den 20. März Diese Zeitung erscheink tägl.(zuc Sonntags! Bezugsprets durch die Boten frei Haue halbmonatlich 1.20, Anzeigen 1 mm Höhe in der 28 mm breiten Spalte 0.10, für auswärts 0.12, Reklamen 0.40. für auswärts 0.50 R.=M. Stellengesuche 23%— Die am Kopfe der Zeitung bekanntgegebenen Zeilenpreise sind für Inserenten und Verlag rechtsverbindlich. Bei zwangsweiser Beitreidung oder Konkursverfahren ist der bewilligte Rada“ hinfällig. Druck u. Verlag Buersche Druckereiomde G.=Duer Buersche Zeitung General=Anzeiger für das Emscher=Lippeland Kreisblott für den Stadtkreis Gelsenkirchen Amtsblatt für das Amt Westerholt und die Gemeinde Polsum. Verordnungsblatt des Amtsgerichts Gelsenkirchen=Buer Nr. 79 f 59. Jg. 1931 Geschäftostellen Buer, de la Chevallertestraße 27, Fernruf G.=Buer S.=A Sammel=Nr 30141: Gels. Klosterstraße 13: Horst=C., Essener Str. 14. Drahtanscheift: Zeitung Buerwestfalen. Dostscheck.=K. Köln 20179. Bank=Konto: Commerz= und Privat=Bank A.=G. Buer. Für das Erscheinen der Anzeigen in bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Unsall=Unterstützung in Höhe von 230 R.=M.— bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabe der Versicherungs=Bedingungen. Knappschaft zahlungsunfähig? Am 1. April nur halbe Renten :: Berlin, 20. März.(Eig. Draht b.) Der Vorstand der Reichsknappschaftsversicherung hielt eine Sitzung ab, in der vor allem die dringliche Frage der Rentenzahlung für den Monat April besprochen wurde. Dabei soll sich, wie der„Deutsche" wissen will, herausgestellt haben, daß die Reichsknappschaft höchstens in der Lage ist, die Renten in halber Höhe für Avril zu zahlen, wenn nicht bie spätestens 25. März das Reich weitere Mittel zur Verfügung stellt. Der Vorstand vertagte sich, um noch einmal durch Verhandeln mit der Reichsregierung den Versuch zu machen, die schwere und harte Maßnahme durch Gewährung weeiterer Reichszuschüsse zu verhindern. Keine Geheimrüstung in Deutschland Groener verteldigt seine Reichswehrpolltik- Debatte Im Reichstag- Die Reichswehr unter allen Umständen verfassungstreu Müllers Befinden sehr schlecht Lungenentzündung binzugekreten :: Berlin, 20. März.(Drahtber.) Der Zustand des früheren Reichskanzlers Hermann Müller hat sich gestern abend, dem Morgen gegenüber, noch weiter verschlechtert. Da die Aerzte einen starken Zerfall des Patienten durch den allgemeinen Schwächezustand feststellten, wurde gegen 8 Uhr abends neben anderen Maßnahmen eine Bluttransfusion vorgenommen, zumal eine rechtsseitige Lungenentzündung hinzu kam. Das offizielle Bulletin des Abend=Konsiliums lautet: Der Zustand des Patienten ist äußerst kritisch, nachdem das Krantheeitsbild heute abend noch durch eine Lungenentzündung kompliziert ist. Das Bewußtsein des Patienten, ist größtenteils getrübt. Nach einer weiteren Meldung von 12 Uhr nachts hat sich das Befinden weiter verschlimmert. Der Kranke ist ohne Bewußtsein. Der Krach bei Ullstein Brosessor Bernhard und Matthes Berlin, 20. März.(Drahtber.) Heftige Auseinandersetzungen gab es in der Verhandlung Professor Bernhard contra Dr. Franz Ullstein, als letzterer einige Briefe verlas, die Matthes an Professor Bernhard geschrieben hat. Professor Bernhard erklärte, daß er diese Briese nicht beantwortet habe, und verlangte Auskunft, wie sie in den Besitz der Gegenscite gekommen seien. Er äußerte den Verdacht, daß Matthes dafür von Dr. Franz Ullstein bezahlt worden sei. Heftige Erörterungen entspannen sich dann, als Dr. Franz Ullstein auf den Spruch einging, den ein Ausschuß der Demokratischen Partei über das Verhalten Professor Bernhards in dieser Angelegenheit am 7. Juli 1930 gefällt hat. Nach langwierigen Auseinandersetzungen wurde er von Dr. Franz Ullstein bekanntgegeben. Es heißt darin u a., der Ausschuß sei geneigt, in dem Streitfall Bernhard—Dr. Ullstein den subjektiven Ausgangspunkt in der besonderen Stellung von Professor Bernhard stark zu berücksichtigen, daß er es als sein Recht und seine Pflicht ansehen durfte, die Unabhängigkeit und den Geist der„Vossischen Zeitunz“ von allen ungeeignet erscheinenden Einflüssen freizuhalten. Trotzdem müsse gerügt werden, daß er in der Abwehr Fehler begangen habe, die mit seiner Stellung als der eines Führers im öffentlichen Leben Deutschlands nicht vereinbar erscheinen müßten. Insbesondere gelte dies Urteil für sein Verhalten gegenüber dem Separatisten Matthes. Der Parteivorstand des Wahlkreises Potsdam 1 hat sich ebenfalls mit der Angelegenheit beschäftigt und sei, wie Rechtsanwalt Dr. Frankfurter erklärte, zu dem Ergebnis gekommen, daß Professor Bernhard keine Vorwürfe zu machen seien. ::„Sraf Zeppelin“ darf Aegupten überliegen. Bekanntlich hatte es Großbritannien vor drei Jahren abgelehnt, dem deutschen Luftschiff„Graf Zeppelin“ zu gestatten. über Aegypten zu fliegen. Dem Blatt Al Mokattam zufolge hat Großbritannien jetzt seine Einwände fallen gelassen. Das Luftschiff wird am 15. April über den Suezkanal fliegen und, unterstützt von britischen Luftstreitkräften, auf deem FlugPlatz Almaza bei Kairo landen. — Berlin, 20. März.(Drahtber.) Reichstagspräsident Loebe eröffnete gestern die Reichstagssitzung um 10 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haushaltes des Reichswehrministeriums. Auf der Tagesordnung legt verschiedene Entschließungen vor, darunter eine, die verlangt, daß Angehörige des Reichsheeres und der Reichsmarine nicht als Ersatz für streikende oder ausgesperrte Arbeiter verwandt werden dürfen. Der Ausschußberichterstatter, Abgeordn. Stücklen(Soz.) weist im Namen des ganzen Ausschusses die Behauptung von geheimen deutschen Rüstungen als absolut unbegründet und unbewiesen zurück. Mit solchen Behauptungen, für die noch nicht der Schatten eines Beweises vorgebracht sei, werde nur die deutsch=französische Verständigung gestört. Die Reichstagsmehrheit werde irgendeine schwarze Rüstung nicht dulden, sie habe seinerzeit ja auch der Schwarzen Reichswehr ein Ende gemacht. Reichswehrminister Dr. Groener erinnert an seinen im vorigen Jahre ausgesprochenen Wunsch, daß die Einstellung zur Wehrmacht möglichst wenig von parteipolitischen Gesichtspunkten beeinflußt werden möge, und daß die Tätigkeit der Wehrmacht die Zustimmung aller staatserhaltenden Parteien finden möge. Mit Dank und Freude könne er heute feststellen, daß die Verhandlungen im Haushaltsausschuß die Erfüllung dieses Wunsches gebracht haben. Alle Parteien mit Ausnahme der Kommunisten hätten sich in so warmer und Zustimmender Weise zur Wehrmacht geäußert, daß diese Unereknnung das schönste Geschonk für die Reichswehr zu ihrem zehnjährigen Bestehen sei. Der Minister geht dann auf die politische Einstellung der Wehrmacht ein. Die Wehrmacht wird von Parteien und Richtungen der verschiedensten Art umworden, um sie zu zersetzen und dann für ihre Zwecke zu gebrauchen. Ein Erfolg dieser Bemühungen würde Bürgerkrieg und Chaos im Gefolge haben. Ich kann deshalb nicht ernst genug warnen und an das Verantwortungsgefühl aller derjenigen appellieren, die Deutschlands Wiederaufstieg wollen. Disziplin und Staatsgesinnung sind in der Wehrmacht fest verankert. An diesem Glauben können mich auch Vorkommnisse, wie sie zum Leipziger Prozeß geführt haben, nicht irre machen. Man kann durchaus darüber streiten, ob dieser Prozeß dem Ansehen der Wehrmacht geschadet oder ob er nicht vielmehr reinigend gewirkt und das Vertrauen zur Wehrmacht gestärkt hat.... Der Minister wendet sich dann den Fragen des Ersatzes der Fürsorge und der Versorgung der Wehrmacht zu. Gegenü###r dem Vorwurf, daß die Landbevöllerung beim Ersatz bevorzugt werde, weist der Minister darauf hin, daß am 1. Januar 1930 55 Prozent Stadt= und 45 Prozent Landersan war. Der Vorwurf, daß Linkskreise benachteiligt seien, werde umgekehrt von der äußersten Rechten erhoben. Der Minister betont, daß es grundsätzlich das Ehrenrecht eines jeden Deutschen sei, dem Vaterlande als Soldat zu dienen. Wenn es notwendig sei, für gewisse Persönlichkeiten hierbei eine Grenze zu ziehen, dann müsse diese so eng wie möglich gehaldten werden. Aus politischen Gründen dürften nur solche Bewerber abgelehnt werden, denen nachgewiesen werde, daß sie sich in verfassungs= also auch in wehrseindlichem Sinne betätigt haben. Entgleisungen einzelner Führer oder Mitglieder von Verbänden könnten daher noch kein Grund zum Ausschluß aller Mitglieder derartiger Verbände oder Parteien sein. Anders sei es natürlich bei Mitgliedern von Parteien und Verbänden, die ihrem Programm oder tatsächlichen Verhalten nach gewillt sind, die Verfassung mit Gewaltmaßnahmen zu ändern. Anhänger einer solchen Richtung seien als Soldaten unmöglich.. Die Entscheidung, ob eine Partei als staatsfeindlich anzusehen ist, sei aber durchaus nicht endgültig und feststehend. Unter keinen Umständen könnten Bewerber aus Kreisen aufgenommen werden, die sich nicht scheuten, den Soldaten für den Kriegsfall Kriegsdienstverweigerung und Fühnenflucht zu predigen. Der Minister verweist dann auf die dauernd steigenden Zahlen der Versorgungsanwärter und tritt für Verbesserungen der Zivilversorgung ein. Als letztes Kapitel behandelt der Minister— die Abröstungsfenge In dieser Frage ist sich ganz Deutschland insofern einig als wir alle von der Abrüstungskonferenz volle Gleichberechtigung erwarten und auf der Erfüllung unseres guten Rechtes bestehen werden. Der in der letzten Genfer Tagung fertiggestellte Konventionsentwurf dient der Verschleierung und Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Mißverhältnisses der europäischen Rüstungen. Man sollte sich im Auslande vor der Illusion hüen, daß es möglich sei, die psychologischen Rückwirkungen der Behandlung der Abrüstungsfrage für das deutsche Volk außeracht zu lassen. Wenn der Bereitschaft zur Verständigung, die durch zahlreiche und schwerwiegende Opfer von Deutschland unter Beweis gestellt wurde, immer wieder die Forderung auf einseitige Entwaffnung nicht ohne Rückwirkungen auf den Willen und Glauben an die Möglichkeit einer Verständigung bleiben. Was die angeblichen Geheimrüstungen betrifft, so bin ich überzeugt, daß die Verkünder solcher Nachrichten im Auslande an dieses Märchen selbst nicht glauben. Das trübste an diesem Kapitel bleibt aber die Tatsache, daß diese Kreise des Auslandes zum größten Teil ihr Material von Deutschen beziehen, deren Triebseder entweder sanatischer Haß gegen alles Militärische oder gewöhnlichste Gewinnsucht ist. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß ich außerordentliche gesetzliche Maßnahmen gegen diese Staatsverleumder für erforderlich halte und auch beim Reichskabinett bereits beantragt habe. Es ist ein Lebensrecht, des Staates, sich gegen Verlumdungen zu schützen, die seinem Ansehen im Auslande den größten Schaden zufügen. Geheimrüstungen gibt es nicht. Ich habe aber nie ein Hehl daraus gemacht, daß wir alle Maß. nahmen zum Schutze unserer Grenzen treffen, soweit uns das unsere schwachen militärischen Kräfte und die uns auferlegten vertraglichen Bindungen erlauben, und ich bin selfenfest überzeugt, daß sich zur Verteidigung der Grenzen alle Kreise unseres Vaterlandes ebense zusammenfinden werden, wie in der Vertretung unseres vertraglichen und moralischen Rechtes auf Abrüstung.(Beifall). Abg. Dr Leber(Soz.) wendet sich gegen die Auffassung, daß Deutschland verpflichtet sei, alle Rüstungsmöglichkeiten auszuschöpfen, die ihm der Versailler Vertrag gelassen hat. Das Maß der Rüstungen müsse vielmehr bestimmt werden durch allgemeine politische Rücksichten. Zur Rede des französischen Kriegsministers Maginot erklärt der Redner: Es ist immer bedenklich, wenn Kriegsminister Politik machen. Die von Maginot gemachte moralische Unterscheidung zwischen den Nationen dient nicht dem Frieden, sondern der Fortsetzung des Unfriedens. Kein Deutscher, welcher Partei er auch angehört, wird eine solche Entscheidung anerkennen. Aba. Kivvenberger(Komm.) nennt den Wehretat eine Sumpfblüte in der Fäulnis der kapitalistischen Gesellschaft. Die Leitung der Reichswehr sei bestrebt, 60 Jahre Reichstag Am 21. März sind 60 Jahre verflossen, seit dem Tage, an dem der erste Deutsche Reichstag zusammentrat. ##e Ein Gebäude Wallot 188 in der Leipziger Straße zu Berlin(oben) diente dem Reichstage als provisorisches Heim, bis das von 1894 errichtete henige. JTeichslagggebände,(unten)#einer Bestimmung übergeben werden konmie.— Der erste Reichstagspräsident on(oden). sein Amtogenosse heute ist Paul Loebe(unten). aus dieser Wehrmacht ein Machtinstrument des Faschismus zu machen. Die Sozialdemokratie leiste den Faschisten dabei bewußt oder unbewußt Helferdienste. Trotz dieser Faschisierungsde, rebungen werde aber auch bei den Offizieren und Mannschaften der Reichswehr die Erkenntnis wach, daß nur im Bunde mit der Roten Armee Sowjetrußlands Deutschland befreit werden könne. Der Redner verliest schließlich eine Erklärung des im Leipziger Prozeß verurteilten Ulmer Reichswehrleutnants Scheringer. Sie beginnt mit dem Satz:„Das Kampfziel der revolutionären deutschen Jugend ist die Befreiung des deutschen Volkes. Befreiung heißt: Beseitigung des kapitalistischen Systems! Am Schluß der Erklärung heißt es:„Ich sage mich daher endgültig von Hitler und dem Faschismus los und reihe mich als Soldat ein in die Front des wehrhaften Proletarits.“ Abg. Ersing(Zir.) weist darauf hin, daß der Versailler Vertrag Deutschland nicht nur schwere Lasten, sondern auch demütigende Bedingungen auferlegt habe. Zu diesen gehöre auch die deutsche Abrüstung und die Beschränkung der Wehrmacht. Die begrüßenswerte Erklärung des Ministers, daß die Reichswehr gegen jede Ordnungsstörung von rechts oder links einschreiten werde, hat sicherlich bewirkt, daßtz die Nationalsozialisten ihre Drohung, auf die Straße zu gehen, nicht zu verwirklichen wagten. Ein Volk, das auf seine Wehrmacht verzichtet, gibt sich selbst auf. (Beifall). Wir stimmen der Meinung zu, daß die Angehörigen unserer Wehrmacht mit staatspolitischen Idealen erfüllt werden müssen. Das Vorgehen der Reichswehrleitung gegen die Ulmer Offiziere war eine Notwendigkeit. Wir billigen auch den Uniformerlaß, den der Chef der Heeresleitung an die früheren Offiziere ergehen ließ. Die Wehrausgaben sind größtenteils zwangsläufig; sie würden von selbst heruntergehen, wenn die Siegerstaaten eine Umorganisierung des ganzen Aufbaues unseres Heeres zulassen wollten.(Zustimmung.) Der Redner wendet sich dann scharf gegen die Rede des französischen Kriegsministers Maginot. Abg. Hintzmann(D. Vpt.) wendet sich gegen die Auffassung des Abg. Leber, daß Deutschland die ihm im Versailler Vertrag gelassenen Rüstungsmöglick keiten nicht voll auszuschöpfen brauche. Er bedauere, daß der Versailler Vertrag uns keinen ausreichenden Spielraum für die Schaffung der notwendigen militärischen Kräfte lasse. und daß die Verteilung der Mittel und Ausgaben für Heer und Marine genau vorgeschrieben ist. Insbesondere reiche der Schiffsbestand nicht aus zu einer modernen Ausbildung der Marineangehörigen. Aba. Sachsenberg(Wirtschpt.) meint, die Rede deo französischen Kriegsministers Maainot sei selbst von den französischen Chauvinisten nicht ernst genommen worden. Das englisch=französischitalienische Flottenabkommen bedeute nur, daß die Seeaufrüstung etwas eingeschränkt wird, damit um so stärker die Luftrustung betrieben werden kann. Italien hat dabei militärisch, volkswirtschaftlich und politisch ein sehr gutes Geschäft gemacht. Unsere Marinebauten dürfen nicht in jedem Jahre zu einem neuen politischen Streit führen. Die Sozialdemokraten sollten endlich ihre frühere Stellungnahme revidieren und sich füg diese Ersatzbauten erklären. Abg. von Lindeiner=Wildan (Volkskons.) bezeichnet es als notwendig. alle vom Versailler Diktat uns gelassenen Grenzen der Rüstungsmöglichkeit ganz auszufüllen. Abg. Döbrich(Landvosk) wünscht die Herausnahme der Fragen der Landesverteidigung aus dem Streit der politischen Parteien. A#bz. Dr. Külz(Staatspartei) verließt eine Erklärung, wonach sich seine Fraktion rückhaltlos in den Dienst einer Politik des friedlichen Zusammenlebene den anderen Bölkern stelle. Sie werde alles unterstützen, was unter Wahrung der nationalen Würde derauf hinauslaufe, die moralischen und rechtlichen Fundamente des Weltfriedens zu 79 Freitog, den 29. März Jahegang 1931 festigen. Lebensaufgabe des Völkerbundes ei es, wirksame Garantten für den Völkerfrieden zu schaffen. Deutschland habe ein unbestreitbaren Rechtsanspruch auf die zugesagte allgemeine Abrüstung. Nichts gefährde den Frioden mehr als das unwürdige und hysterische Geschwätz von angeblichen geheimen und übermäßigen Rüstungen Deutschlando. Die Reichswehr müsse ein sicheres Instrument des Staates sein in Gestalt eines Volkoheeres, dessen Angehörige aus allen Schichten genommen würden. Eine Poliiisierung der Wehrmacht ei abzulehnen. Offiziere und Mannschaften seien zu politiver Einstellung zum Staat zu erziehen. Jede auch nur mittelbare Verbindung mit staatsseindlichen Verbänden sei rücksichtslos zu unterbinden. Ausbau und Aufbau der Wehrmacht auf den gegebenen gesetzlichen Grundlagen lagen ieien nachhaltig zu fördern Strenge Disziplin bleide der Grundpseiler jeder Heeresdienstes. Abg Loibl(Bayer Volkspartei) betont daß die Gründung der neuen Armee für immer mit dem Namen des General= obersten von Seecki verbunden sei. Die Reichswehr habe sich in den zehn Jahren ihres Bestehens ein solches Vertrauen erworben, daß sie heute fest im Volke verwurzelt.sel. Abg. Schmidt=Westfalen(Christ! Soz.) erklärt, daß seine Partei durchaus realpolitisch eingestellt sei Sie lehne die Verherrlichung der brutalen Gewali ab. sei aber gleichzeitig der Aufsassung, daß eben'o wenig die bloße Reklamation des Rechtes die Geschicke eines Volkes zu gestalten vermag. Immerhin sei auch das Recht eine nicht zu unterschätzende Macht in der Weit. Gerade das ent:echtete Deutschland dürfe den Ruf nach dem Recht nicht verstummen lassen. Wer den Wehretat ablehne, helfe damit Deutschland zu einem Kriegsschauplatz vorbereiten. Trotz seiner geringen Größe sei unse: Heer doch ein Schutz gegen Angriffe und Ueberfälle. Von den Kommunisten ist ein Mißtraueneantrag gegen den Reichswehrminister eingegangen. Aba. Bornemann(Volksnational) nennt die Bejahung der Wehrjähigkeit und des Wehrwillens eine Selbstverständlichkeit. Kuhnt(Soz.) erklärt, auf der Marinewerst in Rüstringen ist die Kündigung der Arbeiter, die nationalsozialistische Propaganda trieben, wieder zurückgezogen worden Auch in anderen Fällen wird die nationalsozialistisch= Propaganda in Reichswehrb. trieben mi: großer Nachsicht behandelt. Der Bruder des Erzbergermorders Tillessea bekleidet dei der-Reichemarine eine gohe StelJung. Der Redner wendet sich dann gegen die Doppelverdiener in deer und Marine. Reichswehrminister Groner erklärt zum Schissobaversatzplan, es sei unverständlich, warum der Ersatz der überalierten Schisssmaterials sich zu einer politisch'n Streitfrage entwickelt hade. Ich könnte unmöglich an meinem Platze dletben, wenn dieser sachlich notwendige Ersatz abgelehnt würde. Ich din kein kritikloser Flotienschwärmer, aber eine aktionsfähige. wenn auch kleine deutsche Flotte ist von ganz entschidender Bedeutung für unsere Stellung in der Ostsee. wobei ich gar nicht einmal an Priegerische Auseinandersetzungen denke. Es ist ganz abfurd, wenn eutschlands Marineersatzbauten als ein Hindernis für die Seeabrüstung bezeichnet wrden. Nach dem neuen Marineabkommen werden 1936 an Marineionnage haben England 1137 200 Tonnen. Frankreich 670 723 Tonnen. Italien 441 256 und Deutschland nur 164 000 Tonnen.(Hört, hört!) Nach dem Versailler Vertrag kann Deutschland nicht eine einzige Kanone mehr deschaffen, uenn es auf die Marinc= ersatzbauten verzichtet. Wir können allo auf diese Bauten nicht verzichten. Auf meinen iusdrücklichen Wunsch ist dem Haushalt ein Schiffsdauersatzplan beigegeben, wei. die Marine nur bei einem planmäßigen Ausbau leistungsfähig erhalten werden kann Eo muß die Möglichkeit vorhanden sein, die Einrichtungen der Werften gleichmäßig auszunutzen. Daß die Schiffsneubauten avch bemannt werden können. kenn keinem Zweifel unterliegen. Der Minister spricht zum Schlusse die Bitte aus. auch den Marinehaushalt nur nuch sachlich vaterländischen Besichtspunkten zu beurteilen.(Beifall). Hierauf wird die Beratung abgebrochen. Sie soll am Freitog sortgesetzt wrden. Die Rostimmungen über den Aeyrhaushalt und den Marinehaushalt werden voraussichtlich Freitag mittag stattfinden. Es wird dann in die erste Beratung des Gesetzes über Jolländerungen eingetreten. Abg. Hlulic(Tez): Die sozialdeme. kratische Fraktion da. deschlossen, sich aud im Biinam bei der Atnimmung über dao Panzerschiff B der Stimme zu enthal en. (Pfni=Ruse bei den Kommunisten). Die Kommunisten haben am weniglten Aulet zur Aufregung. Die Teilnahme des#I.= miralo Tiliessen an der Stahlhelm=Ausstellung in Wilhelmehaven nötigt uns zu der Forderung, daß die döheren Marine. ofsiziere sich porttisch größere Zurüchal tung auferlegen möcht.n. Die Dedatte wird d un abgebrochen und as folgt die erste Beratung des zrietze: üder Zollinderungen, das dir Reicheregie. Schweres Eisenbahn-Unglück in Frankreich Schnellzug Paris-Bordeaux entgleist- 10 Tote und 50 Verletzte □ Perlo. 29. März.(Drahts.) Der Schnellzug Patis—Vordeauz, der um 19.32 Uhr die Hauptstadt verläbt, in in der Nähe von Etampes, eine Stunde von Paris aus bioher noch unbekannten Ur. sachen entgleist. Zehn Tote sind geborgen worden. Die Zahl der Verletzten deträgt 58. Wie weiter gemeldet wird, sind die beiden letzten Wagen doo Zuges, darunter der Speisewagen entgleist. Die Schwerverletzten wurden ins Krankenhaus geschafft. Eine Anzahl Leichtverletzter konnte in den nicht beschädigten vorderen Wagen die Reise sortsetzen. 26 keichtverledte bei einem EilenbahnungIn# in Neapel 9 Neapel, 29. März,(Drehts.) Infolge falscher Weichenstellung stieß dei der Einfahrt in den Bahnhof ein Personenzug aus eine Lokomotive. 17 Reisende und drei Bahndeamte wurden leicht verletzt. Schweres Flunzengunglück in Italien Drei SAdamerikaflieger toi * Rom, 20. März.(Drahtbe:.) Gestern mittag ist bei Marina di Pisa das Flugzeug„Savoya 64“, das die drei Teilnehmer des Südamerikafluges der BaldoStaffel, Oberst Madralena, Hauptmann Cecconi und Leutnant Damonis, an Bord hatte. ins Meer gestürzt, wobei alle drei Ofsiziere den Tod sanden. Minister Balbe Is sofert mit einem Flugzeug nach Bisa abgeflogen. Oberst Maddalene hatte unter den italienischen Offizieren die größte Zahl ron Auszeichnungen. Er und die beiden anderen Ertrunkeren hatten außerdem für den Sükamerikaflug die Goldene Luftfahrtmedaille erhalten. Erdbeben auf den Philippinen Kleche und Regierungsgebäude eingestürzt X Newyork, 29. März(Drahtb.) Wie Associated Pret aus Manila meldet, sind die Philippinen gestern von einem Eedbeben heimgesucht worden. Mehrere Personen wurden verletzt. Der Sachschaden in beträchtlich. Im Nordteil der Insel Luzan Rürzten einige Rirchtürme und Steingebäude ein. Mehrere Regierungsgebäude wurden beschädigt. Der Postmeister der an der Westküste der Insel gelegenen Stadt Lauag berichtet, daß mehrere Beamte verletzt wurden, als sie. von pan'schem Schrecken ersaßt, auf die Straße Kürzten. In einer anderen Oetschaft wurden zwei Lehrerinnen und einige Schulkinder durch herabsallende Ziegelsteine verletzt. Das Erdbeben, das auch in der Hauptstadt Manila, die im südlichen Teile der Insel liegt, verspürt wurde, dauerte drei Minuten. Auf Mindanae. der Südinsel der Philippinen, wurden Erdstöße von geringerer Stärke wahrgenommen. Erdrutsch bei Bern X Bern, 20. März.(Drahtber.) Bei der Gemeinde Rucschegg(etwa 20 Kilometer südlich von Bern) gerieten gestern ungefähr 60 Hektar Wald und Wiesenland ins Rutschen. Große Waldstücke befinden sich unter ständigem Krachen in Bewegung. Einige Hütten mußten geräumt werden. Vier Schwestern erschossen Angläckstat im Kanschzustand — Newyork. 29. März.(Drahtb.) Associadet Preß meldet aus Mexiko=Stadt, daß dort ein Mann namens Leopold Omelendez, der bekannt dafür war, daß er dem mißbräuchlichen Genun von Rauschgiften sich ergeben hatte, in einem Ansall von Raserei vier Schwestern mit einem Nevolver erschossen hat. Der Unglückliche hat daran Selbstmord begangen. „Viking“leute vor dem Hungertod? bilsschisfe und Flieger unterwegs :: Newyork, 30. März(Drahtb.) Die Regierung von Neufundland hat die Besatzungen der Hilfoschifse, die infolge der Eisverhältnissee Horse Joland nicht erreichen können, aufgesordert, den Versuch zu unternehmen, die Eisbarriere vor Horse Island zu Fuß zu überqueren, da die Schiffbrüchigen und die Bewohner der Insel in unmittelbarer Gefahr schweben, vor Hunger zu sterden. Das Hilfsschift„Sagona“, das fünf Seemeilen vor Horse Joland im Eise festliegt, soll als Lazarettschiff dienen. Der bekannte amerikanische Fli ger Bert Balchen, der Admiral Bord auf seinem transatlantishen Flug und dem Flug über den Südvol begleitete wird sich an der Suche nach den Vermißten der„Viking" beteiligen, die. wie man vermutet, zum Teil auf Eisschollen abgetri. ben sind Deutsche Flleger in Afrika— tells tells ull Glück, tells Unsere erfolgreiche Asrikafliegerin Elli Beinhorn(im Ausschnitt) hat nach Abschluß der Arbeiten einer deutschen wissenschaftlichen Expedition, an der sie tei genammen hat. von Bissao aus ihren Rückflug angetreten, der sie bisher über Bammako nach Timbuktu geführt hat. Weniger glücklich war der deutsche Sportflieger Ernst Uder (im Ausschnitt), der auf dem Rückfluge von Nairohi nach Europa wegen Brennstoffmangels in der gefährlichen Sumpflandschaft des oberen Rils. in der Gegend vom Malakal. notlanden mußte, dort gänzlich erschöpft von einem englischen Militärflieger aufgefunden und mit Ledenemitteln versehen wurde. Eine englische Hilfsexpedition ist von Chartum aus abgegangen. um Udets Flugzeug mit Brennstoff wieder fleitzumachen. rung bis zum 31. Marz 1932 die Ermächtigung zu Zolländerungen erteilt. Der Gesetzentwurf wird darauf dem Handelspolitischen Auschuß überwiesen. Gegen 7 Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag 10 Uhr. Auf der Tagesordnung chehen Wehrstat und Erat des Finanz= ministeriums. Kampf um die Schule Debatte in kandtag Berlin, 20. März.[Drahtber.) Der Preußische Landtag üterwies in seiner gestrigen Stitzung zunächst einen Antrag der Regierungsparteten ahne Besprechung an den Hauptausschuß, der angesichts der Finanzuot den für die Begabtenförderung bestimmten Teil des Schulgeldaufkommens bei den höheren Schulen von ein Vierte! auf ein Fünftel festsetzen will, wodurch über eine Million gespart wird. In der dann folgenden Aussprache zum Kultushaushalt behauptete Abg. Kerf (Komm.), das Zentrum stehe in der bürgerlich=sozialdemokratischen Einheitsfront gegen den sogenannten Kultusbolschewismus auch mit den Nationalsoziolisten Seite an Seite. Der Redner fordert 7,8 Millionen bei den Ausgaben für kirchliche Zwecke zu streichen und sie an die Arbeitslosen zu verteilen. Abg. Meyer=Herford(D. Vot.) verlangt, daß die berechtigten Forderungen der evangelischen Kirchen von der Regierung erfüllt werden. Abg. Graue(Staatspartei) wendet sich gegen die Religionsseinde. Viel gefährlicher als die dolschewistischen Bestrebungen erscheine ehm aber das Halenkreuz. das zum Symbol für den politischen M. u. chelmord und für eine ganz einseitige Rassentheorte geworden jet. A#tg. Grüter=Scherieber(Wirtschafts. partei) bezeichnet die Religien als die beste Stütze für den Staat. Wenn die politischen Gemeinden lo sparsam wirtschafteten wie die kirchlichen, sände der Statt heute„inanziell besser du. Auch eine Portei verlenge, daß der evangelische Vertrag endlich zum Abschluß komme. sozialen Leistungen der evangelischen Kirchen hervor. Beim evangelischen Rirchenvertrag müsse der Staat ein Schiedogericht onerkennen. Es gehe nicht an, daß immer nur evangelische Schulen für die Einrichtung von Sammelklassen benugt würden. während man die katholtschen Schulen demit verschone. Abg. Brißsche=Wormsleden(Dutl.) kritister: den Schullastenausgleich, der zur Finanznet vieler Gemeinden wesentlich beigetragen habe. Abg. Frau Stoffels(Ztr.) betont, emokraten durchführe, solle man erst einmel der Volks'chule Zeit zur ruhigen Entwicklung geden. Diese Rednerin erinner! daran, daß die Anstellungsnet bei den kathokiichen Junglehrern kesonders groß sei. Aba. Benscheid[Komm.) erklärt, in der Kirche würde der Faschiomus gezüchtet Abg. Frau von Ruleske(D. Bpt.) fordert größere Steiakeit und ruhigere Arbeit im Unterricht und Schuldetrieb. Das Prinzip der Arbeitsschule lei überspitzt. Eine zu weitgehende Aufklärung in sexuellen Dingen bringen sittliche Gefahren mit sich Aks von Besebemots: Wehner (Volfsrechtspertei) wünscht, daß es beld zu einer Einigung zwischen dem Staat und der evangeliichen Rirche kommen möge Ada. Hof!(Staatspartei) begrüßt die Möglichkeit eineo neunten Volks'chuljahr:e. bes. angesichte der Arbeitslosigteit, siele Eitern ele eine Entialtung betrochteten Do des Reichoschulgesetz scheinder nicht zu schaffen lei, müsle man eine Auflocerung der entsprechenden Bestimmungen der Reichsversassung erreichen. ##bg. De SOmidi=Höpke(Wirtschaftepartei) wendet sich gegen die P'äne auf #####en der Oberreima und Schaffung eines nennen Bolksschnliehres und wünicht dem Volksentscheid aus Landiaasauflösung Gefolg Ada Kliesch(Christl.=Sez.) helt die bevor man die Reformwünsche der SozialTEPPICHE GARDINEN VORHANGE KAUFT MAN BE E 1 C K S Ö HNE E S S E N Westsaleus Hilseruf an Reich und Staat * Münster, 20 März Der Haushaltoautschuß des Westsälischen Provinziallaudtages nahm im Verlauf seiner gestrigen Beratungen folgende von der Zentrumsroktion des Westsälischen Provinziallaubtages eingebrachte Entschließung an: Der Hauehaltsausschuß des Westfältschen Provinziallandtages richtet an Reich und Land Preuhen die dringende Bitte, mit tunlichster Beschleunigung eine anteilmäßige Entlastung der Stadt. und Landkreise von den überhandnehmenden Erweerbolosenlastn herbeizuführeen. Ein Ausgleich der Hauehaltopläne für 1331 kann trotz aller aufs schärfste durchgeführten Einschränkungen und trotz äußerster Anspannung der zugeteilten Ersatzsteuern angesichte der stetig steigenden Wohlfahrtolasten nicht herbeigeführt werden. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbolosen steigt in den Gemeinden ständig und wegen dieser Zunahme kann in Westsalen bei den großen Lagerbeständen an Kohle und Eisen selbst eine wenn überhaupt, so doch nur sehr langsam saisonmäßige Belebung der Wirtschaft, zu einer Entlastung der Gemeinden führen. Unverzügliche Hilfe des Reiches und des Landes Preußen ist daher unbedingt notwendig. um den drohenden Zusammenbruch der kommunalen Finanz zu verhüten. Zwei Opfer in Düsseldorf Die Lage welter gespannt :: D ü l s e l d o r s. 2 9. M ä r z. E i n zweites Opfer der Düsseldorfer Straßenkämpfe, von den bei den Straßenkämpfen verletzten Demonstranten ist im Lause der Nacht zum Donnerstag in den städtischen Krankenanstalten noch einer gestorben. Die traurige Bilanz der Demonstrationen weiß nunmehr zwei Tote und sieben Verletzte aus. Gestern wurden Flugblätter verteilt, in denen zu Demonstrationen gegen die gestrigen„Terrorakte der Polizei“ aufgefordert wird. Eine Zeitangabe ist in den Flugblättern nicht gemach!. Die Polizei hat alle Vorkehrungen getrossen, um eventuellen Ausschreitungen sofort entgegen. treten zu können. der Verkehr fordert zwei Ovser 85= und 50jähriger tödlich verunglückt " Langenberg, 20. März, Als der 88 Jahre alte Landwirt Wilhelm MHöller aus dem benachbarten Richraih am Tutwelm aus einem Auto stieg, wurde er von einer im gleichen Augenblick herankommenden Straßenbahn angefahren und derartig verletzt, daß er ins Krankenhaut gechafft werden mußte Dort ist er nach wenigen Stunden seinen schweren Kopfverletzungen erlegen.— In Ronsdor wurde in der vergangenen Nacht der in den 50er Jahren stehende Fabrikant Emil Windgassen aus der Remscheider Straße ungefähr 200 m von seiner Wohnung entfernt von einem unbekannten Personenkraftw gen angejahren und zu Boden geworfen. Rach Anlegung eines Rotverdandes brachte man ihn ins Krankenhaus, doch ist der Verunglückte bereits auf dem Wege dorihin gestorden. Der erste Bsschof von Nachen wurde im Kölner Dom geweiht 9 Köln, 20. März(Drahtbericht.) Im Kölner Dom fand gestern vormuten unter starkem Andrang von Klerus and Gläubigen die feierliche Bischofsweihe des bisherigen Kölner Dompropstes und Generalvikars Dr. Vogt zum Hirten der neuen Diözese Nachen statt. Kardinal und Erzbischof Schulte fungierte als Konsekrator. die deiden Weihdischöse Dr. Straeter(Aachen) und Dr. Hammels (Köln) als Mitkonsekratoren. Der Feier wohnten im Domschiff die Spitzen der kirchlichen und weltlichen Behörden bei, darunter die Domkapitel von Köln und Aachen. Oberpräsident Dr. Fucho. Landeshauptmann Dr. Horton, die Regerungspräsidenten Eligen(Köln) und Stieler(Nachen), Oberbürgermeister Dr. Adenauer(Köln) und Dr. Rombach(Nachen), Vizepräsident und Oberschulrat Dr Goecking(Koblenz). Nach der Bischofsweihe stimmte der Kardinal den ambrosianischen Lobgesang an. worauf der neue Bishof zum ersten Male segnend die weiten Hallen des Domes durchschritt. Bei der sich anschließenden Gratulationskur übermittelte Landesfinanzamts=Präsident Dr. von Brandt die Glückwünsche der Regierung. Holland-Sreude für Nachener Geubenopfer 2 Nachen, 29. März,(Drehtbez.) Baron Hoeoell doi Westerslier. Kommissar der Rönigin der Niederlande, der Provinz Limburg, und die Bürgermeister von Heerlen und Rirchraih sprachen bei der diesigen Regierung vor und überreichten dem Regierungorrästdenten einen Schest von 50(00 Mark für die Opfer der Rato strophe auf Grube Maria. Der Bettag wird dem Härtesondo zugeleitet. TE Hochw. Kumstselde, pletlertoc hochleine künstl. Weschselde em edeistem Produkl in mod Ferden Odwere fursbaeicde, pierUert oder elegente, selnmeschige küngt. reide begehrte(Luslidé: Herensoden enger abböng Oessins, für den i mer*3 Jahrgang 1531 Gh Stadtverwaltung gegen Doppelverdiener Arbeitsloseunot keunt dein Gebol (*) Kürzlich schon hatte die SPD bei den Etatberatungen einen Antrag gestellt, der eine Prüfung der Nebenverdienste der Städtischen Beamten, Angstellten und Arbeiter zum Ziele hatte; dieser Antrag ist auch angenommen worden. Dazu erfährt man, daß nun der Oberbürgermeister. an alle in städtischen Diensten stehenden Personen ein Rundschreiben gerichtet hat, das bis zum 1. April beantwortet sein muß. Danach muß angegeben werden, ob Nebenverdienste vorhanden sind, welcher Art und wie hoch diese sind; diese Fragen müssen auch für die Ehefrauen der in in Frage kommenden Personen ausgefüllt werden. In dem Schreiben wird auf die allgemeine Not und die sich immer mehr häufenden Klugen über Doppelverdiener bei den Behorden hingewiesen. und daß man sich sogar schon höheren Orts mit dieser Frage beschäftigt habe. Kunst im Etat Der optimistische Hauplausschus Konzerte genehm!gt Der Fehlbetrag wurde gesenht## Der Etal für Theater und böser Ausgang einer Kamenstagseier Selbstmordversuch im Keller (*) In der Siedlung Neujerusalem (Löchter) feierte eine Familie gestern abend Namenstag. Plötzlich entdeckte man, daß sich einer der Feiernden entfernt hatte. Man suchte und fand ihn im Keller, wo er versucht hatte, seinem Leben durch Erhängen ein Ende zu machen. Es gelang, ihn nock schnell abzuschneiden doch ist sein Zustand so bedenklich, daß er von der Unfallwache ins Krankenhaus gebracht werden mußte. (“) Wirtshauseinbruch in Buer. In der si zum Mittwoch wurd in eine Wirtschaft an der Gelsenkirchener Str. eingebroche. und Bargeld in Höhe von 100 RM. gestohlen. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange. (*) Einbruch bei der„Wohlfahrt" Erle. Ein Einbruchsdiebstahl wurde in der Nacht zum 19. März in dem Konsum Wohlfahrt in der Bismarckstraße in Buer=Erle verübt. Von der Hofseite aus gelangten die Diebe in das Innere, wo sie eine Tür gewaltsam erbrachen. Sie entwendeten dann aus dem Geschäft für 180 Mark Lebensmittel und Rauchwaren pp. sowie ein Buch mit Sparmarken für 100 Mark. (*) Motorradfahrer verunglückt. Auf der Dorstener Straße in Buer=Scholven. in der Nähe der Wirtschaft Butzmann, rannte gestern abend gegen 10 Uhr ein Motorradfahrer in vollem Tempo auf einen Kutschwagen. Der Motorradfahrer erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er von der Unfallwache ins Marienhospital gebracht werden mußte. (“) Mit dem Fahrrad schwer gestürzt. Auf dem Heimweg von der Arbeit stürzte gestern abend gegen 11 Uhr der Bergmann g. so unglücklich von seinem Fahrrad, daß er von der herbeigerufenen Unfallwache ins Erler Krankenhaus gebracht werden mußte. „Deutsche, kauft deutsche Erzeugnisse!“ Filmvortrag der Psaff=Nähmaschinensabrik (*) Am Mittwoch, dem 18. März, abends 8 Uhr, veranstaltete die Verkaufsstelle der Pfaff=Nähmaschinenfabrik im großen Saale des Gesellenhauses Buer, einen hochinteressanten Filmvortrag mit anschließender Ausstellung Der Film zeigt in eingehender Ausführung den Werdegang der Deutschen Pfaff=Nähmaschine(Qualitätserzeugnis). Aus der kleinen Schlosserwerkstatt im Jahre 1860 wurde die erste Pfaff auf den Markt gebracht, heute wird in der modern eingerichteten Fabrik in Kaiserslautern mit ca. 5000 Arbeitern aus Roheisen. den Hölzern und sonstigen Rohstaffen, die fast zu 96 Prozent aus Deutschland bezogen werden die Nähmaschine mit komplizierten Hilfsmaschinen im langen Arbeitsgang bis zum Transport durch Bahn und Schiff, hergestellt. Die Pfaff=Werke haben es auf einen Umsatz von über 2½ Mill. Nähmaschinen gebracht(Tagesproduktion 700 bis 800 Stück) und besitzen auf der ganzen Welt Anerkennung. Central-Theater Erle Klompte“ (“) Die Liebesaffäre einer Prinzessin mit einem ungarischen Rittmeister läßt diesen zum Hochstapler aus Liede werden. Das alles ist aber nicht allzu tragisch und schwer genommen. Dieser entzückende Tonfilm behandelt den Stoff reizvoll und ironisch. Theo Shall, Jans Junkermann, Julie Sedda und Arnold Korff schöpfen die Möglichkeiten zu ausgezeichneter Darsellung und hervorragendem Zusammenarbeiten sein und geschickt aus.„Nif und RafF ist wiederum ein gut gemachter, origineller Komikerfilm: das schöne Beiprogramm ergänzt dan Programm sehr vorteilhaft. (=) Der Hauptausschuß hat sich in den letzten Wochen, wie wir schon mehrsach berichteten, mit dem städtischen Haushalt für das kommende Jahr befaßt. In seiner letzten Sitzung vornehmlich hat er an einzeinen Etatspositionen gründliche Abstriche vorgenommen, so daß der Fehlbetrag von ursprünglich 6,5 Millionen auf 5,7 Millionen herabgesetzt worden ist. An sich ein ersteuliches Zeichen von Sparfreudigkeit. Trotzdem muß man den Optimismus der Stadtverordneten bewundern, die auch so gläubig zu sein scheinen, wie es die Stadtverwaltung im Falle der Sonderüterweisung von 3.5 Millionen Mark ist. Es wäre ja zu wünschen, daß die Regierung möglichst bald an diese Ueberweisung dächte und der Stadt diese Unterstützung zukommen ließe. Obwohl auch vom prinzipiellen Standpunkt mancherlei Bedenken gegen solche Sonderüberweisungen bestehen. Denn die Regierung ist in solchen Fällen kaum geneigt, diesen Zuschuß ohne Bedingungen abzugeben, wie sie es ja auch im Falle Gladbeck getan hat. Sie forderte dort die Stillegung der Realschule dafür. Gerechter und vor allem vernünftiger wäre, die Finanzverhältnisse zwischen Kommunen, Staat und Reich so auszugleichen und zu gestalten, daß derortige Notüberweisungen des Staates nicht notwendig sind. Dafür mitzukämpfen, muß erste Pflicht der Stadtverordneten sein, gleich welcher Richtung. * Was bei den letzten Etatsberatungen im Hauptausschuß am meisten interessiert, ist neden der Deckungsfrage die Frage des Volksbildungswesens, Thea. ter und Kunst. In der Deckungsfrage hat der Hauptausschuß ja einen Standpunkt eingenommen, der von der Bürgerschaft nur gutgeheißen werden kann. Für die Stadtverordneten darf, nachdem die Realsteuern zwangsläufig gesenkt werden müssen, auch keine Erhöhung der Bürgersteuer in Betracht gekommen. Diese Steuer ist bei ihrer jetzigen Staffelung die ungerechteste und unsozialste Steuer, die man sich nur denken kann. Die Regierung Brüning verdient es sicherlich, daß sie von allen einsichtigen Volksgenossen in jeder Weise gestützt und unterstützt wird, aber, daß sie die Einführung dieser sogenannten Kopfsteuer durchsetzte, wird ihr auch in späteren Jahren nicht mehr zum Ruhme angerechnet werden können. Anstatt die Großverdiener schärfer zu Steuerzwecken heranzuziehen, wälzt man wiederum die größte Last auf die schon längst wund geriebenen Schultern der kleinen Leute ab. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, als ob Stadtverwaltung und städtische Körperschaften einen allzu rosigen Optimismus hegen, durch den man sich über den Ernst der Lage und die wirklichen Verhältnisse hinwegtäuschen läßt. Das wird sich eines Tages noch bitter rächen. Denn, daß sich in den nächsten Jahren die Verhältnisse einmal so grundlegend ändern werden, daß das Tempo des kommunalen Lebens wieder schneller pulsiert, daran ist nicht zu denken. Und wenn auch einmal bessere Zeiten kommen, in den Kommunen wird man sie kaum spüren. Sie sind zu sehr vorbelastet. Sie haben in den letzten Jahren zu sehr für die Zukunft gelebt, haben zuviele Dinge vorweggenommen, so daß man sich mit einem ganz kleinen und bescheidenen Existenzfristen wird begnügen müssen „ Zu den Dingen, die zu groß aufgezogen worden sind, zu sehr auf Verhältnisse zugeschnitten, die wir als besiegtes Volk uns nie leisten können, gehört das Theaterund Kunstwesen in den Kommunen. Es wäre erfreulich und für das deutsche Volk ein Lob, wenn diese Dinge wirklich aus dem Gefühl der Liebe für künstlerische Werte geschaffen worden waren. Aber leider war Großmannssucht. Reklamebedürfnis usw. die Triebjeder zur Schaffung von Theater und Konzerisaisonen in Mittelstädten, die sogar Weltstädten Ehre gemacht hätten. Eine Stadt steckte die andere an. Und alles wäre zu entschuldigen, wenn wirkliche Fachleute am Aufbau gearbeitet hätten. Aber meist wurde die ganze Angelegenheit einer kommunalen Stelle überlassen, deren Tun von keinerlei Sachkenntnis getrübt wurde. Und so entstanden Bühnen= und Theateraffären von einem Ausmaß und Stil, die alles andere als werbend wirken mußten. Schließlich ist das Bedürfnis für Kunst auch nicht so groß, als daß die Ausgabe von Millionenbeträgen, wie es vielerorts geschehen ist, für Veranstaltungen, an denen doch nur ein bestimmter Teil der Bevölkerung interessiert ist, gerechtfertigt wäre. Damit soll nicht gesagt sein, daß sich der Kunstetat unserer Stadt etwa in Ausschweifungen ergangen wäre. Es muß betont werden, daß die Zuschüsse der Stadtverwaltung zu den Veranstaltungen sich stets in einem Rahmen hielten, der sich von dem anderer Städte vorteilhaft durch seine einfache Linie abhob. Nun haben die Stadtverordneten wiederum die vorjährigen Zuschüsse für das kommende Jahr gewährt. Das bedeutet, daß das kulturelle Leben in etwa wieder gesichert ist. Nun mag es Meinungen geben, die jede Zuschußgewährung für kulturelle Veranstaltungen ablehnen, besonders in solchen Notzeiten, in denen Tausende nicht wissen, woher sie das Nötigste nehmen sollen, um satt zu werden. Das ist eine Ansicht, der man nicht ganz unrecht geben kann und doch— der Mensch lebt nicht von Brot allein. Das Geistige in solcher Zeit völlig verkümmern zu lassen, hieße den Untergangsgedanken völlig freien Lauf zu lassen. Immerhin ist die Frage erlaubt, ob nicht auf dem Gebiete des Theaters mehr als bisher eingespart werden kann. Schließlich waren die Darbietungen der die Gastspiele gebenden Bühnen von Düsseldorf und Münster nicht so ausschließlich künstlerischer Natur, als daß ilre Bewertung nur nach rein künstlerischen Gesichtspunkten zu erfolgen hätte. Es wurde viel zur Unterhaltung gespielt, dem Geschmack des Publikums in allzu weitherziger Weise Rechnung getragen. Für solche Veranstaltungen kann man bestimmt nicht das gleiche Geld auswersen, wie für die Darbietung von Kunstwerken, die Gewicht und Bedeutung haben. Schließlich ist es doch Privaten möglich, Operetten und Lustspielabende mit Gewinn zu geben. Weshalb soll das der Kommune nicht möglich sein? Ein vollbesetzter Schauburgsaal in Buer gewährleistet doch rentable Vorstellungen. Und im letzten Winter war doch die erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, daß die Schauburg fast bei jeder Vorstellung vollbesetzt war. Und sie wäre es immer gewesen, wenn der Spielplan der Münsteraner nicht so schrecklich farbund gewichtslos gewesen wäre. Hier muß im kommenden Jahre auch Wandel geschafsen werden. Eine Planwirt= schaft muß auch auf dem Gebiete der Kunstpflege möglich sein. Leider ist gerade auf diesem Gebiete ein willkürliches Nebeneinanderherarbeiten von Institutionen festzustellen, die durch vielerlei Bindungen zur Zusammenarbeit verpflichtet wären. Hier müßte die so oft genannte Vestische Arbeitsgemeinschaft endlich einmal in Kraft treten. Hier könnte ein Anfang gemacht werden... Der Hauptausschuß hat auch das Konzertleben in seiner jetzigen Gestalt genehmigt, vielmehr, er hat die Zuwendungen des jetzigen Jahres in kleinen Abänderungen festgesetzt. Interessant ist die Art, wie der Hauptausschuß zu der Frage der Stelle des städtischen Musik= direktors Stellung nimmt. Bekanntlich war der Vertrag des Musikdirektors in diesem Monat abgelaufen, die Stadtverwaltung hatte Herrn Belker mitgeteilt, daß sie auf seine Wiedereinstellung wahrscheinlich werde verzichten müssen. Indessen wurden soviele Stimmen laut, die auf eine Beibehaltung des städtischen Musikdirektors drängten, so daß der Hauptausschuß in der Weise einen Ausweg gesucht hat, daß er die Zuwendungen für die Musikvereine um den Betrag erhöhte, der ungefähr der Hälfte des Gehaltes gleichkommt, das der Musikdirektor jetzt bezieht. Das ist zwar ein Ausweg, der den Interessen des Musikdirektors in etwa gerecht wird, der aber keine Lösung der Frage, wer das Musikleben jetzt leiten soll, bringt. Hier wird man doch schon nach kurzer Zeit erkennen müssen, daß dieser Beschluß nur eine halbe Maßnahme ist. Der Wes zum Eigenbeim Vortrag von Direktor Ackermann über die neue Wüstenrother Bausparkasse (“) Ueber das Thema„Der Weg zum Eigenheim und zur Ablösung teurer Hypotheken führt über eine gute Bausparkasse“ sprach am Dienstagabend vor einer größeren Anzahl Interessenten Direktor W. Ackermann, Mitbegründer des deutschen Bausparwesens von der Neuen Bauspar= kasse G. m. b H. in Wüstenroth. Von der Erkenntnis aus, daß jedem Deutschen sein Eigenheim zusteht. gründeten wir vor mehreren Jahren in Gemeinschaft mit Herrn Georg Kropp aus Wüstenroth, dem geistigen Urheber des deutschen Bausparwesene eine deutsche Bausparkasse. Inzwischen sind natürlich eine ganze Reihe neuer Unternehmungen gefolgt. Kropp gründete im vergangenen Jahre nach Trennung von seinem ersten Werk die„Neue Bausparkasse G. m. b H.“ in Wüstenroth. Die eigentliche Entstehung der Eigenheimbewegung zu schildern, würde zu weit führen. In England und Amerika hat die Eigenheimbewegung schon lange Jahre festen Fuß gefaßt. Beispielsweise wohnen in England 83 Prozent der Bevölkerung in Eigenheimen. In Deutschland nur 18 Prozent. In Amerika allein sind rund 29 Milliarden bei den Bausparkassen investiert. Vielfach wird behauptet, daß das deutsche Bausparwesen eine Kopie des englischen und amerikanischen Sparwesens sei. Weiter befaßte sich der Redner noch mit der Bauspargesetzgebung, die noch in diesem Jahre kommen wird. An Hand zahlreichen statistischen Materials erläuterte der Referent schon eingehend das System der neuen Bausparkasse Wüstenroth. Gleichzeitig teilte der Vortragende mit. daß bei der zweiten Baugeldzuteilung im April alle Zuteilungsberechtigten das beantragte Darlehen, Gesamtsumme 500 000 Mark, erhalten haben. Weiter wurde auch auf die Vorteile aufmerksam gemacht die durch diese Art der Errichtung von Häusern unseren Handwexkern zufließen. Der Redner teilte mit, daß für Interessenten der Vertrauensmann Rednos, Gelsenkirchen=Buer, Steinmetzstraße 5, zu weiteren Auskünften jederzeit bereit sei. (*) Quartett„Beethoven“ auf Schloß Berge. Am Sonntag bot das Buersche Quartett„Beethoven“ den Gästen auf Schloß Berge etwas ganz Besonderes. Mit vorzüglichem Stimmenmaterial sangen sie kleinere Lieder humorigen Inhalts und das Publikum war sehr beifallsfreudig. Sehr gut gefielen, wie immer, die schönen alten deutschen Volkslieder. Für offene Verkaufsstellen. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Reckling= hausen teilt mit: Im Polizeipräsidialbezirk Recklinghausen dürfen die offenen Verkaufsstellen am letzten Sonntage vor Ostern(2., 3. 1931) am letzten Sonntage vor Pfingsten(17. 5. 1931) und am letzten Sonntage vor Allerheiligen(25. 10. 1931) von 13 bis 18 Uhr für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. Während dieser Zeit ist die Beschäftigung von Gehilfen. Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe gestattet. Für die Sonntage vor Weihnachten wirt noch eine besondere Regelung erfolgen. Nummer 79 Freitag, gen 2n März 1931 Achten Sie auf die Antenne Der Diebstabl Sühl Tabak und Spirituolen gestohlen (—) Aus einer Wirtschaft in der Ahstraße in Gelsenkirchen wurden durch Einbrut in der Nacht zum 18 März folgende Rauchwaren entwendet: drei Packungen Zigaretten zu je 460 Stück und zwar folgende Marken: Atikah, Ravenklau, Ulmenried und Ova 100 Zigarillos, Marke Sandblatt, eine halde Kiste Zigarren, Marke Präsident, eine halbe Kiste, Marke Zauberslöte, zwei Tischdecken, blau und brann gemustert. Ferner wurde ein in der Wirtschaft ausgestellter Spielautomat erbrochen und seines Inhaltes beraubt. In der gleichen Nacht wurde in eine Wohnung In der Ueckendorfere Straße eingebrochen Auher Lebensmittel wurden noch aus dem Keller sechs Flaschen Sekt und zehn Flaschen Wein gestohlen. Weiter wurden aus einem Zigarren= und Zigarettengeschäft, Im Gartenbruck, folgende Sachen gestohlen: Etwa 160 Schachteln Zigaretten, etwa 20 Pfund Tabak, 9 Tabakpseisen, 180 Zigarillos zu 6 Pfg., acht Taseln Schokolade und 22 Päckchen Zigarettenpapier. Sachdienliche Angaben nimmt die Kriminalpolizei. Wildenbruchstraße 11—13, Immer 4 bis 12 entgegen. Belrugsfälle vor dem Gelsenkirchener Gericht Eo klappt nicht immer (—) Im November vor. Jahres begab sich der Vertreter Joseph K. zu dem Kaufmann B. in Gelsenkirchen und offerierte diesem als Beauftragter einer deutschen Einkaufsgesellschaft in Holland verschiedene Sorten Gemüse. Der Kaufmann bestellte und zahlte die Hälfte des Kaufpreises 255 Mark an. Einige Tage später holte sich K bei ihm noch 130 Mark für den Zoll ab. Seither blieb K. verschwunden, auch die Gesellschaft in Holland war ein Schwindelunternehmen. Die Geschichte brachte K. in der gestrigen Verhandlug sechs Monate Gefängnis ein. * Ein Former aus Gelsenkirchen besaßte sich mit kleineren Betrügereien in Warenhäusern. Er kaufte in den Abteilungen Wir. ein und geug dann mit den Bous nach draußen, wo er einen gefälschten Stempel ausdrückte. Bei einer solchen Gelegenheit war er von einem Warenhausdetekt:n gesaßt worden Urteil: zwei Monate bei Strafaussetzung die sich das Gericht vorkehält. * Zwei Wochen Gesängnis bekam ein Dekorateur, der seine Ferma, die er auf einer Ausstellung vertreten hatte, am kleinere Beträge hintergingen hatte. Er war gerade kurz vorher in Köln wegen ein:r ähnlichen Sache zu einem Jahre verurteilt worden. Eine Frau E hatte den Beruf einer Korsettreisenden ergriffen. Um etwas zu verdienen, fälschte sie auf Anraten mehrerer Bekannten, die in derselben Branche tätig waren, einige Provisionsscheine. Während diese nur in eine Geldstrafe genommen wurden, bekam die einen Monat Gefängnis bei Strafaussetzung. Neue Vererdnung über Außenantennen 1 Wann ist bei Anlage einer Antenne eine Bauanzeige ertorderlich? m Als mit der Ausbreitung des Rundsunls der Kreis der Rundsunkhörer sich ständig vergrößerte und die Zahl der Außenantennen fast von Tag zu Tag zunahm, sahen besorgte Gemüter wegen des manche Straßen mehr und mehr überspannenden Drahtgewirrs schon all. rlei Gefahren für Leib und Leben der Straßenbenutzer wie für das Straßenbild selbst heraufziehen. Da staatlicherseite Zurückhaltung geübt wurde, um die aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen erwünschte Entwicklung des Rundsunks nich: zu stören, sahen sich die Polizeiverwaltungen mancher Städte wie z. B.(1925) sowohl aus Sichorheitsgründen wie zum Schutze des Ortsbildes gegen Verunstaltungen veranlaßt, polizeiliche Vorschriften gegen die Anlage von Hochantennen zu erlassen. Erst am 15. Juli 1926 kam die erste Regierungs=Polizeiverordnung dieser Art für den Regierungsbezirk Münster heraus Sah diese noch eine baupolizeiliche Genehmigungspflicht für Antennen vor, so stellte die an deren Stellen getretene Poll#eiverordnung vom 10. März 1927 ausdrücklich fest, daß Außenantennen einer Baugenehmigung nicht bedürfen. Es wurde lediglich eine Anzeigepflicht für solche Antennen, die öffentliche Verkehrsflächen kreuzen, vorgeschrieben. Da diese Verordnung den neueren Erfordernissen der Preußischen Minister für Volkswohlahrt, des Innern und für Hand! und Gewerbe eine neue Polizeiverordnung vom s März 1931 für den Regierungsbezirk Münster(außer Best Recklinghausen) erlassen worden. Sie ist in der letzten Nummer des Regierungsamtsblattes abgedruckt. Diese erläutert zunächst den Begriff der Außenantennen als im Freien angeordnete Luftleiter, die zum Empfang der von einem Sender ausgestrahlten elcktrischen Wellen dienen; sie bedürfen einer baupolizeilichen Genehmigung nicht. Die neue Verordnung entspricht daher in die ser grundlegenden Beziehung ihrer Vorgängerin und ebenso darin, daß zur Anlage einer Antenne eine Bauanzeige erforderlich ist, wenn diese öffentliche Fernleitungen, Straßen, Straßenbahnen oder Eisenbahnkörper überqueren. Ferner ist eine Anzeigepflicht vorgesehen, wern de Anlage in einem Gebiet erfolgt, das gegen Beeinträchtigungen auf Grund der Verunstaltungsgesetzes vom 15. Juli 1907 geschützt ist. Für Münster trifft das auf die Straßen. Plätze und Gebäude zu. die dem Ortsstatut zum Schutze der Stadt Münster gegen Verunstaltung des Ortsund Straßenbildes vom 3. März 1913 unterworfen sind. Die Bauanzeige, welche die Lage des nicht mehr entsprach, ist auf Verordnung Grundstücks und eine Beschreibung der zu verwendenden Baustoff; zu enthalten hat ou vor Beginn der Ausführung der Baupolizeibehörde schriftlich eingereicht wer den Wenn es das öffsentliche Interesse ersordert, kann die Baupolizeibehörde im Einzelsad die Einholung der Baugenehmigung verlangen. Mit dem Bau der Anlage darf in diesem Falle nicht vor erteiler Genehmigung begonnen werden; auch ist dann die Fertigstellung bei der Baupolizei zweis Abnahm prüjung anzuzeigen Um eine ordnungsmäßige Instandhalung er Anlage zu erzielen, macht die Verordnung die Antenneninhaber hierauf ausdrücklch aufmerksam. Die Baupolizeibehörden werden ihr besonderes Augenmerk gierauf richten müssen, wenngleich nicht zu verkennen ist, daß sich das nur unter Schwierigkeiten durchführen läßt. Sowohl fur die Anlage wie die Unterhaltung sind die vom Verbande Deutscher Elektrotechniker ausgestellten Vorschriften für Außenantennen nebst Ausführungsmerkblatt von maßgebender Bedeutung. Erwähnt sei noch, daß im Gebiete der Verbandes Ruhrkohlenbezirk, der bekanntlich neden Teilen der Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf das Vest Reck linghausen umsaßt, eine gleichlautende Polizeirerordnung vom Verbandspräsidenten erlassen worden ist. Frühlug 1931 an der Ossee Während der Frü Stettiner Haff n einem dort im kalender= und wettermäßig seinen Einzug hält, ist das längst nicht„vom Eise befreit“. Diese Aufnahme, die von Eise festliegenden Passagierdampser aus gemacht wurre, zeigt zwei Frachtdampfer, die sein Schicksal teilen. Gelsenkirchener Flluschan Capitol=Theater Nur noch bis einschließlich Montag der n ueste 100prozentige Ton= und Sprechfilm„In Wien hab' ich einmal ein Mädel geliebt". Die Hauptrollen verkörpern Werner Inetterer und Greie Theimer. außerdem wirken noch Ernst Beredes, Trude Hesterberg, Hans Junkermann u. e. mit. Wiener Vorstandtiheater. Preter. Heurigen, ein bisser! Liebe und ein bisser! Leichtsinn, ein bißchen Traurigkeit und ein bißchen Uebermut, das ist der neue Film. Hierzu in Erstaufführung„Wenn die Abendgloden läuten“. Ein wund rbarer Großfilm aus den bayrischen Bergen. In den Hauptrollen Hans Beck=Gaaden, Maria Mindszenti u. a. Flip, der Detektiv. ein reizender Kurztonfilm, d= neueste Wochenschau und ein Rulturfilm ergänzen das sehenswerte Programm. Avollo=Theater Mady Christians, der Liebling der Gelsenkirchener, spricht und singt wiedet in einem neuen Groz=Tonfilm.„Dae Schickal der Nenate Laugen“. Eo in die Gechichte von der Mutterliebe. die stärker ist als die Liede zu einem Mann Mady Christiano. Franz Lederer. Alfred Abel und der kleine Rolf Drucker sind die Helden dieses Tonfilmo. Einige Chansons von Ho länder und Relson sind wirkungsvoll in das Geschehau des Filme verslochten.— Um allen Gelegenheit zu geben, die lustige und heitere amüsante Tonfklm=Operette noch einmal zu sohen läuft noch einige Tage.„Det BeitelRudent“ mit Frin Schulz Jarnila Novotna. H. H. Pollm un und Hermann Picha. Dazu die neue tönende Wochen=) Railäferbund Selsenkirchen=Burr. Am Sonnabend findet bei Anton Ruhnig. Gebenkinnen. Ebertstraß=(gegenüder dem Hans=Sache=Hauss die monatliche Zu sammenknuft aller ehemaligen Garde[Aliliene Rlatt. „Das kand des tüchelus“ Aufführung im Hans=Sachs=Haus (=) Diese Operette hat im Fluge sämtliche Bühnen erobert und stets nur ausverkaufte Häuser gebracht. Lehar hat durch seine herrliche Musik und die bekannten Lieder„Dein ist mein ganzes Herz“.„Immer nur lächeln".„Meine Liede. Deine Liede" usw. dieser Oepertte eine besondere Anziehungskraft zu geben. Die Mitwirkung von Dagmar Christiansen von der Norwegischen Staatsoper und anderer namhafter Künstler bedeutet für Gelsenkirden ein Ereignis. Die Leitung des groben Orchesters liegt in den bewährten Händen von Dr. Paul Werner, Berlin. Original chinesische Prachtausstattung von Prof. Günther. Da das Berliner Restdenz=Theater bisher große Erfolge erzielte, mußten in vielen Städten diese Aufführungen mehrere Tage wiederholt werden. Die Eintrittspreise detragen 0.80 dis 2.50 Mark(alles numerierte Plätze). Vorverkauf bei Müller, Neumarkt Samstag ab 14 Uhr und Sonntag ab 11 Uhr Theaterkasse im HansSachs=Haus.(Näheres siehe Anzeige). (—) Städlische Veranstaltung.„De Laud!“ von Hermann Suter singt der städtische Musikverein heure— Zreitag. im Hans=Sachs=Haus unter Leitung des städtischen Musikvereins Belker und unter Mitwirkung eines ausgezeichneten Solistenquartetts, des Knabenchores des Realgymnasiums und des Rädtischen Ortesters Bockum. Boginn 30 Uhr. Sechster Konzert in Vormiete. Tageskarten zu 1, 2. 3. 4 Mark im Rädtischen Bildungsamt(HansSachs Haus. Zimmer 228). in den bekannten Verkaufsnebenstellen und an der Abendkasse (—) Theaterabend in Bulmis. Am Sonntag wird von der Theaterabteilung das evangelischen Arbeitervereine im Lokale Meschede das Schauspiel„Der Schuf im Erlengrund“ zur Aufführung gelangen. Eintritt 40 Pig. (—) Neuer Verstand im evangelischen Männen= und Jünglingsverein Jeßler. In der letzton außerordentlichen Mitzliederver. sammlung fand die Umwahl des bisberigen Vorstandes statt. Jum 1. Vorsitzenden wurde Fr. Hartwig gewählt, zum 2. Vorsitzenden Christan Finke, zum Schriftführer Walter Seega. Beisitzer wurde Ludwig Kramer. Am kommenden Son#itug Begrüßungsfeier der Konfirmanden im Vereinshaus. (—) Silberhochzeit in Gelsenkirchen. Morgen feiern die Eheleute August Lotzmann und Frau Auguste geb. Paykowfki, Belfortstraße 15, das Fest der silbernen Hod zeit. (—) Staatsexamen bestanden. In Münster bestand Herr Helmut Berns aus Gelsenkirchen sein Staatsexamen für das das Lehrsach der Philologie mit dem Prädikat gut. (— Ost= und Westpreutenbund Gellenkirchen. In der im Lokale Linden abgehaltenen Versammlung, die vom 1. Vorsitzenden Scherzberg geleitet wurde, gedachte man in erster Linie der Wiederkehr des Abstimmungstages in Oberschlesten. Herr Scherzberg gab eine anschiuliche Schilderung des Abstimmungstages. 27 Neuaufnahmen wurden getätigt. (—) Neuer Erwerbolosenkursus in Gelsenkirchen. Der evangel. Männer= und Jünglingsverein hält in der kommenden Woche wieder einen neuen Erwerbsissenkursus ab. der Montags und Donnerstags vormittags stattfindet. Es werden an diesen Tagen die Fächer Deutsck und Literztur. Geschichte. Rechnen, Buchführung, Soziale Gesetzgebung und Arbeiterrecht durchgenommen. Dienstags abende wird eine Zuensunde eingelegt, während Samstags von 5 bis 7 Uhr Spiel und Sport getrieben wird. Die Erwerbolosen aus allen Stadtteilen können sich an diesem Kursus unentgeltlich beteiligen. (—) Dienstjubiläum bei der Stadtverwaltung. Der Stadtoberinspektor Lei stenschneider kann am 20. März 1931 auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Stadtverwaltung Gelsenkirchen zurückblicken. An seinem Ehrentage wird der Jubilar von der Verwaltung und den Mitarbeitern in der üblichen Weise geehrt. (—) Bezirkskartell der cheistl. Gewerkchaften Selsenkirchen. Samstag, den 21. März, 18 Uhr, im Gewerkschaftsheim. Ecke Roon= und Industricstraße. Vortrag:„Die Krankenversicherung", von Verwaltungsdirektor Reisenrath.— Der Gewerkverein christl. Bergarbeiter hält Sonntag, den 22. März in Heßler, 10 Uhr, bei Fischer, Funktionärkonferenz von Wilhelmine Viktoria 1=4 und 2=8 ab.— Christlicher Metallarbeiterverband. Rechtsschutzstunden finden statt jeden Freitag, nachmittags von 3.30 bis 6.30 Uhr im Sitzungszimmer des Verbandshauses, Elisabethstraße 6.—Städt. Betriebe. Freitag, den 20. März, abends 8 Uhr, im Lokal Clemens Dirkes. Sellhorststraße, Versammlung der in den städt. Betrieben beschäftigten Verbandsmitglieder.— Jugendversammlung findet statt am Freitag. den 20. März, abends 7.30 Uhr, im Lokale Ww. Dirkes, Vereinsstraße 59.— Ortsgruppen Altstadt und Bulmke: Samstag, den 21. März, abends 7.30 Uhr, gemeinsame Versammlung. An den am Samstag, den 21. März, nachm 6 Uhr im Gewerkschaftsheim. Ecke Roonund Industriestraße stattfindenden Unterrich Kursus müssen die Verbandskollegen restlos teilnehmen. G6 Grippe Erkältungekrarßheiten werden mit den hervorragend bewährten Togal=Tadietten erfolgreich bekämpft. Im Anfangsstadium genommen, verschwinden die Krankheits=Erschemnungen sofort. Ueber 6000 ustariel beglandigte ärztlicke Gutachten, darunter viele von demhaften Professoren und aus ersten Kliniken u. Krankenanstalten. Ueberraschende Erfolge! Togal beseitige die Krankheitsstofte an natktlichem Wege, eo 1on die Hornsöure Frag. Gie Ihr. Arzi. Machen Sie noch heute einen Versuch! In all. Apoth. M. 1.40 Krlegsspiel in dorst Es ist ein Schutz gefallen.... O Nachdem es in den letzten Tagen in Horn schon zu verschiedenen Reidereien zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten gekommen war, gab es Mittwoch am Spätabend reichlich dicke Luft. Nach einigen Vorplänkeleien in der Helenenstraße degaben sich die Linkoradikalen in ein Wohnhaus an der Koststraße, dort erschienen ihre Widersad er, die sich inzwischen aus Karnap und Heßler verstärkt hatten, bei welcher Gelegenheit einige Schüsse sielen. Angefähr hundert Personen waren insgesamt in Aktion, etwag nach 23 Uhr erschten das Uebersallkommando und nahm eine Reide von Ruhestörern fest und transportierte sie nach Buer. In dem erwähnten Hause sand die Polizei gestern im Laufe des Tages eine Menge Hiebwaffen vor, außerdem wurden weitere Verhaftungen vorgenommen. Die Polizei meldet dazu: In der Nacht zum Donnerstag hörte eine Polizeistreife in der Siedlung Nordstern mehrere Schüsse fallen. Gie ging der Skallrichtung nach und entdeckte eine größere Gruppe von Personen, die bei ihrem Erscheinen flüchtete. Das Ueberfallkommando durchsuchte die enliegenden Häuser und nahm in einer Wohnung 16 und in einer anderen 4 Personen fest Es handelt sich um Nationalsozialisten. Man fand bei ihnen Hieb= und Stichwassen. Ein Berg= invalide machte kurz darauf die Meldung, daß er von einer größeren Gruppe überfallen worden sei. O Versammfung des Horster Verkehrs. In der nächkten Wode Lölt der Horster Verkehrsverein seine Generalversammlung ab Die Tugesordnung umsaß: neben der Erstattung des Jahres. un Geschäftoberichtes wictig. Horster Verkehrsfragen. Eeine besondere Aussprache loll üter die Straßenbaqninie Bey-Horst herbe geführt werden. O Werbeabend der Horster Werkjugend. Der Werkjugendoerein veranstalte; am Sonntag im Saal= des Gesellenhausee einen Werveabend. ssen Pogrammn verchiedene theatral'iche Darosetunge- vorsieht Der Reinertrag ist zun Besten der Irgendpflege best mntt O Im Silderkranze. Morgen feiern die Eheleute Wilnelm Rubineg Lus der Heßler Straße das Fest der älbernen Hochzeit. O Prüsung bestanden. Vor der Handwerkskammer in Münster bestand der Metzgergeselle Wiehelm Bürgers aus der Fischerstraße in Herst seine Meisterprüfung mit gutem Erfolge. O Horster Vergleute unter sich. Eine Schlägerei entstand am 18 März in Horst. Dabei wurde der Bergmann K. von dem Bergmann P. derart mit einem Gummischlauch bearbeitet daß er dem Krankenhause zugeführt werden mußte Die polizeilichen Ermittelungen sind eingeleitet. Freies Wort Diele Rubelt Reht allen Beiern obes Rüche: em bie Bartei zur freien ausspract über wictint Tegeswagen zur Vertügung. Beschwerden, Dünior. an regungen und perihnliche Ersichten töanen bim ubert werden, faus bie Berbfientlichung im Juteasse der Aügem inheit logt Die Schrtitleitung wrägt für biele Einlenbungen nur bis meehgslenWarnung vor einem Schwindler In den letzten Monaten macht sich ein gewisser Heinrich Lämmer aus Essen, Vertreter des Vereino für Familienschutz an Kriegsbeschädigte, Kriegereltern und abgesundene Kriegsbeschädigte heran und gibt sich als Rechtsberater des Familien= schutzes aus. Er erzählt den Leuten, daß er ihnen hohere Renten herausholen kann. Den abgejundenen Kriegsbeschädigten redet er vor, daß er dafür sorgen will, daß sie wieder Rente bekommen. Für diese Versprechungen läßt er sich gut bezahlen. Es sind Fälle bekannt, wo er 20. 25, 50 Mark und mehr den Leuten abgeschwindelt hat. Einem alten Kriegerelternpaar hat er erjählt, daß sie zu wenig Alters= und Elternrente bekommen und er wolle dafür orgen, daß beide Renten erhöht werden, da sie doch mit den paar Mark nicht auskommen können. Dabei muß er als Rechtsberater doch wissen, daß beide Renten gesetzlich geregelt und festgelegt sind. Und für diese Versprechungen habe er sich von den alten Leuten die Kleinigkeit von 18 Mark geben lassen. Einige Tage später starb der alte Kriegervater. Nun hatte er die beste Ausrede. Denn er sagte zu der alten Frau, daß er jetzt in der Angelegenheit nichts machen könnte. Wenn er es ehrlich meinte, war es seine Pflicht, der alten Frau das Geld wieder zurück. zugeben. Als uns nun die Machenschaften dieses Herrn zu bunt wurden, haben wir uns an die Hauptgeschäftsstelle des Vereinfür Familienschutz gewandt mit der Bitte um Mitteilung, ob L. festes Gehalt bezieht, und ob er berechtigt ist, für Beratungen und Auskünfte extra Bezahlung verlangen kann. Auf dieses Schreiben bekamen wir folgende Antwort: Wir kommen zurück auf Ihr Schreiben vom 6.. Mts. Wie Sie aus beiliegender Satzungen ersehen, dieten wir unseren Mitgliedern unentgeltlich Rechtsberatung. Lämmer, den wir am 6. November v. J. als Bezirksleiter einellten, hat uns erklärt, daß er als Nechtsberater behördlich zugelessen sei. Er wollte also nicht beaussichtigt sein. Tatsächlich war ihm die Rechtsberatung durer das Polizeipr H. ium Essen verboten worden. Hiervon hatten wir jedoch keine Kenntnis. Nun hat Lämmer ein Rechtsberatungsgeschäft betrieben und unseren Verein lediglich als Decknamen mißbraucht. Während der Verein lediglich Beratung in Rechtsfachen bietet, bot sich L. als Rechtsvertreter an und ließ sich durchweg gute Vorschüsse zahlen. Die paar Mark Monatsbeitrag, die wir aus Horst zu bekommen hatte, führte er erst dann ab. wenn wir jedesmal gedroht hatten. Ende v. Mts. blieb er uns wieder die Abrechnung huldig. so daß wir ihn fristlos entlassen haben. Und da meldeten sich eine Amahl Mitglieder mit dem Bemerken, daß 2. für Rechtsvertretungen erhebliche Vorschüsse in Empfang genommen habe. Unser Verhältnis zu den Mitgliedern ist durch die Satzungen klar vorgezeichnet. Und wenn die Mitglieder irgendwelche Geschäfte machen, die mi. unserem Verein und seinen Satzungen nicht nur nichts zu tun haben. ondern sogar in Widerspruch stehen. so tragen die Mitglieder selbst die Verantwortung. Wir können den Mitgliedern nur empfehlen, Anzeige bei der S.aatsanwaltschaft zu erstatten. Reichobund der Kriegobeschädigten Kriegsteilnehmer und Kriegethinienbliedenen. Ortogruppe Horst=Emscher. Verantwortlich für Polittk Provinz und Vermischtes: Will: Witt. für Lokelen. Sport und Reuilleton: Baul Rleie: für Theater. Konzerte und bildende Dr. Depenheuer. für den A# teil: Rudolf Heinz, sämtlich in senkirchen=Buer Berliner Schriftleitung: Karl Fischer. Berlin, Wilhelmstraße. Run 79 1931 gesordnung umseß: 9 Jahres. ud GeHorster Verkehrsre Aussprache lon iie Bey-Horst herhorster Werkjugend. veranstalte; am des Gesellenhausee en Pogramen verDaroretunge- vor ist zu n Besten der Morgen seiern ubineck Jus der der ülbernen Hochu. Vor der Handster bestand der n Bürgers aus rst seine Meisterolge. unter sich. Eine 18 März in Horst. nann K. von dem lit einem Gummier dem Krankenmußte Die polisind eingeleitet. Preitog, den 29. März Jahrgang 1331 Bort über wichtig: Tegesverden, Pünior. an rHeten töunen bier 1#flentlichung im Ju! Die Sortitleitung nur bis meebgslen * Schwindler ten macht sich ein aus Essen, VerFamilienschutz an sereltern und abigte heran und er des Familien= den Leuten, daß herausholen kann. sbeschädigten redet igen will, daß sie Für diese Verzut bezahlen. Es r 20. 25, 50 Mark bgeschwindelt hat. enpaar hat er erig Alters= und id er wolle dafür n erhöht werden, Mark nicht ausuß er als Rechtsbeide Renten gegelegt sind. Und habe er sich von leinigkeit von 18 nige Tage später iter. Run hatte denn er sagte zu jetzt in der Ankönnte. Wenn es seine Pflicht. d wieder zurück. e Machenschaften rden, haben wir telle des Vereindt mit der Bitte Is Gehalt bezieht, für Beratungen ihlung verlangen en bekamen wir immen zurück auf Mts. Wie Sie nersehen, dieten in unentgeltlich den wir am Jezirksleiter einißer als Nechtsen sei. Er wollte ein. Tatsächlich ung dure das rboten worden. keine Kenntnis. Rechtsberatungseren Verein leißbraucht. WähBeratung in L. als Rechtsdurchweg gute dar Mark MoHorst zu bekomdann ab. wenn tten. Ende v. die Abrechnung ristlos entlassen sich eine Amahl iken, daß 2. für he Vorschüsse in " Unser Vern is durch die et. Uad wenn Geschäfte maein und seinen zu tun haben. ruch sehen, so die BesantMütgliedern e der S.aatsrlegethintenA PENGer. Provinz und I. für Betelen. an Kleit: bildende Runst: den Anzeigermilich in GelSchriftleitung: Das Labyrinth Große Säuberung der Reglerung # W i r d e r i c h t e t e n s c h o n v o r e i n i g e r Zeit, daß auf Veranlassung des Preußischen Innenministeriums vom Regierungspräsidenten die gesamten Pollzeiverordnungen des Regierungsbezirks auf ihre Rechtsgültigkeit und Zweckmäßigkeit nachgeprüft würden. Diese Prüsung ist jetzt beendet. Hierbei sind insgesamt 1076 Polizeiverordnungen durchgesehen worden, und zwar 120 Regierungs= und 956 Kreis= und Ortspolizeiverordnungen. Aufgehoben sind durch den R gierungspräsidenten 26 Regierungsund 384 Kreis= und Ortspolizeiverordnungen. Außerdem ist noch eine größere Anzahl Polizeiverordnungen dadurch außer Kraft getreten, daß der Minister durch Beschluß sämtliche Polizeiverordnungen bis zum 1 Januar 1901 beseitigt hat und auch die Ortspolizeiverord= nungen aufgehoben haben. Es ist anzunehmen, daß durch die hier geleistete Arbeit die Vereinheitlichung und Uebersichtlichkeit des Polizeirechts wesentlich gesördert sind. gelangten haben wir diesmal( Wiochen) über 351 Erkrankungen mit 240 Todesfällen zu berichten. Aus Gellenkirchen sind 29 Erkrankungen und 21 Todesfälle gemeldet. Ein Geschäft, das noch geht Die Einhellsgeschäfte florieren Die Einrichtung von Einheitspreisgeschäften blickt in Deutschland noch auf eine sehr kurze Vergangenheit zurück. Es sind etwa erst vier Jahre her, daß dieses System in unseren Städten Verbreitung fand. Umso erstaunlicher ist der Aufschwung, den sie in dieser kurzen Zeit genommen haben, und der Umsatz. den sie in dieser kurzen Zeit genommen haben, und der Umsatz, den sie mit der Zeit erreichten. Die nennenswerten Firmen dieser Art— es sind nur vier— verfügen im Reiche über 250 Läden. in denen nach der letzten Kalkulation gegen 230 Millionen Mark umgesenzt werden. Und trotz der schlechten Wirtschaftslage ist für den jeweils aleichen Zeitraum des vergangenen Jahres immer noch eine Steigerung des Umsatzes zu verzeichnen gewesen und zwar in der Zeit vom Januar bis April 1930 um 15 Prozent und vom Juli bis Oktober 1930 um 8 Prozent. Eigenartig ist ein Vergleich mit den viel routinierteren und größeren amerikanischen Geschäften mit der Grundlage des Einheitspreises, die nur etwa 12 Prozent der gesamten amerikanischen Warenhausumsätze ausmachen, während die deutschen Einheitspreisgeschäfte 17 Prozent des Umsatzes im Einzelhandel bilden. Diese Höhe der Umsätze ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß die Häuser nur die Waren derücksichtigen, die besonders stark gefragt wurden, und deren Absatz sich direkt em schnellsten und reibungslosesten abwickelt. Austeckende Krankheiten im Ruhrgebiet Im Algemeinen sallende Teudenz Das bakteriologische Institut Gelsenkirchen teilt mit: Der Stand der Typhuserkrankungen ist gegenüber dem Vormonat ziemlich der gleiche geblieben. In der diesmaligen Berichtszeit(4 Wochen) hat die Zahl der Erkrankungen an Unterleibstyphus 17 mit 3 Todesfällen, gegenüber 16 Erkrankungen mit 5 Todesfällen im Vormonat betragen. Von den Erkrankungen entfällt 1 auf Gelsenkirchen. Die Zahl Erkrankungen an Paratyphus hat diesmal 11 betragen. Außer diesen Erkrankungen sind noch 8 Erkrankungen an Fleischvergiftung aus dem Stadtkreis Witten=Ruhr gemeldet worden. Erkrankungen an Ruhr werden in dieser Berichtszeit insgesamt 6 gemeldet, ein= aus Gelsenkirchen. Zwei Todesfälle sind in Coesfeld vorgekommen. Während im Vormonat(4 Wochen, 3 Toge) 498 Scharlach=Erkrankungen mit 7 Todesfällen zur Meldung kamen, sind diesmal(4 Wochen) 402 Erkrankungen und 8 Todesfälle bekannt geworden. Von den Erkrankungen entfallen 33 auf Reckling= hausen=Land, 15 auf Gelsenkirchen. Gegenüber dem Vormonat haben die Erkrankungen an Diphierie nicht unerheblich abgenommen. Den 1061 Erkrankungen mit 82 Todesfällen im Vormonat stehen in dieser Berichtszeit 751 Erkrankungen mit 65 Todesfällen. Gellenkirchen meldet 60. Recklinghausen=Land 40 Erkrankungen. Von den Todesfällen treffen 4 auf Gelsenkirchen. Diesmal kamen 14 Erkrankungen und 4 Todesfällen an Genicktarte zur Kenntnie im Vormonat 6 Erkrankungen und 3 Todesfälle. 3 Erkrankungen sind aus Gelsenkirchen und 2 Erkrankungen aus Wattenscheid zur Meldung gelangt. In dieser Berichtszeit sind 5 Erkrankungen an Kinderlähmung zur Meldung gekommen An R#i#dettfieber nach regelrechter Geburt erkrankten 19 Personen. es vorden 5 Frauen An Kinddettfieber nach Fehlgeburt erkrankten im Ruhrkohlengebiet 20 und starden 10 Frouen Gegenüber dem Vormonat. in dem 329 Tuberkulose=Erkran= kungen und 225 Todesfälle zur Misdung Farben Aller Neukirchen, Buer, Erte rieseel,Draudh, fier Deutsch-amerlkanische Brotes-Aktion gegen Kolonialraub und Mandatsmißbrauch Die Chikagoer Zeitung„Illinois Staats=Herold“ veröffentlicht einen Aufruf zu einer Protest=Aktion aller DeutschAmerikaner und der Freunde der deutschen kolonialen Sache in den Vereinigten Staaten gegen die Mandatspolitik der ehemals alliierten Völker und für die Wiedergabe der Deutschland unrechtmäßig entrissenen Kolonien. Ein in der Zeitung veröffentlichter und in vielen tausend Flugblättern verbreiteter Antrag. in der die Deutsche Kolonialgesellschaft aufgefordert wird, sich beim Völterbund dafür zu verwenden, daß die uns entrissenen Kolonien unter deutsches Mandat gestellt werden, hat bereits in den ersten Tagen viele hunderte von Unterschriften in Chilago und Milwaukee gefunden. Die von Oskar C. Pfaus veranlaßte tion erfaßt immer weitere Kreise und soll auf das gesamte Gebiet der Vereinigten####aaten ausgedehnt werden. Die Inder=Konserenz gegen die englischen Ostafrikapläne Die Inder=Konferenz des Mandatsgebietes Deutschostafrika saßte in ihrer zweiten in Daressalaam abgehaltenen Sitzung eine Entschlietzung, laut welcher die Konferenz„schärftten Widerspruch gegen die Vereinigung des Mandatsgebietes Tanganyika mit Renya und Uganda erhebt. Besonders bemerkenswert ist, daß wie der Konferenz=Bericht hervorhedt, diese Entschlie unz einstimmig gefaßt wurde. an diesen außerordentlich vorteilhalten Angeboten vorüberzugehen? Bei solchen Preisen für die so gut ve-arbelteten und formvollendeten Anzüge können Sie sich ohne welleres einen bei uns anschaffen. Kommen Sie zu uns und suchen Sie sich einen aus. Wo jeden Monat Tausende von Kunden zutriedengestellt werden, da kaufen auch Sie richtig! Blauer Anzug verantiert I reines Kammgarn, eine bewährte 20 Stammoualttät........ SS. Kammgarn-Anzug s. reiver Wolle auf K’seide blen und rosen- KLR holzfarbig, sehr schön gemustert SO. Schwarzgrundige Anzüge mit weißem Streiten, die so schr#LR„ beliebte Mode. in sehr groß. Auswahl F S. C 1752 Wir bitten an Besichtigung unserer Fenster 1„Schnellverkehrsamt" Recklinghausen. Mit der Automatisierung des Ortsamtes hat die Postverwaltung in Recklinghausen ein eigenes Schnellverkehrsamt eingerichtet, dem zukünftig auch die im Norden und Osten von Recklinghausen liegenden Ortsnetze(Datteln, Marl, Hüls, Dorsten, Haltern, Dülmen) angeschlossen werden. Recklinghausen ist im Schnellverkehr wit dem gesamten Industriegebiet verbunden; dazu kommen in nächster Zeit noch Düsseldorf, Köln und Wuppertal. In Essen unterhalten wur kein Zweiggeschst! G Bittere“ Enttäuschung Die Wiederwahl des Oberbürgermeisters Hamm in Recklinghausen gesichert 7 Ein vergeblicher, well zu erbitterter Kampf 7 Die Zentrumstraktion rückt von ihrem Organ ab * I n d e r g e s t r i g e n R e c k l i n g h ä u s e r Stadtverordnetensitzung sollte die Oberbürgermeisterwahl vorgenommen werden. Es mußte jedoch zuerst eine Klärung der Gehaltsfrage erfolgen, da man in den letzten Tagen zu keiner Einigung zwischen den verschiedenen Fraktionen gekommen war. Ein Antrag, diese Frage in der öffentlichen Sitzung zu regeln, fand keine Zustimmung. In der geheimen Sitzung wurde beschlossen, das Grundgehalt, nach Sonderstufe B5 der Besoldungsordnung, auf 18000 Mark festzusetzen. Dazu soll ein nicht pensionsfähiger Zuschlag von 2000 Mark kommen. Ferner freie Wohnung mit Licht und Brand. Von dem Bareinkommen werden die gesetzlichen Abzüge in Höhe von 6 Prozent gekürzt. Die Stadtverordneten beschlossen eine Gesamtkürzung des Gehaltes gegenüber dem jetzigen in Höhe von 20 Prozent. Da Oberbürgermeister Hamm aber bereits 15 Prozent freiwillig abgetreten hat, so tritt unter Berücksichtigung der gesetzlichen 6 Prozent keine wesentliche Aenderung des Gehaltes ein, und man darf wohl als bestimmt annehmen, daß Oberbürgermeister Hamm der Wiederwahl zustimmen wird, zumal Zentrum und Sozialdemokraten geschlossen für ihn eintreten. Interessant ist es, feststellen zu können, daß die Recklinghäuser Zentrumszeitung. entgegen dem Willen der eigenen Fraktion, noch in letzter Stunde versuchte, die Wiederwahl des Oberbürgermeisters Hamm zu verhindern. Sie entdeckte sonderbarerweise erst jetzt, nach 12 Jahren, daß der Oberbürgermeister zuviel Nebenbezüge habe und machte folgende Rechnung auf: Grundgehalt 22000 Mark. Wohnungsgeldzuschuß 2160 Mark, Industriezulage 1000 Mark, Kindergeld 780 Mark. Dazu bemerkt das Blatt des Herrn Bitter: Obwohl a.so hier 2160 Mark an Wohnungsgeld gezahlt werden, hat der Oberbürgermeister außerdem eine freie Dienstwohnung mit freiem Brand, Licht und Wasser. Dafür sind 5000 Mark angesetzt. so daß die Gesamtbezüge 31 140 Mark betragen haben. Ferner führt es aus: Oberbürgerweister Hamm hat seit dem 1. Januar 1931 aus 2000 Mark seiner Bezüge verzichtet, so daß er augenblicklich 29 140 Mark bezieht. Wir lassen dahingestellt, welche Gründe diesen Verzicht berbeigeführt haben. Wir sind jedenfalls der Meinung daß. wenn der Bezirksausschuß das Geholt des Oberbürgermeisters gelegentlich der Neuwahl festsetzen mußte, er dem gesunden Bürgerempfinden Rechnung getragen und die Doppelvergütung von 2160 Mark und 5000 Mark, in Summa 7160 Mark, für die Wohnung des Oberbürgermeisters wenigstens um den Betrag des Barbezuges von 2160 Mark gekürzt hätte. Es war nicht ungeschickt vom Oberbürgermeister, den Bezirksausschuß nicht erst den Rotstift gebrauchen zu lassen, sondern von sich aus die Korrektur vorzunehmen. Es muß aber unbegreiflich erscheinen, daß ein solcher Beschluß überhaupt seitens der städtischen Körperschaften zustande kam. Wir können uns das nur so erklären, daß die Diplomatensprache der den Stadtverordneten zugehenden Kurrenden so geschickt gefaßt war, wie die auch heute wieder vorliegende, daß es einem Stadtverordneten, der über die Bestimmungen der preußischen Besoldungsordnung bövker=Aschofl— Verlus Vverbürgermeister? nicht im Bilde ist, einfach unmöglich gemacht wird, sich ein klares Bild von den wirklichen Bezügen des Oberbürgermeisters zu machen. In der Kurrende zur Stadtverordnetenversammlung wird nur mitgeteilt, daß der Magistrat das Grundgehalt des Oberbürgermeisters nach der Besoldungsgruppe Bö mit 18000 Mark und mit 2000 Mark ruhegehaltsfähiger persönlicher Zulage und der freien Dienstwohnung einschließlich Licht, Brand und Wasser als Dienstaufwandsentschädigung festgesetzt habe. Wer das so liest, errechnet im Höchstfalle die Bezüge des Oberbürgermeisters mit 25000 Mark. Daß er außerdem 1000 Mark Industriezulage, 780 Mark Kindergeld und trotz freier Dienstwohnung wiederum 2160 Mark an Wohnungsgeldzuschuß erhält, ist nirgendwo vermerkt. Es würden also die Bezüge des Oberbürgermeisters außer den Beträgen, die in der Kurrende der Stadtverordneten mit 25 000 Mark ersichtlich sind, um weitere 3940 Mark gesteigert, und somit in Zukunft 28940 Mark brutto betragen. Von den Barbezügen wären 6 Prozeut der gesetzlich vorgeschriebenen Gehaltskürzung abzusetzen, d. h. von dem Betrag von 23 940 Mark= 1136.00 Mark= 22514 Mark. Dazu kommt die Entschädigung für die Wohnung, in Summa also 27514 Mark netto. Das ist jedenfalls ein erheblich anderes Bild als das aus der Kurrende ersichtliche.“ Dazu erfahren wir von absolut zuverlässiger Seite, daß diese Aufrechnung durchaus nicht stimmt und daß sowohl die Industriezulage als auch das Wohnungsgeld in Höhe von 2160 Mark schon seit längerer Zeit fortgefallen seien. Trifft das zu, dann muß die Art und Weise, wie das Recklinghäuser Zentrumsorgan oder vielmehr sein Verleger den Kampf gegen die Wiederwahl des bisherigen Oberbürgermeisters geführt hat, erst rocht in Erstaunen setzen. Zu dieser Angelegenheit wird uns noch aus Rocklinghausen geschrieben: Das habe ich nicht gewollt! wird verzeiflungssoll der Berlagsleiter der Recklinghäuser Zentrumszeitung ansrusen. Das arbere Als aussichtereichster Anwärter auf den linghäu Posten des Oderbürgermeisterg von Ber= heikt, er kann eventnell auch ander.— lin giit reuerdinge der preußische Finan# sagen:„Soht, hütte ich nicht so maßles Ersohe= in hr Veraul- Brfr.,-3.18 uze tn Kerkarn i. er. tung des preußischen Staatssäckelo bestens schimgst, dann wane das Zentrum in seilisiziert ersc leichshauptsta auch im Haushalt der gen beiden Strömungen poo und contre Ordnung zu schaffen. Hamm nicht zusammen gekommen. Im Grunde bin ich es also, der die Wiederwahl Hamms gesichert hat.“ Darin hätte er tatsächlich Recht. Denn die Wiederwahl Hamms war bei weitem nicht so sicher. Nicht nur bei allen übrigen Parteien außerhalb der Zentrums und der Sozialdemokratie bemerkte man eine starke Antipathie, auch innerhalb der beiden gefolgstreuen Parteien war man sich durchaus nicht einig. Denn Herr Hamm hat es— man möchte fast sugen mit einer seltenen Verkennung der Psychologie des Bürgers— verstanden, abwechselnd die einen und die anderen„vor den Kopf zu stoßen". Er unterschätzte eben sehr stark das bodenständige Eigengefühl des Recklinghäuser„Pfahlbürgers“. Und er hat in irgend einer Weise— wie und wann, weiß man nicht— die hervorstechendste Eigenschaft des„treuesten" seiner Eingemeindungs=Mitkämpfer, des Herrn W. Bitter, verletzt, nämlich die Sucht, unter allen Umständen eine Nolle zu spielen. Es gab je einmal eine Zeit, es war während und nach der Franzosenzeit, als Bitter das Rathaus regierte. weil Herr Hamm ausgewiesen war. Nach dessen Rückkehr schwand natürlich der Einfluß Bitters wieder bis auf den Rullpunkt. Dessen Hoffnungen stiegen aber erneut, als 1929 die Eingemeindungskämpfe um Herten entbrannten. Er nahm mehrere Monate Krankheitsurlaub, um mit Herrn Hamm und Dr. Willeke in Berlin Herten zu überschlucken. Es gelang daneden. Wenn Bitter von Hamm sagt:„Liegt dieses Verlassensein nur an der verunglücten Eingemeinbungsstrateaie des Oberbür= germeisters, die doch in erschreckender Deutlichkeit erkennen ließ, daß die Stadt Recklinghausen unter diesem Oberbürgermeister kaum in einem einzigen Ministerium etwas zu erwarten hat.“ so hat er völlig vergessen, daß er, Bitter, es war, der diese unglückselige Strategie(für Herten konnte e keine bessere gefunden werden) mitberaten und mitverfolgt hat. Bitter rechnet doch allzu sehr auf die Vergeßlichkeit seiner Mitbürger, die ihm aber seine Verliner Kampagne noch nicht vergessen haben, von der er mit wenig Ruhm beUeffert zurückgekehrt war, mit dem einzigen Ergedats, eine Karte Mißzine Freitag, den 29. März Jahrgang 1931 mung innerhalb der Zentrumspartei erzeugt zu haben. So politisch klug Bitter glaubt zu sein, so kurzsichtig ist er in den Folgen, die seine„Politik“ heraufbeschwört. Er übersah deshalb völlig die wachsende Stimmung gegen sich sowohl innerhalb seiner Partei wie auch in der Bürgerschaft. Er wollte im kommunalpolitischen Leben wieder eine Rolle spielen. Die Stadtratswahlen standen bevor. Sein Versuch, mit Hilfe des Vereins für Handel und Gewerde unbesoldeter Stadtrat zu werden, scheiterte am Zentrum, das eine solche Belastung nicht tragen zu können glaubte. Stark in seinem Ehrgeiz gekränkt, begnügte er sich mit dem Posten eines Vorsitzenden des Verkehrs= und Verschönerungsvereins. Endlich glaubte er seine Stunde gekommen. Die Oberbürgermeisterwahl stand vor der Tür. Mit vorsichtigen Andeutungen begann er den Feldzug gegen Hamm, um mit jeder weiteren Veröffentlichung immer deutlicher zu werden. Wir haben am 29. Dezember 1930 die ersten Phasen dieses Kampfes beleuchtet. Das damals geprägte Wort von „Bitter, dem Oberbürgermeisterstürzer“ ist hier in Recklinghausen zum geflügelten Wort geworden und hängt Bitter als„bitter“e Ironie an. Mit einer kleinen Malice fing das neue Jahr an. Unter der knallenden Ueberschrift„Weitere Sparmaßnahmen des Oberbürgermeisters" verkündete W. Bitter den staunenden Recklinghäusern, daß Oberbürgermeister Hamm die Recklinghäuser Zentrumszeitung abbestellt habe. Diese Notiz war typisch für die Art, mit der der Kampf geführt werden sollte. Es kam die Elternschaftsversammlung zwecks Gründung einer katholischen Privatschule. In dieer Versammlung wurde ein etnmütig gefaßter Beschluß des Magistrats verlesen, in dem gegen eine Privatschule Stellung genommen und von der Möglichkeit der Störung des konfessionellen Friedens geKatholiken unter den 18 Mitgliedern. Die sprochen wurde. Im Magistrat sitzen 12 Recklinghäuser Zentrumszeitung alias W. Bitter aber sprach von einem„sogenannten Magistratsbeschluß", von einem„sonderbaren Beschluß", sogar von einem„angeblichen Beschluß". Er unterstellte, daß von diesem Beschluß jediglich der Oberbürgermeistek wisse, denn„er(Bitter) sei überzeugt, daß einige Magistratsmitglieder vom Stempel fallen, wenn sie heute morgen zwischen Butterbrot und Pfeise zu Gesicht bekommen, was sie beschlossen haben sollen.“ Die Recklinghäuser Zentrumszeitung mußte zwar eine Berichtigung bringen, wiederum auf Beschluß des Magistrats, daß der obenerwähnte Magistratsbeschluß einmütig gesaßt worden sei. Aber W. Bitter hatte sich nun einmal so verrannt, daß er keinen Ausweg mehr wußte. Immer grober und dabei kleinlicher wurden seine Angriffe. Da merkte er endlich, daß er die Stimmung im Zentrum völlig verkannt, daß er wie der Elesant im Porzellanladen gewirkt hatte. Es folgten kurze Wochen des Stillschweigens, der internen Besprechungen innerhalb der Partei, Versuche, Bitter zur Besinnung zu bringen. Aber versuche mal einer, einen in seinem Ehrgeiz. in seinen Machtgelüsten gekränkten Mann, dem sogar eine Zeitung willenlos ausgeliefert ist, zur Besinnung zu bringen. Es kam härter und gehässiger denn zuvor. Richts Sachliches wurde gegen Hamm vorgebracht, nein, gelegentliche Aussprüche Hamms über Recklinghausen und seine Bewohner sollten dazu benutzt werden.„die Volksseele zum Kochen“ zu bringen. Aussprüche, die Hamm in seiner impulsiven Art wahrscheinlich hier und da getan hatte, wie sie jeder einmal macht. Diese kleinlich=gehässige Art ging aber allmählich auch dem Zentrum auf die Nerven, denn Herr Hamm ist doch immerhin ein führendes Zentrumsmitglied. Die ReckUinghäuser Zentrumszeitung mußte also eine Erklärung bringen. unterschrieben vom Fraktions= und vom Parteivorsitzenden des entrums, daß das Zentrum mit den Veröffentlichungen in der Recklinghäuser Zentrumszeitung nichts zu tun habe und sie auch nicht billige. Das war bitter für Herrn Bitter, veranlaßte ihn aber nur, nun auch das Zenttum selbst anzugreifen. Ein in der Oeffentlichkeit stark kommentierter Vorgang. ein Zentrumsblatt in offener Feindschaft zur Zentrumspartei und Fraktion zu sehen. Herr Bitter aber brüstete sich.„der Katze die Schelle" umgehängt zu haben“ war stolz darauf, daß seine Zeitung mit den Sensationsartikeln reißenden Absatz fand, verkannte aber völlig die Ursache der gesteigerten Verkaufs. Er sah ihn in der „Empörung der Bevölkerung über Hamms Verwaltung". während es in Wirklichkeit ja un: der Senlationehunger. die Frende en dem Durchhecheln des Oberbürgermeisters zar Hätte Bitter in sachlichen Artikeln die sachliche Arbeit des Oberbürgermeisters unter die Lupe genommen— er hatte nebenher einen anscheinend sachlichen Artikel über den Verkauf des Eltwerkes und die Amerika=Anleihe versprochen, aber bis heute nicht gebracht. Ob zu solcher sachlichen Kritik die notwendige sachliche Kenntnis sehlt?— er hätte voraussichtlich den Beifall aller Einsichtigen gehabt. Allerdings hätte es keine Sensationen gegeben, wie es bei persönlichen Verunglimpfungen so leicht möglich ist. Und vielleicht hätte er es dann erreicht, daß die Wiederwahl Hamms doch nicht so sicher wurde. Die Drachensaat, die W. Bitter gesät hat, ist nicht dem, dem sie galt, zum Unheil aufgewachsen, sondern dem Säemann selbst. ( Der neue Direktor des Gymnastums Recklinghausen. Am 1. April scheidet infolge Erreichung der Altersgrenze der langjährige Leiter des Recklinghäuser Gymnasiums, Studiendirektor Dr. Verres, aus dem Dienst. Zu seinem Nachfolger wählte der Schulausschuß einstimmig den seit 1914 an der Recklinghäuser Anstalt tätigen Studienrat Dr. Wilhelm Hülsen. der nunmehr auch vom Magistrat bestätigt wroden ist. Dr. Hülsen ist geborener Rheinländer und bestand am 1. 2. 1913 in Bonn die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Nach seiner cum laude an der Universität Würzburg erfolgten Promotion absolvierte er am Gymnasium und der Oberrealschule in Minden das Seminarjahr. 1914—1915 legte er am Gymnasium in Recklinghausen sein Probejahr ab. Von März 1915 bis November 1918 nahm Dr Hülsen am Kriege teil. Seine Wahl zum Studienrat am Recklinghäuser Gymnasium erfolgte am 1. April 1920. Dr. Hülen ist Vorsitzender des Philologenvereins. des Reichsbundes der höheren Beamten und des Deutschen Sprachvereins. Seit 1927 ist er Leitr der Arbeitsgemeinschaft kath Philologen des Industriebezirks. Politisch gehört Dr. Hülsen zur Zentrumspartei. deren Vorsitzender er seit 1928 ist. Aber Eilo! Doch Freudenberg-Rennen! Eine überraschende Wendung zum Guten] Besictigung des Drelechs durch den Sportpräsidenten des Abac/„Herverregende Eignung für Motorrennen“ * In der von den Veranstaltern bereits als hoffnungslos aufgegebenen Angelegenheit des diesjährigen Freudenberg=Dreiecks=Rennens ist ausgangs der letzten Woche eine überraschende Wendung zum Guten eingetreten, die in ihrer erfreulichen Auswirkung neues Hoffen auf die Zukunft des großen Rennens zuläßt. In die zweifelnde Ungewißheit über das Schicksal der motorischen Geschwindigkeitsprüsung auf dem idealen Dreieck am Freudenberg brachte die unerwartete Nachricht, daß der Sportpräsident des Allgemeinen Deutschen Automobil=Clubs, Kroth(Berlen), eine Besichtigung der Strecke vornehmen wolle, neue Hoffnung. Trotz der Kürze der Zeit waren alle in Frage kommenden Instanzen der Einladung gefolgt: das Landratsami vertrat der Leiter des Verkehrsa##tes, Herr Keßels; die Bürgermeisterei Wulfen der Dezernent Dr. Jost; den Vorstand des H. ues Westialen=Leppe des ADAC. der Präsident Dr. Fischer(Bochum) der Haugeschältsführer, der Sportleiter und die Neserenten für Wagen und Räbes; als Bevollmüchtigter der Veranstalterin, der Westgruppe des Gaues, nahm Holtöwer (Horst! an der Zusammenkunft teil Die Steeichenfahrt befriedigte den Spertpräsidenten u der vollsten Weise, er hieit mit Auodrücken der Bewunderung über die geradezt hervorragende Eignung des Dreiecks zur Durchführung motorischer Geschwindigkeitsprüfungen nicht zurück und bemerkte als Abschluß der Besichtigung, daß sich nach seiner Erfahrung in Deutschland außerhalb des Nürburgrings und der Avus keine Strecke für Motorradrennen besser eigne, als das Freudenberg=Dreieck; für automobilistische Schnelligkeitsprüfungen könne er jedoch keine Verantwortung übernehmen, da hierfür die Fahrbahn an verschiedenen Stellen zu schmal sei. In diesem Zusammenhang verdient noch Erwähnung, daß sich der Leiter des vestischen Verkehrsamtes, die günstige Gelegenheit nicht entgehen ließ, um die Führer des ADAC. mit dem Segelfluggelände in den Borkenbergen bekannt zu machen und gleichzeitig die größte motorsportliche Organisation des Kontinents für eine Beteiligung an der kürzlich gegründeten Segelfluggesellschaft zu interessieren. Die Aussichten auf eine Verwirklichung dieses Vorhabens sind gerade zurzeit denkbar günstig, denn die Jahreshauptversammlung des ADAC. in Steitin faßte den erfteulichen Beschluß, das deutsche Flugwesen nach Kräften zu unterstützen. Des weiteren ließe sich eine Beteiligung des Gaues Westsalen=Lippe des ADAC. außerordentlich glücklich mit der geplanten Schaffung von Campingplätzen nach englischem Muster verbinden. Die Möglichkeiten dazu bieten sich gerade in den Borkenbergen und im Gebiet des Halterner Stausees in so vielfältiger Form, daß schon darum der Gedanke einer reiflichen Ueberlegung wer: ist. Es besteht die Tatsache, daß die Westgruppe schon vor Jahren einen ähnlichen Plan propagierte, der leider aus finanziellen Gründen nicht zur Ausführung kam. Nimmt sich jedoch der finanzstarke Gau dieser Idee an, dann ist ihre Verwirklichung nur eine Frage der Zeit. Haken u. Schwinger Ernst Pistulla Europameister Glänzender Sieg vor 20 000 Juschauern Baleneis, 19. März.(Drahtb.) In der Nacht zum Donnerstag(MEZ.) stieg in der großen Stierkampfarena in Valencia der Kampf um die Europameisterschaft im Halbschwergewicht Pistulla gegen den Spanier Martinez de Alfara. Das Publikum nahm lebhaften Anteil an dem schönen Kampf, war aber neutral in der Beurteilung der beiderseitigen Leistungen. Der Deutsche war seinem Gegner in jeder Phase des Kampfes überlegen, nur seine große Härte im Nehmen bewahrte Martiner vor dem l. o. Neun Runden konnte Pistulla für sich buchen, während secho Runden ausgeglichen waren, doch hate man den Eindruck, daß der Deutsche diese Runden geschickt als Ruhepausen in den sehr flotten Kampf einschob. Der von Altmeister Brettensträter; gemanagte Pistulla hinterließ einen vorzüglichen Eindruck. 20 000 Zuschauer bereiteten ihm herzliche Ovationen. Probe bestehen müssen. Der Kampf findet am Samstag um 8 Uhr in der Langhalle der Ausstellungshalle statt. Der knatternde Motor * in Gelsenkirchen Schalkes Vorer vor schweren Ziahls Die Boxabteilung des FC. Schalle 04 hat in den letzten Monaten durch die Veranstaltung verschiedener Boxkämpfe mit den Kampfstaffeln der Städte der näheren Umgebung bewiesen, daß man allen Ernstes die Pflege des Faustkampfes in Gelsenkirchen betreibt. Man hat die Absicht, in Zukunft größere Boxveranstaliungen aufzuziehen und pflegt deswegen aussichtsreiche Verhandlungen mit einer Reihe größerer Vereine des Rheinisch=Westfälischen Industriebezirks. Für Samstag ist der Boxsportklub Union Günnigfeld verpflichtet. Dieser Verein konnte unlängst noch die Bochumer Boxsportvereinigung haushoch schlagen, wohingegen die Schalker Abteilung nur ein Unentschieden gegen Bochum erzielen konnte. Man kann deshalb mit Recht auf den Ausgang dieses Treffens gespannt sein. Die Besetzung in den einzelnen Gewichtsklassen ist so, daß die Schalker Kämpfer eine harte Motorsport in Besterholt Der Club fährt auf die Dörfer Der Automobil= und Motorradklub Westerholt(ADAC.) begann am Sonntag sein Sportprogramm mit seiner Anfahrt nach Klein=Reken. Punkt 14 Uhr setzten sich vom Vereinslokal Kruse, auf dem Berge, die Fahrzeuge in Bewegung. Es ging nach Rundfahrt durch Westerholt über Bertlich, Polsum, Marl, Hervest, Wulfen, Herrlichkeit Lembeck dem Ziele zu. Beteiligt waren 18 Personen mit 12 Fahrzeugen. Bei schönstem Wetter war die erste Vorbedingung für das gute Gelingen des ganzen Programms gegeben. Nach der Ankunft in Klein=Reken und Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Herrn Rottmann, und nach tüchtiger Stärkung bei Kaffee, Schinken und Brot wurden die Stunden mit den verschiedensten Spielen und Erheiterungen für alt und jung, groß und klein ausgefüllt. Um 20 Uhr war man wiedr geschlossen im Vereinslokale angelangt. Mit dieser Anfahrt hat der junge Klub sein drittes Sportjahr gut begonnen. Motorradrennen in Gladbeck Am Sonntag, den 29. März, wird Gladbeck in der Vestischen Kampfbahn seine Motorradsaison eröffnen. Die bis jetzt verpflichteten Fahrer versprechen harte Kämpfe, auch die Ausländer werden wieder stark vertreten sein. Bis jetzt sind verpflichtet: der französische Champion Charles Mennier sowie der englische Rekordmann Frank Greenall. von deutscher Seite starten: Walter Buttler, Hamborn; Sepp Roth. Stuttgart; Bill Kellner. Hamburg; Günther Ryll, Berlin sowie als ganz neuer Mann Theo Zurhausen, Bottrop. Insgesamt kommen 16 Einzel=Rennen zur Durchführung. Leichtathletik BSb-Feübjahrswaldlauf am 29. März in Holsterhausen Der diesjährige Frühjahrswaldlauf der Gaues Buer=Gehenkirchen vom Westdeutschen Spielverband gelangt am 29. März in Holsterhausen zur Durchführung. Die Vorarbeiten hierzu sind dem Ballspielverein Holsterhausen übertragen worden. An der Veranstaltung haben sämtliche Vereine des Gaues Buer=Gelsenkirchen teilzunehmen. Demnach wird wohl mit einem Massenstart zu rechnen sein. Gestarte: wird in fünf Klassen: Senioren 5000 m, Junioren 2600 m, Damen 2000 m, Fußballer 3500 m. Schüler 1000 m. Streckeneinteilung für Senioren: Start Wirtschaft Schmitz, Borkener Straße,— Eberstraße— Soltenerweg— Kirchhofswag— Waldweg — Borkener Straße. Ziel: Sportplatz des BV. Holsterhausen. Junioren: Start: Friedhofsweg— Waldweg— Borkener Straße. Ziel: Sportplatz. Damen: Start: Waldweg— Borkener Straße—. Sportplatz. Der Stam der reinen Fußballerklasse erfolgt ebenfalls bei der Wirtschaft Schmitz. Die Laufstrecke ist so eingeteilt worden, kaß alle Klassen die letzten 400 m auf dem Sportplatz lausen müssen. Hierdurch hat der Zuschauer Gelegenheit, die einzelnen Endläufe übersichtlich zu verfolgen. Die technische Leitung liegt in Händen des Leichtathletikodmannes Kleisa von BV. Holsterhausen. Umkleidelokale sind: Bonisatiusschule, und die Wirtschaft Schmitz (Vereinsheim des BV. Holsterhausen). Bekanntlich werden am 29. März und am 12. April 2 Verbandopflichtspiele ausgetragen. Am 29 März spielt die Lippemannschaft auf dem Platz von Spiel und Sport Hervest=Dorsten gegen Schwarz Geld Gladbeck, und am 1.. April auf den Platz des BV. Holsterhausen gegen die Sonderlige Schalle 93. Die Lippemannschaft kämpft in folgender Aufstellung: Hetty. Spiel u. Sport Hervist=Dorsten. Boll. Spiel u. Sport Hervest=Dorsten, Bernhardt, Spiel u. Sport, Zebunke. VV. Holsterhaufen, Winkler, BV. Ho'sterhausen. Schienberg. Spiel und Sport, Sporukowfki, BV. Holsterhausen, Winkler VV. HolsterSch König Gustav von Schweden, der sich auch in diesem Jahre an der Riviera aufhält und dort wie stets eifrig Tennis spielt, wurde bei einem Spiel mit der deutschen Meisterspielerin Cilly Aussem von einem scharfen Ball ins Gesicht getroffen. Durch die Splitter seiner zerbrechenden Brille erlitt er Verletzungen. die aber nicht die Augen gefährdeten hausen, Müller, Spiel u. Sport, Harmann. Spiel u. Sport, Mäusezahl, BV. Holsterhausen, Kiekenbeck, BV. Holsterhausen. Fußball Aufstiegseier im S. a. S. Buer-Bechhausen 05 Verdienter Lohn einer fairen Mannschaft Am Sonntag findet im Vereinslokal Mühlmann die Aufstiegsfeier des Vereins statt. Ney langem mühevollen Ringen ist es der ersten Fußballmannschaft gelungen, sich den Aufstieg ungeschlagen zu erkämpfen. Der tatkräftige Vorstand hat in diesem Jahre einwandfrei und tüchtig gearbeitet, die Mannschaft in ihrem Können angefeuert und sie den Weg zum Ziel geführt. Der Aufstieg wurde erkämpft ohne eine einzige Eingabe oder Platzverweisung! Daß die erste Elf ein gutes Spiel zeigt, beweist das Resultat vom Sonntag gegen Resse 08 mit 3:3 trotz Ersatzleuten. Zum Aufstiegsspiel ist nun die erste Elf von Westfalia Buer zu Gast. Die Handballabteilung hat es früher verstanden sich einen höheren Platz zu erkämpfen, die erste Elf spielt jetzt schon seit drei Jahren in der Runde um die Ruhrbezirksmeisterschaft mit. Trotz Ersatz hat sie gegen Linden, den Ruhrbezirksmeister, das beste Spiel geliefert; das Spiel gegen Werne ist zum vollen Siege der Beckhauser Handballelf ausgefallen. Am Sonntag finden folgende Spiele. statt: 1. Fußballelf gegen Westfalia Buer. Anstoß 3.30 Uhr in Beckhausen.— Reservemannschaft gegen Reserve Scholven. Anstoß 2 Uhr in Beckhausen.— Die erste Handballmannschaft spielt in Karnap gegen Karnap 07. Anwurf 11 Uhr. Treffpunkt Vereinslokal 9.45 Uhr.— 2. Handballmannschaft gegen Kray=Leithe. Anwurf 1 Uhr in Beckhausen. Hohmann verläßt B/L. Benrath Der bekannte westdeutsche Internationale Hohmann vom BfL. Benrath wird in nächster Zeit für ein Jahr nach Pirmasens übersiedeln,„um seine Kenntnisse an der dortigen Fachschule für das Schuhgewerbe zu erweitern". Hohmann trägt sich mit der Absicht, während der Dauer seiner Aufenthaltes in Süddeutschland sich dem FK. Pirmasens anzuschließen, der damit eine hochwillkommene Verstärkung seines Angriffs erhalten würde. Aus dem Turner-Lager Serätekampf Gele— Selsenkiochen Das Geräteturnen zu pflegen hat sich der Turnverein Jahn Erle zur Aufgade gestellt. Run findet am Sonntag, den 22. März, 12 Uhr, im Saale des Wirtes Becker ein Turn=Weitkampf gegen die sieben besten Turner Gelsenkirchene der freien deutschen Turnerschaft statt. Geturnt wird am Reck, Barren und Pferd; nur Kürübungen werden gezeigt. Am den Atend reichhaltig zu gestalten wird als besondere Einlage noch das Bodenturnen sowie Barrenphramiden gezeig Freitog, don 29. März Jahegang 1931 Die Entstehung der alphabetischen Schrift Literatur im 13. Jahrhundert vor Christi.— Entdeckung französischer Gelehrter Bei den Ausgrabungen in Nord=Syrien wurden bei Ras=Shamra die Archive jener Stadt, bestehend aus Tontaseln mit Keilschriftzichen aufgefunden. Die Keilschrift mit ihren durch verschiedene Zusammenstellung der Abdrucke von Nägeln in feuchtem Ton gebildeten Buchstaben, die in ganz Mesopotamien angewandt wurde, bestand aus ungefähr 100 Schriftzeichen und war eine Silbenschrift. Drei Spezialisten für Keilschrift, Professor Bauer, Pater Dhorm und der frühere Leiter der syrischen Ausgradungen, Virolleand, kamen nach langwierigen Studien zu dem übereinstimmenden Ergebnis: die Phoenizier— die Erfinder des griechischen Alphabetes, aus dem das lateinische hervorging,— haben die Silben=Keilschrift in eine alphabetische Schrift mit 28 Buchstaben umgebildet. Diese Entdeckung ist nicht allein für die Entstehungsgeschichte der alphabetischen Schrift von größter Bedeutung, sondern für die ganze Altertumssorschung. Man kann sagen, daß tatsächlich erst die Anwendung des Alphabeis dem menschlichen Denken einen unbegrenzten Aufschmung gab. Der Fund ist aber um so wichtiger, als die Tafeln nic: nur etwa Grabschrifter sind, sondern uns eine ganze Literatur übermitteln: Br ese, liturgische Texte und sogar epische Gedichte Die einstigen Bewohner des heutigen Syriens, die alten Phönizier, haben bekanntlich den Ruf kühner Seefahrer, großer Kolonisatoren und geschickter Kaufleute; das Altertum erkannte ihnen die Erfindung der alphabetischen Schrift zu, sowie die Einführung der alten orientlischn Kulturen im Abendland. In de: jüngsten Zeit suchten verschiedene Forscher die bisher allgemein anerkannte Meinung zu stürzen und stellten alle über die„phönizischen Helden" verbreiteten Legenden als zum Mindesten übertrieben hin und wollen in ihnen nichts weiter sehen als Piraten, Kaufleute und Vermittler. Diesen Schmähungen ihres Ansehens gegenüber erheben nun die alten Phönizier aus der Tiese ihrer Gräber ihre Stimme. Charles Virolleaud hatte die Aufgabe, die schwierigsten und umfangreichsten der aufgefundenen Tafeln zu entziffern und wir erfahren durch ihn, daß im 13. Jahrhundert v. Chr.(die Zeit ist festgestellt durch Gegenstände, die aus den gleichen Ausgrabungen stammen) die Phönizier einige 40 Götter und Göttinnen anbeteten, denen jedem— wie in der griechischen Mythologie— eine besondere Aufgabe zukam; beispielsweise gab es einen Gott der Weisheit. einen Schutzgott der Bedrückten und andere, die der Held des erwähnten epischen Gedichtes, der König Taphon, jeweils zu Rate zog bei Entscheidungen über die Zukunft seines Landes, über zu erwartendes Wetter, den Ausfall der Ernten, Heilmittel gegen Krankheiten usw. Die Götter versammelten sich und beschlossen auf Anstiften einer Göttin. einen der chrigen auf die Erde zu senden. Vorerst Kennen wir noch nicht den ganzen Inhalt der Texte, doch ist schon so viel klar, daß die Phönizier nicht nur einsache Nachahmer waren, zu denen man sie stempeln wollte. Der Herr Indermensch Eine sehr ernste aktuelle Plerderei über Preise, Zahlen und Gehölter Franz Adam Beyerlein sechzig Jahre. 903 erschien Franz Adam Beyerleins Rozan„Jena oder Sedan“, ein Tendenzroian im guten Sinne den Wortes, der zinen Verfasser mit einem Schlag in den kittelpunkt einer heftige: Diskussion stellte. n d b e r ü h m t e m a c h t e W a s B e y e r l e i n v o r nd nachher geschaffen hat, ist im allgemeien wenig beachtet worden, obgleich es an. ch durchaus nicht schlechter war. Nur do“ rama„Zapfenstreich“ ist über verschiedene sühnen gegangen,„Similde Hegewalt" n d„ E i n W i n t e r l a g e r" h a b e n i m m e r h i n.] och Leier gefunden.— Beyerlein, der m 22. März 1871 zu Meißen gedoren. vurde, lebt heute in Leirzig, zwar nicht kehr berühmt, aber von denen, die sein roßes Werk kennen, um so mehr geachtet. enn es ist etwas um einen Menschen, der 903 die Katastrophe von 1918 nicht nur hnen, sondern vorhersagen konnte. Briefkasten N. 23. Wenn Sie die Aufwertung och nicht angemeldet haben, so ist das eute zu spät. Ansprüche können Sie nicht ehr stellen. Wenden Sie sich aber an die streffende Kasse, vielleicht kommt sie Ihnen itgegen. Sie wird Ihnen dann auch den rozentsatz sagen, den sie Ihnen zahlt. Nach Ablauf jeden Monats gibt das Statistische Reichsamt in Berlin die sogenannten„Indexzahlen" heraus die aufzeigen sollen. ob die LeLeushaltung in Deutschland sich verbillüigt oder verteuert hat. In der nachfolgenden Plauderei wird aufgezeigt, wie der Lebenshaltungsinder zustande kommt. aber auch, daß die Roßberechnung des Statistischen Reüchsamtes keineswegs immer mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Statisttik ist große Mode— nicht nur bei uns in Deutschland, sondern in allen zivilisierten Ländern. Die Statistik„erfaßt" allles: die Lohn= und Gehaltsbewegung, die Arbeitslosigkeit, das Warenangebot und die Nachfrage, die Preisgestaltung, die„strafbaren Delikte“, die Konkurse und Geschäftsaufsichten, Eheschließungen und Ehescheidungen, Geburt u. Krankheit, Leben und Sterben. Mit anderen Worten: Die Statistik bemüht sich, zahlenmäßig ein möglichst klares und eindeutiges Bild von den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen des Landes zu geben, das für den Politiker, Wirtschaftlex und Pressemenschen das wichtigste ist. Und da das ganze nichts ist als ein Rechenaxempel(das selbstverständlich maschinell gelöst und x=mal überprüft wird) stimmen die von den statistischen Aemtern mitgetwilten Zahlen theoretisch immer, sind also ohhne weiteres für den Wirtschaftstheorettiker verwendbar. Da nun aber der Mensch auch essen und sith kleiden muß, und die Kosten für Ernähung und Bekleidung im sozialen Leben, eines Volkes eine ausschlaggebende Rolle spielen, hat man neben den oben genaniten statistischen Zahlen auch den Lebenthaltungsinder errechnet, d. h. man hat versucht, die Normalbedürfnisse eines selbst#ändigen Junggesellen und einer vierbis Einfköpfigen Familie festzulegen. Das geschoh folgendermaßen: Wie Beamten des zuständigen statistischen Amtes haben alles, was der Einzelne bezun die Familie von zwei erwachsenen Personen und zwei oder drei Kinder jährlich an Kleidung und Nahrung benöthgt, zusammengetragen Man sagte sich, daß es ein zwingendes Muß ist, soundso viel. Pfund Brot, soundso viel Pfund Kartoffeln. Mehl. Obst. Gemüse und Fleisch im Jahr zu essen und sich soundso viel Wäschei soundso viel Schuhe, Anzüge, Hüte usw. jährlich anzuschaffen. Alles dies hat man zusammengetragen, seine Preise festgestellt und preismäßig auf einen beliebigen Tag(sagen wir den 26. 4. 1924) umgerechnet. Mit der so errechneten Indexration kommt also ein erwachsener einzelner Mensch. bezw. eine mehrköpfige Familie gerade aus. Der Preis für diese Ration wird angenommen mit Hundert, als Stichtag gilt der 26. 4. 1924. Monat für Monat stellen nun die verschiedenen deutschen Städte für Lebensmittel und Bekleidungsgegenstände die Preise fest, melden sie dem Statistischen Reich samt und dort werden sie mit den Inderzahlen verglichen. Sind sie höher als die Preise des Stichtages, so wird eine„Verteuerung der Lebenshaltung". sind sie niedriger, eine„Senkung der Lebenshaltungskosten“ gemeldet. Rein rechnerisch ist die Sache also klar — und— wie jedes richtig gelöste mathematische Exempel— unanfechtbar. Sie hat aber trotzdem einen Haken! Denn darüber sagt die Statistik leider nichts, wieviel Menschen in Deutschland noch in der Lage sind. sich die Normalration an Kleidung und Essen zu kaufen— und wieviel hunderttasuend Menschen sich mit welt weniger als der Normalration begnügen müssen, weil sie einfach nicht das hierzu erforderliche Einkommen haben! Der rechnende Theoretiker wird sagen: „Aber wir stellen doch einen ununterbrochenen Preisabbau fest!“ Und wenn der Mann der Praxis dann ungläubig den Kopf schüttelt, wird er einwenden:„Bitte sehr: Zahlen beweisen!“ Wir haben in den letzten 13 Monaten folgende Preisschwankungen zu verzeichnen: 1930 Januar 1921 gegen Der 1979 gegen Der. 1930 Brot — 5.3 Proz.— 0,8 Proz. Kartoffeln— 23,9 Proz+ 5,6 Proz. Fleisch— 10,7 Proz.— 1.6 Proz. Eier— 9,6 Proz.— 9,2 Proz. Bekleidung— 12,1 Proz.— 22 Proz. Gesamtlebensh.— 7,2 Proz.— 0.9 Proz. Insgesamt also ein Sinken der Lebenshaltungskosten von Dezember 1929 bis Januar 1931 um rund 8.1 Prozent, trotz einiger saisonmäßiger Preissteigerungen. Was wollen Sie eigentlich? Das ist zwar theoretisch vollkommen richtig! Und es kann rechnerisch gegen dieses begrüßenswerte Endergebnis der letzten statistischen Berechnungen— die aus einer ungeheuren Arbeit refultieren— auch gar nichts eingewandt werden. Für die Menschen, deren Einkommen seit dem von uns angenommenen Stichtag(26. 4. 1924) an ununterbrochen die gleiche Höhe gehabt hat, wird die zahlenmäßig von der Statistik errechnete Verbilligung aller Waren, Kleidungsstücke und Gebraucksartikel auch tatsächlich eine Erleichterung sein. Es fragt sich nur, ob mit dem Sinken der Lebenshaltungskosten gleichzeitig auch eine allgemeine Steigerung der Kaufkraft verbunden ist. Volkswirtschaftlich gesehen ist diese Frage von ausschlaggebender Bedeutung für Deutschland, seine sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse und für seine Industrie und seinen Handel. Es ist eine alte kaufmännische Erfahrung, daß Senkung der Preise automatisch auch eine Erhöhung des Umsatzes zur Folge hat. In Deutschland aber ist einen solche Erhöhung des Umsatzes(Steigerung der Kaufkraft) trotz billigerer Preise leider nicht zu verzeichnen. Das heißt also: Das deutsche Volk ist schon so sehr verarmt, daß nicht einmal eine Verbilligung der einzelnen Waren mehr zu lebhafterem Kaufen anregen kann! Ja, man darf sagen, daß 6 bis 7 Millionen Deutsche trotz verbilligten Preisen, sich heute nicht einmal die von dem Statistischen Reichsamt errechnete und als gerade noch„ausreichend“ angesprochene„Normalration“ kaufen können Von der Verbilligung der Lebensmittel und der allgemeinen Senkung der Lebenshaltungskosten werden also diese(6 bis 7 Millionen— Arbeitslose, Gelegenheitsardieter. Menschen, die Konkurs gemacht haben usw.— so gut wie gar nichts haben! Ihnen wird sogar nicht einmal eine weitere Senkung der Preise um 8 oder 10 Prozent den Verbrauch der„Normalration“ ermöglichen Der Indexmensch des Statistischen Amtes wird immer seltener in Deutschland, obwohl(wie die angegebenen statstischen Zahlen beweisen) sowohl ein relativer wie auch tatsächlicher Rückgang der Preise zu verzeichnen ist. Rechenmaschine und brutale Wirklichkeit— zwischen beiden klafft ein Abgrund. Erst wenn Theorie und Praxis übereinstimmen, wenn wirklich jeder Deutsche seine Normalration im Topfe haben wird, erst dann werden wir von einer Linderung der Not und einer fühlbaren Besserung der allgemeinen Verhältnisse in Deutschland sprechen können. Mord! Politischer Mord! Erinnerung und Warnung# Attentate einst und lett## Der Mord als pontisches Kampfmittel Die zahllosen politischen Ueberfälle und Bluttaten veranlassen uns, die nachfolgenden Ausführungen eines bekannten Politikers zu veröffentlichen, die eine Erinnerung sind an die endlose Rette furchtbarer Bluttaten, durch die ganze Staaten und Erdteile auf das schwerste gefährdet worden sind. Möge dieser Rückblick auf Blut und Mord eine eindringliche Warnung sein allen denen, die immer noch nicht davon zurückschrecken, einen Menschen aus politischen Motiven zu töten! Attentate oder„Beistige Watten?“ Solange es eine Politik, Politiker und entgegengesetzte politische Meinungen gibt, solange gibt es auch schon politische Attentate und Morde. Versagten die friedlichen Mittel, konnten sich— was in den allerseltensten Fällen nur eintreten wird— die Gegner nicht auf eine gemeinsame Basis einigen, dann traten— oft allzu oft!— Dolch, Gift, Schwerter, Pistolen und Bomden in Tätigkeit! Ideen und Weltanschauungen wurden(und werden) zum direkten Anlaß von Mord und Totschlag, die geistigen Waffen werden abgelöst durch brutale Gewalttat... Das Merkwürdige hierbei ist, daß fast in allen Fällen schwerer politischer Kämpfe jeder der einander heftig befehdenden und grimmig hassenden Gegner behauptet, das alleinseligmoc ende Mittel zur Beglückung. Befreiung und Verbrüderung der Menschheit gefunden zu haben, in diesem Zeichen aber hingeht und demjenigen den Schädel einzuschlagen trachtet, der von der Wirksamkeit dieses Mittels doch nicht so ganz überzeugt in——— Etwas anderes ist es natürlich um Morde und Attentate, die besonders herrschsüchtige und ehrgeizige Menschen begehen (oder begehen lassen). Hier handelt es sich nur um persönliche Machtgelüste, um ein fast krankhaftes Herrschenwollen(der Prototyp des ehrgeizigen Mörderg ist der päpstliche Borgia, der selbst seine nächste Verwandtschaft nicht verschonte!). Solche — in der Gesamtheit der Geschichte politischer Attentate weniger häufigen— Fälle passen in keiner Weise in den Rahmen meiner Abhandlung. Denn hier handelt es sich ausgesprochen um die Taten von Einzelgängern, denen es sich niemals um ihr Volk oder um die Menschheit als Ganzes drehte, sondern immer und ausschließlich um die eigene Person! Die„klassischen“ Attentote Das lebendigste und eindeutigste Beipiel für die Tatsache, daß politische Ideen und Weltanschauungen sowie Ideale nicht durchgesetzt werden können mit Waffengewalt und Terror, ist die Geschichte des Islam. Solange er sich auf das Gebiet beschränkte, auf dessen klimatische, gesundheitliche und wirtschaftliche Verhältnisse diese Religion zugeschnitten ist, so lange konnte er sich auch innerlich festigen und an Bedeutung zunehmen. Mit dem gleichen Augenblick aber, in dem sanatische mohammedanische Glaubenskämpfer versuchten, Stern und Haldmond „mit Feuer und Schwert“ zu verbreiten die nach Spanien, dis tief in den Balkan und fast bis nach Wien, entstanden dem Islam schwere innere Erschütterungen. Die eroberten Gedietsteile gingen sehr schnell wieder verloren und— statt Gewinnen hatten die Vorstreite: Mohammeds überall Verluste zu buchen.. Das klassische Land für Attentate und politische Morde ist das Rußland, auf desen Boden die Figur eines Abenteurers vom Format Asews wachsen konnte. Nihilisten und Anarchisten glaubten bedingungslos an die These, daß sie berufen seien, ihre Weltanschauung und ihre Ideale der breiten Masse des Volkes aufzuzwingen, auch wenn diese Masse von solchen Idealen gar nichts wissen wollte! Diesen Fanatikern war jedes Mittel recht zur Erreichung ihrer Ziele, angesangen beim Revolverschuß auf einen untergeordneten Polizisten, dis zum Bombenanschlag auf Alexander 2. im Jahre 188.. Fast ebenso viele politische Attentate wie in Rußland hat auch der Balkan— seit Jahrhunderten ein blutgetränktes Stück Land— zu verzeichnen. Wie weit hier allerdings Stammesseindschaften und Eifersüchteleten eine Rolle spielen, läßt sich von einem Außenstehenden nur sehr schwer beurteilen. In sehr engem Zusammenhang mit den Taten der russischen Nihilisten stehen zweifellos auch die verschiedenen Attentate, die von italienischen Anarchisten ausgeführt wurden und unter denen unter anderen die unglückliche österreichische Kaiserin Elisabeth in Genf zum Opfer fiel(sie wurde auf dem Quai du Mont Blanc von Lucchini überfallen und niedergestochen). Kurze Zeit später— am 29. Juli 1900 — unternahm Gaetano Brezei einen Mordanschlag auf König Humbert von Italien, den er mit drei Revolverschüssen tötete. 1906 zerriß eine dem spanischen König Alfons zugedachte Bombe 17 Menschen seiner Begleitung; und wieder kurze Zeit darauf fielen der portugiesische König Carlos 1. und sein Sohn Luiz den Schüssen portugiesischer Anarchisten zum Opfer. Und dann fielen— surchtbarer Auftakt eines Weltenbrandes— am 28. Juni 1914 in Serajewo die Schüsse, die Gaorilo Princip auf den österreichischen Thronfolger abfeuerte.——— Die Warnung und Mahnung Die Nachkriegszeit mit ihren schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen, mit der immer und immer anhaltenden Not, mit den zahllosen Versuchen, herauszukommen aus dem Elend und eine Lösung für alle großen Zeitprobleme zu finden, mit der starken sozialen Spannung und der politischen Unduldsamkeit hat auch in Deutschland eine ganze Reihe politischer Morde mit sich gebracht. Es sei hier nur erinnert an die Ermordung Karl Liebknechts und der Rosa Luxemburg, die Ermordung Erzbergers und Rathenaus, an den Mordanschlag auf Scheidemann, den Attentatsplan auf Seeckt, die Vorbereitungen zu der Ermordung Stresemanns usw. usw. Wir wollen durchaus nicht verkennen, daß alle die Täter und Mörder nicht gemordet haben aus Blutgier, sondern aus einer gewissen Besessenheit heraus, vielleicht sogar aus einer tiefinneren Angst um das Schicksal ihrer Volksgemeinschaft! Trotzdem aber müssen und sollen wir derartige Taten verdammen und— bestrafen! Ein so schwergeprüftes Volk kann nicht zur Ruhe kommen, wenn immer wieder Pistolen und Handgranaten knallen, wenn die politischen Leidenschaften schon in die Familie getragen werden! Es geht uns nicht um die fünf oder zehn oder zwanzig Menschenleben mehr oder weniger sondern es geht uns um uner Volk und unsere Zukunft! Wie soll jemals aus diesem inneren Zwiespalt, aus diesem Haß- und diesem immerwährenden Morden die Einigkeit in Deutschland erwachsen, die einzig und allein uns helfen kann, wieder aufzubauen, was zerstört, uns den Platz im Licht wieder zu erringen? Verantwortungsbewußtsein dem Volksganzen gegenüber dokumentiert sich nicht damit, daß man den politischen Gegner über den Hausen knallt, sondern politische Reise, Verantwortungsfreude und Bereitschaft zur Mitarbeit an der gemeinsamen Zukunft zeigt sich allein im geistigen Kampf um Weltanschauungen, in der Duldsamkeit gegenüber Andersdenkenden! Nur wer Zerstbrung um der Zerstörung willen will, mordet! Wem es aber um Volk und Zukunft geht, der wird sich auch mit dem politischen Gegner zusammenfinden zu gemeinsomer, verantwertangsbemnhter Zosammerarbeit! Ein heißer Kampf um Filmkomparsen ist zwischen dem neu eingerichteten Staatlichen Filmdarstellernachweig und der eigens zu seiner Bekämpfung gegründeten „Liga der Filmdarsteller" entbrannt. Das Landesarbeitsamt soll sogar einen Untersuchungsausschuß einsetzen. Strenge Bestimmungen über das Photographieren hat die Reichsbahn erlassen. Es handelt sich dabei in erster Linie um Verbote photographischer Aufnahmen spozieller betriebstechnischer: Anlages. Im allgemeinen darf das Publikum die ihm zugänglichen Teile der Bahnanlagen nach Herzenslust photographieren,„wenn Betriebs= und Verkehrsstörungen zu befürchten sind“. Wenn der Ilstist Nachtwandler## Grette läße RN 1 0. 80 ##t. Tabe RH 946 o. S0. Turauttein, aurt Wittr aMza Ze#t,##sl PEBECO Nummer 79 Freitog, den 29. März Jahrgang 1981 HANDELUNDJNDUSTIAE Vereinigte Stahlwerke A.=G., Düsseldorf 140 uit Schmirtslten uen Basennaslelt #.m mm# noch mit Schwierigkeiten von Regierungsseite Hütte Ruhrort=Meiderich, zu rechnen sei. Die Spekulation hörte zu decken verwies man auf einen Artikel in der Frankfurter Zeitung, nach dem für den Russenkredit In der GV der Vereinigten Stahlwerke die Belegschaft der A.=G., Düsseldorf, machte Generaldirektor Dr. Vögler in Ergänzung des Geschäftsberichtes längere Ausführungen, die sich insbesondere auf die gegenwärtige Lage des Konzerns und die Zukunftsaussichten erstreckten und in denen er wiederholt gegen den Vorwurf einer Ueberkapitalisierung der deutschen Schwerindustrie Stellung nahm. Dr. Vögler wies einleitend darauf hin, daß die Kohlenförderung im Jahre 1930 im Vergleich zum Vorjahre um 6 Prozent, die Rohstahlerzeugung um annähernd 14 Prozent abgenommen habe. Im neuen Geschäftsjahr sei für Kohle und Koks im Verhältnis zu der Vergleichszeit des Vorjahres eine Abnahme der Förderung um etwa 30—40 Prozent und in der Stahlerzeugung eine solche um annähernd 30 Prozent festzustellen. Die Auftragseingänge aus In- und Ausland waren in den ersten Moden Betrieb aufrechtzuerhalten mit einer gleich zeitig sehr weitgehenden Arbeits= und Lohn garantie für einen jeden einzelnen auf dem Werk verbleibenden Arbeiter, sei mit Rücksicht auf die Belegschaft gemacht worden. Eine Aeußerung über die Zukunftsaussichten zu geben, sei fast unmöglich. Die künftige Entwicklung sei allein eine Selbstkostenfrage. Die Höhe des Aktienkapitals der Schwerindustrie sei auf die Selbstkostengestaltung ohne jeden Einfluß. Hierfür kommen vielmehr nur die Zinsbelastungen aus anderweitigen Verpflichtungen, wie Anleihen usw. in Betracht. Diese betragen bei den Vereinigten Stahlwerken je Tonne Stahlerzeugung — Kohle in Rohstahl umgerechnet— noch nicht 3 RM. Zwecks Kräftigung des Binnenmarktes sei es erforderlich, die Kaufkraft der Werke wiederherzustellen, was wiederum eine Senkung der Steuern, Bahnfrachten, Soziallasten und Personalausgaben auf einen Stand zur Voraus auf und nahm Abgaben vor, die das Kursniveau um 1—4 Prozent unter Anfang drückten. Anleihen ruhig, Ausländer uneinheitlich, Anatolier und Mexikaner eher fester. Pfandbriefe meist freundlicher, auch Reichsschuldbuchforderungen etwas befestigt. Am Devisenmarkt blieb die Mark weiter fest. Dollar schwächer. Tagesgeld 4—6 Prozent, Monatsgeld 5.5—7 Prozent, für Börsenfirmen 6.25—6,5 Prozent, Warenwechsel ca. 5,25 Prozent. Privaldiskont: unverändert 4,75 Prozent. Festverzinoliche Werte. naten des neuen Geschäftsjahres ganz wesentlich schlechter als der Vorjahrsdurchschnitt. In nor- setzung habe, der den Verhältnissen malen Zeiten würde man längst einen großen Hauptkonkurrenzländern angepaßt sei. — Snüblahra. und Sommeraufträge in antwortung einigeTeil der Frühjahrs= und Sommeraufträge in antwortung einiger Anfragen teilte Dr. VöglerZublösungsschuld den Büchern haben: in diesem Jahre fehlen sie, mit, daß die Direktion in der Gehaltssenkung" dte., ohne so daß sich die Vereinigten Stahlwerke in allen Erzeugnissen für lange Zeit auf eine stark eingeschränkte Betriebsführung einstellen müssen. Dank der Arbeitszeitverkürzung arbeiten zur Zeit rund ein Drittel Bergarbeiter auf den Schachtanlagen mehr, als bei geregeltem Betrieb mit voller Arbeitszeit erforderlich wären. Aehnlich liegt es bei den Hütten. Das Angebot an in denn 7½ s Pr. Ctr Bod Pfanddr. Em. 1 99 In Be=A7 ½ ¾ Pr. G Komm. Em. 1 90 56 sieben Achtel 6 vorangegangen sei. Der bekannte Abschluß mit 4(6) Prozent Dividende wurde gegen die Stimme Dr. Tenhaeffs genehmigt, der auch gegen die Entlastung der Verwaltung stimmte. Gegen sämtliche Beschlüsse gab Dr. Tenhaeffs Protest zu Protokoll. Anwesend waren 72 Aktionäre mit rund 474 Mill. RM. Aktienkapital. Kleine Meldungen Zieglertagung des Verbandes der Ziegeleien Rheinlands e. V. In Düsseldorf veranstaltete heute der Verband der Ziegeleien Pbeinlands e. V. im Anschluß an seine ordeni che Mitgliederversamm lung, die sich mit geschäftlichen Angelegenheiten befaßte, einen öffentlichen Zieglertag. Die Reserate befaßten sich vor allem mit der Bauwirtsaftskrise und Zieglerindustrie. Ueber den heutigen Stand der Technik in der Ziegelindustrie sprach Herr Lipinski voro chemischen Laboratorium in Berlin. Nach einer Mittagspause referierte Rechtsanwalt Dr. Krähling=Köln über Verkaufsvereinigungen und Kartellrecht, wäh rend die Fabrikationsweise in der Ziegelindu strie(Hohlsteine, Lochsteine usw.) von den Ver tretern der einzelnen Systeme dargelegt wurde Nach einer eingehenden Aussprache fand die Tegung ihr Ende. Einstellung einer Zwangsversteigerung. Die Zwangsversteigerung der Feinspinnerei von Ortmann, Mühlen und Naktermann in Korschenbroich bei Gladbach ist vorläufig unterblieben. Das Gericht verkündete heute auf An trag der betreibenden Gläubiger den Beschluß, daß das Verfahren einstweilen eingestellt wird Es schweben nämlich Verhandlungen wegen eines freihändigen Verkaufs der umsangreichen und mit den modernsten Maschinen ausgestatte ten Fabrikanlagen, die seit Monaten stilliegen. Duisburger Bankverein AG., Duisburg. In der heutigen GV. der Gesellschaft wurde der Abschluß für 1930 einstimmig genehmigt und die Dividende von wieder 10 Prozent sofort üdor gestellt. Für den durch Tad ausge. jedenen Bankier Nachmann=Duisburg wurde ssen Sohn, Nachmann jun., in den Aufsichtsrat gewählt. Die Geschäftsentwicklung im lausenden Jahr wurde als zufriedenstellend bezeichbet. . Dürener Bank A6., Düren. Die Gesellschaft wird nach vorsichtiger Bewertung der Debitoren sowie nach Zuführung von wiederum 150000 RM zu den offenen Rücklagen die Verteilung von 8(10) Prozent Dividende der auf den 10. April einberufenen GV. vorschlagen. Die offenen Reserven einschl. Vortrag werden rund 1 850000 gleich 37 Prozent des AK. betragen. Wagengestellung für das Nuhrgebiet. Für den Versand von Kohlen. Koks und Briketts wurden am 17 März 1931 für das Ruhrgebiet angefordert und gestellt 20310 Wagen, gerechnet zu je 10 Tonnen; beladen zurückgeliesert wurden am gleichen Tage 20 228 Wagen, gesehlt haben keine. Börsen Köln nach freundlichem Beginn schwächer. dkf. öln, 19. März. Bei nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung war die Tendenz zu Beginn des gestrigen Verkehrs überwiegenfreundlicher. Vom Auslande waren einige Kaufordres eingegangen, und auch die Spekulation bekundete ebenfalls etwas Deckungsneigung Eine Anregung bot das feste Neuyork, die weitere Steigerung der Mark und der Bericht des Instituts für Konjunkturforschung. I. G. Farben notierten 0,5 Prozent höher. Am Montanmarkte zogen Mannesmann um 1 sieben Achtel Prozent an. Rhein. Braunkohlen, Rheinstahl und Deutsch=Erdöl konnten sich gut behaupten, während Phönix 1 Prozent, Gelsenkirchen 1,5 Prozent und Harpener auf den DividendenAusfall 5 Prozent einbüßten. Von Elektrower= ten kamen Schuckert 1,75 Prozent, Siemens 0,75 Berlin schwach. Berlin, 20. März. Die ersten offiziellen Notierungen der gestrigen Börse brachten überwiegend mehrprozentige Kursbesserungen. Schon im Vormittagverkehr war man im Anschluß an das fester=„Ausland und beeinflußt durch den leichten Geldmarkt und die weitere Besserung der Mark fester gestimmt. Es fand auch Beachtung, daß der diesmalige Bericht des Insti=„....—„„ tuts für Konjunkturforschung erstmalig etwas Prozent höher zur Notiz. Bankaktien bis 0,75 optimistischer klang. Dagegen waren die Ansich= Prozent leichter. Im Verlaufe schritt die Spekuten über die innerpolitische Lage trotz des Be= lation zu Abgaben. Das herauskommende Maschlusses der SPD., sich bei der Panzerkreuzer= serial fand nur zu stark gedrückten Kursen Untrage der Stimme zu enthalten, geteilt. Da auch die Schweiz in Elektrowerten stärker als Käu fer hervortrat, sah sich die Spekulation, die gestern Abgeber war, zu Deckungen und Rückkäufen veranlaßt. Die Kursgestaltung war aber schon anfangs nicht ganz einheitlich und mehre eichen ren Minus=Minuszeichen wurde, im Verlauf Salgde: urth mit Steigerungen von 2—4 Prozent ca. auffielen, lagen Aschaffenburger Zellstoff, HoIlse und Stollberger Zink im sel! telbetrieb. Ilse und Stollberger Zink im selben Ausmaß schwächer. Die drei Papiere Harpener, Fahlberg=Licht und Bergmann erschiene nächst auf Dividendenbefürchtungen bezw. fall mit Minus=Minuszeichen, die Noti ergmann mußte sogar bis zur lenen zuAusotiz für # sogar bis zum Kassakurs ausesetzt werden, wobei die Kurstaxen bis auf 100 srozent nach 116 zurückgingen. Die Terminnotiz stellte sich dann auf 100.5. Ueberall wurde die Tendenz nach den ersten Kursen überraschend schnell schwächer. Das Geschäft, das anfangs noch ziemlich lebhaft war, ließ merklich nach, wobei vielleicht der gestrige katholische Feiertag nicht ohne Einfluß auf den Ordreeingang war. Es tauchten aber auch unkontrollierbare Gerüchte von Schwierigkeiten in der Provinz auf. Ferner lerkunft. Die Rückgänge betrugen gegenüber Anfang 2—3 Prozent, bei Spezialwerten bis 1,5 Prozent. Der Einheitsmarkt hatte ebenfalls schwächere Tendenz. Wegelin=Ruß büßten 4 Prozent ein. Versicherungen gesucht und fester. Die Börse schloß schwach. Heute notierten: Basalt 26, Bonner Terg 70, Braunk. Zuk. 73, Kabel Rheydt 145, Kölner Dampf 190. Rhein. Braunk. 182, Stollwerck 57. Essen lustlos und abgeschwächt. dkf. Essen, 20. März. Die gestrige Essener Börse eröffnete lustlos und schwächer. Von Terminwerten waren lediglich Rheinstahl und Wintershall im Verkehr. Auf dem Kohlenkuxenmarkt wurden Carolus Magnus. Graf Schwerin und Westfalen gehandelt. und von Kohlenaktien Dahlbusch und Lothringen. Von Kaliwerten wurden nur Beienrode auf schwächere Basis umgesetzt. Braunkohlen= und Industriewerte lagen ohne jedes Geschäft. Die Börse schloß weiter abgeschwächt. Berliner Metallbörse. Elektrolytkupfer(wirebars), prompt. eif Hamburg, Bremen oder Notterdam 98.25. Raffinadekupfer, loco 89—91. Standardkupfer, loco 84— 86. Standardblei per März 25—27. Original= Hütten=Aluminium, 98—99 Prozent, in Blöcken. 170. Desgl. in Walz= oder Drahtbarren 174 Banka=, Straits=, Australzinn in Verläuserswahl in Pfd. Sterl. in engl. Tonnen 127. Neinnickol. 98—99 Prozent 350. Antimon=Pegulus 53—55. Preise in RM für 100 kg. Silber in Bauren ca. 1000 sein per kg. 42—14. Cold, Freiverkehr, per 10 Gramm 28 28,20. Platin, Freiverkehr, per 1 Gr., alt 2,60. Technischee Plattin per Cramm 4,85 RM. Märkte Berliner Produktenbörse. Weizen, märk. ab Station, 75—76 kg. 281,50 —283,50, matt. Roggen, märk, ab Station, 70—71 kg. 180.50—182,50, matt. Gerste, ab Stattion 222—232, stetig. Industrie= und Futtergerste 206—222, stetig. Hafer, märk. ab Station 158—162, matter. Weizenmehl 34—10,50, flau. Roggenmehl 25,90—29,50, matt. Weizenkleie 13.30—13,60, still. Roggenkleie 12,50—12,75, behauptet. Viktoriaerbsen 24—29. Kleine Speiseerbsen 22—24. Futtererbsen 19—21. Peluschken 24—27. Ackerbohnen 17—19. Witen 23—25. Lupinen, blaue 13—15. Desgl. gelbe 22—95. Seradella, neue 60—63. Rapskuchen, Basis 38 Prozent 9,80—10,20. Leinkuchen, Basis 37 Prozent 15.60—16. Trockenschnitzel 7,50— 7,70. Soyaextractionsschrot, Basis 45 Prozent 15,20—16.20. Kartoffelflocken 14,70—15,20. Speisekkartoffeln, weiße 1,20—1,40. Desgl. rote und 1odenwälder blaue 1,30—1,50. Desgl. andere gelbfleischige 1.80—2. Fabrikkartoffelv 8 Pfg. Allgem. Tendenz: schwach. Preise in RM. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg, Rauhfutter per 50 kg. Weizen mit Normalgewicht 735 gr. pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin per März 297,50—296, Brief, per Mai 295.50—296, per Juli 295. Roggen mit Normalgewicht 712 gr. pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin per März 197—196,50, per Mai 197—196,50, per Juli 195—194. Hafer mit Normalgewicht 475 gi pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin per Mai 172,50—173, per Juli 181,25. Aller per 1000 kg. in Reichsmark. Mannheimer Produkten. Weizen inl. 30.25—31,25. Desgl. ausl. 36.50—38.50. Roggen inländ. 21,25—21,50 Hafer imländ. 17,75—19. Braugerste bad. und württemb., je nach Qualität und Erzeug.=Gebiet 22.50—24,50. Futtergerste 21—21,50. Weizenmehl Sgez. 0 Sorte 1 44,75. Weizenmehl, südd Auszugsmehl 48.75. Südd. Weizenbrotmehl 30,75. Roggenmehl 70—60 Proz. Ausmahlung 30.25—31,25. Kleie, seine 11—11,25. Biertreiber mit Sack 10,50—10,75. Tendenz: ruhig, Aller per 100 Kg. Amtliche Berliner Devisenkurse Berliner Börsenkurse vom 19. März 1931 * Dr. 19 9 1192. 19. 8. /18. 3 Riebeck Montan Roddergruben kütgerswerke Sachsenwerk " Th Portl. 2. Sairdett Kall Sarott Saxonia Portl.-2. Scheiing ehem Schubert-Salz. Shuckert& Co. Schweim Eisen Sieinens- Glas Stemens Halske Stollberg, Ziukh. Stollwerk Toerl's V Oel. Tietz, Leonhard ver U Nichelw " Glanzst Elb. — Stanlwerke Volst& Hacifn. Warstein, Gebr Wasterw. Gels Westerregein Alk West Dinnend. Wicking Prtl.-2. Wittener Gubst Zaitston Waldn Nen(Julnes Otav 1 30 0 7 12 15 1 4 5 3 9 4 0 9 6 1 2 18 0 9 8 9 19 85,0086.50 53.37/55 50 88.00/88.50 88 00/88.50 222 0/225.0 93.00/89 00 6925/71.50 299.0/299.0 65.5/167.0 130.01133.0 96.00/96,00 93.00/94.75 17501177.5 43.00/46.00 56.87/60.00 62.75/61.50 16.5/118.5 13.51150 25.0s125.0 60.00 62.00 104.01050 20.5/120.8 48.01150 5 170 0071 00 9 143.0045 00 3S 25.35 12 UA 93.00101 1990200.0 . SSaSSSaS SSSESSSHASSSOSSSSSS1SIEI U S 8888 SSSSSSSSSESSS BaES E5 Ich warte auf Deine Liebe 19. Fortsetzung Man lachte und veldbredete, sich am Abens min Koll- Se mun in betschiebenen Hotels Boblte Die Deiten wallen nom eillen neugie rigen Beidk ium Sttändlote din. dun b##ien ne dei Rurain und den amei anldeten Damen „Dein Benehmen war nicht ganz einDalostei. Elme“, sagte Frau von Lowenried zadelnd.„Wir und nun einmal dier im Seebad und da mun man mit den Wolien deulen Wenn die Furstin sich 19 ungeniert im Badeanzua zeigt, dann durjten du es and“ Elme murhe tot Verzeid. Tante, doch es wäre mir nicht möalich geweien in meiner Badekleidung fremden Herren vorgesellt zu werden.“ Diese Antwert gefiel nun der alten Dame doch wieder. Sie strich über den schön geformten weißen Arm. „Du bast logar recht Elme. Zu meiner Zeit wäre es birekt verurteilt worden, sich gekleide; einem Herrn m zeigen. Aber beute in nan einmal alles anders gewerden. Od eo lo dener ist wellen wir rudig dadingestellt sein lassen" Frau von Löwenried erzählte dann noch. daß üie der Fürkin veriprochen dätte, am Abend das grohe Konutt, von dem seit Tagen die ganze Badegesellschaft sproch. gr beindn uns bet war vrrobrebet halle. miemmeninienen Ia Elme war eine eigentümliche Abwehr odgleich üe die ichone Fürktin immer dewundert datte. Aber es war idr. als drode ihr ein Unheil das eden mit dieler Hönen bunkelbaarigen Frau zusammending Sie blieb schweigsam. Frau von Lövenried wurde darani autmerksam, und fraate. „Sac mal Elme maast du die Fürstin vielleicht nucht Verzeid Tante. docd— ich— ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll. Du lachtt mich aus.“ Wahrdaftig, mein Kind das mache ich scon jent. Wena uniere Bekannten gesegen datten wie freundschaftlich die Furkin die lenk jehr boc mütig sein kann, uns dier aufgeiuct und bearuht bat. würde das imon Reid erregen Run. was dast du gegen Aia Sabefito?“ „Richto Jeh datte nur plötzlich solche Anak vor etwes Undekanntem, das mit der Fürktin zusammendängt und das mir Unbeil brinat.“ Frau von Böwenrieb wurbe nnn dech nachdenklich Sie wunte ja deh Dietrich im Hause der Fürstin ein= und ausgegangen war. Ader sie wunte nicht od Elme Kenntnie bavon hatte. Nun war es chwet. etwas darüder zu sagen Weißt zo Elme. wir wollen deute abend rudig dingeben. In meiner Begieitung darfs du es. Du kannst je den engeren Verkehr aut vermeiden. Ich werde natürlich immer freundlich sein: bei du es nur aug. Um die gesellschaftliche Höflichkeit kommt man doch nicht derum. Das wirk du einieden und mich nicht in eine unangenehme Lage bringen" „Gewiß nicht Tante. Aber in den Augen der Fürkin in etwas was mir nicht mohl will" „Kleines Dummchen, da slehst du doch vielleicht zu schwarz Run wir machen es also lo, wie ich eden lagte Im übrigen bleiden wir auch weiterhin dübsch für uns.“ # danke dir Tante" Am Abend kam man dann wirklich zusammen. Es war nach einstimmigem Urteil ein dervorragend schöner Abend geworden Saaar Elme mußte sich hald widerwillig diesem Urteil anschließen. Der amüsanteste Gesellschafter war zweifeldast Mister James Rondell. der Sohn des amerikanischen Oelkönias. Ein bildhübscher Mensch. Die Damen ringsum lievon u sch audd gedörig merken, wie sie üder ihn dachten. Ein Kreuzseuer von schmachtenden Blicken wödin er tum. Er deiuertte es lachelns uns nahm keine Nol#s 9avon. Seine ganze Aufmerk= samteit galt Elme von Dorring. Sie entipkam dem Hdeal dus er sich von den Frauen gemacht hatte Nichts. aber auch nichts an ier ktorte ihn. Nur der Ring. der schmale goldene Ring den sie an der liaken Pand trug Verlodt allb. Gleichzeitig dadurch für ihn vr koren. Traurigteit erzallte sein Herz Sein Leben erschten ihm zuweilen recht wertlos. denn nun fand er das wus er langn gesucht. um gleichzeitig erkennen zu mussen, dan es füx ihn unerreichdur war Das war ditter für den verwöhnten. jungen Menichen, denn dis letzt gub es nichts auf der Welt, das er sich dätte versagen mussen. Er demerkte nur zu gut, dan das schöne, schlanke Mädchen mit ihren Gedanken weitab von dier war. Da versiegte allmählich auch seine Laune. Er wurde schweiasamer und schweigsamer und beodachtete Elme. Was für seltsame Auger dieses Mädchen datte! Kritisch ging sein Blick über die Fürstin hin. Wie hatte er nur einen Augenolich lang denten können dan diese Frau schön ei? Es war doch alles nur noch ein mühsames Festhalten der einstigen Anmut. Doch Elme von Dörrina? Sie schmückte der Reiz der Jugend in verschwenderischer Fülle Mister Jameo Rondell seufzte leise. Da wandte er. wie magisch angezogen. den Blick nach links. Dort saß Baron Sekzönn und musterte mit dreister Gier Elmes reine Schönheit. Diesem flüchtigen Don Inan war nichts heilig nicht einmal die Frau eines anderen. So würde seine Gier auch nicht vor dem Mädchen halt machen, das den Verlodungsring trug Mit gewohnter Vertraulichkeit neigte Sekzönn sich iu Aia Sabofiky „Sie haben tatsächlich nicht zuviel gesagt. Durchlaucht. Ich bin bereits bis über beide Ohren verliebt. Genügt Ihnen Dae Ein Lächeln der Fürstin, triumphgesättiat, doch noch immer voll Haß: „Vorläufig genügt en. Doch vergessen Sie nicht unsere Abmachung. Der Scheck is doch wie Sie wissen" „Ich weiß es. Ich din Ihnen wirklich dankbar für die kurze Aufklärung" Die letzten Worte sprach er absichtlich laut; alsdann wandte er sich an die Gräfin Deklar „Wie bekommt Ihnen Zoppot, gnädigste Gräfin?" „Danke. Mir bekommt alles aut. Hier amüsiere ich mich besonders heute abend. Man kommt in den Genuß eines guten Konzertes: aver noch mehr erladen sich meine Augen“ Das klang entschieden doshaft: die Fürstin zuckte leicht zusammen. Diese ekelhafte alte Gräfin. Aber sie brauchte sie um ungeniert ihren Reigungen leben zu können. Die alte Dame hatte Lebensart. war aber doch im gegebenen Augendlick die große Dame. unter deren Schutz man sorglos leden konnte. Ihre Worte vorhin waren zweideutig. In welcher Richtung aber? Waren sie auf sie die Fürstin, gemunzt? Wie häßlich. wenn man etwa anfing sich über ihre verschiedenen Beziehungen aufzuhalten! Wenn es an dem ist dann war eine Freundschaft zwischen ihr und der Gräfin Deklar nicht mehr möglich Aber sie wollte doch lieber etwas vorsichtiger sein Es stand ja auch vielzuviel auf dem Spiel. Die Fürstin, Sabofiky mußte erhaben dastehen, wenn Elme von Dörring. die Braut des stolzen, finsteren Rheinsberab im Mittelpunkt eines gesellchaftlichen Skandals sich desand. Daß das geschab, dafür würde schon Sekzönn sorgen. Frau von Lowenried dachte sich auch ior Teil. Sie war doch zu kiug, um nicht festzustellen, dan das hier besimmt keine Gesenschaft für junge. unberührte Madchen sei. Doch die gesellschaftliche Form ließ es nicht zu, sich ohne weiteres zuruckzuziehen. Frau von Löwenried bereute es. dieses Zusammensein verdeigeführt zu haben. Run, sie wurde sich nach und nach wieder aosondern. Keinesjalls war es nach Dietrichs Wunsch. wenn seine Braut hier in diesen Kreiten verkehrte. Mit Schrecken wurde es der alten Dame klar. das die Furnin ein Doppelieden fuhrte. Daß es tor schwer geung fallen mochte, daheim die Grenzen zu wahren. und daß sie sich auf ihren Reisen ganz anders denahm. Frau von Löwenried war keine Frau, die dem Leben mit philisterhaften Ansichten gegenuberstand. aber Ehre und Anstand einer Dame mußten stets gewahrt bleiden. Das schien ihr aber in bezug auf die Furstin nicht mehr ganz sicher. Und diese Frau hatte ihre Augen einmal auf Dietrich von Rheinsbergy geworfen?! Daß in dieser Beziehung der Fürstin eine Enttäuschung beschieden sein mugte, schien ihr jetzt als das einzig Richtige. Sie mußte so schnell wie möglich Elme aus dieser Gesellschaft wieder fortbringen— und ibre eigenen Töchter mit. Baron Selzönn beugte sich zu Elme von Dörring bernieder. „So schweigsam, mein gnädiges Fräulein? Haben Sie Heimweh oder weat der bezaubernde Walzer Erinnerungen Sie sah ihn an, und es war, als kehre sie jetzt erst in die Wirklichkeit zurück, so groß und glückversonnen waren ihre dunkelblauen Augen. Elme sagte: „Beides stimmt. Herr Baron. Und beides galt meinem Verlobten!" Er diß sich auf die Lippen. Die Abweiung war nicht zu verkennen. Er stellte er ingrimmia fest. Nach dem Konzert wurde getanzt. Einige der Herrschaften aber gingen in die Spielsäle. Baron Sekzöny hätte eigentlich das letztere vorgezogen. Durch einen Blick der Fürstin bezwungen, blieb er. Elme lehnte jeden Tanz ab: sie enttäuschte dadurch alle Herren schwer. Doch ste blieb allem Zureden gegenüber fest und lächelte fast ein wenig mitleidig. Was galt ihr ein Tanz mit einem fremden Manne? Aia Sadofsky warf einen haßerfüllten Blick auf das blonde Mädchen. War ihr denn gar nicht beizukommen? Umschloß Dietrich Rheinsberabs Liebe diees Geschöpf wie ein schützender Panzer, den keine noch so sein ausgeklügelte Intrige durchbrechen konnte? Die Töchter der Geheimrätin tanzten jede Tour. Sie amüsierten sich köstlich. Und sie begriffen Elme nicht. Was war denn weiter dabei, wenn sie einige Touren tanzte? Hatte Dietrich ihr das verboten? Möglich war es schon, daß er so den Tyrannen herauskehrte. Das sah ihm ähnlich Und eigentlich war Elme nicht zu beneiden. Dietrich war so eigenartig! Man fürchtete sich immer etwas vor ihm. Nun, Elme liebte ihn, da mußte sie eben sehen. wie sie mit ihm fertig wurde. Und ftöhlich tanzten und lachten die Schwestern Löwenried weiter mit ihren Tänzern. Die Mutter kümmerte sich kaum um sie. Ihre Sorge galt hauptsächlich Elme, wenn sie natürlich auch immer wußte, wo ihre eigenen Töchter sich aufhielten. Fürstin Sabossko musterte Elmes schöngeschnittenen kleinen, rosigen Mund, der nes Lippenstiftes bedurfte, und dachte: (Fortsetzung folgt.) 122: —•— aFSnT Jahrgang 1931 Freitag, den 29. März Nr. 79 DIE PLAUDERSTUNDE BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FÜR DAS EMSCHER-LIPPELAN D. YWEINALVERSPIELT Roman von Arno Hohenlela · Copyrighl 1929 by Lilerolu-Verloa Gloria, Berüin-Slegilz 18. Fortsetzung „Ja. du lieber Gott“. meinte er,„was soll ich da groß erzählen. Frau Temme prach mir von dem Besuch meines Nefsen, der in einer Aufregung gewesen war. in der ein Mensch zu allem fähig ist, und das lab mir erneut den Gedanken ein. nicht mehr zu zögern. sondern die Angelegenheit Steffen schnell tens zu ordnen. Ich wollte tur noch einen am Abend vorher gekaufren Schmuck unterbringen. Ich öffnete also meine Safe...“ „Lag der Schlüssel dort. w Sie ihn immer aufbezahren?" „Gewin. natürlich. Es war alles in Ordnung. bis auf die verschwundenen Schmuchtücke“ „Und was geschah nun?“ „Ich defahl Frau Temme, sofort die Polizei zu verständigen, sie meinte jedoch, daß wir gleich selbst zugreifen sollten; da das Schloß unversehrt gewesen sei. müsse der Dieb also im Hause sein. Ihrer weisen Voraussicht habe ich es eigentlich zu danken, daß ein Skandal vermieden wurde. Minna wurde gerusen, deren Angaben meinen Neffen stark belasteten. Auf meinen Wunsch telefonierte Frau Temme ihn an, er war jedoch nicht zu Hause. sondern auf dem Sportplatz. Ich wollte ihn hierher rufen. Frau Temme jedoch, die. das muß ich ganz besonders hervorheben, durchaus nicht an seine Schuld glauben wollte, riet mir, um Zwistigkeiten zu vermeiden, zu größerer Vorsicht.“ „Und da kamen Sie auf den Gedanken. John abzurufen und heimlich eine Haussuchung vorzunehmen?“ „Dieser kluge Gedanke stammte nicht von mir. sondern von Frau Temme.“ „Ah!“ machte Wolter, der in dieser Mitteilung die Bestätigung dessen sah. was er heimlich vermutet hatte. Dieser Umstand verbot ihm jeden weiteren Versuch. den Senator durch Worte von Hans=Joachims Unschuld überzeugen zu wollen, ja, ihm zu offenbaren. in welcher Richtung er den Täter suchte. Ein leichtes Klopfen ließ sich hören und auf die Aufforderung des Senators trat Frau Temme ein. „Denken Sie. Frau Temme“. rief der Senator ihr zu.„die Auskunft ist eingetroffen und bestätigt genau das. was Sie gedacht haben.“ Wolter beobachtete sie scharf. es schien ihm. als ob sie einen Augenblick stutze. „Es freut mich. Herr Senator, daß das eingetroffen ist, was ich immer erwartet habe.“ Sie sagte es mit einem leichten. beglückten Lächeln und fügte hinzu:„Ich wußte es ja. daß die Auskunft gut lauten würde.“ Wolter verabschiedete sich. Der Senator hielt seine Hand fest. „Eine Frage noch. Hat man denn noch keine Spur des Perlenhalsbandes gefunden!“ „Es tut mir leid Herr Senator. aber alle Nachforschungen sind bisher vergeblich gewesen“, antwortete Wolter und begegnete wie zufällig Frau Temmes Blick, der fast starr auf ihm ruhte. „Wenn man nur wüßte, wo er das hingebracht hat?“ murmelte der Senator und seuizte. wolter begnügte sich damit, die Achseln zu zucken, reichte dem Senctor noch einmal die Hand und versprach. wiederzukommen. sobald er Neues wisse. Von der Villa des Senators begab er sich zu dem Bestellpostamt des Bezirks. Die Geschichte mit den drei Briefen interessierte ihn ungemein. Er bekam leider die Auskunft. die er befurchtet hatte: bei gewöhnlichen Briefen sei ein Nachweis unmöglich. Da verfiel er auf den Gedanken, den Briefträger zu vernehmen. Zum Glück war dieser seit Monaten im gleichen Bezirk tätig. kannte den Senator und entsann sich, daß ihr dieser mehrsach auf der Straße nach einem Briefe aus England gefragt habe, doch er habe stets verneinen müssen. Und dann, gerade tags darauf. sei ein Brief gekommen, den er der Wirtschafterin übergeben und bemerkt habe:„Hier ist der Brief aus London. auf den der Herr Senator wartet.“ Ein Brief war also bestimmt gekommen. In Gedanken stellte Wolter das Rejümee zusammen: Frau Temme hatte HausJoachims Briese unterschlagen und ihn dann bei dem Senator verdächtigt. Sie hatte sich geweigert, die Polizei anzutelefonieren, hatte Minna gerusen, gewissermaßen als Kronzeugen, hatte den Senator zur Haussuchung veranlaßt und bei alledem den tatiächlich unschuldigen Haus=Jonchim immer in Schutz genommen. obwohl sie ihn nach ihrem voraufgegangenen Verhalten ern recht hätte verdächtigen müssen.— Jetzt verstand er auch warum die Angaben der drei Hausangestellten io auffällig übereinstimmten: Frau Temme hatte für alle das gleiche alibi bejorgt, ohne daß diese etwas davon ahnten. An dem Verdacht gegen Frau Temme war nicht mehr zu rutteln. Doch wie hatte sie das Unternehmen durchführen können? Allein auf keinen Fall. sie hatte unbedingt einen Helfer gehabt, der in Hans=Joachims Häuschen aut Bescheid wußte. Und wer wußte dort desser Bescheid als John! Aber John? Konnte das sein? Gleichviel, er mußte ihm zum mindesten auf den Zahn fühlen. In den Spätnachmittagsstunden traf er erst wieder in der Aister=Chaussee ein und erfuhr zu seinem nicht geringen Erstannen von Hans=Jochamis Abreise nach Halberstadt. Im ersten Augenblick konnte er das gar nicht fassen. Als er den für ihn bestimmten Brief gelesen und alle Gründe erfahren hatte, die den Entschluß bewirkt, schüttelte er mißbilligend den Kopf. Wie ihm jedoch das Erlebnis des heutigen Tages wieder durch den Kopf ging fand er, daß Hans=Joachim ihm eigentlich einen riesigen Gefallen mit seinem Verschwinden erwiesen hatte. denn in der Flottbeker Villa würde man sicherlich diese Nachricht als Schuldbekenntnis auslegen. Frau Temme würde innerlich jubeln und vielleicht eine Torheit begehen, die ihm den bündigen Beweis für ihre Schuld lieferte. „Das ist aber wirklich etwas sehr seltsam". sagte er zu John gewendet, den Brief noch immer in der Hand. ich komme soeben von Flottbek, wo man mir Dinge erzahlt hat, die meinen auten Glauben stark erschüttert haben. und nun diese Ueverraschung.“ Wolter erwartete. John werde vorsichtig fragen, was für Dinge er meine. aber es kam ganz anders „Sie haben sich wohl recht lange mit Frau Temme unterhalten? Denn sonst wüßte ich niemand. der Ihren guten Glauden erschüttern könnte." „Wieso?“ fragte Wolter harmlos. „Sie erklärt jedem der es hören will oder auch nicht, daß mein Herr die Tat begangen habe und fügt dann scheinheilig hinzu, man solle aber nicht darüber sprechen. Sie mag denken, was sie will aber sie soll meinen Herrn nicht verdächtigen“ „Damit spricht sie doch aber nur aus, was selbst der Herr Senator glaubt. Uebrigens börte ich die Angaben, von denen ich sprach. aus seinem Munde“ John sah Wolter mißtrauisch an, dann erklärte er:„Der Herr Senator kann Ihnen nichts gesagt haben was gegen meinen Herrn spricht" „Sie irren sich. John er hat mir eine recht trüde Geschichte von ihm erzählt. die sich in St. Pauli abgespielt dat" John zuckte zusammen als bade Wolter ihm einen schweren Vorwurf gemacht. In Aufregung und Ungewißheit wunte er nicht, was er antworten sollte. „Herr Kommissar“. sagte er schließlich zögernd„Herr Dannenbera dant auf Sie als den einzigen Menichen der ihm Rettung bringen kann. Sie dürfen nicht an ihm zweifeln und deshalb nur deshald. verrate ich Ihnen was sonst niemand wissen darf. Ich mun es tun!... Und nicht wahr Sie werden mein Geheimnis bewahren?“ „Ich verspreche es Ihnen“. erwiderte Wolter neugierig geworden.„Doch haudelt es sich wirklich um etwas so Geheimnisvolles?“ John nickte stumm. „Also was ist es mit dem Abenteuer von St. Pauli?“ „Mein Herr hat nie eins gehabt. er ist nie verhaftet worden!" „Ader John". unterbrach ihn Wolter, „Herr Dannenbera wird doch seinen Onkel nicht für etwas um Verzeihung bitten was er nie getan hat!“ „Und doch ist es so wie ich sage. Haden Sie nur einen Augenblick Geduld Sie sollen alles wissen, ich weiß nur nicht recht, wo ich am beiten beginne. Rennen Sie Herrn Fellner den jetzigen Mitinhaber von Korn u. Fellner?“ „Nein John was ist es mit ihm?" „Also der ist es der damals unter dem Namen Dannenbera verhaftet wurde“ „Wie konnte denn das geschehen" (Fortsetzung folgt., Numme Freiteg, den 29. März 1931 Der geköpfte Hadyn... Elwas von leeren Gräbern und salschen Schädeln Es ist ein seltsames Geschick um die sterblichen Ueberreste gar vieler Großen im Reiche der Kunst. Schillers Gebeine wurden in einem Massengrabe beigesetzt, und als Mozarts Gaitin, die am Tage seiner Beerdigung schwer krank daniederlag, das Grab ihres Lebensgefährten aufsuchen wollte, wußte niemand mehr, selbst der Totengräber nicht, wo man den Meister der Töne hingebettet hatte. Besonders tragisch, beinahe geradezu urig ist das Schicksal der Gebeine des Schöpfers unsterblicher Oratorien und herrlichster Sinsonien, Joseph Haydn. Der Verwalter der Provinzialstrafanstalt von Niederösterreich, Johann Peter. war ein eifriger Phrenologe und aus dem Schädel Haydns hoffte er wichtige wissenschaftliche Schlüsse ziehen zu können. Aber die damalige Zeit— es war im Jahre 1909— war allen solchen Experimenten aus religiösen Gründen abhold. In alleHeimlichkeit bestach daher Peter den Totengräber, der gegen eine erkleckliche Summe sich bereitfinden ließ. in dunkler Nacht das Grab Haydns zu öffnen und der Leiche den Kopf abzuschneiden. Peter ließ nun den Schädel präparieren und verleibte ihn seiner Sammlung ein. Doch bald meldeten sich bei ihm Gewissensbisse, eine nicht unbegründete Angst vor der Polizei kam hinzu und so übergaber denn den Schäde. Haydns einem gewissen K. Rosenbaum in Verwahrung. Man stelle sich die Empörung vor, als man einige Jahre später die Leiche Haydns exhumierte, um sie in Eisenstadt neu beizusetzen, und man den einst geseierten Komponisten ohne Kopf im Sarge liegend sand! Nun lieferte Rosenbaum voller Angst irgend einen Schädel aus, der sich aber gar bald als falsch erwies. Erst im Jahre 1930 entdeckte ein Prosessor in seiner Sammlung einen Schädel, den man nach genaueren Messungen an der Totenmaste als den rechten Schädel Haydns identifizieren zu können glaubte. Die Erben des Gelehrten überwiesen später diesen Schädel der Wiener„Gesellschaft der Musik= freunde“, die ihn noch heute als unschätzbares Andenken an den großen Meister pietätvoll aufbewahrt.—— Ob Schillers Schädel, den man nach langem Suchen aufgefunden zu haben glaubte und den einst Goethe sinnend in seinen Händen hielt, echt ist, wird oft bezweifelt und noch heute weiß niemand, was mit Mozarts Gebeinen geschehen ist— das Grabmal, das man ihm errichtet hat, steht an einem leeren Hügel. Leer sind auch die Särge Voltaires und Rousseaus im Pantheon zu Paris. Beider sterbliche Ueberreste wurden in den Sturmtagen der großen französischen Revolution am 11. Juli 1791 unter feierlichem Gepränge ins Pantheon überführt und dort beigesetzt. Aber auch dort sollten sie noch keine Ruhe finden. Mit dem Sturze Napoleons I., der ja schließlich doch nur der Vollstrecker der Revolution war und mit der Restitution kamen andere Anschauungen auf, und der fanatische königliche MünzBuer, degenüber oem Rathaus. Te’elon 308 55 Wir fehren mit unseren Großdarbietungen fort und bringen ab heute den 1005 Singspiel-Schlager Ein Film von Liebe und Lachen, von Sonne und Rhein. Ein Film voller Schleger, u. a.:„Die blonde Lindenwirtin vom Rheir“„Mädel was iet das“"„Für jeden gibt es wo ein kleines Mädchen“:„Du bist mein Norgen- und mein Nachtgebeichen“ „Mariechen laß die Männer geh’n“ Im Beiprogramm Das rote Brandmal Ein Dreme eus dem Leben Tonkurztilm Feliz hai Kaisenlamme Kulturtim Einteltispreise an Wochentagen bis 3 Uhr Stadtkaffee Buer Familienlokal Sametas Frühlingstest Konzert u. Tans direktor Puymorin ließ die Särge öffnen und die Leichen Voltaires und Nousseau heimlich in eine Ralkgrube wersen.— Als Napoleon der Dritte im Jahre 1864 die Särge öffnen ließ, fand man diese leer! Nur Voltaires Herz, das einbalsamiert in Ferney beigesetzt ist. ist erhalten geblieben. Schauer erfaßt uns, wenn wir an das Schicksal der sterblichen Ueberreste großer Männer denken, die der Menschheit unsterbliche Geistesgüter geschenkt haben Aber nicht ihr irdisches Teil ist ja für uns das Wesentliche, sondern ihr Werk. Und in diesem leben sie auch nach ihrem Tode mitten unter uns, ganz gleich, ob wir wissen, wo sie beerdigt sind. Und nicht die leere knöcherne Schädelhülle ist das wahrhaft Wertvolle, sondern ihr Schaffen, das einstmals im Hirn des Meisters entstand. An ihren Werken sollt ihr sie erkennen. In die Sphären Der Meuschbeit beidelle Sebusucht Es ist bedauerlich, daß heute kein Jules Verne unter uns weilt— welch herrliche Stoffe böten sich ihm in einer Zeit der rasenden Fortschritte menschlicher Technit! Längst ist dem Menschengeist die Erde zu klein geworden, aus dem Mikrokosmos strebt er in saustischem Drange hinaus in den Makrokosmos. Die„Troposphäre", jenen 11 bis 15 Ktlometer mächtigen Teil der unseren Erdball umgebenden Luftschicht, hat er sich bereits erobert: Die Lüfte durchbrausen Flugzeuge und Luftschiffe. Nun strebt er schon wieder darüber hinaus, er will wissen, wie es senseits dieser Troposphäre aussieht. Die Er oberung der„Stratosphäre", jener atmophärischen Schicht, die über dieser, die Voraussetzung alles irdischen Lebens bildenden„Luft“ liegt, das ist das Ziel unserer Wissenschaft. Wir wissen, daß die Stratosphäre eine Höhe von etwa 80 Kilometern erreicht, wir wissen, daß in ihr eine stets gleichbleibende Temperatur herrscht. Aber noch nie ist ein Mansch in jene Höhen vorgestoßen— unsere Flugzeuge haben wohl die Grenze der Troposphäre annähernd erreicht— dann aber gebot die Natur dem Menschen ein gebieterisches Auf verschiedenen Wegen versucht nun der Mensch sein Ziel zu erreichen. Nicht jeder Weg vermag ernster wissenschaftlicher Prüfung standzuhalten. Reichlich utopisch war der Plan Professor Piccards. mit dem Ballon in jene Höhen vorzustoßen. und auch die Idee einer menschenbemannten Rakete ist heute noch ein recht umstrittenes Probiem. Jetzt wollen die Dessauer Junkerswerke der Stratosphäre mit einem Flugzeug zu Leibe rücken. Bei dem wissenschaftlichen Ernst ihrer Leitung. bei dem Namen, den sich Professor Junkers erworben hat, muß dieser Versuch mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Es handelt sich hier selbstverständlich um ein für diesen besonders konstruiertes Flugzeug, einem Metalltiefdecker von einem Fluggewicht von 1000 Kilogramm und einer Flügelspannweite von 28 Meiern. Pilot und Begleitern sind in einer luftdicht abgeschlossenen. drucksicheren Höhenkammer untergebracht. deren innerer, gleichbleibender Luftdruck und deren Lufterneuerung durch einen Kompresso. besorgt wird. Ein JunkersMotor und ein neuartiges„Junkers=Schleudergebläse“ sorgen für Antrieb. Instrumente aller Art sollen wissenschaftlicher Forschung dienen. Mit diesem Apparat will man zunächst Höhen von 8000 bis 12000 Metern erreichen, hier soll zunächst die Möglichkeit erprobt werden, mit dem bieherigen Benzinmotor und diesen Schleudergebläsen, die systemathisch weiter entwicke:t#erden sollen, in größere Höhen vorzustoßen Schritt für Schritt, in rastlo#er, zäher Arbeit, will man dem. Zie: näher zu kommen 16000 Mater beträgt heute schon der Welthöhenrekord, Junkers hoffen, ihn in kurzer Zeit bereits um 300 Meter überbieten zu können, ohne daß Pilot und Begleiter in Gefahr geraten. Um die Frage, wer die Synchronisierung von Film und Ton erfand, hat jetzt ein gewisser Orlando Kellum einen Prozeß auf 180 Millionen Dollar Schadenersatz angestrengt. Kellum behauptet, die Erfindung bereits im Jahre 1918 gemacht zu haben. * Einen Vernichtungskrieg gegen Hunde kündigt das neueste russische Verordnungsblatt für den Handel an. Danach sollen im laufenden Jahre nicht weniger als 950000 Hunde der Produktion von Hundeleder geopfert werden. Jedes Gouvernement muß eine bestimmte Anzahl von Hunden liefern. Rundfunkprogramm Freitag, den 29. März 1931 6.45—7.00 Leibesübungen: Dr. Ludwig Bach 7,00 Frühvorhersage und Zeitangabe 7,00—8,00 Morgenkonzert 8,00 Wiederholung der Frühvorhersage und Zeitangabe 9,30 Uebertragung aus dem Stadion Beuthen(Oberschlesien) Große Kundgebung aus Anlaß des 16. Gedenktages der oberschlesischen Abstim. mung. Rede: Dr. Weigl, Oppeln. 10.30„Erste Meldungen, amtliche Wasserstandsmeldungen und Zeitangabe“ 10.45—11,20 Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer an Berufsschulen. Gewerbeoberlehrer Stümper: Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Handwerks 11.20—12,00 Schulfunk für die Oberstuse höherer Lehranstalten: Französische Unterhaltung. 12.10 Schallplattenkonzert (Grammophonplatten:„Die Stimme seines Herrn") 12.50 Wetterbericht 12.55 Nauener Zeitzeichen. Mittagsmeldungen und Zeitangabe 13.05—14.30 Mittagskonzert, Leit.:Eysoldt 15.30 Wasserstandsmeldungen(Wiederholung). Zeitangabe und Wirtschaftsmeldungen 15.50 Kinderstunde. Aus unserer Werkstatt: Els Vordemberge 16.20—17,00 Jugendfunk 1. Paul Appel: Geschichten von spassigen Menschen, von J. P. Hebel. 2. Lehrer Breuer: Schachfunk für die Ingend. Der Zugzwang 17,00—18,00 Vesperkonzert Geistliche Werke junger cheinischer Tonsetzer. Der Chor der Schulmustkabteilung an der Kölner Musikhochschule, Leitung: Felix Oberborbeck, Solistin: Margarethe Patt(Alt), Begleitung: Grape(Klavier) Zeitgenössische Tonsetzer(74) 18.20—18.40 Frühling im Süden. Dr. Viltor Meyer=Eckhardt: Vor den Toren der ewigen Stadt 18.40—19,00 Englische Unterhaltung: Lektor Dr. C. Bennett— Lektorin A. Rüschkamp=Vhitehead Zugrunde liegt: Vernard Shawe„Mau and Superman“ 19,00—19,15 Wetterbericht, Zeitangabe, Wintschaftsweldungen und Sportvorder. 19.15—19 25 Vom Tage 19.30—19.55 Die Woche des Handwerl.. Dr. Schagen: Handwerk und Kultur 20 00—20,55 Meister der Operette. Ein Zyklus mit Schallplatten. Tanzformen in der Operette Operetten=Walzer(2). Einführende und virbindende Worde: Paul Heinrich Gehly(Grammophon=, Odeonund Parlophon=Schallplatten) 21,00(auch über den Deutschlandsender Königswusterhausen: Platz 13... Reihe 13 Hörspiel von Hans Philipp Woltz, Spielleitung: Kandner. Damen: Marito Gründgens, Herren: Rieth, Ivero, Uepach, Oettershagen, Neuter, Propst und andere. Anschließend: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht Anschließend bis 24,00: Nachtmusik. Leit.: EysoDt. 24.00—0,30 Meister des Jazz. Vernard Ette und sein Orchester(Kristallplatten) 0.30—1.30(auch über den Deutschen Kurzwellensender): Einsame Musck. Rhein, Schwartz(Violine), Ringgnalda. Lanz (Bratsche), Grote. Grote(Cello), Fritzsch(Flöte), Grelte(Klarinette), Wessel Harse). Werke von Navel und Schönberg Schauburg-Buer Heute: Wesideutsche Uraufführung lusligen Emeika-Tonjilms des Der Liebes-Express (8.Tage Glück) Dine Grolla. Georg Alexander, die beiden Lustspleldarsteller deutscher Filmbühnen und der Tenor Josef Schmidt, der die einschmeichelnden Schlager des Films sowie die melodlösen Weisen Ilalienischer Liebeslieder singl. gewährleislen ihnen zwei vercnügte Stunden Das herrliche Venedig gibl diesem Film den passenden Rahmen Auf der Bühne: Original Blum-Blum-Comp. Matrosenspiele an Bord der„Europa“ Ferner: Copt. G. Charles Kunslreiter mit dem Vollblulhengst „Harlequin“ Das Schauburg-Orchester splell: Ouverfüre zu„Die schöne Galalhe“ von Suppeé Tönende Fox-Wochel Liebes-Express beginni: 4.00, 6.40, 9.20 Uhr 3 Zimmerwohnung 1. Etage und eine 4= und 5=Zimmerwohnung mit sämtlichem Zubehör zu vermieten. Heimamsieolung Buer Es handelt sich um eigentumsfreie Bohgungen Man ist nur s0 all, wie man ausslen deshalb benutze man das weltberühmte „Exlepäng“. 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März angekündigte Streik austricht. Von einem Abgeordneten der nordfranzösischen Bergwerksgegend ist zur Bekämpfung der immer größer werdenden Arbeitslosigkeit im Kohlenbergbau ein Gesetzesvorschlag eingebracht worden, der die Kontingenti rung der Einfuhr ausländischer Kohle nach Frankreich durch das System der Einfuhrlizenzen vorsieht. Kundgebungen gegen Pilsudski Die Volen begebren an :: Posen, 20. März.(Elg. Drahtb.) Aus Anlaß des Namenstages des Marschalls Pilsudskt fand ein Zapfenstreich statt. an dem alle Truppen der Posener Garnison beteiligt waren. Ungeheure Menschenmassen umsäumten den Platz vor dem Stadttheater. Die Musik spielte nur religiöse Lieder und vermied es, die„Legionenbrigade" zu spielen. Nach dem Zapsenstreich intonierte aber die Kaxelle beim Abmarsch die Hymne der Legionen. In diesem Augenblick begann eine gewaltige Gegenkundgebung der überwieend nationaldemokratisch geinnten Bevölkerung. Die Massen stimmten die deutschseindliche Nota an und übertönten die Kapelle. Große Umzüge formierten sich. und durch alle Straßen zogen die Menschenmassen, um gegen Marschall Pilsudski Brest und die Sanierungsparteien zu demonstrieren. Die Demonstranten marschierten vor die Wohnung des Generals Haller und brachten auf ihn Hochrufe aus. Ganz Posen war in großer Erregung Auch in den Kaffeehäusern wurden pilsudskifeindliche Kundgebungen laut. Die Polizei griff energisch ein und versuchte, die Demonstranten zu zerstreuen, was ihr aber nur vorübergehend gelang. Dabei wurden einige Personen verletzt und einige Anführer verhaftet. Die ganze Nacht über dauerte die erregte Stimmung an. Zu ernsten Ausschreitungen ist es indessen nicht gekommen. Gestern vormittag fanden hier die großen offiziellen Pilsudskisetern des Militärs vor dem hiesigen Generalkommando statt, zu denen die Regimenter mit Fahnen und Musik durch die Straßen zogen. Die öffentlichen Gebäude haben gehißt, Privat= häuser haben fast gar nicht geflaggt. Zu Gegenkundgebungen ist es bisher nicht mehr gekommen. Die Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft und bemüht, mit allen Mitteln Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Gegen Indieus Voykott Englische Bebereien nehmen Stellung :: London, 20. März.(Drahtber.) Die zwei großen Verbände der Baumwollspinnereien und Webereien in Manchester haben eine Erklärung veröfsentlicht, die sich auf die Fortführung des Boykotts britischer Güter in Indien und auf die ernsten Rückwirkungen bezieht, die dieser Boykott auf die Baumwollindustrie von Lancashire hat und in Zukunft, nachdem durch das Abkommen von Delhi der friedliche Boykott gesetzlich erlaubt ist, haben wird. U. a. wird in der Erklärung erwähnt, daß allein in Bengalen Baumwollwaren aus Lancashire im Werte von 1½ Millionen Pfund Sterling festliegen und nicht verkauft werden können und daß in England selbst große Mengen bestellter Waren angehäuft sind, die hier seit B.ginn des Boykotts liegen und infolge des inzwischen eingetretenen Preissturzes bereits mit schweren Verlusten belastet sind. Am Schluß der Erklärung heißt es, die Baumwollindu. strie von Lancashire bilde einen Aktiv= posten nicht nur Englands. sondern des ganzen britischen Reiches, und die Regierung dürfe nicht länger die Fortführung einer Politik dulden, durch die eine große Industrie geschädigt werde. Die Erklärung wird dem Staatssekretär für Indien und dem Präsidenten des Handelsamtes zugestellt werden. Verdotene Krastwagen-Amzüge Oberpräsidenten=Verfügung in Hannover + Hannover, 20. März.(Drahtb.) Der Oberpräsident der Provinz Hannover hat, veranlaßt durch die zahlreichen Ausschreitungen, die dadurch entstanden sind, daß zu politischen Veranstaltungen und Versammlungen aus anderen Orten KampfJum Arleil im Mordprozeß Tedner Die Frau des Versicherungsmörders, Lina Tetzner, die wegen Beihilfe zum Morde und zum Versicherungsbetrug zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. trupps unter der Bezeichnung von Schutzstafseln herangefahren wurden. eine Polizeiverordnung erlassen, die ein Verbot von öffentlichen Umzügen und Transporten auf Lastkraftwagen und Kraftomnibussen enthält. Mit 140 Kllomeler Geschwludigkeil fahren neue Reichsbahn=Personenwagen — Magdeburg, 20. März.(Drahtd.) Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft veranstaltete gestern eine Versuchsfahrt zwischen Berlin und Magdeburg mit neuen vierachsigen Personenwagen, wobei Gesc windigkeiten bis zu 140 Klm. pro Stunde erzielt wurden. Dr. Mulert verzichtet auf seine Wahl zum Oberbürgermeister von Berlin :: Berlin, 20. März.(Eig Drahtd.) Der Präsident des Deutschen Städtetager hat an den für die Wahl eines Oberbürgermeisters eingesetzten Ausschuß der Berliner Stadtverordnetenversammlung ein Schreiben gerichtet, in dem er bittet, von seiner Person bei der Frage der Besetzung des Oberbürgermeisterpostens abzusehen. Zur Begründung dieser Bitte heißt es in dem Schreiben, die soeben im Landtag angenommene Novelle zum Berliner Verfassungsgesetz werde weder der Größe und Bedeutung der Reichohauptstadt, noch der Schwere der in Berlin zu lösenden Aufgaben gerecht. :: Neue Schwierigkeiten im englischen Bergbau. Aus London wird gedrahtet: Die Relegiertenkonferenz der Vergarbeiter hat beschlossen, die Fortsetzung des SpreadOver=Systems nach dem 31. März, dem Zeitpunkt des Ablaufs des jetzigen Abkommens, nicht zuzugestehen. :: Neue Entdeckungen am Südpol. Aus Hobart(Tasmanin) wird gemeldet: Der Führer des aus den antarktischen Gewässern hierher zurückgekehrten englischen Forschungsschiffes„Discovery". Sir Douglas Mawson, erklärte, daß die Expedition zahlreiche Entdeckungen von Neeuland gemacht habe. Auch habe sie seit ihrer letzten Reise eine Verschiebung des magnetischen Südpols um 100 Meilen nach Nordwesten festgestellt. * Solingen, 20. März. Siebenjähriger Junge ertrunken. Der siebenjährige Sohn einer Familie von der Weyerbergerstraße. der auf dem schon morschen Eis des Paviermühlenteiches Schlittschuh laufen wollte, brach ein und geriet unter die Eisdecke. Ein Schupobeamter sprang ins Wasser, sand auch den Kleinen und konnte ihn ans Land bringen. Die Wiederbelebungsversuche waren aber leider ohne Erfolg. * Unnau(Westerwald), 30. März. Kind im Dorfteich ertrunken. Das sechsjährig: Söhnchen eines Landwirts von hier spielte mit anderen Kindern am User des Dorfteiches. Dabei kam es zu Fall und rutschte in den tiefen Weiher, aus dem es nur als Leiche zeborgen werden konnte. * Münster, 20. März. Anhaltende Besserung im Besinden des Erzbischoso Dr. Voggenburg. Nachdem in den gestrigen Nachmittagsstunden das Fieder noch etwas in die Höhe gegangen war, ist in den Abendstunden wieder ein Abstieg erfolgt Pulo und Atmung sind entsprechend so daß eine merkliche Besserung bezüglich der Lungenentzündung eingetreten ist. Im Laufe des heutigen Tages ist im Befinden des Eczbischofs keine Veränderung eingetreten, im ganzeu hat sich der Zustand gehalten Besonders ist zu bemerken, daß das Bewußtsein wieder völlig hergestellt ist. (—) Vom Auto überfahren. Gestern abend 7 Uhr überfuhr das Auto der Fe. Bernhard Meyer, Gelsenkirchen, Hindenburgstraße, das seinerzeit den Stadtinspeektor Körzel tödlich verletzt hat, an der Ecke Löchte= und Sutumer Straße einen Arbeiter, der sich auf dem Heimweg besand. Mit schweren Verletzungen wurde er zum nächsten Arzt gebracht. Das pestrige Rennen Aeuteuil 1. Rennen: 1. Livre Jaune, 2. Mah Jong, 3. Comite. Toto: Sieg 36, Platz 15, 20, 18: 10. 2. Rennen: 1. Fo, 2. Miß France. 3. Le Touquet. Toto: Sieg 121, Platz 29, 16, 26:10. 8. Rennen: 1. Fort Mahon, 2. Bois de Rose, 3. Mullinger. Toto: Sieg 25, Platz 14, 18: 10. 4. Rennen: 1. Prinzipessa, 2. Clarimus, 3. Cistercien. Toto: Sieg 157, Platz 33, 29, 19:10. 5. Rennen: 1. Legendaire. 2. Lott, 8. Porte Veine. Toto: Sieg 200, Platz 37. 45. 20: 10. 6. Rennen. 1. Garaf, 2. Enia, 8. Double Six 2. Toto: Sieg 16, Platz 14, 21:10. Geschhllches Schönheitspflege ist eine Frage des guten Geschmacks, die besonders den Damen am Herzen liegt. Ihr sehnlichster Wunsch ist, schön zu sein. Ein viel angewandtes Mittel, nach außen schön zu wirken. ist eine geschmackvolle Kleidung: aber etwas, das auf die Umgebung ungleich angenehmer und berückender wirkt, ist ein wohlgepflegter Teint, ein Teint, der frei ist von allen entstellenden Hautunreinigkeiten, von Pickeln, Mitessern. 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Dezember 930 in unseren Wagen gesundenen Gegenstände beabsichtigen wir öffentlich meistbietend versteigern zu lassen. Empfangsberechtgte werden heermit aufgefordert, ihre Rechte bei der unterzeichneten Verwa tung anzumelden. Das Verzeichnis fraglicher Fund gegenstände kann in unserer Dienststelle Buer, Rathausstraße, eingesehen werden. Bochum=Geisenkirchener Straßenbahnen. Gleichblelbend in Preis u. Qualltät! Fanstes Ertn# P Isu 6e. Salat6l. Liter 62 u. 34·4 ein geführt, mi Feines. Pund 304 Phund- Platte 48 4 Seifen-Schätzlein Wir zeigen von Freitag bis Monten S Grot. fülme. Erstautführung! 1 Ken Maynard in Der Keldenrikt im wilden Westen 2 Der einsame Adler Ein Film zur Ehrung aller Flieger der Welt. 3 Der gelde Pass mit Anna Sien.— Sonnlag 11 Uhr Große Jugendvorstellung! Central-Theater Erle Tonfilm: Olympia (Hochstapler aus Liebe) Ferner: ommerprossen werden unter Carantie durch VEEUS Sode 5 VEBUS ugI. Preis S 2.73 In Buer: Wilhelm Lelbeck. Essener Strabe 100. In Meten: Medizinal Drogerte. Kalestrabe 38 und Ewaldstraße 101.4 Die rialige Inserlien ist das Siellgste Apollo-Theater Gelsenkitchen Mady Christians der Liebling der Gelsenklichener— spricht und singt wieder in einem neuen Grobtonfilm, der sich die Herzen aller Besucher Im Sturm erobern wird NIADGHRISTIANS mit Frenz Lederer. Altred Abel. Hermann Piche und dem 4-Jährigen Rolt Drucker. Ein spennender Eheroman in 10 ergreisenden Akten mit Schlagern von Friedr. Holländer und Rud. Neison. Mady Christiens in einer Rolle als liebende Mutter. Erst glückliche Gattin— denn geschieden— ein Leiden: weg besinnt und Kampt um das Kind, des schlieblich die Aussöhnung der beiden Galten herbeiführt. Kassenöttnung 2 UUhr. Auftührungszeiten: 2.30, 6. 9.30 Um allen Gelegenheit un geben, die lustigste beilere und emüsante Tonfilm-Operette zu sehen oder noch enhal mu sehen, seigen wir noch Toge 9 köstliche Akte mit Fritz Schulz— Truns von Aalten Jermille Hovotna— Hans-Heinz Bollmana— Hermann Piche Es ist ein Genub, die unsierblichen Melodten der wellbekannten Millöcher'schen Operette zu bören. Autführungszeiten: 4.20, 7.30. Die neue tönende Wochenschau Trots gewaltiger Unkosten Eintrittspreise!