Sonntag, den 19. Aprll Aftung er Sountag!) Bezugspreis durch die Botva rui Haus haldmonatlich 4.20. Anzeigen 1 mn. Höhe in der 28 mm breiten Spaite 0.10, für auswärts a.22, Reflamen 0.40 Für auswärts 0.50*-M. Stellengeluche 12.— Oe an Kopte Zeitung bekannigegebenen Zeilenpreise sind für Inserenten and Verlag rechtsverbindlich. Bezwangsweiser Beitreibung oder Konbrsverfahren ist der bewilligte Buersche Zeitung General=Anzeiger für Gelsenkirchen und das Emscher=Lippeland Konbirsverfahren ist der bewilligte Amtliches Kreisblatt für den Stadttreis Gelsenkirchen BuerscheDruckerecamts G.=Duer Amtsblatt für das Amt Westerholt und die Gemeinde Polsum. Verordnungsblatt des Amtsgerichts Gelsenkirchen=Buer Nr. 196 59. 36. 1931 Gesohciestellen: Buer, de sa Che volleriestraße 27, Fernruf G.=Bue S.=A. Sammel=Nr. 30141: Gelf. Alter Markt: Horst=E., Essene Str. 14. Drahtanschrift: Zeitung Buerwesifalen. Postscheck.=K. Köl 20179. Bank=Konto: Commerz= und Privat=Bank A.=G. Buer Für das Erscheinen der Anzeiger an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen Unfall=Unterstühzung in Höhe von 230 R.=M.— bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabe der Versicherungs=Bedingungen. Die kommende Entwicklung Eine kede Dr. Dietrichs — Karlsruhe, 18. April.(Drahtb.) Reichsfinanzminister Dr. Dietrich sprach gestern abend in einer Versammlung der Staatspartei über die kommende Entwicklung in Deutschland. Infolge der letzten Reichstagswahlen hätten sich ungewöhnliche Schwierigkeiten auf dem deutschen Geldmarkt hauptsächlich dadurch ergeben, daß eine Unmenge kurzfristiger Kredite teils vom Ausland, teils vom Inland gekündigt wurden. Ganz seien diese Schwierigkeiten noch nicht überwunden, und man habe befürchtet, daß jetzt neue Schwierigkeiten entstehen würden. Es sei aber gelungen, den Reichstag zur Erledigung des Etatsgesetzes zu bringen, und es sei kein Zweifel, daß der Reichstag damit einen Teil seiner verlorenen Position wiedergewonnen und eine historische Tat vollbracht habe zur Wiederherstellung des Vertrauens und zum Wiederaufbau unserer Wirtschaft. Für die Zukunft sei eine der dringendsten Fragen die, wie sich die Reichsfinanzen gestalten werden. Entgegen anders lautenden Meldungen denke das Reich nicht daran, eine neue Anleihe aufzunehmen, ob. gleich die Lage der Reichskasse insofern nicht leicht sei, als viele Zahlungen zu Beginn des Jahres liegen. Die Regierung hoffe aber, ihre Verpflichtungen abdecken zu können, zumal die Verpflichtungen für den Monat April bereits sichergestellt seien. Die Abdeckung der schwebenden Schuld könne gewährleistet werden, um so mehr, als es gelungen sei, im vergangenen Jahr den Etat um 1400 Millionen Mark zu senken. Die Steuervereinfachung, eine der dringendsten Aufgaben, sei seit dem 1. April in vollem Gange. Noch nicht entschieden sei, ob die mittleren und kleinen landwirtschaftlichen Betriebe überhaupt von der Einkommensteuer befreit werden sollen, um sie nur noch mit der Realsteuer zu belasten. Die Hauptaufgabe des bevorstehenden Sommers und des Herbstes für die Regierung sei die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Dr. Dietrich richtete schließlich einen Appell an alle Anwesenden, sich für eine Stärkung des Bürgertums in allen seinen Schic en einzusetzen. Die spanische Finanzlage Erklärungen des republikanischen Finanzministers# Anerkennung aller Hnanziellen Verpilichtungen der monarchistischen Reglerung — Madrid, 18. April.(Drahtber.) Der Finanzminister äußerte sich zu Pressevertretern über gewisse Erscheinungen, die im Zusammenhang mit der Kursentwicklung stehen. Diese müßten durch die Anschauung entstanden sein, daß die republikanische Regierung die unter der Diktatur herausgegebenen Anleihen nicht achten würde. Prieto erklärte, daß alle unter der Diktatur vorgenommenen Kreditoperationen selbst dann geachtet würden, wenn sie bedeutsame Verstöße gegen die Legalität verkörperten. Er werde alle unter der hemaligen Regierung eingegangenen Verpflichtungen achten uno zu Ende führen. Die Auffassung könne in aller Form dementiert werden, daß die Regierung die Absicht habe. Abhebungen von Konten bis auf 10 Prozent zu beschränken. In bezug auf die Kapitalflucht bemerkte der Minister, daß die Regierung, obwohl sie keine Restriktionsmaßnahmen plane, doch den Zollbeamten genaue Instruktionen erteilt habe: Jede Kapitalausfuhr, die mehr als 5000 Pesetas betrage, werde auf das strengste bestraft werden.— Die Regierung werde vorläufig auf dem Devisenmarkt keine Intervention vornehmen. Auch für eine Stabilisierung der Peseta sei der Augenblick noch nicht gekommen. In einigen Tagen werde, wenn die gegenwärtige Ruhe weiter anhalte, jeder das Gefühl haben, als bestehe das neue Regime schon 20 Jahre, und dann werde auch das Geld seinen Wert wieder erhalten. Die Lage befriedigend Eine Erklärung der spanischen Minister — Madrid, 18. April.(Drahtber.) Nach Schluß der Kabinettssitzung erklärten die Minister, die Lage im Lande sei durchaus befriedigend. Die katalanische Frage solle von der konstituierenden Nationalversammlung geregelt werden. In Madrid und in den Provinzen sei alles ruhig und die Arbeit nehme allenthalben ihren geregelten Verlauf. Die Finanzkreise hätten einen recht guten Eindruck von der politischen Lage, und die Valuta habe merklich angezogen. Verhaftung General Berenquers — Madrid, 18. April.(Drahtber.) Nach einer Mitteilung aus autorisierter Quelle hat sich General Berenguer, der ehemalige Ministerpräsident und Kriegsminister im letzten monarchistischen Kabinett, gestern abend den republikanischen Behörden in Madrid gestellt, die seine Festnahme angeordnet haben. Proklamierung einer baskischen Republik vereitelt — Madrid, 18. April.(Drahtber.) Wie die Agentur Fabra aus Bilbao meldet, ist der Versuch der Nationalsozialisten, eine autonome Baskische Republik zu proklamieren, von Treppen und Polizei vereitelt worden. Uebrigens sei die Zahl der baskischen Nationalisten nur gering. Zwischenfälle hätten sich im Zusammenhang mit dieser Aktion nicht ereignet. Die Königssamille auf dem Bege ins Eril Kabinett Titulescu Die Rezierungsbildung gelungen :: Budapest, 18. April.(Drahtber.) Einer Privatme..„ aus Bukarest zufolge, gelang es Titulescu in den späten Abendstunden sein Kabinett zu bilden: Ministerpräsident und Innenminister int Titulesen, Außenminister Jean Ghica. der vormalige rumänische Gesandte in Rom; Justizminister: Lupu, der vormalige Präsident des Kassationshofes; Unterrichtsminister: Jorga; Ackerbauminister: Goroflied; Verkehrsminister: General Joneseu, vormals Generaldirektor der rumänischen Staatsbahnen; Kriegsminister: General Condesen; Industrieminister: Tabakovic: Arbeitsminister: Dr. Cantgeuzene: Finanzminister: Zeuceanu. Das Parlament wird für den Beginn der kommenden Woche einberufen werden. Maniu, der gestern abend vom König in einer längeren Audienz empfangen wurde, versprach die Unterstützung der Titulescu=Regierung im Parlament. Die neue Regierung wird mit einem Wirtschaftsprogramm vor das Parlament treten. Schachteinsturz in Angarn Vier Tote— drei Berletzte — Budaven, 18. Avril.(Drahtb.) Beim Einsturz eines Schachtes im Kohlenberzwerk von Pilißzeutivan wurden vier Vergarbeiter getötet. Drei Arbeiter erlitten leichtere Verletzungen. Bombenatteulat auf einen Jugenieur Nur die Zimmereinrichtung zerstört 18. April.(Drahtber.) den Neffen des Generaldirektors der Rothau—Neudecker Eisenwerke, Imo Doderer. M gestern abend in Neudeck ein Bombenattentat verübt worden. In das Arbeitszimmer des Ingenieurs wurde ein mit Schwarzpul ver gefülltes eisernes Gesätz geschleudert, das beim Auffallen auf den Boden explodierte. Fenster, Türen, Wände und die Zimmereinrichtung wurden größtenteils zerstört. Ingenieur Doderer dieb jedoch unverleßzt. Nachbarn wollen während der Explosion zwei Männer flüch. von gesehen haben. Ueber die Gründe man sicht in Der Empfang der Königin auf dem Bahnhof in Paris(rechts der spanische Botschafter in Paris. Quinones de Leon— links der Pariser Polizeipräsident Chiappe). Ein Bildtelegramm von der Ankunft des Königs in Marseille, die— im Gegensatz zu dem feierlichen Empfang der Königin in Paris— völlig unbemerkt vor sich ging. Armes Berlin Die Hinterlassenschaft des neuen Stadtkämmerers asch in Frankturt lichten Aussichten für Berlin Keine nicht verade herrDie Berliner Stadtverordneten wählten zum Stadtkämmerer den Frankfurter Finanzdezernenten Asch. Der Frankfurter General=Anzeiger, ein Blatt, das politisch mit Asch viel sympathisiert, widmet dem scheidenden Beamten einen Nachrus, der für Berliner Ohren nicht gerade angenehm klingen dürfte. Der demokratische Chefredakteur des Frankfurter General=Anzeigers, Erich Dembrowski, selbst ein Berliner, schreibt über Asch folgendes: Die Berliner Stadtverordneten haben nunmehr gesprochen. Bruno Asch ist endgültig zum Kammerer der Reichshauptstadt gewählt. Seine Bereitwilligkeit, dem Ruse zu folgen, liegt schon seit Tagen vor. Er wird also Frankfurt am Main verlassen. Sehr rasch, über Erwarten rasch, da die finanziellen Verhältnisse Berlins denkbar verfahren sind. Schulden über Schulden, und er keine Zeit verlieren darf. Durchgreifende Finanzreformen sind vonnöten Unsere besten Wünsche begleiten ihn auf seinem Wege. Frankfurt verliert in ihm zweifellos einen seiner wendigsten Köpfe Einen rednerischen Motor. Einen Dialektiker, der in flink himmelan kletternden Konstruktionen, fast Hegelscher Manier, die Dinge stets so lange dreht und wendet. in seinem Kopf zurechtbiegt, bis alles verblüfsend wie eine aritbmetische Rechnung aufgeht. In seinem Gehirn. Auf dem Pavier Vor seinen Zuhörern oder Lesern. Nur stellt es sich leider immer wieder deraus, daß sich die Wirklichkeit hernach wesentlich anders gestaltet. Was einen grozen, einen großartigen Erfolg, nach seinen Worten, versprach, wurde ein Mißerfolg. Der Theoretiker schlug stets den Praktiker. Aber die Praxis ging dann doch stets von neuem lächelnd über die schönste Theorie hinweg. Als Mensch, ein tadelloser Charakter. Auch als Beamter von vorbildlichem Ehrgeiz und nie erlahmender Pflichttreue. Aber als Politiker, als Finanzpolitiker, von einem verhängnisvollen Drang beseelt, ins Weite zu wirken und zu streben und über die nun einmal gegebenen Verhältnisse sich im Uferlosen zu verlieren. Als Gelddisponent zweisellos von besonderer Geschicklichkeit. * Der Kämmerer einer Stadt hat zunächst einmal durch sparsamste Wirtschaft für geordnete Finanzen zu sorgen und die Steuerschraube so wenig wie möglich anzuziehen, um Handel, Verkehr und Industrie sich entfalten zu lassen und so dem Wohle und dem Gedeihen der Stadt zu dienen. In dieses Kalkül sind, von niemand bestritten, die großen sozialen Aufgaben einzufügen, die heute jedem Gemeinwesen gestellt sind Hätte Asch sich an diesen gegebenen Rahmen gehalten, insbesondere 1. einer Zeit, da das ganze deutsche Volk sich in seiner privaten und öffentlichen Lebensführung nach dem verlorenen Kriege die größten Beschränkungen auferlegen mußte, so hätte er der Stadt, bei seiner hohen intellektuellen Begabung, große Dienste leisten können Da er aber als fortwährend rotierender Parteipolitiker, denkend und handelnd, eir kommunalwirtschaftliches Experiment nach dem anderen zu machen versuchte, so mußte sein ganzes Tun bald daran scheitern, daß die finanziellen Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Ein Kardinalfehler, den ein Finanzpolitiker nicht machen darf, wenn er das von ihm finanziell verwaltete Gemeinwesen nicht eines Tages um Kopf und Kragen bringen will Auch der Wirtschaftspolitiker Asch hat insofern versagt und damit alle seine Experimente auf Sand gebaut, als er die tieferen finanz= und wirtschaftspolitischen Verhältnisse nach der Stabilisierung der Mark und während der Scheinblüte, die er für einen echten wirtschaftlichen Aufstieg hielt, nicht zu durchschauen vermochte, obwohl er nicht an warnenden Stimmen, gerade auch an dieser Stelle, wieder und wieder gefehlt hat. So hat ihn schließlich, als eine seiner Illusionen nach der anderen zusammenbrach, das Schicksal dazu verurteilt, selbst zu liquidieren, was liguidiert werden mußte, selbst abzubauen, was nicht mehr zu halten war. selbst eine drakonische Sparsamkeit bis in die letzten Konsequenzen durchzuführen, wie sie selbst der größte Pessimist noch vor einigen Jahren nicht für möglich erachtet hätte. Dies charakterisiert den blendend. verblendeten Aufstieg und Abstieg des Finanzpolitikers Asch am besten, diese paar Jahlen: als er das Amt des Kämmerers antrat, fand er, im Jahre 1926, höchst wohlgeordnete Finanzen vor. Die Stadt Frankfurt verfügte damals über 20 Millionen Mark in den verschiedensten Fonds. Denen standen nur 30 Millionen Aufwertungsschulden gegenuber. Heute, nach fünfeinhalb Jahren, sind die Schulden auf über 280 Millionen Mark aufgelausen. Davon allein 60 Millionen Mark kurzfristiger Natur. Zu diesen gewaltigen Schuldverhältnissen treten noch 30 Millionen Mark Bürgschaftsverpflichtungen hinzu. Das ist das Ergebnis einer verhängnisvollen Projektemacherei mit leerem Portemonnaie. Lediglich auf einer Schuldenbasis. Der Zinsen= und Tilgung.dienst für diese Schulden wuchs infolgedessen von Jahr zu Jahr. Dazu kamen, nach der Entschleierung der wirtschaftlichen Scheinblüte, die unaufhörlich steigenden sozialen Anforderungen. Die kommunale Erwerbslosenfürsorge. In einem Moment, als das finanzielle Asthma die Stadt kaum mehr japsen ließ. Der Etat war nicht mehr ins Gleichgewicht zu bringen. Die Bürger, klein und groß, mußten einspringen, sichimmer neue Steuerund Tariferhöhungen gefallen lassen, um den Etat zunächst wenigstens auf dem Papier zum Ausgleich zu bringen. Trotz aller Dialektik des Herrn Asch ist das dann doch nicht gelungen. Aus dem Jahre 1929 schleppen wir noch ein ungedecktes Defizit von 2 Millionen Mark mit. Im Jahre 1930 wird der Fehlbetrag sich auf eine Reihe von Millionen belaufen. Das ist, in ein paar nüchternen Ziffern ausgedrückt, die finanzielle Erbschaft, die uns Herr Asch hinterläßt. Mit einem Glückauf setzt er sich in den Zug und fährt expreß nach Berlin. Wir aber, als enttäuscht trauernde Hinterbliebene, können ihm nur ein resigniertes Winke, Winke hinterher senden. Und Aschs Projekte? Ruinen ringsum. Als Kämmerer muß er das Geld für alle Projekte bewilligen und die Ausgaben dafür in Einklang mit dem jeweiligen finanziellen Status der Stadt bringen. Er muß, gegebenenfalks, Mannes genug sein, zu bremsen. Hat er das je getan? Kaum. Höchstens im letzten Juhre, als ihm und der Gemeinde die Not auf den Nägeln brannte. Aber vorher! Sichtbar sind seine freud= und leidvollen Hemmungen der Oeffentlichkeit jedenfalls nicht gewesen. Da war die Messe, ein hoffnungsloses Zuschußunssernehmen, das er, Jahr über Jahr, auf dann noch zu halten versuchte, als seine wirtschaftliche Nutzlosigkeit selbst einem völlig Erblindeten endlich gewahr werden mußte. Da wurde die Groß=Markthalle in amerikanischem Stile gebaut. Millionen wurden hineingesteckt. Und das Ergebais? Euch grüß ich wieder, teuere, leere Hallen! Das war die Musik=Ausstellung. Strömt herbei, ihr Völkerscharen! Ein Goldregen ging hernieder, die riesige Defizitabrech= nung ist, weil die Beanstandungen zum Himmel schreien, noch immer nicht von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Das ist die Expansionspolitik der Gasgesellschaft. Wohl das trübste Kapitel seines Finanzregimes. Kohlenfelder wurden am Rheinufer gekauft. Gras wächst heute darauf. Kühe und Schafe weiden auf der weiten Fläche. An eine Verwertung, also an eine Abteufung, die an die hundert Millionen Mark beanspruchen würde, ist nicht zu denken. Aber die Zinsen für die Kaufsumme haben wir lausend aufzubringen. Für diese Sommerfrische ommunaler Utopisten. Dazu kam der geniale Plan einer südwestdeutschen Gasbewirtschaftung von Frankfurt aus. Die Spaneus Außenminister Der neue Außenminister iR Alexandro Lerrouz. Advokat, langjähriger Chef der Radikalen Partei und Deputierter von Barcelona. Er ist ein alter Revolutionär, der schon an den Umsturzbewegungen von 1909 und 1917 teilgenommen hat Rummer 106 Conntag, den 19. April Jahrgang 1931 Gasanstalten in Michelstadt und Eberstadt wurden ausgekauft. Der Ruhrindustrie wurde als Konkurrent der sch?riste Kampf angesagt. Und das Resuliat? Alles löst sich, nach vielen Millionen=Verlusten, in Papier auf. Das Schwelwerk Hungen mußte abgestoßen werden, weil ein Jahr immer verlustreicher als das andere war. Die Bteiligung an dem Braunkohlenberg= werk Wölfersheim mußte abgegeben werden, weil auch hier die Verluste auf die Dauer nicht mehr zu tragen waren. Den Verkauf dieses Werkes an die Preußische Elektrizitätsgesellschaft haben wir sicherlich mit höheren elektrischen Stromli ferungspreisen teuer bezahlt. Und sonst? Nieten. Die städtischen Unternehmen(55 ganz= und teilstädtische Betriebe). ein Verlustträger neben dem anderen, werden jetzt allmählich daraufhin geprüft, wlche man auflösen kann. Der Anfang mit mehreren ist bereits gemacht worden. Uebersteigerte Kapitalinvestitionen in den sogenannten Versorgungsbetrieben führten-naturgemäß zu sinkender Rentabilität und immer höheren Tarisen. Siehe Straßenbahn, Kanalgebühren. Passergelder usw. Der Umbau des Palmengartens ist eine Groteske. Der Frankfurter Wohnungsbau? Die Klagen nehmen kein Ende. Der Flachbau= und die „Trabantenstädte“(die keine sind), stellten sich als viel zu teuer heraus. Daher mußten die Mieten so hoch angesetzten werden. Das Kleinwohnungs=Problem wurde also gerade für die Arbeiterschaft nicht gelöst Siehe dagegen das„rote Wien“ mit seinen billigen und hygienisch einwandfreien Groß=Block=Häusern(die May übrigens jetzt auch für die Sowjets plant und baut). Und dann, als beinahe humoristische Begleiterscheinungen, die Plattenbauwirtschaft. Erst ganz zum Schluß, als das Geld bereits ausging, erinnerte man sich daran, daß man in erster Linie für die minderbemittelte Bevölkerung doch kleine und kleinste Wohnungen hätte errichten müssen. Genug. Unmöglich, sich in Einzelheiten im Rahmen eines kurzen Aufsatzes zu verlieren. Seit etwa anderthalb Jahren hat Asch den Weg nach Damaskus angetreten. Den Gang zur inneren Einkehr, zur Bescheidenheit und zur Sparsamkeit. Zu spät. Die Experimente des Stadtkämmerers haben die Stadt Frankfurt ungezählte Millionen gekostet. Eine teure Schule. Nun, da er von uns geht, wird er die, ach so kost: spieligen Lehren anderswo verwerten, und wir können nur wünschen und hoffen, daß der neue Mann, der an seine Stelle tritt. aus diesen bitteren Erfahrungen seines Vorgängers lernt, sich nicht von neuem im Wesenlosen verliert und wieder mit dem Pfennig rechnet. nachdem die Millionen auf und davon sind. Die Sanierung und Orbstüng der Fränkfurtet Finanzen fleht auch erst in ihren Anfängen. und es ist noch außerordentlich viel zu tun ehe wir wieder könfmunalpolitisch beruhigter in die Zukunft blicken dürfen. „Erwerbslosen=Selbsthilfe“ Die Hagener Bewegung wächst * Hagen, 17. April. Die Gemeinschaft „Erwerbslosen=Selbsthilfe“, die sich, wie bereits mitgeteilt, zu dem Zweck gebiloct hat, Erwerdslose, die sich in preußischen Provinzen ansiedeln wollen, zu sammern, ist stark im Wachsen begriffen und erhält ständig neuen Zulauf. Die jeden Freitag veranstalteten Werbeversammlungen im Wilhelmshof werden gut besucht und führen der neuen Bewegung immer meb: Anhänger zu. Die Gemeinschaft hat sich bereits über Hagen hinaus ausgedehnt. So haben sich in Düsseldorf. Berlin, Karlsruhe, Königsberg, Wuppertal, Bochum, Remscheid, Solingen, Hohenlimburg und Gevelsberg eigene Ortsgruppen gebildet bzw. sind im Entstehen begriffen. Weitere etwa 100 Anfragen und Sympathiekundgebungen von Erwerbslosengruppen sind aus allen Teilen des Reiches in Hagen eingegangen. Die besonders rührige Ortsgruppe Königsberg gibt, wie uns der Führer der„Erwerbslosen=Selbsthilse“, Ingenieur Peter Kistner, mitteilt, bekannt, daß sie schon jetzt Angebote für die Abgabe von einigen 100 Morgen Land zur Ansiedlung Erwerbsloser zu den von der„Erwerbslosen=Selbsthilfe", verlangten günstigen Bedingungen in Händen habe. An den Reichs räsidenten von Hindenburg und an die Reichsregierung hat die„ErwerbslosenSelbsthilfe“ Eingaben gerichtet mit der Bitte um Förderung ihrer Siedlungsbestrebungen und um Unterstützung durch Bereitstellung geeigneten kulturfähigen Ge ländes. An den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Schiele, ist eine gleiche Eingabe abgesandt worden. In Hagen will sis die„Erwerdslosen Selbsthilfe“ auch für eine Hebung des Wareneinkaufes einsetzen. Sie läßt Plakate anfertigen und überall für die Straßenpassanten sichtbar„in den Schaufenstern aufhängen, mit der Aufforderung an das Publikum zum vermehrten Einkauf, als ein wirkames Mittel zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit. e Schwelm, 18 April. 49 Zeugen für Landrat Hansmann. Handret Hansmann teilt dem„Schwelmer Tageblatt“ auf Anfrage mit, daß etwe 40 Teilnehmer der Versammlung in Nierenhof vorhanden seien, die Aussagen wollen, daß ine Angaben über den Wortlaut der Rede der Wahrheit entsprechen. Die letzten Zeugen gegen Kürten Der Prozeß brochte keine Sensationen# Kürten wlderspricht nur in Hebentragen# Dienstag Autmarsch der Sachversländigen :: Düsseldorf, 18. April.(Eig. Dr.) Der 6. Verhandlungstag wurde heute molgen mit der Prüsung des Falles Dörter eröffnet. Ein Zeuge wurde über die Auffindung der Leiche vernommen. Der Kriminalbcamte Irrgart teilte seine Wahrnehmungen auf der Fundstelle mit. Dann befragt der Staatsanwalt den Kriminalveamten Müller über die Festnahme des Kürten, und was dieser dabei gesagt habe. Der Zeuge bekundet daß Kürten bei einer Verhaftung vollkommen ruhig gewesen sei und keinen Ton gesagt habe. Frau Kürten habe ihrem Mann ein Paket, in dem ein Handtuch und Seife gewesen sei, überreicht und hierdurch gezeigt, daß er zu verhaften sei. Oberarzt Dr. Kraft hat die ins Krankenhaus transportierte Dörrier untersucht und schwere Wunden an Kopf und Hals festgestellt. Die D. starb bald nach der Einlieferung. Dann begann die Prüfung des Falles Meurer, die am 25. Okt. am sogen. Hellweg von Kürten überfallen worden ist. Dort habe sie ein Mann angesprochen Er sei dann bei ihr geblieben und habe über die Unsicherheit und schlechte Beleut= tung der Gegend gesprochen. Als sie sich einmal umwandte, habe sie plötzlich einen wuchtigen Schlag erhalten und sei zusammengebrochen. Sie sei erst wieder zu sich gekommen, als Leute bei ihr gewesen seien. Ihr habe Kürten einen guten Eindruck gemacht, sie glaube nicht, daß sie gesarten habe. Der Zeuge Bertram hat die Ueberfallenen blutüberströmt aufgefunden und mit Hilse eines Radfahrers in ein in der Nähe gelegenes Haus gebracht. Der praktische Arzt Dr. Hestermann untersuchte die M. und stellte Schläge am Kopf und am linken Ohr fest, die anscheinend von einem Hammer herrührten. Die M. war aber doch so schwer verletzt, daß sie erst nach drei Wochen aus dem Krankenhause entlassen werden konnte. Kürten ist in der Zeit sogar im Krankenhause gewesen und hat sich unter dem Namen Heckhausen dort vorgestellt. Als die Oberschwester ihn zu der Meurer führen wollte, sei er aber sofort gegang.n. Kürten bestreitet dagegen energisch, den Besuch im Krankenhause gemacht zu haben. Als letzter Fall wurde sodann der Ueberfall auf die kleine Ohliger verhandelt, die Kürten hinter dem HanielLuegschen Fabritgebäude hinterrügs niedergeschlagen hat. Der Zeuge Kriminalassistent Mertens hat die Leiche furchtbar zugerichtet an der Fabrikmauer aufgefunden. Dem Zeugen Voß, der mit einem Freunde zusammen war, begegnete Kürten um 7 Uhr abends, der die Kleine an der Hand führte. Er habe gleich zu seinem Begleiter gesagt: „Das ist der Düsseldorfer Mörder“" Doch sei das Kind sehr zutraulich gewesen, so daß er schließlich angenommen habe, Kürten sei der Vater gewesen. Zum Schluß der heutigen Verhandlung wurde noch der Psychiater Professor Dr. Berg gehört, der am Dienstag als erster Sachverständiger sein Gutachten abgeben wird. Wegen Beschimpfung Stresemanns Dr. Diehl und Redakteur Thomassen zu je vier Monaten Gelängnis verurtellt regierung fest zugesagt hatte, die noch erforderlichen Geldmittel bereitzustellen. Sollte der Vorstandsbeschluß Tatsache werden, so würden über 350 000 Invalid. u, Witwen und Waisen dem Elend überantwortet werden, außerdem würden 2 500 Verwaltungsangestellte eine erhebliche Kürzung ihrer Gehälter erfahren. Auf beides, sowohl auf die Pensionen der Invaliden als auch aus die Gehälter der Angestellten, besteht ein Rechtsanspruch. Die vom Reichsknappschaftsvorstand angekündigte Auszahlung in beschränkter Höhe kann also nur eine Abschlagszahlung darstellen, denn der Vorstand kann einen Rechtsanspruch nicht beseitigen. Eine weitere Frage ist aber, was geschieht, wenn die Reichsknappschaft auch in der Zukunft nicht genügend Mittel hat, um die Rechtsansprüche zu erfüllen? Wer haftet in diesem Falle? Unseres Erachtens kein and rer als das Reich, denn die Reichsknappschaft ist eine reichsgesetzlich verankerte Sozialversicherung und ein Institut öffentlich rechtlichen Charakters. Das Reich führt laut Gesetz die Aufsicht über diese Einrichtung. Die Aufsichtsbefugnis hat nicht nur formale, sondern auch materielle Bedeutung, den das Reich hat dafstr zu sorgen, daß der durch Gesetz bestimmte Versicherungszweck— darunter fällt auch die unbeschränkte Gewährung der erworbenen Leistungen— erfüllt wird. Es ist an sich sehr schlimm, daß man solche Erwägungen überhaupt anstellen muß, denn die Reichsregierung müßte es als ihre selbstverständliche Pflicht ansehen, der Knappschaftsversicherung über die finanzielle Notzeit hinwegzuhelfen. * Krefeld, 18. April. Wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz, begangen durch Beschimpfung des verstorbenen Reichsaußenministers Dr. Stresemann, wurden gestern vor dem Erweiterten Schöfsengericht nach achtstündiger Verhandlung der Führer der Krefelder Nationalsozialisten und praktische Arzt Dr. Diehl und der Redakteur Thomatzen aus Osterath unter Versagung mildernder Umstände zu je vier Monaten Gesängnis verurteilt. Zu der Verhandlung waren 40 Zeugen geladen. Den beiden Angeklagten war die Verbreitung der bekannten Behauptung vorgeworsen worden, Dr Stresemann habe seinerzeit während der Verhandlungen über den Youngplan im Haag für seine Bemühungen eine Million Mark erhalten, der französische Außenminister drei oder vier Millionen Mark. Diese Behauptung wurde von dem Angeklagten Dr. Diehl zum erstenmal in einer nationalsozialistischen Versammlung die im Herbst 1929 zn Osterath stattsond, un die gebracht. Das bereits damals eingeleitete Strafverfahren mußte eingestellt werden, weil das alte Republikschutzgesetz in dieser Zeit abgelausen und das neue noch nicht in Kraft getreten war. Dr. Diehl steil“e nun, obwohl sein Gewährsmann, Rechtsanwalt van de Loo in Kempen, seine Behauptung sogleich berichtigte, in weileren Versammlungen, so auch wieder in Osteruth in September 1930 die Angelegenheit so dar, daß der Eindruck erweckt wurde, als h#be das Verfahren gegen ihn deshalb nicht durchgeführt werden können, weil seine Behauptung richtig sei. Der Redakteur Thomaßen hat sich die Behauptung in zwei Zeitungsartikeln zu eigen gemacht Aus die Angabe der Angeklagten, die Meldung oohe in holländischen Blättern gestanden. kennte von ihnen nicht bewiesen werden. Der Staatsanwalt, der für beide sechs Monate Gefängnis beantragte, wandte sich besonders gegen die leichtfertige Art in der diesee Gerücht verbreitet worde### ### Mit duondhme der Angeklagten habe — es bisher in Deutschland niemand gewag:. den verstorhenen Reichsaußenminister Dr Strelemann den Vorwurf der Unehrenhaftigkeit zu mochen, und es handele sich nuch gar nicht darum, die Unrichtigkeit dieser ungeheue:sichen Behauptung irgendwie nich zu bewei'en Der Vertreter der Nesenkläger, Rechtsanwalt Kunz, wandte sich un ter Anführung von Aeußerungen Hitlers gexen die politischen Verleumdungen, die zuck daran schuld gewesen seien, daß Dr Stresemann so frühzeitig ins Grab sinken mußte. Auch der Vorsitzende führte in de: Urteilsbegründung aus, daß das G::cht neit allen anständig gesinnten Deutschen, gleich welcker Parteirichtung, darin einig sei. daß Dr Stresemann in subjektiver Bezuhung den von ihm eingeschlagenen Weg für richtig gehalten habe, und doß er in de: Verfolgung der von ihm erstrebten Ziele ohne Schonung seiner Gesundheit bis zuletzt ausgehalten habe. Vorgeschichte des Prenzlauer Mordes Flucht schon lange vorbereitel — Prenzlau, 18. April.(Drahtber.) Im Gerichtsgefängnis in Prenzlau fanden gestern umfangreiche Untersuchungen über den Mord an dem Strafanstaltsoberwachtmeister Neubauer statt. Soweit sich bisher hat feststellen lassen, haben Patocki und Pilgram schon vor einigen Wochen zu Mitgefangenen, mit denen sie zusammenarkeiteten, geäußert, daß sie aus Prenzlau entslichen wollten. Besonders Pilgram hatte sich bei allen in Frage kommenden Häftlingen danach erkundigt, ob im Büro größere Geldsummen aufbewahrt würden. Dabei hatte er angedeutet, daß ein zweites Verfahren gegen ihn laufe, das ihm außerordentlich gefährlich werden könne und in dem er eine sehr hohe Strafe zu befürchten habe. In der Tat schwebte ine neue Untersuchung gegen ihn, die jedoch in den ersten Anfängen steckt. Pilgram und Patocki, die als Kalfaktoren eine ziemlich große Bewegungsfreiheit hatten, haben, wie jetzt festgestellt wurde, schon am Mittwoch mit den Vorbereitungen zur Flucht begonnen. Sie entwendeten aus der Waschküche eine feste Leine, die sie hinter der Wand eines Schuppens versteckten und st. lten auch eine Leiter zurecht Weiter wußten sie sich eine Säge, einen sogenannten Fuchsschwanz, zu verschaffen, mit dem die Türfüllung aus dem Büro des Gefängnisses herausgesägt worden ist, nachdem das Schloß den Angriffen der beiden Verbrecher widerstanden hatte. Auch über die Möglichkeit, von Prenzlau fortzukommen, haben die beiden genaue Auskünfte einzuziehen versucht. 50 Jahre Schnelldampfer Jubiläum der deutschen Schiffahrt :: H a m b u r g, 1 7. A p r i l.( E i g. D r.) Am 26. Juni kann die deutsche Schiffahrt ihr 50jähriges Jubiläum feiern. Am gleichen Tage im Jahre 1881 trat der erste deutsche Schnelldampfer, der Lloyd=Dampfer „Elbe“ seine erste Ausreise nach Amerika an. Das Schiff, das die Periode der Schnelldampfer deutscher Linien eröffnete, erfreute sich dank seiner für damalige Zeiten mustergültigen Einrichtungen und dank seiner Schnelligkeit der allgemeinen Beliebtheit besonders seitens der Amerikaner. Im ersten Jahre ihrer Tätigkeit brachte die „Elbe“ einen Reingewinn von über 500 000 Mark ein und deckte mit dieser Summe ein Fünftel der gesamten Bauunkosten. Das Schiff war 128 Meter lang, 13.7 Meter breit, 10.7 Meter tief und hatte einen Raumgehalt von 4510 BRT., während der bis zu dieser Zeit größte Dampfer„Oder" nur 3158 BRT. umsaßte. Wesentliche Das Reich haftet bei Sahlungsun-äbighelt der Relcsknappscha.! Dortmund, 16. April.(Draht b.) Dem oifiziellen Organ des Fordermaschinistenverbandes entnehmen wir: Die S lbstverwaltung der Knappschaft befindet sich in einer fürch erlichen Situation. Die sinanzeilen Schwierigkeiten der Pnsionsversicherung werden immer größer und es wird nicht mehr lange dauern, daß Zahlungsschwierigkeiten eintreten. Der Vorstand der Reichsknappschaft hat sich in einer letzten Sitzung mit der Angelegenheit besaßt und nach einzehender Prüjung der Finanzlage einmütig folgenden Begesaßt: Der Vorstand stellt fest, daß die Reicheknappschaft die für April dieses Letzter Termint zum Dolksbegehren Landtagsauflösung Dolksbegehren Landtagsauftösung Die Eintragungslisten für das Volksbegehren Landtagsauflösung liegen vom 8. bis 21. April in folgenden Lokalen zur Einzeichnung aus: Buer-Scholven Galthof Glos, Glückaufftraße 44 Duer-Boljel Gaithof Pelers, Pollumer Str. Dues-ARlitte Galthof Schröer, Bochstraße 11 Duer-Buge Galthof Neller, Eljener Str. 175 Duer-Bechhausen Gaithol Oberholz, Flurjtraße 25 Buer-Srle Galthol Gehb, Dismarchfiv. 146 Duer-Relje Sallhof WDieland, Middelicher Str. 93 Eintragungszeiten: 9 bis 13 Uhr, 16 bis 20 Uhr an Wochenlagen, 9 bis 13 Uhr an Sonntagen. Als Ausweis für die Zulassung zur Eintragung ist der Wahlausweis der letzten Reichstagswahl, oder ein' sonstiger Ausweis— Familienstammbuch, Steuerkarte Quititungskarte oder polizeilicher Anmeldeschein vorzulegen. Gragt Such ein!— Stürzt die role Dorherrichall in Preußen! Rummer 100 Conniag, den 1e P#-#: 1931 Keine Schädigung des Gemeininteresses Die Antwort der Stadtverwaltung auf die Denkschrift des Untersuchungsausschusses Voranschlag-Ueberschreitungen kam Wie es zu den Wir setzen nachfolgend die Denkscheiften=Debatte um die LöchterSiedlung fort. Auf die erste Denkschrift des Untersuchungsausschusses, die wir gestern veröffentlichten, antwortet die Stadtverwaltung in längeren Ausführungen, denen wir u. a. folgendes entnehmen: Nach dem Beschluß der Stadtverordnet nversammlung vom 27. Dezember 1929 (Bd. III, Bl. 417 der Akten) sollte der Untersuchungsausschuß folgendes nachprüsen: 1. Die Verwendung von 500000 RM aus der Anleihe zur Finanzierung eines Vorgriffs auf die gemeindliche Hauszinssteuer; 2 die Verwendung des übrigen Erlöses der Anleihe und 3. die gemäß§ 10 des Darlehnsvertrages mit dem Gemeinnützigen Bauverein AG Essen vorzulegenden Rentabilitätsberechnungen und Abrech= nungen. Der Untersuchungsausschuß hat in seinem Bericht lediglich zu Punkt 1 Stellung genommen, zu Punkt 2 nicht und zu Punkt 3 nur insoweit, als der Verwaltung Unterlagen zur Verfügung gestanden haben. Die nach§ 10 des maßgeblichen Darlehnsvertrages vom 17. April 1930(Bd. III. Bl. 498) eingereichten Unterlagen des Bauvereins hat der U A. nicht eingesehen. Sein Bericht beruht allein auf diesem Akteninhalt. Anfragen hat der Ausschuß nicht gestellt, auch sonst keine Aufklärung von der Verwaltung gewünscht. Das Material, auf dem sich der Bericht des U. A. aufbaut, ist deshalb unvollständig. Der Ausschuß kommt aus diesem Grunde auch zu einem unvollständigen und auch unzutreffenden Ergebnis. Vor allem ist die Hauptfolgerung des Ausschusses, daß die Stadt einen Schaden erlitten habe, der bei ordnungsmäßiger Arbeit hätte vermieden werden können, nicht gerechtfertigt. Selbst wenn man den Bericht des U. A. in allen Teilen als richtig unterstellt, ist der Stadt ein materieller Schaden nicht erwachsen, denn aus den§§ 2 und 10 des Darlehnsvertrages vom 17. April ergibt sich, daß die Gesamtherstellungskosten mit 4,275 Mill. RM. lediglich angenommen sind und damit auch der Finanzierungsplan lediglich ein vorläufiger ist. Bei der endgültigen Abrechnung ist der Bauverein bei der Gefahr der sofortigen Kündigung gemäß§ 12 des Vertrages verpflichtet, die für die Nachprüfung der endgültigen Rentabilitsberechnung gemäß§ 10 notwendige prüfungsfähige Abrechnung der reinen Baukosten, der Bauzinsen und des durch Disagio entstandenen Kapitalsverlustes rechtzeitig einzureichen. Ergibt aber die endgültige Abrechnung, deren Nachprüfung zurzeit noch im Gange ist, daß die Gesamtherstellungskosten nicht den angenommene Betrag erreichen, dann erfährt der Finanzierungsplan eine entsprechende Veränderung, gegebenenfalls durch teilweise Rückzahlung der verbürgten ersten Hypothek. Im übrigen werden die eotl. überhobenen Beträge vom Bauverein verzinst. Die Verzinsung der überhobenen Beträge darf nach dem Vertrage die Mietsgestaltung nicht beeinflussen. Und endlich ist die Rentabilitätsberechnung, die auf der endgültigen Abrechnung beruht, maßgebend für die Höhe des Zinszuschusses, nicht etwa die vorläufig hergegebenen Beträge. Unter diesen Umständen kann von einem Schaden nicht die Rede sein. Die Stadtverwaltung gibt dann eine eingehende historische Darstellung des tatsächlichen Ablaufes der Geschehnisse sowie der damit verbindenen Beweggründe. Es heißt dann weiter: D##. suchungsausschuß steult in seinem Bericht mit Unrecht fest, daß diese Zenlralanlagen von der Stadt gefordert seien. Diese Feststellung des U. A. widerspricht nicht nur dem tatsächlichen Verlauf der Dinge, sondern auch der Stellungnahme seiner eigenen Sachverständigen; denn die Sachverständigen führen in ihrem Gutachten wörtlich aus:„Die Anregung, die Zentralanlagen zu kauen, ging. wie wir aus den Akten ermittelten, vom Verbandodirektor aus!(Schreiben des Verbandsdirektors vom 20. Juli 1929. Bd. 2 Bl. 242)“. Es ist bemerkenswert, daß diese Feststellung der Sachverständigen im Bericht des U. A. nicht erscheint. Schon gelegentlich der Behandlung des Antrages des Bauvereins auf Erteilung der Ansiedlungsgenehmigung(Anfang 28) hat der Verkandsdirektor den Gedanken der Durchführung der Zentralanlagen aufgebracht und ebenso wie der Bauverein nicht mehr wieder ausgegeben(vergl. vorstehend angegebenes Schreiben des Verbandsdircktors). Im Zusammenhang mit diesem Projekt einer Zentralanlage stellt der Ausschuß die Behauptung auf. daß die Planung der Zentralanlagen vom Bauverein nur vorgeschützt sei, um die städtischen Körperschaften zur Hergabe von Mitteln an den Verein zu bewegen. Die oben geschilderte Tatsache, daß bereits ohne Rücksicht auf die Zentralanlagen im Jahre 1927 durch die städtischen Körperschaften Mittel bewilligt worden sind, beweist die Unrichtigkeit dieser Annahme des U. A. Mit Vorstehendem steht nicht in Widerspruch— wie das der Bericht auf Seite 6 angibt— daß die Bauerlaubniszeichnungen Kamine für örtliche Beheizung u. Waschküchen in den Kellergeschossen vorsehen. Diese Zeichnungen sind erst gegen Ende 1929, also 1½ Jahre nach Baubeginn vorgelegt worden. Die baupolizeiliche Genehmigung wurde im Oktober 1929 erteilt, während mit den Bauarbeiten im Juni 1928 auf Grund einer vorläufigen Bauerlaubnis begonnen worden ist. Daß es auch dem Bauverein ernst mit der Herstellung der Zentralanlagen war und auch sonstige Stellen diese Absicht für wünschenswert hielten(das Gegenteil glaubt der U. A. feststellen zu können— Seite 8) geht daraus hervor, daß der Bauverein mit der Bergwerks AG Recklinghausen noch am 30. April 1929 ein Abkommen getroffen hat, wonach an Stelle der den Wohnungsinhabern zustehenden gewöhnlichen Deputatkohlen Koks für die Zentralanlagen geliefert werden sollten. Dieser Vertrag ist später, als man den Gedanken der Zentralanlagen aufgab, entsprechend geändert worden. Auf Antrag des Bauvereinsw vom 27. Februar 1928 beschloß die Stadtverordnetenversammlung unterm 27. März 1928 (Bd. 1. Bl. 13) die Förderung des Bauvorhabens durch Uebernahme einer Bürgschaft für die erste Hypothek in Höhe von 2.5 Mill. unter der Voraussetzung, daß das Bauvorhaben im übrigen durch Hergabe einer Hauszinssteuerhypothek von 5000000 RM. gefördert wurde bei Verwendung eines Eigenkapitals von 400 000 RM. Nach Annahme der Vorlage durch die Stadtverordnetenversammlung vom 27. März 1928 ist der Bauverein aufgefordert worden, genauere Pläne einzureichen. Die Ausarbeitung der Pläne erfolgte durch den Architekten B. D. A. Rings, Essen, einen anerkannten Fachmann. Da inzwischen der Bauverein im Frühjahr 1928 die Grundstücke bereits erworden hatte und ferner auch die Baupläne zur Vorlage gelangt waren, begann er im Juni 1928 mit den eigentlichen Bauardeiten. Wie bei allen Bauvorhaben war deabsichtigt, au.5 die Siedlung Löchter in der Weise zu för dern, daß gemäß den Richtlinien je nach den Fortschreiten der Bauarbeiten, bescheinigt durch die Baupolizeibehörde, entsprechende Puten aus den zur Verfügung stehenden M'itteln freigab. Die erste Rate von 300000 RM. ist allerdings vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten freigegeben worden. Dies wird vom Ausschuß auf Seite 7 Die dahingehenden Bedneken sind jedoch nicht begründet, denn tatsächlich waren dem Bauverein bis zur Freigabe(bis zum 16. Mai 1928) bereits ganz erhebliche Kosten entstanden und zwar durch den Grundstückserwerb, die Gesamtplanungen, die Einzelbauzeichnungen und Material= ankäufe(insgesamt 285000 RM(vergl. das Schreiben des Bauvereins vom 28. April 1928 in den Akten der Finanzabteilung.) Bis zu dem Tage der Stillegung, die übrigens, das muß ausdrücklich festgestellt werden, durch die Jahreszeit bedingt war (eintretende lang anhaltende Frostperiode), sind die Bauarbeiten von Anbeginn an reibungslos durchgeführt worden. Hanz unabhängig davon, daß im Ubrigen bis zur Stillegung die Bauarbeiten normalen Verlauf nahmen, beschäftigte man sich weiter in allen beteiligten Kreisen dem Gedanken der Zentralanlagen. Vorsorglich traf man Vorrichtungen, die auch den Einbau von Ofenheizungen gestatteten und zwar dadurch, daß man die Schornsteine bis zur Kellerdecke durchführte und auch im Kellergeschoß Räume für Waschküchen vorsah, eine Vorsichtsmaßnahme, die sich durch den Ablauf der Dinge als zweckmäßig erwiesen hat. Die Stillegungszeit benutzte man, das Problem der Zentralanlagen abzuschließen. Zu diesem Zwecke fand am 21. Januar 1929 durch den Hauszinssteuerhypotheken= Vergebungsausschuß eine Besichtigung der Siedlung des Bauvereins in Duisburg statt, der dort bereits mit Zentralanlagen ausgeführt war. Im Anschluß daran besichtigte der Ausschuß die Siedlung Löchterheide und beschloß sodann, diese Siedlung ähnlich wie die in Duisburg mit Zentralanlagen im Rahmen und nach den Richtlinien des Wohnungsbauprogramms 1929 zu fördern. (Bd. 1. Bl. 184). Der Bauverein arheitete darauf hin neue Entwürse aus, nachdem er die in Frage kommenden Heizungsfirmen zur Abgabe von Offerten aufgefordert hatte. Die Ausschreibung dieser Arbeiten und die daraufhin zusammengestellte Kosten= und Rentabilitätsberechnung ergab(gehört wurden die Firmen Küpversbusch, Knappstein, Döpp, Rudolf Otto Meyer, Düsseldorf, Staubach usw.), daß die Zentralanlagen für den verhältnismäßig kleinen, bisher durchgeführten Bauabschnitt unrentabel sein würden. Mit Unterstützung des Verbandspräsidenten verhandelte man alsdann mit dem Bauverein über die sofortige Einbeziehung eines weiteren Bauabschnittes, damit eine Siedlung entstände, die mit einer rentablen Zentralanlage versehen werden konnte. Dabei erwog man, die in der Nähe liegenden Althäuser an die Zentralanlagen der Siedlung anzuschließen. Der neue Plan erstreckte sich zunächst auf insgesamt 784 Wohnungen(Bd. 1, Bl. 151), beschränkte sich aber in der Vorlage der Verwaltung vom 9. Juli 1929 auf 536 Wohnnugen, eine Zahl, die die Rentabilität der Zentralanlagen ebenfalls gewöhrleistete(Bd. 2. Bl. 236). Hierbei war solgende Zinanzierung vorgesehen: a) 1. Hopethet(geg. Bürg. chaft der Stadt) 4 100 000 RM 9) Sauszinelienerdarlehen aus dem staatl. Wohnungsfürsorgesonde u. dem gemeindlichen Aufkommen 1 500 000 RM c1 Eignekapital 200 00 RM zusammen: 5 800(,00 R9 Diese Vorlage fand am 22. Juli 1929 (Bd. 2. Bl. 247) die Genehmigung des zunanoigen sädtischer Fachausschusses(H. 3 Vergebungsausschuß). Im Hauptausschuß, der am 24. Juli 1929 tagte.(Bd. 2. Bl. 248) fand sich jedoch für diese Vorlage keine Mehrheit, während die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag die Vorlage durch Beschluß vom 25. Juli 1929 (Bd. 2, Bl. 248) vertagte. Nach der Erledigung dieser Vorlage, die man als Ablehnung ansehen mußte, war es für die Verwaltung ausgeschlossen, innerhalb weniger Wochen mit einer neuen Vorlage, die dasselbe Schicksal erlitten hätte, an den Hauptausschuß und die Stabiverordnetenversammlung heranzutreten. Inzwischen ruhten die Bauarbeiten seit dem 15. Dezember 1928. Da die Verwaltung, weil ihre Absicht die Zustimmung des zuständigen Fachausschusses gefunden hatte, nicht damit rechnete, daß die Stadtverordnetenversammlung ihre Zustimmung versagen würde, hatte sie ebenso wie der Bauverein alle Maßnahmen zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten getroffen. So hatte der Bauverein bereits die Bestellung auf die Zentralanlagen herausgegeben, Entwürse ansertigen lassen und die sonstigen Vorbereitungen zur Wiederaufnahme der Arbeiten getroffen. Bis zu diesem Zeitpunkte war seitens des Bauvereins folgendes geleistet: b) für den Erwerb von Grundstücken 286000 RM c) an Architektenhonorar (einschl. der Entwürfe und Berechnungen für die Zentralanlagen sowie der damit verbundenen Geschäftsunkosten) 170000 RM d) für Straßenbaukosten 30 000 RM e) an Zinsaufwand, Provisionen u. dergl. bis 1. Juni 1929 180 000 RM 2 095 000 RM Hiervon gehen ab die aus dem Hauszinssteueraufkommen freigegebenen Beträge mit 210000 RM so daß noch zu bezahlen waren 1 885000 RM Hiervon hatte der Bauverein aus Zwischenkreditmitteln erhalten 1 500 000 RM zu begleichen waren demnach noch 385000 RM Da der Bauverein sich bei der Wiederaufnahme der Arbeiten großen Ausgaben gegenüber sah, so hatte das Stadtbauamt keine Bedenken, aus der 1. Hypothek auf Antrag des Bauvereins weitere 750000 RM. freizugeben. Diese freigegebenen Mittel sollten also teilweise zur Abdekkung bereits aufgelaufener Verpflichtungen und im übrigen zur Fortführung der Bauarbeiten in Anspruch genommen werden. Trotz der Ablehnung dieser Vorlage durch die Stadtverordnetenversammlung blieb das Interesse des Verbandsdirektors und des Bauvereins an der Erschaffung der rauchlosen Siedlung unvermindert bestehen, die auch das Preußische Wohlfahrtsministerium interessierten. Die Aufsichtsbehörden stellten eine Förderung der Siedlung auch mit Zeniralanlagen in bestimmte Aussicht. Inzwischen verschärfte sich für die Stadt die Lage insosern, ale die Arbeiterbank den von der Stadt verbürgten Zwischenkredit zu kündigen drohte wenn die Arbeiten nicht alsbald zu Ende geführt würden(Bd. 2. Bl. 277). Auf der anderen Seite drängte die Deutsche Wohnungsfürsorgegesellschaft m. b. (Dewog) als Nevisionsverband den Bauverein und ebense auch die Stadt und wien darauf hin, daß bei weiterem Zögern die zugesagte endgültige Beleihung des Objektes durch die Hannoversche Bodenkreditbank 46. in Frage gestellt würde(Bd. 2. Ble 280). Sie drohte offen, ihre Zusage zurückzuziehen. Endlich erklärte der Bauverein, daß er mit Rücksicht auf die ihm durch die Stillegung entstandenen hohen Kosten nicht mehr in der Lage sei, das Bauvorhaben nach dem vorgesehenen Finanzierungsplan zu Ende zu führen und beantragte deshalb bereits unterm 4. Okt. 1929(Bd. 2. Bl. 286) ihm vor der ersten Hypothek von 2.5 Mill. RM. den Vorrang von 600 000 RM. einzuräumen. Dieser Antrag hat die Fraktionsführerkonserenz am 18. Oktober 1929 beschäftigt. Den Ansprüchen des Bauvereins gegenüber vertrat die Verwaltung steto den Standpunkt, daß sie es ablehnen müsse, mehr stadteigene Mittel für das Bauvorhaben bereitzustellen und weitere Verpflichtungen zu übernehmen, als bisher bewilligt waren. Diese Verhandlungen ließen die aufkommenden Zweisel als berechtigt erscheinen, ob der Bauverein finanziell in der Lage sein würde, das Bauvorhaben aus eigener Kraft in der ursprünglich beabsichtigten Form(Antrag vom 27. 2. 1928) zu Ende zu führen. Die Verwaltung verschte deshalb mit Unterstützung des Verbandopräsidenten die Nuhrwohnungsbau A. S. für die Fertigstellung der Siedlung Löchterheide zu interessieren. Aber auch die Nuhrwohnungsbau A. S. stellte dieem Verlangen gegenüber die gleichen Ansprüche wie der Bauverein, nämlich eine über die bisher vorgesehene weit hinausgehende Finanzierung. Der Stadt blieb unter diesen Umständen keine andere Möglichkeit, als mit dem Bauverein selbst unter Aenderung des bisherigen Finanzierungsplanes das Bauvorhaben zu Ende zu führen. Die Verwaltung stellte zu diesem Zwecke eine Berechnung über die mutmaßlichen Gesamtherstellungskosten auf(Bd. 2. Bl. 321), die mit einer Summe von 3,725 Mill. abschloß, bei Beachtung sämtlicher Kapital=Auszahlungsverluste. Provisionen Bauzinsen und dergl. Dabei konnte die Verwaltung nur auf solche Ansprüche des Bauvereins eingehen, die unter den damaligen Verhältnissen glaubhaft erschienen. Dieser Finanzierungsvorschlag hatte den Vorzug, daß die seitens der Stadt verbürgte 1. Hypothek von 2.5 Mill. RM. auf 2,125 Mill. RM ermäßigt wurde und die Hauszinssteuerdarlehen entsprechend den Richtlinien eine Erhöhung auf 1.250 Mill. RM. erfuhren Die dahin gehenden Besprechungen mit dem Verbandspräsidenten fanden am 7. u. 8. Nov. 1929 statt(Bd. 3. Bl. 328 folgende). Diesen Besprechungen lag der oden angeführte neue Finanzierungsplan zugrunde. Dieser Plan wurde aber in den Besprechungen von dem Bauverein als unzulänglich abgelehnt. Darauf stellte man gemeinschaftlich einen neuen Finanzierungsplan auf, der mit 3.880 Mill. RM abschloß t Feseie, orbuut bie 10 Litur So cußerordentlich ergiebig, so billig, so sporsam ist(00 1 Nur 1 EBlöffel auf 10 Liter — 1 Eimer heißes Wasser— schon haben Sie eine leistungsstarke Arbeitshilfe, die Ihnen des Aufwaschen, Spülen und Reinigen ungemein erleichtert und beschleunigt. Und wie vielseitig ist 60! De gibt es nichts in Köche und Haus, wos 40 nicht möholos, Tchnell und gröndlich söubert. Unaufhaltsam weicht Schmutz und Feit dieser kraftvollen Reinigungshilfe. In hellstem Schein blitzen und blinken Schüsseln, Teller und Tassen— klar und rein strahlt Marmor und Glas. 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November 1929 befürchtet werden mußte, lehnte der Bauverein durch Schreiben vom 22. 11. 1929(Bd. 3, Bl. 338 folgende) die gemeinschaftlich besprochene Finanzierung, die mit 3.88 Mill RM. abschloß, ab und bezeichnete als notwendige Gesamtbaukosten den Betrag von 4.275 Mill. RM. In den Erläuterungen zu diesem Schreiben bezifsert der Bauverein die Mehrkosten durch die verzögerte Fertigstellung der Neubauten auf 1.074 Mill. RM.(Bd. 3. Bl. 342), denen Erparnisse bei den Straßenbaukosten gegenüber standen, so daß sich der vorgenannte Betrag ergab. Damit war die vorhin besprochene Verhandlungsgrundlage, die sich bereits zu dem Entwurf eines Vertrages verdichtet hatte, zerschlagen und es wurden wiederum neue Verhandlungen notwendig. die am 29. 11. 1929 mit dem Herrn Verbandspräsidenten fortgesetzt wurden. Inzwischen ergab sich insofern eine Klärung, als der Verbandspräsident unter dem 9. 12. 1929 mitteilen konnte, daß das Wohlfahrtsministerium den vorgesehenen Betrag von 1 Mill. RM. aus dem Hauszinssteueraufkommen bereitgestellt hätte. Gleichzeitig erfuhr allerdings die Lage für die Stadt eine weitere Verschlechterung dadurch, daß die Arbeiterbauk, die durch eine Personalunion mit dem Bauverein inzwischen verbunden war, die Verlängerung eines der Stadt am 29. 7. 1929 aus die Dauer eines halden Jahres gegebenen Kredits von 2.650 Mill. RM. für den Fälligkeitetermin, nämlich den 20. 1. 30 nur für den Fall in Aussicht stellte, daß es mit dem Bauverein zu einem Abkommen käme. Dieselbe Bank erklärte sich gleichzeitig unter derselben Voraussetzung bereit, darüber hinaus ein weiteres Darlehen von 2,350 Mill. RM. zusammen mit dem erstgenannten, also insgesamt 5 Mill. RM. aus weitere zwei Jahre der Stadt zur Verfügung zu stellen. Von diesem neuen Kredit sollten 500 000 RM. zur Finanzierung eines entsprechenden Vorgriffs auf die gemeindlichen Hauszinssteuermittel Verwendung finden. Damit war die Finanzierung, wie der Bauverein das wünschte, nämlich 2.5 Mill. RM. 1. Hypothek, 500 000 RM. gemeindliche Hauszinssteuerdarlehen, 1 Mill. Hauszinssteuermittel aus dem staatlichen Wohnungsfürsorgeseuds und 275 000 RM. Eigenkapi= tal, insgesamt alse 4.275 Mill. RM. gesichert. Diese Finanzierung bedeutete also auch eine Verringerung des bisher vorgesehenen Eigenlapitals von 400000 RM. auf 272000 RM. In der Lage, in der sich die Stadt befand, blieb der Verwaltung nichts anderes übrig, als diesen Finanzierungsplan zum Gegenstand der Vorlage vom 18. Dezemder 1929 zu machen, die den Hauptausschuß in seiner Sitzung am 19. 12. 29 beschäftigte Die Gefahren, denen sich die Stadt aussetzte, wenn diese Vorlage nicht angenomWen wurde, waren folgende: a) die Inansprucknahme aus der Bürgschaft für den Zwischenkredit seitens der Arbeiterbank, 5) Richtverlängerung des am 20. 1. 30 fällig werdenden Kredits der Arbeiterbank von 2,650000 RM., e) Verweigerung des weiterhin in Aussicht gestellten Kredits von 2.350000 RM., deren Unentbehrlichkeit seinerzeit allseits anerkannt worden ist, und 9) die Notwendigkeit, den zur Herstellung der Rentabilität des Bauvorhabens notwendigen Zinszuschuß von 100000 RM selbst zu übernehmen. All diesen Gesichtspunkten trug der Hauptausschuß am 19. 12. 29 dadurch Rechnung, daß er der Vorlage der Verwaltung zustimmte. Sowohl die Verwaltung als auch die Mitglieder des Hauptausschusses waren sich bei der Beschlußfassung darüber einig, daß diese Lösung. soweit es das Verhältnis zum Bauverein anging. in keiner Weise befriedigend war, insbesondete bemängelte man schon seinerzeit, daß man es für ausgeschlossen halte, daß bereits 2,.5 Mill. RM verbaut seien. Die Folge dieses Beschlusses des Hauptausscusses war das Abkommen mit dem Bauverein vom 21. 12. 29, dem noch die Genehmigung durch die Stadtverordnetenversammlung am 27. 12. 29 erteilt wurde. Zwischenzeitlich hatte die Verwaltung versucht, die Zahlung weiterer Naten aus den Hauszinssteuermitteln nach Maßgabe Sage mir, was Du liest Tällgheitsbericht der Stadtbücherei vom 1. April 1930 bis zum 31. März 1931 (=) Zu Beginn des Berichtsjahres waren in der Stadtbücherei 29 277 Werke vorhanden. Es konnten 588 neue Bücher eing stellt werden, wohingegen 107 Bände wegen vollständigen Verbrauches ausscheiden mußten, so daß im 31. März insgesamt 29728 Bände vorhanden waren. Ausgeliehen wurden 123359 Bücher. Davon gehören 99358 zur unterhaltenden und 24 201 zur wissenschaftlichen Literatur. In der letzteren Zahl sind auch die 780 von deutschen Universitäten besorgten wissenschaftlichen Werke enthalten. trägt 8379, davon sind 5805 männlich und 2574 weiblich. Nach Berufoständen gliedert sich die Gesamtzahl der Leser wie folgt: Kaufleute und Gewerbetreibnde in Gelsenkirchen 411, in Buer 113; Beamte in Gelsenkirchen 528, in Buer 336: Freie Berufe: Mediziner, Juristen, Architekten, Künstler, Schriftste ller usw. in Gelenkirchen 170, in Buer 90; Lehrer und Lehrerinnen an höheren Lehranstalten und Volksschulen in Gelsenkirchen 434, in Buer 379; Angestellte aus Handel und Gewerbe in Gelsenkirchen 323, Buer 147; Handwerker in Gelsenkirchen 464, in Buer:49; Bergleute in Gelsenkirchen 245, in Buer 460; Fabrikarbeiter in Gelsenkirchen 279. in Buer 45; Sonstige Arbeiter in Gelsenkirchen 384, in Buer 180; Rentner und Invaliden in Gelsenkirchen 123, in Buer 48; Schüler und Studierende in Gelsenkirchen 774, in Buer 284; Berufstätige Frauen in Gelsenkirchen 305, in Buer 126; Ehefrauen und berufslose Frauen in Gelsenkirchen 1146, in Buer 336 Lesesaalbesucher wurden insgesamt 96339 gezählt. Davon entfallen auf den Lesesaal im Hans=SachsHaus 88672, auf den Leseraum im Goldberghaus 7967 Besucher. Dieser Kn 50 # such Sie van erinnern: gen ist sich EIN LOS für die 4.Klesse der 37/263 Preuss-SOdd. STAATSLOTTERIE zu kaufen. Geben Sie derum gleich zu Meese. Buer Hochstrabe 38, Teleion 31048 des Baufortschrittes davon abhängig zu machen, daß die bis dahin entstandenen Baukosten aufgrund einer genauen Abrechnung nachgewiesen und die noch notwendigen Kosten durch einen genauen Kostenanschlag ermittelt würden. (Bd. 3, Bl. 400.) Dies lehnte jedoch der Bauverein unter dem 17. 12. 29(Bd. 3. Bl. 383) kurz und bündig mit dem Hinweis darauf ab, daß derartige langwierige Berechnungen über die bisher entstandenen und noch kommenden Kosten der unbedingt notwendigen sofortigen Wiederaufnahme der Arbeiten hinderlich im Wege stehen würden, daß aber eine weitere Verzögerung die Innehaltung des Kostenüberschlages von 4.275 Mill. RM. gefährden würde. Gleichzeitig wird auf die Verbundenheit der vorgenannten Darlehnsangelegenheit mit der Förderung dieses Bauvorhabens auf der vorgeschriebenen Grundlage hingewiesen. Die Verwaltung stand also vor der Tatsache, davon absehen zu müssen, vor Aenderung des bisherigen Finanzierungsplanes endgültig abzurechnen, wie das in sonstigen Fällen üblich ist und hier im§ 4 des Vertragsentwurfes besonders vorgesehen war. Der dahin gehende Vorwurf des U. A. (auf Seite 13) trifft also die Verwaltung mit Unrecht. Desgleichen mußte die Verwaltung auf die Einreichung eines genauen Kostenanschlages vor Vertragsabschluß verzichten. Damit entzog sich auch die Verwendung der bereits im Juni 1929 freigegebenen aber noch nist ausgezahlten 750000 RM. der Kontrolle der Verwaltung. Für die Verwaltung blieb unter diesen Umständen nichts anderes übrig, als das Bauvorhaben im Rahmen des jetzt genehmigten Finanzierungsplanes möglichst schnell zu Ende zu führen und die endgültige und genaue Abrechnung wenigstens nach der Fertigstellung zu erzielen. Die Fertigstellung vollzog sich alsdann von dem Beginn der Wiederaufnahme an durchaus ordnungsmäßig. Die Mittel aus dem Hauszinssteueraufkommen sind nach Maßgabe des Baufortschrittes und vorherigen Prüfung durch das Bauamt(Bd. 3, Bl. 493—494. Bd. 4, Bl. 521, 22., 548=49) freigegeben bzw. ausgezahlt worden. Insgesamt ist nach Beginn der Wiederaufnahme der Arbeiten ein Betrag von 1140000 RM. zur Auszahlung gelangt, der vollständig in Bauwerte umgesetzt ist. In dieser Summe sind 170000 RM. Straßenbaukosten enthalten, die der Stadthauptkasse zugeführt worden sind. Die Richtigkeit dieser Zahlungen erkennt auch indirekt der Bericht des U. A. an, wenn er die bis zur Stillegung geschaffenen Werte auf 1710000 RM. berechnet und die Gesamtherstellungskosten auf 3.4 Mill. RM. Hierbei ist bemerkenswert, daß den Bedingungen des Wohlfahrtsministers für die Hergabe der Hauszinssteuermittel Rechnung getragen ist, denn der ausnahmsweise bewilligte Betrag von 1500 RM je Raum hat insofern eine ordnungsmäßige Verwendung gefunden, als für den Gesamtbetrag von 1 500000 RM. Hauszinssteuerdarlehen 1000 Wohnräume vorschriftsmäßig erstellt wurden. Die endgültige Abrechnung unter Vorlage prüfungsfähiger Unterlagen hat die Stadt, wie eingangs schon erwähnt, durch die Paragraphen 2 und 10 des Darlehnsvertrages vom 17. 4. 30 sichergestellt und auch dadurch, daß sie im Gegensatz zu der Auffassung des U. A. die Gesamtherstellungskosten mit 4.275 Mill. RM. nicht etwa anerkannt. lediglich angenommen hat, das bedeutet mit anderen Worten, daß nicht der Betrag von 4.275 Mill. RM., sondern diejenige Zahl maßgebend ist. welche die Abrechnung, deren Nachprüfung zurzeit noch im Gange ist, ergibt. Der derzeitige Stand der Abrechnung ergibt sich aus der, dem Hauszinssteuerhypothekenvergebungsausschuß bereits zugeleiteten Vorlage vom 29. 12. 30, die einnweilen mit 3,332 Mill. RM. Gesamtherstellungskosten abschließt. Dieser Abrechnung hat der Bauverein eine Aufstellung gegenübergestellt, deren Endsumme einen Betrag von 3,917278 RM. ergibt. Dagegen ist insgesamt 3850000 RM. gezahlt bzw. freigegeben worden. Was die weiteren Verhandlungen mit dem Bauverein hinsichtlich der Abrechnung angeht, so ist zweisellog mit einer Einigung in wesentlichen Punkten zu rechnen. Nähere Angaben hierselbst zu machen, verbietet selbstverständlich das Rechtsverhältnis zum Bauverein. Unrichtig ist jedenfalls, die vom Ausschuß als seststehend bezeichnete Tatsache, daß dem Bauverein seitens der Verwaltung ein Betrag von 875 000 RM. zuviel„zuerkannt" worden sei. Diese Summe errechnet der Ausschuß dadurch, daß er von den im Darlehnsvertrag angenommenen Gesamtherstellungskosten von 4.275 Mill. RM. die von ihm errechnete tatsächliche Baukostensumme abzieht. Wie schon oben erwähnt, läßt der Ausschußz hierbei außer acht, daß die Baukostensumme von 4.275 Mill. RM. nicht etwa anerkannt, son: dern lediglich ungenommen is: deshalb kann man den Unterschiedsbetrag von 875 000 RM. nicht, wie das der Ausschuß tut, als„zuerkannt" bezeichnen. Vor Abscluß der Abrechnungsverhandlungen mit dem Bauverein ist es überhaupt ausgeschlossen, von einer Ueberfinanzierung zu sprechen, geschweige denn von einem Schaden, der, wie eingangs ausgeführt, nicht eintreten wird. Die gegenteilige Folgerung des U. A. beruht auf der Verkennung der Bedeutung des Darlehnsvertrages vom 17. 4. 30 mit seinen maßgeblichen Bestimmungen(Paragraphen 2 und 10) und seinen Vorbehalten und dem Mangel an prüfungsfähigen Unterlagen, die noch heute nicht einmal vollständig der Verwaltung vorliegen, so daß diese auch heute noch nicht in der Lage ist, die endgültige Abrechnungssumme zu bezeichnen und daraus die entsprechenden Schlußfolgerungen gegenüber dem Bauverein zu ziehen. Dabei ist zu erwähnen, daß Restarbeiten heute noch im Gange sind, die bei der Ermittlung der Abrechnungssumme berücksichtigt werden müssen. Wenn wirklich die Abrechnung nach § 10 des Darlehnsvertrages vom 17. 4. 30 die Tatsache der Uebersinanzierung ergibt. — die Höhe kann dahingestellt bleiben— dann ist das mit der oben geschilderten Entwicklung dieses Bauvorhabens zu erklären, dessen normaler Verlauf sich der Einwirkung der Verwaltung durch Umstände entzogen hat, die außerhalb ihres Machtbereiches gelegen haben. Die Verwaltung hat zu den maßgeblichen Zeitpunkten, nämlich vor Beginn der Wiederaufnahme der Arbeiten und vor Abschluß des Darlehnsvertrages, auf den an sich notwendigen und ihr dauernd verlangten genauen Nachweis der schon entstandenen Baukosten verzichten müssen, um größere, die Gesamtinteressen der Stadt berührende Nachteile zu vermeiden, hat hat aber alle Rechtsbehelse vorbehalten, so daß eine etwaige Ueberfinanzierung durch Rückbildung des nur vorläufigen Finanzierungsplaues wieder ausgeglicen werden kann. Zimmermann. * Zu dieser Denkschrift nimmt der Untersuchungsausschuß in längeren Ausführungen, in denen er noch einmal erklärt, daß er seine in der ersten Denkschrift erhobenen Angriffe weiterhin aufrecht hält und seine Behauptungen auch zu beweisen sucht. Der Ausschuß verbleibt bei seiner Ansicht,„daß die nicht sorgfältige Prüfung der Unterlagen“ die Ursache dafür ist, daß an den Bauverein umfangreiche Ueberzahlungen geleistet sind. Es müsse tatsächlich von einem Schaden im Gemeininteresse gesprochen werden, weil dem Bauverein Mittel aus öffentlicher Hand zur Verfügung gestellt sind, die weit über den tatsächlichen schon zu Beginn des Bauvorhabens feststellbaren Gestehungskosten liegen. Wenn für ein und dasselbe Bauvorhaben verschiedene Kalkulationen und Berechnungen aufgestellt werden, und im Laufe der Entwickelung sogar zur Annahme dieses Finanzierungsplanes in Höhe von 4275 000 RM. führen, dann müsse daraus die Folgerung gezogen werden, daß die Berechnungen nicht auf Grund rein sachlicher Unterlagen aufgestellt sind. Die Behauptung, daß das Bauvorhaben Löchter mit rund 1000 0e0 RM. überfinanziert sei, müsse auch nach der Gegenerklärung der Verwaltung aufrecht erhalten werden. Zum Schluß heißt es: Der Ausschuß ist nach wie vor einstimmig der Ansicht, daß die Uebersinanzierung und Verteuerung der Siedlung Löchter bei sorgfältiger Ueberprüfung und Ueberwachung des Bauvorhabens hätte vermie. den werden können. Wäre von vornherein ein richtiger Finanzierungsplan aufgestellt und jegliche Störung des Bauvorhabens durch den geplanten Einbau von Zentral= anlagen vermieden worden, so würden heute nicht erhebliche Mittel bei dem Bauverein ohne offensichtliche Sicherheit liegen, sondern dem Gemeinwesen zu anderen Zwecken zur Verfügung stehen. Das Schlußzwort der Verwallung Zu diesen letzten Ausführungen des U. A. erklärt die Verwaltung: Das neue Gutachten des Untersuchungsausschusses betr. Löchterheide, das abermals ohne Anhörung der Verwaltung aufgestellt ist, enthält keine neuen Gesichtspunkte. Es erübrigt sich, daher für die Verwaltung, auf Einzelheiten einzugehen, und sie beschränkt sich auf folgende Erklärung: 1. Der erste Voranschlan von 3.4 Mill. RM. für 994 Zimmer ist hinreichend wie bei anderen Bauvothaben geprüft und mit diesen vollständig vergleichbar. 2. Die Finanzierung mit 2,5 Millionen RM. erste Hypothek, 0,5 Millionen RM. Hauszinssteuer=Hypothek, 0.4 Millionen RM. Eigenkapital ist ordnungsmäßig und entspricht ebenfalls den damaligen Richtlinien. Die Tatsache, daß der Verein auf den Minderwert, nicht ober auf den Ersatz der Bergschäden verzichtet hat, nimmt den von der Bergwerks=Aktien=Gesellschaft Reslinghausen gezahlten 200 000 RM. nicht den Charakter des Eigenkapitals. 3. Soweit eine Verteuerung der Siedlung durch die nicht zum Abschluß gekommene Planung einer Zentralheizungsanlage entstanden ist, über deren Höhe schen Bauverwaltung und Bauverein noch keine Uebereinstimmung besteht, ist dieselbnicht auf ein Verschulden der Stadtverwaltung zurückzuführen. Diese war durchaus berechtigt, einer Anregung, die einen Fortschritt im Bauwesen bedeutete, nachzugehen und, solange die Möglichkeit der Finanzierung in Aussicht Rand, ihre Verwirklichung zu versuchen. 4. Bis zum November 1929 is zatsächlich auf der ursprünglichen Grundlage von 3.4 Millionen RM. gearbeitet und keinerlei Ausgabe geleistet worden, die über die bis dahin erstellten Werte hinausging. Wenn gleichwohl bei Wiederaufnahme der Bauarbeiten eine Ueberfinanzierung vorgesehen wurde, so hat die Stadtverwaltung auf die Gründe im Han ztausschuß und der Stadtverordnetenversammlung hingewiesen und die endgültige Abrechnung vorbehalten. Für die inzwischen eingetretene Notlage des Vereins ist die Stadtverwaltung nicht verantwortlich. Sie war jedoch bestrebt, die Bauten trotzdem fertigzustellen. 5. Ein materieller Schaden ist durch die vorstehend unter 1 bis 4 gekennzeichnete Abwickelung nicht entstanden. Versehlt ist insbesondere die Auffassung, daß durch die Ueberfinanzierung öffentliche Mittel anderen Bauvorhaben entzogen worden seien. Der in bar investierte Betrag von 1.5 Millionen RM. Hauszinssteuer ist erforderlich, um den ursprünglich vorgesehenen Zinszuschuß aus öffentlichen Mitteln zur Gestaltung tragbarer Mieten zu vermeiden. Der Umstand, daß eine höhere Bürgschaft, als erforderlich sein dürfte, übernommen worden ist, gibt zu einer Beunruhigung keinen Anlaß, wenn die weitere Abwickelung. die auf Grund des§ 10 des Darlehnsvertrages zu erfolgen hat, störungsfrei und geordnet durchgeführt wird. Zimmermann. Der Polsumer Etat für 1931 Dreisache Bürgerstener auch für Volsum = Zu gleicher Zeit mit dem Haushaltsvoranschlag 1931 der Gemeinde Marl ist auch der diesjährige Voranschlag der Gemeinde Polsum fertiggestellt worden. Auch in Polsum hat man sich an den eben möglichen Stellen des Haushaltsplanes entschiedener Abstriche defleißigt. Hauptsächlich zugunsten des Amtes und des erhöhten Amtsbedarfs, der erhöhten Beiträge zu den Fürsorgelasten des Amtes und der erhöhten Kreissteuern. Die Endsumme des Voranschlags hält sich in der Höhe des Vorjahres. Sie beträgt 462300 RM. Die Zusammenstellung der Etatsmittel ergibt folgendes Bild: Allgemeine Verwaltung: Einnahmen 250(300), Ausgaben 13 700 (13 900): Schulwesen: Einnahmen 50 500 (51 300), Ausgaben 108 200(115 600); Bauwesen: Einnahmen 800(830). Ausgaben 28 380(23826); Anstalten und Einrichtungen: Einnahmen 1500(1460). Ausgaben 4650(5624): Allgemein. Kapital= und Grundvermögen Einnahmen 13 150(13550) Ausgaben 89.000(86 527): Unternehmungen und Betriebe: Einnahmen 4550(4510), Ausgaben 4150(7450); Allgem. Deckungsmittel: Einnahmen 381 500(370 450). Ausgaben 204 220(189 373); Verschiedenes: Einnahmen 10000(20000), Ausgaben 10000(20000); Gesamtsumme: Einnahmen 462.300(462.300); Ausgaben 462 300 (462 300). Auch für Polsum ist. genau so wie in der Gemeinde Marl die dreisache Bürgersteuer vorgesehen. Trotz aller nur möglichen Einsparungen bleibt noch ein Fehlbetrag von 42700 RM., der auf der Einnahmeseite als„erhoffte Beihilfe aus Reichs= und Staatsmitteln erscheint. Dazu kommt ein gleichfalls noch ungedeckter Fehlbetrag aus 1930 in Höhe von 22 200 RM. Palast-Café= Buer und Sematner 5-Uhr-Tee Abenos Reunion. Autowache. Berbetrieb MAGGI DER CLASERNEBERG Roman von Felix Neumann o Vertrieb: Romanverlag K.& H. Greiser G. m. b. H., Rastatt 18. Als sie das Zimmer detrat, schreckte sie einen Augendlick zuruck, denn ein Fremder machte sie am Schreidtisch Munners zu schaffen. Die Tür in der Hand knarrte Der Besucher fuhr empor und sprang auf. Da lachte sie erst und rief:„Nein— Fritz, hast du mich erschreckt!“ Ader als de näher trat, verzerrte sich ihr Gesicht Was— was machst du bier——?“ Hartogs Antlitz war fahl geworden. Er warf die Schublade, die offen stand, zu, und stieß dervor:„Diese neugierigen Weider! Richto— habe— 10——“ Run Rand de neden dem Verlobten, der ##. bastig demühte, mit der linken Hand viere zusammengedallt in der Tasche zu versenken Wortlos starrten sie sich in die Augen. Er verwirrt, mit fliegendem Atem, sie weiß wie ein Tuch „Fritz— was— bedeutet— das—?“ „Herrgett— frag nicht so dumm" Ihr Blick stel jegzt auf das Schlüssellech des Schreibtisches. in dem ein Dietrich Reckte. Mit bedenden Lippen murmelte sie: „Du hast— das Schloß—“ Da stieß er sie zurück und zischte:„Schließ die Tür!“ Mit wankenden Knten ging sie und tat es. Es war still im Raum. Vom Flur her hörte man die Stimmen der Damen und Herren, die ihre Arbeitsstätte verließen. Keines von beiden sprach ein Wort. Emmis Hand umklammerte eine Stuhllehne, um Halt zu suchen Dann sagte sie mit belegter Stimme: „Erkläre mir diesen Vorgang.“ Hartog lachte verdissen „Es hat keinen Zweck, Märchen zu erzählen. Also: Mich interessieren verschiedene Dinge. dis dein verehrter Chef in Arbeit dat. Und da ich sonst keine Gel. genheit sand. Eindlick zu nehmen, so denupte ich diesen gunstigen Augendlick——“ Ihre Augen weiteten sich:„um— einen Diebstahl zu de Der I recht. die schoden hatte. und strich sich das Haar aus der erhitzten Stirn „Diebstahl? Rede nicht so dummer Zeug? Ich nehme keine sildernen Lössel und veruntreue keine Gelder Ingenieur rückte die Krawatte zu###E Pg, Aiten ur. „Aber du u entwendest geistiges Eigenkommt auf dasselbe heraus“ „Bitte! Das ist ein sich ihr großer Unterschied! und bemühle sich u Er näherte lächeln. „Kind! Du bist meine Braut! Du stehst mir am nächsten von allen Menschen. Ich wollte dech nur—“ Sie wich zurück „Gib die Zeichnungen heraus, die du in die Tasche stecktent!“ Er hallte die Faust „Du läßt mich also im Stich! Du willst zur Verräterin werden—?“ Emmis Blick fiel auf den Stahlschrank Ueber ihr Antlitz zuckte er „Wer hat die Geheimpapiere über den neuen Oelschalter gestohlen? Jetzt durchgr du de A cote entsinne mich, daß du dir am Geheimank mu schaffen machtest, aber ich hielt es für einen Zusast——“ Er fuhr auf:„Du lügst! Das ist dein Dank? Am deinetwillen habe ich alle diese Torheiten begangen. um deinetwillen wellte ich verwarts kommen und reich werden. Und— nun——?“ Hartog broch auf einem Stuhl zusamAus seiner Hand sielen die Papiere #nisternd auf die Erde. Emmi bückte sich hastig und raffte sie auf. Ein flüchtiger Blick belehrte sie, daß es Zeichnungen der jüngsten Konstruktionsversuche waren. Der Verlodte hatte augenscheinlich bei einen häufigen Besuchen im Laboratorium gesehen, daß Münster diese Berechnungen in den Schreidtisch verschloß und nicht in den Geldschrank tat. Sie glättete das geraubte Gut und ihre Hand zitterte bei dieser Arbeit. Wirr schossen die Gedanken durch ihren Ras sellte unn getchcber? Ihr Blick glitt über den Mann, der das Antlig in die Hände preßzte, als ob die Scham ihn überwältigte. War es wirklich wahr, daß Fritz alles dies nur um ihretwillen tat? Oder spielte er ihr eine heuchlerische Komödie vor Sie trat an Hartog heran und legte leicht die Hand auf seine Schulter „Sprich dich aus! Nur so ist es möglich, daß wir einen Ausweg aus diesem Irrgarten finden. Aber— es muß Wahrheit und Klarheit zwischen uns herrsGer-— Hartog hob das Haupt und nickte. Sein Blick war start, sein Mund zuckte. Und er erzählte stockend, wic im Fieber. wie die Versuchung an ihn herantrat. indem er den fremden Agenten kennen lernte Schritt für Schritt wurde er weiter gedrängt auf der verhängnisvollen Bahn St weigend hörte Emmi von der Halden 18 Sie unterbrach den Verlobten nicht durch emporte Zwischenrufe oder heftige Bemerkungen— sie schwieg! Bis sie alles wußte! „Den Wagen. in dem wir fahren. beslie i6 mit zendem Gelde, die Unteritzung für deinen Bruder ebenfalls, auch n Schmuck, den ich dir schenkte——“ In ihrem Herzen stritten Mitleid und Abschen Wie konnte ein Mensch, der im Grunde gewiß nicht verworsen war sich zu solchem Verrat verleiten lassen? Ihre Rechte spielte mit dem Verlobungsring der an der Linken steckte Sie war im Begriff gewesen, ihn abzuziehen, auf den Tisch zu legen und dadurch jede weitere Gemeinschaft mit dem Verlobten abzubrechen Aber dann überlegte sie, daß dieser Bruch Aufsehen erregen und allen Gerüchten Tür und Tor öffnen werde. Ruhig und bestimmt sagte sie:„Im August gebst du nach der Krim! Auch dieen Posten verdaulst du indirekt dem kanne, den du zu schädigen versuchtest. Bis dahin wollen wir rein äußerlich unser Verlödnis aufrechterhalten. Später werden wir engemnanbergeben“ Er schreckte auf und 5 teten Augen an. „Trotzdem ich dir alles beichtete, hast du kein Mitleid mit mir?" Sie zuckte zusammen und murmelte:„Es brennt mir auf der Seele, daß die Gelder, die ich von dir nahm. Indassilberlinge waren———“ Da lag er plötzlich vor ihr auf den Knien. „Verzeih mir Emmi. verzeih mir! Verlaß mich nicht, ohne dich gehe ich zugrunde.“ Seine bebenden Hände umklammerten ihre Knie. „Hilf mir, reiß mich aus diesem Sumpf. sonst gehe ich unter———“ Sie blickte auf den Knienden herab und strich mit der Hand über sein wirres Haar. Das Mitleid gewann mehr und mehr die Oberhand. Wieviele lieben sich in dieser verworrenen Zeit vom Teufel umgarnen und verabberten ihre Seele und ihre Ehre. um blickte sie mit geröüber ihre Verhältnisse leben zu können. Neid, Großmannssucht, bis zur Verrücktheit gesteigerter Ehrgeiz waren oft die Triebjedern! „Steh auf! Wir wollen in Ruhe alles besprechen Und nun sage mir noch eins: Warum meldetest du dich nach Rußland? Wolltest du auch dort— im Trüben—“ Sie vollendete nicht. „Genug! Ich nehme an, daß du jetzt einen anderen Weg gehen wirst!“ Er haschte nach ihrer Hand. „Führe mich. Emmi, ich weiß nicht mehr aus noch ein——“ Sie geleitete den gebrochenen Mann zum Schreibtischstuhl, wo er niedersank. „Bringe die Schublade wieder in Ordnung— schließe sie—“ Er tat es. hastig und verwirrt. Scheu flog sein Blick auf die zerknitterten Papiere. „Und— was wird damit— wie sollen wir verdecken———“ „Das laß meine Sorge sein———! Wir müssen gehen. Es fällt auf, wenn wir so lange nach Büroschluß noch hier verweilen. Wir treffen uns unten am Eingang———“ Hartog erhob sich. Mechanisch fuhren seine Hände über sein Jackett, um es zu glätten. Verstört blickte er sie an. „Wirklich? Du läufst mir nicht davon?“ Sie schüttelte das Haupt „Ich— werde dich in diesem Augenblick — und— in diesem Zustand gewiß nicht im Stich lassen——“ Er ging Sie war allein und blickte sich um. Dann warf sie die Hände an die Schläfen, sank am Schreibtisch nieder und brach in ein erschütterndes Schluchzen aus. Diese Verlobung war gewiß nicht der Idealtraum ihres Lebens gewesen. Aber sie glaubte in ihrem freigebigen und von Gemüt duldsamen Bräutigam doch einen Menschen erkannt zu haben, dem man seine Zukunft anvertrauen konnte. Nun fiel diese Hoffnung in Trümmer. Was sollte sie tun? Und sie gedachte Erichs, den sie noch immer nicht ganz aus ihrem Herzen zu reißen vermochte, den sie im Stillen als großzügig schaffenden Mann anbetete. Endlich raffte sie sich auf und schloß die Papiere fort In diesem Zustand durfte sie der Chef nicht an seinem Schreibtisch finden, sein Verdacht waree dann geweckt worden. Morgen— morgen wurde sie alles regeln, aber—— wie? Dann siel ihr ein: Morgen war ja Sonntag! Sie wollte mit Fritz hinaus in die Umgebung in ihrem schönen Wagen—! Sie schauerte zusammen. Dieses schnittige Automobil war mit einem Sündengeld erkauft. Genug, jetzt half kein Grübeln und Sinnen, es mußte gehandelt werden. Der Montag brachte die Entscheidung. Der neue Wochenbeginn bescherte trüdes. regnerisches Wetter. Mit tropsendem Schirm betrat Emmi ihr Arbeitszimmer. Unfreundlich fegte ein Wind durch die Straßen, der vielleicht im Spätherbst Daseinsberechtigung hatte. aber nicht jetzt, wo der Sommer sich zu voller Pracht entfaltete. Mit klopfendem Herzen kam sie ins Laboratorium. wo Doktor Münster, der immer Pünktliche, soeben den Arbeitskittel anzog. Nach kurzer Begrüßung trat sie vor den Chef. Erich, den Blick auf die Schreibtisch= platte gerichtet, wo seine Augen flüchtig die eingegangene Post streiften, bemerkte seine Assistentin zers nicht. Fortsetzung folat. grr Jahegang 1931 Sonntag. den 19. Apeil Nr. 168 DIE PLAUDERNUNDE BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FÜR DAS EMSCHER-LIPPELAN D. Harald Bernkovens Roman von Gert Rothber Copyrigth by Martin Peuchtwanger, Halle(Saale) 1930 blondes Modell 6. Fortsetzung Aber sie blieben noch ein Weilchen im Gespräch stehen; Sarella blicte ion an mit ihren schönen, trauervollen Augen. „Sie werden mich also nicht malen?“ Er beugte sich über ihre Hände. „Es wird mir eine Ehre sein. Sarella.“ Als er zu seiner Braut trat. die mit finsteren, argwöhnischen Augen die Szene beobachtet hatte. lag ein grüblerischer Ausdruck auf seinem Gesicht. Doch er sprach freudlich mit Helge, die sich nur mühsam beherrschte. Aber man umschwärmte an diesem Abend auch sie. Man sagte ihr unzählige Schmeicheleien, und das söhnte sie einigermaßen mit dem Hiersein der Sängerin aus. Um sich zu rächen, flirtete sie offen mit dem Kammersänger Larsen, der erfreut darauf einging und nur bei sich erstannt dachte: Nanu, was ist denn da los? Hm. die Baronesse ist nun durchaus mein Fall; aber mit Bernkoven in Unannehmlichkeiten geraten wegen einer Frau, das werde ich hübsch bleiben lassen. Das Festessen war einzig gewesen, und nun stand auch noch ein Bufett bereit mit allerlei Leckerbissen und Erfrischungen. Es war gegen Morgen, als die Gäste das Haus der Bruchsals verließen. Sarella Bonini hutte es vermieden, noch einmal mit Bernkoven zu sprechen, denn sie say nur zu gut die eifersüchtigen Blicke seiner schönen Braut. „Ich erwarte Sie“. sagte er beim Abschied leise. und sie nickte. Helge blieb schweigsam, als sie neben ihrem Verlobten im Wagen saß. Theo blickte neidisch auf Bernkoven und dachte: Solch ein Glück, wie der bei den Frauen hat! Unheimlich ist es direkt. Und mir scheint. er weiß nicht einmal etwas Rechtes damit anzufangen.“ Bernkoven beugte sich zu Helge. „Darf ich dieh heute nachmittag zum Tennis begleiten?“ „Bitte!" Das war alles. Sie war zu sehr verletzt in ihrem eitlen Stolze. Und er sah keine Ursache, sie um Verzeihung zu bitten. So blieb ein Riß zwischen ihnen von diesem Abend her, denn auch als er sie zum Abschied küßte wundte sie den Kopf mit geschlossenen Augen zur Seite. ohne den Kuß erwidert zu haben. In Bernkoven aber kroch etwas Fremdes hoch, dem er aber vorläufig keinen Namen zu geben imstande war. * Nach dem Fest bei dem Intendanten blieb die Sängerin noch einige Zeit in der Stadt, obschon sie für London einen weit günstigeren Vertrag vorgelegt bekommen hatte. Aber Sarella lächelte nur wehmütig. „Lassen Sie er gut sein. Gero! Ich weiß ja, weshalb ich hierbleibe. Habe ich mich nicht immer Ihren Anordnungen gefügt? Ich habe mich Ihnen stets anvertraut, weil ich weiß, daß Sie nur immer mein Bester * wollen. Doch nur dieses eine Mal möchte ich meinen Wilien durchsetzen.“ Der große. schlanke Italiener senkte den dunklen Kopf. Er waßte ja ganz genau, weshalb die schöne Frau noch hierbleiben wollte. Sie liebte diesen Harald Bernkoven, den Mann mit dem schönen, düsteren Gesicht und den hellen, nordischen Augen. Aber der war verlobt. Der nahm Sarella nicht der Kunst— und nicht ihm! Seine Liebe war hoffnungslos! Und sie sollte es ruhig bleiben, wenn nur Sarella ihn bei sich behielt. Er mußte ihre Stimme hören. Ohne diese Stimme war er ein verlorener Mann. * „Da din ich!“ Sarella Bonini sagte es lächelnd, und der Blick ihrer Augen ging an ihm vorüber, ging zu den vielen Bildern, die an den Wänden des großen, schönen Ateliers hingen. Wie schön, wie wunderbar schön das ist!“ Die Künstlerin stand vor dem Bilde, das auf der letzten großen Ausstellung die Goldene Medaille erhielt und für das ein Amerikaner eine Unsumme bezahlen wollte. Dieses Bild wurde in allen Zeitungen besprochen und die deutschen Museen sahen es nur ungern, daß dieses Kunstwerk ins Ausland wandern würde wie schon so vieles. „Sie sind ein großer Künstler!“ Sarella sagte es leise, voll Andacht. Er zuckte zusammen. Helge hatte so warm und aufrichtig noch nie zu ihm gesprochen. Er war gewiß nicht eitel, hatte es gar nicht nötig. nach Bewunderung zu lechzen und doch taten ihm diese Worte aus Sarellas Munde so wohl. Aber in seinem Herzen rührte sich nichts. Die klare. fremde Schönheit der Künstlerin ließ ihn ganz kalt. Wie sonderbar das doch war! Und es wäre doch so gut gewesen, wenn ihn jetzt mit aller Macht die Liebe zu einer anderen Frau gepackt hätte, damit er endlich das Bündnis mit Helge löse, dieses Bündnis. das ihm kein Glück brachte das ihn innerlich aufrieb. weil Helge ihn nicht verstand, nicht verstehen wollte Noch rief sein Blut nur nach Helge, nur nach ihr— Sarellas Liebe fand keinen Widerhall in ihm. Wie traurig das war! Diese Frau hier, die ihn als Talisman sich erwählt, die ihn so lange Jahre geliebt hatte— der stand er kalt gegenüber. Und sie hätte ihn bestimmt vernanden. Der Künstler brauchte nötiger als jeder andere einen guten verständigen Lebenskameraden, der ihn mit Liebe und Güte umgab. Sie war selbst Künstlerin und hätte die Stimmungen verstanden, die in ihm waren. wahrend wieder ein neues Werk erstand. Es war einmal nicht wie mit einer anderen Arbeit, die man auch in unzufriedener, gereizter Stimmung erledigen konnte. Die wahre Kunst hing vom inneren Frieden ab. Es war so leicht, einen gronen Sänger oder Schauspieler herunterzureißen. Aber was dem Auftreten des Künstlers für Seelenkämpfe vorausgegangen sein konnten, das bedachte keiner. Ausgenommen vielleicht die alten. erfahrenen Kritiker, die ihre Leute genau kannten. Er, Bernkoven. wußte, daß er nicht mehr imstande sein würde. Großes zu schaffen, wenn erst täglich diese Reibereien und Launen über ihn hereinbrachen. die bei dem Temperament Helges unausbleiblich waren. Er mußte sich von ihr lösen— es gab keinen anderen Ausweg. Bernkoven lauschte in sich hinein. Jetzt auf einmal war es klar in ihm. Trotzdem hing diese Erkenntnis. sich von Helge unter allen Umständen lösen zu mussen, nicht mit Sarella zusammen Nein! Richts! Sie galt ihm nichts als Frau; er hatte sie nie geliedt. Es war damals nur eine flüchtige Tändelei gewesen. Dennoch wurde es gerade unter ihren leidvollen Augen klar in ihm. Wie sonderbar das doch eigentlich war Sie saßen sich dann in der gemütlichen Ecke gegenüder, die sich Bernkoven im Atelier hatte einrichten lassen. Sie besprachen nun die Stunden. in denen sie zu ihm kommen wollte, wo er sie malen sollte. Sarella blieb kühl und freundlich verriet ihm nicht mehr durch einen Blick ihre große Liebe. Und er dankte es ihr. Nun war ein freunoschaftlicher Verkehr möglich Und er besprach mit ihr seine Ideen, die er für ein neues. großes Gemälde hatte. „Ich suche ein Modell! Ein blondes Engelsköpfchen, aber doch auch kein Kind! Unter den mir bekannten Modellen ist es nicht. Ich muß weitersuchen.“ „Es gibt ja viele schöne. blonde Frauen". sagte sie nachdenklich. und ihr kam gerade jetzt seine Fraut in den Sinn, die nicht blond. sondern auch von dunkler, südlicher Schönheit war. „Ja, es gibt viele schöne. blonde Frauen. Doch Modell stehen würden sie nicht". sagte er. in Gedanken verloren. „Oh. ein Akt also?“ „Dann— ist es wohl schwer, das geeignete Modell zu finden.“ „Gretiere in Paris hatte einmal ein schönes, blondes Modell Ich werde ihm schreiben“. sagte Bernkoven und freute sich, daß ihm das jetzt eingefallen war. „Sehen Sie, es findet sich schon ein Ausweg". sagte sie tapfer. Er sah es nicht, wie sie litt, daß er so ruhig und freundlich über seine Arbeit mit ihr sprechen konnte denn gerade seine ruhige Freundlichkeit zeigte ihr, daß sein Herz nichts für sie empfand. Fortsetzung folgt Nummer 1“ Sonntag. den 19. April Jahrgang 1931 DIELESEBANK WOCHENTLICHE UNTERHALTUNGSBEILAGE DES GENERAL-ANZEIGERC TUR DASEMSCHER-LIPPFLAND Wildgans Zum 50. Geburtstag des Dichters am 17. April Anton Wildgans ist einer jener österreichischen Dichter, die, eben weil sie im echten Sinne typisch österreichisch sind, nicht als Repräsentanten der osterreichischen Dichtung gelten(die gemeinhin nur dann für„typisch österreichisch“,„echt wienerisch“ gehalten wird, wenn sie in Wahrheit das habsburgische Gemisch aus slawischen, magyarischen, romanischen und nur gelegentlich deutschen Elementen darstellt, lediglich im Topf der deutschen Sprache ausgekocht. Wilogans indessen ist wirklich und wahrhaft Oesterreicher, wurzelnd ebenso tief und fest in der Landschaft der Donau, wie verbunden dem großdeutschen Kulturkreis. Jede dieser Dichtungen ist unverwechselbar in ihrer landschaftlichen Gebundenheit— und ist doch alles andere als partikularistisch eng, ist vielmehr schlechthin deutsch. Nur einem solchermaßen freien und doch gebundenen, dichterisch schwebenden und doch der Form treuen Geist konnte es(in seinem bekanntesten und stärksten Drama„Armut“) gelingen, den Naturalismus, der sich die Zeit erobert hatte, dichterisch zu sublimieren. Obgleich dieser ebenso notwendigen wie in sich unfruchtbaren Bewegung engst verwurzelt, kam Wildgans über sie hinaus. Inoem er sich nämlich nicht damit genügte, Schilderung eines einzigen Not=Bildes zu geben(womit der Naturalist eine Aufgabe für gelöst gehalten hätte), sondern die Not schlechthin hinter dieser einmaligen Begebenheit transparent sichtbar machte. Wenn auch nicht ganz so vollendet wie in„Armut", zeigt sich doch mindestens das gleiche Streben auch in„Liebe" und„Diesirae“— das Emvorwachsen des Einmaligen; Privaten in die Sphäre des Allgemeinen, Symbolhaften. Ansätze sind hier, die den Expressionismus längst vor seinem Durchbruch ahnen ließen, den Expressionismus und mit ihm die Aera des von der Natio dem Irrationalen zugewandten Geistes. Noch schöner, noch reiner als in seinen Dramen wird diese glückhafte Vermengung des Naturalistischen und Symbolhaften in Wildgans' Gedichten, die ich, trotz strengster formaler, versmusikalischer Zucht ganz frei, ganz leicht, ganz ungezwungen bewegen — fließend in einem ewigen Rhythmus, wie ihn die österreichische Landschaft atmet. Wer den Unterschied zwischen norddeutschem und süddeutsch=österreichischem Sein und Wesen wirklich erfassen, fühlen lernen will, der lese etwa Wildgans' Sonette neben denen Georges— erstaunlich, wie sich in dieser strengsten, herbsten Form des Verses, die beide gleich vollendet beherrschen, ihr voneinander geschiedenes Fühlen und Wesen entfaltet. Das bezeichnendste seiner Werke dürfte sein Evos „Kirbisch“ sein— jene Heimkriegsgesänge, die, gäbe es eine österreichische Dichterakademie, Wildgans ihren Vorsitz sichern müßten. Hier ist— seit wann zum ersten Male wieder— große, repräsentative österreichische Kunst. Eine bezaubernd schöne und gelockerte Verssprache, so exakt, so geschlossen, daß in ihr selbst das Schwierigste zu meistern ist. Ein Humor, eine Größe der Ironie, gepaart mit dem nie zur„Weanerischen Sentimentalität“ ausartenden Sentiment, eine Schärfe der Beobachtung, wie es das alles zusammen nur selten gibt— große Dichtung. Das Schicksal hat Wildgans ein Geschenk gemacht das es ihm noch recht lange erhalten möge: das Geschenk. gelesen zu werden, bekannt zu sein, ohne je vom Pfade abweichen, um die Gunst der Menschen sich bemühen zu müssen. Das größte Geschenk eigentlich, das einem Dichter werden kann. Und so haben wir ihm wohl nichts weiter zu wünschen, als daß er von ihm stets so gehalten und zuchtvoll und so freigebig für sein Publikum Gebrauch machen können möge wie bisher. Peter Boldt. Zwel Erdtelle werden entdeckt Von Frit Neumann Es ist erstaunlich, mit welcher Wucht sich die Gedanken und Wirkungen einer erwachenden Kultur in der ganzen Welt ausbreiten. Dabei ist es für den Geschichtsforscher ganz gleichgültig, welchen Wert er dieser Kultur beimißt, ob er zum Beispiel die Conquistadoren höher einschätzt als die Inras und Azleken, oder die Hellenen Alexanders höher als die Perser, oder die mohammedanischen Araber höher als die Völker, die der Islam in weniger als einem Jahrhundert vom Guadalquivir bis zum Pendschab überrannt hat Im Zustande eines solchen Aufbruchs ganz neuer Ideen, Wünsche. Hoffnungen, Pläne und Empfindungen befanden sich im sechzehnten Jahrhundert sowohl Westeuropa als auch Rußland. In ein und demselben Zeitraum stieß dieses über den Ural nach Sibirien dis zu den Japanischen Inseln vor, jenes über den Atlantischen Ozean hinweg nach Amerika. Irgendwo in Südamerika oder in Mittelamerika sollte El Dorado liegen, das geheimnisvolle Goldland, das mehr Schätze in seinem Innern barg. als die ganze bekannte Welt zusammen. Reine Mühen und Opfer konnten zu groß sein, um dieses Land zu erobern. Tausende gingen zugrunde, aber immer wieder brachen kleine Trupps auf. gelockt von der zum Mythos gewordenen Legende, immer wieder angezogen von den amerikanischen Geheimnissen. Sir alter Raleigh. Gelehrter, Dichter und Ritter in einer Person, wurde das letzte Opfer des Traumlandes, der letzte und auch berühmteste DoradoFahrer. Schon als Siebzehnjähriger abenteuerte er im Dienst eines hugenottischen Prinzen, zog durch die Niederlande. rüstete eine eigene Expedition nach Neufundland aus Unter der Königin Elisabeth eroberte er Virginien und kämpfte gegen Iren und Spanier Dann fiel er wegen einer Flugschrift über den Atheismus in Ungnade und wurde zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt. Hier im Gefängnis entwarf er einen großzügigen Plan zur Durchdringung von Guayana, in dessen Innerem er das Goldland vermutete. Kurz nach der Freilassung setzte er seinen Plan in die Tai um. Das war 1595. Wir verdanken die Ausführlichkeit seines Berichts wiederum einem späteren Gesängnisaufenthalte des unruhigen Mannes, den seine Heimat nicht mehr verstand, und der dem Abenteuer aus notwendigem innerem Zwang immer von neuem entgegengetrieben wurde. Seine Expedition begann mit der Landung auf Trinidad, von wo aus er zur Küste übersetzte. Er fand den berühmten Asphaltsee von La Brea, er fand Bäume, von denen er Austern pflücken konnte — kein Märchen! Es handelte sich um Mangroven, an deren Aesten und Luftwurzeln, die zu Zeiten der Flut mit Wasser bedeckt sind, sich die Austern festsetzen. Tritt nun die Flut zurück, so bleiben die Austern an den Aesten hängen. Und er fand vor allen Dingen Spanier, die das ganze Land für sich beanspruchten, an ihrer Spitze Antonio de Berrio, der vorhergehende Dorado=Fahrer, jetzt„Statthalter von Guayana und Dorado“. Raleigh stürmte die spanische Hauptstadt und machte alles nieder. Nur Berrio ließ man leben, der nun Auskunft geben mußte. Er fügte sich, wenn auch widerwillig. Raleigh zog die Stromläufe des Orinoko flußaufwärts, die Indianer wußten vor Goldreichtum der Gebirge zu reden, aber auch von ungeheuren Schwierigkeiten, in dieses Gebiet zu gelangen. Raleigh glaubte jetzt erfahren zu haben, was er wissen wollte, und kehrte Samstagnachmittag Der Frühlingshimmel, blau gespannt, strahlt über braungepflügtes Land. In allen Gärten ist ein Träumen bei Vogelruf aus Waldessäumen. Und mählich zieht ein sachter Wind durch Bäume, die voll Knospen sind. Das Städtchen liegt schon still und rein, denn morgen wird ja Sonntag sein. B. A., Gelsenkirchen. um. In England empfing man ihn mit mißtrauischer Freundlichkeit, die Königin war ihm wieder gewogen. 1598 stieß er mit der zweiten Expedition vor, fand freundliche Menschen. Baumwolle, Papageien, Pfeffer. Affen— nur das Dorado nicht!— Als er zurückkehrte, war die Stimmung wieder einmal gegen ihn. Er wurde kurzerhand der Teilnahme an einer Verschwörung bezichtigt und für dreizehn Jahre ins Gesängnis geworfen. In diesen dreizehn Jahren lebte er nur den Träumen seiner Entdeckungsreisen; und die Zähigkeit, der unermüdliche Eifer, mit dem dieser sonderbare Gefangene aus seinem Privatvermögen in gewissen Zwischenräumen Schiffe ausrüstete, die in seinem, des Gefangenen, Auftrage, die Küste befuhren, um ihn auf dem Laufenden zu halten„erregten Aufsehen. Da fand die Laune der Regierenden wieder einmal Gefallen an dem auf die Ferne versessenen Ritter, er wurde freigelassen und bekam die Erlaubnis zu einer neuen Expedition. Aber die Krone war nicht zu bewegen, das Urteil gegen ihn aufzuheben, sie ließ ihm nur eine Gnadenfrist. und lediglich ein großer Erfolg in Amerika konnte ihn wieder zu Ehren bringen. Der Erfolg blieb aus, die Spanier hatten die dreizehn Jahre der Gefangenschaft Raleighs ausgenützt, seine Mannschaft verblutete in vergeblichen Kämpfen um die Küstenplätze. Sie meuterte, sie zwang Raleigh zur Rückfahrt. Er wurde unmittelbar nach seiner Landung verhaftet und zum Tode verurteilt. Am Morgen des 29. Oktober 1618 wurde der Sechsundsechzigjährige hingerichtet. Bevor der Henker das Beil hob. tastete Raleigh mit streichelnden Fingern über die Schärfe der Schneide und sprach: „Dies ist ein scharfes Mittel, doch Heilung für jegliches Leiden.“ So starb der Angelsachse, dessen Liebe zur Ferne und zum Unbekannten von Großbritannien nicht mehr verstanden wurde. Anders antwortete der Zar auf die Bitten und Vorschläge Jermak Timofejews. Den hatte es nicht im Heeresdienst gehalten, seinem Kosakenblut widerstrebte das Gehorchen er verschwand eines Tages, verdingte sich einem Zodelhändler, der ihm Geld gab, die Länder jenseite des Urals zu erforsten, und warb mit dessen Gelde eine kleine, zu allem bereite Schar. Dann ritt er los, Rußland hinter sich, Sibirien vor sich. An den Zuflüssen des Ob. dort, wo jetzt Tobolfk liegt, stießen die Kosaken auf einen Mongolenstaat. dessen Hauptstadt Sibir hieß. Zurück konnten sie nicht. Jermak als Fahnenflüchtigem drohte der Tod. sie konnten nur vorwärts, und sie grifsen an. Nach dreijährigem Kampfe befand sich der kriegerische Hause— wenn auch stark gelichtet— im Besitze der Herrschaft. Da packte Timosejew die besten Pelze zusammen und sandte sie mit einer Botschaft an den Zaren: Er habe das Königreich Kumtschuk Khans erobert, er lege dem Zaren Sibir zu Füßen und bäte dafür nur um die Würde als Statthalter und um Unterstützungstruppen. Dem Zaren gefiel diese Art Timosejew wurde der erste Statthalter Sibiriens und erhielt die gewünschten Truppen, lauter ausgesuchte Kosaken. in allen Formen der Reitergefechte und Ueberfälle bewandert, genügsam, zäh, zuverlässig. Jermak konnte sich keine besseren Truppen wünschen. Er war nicht imstande gewesen, zu gehorchen, aber er konnte befehlen. Wie zu Hause am Dnjepr und Don. so erbauten die Kosaken jetzt am Ob und Tobel ihres„Ostroge". ihre Festungsdörser. von denen aus Timosejew seine Züge immer weiter ausdehnte, über Tundren und Wälder, Niesenströme und Steppen, bis zum Jenissei, bis zur Lena. dis zum Amur. Jermak Timosejew war nur einer und Sir Walter Raleigh war auch nur einer. Aber dem Kosaken folgten die Menschen seiner Heimat, ihre ganze Kraft drängte nach. so wurde Sibirien russisch. Raleigh blieb jedoch allein, und England faßte nicht Fuß in Südamerika. Nur in einem war das Schicksal des Russen dem des Angelsachsen gleich. Sie liebten beide das Abenteuer, das Rätsel des Unbekannten, und setzten ihr Leben für diese Liebe ein. Der Trick Von E. Rudlolt und Jo Hanns Rösler Um die Motive seiner Handlungsweise befragt, äußerte sich Hugh Dale bei der Gerichtsverhandlung folgendermaßen: „Die Welt ist dumm. Natürlich mit Ausnahme Ew. Ehrwürden. Die Welt ist sogar sehr dumm. Die eine Hälfte der Menschheit lebt davon. Es handelt sich darum, möglichst unauffällig den Kreislauf der Güter zu beschleunigen. Ew. Ehrwürden belieben einzusehen, daß zwischen Handel und Diebstahl ein Unterschied nur dem Grade nach besteht. Es ist ein trauriges Vorurteil, daß Diebstahl als ein besonders gemeines Verbrechen angesehen wird. Es erfordert im Gegenteil außerordentliche Geschicklichkeit und Fachkenntnisse, wenn nicht das Risiko den Cewinn übersteigen soll. Die Prominenten unseres Standes, zu denen mich hinzuzurechnen Ew. Ehrwürden die Gewogenheit haben, besitzen heute eine derartige Erfahrung, daß sie in der Lage wären, selbst unbemerkt den Stuhl, von dem aus Ew. Ehrwürden Recht sprechen, unter dem— pardon— südlichen Teil des Rückens wegzustehlen. Ich gestatte mir, nur an die klassische Tat des Elusive Pivaroon zu erinnern, der zur Zei#, als der Kongreß der Polizeikommissare der Vereinigten Königreiche, Dominions und Kronkolonien tagte, einem der Teilnehmer die Einladungskarte entwendete, damit an der ersten Hauptversammlung teilnahm, bei der auch über die neuesten Maßnahmen gegen die Taschendiebe gesprochen wurde und zum Schluß mit 18 goldenen Uhren, 19 Brieftaschen, 4 Tabatieren und einem neuen Pelz abzog. Ich glaube also, es bedarf keines weiteren Beweises für die Existenzberechtigung eines Berufes und seiner Angehörigen, gegen die zu schützen die Welt absolut keine Mittel besitzt.“ „Dann muß das Gesetz Sie gegen die dumme Welt schützen,“ sagte Se. Ehrwürden Mister Juoge C. R. Atchkinson,„vier Monate Gefängnis. Der Nächste, bitte.“ Genau vier Monate später streckte Lord Bolingbroke langsam seine schmale Hand aus und läutete. Parker, der Kammerdiener, trat ein. „John, gehen Sie sofort ins Holloweygefängnis.“ „Sehr wohl. Ew. Lordschaft.“ „Sie warten am Ausgang, bis ein gewisser Hugh Dale entlassen wird.“ „Sehr wohl, Ew. Lordschaft.“ „Sie übergeben ihm diesen Brief und bringen mir die Antwort in den Merros=Klub.“ „Sehr wohl, Ew. Lordschaft.“ Mit sichtlichem Unbehagen erkundigte sich einige Stunden später der Diener bei einem schmächtigen, blassen, jungen Mann, der soeben die berühmte, kleine, graue Pforte verlassen hatte, nach dem Namen. „Hugh Dale,“ antwortete der Fremde. „Dann habe ich diesen Brief Seiner Lordschaft abzugeben.“ „Warten Sie auf Antwort?“ Seine Lordschaft wartet darauf.“ Der Adressat zeigte keine besondere Ueberraschung und las: „Mein Herr. Sie haben erklärt, daß es unmöglich sei, sich gegen Taschendiebstähle zu schützen. Iy gestatte mir, im Interesse des gefährdeten Publikums zu beweisen, daß die Angst vor der Kunst Ihrer unansehnlichen Gilde unberechtigt ist und mache Ihnen folgenden sportlichen Vorschlag: Zu einer von Ihnen festgesetzten Zeit werde ich mit 250 Pfund in Banknoten, die in irgend einer Tasche stecken, eine volle Stunde in der belebtesten Hauptstraße Londons promenieren. Der Betrag soll Ihnen gehören, wenn Sie imstande sind, ihn unbemerkt zu entwenden. Da ich Sie persönlich nicht kenne. sind unsere Chancen gleich und ich übernehme zugleich auch für Sie alle rechtlichen Konsequenzen bei Mißlingen des Versuches Antwort an Ueberbringer dieses. K. L. B.“ Hugh Dale warf einen schrägen Blick auf den Diener. „Ihr Herr ist Lord Bolingbroke?“ „Lord Bolingbroke ist mein Herr.“ „Ich kenne ihn vom Sehen. Wollen Sie ihm bitte mitteilen, daß ich morgen elf Uhr das Vergnügen haben werde, mir in der Regentstreet das Geld zu holen.“ Der Diener verschwand ohne Gruß. Am nächsten Vormittag trug Lord Bolinabroke seine hohe, leicht vorgebeugte Gestalt durch die Menge der Regentstreet. Die Banknoten befanden sich in seiner linken Hosentasche, und er hatte beschlossen, während des ganzen Spazierganges seine Hand, die krampfhaft die Bündel umschlossen hielt, nicht aus der Tasche zu ziehen. Und was Lord Bolingbroke beschlossen hatte, setzte er durch. So konnte man an diesem Vormittag ein Mitglied der Hocharistokratie bemerken, das in tiefster Versunkenheit durch die Straßen wandelte und eine Hand tief in der Hosentasche versenkt hielt, was zu manchen Unannehmlichkeiten führte. Er begegnete Bekannten, die ihn grüßten und die er wiedergrüßen mußte. Eine Dame verwickelte ihn in ein Gepräch. Er mußte sein Taschentuch einmal hervorholen und hatte nur eine Hand frei, die noch durch Handschuhe und Spazierstock behindert war. Dann kam ein Bettler und der gute Lord litt Seelenqualen, ihm nichts geben zu können. Aber die ganze Zeit kam seine Linke nicht aus der Tasche und das Papier raschelte noch immer beruhigend. Endlich war die sechzigste Minute vorüber, und stolz begad sich Se. Lordschaft nach Hause. An der prächtigen Treppe vor seinem Portal blieb er stehen und sah sich um Weit und breit nichts Verdächtiges. „Gewonnen.“ dachte er mit tiefer Befriedigung und zog zum erstenmal die Hand aus der Tasche Und——— Die Banknoten waren verschwunden. An ihrer Stelle hielt er Zeitungspapier in Händen. Auf seinem Schreibtisch lag ein Brief. Nervös riß ihn Lord Bolingbrote auf. Er las: „Ew. Lordschaft verbindlichsten Dank für den Betrag, den ich mir Ihrer linken Hosentasche zu entnehmen gestattet habe. Es war natürlich leicht für mich, diesen Aufbewahrungsort zu erkennen auf Grund der Sorgfalt, mit der Sie sich bemühten, die Hand nicht aus dieser Tasche zu nehmen. Bei der Junction=Kreuzung aber, wo Sie nicht sofort über die Straße gehen konnten und einige Sekunden warten mußten, habe ich mir erlaubt, Sie mit einem Roßhaar hinter dem Ohr zu kitzeln. Worauf Sie sofort mit einer unwillkürlichen Reflegbewegung die Hand aus der linken Tasche nahmen, sie zum Ohr führten, in der halben Höhe aber sich besannen und die Hand in die Tasche zurücksteckten. In diesem Augenblick aber hatte ich schon den mir von Ihnen liebenswürdigerweise angebotenen Betrag. Also nochmals Dank für das Geld und ärgern Sie sich nicht über Ihren ergebenen Hugh Dale.“ Der Zauberkünstler Eine lustige Bergmannsgeschichte aus der gulen, alten Zeit Von Karl Spielhoft Bellachini, der berühmte Zauberkünstler, war mal wieder im Städtchen gewesen und hatte seine Kunst Auch Theodor Susemann hatte die Vorstellungen besucht und seinen Kumpel Franz Spierken etliche Male schon von der„Häxerei“ des Künstlers erzählt. Franz aber erklärte, alles, was der Künstler vollführt habe, gehe auf natürlichem Wege zu und das meiste sei ja doch nur„dumm Tügs“. Darüber regte sich denn Theodor ganz gewaltig auf. Er hätte doch alles mit eigenen Augen gesehen, und was er gesehen, davon ließe er sich nicht abbringen. „Näi, näi, Franz, dat weck die segg'n, so wat heck in mie'n Liäwen noch nit seih'n; ick segge die, do häste hen goah'n mäit'n un dä Saake bekiek'n, dann könnste metküer'n un wörst nit ümmer de tiäg'n!“ „Hol dä Muhle un maak, dat du diene Wagens vull kriegst,“ sagte Franz,„eck hew die ja schonn mehr wie äinmol saggt, dat dä Mann nit häxen kann. Alles Natur, västoahn? Un nu maak dall!!" Theodor schaufelte den Wagen voll und schleppte ihn ab; als er jedoch mit dem leeren wieder vor Ort kam, schlug er das alte Thema nochmals an. und so ging es weiter bei dem dritten und vierten Wagen. Schließlich wurde es Franz doch zu viel, und wutentbrannt schrie er Theodor an: „Pappstöffel du, eck hew die jo schonn saggt, dat dä Kiärl nit hären kann; wän dä häxen kann, kann't eck auck. Wän' de nu diene Muhle nit hälst, fank eck auck an te häxen. Eck binne die do an deän Stämpel faste un häxe die vortens wie loaß. Un nu Schluß domet un hol drop, dat wie uesse Wagens kriegt!“ Aber anstatt nun„draufzuhalten“, wie es Franz wünschte, stellte sich Theodor, dessen Interesse an der„Häxerei“ dadurch, daß Franz gesagt hatte, er könne auch„häxen“, noch mehr geweckt war, breitspurig hin und sagte: „Wat. Franz. du wost häxen könn'n, näi, nät, Franz. dat glöwste doch sewwes nit!“ „Und dat kann eck!“ rief Franz, der doch nun einsah, daß hier ein Exempel vorgenommen werden mußte. Im Stillen jedoch dachte er bei sich:„Warte, dich werde ich auf ewig von der„Häxerei“ kurieren!" Franz nahm nun ein Stück Tau und band Theodor, der mit Freuden darauf einging und dessen Neugierde geweckt war. an einen Stempel fest, dergestallt, daß er ohne fremde Hilfe nicht loskommen konnte. „So.“ sagte Theodor. als Franz die Knebelung beendet,„nu segg— äin,— twei,— dräi—, un loaß sink!“ Franz jedoch sagte nichts, nahm den leeren Wagen und setzte ihn so, daß er neben Theodor zu stehen kam und warf die Kohlen. von denen er auch noch die feinsten aussuchte, mit großer Vehemenz in denselben, so daß Theodor in eine richtige Staubwolke gehüllt war. Theodor fluchte und wetterte, sagte.„dat dat so nit gemeint wa“, aber Franz setzte seelenruhig seine Arbeit fort. Als der Wagen gefüllt, schleppte er ihn ab, holte einen leeren herbei und wieder begann dasselbe Schauspiel. Theodor verlegte sich nun aufs Bitten und versprach, nie wieder vom„Häxen“ zu sprechen. Franz blieb unerbittlich. Nochmals holte er einen leeren Wagen und füllte ihn, und wenn nicht mittlerweile die Schicht zu Ende gewesen, wer weiß. Franz hätte Theodor zur Staubwolke werden lassen. Also band er ihn los und meinte, daß er doch nun hoffentlich vom„Häxen“ kuriert sei. Theodor prustete und schüttelte sich, spuckte ein paarmal kräftig den Staub aus, sah seinen Kumpel groß an und sagte ganz gelassen: „Näi, näi. Franz. dat weck die segg'n, wän dä Bellachini hiär wiäs'n wör, härte mie siäcker loaß härt. Du awwer büst män'n graut'n Proahlsack un Dickdauer un kannst gaa nicks!“ Franz schüttelte mit dem Kopfe, er sah ein, daß hier Hopfen und Malz verloren waren. Internationale Schriftstellertagung Der 1. Konareß der schriftstellerischen Berufsvereinigungen der von der Societe des Gens de Lettres in Paris veranstaltet wird. beginnt am 26. Mai und soll drei Tage dauern. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Schaffung eines internationalen Verbandes und Vereinbarung seiner Satzung: das Urheberrecht in den verschiedenen Ländern; Rechtsverhältnisse der Schriftsteller in den einzelnen Ländern: die Uebersetzungsfrage Sonntag, den 19. April Jahegang 1931 Nus Buar Vom Buerschen Schützenwesen Am 5. Juli Vergleichsschießen (“) Der Vorstand und das Offizierskorps des Schützenvereins Buer 1826 hielten am Freitagabend im Stadtkafsee eine Versammlung an. Oberst Neukirchen gab seiner Freude Ausdruck über die rege Tätigkeit innerhalb der Kompagnien. Er sand dann herzliche Worte des Gedenkens für den so jäh verschiedenen Schützenbruder Dr. Schmüdderich, zu dessen Ehren sich die Versammelten von ihren Sitzen erhoben. Oberleutnant Mittag gab Bericht über Neueinnahmen und Bestand der Schießstandbaukasse. Neu eingezahlt wurden von der 1. Kompagnie: 35,50 Mk., von der 3. 17 Mk., von der 4. 9 Mk., von der 11. 17 Mt., und von Hauptmann Blom 28 Mk. Der Kassenbestand hat sich somit auf 358,58 Mk. erhöht. Hierzu haben bisher beigesteuert: das 1. Bataillon 242 Mk., das 2. Bataillon 7 Mark, das 3. Bataillon 58 Mark. Hauptmann Blom 28 Mt. Die restlichen 10 Mark stammen aus einer Stiftung. Weiter wurde die Teilnahme an dem Westfälischen Bundesschießen vom 13. bis 19. Mai in Recklinghausen besprochen. Da Mannschaftskämpfe nicht stattfinden, bleibt die Beteiligung am Schießen den einzelnen Schützen überlassen. An dem am 17. Mai in Recklinghausen stattfindenden Festakt wird as Regiment geschlossen teilnehmen. Oberst Neukirchen forderte die Kompagnien auf. in möglichst starker Zahl zu erscheinen. Um dies allen Schützen zu ermöglichen, wurde für jeden Schützen ein Zuschuß von 1.— Mark bewilligt. Den Kompagnien empfahl der Oberst diesen Zuschuß aus ihren Kassen möglichst zu verdoppeln. Hierauf erstattete Hauptmann Klee den Bericht der Schießkommission über die Besprechungen für das bevorstehende Regimentsvergleichsschießen um den Wanderpreis, und unterbreitete der Versammlung hierfür die Vorschläge. Der erste Vorschlag, die Kampfmannschaften der Kompagnien auf zehn zu verringern, die Zahl der Schüsse aber auf fünf, darunter zwei freihändig, zu erhöhen, wurde angenommen. Der zweite Vorschlag, das Schießen bei Erlemann abzuhalten, führte zu einer sehr hitzigen Debatte. Während Hauptmann Klee für den Erlemann=Stand sprach, führte Hauptmann Hußmann aus: Es sei nicht zu verstehen, daß die Schießkommission jetzt, wo die Mängel auf dem Büchelschen in jeder Hinsicht modernsten Schießstand ausgeschaltet wären, diesen Stand nicht nur völlig außer Acht gelassen habe, sondern sich sogar noch gegen ein Schießen auf demselben ausspräche. Er stellte dann den Antrag, daß Schießen der dargelegten triftigen Gründe wegen bei Büchel abzuhallen. Nach weiterer Aussprache wurde beschlossen, das Regimentsvergleichsschießen am 5. Juli bei Erlemann abzuhalten. Daß es Frühling jetzt geworden, Leuchtet ohne Zweifel ein, Weht ein Lüftchen auch aus Norden, Dröppeli auch das Näslein des“. Geht man wochenendlich wandern, Muß man von der Straße fliehn Vor den vielen. vielen andern, Die da wandern mit Benzin. Und es kann durchaus nichts nützen, Daß man sich die Haare rauft. Ob der Autos, die da flitzen Und auf„Stottern“ sind gekauft. Springst du schleunigst in den Graben Vor dem Staub und Nattata, Zluch nicht auf des Tösftöffs Knaben, Und auf seine Sozia. Denke, ach, die beiden lieben Sich, vielleicht auch die Natur, Darum, sie wie rasend stieben Durch die weite Frühlingsflur. Ja, der Frühling füllt mit Liebe Alle Herzen, alt und jung: Hagelt es auch manchmal Hiebe, Ist das die Bestätigung. Briand lieb: den Curtiussen Musolinen noch viel mehr: Und der Pole spricht zum Russen: Dobsche, Panse, lieb dich sehr Und der Spanier liebt ohn Zweisel Seinen König Alsons, oh Jagt ihn kurzerhand zum Teufel. Denn er fühlt sich frühlingsfroh Ha. des Völkerfrühlings Bäume Blühen, es ist eine Pracht, Aber, ach. die Blütenträume Sterben oft in einer Nacht. Dennoch in der Frühling Sieger Andersme, das in gewiß, 200 neue Gesellen in Buer Gebanhen zur Oster-Gesellenprütung im Buerschen Handwerk Berutsschule und Handwerk (“) Wie in jedem Jahre, so fanden auch diesmal wieder unter dem Vorsitz der einzelnen Prüfungskommissionen und unter Mitwirkung der Berufsschullehrerschaft an der Buerschen Berufsschule die OsterGesellen=Prüsungen statt. Die Gesellenprüfung bestanden: Maurer und 31, Schreiner 11, Klempner 6, Elektriker 15. Mechaniker 2, Maler 17, Bäcker und Konditoren 25. Fleischer 7, Schneider 5, Schuhmacher 1, Damenschneider 6. Putzmacher 7, Friseure 14, Buchbinder 5. Pflasterer 8. Schmiede 2, Jechen=Schreiner 2, Zechen=Schlosser 10, Zechen=Elektriker 8. Insgesamt 193. Die Leistungen waren sowohl in den praktischen Arbeiten als auch in den theoretischen Fächern im allgemeinen recht gut. Das muß deshalb hervorgehoben werden, weil die Prüfungsarbeiten in fast allen handwerklichen Fachgruppen von Jahr zu Jahr schwerer geworden sind. Andererseits hat bei der Notlage des heutigen Handwerks eine große Anzahl der jungen Gesellen während der Lehrzeit infolge Arheitsmangels hin und wieder aussetzen müssen. Dennoch haben die Prüfungen bewiesen, daß der Handwerkernachwuche zu den besten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Pesonders erfreulich war die Feststellung, daß Handwerkerschaft und Berufsschullehrerschaft in vorbildlicher Zusammenarbeit an der Ausrüstung und Ausbildung der Lehrlinge während der Lehrjahre gemeinsam gewirkt haben. Wenn auch nicht zu leugnen ist, daß die Berufsschule als verhältnismäßig neue und junge Schulart— als Schulart ohne Tradition— hin und wieder auf Schwierigleiten stößt, sich manche schiefe Beurteilung gefallen lassen muß und manchesmal um ihre Berechtigung zu kämpfen hat, so hat die Praxis doch längst bewiesen, wie sehr notwendig die ergänzende schulische Arbeit in den staatsbürgerkundlichen, rechnerischen, fachkundlichen und praktischen Fächern ist.—„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“— das Wort gilt auch hier. Will das Handwerk seine Stellung wahren und behalten, so muß vor allem die Ausbildung des Nachwuchses seine größte Sorge sein. Und damit ist es dem Handwerk ernst; das beweist das Verhalten des weitaus größten Teiles der Meisterschaft. Sie hat erkannt, daß neue Zeiten auch niue Formen der Ausbildung bedingen. Man kann das Rad der Zeit nicht rückwärts drehen wollen. So unersetzbar alle Zeit die Meisterlehre als Fundament jeder Lehrlingsausbildung dasteht und stehen wird, so kategorisch wird aber auch die ergänzende Berufsschularbeit gefordert werden müssen: denn überall setzt sie da ein, erklärt, ergänzt und vertieft, wo die Meisterlehre Lücken läßt. Der künftige selbständige Meister braucht mehr als nur das, was den Schneider zum Schneider, den Schuhmacher zum Schuhmacher. den Maler zum Maler und den Bäcker zum Bäcker macht Selbstverständlich sind die spezifisch handwerklichen Kenntnisse und Fertigkeiten in erster Linie notwendig. Aber ist nicht jeder Handwerksmeister gleichzeitig auch Kaufmann? Erfordern seine Arbeiten infolge der Konturrenz nicht genaueste und schäriste Kalkulation? Muß er nicht bei den vielen Neuarten, der oft schwierigen und zeitraubenden Arbeit des Ausfüllens der Steuererklärungen, Formulare usw. im Verkehr mit Kommunen und Behörden sein eigener Sekretär sein? Ueberdies: ist er nicht auch Staatsbürger, Partei= und Standesgenosse? Wo aber wird dem jungen Handwerker diese Belehrung gegeben? Wo übt er sich praktisch in all diesen vielen und wichtigen Wissensgebieten? Wo ist die Schulart in Deutschland, die gerade der geschäfts= und staatsbürgerkundlichen Aufklärung so viele und ausdrückliche Sorgfalt widmet? Ist es nicht gerade die Berufsschule, die jährlich Millionen junger deutscher Staatsbürger Wissen und Gebrauch dieset Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt? In Buer liegen in dieser Beziehung die Verhältnisse Gott sei dank klar und offen vor jedermanns Augen. Die Stellung der Berufsschule zum Handwerk und umgekehrt ist klar umrissen. Die Zusammenarbeit ist gut, und wo sich einmal Reibungsflächen boten, war man stets beiderseitig vernünftig genug, in sachlicher Weise etwaige Unebenheiten zu glätten. So ist es möglich gewesen, auch in diesem Jahre wiederum rund 200 jungen Gesellen den Lehrbrief auszustellen. Wir wünschen allen diesen jungen Handwerkergesellen zu ihrem Erfolg nochmals das Beste und Glück auf den Weg. „Kasernenzauber“ Das Programm des Kb-Theaters Buer (“) Die unvergeßlichen„Drei Tage Mittelarrest" haben es den Filmmachern angetan. Es ist so etwas wie eine kleine Sintflut von Militärfilm heraufbeschworen worden. Kassenmagneten sind dabei entweder Bressart oder Schulz. Es ist dabei ganz gleich, wenn man sich als geeigneter vorstellt, denn das liebe Publikum schätzt beide gleich hoch und lacht über den einen nicht weniger ergiebig als über den anderen. Der„Kasernenzauber“ ist einer von den Filmen, die von Kopf bis Fuß auf Fritz Schulz eingestellt sind. Das heißt nun nicht etwa, daß man nur Schulz, und immer nur Schulz vorgesetzt bekommt; im Gegenteil, es spielen neben Schulz oder besser mit Schulz eine Musterauslese bester Schauspieler, die alle originelle Typen auf die Beine stellen. Und wenn man dazu noch ein so pricksauberes Mädel mitwirken läßt, wie die Lucie Englisch, dann ist bestimmt alles in Butter und bei bester Laune. Das Publikum freut sich, freut sich vom ersten bis zum letzten Bild. Mehr kann man von einem richtigen Militärtonfilm nicht verlangen. Dazu bringt das KV=Theater einen flotten amerikanischen Spielfilm, der sich„Kopf hoch. Baby!“ betitelt und sehr unterhaltsam ist. Es gibt in diesem Film kaum eine Szene, die langweilig wirkt. Die Bilder sind von seltener Klarheit und machen jedem Auge Freude Auch die Bühne kommt diesesmal im KVTheater wieder zu ihrem Redt. Ein Kleeblatt däftiger Soldatentypen spielt einen Sketsch, der zwar etwas sehr weit vom denkbar Möglichen entfernt ist, aber eine gute Portion Situationskomik besitzt. Auch hierbei ist die Wirkung die Hauptsache: man lacht reichlich und herzlich. Zum Ueberfluß der Darbietungen fügt sich noch ein prachtvoller Kurztonfilm, der eines der kuriosen Abenteuer des Katers Murr zum Gegenstand hat. (*) Dienst der Buerschen Apotheken. Den Sonntags= und Nachtdienst an den Buerschen Apotheken übernimmt für diese Woche die Stadt=Apotheke, Hoch= und Beisenstraße=Ecke in Buer. (*) Anti=Gottlosenkundgebung in BuerMitte. Auf die Betriebsamkeit der sog. Gottlosenbewegung will der Vortrag eines der besten Kenner dieser Verhältnisse, von Pfarrer Kienecker aus Hamm hinweisen, der am heutigen Sonntagabend 8 Uhr in der evangelischen Kirche Buer=Mitte mit Lichtbildern stattfindet. Pfarrer Kienecker der von 1906 bis 1908 Pastor in BuerMitte war, ist vielen Gemeindemitgliedern kein Unbekannter. Die moderne Farbenphotographie Interessanter Vortrag in der Pholographischen Gesellschaft öuer Ein neuer Vortragsabend der jungen Phetographischen Gesellschaft in Buer. der am Donnerstag im Gelben Saal des Goldberghauses stattfand, beschäftigte sich mit dem Problem der modernen Farbenphotographie. Das starke Interesse, das auch der photographierende Amateur diesem Zweig der Lichtbildkunst entgegenbringt. wurde durch einen sehr zahlreichen Besuch des Abends durch Mitglieder und Freunde der Gesellschaft augenfällig belegt. Der Vortragende des Abends. Studienrat Bernd Schmitz, leitete seinen Vortrag mit Ausführungen über Wesen und Wirkung des Lichtes und der Farben, wobei ihn sehr instruktive Lichtbilder unterstützten, ein. Praktisch gelöst sei das Problem der Farbenphotographie durch den Dreifarbendruck einerseits und das Farbrasterverfahren andererseits. Das erste Verfahren sei nicht nur umständlich, sondern auch kostspielig und lohne sich nur für große Reproduktionsanstalten. Hingegen eigne sich das Farbrasterverfahren für den Fach= und Liebhaberphotographen. Der hervorstechendste Mangol des Verjahrens sei der Umstand, daß sich die Aufnahme nur in einem Exemplar herstellen lasse; ein Abzug könne also nicht gemacht werden. Ferner seien die Aufnahmen nur in der Durchsicht zu betrachten. Das Arbeitsverfahren wurde durch den Vortragenden zunächst an Hand von schematischen Zeichnungen theoretisch erlä tert, wobei sich ergab, daß die Vorbearbeitung von Farbplatten sich einjacher gestaltet als bei den gewöhnlichen Platten. Der Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptungen wurde in der Praxis dadurch geführt, daß zu Beginn des Vortrages eine Farbenaufnahme von einem Gemälde gemacht wurde, die schon nach 20 Minuten fertig und vorführungsbereit war. Während man früher die französischen Autochromplatten benutzte, beherrschen heute die bedeutend besseren Agfa=Farbenplatten das Feld. An die theoretischen Ausführungen schloß sich die Vorführung von fünfzig ausgewählten Farbenphotographien, die manchen Ausbruch von Staunen und Bewunderung veranlaßte. Landschaften wechselten mit Porträts und Stilleben. Die Mitglieder der Gesellschaf waren hier mit eigenen Aufnahmen vertreten. Nus Gossoninchen (—) Verband Deutscher Frauenkultur. Am Dienstag, nachmittags 4 Uhr, findet im Hotel zur Post in Gelsenkirchen, die Generalversammlung der Ortsgruppe Gelsenkirchen des Verbandes Deutscher Frauenkultur statt. Tagesordnung: Jahresbericht, Kassenbericht und Wahl des Vorstandes. Anschließend wird Herr Otto Ringling aus Pisau(Thüringen) die Technik des Glasblasens vorführen. (—) Eängergau Gelsenkirchen. Am Montag, abends 8 Uhr, findet im Soale Simon, Alter Markt, eine Vertretersitzung der Gauvereine Gelsenkirchen statt. Die Tagesordnung ist umfangreich und macht das Erscheinen aller Vereinsvertreter notwendig. In der Versammlung kann die Regelung der rückständigen Beiträge erfolgen. In der Hauptsache werden in der Versammlung Beratungen über den Deutschen Liedertag gepflogen, außerdem Berichte über Vertreterversammlungen und Tagungen erstattet und Ergänzungswahlen zum Vorstand vorgenommen. O Lienst der Horster Apotheken. Am morgigen Sonntag ist die Stern=Apotheke in Horst geöffnet. O Horster Familiennachrichten Am Samstag feierten die Eheleute Wilhelm Kasper, Schüttlakenstraße, das Fest der silbernen Hochzeit. Heute seiern die Eheleute Josef Wingendorf, Fischerstraße, das Fest der silbernen Hochzeit. Verantwortlich für Politik. Provinz und Vermischtes Willi Witt: für Lokales, Sport und Feuilleton: Paul Klose. für Theater. Konzerte und bildende Kunst: Dr. Depenheuer: für den Anzeigenteil: Rudolf Heintz, sämtlich in Gelsenkirchen=Buer. Berliner Schriftleitung: Karl Fischer. Berlin. Wilhelmstraße. Meine Nachbarin, Frau Zieger. Trägt ein Hütchen aus Paris. Trägt ein Frühlingskleid, entzückend, Von dem großen Poiret, Ihr Parfüm erst, ganz berückend, Liefert Coty, ach herrieh! Selbst der Lippen Frühlingsröte Ist von Coty importiert Quatsch sind unsere deutschen Nöte, Die man immerzu zitiert. Unsere Modegecken kleiden Sich nur englisch, das steht gut! Deutsche Stoffe sie vermeiden, Und aus Mailand stammt der Hut. Und man fährt vor allen Dingen Nach dem Ausland auch ins Bad, Nach dem Lido, Scheveningen. Weil man das bei uns nicht hat. Und die deutschen Gelder fli ßen Auch ins Ausland auf die Bank... Deutscher Frühling, laß dich grüßen. Doch mir scheint, du bist was krank. Selbst bei uns in Gelsenkerken Scheinst du nicht mehr aufzublühn; Nur in Buer kann man dich merken, Wirst recht bunt und wieder grün. Lieben Freunde! Aber das sind nur Blumen, Blatter und Graser, die uns in Buer rein äußerlich den Frühling bringen. Mit dem eigentlichen deutschen Frühling, auf den wir immer gehofft haben, und den uns Jan und Jedermann seit Jahren versprochen hat, sieht es immer noch mies aus, mieser noch, als mit dem Völlerfrühling. den Herr Briand importieren will. Vor läufig importieren seine Landsleute, vor allem der Herr Coty, der die Deutschen so kräftig in seinen Zeitungen heruntermacht, Leckerrückskes( auf gut deutsch Parfüms) nach Deutschland. Für„nur“ 11 Millionen Mark Lippenstifte haben unsere Damen im Vorjahre aus dem Auslande bezogen. Dazu kommen die Kleider. Hüte und die sonstigen Artikel, die unbedingt von drüben, serseits der Grenze, sein müssen. Die Paquarts. Fondo. Peugeots und andere ausländische Autotypen, die einem jetzt ef den Frühlingsgängen den Staud in die Rasen schlendern, als freundlice Zeugen dafür daß der Deutsche noch Geld in Hülle und Fülle haben muß, und daß die Leute, die immer mahnen, kauft deutsche Ware, es selbst nicht tun. Wie jüngst noch bei der Versammlung einer Wirtschaftsgruppe, die irgendwo in der Pfalz tagte. Da mahnte der Hauptredner auch dringend, nur deutsche Ware zu kaufen. Ein Teilnehmer aber schlich sich aus der Sitzung in die Garderobe, sah die Hüte nach und stellte fest, daß nur zwei deutschen Fabrikates waren, alle anderen, auch der des Redners, stammten von ausländischen Fabriken. Wir haben in der Fillkuhle die Frage aufgeworsen, wie es wäre, wenn die vielen 100 Millionen, die jährlich für unnütze Artikel, einschließlich Autos. ins Ausland wandern, in Deutschland bleiben würden, und sind zu der Ueberzeugung gekommen, daß dann manchem deutschen Arbeitslosen geholfen werden könnte. Gottlieb Bohnenrott meinte pessimistisch dazu:„Eher wird mein Drücksken Schönheitskön gin von Europa, als daß wir es sertig kriegen, daß die Deutschen nur deutsche Waren kaufen.“ Es geht in diesen Dingen wie mit der Sparsamkeit, die auch immer gepredigt wird, besonders auch in Gelsenduer. Trotz= dem will man noch ein Kinderkrankenhaus für 300 000 Mark bauen. obwohl man eine solche Anstalt einrichten kann, ohne einen Pfennig aus dem ohnehin leeren Stadtsäckel zu geben oder irgend welche Bürgschaft übernehmen zu müssen. Na ja, wenn jetzt die verschwundene Löchtermillion wieder an die„Löchte" kommt, dann kann man das Kinderkrankenhaus schon bauen und vielleicht sogar noch Schloß Berge anstreichen. Vielleicht aber pumpt uns die Regierung auch die notwendigen Moneten dazu. Es ist nämlich ein Iertum, zu behaupten, die Regierung habe kein Geld. Sie hat Platen stief. Ein Beipiel dafür: Der neue Oberbürgermeister von Solingen sollte nach Beschluß der Stadtv=rordneten 16.000 Mark Gehalt, freie Wohnung, einschließlich Licht und Brand. und 2000 Mark Aufwandsentschädigung bezichen. Der Regierung genügte das nicht, sie verfügte, 18000 Mark Gehalt und 3000 Mark Aufwandsentschädigung. Was ich sehr verrünftig finde. wo wir doch nachgewiesenermaßen ver vollen Kassen stehen. Ee muß und dingt ein Fertum von den Gemeinden sein, zu sagen, wir haben kein Geld. und wenn sich die Marler Fleigen beispielsweise auch auf den Standpunkt stellen, ihre Mittelschule abzubauen, so hat die Regierung ganz recht, wenn sie dagegen Einwendungen erhebt und sagt, die Mittelschule bleibt. Wozu ist denn die freie Selbstverwaltung der Kommunen da. wenn sie nicht tun will, was irgend eine Regierungsstelle, ein Herr Schulrat sagt. Karlchen Brummflieg ist über diese Regierungsverfügung wild wie der schlimmste Marler Brummer auf der Fleigenkärmis. Es ist gut, daß die Notverordnungen in Kraft sind und er seine Zunge zähmen muß, er würde sonst schier zahneisenhaft losfahren und schließlich noch wegen Verstoßes gegen die Notverordnung brummen müssen. Jetzt meint er nur, das Mittelschulthema in Marl wäre schon mehr Theater und die Marler Steuerzahler wären die berappenden Zuschauer, die nicht wüßten, ob sie ein Trauer=, Lustspiel oder eine Operette serviert bekämen. Nur eines wäre ihnen klar, dreifache Bürgersteuergesichter bekämen sie bestimmt. Iy habe Karlchen den Vorschlag gemacht, in Marl oder Hüls anstatt der einen oder anderen Schule ein Institut zur Ersorschung der behördlichen Psyche und ihrer Theorien zu errichten. Ein solches Institut würde, meiner Ansicht nach, auf die Dauer einen großen Anklang finden. Besonders, wenn diees Institut noch mit einer Nebenanstalt verbunden würde, die auf Grund des Studiums an der Hauptanstalt die Frage zu lösen hätte: Wie kommen wir wieder zu dem langersehnten deutschen Frühling? Demjenigen aber, dem es gelingt, diese Frage zu lösen, soll auf dem Paschenbere in Herten das v.st.sche Ehrendenkmal errichtet werden, das die Hertener ihren Gefallenen nicht errichten können, weil die Pacht des Geländes jährlich 500 Mark kostet. Leider hatten sie nicht mehr als 300 Mark in der Kasse, darum bleibt der Paschenberg auch künftig der kahle Höhenrücken mit den paar Bäumen, vorausgesetzt, daß nicht die Regierung kommt und sagt: Ihr Hertener habt Geld genug. deEhenmal mit dem Ehrenhain wird angelegt. punktum. Bei der Regierung wird kein Ding unmöglich, sobald en sich um di= S=itstverwaltung der Gemetrden dandelt. Schließlich können die Hertener Söse auch die dreifache Bürgersteuer bezahlen. wie ihre Nachbarn, die Marler Fleigen. Das Konzert, das dann aber folgt, will ich lieber nicht hören. Jedenfalls ist es nicht so frühlingsmäßig wie das des Starmatzen, der sich über der Fillkuhle sein Nest gebaut hat und mir gerade einen Frühlingsgruß spendet. Wodurch ich auf den Eedanken gekommen bin, daß der deutsche Frühling uns doch noch mal wiederfindet, zumal uns Gelsenbuersche, die wir in Ahnung der kommenden Dinge uns gerade das neue Frühlingswappen zulegen wollten, das aber auch von der Regierung abgelehnt wurde. Gottlieb Bohnenpott behauptet, die Ablehnung sei nur deshalb erfolgt, weil in der Linde der Buersche Kuckuck und der Gelsendorfer Pleitegeier fehle, was mich derart in Rage gebracht hat, daß ich fast mit Gottlieb zum Schiedsmann gegangen wäre. In Anbetracht der Tatsache aber, daß wir beide nur noch 50 Pfg. hatten und unser Redaktör die Vorschußpistole verloren hat, haben wir uns eines Besseren besonnen und baben, dem allgemeinen Volksbegehren huldigend, die Getränkesteuer unterstützt. Die Folge ist, daß wir heute in der Fillkuhle recht trocken sitzen, obwohl es draußen just regnet.(Herr Redaktör. pumv den beiden doch'n Dahler. Nätzken vom Setzersaal.) Womit ich verbleibe Euer Ignatz aus der Fillkuhle. * Pe. Es. Sollte jemand zufällig sein Geld im Ausland anlegen wollen, so kann er es auch zu der von uns gegründeten „Frühlingsbank“. einer Filiale der Fillkuhle, bringen, sie zahlt den deppelzen Prozentsatz der Auslandsbanken. Der Obigte. Immer weiße Zähne medr. dn wir schom öngere Jelidas Blurchem Aerniccher en i Wbhiche K In. TPaig. wam beitet gerud. Nummer 100 Sonntag, den 19. April Jahrgang Um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft Fortsetzung der Endkämpfe Die Spiele um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft werden mit drei Paarun= gen fortgesetzt, die aber alle auf rheinischen Pätzen stattfinden und für uns deshalb kaum Wert haben. Es spielen in Düsseldorf: Fortuna— BfB Bielefeld; in Köln: Alemannia Aachen— SpV Meiderich und in Neuß: Schwarz=Weiß Barmen— SpV Rheydt. Unsere Voraussagen Fortuna Düss.ldorf—. BfB Bielefled 3:2 Alem. Aachen— Meidericher SpV 2:1 Schwarz=Weiß Barmen— Rheydter Spielverein 5:3 * : Spiele des F. C. Schalle### Die 1. Mannschaft ist vom Sportverein Germania Elberseld eingeladen worden und tragt dort ein Gesellschaftsspiel aus. Abfahrt per Autobus um 12 Uhr vom Vereinslokal. Die neuaufgestellte Reservemannschaft tritt zum ersten Male in der Aufstellung an. G.gner ist die 1. Mannschaft des BV. Fortuna Wanne. Das Spiel findet um 15,30 Uhr auf der Kampfbahn Glück=Auf statt. Die Lehrmannschaft macht das Vorspiel, sie hat die 2. Mannschaft von Fortuna Wanne zum Gegner. Anfang dieses Spieles um 14 Uhr. Jugendakteilung: Die 1. Jugend muß im Meisterschaftsspiel gegen Wattenscheid 09 in Horst spielen. Abfahrt nach Horst um 9,30 Uhr im Auto vom Vereinslokal. Die 15 Jugend spielt um 10 Uhr auf der Kampfbahn Glück=Auf gegen BfB Henrichshütte aus Haitingen. Aussicht Bill. Die 1. Schülermannschaft spielt gegen den Erler Spielverein in Erle. Anstoß 16.30 Uhr. Begleiter Vogel. Am Montag spielt die 1. Jugend gegen Heßlei 06. Anstoß 17,30 Uhr. Die 2. Jugend spielt ebenfalls gegen Hehler 06. Anstoß 16,30 Uhr. Treffen um 16 Uhr an der Kampfbahn. Handballabteilung: Die Handballer haben abermals einen DT=Verein zu Gast und, zwar den Turnerbund Beckhausen. Dieser Verein verfügt über eine beachtliche Spielstärke. Gelang es ihm doch, noch vor kurzem den Sp. u. Sp. Verein 05 Bechbausen mit 3:1 zu schlagen und 05 ist im WV Gruppnemeister. Das Spiel findet auf der Kampfbahn Glück=Auf statt. Anwurf 17 Uhr. Nach diesem Spiel treifen die 2. Handballmannschaften auseinander. Die 1. Jugendmannschaft spillt gegen Beckhausen 05 in Bechausen. Anwurf 2.45 Uhr. Erle 08— Herten 12 Der vorjährige Westfalenmeister Herten 12 gibt morgen auf dem Platz am Forsthaus ein Gastspiel. Anstoß 4 Uhr.— Die Lehrmannschaft spielt in Buer gegen die Lehrmannschaft von Buer 07.— Die 1. Jgd. spielt im Ausscheidungsspiel gegen die 1. Jgd. von Horst auf d.m Unionplatz in Gelsenkirchen.— Die 2. Igd. trägt ein Ausscheidungsspiel gegen Günnigfelde 2. Igd. auf dem Platz Schalle 96 aus.— Die Handballjugend spielt in Erle gegen Wattenscheid 19. Anwurf 3 Uhr.— Die Alten Herren spielen in Rotthausen gegen Spielverein Rotthausen. Treffpunkt 12 Uhr.— Am 19. Juli unternehmen Igendliche und Schüler eine Fahrt nah Blankenstein. Teilnehmer müssen sich bie späte stens zum 24. April in der Geschäftsstelle melden Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Die Fahrt ist kostenlos. Spielvereinigung Westsalia Buer Sonntag wird die 1. Mannschaft von Bottrop 1911 empfangen. Das Spiel sindet auf dem Sportplatz an der Breddestraße statt. Anstoß 4 Uhr.— Die 2. Mannschaft hat auch Boltrop 1911 als Gegner. Spielbeginn um 1,30 Uhr auf eigenem Platz.— Jugendbetrieb: Die 1. Jgd. fährt nach BfB Gelsenkirchen, um das Rücks piel auszutragen. Anstoß dort 10,30 Uhr. Die 2. Igd. spielt auf eigenem Platz. Anstoß 3 Uhr. Buer 07— Nasensport 08 Buer 07 empfängt, am Sonntag den Spitzenführer der Gruppe Gelsenkirhen zum Freundschaftsspiel. Rasensport 08 hat es durch seinen schußfreudigen Sturm verstanden, sich den Aufstieg zur 1. Klasse zu erkämpfen. Anstoß 4 Uhr auf der Löchterheide.— Das Vorspiel bestreiten die Lehrmannschaften von Buer 07 und Erle 08 im Meisterschaftsspiel. Anstoß 2,15 Uhr auf der Löchterheide.— Die Jugendmannschaften spielen wie folgt: Buer 07 1. Jgd.— Spiel und Sport Recklinghausen Anstoß 11 Uhr auf der Löchterheide. Buer 07 2. Jgd.— Resse 08 2. Jgd. in Resse, Anstoß 10 Uhr, Trefspunkt 8,40 Uhr am Rathaus. FC Buer=Hassel— SB Wanne 1911 Für Sonntag hat der Sportklub den Sportverein Wanne 1911 verpflichtet. Da Wanne eine führende Stelle in seinem Bezirk einnimmt, ist mit einem spannenden spielen die Lehrmannschaften beider Vereine. 1 Uhr spielt die 2. Mannschaft gegen Resse 08 Die Vorstandsmitglieder werden gebeten, zu der Sitzung um 230 Uhr zu erscheinen. Am Samstag 4 Uhr spielen die Schüler in Scholven gegen Hansa. SpB Hansa Buer Scolven Die 1. und 2. Mannschaft der Hansea ten fahren zum fälligen Nückspiel nach Wattenscheid 19. Abfahrt per Auto um 12,30 Uhr vom Vereinsheim J. Lux.— Die 1. Jgd. empfängt auf eigenem Platz die 1. Igd. von Schwarz Gelb Gladbeck. Anstoß 10,30 Uhr. Spielverein Viktoria Westerholt Als Gast weilt am Sonntag Sportklub Bottrop mit drei Mannschaften in Westerhoat. Um 1 Uhr spielen beide 2. Mannschaften. Im Hauptspiel treten um 2.30 Uhr die Alten Herren beider Vereine an. Um 4 Uhr hat dann die 1. Elf Geleg.nheit, ihre letzte Niederlage wieder gut zu machen. Die 1. Jugend von Viktoria hat heute die spielstarke 1. Jugend von Hervest=Dorsten zu Gast. Anstoß 10,30 Uhr. Treffpunkt 9,30 Uhr lei Kampmann. Zirmensport S. C.„Tabn 29“ 1.(Th. Althoss-Buer) — Rasensport 98 e. B. 1. Gelsenkirchen Zum fälligen Rückspiel stehen sich am Sonntagvormittag 10 Uhr auf dem Platz der D3K. Westerholter Straße, die Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Im ersten Treisen, das in Gelsenkirchen stattfand, langte es bei Tabn nur zu einem Unentschieden. Wenn Tabu nicht mehr zeigt wie an den letzten Sonntagen, dann dürfte aus der Revanche nichts werden, denn die Gäste sind eine sehr starke Kampfmannschaft. Vorher, Anstoß 8.30 Uhr, spielen die 2. Mannscaften der gleichen Vereine. Arbelterspor: Freie Spielvereinigung Buer=Scholven gegen Nasensport 23 Dorsten Die Spielvereinigung Buer=Scholven trägt mit zwei Mannschaften gegen Rasensport Dorsten auf dem Platz in Scholven an der Feldhauser Straße. Meisterschaftsspiele aus. Scholven konnte in letzter Zeit seine 1. Mannschaft durch Neueinstellungen sehr verstärken. Das zeigten auch die hohen Siege gegen spielstarke Mannschaften aus anderen Spielbezirkne. Anstoß der 2. Mannschaft 14,30 Uhr. Anstoß der 1. Mannschaft 16 Uhr. Um die Meisterschaft der 938. Entscheidungsspiel in Gelsenkirchen Morgen nachmittag um 4 Uhr steigt auf dem DIK=Sportplatz an der Wanner Straße das Entscheidungsspiel um die Westsälische Kreismeisterschaft. Im Endspiel stehen sich die Fußballmannschaften der DIK Falke Gelsenkirchen und DIK Boelerheide gegenüber. Das Spiel dürfte auch im Gelsenkirchener Fußballager ein besonderes Interesse finden, da Falke Gelsenkirchen den Meistertitel verteidigen muß. Turk und Toto S Neubau auf der horster Rennbahn Eine Tribüne für den 3. Platz Der Essen=Horster Rennverein hatte schon bei Eröffnung der Salson in Horst dem 3. Platz besser als bisher gesorgt. Eine für die Unterbringung der Besucher auf kleine Holztribüne gab den Besuchern des 3. Platzes die Möglichkeit, eine bessere Uebersicht über den Verlauf der Rennen zu gewinnen und bot auch bei regnerischer Witterung Schutz Wie wir erfahren, soll diese Tribüne bis zum nächsten Renntag noch wesentlich ausgebaut werden, damit alle Besucher des 3. Platzes darauf Platz finden können. Die Abwanderung nach dem billigsten Platz ist immer mehr festzustellen, und deshalb kann man die Absicht des Vereins, auch für diese Besucher eine ausreichende Sichtmöglichkeit zu schaffen, nur billigen. Es wäre zu wünschen, daß gleichzeitig damit auch der Wunsch vieler Wetter auf Einführung des 2,50 Mark=Totos verwirklicht würde. Kegelsport Reglerverband Gelsenkirchen u. Umggd. Der Verbands=Sportausschuß hat für Sonntag, an welchem Tage der Gelsenkirchener Verband den Bezirkswanderpreis sowie die Bezirksmeisterschaft des 3. Bezirkes im Westdeutschen Gau zu verteidigen hat, folgende Mannschaften aufgestellt: Verkandsmannschaft: Karl Gernhardt, Karl Belter, Willy Löbler, Josef Rölver, O.to Schwarz, Willy Aufleger. Willy Höing, Karl Hüttermann, Philipp Blatt, Thomas Becker. VerbandsKlubmannschaft: KC.„Sie wackeln“ mit Philipp Blatt, Karl Belter, Karl Gernhardt, Karl Lenz, Albert Weidenbörner. Ersatz: Fritz Hildebrand. Verbandsmeister im Abräumen: Johann Fuchs. Hoffentlich gelingt es in diesem Jahre, die Bezirksmeisterschaft zu drittenmal zu erringen und auch den Bezirkswanderpreis endgültig zu bekommen. Der Kampf ist in diesem Jahre sehr schwer, sind doch die älteren Vertände, wie Essen, Duisburg, Langenberg u. a. m. immer schon bemüht gewesen, unserem jungen Verbande die Führung streitig zu machen. Die Gelsenkirchener Verbandsmannschaft muß Bestes hergeben, um zu siegen! In der Mannschaft befinden sich einige Neulinge, welche in diesem Kampfe ihre Feuertaufe erhalten. Auch von dem Verbandsklubmeister„Sie wackeln" erwartei die Gelsenkirchener Sportgemeinde, daß sie den Kampf siegreich beendet. Die Mannschaft besteht durchweg aus alten Kämpen, welche gewiß ihren Mann stellen werden. Der Abräummeister Fuchs wird seine ganze Kraft einsetzen müssen, wenn er in dem Wettstreit der Kanonen einen guten Platz, der ihn für die Gaukämpfe in Hagen teilnahmeberechtigt macht, erringen will. Die Mannschaften treffen sich Sonntag. den 19. April, 13.45 Uhr, an der Städt. Badeanstalt. Abfahrt mit der Straßenbahnlinie 7 um 14,08 Uhr, ab Hartmannstraße um 14.13 Uhr, ab Abzwei Katernberg um 14.28 Uhr. Die Mannschaften starten pflichtgemäß im Sportdreß. Im nassen Element Schwimmverein Buer 24 Am Sonntag nimmt der Schwimmverein Buer 24 mit seiner Sportmannschaft an einem Wasserballturnier in der Badeanstalt Gladbeck teil. Es können sich alle Mitglieder daran beteiligen. Treffpunkt 3 Uhr nachmittags Gladbecker Straße, am Volkshaus. Aut dem grünenTuch Dreiball Altstadt Der erst seit kurzer Zeit bestehende Billardklub„Dreiball Altstadt“ im Restaurant Bültmann, Königstraße, hatte zum letzten Trainingsabend den Spitzenspieler der Bulmker Billardfreunde H. Schulz zu einer Schaupartie auf 200 Points eingeladen. Schulz, der gleich zu Anfang der Partie sehr gut im Stoß kam, konnte seinen Gegrer Berwanger mit 200: 80 Points und 10,52 zu 4,44 Durchschnitt schlagen. Der knatternde Motor Motorradrennen in Münster Der Buersche Dreiskämper am Start Am Sonntag findet in Münster auf der Radrennbahn am Schiffahrter Damm erstmalig in diesem Jahre wieder ein Motorradrennen statt. Es ist der Rennleitung gelungen, trotz größter Schwierigkeiten ein Feld erstklassiger Fahrer an den Start zu bringen. Nach den Trainingsergebnissen zu urteilen, ist unbedingt mit einem vollen Erfolg zu rechnen. Es sind Zeiten erzielt worden, die, wenn sie auch beim Rennen gefahren werden können, dem Bahnrekord das Lebenslicht ausblasen. Etwas Neues für die Münsterische Bahn sind die Rekordversuche, die in Einzelstarts gefahren werden. Der ehrgeizige, tollkühne Wiedenbrücker Clasmeier auf DKW Compressor wird alles daran setzen, den Rekord an sich zu reißen. Derselbe hält bereits den Lippstädter Bahnrekord. Dieser Betonbahnspeanm berachige iun den gröhten Hosinurgen des Motorrad=Rennsports. Von der Hamborner Fahrern Selhoff auf Standart. Spezial, Linden auf Avis=Celez. Frentrog auf Raleigh und Krings auf DKW=Compressor seien Müller und Krings besonder: hervorgehoben. Krings, der sympathische Draufganger, der das Freudenberg=Dreieck= Rennen vor Soenius gewann, der mehrfacher Sieger der Hamborner Betonbahn und Inhaber des Neußer Bahnrekorde wird alles daran setzen, sich die Sympathien des Münsterschen Publikums zu erhalten. Krings ist in Münster ein alter Bekannter. Die Fahrerliste ist noch nicht abgeschlossen. Der Buersche Fahrer Dreiskämper wird ebenfalls an obigem Rennen teilnehmen Wenn er so fährt wie beim Training, hat er ernste Aussichten auf einen Sieg. Er hat das für einen Motorrad=Rennfahrer erforderliche Herz und verfügt über eine sehr schnelle Maschine. Die Rennleitung steht noch mit ausländischen Fahrern in Unterhandlung. Am Schachbrett Schachfreunde Bochum— Schachverein Buer 7½: 3½ Der Schachverein Buer trat an elf Brettern mit nur drei Leuten der A=Klasse an, so daß eine Niederlage der Bochumer nicht zu erwarten war. Der Buersche Schachverein mußt sich jetzt klar darüber sein, daß er gegen derartige Mannschaften nur mit seiner stärksten Vertretung antreten darf. sonst könnte das Ansehen des Vereins in Mitleidenschaft gezogen werden. Nachfolgend die Ergebnisse: Ortmann=Bochum—. Stoffers=Buer ½: ½ Huhn 1— Ortmann 36: ½ Esser— Straup 1:0 Küper— Trier G. 36: ½ Preuß— Fröhling 0:1 laus— Dölle 1:0 kanthek— Kreimer 1:0 Schneider— Conrad 1:0 Huhn II— Baer 0:1 Hutzmann— Jäger 1:0 Müller— Wimmelmann 1:0 Die 5. Runde im Klubturnier Die Runde ist Sonntag um 10 Uhr im Vereinslokal Neukirchen fällig. Im Hauptturnier spielen Müller— Gehrmann, Stoffers— Fröhling. Gleixner— Straup, Dölle— Ortmann, Trier P.— Werth, Wilczek— Trier G. Nebenturnier A: Kraft— Halbeisen, Baer— Wimmelmann, Kober— Kos. Jäger— Conrad Kreimer und Steinbach sind spielfrei. Nebenturnier B: Dietzel— Gerwiner, Dornhöfer— Mach, Geimer— Zalisch, Zwackhofen— Timpe. Pecnik ist spielfrei. Schachunion Gelsenkirchen— Schachverein Buer Die Vereine lassen ihre B= und C=Klasse am Sonntag um 15 Uhr im Freundschafskampf die Klingen kreuzen. Der Kampf kommt im Lokal Kirschsieper, Gelsenkirchen, Ecke Wilhelmstraße, zum Austrag. Die Bueraner gehen bei schönem Wetter zu Fuß über den„Luftigen". Treffpunkt 13.30 Uhr am Rathaus Buer. Die Hiesigen entsenden folgende Vertretung: Trier G., Fröhling, Dölle, Halbeisen, Kreimer, Conrad, Kos, Baer, Wimmelmann, Kober, Zwackhofen, Dietzel. Pecnik, Mach. Die größte Auswahl in Tapeten bei Neukirchen /Buer Erlo-Hassel- Brauek- Marl Auslösrug des Gedankentra n ugs „Sparsame Geschoister“ Aufläsung des Kreuzworträtsels Die abgebildete Zeichnung zeigt eine der Lösungen, wie das Grundstück aufzuteilen ist. Die Geschwister hatten zwei anstehende Seiten in je sunf Teile gereilt(der igegebene Maßstab war ein Hinweis!) und soden zweiten Teilpunkt mit dem gegenüberliegenden Eckpunkt verbunden. Die reiche 1. 2, 4 und 5 sind deswegen gleich. weil sie die gleiche Höhe und die gleiche Basie haben. Die Mittelparzelle 3 ist ein „Deltoid“. Es besteht aus zwei halden Dreicken, von denen jedes die gleiche Höhe hat wie die andern Dreiecke, dafür aber nur die halbe Basis so daß sie der H3!“ eines der andern Dr iche gleichen Auch en Vrhef(pkritelt geri-ut) bette eit jeder der Geschwister einen gleiden rzellenanteil abzugeben. N. ist der Ort, we üe das Parktor errichteten. Partie Nr. 36.— Pranzöslech. Die folgende Partie wurde im Wettkampf au Stockholm gespielt, den Stoltz mit 1½: 8½ gewann. Weiß: Stoltz. Schwarz: Plohr. I. 62 es 67—66 2. 42—44 47—415 3. Sb1——3 8g8—16 4. 64—65 8s6—07 5.041—e4 Eine alte Variante, die Verwickelungen beraufbeschwört. Sie gilt als ungünstig für Weiß. b 61—65 6 Se.in 8b8- c6 7. 44Xc5 77—15 In Betracht kommt hier SXei SXei 8Xe5 Das. Saß ist dann schlecht wegen 52—n4 8. e5X16 S47X76 9.0e4—63 LRXc5! Nach Dxgi käme Schwart jetzt mit Tas Dbß LXR-(KX12T Sg4+) in Vorteil. 10. Leiso 0—0 11. L11—3s 8c6 b4 Damit beseitigt Schwarz zwar den ge fährlichen weiben Königsläufer, überläßt dem Gegner aber vollig die Herrschaft über das wichtige Feld en. 1. 0—0—0 8b4X434 13. T.11XHR—47 14. 8723—65 1.17—e8 D"— 16. Th1— Tas—-s Beide Telle müssen angreifen. Weiß hat aber die besseren Chancen, weil er in der Mitte mehr Terraia beberrecht. Aufgabe Nr. 37.—. E. Campbell. D E* 5 8 Weiß zieht und hält unentschieden. Lösung der Aufgabe Nr. 33. B. Horwitz. Weiß zieht und gewinnt. Weiß: Kes. Dbl. Le2. Ba2(4). Schwars: Kaß. Obö. Se4. Bas. ab. bfl. eö(7). I. Ohsx 55 4 Kaßxbö a. Le2-et# KböXa4 8. Kcaxes b6 554 8. Keix eb 65—54 S. Ke5—et b4—53 4. a2Xbs matt. wegen der vielleicht noch nachhaltigeren Fortsetsung Sg4! 20. 778—15 21. 82—84 LböXe2 In Betracht kam hier d4—43, um nach SXds auf gö zu schlagen. 22. g4X15 44—03 23. 62—63 Le5—43 17.741—62 1 Ses 1•1 14-•4 2.1. T.13- us Jetst kommt es zu schwierigen Kom binationen. go wäre ungünstig sowohl wegen des Figurenopfers BXgd als auch Anscheinend hat Schwarz starken Angrift. Aber Weiß kann alles ausreichend en. A Lrt Verzweiflung! Das Damenopfer DXcs LXes TXes4 echeitert sowohl an Kd2 als auch an Kbi 42 TXeS!. 25 KeiXbz Oe7-96+ 0 Kb2—1 DbIXR 7. 184 XM D12—g1* Kal-e Dgi-5# 9. Db7Xb6 27Xh6 6Xe Schwars gad auf. ELET 2 UR LIELLIN EKIZSE OFK MITIEITIE SAn-Kälsel aaabbbedeeiggiIIm S#.#.#frrfrfm. Vorstehrnde Buchstaben sind so in die leeren Felder zu setzen, daß die waagerechten Reihen Worte folgender Bed utung ergeden: 1. Verkehrsader, 2. Landschaft in Belgien. 3. Teekessel. 4. mathematische Wissenchaft, 5. Roc der russischen Böerin,#.# tadt in Spanien. 7. Figur aus„Rathen der Weise“. 0 106 Sonntag, den 19. April 1331 Erinnerungen an Freihert von Stein Gedenkstunde auf Schloß Kappenberg Grai von Kanit macht die Stein-Erinserungsräume der Oettenllchelt zugänglich# Ehrung eines preßen Deutschen an historischer Sistte Besinnlicher Regentag G; Bei schönem Sonnenschein gleicht das Leb.n oft einer bunten Kirmes, helle Far ben und lautes Gewoge läßt nicht zur Ruhe kommen. Doch wenn der Regen gemächlich herunterriefelt, ist es auch ganz schön. Nakürlich muß man unter Dach und Fach sein und darf die Sache nicht ein paar Tage dauern. Die Felder, von denen man sich viel verspricht, nehmen das Naß gern auf. auch die Bäume und Sträucher sind keineswegs unangenehm berührt, denn so ein Regen ist, wie alle Oekonomen versichern, Geld wert Da müssen natürlich alle Bedenken schweigen. For'sche junge Männer kommen dazu, lehrreiche und schöngeistige Literatur zu lesen. die Folge ist genau wie bei der Landwirtschaft fortschreiende geistige Produktion Lehrreich ist, sich in die eigene Vergangenheit zurück zu versenken; Leute, die keine hob n. sind ehrlich zu bedauern. Wie schön ist es z. B., in die Erinnerungen hinabzutauchen und die Zigarre in der Hand„sich als Knäblein sonder Harm mit Necken durch die Haine wallen zu sehen“, wie der Dichter sagt. Die Freuden der Geselligkeit kommen wieder in Schwung, und die Klubs vom Schach bis zum Vorverein sind in lebhafter Betätigung. Es ist ein Irrtum, wenn man annimmt, daß Verabredungen ins Was ser fallen, Kaffees und Gasthäuser hören die interessantesten Unterhaltungen. War in der Hast ausgedehnter Landpartien und Dauerspaziergänge nicht möglich war. vollzieht sich hier: Herzen werden ausgeschüttet und siehe: es sind keine Mördergruben. Das Menschenherz gleicht einem Warenhaus, wer nur flüchtig hineinschaut, nimmt nicht das beste mit, sondern versäumt die * Zu den deutschen Gestalten, die weit üler dem Hader der Parteien stehen und allgemeine Anerkennung gesunden haben, gehört auch Freiherr von Stein, mit dem sich gerade Westfalen besonders verbunden fühlt. Es war deshalb von großem Reiz, die Stätte seines letzten Wirkens zu ehen und zu erleben. Am 29. Juni jährt sich zum 100. Male der Todestag des Ministers Freiherr vom und zum Stein, und in ganz Deutschland wird man in diesem Jahre seiner gedenken als des großen Staatsmannes, der in schwerster Notzeit der Neubegründer Preußens und der Verkünder der deutschen Einheit gewesen ist. In großzügiger und verantwortungsvoller Zusammenarbeit zwischen der Provinz und den Nachkommen Steins, vor allm seines Urenkels und jetzigen Besitzers von Schloß Kappenberg. des Grafen von Kanitz, ist an dieer alten Kulturstätte in dem Seitenflügel günstige Gelegenheit. Denn wer eine Fayence oder ein preiswertes Bild erstehen will, muß verweilen und den Fahrstuhl des vertraulichen Dialogs besteigen Das macht weise und h Uhörig. Und das ist ja beinahe so gut, als wenn man reich an Geld wird.(an) des 1122 gegründeten Praemonstratenser Klostergebäudes ein Steindenkmal ganz beonderer Art geschaffen worden, das wohl mehr und eindrucksvoller wirken wird als irgendein anderes Denkmal und bestimmt ist, das Andenken Steins besonders lebendig zu erhalten und die Verbundenheit W stsalens mit ihrem ersten Obexpräsidenten besonders lebensvoll zum Ausdruck zu bringen. Unter der fachmännischen Mithilfe des Architekten v. Skopniksind dort verschiedene Stein=Erinnerungsräume geschaffen worden, die in Zukunft der Allgemeinheit Mittwochs, Samstags und Sonntags nachmittags 3—6 Uhr zugänglich sein werden. Am kommenden Sonntagnachmittag werden die Räume aus Anlaß der 77. Tagung des Westfälischen Provinziallandtags, dessen erster: Landtagsmarschall Stein war, feierlich eröffnet werden. Graf Kanitz hatte die Vertreter der Westfälischen Presse zur Besichtigung eingeladen, und so hatten wir schon jetzt Gelegenheit, einen Einblick in diese sehenswerten Räumlichkeiten zu tun, deren Inhalt zum Teil hochpolitischer und großer kultureller Bedeutung ist. In dem Hauptraum steht der Schreibtisch Steins, an dem er bis kurz vor seinem Tode gearbeitet hat, in den Schränken sein silbernes ReiseTeeservice, sein gefürchteter Spazierstock. Portraits von Stein und seinen Angehörigen. die beste Todesmaske Friedrichs des Großen. eine große Portraitbüste Steins und zahlreiche Briefe der Herrscher und Großen der ereignisreichen Zeit vor mehr als 100 Jahren. Ein anderer Raum ist in der Handbibliothek Steins vorbehalten. und ein dritter zeigt außerordentlich wertvolle Archivalien und Dokumente, zumal auch das Archiv des ehemaligen Klosters Kappenberg dort untergebracht ist. So vor allem wichtige Kaiser= und Papsturkunden. die vor allem auch für die Landesgeschichte Westfalens von großer Wichtigkeit sind. Diese Archivalien sollen übrigens von hier aus der historischen Forschung zugänglich gemacht werden. Der Zugang zu diesen einzigartigen Erinnerungsräumen führt getrennt vom Schloß durch den reizvollen, mauerumschlossenen Archivgarten. der schon zur Klosterzeit diesen Namen führte, und von hier aus genießen die Besucher einen ganz entzückenden Rundblick über das weite Tal hinüber zu den fernen Bergen des Sauerlandes und den Zeugen der westfälischen Industrie, die dem Bergrat und Verwaltungsbeamten Stein den Grund ihres waltungsbeamten Stein den Grund ihres jetzigen Bestehens mit verdanken. Geschäftlches Einen sehr weit verbreiteten und infolge eines überaus guten Ersolges vollberechtigten internationalen Ruf genießt das unter dem Namen der„Lautenschlägerschen Pyrmoorkur" bekannte Nalurheilverfahren. Es handelt sich bei dieser Heilmethode um eine glückliche Kombination der naturwissenschaftlichen Heilkunde mit den modernsten mediztnischen Erfahrungen auf dem Gebiete der Bäder=Heilkunde. Die Kur kann von jedermann bequem zu Hause ohne Berufsstörung vorgenommen werden, so daß dadurch der kostspielige Besuch eines Badeortes oder Sanatoriums erspart bleibt. Pros. Dr. med. Ferrua, der berühmte Universitäts=Professor für allgemeine Pathologie, hat sich in jüngster Zeit eingehend mit dem Pyrmoor=Naturheilver= fahren beschäftigt und berichtet in seinem Werk über glänzende Heilerfolge. Prospekte sind kostenlos erhältlich durch die Leitung des Pyrmoor=Naturheilinstituts München 795. Münzstraße 9. Brie skasten Kriegsanleihe. Vielleicht ist es angebracht, wenn Sie sich unter Darlegung dir Verhältnisse an die Reichsbank(Nebenstelle Buer, Goldbergstraße) wenden oder an die Provinziallandesbank in Münster 100: Der Zirkus Barum gab am 25. Okt. seine Eröffnungsvorstellung in Buer W. H. 100. Es ist am zweckmäßigsten, wenn Sie sich an die Versicherung wenden, da die Maßnahmen bei den verschiedenen Gesellschaften nicht übereinstimmen. 2033. 330 Papiermark kamen im März 1923 einem Betrag von etwa 8 Pfg. gleich. Am 16. d. Mis. verschied der frühere Autscher von unserer Schachtan'age Schürenberg u hausen zu Duef-Reste. Der Verstorbens hat bis zu seiner im lahre 1024 erlolgten Invalidisierung 23 Jahre in unseren Diensten gestanden und sich steis als ein pflichttreuer Angestellter und Ueber Kolete erwiesen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Herten(Westf.), den 17. April 1931. De Direkt on und die Beamien der deverkschan des Stel Kohlen bergwe rus Eus 6. (Iuulonnctag.) Suche mehrere fost. sitzende Glucken zu kaufen. Monlabon, BuerBochumer Straße 4. Büfettschrank dunkel Eiche, fast neu, 80 Mark: 1 eiektrische grammophon mit 20 Dlatten und Lautprecherdose 133 Mark 6 Rohrstühle 30 Mar“: 1 Schreibtisch 22 Mark zu verkaufen Zu besichtigen HervestDorsten. Kaiserstraße s3. Volksbegehren! Einzeichnen! Das Volksbegehren in Preußen ist im Gange. Die Listen liegen noch bis Dienetag, den 21 April, offen. Wartet nicht bis zu diesem letzten Tage, sondern zeichnet euch sofort ein. Jeder muß sich einzeichnen, der die B.seitigung einer siebenjährigen Parteiwirtschaft in Preußen wünscht Sieben Jahre mißregiert in Preußen die Weimarer Koalition, bestehend aus Sozialdemokraten, Zentium und Demokraten(Staatspartei, obwohl schon bei der letzten Landtagswayl am 20. Mai 1928 diese Regierungsparteien mit einer halben Million Stimmen in der Minderheit blieben. Das Dolk hat gegen sie entschieden! Trotzdem konnte sich auf Grund des preußischen Wahlrechts, da eine halbe Million Stimmen der Splitterporteien nicht angerechnet wurden das Parlament mit wenigen Stimmen, oft nur mit einer einzigen Stimme Mehrheit, behaup.en Jetzt ist der Augenblick da, diese Fehler gutzumachen. Das Dolhsbegchren kennt keine Berechnung nach kleinen und großen Parteien, sondern nur „für“ oder„wider" die preußische Regierung,„für" oder„wider“ die Weimarer Koalition in Preußen. Jede Stimme, die eingezeichnet wird, zählt gegen das preußische Parteireg ment; jede, die nicht eingezeichnet wird, dafür. Jeder, der seine Pflicht durch Einze chnung erfülft, reißt einen Teil der Pieußischen Parteischranken ein; jeder in Preußen, der es nicht tut, befestigt sie. Jeder, der mt seiner Stimme ein Stück neuen und besseren Weges anbahnen w.ll. mun also zur Einzeichnung geben. Wer nur über Parteiwillkür klagen und schimpfen will, abei praktisch nicht zu ihrer Beseitigung beitragen wII. der bleibt zu H use Gezählt weiden nur die Stimmen die eingezeichnet sind. Alle andern gelten as nicht abgegeben Preußiiche WDahler und WDöhlerinnen! Ihr kennt jetzt eure Pflicht und Aufgabe. Beklage sich künftig neem nd, der die verzehntägige Zeit zur Einzeichnung ungenützt verstreichen laßt. Sinzeichnen! Goch ist es Zeit. Fort mit der Dartei=Regierung in Dreußen! Sieben Jahre kämpft die 0 V.D. gegen das jetzige System in Dreußen. Es ist deshald selbstverständlich, kaß die Deutsche Vollepartei des Volisbegehren untei stücht. Wer mit der Deutschen Volkepartei für die Erneuerung Preußens kämpft. trage sich zum Volkebegehren ein. Deutsche Dolhspartei Duer. Kutschwagen Halbverdeck für ein- und zweispönnig. te dellos erhelter, well überzöhlig billig zu verkaufen Gebr. Turowski Gelsenkirchen, Roonstrabe 12 Suche Billige n. gate Maßanzüge minmmntmmm S.- 100.- 115.- 130. AE letert geg. ber u. bequeme Ratenrahlung Schlieidermeister F. Oalitte Gelsenkirchen. Rotthauser Str. 107 □ Postkarte Besuch mit Mustern in ihrer Wohnung. Schwein zum Weitersütiern zu verlausen B.=Erle Wetterweg 6 Habe 12 junge hühner zu verkaufen Hollterhausen, Paralleistraße 63. Guterhaltener Kinderwagen. Kordbetichen und Laufstall billig zu verkaufen. Buer, Opdosstr. 30 (utune.) 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August Sender: Der heutige tand der photographischen Praxis 9.00—9.05 Uebertragung des Geläutes aus der Trinitatiskirche. Köln 9.05—10,00 Evangelische Morgenfeier. Leitung und Ansprache: Pfarter Niemöller, Münster i. W. Mia Boim. Münster (Orgel), die Singegruppe der Freiherrvom=Stein=Schule, verstärkt durch das Männerquartett der Polizeischule Münster. Musikalische Leitung: Studienrat Karl Seubel, Münster l. W. Der gute Hirte 11.00—11.25 Wert und Ehre deutscher Sprache. Fritz Worm 11.30—12.00 Reichesendung Bach=Kantaten(3) Kantate am Sonntag Misericordias Dominl. Du Hirte Jorael, höre(Kantate Nr. 104). Orchester: Das Städtische und das Gewandhaus=Orchester. Leipzig. : Der Thomanerchor, Leipzig. So: R o b e r t B r ö l l, D r e s d e n( T e n o r) Fest(Orgel), Friedbert Sammler (Cembalo). Gesamtleitung: Proseso Dr. D. Karl Straube. Uebertragung aus der Thomaskirche Leipzig 12.05—12.20, Neue Kinderlicder. Hans Reimann 12.30—1255 Weltwirtschaftliche TagesfraPogrich weich Seldschmidt: R0 13.00—14.30 Mittagskonzert. Leitung: Eoseldt ———. Dr. fl. von Rüß 14,50—15,10 Jungmädchenstunde 15.20—15.40, Menschen im Beruf. Else Frosin: Erlebnisse einer Stenotypistin in ka 15.40—16,10 Dr. Siegfried F. Nadel: Musik in Indien(mit Schallplatten) 16,10—16.30 Der westsälische Lebensraum. Pfarrer Clarenbach: Einführung der Reformation in Westfalen 16,30—18.00 Vesperkonzert des Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. Leitung: Otto Niesch. Uebertragung vom Südwestdeutschen Rundfunk Gegen 17.15 Intermezzo: Dreißig Minuten bei der Westdeutschen Fußballmeisterschaft Sprecher: Dr. Ernst— Heinemeyer 18.00—18.20 Deutsches Vaterland. Friedr. Griese: Die ewige Stadt— Mecklenburg 18.20—18 50 Eine Stunde Kurzweil 15.50 Sportvorbericht 19.00 Freiherr=vom=Stein=Gedächtniefeier Uebertragung aus dem Schloß in Münster i. W.: 1. Musikstück 2. Begrüßung durch den Vorsttzenden der Provinzial=Landtages 3. Festrede. Professor Dr. Eitel, Universität Münster:„Freiherr vom Stein“ 4. Ansprache des preußischen Ministers des Innern 5. Deutschlandlied 20.00 Samson und Dalila Oper in drei Aufzügen(vier Bildern) von Charles Camille Saint=Saene Uebertragung aus der Städt. Oper. Verlin. Deutsche Uebertragung von Richard Pohl. Musikalische Leitung: Leo Blech Spiefleitung: Otto Krand Damen; Sigrid Oreein. Hervon: Wass Both Hever Kandl Feher Nistsch und Voege Arschließend: Letzte Meldungen. Bericht über das geistige Leben Svortbericht Anschließend bis 24 00: Nachtmußk und Semsiag und Sonntag Konzertund Tanzabend Samsieg verlängerte Pollzeistunde Bekanntmachung Die Jagdnutzung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks 1 der Gemeinde Rhade sol mit Beginn der niederen Jagd im Herbst ds. Is. bis zur Eröffnung der niederen Jagd im Herbst 1937 öffentlich neu verpachtet werden Die Pachtbedingungen liegen ab 20 April 1931 14 Tage lang zu jedermanns Einsicht in meiner Wohnung aus; auch können dieselben gegen eine Gebühr von 3.15 RM von der Amtsverwaltung in Wulfen bezogen werden. Jeder Jaadgenosse kann gegen die Art der Verpachtung und gegen die Pachtbedingungen während der Auslegungsfrist beim Kreisausschuß des Landkreises Recklinghausen in Recklinghausen Einspruch erheben. Rhade, den 17. April 1931. Der Joadvorsteher: Kuhlmann. Geiellichen dor EHeralur u. Konn In 8• Monleg. 20. Aoril. 20 Uhr in der Aule des Oberlyzeum: left eus eigenen Werken Elnirm für Mnlg! rei. Einzelkarten 2— RM., Sch lerkerten 0.30 RM. am 31. Dezember 1930 der Gemeinnötzigen Bangenossenschaft für Amt Marl e 6H m. b. H. zu Marl und Vorschlag zur Verwendung des Ueberschusses. Al Aktiva Kassenbestand............. 850,85 2. Bankauthaben............. 25 160,13 3. Miethäuser 414088,00 4 Mohilien 157,50 Evangelischer Knappenverein in Gahlen Sonntag, den 19 4 11.30 Uhr Versammlung bei Uhlenbruck. B.2 5. Rückständige Miete 57390 440 830,38 B) Dassive Geschäftsauthaben der Mitglieder Gesetzliche Rücklage....... 1 2. 3. Hypotheken 40 638,05 „ 1031,09 388 966.05 215.30 440.90 " 98,56 „ 20,00 „ 7 4 4 1. 7 5 „ 200,00 „ 177958 440 830.38 Zugang an neuen Mitgliedern: 46 Mitglieder mit 46 Anteilen. Abgang im letzten Geschäftsjahre 1 Mitglied mit 1 Anteil Bestandam Ende des Geschäftsjahres 162 Mitglieder mit 190 Anteil. Der Gesamtbetrag der Haftsummen beläuft sich auf 57000 Mk. Die Bilanz liegt außerdem noch 8 Tage lang zur Einsichtnahme durch die Mitglieder in der Geschäftsstelle, Loestr 17, auf Der Vorstand: gez. Birkenfeld. gez. a. Leipfig Schulden bei Bauhandwerker 5 Aufgelaufene, aber noch nicht fällige Zinsen 6. Noch zu zahlende Betriebsunkosten.... 7. Im voraus gezahlte Miete 8. Straßenbauk#en=Konto 9. Zuwendung an die gesetzliche Rücklage 10. Zuwendung an die Reparatur=Rücklage. Dauerwellen 6 Mr. gleich wiediel Wickel, mit 6 Monaten Gurantie Wasserwelle 1,50 Mt. mit Kopfwäsche. Angebot nur gegen Rückgabe dies. Inseraté DauerwellenSpezialist Rednos Buer=Dutte. Hagenstraße 38. Inh. der gold. Medaille. Bekanntmochung In unser Handelsregister ist heute bei der in Abt. 8 unter Nr 96 eingetragenen Firma Modellwerk Horst=Emscher, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Horst=E., folgendes eingetragen. Die Firma ist erloschen. Gelsenkirchen=Buer, den 9. April 1931 Das Amtsgericht. Konkursverfahren In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Ostermann& Co. in Buer=Beckhausen(Bankgeschäft) ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den 6. Mai 1931, vormittags 11 Uhr, vor dem Amtsgericht hier, Zimmer Nr. 18 anberaumt. Gelsenkirchen=Buer, den 13. April 1931. Das Amtsgericht. Rating nkirchen, indenburgstr. 5 führenden Fachgeschäft sieherste Gewähr für beste Bedienung und unüberbolene Vortelle e-Betten #sen tim Kinderbeitten. Peist 8 ahimatr., Chalsel., an ssn Jeirbt S8/5 „Mein Sohn erkrankte an einen. eperen Rückenmaris-Rervenleiden das mit einer vollständigen Lähmung des Beine n. des Unterkörpers verbunden war... Die Freude war daher groß, als mein Sohr durch die Pyrmoor=Kur von seinem schweren Leiden befreit und wieder io vorzüglich hergestellt wurde, daß derselbe alle Arbeiten verrichten u. wieder stundenweit marschieren kann. Wir sprechen der Pyrmoor=Heilanstalt unseren herzlichsten Dank öfsentlich aus und empfehlen auf das beste." Zohann Orthuber, Oekonom. „Reine Frau Utt an schwerem Rückenmarts- und Nervenleiden m. Beteiligung der Beine u. d. Unterleibsorgaus heftige Schmerzen.. nachts schlaflos.. Durch die Purmoor=Kur wurde sie wieder vollkommen gesund u. arbeitefähig. Sie kann wieder gehen, essen u. schlasen u. uns. ganzen groß. landw. Haushalt versorgen... Wir können die Byrmoor=Kur, die bequem zu Hause durchführbar ist, allen ähnlich Leidenden aus Dankbarkeit empfehlen.“ J. Altmann, Bürgermeister. Auskunft erteilt kossenlos die Pyrmse--Natun. bellanstelt München 725. Münzstr. 9. Seit 25 Jahren anerkannte Erfolge bei Ner.enleiden, Lähmungen, Nervenkrämpfen, Geleuse= krankungen, Epilepsie, Gicht. Anerkennun=Aschreiben. Das Rundfank-Programm der Woche Rundfunk=Programm Köln(227), Laugenberg(273). Zwischensender: Nachen(227) und Münster(227). 7: Gleichbleidendes Morgenlonzer! Wert! I. 8 goteogramm. 6.45: Leibesübungen## " 1915 Spert elperlonzert. Sem Tage Selbstverteidigungs. Nius. amburger Hase(außer Sa.) 9 c. 22: Conntag, 19. Apcll. den, Wetter u. Sport. Meldungen, Berichte. 7.00: Hamburger Hasenkonzert. Glocen vom Groden Michel. 8.00: Morgenionzert. 9.10: Helauie an der Triniialisfirc. 9.055. Evangelische genseler 11.90: 8. Worm: 1.. und Ehre deutscher Sprache. Nr Tei-Gband d. Lanatg a. eser I. Buhi Gaumt. Hans Neimann: Neue Rinberlieder. 1339: Pros. Alsons Goldschmidt: IR Amerita reich? 13.00: Mittagskonzert. 14.30: Schachsunk. 14.50: Junomädchenstunde. 2 29: Elle Krosinn: Erieduisse ztaer Stenotoofsin in Amerska. 15.40: Dr. S. F. Radel: Musik in Indien sorter Clarendoch: Einfährung der Reiorme Sberscest Diate ——.—— Beiverlonzer!: ubballmeisterschaf. sele: Die ewige Stadt Heriche Aurwoel. 1. Münster 1. Minuten Aus d. Schlot Gedächtnisfeier. 2##: Aus der Städtischen Over von Charles Cami — Mecklenburg. W.: Freiderr vom Stein— Dalile: Nach Oper, Berlin: Samson lle Saint=Saeus. Anschl.: muit Bcherichn eibtirick Som. Wlalien Gimnen Gar“-Phrr Montag. 29. Norll. sseier: Rammercer un„ Suaendin Aramescd(Tenor), wrgl.: GrauS. J. Radel: Das Tor Asiens. Musik u. Tamz der Raufasier. 18.40: Spanisch. 9.2: Fr. 3. Maller: Die Arbeiterenzuklike Seo 13. 9 Trsenklieder: Gesungen von der Rerotder Singschar. 20.20: Abendkonzert des Dortmunder Kammerorch. Sol.: S. Bunk. 22.00 Zeitbericht: Der Opiumbandel von Aktualts: Auschl.: Nocht. B.0: Meisler des Jan(Schellolattent 8.05: Ara 11.20: Mu 16.20: Pcof m Paris. Mittven. 22. Noril. chitekt E. Blank: Die neue Küche. usikal. Schulfunk: Die Ornamenti in der Musrr. os. Dr. Bölker: Der Internationale Neusprachler=Kongrei Handwerk. 16.40: P Dorweiler: Die Meisterprüfung im H# 12.15: Dr. J. Frohberger: In Salamanka. 18.40: Hedwie Bloemendal: Erziehungsfragen in individualpsycholo „Lscher Beleuchtung. A. Heseler: Die Versorgungsheillbehandlung noch dem Reichs20.00: Niederdeutscher Abend. 29 Vollzlieder: Vollschdre: Röln=Mülhekm. Anschl: RachtunDonnerotog. 23. Apell. est. Auf Gutshof. Ftetten densicher Arbest. Aus einem osprenhschen r. H. Behle: Mitteilungen aus dem Schulfunk. unspädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer an Vosksschulen: Gesamtunterricht. 18.00; Kätde Moriz: Welche Hilfe bietet die Gravhologie bei der 18.20: Pros Dr. H. Weber: Treibende Kräfte und Entwicklungstendenzen der katholischen„Caritas“. 18.40: Spanisch. 19.30: Landwirtschafter i Dr. Siemon: Die Lebensmittelversongung Westdeutschlands. 20.00: Ahendmusik des Kleinen Orchesters des Westdeutsch. Rundfund 21.00: Sinfoniekomert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunke:„Solißt: Walter Schneiderhan(Violine). Anschl.: Nachtmusil und Tanz. 11.20: Schulfunk: Franzosische Unierhaltung. 16.20: Jugendfunk. 15.15: Rechtsanwalt Dr. Jost: Die Rundfunkrechtsprechung des Jahres 1930. 18.40: Die Welt im Buch: W. Schäferdiek: Neue deutsche Roafrikanischen Troven. deutschen Rundfunks. General: Hörspiel von mane und Erzäblungen. Umperlitätsprofessor Dr. Kuske: Die 20.00: Alte Märsche. Blasorchester d. West 21.15: Uraufsübrung: Die Löwin und der .15: Urauffübrung: Die Lö# E P ece Samstag, 25. Aprsi. eister Dr. Richter: Die Schu ndlicher Schulfunk. b: Dr. chulverwaltung. K. Blume: Unter trovischer Denstes. 21.—— —. Mitteilungen aus dem oberger: Reise nach Spanten: In Gofl e e sten Funfnachrichten : Der Landwirt und : De# Orcheßer d# 11.00: 11.35: Peuisahfundlicher 16.20: Die Welt im Buch 0.40: Englisch. 18.00: Dr. H. Plönes: Der rechte Niederrhein. 18.20; Landwirtschafterat Haselier: Voraus Gestaltung der Geflsgelzucht. Lozentin Lina Schumacher nen in häuslichen Berufen. Jehn Minuten Bezirksfunkbilfe. 19.30: Geperalsuperintendent a. D. D. Westsalene Abend: 18.40 Voraussetzungen für rentable Fortbildungsmöglichtetten für Zöllner: Die Eigenart des Kapelle: Eysoldt. Anschl.: Nachtmusik und Alffülurrmittel