□ Herner Druck und Verlag: C. Th. Kartenberg. Herne Besugsbreis: Monatlich RM. 2.15, halbmonatlich RM. 1.08. wöchentlich RM. 0.54. Selbstabholer RM. 1.84 oder RM. 0.92 im voraus zahlbar. Einzelpreis 10 Rot.— Bel Betriebsstörungen oder sonstigen Ereignissen, hervorgerufen durch höhere Oewalt, können Ersatzansprüche nicht berücksichtigt werden.— Anzelgeubreis: 1 mm Höhe 22 mm Breite 8 Rpf. Zur Zeit ist Preisliste 4 gültig. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen auch für die durch Fernsprecher aufgegebenen und abbestellten sowie undeutlich geschriebenen Aufträge wird keine Oewähr übernommen. Annahmeschluß: Taze zuvor 16 Uhr. Erfüllungsort und Oerichtsstand Herne I. Westt. Pernruf: 311 41—43(Schriftleitung: 311 42) Hauptschriftleiter: Willl Franke(a. 2. Wehrmacht). Stellvertreter: Otto Wilhelm Pohle. — Verantwortlich für Positik und allg. Tell Otto Wilhelm Pohle. fü# Lokales Albert Wemper. Berliner Vertretung Hauptschriftleiter Erich Wagner— Verantwortlicher Anzeigenleiter: Adoll Frasch. Hauptgeschäftsstelle: Herne Von-derHeydt-Straße 9.— Postscheckkonto: Dortmund 6542 Rummer 176 Donnerstag, den 30. Juli 1942 71. Jahrgang London:„Moskau zu neuer Offensive unfähig!“ Der deutsche Vormarsch im Süden der Ostfront bringt eine Sowjet-Niederlage nach der anderen „Die Katastrophe nur hinausgeschoben“ Transportschiffe auf der Wolga vernichtet Südlich Vataisk vorstoßende Kräfte haben weiter an Boden gewonnen Drahtbericht unseres militäzischen Mitarbeiters esd Berlin, 30. Juli. Die bewegliche deutsche Verteidigung bei Woronesch hat zu vollem Erfolg, zur Verbesserung und zum Ausbau der eigenen Stellungen geführt. Die von Zymljansk über Sal und Manytsch, sowie die südlich Bataisk vorstoßenden Verbände haben weiter an Boden gewonnen. Ihre Erfolge und die darüber hinaus greifenden Angriffe. der Luftwaffe auf die den Sowjets zur Verfügung stehenden Nachschubwege erschweren im hohen Maße die Bewegungen der hier kämpfenden Bolschewisten mit dem Gros ihrer Streitkräfte. Da ihnen nicht mehr viele Schienenstränge zur Verfügung stehen, benutzen sie hauptsächlich die Wasserwege. Die Vernichtung von Kanonenbooten und Frachtern im Mün dungsgebiet des Don und auf der Wolga durch deutsche Fliegerverbände stören auch hier einen geregelten Verkehr. Im Raum von Orel wurden kleine örtliche Angriffe der Sowiets abgewiesen. Ein Teil davon konnte eingekesselt und vernichtet werden. Zu Nahkämpfen kam es südlich des Ilmensees und am Wolchow. Hier wie vor Leningrad warfen unsere Truppen den Gegner zum Teil über die Anfangsstellungen hinaus zurück. Im hohen Norden machen die riesigen Fluß= und Sumpfgebiete, die während des Sommers unpassierbar sind, die Operationen unmöglich; auf deutscher Seite werden die Nachschubwege zur Front ausgebaut und erweitert. Es besteht also eine durch alle Wehrmachtsteile gesicherte riesige Front, die von Transkaukasien quer durch die Sowjetunion über Kirkenes in dem europäischen Küstenwall im Westen ausläuft. Die Bestürzung der Londoner Presse über den unaufhaltsamen deutschen Vormarsch im Dongebiet ist auf Grund von Berechnungen entstanden. In dem von Deutschland jetzt besetzten Gebiet sollen viele Millionen Einwohner zurückgeblieben sein, die an Ausfall das Zahlenmäßige der Sowiets über die Achsenmächte beseitigt. Mit dem „Observer" fest. In diesem Krieg hätten die Sowjetunion durchaus nicht mehr das Land der unbegrenzten Manneskraft, stellt der Londoner „Oberserver" fest. In diesem Krieg hätten die Sowiets ähnlich wie das zaristische System im Weltkrieg etwa nennzehn Millionen mobilisiert. Ihre Verluste auf den Schlachtfeldern seien außerordentlich gewesen, in der Industrie und in der Landwirtschaft herrsche ein großer Mangel an Arbeitern. In der Oelindustrie Bakus bestand 80 Prozent der Arbeiter aus Knaben und Mädchen von 15 bis 18 Jahren. Die neuen Einziehungen entblößten die Fabriken in einem Maße, die die Produktion stark verminderte. Der Rostow=Distrikt und das Don=Gebiet wären sowohl industriell wie landwirtschaftlich von größter Bedeutung für die sowjetische Kriegsführung gewesen. Auch die „Times“ befassen sich mit diesen Wirkungen des deutschen Vormarsches, durch den die Ernährung der Sowjetunion jetzt aufs höchste gefährdet sei; selbst wenn es gelungen sei, einen Teil der Ernte rechtzeitig zu bergen, blieben die erlittenen Verluste schwer. Denn wenn auch Stalin große Vorräte an Korn und Benzin angelegt habe. so würde die Katastrophe doch nur um einige Monate hinausgeschoben, falls die Deutschen ihre nächsten Ziele im Süden erreichten. Ganz allgemein meint, die englische Presse, daß Moskan in diesem Fall zu keiner neuen Offeusive mehr sähig wäre.= „Sowjetunion als Kämpfer ausgefallen“ □ Stockholm, 30. Juli. Der Kommentator Montgomery erklärt im Nachrichtendienst ganz offen, daß die Sache, für die sie kämpfen, sich in akuter Gefahr befinde. Die Deutschen lähmten immer mehr die Kampfkräfte der Sowietunion und schnitten sie obendrein von ihren Produktions= und Ernährungszentren ab, ohne die sie nicht kämpfen und leben könnten. Der Kommentator geht so weit zu sagen, daß die Sowjetunion für die 45 Britenbomber bei einem neuen Angriff auf Hamburg abgeschossen Hafen von Euez bombardiert Verbündeten als Kampfeinbeit verloren ist, wenn der Vormarsch der Deutschen nicht abgestopt werde. 43,8 Millionen für das Rote Kreuz □ Berlin, 30. Juli. Das vorläufige Ergebnis der am 12. Juli durchgeführten 4. Haussammlung des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz beträgt 43 867 286,87 RM. Die gleiche Sammlung des Vorjahres hatte ein Ergebnis von 36 707 456,59 RM., so daß eine Zunahme von 7159 830,28 RM., das sind 19,51 v. H., zu verzeichnen ist. Deutsche Lokomotiven für die Türkei wo Istanbul, 30. Juli.(Von unserem Mitarbeiter). Dev Leiter der türkischen Abordnung, die in Deutschland Verhandlungen über den Ankauf von Eisenbahnmaterial geführt hatte, erklärte der türkischen Presse, daß ein Lieferungsvertrag abgeschlossen wurde, nach welchem sich Deutschland verpflichtet, 15 Lokomotiven und 500 Wagen im Werte von insgesamt 150 Millionen Türkenpfund zu liefern. Die kürzlich in der Türkei angekommenen Lokomotiven sind bereits auf Rechnung dieser Uebereinkunft geliefert worden. dnb Führerhauptquartier, 30. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Südlich des unteren Don warfen die deutschen Truppen den zum Teil zäh kämpfenden Feind nach Süden und erzwangen, von der Luftwaffe mit starken Kräften unterstützt, den Uebergang über den Manytsch und Sal. Nordwestlich Kalatsch wurde an mehreren Stellen der sowjetische Widerstand gevrochen und der Feind zum Rückzug gezwungen. Der Nachschubverkehr der Sowiets sowie Eisenbahnverbindungen ostwärts der Wolga wurden bei Luftangriffen schwer getroffen. Bei der Bekämpfung von Schiffszielen versenkte die Luftwaffe im Don=Delta drei sowjetische Kanonenboote und erzielte Bombentreffer auf zwei weiteren Booten. Außerdem wurden bei Nachtangriffen mehrere Transportschiffe auf der Wolga vernichtet oder beschädigt. Bei der Abwehr feindlicher Vorstöße gegen den Brückenkopf Woronesch wurden 29 Panzer abgeschossen und eine größere Anzahl durch Kampf fliegerkräfte außer Gesecht gesetzt. An der Wolchow=Frout griffen die Sowiets einen Brückenkopf mit starken Kräften vergeblich an. In Aeauvten wiederholte der Feind seine Angriffe nicht. In der Nacht zum 28. Juli wurde das Hasengebiet von Suez mit Bomben belegt und Treffer in Kaianlagen, Treibstofflagern und zwischen Schiffsansammlungen beobachtet. Ein Fluaplatz westlich Alexandrien und Flugstützpunkte auf Malta wurden von deutschen und italienischen Kampfflugzeugen angegriffen, wodurch ausgedehnte Brände entstanden. Im Kanal ist ein deutsches Vorpostenboot nach hartem Kampf mit mehreren britischen Zerstörern und Kanonenbooten gesunken. Einzelne britische Flugzeuge warsen am Tage einige Bomben in Westdeutschland sowie im norddeutschen Küstengebiet. In der letzten Nacht wurde erneut das Stadtgebiet von Hamburg, vorwiegend mit Brandbomben, belegt. Es entstauden Schäden auch an öffentlichen Gebäuden; u. a. wurde das Eppendorfer Krankenhaus schwer getroffen. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Nachtjäger, Flakartillerie und Marineartillerie brachten 45 der angreifenden britischen Bomber zum Absturz. In Mittel= und Südengland griffen Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht Werke der Rüstungsindustrie, Bahnaulagen und Flugplätze aus geringer Höhe mit guter Wirkung an.“ „In einer äußerst unvorteilhaften Lage“ Die Londoner Presse muß registrieren:„Roch ernstere Nachrichten“ Stalin, Wellington und Duval E. W. Berlin. 30. Juli. Der„Daily Mirror“, ein bekanntes Londoner Massenblatt, läßt sich aus New York melden, daß es äußerst ernste Nachrichten gewesen seien, die den Sowjetbotschafter in Washington. Litwinow, veranlaßt hätten, zweimal hintereinander das Weiße Haus aufzusuchen und— wie schon mehrfach vorher— mit Nachdruck die endliche Einrich= tung einer„Zweiten Front“ zu verlangen. Seitdem haben die schlechten Nachrichten nicht mehr aufgehört, und die englische Presse insgesamt bezeichnet sie gestern als noch ernster als bisher. Es wird dabei unterstrichen, daß sich diese Feststellung nicht nur auf die militärische, sondern auch auf die wirtschaftliche Laae und die Versenkungsziffer beziehe. Wenn die„Times“ bekennen, die sowjetischen Truppen führen fort, Widerstand zu leisten,„mit einer Zähigkeit, die Sie lassen doch nur andere für sich kämpfen Brittsche Statistik gegen einen Vorwurf des Kriegsverrats, der nichts beweist Von Andalsnes bis Tobruk om Berlin, 30. Juli. Drahtbericht unseres diplomatischen Mitarbeiters Kein Vorwurf hat die Engländer tiefer treffen können als der, daß ste ihre Bundesgenossen nicht nur militärisch und diplomatisch im Stich zu lassen pflegen, wenn ihr Egoismus dazu rät, sondern daß sie auch auf dem Schlachtfeld unzuverlässige Waffengefährten sind und rücksichtslos ihre Verbündeten bluten lassen, ihr eigenes kostbares Leben aber schonen. Zum ersten Male in diesem Kriege zogen sie sich diese Anklage zu, als sie die norwegischen Truppen im Stich ließen, ein Viertel Jahr später mußten die Franzosen den englischen Verrat spüren; der dritte Fall war das schmähliche Verhalten der englischen Truppen im griechischen Feldzug. Seither ist man in England bemüht, den Anteil englischer Truppen an den späteren Kämpfen in Ostasien und Nordafrika durch die Ernennung englischer Regimenter zu belegen. Auch jetzt behauptet eine amtliche englische Quelle, daß die von der Armee Auchinlecks in Nordafrika erlittenen Verluste bis zum 18. Juli zu 50 Prozent von britischen Einheiten getragen worden seien, während 25 Prozent auf die südafrikanischen, 20 Prozent auf die indischen und der Rest auf die neuseeländischen Truppen entfalle. Diese englische Statistik ist offensichtlich unvollständig und unzuverlässig. Sie verschweigt zum Beispiel, daß auch dieses Mal australische Truppen beteiligt waren, die dem Befehl der australischen Regierung zur Heimkehr nicht mehr rechtzeitig folgen konnten. Einer der letzten italienischen Wehrmachtberichte erwähnte deshalb ausdrücklich, daß in den Kämpfen in den letzten acht Tagen die Gefangenen zum größten Teil Australier gewesen sind. Eine von der südafrikanischen Regierung veröffentlichte Statistik zeigt ferner, daß die südafrikanischen Truppen besonders bei Tobruk schwere Verluste an Toten und Gefangenen hatten, was ebenfalls den englischen Behauptungen widerspricht, in denen auch der Anteil der sogenannten„freien Franzosen“ an der Verteidigung des Wüstenforts von Bir Hacheim vollständig unterdrückt wird, wo die englischen Truppen ebenfalls vor dem entscheidenden Sturm abgerückt waren. Der an sich schon bezeichnende englische Versuch, sich von dem Vorwurf des Kriegsverrats nicht nur an fremden Bundesgenossen, sondern auch an den Gliedstaaten des Empire zu befreien, ist also auch in diesem letzten Fall mißglückt oder zumindest unzuverlässig. Den Nachweis im einzelnen können wir ruhig den Leidtragenden überlassen. nur mit ihrem Heldenmut verglichen werden kann". so spiegelt ein solcher Satz, als Kompliment aufgezogen, mehr von der Erkenntnis der Aussichtslosigkeit wider, als es dem Blatte erwünscht sein mag. Es spricht vor allem der Zweifel daraus, ob man den Sowiets überhaupt eine Hilfe zukommen lassen könne, und falls, ob sie noch wirksam sein werde; und es ist nur der Versuch eines Trostes, wenn die„Times“ äußern, es sei anzunehmen, daß dieser Widerstand der Sowiets„Teil eines großangelegten Planes“ sei. Der Reuter=Vertreter in Moskau besitzt offenbar nicht mehr den Schwung der Phantasie daran zu glauben und für ihn steht es fest, daß sich die sowjetischen Truppen„in einer äußerst unvorteilhaften Lage befinden". und der„Evenina Standard", beunruhigt durch die Perspektive des Augenblicks, zögert nicht, dies auszusprechen: Nach einer sowjetischen Niederlage würde man sich einem Reich gegenübersehen, das sich in einer unvorstellbar günstigen Lage befinden würde, und es sei klar, daß ein Zusammenbruch der Sowietunion zehnmal ernster und folgenschwerer sein werde. als seinerzeit die Kavitulation Frankreichs. Wenn Wellington in den schlimmsten Stunden der Schlacht von Waterloo die Nacht und die Preußen herbeigesehnt habe, schreibt das„People“, so müsse Stalin eine„zweite Front“ herbeisehnen. Der General Duval. einer der französischen Militärkritiker, rechnet dazu dem Engländer vor, daß jede Infanteriedivision mindestens einen Schiffsraum von 100000 BRT benötige und daß eine Landungsoperation gigantische Ausmaße annehmen müßte. Hierdurch aber fielen alle Ueberzeugungsmomente fort. Vielleicht kommt es daher, daß man sich in London neuerdings jetzt etwas Reserve auferlegt, vielleicht aber auch daher, daß der Weg über den Kanal die Engländer ahnen läßt, was sie erwarten würde. Tschiangkatscheks große Schwierigkeiten sa Rom, 30. Juli. Drahtbericht unseres Mitarbeiters Aus dem Tagebuch einer jungen Chinesin, die den Grad eines Sanitätsoffiziers bei der 58. Armee Tschiangkaischeks bekleidete und die in Tschekiang in japanische Gefangenschaft geriet, geht hervor, daß die chinesischen Truppen mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen haben.„Unsere Leute". so heißt es in dem Tagebuch,„sind halb nackt und verhungert, sie werden schlecht behandelt und sind kampfesmüde. Es fehlt an allem; wenn es regnet, müssen wir die Operationen mit aufgespanntem Regenschirm durchführen, weil die Sanitätszelte voller Löcher sind Wären nur diese furchtbaren Leiden zuende!" Früher die Betonschiffe, jetzt die Flugboote USA will Flugboote bauen; um der A=Soetgrfahr Herr zu werden Geschwätzige Verlegenheit Dr Ho Berlin, 30. Juli. In den Vereinigten Staaten ist jetzt die Idee aufgeflattert, 5000 Flugzeuge— richtiger: Flugboote— zu bauen, um... der U.Bootgefahr zu entgehen. Im Grunde genommen ist der neue Vorschlag nur eine auf den Luftverkehr abgestellte Abwandlung früherer Vorschläge, Betonschiffe zu bauen oder eine Bielzahl von kleinen Seglern aufs Wasser zu setzen oder einen Handelsschiffstyp Seeotter“ von 2500 BRT. Tragfähigkeit aus... Autoblechen zusammenzubauen und mit Automotoren auszurüsten. Die Bereinigten Staaten sind so knapp an Aluminium, daß hinter der 5000=Flugboot=Idee die blanke Ahnungslosigkeit geschwätziger Verlegenheit steht. Aus den Erörterungen sind aber von gewissem Interesse die Beweisgründe für und gegen diesen Vorschlag: nicht wegen ihrer unmittelbaren Bedeutung, sondern weil sie ein Zukunftsproblem umreißen. Für das Flugzeug wird zunächst im Gegensatz zum Lastauto geltend gemacht, daß es die Arbeit von 50 oder 100 Lastkraftwagen leistet, und zwar sehr viel schneller. Das Schnelligkeitsargument wird auch als Vorteil des Flugzeuges gegenüber dem Schiff geltend gemacht, weil das Flugzeug in derselben Zeit zwanzigmal den Weg eines Schiffes zurücklegen kann. Dazu kommen, daß Flugzeuge in viel kürzerer Zeit gebaut werden können und weniger Rohstoff brauchen. Alle diese Argumente versacken aber gegenüber dem Tatbestand, daß das Schiff der gegebene Träger aller Massenfrachten ist. Man kann daran denken, einige bunderttausend Mann in Flugzeugen zu befördern; die Organisation des Nachschubs für solche Kontingente ist aber an das Schiff gebunden, besonders da das Flugzeug als solches auch einen ganz speziellen Nachschub braucht, und zwar einen nicht zu knappen. Der englische„Samthandschuh“ in Indien indische Frage tritt setzt in ein neues Stadium ein Illusionen, die schwanden Drahtbericht unseres diplomatischen Vertreters Durch die Entsendung von Cripps hatte das britische Kabinett den Versuch gemacht, die indische Frage, die mit dem Verlust Singapurs und der anderen ostasiatischen Positionen England brennend geworden war, von der politischen Seite her zu lösen. Die maßgebenden indischen Persönlichkeiten und Parteien sollten dafür gewonnen werden, daß Indien freiwillig seine Menschen und Reichtümer für die Verteidigung des Empires einsetzte. Auch nachdem der Versuch auf der ganzen Linie gescheitert war, hielt die englische Politik zunächst an dieser Linie der„friedlichen Verständigung" fest. Nur gelegentliche Ausbrüche, wie die des Indienministers Amery, der im Unterhaus die alte harte Indienpolitik rühmte, verrieten, daß der„Camthandschuh“, mit dem nach einem Wort Edens die zwangsweise an das Empire angeschlossenen Länder in Zukunft angefaßt werden sollten, Indien gegenüber sehr locker saß. Zu einer offenen Aenderung seiner Haltung war England zunächst aus den verschiedensten Gründen nicht in der Lage. Die schweren Kämpfe in Burma nahmen die militärischen Kräfte voll in Anspruch, über die England in Indien verfügt. Da es ungewiß war, wohin sich nach der Eroberung von Burma die japanische Stoßkraft wenden werde, mußte der in Indien kommandierende General Wawell alles für die Verteidigung gegen einen möglichen japanischen Angriff einsetzen und durfte es nicht wagen, durch drastische Maßnahmen das indische Nationalgefühl zu reizen und zu offener Verbindung mit Japan zu treiben. In England selbst hatte die Parole der indischen„Selbständigkeit“— natürlich im Rahmen des Empire— unter dem Einfluß von Cripps namentlich in der Labour=Party festen Boden gewonnen, und Roosevelt hatte sich persönlich dafür eingesetzt, daß das in der Atlantik=Charta enthaltene Versprechen zugunsten der unfairen Nationen auch auf Indien anzuwenden sei, obwohl Churchill nach seiner Rückkehr vom Atlantiktreffen im August vorigen Jadres die Länder des Empire ausdrücklich davon ausgenommen hatte. Alle diese Umstände veranlaßten England, in der indischen Frage zunächst Zurückhaltung zu wahren, zumal die Ereignisse in Nordafrika und an der Ostfront die ganze Aufmerksamkeit beanspruchten. Man begnügte sich damit, durch Besetzung von Madagaskar und durch Verstärkung der Streitkräfte auf Ceylon die Stellung im indischen Ozean nach Möglichkeit zu festigen und machte durch Entsendung des Herzogs von Gloucester nach Indien einen neuen Versuch, die Stimmung des Landes zu gewinnen. Ueber weitere Maßnahmen des Generals Wawell sind Nachrichten nicht an die Oeffentlichkeit gedrungen, so daß nicht gesagt werden kann. inwieweit es ihm gelungen ist, die indische Armee durch Aushebungen zu verstärken, ihre Ausrüstung zu verbessern und Indien durch Ausbau der Kriegsindustrie von Zufuhren aus Uebersee unabhängiger zu machen, ein Ziel, daß sich schon zu Beginn des Krieges die in New Delhi gebildete Kommission für Ostasien, anscheinend mit geringem Erfolg, gesetzt hatte. Erst seit einiger Zeit mehren sich die Anzeichen, daß sich England entschlossen hat, die politische Lösung der indischen Frage als aussichtslos aufzugeben und das Ziel der Umwandlung Indiens in ein„Kriegsarsenal“ für das Empire auf militärischem Wege, das heißt durch Anwendung von Gewalt, zu erreichen. Der in den Tagen der Cripps=Mission noch verfolgte weiträumige Plan, Indien mit dem China Tschiangkaischeks zu einer großen militärischen und politischen Einheit zusammenzufassen und dadurch eine Basis für die weitere Führung des Krieges gegen Japan zu gewinnen, erwies sich, wenn eine solche phantastische Idee je einen realen Wert hatte, zumindest als verspätet. Wenn in England noch Illusionen über die wahre Stimmung in Indien bestanden hatten, so mußten diese schwinden, als die Kongreßpartei vor kurzem in Wardha einen Beschluß saßte, in dem die Engländer zum Verlassen Indiens ausgefordert wurden, widrigenfalls die von Gandhi zu einer wirkungsvollen Wasse ausgebildete zivile Ungeborsamsbewegung angeordnet würde, eine Form der Opposition, welche England nicht weniger zu fürchten hat, als den offenen Aufruhr. Diese Kundgebung der Kongreßpartei hat die letzten Hemmungen in England beseitigt. Es ist bezeichnend, daß jetzt auch das führende Blatt der Labour=Partv. der„Daily Herald“, in die Front derjenigen einschwenkt, welche die Anwendung von Gewalt gegen Indien verlangen. In seiner„Botschaft“ an die Kongreßpartei erklärte das Blatt, daß Indien durch seine Haltung die Labour= Party als Vertreterin seiner Sache gegenüber der britischen Regierung verloren habe. Damit haben die Gewaltpolitiker der konservativen Partei freie Hand gegen Indien erhalten und werden diese seit langem gewünschte Gelegenheit voll ausnützen. Es stehen dem Lande danach schwere Zeiten bevor. Aber zum ersten Male besteht auch die Aussicht, daß die Leiden und Opfer sich lohnen werden. und daß am Ende nicht neue Befestigungen der Knechtschaft, sondern der Freiheit wartet. Die indische Frage tritt damit in ein neues Stadium ein und wird zu einem noch wichtigeren Bestandteil des Krieges als sie es bisher war. Daß dies auch von englischer Seite so aufgefaßt wird, zeigt die von der britischen Regierung in Indien verfügte Aufhebung des Verbots der kommunistischen Partei und die Freilassung der wegen staatsgefährlicher Umtriebe verurteilten indischen Kommunisten, deren Einfluß auf die proletarischen Massen den englischen Zwecken jetzt dienstbar gemacht werden soll. di Stockholm, 30. Juli. Eigene Meldung Winston Churchill hat der Presse die strikte Anweisung gegeben, ab sofort in der Diskussion über die„Zweite Front“„kurz zu treten.“ Seitdem auf Betreiben der Londoner Sowjetbotschaft diese rein militärische Angelegenheit, wie es die Presse ausdrückt, ein Thema von Massenkundgebungen und Gewerkschaftsentschließungen geworden ist, scheint unter den führenden britischen Militärs Unwillen über die politische Ausschlachtung dieser Dinge aufgekommen zu sein. Sie protzen mit ihrem Geld und spionieren Roosevelts Mannschaft wühlt und intrigiert fortgesetzt in Marokko Von unserem nach Nordafrika entsandten Sonderberichterstatters Dr. Franz Mariaux Das„Consulat d'Amerique“ im Casablanca, 30. Juli. Es gibt in Casablanca nur eine Stelle, wo man, wie in der Zeit vor dem Waffenstillstand, Automobile in Hülle und Fülle sehen kann, und zwar nicht wie in den Garagen, stillgelegte, sondern betriebsbereite. Das ist das Gelände im Umkreis um das Palais, das in Casablanca das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten bewohnt. Selten stehen dort Tags über weniger als zwanzig schwere Wagen, und zu den vorgeschriebenen Polizeischildern mit Nummer und Stempel tragen sie noch ein Extraschild„Consulat d'Amérique". Das ist eine Ungezogenheit, die aber beabsichtigt ist. Die Vertreter des diplomatischen Korps haben an ihren Wagen zusätzlich das Kennzeichen„CD“ anzubringen, was„Corps diplomatique“ heißt, aber nicht die Bezeichnung ihrer Dienststelle und ihrer Nation, und in diesem Falle ist die Ungezogenheit um so größer, als die Bezeichnung„Konsulat von Amerika" falsch, irreführend ist. Es gibt kein „Konsulat von Amerika“. Amerika besteht aus zwei Kontinenten, sogar drei, Nord=, Mittel= und Südamerika. Wenn überhaupt ein Schild, so könnte es allenfalls„Konfulat der Vereinigten Staaten“ heißen. Warum diese Ungezogenheit? Aus zwei Ursachen erklärt sie sich. Das eine ist, daß in Marokko die Mannschaft Roosevelts sich Vorrechte anmaßt, die immerzu bis zum Einmischen in die inneren Angelegenheiten Marokkos gehen, und das andere ist. daß die Generalresidenz Frankreichs in Rabad, also die eigentliche Landesregierung, sich dieses gefallen läßt, ihm sogar oft genug Vorschub geleistet hat. Der Geist Frankreichs in Marokko ist meilenweit von den Reden in Vichy entsernt. Warum, mag ein andermal gesagt werden. Aber was wollen die Herren vom Generalkonsulat Washingtons hier? Sie sind rund hundert Mann stark, zehnmal soviel wie vor dem Waffenstillstand, und um diese Zahl zu rechtfertigen, berufen sie sich aus die Warensendungen aus den Vereinigten Staaten, die nicht einmal ein Zwanzigstel von dem sind, was sie vor zwei Jahren noch waren. Die Vereinigten Staaten machen hier keinen Hehl aus ihren Absichten. Sie wollen, daß entweder Frankreich ihnen Marokko in die Hände spielt, oder daß unter den Eingeborenen und Franzosen die Stimmung reif werde. um einen anglo=amerikanischen Gewaltakt gegen Marokko zu erleichtern. Sie protzen mit ihrem Geld. Sie spionieren, sie schildern die USA. wie das Land. wo Petroleum und Butter fließt, sie sabotieren. Selbstverständlich hetzen sie gegen Deutschland. Ob sie zum Ziel kommen? Es sieht nicht danach aus. Es wäre töricht, dem alarmierenden Gerede, mit dem sich die Gehilfen Roosevelts in Marokko periodisch ankünden, daß nun die Landung komme, über Gebühr Glauben zu schenken, aber es wäre unverantwortlich, wollte man übersehen, daß hier, weit von Vichy und Frankreich entfernt, eine unzulässige Einmischung der Vereinigten Staaten im Gange ist. Malta abermals mit Bomben belegt dnb Rom, 30. Juli. Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlout:„Spähtruppunternehmen an der AegyptenFront fanden mit Verlusten für den Gegner und mit der Gefangennahme eines von einem Offizier befehligten Spähtrupps ihren Abschluß. Italienische und deutsche Kampfflugzeug= und Jägerverbände erzielten sichtliche Erfolge bei wiederholten Angrifsen auf Kolonnen im feindlichen Hinterland. Eine große Zahl von Panzerfahrzeugen und Lastwagen wurde in Brand gesetzt oder unbrauchbar gemacht. Zwei Flugzeuge wurden von deutschen Jägern, vier von der Flak vernichtet. Die Flugplätze der Insel Malta wurden von Verbänden der Luftwaffe der Achse mit Bomben belegt. Es entstanden weit ausgedehnte Brände. Die britische Luftwaffe verlor in Luftkämpfen vier Spitfire. Im Mittelmeer wurden bei einem erfolglosen Angriff auf einen unserer Geleitzüge zwei britische Torpedoflugzeuge abgeschossen und fünf weitere mit Sicherheit getroffen. Einige Besatzungsmitglieder, darunter zwei Offiziere, wurden gefangengenommen.“ Wie die„Räumung" Rostows aussah □ Bukarest, 30. Juli. Die Zeitung„Universul“ veröffentlicht den Bericht ihres Berliner Vertreters, der an dem Flug der Auslandspresse teilgenommen hat.„Um sich einen Begriff davon zu machen, wie die Bolschewisten Tatsachen zu verbergen suchen, soll hier festgestellt werden“, so beginnt der Bericht des rumänischen Journalisten, „daß der sowjetische Heeresbericht selbst an dem Tage, an dem die Vertreter der Auslandspresse Rostow besuchten und mit dem Flugzeug nach Berlin zurückkehrten, noch immer nicht die Besetzung der Stadt zugegeben hatte. Erst jetzt geben sie das zu, behaupten aber, daß Rostow einfach geräumt worden sei. Wir aber konnten uns an Ort und Stelle überzeugen, wie diese sogenannte „Räumung“ vor sich gegangen war.“ Die überstürzte Flucht der Bolschewisten über den Don kann nur mit dem Rückzug von Dünkirchen verglichen werden. Der Weg zu der Brücke über den Don ist vollgepfropft mit Lastkraftwagen, Panzern, Kriegsmaterial jeder Art und mit Kadavern, die infolge der großen Hitze einen scheußlichen Geruch verbreiten. Die Brücke ist von den Stukas vollkommen zerstört worden. Ueber die Straßen der Stadt, so schließt der Bericht,„marschieren deutsche Kolonnen zu den von den Pionieren errichteten Brücken. Sie verfolgen ohne Unterlaß den in Verwirrung geratenen Feind“. Japans Marineluftwaffe in Australien Volk in der Bewöhrung Merdung an Sehützen## krühh ven Pau Fobrecht Dem nachstehenden Bericht von Paul Fulbrecht(Stetbin=Finkenwalde, Bahnhofstraße 3) wurde im ten=Preisausschreiben der Nationalsozialistischen Parteikor. vespondenz ein dritter Preis zuerkannt. Ein schmaler Streifen Frührot steht seit geraumer Zeit am Horizont. Weiß und weit dehnen sich die menschenleeren Ebenen der Sowjetunion, und nur aufsteigender Quglm aus kleinen schwarzen Rohren verrät, wo deutsche Soldaten ihre Unterstände haben. Ganz vorn hält ein Mann Wache am MG. und blickt unverwandt feindwärts. Es ist der Gefreite Below, dessen Augen von links nach rechts und dann von rechts nach links langsam, Zoll um Zoll das Gelände absuchen— es ist ein Soldat, der jeden Augenblick bereit ist, den Bolschewisten das verderbenbringende Eisen in die verzerrten Fratzen zu halten... Ueberhaupt der Below: Seit Wochen geht er um wie ein wundes Tier. Hätte längst Nachricht haben müssen, daß Maria alles gut überstanden hat und daß— na ja, daß eben ein Junge angekommen ist, für den es sich lohnte, sein Leben in die Schanze zu schlagen! Aber es kommt einfach keine Nachricht. Fluchend macht sich der Soldat am MG. zu schaffen und beginnt ein Selbstgespräch. Als rede er mit sich und mit Gott, so feierlich klingt das, was er sagt. Als müsse er sich eine Last vom Herzen wälzen, so schwer und hart kommen ihm die Worte. Drohend reckt er seine Fäuste gegen den fernen fremden Wald, wirft einen Blick auf die Munitionskästen und schweigt allmählich wieder. Mag es nun sein, wie es will: Below ist in der gleichen Verfassung wie zuvor. Seine Worte sind verhallt, und aus seiner abwartenden Haltung, die er sekundenlang einnimmt, als müsse nun doch endlich etwas geschehen, reckt er sich entschlossen auf und blickt wie gebannt nach der dunklen Waldseite hinüber. Und da geschieht es. Aus dem schwarzen Dickicht bricht ein Lärm hervor, der wie das Hohngelächter eines Teufels klingt, wie ein Spott auf alle menschlichen Regungen! Nur einen winzigen Augenblick zögert Below, dann wirft er sich hinter sein MG. und ist nur noch von der einen Tat und dem einen Wort erfüllt: „Schießen! Schießen! Schießen!" Den anstürmenden Bölschewisten mitten ins Gesicht!— mitten in die dunklen Herzen hinein. Wie das den Druck vom eigenen Herzen nimmt! Der Gefreite lächelt ingrimmig. Den gekrümmten Finger am Abzug halten und glauben dürfen, daß es die Gewalt des besseren Geistes ist, der die Geschosse durch den Lauf preßt: das ist es, wovon Below jetzt besessen ist und woran er festhält. Aber es geschieht noch ein anderes, etwas, das wie ein Zufall aussieht und doch eine Offenbarung ist. Kaum hundert Meter von dem Gefreiten entfernt begibt es sich, daß mit der Post ein Telegramm für Below ankommt. Der junge Hauptmann, der es erfährt, springt auf, als gälte es ihm und dreht es nachdenklich und verwundert in seinen Händen. So also wird es sein, wenn auch er— vielleicht morgen oder übermorgen— das gleiche Papier in den Händen hält, das die Geburt eines Kindes übermittelt, so wird es sein, wenn man ein glücklicher Vater geworden ist! Und da springt der Hauptmann auf und davon. Unbekümmert pirscht er sich durch das Feuer des Gegners nach vorn. Below ahnt es nicht. In sein Bewußtsein dringen nur noch die immer wieder anstürmenden feindlichen Reihen. Der Lehrsatz vom Zielen ist zum Gesetz seines Handelns geworden, und sein Wille wendet es mit erbarmungsloser Folgerichtigkeit an. Immer wieder blitzt aus dem glasklaren Blau seines Auges jene Linie, die wie ein Pfeil über Kimme und Korn verlaufend mit tödlicher Sicherheit in die Herzen der Gegner trifft. So findet ihn der Hauptmann. Sekundenlang verschnauft er von der Hast. Dann zerrt er Below am Rockschoß und läßt ihn das Telegxamm sehen. „Kriechen Sie zurück, Below, ich glaube, Sie haben allen Grund, einmal für drei Minuten in Deckung zu gehen. Lesen Sie Ihre Freudenbotschaft in Ruhe— ich werde Ihnen unterdessen die Bolschewiken vom Leibe halten.“ Und lachend zerrt der Hauptmann den völlig Verdutzten in den Graben und legt sich für den Gefreiten ans Gewehr. Below hockt im Graben. Blut läuft ihm aus einer kleinen Wunde an der Stirn, warmes Blut, das ihm über das Gesicht und in den Mund rinnt. Seine Augen verfolgen die Bewegungen des Hauptmanns, und erst als sein Ohr wieder das Knattern des MG.s vernimmt, wagt er sein Telegramm zu öffnen. Aber in der Aufregung geschieht es so hastig, daß er nur noch Fetzen in seinen zitternden und zerschundenen Händen hält, Fetzen, aus denen er in Sekunden, die ihm Ewigkeiten dünken, zusammenliest, daß es zwei Jungen sind, die Maria ihm geschenkt hat, zwei Jungen, für die gar nicht genug Feinde fallen können in diesem Kampf gegen Niedertracht und Verrat. Der Soldat ruft seine Freude in den Gefechtslärm hinaus und kriecht dann ganz dicht an seinen Hauptmann heran, mit respektvoller Stimme das Wunder zu wiederholen, das ihm widerfahren. Aber der Hauptmann scheint ihn nicht zu hören. Er nimmt gar keine Notiz von dem großen Glück seines Gefreiten, nicht einmal den Kopf wendet er — er sieht nicht die Freude des Mannes, rührt keine Hand mehr: Der Hauptmann ist tot, und das MG. schweigt! Der Hauptmann ist kot... Below zerrt ihn in den Graben. Alles ist wieder wie zuvor. Der Kampf, das Sterben. Nur, daß die Sonne darüber aufgegangen ist... □ Berlin. 30. Juli. In der Zeit vom 2. Februar bis 20. Juli führte die japanische Marineluftwaffe insgesamt 74 Luftangriffe gegen nordaustralische Stützpunkte durch. In dieser Zeit wurden 434 feindliche Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört, während die javanischen Verluste in der gleichen Zeit in diesem Gebiet nur 54 Flugzeuge betrugen. Am häufigsten wurde der australische Stützpunkt Port Moresby und Papualand mit Bomben belegt. Ueber Port Moresbn wurden nicht weniger als 127 australische oder amerikanische Flugzeuge in Luftkämpfen abaeschossen oder am Boden zerstört. Die jetzige javanische Luftoffensive richtet sich wiederum gegen die nordaustralischen Stützpunkte, darunter auch aegen die beträchtlich weiter nach Süden gelegene Hafenstadt Townsville in Queensland. Damit operiert die japanische Marineluftwaffe in einem Gebiet von mehr als 2000 Kilometer Breite und 1000 Kilometer Tiefe. Die Landung der Javaner in Papualand hat sie in den Besitz einer neuen wertvollen Luftbasis geführt, da das Gelände bei Buna sich hervorrggend als Luftstützpunkt eignet. Roosevelt startet „nationale Abfall=Sammelaktion“ = Stockholm, 30. Juli. Der Kriegswahnsinnige im Weißen Haus muß sich nach einer Meldung aus Washinaton der veinlichen Aufgabe unterziehen, die Bevölkerung von„Gottes eigenem Land“ zu einer nationalen Abfallsammlung aufzurufen. Roosevelt erklärte in der Pressekonferenz, daß Rohmaterial aller Art benötigt würde, um Kriegsmaterial herzustellen. Abfälle von Metalen, Gummi, Lumpen und anderen Materialien würden notwendig gebraucht. Wer hören im Ründsunte: Donnerstag. Reichsprogramm: Humperdincks Musik zu She kespeares„Was ihr wollt“ von 11—11,40 Uhr.„Operettenbilde buch“ von 16—17 Uhr.„Luxemburg spielt auf" von 17,15—18, Uhr.„Flaumsommernacht“, für Frauenchor, Bioline und Har von„20.15—21 Uhr. Ausschnitte aus den Strauß=Operette „Ballnacht in Florenz“ und„Das Spitzentuch der Königin" vo 21—22 Uhr.— Deutschlandsender:„Zeitgenöfsische Musik“ vo 18—18.30 Uhr. Unterhaltsame Musik mit verschiedenen Orche stern und Solisten von 21—23 Uhr. Wenn man in Herne Hochzeit feiert... Gibt das Ernährungsamt bis zu 12 Also: ein Grund zum Heiraten = Herne. 30. Juli. Der Reichsernährungsminister hat die Verteilung von Zusatzlebensmitteln für Hochzeiten ergänzt und vereinfacht. Es wird eine reichseinheitlich gültige Zusatzlebensmittelkarte für Hochzeiten eingeführt, die Bezugsabschnitte für alle in Betracht kommenden Sonderzuteilungen in der festgesetzten Menge enthält. Unter Zusammenfassung der bisherigen Vorschriften und ergänzend bestimmt der Minister folgendes: Für Familienfeiern aus Anlaß von Hochzeiten, und zwar Trauungen, silberne, goldene, diamantene und eiserne Hochzeiten werden je Person bis zu einer Höchstzahl von insgesamt 12 Personen folgende Sonderzuteilungen bewilligt: 150 a Fleisch oder Fleischwaren, 50 g Butter oder Maraarine oder 40 g Speiseöl(keine Schweineschlachtfette), 200 g Brot oder 150 g Mehl, 50 a Nährmittel. 100 g Zucker, 25 a Kaffee=Ersatz und ein Ei. Juden, Polen und Zigeuner sind von der Bewilligung der Sonderzuteilungen ausgeschlossen. Die Zuteilung hat durch Aushändigung von Lebensmittel= und Reise= und Gaststättenmarken oder Ausbändigung von Berechtigungsscheinen zu erfolgen. Die ErHeute wird von 20,22—5,49 Uhr verdunkelt! nährungsämter werden aber ermächtiat. statt dessen die neue Hochzeitskarte auszugeben. Diese Hochzeitskarte für zusätzliche Lebensmittel besteht aus einem Stammabschnitt und Einzelabschnitten. Es sind Karten für zwei und drei Personen vorgesehen. Aus diesen beiden Karten werden die beantragten Mengen bis zur Höchstzahl von 12 Personen zusammengestellt. Um Dovvelzuteilungen zu vermeiden, wird die Ausgabe der Hochzeitslebensmittel auf der Aufgebotsbescheinigung oder, bei Kriegstrauungen, einer entsvrechenden Bescheinigung vom Ernährungsamt vermerkt. Zuständig für die Hochzeitssonderrationen ist das Ernährungsamt des Ortes. an dem die standesamtliche Trauung stattfindet. Das ailt auch, wenn die Feier an einem anderen Ort erfolgen soll. Bei silbernen, goldenen, diamantenen und eisernen Hochzeiten wird die Zuweisung von Hochzeitsfeierrationen auf der Eheschließungs= oder Trauungsurkunde bescheinigt. In diesen Fällen ist das Ernährungsamt des Ortes zuständig. an dem die Jubilare ihren ständigen Aufenthalt haben. Den Ernährungsämtern ist es untersagt. Sonderzuteilungen aus Anlaß anderer Familienfeiern wie zum Beispiel Kindtaufen. Primizen. Firmungen, Beerdigungen und so weiter zu gewähren. Die Verteiler haben den Abschnitt der Zusatz=ALebensmittelkarten für Hochzeiten, gegebenenfalls nach näherer Weisung der Ernährungsämter, zusammen mit den übrigen Bedarfsnachweisen der gleichen Warenart bei den Ernährungsämtern abzurechnen. Die Abschnitte der„Hochzeitskarten" verlieren ihre Gültigkeit zum Warenbezuck zwei Wochen nach dem Ausgabetag. Die Entgegennahme abgetrennter Abschnitte ist den Verteilern verboten. Sonntag in die Sohe Mark Am Sonntag findet eine Tageswanderung durch die Hohe Mark nach Haltern— Waldbeerenberg — Granat— Weißes Venn— Lavesum— Haltern statt. Treffpunkt 7,45 Uhr am Bahnhof Herne. Fahrpreis 1,90 RM. Rucksackverpflegung ist mitzubringen. Wanderführer: Franke. Es geht um den Briefumschlag Aufgrund des vielfach veröffentlichten Hinweises, Briefumschläge aus Gründen der Papiereinsparung durch Aufkleben von Anschriftzetteln, durch Umwenden usw. nochmals oder mehrmals zu verwenden, sind zahlreiche zustimmende Zuschriften eingegangen, die zum Teil neue brauchbare Vorschläge enthalten. So hat sich in einzelnen Firmen, die häufig brieflich miteinander verkehren, die Uebung herausgebildet, nach einer gewissen Zeit die Umschläge wieder zurückzusenden, damit sie nochmals verwendet werden. Es wird weiter empfohlen, Briefe mit weniger wichtigem Inhalt nicht zuzukleben, damit das Durchschneiden und das Verletzen der Briefe beim Oeffnen vermieden wird. Andere wieder haben beispielsweise im Feldpostverkehr Briefumschläge mit Fenstern aus einem dauerhaften Material in Gebrauch genommen, die Personen Zusatznahrungsmittel die Reise mehrmals hin und her machen können. Allerdings muß darauf hingewiesen werden, daß diese Mittel selbstverständlich nur für den Inlandverkehr und den regulären Feldpostverkehr angewendet werden können. Sofern es sich um Briefe ins Ausland handelt, sind die postalischen Bestimmungen über die Beschaffenheit der Umschläge(ungefüttert, ohne aufgeklebten Zettel und ohne überflüssige Anschriften usw.) zu beachten. der Vergwerksgesellschaft Hibernia 26. Dem Bericht des Vorstandes entnehmen wir: Die durch den Krieg in verstärktem Maße an uns gestellten Anforderungen konnten dank der freudigen und einsatzwilligen Mitarbeit unserer Gefolgschaft restlos erfüllt werden. wofür wir ihr auch an dieser Stelle unsere Anerkennung aussprechen. Gewinnung und Erzeugung unserer Werke sind weiterhin gestiegen und erreichten in fast allen Produkten neue Höchstzahlen seit Bestehen unserer Gesellschaft. Die soziale Betreuung unserer Gefolgschaft war uns auch in diesem Jahre eine der wichtigsten Verpflichtungen zur Vertiefung der Betriebsgemeinschaft. Aus dem Reingewinn wurden 4 Prozent Dividende auf das eingezahlte Grundkapital von 175 Millionen RM. gezahlt. Bill machte das Rennen An der Gebrauchshundeprüfung des Kreises Recklinghausen beteiligten sich am Sonntag von der Ortsfachschaft Herne 08, 6 Hunde. Ausgezeichnet wurden: Bill von Svonnenkamp. Besitzer Wilhelm Sacher. Hundeführer Hermann Pfeifer. Lotte, Besitzer und Hundeführer Gustav Herrling. Fredo von der wilden Heide. Besitzer und Hundeführer Willi Wiegand. Cäsar. Besitzer Fritz Möller, Hundeführer Hermann Schimmel. Arbo Haranni. Besitzer und Hundeführer August Dievenbrock. Arras Haranni, Besitzer Walter Rembert, Hundeführer Georg Bohs. Sämtliche Hunde erhielten ein Prädikat und wurden mit einem Geldvreis von 30.— bis 8.— RM bedacht. Glückwünsche zur goldenen Hochzeit Aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit am 31. Juli 1942 läßt der Polizeipräsident in Bochum den Eheleuten Friedrich Eichler und Henriette geb. Werner, Mont=Cenis=Straße 399, durch einen Vertreter die Glückwünsche der Preußischen Staatsregierung übermitteln. Unfall während der Arbeit Der Fabrikarbeiter W. N. von der Bahnhofstraße erlitt in einem benachbarten Betrieb eine schwere Handverletzung und mußte in das Krankenhaus gebracht werden. Kartofselkäfer=Guchaktion Schule Ludwigstraße Am Mittwoch wurde die Kartoffelkäser=Suchaktion nicht durchgeführt. Dafür wird heute, Donnerstag, gesucht. Die Eltern werden dringend gebeten, die Kinder des jetzigen 6., 7. und 8. Schulahres um 10 Uhr vormittags zum Kartoffelkäseruchen zu schicken. Beschränkte Abgabe von Bundekuchen Bisher wurden Hundekuchen völlig frei abgegeben. Nach einer am 1. August 1942 in Kraft tretenden Verordnung dürfen aber in Zukunft Hundekuchen und Hunderöstmischfutter von den Einzelhandelsgeschäften nur noch an solche Hundehalter abgegeben werden, die im Besitz einer Dringlichkeitsbescheinigung sind. Diese Dringlichkeitsbescheinigung wird für die Dauer von zwölf Monaten vom zuständigen Kreisjägermeister oder Landesverbandsleiter des Reichsverbandes für Hundewesen ausgestellt. Aus ihr kann der Kaufmann die Anzahl sowie die Größe der zu versorgenden Hunde wro Herne. 30. Juli. Unsere Stadt kann in diesem Jahre auf zwei Verkehrseinrichtungen zurückblicken, die mit zu seinem Aufstieg beigetragen haben. Einmal ist es die in den Jahren 1839—1842 erbaute Heerstraße Dorsten—Herne—Bochum—Elberfeld. die den Verkehr zwischen der Ruhr und der Livve erschloß und weiterhin den Weg zum Rhein ebnete, zum andern ist es die Eröffnung der Eisenbahn von Köln nach Minden, die im Jahre 1847 erfolgte. An diesem Schienenstrang lag die damalige Gemeinde Herne. Der Haltepunkt hieß Herne=Bochum, da die Stadt Bochum damals noch keine Eisenbahnverbindung hatte. Im Jahre 1873 bekam Herne die zweite Eisenbahnverbindung in der Emschertalbahnstrecke. Diese Strecke lief zwischen Herne und Wanne neben der Hauptlinie her. 1872 erhielt Herne durch die Beraisch=Märkische Eisenbahn über Riemke eine Verbindung mit Bochum. Der Personenbahnhof dieser Strecke befand sich an der Von=der=Heydt=Straße in Herne. Die Güterabfertigung lag am Grenzweg beim Uebergang der Rottbruchstraße, wurde aber im Jahre 1887 dem Verkehr entzogen. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde bis zum 1. Mai 1896 aufrecht erhalten. Die Stillegung erfolgte damals nach Inbetriebnahme der Straßenbahn Bochum—Herne, trotz des energischen Einspruches der Herner Verwaltung. Auf dieser Bergischersehen und banach im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Menge entsprechend Ware abgeben. Außerdem verpflichtet die Verordnung den Kaufmann zur Führung von Kundeulisten, aus denen der Name des Hundehalters, die Zahl und Größengruppen der zu versorgenden Hunde sowie die monatlich ausgelieferten Mengen zu ersehen sind. Zur großen Armee abberusen Die Artillerie= und die Unteroffizierskameradschaften entledigten sich gestern nachmittag einer Ehrenpflicht. in dem sie ihrem im Alter von 50 Jahren zur großen Armee abberufenen Kameraden Karl Klimpel das letzte Geleit gaben. Am Grabe erwiesen sie ihm die letzten militärischen Ehren. Diebstahl Am 28. Juli wurde aus einer Wohnung im Hause Riemker Straße 69 eine goldene Damenarmbanduhr mit goldenem Armband im Werte von 30.— RM gestohlen. Angaben zur Ermittlung des Täter erbittet die Kriminalpolizei oder jede andere Polizeidienststelle. Märkischen Bahnline zwischen Bochum und Herne lief zuletzt ein sogenannter Thomaswagen, der Lokomotive, Tender und Personenabteile in zweistöckiger Bauart in sich vereinigte. Wir wollen anerkennen, daß die Reichseisenbahn in eisenhahnlicher Beziehung seit Jahren weitausschauende Pläne verfolgt. Es fehlt der Stadt Herne immer noch eine Eisenbahnverbindung nach Süden in Richtung Bochum—uinerfeld und nach Norden über Recklinghausen oder Lüdinghausen nach Münster. Das dringende Verkehrsbedürfnis der Nord—Südverbindung ist vor 15 Jahren schon vom Reichs= und Landtag anerkannt worden. Der Bau der Linie Bochum—Herne„Reckling= hausen wurde auch beschlossen, ist aber bisher noch nicht durchgeführt worden. Gewiß kann dies in der Kriegszeit nicht geschehen. Im Verkehrsleben Westdeutschlands ist die Tatsache wohl einmalig, daß drei so verkehrsreich sich entwickelnde Städte des Industriebezirks, miteinander benachbart, in eisenbahnlicher Beziehung keine Verbindung haben, sondern der stets zunehmende Verkehr lediglich auf die Straßenbahn angewiesen ist. Die dringende Notwendigkeit ist gegeben, daß die Nordsüdverbindung Recklinghausen—Herne—Bochum—Elberfeld nach dem Kriege Aussicht auf Verwirklichung erhält. Im Anschluß an diesen Wunsch nach der Süd— Nordverbindung haben wir noch folgendes und bitten das in Erwägung zu ziehen: Kurz nach 22 Uhr durchfährt der Baseler D=Zug die Station Herne ohne Aufenthalt. Die Herner Reisenden, die diesen Abendzug nachweislich stark benutzen, haben das Vergnügen, in Wanne auszusteigen und mit einem Personenzug in die Heimat zu fahren, trotzdem der D=Zug sich auf der Heimfahrt befindet und kaum besetzt ist. Wir meinen, daß die eine Minute Aufenthalt für den Betrieb der Eisenbahn keine allzugroße Belastung bedeuten kann, für den Reisenden ist es aber eine Zeitersparnis und man vermeidet einen unnötigen Aufenthalt. Hohes Alter Der Berginvalide August Kambartol. Am Ostbach 5, vollendet heute sein 88. Lebensjahr. Der Geburtstagsjubilar wurde in Blotho an der Weser geboren; er kam schon im Jahre 1880 nach Herne und arbeitete bis zum Jahre 1901 auf der Zeche Friedrich der Große. Ein körperliches Leiden zwang ihn schon frühzeitig in den Ruhestand zu treten. Er fühlt sich jetzt aber frisch und gesund und verrichtet noch Garten= und Feldarbeiten. Zur Zeit lebt er bei seinen Verwandten in Oeynhausen. Den vielen Glückwünschen schließen auch wir uns an. Silberne Hochzeit Eheleute Heinrich Hauptmeier und Frau Maria, geb. Schmidt, Rottbruchstraße 90a, begingen am gestrigen Tage das Fest der silbernen Hochzeit. Den vielen Gratulanten schließen auch wir uns mit herzlichem Glückwunsch gerne an. Mobilisierung von Eisenreserven Unsere Soldaten brauchen Waffen und Munition. Die Erzvorräte müssen geschont werden. Es gilt deshalb. alle Reserven an Eisen und Schrott freizumachen. An den deutschen Unternehmer ergeht der Ruf. sich hierfür mit aller Kraft einzusetzen. Zum ersten Male ist die geplante Aktion ausschließlich unter die volle Selbstverantwortung des Unternehmers gestellt. Kein umständliches Paragraphenwerk, keine Komissionen. Der Führer appelliert an die Einsicht und Bereitschaft des Unternehmers. Es gibt keinen stärkeren Appell. Erfaßt werden alle industriellen. handwerklichen und Handels=Betriebe, Energiewerke, Verkehrsunternehmungen, kommunale Versorgungsbetriebe sowie landwirtschaftliche Betriebe mit 100 ha Größe. Der Unternehmer soll an der Aktion keine Verluste erleiden; auf der anderen Seite verbietet ihm die Ehre, ein Geldgeschäft daraus zu machen. Die Aktion ist nicht dazu da. Ladenhüter aufzuwerten. Auch das Eisen, das schon nach früheren Anordnungen bereitgestellt war, wird ohne Verzug zum Versand gebracht. Die flüssige Transportlage der Deutschen Reichsbahn muß ausgenugt werden. Unternehmer des Gaues Westfalen=Süd. rechtfertige das Vertrauen des Führers: stelle dich an die Spitze der Aktion! Warte nicht Fragebogen und besondere Aufforderungen ab: Wer Eisen abzugeben hat, wende sich an den Schrotthändler. In Zweifelsfällen gibt die Industrieabteilung der Wirtschaftskammer Dortmund. Märkische Straße 120(Fernruf 20 311) Auskunft. Betriebsführer, handele, wie wenn du selbst mit der Durchführung der Aktion betraut wärest. Stelle deine Unternehmerfähigkeiten unter Beweis, indem du rasch und zweckmäßig handelst und sparsam mit den Transportmitteln umgehst. Aber: handele! Der Gaubeauftragte für Westfalen=Süd: Moritz Klönne Präsident der Industrie und Handelskammer zu Dortmund. herner Eisenbahn- und Verkehrsfragen Der Bahnhof in der Von=der=Heydt=Straße Als der Thomaswagen noch fuhr Nord=Süd=Verbindung nötig Kurdirektor in Vertretung ROMAN VON CHRISTL BROEHL-DELHAES Copyright by Karl Köhler& Co.. Berlin-Schwargendorf 48 Der Kurdirektor war schon auf seinem Posten. Dieser Mann war erfüllt von einer erstaunlichen Arbeitskraft. Er begrüßte die Freundin seiner Frau herzlich wie eine alte Bekannte. „Ich wollte Brigitte Ach entschuldigen“, sagte Elisabeth, als sie den angebotenen Platz eingenommen hatte.„Sie ruht noch ein wenig, sie fühlt sich nicht wohl.“ Der Direktor sah auf die Platte seines Schreibtischs und blätterte mit der Rechten lässig in einer Zeitung. Es schienen ihn Fragen zu bewegen, für die er nicht den rechten Ausdruck fand. Er hob den Blick zu Elisabeth und fragte plötzlich: „Können Sie mir nicht helfen, Frau Barnekamp? Es ist etwas mit unserer Brigitte geschehen. Dieses junge Mädchen fing so vielversprechend an. Ich hatte Bedenken. ja. ich hatte Vorurteile wegen ihrer großen Jugend; sie hat aber alles zerstreut und mich obendrein noch überzeugt von ihren Fähigkeiten. Sie hat eine ganz große Begabung für ihren Wirkungskreis, aber sie läßt jetzt nach, sie versagt mit einem Male.“ Das waren die gleichen Worte, mit denen Brigitte sich selbst angeklagt hatte. „Sie brauchen mir das alles nicht zu sagen“, entgegnete Elisabeth.„Ich habe meine Beobachtungen gemacht, und dann hat Brigitte sich mir auch rückhaltlos enthüllt.“ „Was ist es denn? Ist sie nicht zufrieden hier? Fehlt ihr etwas? Hat sie nicht einen außerordentlich ausfüllenden Beruf?“ „Man kann nicht alles in Worte kleiden“, sagte Elisabeth,„aber eins ist deutlich: Brigitte Ach ist ein Mensch, der nicht viele Menschen, sondern der den einen Menschen braucht.“ „Können wir ihr nicht helfen?" Der Direktor fragte kein weiteres deutlicheres Wort. „Nein“, erwiderte Elisabeth und erhob sich.„In seinem Tiefsten ist der Mensch immer einsam und allein, er muß sich durchringen. Wir müssen abseits stehen.“ „Auch Lydia sorgt sich um das Mädchen“, fuhr Richard Kern nachdenklich fort.„Es ist zu augenfällig, wie ihre Kraft nachläßt.“ „Es wird Zeit“, sagte Elisabeth böse,„daß ein gewisser Herr diesen Ort verläßt!“ Sie streckte Kern die Hand hin, ohne eine Entgegnung zuzulassen, lächelte ihm zu und verließ den Raum. Draußen stand sie erst eine Weile unschlüssig. Was sollte sie beginnen? Der Zug ihres Jungen kam erst in einigen Stunden an. Brigitte wollte sie schlafen lassen. Aber— Brassen mußte zu erreichen sein. Aus dem Kurhaus wurden eben Koffer weggetragen und auf einen kleinen Wagen geladen. Die Hausdiener in ihren grünen Westen prüften Verschluß und Anhängeschild. Professor Kürthins Gepäck! Elisabeth spürte einen Stich in den Schläsen, einen kleinen Schmerz, eine große Leere in ihrem Innern. Es ist so schwer, auf etwas zu verzichten, was man schon fest zu besitzen wähnt!!— Sie ging schnell, sehr schnell vorüber. Um dem Professor nicht noch in seiner Abschiedsstunde über den Weg zu laufen, trat sie in eine kleine Fernsprechzelle und ließ sich mit dem Kurhaus verbinden. Herr Brassen? Nein, der sei zum Reiten fort. Die gnädige Frau werde ihm mit Sicherheit im Tattersaal erreichen.— Wie sollte man sich später je wieder in einer anderen Landschaft als dieser zurechtfinden können...! Alle Wege führten zwischen den üpvig blühenden Beeten dahin, an den springenden Wassern und an den Palmen vorüber... Man verließ den Kurpark unmerklich und hatte das Tor des Tattersaals vor sich. Elisabeth ging mit festen Schritten und ohne Zögern durch das breite Tor. Nein, Herr Brassen sei nicht anwesend. Er sei mit einer kleinen Gruppe neuer Bekannter ausgeritten und werde vor Mittag nicht zurückerwartet. Elisabeth überlegte kurz, dann schrieb sie eine kleine Karte, die sie in einen Umschlag steckte und dem Stallmeister übergab. Langsam schlenderte sie dann ihren Weg zurück.— *** Brigitte erwachte und sah sich um in dem vertrauten und doch in diesem Augenblick fremden Zimmer. Die Jalousien waren heruntergelassen; grüne Dämmerung tat dem Auge und der schmerzenden Stirn wohl. Brigitte hatte das beängstigende Gefühl, aus dem Haus und dem Ort fliehen zu müssen, jetzt, gleich sofort, aber ihre Selbstbeherrschung und Vernunft wahrten sie vor unüberlegten Schritten. Die Eltern würden kommen, und mit ihnen zusammen würde sie abreisen und Leuchterborn für immer verlassen. Tunlichst wurde schon vorher alles geregelt. Vater konnte seiner Praxis nie lange fernbleiben; er würde bestimmt gleich nach dem Konzert in das Heimatdorf zurückfahren. Nichts erfuhr eine Stockung, wenn Elisabeth ihren, Brigittes, Posten einnahm, und die Schriftstellerin war endlich hinreichend und nach menschlichen Ermessen für dauernd versorgt. Brigitte kleidete sich langsam an, schrieb ein paar Dankesworte für Elisabeth und verließ das Haus. Ohne Eile ging sie die wenigen Schritte durch den Kurpark hinüber zum Kurhaus und erreichte dort ihre Zimmer. Auf dem Tisch lag eine Nachricht. Es war die Mitteilung von der Ankunft ihrer Eltern zu einem genau angegebenen Zeitvunkt. Eine sichere Ruhe breitete sich nun über Brigittes Verstörung aus. Alles, was sie hier noch zu tun hatte, stand klar vor ihr und bestimmte ihre Schritte. *** Der Direktor sah ihr bei ihrem Eintreten mit einiger Besorgnis entgegen. „Frau Barnekamp hat Sie schon bei mir entschuldigt. Sie fühlen sich nicht wohl, Brigitte Ach? Nun setzen Sie sich nicht erst großartig hin! Sie haben für heute frei! Sie sollen sich erholen, baden, in der Sonne liegen oder sonst etwas tun! Uebrigens— meine Frau beklagt sich, daß Sie sich nicht mehr bei ihr sehen ließen, seit Sie ihr die Freundin zugeführt hätten!" FFortsetzung folgt. — Schwerste Strafen für Schwarzschlächter Wie der Generalstaatsanwalt in Hamm mitteilt, haben die Schwarzschlachtungen in den letzten Monaten ein höchst bedenk. liches Ausmaß angenommen. Es gibt immer noch verblendete Volksgenossen, die sich trotz Androhung schärfster Strafen dazu verleiten lassen, sich durch Schwarzschlachtungen persönliche Vorteile zu verschaffen. Dadurch werden nicht nur große Fleisch= mengen der ordnungsgemäßen und gerechten Verteilung entzogen, sondern auch das Vertrauen der Volksgemeinschaft in eine gleichmäßige Verteilung der Kriegslasten wird erschüttert. Wer sich an Schwarzschlachtungen beteiligt oder Nutzen daraus zieht, gefährdet den Endsieg und wird als Volksschädling mit den schwersten Strafen belegt. In besonders schweren Fällen, in denen Schwarzschlachtungen gewerbemäßig, also aus schnöder Gewinnsucht, betrieben werden, fällen die Gerichte die Todesstrafe oder zumindest Zuchthausstrafen von 10—15 Jahren. Zn Zukunft werden Schwarzschlachtungen nur noch mit Zuchthausstrafen oder Todesstrafe geahndet. Zu Beginn der neuen Schlacht. periode ergeht deshalb der Appell, angesichts der rücksichtlosen Strafandrohung von jeder Schwarzschlachtung Abstand zu nehmen. Auch das Schwarzschlachten für den eigenen Bedarf wird mit Zuchthaus bestraft. Wer trotz dieser Warnung auch in Zukunft die deutsche Versorgungslage gefährdet, muß also mit hohen Freiheitsstrafen unter Umständen sogar mit dem Verlust seines Lebens rechnen Mutwillige Verkehrsbehinderung Recklinahausen, Ende Juli. In der letzten Zeit ist, wie der Polizeipräsident mitteilt, wiederholt beobachtet worden, daß von den Reichsautobahnbrücken Steine nach fahrenden Kraftfahrzeugen geworfen wurden. Als Täter kommen hauptsächlich Schulkinder und junge Burschen in Frage. Dieser Unsug kann leicht zu folgenschweren Verkehrsunfällen führen. Nur besonders glücklichen Umständen ist es zu verdanken, daß noch kein größeres Verkehrsunglück entstanden und kein Menschenleben zu beklagen ist. Jedoch ist der Materialschaden schon bedeutend. Es besteht deshalb Veranlassung, jede Verkehrsbehinderung auf der Reichsautobahn streng zu ahnden. An alle Volksgenossen ergeht die Aufforderung, bei der Ermittlung der Täter mitzuwirken und die Jugend auf die Gefährlichkeit ihres Handelns hinzuweisen. Die Erziehungsberechtigten werden darauf aufmerk. sam gemacht, daß sie für die durch ihre Kinder verursachten Schäden in vollem Umfange haften müssen. Schwarzschlachtung kleinster Tiere strafbar Dortmund: Ende Juli. Der 55jährige Josef Sch. aus Kirchveischede verkaufte im Mai d. Is. ein kleineres Schaf zur Schlachtung an eine Frau, die sich zur Erholung in Bilstein aufhielt. Sie ließ das Tier auf seinem Hofe schwarzschlachten und nahm das gewonnene Fleisch— etwa 25—30 Pfund— mit. Sch. hatte sich jetzt wegen Kriegswirtschaftsverbrechens vor dem Sondergericht Dortmund zu verantworten. Seine Ausrede, er habe angenommen, daß die Schlachtung so kleiner Schafe frei sei, half ihm nichts. Heute muß jeder Volksgenosse dank der weitgehenden Aufklärung der Oeffentlichkeit wissen, daß die nichtgenehmigte Schlachtung auch der kleinsten Tiere, deren Fleisch bewirtschaftet wird, verboten ist und daß jede Schwarzschlachtung hart geahndet wird. Das Sondergericht verurteilte Sch., der zudem einen übermäßigen Preis genommen hatte, zu sieben Monaten Gefängnis. Nur der Umstand, daß es sich um eine geringe Fleischmenge gehandelt hat, bewahrte ihn vor einer Zuchthausstrafe, die sonst in der Regel für Schwarzschlachtungen nach dem 1. April 1942 verhängt wird. Zuchthaus für gemeine Betrügerin Dortmund Ende Juli. Eine gerissene Betrügerin stand in der Person der 22jährigen vorbestraften Christel Bormann vor dem Sondergericht in Dortmund, das in Soest tagte. Durch falsche Angaben verstand es die Angeklagte, sich in das Vertrauen anderer Personen einzuschleichen, um diese dann bei passender Gelegenheit zu bestehlen und zu betrügen. So stahl sie zwei Frauen bei denen sie nacheinander einige Tage wohnte, eine Kleiderkarte, einen Silbersuchs und verschiedene Kleidungsstücke. In Sassendorf und Soest mietete sie sich in zwei Pensionen ein und verschand nach einigen Wochen unter Hinterlassung erheblicher Pensionsschulden. Schließlich gelang es ihr noch, unter falschen Angaben im Krankenhaus Unterkunft zu finden, wo sie für längere Zeit Verpflegungs. und Unterhaltungskosten schuldig blieb. Bei ihren Schwindeleien gab sie an, die Frau Jünk Meister verteidigen ihre Jitel Aenteinrboser treten an Die Vorbereitungen für die dritten Kriegsmeisterschaften der deutschen Amateurboxer, die am 4. August in Magdeburg beginnen und vom 7. bis 9. August in Hannover zum Abschluß kommen, sind beendet. Insgesamt wurden 1d. Bewerbe. in acht Gewichtsklassen zugelassen. Fünf Meister können nach ihrem Einsatz im Osten ihre Titel verteidigen. Es sind Ritolaus Obermauer(Köln), Hans Schiller(Berlin), Herbert Nürnberg(Posen), Karl Schmidt(Hamburg) und Hein ten Hoff(Oldenburg). Richt dabei sind Alfred Graaf(Berlin), der vor dem Feinde blieb, Europameister Ferdi Raeschke im Welter= und Adolf Baumgarten(beide Hamburg) im Halbschwergewicht. Karl Schmidt wird diesmal nicht im Mittel. sondern im Halbschwergewicht starten, wo er allerdings in Kleinwächter, Römer(beide Berlin), Zwazl und Koller(Wien), Profittlich(Köln) und Sohn(Königsberg) auf eine starke Gegnerschaft trifft. Großartig ist die Schwergewichtsklasse mit Olympiasieger Herbert Runge(Wuppertal). Europameister Hein ten Hoff, Adolf Kleinholdernann(Berlin), Grupe(Hamburg), Fischer(Nürnberg), Weidinger(Wien), Dräge. stein, Tiedtke(beide Berlin) und Kurt Kohlbrecher(Hannover) besetzt. Im Mittelgewicht ist die Teilnahme von Rudi Pepper (Dortmund) noch ungewiß. Ulderich, Hambloch(Kölr), Wolf (München) und Schellin(Berlin) sind beachtenswerte Bewerber Das Erbe des Hamburgers Raeschke können im Weltergewicht Walter Trittschak(Hannover), Herchenbach(Wuppertal), Schneider(Liegnitz), Gronau(Kiel), Virnich(Köln) oder Fensky(Kö. nigsberg) antreten. Herbert Nürnberg wird dagegen im Leichtgewicht den Ansturm von Wilkens(Stettin), Schubert(Ham. burg), Ackermann und Kraft(Hagen) abwehren können. Genau so hoher Favorit ist im Federgewicht Ludwig Petri(Kassel), Ferdi Hoog(Hagen) wird ihm aber zu schaffen machen. Im Bantam erwartet man Paul Bögershausen, Otto Götzke und Büttner vorne und im Fliegen wird Niko Obermauer auf Heini Götzke, den blonden Tietzsch aus Bernau und Kielhofer zu achten haben. Ordnungspollzel Berlin auf 20 174,12 Punkte Die Leichtathleten der Berliner Ordnungspolizei unternahmen am Dienstagabend einen gelungenen Angriff auf den in der deutschen Vereinsmeisterschaft führenden LSV Berlin. Mit 20 174,12 Punkten verdrängten sie die Luftwaffensportler mit 19 980,22 Punkten von der Spitze. Bemerkenswert waren der Hammerwurf von Oskar Lutz(Dortmund) von 56,22 Metern. Bisher hatten die Polizisten mit 19 884,53 Punkten den zweiten Platz belegt. 1. September nur noch Sportgaue Im Zuge der Angliederung der gebietlichen Einteilung des RSRL. an die RSDAP. und zum Zwecke der Verwaltungsvereinfachung hat der Reichssportführer von Tschammer und Osten angeordnet, daß die Sportbereiche Pommern, Danzig=Westpreußen, Ostpreußen, Sachsen, Sudetenland, Baden, Elsaß und Württemberg zum 1. September in Sportgaue umbenannt werden. Die Amtsträger dieser bisherigen Sportbereiche führen vom gleichen Tage ab die Amtsbezeichnung Gauwarte bezw. Gausachwarte. Anstelle der Sportbezirke treten die Sportkreise, gebietogleich mit in Kreisen der RSDAP. Die Umwandlung der jetzt noch be. stehenden Sportbereiche Berlin=Mark, Brandenburg, Mitte, Westfalen, Riederrhein und Donau=Alpenland, ist bis auf weiteres zurückgestellt worden, doch wird ab 1. Geptember ohne Rücksicht auf die noch bestehenden Sportbereiche in allen Verlautbarungen des RSRL. ausschließlich die Gebietsbezeichnung„Sportgau— Sportkreis“ angewandt. Borussia Dortmund— SpVg. Röhlinghausen am 9. August Das noch ausstehende Meisterschaftespiel Borussia Dortmund gegen die Spielvereinigung Röhlinghausen ist für den 9. August angesetzt worden. Mit diesem Punktekampf wird im Gau West. falen die Spielzeit 1941/42 abgeschlossen. Das Bochumer Steherteld komplett Die nächsten Dauerrennen auf der Bochumer Radrennbahn(9. August) erhalten eine ausgezeichnete Besetzung. Neben dem Lokalmatador Walter Lohmann und dem starken Schweizer Meisterfahrer Theo Heimann wurden nun auch die tüchtigen Fahrer Adolf Schön(Wiesbaden) und Kurt Schindler(Leipzig) verpflichtet. Als fünfter Fahrer startet der junge dänische Steher Danholt, so daß der Kampf um den„Westfalenpreis“ sogar internationalen Charakter trägt. Besser als der Weltrekord Der dänische Amateurfahrer Svend Christensen legte in einer Straßenkontrollfahrt in zwölf Stunden eine Strecke von 391,529 Kilometer zurück. Diese Leistung ist besser als der dänische Rekord von Frode Sörensen mit 377,629 km und übertrifft sogar den mit 389,935 km auf der Bahn erzielten Weltrekord des Schweizers Amstein. Acht Steher im„Goldenen Rad“ Für den Ausnahme-Radrenntag in der Berliner Deutschlandhalle am 8. August stehen mit den Dauerfahrern Lohmann, Heimann, v. Amsterdam, Hoffmann, Schindler, Weckerling, Schorn und Schön die Teilnehmer am„Goldenen Rad“ fest. Die Rennen der Amateurflieger bestreiten u. a. Wölfl(Wien), Voggenreiter(München), Mierke(Breslau), Egerland(Berlin). Um die Gaumeisterschaft Im Kdr.-Schach Am Sonntag trafen sich in Iserlohn die Teilnehmer an den Endrunden um die Gaumeisterschaft im RF=Schach. Die besten Einzelspieler des Gaues beteiligten sich an diesem Turnier. Es kam darauf an, daß sie sich durch einen weiteren Sieg dem Ziel einen großen Schritt näherten. Die Tabelle hat jetzt folgenden Stand: Schulte und Lemke je 4 Punkte aus 5 Kämp. fen, Schrieck 3,5 Punkte aus 5 Kämpfen, Josteit 2,5 Punkte, Engemann 2 Punkte, Schwarz 1 Punkt, Wessel 0 Punkte. eines Kapitänleutnants zu sein, der jetzt auf einem U. Boot fahre. Das Sondergericht verurteilte die Angeklagte als Volksschädling zu drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus. Scharfes Vorgehen gegen Kleintierdiebstähle Dortmund, Ende Juli. Immer wieder liest man in den Tageszeitungen von Kleintierdiebstählen. Einem solch gemeinen Dieb konnte nun das Handwerk gelegt werden. Der 26jährige belgische Arbeiter Achille Bachi, der in einem Dortmunder Fabrikbetrieb beschäftigt war, hatte es auf Kaninchen abgesehen, die in Kleingärten gehalten wurden. Ende Mai d. Is. hat er unter Ausnutzung der Verdunkelung in vier Fällen derartige Diebstähle ausgeführt und dabei 16 Kaninchen erbeutet. Das Sondergericht verurteilte den Angeklagten als Volksschädling zu einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren und führte aus, daß ähnliche Strafen alle die zu erwarten haben, die glauben, sich unter Ausnutzung der Verdunkelung und Kriegsverhältnisse an diesem für die Volksernährung wertvollen Gut vergreifen zu können. Straßenbahnwagen kippte um Mülheim, Ende Juli. Zum zweiten Male innerhalb vier Wochen kam bei der Mülheimer Straßenbahn ein Motorwagen während der Fahrt zum Umsturz. Diesmal ereignete sich das Unglück vor dem Depot in der Hindenburgstraße, wo eine Weiche angeblich nicht auf freie Durchfahrt gestanden haben soll. Bei der schnellen Fahrt sprang der stark abgebremste Zug aus den Schienen. Während der Motorwagen beim Anrennen gegen den Bordstein umkippte, blieb der Anhänger auf der Straße stehen. 16 Fahrgäste und eine Schaffnerin, die erst nach Einschlagen der Scheiben aus dem umgestürzten Wagen befreit werden konnten, kamen mit Schnittwunden davon und konnten nach ärztlicher Hilfeleistung nach Hause entlassen werden. Der Liborimarkt in Paderborn Paderborn, Ende Juli Auch im dritten Kriegsjahr steht jetzt die Stadt im Zeichen des Liborimarktes, der seine alte Anziehungskraft auch auf die Landbewohner ausübt. Der Krammarkt ist trotz aller kriegsbedingten Verhältnisse ziemlich reichlich beschickt, besser als man erwartet hatte. Die Händler haden sich auf die Erfordernisse der Zeit geschickt eingestellt. Auch war reichlich Gelegenheit vorhanden, Schmuckwaren und Kinderspielzeug zu kaufen. Auch der Rummelplatz bringt neue und hübsche Sehenswürdigkeiten, die einen gewaltigen Andrang der Besucher erzielten. Er bannte den englischen Einfluß Solingen, Ende Juli. Ein Pionier der Solinger Industrie, der Fabrikant Emil Küll, beging seinen 90. Geburtstag. Küll unternahm als erster Solinger, neben den von ihm hergestellten Beinheften für Bestecke auch solche aus Elfenbein zu machen. Während dis zu seiner Zeit alle Elsenbeinschalen und Elsenbeinhefte aus England eingeführt wurden, unternahm es Emil Kull, selbst Elefantenzähne aufzukaufen und zu zerschneiden, womit er den größten Teil des Solinger Bedarfs nicht nur deckte, sondern gleichzeitig auch den bis dahin immer noch merkbaren englischen Einfluß in Solingen bannte. Bemerkenswert ist, daß Emil Küll als Seniorchef noch heute in der von seinen Söhnen geleiteten Firma noch als Reunzigjähriger am Schraubstock steht und manche Anregung gibt. Vier Monate Straflager für unkorrekten Kellner Bromberg wurde ein Kellner zu vier Monaten Straflager verurteilt, weil er fortgesetzt die Gäste bei der Abrechnung übervorteilte und wenn er auf die Fehler aufmerksam gemacht wurde, noch frech und unhöflich war. Eine bereits gegen ihn verhängte Ordnungsstrafe von 200 RM. hatte keinerlei Wirkung. Selbst Leute in Uniform übervorteilte er in gröblichster Weise. So kam das Amtsgericht auf Antrag der zuständigen Stelle zu der empfindlichen Strafe. Das kinderreichste Amt Preußens Olve, Ende Juli. Das kinderreichste Amt Preußens ist das Amt Wenden im Kreis Olpe(Gau Westfalen=Süd). Während in den Landgemeinden unter 2000 Einwohnern auf je 1000 Einwohner 22,5 Lebendgeburten entfielen, betrug die Zahl im Amt Wenden im letzten Jahr 26,1. Nach vorliegenden Unterlagen sind im Amt Wenden in den Jahren 1835 bis 1845, also vor 100 Jahren, auf 1000 Einwohner 87,9 Geburten gezählt worden. Dieser hohen Zahl steht aber eine sehr hohe Zahl an Todesfällen gegenüber. Sie betrug in der gleichen Zeit 34,3 je 1000 Einwohner. Es ergab sich also ein Geburtenüberschuß von 3,6. Die hohe Sterblichkeitsziffer war besonders auf die große Kindersterblichkeit zurückzuführen. Von 100 Kindern, die im Amt Wenden geboren wurden, starb jedes zweite Kind vor der Vollendung des 14. Lebensjahres. Wie ganz haben sich die Verhältnisse durch die staatlichen Maßnahmen und vor allem die vorbildliche Fürsorge der RSB, die besonders schöne Einrichtungen im Amt Wenden geschaffen hat, geändert. Beim Standesamt in Wenden sind im ersten Halbjahr 1942 85 Geburten angemeldet worden und 40 Todesfälle. Auf 1000 Einwohner sind demnach für das Jahr 1942 26,1 Geburten und 11,5 Sterbefälle zu erwarten. Die sogenannte Geburtenüberschußquote beträgt somit 14,5 gegenüber 3,6 vor 100 Jahren. Ausder Bewegung Deutsches Frauenwerk Herne=Süd: Donnerstag, 16 Uhr, bei Knapp Arbeitsbesprechung, an der die Abteilungsleiterinnen, Block. und Zellenfrauenschaftsleiterinnen teilzunehmen haben. Herne=Baukau: Donnerstag, 19 Uhr, Arbeitsbesprechung für alle Abteilungsleiterinnen, Zellen. und Blockfrauenschaftsleiterinnen bei Reveling, Bismarckstraße. Die Verlobung unserer Tochter Hlldegard mit Herrn Dr. med. Helmut Albring. Oberarzt am Virchow- Krankenhaus, Berlin (z. Zt. Wehrmacht) geben wir bekannt: Amtsgerichtsdirektor Ferd Füngling und Frou Hedwig, geb. Eltel Krefeld, Hindenburgstr. 4. Meine Verlobung mit Fräulein Hildegard Fünalina beehre Ich mich anzuzeigen Stabsarrt d. R. Heimut Albring z. Zt. im Felde IhreVermählung geben bekannt Bernhard Breuker Elisabeth Breuker geb. Struck Herne, Moltkestr. 38, den 30. Juli 1942. Für größeres kaufmännisches Büro wird sofort eine durchaus geübte KONTORISTIN mit guter sauberer Handschrift gesucht. Stenographie nicht erforderlich. Schriftliche Angebote unter M. 84 an die Herner Zeitung. Ihre vollzogene Vermählung geben bekannt: Offz. Helmut Kretschmer Anneliese Kretschmer geb. Neubert z. Zt. im Felde Dortmund Altonaer Str. 18 20. Juli 1942 Bürohilfe mit der Führung des Kontenrahmens vertraut, sofort oder später gesucht. Schriftl. Bewerbungen unter M 100 an die Herner Zeitung. , T i e f e r s c h ü t t e r t e r h i e l t e n w i r d i e N a c h r i c h t, daß mein lieber Mann, der treusorgende Va. ter unserer 4 Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel, Reffe und Vetter, der Obergefreite Gustav Steinhilb im Alter von fast 30 Jahren am 4. Juli 1942 im Osten gefallen ist. Er folgte seinen beiden Brüdern Heinz und Werner nach kurzer Zeit. Iogzielent Schmerz: Fran Helene Steinhilb, geb oiewfki, ns-Dieter, Berni, Walter und Marmilie Wilhelm Steinhilb und Hans=Die lies als Kinder: Fa Anverwandte. Herne(Cranger Str. 40), u. im Felde, d. 27. 7. 42. Wir erhielten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Reffe und Vetter, mein lieber Bräutigam, der Gefreite Heinrich Zollmann im Alter von 27 Jahren, am 28. 6. 42, im Osten den ldentod gefunden hat. In tiefer Trauer: Familie Josef Zollmann; Klärchen Owzarek als Braut nebst Anverwandten. Herne(Scharnhorststr. 30), den 28. Juli 1942. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlich. Emma Tautenhahn, geb. Wolf, u. Kinder. Herne, im Juli 1942. Pe— Ka Luftschutz-Liegebetten zusammenklappbar praktisch und bequem H. Richter Eisen- und Haushaltungswaren Herne, Bahnhofstr. 117. PELZ Umarbeitungen u Neuanfertigungen sauber und gut Hinkefent Bahnhofstr. 113 SCHAUBURG Endlich eingetroffen! Ab morgen, Freitag: Das schon lange erwartete Ereignis für alle Herner Filmtreunde: Der mit Farbaufnahmen kombinierte Spitzenflim: Soimmmmmmmmmmmmmm DAT GROSE SPIEL „Sillmmmmmmmmmmmm mit Rend Deltgen 7 Gustav Knuth 1 Heinz Engelmann 1 Josef Sieber 1 Hilde Jansen Maria Andergast# Lucle Hötlich und Spieler der deutschen Nationalmannschaft Heute leizter Iag! Liebe, Kameradschaft, drastischer Humor— zackige Soldatenlieder und köstliche Melodlen, die jeder mitsingt, In: HERBST-MANGVER Nach Gottes hl. Willen entschlief Dienstagmittag, 2 Uhr, sanft, jedoch unerwartet, nach gebuldigem Leiden, mein herzensguter, treuer Mann, unser innigstgeliebter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der ehemalige Unteroffizier Gustav Albert Lange im Alter von 27 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Mia Lange, geb. Schnittka, nebst Eltern und Anverwandten Herne, den 29. Juli Die Beerdigung findet am Freitag, dem 21. Juli 1942, nachmittags 4 Uhe, vom Trauerhause, Dorf. straße 27, aus statt. TOdielre? Wäsche muß in der Einweichlauge schwimmen, so locker muß sie in die Wanne gelegt werden. Wird zuviel Wäsche in die Wanne gestopft, kann DALLITAnicht an alle Schmutzstellen heran und der Erfolg wäre beeinträchtigt. Schade um jedes DALLITA-Poket, das nicht richtig angewendet wird. DALLI LLee Rat Verkauf Kanarienvogel gut singend, mit Käfig, f. 10,— Mk. zu verkaufen. Knura, Herne=Börnig, Vellwigstr. 11, I. Kinderwagen für 40.— RM zu verkaufen. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle der Herner Zeitung. Schweine abzugeben. Schulte, Castroper Straße 12. Aldene Uhr mit Kette u. Siegelring zu kauen gesucht. Ingeb. unter DO 5398 an Ala Anzeigen Ombp. Dortmund. Junger Drahthaarsoz zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter R. 4 an die Geschäftestelle der Herner Zeitung. Haus in Herne zu kaufen gesucht. Verkäufer kann wohnen bleiben. Schriftl. Angebote unter N. 2 an die Geschäftsstelle der Herner Zeitung. Junges Schaf zu verkaufen. Zu erfrag. in der Geschäftsstelle der Herner Zeitung. 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