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Bisher schon 380000 Gefangene aus der großen Schlacht ostwärts Kiew 50 Sowjet-Divisionen völlig vernichtet! Mehr als 570 Panzerwagen und 2100 Geschütze erbeutet oder zerstört Smuts Papiersieg om Berlin, 24. September. Von unserem diplomatischen Vertreter Auf Veranlassung des Ministerpräsidenten Smuts ist ein offizieller Bericht über den Anteil der südafrikanischen Truppen an den Kämpfen in Ostafrika erschienen, welcher den versprechungsvollen Titel trägt:„Vorhut des Sieges“. Es handelt sich bei diesem„Sieg“ um die Besetzung der vom italienischen Mutterland abgeschlossenen Kolonie, die nach eineinviertel Jahren noch nicht einmal vollendet ist, da sich die tapferen italienischen Verteidiger noch immer in einem Teil des Landes halten. Smut scheint die Bedeutung dieses Erfolges sehr zu überschätzen, denn er erinnert in der Widmung, mit welcher er das für Churchill bestimmte Exemplar versehen hat, an die Worte, welche dieser beim Eintritt Italiens in den Krieg gegen Mussolini schleuderte:„Wir werden Ihr Empire in Fetzen und Lumpen zerreißen“. Diese Prahlerei ist so wenig wie die vielen anderen Churchills in Erfüllung gegangen, denn zum italienischen Empire gehören auch Tripolis und die Cyrenaika, und welche Bewandtnis es dort mit dem„Sieg“ hat, haben wir ja erlebt. Eine besondere Geschmacklosigkeit hat der südafrikanische Ministerpräsident Smuts, welcher burischen, d. h. holländischen Blutes ist und einst ein Anhänger Ohm Krügers gegen England war, dadurch begangen, daß er das Buch auch der landflüchtigen Königin der Niederlande, Wilhelmine, schickte und in der Widmung die Hoffnung aussprach, die„Siege“ der von ihm in den Sold Englands gestellten südafrikanischen Truppen möchten der„freiheitlichen Tradition ihres Mutterlandes“, also der Niederlande, würdig sein. Man kann nur sagen: Das durfte nicht kommen, Herr Smuts, denn, wie auch die Holländer zu den gegen wärtigen Fragen des Krieges und der Politik eingestellt sein mögen, so ist doch der schmachvolle Akt Englands auf das kleine stammverwandte Burenvolk nicht vergessen und gefühlsmäßig der wunde Punkt in den Beziehungen Hollands zu England geblieben. Wie Smuts in seiner persönlichen Kariere, die ihn schließlich auf den Sessel eines Ministerpräsidenten führte, und zum Handlanger Englands machte; wofür er gelegentlich von London den Titel eines großen Mannes erhält, seine Vergangenheit verleugnete, so hat er jetzt die stolze Tradition des Burenvolkes beschmutzt, dessen Freiheit von England niedergetrampelt wurde. Es ist interessant, das südafrikanische Kontingent. welches in Ostafrika steht, daraufhin zu betrachten, wie groß darin der burische Anteil gegenüber dem Völkergemisch als Engländer, Juden und Abenteuerer aus allen Ländern ist, zu welchem sich die Union in den letzten 40 Jahren englischer Herrschaft entwickelt hat. Da das eingesessene Burentum fest geschlossen in der Opposition gegen die Politik Smuts steht, von einer Teilnahme am Krieg nichts wissen will und von seinem Ausgang die Befreiung von der englischen Herrschaft erwartet, so ist kaum anzunehmen, daß die bescheidene Armee, welche für England die Kastanien aus dem Abessinien=Feuer holt, sich auf den heldenhaften Kampf vor 40 Jahren berufen kann. Insofern hat Herr Smuts recht; weder er noch die Königin Wilhelmine, noch die Kriegshilfe für England haben damit irgend etwas gemein. Mé.s hinter sowjetischer Kavallerie werlin, 24. September. Ostwärts Kiew ist ein neuer sowjetischer Verzweiflungsangriff zusammengebrochen. Zwei sowjetische Kavallerie=Schwadronen wurden völlig vernichtet. Die Politischen Kommissare hatten hinter den Reihen der Reiter MG.s aufgestellt. Gegenangriffe der Sowiets zurückgeschlagen □merlin, 24. September. Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden in erfolgreichen Kämpfen im Laufe des 22. 9. sowietische Gegenangriffe von deutschen Truppen zurückgewiesen. Die Bolschewisten verloren in einem Divisionsabschnitt sechs Panzerkampfwagen, davon drei 52=Tonner. Einer der Panzerkampfwagen wurde durch ein deutsches Sturzkampfflugzeug vernichtet. Weiterer Geländegewinn bei Leningrad □ Berlin, 24. September. An verschiedenen Stellen bei Leninarad versuchten die Sowiets wiederum vergeblich, das stete Vordringen der deutschen Truppen durch Gegenangriffe mit Artillerieund Panzerunterstützung aufzuhalten. Die Bolschewisten verloren bei diesen Gegenanariffen, die sämtlich von den deutschen Truppen erfolgreich zurückgeschlagen wurden, sieben schwere Panzerkampfwagen, alles 52=Tonner. Bei dem Versuch, deutsche Infanterie anzugreifen, wurde ein sowjetisches Flugzeug nur durch das Feuer der Infanteriewafsen abgeschossen. Knor gegen das„Reutralitätsaesetz“ New York, 24. September. Marineminister Knor forderte in einer Rede in Mafsachusetts die Aufhebung der„Neutralitätsgesetze“. Bedeutende Erfolge der Lustwasfe dnb Führerhauptquartier, 24. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: „Nachdem die Ausbruchsversuche der im Raum ostwärts Kiew zusammengedrängten Kräfte erfolglos blieben, machen sich, wie durch Sondermeldung bekantgegeben, zunehmende Auflösungs= erscheinungen des Feindes bemerkbar. An vielen Stellen haben die Offiziere und Kommissare der Sowjets in seiger Flucht die Truppe verlassen, um sich einzeln in Sicherheit zu bringen. Trotzdem konnten sie ihrem Schicksal nicht entgehen. Die Zahl der Gesangenen aus dieser Schlacht hat sich inzwischen auf rund 380UUu erhoht. Mehr als 570 Panzerkampfwagen und 2100 Geschütze wurden bisher als Beute eingebracht oder vernichtet. Diese Zahlen sind noch ständig im Wachsen. 50 Sowjetdivisionen können als völlig vernichtet gelten. Unter den Gefangenen befindet sich der Oberbefehlshaber der 5. russischen Armee. Außer den bereits genannten Armeen sind an dem glücklichen Verlauf der Schlacht auch die Armeen des Geueralobersten Freiherrn von Weichs und des Generals der Infanterie von Stülpnagel hervorragend beteiligt. Im Kampf gegen sowjetische Seestreitkräfte und Transportschiffe hatte die Luftwaffe auch gestern große Erfolge. Sturzkampfflugzeuge warfen südlich Odessa einen Kreuzer in Brand, trafen ein Torpedoboot und ein Vorpostenboot schwer und zerstörten neun Frachter mit zusammen 15 000 Bruttoregistertonnen. Im Seegebiet von Kronstadt versenkte die Luftwasse einen Kreuzer und einen Zerstörer. Auf einem weiteren Kreuzer und zwei Zerstörern wurden Bombentreffer erzielt. Ein Tanker geriet in Brand. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen' militärische Anlagen in Leningrad, ferner gegen Eisenbahnverbindungen des Feindes um Brjansk und Charkow sowie in der Krim. Im Kampf gegen die britische Versorgungsschifffahrt versenkte die Luftwasse in der letzten Nacht ostwärts der Humbermündung ein Handelsschiff von 8000 BRT. und bombardierte den Hasen von Great Yarmouth. Bei der Abwehr eines seindlichen Luftangriffs auf einen Geleitzug schossen Minensuchboote vier britische Flugzeuge ab. Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.“ * Die finnische Luftwaffe hat wieder 11 Sowjetflugzeuge, die rumänische 8 und die italienische 2 abgeschossen. Finnen vernichteten 5 Sowjetbataillone □ Berlin, 24. September. Den im Norden der Ostfront kämpfenden finnischen Truppen gelang es, fünf sowjetische Bataillone einzuschließen und restlos zu vernichten. Der englische Botschafter versucht neuen Druck auf die Türkei re Istanbul. 24. Sevtember. Drahtbericht unseies Mitarbeiters In politischen und diplomatischen Kreisen der türkischen Hauptstadt findet eine mehr als einstündige Unterredung, die der britische Botschafter Sir Knatchbull=Hugessen mit dem Außenminister Saracoalu hatte, starke Beachtuna. Der enalische Botschafter soll, wie von gut unterrichteter Seite erBeispielloser Todesmut sa Rom, 24. September. Seit 160 Jahren ist es jetzt das erste Mal gewesen, daß feindliche Schiffe in den Hasen von Gibraltar dringen konnten. Diese Tatsache allein macht den italienischen Ueberfall nach wie vor zu einer großen Sensation. Trotz der aus militäriklärt wird, bei dieser Gelegenheit auch die Frage der Meerengen und die augenblicklich in Ankara laufenden deutsch=türkischen Wirtschaftsverhandlungen berührt und von der türkischen Regierung über deren Haltung bestimmte Erklärungen verlangt haben. Die ungewöhnlich lebhafte diplomatische Tätigkeit Englands in Ankara findet eine sehr deutliche Unterstützung durch den dortigen 11SA.=Gesandten Mac Murphy. Die von britischer Seite in die Welt gesetzten Alarmnachrichten über angebliche militärische Vorgänge an der bulgarisch=türkischen Grenze sind übrigens durch ein von der Agence Anatolie verbreitetes Dementi aus Drahtbericht unseres eigenen Wird es Stalin nützen? dp Stockholm, 24. September. Bei der Eröffnung der„Tankwoche" erklärte ein Kouservativer namens MacMillau den Arbeitern der Rüstungsfabriken, die Tanks seien„Symbole für die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der Sowjetunion in den künftigen Jahren“. Auf einigen der Tanks waren „Widmungen“ mit Kreide gezeichnet:„Moskau, wir kommen!" oder„Ein Tank für Joe!“ seine Abkürzung für Stalin). Tank„Stalin“ und Tank„Woroschilow“ □ worlin, 24. September. Der erste Tank, der diese Woche die Fabrik verließ. wurde von Frau Maiskn auf den Namen„Stalin“ getauft, der zweite erhielt den Namen„Woroschilow“— so meldet der Londoner Nachrichtendienst. Acht neue Ritterkreuzträger im Heer dnb Berlin, 24. September. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieb auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres. Generalfeldmarschall von Brauchitsch, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der InDie Absprungbasen in der Ostsee gd Berlin, 24. September. Als auf dem Obersten Sowiet im August 1940 die verräterischen Abordnungen Litauens, Lettlands und Estland die Sowietregierung um Aufnahme in die Sowietunion ersuchten, standen in einer Loge. die unmittelbar neben den Divlomatenlogen lag. einige Männer auf und klatschten laut Beifall. Sie hatten ascharaue Gesichter. Unter ihren Augen lagen tiefe Schatten, wie von durchwachten Nächten und ihre Lippen waren fest, wie in namenlosen Leid zusammengepreßt. Diese Mänschen Gründen notwendigen Geheimhaltung über die Art der Sturmboote konnte die„Tribuna" berichten, daß es sich um eine italienische Erfindung handelt. Die kleinen Schifse seien mit einigen Kilo Explosivstoff beladen und ihre Besatzung sei, wie aus früheren Meldungen bekannt ist, fast sicher dem Tode geweiht. Diesesmal scheint es, daß die Besatzung sich durch einen rechtzeitigen Sprung ins Meer retten konnte Sofia neulich in schärfster Form zurückgewiesen und als völlig aus der Luft geariffen bezeichnet worden. Miecaba und Halfar erneut bombardiert dnb Rom, 24. September. Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstaa hat folgenden Wortlaut:„Während der vergangenen Nacht wurden die Luftstützpunkte von Miccaba und Halfar erneut mit Erfolg von unseren Flugzeugen bombardiert. Britische Flugzeuge überflogen die Stadt Benghasi und die Insel Lero im Aegäischen Meer und warfen planlos einige Bomben ab. Die Luftabwehr von Lero schoß ein zweimotoriaes feindliches Flugzeua ab. Im östlichen Mittelmeer wiederholte Angriffe unserer Flugzeuge aegen feindliche Handelsschiffe, Zwei Schiffe kleinerer Tonnage wurden schwer beschädigt und können als verloren angesehen werden.“ ständigen Korrespondenten fanterie Felber. Kommandierender General eines Armeekorps: Generalleutnant Hänicke, Kommandeur einer Infanterie=Division: F=Obersturmbannführer Ostendorff. im Stabe einer =Division: Oberstleutnant Siekenius, Kommandeur eines Panzer=Regiments: Maior Hannig. Bataillonskommandeur in einem InfanterieRegiment: F=Sturmbannführer Wisch. Bataillonskommandeur in der Leibstandarte Adolf Hitler: Leutnant Westermann. Kompanieführer in einem Kradschützen-Bataillon: Oberwachtmeister Thiem, Zugführer in einer Aufklärungsabteilung. Starke Gegenangriffe der Bolschewisten im Raum von Poltawa blutig gescheitert □ Berlin, 24. September. Im Raum von Poltawa versuchten die Bolschewisten im Laufe des 22. 9. das weitere Vordringen der deutschen Truppen durch starke Gegenangriffe aufzuhalten. Zur Unterstützung ihrer Angriffe setzten sie Artillerie, Panzerkampfwagen und einen Panzerzug ein. Alle sowietischen Angriffe wurden mit schweren Verlusten für die Bolschewisten zurückgeschlagen. Im Verlauf des 22. 9. vernichteten die deutschen Trupven in diesen Kämpfen 30 sowietische Panzerkampfwagen. ner, die da wie lebende Leichname standen, waren die Gesandten und Geschäftsträger der drei baltischen Staaten. Die Sowiets hatten sie aus ihren Wohnungen in das Schauparlament im Kreml geschleppt um der ausländischen Welt ihre„Freiwilligkeit“ zu demonstrieren. Es war wohl eine der schamlosesten Taten der Bolschewiken. Währen diese Männer sozusagen ihrer eigenen Hinrich= Seit 160 Jahren zum ersten Male! Italien diskutiert weiter den Sturmboot=Angriff auf Gibraltar Drahtbericht unseres eigenen ständigen Korrespondenten „Moskau, wir kommen!“ Wer kommt? Widmungen auf Tanks. die England den Bolschewisten schickt Lebende Leichname mußten applaudieren Jamals, vor einem Jahre, bei der baltischen Szene im Obersten Sowiet Von unserer bisherigen Moskauer Mitarbeiterin 44fL tung zusahen, vollzog sich der letzte Akt einer Tragödie, die ein Jahr vorher im September 1939 begonnen hatte. Auf Grund sogenannter freundschaftlicher Abmachungen— nie sah die Welt einen teuflischeren Plan sich verwirklichen— rückten die Bolschewisten in die wehrlosen, baltischen Staaten ein. Eins der Hauptziele der Sowjet=Armee war die Inselgrupve. die der baltischen Küste vorgelaaert ist. Auf den Inseln Dagoe und Oesel errichteten sie sofort starke Luft= und Flottenstützpunkte. Im Weltkrieg war Oesel ein wichtiger russischer Klottenstützpunkt für leichte Seestreitkräfte. Von hier aus bereiteten die Russen der deutschen Flotte damals lange Zeit erhebliche Schwierigkeiten. An diese Rolle der Insel Oesel dachten die Bolschewiken, als sie mitten im Frieden den Einbruch in das Baltikum waaten und damit durch die Besetzung der baltischen Inselgrupve ihrer provokatorischen Haltung gegen Deutschland einen weiteren aagressiven Schritt hinzufügten Zur Beherrschung der baltischen Staaten war die Besetzung von Dagoe und Oesel nicht notwendig, wohl aber im Hinblick auf eine künftige Auseinandersetzung mit dem Großdeutschen Reich. Wäre nicht die Errichtung wichtiger Luft= und Flottenstützpunkte schon der Beweis der kriegerischen Absichten gegen Deutschland gewesen. so war es die unablässige Provaganda gegen das Dritte Reich, welche die Bolschewiken in den baltischen Ländern trieben. Offen hetzten sie zum Kriege in den Betrieben. in den Schulen. auf Versammlungen und in den Klubs. Dr. Gisela Döhrn Deutsche Kampfflugzeuge gegen die Reste der Sowjettruppen auf Oesel eingesetzt □ Berlin, 24. September. Die auf der Insel Oesel noch stehenden Reste der Sowiettruvven wurden im Laufe des 22. 9. in mehreren Wellen von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen. Feldbefentigungen. Artilleriestellungen und Bunker erhielten wirkungsvolle Treffer. Die nach allen Seiten abgeschlossenen Bolschewisten erlitten schwere blutige Verluste. Stoßtrupp dringt tief in Sowietlinien vor □ Berlin, 24. September. Ein deutscher Stoßtrupp führte am 22. 9. im mittleren Abschnitt der Ostfront ein erfolgreiches Unternehmen durch. Der zahlenmäßia nur kleine Stoßtruvo drana tief in die sowietischen Linien vor und brachte wertvolle Aufklärungsergebnisse mit zurück. Den Bolschewisten, die dem deutschen Stoßtruvv Widerstand ent gegenzusetzen versuchten, fügte er schwere Verluste zu. Der Stoßtrupp machte mehrere Gefangene und erbeutete sowietische Maschinengewehre Sowiet=Divisionskommandeur aejangen □ Berlin, 24. September. Deutsche Truppen, die im Laufe des 22. September das in den Kämpsen der Vortage gewonnene Gebiet von versprengten Sowjet=Kräften säuberten und durchkämmten, machten wiederum zahlreiche Gesangene. Unter den eingebrachten Gefangenen befand sich der Kommandeur der 172. sowjetischen Schützen=Division, der seinerzeit die Verteidigung von Mogilew führte. Eisenbahnstrecken unterbrochen und Straßen zerstört □ Berlin, 24. September. Am 22. 9. lagen die aus dem Hinterland zur Front führenden Eisenbahnstrecken und Straßen im mittleren und südlichen Kampfabschnitt der Ostfront erneut unter dem Bombenhagel der deutschen Flugzeuge. Biele Strecken wurden unterbrochen und zahlreiche Straven zerstört. Bulgariens Verbundenheit mit der Achse ik Sofia, 24. September. Drahtbericht unseres Mitarbeiters In einer von der Presse veranstalteten Rundfrage bei 48 führenden Vertretern des politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lebens Bulgariens, unter denen sich zahlreiche Minister, Abgeordnete und Journalisten, Wissenschaftler und Künstler befinden, wünschen alle die unbedingte politische Zu sammenarbeit Bulgariens mit den Achsenmächten. Die einzelnen Antworten unterstreichen die Schicksalsverbundenheit Bulgariens mit der Achse und betonen, daß der sichere Sieg der deutschen Waffen auch den Sieg Bulgariens bedeuten werde. Bisher 24 britische Kriegsschifse zur Reparatur in □ Stockholm, 24. September. Das USA.= Marineministerium teilt nach einer in„Nya Dagligt Allehanda wiedergegebenen United=Preß-Meldung aus Washington mit, daß mindestens 24 britische Kriegsschiffe 11SA.=Häfen zur Reparatur angelaufen haben. Darunter befänden sich die Schlachtschiffe„Malaya",„Rodney“ und„Resolution". Nur ein Benzinschiff nach Archangelst England macht eine„Geste": Priorttät für USA.=Lieferungen an Moskau Drahtbericht unseres eigenen ständigen Korresoondenten Trübe Nachrichten- stellt London fest dp Stockholm, 24. September. Die„Limes“ schreiben in einem Leitartikel, die Sowjet=Verluste an Kriegsmaterial seien jetzt so bedeutend, daß sie die Errichtung einer „neuen Verteidigungsfront erschweren“ könnten. Es sei zumindest wichtig, daß sich die sowjetische Armee den, Besitz der östlichen Ukraine erhalte. Der militärisch. Berichterstatter des gleichen Blattes schreibt, die Nachrichten von der Ostfront seien jetzt trüber als je zuvor während des deutsch=sowjetischen Feldzuges. In London sieht man also pessimistisch. * Nun hat die Moskauer Konferenz begonnen: sie mußte beginnen, weil sie von der britischen und amerikanischen Propaganda allzulange bereits angekündigt worden war. England hat, um wenigstens etwas für die sowjetischen „Alliierten“ zu tun, in Washington erklärt, daß es auf die Lieferung von USA.=Flugzeugen zu Gunsten der Sowietunion verzichte. Die Vereinigten Staaten wollen 500 Flugzeuge monatlich über Alaska und Sibirien nach der Sowietunion senden; es soll sich meist um zweimotorige Bomber handeln. In Washington wird bekannt, daß ein einziger USA. Dampfer mit Benzin in Archangelsk eingetroffen sei: er führte die Flagge von Panama, damit diese Reise keinen Verstoß gegen USA.=Gesetze bedeutete. Roosevelt stößt auf Schwierigkeiten bei der weiteren Ausgestaltung seiner Interventionspolitik. So hat sich der Senator Taft, der als Gegner der Intervention gilt, einverstanden erklärt mit Sendungen nach der Sowjetunion, falls diese Sendungen nicht im Kampf gegen Finnland Verwendung finden. Ein anderer führender Isolationist ist auf den Gedanken gekommen, dem Kongreß eine Ent schließung vorzulegen, in der die Kriegserklärung an Deutschland gefordert wird. Er will so verhin dern, daß der unerklärte Krieg, den Roosevelt praktisch schon eine Weile führt, zum Nachteil der Bevölkerung der Bereinigten Staaten seinen Fortgang nehme. Sein letzter Weg: Vorbereitung des Sieges Abschied von dem vor dem Feind gefalle nen Generalobersten Ritter von Schobert Brauchitsch und Antonescu am Grabe pk 24. September. Auf einem vorgeschobenen Divisionsgefechtsstand hat der Oberbefehlshaber unserer Armee. Generaloberst Ritter von Schobert, zusammen mit seinem treuen Piloten, Hauptmann Suwelak, den Heldentod gefunden. Nach ruhmvollen Siegen über die bolschewistischen Armeen ist der Heerführer selbst mit angetreten zum letzten Avvell der Tausende, die für die Zukunft Großzdeutschlands gefallen sind. Die Trauerparade präsentiert. der Oberbefehlshaber des Heeres. Generalfeldmarschall von Brauchitsch, trifft ein, mit ihm der Staatsführer und Marschall von Rumänien. Antonescu. Feierliche Musik klinat auf und verhallt. Nach den Worten des Wehrmachtvfarrers spricht der Oberbefehlshaber des Heeres. Generalfeldmarschall von Brauchitsch. spricht von der Trauer über den Verlust eines Menschen von so offenem. selbstlosem Wesen und vom Stolz über die Hinaabe dieses Lebens, damit Deutschland lebe. Dann leat der Oberbefehlshaber, während die Trauervarade präsentiert, einen Kranz des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht und einen Kranz des Oberbefehlshabers des Heeres vor den beiden Särgen nieder. Darauf trat der von der Front herbeigerufene älteste Sohn des gefallenen Armeeoberbefehlshabers. Unteroffizier Schobert, an das Grab. Zum letzten Male erwies er seinem Vater in soldatisch fester Haltung die militärische Ehrenbezeigung. Ein rumänischer General sprach für eine rumänische Armee. Der Staatsführer und Marschall Rumäniens, Antonescu, würdigte in rumänischer Sprache die Persönlichkeit des Gefallenen, leate einen in den Farben Rumäniens gehaltenen Kranz nieder und schmückte den Sara mit einem Ordensband. Während in langer Reibe Generale und Offiziere an die Grabstätte heran traten. kreisten in den Lüften mit dem Donnern ihrer Motoren Flugzeuge über der letzten Rubestätte der beiden Gefallenen. Unter den Salutschüssen einer Batterie und dem Abschiedslied vom guten Kameraden senkten sich die Särge in die Erde hinab. A. Haas Der Staasakt in München □ München, 24. September. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hatte für Dienstag einen Staatsakt angeordnet in der Stadt des früheren Wirkens Ritter von Schoberts als Kommandierender General. Stätte des Staatsaktes war der Platz zwischen dem Heeresmuseum mit den Zeugen und Trovhäen der ruhmreichen einstigen baverischen Armee, aus der der General hervorgegangen ist, und dem Grabmal des Unbekanuten Soldaten. Mit dem Glockenschlag elf hallte, gespielt von einem Musikkorvs. der Trauermarsch aus der As=Dur=Sonate von Beethoven über den weiten Platz. Dann tritt Generaloberst Fromm vor das Rednerpult. Er würdiate das Leben und Sterben dieses großen deutschen Soldaten. „Wie er als junger Offizier gewesen, so blieb er auch, so hoch er stieg: Stets Führer und Kamerad zugleich. Sein letzter Weg zur Truvve galt der Vorbereitung jenes großen Sieges im Süden der Sowjetunion, der unseren Feinden allen zu ihrem Schrecken neu bewies, daß deutsches Heldentum und deutsche Führungskunst unüberwindlich sind Auch hieran hat Generaloberst Ritter von Schobert sein gemessenes Verdienst. Der Tod auf dem Schlachtfeld war eine schöne Erfüllung eines reichen Soldatenlebens.“ Generaloberst Fromm schloß:„Wie du uns gelehrt, sei unser Gelöbnis an dich: In soldatischer Haltung und nimmermüde zu kämpfen, wie du es aetan. für den Führer. für Deutschland!" Unter präsentiertem Gewehr und bei gesenkten Fahnen dröhnen dann noch einmal die Salven der Geschütze. Generaloberst Fromm sprach den Hinterbliebenen das Beileid des Führers aus. Robert Bosch- fünfter Pionier der Arbeit dnb Baden=Baden, 24. September. Im Auftrage des Führers überreichte Reichsorganisationsleiter Dr. Len dem gestern 80 Jahre alt gewordenen Dr. Robert Bosch aus Anlaß seines Geburtstage die Urkunde und Ehrennadel in Gold zur Auszeichnung„Pionier der Arbeit". Dr. Len betonte, daß die Auszeichnung, die Dr. Bosch als fünften Betriebsführer in Deutschland zuerkannt worden ist, der Ausdruck der besonderen Anerkennung für die großen erfinderischen Leistungen des Jubilars und seine unermüdliche Arbeit für Deutschlands technische und wirtschaftliche Entwicklung sei. Bottai Ehrendoktor der Technischen SHochschule Berlin □ Berlin, 24. September. Der zur Zeit in Berlin weilende italienische Minister für nationale Erziehung. Giuseppe Bottai. begab sich im Anschluß an die Kranzniederlegung im Ehrenmal in die Aula der Technischen Hochschule Berlin. wo ihm in Anerkennung seiner technisch=wirtschaftlichen Verdienste um die Ausbildung der Ingenieure in seierlicher Promotion durch den Rektor Professor Dr. Storm die Würde des Doktor=Ingenieurs ehrenhalber verlieben wurde. und Zuchthausstrafen gegen Kommunisten in Paris □ Paris, 24. September. Der Staatsgerichtshof zur Unterdrückung kommunistischer Umtriebe hat vier Kommunisten zum Tode verurteilt. 13 Kommunisten, darunter vier Frauen. wurden zu Zuchthausstrafen, zwischen 5 Jahren und lebenslänglicher Freiheitsberaubung liegend. verurteilt; 21 weitere wegen kommunistischer Umtriebe angeklaate Personen, darunter 7 Frauen. wurden zu Gefängnisstrafen zwischen 1 und 4 Jahren, sowie zu Geldstrafen verurteilt. 12 Angeklaate. darunter 6 Frauen. wurden freigesprochen. Heftiges Erdbeben verzeichnet □ Istanbul, 24. September. Die Istanbuler Erdbebenwarte hat um Mitternacht ein starkes Erdbeben in 740 Kilometer Entfernung von Istanbul verzeichnet, dessen Mittelpunkt sich vermutlich im östlichen Anatolien befindet. Erplosionswolken 1400 Meter hol.) Berlin, 24. September. Eine kleine Gruppe deutscher Kampfflugzeuge erzielte gestern bei einem Augriff aus einen Bahnhof in der Nähe von Charkow große Erfolge, wo 150 Eisenbahnwagen zerstört oder beschädigt wurden. Bei einem Augriff auf einen anderen Bahnhof wurde ein Tankzug vernichtet. Die Tankwagen erplodierten mit großer Gewalt. Die Explosionswolken erreichten eine Höhe von 1400 Metern. 1150 Luftsiege eines Geschwaders Berlin, 24. September. Das unter dem Kommodore Woldenga kämpfende Jagdgeschwader hat in diesen Tagen seinen 1150. Luftsieg erzielt. 88 weitere Abschüsse erfolgten ohne Zeugen. Zugunglück in der Schweiz: 10 Tote * Bern, 24. September. In der Nähe von Thun fuhr ein Schnellzug auf einen haltenden Personenzug auf. 10 Personen wurden getötet, 14 verletzt, darunter einige schwer. Hollywood kauft Wendell Willkie Bericht unserer Berliner Vertretung * Berlin, 24. September. Roosevelts Gegenkandidat bei den letzten Präsidentenwahlen im Herbst 1940 war der Rechtsanwalt Willkie. Nach den Wahlen schwenkte der brave Willkie, dessen Eltern eingewanderte Deutsche waren. plötzlich in das Kielwasser der schärfsten Kriegshetze ab und spielte den Ueber=Roosevelt. Eine Mitteilung der „Chicago Tribune", leuchtet in die Hintergründe hinein. Danach hat der Sohn Roosevelts. nach seinem Vornamen meist James oder kurzmeg„Jimmy“ genannt, dafür gesorgt, daß die kavitalkräftige amerikanische Filmindustrie Willkie zu einem Pauschalhonorar von 100 000 Dollar(250 000 RM.) engagiert. James Roosevelt war der gegebene Vermittler, weil er selbst früher stellvertretender Vorsitzender im Aussichtsrat des bekannten Filmunternehmens Samuel Goldwun gewesen ist. Züdische Bombenanschläge in Reusatz pa Budavest, 24. September. Drahtbericht unseres Mitarbeiters der fast ausschließlich deutschen Stadt Neusatz in der an Ungarn rückgegliederten Batschka ist die dortige deutsche Buchhandlung durch einen Sprengstoffanschlag völlig zerstört worden. Es wurden drei füdische Studentinnen verhaftet, die gegen zwei weitere deutsche Geschäfte ähnliche Attentate vorbereitet und auch bereits die Zündschnüre zu den Bomben in Brand gesetzt hatten. Die amtlichen Polizeiberichte stellen bezeichnenderweise fest, daß die von den verhafteten Jüdinnen verwandten Sprengstoffe englischer Herkunft waren und noch die Schutzmarke einer englischen Firma trugen. Neuer rumänischer Generalstabschef ol Bukarest, 24. Sept. Drabtbericht unsers Korrespondenten An Stelle des kürzlich an der Ostfront gefallenen Brigadegenerals Joanitzeu ist der bisherige Landesverteidigungsminister General Ritter von Jacobici zum Chef des rumänischen großen Generalstabs ernannt worden. Die Leitung des Landesverteidigungsministeriums hat vorläufig Marschall Antoneseu selbst übernommen. Stellrecht Stabsleiter Rosenbergs Berlin, 24. September. Die Nationalsozi= alistische Parteikorrespondenz meldet: Reichsleiter Rosenbera hat als Nachfolger des im Ostfeldzug gefallenen Oberbefehlsleiters Gotthard Urban den Leiter des Hauptamtes Lehrvlanuna. Pa. Dr. Stellrecht, zu seinem Stabsleiter ernannt. Der geflohene Griechen„König" groß in London empfangen dp Stockholm, 24. September. Drahtbericht unsers Korresoondenten Der ehemalige„König“ Georg von Griechenland ist vom König von England, von Churchill, Außen minister Eden und anderen Kabinettsmitgliedern empfangen worden. Juden fliehen vor deutschen Luftangriffen □ Istanbul, 24. September. Die jüdische Zeitung„Davar“ von Tel Aviv meldet, daß infolge der Luftangriffe auf den Suezkanal fast sämtliche jüdischen Familien Ismailia verlassen haben. Die Mehrzahl hat sich nach Kario begeben. Große Heringsfänge in Schweden w S t o c k h o l m, i m S e p t e m b e r. I n d e n l e t z t e n drei Wochen sind in den Südostfischereihäfen Schwedens außergewöhnlich große Heringsfänge gemacht worden. Dasselbe wird von der Küste oberhalb Stockholm, besonders von der Provinz Upsala gemeldet. 0e Zweimal„Die Räuber“ wk Berlin. im September. Von unserem eigenen Mitarbeiter Das Deutsche Theater ist in der glücklichen Lage, wichtige Rollen in Hilperts„Räuber“=Inszenierung doppelt besetzen zu können. Jetzt. zu Beginn des dritten Kriegsjahres beweist diese Tatsache die Ungebrochenheit und Fülle wie Aktivität des deutschen Kulturlebens. Es ist für Hilvert hoch anzurechnen, daß er keine vopulären Filmgrößen verpflichtete, als Karl oder Franz Moor ein glanzvolles Gastspiel zu geben, sondern sich darauf beschränkte, aus seinem Ensemble die Kräfte zu wählen und ihnen Gelegenheit zu aeben. sich zu bilden. Aus dem Sturm= und Dranastück wurde in Hilverts neue Wege weisender Inszenierung ein Stück des Rationalismus, der Aufklärungszeit. Zweifellos stecken rationalistische Elemente in Schillers Jugenddrama— und es bleibt ein Verdienst Hilverts, auf diese Seite aufmerksam gemacht zu haben. Die moralischen, ethischen und philosophischen Auseinandersetzungen dominieren. Aus einem Massenstück wurde vlötzlich ein Diskussionsstück, ein Kabinettstück. Das Räuberlied wurde einfach fallen gelassen, Ernst Schütte hatte asketisch stimmungskarge böhmische Wälder gemalt. Ueberragend war Walter Richters Franz Moor: eine komödiantisch reiche und farbige Leistung. während am zweiten Abend der Komiker Wilfried Seyferth bestrebt war, den Franz pathetisch=ernst zu nehmen. Gerbard Geisler war ein erdenschwerer und treuberziger Karl Moor. während Albin Skodas Räuberhauptmann Glanz. aber auch Glätte hatte. Paul Dahlke gab den Bastard Herrmann als biederen Landsknecht. Otto Woegerer betonte die Kavaliersherkunft. Den Kosinsky gab Paul Hubschmidt als strahlenden jungen Helden. Peter Mosbacher zeichnete ihn als ramvonierten Haudegen. Beifall für eine Inszenieruna. die bewies, daß Theater keine tote Museumskunst, sondern immer wechselndes Bemühen ist. Walter Kaul. P 9 Konto Glück 46 hr Wiesbaden, im September. Von unserem eigenen Mitarbeiter Das dreiaktige Lustspiel mit einen Bübnenbild Hans Saagers wurde am Deutschen Theater Wiesbaden, dem der Verfasser als Schausvieler angehört, uraufgeführt. Es ist eine Mischung aus Schwank und Sketsch. Der dramatische Faden ist äußerst dünn: ein junger Bübnenautor. zwischen drei Frauen. aber ohne Spannung gestellt. erringt durch Annahme seines Theaterstückes das Glück, nämlich die Möglichkeit, die Jugendliebe zu erringen. Das Stück, in dem der Autor die Hauptrolle selbst spielte, interessierte weniger wegen der üblichen Situationen oder der Figuren. die alle blaß sind, sondern wegen der witzigen Einfälle und Boumots, deren Träger sie sind und um derentwillen das Spiel unterhaltsam und ein Achtungserfolg wurde Dr. Heinrich Reichert. „Spielzeug“ in Linz or Linz, im September. Von unserem eigenen Mitarbeiter Kurt Sellnicks jüngstes Werk. das Lustspiel „Vlelzeug“, erlebte mit allen Zeichen des Erfolges auf der Linzer Bühne seine Uraufführung. Wie meist trägt auch dieses Stück des einfallsreichen Autors die wesentlichen Merkmale seiner Herkunft einen einfachen aber klar gefügten szenischen Bau, der sich auf einen aus wenigen doch scharf profilierten Charaktertypen zusammengesetzten Spielkörper stützt, und eine Handluna. die flüssig wie Musik ins Ohr geht, dabei aber auch in die Tiefe wirkt. Man kann wohl sagen, daß das „Spielzeug“ seinen Weg machen wird. einen noch weiteren vielleicht als„Hilde und die 4 PS“, die Sellnick bisher mit zweihundert Theatern bekannt machten. Wilhelm Dunkl stellte das mit großem Beifall ausgenommene Werk in geradezu klassischer Inszenierung ins Licht seiner Premiere. Unter den Darstellern, die eine sorgfältig ausgewogene Gemeinschaftsarbeit vorführten, raate besonders der Charakterbonvivant der Linzer Bühne, Wolf von Hebenstreith. bervor. Dr. Oskar Richter. Eine aufsehenerregende Operation on Buch. ein starteg pinchlsch. 1, babaaue uen körperlichen Anstrengungen geriet er so guder Sern enpland. Beim Treppensteigen SI., I9, außer##tem, haß er sich zehn Minuten lang von dieser Strapaze erholten mußte. Dr. Buus in Aarhus stellte fest g#ut des Patienten falsch durch die Adern läuft und daß ien Ser##.ganzen gesundheitlichen Störungen zurückzuführen eien. Der Arzt erzwang nun durch einen chirurgischen Eingriff . Fes aser gdern den richtigen Blutreislaus, und die Operation eritet gcher Erwarten gut. Ueber ihe endgültiges Ergebnis I5.1 sich zu: Zeit allerdings noch nichts Genaues sagen. ) Warum den Wen abkürzen? WUonee Teischnpperaburf * Herne, 24. Sept. Mit einer sogenannten„Abkürzung“ von Wegen hat es meistens eine recht eigene Bewandtnis. Der begreifliche Wunsch nach Weg= und Zeitersparnis ist nämlich in den allermeisten Fällen nur durch ein Hinwegsetzen über irgendwelche Regeln und Vorschriften zu erfüllen. Der Erfolg ist häufig negativ. Rücksichtsloses Drängeln durch eine wartende Menschenmenge bringt weiter nichts ein, als empörte Blicke und Bemerkungen, das Betreten von Rasenflächen oder das Befahren von Fußwegen zwecks Abkürzung unseres Weges kostet(wenn man dabei erwischt wird) schon bares Geld, aber ein aus dem Wunsch nach Weg= und Zeitersparnis begangener Verstoß gegen Verkehrs= und Unfallverhütungsvorschriften muß leider nur allzuoft mit Opfern an Blut und Leben bezahlt werden. Auf unserem täglichen Arbeitsweg tritt immer wieder die Versuchung an uns heran, geradezu lächerlich geringe Vorteile mit schwerster Gefährdung unseres Lebens zu erkaufen. Abfahrende Züge, Straßenbahnen und Autobusse scheinen manche Menschen mit wahrhaft magischer Gewalt zum lebensgefährlichen Aufspringen zu zwingen. Das schräge Ueberschreiten von FahrDer abgekürzte Weg.—„Komm, Mutti, hier ist noch ein Stehplatz frei...(Zeichn. Deike) dämmen muß der Fußgänger mit gleicher Entschiedenheit vermeiden wie der Radfahrer das„Schneiden“ von Kurven, denn auch hier steht einem Einsatz von Leben und Gesundheit im günstigsten Falle ein Gewinn von Sekunden gegenüber. Auch bei der Arbeit können wir verlockt werden, allerlei gefährliche Versuche zum„Abkürzen“ von Wegen und zum„Sparen“ von Zeit zu unternehmen. Es ist gewiß beschämend, wenn solche halsbrecherischen Kunststücke wie das Durchkriechen unter einer laufenden Transmissionswelle aus offenbarer Bequemlichkeit unternommen werden und nicht an die traurigen Folgen gedacht wird. Der einzige Schutz gegen solche plötzlich auftretenden Versuchungen ist die Selbstzucht des einzelnen. Wer hat vermißten Invaliden gesehen? Seit dem 21. September 1941 wird der Invalide Anton Hordig, geb. am 2. Februar 1874 in Kaiserswalde, zuletzt in Herne, Wiescherstraße, im Altersheim wohnhaft gewesen, vermißt. H. ist etwa 1,50 bis 1,55 m groß, geht gebückt und ist etwas bucklig. Bekleidung: Schwarzer Hut, dunkelbrauner, gestreifter Anzug, schwarze, hohe Schnürschuhe, graue Unterhose, weißes Hemd mit Wäschezeichen Nr. 55. Angaben, die zur Ermittlung des Vermißten führen können, erbittet die Kriminalpolizei in Herne oder jede andere Polizeidienststelle. Das Wittener Orchester spielte auf Die Deutsche Arbeitsfront NSG.„Kraft durch Freude“ hatte gestern die Arbeitsopfer mit ihren Angehörigen zu einem Unterhaltungsnachmittag in Koopmanns Gaststätten eingeladen, der in Anbetracht der vorzüglichen musikalischen Darbietungen eine größere Zuhörerschar verdient hatte. Das Wittener Orchester wartete unter der Leitung von Fritz Liesegang mit leichter Musik auf, die von allen Zuhörern gut zu verstehen war. Mit dem Marsch aus„Der Graf von Luxemburg"(Léhar) wurde die Vortragsfolge eröffnet. Man hörte weiter das Vorspiel zur Operette„Wiener Frauen" und„Das Leben ist lebenswert“, ebenfalls von Léhar. Die Sopranistin Henny Leidler vom Stadttbeater Dortmund erfreute die Anwesenden mit dem Lied„Ich bin die Christel von der Post“, aus der Operette „Der Vogelhändler“. Karl Piller vom Opernhaus Köln sang„Köln mit dem Lied" und in Gemeinschaft mit Henny Leidler die Duette„Wer uns getraut" und„Durch diesen Kuß". Melodien aus der Operette„Der Vetter von Dingsda“ und der Schlußzmarsch„Alte Kameraden“ von Teile beschlossen das auserlesene Programm. Viel Beifall folgte den einzelnen Darbietungen. or. Die Milchkarte ist nicht übertragbar! Die Milchkarte— so teilt der städtische Insomationsdienst mit— kann nicht anderen Personer die nicht zum Bezuge von Milch berechtigt sind übertragen werden. Es ist festgestellt worden, das Personen, die zu Verwandten auf dem Lande ver reisen, ihre Milchkarten anderen Personen überlassen. Solche Fälle werden von der Kriminalpolizei und dem Ernährungsamt streng stens verfolgt. Die Milchhändler dürfen in solchen Fällen keine Milch liefern, haben vielmehr dem Ernährungsamt sofort Anzeige zu erstatten Es werden sowohl die Personen bestraft, die die Milchkarte unberechtigt abgeben, als auch die Per sonen, die die Milchkarte unberechtigt benutzen Ebenso macht sich der Milchhändler straf bar. der Milch liefert, obwohl ihm bekannt ist. daß keine Bezugsberechtigung besteht. Betriebsunfall Gestern schlug dem Fabrikarbeiter Sch. von der Mont=Cenis=Straße in einem hiesigen Werk ein Stück Eisen gegen das Bein, so daß er mit einer schweren Verletzung in das Evangelische Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Unglücklicher Sturz vom Fahrrad Die Ehefrau H. von der Straße„In der Falsche“ stürzte gestern mit ihrem Fahrrad in der Langestraße so unglücklich, daß sie mit Kopf= und Beinverletzungen in das Börniger Krankenhaus gebracht werden mußte. Was die heimischen Bauern leisten Unsere Kreisbauernschaft stand 1940 in Westsalen an der Spitze Täglich 110000 Liter Milch kp Herne, 24. September. Die landwirtschaftliche Betätigung im Industriebezirk hat auch im Kriege eine Steigerung erfahren. Auch im Lande der Kohle und des Eisens setzt sich die Bauernschaft mit allen Kräften für die Sicherung der Ernährung des Volkes ein. Dies Herner Kühe„gut In Futter“ Seit jeher war die Emscherniederung reich an saftigen Wiesen. Im Vorgelände des Hertener Waldes sahen wir diese prachtvollen Kühe weiden...(Aufn. Henning) kann mit besonderer Anerkennung von der Kreisbauernschaft Bochum gesagt werden, der die landwirtschaftlichen Betriebe unserer Stadt angeschlossen sind. Moeller möchte sich Möller schreiben Aber das geht nicht: Eigenmächtige Ramensänderung ist unzulässig Alles durch die Behörde! 2 Herne, 24. September. Man erlebt es bisweilen, daß jemand sich als „Müller genannt Schulze“— um nur ein Beispiel zu nennen— bezeichnet oder sich einen anderen Vornamen als den standesamtlich eingetragenen beilegt, vielleicht auch nur eine andere Wortform wählt oder besonders beim Familiennamen dessen Schreibweise ändert, etwa aus be ein 5 macht und sich fortan statt Moeller—„Möller“ schreibt. So etwas ist unzulässig. Niemand darf ohne behördliche Mitwirkung seinen Vor= oder Familiennamen ändern! Die von den Behörden geführten Register würden wertlos werden, wenn jedermann nach Belieben plötzlich unter anderem Namen auftauchen könnte. Darum wird auch der. der sich eines ihm nicht zukommenden Namens— auch Vornamens— bedient. mindestens mit Haft oder Geldstrafe bestraft, sofern nicht im Einzelfall— etwa wegen Betruges— eine bärtere Strafe verwirkt ist. Wer einen wichtigen Grund hat, mit seinem— etwa jü disch klingenoen— Namen unzufrieden zu sein, hat die Möglichkeit, ihn ändern zu lassen. Die Einzelheiten regelt das Gesetz vom 5. Januar 1938. Zuständig für die Entaegennahme der Anträge ist die untere Verwaltungsbehörde (Polizeipräsident. Landrat). Erleichterungen bei der Namensänderung aelten für die Braut. die den Namen des vor der Eheschließung gestorbenen oder gefallenen Bräutigams annehmen will. ferner unter gleichen Voraussetzungen für Brautkinder. Heiraten die Eltern eines unebelichen Kindes nachträglich, so können sie beantragen, daß das Kind die Rechtsstellung eines ehelichen und damit den Namen des Vaters erhält. Wenia bekannt ist, daß aber auch der Ehemann. der eine Frau mit einem nicht von ihm stammenden vorehelichen Kinde heiratet, diesem seinen Namen durch entsvrechende Erklärung vor der zuständigen Behörde(im allgemeinen Standesamt. unter Umständen Amtsaericht) erteilen kann; dies ändert an der rechtlichen Stellung natürlich nichts. Keinesfalls darf aber das uneheliche Kind ohne weiteres den durch Heirat erworbenen Namen seiner Mutter führen. Während das adoptierte Kind den Namen des Annehmenden erhält, müsse formlos angenommene". sogenannte Pflegekinder ihren bisherigen Namen weiterführen. Ebensowenia dürfen Kinder einer früheren Witwe sich den Namen des Stiefvaters eigenmächtig beilegen. Der Firr eines Herners Der Heeresberichtsfilm„Ein Pferd. ein Geschütz, ein Kanonier“, über dessen Entstehung und Freigabe wir vor einiger Zeit berichteten, wird nun auch in unserer Gegend vorgeführt werden, und zwar am kommenden Sonntaa in der Lichtburg Wanne=Eickel. Verfasser dieses vom OKW. mit dem Prädikat„Hervorragend“ ausgezeichneten Werkes ist unserer früherer Schriftleiter Hilmut Drechsler Film=Programme Zwei Herner Lichtspieltheater haben gestern ihr Programm gewechselt. Im Gloria=Palast wird das Schauspiel„Das Recht auf Liebe“(mit Schneider. Staal. Wegener. Uhlia. Wanka u. a.) gespielt, während das Avolo=Theater den lustigen Film„Der Dovvelaänaer“(mit Lingen. Eichheim, Camilla Horn. Maurus, Alexander) zur Aufführung bringt. Kind lief vor ein Auto An der Ecke Vincke= und Schulstraße wurde dieser Tage ein 9 Jahre alter Schüler beim Ueberqueren des Fahrdammes von einem Personenkraftwagen angfahren uno zu Boden geschleudert. Hierbei erlitt der Knabe eine Gehirnerschütterung und Schädelquetschung; er wurde durch den Autofahrer in das Kath. Krankenhaus transvortiert. Lebensgefahr besteht zur Zeit nicht. Ius Wartheland berufen Pg. Gustav Zelle, ein gebürtiger Herner und früherer Angehöriger des technischen Betriebes und späterer gelegentlicher Mitarbeiter der„Herner Zeitung", der zuletzt in Schleswig tätig war, ist als hauptamtlicher Kreispropaganda= und Kreispressewalter und Hauptabteilungsleiter für Provaganda und Presse in der DAF. nach der Gauhauptstadt Posen berufen worden. Vor einiger Zeit wurde in der Tagespresse Mitteilung gemacht, daß der Milchwettbewerb im Reich im Kriegsjahr 1940 ein ganz erfreuliches Ergebnis gerade in der Provinz Westfalen ergeben hat. Es ist bemerkenswert, daß unsere Kreisbauernschaft mit den ihr angeschlossenen genannten Bezirken in Westfalen an der Spitze steht. In den Bezirken der Kreisbauernschaft wurden bei der letzten Aufnahme insgesamt 5277 Stück Rindvieh gezählt, darunter an 4500 Milchkühe, die täglich rund 110000 Liter Milch für Verbraucher im Industriebezirk liefern. Die Zahl zeigt auch, wie umfassend die Arbeit unserer Landwirte in der Erzeugung der Futtermittel sein muß, um diese Höchstleistung von Milch zu erzielen. Fast 7000 Tonnen Brotgetreide konnten im Vorjahre dem Ernährungsmarkt zugeführt werden. Wieviel Kartoffeln in den Bezirken der Kreisbauernschaft geerntet werden, kann man an den 1700 Hektar angebauter Kartoffelfläche ermessen. Der Wert unserer heimischen Landwirtschaft ist kaum abzuschätzen. Die mitgeteilten wenigen Zah len lassen aber den Schluß zu, daß die Leistungen unserer Bauernschaft höchste Anerkennung verdient und auch im dritten Jahre des deutschen Existenzkampfes Anteil haben werden am Erfolg der gesicherten Volksernährung in diesem Kriege. Die ersten sozialen Betriebsarbeiterinnen im Gau Als ein neuer Erfolg auf sozialem Gebiet muß die Ueberführung der Werksfürsorgerinnnen und ähnlicher sozialer Berufe in eine engere Zusammenarbeit mit der DelF. bezeichnet werden. Durch ein neues Abkommen werden diese Berufsangehörigen als„soziale Betriebsarbeiterinnen“ in ein engeres Verhältnis zur DAF. gestellt. Als Bestätigung hierüber wird ihnen ein Reichsausweis ausgehändigt. Die Ueberreichung der ersten Reichsausweise dieser Art erfolgte Montag=nachmittag in einer Feierstunde, die im Parkhotel Haus Rechen in Bochum stattfand. Verkaufssperre für Lüte aus Spinnstoffen Nach einer Bekanntmachung der Reichsstelle für Kleidung dürfen Hüte aus Spinnstoffen für Männer und Frauen bis auf weiteres nicht an Verbraucher abgegeben werden. Diese Regelung ist breits in Kraft getreten. Es handelt sich dabei in erster Linie um Filz=, Sammet= und Seidenhüte. Ein grundsätzliche Neuregelung der Abgabe von Hüten aus Spinnstoffen steht unmittelbar bevor. Teures Hamstern... Eine Frau, die Lebensmittel in erheblichem Umfang„ohne“ kaufte, und durch ihr Verhalten die allgemeine Bedarfsdeckung gefährdete, wurde zu einer Geldstrafe von RM. 1500 verurteilt. Der Gauleiter gratulierte Gauleiter Wagner übermittelte den Eheleuten Peter Ciesla, Scharnhorststraße 37, zur Goldenen Hochzeit seine persönlichen Glückwünsche. Postanweisungsdienst nach der Glowakei Postanweisungen nach der Slowakei sind von jetzt an unter den bisherigen Bedingungen wieder zu gelassen. Aus der Bewegung Arbeitstagung der DAN.. Abteilung Kreiswaltung seute abend um 19.30 Udr findet die ursprünglich für den vorgesehene Arbeitstagung der Kreiesachwaltung im Lokal Möller, Von=der=Heydt=Str. 65, statt. Sämtliche Betriebe sowie die Mitarbeiter des Lohnbüros, die mit dem traut sind, werden wegen der Wichtigkeit der Arbeitstaguna u. a guc gegen der ab I., 16. 41 einzuführenden Neuregelung der DAF.=Beitragssätze gebeten, unbedingt zu erscheinen. Es spricht der Kreissachwalter i. B. Pa. Weiz. Deutsches Frauenwerk Herne=Baukau um 4 Uhr findet bei Neweling, erste Gemeinschaftsstunde nach den Ferien statt. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Deutsches Frauenwerk Friedrich der Große Unsere, Gemeinschaftsstunde findet heute, Mittwoch, um 16 Uhr bei Grothaus statt. Tasse und Kuchenkarte sind mitzubringen. Deutsches Frauenwerk Herne=Stadtaarten Unser Gemeinschaftenachmittag ist am Donnerstag, dem 25. 9. nasmättase 4 Uhr et Linsel. asle Volkegenossinnen sind herzlich eingeladen. Es spricht der Kreisleiter Pg. Rieper zu uns. indergruppe kommt heute, Mittwoch, nachmittags 3 Uhr im RSB.=Kindergarten, Schaeferstraße, zusammen. RSDAP., Ortsgruppe Sodingen #### So# tag, 28., September, veranstaltet die Ortsgruppe der RSDAP, Herne=Sodingen im Saale Borgmann, Am Denkmal, eine Feierstunde anläßlich des hundertjährigen Bestehens des andliedes. Gesangliche und musikalische Darbietungen des „MGV. Corkordia 1892“ und der Kapelle Umbach werden die Feierstunde umrahmen. A „e“ 2n- 1 60 s sund Tecka-Fruchttee in der Pockung oder im hygienisch gepockten Aufgußbeutel Teeka-Fix ergibt das beste Austauschgetrönk für den oltbewährten„Teekanne“-Tee. Er wird wie dieser mit kochendem Wasser aufgebrüht. An kalten Togen trinkt man ihn heiß, on heißen Tagen kühl gestellt. Er wird dann noch Belieben mit Zucker und etwas Zitronensaft versetzt. Auch Kinder trinken ihn gern. Tecke- Fruchttee in der Pockung oder im Autgußbeutel Tecko-Fix, sowie Meta-Fixminze, der gromalische Pfeffer. minztee im Aufgußbeutel, sind überell zu erhalten! Das Lremde Gezicht Roman von CAREN ROMANVERTRIEB ALB. LANGEN · GEORG MULLBR, MUNCHEN „Ja, sehen Sie“— Herr Kühlmann beugte sich zutraulich lächelnd vor—.„bei mir kommt es ja nun weniger auf die Schönheit an. Ich hab es bloß satt, immer mit demselben Gesicht herumzulaufen, das jeder kennt... Na. Sie wissen schon. — Wir können ja offen miteinander reden— unter Männern. Man hat manchmal so kleine Scherereien mit der Polizei und so. Wenn man das vermeiden kann. warum nicht? Langwierig und schmerzhaft ist die Sache ja auch kaum. nicht wahr? Wenigstens wenn man nicht dauernd Kognak säuft wie unser gemeinsamer Freund Bertrand, habaha.. Herr Kühlmann schien von unwiderstehlicher Heiterkeit ergriffen und schlug sich wieder geräuschvoll auf den Schenkel. Aber ehe der Arzt noch heftig erwidern konnte, hatte der andere sich schon von seinem Lachanfall erholt und kehrte mit geschäftlicher Miene wieder zum Thema zurück.„Also da wäre denn ja bloß noch der Kostenpunkt zu besprechen. Wie gesagt, schön brauche ich nicht zu sein— bloß ein bißchen anders. Dafür werden Sie mir ja gewiß auch'nen kleinen Preisnachlaß bewilligen. Schließlich...“ Herr Kühlmann machte eine Pause. in der plönlich alle Gemütlichkeit aus seinem Ton und Gehaben verschwand, um dann mit aanz veränderter Stimme fortzufahren:„Schließlich könnten wir Sie ja auch bitten, uns solche kleine Gefälligkeiten umsonst zu erweisen, natürlich— auf ein bißchen gutes Zureden würden Sie uns gewiß nichts abschlagen. Ich weiß schon. Aber“— und jetzt kehrte Kühlmann wieder zu seiner früheren berzhaften Munterkeit zurück—„leben und leben lassen, sagt unser Freund Gallatin immer. Wir lassen uns nicht lumpen— wir nicht! Also wie wär's mit fünftausend— Franken natürlich, nicht Dollar“, setzte er rasch hinzu, ohne die Zustimmung oder Ablehnung seines Gegenübers abzuwarten. Aber Doktor Alland antwortete überhaupt nicht. Sehr bleich, mit einem unbeschreiblichen Ausdruck von Schmerz und Widerwillen, blickte er über Herrn Kühlmann hinweg. der in dieser veinlichen Stille unbehaglich auf seinem Stuhl herumzurutschen begann. Plötzlich wandte ihm Alland den jetzt wieder ganz gesammelten Blick zu. den klaren, festen Blick eines Arztes. der seinen Patienten mit sachlichem Interesse betrachtet. „Als ob er einem schon für die Operation Maß nehmen wollte“. dachte Herr Kühlmann und fuhr sich unwillkürlich wie schützend mit der Hand übers Gesicht. Aber Herr Kühlmann hatte den prüfenden Blick des Arztes falsch gedeutet. Denn jetzt saate Alland mit einer plötzlichen kalten Entschlossenheit, die etwas beinahe Einschüchterndes hatte:„Genug— lassen Sie dieses alberne Katz=und=Maus=Spiel! Ich weiß nicht, wer Sie eigentlich sind. und was Sie nötigt, mich zu konsultieren. Aber ich habe den Eindruck. als ob man mit Ihnen immerhin noch wie mit einem Menschen sprechen könnte. Ich möchte es wenigstens versuchen. Sie werden dann vielleicht doch begreifen, daß und warum ich auf Ihren Vorschlaa nicht eingehen kann. Nein, unterbrechen Sie mich jetzt nicht. Sie sollen wenigstens wissen, wie die Situation wirklich lieat. die Sie ausnützen möchten. Sie stellen sich vielleicht vor, daß ich ein geriebener Geschäftsmann bin, dem es nur aufs Geld ankommt, ganz gleich, wie er es sich verdient. Aber ich kann Ihnen mit aller Wahrhaftigkeit versichern, daß ich keine Ahnuna hatte, wer dieser Gallatin war. als er sich damals an mich wandte. Ich war des Glaubens, daß es sich um nichts anderes als eine Schönheitsoveration handelte— ein reicher, spleeniger Amerikaner. der sich seiner Braut zuliebe seine Tätowierung und sein Muttermal entfernen lassen und sich dabei aleich noch ein bißchen verschönern lassen will... Eine durchaus glaubwürdige Sache! Sie nennen Gallatin Ihren Freund. aber ich kann Ihnen sagen, daß ich ganz gewiß eher einen Pakt mit dem Teufel selber eingegangen wäre. als mich mit diesem Menschen einzulassen, wenn ich gewußt hätte, wer er ist. Ich habe durch einen lächerlichen Zufall gerade erst vor ein vaar Wochen hier in einem Polizeibüro den alten Steckbrief gelesen, dessen Photographie mir mit einem Schlag alles klarmachte. Es war dann nicht mehr schwer, zu begreifen, was es mit diesem Bertrand auf sich hatte, der mir durch den sogenannten Gallatin geschickt worden war. das ganze Gesicht von schlecht verheilten Narben zersetzt. Jetzt erst wurde mir klar, warum auch Bertrand auf einer weitergreifenden Veränderung seiner Physiognomie bestand, als chirurgisch, notwendig gewesen wäre. Ich hätte sofort mit allem Schluß gemacht, wenn nicht..“ Alland zögerte einen Augenblick, aber da fuhr der andere schon mit verständnisvollem Kovfnicken fort:.... wenn nicht die Sache mit Ihrer Frau gewesen wäre— gewiß doch, ich bin ganz im Bilde“. Alland versuchte sein Erstaunen zu verbergen „Ganz recht! Um so besser, wenn Sie auch darüber Bescheid wissen. Sie werden mich dann erst recht verstehen“. „Da meine Frau nun einmal das Unglück gehabt hatte, ganz ohne eigene Schuld mit Gallatin, der damals noch Monno hieß. in Berührung kommen zu sein, konnte ich nicht den eigentlich einzig gebotenen Weg. den Weg zur Polizei, einschlagen, ohne meine Frau und, worauf es mir an sich weniger angekommen wäre, auch mich zu gefährden. Trotzdem habe ich bei jenem letzten Gespräch mit Monno. das Ihnen ja vermutlich dem Inhalt nach aüch bekannt sein wird. alle weiteren Vorschläge oder richtiger Ervressungen abgewiesen. obwohl er mir bereitwilligst jede beliebige Summe versprochen und sicher auch wirklich gezahlt hätte. Ich will kein Geld von ihm“. Der andere arinste anzüglich:„Kein Wunder, wo Ihnen sein Geld von damals so gut bekommen ist. Eigenes Sanatorium, schönes Privathaus, zwei Autoo Das kann gar kein„unrecht Gut“ gewesen sein, was so gediehen ist!“ Fortsetzung folgt Wied Sckabke 04 Pokalsieger? VorschLulkeunde in Jielst 7 Herne, 24. September. Nach dem 4:1=Erfolg gegen die Wiener Austria wird Schalke 04 jetzt vielsach als der große Favorit für das diesjährige Endspiel um den Tschammerpokal angesehen. Mit der großen Leistung, die von den Königsblauen gegen Austria geboten wurde, wird Schalke der Weg in das Endspiel auch schwerlich zu verlegen sein. Am 12. Oktober sollen nunmehr die beiden Tressen der Vorschlußrunde stattfinden. An diesem Tage wird es sich entscheiden, ob auch der Dresdner SC. wieder das Endspiel erreicht. Im Vorjahre ist Schalke 04 bekanntlich schon in der dritten Schlußrunde gegen die Spielvereinigung Fürth mit einer 1:2. 3. R. Schwarzkittel— Colon. 4. R. Panheros— Amulett; 5. R. Kobold— Sonny Boy: 6. R. Ransen— Balzruf; 7. R.: Kampfspiel— Pelargonie. Tabelle der 1. Fußballklasse MBV. Linden KB. Eickel WKG. Mannesmann Witten Preußen 07 Bochum SG. Wattenscheid Witten 92 S V. Sodingen SV. Herbede SC. Dahlhausen Preußen Wanne SC. Altenbochum SV. Höntrop WRG. Engelsburg Bochum 2 2 0 2 2 0 2 1 1 1 1 1 1 1 0 0 0 Vor einem neuen Rekord? Wochenende im Zeichen des WHW.-Sports Zum zweiten Male tritt im 27. und 28. September der deutsche Sport zur Straßensammlung für das Kriegs=Winterhilfswerk an und wird auch hier seinen unerschütterlichen Einsatzwillen durch eine umfassende Gemeinschaftstat beweisen. Nachdem die Reichsstraßensammlung des Sports im letzten Jahr mit einem Ergebnis von rund 15 Millionen RM. schloß, haben die Sportler und Turner diesmal den Wunsch, es in echt sportlicher Weise zu einem neuen Rekord mit einer wahren Meisterschaftsleistung zu bringen. Wieder geht der Sport mit seinen vielen Tausenden von Anhängern auf die Straße und gibt damit dieser Reichsstraßensammlung ein besonderes Gepräge. Niederlage auf der Strecke geblieben. In die Vorschlußrunde kamen schließlich Dresdner SC., Rapid Wien, 1. FC. Nürnberg und Fortuna Düsseldorf. In Dresden gewann der OSC. gegen Rapid mit 3:1, während in Düsseldorf Nürnberg gegen Fortuna mit 1:0 erfolgreich blieb. In dem am 1. Dezember im Olympiastadion ausgetragenen Endspiel behauptete sich der Dresd: ner SC. mit einem 2:1=Sieg nach Spielverlängerung gegen Nürnberg. Der DSC. hatte damals mit Machate als Mittelstürmer eine noch stärkere Mannschaft zur Verfügung, als bei dem im Juli des vergangenen Jahres mit 0:1 gegen Schalke 04 verlorenen Meisterschaftsendspiel. Sollte es jetzt ein neues Zusammentreffen von Schalke und Dresden im Pokalendspiel geben, so ist diese Begegnung natürlich von ganz besonderem Reiz. Schalke 04 ist in der Mannschaftsleistung kaum zu übertreffen, aber Dresden ist ein Gegner, der gegen Schalke mit einem ganz besonderen Einsatz kämpfen wird. Aber noch haben beide die Vorschlußrunde nicht überstanden. Man wird die Kampfkraft von Admira Wien und Holstein Kiel nicht unterschätzen dürfen. Der Holsteingeist hat schon die größten Leistungen zustandegebracht und mit einigem Glück sind im Pokal immer Ueberraschungen möglich. Und Admira Wien ist nun die letzte Hoffnung der Ostmark und ein Gegner, der seit mehr als zwei Jahren nach einem Zusammentreffen mit Schalke 04 strebt. Heute Rennen in Krefeld Wenn nicht alles trügt, wird der Krefelder Rennverein seine Herbstveranstaltung mit einem im westdeutschen Kartell bisher unerreichten Erfolg beschließen. Das Programm des Mittwoch sieht diesmal sieben Prüfungen vor darunter zwei Jagdrennen und äußerst interessante Prüfungen auf der Flachen, darunter ein Steher=Ausgleich, der besondere Aufmerksamkeit verdient.— Unsere Voraussagen: 1. R. Altenesch— Stall Dilthey; 2. R.: Dickwurz— Wer weiß: Samurai läuft in Wien Unser derzeit bestes älteres Pferd, der Schlenderhaner vierjäheige Samural, hat bereits eine neue Aufgabe vor sich. Der Hengst bestreitet am Sonntag das größte Rennen der Ostmark, den Großen Preis der Nationalsozialistischen Erhebung im Wert von 35000 Mark. in Wien. Samurai wird wieder von Gerhard Streit geritten. Zu seinen Gegnern zählt u. a. der Franzose Birikil der allerdings schon im Großen Preis von Baden weit hinter dem Schlenderhaner einkam Hoffmann und Schorn siegten in Berlin Gleich die Eröffnungs=Radrennen in der Berliner Deutschlandhalle hatten ein ausverkauftes Haus gefunden. Es gab auf der ganzen Linie spannende Kämpfe. Bei den Stehern siegte der Berliner Hoffmann. Meister Jean Schorn siegte in der Gesamtwertung des Fliegermehrkampfes Mit Start und Ziel in Agram wurde die kroatische Staatsmeisterschaft der Straßenfahrer entschieden. Auf der 43 Kilometer langen sehr schweren Strecke siegte Celesnik(Sokol) in der guten Zeit von 1:33:16 im Endspurt vor Sagud(Orac) und Sostarko(Agram). 9J. nach Spanien und Portugal. Vom 7. Oktober bis zum 2. November findet eine Einsatzfahrt der Hitler=Jugend nach Spanien statt. Es nehmen daran teil, eine Riege der besten Bodenturner, eine B0M. Tanzgruppe, ein 5J.-Orchester und einige Rollschuhläuferpaare. Sind Gichtiger Wetterpropheten? Es ist eine alte Erfahrung, daß Gichtiker und Rheumattker bei Witterungswechsel verstärkte Schmerzen bekommen. Vielfach tritt diese Verschlimmerung schon auf. ehe die Wetterveränderung eintritt. Neue Forschungen haben gezeigt, daß hauptsächlich die Aenderung einer Wetterlage auf die Kranken wirkt, nicht das Wetter als solches. Dies berubt auf dem sogenannten Vorbeizieben der Wetterfronten. Ob dabei der Lustdruck, der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, die Luftbewegung oder andere Faktoren ausschlaggebend sind, wissen wir noch nicht. Wohl aber kann sich jeder Gichtiker und Rheumatiker diesen witterungsbedingten Verschlimmerungen entziehen, wenn er rechtzeitig Togal nimmt. Togal ist das seit 25 Jahren erprobte und bewährte Mittel gegen Rheuma, Gicht. Herenschuß, Gliederreißen. Ischias, Neuralgien, Grivpe und Erkältungskrankheiten. Togal wirkt schmerzstillend, bessert die Beweglichkeit, fördert die Heilung und bilft so Arbeitsfähigkeit und Wohldefinden bald wieder berzustellen. 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Das Seelenamt findet am gleichen Tage, 7,10 Uhr cotl. 8,10 Uhr. in der Bonisatiuskirche statt. Ein großes, leeres,] Einfaches, nett Stmumer möbliertes Zimmer zimmer v. berufstät. Dame zum 1. 11. oder in Bahnhofsnähe, später gesucht. M4 8.2. 80 Schriftl. Angebote mieten gesucht. unter S. 24 an die Café Rennkamp, Heener Zeitung. Bahnhofsvorplatz. Suche für sofort möbl. Zimmer in der Nähe des Bahnhofes. Schriftl Angeb. unt. S. 26 an die Herner Zeitung. Werde Mitglies der N3V S ZZZEA e We S 0 HE MI IXVIIIIIII A II Gut erhaltene Gas Badeeinrichtung zu verkaufen. Herne, Bochumer Str. 30 l Fast wic echter Bohnenkaffce schmeckt und duftet Mielases Umer Kalfes-Seeatz-Wlisekung Die tägliche frische Röstung machts! Ihre Kriegstrauung geben bekannt: Karl Heiland Obergefr. In einer Pz.-Aufkl.-Abt. Lieselotte Heiland geb. Theisen 24. September 1941 z. Z. Wehrmacht Krefeld Alexonderstr. 9 Als Vermählte grüßen: Otto Bönig Schüfze In einem Ponzer-Regt. Elisabeth Bönig geb. Birke z. 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