15 Uhr wurde im Hause Weiherstraße 58 der zwanzigjährige, zurzeit tellunglose Kurt Wilhelm von der Mordkommission festgenommen. Wilhelm wurde zum Polizeipräsidium gebracht und legte bei der Vernehmung durch die Mordkommission unter der Wucht des Beweismaterials in der Mordsache Spieß ein Gebändnis ab. Die Aufklärungsarbeit der Dortmunder Keiminalpolizei hat durch ihre planmäßige Durchführung nach langwierigen Bemühungen doch endlich zu dem gewünschten Erfolge geführt. Bei den vielen Spuren, die verfolgt wurden, verdichtete sich mehrmals der Verdacht gegen einen jungen Mann aus der Weiherstraße 58, den die Kriminalpolizei viermal vernommen hat. Immer wieder gelang es dem Verdächtigen, diese oder jene Verdachtomomente zu widerlegen. Die Verdachtomomente reichten noch nicht aus, um eine Festnahme dieec Mannes zu rechtsertigen. Wilhelm wurde jedoch scharf beobachtet und als sich die Verdachtsmomente immer menr verdichteten, mußte seine Festnahme wegen dringenden Tatverdachtes erneut erfolgen. Der Festgenommene gab an, die Tat allein ausgeführt zu haben. Das Mordmesser entstammte den Werkzeugen seinen Großvaters, in dessen Besitz sich ein zweites Messer dieser Art befindet, das die Polizei bereits gefunden hatte. Bei der Haussuchung wurde in einer Konsole ein Geldbetrag von 200 Mark vorgesunden, der von der gestohlenen. Summe ber-#ntt. Weiter gab der Verhaftete an, daß er die Bluttat aus Nahrungssorgen begangen habe. Ungefähr acht Tage vor der Tat sei er zu dem Entschluß gekommen, den Mord zu begehen. Einige Wochen nach der Tat hat W. seiner Mutter in Hannover die Mordtat eingestanden. Seine Pflegemutter habe immer wieder von ihm Geld verlang:, das er als Erwerbsloser nicht habe herbeischaffen können. Ob die Angaben des Mörders stimmen mun noch nachgeprüft werden. Erdbeben im Kaukasus Zahlreiche Todesopfer und Zerstörungen in der Provinz Erlwan## Eine Reibe von Dörtern vollkommen errstört# Beträchtliche Störungen des Verkehrs * Moskau. 30. April.(Drahtber.) Eine furchtbare Erdbebenkatastrophe hat die Provinz Eriwan im südlichen Raukasus heimgesucht. 63 Todesopfer werden aus der Umgebung von Nachilschiwan bereits gemeldet. Auch eine große Anzahl Verwundeter hat das Erdbeben gesordert. Noch steht die genaue Zahl der Opfer nicht fest, doch befürchtet man, daß nähere Nachprüsungen eine erheblich größere Zahl erbringen werden. Eine Reihe von Dörfern im Erdbebengebiet ist gänzlich zerstört worden. Auch aus dem Zentralkaukasus, aus der Ortschaft Gori, 200 Kilometer entsernt von Tislis, wird ein Erdbeben gemeldet, welches jedoch nicht so heftig wie dasjenige von Nachitschiwan gewesen sein soll. Dieses sind die ersten Nachrichten, die über die Naturkatastrophe hier vorliegen, trotzdem das Erdbeben bereits am Montag abend stattgesunden hat. Daraus ist zu schließen, daß beträchtliche Störungen des Verkehrs sowie der telephonischen und telegraphischen Verbindungen entstanden sind. Aus Moskau wird noch gemeldet: Durch das Erdbeben im transkaukasischen Nätebunderstaat sind in den von der Natastrophe betroffenen drei Bezirken der Republik Nachitschewan nach vorläufigen Angaben mehrere Dörfer vollständig zerstört, in anderen mehr als die Hälfte der Häuer vernichtet worden. Durch das Erdbeben wurden mehr als 100 Menschen getötet oder verlent. Die transkauka. sische Regierung hat energische Hilfsmaßnahmen in den drei von dem Unglück heim. gesuchten Gebieten getroffen. Fahrende Hölle 60 Aegypter verbrannt a Kaito. 39. Avril.(Drahtb.) Auf der Strecke zwischen Tanta und Kaire geriet gestern nachmittag ein Zug in Brand. Drei Personenwagen wurden vernichtet, wobei 41 Reisende getötet und etwa ebensoviele verletzt wurden. Der Ausflügerzug, auf dem sich die Brandkatastrophe ereignete, bestand zumeist aus altem Holzmaterial. Der Brand ist offenbar durch eine Ueberhitzung der Achsenlager am Ende des Zuges entstanden, daß aus drei I.=Klassewagen bestand. Da keine Notbremse und überhaupt kein Mittel vorhanden war, um dem Zugführer den Vorfall zu signalisieren, wurde man bei der Führung des Zuges erst dann auf den Beand aufmerksam, als schon nichts mehr zu retton war. Infolge der schnellen Fahrt doo Zuges wurde das Feuer in den drei brennenden Wagen immer heftiger anfacht, die Insassen besanden sich duchstäblich in einer fahrenden Hölle. Mehrere Frauen und Kinder stürz= ten sich schreiend aus dem brennenden Zuge und blieben, teilweise mit flammenden Kleidern und zerschmetterten Knochen neben den Gleisen liegen. Der Weg des brennendes Zuges wurde links und rechto des Fahedammee von verkohlten Leichen und schreienden Verwundeten gekennzeichnet. Alo der Zug zum Stehen kam, war weder von den drei Wagen noch von deren Insassen noch etwas zu retten. Wie weiter verlautet, bandelt es sich bei den Setöteten der Zugkatastrophe durch. weg um Eingeberene, mit Ausnahme einer Französin, die einen Beinbruch erlitt. Un ter den Getöteten sollen sich zehn Kinder befinden. Das Unglück gilt ale das schwerste seiner Art, das bieher die ägyptischen Eisenbahnen betrossen hat. Die Zahl der Toten wird nach einer amtlichen Mitteilung auf 49 geschäßzt, während nach MitteilunVollendung 75 Prozent des astatisch=russischen Gebiets umsassen und an technischer Großzügikeit die Turksid=Bahn noch übertreffen. gen von anderer Seite mindestens 60 Tote zu verzeichnen sind. Explosion einer Delquelle Zwölf Bersonen gelötet ( Newyork, 30. April.(Drahtber.) Bei Gladwater(Texas) ereignete sich eine Explosion einer Oelquelle. Zwöls in der Nähe beschäftigte Personen wurden getötet. Die aus der Oelquelle ausschießende Flamme hatte eine Höhe von ungefähr 100 Meter. Die Explosion wird auf einen durch die Reibung von Metallteilen entstandenen Funken zurückgeführt. Zu der Explosionskatastrophe in Gladwater wird noch gemeldet: Infolge der riesigen Hitze ist jede Annäherung an die Explosionsstelle unmöglich. Nur drei Leichen konnten geborgen werden. Einer der Verunglückten lief eine Strecke weit als brennende Fackel, doch waren seine Kleider derartig mit Petroleum getränkt, daß alle Löschversuche vergeblich waren. Neun andere sah man in dem Flammenmeer verbrennen. Die Explosion erfolgte anscheinend beim Herausholen der Werkzeuge aus dem Bohrloch, das plötzlich zu flie. hen begann. 10 Tole in Magdeburg Eine Schwerverletzte in Lebensgefahr □ Magdeburg, 30. April.(Drahtb.) Von den bei der Explosionskatastrophe in der Saccharinfabrik Fahlberg, Lift u. Co. schwer verletzten Arbeiterinnen sind inzwischen zwei im Krankenhaus verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf zehn. Der Zustand der schwer verletzten Arbeiterin Margarethe Rohde ist äußerst kritisch. Der leichtverletzte Meister dürfte im Laufe des Tages nähere Angaben über den Hergang des Unglücks machen können. Für heute werden einige leitende Beamte des preußischen Innenministeriums erwartet. Es finden Konserenzen mit der Leitung des Werkes statt über den Tatbestand und die Ursache des Unglücks. Polendörfer unter Wasser 10 000 Personen betrossen Warschau, 30. April.(Drahtb.) Die Ueberschwemmungskatastrophe in P#= len hat nicht nur das Wilnaer Land, sondern auch die Bezirke Grodno und Suwalki schwer heimgesucht. Zahlreiche Dörfer stehen unter Wasser. Etwa 10000 Personen sollen von der Ueberschwemmung betroffen worden sein; die Zahl der Obdachlosen geht in die Tausende. Im Dünabezirk ist die Ruhr ausgebrochen. Um die erste Not zu lindern, haben das Ministerium für soziale Fürsorge und die Bank von Polen größere Beträge zur Verfügung gestellt. Weiter wird aus Warschau gemeldet: Die Lage im Ueberschwemmungsgebiet der Düna an der polnisch=lettländischen Grenze scheint recht bedrohlich zu sein. Mehrere Dörfer und Städtchen, die an der Düna und ihren Nebenflüssen liegen, stehen unter Wasser. Aus einem Dorfe bei der Stadt Druja, das an der polnisch=lettländischen Grenze liegt, wird Flecktyphus gemeldet. Der Arzt von Druja soll 50 Kranke in Behandlung haben. Ein weiteres Dorf mußte vollkommen isoliert werden. Tragödie einer Greisin Tot im Wasser aufgefunden * Wuppertal, 29. April. Zwischen dem Stadtteil Barmen und der Gemeinde Gennebreck wurde heute morgen kurz nach 9 Uhr von einem Arbeiter eine Frau tot aufgefunden. Die Leiche lag in einem schmalen Wasserlauf mit dem Rücken gegen die Böschung gelehnt. Es handelt sich um eine 87 Jahre alte Lehrerin außer Dienst aus Barmen, die sich am Montagabend aus ihrer Wohnung entfernt hatte, und seitdem bei der Polizei als vermißt gemeldet war. Wahrscheinlich ist die alte Dame an Entkräftung gestorben. Gespielter Selbstmord Um sich den Richtern zu entziehen * Mülheim, 29. April. Heute vormittag sollte sich der Arbeiter Taver Schmidt, der vor zwei Wochen wegen schweren Einbruchsdiebstahls zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurtellt worden war und in der Verhandlung den Geisteskranken spielte, wegen Abhaltung einer Hauskollekte für kommunistische Zwecke vor Gericht verantworten. Der Termin mußte aber ausfallen, weil der Angeklogte im Gerichtsgefängnis einen Selbstmordversuch vortäuschte, indem er von der zweiten Etage in den Flur hinabsprang. Da er entsetzlich schrie, wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo die Aerzte weder innere noch äußere Verletzungen feststellen konnten. Der Simulant soll jetzt nach Bedburg=Hau übergeführt werden. Als Kandidat für den spanischen Botsch terposten in Berlin wird neuerdings Professor Castro genannt, der zurzeit an der Berliner Universität unterrichtet. Nach Madrider Meldungen soll jedoch die Kandidatur del Vayos immer noch im Vordergrund stehen. go. Tetzner verliert den Kopf Ablehnung des Gnadengesuches München, 30. April.(Drahtber.) Amtlich wird verlautbart: Der Ministerrat des Freistaates Bayern hat beschlossen, von seinem Begnadigungsrecht in Ansehung der durch das Urteil des Schwurgerichts beim Landgericht Regensburg vom 18. März 1931 gegen den Kaufmann Kurt Erich Tetzner von Oelsnitz wegen eines Verbrechens des Mordes ausgesprochenen Todesstrafe keinen Gebrauch zu machen. Zu dieser amtlichen Mitteilung erfährt die Telegraphen=Union, daß die Hinrichtung Tetzners in Regensburg am Freitag oder Samstag morgen erfolgen wird. Am Donnerstag früh wird Tetzner im Gefängnis Regensburg die amtliche Mitteilung von der Ablehnung seines Gnadengesuches gemacht werden. Die Hinrichtung Tetzners wird die erste Vollstreckung einer Todesstrafe sein seit den Vereinbarungen zwischen dem Reichsjustizministerium und den deutschen Ländern über die Aussetzung des Vollzuges der Todesstrafe. ** Süuflige Ichlen der französischen □ Paris, 30. April.(Drahtber.) Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bevölkerungsstatistik in Frankreich sind im Jahre 1930 342 608 Eheschließungen erfolgt gegen 333 841 im Vorjahre. Die Ehescheidungen betrugen 20 409 gegen 19353, die Lebendiggeburten 748 911 gegen 728 540, Todesfälle 649 125 gegen 741 104 im Vorjahre. Einem Geburtsüberschuß von 99786 steht also ein Minus von 12564 gegenüber. Ervlosionskalastropbe in Magdeburg Diensta berg, Li mittag ereignete sich in der Magdeburger Sacharin=Fabrik vorm. Fahlu. Co. eine schwere Explosion, der acht Menschenleben zum Opfer fielen. Neues in Kürze Die Meldung eines Berliner Vormittagsblattes über Rücktrittsabsichten des Reichspräsidenten ist nach Mitteilung von unterrichteter Seite vollständig aus der Luft gegriffen. Die Behauptung eines Berliner Mittagsblattes über bevorstehende Anleihetransaktionen des Reiches wird an maßgebender Stelle als unzutreffend bezeichnet. * „Expreß Poranny" benutzt die Tatsache, daß ein mit drei Personen besetzter Luftballon, der am Breslauer Wettbewerb teilnahm, im Kreise von Hieszava notlanden mußte, zu Entstellungsmanövern. Das Blatt stellt die Behauptung auf, daß es sich bei den Insassen um drei deutsche Fliegeroffiziere handele. * Wie aus Sao Paolo gemeldet wird, haben dort verschiedene Regimenter zu meutern versucht. Der Aufstandsversuch sei jedoch schleunigst unterdrückt worden. Die Ruhe und Ordnung sei wiederhergestellt. Der Reichspräsident empfing gestern den deutschen Botschafter in London, Freiherrn von Neurath. Die deutsche Afrikafliegerin Elli Beinhorn landete gestern 13.50 Uhr auf dem Flugolatz Aspern bei Wien, wo sie von den anwesenden Vertretern der deutschen Gesandtschaft sowie Vertretern der Behörden und Presse herzlich begrüßt wurde. * Ein Flugzeug der schwedischen Luftfahrtgesellschaft Aero=Transport ist gestern mittag vom Seeflughafen Malmö gestartet, uur die Nachforschungen nach dem vermißten Mitglied der englischen Grönlandexpedition aufzunehmen. wcd.- Se.--et. ge Vereche Sgchmgt. is- Guich un e A. uch 8 NR,- ud- echr uen bee P.e u. ds Aed. Aend eue. Red ue ueln Penh-f-fed. ur Geg. Nicht at Paien, 41., NneR u- u. Aechau. nd Re-bu. Aechu. Aie. Au eche Ane aegen Bese Au uer ung ü Geisfent uuet -ecct ier guche Vür sein Geig BBe- u ueehe es doer Gerich Wder Geuche. Aeier un eseccee al--ch. unr u -ea e u es. s. Se85480. asPriche ege en ee e. ce. e. n. k es ealt-ere. Gesis heute. Wbele acch n A- C. ä. er ue. ue Ae. ur. uut) S egraeree ee Autchece achh e Restes ee Vese uir uher ungl. Be u. Aucen c. Wses ue-den Gechrche Nene. Auctk een Bes ice. Geih Wese-Aueu eechu. S.u e äe Sc Sh.e etoen NnNS- u u. ueäcä) s e ued Ae Nd A S ctes chenen e. ee e es Geich u eer. We e Ie. escehe ere e-ucbr Au e Aer ndn u-u- uäk) Suserete Nn ee. Ah Sue. ue A ee. er esche Se Srie a arne u u eich uue he. Gesslchrete ecer R utt e. uedt. u Pesrichte heeee ee. eiher Ge ur. A dn Reig erte R. ue c ean eer Aleue K A. äcä) Bs en Aun ä e. äk Seeihe-Kepele Rummer 117 Donnerstag, den 30. April Jahrgang 1331 Der Zug zum Norden Staatsreplerungsvertreter befürworten die Errichtung der neuen Polizelunterkunft in Sutum Ein bedeutsamer Hinwels] Was mon verpessen hal und möchte Zeichen der Not handwerber obne Arbeil (*) Das Mittelstandohaus Buer schreibt uns: Die wirtschaftliche Not im örtlichen Handwerk hat in den letzten Monaten und Wochen eine besorgniverregende Entwicklung genommen. Die Aussichten für eine Besserung dieser Notlage sind jetzt noch verschwindend gering, fast vernichtend Von dem bedrohlichen Auftragsmange! worden in diesem Jahre in erster Linie die Bau= und Baunebengewerbe betroffen Im Mauter=, Zimmerer=, Stukkateur=, Dachdecker=, Schreiner=, Maler=, Schlosser=, Klempner=, Elektroinstallation=gewerbe ruht die Arbeit sost vollständig, trotdem die günstigen Witterungsverhältnisse eine volle Beschäftigung zuließen. Die in früheren Jahren als Auftraggeber des Baugewerbes maßgebenden Kreise, die staatlichen und kommunalen Behörden, verfügen nicht über hinreichende Mittel. um der öffentlichen Handwerkswirtschaft größere Aufträge erteilen zu können. In den Betrieben werden Feierschichten eingelegt. Viele Handwerkegesellen, die jahrelang bei einem Meister arbeiteten sind brotlos. Im Buerschen Handwerk werden von den gesamtbeschäftigten Lehrlingen über 80 Prozent aus Arbeiter=, sowie Beamten= und Angestelltensamilien beschäftigt, die unter der augenblicklichen Not ganz außerordentlich zu leiden haben, da ihnen wegen des Arbeitsmangels eine regelrechte Ausbildung nicht gegeben werden kann. Einwohner von Buer! Uebt in dieser schweren Notzeit Gemeinschaftosinn! Unterstützt das bodenständige Handwerk Mancher Auftrag in eurem Hausbesitz. manche Reparatur und manche neue Anfertigung kann der Manrer, Dachdecker, Stukkateur, Zimmerer, Maler, Tischler Klempner, Schlosser und Glektriker jetzt ausführen. Erteilt die Aufträge in diesen Tagen und wartet nicht bis zum Winter. Mehrere Tausend Erwerbslo'e mit ihren Familienangehörigen aller Beruse leiden bittere Not. Groß ist die Zahl dever, die vom Wohlfahrtsamt betrent werden müssen. Ihre Zahl wird noch von Tog zu Tag größer. Ehrenpflicht der Buerschen Handwerks ist es, daß bei Erteilung von Aufträgen in erster Linie die Buerschen Erwerbolosen Arbeit und Brot erhalten. Darum erteilt Aufträge dem örtlichen Handwerk! Kirchensteuerbeschluß der Evgl. Gemeinde Iuer-Mille (*) Einen Haushaltsplan für die Zukunft aufzustellen und Einahme und Ausgabe ins Gleichgewicht zu bringen, ist heute nicht leicht. Das erfuhr auch die großere Gemeindevertretung der Evangelischen Gemeinde Buer, als sie in der vergangenen Woche ihre Etatsberatung hatte. Vermögen besitzt und besaß die Gemeinde nie und Schulden sind reichlich vorhanden, sogar noch von dem Kirchbau vor bald 40 Jahren. So ist die einzige Quelle die Kirchensteuer, die wiederum abhängig ist von den Arbeitsverhältnissen und von dem guten Opferwillen der Gemeindeglieder, die wissen, welch wichtige Aufgaben die Kirche gerade in dieser Zeit der Not zu erfüllen hat. Infolge Erwerbslosigkeit und Feierschichten sind die Steuereingänge mancherolts bis auf 50 Prozent und schon jetzt hinter den Voranschlägen zurückgeblieben und da schon früher äußerste Sparsamkeit bei der Gemeinde Grundregel war, bleibt nur eine ganze Reihe zwangsläufiger Ausgaben. Angesichts dieser Lage musite unter den verbleibenden Ausgaben noch einmal rücksichtslos der Rotstift arbeiten, um die ganz bringenden Aufgaben durcführen zu en. So ist es trotz erheblich verminderter Einnahmen gelungen, die gleichen Kirchensteuersätze wie bisher beizubehalten (20 Prozent der Reichseinkommen=, der Gewerbe= und der Grundvermögenssteuer) und auch das Kirchgeld von 4 Mark bis 8 Mark für einkommensteuerfreie, aber im Erwerd stehende Personen. Verheiratete mit einem Einkommen unter 100 Mark. Unverheiratete unter 75 Mark bleiben ganz frei. Eine scheinbare Herabsetzung des Kirchensteuerprozentsatzes und Erhebung eines allgemeinen Rirchgeldes wurde aus sozialen Gründen abgelehnt, um nicht die Uermsten die Lasten der Reichen tragen zu lassen. Die Entlastung der großen Steuerzahler IR nach Ansicht des Presbyteriums Sache des Staates, nicht der Rirchengemeinden, die die Ausfälle ja sonst den Arbeitern auferlegen müßten. Das lehnt die evangelische Gemeinde einmütig mit der katholtschen Gemeinde ab. Außergewöhnliche Rotzeit erfordert Opfersinn und Verständnis und Vertrauen auch von den Gliedern der Kirchengemeinden. Die Mitglieder des Presdyteriums und der größeren Gemeindevertretung sind auch ebenso wie die Pfarter jederzeit gern zur Auskunft und Naterteilung derit. Auch wird bei besonderen Rotfällen auf die Lage Rücksicht genommen und jede Härte vermieden werden. In solchen Fällen dittet das Pres boterium auch um das Vertrauen der Gemeindeglieder, daß sie sich an die Pfarrer wenden und nicht in Unkentnis oder Verärgerung sich zu voreiligen Schritten hinreihen lassen (*) Im Stadtteil Selsenkirchen ist seit einigen Tagen eine Debatte darüber entstanden, daß die Vertreter der Staatsregie. rung, die in der vorigen Woche wieder einmal die Grundstücke besid tigten, die für den Neudau einer Polizeiunterkunft in Frage kommen, sich auf ein Gelände einigten, das in Sutum liegt. Darüber ist in bestimmten Gelsenkirchener Kreisen einige Entrüstung entstanden. Man möchte die Polizeiunterkunft mehr nach der Bahnhofstraße zu haben, wie ja seit der Zusam menschließung der sieben Gemeinden zu der früheren Stadt Gelsenkirchen das Bestreben unverkennbar war, das geschäftliche wie behördliche Leben im alten Gelsenkirchen zu konzentrieren. Zum Leidwesen der eingemeindeten Stadtteile Stalke, Bismard, Bulmke, Ueckendorf usw., die außer dem Verlust des kommunalen Eigenlebens noch das Schwinden des geschäftlichen Lebens aus ihren Geschäftsstraßen zu beklagen hatten. Es war natürlick ein schwerer Schlag für die Ortseingesessenen, den die Aelteren unter ihnen auch heute noch nicht ganz verwunden haben. Die alten Gegensätze zwisten den früheren Außenstadtteilen und dem angeschwollenen Gelsenkirchen sind auch heute noch nicht ganz verwischt. Bei aller Ervansionslust und Konzentrationswut AltGelsenkirchens haben die früheren Stadtverwaltungen Gelsenkirchens doch nicht das sertig gebracht, was andere, weit kleinere Städte erreichten, nämlich die Ansiedlung von staatlichen Behörden. Sicher war die Nachbarschaft von Essen und Bochum eine große Kankurrenz auch in dieer Hinsicht. Di= Behörden somie die Verwaltungestellen der großen Industriegesellschaften, die zumeist in Gelsenkirchen ihre Hauntwerke haben, sehnten sich aus dem rubigen Gesserkirchen dessen Verwaltungen in so menig Mar der Stadt selbst legten, und siedelten sich dort an, wo es schöner war. Der Stadt Gelsenkirchen gelang noch nicht mal das. was jeder anderen Stadt kleineren Formats gelang, nämlich die Errichtung wichtiger staatlicher Behörvengebäude, wie Polizeiamt. Finanzamt. Die Frage der Errichtung von Gebäuden für die Polizei ist überhaunt ein Kapitel, das mit einer vernünftigen Städtebaupolitik, nicht zu vereinbaren ist. Als nach dem Umsturz die Polizei verstaatlicht werden mukte, wurde Gelsenkirchen dem Polizeinräsidium Bochum zugegliedert. Leiter dieses Präsidiums wurde der frühere Gewerkschaftesekretär Stieler aus Gladcke. der numehr zum Regierungenräsidenten avanciert ist. Diesem neuen Mann, der dem Zentrum angehört, wurden von den damaligen führenden Kreisen in Gelsenkirchen soviel Knüppel zwischen die Beine geworfen, daß daraus ein Kleinkrieg zwischen Stadt und Polizei entstand. Die Stadt zog dabei natürlich den Kürzeren. Die staatliche Behörde legte ihr Schwergewicht auf Bockum und ließ Gelsenkirchen unbeachtet. Die Folge davon ist, daß sich die staatliche Polizeis in Gelsenkirchen heute in Räumen befindet, die ihrer höchst unwürdig und für die Beamten unerträglich sind. Die Polizeiunterkunft ist ein Holzschuppen auf dem Flugplatz, die Kriminalpolizei befindet sich in Mietsräumen in der Wildenbruchstraße, während ein anderer Teil der Polizeibehörde in einem Gebäude in der Ebert Straße untergebract ist. Daß diese Verhältnisse unmöglich sind, ist klar, und jeder Versuch, sie zu beseitigen und an ihre Stelle neue, bessere zu setzen, muß auf das lebhafteste begrüßt und unterstützt werden. Deshalb ist es auch ersreulich, daß die Staatsregierung endlich einmal Ernst macht mit dem Plan, für den Stadtteil Gelsenkirchen eine menschenwurdige Unterkunft zu bauen. Die ersten Besichtigungen der fraglichen Gelände haben stattgefunden und bei der letzten Besichtigung sollen sich die Verterter der Staatsbehörden, nach einer bisher noch unverbürgten Meldung, dafür ausgesprochen haben, daß die neuzuerrichtende Polizeiunterkunft hinter dem Kanal auf Buerschem Gebiet gebaut wird. Dort ist das neue Gebäude zwar etwas außerhalb der Gelsenkirchener Bahnhofstraßen=Zone, aber in einer für die Ausbildung der Beamten außerordentlich günstigen Lage. Man hat dort Licht und Luft und vor allen Dingen freies Gelände für die Uebungsplätze, die zu einem solchen Bau gehören. Von Gelsenkirchener Seite wird dieser Plan abgelehnt, während man ihn in Schalle und Bismarck begrüßt. In Bismarck möchte man die Unterkunft nur noch etwas weiter östlich errichtet sehen. Von Gelsenkirchener Seite aus befürchtet man, daß die Polizeigebäude zu weit vom Schuß liegen, und daß es infolge der vielen Bahnkreuzungen im Zuge der König=Wilhelm=Straße dem Ueberfallkommando nickt möglich sein wird, schnell am Ort des Geschehens einzutreffen. Man erwähnt dabei die gerade in Gelsenkirchen so häusige Notwendigkeit solcher Eingriffe. Diesen Einwendungen ist eine leise Berechtigung zwar nicht ganz abzusprechen. Man darf aber nicht vergessen, daß nach dem Bau eines Polizeiamtes in Gelsenkirchen das Ueberfallkommando stets im Polizeiamtsgebäude stationiert sein wird, und daß also in der Unterkunft nur die Beamten weilen, die unbedingt dienstfrei haben. Besonders interessant ist aber, daß die Regierungsvertreter den Platz in Sutum ausgesucht haben. Man geht nicht fehl, daß hinter dieser Entscheidung der Wille der Regierung steht, die Gelsenkirchener Bevölkerung energisch auf die Beweggründe zu stoßen, um deret willen gerade die Staatsregierung den Zusammenschluß von Buer und Gelsenkirchen befürwortet hat: nämlich auf die Notwendigkeit, die bauliche Entwicklung Gelsenkirchens aus dem verbauten und engeren Stadtbezirk auf das freie Gelände zwischen Buer und Gelsenkirchen zu lenken. Im preußischen Staatsministerium des Innern sind Leute an führender Stelle, die mit den Verhältnissen des Emscher=Lippe=Landes sehr gut vertraut sind und die auch die unmögliche Lage Gelsenkirdens in daulicher Hinsicht genau kennen. Im Stadtteil Gelsenkirchen hat man vor der Umgemeindung diesen Gedanken auf das lauteste begrüßt und stets erklärt: wir brauchen Licht und Luft zum Bauen. Wir haben nach Süden. Westen und Osten keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr, wir müssen nach Norden, wenn wir weiter leben wollen. Nach der vollzogenen Umgemeindung aber hört man andere Töne. Jetzt ist Gelsenkirchen nicht mehr zu klein. Jetzt baut man alle nur erdenklichen Baulücken zu. nur nach Norden hin will man den so sehr begrüßten Weg nicht finden. Und doch wird man, ob man will oder nicht, den Weg einmal gehen müssen. Deshalb kommt der Hinweis der Staatsregierung auf die letzten Möglichkeiten gerade zur rechten Zeit. Die Staatsregierung weist durch das Aussuchken eines Bauplatzes außerhalb der Gelsenkirchener Bahnhofstraßen=Zone klipp und klar auf die Notwendigkeit hin, sich in baulicher Hinsicht nunmehr ganz entschieden nach Norden zu orientieren und so endlick zwischen den nun einmal zusammengeschlossenen Stadtteilen eine Brücke zu bauen, die für das Gemeinleben der Gesamtstadt von ungeheuerer Wichtigkeit sein dürfte. Der Teil der Buerschen Bevölkerung, der seinerzeit für den Zusammenschluß stimmte, hat das lediglich getan, weil er damit hoffte, den in den Steinmauern Gelsenkrchens eingepferchten Bewohnern neue Siedlungsmöglichkeiten und Wege zu verschaffen. Leider hat man dieses Ziel in den letzten Jahren unter dem Wust kleinlicher Machtintrigen begraben, es ist höchste Zeit, daß allen Bürgern, besonders aber der Stadtverwaltung, die leider den Gelsenkirckener Bahnhofsstraßen=Politikern allzu gefügig war, dieses Ziel der Städteverschmelzung deutlich gezeigt wird. Die Staatsregierung jedenfalls hat es noch nicht aus den Augen gelassen. Schon als der Plan der Errichtung eines Arbeitsamtes akut wurde. dachte man daran, dieses Amt in Sutum zu errichten, an einer Stelle, die zentral gelegen, von allen drei Stadtteilen gleichmäßig zu erreichen war. Der Plan fand aber damals größten Widerspruch. Auch ließen es die Verhältnisse nicht zu, daß man den Bau in Angriff nahm. Nunmehr ist überhaupt keine Aussicht mehr vorhanden. ihn in Kürze zu errichten. Kommunale Kurzsichtigkeit hat auch hier wieder etwas angestiftet, unter dem die Allgemeinheit zu leiden hat. Wir wissen zwar noch nicht, wie die endgültige Entscheidung der Staatsregierung lauten wird, welchen Platz sie bestim. men wird für den Bau einer Polizeinnterkunft. Die große Mehrheit der Bürgerschaft würde es aber auf alle Fälle lebhaft begrüßen, wenn mit diesem Bau endlich einmal der Anfang gemacht würde, not. wendige Wohn= und Siedlungsgebäude nicht mehr in dem verbauten Stadttern rund um die Bahnhofstraße zu errichten. Der Weg geht in dieser Hinsicht nur nach Norden. Das sollte man in allen Kreisen endlich einmal einsehen. Valast-Kassee öuer Zweites Sonderkonzert (*) Am heutigen Abend veranstaltet die Kapelle Chester Schuh im Palast=Cafe wiederum ein Sonderkonzert mit einem ausgewählten Programm. Der Erfolg des ersten Konzertes sowie der Umstand, daß die Kapelle Chester Schuh bei allen Gästen des Palast=Cafes rückhaltlose Anerkennung gefunden hat, werden dazu beitragen, daß auch der heutige Abend sich eines großen Besuches erfreuen wird. (*) Hindenburg=Symnasium Buer. Studienassessor Walter Ort wurde mit Wirkung vom 1. April 1931 zum Studienrat an dem städtischen Hindenburg=Gymnasium ernannt. (*) Soldene Hockzeit in Buer. Am heutigen Tage feiern die Eheleute Wilhelm Krämer, wohnhaft Buer, Bergmannsglück, Velsenstraße 7, im Kreise ihrer Angehörigen das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Der 77 Jahre alte Brautigam ist wegen seines freundlichen Wesens und seines Humors eine allgemein beliebte Persönlichkeit. (*) Undine Vorstellung in Dortmund. Schulrat Dr. Avvens bittet uns, mitzuteilen, daß am Sonntag. dem 19. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf seine Veranlassung im Stadttheater Tortmund eine Aufführung der Oper„Undine“ stattfindet. Die Fahrt dabin soll mit einem S.sellschaftszug ab Bahnhof Bismarck erfolgen. Die Reichsbahndirektion hat eine Preivermäßigung von 50 Prozent zugesagt. Die Preise für die Plätze betragen 25 Pig. dis 1.75 Mark. Der Fahrpreie bin und zurück Dortmund 1.35 Mark Karten sind auf Zimmer 15 des Rathauses Buer zu erhalten. (“) Theater Zechengasthaus Buer Hassel Pen S#ntag um 20 Uhr. findet ein Gast spiel erster westdeutscher Bühnenkunstier statt, de: dem der große Lachschlager„Der tolle Max“ zur Aufführung kommt. Dieser urkomische Schwank entfesselt Ladstürge über Lachstürme. Die Enitrittspreise sind ##ed#ig. 1. Platz 80 Pfg., 2. Platz 50 Pig Karten sind im Zechengasthaus und an der Abendkasse ab 7 Uhr zu haben. Um 16 Uhr findet eine Märchenvorstellung statt, bei der „Hänsel und Gretel" zur Aufführung kommt. Karten zur Kindervorstellung sind nur ab Sonntag 5 Uhr an der Kasse zu haben. 1. Platz 30 Pfg., 2. Platz 20 Pfg., Erwachsene 20 Pfg. mehr. (*) Interessanter Lokaltermin in BuerMitte. Gestern nachmittag sand in strömendem Regen an der Kreuzung Erle= und Nienhojstraße in Buer=Mitte ein Lokaitermin statt, der einiges Aufsehen erregte. Es wurde vom Gericht im Beisein der Verteidiger und Zeugen ein Motorradunfall rekonstruiert, der sich vor eineinhalb Jahren dort ereignet hatte, und bei dem eine Verkäuferin aus Buer eine schwere Kopfverletzung davon getragen hat. Im Gerichtsauto war eine Schreibmaschine untergebracht, mit der an Ort und Stelle die Aussagen der Klägerin und der Zeugen niedergelegt wurden. Man siehr also, daß das Gericht, lies Landgericht, sich modernisiert. als Pfand abnehmen. Als T. sich dogegen wehrte, erhielt er einen Schlag ins Gesicht. Dann trat sein roher Gläubiger auf ihn ein, schlug ihn zu Boden und zerschnitt ihm mit einem Messer den Mantel kurz und klein. Die vier Wochen Gefängnis sind für ihn wirklich eine gelinde Strafe, zudem er gegen Schadenersatz auch noch Bewährungsfrist erhielt. * Wenn ein solcher Fall verhandelt wird, muß man sich natürlich hinsetzen. Nun steht aber im Buerschen Gericht der Pressetisch mitten im Zuhörerraum. Zur Erhöhung der Freude hatten gestern noch die Kriminalstudenten ihre Mäntel und Hüte darauf abgelegt. Ferner stand nur ein einziger Stuhl da, der belagert wurde wie ein Ministersessel. Als Vertreter der Großmacht Presse hat man doch auch noch Gelegenheit, von den Nachbarn sokelhafte Offerten über Schweigegelder anzunehmen. Unser Amtsgericht int denn doch nicht so klein und schäbig, daß es sich nicht einen Pressetisch im Zeugenraum, wie es in den kleinsten Städten ist, leisten kann Also reinen Tisch gemacht im Sinne der HeimatFiege! Schönes Buersches Gericht Unglaublich (“) Der No.standsarbeiter W. hatte bei den Arbeiten auf Schloß Berge einen sog. Aasseeposten bekommen. Er mußte für seine Kollegen Miich holen und Kaffee kochen. Dabei legte er denn das Milchgeld immer vor, bekam es aber regelmäßig zurück. Als die Arleiten beendet waren, bekam er von dem Arbeiter T. noch 20 Pfennig. Er setzte diesem nun derart zu, daß dieser ihm zunächst schon mal 15 Pfg. b. zahlte. Für den restlichen Fünfer wollte er nun seinem„Schuldner“ eine Weckuhr (“) Der tägliche Raddiebstahl. Das Herrenrad eines Stellmachers aus BuerScholven fiel einem Diebe zum Opfer. Der Eigentümer hatte das Rad im Werte von 60 dis 30 Mark am 28. April, gegen 11.45 Uhr vor dem Finanzamt niedergestellt E. handelt sich um eine Tourenmaschine, Marke 8i. Vor Ankauf wird gewarnt. (*) Kassette mit 359 Mark gestohlen Einem Anwohner des Rirchplatzes wurde am Dienstag abend aus dem Schreibtisck eine Kassette mit 330 Mark Inhalt entwendet. Der Täter ist unbekannt. Die Polizei hai die Ermittelungen nach ihm sofort aufgenommen. Sachdienliche Angaben nimmt die Kriminalpolizei hier entgegen. Oskar Bildes Verleidiger 1 Im Alter von 90 Jahren nuro der englische Advokat Sir Edward Clarke. In den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderto ist er in vielen berühmten Prozessen hervorgetreten. u. a. auch in dem Prozeß gegen Oskar Wilde, der mit der Verurteilung des Dichters zu Zuchthaus (“) Diebe in der Wirtschaft. Ein an der Essener Straße in Buer wohnender Wirt wurde in der Nacht zum 29. April von Dieben heimgesucht. Sie gelangten durch ein offenstehendes Saalfenster in das Innere der Wohnung und entwendeten dort für 60 Mark Kleider, Wäsche und ein Paar Sauhe aus der Küche. (*) Achtzigjähriger Westerholter. Gärtner Franz Görner, Westerholt, Grünstraße 4, feirt am 30. April 1931 seinen 80. Geburtstag () Rad in Westerholt gestohlen. Ein Schlosser in Westerholt hatte am 15. April gegen 14,30 Uhr sein Herrenfahrrad vor einem Hause an der Bahnhofstraße niedergestellt und konnte später nur noch sein Fehlen feststellen. Das Rad trägt die Marle Schwalbe Nr. 1B und die Fabriknummer 40 649. 1 Zusammenbruch der Bäckerinnung in Gladbeck. Seit einiger Zeit hatte die wirtschaftliche Vereinigung für das Bäckergewerbe e. G. m. b. H. in Gladbeck in besonderem Maße unter der wirtschaftlichen Depression zu leiden. Jetzt kommt die überraschende Mitteilung, daß sie die Zahlungen eingestellt hat. Natürlich sind die Genossenschaftler in Höhe ihres übernommenen Anteils haftbar. Am Donnerstag findet eine Versammlung der Genossen statt. Es muß abgewartet werden, in welcher Form sich die Schwierigkeiten lösen lassen. Einige Bäckermeister sind besonders hart betroffen. () Singewoche der ver. Gladbecker Kirchenchöre. Zum Abschluß der Singewoche der vereinigten Kirchenchöre Gladbeck und Umgebung wird am Sonntag in der dortigen Christuskirche Pastor Ebing=Buer, im 10=Uhr=Gottesdienst eine Predigt halten. Woher kommt Ihre Ermüdung? Durchschnittlich 20000 Schritte machen Sie täglich, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, im Hause, bei Einkäufen, auf dem Gang zu Ihrer Arbeitsstelle. Abends brennen die Füße, sind vielleicht gar aufgeschürft, Ihre Hühneraugen stechen und Sie sind froh, wenn Sie die Schuhe von den Füßen streifen können. Zwingt Sie das nicht zum Nachdenken? Muß das so sein? Können Sie sich nicht vorstellen, daß es doch auch irgendwo Schuhe geben könnte, die Ihnen bequem sind, in denen Sie lausen können, so viel Sie wollen, ohne die geringsten Beschwerden zu spüren, nur der Schuh. in dem Sie sich wohl fühlen, ist günstig gekauft. Deshalb schenken Sie dem Fachmann Vertrauen! Der beste Schuh muß gerade gut genug für Sie sein! Kaufen Sie daher Ihre Schuhe im ührenden Schuhheue Grüterich da taufen Sie so, daß Sie sich auch bei starkem Gebrauch darauf verlassen können. Warum eit erteer Schafer erb giager Weer.C 109 Nur 1 Soecde Wohlbehsgen. Al einverkauf jur Buer: Grüterich Buer, Essener Straße 23-25 1n Donnerstag, den 30. Apri! Jahrgang 1931 Güs Guslonki#nen Som oggongenenr M4en 99B-Taz im haus=Sachs-Haus Der Führergedanke in der Standes= und Wirtschaftsgemeinschaft (—) Dieses Thema steht auf dem 20. Niedertheinisch=Westfälischen Kaufmannsgehilsentag, der vom Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband in Verbindung mit seinem 31. ordentlichen Gautag für den 3. Mai 1931 nach Gelsenkirchen einberufen ist, zum Vortrag. Die Tagung, umrahmt von Orgelspiel und dem Gesang der DHV.= Männerchöre des Gaugebietes, beginnt am 3. Mai, vormittags 10 Uhr, im Hans=SachsHaus; sie ist allgemein zugänglich. Die Vortragenden sind Gauvorsteher Karl Baudach=Düsseldorf, dieser spricht über:„Der Führergedanke in der Standesgemeinschaft" und Universitätsprofessor Dr. Theodor Brauer=Köln spricht über:„Der Führergedanke in der Wirtschaftsgemeinschaft". Das Schlußwort spricht ein Vertreter der Hauptverwalung des O5V. Der Gautag, der in der Stadthalle zu Gelsenkirchen stattfindet, ist nur den Mitgliedern des Verbandes zugänglich. Der Gautag wird sich neben seinen satzungsgemäßen geschäftlichen Aufgaben auch mit dem Gehaltsabbau im Bereich von ArbeitNordwest auseinandersetzen. Neben dem Gautag findet eine Reihe von Sonderveranstaltungen statt, so u. a. Arbeitstagungen für Zahlstellenleiter und Betriebsrechner, Bildungsobmänner, Jugendführer, Bund reisender Kaufleute im OHV. und dem Bund der Männerchöre im DHV. Für die auswärtigen Teilnehmer findet am 2. Mai ein Begrüßungsabend im HansSachs=Haus statt, der mit Konzert, Gesang. Laienspiel und Schargesängen ausgefüllt wind. Ovel-Karawane in Gelsenkirchen Rundfahrt durch die Stadt (—) Gestern morgen traf in Gelsenkirchen die aus allen Wagentypen der Opel=Fabrik zusamengestellte Karawane ein, die eine längere Rundfahrt durch die Stadt unternahm. Der„Opel=Zug“ gab eine interessante Uebersicht über das Gesamtproduktionsproramm von Rüsselsheim. Man sah die kleinen und großen Lieferwagen und die verschiedenen Typen der vier= und sechszylindrigen Kabrioletts und Limusinen. Zweck der Opel=Karawane ist, für die stark herabgesetzten Preise der Opel=Erzeugnisse propagandistisch zu wirken. Der vierzylindrige Opel=Kabriolett= Wagen(20 PS.) kostet jetzt 2500 Mark, die vierzylindrige Limusine 2700 Mark. Die sechszylindrigen Wagen kosten 3175 Mark(Kabriolett) und 3295 Mark(Limusine). Die geschmackvoll dekorierten Wagen der Opel=Karawane, die die Hauptstraßen der Stadt befuhren, fanden selbstverständlich bei den Passanten ungeteiltes Interesse. Auftakt der Etatsberatungen Im Amte Marl Doppelte Bürgersteuer in Polsum Kurze Gemeinderatssitung mit elnigen Wenn und Abers Kommunist Hoffmann hält eine Verlesung über Gemeindeetals Im kommunistischen Regime] Sonts nichts Neues (5) Mit der gestrigen Gemeinderatssitzung in Polsum begannen die Gemeindeetatsberatungen im Amte Marl. Die Verhandlung hatte eine grundsätzliche Bedeutung, weil in ihr auch die für Marl aktuelle Frage der erhöhten Bürgersteuer behandelt wurde. Die Verwaltung hatte eine zweihundertprozentige Erhöhung der Bürgersteuer vorgeschlagen, kam aber nur mit einer hundertprozentigen Erhöhung im Plenum durch. Die Sitzung verlief in erfreulicher Kürze und Würze, obwohl sich der Gemeindevertretr Hoffmann von der KPD veranlaßt fühlte, einmal das kommunistische Regime rosenrot zu malen. Seine Ausführungen waren zwar in gewisser Hinsicht interessant und von einer ruhigen Sachlichkeit, führten aber im Rahmen der Etatsberatungen etwas zu weit. Sonst gab es nichts Neues in Polsum, denn es gab nur eine Punkt in der Tagesordnung und dieser hieß eben: Etat 1931. Die Elalsrede Nachdem Gemeindevorsteher Wegener die Sitzung eröffnet hatte, führte Bürgermeister Dr. Willecke zur Lage der Gemeinde folgendes aus: Ohne Zweifel handelt es sich bei der gegenwärtigen Gemeinderatssitzung um die wichtigste Sitzung des Jahres. Er brauche wohl kein Wort zu verlieren, um die Notverhältnisse, die allen bekannt seien und die in der Nachtragsumlage im Herbst zu deutlichem Ausdruck gekommen seien, zu schildern. Es hätte sich die Notwendigkeit zu ganz rigoroser Sparsamkeit ergeben, um den Fehlbetrag des Vorjahres glatt zu stellen. In manchen Positionen habe man Abstriche vornehmen müssen, die zu machen der Verwaltung recht schwer gefallen wäre. Der diesjährige Etat befände sich noch unter den Ist=Ausgaben des vorigen Jahres. Er sei unter dem Hauptgrundsatz aufgestellt worden, neue steuerliche Belastungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Von schwerstem Gewicht sei die Steigerung der Fürsorgelasten, durch die allein 1.6 Mill. im Kreis offen ständen und die sich auch in den Gemeinden nachhaltig auswirkten. Es sei deshalb nicht zu umgehen gewesen, daß ein Fehlbetrag von 40330 Mark geblieben sei. Angesichts dieses Fehlbetrages müsse man erneut die Hoffnung und Erwartung aussprechen, daß eine anderweitige Regelung der Wohlfahrtserwerbslosen=Fürsorge Platz griffe. Es müsse auch die Forderung gestellt werden, daß der Fehlbetrag wenigstens zum Teil aus Reichs= und Staatsmitteln gedeckt würde. Man könnte sich aber trotzdem nicht an einer Deckung vorbeidrücken und aus diesem Grunde habe die Verwaltung eine zweihundertprozentige Erhöhung der Bürgersteuer vorgesehen, obwohl er wisse, daß diese Bürgersteuer von einigen Kreisen schwer zu tragen sei. Die Finanzkommission habe zwar nur eine hundertprozentige Erhöhung beschlossen, aber die Verwaltung müsse auf ihrer Vorlage bestehen bleiben. Es sei ja auch zu werten, daß die Grundvermögens= und Gewerbeertragssteuer nicht erhöht worden seien, und daß die Lohnsummensteuer vorschriftsgemäß sogar eine Senkung erfahren habe. Die böse Bürgersteuer Als erster ergreift Gemeindevertreter Wegener(Ztr.) das Wort zu dem neuen Etat. Die Zentrumsfraktion, so führte er aus, könne sich lange Ausführungen ersparen; sie heiße den Etat gut mit Ausnahme der Bürgersteuererhöhung, die sie auf hundert Prozent beschränkt wissen möchte. Würde man die Bürgersteuer nicht erhöhen, so könnte es in absehbarer Zeit möglich sein, daß man den Erwerbslosen nicht mehr die notwendigen Mittel zuführen könne. Auch die Zentrumsfraktion müsse, wie schon der Bürgermeister, an Reich und Staat appellieren. G.=V. Müller(SPD) erkennt an, daß der Etat mit äußerster Sparsamkeit aufgestellt sei. Er könne aber nicht anerkennen, daß man die Bürgersteuer, welche die ungerechteste Steuer sei, die man jemals gehabt habe, verdreifache oder verdoppele. Er wisse nicht, was sich die Verwaltung bei dieser Vorlage gedacht habe. Es ginge nicht an, daß Bergleute, die mit 25 bis 30 Mark nach Hause kämen, nun auch noch eine erhöhte Bürgersteuer tragen müßten. G.=V. Hampe(Evgl. Vgg.) bedauert, daß man gerade im Schulwesen Abstriche habe machen müssen und daß die Schülerwanderungen in diesem Jahre wegfallen müßten. Er habe zuerst Anstoß genommen an den hohen Renovierungskosten für das Gemeindegasthaus(1550 Mark) aber er habe dann doch eingesehen, daß eine Renovierung notwendig sei. Auch er müsse die Annahme eines hundertprozentigen Zuschlages zur Bürgersteuer empfeh len, damit die Sonderüberweisungen nicht verscherzt würden G.=V. Hoffmann(KPD) nimmt in längeren Ausführungen zu dem Etat Stellung. Die Frage nach der Hebung der Kaufkraft der Massen sei nicht durch den Etat berücksichtigt worden. Die Mittel und Unterschicht würde stärker belastet als zuvor. Unter der Sowjetherrschaft würde der Etat so aussehen:...(Es folgen längere Ausführungen über Abstriche, hohe Beamtengehälter usw.) Redner schließt mit der Prophezeiung, daß im nächsten Jahre der Etat von der KPD festgesetzt würde. G.=V. Waschke bringt einen Antrag ein auf Schluß der Debatte und Abstimmung. Der Etat wird mit der von der Zentrumspartei vorgeschlagenen und der Evangelischen Vereinigung unterstützten Be schränkung der Bürgersteuer auf einen hundertprozentigen Zuschlag mit allen Stimmen gegen die Stimmen der KPD und bei Stimmenthaltung der SPD angenommen. bas billige Schuhhaus Rofenthalbus Str. 12 (—) Joe Adde im Central=Cafe. Ab 1. Mai 1931 spielt im Central=Case, Gelsenkirchen, Hochstr. 1, Joe Adde mit seinen Solisten, das tanzende und singende Orchester. Das Orchester ist eine der prominentesten deutschen Kapellen und wurde durch die Uebertragungen des Westdeutschen Rundfunks mit seinem Repertoir klassischer und modernster Musik bekannt. Joe Adde singt, seine Kollegen sind Meister des Banjo, Accordson, Saxophon, Geigen, Vibraphon.(Siehe Anzeige). (—) Maiseier in der Müllabfuhr. Am Freitag, den 1. Mai fällt die Müllabfuhr im Ortsteil Gelsenkirchen aus. In den hiervon betroffenen Bezirken wird sie am Dienstag, dem 5. Mai, nachgeholt. In den Ortsteilen Buer und Horst erfolgt die Abfuhr wie gewöhnlich. Siehe hierzu auch die amtliche Bekanntmachung in der vorliegnden Nummer. (—) Regiments=Wiedersehen in Gelsenkirchen. Am Sonntag findet im Bahnhofshotel die Wiedersehensseier des Insanterie=Regiments 145 statt. Bei dieser Veranstaltung, die in großem Stile aufgezogen ist, wird der Männergesangverein „Einigkeit" Schalke mitwirken. (—) Siedlungomöglichkeiten im Osten. Die Volksnationale Reichsvereinigung, Ortsgruppe Gelsenkirchen, veranstaltet heuto abend im Tiergartensaale eine öffentliche Kundgebung über die Siedlungsmöglichkeiten im Osten. Referent ist der Führer der Landnehmerbewegung, Schroder, Dortmund. (—) 30 Jahre Storchentante. Am gestrigen Mittwoch konnte Frau Karoline Dehmer, Bismarckstraße 120, auf eine 30jährige Tätigkeit als Hebamme zurückblicken. Der Jubilarin wurden von der Hebammenvereinigung Gelsenkirchen mehrere Ehrungen zuteil. (—) Deutistenprüfung bestanden. Die staatliche Dentistenprüfung bestand in Dresden Herr Wilhelm Haim aus der Kreuzstraße in Gelsenkirchen. Sohn des Dentisten M. Haim. (—) Jugendbund ergl. Gemeinschaft Sellenkirchen. Die 34. Kreistagung des Ruhrbezirks des Jugendbundes evgl. Gemeinschaft findet am 16. Mai in Gelsenkirchen statt. Morgens um 9.30 Uhr Festgettesdienst. um 4 Uhr im Hans=SachrHaus Feierstunde, bei der Prediger Wostmutk(Oberhausen), Haus(Gelsenkirchen) und Walenski(Essen) Ansprachen halten werden. Die evgl. Männerchöre wirken mit. (—) Blinder Violinvirtuose wielt. Heute obend um 20 Uhr findet im Saale des Hans=Sachs=Hauses ein Konzert des blinden Violinvirtuosen Ernst Brüggemann statt, der eine Auswahl klassischer Violinkompositionen zum Vortrag bringen wird. (—) Nauchmaterial gestohlen. Dienstag, gegen 4,30 Uhr, wurde von zwei Personen in das Zigarrengeschäft der Luise Nissel, Cäcilienstraße 32, eingebrochen. Was gestohlen worden ist, steht noch nicht fest. Die Täter sind unerkannt entkommen.— In der Nacht zum Mittwoch wurde der Schaukasten der Zigarrengeschäftes Ecke Bochumer=Breitestraße von unbekannten Tätern eingeschlagen. Gestohlen wurden vier Lose und 400 Zigaretten. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange. (—) Schwindlerfrechheit. In Gelsenkirchen treibt eine Schwindlerin, die auch anscheined Falschgeld verbreitet, ihr Unwesen. Sie sucht hauptsächlich nur harmlose Frauen auf, denen sie Wäsche anbietet und verkauft. Nachdem die Frauen bezahlt haben, sucht sie diese später nochamls auf unter dem Vorwande, sie hätten ihr Falschgeld in Zahlung gegeben. Viele sind auf diesen Trick hereingefallen. Die Schwindlerin wird wie folgt beschrieben: 1.65 bis 1,70 Meter groß, schlank, ovales Gesicht und rötliches Haar, dunkler Hut, kleine Form, dunkelblauer Mantel, graue Strümpfe und schwarze Halbschuhe. Sie nennt sich Denand und gab als Wohnung hier, Küppersbuschstraße 27, an, dort ist sie aber unbekannt. Sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertaulich behandelt werden, nimmt die Krimnalpolizei in Gelsenkirchen, Wildenbruchstraße 11—13. Zimmer 28—33, entgegen. Frauentagung im Hans=Sachs=Haus Beratungen über wichtige Themen Der rheinisch=westfälische Fravenverband hält seine diesjährige Hauptversammlung und seinen Verbandstag am Sonnabend, den 16., und Sonntag, den 17. Mai im Hans=Sachs=Haus in Gelsenkirchen ab. Das Gesamtthema der Tagung lautet:„Aktivierung von Frauenkräften zur Ueberwindung unserer Not“.— Am Sonnabend, den 16. Mai, findet um 16 Uhr eine öffentliche Versammlung statt unter dem Motto:„Der Kampf um die Idee der In sechs Tagen Englaus—Südafrika sel Der englische Rekordflieger Glen Kidston nach seiner Ankunft in Kapstadt. Er hat die Strecke London—Kapstadt(13700 Kilometer) in der Rekordzeit von sechs Tagen geflogen. Während des Fluges entstand ein Propellerschaden, der oben links dem Bilde deutlich zu erkennen ist. In der Mitte: Glen Kidston. auf Frauenbewegung“. Außer dem Bericht über die Arbeit des Verbandes von Frau Marta Dönnhoff, M. d. L., Soest, wird Dr. Frances Magnus von Hausen, Bochum, über„Wie stärken und verbreitern wir unseren Einfluß" und Dr. Grete Oevel, Köln, über„Das bedrohte Recht auf Arbeit“ sprechen. Abends findet ein öffentlicher Vortrag von Frau Helene Glaue, Jena, über„Hauswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Zusamemnhänge— Lehren der Wirtschaftskrise“ statt. Die Hauptversammlung, in der der Jahres= und Kassenberich entgegengenommen und die Anträgberaten werden, beginnt am Sonntag, den 17. Mai, um 9 Uhr vormittags. Um 10,30 Uhr findet eine große öffentliche Versammlung unter dem Motto:„Neue Gedanken und Wege im Dienste der sozialen Arbeit“ statt. Es werden sprechen Dr. Elisabeth Cordemann, Gelsenkirchen, über„Das Arbeitsfeld", Else Hackenjost, Opladen,„Aus der Praxis der Berufsarbeiterin“, Frau Neven du Mont, Köln, über„Die Aufgabe der kommunalpolitisch tätigen Frau“, Frau Bohn=Engelhardt. Essen, über„Die Stellung der freien Wohlfahrtspflege“. 25 Jahre Bahnhof dors-süt Von Haltestelle zur Bahnstation 0 Morgen beginnt für den Bahnhof Horst=Süd das Jahr des 25jährigen Bestehens, denn am 1. Mai 1907 konnte die damalige„Haltestelle" der Emschertalbahn, Horst=Emscher=Süd von dem Amtmann Kranefeld der Horster Bürgerschaft übergeben werden. Die kleine Holzbaracke (denn mehr stellte der erste Bahnhof in Horst nicht vor) mußte von der Gemeindevertretung hart erkämpft werden. Es bestand ursprünglich die Absicht, neben dem Bohnhof Karnap keinen weiteren Bahnhof zwischen Schalle und Bottrop zu errichten, zumal die Entfernung zwischen Horst und Karnap sehr gering ist. Die Horster Gemeindeväter setzten sich jedoch durch und erreichten, daß wenigstens in„Horstermark" die auf der Emschertalbahn verkehrenden Züge hielten. Als die Industriegemeinde Horst eine günstige Entwicklung nahm und durch die Rennbahn der Verkehr wesentlich gesteigert wurde, erklärte man Horst=Emscher=Süd zur Bahnstation und dieser kleine Horster Bahnhof hat in den 24 Jahren, die er jetzt hinter sich hat, allerhand erleben müssen. Zunächst war es der heiße Kampf um die Höherlegung der Emschertalbahn, die schließlich im Jahre 1924 vorgenommen werden konnte, ohne daß der schöne alte Bahnhof Herst=Süd angetastet wurde. Dann entbrannte der Kampf um den Bahnhofsneubau in Horst, der von der letzten Horster Gemeindevertretung propagiert wurde, ader in der Hitze der Eingemeindungskämpfe wieder zurückgestellt wurde. Das Tormbahnhofprojekt Sehenverkauft zu besonders billigen Verbepreisen kirchen=Heßler=Horst und die Vereinigung der Bahnhöfe Horst und Karnap(auf Horster Gebiet) sind noch als Versprechungen für eine bessere Zeit übrig geblieben. Im Jahre 1927 sollte aber doch mit dem Bahnhofsgebäude in Horst, das mal„Trinkhalle",„Bretterbude“, mal„Aussichtsturm“ genannt wurde, eine Veränderung vor sich gehen. Der größte Teil der alten Holzbaracke verschwand und wurde durch einen stabileren Holzbau ersetzt. Zudem nahm man mehrere bauliche Erweiterungen vor, die dem immer noch recht kleinen Bahnhof in Horst(der allerdings auf der Emschertalbahn nachweislich den stärksten Verkehr nach Wanne=Eickel und Oberhausen erledigt) ein moderneres Gepräge gaben. So hat denn die vielgeprüfte Gemeinde endlich einen der Zeit entsprechenden Bahnhof. O Horster Tauben auf Reisen. Um Sonntag fand die zweite Vortour der Emschertaler Reisevereinigung statt, an der sich die Brieftaubenzüchter in stattlicher Anzahl beteiligten. Die Reise ging von Stadthagen aus, eine Route von über 160 Kilometern. Gegen 6,30 Uhr wurden die Tauben aufgelassen. Die erste Taube erreichte um 9.05 ihren heimatlichen Schlag, legte also 955 Meter pro Minute zurück. O Horster Familiennachrichten. Heute feiern die Eheleute Wilhelm Smol und Frau Luise geb. Breitenbach, Essener Straße, und die Eheleute Gustav Hanke und Frau Maria geb. Suhl das Fest der silbernen Hochzeit. O In Horst stiehlt man Sättel. In Horst wurde einem Anwohner der Burgstraße in der Nacht zum Dienstog ein Sattel mit Hintergeschirr aus seinem unverschlossenen Stalle entwendet, wodurch er eine Schaden in Höhe von 50 Mark zu verzeichnen hatte.— In der Nacht zum Mittwoch wurde bei einem Anwohner der Alleestraße in Horst ein Einbruch verübt. Hier erbrachen die Diebe die Ladentür und entwendeten dann aus dem Geschäft nachstehende Sachen im Gesamtwerte von 400 Mark: zwei Staubsauger, zwei Radioapparate, einen Lautsprecher, zwei elektrische Bügeleisen, einen elektrischen Scherenwärmer und Taschenlampen. Sachdienliche Angaben nehmen die Polizeidienststellen entgegen. Die Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Neuer Dauerrekord in Auf dem Kasseler Segelflgugelände Dörnberg hat der Polizeioberleutnant Hoentschel den Dauerrekord im Segelflug um 1 Stunde 40 Minuten mit einer Gesamtflugdauer von 11 Stunden und 1 Minute überboten. Haentschel war um 8 Uhr 13 Minuten morgens aufgestiegen und mußte um 7 Uhr 14 Minuten abends wegen der Dunkelheit landen. Verantwortlich für Politik, Provinz und Vermischtes: Willi Witt; für Lokales, Sport und Feuilleton: Paul Klose: für Theater, Konzerte und bildende Kunst: Dr. Depenheuer: für den Anzeigenteil: Rudolf Heintz, sämtlich in Gelsenkirchen=Buer. Berliner Schriftleitung: Karl Fischer, Berlin, Wilhelmstraße. Geschäftliches Freudige Mitteilung Einem Teil unserer heutigen Ar liegt eine Extra=Zeitung der Firma Gedr. Golbblum, Gelsenkirchen, bei. Dieselde veranstaltet einen großen Pfingstverkauf zu besonders vorteilhaften Preisen. Einen besonderen Hinweis verdient der inzwischen so bekannt gewordene 15=Taler=Herren=Anzug aus reinwollenem Rammgarn, von dem heute alles spricht. Wir Ennen einen Besuch bei der Firma Gedr. Goldblum nur empfehlen, zumal dieser der Ruf vorausgeht, daß sie ihre Preise trotz der Quolitätswaren immer wieder den schlechten wirtschaftlichen Verhaltnissen anversteh. Donnerstag, den 38. April Jahrgang 1331 Der Minister entscheidet kommunale Instauzen werden nur gesragt 9 Zur Eingemeindung Haltern wird uns von der Pressestelle der Regierung in Münste. zendes mitgeteilt: Der Minister des Innern hat auf eine Eingabe des Eingemeindungsausschusser des Amtes Haltern dahin entschieden, daß er keine Veranlassung sehe, den Beschluß des Provinzialrates vom 24. November 1930 mit der Anfechtungsklage aus Paragraph 126 des Landesverwaltungsgesetzer enzufechten. Damit ist über die Eingemeindung Haltern endgültig entschieden. Zu der weiter von dem Eingemeindungsausschuß ausgeworsenen Rechtsfrage, ob eine Veränderung von Gemeindegren= zen ohne weiteres die Aenderung der entsprochenden Amtsgrenzen nach sich zieht, oder ob noch das in Paragraph 22 der Westsälischen Kreisordnung für die Aenderung von Amtegrenzen vorgeschriebene besondere Verfahren danoben stattfinden müsse, hat der Minister gleichzeitig angeordnet, daß letztgenanntes Verfahren noch besonders durchzuführen ist. Er ist dabei von der Erwägung ausgegangen, daß an sich für jede der beiden Rechtsauffassungen Gründe geltend gemacht werden könnten, daß es aber jedenfalls für die Provinz Westfalen an einer klaren gesetzlichen Bestimmung hierüber fehlt, wie auch die Verwaltungspraxis in dieser Rechtsfrage im Lause der Zeit schwankend gewesen sei. Die im Paragraph 22 der Westsälischen Kreisordnung vorgesehene Anhörung des Kreistages Recklinghausen und Beschlußsassung des Bezirksausschusses Münster werden daher demnächst erfolgen, worauf der Minister seine Entscheidung treffen wird. An der vollzogenen Umgemeindung des Stauseegebietes in die Stadt Haltern wird durch diese Vorgänge selbstverständlich nichts geändert, vielmehr handelt es sich nur darum, der Angelegenheit den formaken urbschluß hinsichtlich der Amtsgrenzen zu geben. Demgemäß hat sich die Stelkungnahme der vorgenannten beiden Körverschaften nur auf die Aenderung der Amtsgrenzen zu erstrecken, nicht etwa auf die Eingemeindung, über die ja bereits rochtskräftig entschieden ist. Brotest der Angestelten der Eisen= und Stahlindustrie # Die Vertrauensmänner des G. D. A. der Bezirke Bochum und Vest nahmen in einer wirtschaftspolitischen Aussprache in Gelsenkirchen Stellung zu der immer unerträglicher werdenden Lage der Angestelltenschaft in Bergbau, Industrie und Handel. Der fortwährende Gehalts= und Lohnabbau in der Eisen= und Stahlindu#rie muß zur Proletarisierung großer, für die kulturpolitische Gestaltung des deutschen Volkes wichtiger Volksschichten führen. Da zu dieser Verschlechterung des Lebensauskommens noch weitere Abbaumaßnahmen auf sozialpolitischem Gebiete(Unfall und sonstiger Verschlechterungen) geplant sind, und damit weitere verschlechterte Existenzbedingungen von Seiten der Industrie gefördert werden, glauben sie die Oeffentlichkeit auf diese Gefahrenzustände aufmerk um machen zu müssen. Kaufmann und Wettbewerb Elne Aussproche der bestischen Kaufmannschaft mit den Straiverteigungsbehürden Die gesetlichen Bestimmungen Seit dem Jahre 1924 hat der kaufKännische Alettbewerb Jahr für Jahr immer scharfere Formen angenommen. Als im vorigen Jahre sich die Wirtschaftskrise auch im Einzelhandel auszuwirken begann, konnte mon eine weitere Verschärfung dieses Zustandes seststellen. In manchen Fallen werden im Kampfe um den Kunden die Grenzen des Zulassigen überschriteen. Die Verbände des Einzelhandels betrachten es als ihre Ausgabe, dem Empfinden des anständigen Kaufmanns entsprechend alle Auswüchse im Handel durch Aufklärung und Belehrung zu unterbinden. Es war ein glücklicher Gedanke, daß die Arbeitsgemeinschaft der Einzelhandeloverbände im Best die an einer gesunden Entwicklung des kaufmännischen Wettbewerbe interessierten Instanzen zu einer Aussprache nach Necklinghausen einlud. Die Oberstaatsanwaltschaften von Essen und Bochum hatten Vertreter entsandt. Die Sachbearbeiter der staatlichen und kommunalen Polizei des Vestes Recklinghausen waren erschienen. Auch die Handelskammer Münster hatte einen Vertreter entsandt. Kaufmann Bieler aus Gladbeck, wies in der Begrüßung darauf hin, daß alle Beteiligten zusammenstehen müßten, um den Schild des Kaufmannsstandes rein zu halten, daß nur vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kaufmannschaft und Behörden dieses Ziel verbürge. Dr. Tuchow, Gladbeck, hielt ein Referat, welchem wir folgendes entnehmen: Daß gesetzliche Sonderbestimmungen über den Wettbewerb zwechmäßig, ja notwendig sind, wird heute nicht mehr ernstlich bestritten. Es handelt sich bei diesen Bestimmungen um keinen Gegensatz zur Gewerbefreiheit, zu dem Prinzip. das heute — wenn auch eingeschränkt— Handel und Verkehr beherrscht. Voraussetzung der Wirtschaftsfreiheit ist jedoch, daß jeder Mißbrauch mit ihr unterbleibt und zur Erreichung des erlaubten Wirtschaftszieles nur erlaubte Kampfmittel angewandt werden. Wo die Wettbewerbshandlungen den im Handel und Verkehr üblichen Grundsätzen und Gepflogenheiten zuwiderlausen, sangen sie an unzuverlässig zu werden. Das Wettbewerbsrecht bezweckt in erster Linie den Schutz der Mitbewerber, den Schutz des redlichen Geschäftstreibenden gegen den unredlichen Konkurrenten, und nicht, wie vielfach angenommen wird, den Schutz der Verbraucher. Um die Auffassungen des ehrbaren Handels kennen zu lernen, sollten Staatsanwaltschaft und Polizei bei der Durchführung des Wettbewerbsgesetzes im öffentlichen Interesse großen Wert auf die Mitarbeit der Einzelhandelvverbände legen. Die wichtigsten Bestimmungen über das Wettbewerbsrecht ergeben sich aus dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vom 7. Juni 1909. Dieses gibt den Gefährdeten oder Geschädigten 1. den ziilrechtlichen Anspruch auf Unterlassung und auf Schadenersatz. Wenn auch in eiligen Fällen einstweilige Verfügungen gemäß den Bestimmungen der Zivilprozeßordnung ausgebracht werden können, so reicht dieser zivilrechtliche Schutz doch allein für den Mitbewerber nicht aus, kommt auch oft zu spät. Es ist deshalb die Durchführung des Gesetzer 2. durch öffentliche Strafe(Geldstrafe, Haft, Gesängnis, Bekanntmachung) gesichert. Die öffentliche Klage wird von der Staatsanwaltschaft dann erhoben, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt. Als 3. Mittel zur Bekämpfung des gesetzlich unzulässigen Wettbewerbs ist die Buße anzuführen. Das Gericht kann neben einer verhängten Strafe auf Verlangen des Verletzten auf eine an diesen zu entrichtende Buße erkennen. Es zeigt sich, daß der Polizei und Staatsanwaltschaft eine erhebliche Mitwirkung bei der Durchführung des Gesetzes zufällt. Der organisierte Einzelhandel läßt es bei der Bekämpfung der Konkurrenzauswüchse nicht an Selbsthilfe sehlen und unterstützt daneben die Behörden in ihrem pflichtgemäßen Vorgehen gegen unlauteren und unzulässigen Wettbewerd. Die strafrechtliche Ahndung von Wettbewerbsverstöhen stützt sich vielfach auf den Paragraphen 4 des Gesetzes. Es sieht wegen seiner Verletzung schwere Strafen vor. Die beanstandeten Angaben müssen in den Bekanntmachungen wissentlich unwahr und in der Täuschungsabsicht gemacht worden sein. Dieser subjektive Tatbestand ist dem Beschuldigten zu beweisen. In der Uebung der Einzelhandelsverbände wird der Wettbewerber, der sich den Verstoß zuschulden kommen läßt, auf das Unerlaubte und die Strafbarkeit seiner Ankündigung hingewiesen. Was als„unwahre“ Angaben über die Beschaffenheit, die Herstellungsart, die Preisbemessung von Waren und dergleichen anzusehen ist, mag im Einzelfall bei der Buntscheckigkeit des kaufmännischen Lebens bisweilen sehr schwer zu beurteilen sein. Immerhin sind eine große Anzahl von den im Wettbewerb üblichen Ausdrücken und Bezeichnungen durch gerichtliche Entscheidungen begrifflich bereits fest umrissen, so daß über ihren Sinn kein Zweisel mehr besteht. Häufig sind Verstöße gegen die Bestimmungen über die Ausverkäufe festzustellen. Der Einzelhändler bedauert, daß seine alte Forderung, die Ausverkäuse mit Ausnahme der zugelassenen Saison= und Inventurausverkäufe für genehmigungspflichtig zu erklären, noch nicht erfüllt, auch in dem jetzt vorliegenden Referentenentwurf zur Aenderung des Wettbewerbsgesetzes nicht vorgesehen ist. Viele Mißstände, die zwar offenkundig sind, aber mit den bestehenden Bestimmungen kaum unterbunden werden können, wären dann zu beseitigen. Eine Erfindung zum Schut gegen Torpone Der belgische Artillerieoffizier Major van Rolleghem hat eine Erfindung herausgebracht, die möglicherweise eine völlige Umwälzung der modernen Seekriegsführung bedeutet. Die Erfindung soll— nach der Erklärung des Konstrukteurs— jedem Kriegsschiff einen wirksamen Schutz gegen Torpedoangriffe bieten. MEINE EHE A T HAPLIN K 8 1 C 4. Fortsetzung Er sprach nur sehr ungern üder sich elbst. Ich kann mich— wie ich schon sagte — nicht erinnern, daß er jemals mehr als einen Satz aus seiner Vergangenheit erzählte. Ich din sicher, daß nichts hinter ihm log. woruber er sich hätte schämen mussen, aber er ledte immer in der wegenwart und dachte nur immer an die Zukunft. Einmal behauptete er mir gegenüber, daß sein Weg zum Film nur reiner Zufall gewesen sei. Bis Mac Sennett ihn einstens noch während seiner Schauspielerzeit für eine kleinere Filmrolle engagierte, fühlte er kein Interesse für den Film. Aber schon bei diesem ersten Versuch entdeckte er sich selbst Dieses zufällige Filmengagement, das er. ohne weiter nachzudenken, angenommen datte. änderte seine ganze Laufdahn. Einzelheiten und genaue Daten wein ich nicht darüber, denn er sprach, wie gesagt. niedarüber. Seine Vergangenheit inierte ihn nicht mehr (Bemerkung des Herausgebers: Nach den Berichten seiner früheren Manager und Direktoren kann diese wunderdare und seltene Laufbahn ungefähr auf folgende Art zusammengesaßt werden: Während Chaplin seine kleineren Rollen in Karnos Komodie in versd iedenen Stadten der Vereinigten Staaten spielte, begegnete er Mac Sennett. dem damals schon brühmten Film=Producer, der zufälligerweise jemand für eine kleinere Rolle brauchte. Chaplin gefiel ihm. und der Vertrag wurde 1914 in Philadelphia in seiner Garderobe unterzeichnet. Chaplin hat niemals zu träumen gewagt was dieser Vertrag für ihn bedeuten würde) Die chemische und photographische Tech nit ist imstande, die menschlichen Gesichter se nach Charakter zu verandern. Manche Gesickter werden durch sie vorteilhafter, andere wieder passen nicht für das Objektiv. Aber Charlie Chaplin war das Objektio gnädig, denn es entdeckte in seinem Gesicht solche Vorzüge, die mit bloßen Augen nicht wahrnehmbar waren. Demut. Milde. Pathos und tausend Gefühlsvariationen fand man an ihm Der Reichtum seines überströmenden Gefühls riß die Zuschauer mit. Wenn er auf dem Bild erschien war alles andere um ihn vergessen. Es war nicht der Ausdruck seines Gesichts. sondern man merkte, daß ihm alles tief aus dem Herzen kam. Der erste Film. in dem er bei Sennett auftrat, war der„Champion". Jeder Kinobesucher wird sich noch der Szene erinnern, in der Chaplin ein Huseisen in seinen Boxhandsauh steckte und so einen dreimal größeren Boxchampion k. o. schlug. Das war sein erster Erfolg. Der Film wurde auch nach Europa verkauft und erzielte in Deutschland, England. Italien und anderen Ländern den größten Beifall. Kurz darauf zahlte ihm, dem objkuren Schauspieler. die Mutual Filmcorporation jährlich 200 000 Dollar. die höchste Gage. die je einem Schauspieler gezahlt wurde. Viertausend Filmtheater spielten in der gleichen Nacht seinen Film. Im nächsten Jahr holte man Charlie Chaplin von der Mutual Filmcorporation fort. Die First National Exhibitor engagierte ihn für ackt Komödien bei einer Gage von einer Million Dollar. Sämtliche Direktoren der Filmgesellschaften behaupteten damals, daß es unmöglich sei. bei einer solchen Gage im Film noch etwas zu verdienen. Und was geschah? First National verdiente mit Chaplin eine Unmenge Geld und hätte den Vertrag nach dessen Ablauf mit größtem Vergnügen wieder erneuert. Aber schon damals kam Chaplin zu dem Entschluß. längere Filme zu machen. Er gründete 1918 eine eigene Gesellschaft. Aus dieser Periode Kammen seine Großfilme, die die Bewunderung der ganzen Welt fanden. Kurze Zeit arbeitete er mit Doualas Fairbanks und Mary Pickford zusammnen. Diese Zeiten waren das Heldenepos des amerikanischen Films. Der Film wurde die wittigste nationale Industrie. In Berlin, Paris. London. Rom baute man in raschem Tempo die schönsten Filmvaläste, und dies alles. um amerikanische Filme zu spielen. Der leuchtende Stern, der alles überstrahlte. war Charlie Chaplin. b. Kapitel: Chaplins Hab gegen die Gesellschaft— Die Menschen langweilen ihn — Es war ihm vollkommen gleichgültig. welchen Eindruck er bei den Menschen hinterließ— Er mied die Frauen Als wir uns heirateten, alaubte ich daß meine Freunde auch die seinen werden würden, und daß unser Heim eine fröhlitte Stote des Zusammenseins werde. Aber es hat nicht lange gedauert, dis ich seststellen mußte, daß dies unmöglich war. Charlies Ideen von Freundschaft waren nicht weitläufig genug. um ein harmloses Vergnügen mit Menschen zu billigen. es sei denn, daß sie auch ihn interessierten. Es schien mir, als wenn sast keine Gemeinschaft zwischen meinen Freunden und meinem Mann bestehen könne. Er gab sich nicht die geringste Mühe um sie, und er gab sich nicht einmal Mühe, dies zu vertuschen. Er war ein Mann, der es unsäglich schwer fand. seine Gefühle zu verleugnen. Wenn er jemand nicht mochte, konnte man es sofort merken. Es lag bei ihm keine Absicht vor, jemand zu kränken, aber vielleicht war es ihm nicht wichtig genug. etwas vorzutäuschen, was nicht vorhanden war. Und so ergab es sich leider, daß ich nicht ausführen konnte, was ich mit so groher Freude und mit so viel Eiser geplant tte. nämlich meine Freunde in meinem Hause um mich zu sehen. Niemals konnte ich es ahnen, daß sich Charlies Natur in dieser Weise äußern würde. Er wollte auch sicherlich meinen Gästen gegenüber nicht unhöflich sein, aber ich fürchtete stets. daß sie es bemerken und fühlen wurden, wie er über sie dachte, und dan er sich nichts sehnlicheres wünschte. als daß sie wieder gehen möchten. Es kann sein, daß Eifersucht ihn dazu trieb, denn er war außerordentlich eisersüchtig. Er wollte mich nur für sich allein haben. Selbst, wenn er mich für Tage und Nächte allein ließ. Eine andere Frau. oder andete Frauen überhaupt, traten niemals zwischen uns. Sein Genie, sein Temperament, sein schreckliches Einsamkeitsbedürfnis und seine Launen haben unsere Ebe zerbrochen. Andere Frauen haben nichts mit ihr zu schaffen gehabt. Ich will ihn nicht wegen seiner Mangels an Gemeinschaftsgefühl schelten, denn io glaude, daß es ein Unglück ist, wie er ein Genie zu sein, das allein und einsam sein muß, das lo eft wehmütig traurig ist. Er konnte er nicht ändern. Man sieht, daß ich ganz unpersönlich urteile, wenn ich auf die zwei Jahre zurück blicke, die ich an Charlie Chaplins Seite verbrachte Es war einfach seine Natur und sein Weg. den er gehen mußte. Ich glaube nicht. daß er sich über das Rechenschaft gab. was er dat und was er sagte. Denn wenn er es getan hätte, würde er sich geändert haEine Besserung wird gewiß auch zu erreichen sein, sobald die in dem Referentenentwurf vorgesehenen, bei den Kammern oder ihren Verbänden einzurichtenden Einigungsämtern bestehen und ihre Tätigleit ausüben. Vorläufig sind sie aber noch nicht da. Der Einzelhandel muß daher versuchen, den Verstößen gegen die durch Gesetz und Brauch anerkannte Wettbewerbsordnung unter möglichster Ausnutzung aller bestehenden Bestimmungen beizukommen. Es ist Voraussetzung, daß für den Ausverkauf ein ausreichender Grund vorliegt. Und daran sehlt es häufig! Es liegt z. B. bei einer Geschäftsverlegung kein Ausverkaufsgrund vor, wenn der Umzug ohne große Kosten, ohne Beschädigung der Sachen möglich, der neue Laden vielleicht sogar größer als der alte ist. Oder, wenn ein Umbau den gewöhnlichen Geschäftsgang gar nicht beeinträchtigt, oder wenn er überhaupt noch nicht ernsthaft beabsichtigt ist. Das Urteil des OLG. Hamm vom 25. 6. 1929, das die zeitliche Begrenzung eines Ausverkaufs wegen Geschäftsaufgabe aussprach, wie das des OLG. Düsseldorf vom 20. 12. 1930 (Akt. 3. 2 N 320=30), das einen Ausverkauf wegen Umbaus betraf, sollten mehr als bisher beachtet werden. Vor= und Nachschub von Waren ist nach Paragraph 8 UWG. streng verboten. Der preußische Handelsminister hat auch in seinem Erlaß vom 14. 9. 1926(J. Nr. 2 b 9295) angeordnet, daß die Polizei im Falle des Vor= oder Nachschiebens den ganzen Ausverkauf, sofern es sich nicht um geringfügige, sofort beseitigte Verstöße handelt, sofort verhindern soll. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, daß Vorund Nachschub nicht selten sind. Der Redner behandelte dann die Saison= und Inventurausverkäufe sowie die Sonderveranstaltungen. Eine weitere Frage aus dem Wettbewerbsrecht, die den Einzelhandel gerade im letzten Jahr sehr stark beschäftigt hat, ist das„Zugabewesen“. Die bestehenben gesetzlichen Bestimmungen (vor allem Paragraph 4 UWG. mit seinen schwer beweisbaren Voraussetzungen) haben sich zur Bekämpfung der Mißstände als völlig unzureichend erwiesen. Es wird daher vom Einzelhandel eine gesetzliche Regelung gefordert, und zwar ein Zugabenverbot nach dem Muster einiger ausländischer Staaten. Auf Einzelheiten des Problems kann hier nicht näher eingegangen werden.— Zum Schluß streifte der Redner noch die Auswüchse des Hausierhandels und die Notwendigkeit, ihnen mit allen gesetzlichen Handhaben entgegenzu treten, wies auf die Schädigung des Einzelhandels durch Versteigerungen, durch unzulässige Marktgeschäfte, durch Trinthallen mit ihrer praktisch fast unbegrenzten Verkaufszeit, durch Ausspielungen u. a. hin. Der Einzelverband empfindet diese Schädigungen gerade jetzt angesichts der starken Umsatzrückgänge und der hohen und drückenden öffentlichen Lasten befonders schmerzlich. Er hofft daher auf Verständnis FARBEN zuverlässig, gut. billig vom Fechmann Tapetenbecker lich. Fessenbecker lanalähriger Betriebsleiter und Prokurist bek. Ferbenfabriken Nur Buer, Neumarkt 5 ben. Aber: Hätte er sich geändert, so würde er nicht mehr er selbst geblieben sein. Ich bin allmählich dahingekommen, ihn als einen Fremdling anzusehen, als einen brodelnden Geist, besessen von guten und manchmal vielleicht schlechten Impulsen, von guten und schlechten Eingebungen und Angstgefühlen, das alles verzweigte sich und brach bei ihm in seinen verschiedenen Launen durch und gab ihm keine Ruhe. John Kunsky, der millionenschwere Besitzer verschiedener Kinopalais, hat ihn einmal nach Detroit eingeladen. Es lag ihm viel daran, daß Chaplin kam, er versprach ihm deshalb unendlich viel Schönes: Banketts. Einladung. Soiree bei Henry Ford und dergleichen Vergnügungen. Trotzdem war es unmöglich. Chaplin zur Annahme dieser Einladung zu bewegen. Als letzten Versuch teilte ihm Kunsky mit, daß alle Kinder der Stadt ihn sehnsüchtig erwarteten. Unmittelbar darauf folgte Chaplins telegraphische Antwort:„Komme mit nächstem Zug". Er wurde dort wie ein König geseiert. Aber die größte Begeisterung des Volkes machte ihn nicht glücklich. Er hat einsach kein Verlangen danach. Die Bankeits und Ovationen. die ihm zu Ehren stattfanden, ließ er ohne Begeisterung über sich ergehen. Und als er es endlich nicht mehr vertragen konnte. fragte er. fast furchtsam bescheiden:„Wo sind die Kinder. bitte?“ Am anderen Tage nahm er ein Auto und besuchte sämtliche Sculen des Ortes. Man rief die Kinder alle in den großen Turnsaal. wo Charlie Chaplin ihnen eine Rede hielt. Und was für eine Rede! Das kleine Volk jauchzte vor Vergnügen. Zum Schluß kamen sie zu ihm und jeder Kind wünschte sich nach seiner Art etwas Schönes. Eins der Kinder wollte sehen. wie er seine charakteristischen Schritte machte, ein anderes wieder erfreute sich über die Art, wie er mit seinem Hut jonglierte. ein drittes wünschte sich ein Autogramm. So hatte jedes der Kinder seinen eigenen Wunsch. Und Chaßlin wurde nie müde, sich an den vielen Spielen mit den Kindern zu ergötzen Er war sogar in seiner Art der Jüngste und Ausgelassenste unter ihnen. So ging es Taa für Tag. Er. der mit dem Ausdruck sterblicher Langweile auf dem Gesicht bei den Banketts die ihm zu Ehren gegeben wurden, saß. wurde froh und vergnügt. sobald er zu den Kindern kam. Und als er wieder nach Hollyweo# Die kleine Frau Stockou Roman von Anton Schwab 2 Fortsetzung „Genug jetzt. Fräulein Hollmann", sagte der Generaldirektor„Damit baden Sie deute sollauf zu tun „e glaude, ich werde es nicht gan schaffen. Herr Generaldirektor Wenn alles deute erledigt werden mun, dann mache ich einmal etwas länger“ „bein, nein! wehrte Hans Jordan reundlich ab. Dann erledigen Sie den Nest morgen früh. Jo dabe da ohnedin eine Besprechung“ Plötzlich kam ihm ein Gedanke. „Sagen Sie Fräulein Hollmann we wohnen Sie eigentlich?“ „In Lankwit. Herr Genevaldirektor!“ „So! Ziemlich weit! Bei den Eltern?“ „Ich habe keine Eltern mehr! Mit eche Jadren ktarden beide. Seit der Zeit bin ich bei fremden Menschen.“ Das Mitgefübl des Mannes war herausgefordert „Dos bedauere ich! Sind Sie weniekens mit Ihren Wohnungsverbältnissen zufrieden?“ Carla glaubte ihren Odren nicht zu traven Ihr Chef hette auf einmal Interesse für versönlich. Dinge. „Ich— din nicht unnfrieden! 24 glaube es sind die schlechtesen Mirtsleute nicht. abe.— man wird nicht warm und IR unfrei.“ „Das glande ich! Was ich sagen wollte Fräulein Hollmann- ich bade gestern mit meinem Vater darüber gesprochen— die Werkoille seht frei Hätten Sie Lust. zwei Zimmer in der kleinen Werkvilla zu bezieden? Ich datte die Adsicht. Ihr Gehalt m erhöhen. Ich würde Ihnen die Wohnung kostenlos zur Verfügung stellen Die Räume sind gut mödliert. Der Heusmeister Scollte in ein auter, alter Kerl. ine Frau genau so. Ich denke, die würsich freuen wene etwas frisches Blut ins Haus kommt und Sie würden sich wahrscheinlich dort auch recht wohlfühlen.“ Carle Hollmann Kradlte über das ganze „Sie sind so gütig Herr Jordan.“ „Nein. nein. ich din sehr egolstisch. Ich habe Sie als tüt tige Kraft schäuen gelernt und es ist mein eigenes Interesse. Sie mir zu halten bis— bis Sie eden einmal beiraten“ „O— das Herr Generaldirektor! Ob das eintritt!“ Jordan lachte freundlich. „Ein so büdscher Mädchen ist doch begehrt“ „e will kreine Freiheit nicht io leicht aus der Hand geden" „Odo— mein Fräulein. Sie scheinen wenig männerfreundlich zu empfinden.“ „Sottlod nicht. Herr Generaldirektor!“ Dann lachten Ne beide Jordan reichte ihr die Hand „Allo abgemacht. Fräulein Hollmann! Sie dezieden die Wohnung. Morgen, nicht wahr! Ich werde Herrn Scollte seldst Bescheid lagen“ Es war abends gegen 8 Uhr als Jordan die Feder aus der Hand legte Er überquerte den Platz und seuerte auf die kleine Werkvilla zu. Als er bei Schollte klingelte und die Hausfrau öffnete, da erschraf Mutter Schollte ein wenig. Sie knirte verlegen und führte ihn in die gute Stube. Nach wenigen Augendlicken kem Pape Schefkte döchst verlegen herein. „Taa Herr Schollte.“ „Jul'n Abend. Herr Joneraldirektor!“ „Allo— um es kurz zu maten! Richten Sie durch Ihre Frau zwei Zimmer im ersten Stock für meine Privatsekretärin der. Sie wissen: wird in Iukunft 19 Fräulein Hollmann! Sie t bier wohnen. Es ist eine anständige Dame. die vielleicht auch ein dißchen Leben in die stille Werkoilla bringt——“ „Aber blos igt nich zu ville—!“ stieß Scollte hervor. Hans Jordan sab ihn erstaunt an. „Ranu, das klingt— als wenn es Ihnen gar nicht paßte. Herr Schollte.“ „Doch. doch. Herr Generaldireltor— es in nur so— ick— ick meine nur— wir haben eene schwerkranke Frau in det Daus. Meine Frau hat sie ufsienomm aus onade un Barmberzigkeit.“ Haus Jordan dörte erstaunt die Botstaft. „Wer ist es““ „Frau Maria Storkow! Sie war in den Werken beschäftigt. Bei Direktor Kalkert. Der Mann ist ihr gestorden— und da war sie heut: nach die Beerdigung wieder da. Aber— der Kalkert hat ihr doch gekündigt. An' da is die nich weit vons Pförtnerdaus zusammengebrochen. Det arme Dingelchen!“ Jordan dorchte auf. „Direktor Kalkert hat ihr gekündigt? Jetzt ausgerechuct, wo der Mann gestorden is. Das muß wohl ein Irrtum sein.“ „Es ist je Herr Direktor. Herr Generaldirektor!“ „Ich kümmere mich um Personalangelegenheiten nicht Herr Scollte. Aber, was Sie mir da erzählen, das— das wäre ja beinade eine Unmenichlichkeit. Du muß ich mich mal erkundigen, was los ist. Da in ein Haken da—“ „Det is jut. Herr Jordan, det freut mich! Wissen Sie, es ist man so een armes Ding! Wenns een ankiekt, denn möcht man richtig traurig sein. Ick din mein Leden lang een fideler Geselle gewesen. Ader— jetzt da ist mir das Fidelsein vergaugen. Merkwürdig! Run verlassen Sie sich darauf. ich werde die Sache einmal untersuten Richten Sie also die Zimmer ein. Die Dame zieht morgen bereits ein.“ Damit grüßte er und aina. Carla Hollmann hatte die Post doch noch am gleichen Taue geschafft. Den Vormittag des nächsten Tages, als der Chef bei einer Besprechung war, denutzte sie mit seiner Erlandnis zum Umzug. Sie nahm kurzerhand ein Auto und brachte mit ihm ihren wenigen Besitz mit. Mutter Schollte dien sie herzlich willkommen und führte sie auf die beiden Zimmer Carla Hollmann fühlte sich vom ersten Augendlicke an wohl in den beiden Räumen.— Mutter Scholte gefiel ihr auch, sie hatte e etwas ausgesprochen mütterliches an sich, das sie die Waise. so sehr anheimelte. „Wir haben eine Kranke im Hause!" sagte Frau Schollte plötzlich „Eine Kranke. aus Ihrer Familie?“ „Nee. nee. Kinder haben wir nich. Ich muß Ihn" das alles mal erzählen. Wenn es Ihn" recht is Fräulein Hollman, dann kommt Sie dann mal runter und wir trinken eine Tasse Kafsee, Dann kann ich Ihn“ alles sagen.“ Am Kaffeetiich erfuhr nun Karla alles und war von Direktor Kalkerts Säuftigkeit entietzt. Sie hatte plötzlich keine Ruhe mehr, sie mußte Maria sehen. Als sie am Bett stand. erkannte sie Frau Storkows wieder Sie schämte sich plötzlich, daß sie damals kein Ohr für sie hatte und sie kurzerhand nach der Personalabteilung schickte. Sie war ganz sachte an das Bett der Kranken getreten. die plötzlich die Augen aufschlug. Ihr reiner Kinderblick traf Karla. Das Mädchen ergriff die feine durchsichtige Hand der Kranken und sagte berzlich: „Frau Storkow, wie gebt es Ihnen?“ Die Kranke versuchte zu lächeln. Flüsterle leise:„Ich— ich dallke Ihnen! Aue — sind— jegt so gut zu mir!“ Das Wort machte Maller Schollte eine Riesenfreude. „Warum soll'n wir nicht jut sind. Sie kleines Frauchen. Erholen Sie sich nur tuchtig und dann wird sich schon alles finden. Dus ist Fräutein Hollmann, die Privatsekretärin vom weneraldirektor, die wird Jonen dann jewin gern helfen.“ Carla nickte begeistert. Sie setzte sich auf den Bettrand. „frau Storkow!“ sagte sie leise.„Ich wein alles, was geschehen ist Morgen will ich mit dem Generalditektor sprechen und werde ihm alles sagen. Daß man Sie wieder einstellt, wenn Sie gesund sind—, e lassen Sie mich sorgen das wird wieder.“ Glücklich, dankerfüllt sah Maria das Mädchen an. „Ich danke Ihnen!" hauchte sie Die Schwache überfiel sie wieder und ihre Augen schlossen sich. Ganz leise verließen die berden Frauen das Zimmer Draußen sagte Mutter Schollte unter Tränen:„Wenn ich in die Augen tucke von die junge Frau, dann komm mir immer die Tränen. Is' so jung und hat nun niemand mehr uff die Welt. Keine Brüder und Schwestern keenen Menschen nicht.“ „Ich wein, was das zu sagen hat! Meine Eliern starben als ich sechs Jahre alt war.“ „Sie Aermste!" entgegnete Mutter Schollte.„Da lassen Sie mich een bißchen Mutter spielen.“ Mit gütiger, mütterlicher Gebärde umschlang sie das Mädchen das ganz still hielt Und so umschlungen traten sie in die Wohnstube, wo Papa Schollte verlegen am Tische saß und den neuen Hausbewohner begrüßte. Er war in Gesellschaft von Damen immer etwas verlegen, der gute Papa Schollte. Jetzt früher nicht, da wars ein hübscher flotter Bursche gewesen. Fortsenung folgt. Wie konnten Sie mich nur mit meiner Schwesterverwechtein, die doch 7 Jahre jünger ist els ich Seitdem wir uns zuletzt sehen, sind Sie eigentlich noch jünger geworden, gnädige Frau! Und de Sie, wie ich sche, dem Kaffee Hag t.eu geblieben sind, werde ich Sie in zehn Jahren vielleicht mit Ihrer Tochter verwechsein. Sie sind elso auch ein!lag-Freund? Je freilich, denn 1. helte ich es in der heutigen Zeit, wo die Nerven so vieler Menschen eufs äußerste angespennt werden, einfach für ein Gebet der Lebensklugheit, coffeinfreien Koffee Heg zu trinken, 2. gibt es keinen Koffee, der mir beser schmeckt els Kolfee Heg. Jahrgang 1331 Nr. 117 Donnerstag, den 30. April l XDIE PLAUDERSTUNDE BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FUR DAS EMSCHER-LIPPELAN D. Harald Bernkovens Roman von Gert Rothberg Copyrigth by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) 1930 blondes Modell 17. Fortsetzung Eine Marmorfigur! über so natürlich. so beruckend schon wur sie, als sei sie eden dem kühlen wasser entstiegen und lehnte nun in Gedanken verloren an der Brustung des Brunnens. Auf einem schmalen Seitenwege erklangen Schritte. Fürst Trenti kam mit ausgestreckten Händen auf sie m. bewillkommnete sie in der ihm eigenen herzlichen Weise. Aber er war nicht allein. In seiner Begleitung befand sich ein junger schlanker Mann. der mit seinen dunklen, feurigen Augen die duftige Schönheit Helges förmlich verschlang. Fürst Trenti stellte ihn als seinen Reffen vor. „Er hat Madame beim Korso gesehen und bestürmte mich nun, ihn bekannt zu machen. Ich habe es hiermit getan". sagte der alte Herr. Er verwickelte dann den deutschen Maler in ein angeregtes Gespräch über Kunst und Wissenschaft. und so kam es ganz von selbst, daß Helge in der Hauptsache auf die Unterhaltung des jungen Italieners angewiesen war. Er sagte ihr Artigkeiten über Artigkeiten, küßte einige Male feurig ihre Hand und war vollständig von ihrer Schönheit berauscht, wie er ihr eingestand. Helge lackte. Er gefiel ihr, der feurige, junge Italiener. Daß Harald ihr einmal einen finsteren Blick zuwarf. beachtete sie nicht. Was war denn weiter schon dabei, wenn sie sich ein bißchen anbeten ließ. Das ließ sie sich auch nicht verbieten! Es gehörte nun einmal zu einer schönen Frau, daß sie angebetet wurde. Bernkovens Lippen zuckten verächtlich. Er hatte die trotzige Kopfbewegung Helges nur zu gut bemerkt, mit der sie seinen Blick abgetan hatte. Aber es traf ihn innerlich nicht. Er kannte ja die Hohlheit in diesem schönen Frauenkörper. Aber seinen Namen sollte sie hochhalten. die geborene Baronesse Lohoff! Seinen einfachen. bürgerlichen Namen. auf den er doch so stolz war. Prinz Trenti wäre zu jedem Abenteuer bereit geweien. wenngleich ihm der deutsche Recke dort nicht allzuviel Hoffnungen ließ. daß ein gewagter Flirt gut ausgehen würde. Das war unbehaglich. Und Prinz Trenti meisterte seine Leidenschaft immerhin ein bißchen aus diesem Grunde. Später erhielt Helge ein wundervolles Halsband von dem Fürsten. Atemlos betracktete sie es. Wie das sprühte und gleißte! Es war ein ungeheurer Wert, den sie da in ihren Händen hielt. Ein fürstliches Geschenk in des Wortes wahrster Bedeutung. Sie legte es um den schlanken Hals. Prinz Manuel streckte die Hände aus. bereit, ihr das Schloß zu befestigen, als Bernkovens tiefe Stimme erklang: „Gestatte. Helge!“ Der alte Fürst lächelte. Liedeshändel! Wie lange war es wohl schon her. daß auch er in Flammen erglühte für eine schöne Frau, auch wenn sie einem andern gehörte Die verbotene Frucht schmeckte eben immer wieder am süßesten! Was sollte er denn da dazwischen reden! Manuel mußte das allein mit sich ausmachen. Das heißt. Ehemänner vom Schlage des deutschen Malers waren gefährliche Gegner: man tat besser, ihnen nicht in die Quere zu kommen. Fürst Trenti betrachtete lächelnd die junge. schöne Frau. Und er freute sich über ihre Schönheit: aber für ihn waren Frauen, sch öne Frauen nur noch ein Kunstwerk Gottes. das man andättig betrachtet. jedoch nicht berührt. Die ganze Abgeklärtheit eines über alle Höhen und durch alle Sümpfe gegangenen Lebens leuchtete durch die Anschauung des weißhaarigen Mannes. der alle Länder der Welt kannte. ihre Sprachen redete. ihre Frauen geliebt hatte. Und Harald Bernkoven erkannte vollkommen. was und wer dieser Mann war und— achtete ihn! Was den Knaben da drüben anbetraf. so sah er über ihn hinweg. Einzia Helge war des Tadelns wert. weil sie sich nicht scheute gefallsüchtig zu sein. Später durckschritt man den Marmorsaal im rechten Flügel des Palastes. Niemals hätte Professor Bernkoven es für möglich gehalten, daß an einem einzigen Orte der Welt so viele Kunstschätze aufgespeichert sein könnten. Alle berühmten venezianischen Meister, die alten Holländer, die deutschen Künstler und so weiter. Rembrandt war in drei Meisterwerken vertreten. Um eines derselben hatte sich vor Jahren fast die ganze Welt gestritten: der ungeheure Reichtum der Trentis hatte den Sieg davongetragen. Nun hing es hier und erzählte von einem Menschen, der ein Liebling der Götter gewesen sein mußte, denn wie hätte er sonst Derartiges schaffen können? Ganz versunken stand Bernkoven vor diesen Werken. Und ein stolzes Freuen war in ihm. Rea! Das Bild. zu dem sie ihm Modell gestanden. würde der Welt auch etwas geden Reas Engelsköpften, mitten zwischen erwachenden Blumen. ihr ganz junger. holder Körper. den die bunten Blüten zu küssen schienen! Bernkoven diß die Zähne fest zusammen. Rea. seine arme Rea! Sie hatte er aufs Spiel gesetzt, damit die Hochgeborene nicht litt. Sie. die sich recht gut in einem Kreis von Anbetern, mitten in Glanz und Reichtum, hätte trösten können. Rea aber konnte einsam sein. Sie die schon vorher einsam war und eine große heilige Liebe als ein Himmelsgeschenk gewürdigt hatte. Zu was für einer Rolle hatte er Rea herabgewürdigt? In seinem Hause lebte sie nun als eine Art besserer Dienstbote. Ein unhaltbarer Zustand blieb es. auch wenn er mit seiner Frau dieses Haus nicht bewohnen würde. Aber er hatte in seiner Sorge um Neas Wohlergehen so schnell keinen andern Ausweg finden können. Er mußte sie geborgen wissen. Und es war der einzige Ausweg, für sie sorgen zu können, ohne ihr Feingefühl zu beleidigen. Inmitten all der Schönheit und Kunst wuchs die solange mühsam unterdrückte Sehnsucht nach Rea ins Niesengroße. Neben Bernkoven erklang die Stimme des Fürsten „Was sagen Sie, lieber Meister?“ Und er zeigte auf das Gemälde Rubens. Zwei Frauen blond, das eigenartige Rotblond, das Tizian bevorzugte. zeigte sich hier. Und dieses Blond war es auch gewesen das der Anlaß gewesen war, daß man dieses Gemälde. als man es vor Jahren im Palazzo Morelli sand— verstaubt. übermalt—. Tizian zuschrieb Und Bernkoven gab seiner Bewunderung rückhaltlos Ausdruck. Dabei dachte er: Dieses seltene Haar hat Rea! Später, als man alles gesehen, wurde das Frühstück serviert. Selbstverständlich gab es alle Delikatessen der Saison und einige italienische Nationalgerichte. Man unterbielt sich sehr aut. An Helges Platz standen Veilchen und Lilien. Diese sinnige Huldigung aefiel sogar Bernkoven Er fand es über alle Maßen geschmacklos, als der Prinz aufstand, von einem Nebentisch eine Vase mit tiefroten Rosen herüberholte und bie vor Helge hinstellte. „Diese Blumen gedören der schönsten Frau". sagte er und sah Helge verzehrend an. Die sab ein bißchen scheu zu ihrem Manne hin, sah das verächtliche, zugleich spöttische Lächeln um seinen Mund und sagte: „Oh. meine armen Veilchen und Lilien! Sie gefielen mir recht gut.“ Klug lenkte der Fürst ein: „Dann nehmen Sie alle Blumen. Madame. Die Blüten wollen doch alle ihre schönste Schwester grüßen.“ Lachelnd nickte Helge und vergrub das Gesicht in den Blumen Fürst Trenti sprach davon, daß er in nächster Zeit ein Fest, gedacht als indische Nacht. geben wolle. Er sprach von seinen Plänen, das Fest so auszustatten, daß man einstimmie erklären würde, derartiges noch niemals erlebt zu haben. Helge rief: „Oh. wie herrlich! Ich freue mich schon sehr darauf. Wir..“ „Leider werden wir kaum dabei sein können. denn wir reisen Ende der Woche mit der„Overland" nach Alexandrien". sagte Bernkoven ruhig. „Das heißt", fuhr sie auf. lenkte aber sofort ein:„Es zwingt ung dot aber gar nichts dazu? Wir könnten die Abreise verschieben.“ „Leider geht das nicht. Helge. Ich bedaure es selbst. dieses Fest versäumen zu müssen, zu dem wir so liedenswürdig eingeladen worden sind.“ Helge warf ihrem Manne einen bösen Blick zu. Dann sagte sie: „Man füge sich dem Tyrannen!“ Fortsetzung folgt. Donnerstag. den 30. April 117 MAN DE LUND JNDUSTRIE Der Absatz des Ruhrkohlensyndikats im März Der Absatz des Rheinisch=Westfälischen Kohlen sundikats entwickelte sich im März 1931 wie olgt: Der reine Syndikatsabsatz(auf die Verbrauchsbeteiligung in Anrechnung kommend) stellte sich im März auf 5283 678 To. gegen 4974 409 To. im Februar(Kohle, Koks und Briketts durcheinander gerechnet). Davon entfallen 2723828(2628302) To. auf das unbeKrittene und 2559 850(2346 107) To. auf das bestrittene Gebiet. Der Werksselbstverbrauch (auf die Verbrauchsbeteiligung in Anrechnung mmend) betrug 1840 339(1240 477) To, der Zechenselbstverbrauch 740 739(687 769) To. Der gesamte Kohlenabsatz stellte sich im März auf 7 364 756(6 902 655) To., das sind arbeitstäglich 283 260(287611) To. oder 1,51 Prozent weniger als im Vormonat und 12,71 Prozent weniger als im März 1930. Der Gesamtabsatz ausschließlich Zechenselbstverbrauch im März 1931 zerfällt in 4 516 553(Vormonat 4090 280) To. Kohlen, 1 463 547(1 490 429) To. Koks und 243224 (223 955) To. Briketts. Im ganzen Geschäftsjahr 1931=31(April 1930 bis März 1931) ging der reine Syndikatsabsatz (auf die Verkaufsbeteiligung in Anrechnung kommend) von 88 104 834 To. im Vorjahr auf 68078 230 To. zurück. Davon gingen 35 698540 (42 229 612) To. in das unbestrittene und 32379691(40 875 222) To. in das bestrittene Gebiet. Der Werksselbstverbrauch verminderte sich 1930=31 auf 17 626 434(25 992 230) To., der Zechenselbstverbrauch auf 8283674(8633 429) To. Der Gesamtkohlenabsatz erfuhr im Berichtsjahr eine Verminderung auf 93988 339 (117 730 569) To. oder arbeitstäglich auf 310 449(387910) To. Das bedeutet eine Reduktion um 19,97 Prozent gegen das Vorjahr. Kleine Meldungen Coubenwerke AG., Aachen. Vergleichsvorschlag angenommen. Vor dem Amtsgericht Aochen wurde heute keittag im Schlußtermin über das gerichtliche Vergleichsverfahren der Gesellschaft verhandelt. er Vergleichsvorschlag sieht vor, daß Forderungen bis zu 100 RM und solche, die auf diesen Betrag ermäßigt werden, innerhalb vier Wochen voll ausgezahlt werden; die restlichen Gläubiger erhalten 40 Prozent ihrer Forderungen und zwar in Quoten von je 5 Prozent am 1. Juli, 1. September, 1. Dezember 1931, 1. Januar. 1. Febr., 1. Juli, 1. September und 1. Dezember 1932. Die Auszahlungstermine der Quoten können bis zu vier Wochen überschritten werden. Für die Beträge bis zu 100 RM und die beiden ersten Quoten übernimmt Bankier Edel=Köln die Garantie. Von den 396 Gläubigern mit insgesamt 470 017 RM Forderungen haben 289 mit insgesamt 407 786 RM Forderungen dem Vergleichsvorschlag zugestimmt. Das VergleichsHerfahren ist damit angenommen. Der Vorsitzende gab bekannt, daß nunmehr das Vergleichsverfahren aufgehoben ist. Die Houbenwerke werden weiter geführt, allerdings vorerst nur bei ganz kleiner Beschäftigung. der Lüdenscheider Industrie. Aus Fachkreisen wird WTB.=Handelsdienst mitgeteilt, daß die Fabrikation von Haushaltungsgegenständen aus Aluminium fast ganz darniederliegt. Fast alle Werke beschränken sich auf die Herstellung von einzelnen Warentypen. Die Preise sind sehr schlecht, so daß sich das Geschäft nicht mehr lohnt. Versuche, durch eine Verbandsbildung eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen, sind bisher gescheitert. Zu bemerken ist, daß die Hersteller von Großküchenanlagen aus Aluminium noch befriedigend beschäftigt sind. Adolf Kahn=Konzern, Duisburg. Ueber die Schwierigkeiten des Adolf KahnKonzerns wird WTB.=Handelsdienst von den Duisburger Firmen Theodor Lucas u. Co. und Deutsche Bekleidungsgesellschaft m. b. H. mitgeteilt, dak nach Anweisung des für die Sanierungsarbeiten beauftragten Ausschusses die dem Konzern angehörenden Verkaufshäuser unverändert weitergeführt werden. Rheinische Bahngesellschaft. Düsseldorf. In der heutigen G. V. der Gesellschaft waren 9580 Aktien vertreten, die sich sämtlich im Besitze der Stadt Düsseldorf befinden. Die G. V. erledigte die Regularien. Ausführungen zur Gechäftslage wurden nicht gemacht. Portland=Zement= und Kalkwerke„Elsa“ A.=G., Neubeckum(Wests.) Die Generalversammlung der Gesellschaft erledigte debattelos die Regularien und setzte die Dividende auf 7 Prozent(10 Prozent) fest. In den ersten Monaten des Jahres 1931 sei der Absatz im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. #rlaUeber die Aussichten und den weiteren Verlauf des Jahres lassen sich bei der noch ungeklärten Lage keine Mitteilungen machen. Wagengestellung für das Ruhrgebiet. Für den Versand von Kohlen, Koks und Briketts wurden am 27. April 1931 für das Ruhrgebiet angefordert und gestellt 16 628 Wagen, gerechnet zu je 10 Tonnen; beladen zurückgeliefert wurden am gleichen Tage 16 332 Wagen, gefehlt haben keine. Börsen Berlin schwächer. Berlin, 30. April. Für die gestrige Börse lagen recht unterschiedliche Nachrichten vor. Während man vormittags den anscheinend günstigen Stand der Zollverhandlungen in den Vordergrund der Betrachtungen stellte und somit zuversichtlicher gestimmt war, brachte der offizielle Beginn eine Enttäuschung. Die Kurse lagen auf das schwache Newyork, auf ungünstige Berichte vom Ruhrkohlenmarkt, schlechtere Kaliabsatzziffern und auf den anhaltenden Geldbedarf des Reiches überwiegend schwächer. Die herrschende Orderlosigkeit bewirkte, daß schon kleines Angebot auf die Kurse drückte, zumal die Spekulation keinerlei Unternehmungslust bekundete. Die amerikanischen Verkäufe hahen am Rentenmarkt nachgelassen, am Schuckertmarkt jedoch wieder etwas zugenommen. Auch das Publikum neigte gestern eher zu kleinen Abgaben. Am Farbenmarkt verstimmte der Artikel eines Mittagsblattes über eine Verwaltungssitzung, in der angeblich die Dividendenentscheidungen fallen sollen. Dieses Papier setzte daraufhin 1¾ Prozent schwächer ein. Ferner waren Allg. Lokal und Kraft, bei denen die Dividende ausfällt, Deutsch Eisenhandel, Nordwolle, Eisenbahnverkehrsmittel, Ilse, Rhein. Braunkohlen, Deutsch Linoleum, Bergmann, Aschersleben und Salzdetfurth mit Verlusten bis zu 4 Prozent schwächer veranlagt. Zellstoff Waldhof, Gebr. Junghans, Aku, bei denen die Konventionspreiserhöhungen anregten, und Bayr. Motoren konnten dagegen bis zu 1 drei Achtel Prozent gewinnen. Völlig aus dem Rahmen sielen Chadeaktien, die auf die unverändert 17 prozentige Dividende auf den günstigen Abschluß und auf die Festigkeit der spanischen Valuta 7 Mark höher eröffneten, nachdem sie vorbörslich 2 Mark höher geschätzt wurden. Im Verlaufe gaben die Kurse auf schwache Auslandsmeldungen und amerikanische Verkäufe am Schuckert= und am Rentenmarkt ca. 1—2,5 Proz. nach. Besonders Hansa waren angeboten. Reichsbankanteile lagen im Zusammenhang mit der heutigen Hauptversammlung behauptet, Stöhr waren auf den befriedigenden Abschluß etwas gefragt. Anleihen und Ausländer ruhig, Türken etwas schwächer. Pfandbriefe geschäftslos und überwiegend etwas schwächer. Reichsschuldbuchforderungen 4—. Broz. schwächer.— Devisen leicht anziehend, Madrid weiter fest, Buenos fester, Rio leichter, Brüssel schwach.— Am Geldmarkt zog Tagesgeld weiter an auf 5¾—7¾ Proz., die übrigen Sätze bliehen unverändert.— Privatdiskont unverändert 4 fünf Achtel Prozent. Festverzinsliche Werte. 87 Pr. Ld R 19 100 ½ 825„„ Pfd. R 4 99½ 82„„„ R 13 und 15 100 82.„„„ R 17 100¼ 7%„„„ R 21 97 835„„ Komm. N 20 97 82„„„ Obl. R 16 96½ 7½ ¾ Pr. Ctr. Bod. Pfandbr. Em. 1 99 7½% Pr. G. Komm. Em. 1 96 Ablösungsschuld 57,8 dto. ohne 5 7/8 Deutsche Neichsanleihe 85 dto. Wertbest. kl. 92 7/8 dto. Schutzgebietanleihe 2,9 Westfälische Landesbankanleihen. 87 Feingold=Komm. Sch. v. 25 R 1 98¼ 7%„„„„ 26 R 1 93¾ 82„„„„ 28.29 R 2/3 98¼ 87„„„„ 30 R 4 98¼ 8% Pfandbrief Amt R1 95½ Westf. Pr. Abl. Anl. 100 Preußische Zentralstadtschaft. Köln nach schwachem Beginn zum Schluß gehalten. Köln, 30. April. Die gestrige Börse eröffnete mit eher nachgebenden Kursen. In verschiedenen Werten kam wieder etwas Material heraus. Ferner wirkte die schwächere Newyorker Börse, der Rückgang des Ruhrkohlenabsatzes und die niedrigen Kaliabsatzziffern verstimmend. Von der innenpolitischen Lage ging trotz der vorgestrigen Kabinettsbesprechungen eine gewisse Unsicherheit aus. Seitens der Spekulation bestand eher Realisationsneigung. IG. Farben gaben auf Angebot um 1¾ Proz. auf 145½ und rurz darauf weiter um 1 Proz. nach. Am Montanmarkte gingen Rhein. Braunkohlen um 4 Proz. auf 166, Mannesmann um 13 auf 74 und Rheinstahl um 2 Proz. auf 76 zurück. Harpener, Phönix und Gelsenkirchen konnten sich dagegen behaupten. Elektro= und Schifffahrtswerte waren im allgemeinen wenig verändert. Kunstseidenaktien gut gehalten. Der Bankenmarkt hatte leichte Rückgänge zu verzeichnen. Im Verlaufe war die Tendenz zunächst weiter leicht nachgebend. Später konnten sich auf Deckungen der Spekulation wieder kleine Erholungen durchsetzen. Der Einheitsmarkt verlief schwächer. Gegenüber gestern traten Rückgänge bis 5½ Proz. ein. Versicherungen lagen still. Die Börse schloß ziemlich gehalten. Heute notierten: Basalt 23, Bonner Berg 58, Braunk. Zuk. 62, Kabel Rheydt 147, Kölner Dampf 190, Rhein. Braunkohlen 166, Stoll= werck 47¼. Düsseldorf abgeschwächt. Düsseldorf, 30. April. Die gestrige Düsseldorfer Börse eröffnete in abgeschwächter Haltung. Wintershall lagen bei einigen Umsätzen um 1 Proz. schwächer und verloren im Verlaufe noch weitere 1¾ Prozent. Salzdetfurth, Mannesmann und Rheinstahl lagen ca. 2—3 Prozent niedriger im Angebot. Von Kohlenwerten waren Diergardt, Ewald und Graf Schwerin zu 200 Mark schwächeren Kursen im Verkehr. Ferner Lothringen= und Dahlbuschaktien, welche 1½ Prz niedriger gehandelt wurden. Von Braunkohlenwerten entwickelte sich wieder lebhaftes Geschäft in Bruckdorf=Nietleben, jedoch ebenfalls zu nachgebenden Preisen. In Kohlenwerten war das Geschäft sehr ruhig. Burbachaktien erzielten bei mehrfachen Umsätzen eine Abschwächung. Hallesche Salzaktien und MarieKuxe lagen bei einigem Geschäft schwächer. Von Industrieaktien gingen zu höheren Preisen Hochund Tiefbauaktien um. Märkte Berliner Produktenbörse. Weizen, märk., prompt, ab Station, flau. Roggen, märk., prompt. ab Station, 70—71 kg, 196—198, stetig. Futter= und Industriegerste 230—244, ruhig. Hafer, märk., prompt, ab Station 185—189, fester. Weizenmehl, prompt 34—40, matter. Roggenmehl, 0—60 Prozent. prompt 26,75—29,10, behauptet. Weizenkleie 14—14,25, still. Roggenkleie 14,50—14,75, still. Viktoriaerbsen 24—29. Kleine Speiseerbsen 23—27. Futtererbsen 19—21. Peluschken 25— 30. Ackerbohnen 19—21. Wicken 23—26. Lupinen, blaue 13.50—15,50. Lupinen, gelbe 22— 26. Seradella, neue 66—70. Rapskuchen, Basis 38 Prozent 9,80—10,20. Leinkuchen, Basis 37 Prozent 14—14.20. Trockenschnitzel 8,10—8,.30. oyaextractionsschrot, Basis 45 Proz. 18—14,10. Kartoffelflocken 15.50—16. Allg. Tendenz: uneinheitlich. Preise in RM. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg, Rauhfutter per 50 kg. Weizen mit Normalgewicht 755 gr. pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin per Mai 293, per Juli 293—292,50, per Sept. 247—247,50 —247. Roggen mit Normalgewicht 712 gr. pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin per Mai 204,25—204,50, per Juli 200,75, per Septs 189 —189,50. Hafer mit Normalgewicht 475 gr, pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin per Mai 196.50—196, per Juli 203,50—202,50, per Sept. 182—181 Briefe. Alles per 1000 kg in Reichsmark. Frankfurter Getreidebörse. Weizen(Hessen und Provinz Hessen=Rassan), Durchschnittsqualität, Hektolitergewicht v. 76 kg. Roggenmehl 30—32. Weizenkleie 13. Roggenkleie 13.75. Tendenz: geschäftslos. Biehmärkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt. Auftrieb: Großnieh 912, Schweine 228, Kälber 55. Der Handel in guten Tieren sehr schleppend. Es kosteten Kühe 1. Qualität 250— 535, Rinder 1. Qualität 250—450. Der Handel am Schweinemarkt sehr langsam. Es wurden bezahlt für 6—8 Wochen alte 13—19, 8—10 Wochen alte Ferkel 19—23. Wochen alte Ferkel 23—33 RM. Amtliche Berliner Devisenkurse Berliner Börsenkurse vom 29. April 1931 Dis 129.4 284. Div 29. 4. 128. 4 Kosmos Nordd. Lloyd Eisenbahn Reichsbahn V-A Schantungbahn 1 Hannov. Ströb Brauefelen Schulch Patzenh Dortm Akt. Dortm. Ritter Dortm. Union Müser Schegel Scharp. Wicktler Kunper Industrie Pariere Accumul-Fabr Adl. Portl. Zem Allg. Elektr-Ges Annener Gußst. Augsb-Nürab Balcke Maschin. Barop Walzwerk Basalt A-G. Bemb. I. P Berger I. Tiefd. Bergmann Eicktr. Berl.(ub. Hutt. 84 50/87.00 622.0 620.0 52.4750 12 86 00 86.00 234.0 93.50 8575 159 44.50 299.0 152•8 140.0 102.0 U/91.50 167,0172.0 44•75 158.0 136.3 102.0 106.0 44•7 48.004 1075 17.0118.0 03.0103.0 125.0|125.0 30108.50 117 Donnerstag, den 39. Aprik Jahrgang 1931 bei den Behörden mit seiner Forderung, ihn in seinem Kampf gegen ungesetzlichen Wettbeweob zu unterstützen. In der anschließenden Diskussion nahmen sowohl Vertreter der Polizei, der Kaufmannschaft wie der Staatsanwaltschaft das Wort. Dr. Steiner=Münster von der Industrie= und Handelskammer teilte aus seinen Erfahrungen mit. Bürgermeister Apfelstadt=Kirchhellen, sprach von der Plage des Hausierhandels Bürgermeister Dr. Altemühle=Haliern wies Wege der Zusammenarbeit zwischen Behörden und Kaufmannschaft. Erster Staatsanwal, Hartmann=Bochum besprach in interessanten längeren Ausführungen die neuere Rechtsprechung auf dem Gebiete des Wettbewerbsrechts, wies deutlich die Grenzen der Strafbarkeit von Wettbemerdehandlungen nach und ermutigte, in allen begründeten Fällen Anzeige zu erstatten. Vertreter der Kaufmannschaft von den einzelnen Plätzen des Vestes gaben aus der Praxis Bei spiele und Anregungen. In seinem Schlußwort gab der Versammlungsleiter der Hoffnung Ausdruck. die gemeinsame Aussprache möge ihren Zweck erfüllt haben, die beteiligten Kreise dem gemeinsamen Ziele näherzubringen: Erfolgreiche Bekämpfung des unzulässigen Wetcbewende. Schwindel um Hindenburg Ein Gauner sammelt Spenden Zurzeit treibt im Industriegebiet ein Schwindler, der Spenden„für ein Hindenburg=Denkmal" sammelt, sein Unwesen. So erschien de: Schwindler dieser Tage bei den Angestellren der Rheinstahlwerke in Bottrop, um angeblich mit der Genehmigung eines Werkdirektors Spenden dieser Art in Empfang zu nehmen. Er zeigte eine Liste vor, in der schon Spenden eingetragen waren. Als Bestätigung der Bestellung ließ er bei Spendern von 3 oder 5 Mark eine Karte unterzeichnen, die in Wirklichkeit aber die Bestellung eines Buches zum Preise von 55 Mark darstellte. Die sofort angestellten Ermittelungen ergaben, daß kein Werksdirektor die Genehmigung zu der Sammlung gegeben hatte und daß es sich um einen raffinierten Betrüger handelt. Dieser ist etwa 38 bis 40 Jahre alt, 1.70 bis 1,72 Meter groß. Er trug einen grauen Ueberzieher, meergrünen Hut, schwarze Halbschuhe. Sachdienliche Angaben nimmt die Kriminalpolizei in Bottrop=Eigen entgegen. Sollte der Schwindler anderwärts auftreten, so wolle man unauffällig die nächste Polizeidienststelle benachrichtigen, damit die Festnahme erfolgen kann. Vriefkasten 8. O. H. Fragen Sie zuerst beim Reichomarinekommando in Kiel oder Wilhelmshaven an. Wir glauben nicht, daß zurzeit Aufnahme erfolgen wird, weil Ueberangebot vorliegt. T. L. 59. Selbstverständlich wird sich Hartgummi mit Gummi verbinden lassen. Auch Ihre zweite Frage muß bejaht werden, angesichts der Tatsache, daß Hartgummi vielfach als Ersatz für Metall oder Holz gebraucht wird. Ein Patent ist anzumelden beim Patentamt in Berlin. Mit der Anmeldung ist eine Gebühr zu zahlen, deren Höhe Ihnen das Patentamt mitteilt. Von Kampfbahn m. Spielplatz Turt und Toto Der Preis von Bestsalen Am 13. Mai in Dortmund Der Nennungsschluß für den am 13. Mai auf der Wambeler Bahn zum Austrag gelangenden Preis von Westfalen hat ein überaus gutes Ergebnis gezeitigt. Dieses Rennen, das mit einem Ehrenpreis und 15000 Mark an Geldpreisen ausgestattet ist, hat bei allen deutschen Ställen Interesse gefunden. So sind insgesamt 41 Unterschriften bis jetzt stehen geblieben, unter denen sind; das Gestüt Mülhens mit fünf Vertretern„darunter Chinaprinz und Alpenflieger, das Gestüt Mydling= hoven mit drei Pferden, darunter Hohensydurg und Hegemeister; der Stall Oppenheim mit Walzertraum, Ich will, Clematis und Markgräfin; der Stall Halma mit Hatto und Huri; der Stall Oppenheimer mit Normane; der Stall A. und C. von Weinberg mit Ladro; das Hauptgestüt Graditz mit Altenstein und Viaduct. Schließlich unter den vielen westdeutschen Ställen noch der Stall Rösler mit Volumnius. Wenn auch von diesen 41 Unterschriften beim letzten Rennungsschluß noch mehrere abgehen sollten, so ist doch mit einem starken Feld in diesem Rennen zu rechnen. Voraussagen für Maisons=Lafitte 1. Rennen: Bonne Fortune— Anneau— L'Ousse. 2. Rennen: Morquerite— Star Legend— Prosperine 2. 3. Rennen: Hikerrak— Ball Trap— Flightv. 4. Rennen: Pluie d'Or— Reparsac— Masked Demon. 5. Rennen: Stall Rivaud— Nyassa— Manreville. 6. Rennen: Caudillac— Avon— Child of the Mist. Grunewald Mittwoch, 29. April 1. Rennen. 1. Sporn(Printen), 2. Seelsorge, 3. Pati. Toto: Sieg 39, Platz 23, 41, 30:10. 2. Rennen. 1. Sergius(Narr), 2. Reichstag, 8. Amönenwarte. Toto: Sieg 21, Platz 12, 13, 14! 10. 3. Rennen. 1. Berenice(Sauerland), 2. Criolus, 3. Genio. Toto: Sieg 143, Platz 20, 14. 31:10. 4. Rennen. 1. Tantris(Sajdik), 2. Irländer, 3. Volumnius. Toto: Sieg 128, Platz 19, 14, 12: 10. 5. Rennen. 1. Honestus(Huguenin), 2. Chinafeuer, 8. Dominikaner. Toto: Sieg 61, Platz 14, 14, 12: 10. 6. Rennen. 1. Mißgriff(Grabsch), 2. Blanker Hans, 3. Ute. Toto: Sieg 38, Platz 16, 15, 18:10. 7. Rennen. 1. Novalis(Pretzner), 2. Wotan, 3. Irrigoyen, 4. Pandur. Toto: Sieg 46, Platz 19, 21, 31, 26: 10. de Tremblat Mittwoch, 29. April 1. Rennen. 1. Begobera(Duforez), 2. Wintersmoon. 3. Jovara. Toto: Sieg 46, Platz 18, 24, 19: 10. 2. Rennen. 1. Pierrepont(Thuaut), 2. Romano II, 3. Sparta. Toto: Sieg 79, Platz 20, 14, 25:10. 3. Rennen. 1. Kuburbs(Guiho), 2. Evohe, 3. Pinede. Toto: Sieg 37, Platz 17, 41, 32:10. 4. Rennen. 1. Passez Muscade(Che ret), 2. Parabole, 3. Prohibition. Toto: Sieg 85, Platz 29, 26, 41:10. 5. Rennen. 1. Pulcherrimus(Sibbritt), 2. Parsee, 3. Indus. Toto: Sieg 129, Platz 23, 21, 11: 10. 6. Rennen. 1. Re Gauntlet(Dupuit), 2. Duum Vir. 3. Never Late. Toto: Sieg 61, Platz 23, 31, 40: 10. 7. Rennen. 1. Flotsun(Garner), 2. Acua Forte, 3. Casoar., Toto: Sieg 110, Platz 32, 29, 29: 10. Fußball Spielvereinigung Westsalia Buer— Selsenkirchen 87(komb.) 4: 2 Die Schwarz=Gelben, die sicher nicht erwarteten eine Niederlage einzustecken enttäuschten nicht, mußten aber doch den Schmerz hinnehmen. Sie vermochten schon nach kurzer Spieldauer den Führungstreffer zu erzielen. Der Torwart hielt die schlimmsten Sachen, konnte es aber nicht verhindern, noch vor der Halbzeit einen Ball passieren zu lassen. In der zweiten Spielhälfte konnten sie außer ein Besser als Rademacher Rademachers Weltrekord unterboten hat in Helsingfors der finnische Meisterschwimmer Reingoldt. Nachdem er erst kürzlich eine neue Bestleistung des exropäischen Rekordes aufgestellt hatte, gelang es ihm jetzt, den offiziellen Weltrekord von Erich Rademacher im 500, Meter=Brustschwimmen von 7:40,8 auf 7:368 zu verbessern. zelnen Vorstößen nicht so richtig aufkommen. Ein schneller Vorstoß sah sie schon wieder in Führung. Nach schönem Kombinationsipiel fiel durch den Mittelstürmer der verdiente Ausgleich. Dann konnte der Gegner nicht mehr durchstehen.— Die 1. Jugend hatte die gleiche Mannschaft von Rhenania Bottrop zu Gast. Das Spiel wurde mit 3:1 gewonnen.— Die zweite Jugend siegte über Bottrop mit 3:1 Toren. Um die Saumeisterschaft des Ganes Mark DIK. Adler Mesterholt 1.— Roland Blandenhorst 1. 1: 1 Zum ersten Spiel um die Gaumeisterscheft war der Gruppenmeister Roland Blandenhorst in Westerholt. Nach wechselvollem Spiel trennten sich die beiden Meistermannschaften mit dem Resultat 1:1. Am nächsten Sonntag müssen die Adler nach Bladenhorst, um das Rückspiel zu liefern. Der Sieger aus diesem Spiel trägt dann den höchsten Titel, den der Gau Mark im Fußball zu vergeben hat. Vor diesem Spiel zogen die alten Kämpen von Adler und Saxonia Marl in den Kampf. Nach humorvollem Spiel konnten Adler Kavaliere einen knappen 1:0=Sieg erringen. Bei diesem Spiel traten die Lachmuskeln der Zuschauer oft in Tätigkeit.— Die 1a=Jugend spielte gegen die gleiche von Jung=Siegfried Buer und konnte nach schönem Spiel verdient mit 1:0 gewinnen. us dem Turner-Lager Freie deutsche Turnerschaft Das Ausscheidungsturnen zur Ermittelung der besten Turner aus Buer=Horst, die am 31. Mai den Geräteturnkampf gegen die besten Turner Gelsenkirchen in Gelsenkirchen austragen, findet am kommenden Sonntag, den 3. Mai, vormittags 10 Uhr, im Saale des Restaurant Becker in Erle statt. Gleichzeitig werden auch die Schwerathleten im Ringen und Gewichtheben in sieben Gewichtsklassen zusammengestellt. Es ist daher Pflicht der angeschlossenen Vereine der Irteressengemeinschaft, dafür zu sorgen, daß die Teilnehmer pünktlich zur Stelle sind. Am Schachbrett Es keigt der Schach-Beltkamp Dorsten als Favorit mit an erster Stelle Am Sonntag steigt in GelsenkirchenAltstadt der Kampf um die Schach=Westfalenmeisterschaft im KGV. Zwei ungeschlagene Gaumeister, Witten vom Gau Hagen und Dorsten vom Gau Unter=Emscher werden hier, beide zum erstenmal, um die höchste Würde. die der Schachverband des KGV. zu vergeben bat, kämpfen. Es ist dies sicherlich ein Ereignis auf das die Dorstener Schachabteilung, die ja das jüngste Mitglied des Gaues Unter=Emscher ist, stolz sein kann. Die Mannschaften stehen sich wie folgt gegenüber(die Erstgenannten sind aus dem Wittener, die Zweitgenannten aus dem Dorstener Verein): Schlieker— Dietrich, Maifeld— Praum, Comer— Tönnies, Böttener— Eveldt, Watterkamp— Etzkorn, Teck— Wenke, Roth— Ahmann, Peikert— Flett. Arzneien im Handel Eulwur eines Reichsarzneimittelgesetes n Wir werden um Veröffentlichung folgender Zuschrift gebeten: Die Veröffentlichung eines im Reichsministerium des Innern ausgearbeiteten Entwurfs eines Reichsgesetzes über den Verkehr mit Arzneimitteln und Giften (Arzneimittelgesetz) gibt in der Oeffentlichkeit Anlaß zu lebhaften Auseinandersetzungen, die indes z. T. verfrüht sind, weil eine Begründung, welche die endgültigen Ausichten der Reichsregierung erkennen läßt, noch nicht vorliegt. Es scheint aber doch nötig zu sein, einmal darzulegen, wie heute die Verhältnisse im Arzneimittelverkauf in Deutschland liegen. Die Versorgung der Bevölkerung mit Arznei ist seit Jahrhunderten Aufgabe der vom Staate hierfür geschaffenen und überwachten Apotheken. Die Apotheken werden vom Staate gleichmäßig über Stadt und Land verteilt, damit die Kranken ihren Arzneibedarf jederzeit ohne Schwierigkeiten decken können. Neue Apotheken dürfen nur mit Genehmigung der staatlichen Behörden errichtet werden, eine Maßnahme, die im Interesse der Kranken getroffen ist, denn sie soll verhindern, daß zuviel Apotheken entstehen, und durch zu scharfen Konkurrenzkampf etwa Apotheker veranlaßt werden, minderwertige, nicht vorschriftomäßige Arznei zum Schaden der Kranken abzugeben. Im Interesse einer zuverlässigen Arzneiversorgung hat der Staat für den Betrieb der Apotheken eingehende Vorschriften erlassen, wie sie kein anderer Gewerbetreibender in Deutschland zu beachten hat. Es gibt in Deutschland etwa 15.000 verschiedene Arzneispezialitäten verschiedener Zusammensetzung. Es ist klar, daß diese Mittel, von denen eine Apotheke 2—5000 Stück vorrätig hat, schon zur fachgemäßen Aufbewahrung von dem Apotheler genaue Kenntnis der Zusammensetzung und der sonstigen Eigenschaften der Präparate verlangen. Aber auch als Kontrollstelle wirkt die Apotheke; denn, wie überall woo Menschen tätig sind, kommen auch bei der fabrikmäßigen Herstellung von Arzneimitteln Versehen vor, die der Apotheker durch Untersuchung feststellen kann und häufig genug ermittelt hat. Dadurch sind schon viele Kranke vor Schädigungen bewahrt worden. Man kann also die Fragen des Arzneimittelverkehrs nicht allein vom Standpunkt des kaufmännisch eingestellten Arzneimittelhändlers entscheiden. Maßgebend muß die Rücksicht auf den Kranken sein, der Anspruch darauf hat, daß ihm die Arznei von sachverständiger, hinreichend vorgebildeter Stelle zu möglichst billigen Preisen verabfolgt wird. Diesen Ansprüchen genügt heute die deutsche Apothebe, deren Einrichtung in der ganzen Welt als vorbildlich gilt. zurückkehrte und man ihn nach seinen Erlebnissen fragte, antwortete er glücklich: „Ueber die Banketts wollen wir nicht reden. aber die Kinder waren entzückend. Die Stunden, die ich mit ihnen verbrachte, werde ich nie vergessen.“ Die Leute behaupten, daß er neidisch auf Ovationen sei die seinen Kollegen gelten. Ich kann einen Fall erzählen, der diese Behauptung widerlegt. Zu der Premiere des Films„Die drei Musketiere" waren die Hauptdarsteller, Mary Pickford und Douglas Fairbanks. eingeladen. Im gleichen Auto, in dem die Beiden ins Theater fuhven, saßen auch Charlie Chaplin und Jack Pickford, die sich ebenfalls den Film ansehen wollten. Als erster verließ Fairbanks die Limousine und half Mary Pickford beim Aussteigen. Ein jubelnder Applaus des vor dem Kino wartenden Publikums empsing se. Ihnen solgte Jack Pickford. Als sie schon das Theater betreten wollten, bemerkten sie mit Erstaunen, daß Chaplin ihnen nicht gefolgt war. Fairbanks ging zum Auto zurück und fragte Chaplin, wo er bleide.„Ich habe gewartet, um Dir von dem Applaus, der heute nur Dir zukommt. nichts zu nehmen.“ Als er dann endlich ausstieg, wurde er mit einer Freude 1 Vegeiherung begrüßt, die den Empfang girbanks weit in den Schatten stellte. Im heater saßzen sie gemeinsam in einer Lage. Chaplin zog sich ganz zurück. Doch das Publikum ließ ihn keine Ruhe, es wünschte sie alle immerfort zu sehen. Aber es gelang Douglas Fairbanks bei aller Ueberjedungskunß nicht. Chaplin zu bewegen, sich der Meuge zu zeigen.„Der Abend gehört Dir und nicht mir!“. Und dabei blieb er. Wer also kann nach alledem behaupten, daß er eisersüchtig auf den Ruhm seiner Kollegen in? Ich kann allen Behauptungen entgegen nur immer wieder sagen, daß Chaolin absolut kein Frauenhasser ist. Nur die übergroße Verehrung der Frauen für ihn hat er verursaczt, daß er sich bis aufs Neußerste von ihnen im allgemeinen zurückzon— Um zu beweisen, wie sehr er aber dennoch Frauen ehrte muß ich folgendes erzählen: In Hollywood existiert ein exklusiver Klud. Betrusls=Klud genannt. Als er einmal mit mir dort saß. börte er ein Gepräch am Nedentisch, das beleidigend für mich war. Der millionenschwere Oelkönig. der diele bäßlichen Worte gesprochen, war mindestens dreimal so groß und stark wie Chaplin. Chaplin wurde vor Empörung bleich, er stand auf und ging auf diesen Menschen zu. haute ihm wortlos eine runter, daß der große Kerl ins Orchester flog. und ging an seinen Platz zurück. Jack Dempsey selbst könnte es nicht geschickter gemacht haben. Chaplin hat eine unbegrenzte Hochachtung vor der Frau. Es ist eine Folge seiner unendlichen Liebe und Achtung vor seiner Mutter. 8. Kapitel: Charlie und seine Arbeit Charlie Chaplins einzig wahre Liebe ist seine Kunst. Ausgenommen vielleicht seine Liede fur seine Mutter und für seine Kinder. So war seine Natur, als ich ihn begreifen lernte. Ich glaube. er selbst wußte. daß er nicht so beschaffen war wie andere Menschen, die Liebe empfangen und geben können, und die sich glücklich zu fühlen vermögen. Als unserer Ehe langsam eine Illusion nach der anderen verloren ging. pflegte er mir mandmal zu sagen, daß er nicht glauben könne, daß die Liede in der Ehe das allein Mächtiaste sei. Er fügte hinzu, es täte ihm von Herzen leid— aber er könne es nicht ändern. „Nur die Mutterliebe dauert ewig“. sagte er mir oft. Meine Erfahrungen mit ihm bewiesen mir bald, daß dies auf ihn unbedingt zutraf. Wenn seine Sucht zur Einsamkeit für eine Weile eingedämmt war, glaubte er, daß unsere Liebe auch ewig dauern würde. bis seine Natür wieder alles zerschlug und er in seine Einsamkeit zurücksank. Aber unerschütterlich glaubte er an seine Arbeit und an seine Kunst. Darüber gab es keinen Zweisel. Niemand, der nicht die Kämpfe und Anstrengungen kennt und die Widerstände, die er besiegt hatte. und der nicht weiß, wie er stets daran zweifelte. das hohe Ziel seines Ehrgeizes zu erreichen. kann deurteilen, wie sehr er der Kunst hingegeben war. und welche überragende Stellung sie in seinem Leben einnahm. Stunden um Stunden arbeitete er manc. mal an kleinen Details, die jedem anderen unwesentlich erschienen wären. Seine Vertiefung in die Arbeit erinnert mich an eine Senteng, die ich einmal las: Die Vollkändigkeit einer Arbeit beruht auf Kleinigkeiten. und die Vollständigkeit is keine Kleizigkeit. Schon nach unseren Flitterwochen mußte ich oft an dieses Wort denken, als nichts anderes als Arbeit für ihn existierte. Es war. als ob er auf einem anderen Planeten weile. Oftmals vergiß er sogar seine Mahlzeiten. „Charlie“, sagte ich.„weißt Du nicht, daß Du vergessen hast, heute zu Mittag zu essen?“ Aber er hörte mir nicht einmal zu. Er war völlig mit seiner Arbeit beschäftigt. um Neues zu schaffen, das die Gefühle der Menschen erregen könnte. Arbeiten, arbeiten war seine Gier. Ungestört und blind wollte er den Weg seiner Berufung gehen. Er verlor sogar den Begriff der Zeit. Oft arbeitete er ganze Nächte durch. ohne daß es ihm bewußt wurde. Es war schrecklich zuzuschauen, wenn er nach der anstrengenden Arbeit im Atelier nach Hause kam und, statt sich auszuruhen, sich die ganze Nacht mit den Prodlemen seiner Filmarbeit beschäftigte. Die Arbeit im Atelier konnte noch so früh beginnen. er mußte der Erste sein. An Filmen, denen andere einige Wochen widmeten schuf er Monate lang. In langsamer und qualvoller Arbeit entsand eine Szene nach der anderen. Selten kam es vor, daß ich ins Atelier ging, während er dort war. Nicht deshalb, weil er es mir verboten hätte, sondern weil ich wußte. baß meine Anwesenheit während seiner Arbeit ihn Körte und beunruhigte. Ich war ein Element, das in seiner Arbeit keinen Bestand haben durfte. Er war ebenso mit anderen wie mit mir, und nicht nur deshald. weil ich seine Frau war. Ich glaube kaum, daß sich Charbie jemals fragte, wie sein Film dem Zuschauer gefallen würde. Er arbeitete gleichsam nur für sich selbst, mir seinem Film war er ganz eins und war nur bestrebt, seinem eigenen dramatischen Gefühl Rechnung zu tragen. Nur seine Zufriedenheit war für ihn richtunggebend. Ich erinnere mich einer kleinen Szeue, die für ihn Harakteristisch war. Es war ein kleines, bumorikisces Spiel. eine gans unbedentende Sache. Nach den Vorriften des Manuskriptes mußte der detreffende Schauspieler ein heißes Würstchen essen. Charlie wollte, daß er es mit einem Aberglüdliche Beiichtsenohrei wit geöße tem Behagen und Vergnügen tat. Ein Scheuigieler vertachts es hann ein anbener. dann ein dritter. Es war wirklich eine ganz unwesentliche Szene, und doß konnte keiner von den dreien Charlie zufrieden stellen. Endlich sand er einen, der es fast gut machte. Dann fing er an. es ihm vorzuspielen. Stundenlang quälte er ihn mit den kleinsten Details dieser Szene. Immer wieder mußte der Schauspieler es wiederholen. Endlich konnte der Aermste nicht mehr weiter, es war ihm schon ganz unmöglich geworden. noch einen einzigen Bissen herunter zu würgen. Man muß dabei daran denken, daß die ganze Szene vielleicht eine einzige Minute im fertigen Film dauerte. Und als Charlie die Stelle dann in der Kovieranstalt sich ansah, war er doch noch unzufrieden und schnitt sie heraus. Solche Zwischenfälle verschlangen viel Arbeit und viel Geld. Genau so beurteilte er sich selbst. Mit der gleichen Strenge und Beobachtung kritisierte er sich allein und seine Schauspieler. Das ist vielleicht der Grund. weshalb er nicht arbeiten kann, wenn irgend etwas außer der Arbeit noch in seinem Sinn iR Darum setzte er seiner Geschäftsleitung bestimmte Stunden fest, um nicht während dek Aufnahme gestört zu werden. Vielleicht würden die Zuschauer nicht einmal die kleinen Unterschiede bemerken, um deretwillen Charlie Chaolin viele hunderte Meter Filmarbeit vernichtete. Es war ihm unmöglich solche Arbeit bestehen zu lassen, mit der er nicht zu hundert Prozent zufrieden war. Selbst als sein Ruhm sich schon überall hin ausgebreitet hatte, gab er sich keine Neckenschaft darüber, wie sehr sich das Publikum für sein Tun und Lassen interessierte Er haßte es, Interviews zu geben, und furchtsam vermied er es. in der Oeffentlichkeit zu erscheinen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, daß er sich jetzt außerordentlich wundert, weshalb seine Privatangelegenheiten so sehr die Allgemeinheit aufregen. Er wird nie verstehen, daß dis Publikum nicht nur an seine Arbeit. sondern aus an den Mann denkt, der sie bemältigte. Niemals wird er verstehen, daß beides nicht voneinander getrennt werden kann. Nach leinen Begriffen eristiert ein Künstser nur in seinem und für kein Werk. Wenn des Werk gut ist muß das Werk anerkannt rden. So denkt Chavlin und ich hesse mir vor, wie er laat:„Sind die Filme ###seffter ale früber? Bne will daPuhlikum eigentsich nan mir? Mag haf en mit mir zu schaffen? Meine Arbeit und nicht meine Person sollte ihm wichtig sein.“ 7. Kapitel: Charlie Chaplins unendlich Liebe für die Kinder Nie hatte Charlie Chaplin regelmäßige Stunden für die Arbeit. Essen und Trinken. Spiel oder Schlafen. Ein Schauspieler, der auf der Bühne tätig ist. kann ein regelmäßiges Leben führen. aber ein Filmschauspieler oder Producer kann keine genaue Zeiteinteilung haben, sondern er muß sich den Umständen anpassen. Erst sind da die schweren Tage der Manuskriptbearbeitung und der Architekturberatung, dann die nervenanspannende Arbeit in den riesigen Ateliers. Endlich die Zusammenstellung der fertigen Filmstreifen. Denen die sich damit beschäftigen, ist ein regelmäßiger Tageslauf nicht vergönnt! Auch Charlie Chaplin hatte keine bestimmten Stunden des Schlafengehens oder des Aufstehens. Manchmal stand er morgens mit den Hühnern auf. ein andermal, wenn er die Nacht mit Lesen zugebracht hatte, sehr spät. Die Stunde der Mahlzeiten bedeutete ihm nichts und manche Tage der Arbeit gab es. an denen er kaum das Nötigste an Ernährung zu sich nahm. Er liebte es. wenn alles gut zubereitet und serviert wurde, aber er hatte für nichts eine besondere Vorliede, denn er war gewohnt. so einfach wie möglich zu leben. Er trank nur wenig - manchmal zum Mittagessen ein Glas Wein. Dem Champagner zog er eine Flasche Haut Sauternes vor, und die Tatche, daß er den nicht sehr erregenden weißen Wein Frankreichs mehr liebte als die stimulierenden Cocktails und Wiskys, ist ein Zeichen dafür, daß er von Reizmitteln nichts hielt. Natürlich trank er auch manchmal ein wenig Sekt, wenn er gelegentlich auf Banketten gereicht wurde. aber alles zusammengenommen war Charlie kein Mann. der. gern trank. (Fortsetzung folgt.) Die größte Auswahl in Tapeten bei Neukirchen /Buer Brie-Hassel-Brauck-Marl Nummer 112 Donnerstag, den 30. April Jahrgang 1931 Nur allerbeste Saatkartoffeln die auch die höchsten Erträge geben und nicht mit minderwertigem Saatgut zu verwechseln sind. Westpreußische krebsfeste u. krebsfreie Juli=Mäuse....... Zeutner 5.50 Westpreußische krebsfreie und krebsfeste, anerkannte auf Krebsfestigkeit von der Landwirtschaftskammer Münster untersuchte höchst ertragreiche, helle, blanke, gelbfleischige Preußen Zeutner 5.00 Die zurzeit allerbeste, tiefgelbe, ertragreichste Kartoffelsorte, die wie Erdgold auch Erträge bis zu 220 Zentner per Morgen brachte, ist die: 1a gelbfleischig Ostdeutsche anerkannte 1. Absaat krebsfreie und krebsfeste „Böhms“ Ackersegen..... Zentner 8.00 Die wegen ihrer großen Erträge sehr stark gesuchten la gelbfleisch. Westpreußische, anerkannte 1 Absaat krebsfreie u. krebsfeste,„Erdgold"(Saat) Ztr 6.00 treffen bestimmt wieder in 1. 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Ortskriegerverband Herten Zwecks Beerdigung des Kameraden Schwarzhoser vom Kavallerieverein Herten treten die Kameraden ul 3.15 Uhr in ihren Vereinslokalen an. 3,30 Uhr Abmarsch. Geschlossener Abmarsch sämtlicher Vereine 3.40 Uhr vom Marktplatz b. Brechtmann. Die Langenbochumer Vereine versammeln sich um 4 Uhr. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 1. März, nachm. 4.15 Uhr, vom Sterbehause, Langenbochumer Straße 152, aus statt. Beteiligung is Ehrensache. Der Vorstand. Evang. Frauenverein Buer=Beckhausen Die Beerdigung unseres Vereinsmitgliedes tund Uriuurn findet Freitag, den 1. Mai 1931, statt.(3.30 Uhr vom Trauerhause, Karnapstraße 9, 4 Uhr auf dem Friedhof in Bechhausen.) Der Vorstand. Achtung! Achtung! Eröffne am Donnerstag. den 30. April, mittags 2 Uhr, im Hause B.=Erle, Bismarastr. 112, einen Beibwangelbelrieh Wäsche wird auf Wunsch gratis abgeholt und zugestellt. Hans Orygoda. Sämtliche Reparaturen in Korb=Stühlen, Bohnerbesen werden sauber und gut ausgeführt. Wests. 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Mai 1931 fällt die Möllabfuhr im Oristell Gelsenkirchen aus. In den hiervon betroffenen Bezirken wird sie am Diens= ur holl. In den Ortslen Duer und Horst erfolgt die Abfuhr wie gewihgiich. Gelsenkirchen. den 29. April 1931. Der Oberbürger= Englisch für Anfänger und Fertgeshrttlene Duer, Essener Stepe. Rummer 117 Donnerstag, den 30. April Jahrgang 1931 1 Kilodose□ Karotten geschmitten—. 1 Kilodose ig. Schnittbohn. 8 1 Liter , h e l l e s S a l a t ö l 1 Pid. Holländer Käse volllent Pfd. westfälische 110 Plockwurst.... Se 1 Kilodose Rote Beeis 0.45 3 Pfd. 1 Kilod. Gemüse-Erbsen n. kr 0.48 3 Pld. 1 Kilodose junge Erbsen. 0.52 3 Pld. 1 Kilod, gemischtes Gemüse 0.55 3 Pfd. 1 Kllod. ig. Wachsbrechbohn. 0.53 4 Pfd. Kilod. Sellerie in Scheiben 0.68 S Pfd. 1 Kllod. Brechspargel sonn.. 1.18 3 Pfd. 1 Kilod. Brechspargel mitel.. 1.35 2 Pfd. Kilod. Stachelbeeren 0.82 2 Pfd. 1 Kilod. Birnen ganze Frocht... 0.85 2 Pfd. 1 Kilod. Preiselbeeren 0.92 2 Pfd. 1 Kilod. californ. Pfirsiche 0.98 1 Pfd. 1 Kilod, Sauerkirschen a soin 1.23 1 Pfd. Kllod. Erdbeeren... 1.45 1 Pfd. 2 Pfd.-Eimer Pflaumenmus 0.200 2 Pfd. 2 Pfd.-Eim. Aprikos.-Marmel. 0.95 1 Pfd. 2 Pf.-Eim. Apfel-Gelee„ Hmb. 0.95 1 Pfd. 1 Doppelglas gem. Marmel. 0.95 J Pfd. 2 Klubdosen Oelsardinen 0.75 1 Pfd. 5 Portionsdosen Oelsardinen 0.95 1 Pic. 1/4 Pfd. Seelachsschnitzel 0.20 1 Pfe. 1/4 Pfd. Sardellen 0.20 1 Liter Linsen 0.47 weiße Bohnen 0.47 gelbe Erbsen...... 0 50 braune Bohne 0.80 Bruchreis. 0.50 Mlichreis....... 6 30 Tafelreis. 9 38 Graupon........ 0.30 Haferflocken... 0.45 Weizenmehl... 0.45 Hartweizengries. 0.47 Elermakkaroni.... 0.43 Elerschnittnudeln 0.43 californ. Mischobst 0.42 californ. Pllaumen. 0.45 californ. Ringäpfel 0.50 californ. Birnen.. 0.50 Kakao sert enwi.. 0.50 Schokoladenpulver.. 0.88 gebrannter Kalfee 1.75 erlkaffes 1.95 Erdnußöl 0.58 KCLn-e ee Cee Eree ellee 1 Pfund Leberwure 0.90 1 H. 80er WincheringerT 0.63 1 Pfund Rotwuret 0.60 1 Fl. 29er Gaubickelheim.) S 0.73 1 Plund Delikaleß-Sülze 0.43 1 Fl. 30er Lieser. Riesling) K 0.95 1 Pfund fett. gerduchert. Speck 0.65 1 Fl. 30er Rüdesheimer Rosen1 Pfund Weißwure 0.75 garten Niehel 0.98 1 Pfund Polnische 0.78 1 Ltr. 30er Wittlich. Berg(M##e 0 80 1 Pfund Streichmettwurst 0.92 1 Lir. 30er Niersteiner jRhein) 0.80 1 Plund Bierwure 0.80 1 Lir. johannisbeerwein 0.80 1 Pfund westf. Cervelatwurst 1.33 1 Lir. Stachelbeerwein 0.90 1 Pfund Mainzer Käse 0.33 1 Lir. griech. Süßwein 0.83 1 Pfund Edamer Käse 0.72 1 Lir. Tarragona 0.88 1 Karton Harzer Küsepn 0.28 1 Lir. griechischer Muskat 1.00 1 Pfund Bonbon-Mischung 0.48 1 Lir. Original-Insel-Samos. 1.10 1 Pfund Malzbonbona... 9.28— 1 Pfund Cremepralinen 0.65 1 Pfund Milchkaramellen 0.68 IIIN Erfrianh.— 1 Plund Geleewürfel 0.72 H1 Schuss PeTungsraus. 1 Pfund gefüllte Waffeln 0.72 gl Bas)’aTw. 8-4##### Sum: 1 Pfund Pfeftermünzwürfel 0.76 1 Pfund Sandgebück 0.76 1 Pfund Pralinen-Mischung 088 1 Taf.(100 Gr.) Vollm.-Schokol. 0.20 1 Ptd. Fischfilet vom Kabeljau, bratfertig 1 Pfd. Allgäuer#□ Stangenkäse 80 In unserem Ausstellungeraum Soldrischc.2 Stück Gelsenk k MAMinugggguggngngngngnng n Migm Dalast-Café, Buer Das führende Konzerthaus Auf vielseitigen Wunsch Zweites Sonder-Konzert der 7 Solisten Chester Schuh Eine Extraklasse der deutschen Musikerwelt Eigene Kompisitionen— Xylophonsolis bnsen oeoeneeneng Große Versteigerung in Herten, Ewaldstr. 85, in dem Geschäftslokal der Firma C. Schmidt u. Co. Am Freitag, den 1. 5, und Samstag, den 2. 5. von morgens 10 Uhr ab bis abends 7 Uhr, werden die Restbestände wegen vollständiger Aufgabe des Geschäftes C. Schmidt u. Co. im freiwilligen Auftrage öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert: 1. 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Ehrenabend der Tanzkapelle„harlie Naumann“ Amateur-Kabarett mit Proisen Voranzeide! Freiteg, den 1. Mal 1921, spielt die neue Tanzkapelle „Joe Addé“ mit seinen Sollsten Das tanzende u singende Orchester, bekannt durch den westd. Rundtunk, aus dem Hotel zur Post in Germisch-Partenkirchen Zurüch Dr. Langroch Heuterzt Buer, Hochstraße 23 Schwere Leiden Ar u eaee u. behen elt mit besten Ertolgen A. Krüger, Buer Merienstraße 1, gegenüber der kathol. Kliche Sprechzeil Dienstags u. Freitegs von 10—4 Uhr Schwere Magen- und Dermieiden, Herzund Neivenerkrenkungen, Grippe, Stotlwechse störungen, Rheuma, Gicht, wurden nechweislich mit guten Erfolgen behendelt. Angendiegnose— Harnan Dankschreiben! Allen Kreuten gum Rechbenten Ich war schwer krank, Magen, Heri und Lunge waren nicht in Ordnung Dor 3 Jahrea din ich am Magen overiert worden. Mehrere Verzie. wie Hombopaihen, habe ich besucht. 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April 1931 6.45—7,00 Leidesübungen: Dr. Ludwig Bach 7,00 Wettervorhersage und Zeitangabe 7,05—8,00 Morgenkonzert 8.00 Zeitangabe und Wiederholung der Wettervorhersage 10.15—11,00 Schallplattenkonzert (Adler= und Orchestrolaplatten) 10.30 Unterbrechung des Schallplattenkonzertes durch: Erste Meldungen, Amtliche Wasserstandsmeldungen und Zeitangabe 11.20—12,00 Schulfunk. Wilh. Mensching: Vom Geheimnis der Negerseele 12.10 Schallplattenkonzert (Ultraphonplatten) 12.50 Wetterberiche 12.55 Nauener Zeitzeichen, Mittogomeldungen und Zeitangabe 13.05—14,30 Mittagskonzert. Leit. Eysoldt 14.20 Funkwerdung mit Schallplatten 15.50—16,20 Kinderstunde. Els Vordemberge: Aus unserer Werkstatt 16.20—16,30 Mitteilungen aus dem Schulfunk. Dr. Haus Behle 16.30—17,00 Funkpädagogische Arbeitegeweinschaft der Lehrer an Volbeschulen. Gesamtunterricht!: Gesamtunterricht u. Fachunterricht. Aufbau eines Gesamtunterrichtsplanes für einen Zeitabschnit: gestaltet durch die Arbeitsgemeinschaft. Schulrat Reiniger, Essen 17.00—18,00 Besperkonzert. Neue Tanzmusik der Kapelle Döbert.(Uebertragung vom Südwestdeutschen Rundsunk) 18,00—18,20 Die Welt im Buch. Franz Brückner: Russische Erzähler der Gegenwart. Ilja Ehrenburg:„13 Roman Gul:„Voris Sawinkow“— Boris Pilnjak:„Die Wolga fällt ins Kaspische Meer“— Leonid Leonow:„Aufbau“ 18.20—18,40 Unter Riesen und Zwergen in Inner=Afrika. Wilhelm Mensching. 18.40—19.00 Spanisch. Privatdozent Dr. Heinermann 19.00—19,15 Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen und Sportvorder. 19.15—19.25 Vom Tage 19.30—19,55 Wirtschaftliche Umschau. Dr. Hermann Mayer: 50 Jahre Verein der Industriellen im Regierungsbezin Köln 19.55 Erste Abendmeldungen 20.00—20,30 Volk musiziert. Leitung: Kneip Bänkelsänger, Wanderburschen, Blaskapelle, Straßenpflasterer und Bayrisches Trio 20.30 Einführung in das Hörspiel„Das Winzersest" oder„Pat und Patachon auf dem Dorse“. Eine durleske Komödie von Richard Wenz. Musik von Gustao Kneip, Spielleitung Rieth. Damen: Welting, Heynicke=Löschhorn, Gründgens, PfaffReschte: Herren: Maaz. Müller=Schlösser. Oetterohogen, Gehly, Schöner, Probst, Stassar, Meuter, Sürtler, Apel, Heil, Kandner, Reschke, Kanz u. a. 22.05 Letzte Meldungen. Bericht über das geistige Leden, Sportbericht Anschließend bis 24.00: Konzertübertragung aus dem Kaffee Hemesatt, Düsseldorf, Kapelle: Wihmeyer ——**— es Kerren- Artikel Perkal-Oberhemden gutes Blelefelder Fabrikat, in großer#### usterauswahl Stück 2.80. 1.00 mit Kragen............ Stück 2.85 Weiße Oberhemden mit schönen Fantasle- Einsätzen und 40 KE Manschetten, aus gutem Rumpfstoft..Ban stück 2.00 Wochenend-Hemden ∆ mit Kragen und Krawatte, aus gutem##. — 9 Zephir Stück aus Oxford Stück 3.75 Sehunlegtragen moderne Form, Ia Blelefelder Erzeugnis I 6.95, Stöck 0.30 3 Stück e. Ein Posten Selbstbinder welt unter Preis. in großer Musterauswahl Stück 0.95, 0.75, 0.35 M Mimm Min Korsetts Strumpfhaltergürte! 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Meter 2.50, 2.00, 1.75, 1.40, 0.95, 0.75, Sardinenfülle ca. 225 cm breite Ware, für moderne Kräuselstores, sandfarbig, in aparten Travera-Mustern Meter 8.00, 6.50, 5.30, 5.00, Landhausgardinen mit Volant, In sehr großer Musterauswahl Meter 0.75, 0.60, 0.35, 0.15, Halbstore- Metenware aus sandfarbigem Sitterstoft, mit kunstseidenem Durchsatz und Streiten sowie breiter Orillierfranse Meter 5.70, 5.00, 4.20, 3.30, 0.40 4.50 0.09 1.80 Farben Herren-Hosen Mako-Imit. Stück 0.85, Herren-Hosen echt Mako Stück 1.25, Herren-Einsatzhemden mit feinen Einsätzen Stück 0.95, 0.75, MRRM Läuler Steppdecken Besondere Gelegenheit! Ein Posten Haargarnläufer sollde Strapazierware, aus reinem Haargarn, ca. 65 cm breit, in modernen Streifenmustern Meter Jacquard-Haargarnläufer ca. 68 cm breit, reine Haargarnqualität, in guter Ausmusterung Meter 5.50, Kunstseid. Sieppdecken vorzügliche Qualität, mit Satin-Rückseite u. Halbwollfüll. Gr. 150 200 cm In allen modernen FarbenStück Satin-Steppdecken mit guter Halbwollfüllung, in vielen Farben Stück 1.85 3.60 12.50 6.20 Wieder ein Posten Schwedenstoffe Vorgezeichnete lischdecken aus gutem Haustuch, ca. 130/160 cm Stück 1.95, 1.75, Ovale Buffef-Decken vorgezeichnet, a Haustuch, mit modernen Zeichnungen, ca. 45 80 cm ca. 45 90 cm 1.35 Ein Posten Oxford für Sporthemden, sollde Qualltät, ca 80 cm breit. In Modefarben Meter 0.45. Ein Posten kunstseid. Dekorat.-Rips bedruckt, erste Künstler-Entwürfe, vorzügliche## Qualität, ca. 130 cm breit. 59# mit kleinen Schönheitsvonen.". Meter 2.60, E.10 stöck 9.40 0.50 stöck 9.55 6.75 Vorgezeichnete Damen-Schürzen mit modernen Zeichnungen Nessel farb. Indanthrenstoft Stöck 9.45 0.55 anthr stöck 9.65 6.80 LEESIEEET SEE 9 9 Unser Ertrischungsraum ist durchgehend geöftnet Rummer 117 Donnerstag, den 30. April Jahrgang 1931 Razzia bei„Immertreu“ 9 Die Poltzel erscheint, wöhrend der Ringvereis Verbrecher im Frac und Smohing: die Immertree“ sein zehnlähriges Stittungstest felert “ In großer Bolltollette Berlin, 29. April.(Drahtb.) In dem Saal der Brauerei Friedrichohain seierte am Montag der Ringverein„Immertreu" sein zehnjähriges Stiftungssest, bei dem die Ringvereine aus ganz Deutsch. land durch Abordnungen vertreten waren. Gegen Mitternacht fuhren zahlreiche Polizeiantomobile mit 150 Keiminalbeamten vor dem Gebäude vor. Einige Hundertschaften der Polizei drangen in den Saal ein, in dem sich etwa 3000 Menschen befanden. Jeder einzelne Besucher mußte sich ausweisen, und wer dies nicht konnte, wurde sofort verhaftet. Die anwesenden Verbrecher waren sast durchweg im Frack oder Emoking erschienen, ihre„Damen“ in groher Balltoilette. Widerstand wurde den Polizeibeamten nicht geleistet. Es war ein phantastisches Vild. Während das große Orchester spielte, gingen Polizeibeamte mit Steckbriefregistern durch die erstaert stehenden Reihen der Tänzer und holten hie und da einen Herrn im Frack oder eine Dame in großer Toilette heraus. Grandezza mit„Jesiehl“ Bekorierung der Jubilare bei Immertren Eine interessante Darstellung der Jubiläumsfestlichkeiten bei„Immertreu“ entnehmen wir dem Berliner Tageblatt: Das Fest begann mit einer Disharmonie. Zwei Stunden, bevor die offiziellen Reden geschwungen werden sollten, stand plötzlich auf dem großen Musikpodium, im großen Festsaal des Saalbaues Friedrichs= hain, wo der bekannte Unterweltverein „Immertreu“ sein zehnjähriges Stiftungsfest feiern wollte, der Kriminalkommissar Trettin. Unten saß an langen Tischen, mit kleinen Bannern dekoriert, Kopf an Kopf, die Elite der sogenannten Berliner Unterwelt mit ihren Damen und Freunden. Dreitausend Personen. Fracks, Smokings, Abendkleider, dazwischen aber auch bescheidene Wollwesten und schäbige Jackettanzüge. Zwischen Sekt= und Weinflaschen und hellen Bieren wurde es plötzlich mäuschenstill.„Ich bitte Sie, Ruhe zu bewahren“, kommandierte die Stimme des Kriminalkommissars:„Ich tue meine Pflicht. Ich will Ihren helfen, Ihre Vereine von den Elementen zu säubern, die nicht zu Ihnen gehören.“ Der ganze Gebäudekomplex des Saalbaues war indessen von Schutzpolizei umringt. Zwischen die Feiernden im großen Saal schoben sich von allen Seiten Kriminalbeamte und begannen systematisch ihre Aktion: Wer keinen polizeilichen Ausweis bei sich hatte, wurde festgenommen. Etwa 30 Personen nahm man mit aufs Präsidium. Im Laufe der Nacht wurden von ihnen 25 wieder entlassen, heute morgen die übrigen, bis auf einen, gegen den etwas„vorlonf. Nachdem dieser„kleine Zwischenfall“ vorüber war, nahm die Festesfreude ungestört ihren Fortgang. Um 1 Uhr nachts wurde es duster im Saal. Scheinwerfer flammten auf. Auf dem Vorstandstisch brannten in großen silbernen Leuchtern Kerzen. Fanfaren schmetterten und in den Saal zogen die Abordnungen der mit „Immertreu", befreundeten Ringvereine: Luisenstadt, Friedrichshain, Freiheit, Roland, Libelle und wie sie sonst noch heißen. Sie bauten sich mitten im Saal auf. Und nun begann mit Grandezza und Gefühl der Festakt. Das war genau so, als wenn ein klein. bürgerlicher Verein, Regelbrüder oder Skatspieler, ein Stiftungsfest feiert. Da standen große starke Männer, denen der Ringkämpfersweater besser am Körper sitzt als der Frack, und kleine dicke mit treuherzigem Doppelkinn und vertrauenerweckendem Schmerbauch, den Zylinderhut in der weißbehandschuhten Hand, und es wurde gratuliert und„Hoch, hoch, hoch!“ gerufen. Ein Männerchor sang erhebend mit Orgelspiel. Die Vorstandsmitglieder redeten und den ältesten Vereinsmitgliedern wurden Medaillen an die Brust geheftet. Seinen Höhepunkt ober erreichte dieser Festakt, als eine rotblonde Dame in golddurchwirktem Gewand auf dem Podium erschien und dem Immertren=Präsidenten ein Nieen=Blumenskrangement und diebersichere Stahlkassette ale binde überreichte. Da wollte der Jubel kein Ende nehmen. Wieder schmetterten Fanfaren. Die Bannerdelegationen zogen einmal rund um den Soal, vorbei an dem Banner Immertreus, das jedesmal ein bißchen nach vorn gekippt wurde zum würdevollen Gruß, wenn ern anderes Banner vorüber getrogen wurde. Damit war der offizielle Teil vorüber, und nun wurde nur noch getanzt und getrunken dis zum frühen Morgen. Warum nimmt man so ausführlich Notiz von einer Angelegenheit, die äußerlich gem biggrise rod motlantändte ane? Man mi; un, weil diese Organisationen— das in nicht zu verhehlen— eine vielleicht beunruhigende Macht darstellen. Gewiß gibt es unter den Mitgliedern dieser Vereine auch honorige Leute in ordentlichen Berufen: Kellner, Zapfer, Gastwirte, Schaubudenbesitzer, kleine Gewerbetreibende. Aber eines steht fest: Dort, wo die Autorität der Polizei aufhört, dort, wo ihr Arm ins Dunkle, Leere stöht, de gilt noch immer die Autorität dieser Vereine, deren äußeres Gewand das harmloser Kleinbürger ist. Typisch für die Festigkeit dieser Organisationen, die über die Obrigkeit spöttisch lächelnd triumphieren, ist, daß die gestrige Polizeiaktion eine Viertelstunde vor ihrem Beginn bereits allgemein iem Saalbau Friedrichshain bekannt war. Wer also wirklich etwas auf dem Kerbholz hatte, hatte schon längst Gelegenheit gehabt, durch einen Seitenausgang zu verschwinden. Man nahm daher die ganze Anstrengung der behördlichen Maßnahmen mehr von der humoristischen Seite, denn ihr Mißlingen war ja wiederum ein Zeichen für die Macht der Vereine, die zu brechen, die Polizei ganz andere Mittel anwenden müßte, als Massenrazzien mit großem Beamtenaufgebot. 1 Million Zigaretten eingeschunggell Grotzsang der Zollsahndungsstelle * Köln, 29. April. Beamte der Zollfahndungsstelle Köln gelang es, dem gewerbsmäßigen Schmuggler, Johann Nydegger aus Köln, 85000 belgische unversteuerte Zigaretten, die er am Dienstag mit einem geliehenen Kraftwagen eingeschmuggelt hatte und an verschiedenen Lagerplätzen im hiesigen Stadtbezirk unterbrachte, abzunehmen. Es handelt sich um denselben Schmuggler, der am vergangenen Samstag die 99000 Zigaretten gelagert hatte, die ebenfalls von Beamten der Zollfahndungsstelle beschlagnahmt wurden. Nydegger hat nachweislich in den letzten drei Wochen über 1000000 Zigaretten aus Belgien eingeschmuggelt und in Köln verkauft. Er ist schweizerischer Staatsangehöriger und hat in Deutschland seit zohn Jahren nur vom Schmuggel gelebt. Es wäre wünschenswert, wenn er nach Verbüßung der verdienten Strafe als lästiger Ausländer abgeschoben würde. Der erstarrte Goldstrom Reichsbankprüsident Dr. Luther gepen die Geldpollik Frankreichs Die Reparationszahlungen als Houptersache der krankhaften Geldvertagerungen# Poklische Gründe verhindern den Rücktluß des Goldes# Die ernste Lage der deuischen Uirtschaft — Berlin, 30. April.(Drahtber.) Die gestrige Hauptversammlung der Reichsbank wurde mit einer Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther eingeleitet. der vor allem mit bemerkenswerter Schärfe den weltwirtschaftlichen Widersinn der Goldhortungs= und Kapitalaufspeicherungspolitik Frankreichs kritisierte. Nicht von der Währungsseite her könne die große Not, in der sich nicht allein das deutsche Volk befinde, geheilt werden, aber die Verteilung des Goldes über die Erde hin sei falsch. Diese falsche Verteilung beruhe nicht auf Mängeln der Goldwährung, sondern sei die Folge andersartiger, namentlich politischer Vorgänge. In Deutschland sei von Ende 1913 bis Ende 1930 der für Währungszwecke zur Verfügung stehende Goldbestand auf den Kopf der Bevölkerung bezogen von 64 Mark auf 36 Reichsmark heruntergegangen. In Frankreich dagegen sei dieser Goldbestand von 150 Mark auf 214 Reichsmark gestiegen, und in den VerStaaten von 86 Reichsmark auf 161 Reichs, mark. Frankreich habe damit, bezogen a. den Kopf der Bevölkerung, den bei wei tem größten Goldbestand von allen Ländern der Erde. Die französische Kopfqnote machte Ende 1930 das sechssache der deutschen aus, während sie vor dem Kriege nur das zweieinviertelsache der deutschen Kopfquote betrug. Hauptursache der Goldverschiebungen seien die Reparationszahlungen Deutschlands und die internationalen Kriegsschuldenzahlungen. Solange diese Zahlungen andauern, wäre es wirtschaftlich vernünftig, von den Empfängerländern her einen natürlichen Ausgleich der Zahlungen durch Einfuhr ausländischer Wertpapiere oder durch langfristige Anlage der Zahlungsüberschüsse im Ausland, also durch Kapitalexporte herbeizuführen. Auch dies geschehe aber nicht, keinesfalls in dem erforderlichen Umsang und namentlich von Frankreich aus. In einer Zeit, in der die ganze Welt und in besonders hohem Maße Deutschland nach langfristigem Kapital Hunger leide, entzieht man dem Lande, das es am nötigsten brauche, nicht nur durch die Reparationsleistungen das Kapital, sondern verhindere obendrein aus politischen und anderen Gründen, daß dieses Kapital nach seinem Umweg(früher über den Reparationsagenten und jetzt über die B. J. 3.) sich weiter als Kapital zur Befruchtung der Weltwirtschaft betätigen kann. Durch die politischen Zahlungen werde ein dauerndes Störungomoment in die internationalen Wirtschaftsbeziehungen Ende Juni 1930 hatte der Gold= und Devisenbestand der Reichsbank einschließlich der nicht für Deckungszwecke verwendeten Devisen einen Höhepunkt mit 3,75 Milliarden Reichsmark erreicht. Nach den Wahlen vom 14. Geptember setzte wieder so starkes Abziehen von Geldern aus Deutschland ein(wobei nur ein kleiner Teil auf Rapitalfluchtkonte gesetzt werden darf), daß die Reichsbank einen Verlus von weit über einer Milliarde NM Sold und Devisen erlitt. Der jetzige Gold= und Devisenbestand der Reichsbank bleibe hinter dem Höchststand des vorigen Jahres noch etwe um eine Milliarde Reichsmark zurück und habe sich gegenüber dem Zustand nach Abschluß der Verlustperiode des Herbstes nur um etwa 200 Millionen Mark gebessert. Die Zeigende Handelsbilanzaktivität könne auch nicht als günstige Dauererscheinung gewertet werden. Was en mit ihr in Wirklichkeit auf sich habe, ersehe man am deutlichsten daraus, daß unsene Ausfuhr in den ersten drei Monaten des Jahres 1931 um 800 Millienen Mast gerin: ger war alg in den entsprechenden Monaten des Jahres 1930. Das Aktivwerden beruhe also in keiner Weise auf einer Steigerung der Ausfuhr, sondern lodiglich auf einer Verminderung der Einfuhr, die ein Ausdruck der Not von Wirtschaft und Volk sei. Um das Bild in seinem ganzen Ernst zu zeigen, sei hinzugefügt, daß die geringe Belebung der Wirtschaft in den letzten Wochen über das saisonmäßige Maß nicht hinausgehe, je die Verminderung der Erwerbslosigkeit bleibe hinter der vorjährigen jahreszeitlichen Erholung zurück. Dieser Umstand hänge allerdings wohl zum Teil mit der Witterung zusammen. Offensichtlich werden in wichtigen Wirtschaftszweigen der Konsum seit längerer Zeit aus Lagerbeständen befriedigt, ohne daß eine laufende Wiederauffüllung in hinreichendem Umfang stattgefunden habe. Soweit solche Lagerbestände sich erschöpften, sei mit einer aumahlichen Erleichterung der Krise durch Aufträge auf Herstellung dieser Konsumgüter zu rechnen. Als Spiegelbild der besonders seit Februar sich vollziehenden Wandlung zum Besseren diene die Kursbewegung der deutschen Papiere drinnen und draußen. Diese ruhigere Beurteilung enthebe die für das deutsche Volksschicksal Verantwortlichen in keiner Weise der Notwendigkeit tatkräftigen Handelns, drückte aber das berechtigte Vertrauen des In= und Auslandes aus, daß die deutsche Wirtschaft und das deutsche Volk, die vor, während und nach dem Kriege so Gewaltiges geleistet haben, auch Herr der Schwierigkeiten werden. der Gegenwart * Essen, 29. April. Wenn Kinder sich an Wagen hängen. Heute gegen 7,35 Uhr wurde der 10 Jahre alte Alfred Krüger in der Gemarkenstraße von einem Milchfuhrwerk überfahren. Er trug hierbei einen Arm= und Beinbruch davon und mußte dem Kruppschen Krankenhaus zugeführt werden. Der Knabe hatte sich an die Seite des haltenden Wagens gehängt und schaukelte. Als der Kutscher, der den Knaben nicht sehen konnte, anfuhr, kam der Junge zu Fall und geriet unter das Hinterrad, das ihm über Arm und Bein ging. * Wissen(Sieg), 29. April. Mit heißer Milch tödlich verbrannt. Das zweijährige Kind eines Walzwerksarbeiters machte sich in einem unbewachten Augenblick am Küchenherd zu schaffen und riß einen großen Topf mit kochender Milch um. Der Inhalt ergoß sich dem Kinde über den Körper und fügte ihm schwere Verbrennungen zu, an deren Folgen es im Krankenhaus starb. :: Oberst Macia endgültig als Präsident bestätigt. Havas meldet aus Barcelona, daß die Regierung der katalonischen Generalidad Oberst Macia als Präsident endgültig bestätigt hat. „Erfahrungen von 191““ Belzieus Verleidigungspläne X Brüssel, 30. April.(Drahtber.) Kriegsminister Broqueville begründete in der Kammer die Vorlage über die außerordentlichen Kredite für die Landesverteidigung, indem er u. a. ausführte: Es ist nicht die Sache unseres von mächtigen Nachbarn umgebenen Landes abzurüsten. Das friedliche Belgien hat alle Arten von Invasionen erlebt. Es hat das Recht, zu wollen, daß sich dergleichen in der Zukunft nicht wiederhole. Das von den höchsten militärischen Autoritäten vorgeschlagene Verteidigungssystem gründet sich auf die Erfahrungen von 1914. Man versucht, seine Annahme zu verhindern, indem man auf das Bestreben des Völkerbundes hinweist. Der Genfer Organismus wird zwangsläufig langsam arbeiten. Außerdem verfügt er nicht über eine Streitkraft, die seinen Beschlüssen Achtung verschaffen könnte. Wir können nicht mehr auf Vertrage zählen. Die von Frankreich an der Ostgrenze aufgerichteten Forts machen einen Angriff von dieser Seite her unmöglich. Um so mehr ist ein Einbruch in belgisches Gebiet zu befürchten. Belgien kann nicht die Ausgaben übernehmen, die nötig wären, um längs der ganzen Grenze Belgiens eine Kette von Forts anzulegen. Die Streitkräfte zu ihrer Verteidigung würden nicht ausreichen. Es ist nötig, Befestigungen zu schaffen, auf die sich die belgische Armee zurückziehen kann, um dort die Unterstützung der englischen Armee abzuwarten und einen Einfall von Norden her abzuwehren. Nach der Rede des Ministers trat die Kammer zu einer nicht öffentlichen Sitzung zusammen, um ihr eigenes Budget zu prüfen, das eine Kürzung der Abgeordnetendiäten vorsicht. * Köln, 29. April. Sechste Westdeutsche Gastwirtsmesse in Köln. Laut Beschluß der beteiligten Verbände wird die sechste Westdeutsche Gastwirts= und Hotelfachmesse vom 3. bis 11. Oktober 1931 in Köln stattfinden. Im Nahmen dieser Veranstaltung sind, wie üblich allgemein interessierende Sondergruppen werbenden Inhalts vorgesehen. Duisburg=Hamborn, 29. Aprsl. Selbstmord eines Schupo. Gestern abend hat sich der Polizeioberwachtmeister Herm. Bäumken in seiner Wohnung erhängt. Wie Die Polizei mitteilt, ist die Ursache des Fraitodes nicht auf dienstliche Verfehlungen zurückzuführen. Das Reinigen von Steublücher, Wischtücher, Mopfransen, Bürsten aller An, wie Kleiderbürsten, Schmutzbürsten, Handleger usw., erlordert nur mehr ein kräftiges Durchspülen in einer Lauge aus dem stark seilenhaltigen, hu# ergiebigen Di Thompsons Seifenpulver## Folgen Sie unserem Rei, mechen Sie einen Versuch. Sie werden uns dankber sein. Zum Reinigen aller Gegenslände des Haushalles werden Sie nur noch Dr. Thompson: Seilenpulverbenutzen. Sie müssen von seiner Güle überzeugt sein, wenn Sie leststellen, daß 1 Pokel Dr. Thompson's Seilenpulver, Merke Schwon, in 1½ Liter kochendem Waster aufgelöst, noch Erkallen 3 Plund weiche, weihe Wesch Tapeten Gebr. Ullmann Bis Pfngsten: zu tabelhaft niedrigen Preisen Nochstt 14, 30000 ME. Veeriboné erihun im Entzück. 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