Freitag. 26. Sevlemder gspreis durch die Haus haldmonatlich 120 Angeigen um Otbein der mm breiten Spalte 0.10, für auswärts 0.12, Reklamen 0.40, ür auswärté 0.30 R.=M. Stellengesüche 29%— Dle am Kopfeder Zettung bekanntgegebenen Zeilenpreise sind für Inserenten and Verlag rechtsverbindlich. Bei pamie Bthchne Ar nkursverfahren ist der bewilligte batt hinfällig. Druck u. Verlag Buersche Druckereiense G.=Duer Buersche Zeitung General=Anzeiger für das Emscher=Lippeland Amtsbiatt für den Stadttreis Geisenkirchen=Zuer, Amt Westerhou u. Gemeinde Holsam. Verordnungsdlatt des Amtsgerichtsbezirks Gelsenkirchen=Buer=R. Nr. 263 49. Ju. 1930 Geschättestellen Buer, de la Chevallertestraße 27, Fernruf G.=Buer S.=A. Sammel=Nr. 30141 Gels., Klosterstraße 13. Horst=E., Essener nrr. 18. Drahianschrift: Zeitung Buerwestfalen. Postscheck.=K. Köln 201 79. Bank=Konto: Commerz= und Privat=Bank A.=G. Buer. Für das Erscheinen der Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Unfall=Unterstützung in Höhe von 230 J.=1.— bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabe der Versicherungs=Bedingungen. Adolf Hitler vor dem Reichsgericht „Das Reichsheer darf nicht zersetzt werden; jede Zersetzung der Reichswehr wäre Wahnwitz“ Bis auf den letzten Platz Laute Kundgebugen für Hiller bei seiner Ankunft vor dem Reichsgericht] Im Saal herrscht Liele Sillle :: Leipzag, 26. Sept.(Drahtbericht.) Der Verhandlungssaal ist am dritten Tage der Verhandlung gegen die nationalsozialistischen Reichswehroffiziere bis auf den letzten Platz besetzt. Der diensttuende Polizeiossizier ermahnt die Zuhörer. beim Erscheinen Hilters alle Kundgebungen zu unterlassen, widrigenfalls der Vorätzende den Saal unnachsichtlich raumen lassen werde. Vom Reichsgerichtsplatz heraus hor: man im Saal die laute Kundgebung, die Hitler und seiner Begleitung bei der Ankunft dargebracht wird und die in ein dreisaches Heil ausklingt. Als Hitler den Saal betritt, herrscht Stille. Auf dei Platz vor dem Reichsgericht hat sich die Unruhe noch nicht gelegt, und man hört „Deutschland erwache" herauftönen. Der Vorsitzende, Reichsgerichtsrat Baumgarten, eröffnet die Sitzung. Reichsanwalt Nagel beantragt als Gegenzeugen gegen Hitler den Staatssekretäz Zweigert vom Reichsministerium des Innern zu laden und ihn darüber zu vernehmen, daß und welches Material im Reichsministerium des Innern über umstürzlerische Unternehmungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervarte: vorhanden sei. Staatosekretär Zweigert ist bereits anwesend. Nachdem der Vorsitzende den Senatobeschluß verkündet hat, daß die Entscheidung über die Vernehmung des Staatssekretärs Dr. Zweigert bis nach der Vernehmung Hitlers auszusetzen ist, wird Hitber, als Zeuge aufgerusen. Zur Person gibt er in, er sei 1839 in Braunau am Inn geberen und jetzt staatenlos. Der Vorsitzende gibt das Beweisthema bekannt: Sie sollen als Zeuge dafür vernomwerden, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ihre Ziele ausschließlich auf legalem Wege verfolgt und den gewaltsamen Umsturz der Versassung nicht beabsichtigt, daß die Partei Mitglieder und Anhänger auch nicht dain aussordert und aufgefordert hat, einn gewaltsamen Umsturz der Versassung herbeizuführen, auch nicht im Jahre 1823. Aeußern Sie sich zunächst in großen Zü. gen über die Entstehungn und den Werdegang der Partei. Der Zeuge wird au Paragraph 55 der Strafprozeßordnung aufmerksam gemachl, wonach er die Aussage verweigern kann, wenn er glaudt daß er sich durch seine Aussage der Geahr strafrechtlicher Verfolgung anosetz“. Zeuge Hitler Leben und Ndee „Ich war vom Herbst 1914 bis zun Herbst 1918 als deutscher Frontsoldai an der Mestfront. Durch d.•e vierjährige Tätigkeit habe ich meine frü here Staatsbürgerschaft verloren. 191“, beim Zusammenbruch, lag ich in einem Lazarett schwer gasvergiftet. Der Zusammenbruch mußte nach meinem politischen Wissen kommen. Ich habe die Erschütterungen mitgefühlt, die jeder anständige Deutsche damals fühlen mußte. Es war mir auch bewußt, daß mit den damaligen politischen Organisationen die durch den Zusammerbruch bedingten Niedergangserscheinunge: nicht überwunden werden könnten. Drei Punkte sind es, die das Fundament für diese Ueberzeugung abgegeben haben: Erstens die Ablehnung der eigenen völkischen Kraft; der Verzicht auf diese Kraft; das Huldigen fremder Einflüsse im allgemeinen; die internationale Gesinnung und Einstellung. Zweitens die Beseitigung der Autorität der Persönlichkeit und die Einführung der Demokratie und des demokratisch=parlamentarischen Systems. Drittens endlich die Vergiftung des deutschen Volkes mit pazifistischem Denken und pazifistischem Geiste. Diese drei Erscheinungen sind neiner Ueberzeugung nach die Ursache des deutsche Zusammenbruchs gewesen, und es wir für mich selbstverständlich, daß nur eine Bewgung diesen Zusammenbruch überwinden konnte, die zu diesen drei Erscheinungen Stellung nimmt und von ihnen frei Ist. Das konnte nur eine ganz junge neue B:wegung sein, besonders aus der Ueberzeugung heraus, daß sämtliche einzelnen Par teien den freien geistigen Kumpf auf ihre Fahnen geschrieben hatten. 1918 aber die Faust den Kampf entschieden habe. J. war 1918 überzeugt, daß die alten Parteien nicht in der Lage sein würden, den Terror zu brechen, und daß manei##### neue Partei schaffen müsse mit den Grundtendenzen des janatischen Deutschtums. einer absoluten Führerautorität und eines unbedingten Kampf willens. Der Zustand 1918=19 war so. daß nicht der Geist entschied, sondern derjenige der die Straße für sich hatte. Vom ersten Tage an war der Zweck der Schutzableilungen nicht der, gegen den Staat Front zu ma chen, sondern die geistige Bewegung 99: dem Terror illegaler Kräfte zu chützen Der Gedanke der Begründung dieser, päter„Sturm=Abteilung“ getauften Organssation, war, der Bewegung einen St### gegenuber der Linken zu geden. Das wur um so notwendiger, als der Staat els Schutz zu spä: in die Erscheinung trat. Zu keiner Stunde war der Zweck unserer Oeganisation der Kampf gegen den Stuat denn wir sind der Ueberzeugung, daß, wenn eine Idee gesund ist, sie den Staat gan; allein erobert und daß heute 30 Millionen Deutsche eben nur noch nicht wissen, was wir wollen. Es ist selbstverständlich, daß eine Bewegung, die Zehntausende junge, temperament volle Mitglieder umsaßt, nicht verantwortlich gemacht werden kann für vereinzelte Aeußerungen ihrer Mitglieder. Der Putsch in München Eine Interessante Zwischentrage Volksgeriats# Die Erinnerung au das Urtell des zwangswelse“ AEüpeceise Der Vorsitzende unterbricht Hitler. um festzustellen, was der Zeuge anter dem„Zwuna“ verstanden wissen wolle, der zu den Vorgangen des November 1923 geführt habe. Hitler erklärt, daß es ihm zweifelhaft erscheine, od es richtig sei, hierüder offentlich zu sprechen Der Vorsigen de hält ihm deraufdn das Urteil des Münchener Volksgericht: vom April 1921 vor. durch des Hieler zu fünf Jahren Festungshaft wegen Hochvectats verurteilt wurde. Es werden diejenigen Pankte des Viteiltenors verlesen, die besagen, dan das Programm der Hitlerbewegung die Vernichtung der Weimarer Verjassung w: Austreibung des pazifistischen Gedanken: usw. Es werden Aeußerungen Hitlets al: Novemder und Oktober 1923 aus dem Urteil zitiert, die als Ziel der Bemegung die Ausrufung Groß=Deutschlands. die Schaffung eines Direktoriums, auch n: brachialer Gewalt, feitstellen. Als Inst== ment hierfür sollte nach Auffassung des Munchener Ur eile die nationale Armee dienen, die aus Reichswehr und Landes. polizei aufgebaut war und von denen min überzeugt war, daß sie sich auf die Seite des Kampfbundes stellen würden. Wie soll ich das verstehen, fragt der Vorsthende, wenn Sie angesichte dieses Ur: teils sagten: Es lag ein Zwang vor, der aber nicht meinem Wunsche entsprach? Zeuge Hitler: Zunächst war die Entwicklung der Sturmabteilungen zu einer Kampftruppe nicht durch mich eingeleitet worden, sondern auf Wunsch von amtlichen Dienststellen. Diese amlichen Dienststellen haben sich damals an uns gewandt mit dem Ersuchen, die Sturmabreilungen in eine militärische Organisation umzuwandeln. Nicht ich habe damals die Sturmabteilungen in die Kasernen geführ“, sondern sie sind von amtlichen Stellen eingejuhrt worden. 1923 war die Situation so, daß die Gefahr bestand. daß der latente Kriegszustand zwischen Bayern und dem Reich zum Ausbrach kam. und es war nur die Frage, ob es ein Kampf unter der bayrischen Fahne gegen die Reichsregierung oder unter einer großdeutschen Flagge werden wurde. Der Vorsitzende ersucht Hitler hierauf, sich über die von ihm erwähnte Wieder herstellung der Bewegung im alten Geeste zu äußern. Nach dem Putsch Diederherstellung der Bewegung Hitler: 1925 habe ich festgestellt, daß die Zwischenperiode von 1923 endgültig ausgelöscht, und daß die Bewegung wieder zu den alten Grundtendenzen geführt werden müsse. Ich habe damals schärfte Erlasse herausgegeben, die absolute Waffenlosigkeit der Sturmabteilungen anordneten, und habe dafür gesorgt, daß diese Sturmabteilungen in keiner Weise einen militärischen Charakter annehmen könnten, sondern den Zweck der Schutzes der Bewegung vor den Kräften der Linken dienen müßten. Waffenbesitz und militärische Uebungen wurden mit Auflösung und Ausschluß aus der Bewegung bedroht. Ich habe alles getan, um zu verhindern, daß die Organisation einen militärischen Inhalt gewinnen konnten, so schwer das bei einem Volke ist, das eine innere Liebe zur Waffe besitzt. Es war umso schwieriger, diesen Zustand durchzudrucken in einem Augenblick, in dem die Linke mit der Parole„Schlagt die Fasaisten, wo Ihr sie trefft" hervortrat. Mit erhobener Stimme erklärt Hitler dann, daß er stets den Standpunkt vertreten habe, daß jeder Versuch einer Zersetzung der Reichswehr Wahnwitz sei. Wir haben, so betont er, kein Interesse daran, die Reichswehr zu zersetzen. Jo würde das für das größte Verbrechen halten, das es gibt. Ich bin zu sehr alter Soidat, als daß man mir den Versuch einer Zersetzung der Armee zutrauen könnte. Niemals ist von mir ein Flugblatt, eine Broschüre herausgegangen, die für etwas Derartiges eintrat. Niemals habe ich Verbindungen mit der Reichswehr angeknüpft. Ich habe nur den Wunsch, daß des Heer wie das deutsche Volk den neuen, unseren Seist in sich aufnehme. Vorsitzen der: Sie geraten in das Fahrwasser eines Propagandaredners. Hitler: Natürlich wird die politische Bewegung. die die Macht im Staate mit legalen Mitteln erobern will, an die Spitze igres Programms den Wehrgedanken steilen. Der Sieg der nationalen Bewegung bedeutet absolute Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes. Wir werden dafür sorgen. daß unsere Reichswehr wieder eine große deutsche Volksarmee wird. Es ist zu veimuten, daß im Reichoheer Tausende von jungen Menschen vorhanden sind, die die gleichen Gedanken haben. Reichsheer wie das deutsche Volk sollen nur erkennen. was wir wollen. Das Reichsheer dar nicht zersetzt werden, es ist die Veraussetzung für die deutsche Zukunft. Jeder, der das Reichsheer zersett. in ein Zeins der Kallen so doch zwischen den Zeilen nie eine solche Möglichkeit offen gelassen? Hitler: Wäre es möglich, in einer Organisation, die Hunderttausende von Menschen umfaßt, im geheimen andere Ziele zu verfolgen als sie öffentlich bekanntgegeben werden? Könnte ich der S A. befehlen, sie dürfe keine Wafsen besitzen und sie würde insgeheim diesem Besehl nicht folgen? Das wäre vollständig ausgeschlossen und würde auch wahnwitzig sein. Die Nationalsozialistische Bewegung wird von mir gefuhrt, meine Befehle haden Gültigkeit. Ueber jedem Besehl steht der Grundsatz, daß er nur dann zur Ausführung kommen darf, wenn er nicht gegen das Gesetz verstößt. Meine polizischen Gegner alle und der Staat können meine Reden nud Anordnungen jederzeit kontrollieren. Die Spaltung der Partei Der Ausschluß verdienter Parteigenossen#„HKöpie werden in diesem Kample In den Sand roller“ Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge Hitler weiter: Ich habe meine ideellen Ziele unter keinen Umständen mit ungesetzlichen Mitteln erstreben wollen. Ich habe in allen Fällen, wenn es zu Uebertretungen gekommen ist, augenblicklich durchgegriffen, und ich habe eine ganze Anzahl. zum Teil alter, verdienter Parteigenossen aus der Bewegung ausgeschlossen, weil sie solche Anordnungen übertreten haben. Vorsitzender: Gehört dazu beispielsweise auch Gregor Straßer? Hitler: Von Gregor Straßer ist mir nichts bekannt. Vorsitzender: Es ist durch die Presse die Nachricht gegangen, daß besonders radikale Mitglieder der Partei sich von Ihnen getrennt hätten. Hitler: Gregor Straßer ist das nicht, das wird sein Bruder sein. In unserer Bewegung ist eine Gruppe entstanden, die Gedanken mit Tendenzen vertreten hat, die ich ablehnen muß. Diese Leute standen vor dem Ausschluß, sie sind dann von selbst gegangen. Dazu gehört Dr. Otto Straßer. der Herausgeber des„Nationalen Sozialisten“ in Berlin. Der Vorsitzende liest einen Artikel vor. Darin heißt es u. a.:„Ueber die Schwere des Kampfes läßt uns Hitler nicht im unklaren, wenn er sagt:„Köpfe werden in diesem Kampfe in den Sand rollen. entweder die anderen, oder die unseren, also sorgen wir, daß es die anderen sind!“ Das kann man, so fährt der Vorsitzende fort, auffassen als Hinweis auf eine gewünschte Nevolution. Was für eine Bewandtnis hat es mit diesem Zitat? Hitler: Ich glaude. der Verfasser Muchow hat hier die große geistige Nevolution im Auge gehabt, in der wir unheute befinden. Wenn die Bewegung in ihrem legalem Kampfe flegt, wird ein deutscher Staatsgerichtshof kommen, der November 1918 wird seine Sühne finden und es werden auch Röpfe rollen. Der Begriff„nationale Revolution“ wird immer als innerpolitischer Vorgang aufgefaßt, für die Nationalsozialisten ist er aber eine allgeweine geistige und völkische Erhebung der deutschen Volkes, eine Erhebung des geknechteten Deutschtums. Eine solche Bewegung wird aber nicht mit illegalen Mitteln vorbereitet. Wenn m Deutschland noch zwei bis drei Wahlen stattfinden, wird die NSDAP. in der Mehrheit sitzen. Diese Bewegung wird kommen, es sei denn, man nimmt dem deutschen Volke seine Lebensmöglichkeit. Kriegsschuld und Verträge hillers außenpolitischer Blau Hitler fortfahrend: Deutschland ist durch die Friedensvertrage geknedelt. Die gesamte deutsche Gesetzgebung ist nichts anderes als eine Veranterung der Friedensverträge. Wir aber sehen diese Verträge nicht als ein Gesetz an, sondern als etwas Aufgezwungenes. Wir erkennen unsere Schuld am Kriege nicht an, vor allem nicht für die kommenden Geschlechter. Wenn wir gegen diese Verträge mit allen Mitteln Stellung nehmen werden, befinden wir uns in einer Revolution. Wir werden gegen diese Verträge vorgehen, sowohl auf diplomatischem Wege, wie wir auch Stellung gegen sie nehmen werden durch ihre restlose Umgehung. Das kann vom Angesicht der Welt als illegales Mittel angesehen werden, es geschieht aber erst, wenn die Partei mit legalen Mitteln gesiegt hat. Vorsitzender: Hofsen Sie, weite Kreise dazu zu bringen, daß gekämpft wird. Hitler: Das ist unmöglich, weil die Bewegung kein Instrument zur Gewalt ist. Die Propaganda, die wir betreiben. ist mindestens so gigantisch wie die Umstellung zum maxistischen Gedanken oder die Umstellung aus dem Feudalstaat zum demokratisch=parlamentarischen Staat. Es kann mir auch nicht eine Sekunde einfallen, daß ein Staat mit einem konsoldierten Heer und einer Polizeitruppe bekämpft werden könnte. Es wird aber die Zeit kommen, in der man unsern Gedankengang der Ration nicht mehr wird verschweigen können. Vom Leipziger Hochverrats-Prozeß des deutichen Volkes. Wenn Internationalismus und Demokratie und Pazifismus dem Volke eingebläut worden sind. wird es auch keine Soldaten mehr geden. Selbstverständlich haben wir den Wunsch, daß sich die Kenntnie dieser Tatsachen auch in Reichoheer durchsetzt. Borsitzen der: Diese idealen Ziele kann man auch mit verfassungswidrigen Mitteln erstreden. Haben Sie in Ihrem Programm, wenn auch nicht ausdrücklich, der vor dem Reichsgericht gegen drei Offiziere des Ulmer Artillerie=Regiments Nr. 5 wegen Vorbereitung zum Hochverrat geführt wird: der Vorsiyzende, Reichsgerichterat Dr. Baumgarten(rechts), und einer der beigeordneten Reichsgerichtsräkte während der Verhandlung Nummer 263 Freitog, don 23. Geptember Jahrgang 1930 Es werden 35 Millionen von don 40 Mil. ionen wahlberechtigten Deutschen hinter uns stehen, und sie werden genau wissen, vas wir wollen. Ob wir in die Regierung gehen oder ob wir Oppositionspartei bleiden, ist vollkommen gleichgültig. Aus den 107 Mandaten werden 250 gemacht werden. und wir werden die absolute Mehrheit haben. Meine Gegner Vorsitzender: Welche Bewandtnis hat es mit dem dritten Reich? Hitler: Die nationalsozialistische Bewegung wird in diesem Staate mit den verfassungsmäßigen Mitteln das Ziel zu erreichen suchen. Die Verfassung schreibt uns nur die Methoden vor, nicht aber das Ziel. Wir werden auf diesem verfassungs. mäßigen Wege die ausschlaggebenden Mehrheiten in den gesetzgebenden Körperschaften zu erlangen versuchen, um in dem Augenblick, wo uns das gelingt, den Staat in die Form zu gießen, die unseron Ideen entspricht Der Vorsitzende sahte die Aussage Hitlero dahin zusammen, daß die Errichtung des dritten Reiches auf versassungsmäßigem Wono errichtet werde. Hitler wird hierauf die ReichswehrSondernummer des„Völkischen Beobachter“ vom 26. März 1929 vorgehalten, die eine wehrpolitische Rede Hitlers enthält. Er erklärte dazu, die Veröffentlichung sei in dieser Form erfolgt, weil sie die grundsätzliche Stellung der RSDAP zum Wehrprogramm enthalte. Die Reichswehr sei Exponent der politischen Parteien. Die politische Mehrheit im Reichstag bestimme und verfüge über Geist und Charakter der deutschen Wehrmacht. Sie könne der Wehrmacht die ihr genehme Form geben. Auf den Einwurf des Vorsttzenden, daß der Reichspräsident den Oberbsehl über die gesamte Wehrmacht habe, erklärt Hitler: Dieser Oberbesehl hat nichts zu tun mit dem Geist der Organisation und dem Aufbau des Heeres. Wenn beispielsweise im Reichoheer irgendetwas geschieht, was der Regierungsmehrheit nicht paßt, so muß auch der Reichswehrminister oder der Chef der Heeresleitung zurücktreten, ohne daß der Reichspräsident etwas dazu tun kann. Wenn etwa eine sozialdemokratisch=kommunistische Regierung ans Ruder käme, so würde diese Regierung, gestützt auf ihre Mehrheit im Reichstage, das Reichoheer umorganisteren; denn durch die Zweidrittelmehrheit kann sie jede Verfassungsänderung durchsetzen, zumol, de die Mittelbewilligung für das Reichsheer ja durch den Reichotag stattfindet. Vorsitzender: Was meinen Sie, wenn Gie in der Reichswehr=Sondernummer sagten, der Soldat muß zum Träger des völkischen Gedankens erzogen werden. Haben Sie die Absicht, die Wehrmacht zu politisieren? Hitler: Rein, die Reichswehr war früher Trägerin das monarchistischen Gedankens. In der Zeit, wo die Politik an sich versagte, war sie allein die ausschließliche Trägerin dieses fundamentalen Gedankens. Heute versucht man eine neue Idee des Staates zu unterlegen: Demokratie, Pazisismus, Internationalismus. Wir sind der Meinung, daß die Armee in dem Augenblick des Zusammenbruche des alten Gedankens zum Begriff„Volk" zurückkehren muß. Wenn die Armos zum rein mechanischen Instrument der Regierung würde, so müsse sie im Kampf gegen die nationalen Volksheere des Auslandes unterliegen. Der völkische Gedanke bitter üder den Staatsbegrift Der Vorsitzende ersucht Hitler um nähere Definierung des völkischen Gedankens. Hitler: Der staatspolitische Gedanke der Gegenwart und Vergangenheit geht aus vom Begriffe„Staat": Der Staat ist Zweck an sich. Für den völkischen Gedanken aber ist der Staat nur Mittel zum Zweck. Auch eine Armee dient der Erhaltung des Volkstums. Die Staatsform kann sich ändern, das Volk aber muß im unveranderten Bestande erhalten bleiben. Nach einer Hause werden Scheringer und Ludin ihre vor dem Unteruchungsrichter zu Vrotokoll gegebenen Erklärungen über das Ziel der Münchener Reise vorgehalten. Scheringer weist erneut darcuf bin, daß er bereito mehrfach im Laufe der jetzigen Verhandlungen detont habe, daß von seiten Ludins die Begriffe verwechselt worden sein müßten. Wie N. L. De. Sack an Hand des Protokolle feststellt, hat Scheringer in der Tat von Anseng an erklärt, daß ihm die Neußerungen Ludino gänzlich unverständlic seien. Als sodann der Vorsttzende erklärt, daß Staatssekretär Zweigert vernommen werden soll, stellt N. A. Dr. Frank den Gegenantrag, die Herren Soebdel: und Goehring„alg ebense paraten Beweiomittel", als Zeugen zu vernehmen Nusissekreikr Nr. Zweiger! vom Reichskanenministerium iR von der Reichsanwaltschaft geladen worden und soll barüber aussogen, welches tatsächliche Mahaben nur ein Interesse: Die Bewegung als staatsfeindlich hinzustellen, weil sie seheu, daß sie sich auf vollständig legalem Wege don Staat erobert. Allerdings, sie haben recht, daß unser legaler Sieg eine vollständige Umwälzung bedeutet. Wir werden einen Staat von Eisenstärke wieder herstellen, das wird die Umwälzung sein. terial dem Reichsministerium des Innern für die umstürzlerischen Pläne der RSDAP. vorliege. Er erklärt: Des Reichoministerium des Innern ist im Besitz von umsangreichem Material, aus dem sich nach seiner Ansicht ergibt, daß die RSDAP. schon seit ihren Ansängen um stürzlerische Ziele verfolge. Das Reichsministerium des Innern hat schließlich noch :: Prag, 26. Sept.(Drahtbericht.) Am Mittwochabend wiederholten sich in Prag die Kundgebungen gegen die deutschen Tonfilme. Auf dem Wenzelsplatz versammelten sich etwa 200 bis 300 Per#onen. Die Menge wuchs ständig an und zog in Stärke von etwa 1000 Personen zum Kino Roion und zum Kino Passage auf dem Wenzelsplatz, wo der deutsche Tonfilm„Zwei Herzen im Dreivierteltalt“ vorgeführt wird. Hier erzwangen die Demonstranten eine Unterbrechung der Veranstaltung. Die Demonstranten zogen sodann weiter in die Altstadt vor das Kaffee Aschermann in der Langen Gasse, wo sich das Kino Noxy befindet und zertrümmerten dort die Fensterscheiben. Die Demonstranten zogen sodann u. a. vor das Kino Olympic, die Redaktion des Tagesboten, das Deutsche Theater. Das Prager Tageblatt berichtet über die Ausschreitungen u. a., daß die Demonstranten augenscheinlich nach einem bestimmten Plan vorgegangen seien. Im Kino Olympic wird gegenwärtig der deutsche Film„Delikatesse“, der ein paar deutsche Liedeinlagen enthält, gespielt. In diesem Kino hatten sich Jugendliche Plätze für die Abendvorstellung gesichert. Gleich bei Beginn der Vorstellung stießen die Demonstranten Pfuirufe aus. Sie riefen: Nieder mit den deutschen Tonfilmen! und schlugen einen solchen Lärm, daß die Vorstellung unterbrochen werden mußte. Nachdem wieder Licht gemacht worden war, begannen sie das Kino zu demolieren. Sie brachen die Sitze ab, zerschlugen die Fensterscheiben und Spiegel und rissen die Dekorationen von den Wänden. Nachdem die Ruhestörer auch im Kino Noxy, wo die Tonfilmoperette„Der Walzerkönig" gepielt wird, ähnliche Verwüstungen angerichtet hatten, versuchten sie, auch auf die Kleinseite zu ziehen, wo in der Thungasse die deutsche Gesandtschaft untergebracht ist Ein starker Polizeikordon machte jedoch das * Wie der Amtliche Preußische Presse. mitteilt, hat das Preußische Stuatsministerium dem Staatsrat den Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung der Verordnung des Reichspräsidenten zur Behedung finanzieller wirtschaftlicher und sozialer Notstände vom 25. Juli 1930 nebst Bogründung zugesandt mit der Bitte, die gutachtliche Neußerung des Staatsratz mit Rücksicht auf die Dringlichkei der Vorlage moglichst bald herbeiführen zu wollen. Bieser Gesetzentwurf zur Durchführung der Gemeindebiersteuer, Gemeindegetränkesleuer und Bürgersteuer sowie zur Adänderung des Kreis= und Provinzialabgabengesetzer umsatt drei Artikel. Durch Art. 2 wird der Paragraph 6 des Kreis= und Provinzialadgabengesetzes abgeändert. Art 3 destimmt, daß des Gesetz mit Wirkung vom 28. Juli 1930 in Kraft tritt und mit seiner Ausführung der Minister des Innern und der Finanzminister beauftragt werden. Am wichtigsten sind die Bestimmungen über die Bürgersteuer in Art. 1 der nachstehend im Wortlaut folgt: § 1. Ale Landeslatz der Bürgersteuer werden die in Parograph 5 des zweiten Abschnitts der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. Juli 9e0 bestimmten Mindest beträge festgesetzt. In selbständigen Gutsbezirken wird die Bürgersteuer nicht erhoben. 2. Die Einführung der Bürgersteuer erfolgt durch Gemeindebeschluk. Der Beschluß bedurf der Genehmigung und Zustimmung Auf die Genehmigung und Zustimmung finden die Material dafür, daß der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, vor dem jegenannten Hitler=Putsch gegenüber den zuständi. gen bayerischen Stellen Loyalitätserklsrungen in dem Ginne abgegeben hat, dag er g. B. ehrenwörtlich versptechen hat, keinen Butsch zu machen, daß er aber trotzdem am 9. Geptember 1923 den bekannten Putsch in München ins Werk gesetzt het, weswegen er vom Volksgericht München mit fünf Jahren Festungshaft bestraft worden ist. Es entspinnt sich alsdann eine längere Debatte über die Frage, ob das betreffende Material des Reichsinnenministeriums zum Gegenstand der Verhandlungen gemacht werden kann oder nicht. Staatosekretär Zweigert erklärte: Ich kann als Zeuge nicht aufgrund eigener Wissenschaft dafür eintreten, daß die amtlichen Feststellungen, die dem Ministerium zugegangen sind, auch stimmen. Die Verhandlung wird dann bis 4 Uhr nachmittags unterbrochen. In der Nachmittagssitzung wurde zunächst die Frage der Vereidigung der Zeugen von Pfeffer, Weiß, Dr. Wagner und Hitler erörtert. Nach einer länVordringen der Massen unmöglich. Vor dem Kino Passoge kam es gegen 10 Uhr zu einer neuen Demonstration. Nach den Demonstrationen gogen Mitternacht trat Ruhe ein. Bei den Demonstrationen wurden 14 Personen verhafte: Der„Poledni List“, das Organ der nationalen Liga gegen die gebundenen Wahl listen(Strybni=Partei) wurde wegen se:nes Berichtes über die gestrigen Demonstrationen beschlagnahmt. Heute vormittag fanden im Ministerium des Inneen und auf der Polizeidirektion Beratungen mit den Direktoren der Prager Lichtspieltheater statt. Die Direktoren verpflichteten sich, noch heute diejenigen Filme, die Anlaß zu Kundgebungen geben könnten, vom Programm abzusetzen. Weniger gegen Deutschland als gegen das Deutschtum :: Berlin, 26. Sept.(Eig. Draht b.) Zu den gemeldeten antideutschen Demonstrationen in Prag, die hauptsächlich von Kreisen der nationaldemokratischen Partei ausgingen, hören wir von unterrichteter Seite, daß es sich anscheinend weniger um Kundgebungen gegen Deutschland, als gegen das Deutschtum in der Tschechoslowakei handelt. Die Nationaldemokratische Partei führt mit den schärfsten Mitteln einen teilweise geradezu kindischen Kampf gegen alles Deutsche, gleichgültig, od es sich um deutsche Aufschriften an Häusern, deutsche Speisekarten oder Aehnliches handelt. In politischen Kreisen nimmt man an, daß die tschechosluwakische Regierung diese Kundgebungen gegen das Deutschtum nicht billigt; es scheint aber, daß der Bürgermeister von Prag, der Mitglied der Natinnaldemokratischen Partei ist, nicht mit der nötigen Schärfe aufgetreten ist. Man rechnet damit, daß im Laufe des heutigen Tages ein Bericht des deut schen Gesandten Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes Anwendng. § 3(1). Wenn die Gemeinde einen Beschluß über die Höhe der Realsteuern gefagt hat, der die Verpflichtung zur Einführung der Gemeindebiersteuer, der Bürgersteuer oder beider Steuern zur Folge hat, ohne gleichzeitig die Einführung zu beschließen, oder wenn die Verpflichtung mangels rechtzeitiger Beschlußfassung eintritt, so kann die Aufsichtsbehörde mit Zustimmung der Beschlußbehörde diese Steuern einführen. Alsdann gilt für die Gemeindediersteuer die von dem Minister des Innern und dem Finanzminister festgestellte Mustersteueroronung als örtliche Steuerordnung bis zum Beginn des Monato, der auf die endgültige Beschlußfassung der Gemeinde über die Realsteuerzuschläge für das nächste Rechnungsjahr oder deren Festsetzung durch die Aufsichtsdehörde folgt. (2) In entsprechender Weise kann, soweit es zum Euogleich bes Haushalte der Gemeinde erforderlich ist, die Anfsichtobe. hörde mit Zustimmung der Beschlußbenorde die Gemeindebiersteuer, die Gemeindege. tränkestener und die Bürgersteuer oder ein. zelne dieser Steuern einführen. s 4. Wird mit einem Rechtsmittel gegen die Heranziehung zur Bürgersteuer lediglich die Verletzung landesrechtlicher Vorschriften geltend gemacht, so finden die Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes über die Nochtsmittel, die Rechtsmitteldehörden und das Rechtsmittelverfahren Anwendung geren Debatte zwischen dem Reichsanwalt Dr. Nagel und der Verteidigung beschließt das Gericht, Hitler auf seine Aussagen zu vereidigen, da gesetzliche Gründe für seine Richtvereidigung nicht vorlägen. Die Vereidigung der übrigen Zeugen soll bis zum Schluß der Beweisaufnahme zurückgesetzt werden. Nachdem dann noch Oberleutnan: Staedke vom Artillerieregiment Nr. 7, Landsberg am Lech, der mit Scheringer anläßlich eines Kommandos in München in Berührung gekommen ist, vernommen worden war, schlug der Vorsitzende vor, eine große Zahl von Zeugen zu entlassen. Von seiten der Verteidigung wurde dem widersprochen. Es wurden nur die Zeugen Adolf Hitler und Oberstleutnant Rivdentrop entlassen. Dann wurde um 18.45 Uhr die Verhandlung abgebrochen, um heute, Freitag, 9 Uhr, ihren Fortgang zu nehmen. Beim Verlassen des Gerichtsgebäuder wurden Hitler von einer großen Menschenmenge, die vor dem Reichsgericht Aufstellung genommen hatte, spontane Huldigungen dergebracht. Zu Ausschreitungen irgendwelcher Art ist es nicht gekommen über die ganzen Vorgange im Auswärtigen Amt vorliegen wird, so daß dann weiter: Maßnahmen ergriffen werden können. Auch gestern abend Schwere Ausscheilungen in Brag — Praz, 26. Gept.(Gig. Drahtber.) Die deutschseindlichen Ausschreitungen wurden gestern abend in verstärktem Maße in Prag fortgesetzt. Auf dem Wenzelsplatz versammelten sich ungeheuere Menschenmassen, die durch laute Schmährufe ihrem Haß gegen die Deutschen Luft machte. Ein Teil der Demonstranten versuchte auch gestern, in das Deutsche Theater einzudeingen, konnten aber den Polizeikordon nicht durchbrechen. Ein großer Teil der Demonstranten zog daraufhin vor das Deutsche Haus, Auf dem Graben, und zertrümmerte mit Steinen 79 Feusterscheiben. Auch Schüsse wurden abgegeben. Die Wachtposten des Hauses wurden blutig geschlagen. Bei dem entstandenen Handgemenge wurden viele Personen verletzt: auch kam es zu einigen Verhaftungen. Die Polizei hat von der Gendarmerie Verstärkungen angofordert. venlscheinsliche Aussereitung gegen die Kattowitzer Zeitung — Kattowitz, 28. Sept.(Drahtd.) Vor dem Geschäftsraum der Kattowitzer Zeitung rotteten sich gestern abend gegen 11,30 Uhr Aufständische zusammen und schlugen die Fensterscheiben ein. Die Täter sind Angehörige der Sanacja=Partei, die kurz vorher eine Versammlung abgehalten hatte, an der sich 20 Personen beteiligt hatten. Sie konnten unerkannt entkommen. § 5. Soweit die Heranziehung zur Bür gersteuer, ihre Erhebung und Beitreibung und das Verwaltungsstrafverfahren den Gemeinden obliegt und reichsrechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen, finden die Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes über direkte Steuern Anwendung. Gräßlicher Tos eines Maschinisten Von einem Schwungrad erschlagen * Dortmund, 25. Sept. Auf der Zeche „Kaiser Friedrich“ in Barop, die demnächst stillgelegt wird, ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Maschinist Aldrecht aus Menglinghausen, der allein im Maschinenhaus Dienst hatte, geriet anscheinend in des Schwungrad der Maschine. Man fand in der Nacht die schrocklich verstümmelte Leiche. Dem Bedauernswerten war der Leid aufgerissen und ein Arm vollständig abgerissen worden. Spareinlagen im Regierungab:z## r. Nach der Sildienststatistik der preußischon Sparkassen für den Monai August 1930 betrugen für don Rogireungsdezirt Münster die Spareinlagen am Ende des Vormonats 3233 806 000 RM., am E.!) des Berichtsmonats 239 110 000 RM F“. hin Zuwachs im Berichtsmonat ½/8 v. H. Der Zuwachs vom 1. 1. bis 31. 8. 198. beträgt 11.7 v. H. Das„dritte Reich“ „Die Vertessung schreibt uas nur die Methoden ver, Micht das Ziel“ Wie die Reichswehr„erobert“ werden sol Deutschfeindlicher Terror in Prag Töllichhelten der Menge gegen deuische Fllmthester, Zeilungen, Kattees und das Deuische Theater Verspäletes Elngrellen der Peilzel Die Bürgersteuer in Preußen Die Durchführungsbestimmungen der breußischen Regierung für Ge Gemelndebierstener. GemeindeSe Serecurengesesummaugere Pessiouen..— nalränhasienan and Bürnareianan I Enimand ainse Anefülhrunnenbenhar peiramesteber und Burversteher 1 Ehlwart eines nastunrungsgeseges Rücktritt des Kabinetts Schober — Wien, 26. Sept.(Drahtber.) Der Ministerrat hat gestern um 5 Uhr nachmittags nach halbstündiger Beratung die Gesamtdemission des Kabinetto beschlossen. Bundeskanzler Schober begab sich sogleich zum Bundespräsidenten Miklas, um ihm das Enthebungsgesuch zu unterbreiten. Der Bundeopräsident nahm die Demission an und beauftragte den Bundeskanzler, sowie die übrigen Mitglieder der Bundesregierung mit der einstweiligen Fortführung der Geschäfte. Nurz darauf erschien aus Einladung des Bundespräsidenten der Präsident des Nationalrates, Dr. Gürtler, mit dem der Bundespräsident eine längere Zeit konserierte. Für heute früh ist eine Einladung zunächst an den Obmann des Christlich=Nationalen Klubs im Nationalrat, Abgeordneten Dr. Buresch, ergangen. Ueber die Zusammensetzung des neuen Kabinetts gehen natürlich bereits die verschiedensten Kombinationen um, doch dürfte keine von ihnen zutreffen. Es wird aber behauptet, daß der angeblich kommende Kanzler Vaugoin seine Regierung nahezu zusammen habe. Es sei eine parlamentarische Regierung mit zumeist neuen Männern. Die Wiederbetreuung Schobers mit der Bildung des neuen Kabinetts hält man in politischen Kreisen für ausgeschlossen. Um so mehr spricht man von einer Betreuung Vaugois mit der Kanzlerschaft und der Bildung der Regierung. Wie eine Regierung Vaugoin in ihren Mitgliedern aussehen wird, darüber haben bereits die Besprechungen unter den Mehrheitsparteien begonnen. Man rechnet vor allem mit der Beteiligung der Großdeutschen an der Regierung. Dagegen dürfte der Landbund eine wohlwollende Stellung beziehen, da er mit Rücksicht auf seine ländliche Wählerschaft vermeiden wird, mit der Sozialdemokratie in der Opposition zusammenzugehen. Die Linksblätter stellen fest, daß die Haltung der Sozialdemokraten der kommenden Regierung gegenüber keine wie irgendwie geartete Aenderung erfahren wird. Die Sozialdemokraten werden nach wie vor in der Opposition bleiben. Hohe Zuchthausstrafen Strasankräge im Bessel-Brozetz :: Berlin, 26. Sept.(Eig. Draht.) Im Mordprozeß Wessel stellte Staatsanwaltschaftsrat Fischer gestern folgende Strafanträge: gegen Höhler wegen gemeinschaftlichen Totschlags 19 Jahre Zuchthaus, wegen Nötigung 3 Monate Gefängnis, wegen verbotenen Waffenbesitzen 3 Monate Gesängnis, zusammenzuziehen in 19 Jahre 3 Monate Juchthaus sowie 5 Jahre Eheverlust; gegen Rückert wegen gemeinschaftlichen Totschlages 8 Jahre Zuchthaus, wegen verbotenen Waffenbesitzen 3 Monate Gesängnis, zusammenzuziehen in 8 Jahre 1 Monat Zuchthaus sowie 5 Jahre Eheverlust, gegen Kandulski wegen gemein. schaftlichen Totschlago 7 Jahre Zuchthaus, wegen Diebstahlo der Wasse Wesselo 3 Monate Gefängnis, zusammenzuziehen in 7 Jahre, 1 Monat Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust; gegen Jambrowski wegen Mittäterschaft am Totschlag 5 Jahre Zuchthauo, 5 Jahre Ehrverlust; gegen Frau Gelm wegen Beihilfe zum Totschlag 2 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlukt. Gegen die übrigen Angeklagten wurden Gefänguto. strafen von 1½ bis 3 Jahren beantragt. Im kansch zu Tode gekommen Vom Zuge zermalmt * Herne, 25. Sept. Am Mittwoch, gegen 2,50 Uhr, wurde ein 29 Jahre alter Bergmann in schwer verletztem Zustande zwie schen den Eisenbahnschienen am Bahnübergang der Cranger Straße in Herne aufgefunden. Der Verletzte wurde sofort dem St. Anna=Hospital zugeführt, in jedoch vor seiner Einlieferung auf dem Wege dorthin an den Folgen der Verletzungen verstorben. Die rechte Schulter und der rechte Oberarm des Mannes waren vollständig zermalmt; außerdem wurden erhebliche Kopfverletzungen festgestellt. Wie die Ermittelungen ergeben haben, war der Verstorbene mit einigen ihm bekannten Personen bis gegen 2 Uhr in einer Wirtschaft in Wanne=Eickel. Er gatte sich nach Verlassen des Lokals von seinen Freunden getrennt. Es ist anzunehmen, daß er auf dem Bahnkörper zu Fall gekommen und vom Zuge überfahren worden ist. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Geschäftliches Fälle von spinaler Kinderlähmung erregen in einigen Landesteilen große Beunruhigung. Es ist mit ziemlicher Sicherheit festgestellt worden, daß die Erreger dieser unheimlichen Krankheit im Rasenund Nachenschleim enthalten sind, ud zwar nicht nur bei kranken, sondern oft uch bei gesunden Personen. Deshalb sollte jeder, auch wenn er nicht krank ist, die Mundböhle mit einem wirksamen antiseptischen Mundwasser desinfizieren, um sich so gegen eine Erkrankung zu sichern. Ein für dieen Zweck geeignetes wirklich antiseptischen Mundwasser ist das bekannte Odal. Rummer Freitag, den 26. September Jahrgang 1330 Die Buersche Sparkasse im neuen Gewand Elwas aus ihrer Geschichte (*) Als vor einigen Wochen plötzlich das Gebäude der Buerschen Sparkasse am Neumarkt von Gerüsten umgeben war und Arbeiter mit Hammer und Meißel an dem steinernen Kleid der Sparkasse hämmerten, da hub zunächst großes Rätselraten an Sollte das Gebäude um ein Stockwerk erhöht oder was war sonst beabsichtigt? Es stellte sich dann heraus, daß der alte Verputz des Hauses beseitigt wurde und auch sonst am Hause und am Dache allerlet kleine Veränderungen vorgenommen wurden. Jetzt ist das Werk vollendet, die Buersche Sparkasse hat ein neues Gewand erhalten. In seinem neuen Verputz präsentiert sich nun das öffentliche Gebäude am Neumarkt sauber und„wie neu“ der Buerschen Bevölkerung. Manches Scherzwort ist in den letzten Tagen über die wieder hergestellte„Stabilität“ der Buerschen Sparkasse gefallen. Möge sich also die Buersche Sparkasse diese Stabilität auf lange Jahre bewahren, zum Nutz und Frommen der Allgemeinheit, der ganzen Buerschen Bevölkerung. Die Buersche Sparkasse, die im Jahre 1926 in ihr jetziges Heim übersiedelte, befindet sich eigentlich in zwei verschiedenen Gebäuden, die zwar im Innern zu einem einheitlichen Raum verschmolzen sind. Aeußerlich aber waren diese beiden Gebäude noch als zwei verschiedene Bauten zu erkennen. Durch die jetzt vorgenommenen baulichen Veränderun. gen und den neuen Verputz hat man jetzt auch äußerlich die beiden Häuser zu einem einzigen Gebäude gestaltet. Die Buersche Sparkasse hat seit ihrem Bestehen— sie wurde im Jahre 1874 ins Leben gerufen und besteht nun 56 Jahre— zweimal ihr Heim gewechselt. Von 1874 dis zum Jahre 1905 befand sich das Geschäftslokal im Hause des ersten Rendanten, des Kaufmanns Heinrich Pöppinghaus, das an der Blinde straße 7 gelegen ist. Vor 25 Jahren wurde die Sparkasse dann in das frühere Amtsgerichtsgebäude, Hochstraße 68, verlegt, wo sie sich bis vor 4 Jahren befunden hat. Im Jahre 1926 erwarb dann die Sparkasse das Grundstück am Neumarkt von den Erben Hölling. Das alte Kassengebäude Hochstraße 68, das Eigentum der Stadt war fiel wieder an die Stadt zurück. Heute befindet sich dort das Preußische Standesamt Der Erwerb des Geschäftsgrundstücks am Neumarkt bildete also einen Markstein in der Geschichte der Buerschen Sparkasse, gelangte sie doch erstmalig in den Besitz eines eigenen Heimes. Die Umgestaltungsarbeiten des neuen Heims sind ausschließ lich von Buerschen Handwerkern ausgeführt worden, die hiermit wiederum bewiesen daß sie jedem Wettbewerber erfolgreich entgegentretn können. Ulleingesessener Buerauer seiert seine Silberhochzeit (*) Am heutigen Tage feiern die Eheleute Obergärtner Hermann Kesselschläger, Buer, Niefeldstraße 55, das Fest der silbernen Hochzeit. Schon im dritten Jahrzehnt ist Obergärtner Kesselschläger in Buer ansässig und fast 23 Jahre war ihm die fachmännische Leitung des Gärtnereibetrieber des Steinkohlenbergwerks Buer(der Berginspektion 3) unterstellt. Obergärtner Kesselschläger, der seit einem Jahre in den Ruhestand getreten ist, hatte stets auch über den Rahmen seiner eigenen Berufstätigkeit hinaus, reges Interesse für die Gründung und Entwicklung des Gartenbauvereins Buer=Hassel gezeigt, wo er 6 Jahre lang Vorsitzender des Vereins und heute noch als Ehrenvorsitzender den Gartenbauvereinsmitgliedern in fachmännischer Weise mit Rat und Tat zur Seite steht. (*) Bestische Musikschule Buer. Am 1. Oktober beginnen in der Vestischen Musikschule, Brinkgartenstraße 11, neue Lautenund Guitarrenkurse. Diese Kurse dauern 3 Monate, also bis Weihnachten. Es empfiehlt sich, die Anmeldungen rechtzeitig zu bewerkstelligen, da nach dem 1. Oktober bei begonnenem Unterricht Neuaufnahmen in diese Kurse nicht mehr erfolgen können. (*) Heute: Rheinischer Stimmungsabend im Palast=Kaffee Buer. Wenn die Rheinländer sich freuen, dann lachen die Westfalen und wenn im Palast=Kaffee Buer ein Rheinischer Stimmungsabend ist, dann wird es huckeckackenvoll. Also, daß jeder es weiß: Heute wird der Rheinische Stimmungsabend im Palastkaffee wiederholt. und zwar in vermehrter und verbesserter Auflage. Vier Worte, die man singen kann, regieren den Abend: Kunst, Gesang, Stimmung. Humor. Fest im Freien Schullest der euangelischen Schule II. Buer-Mitle Eine vorblldlich aulbezogene Veranstallung (*) Wer am Mittwochabend, durch die slotten Weisen der Hahnschen Kapelle ongelockt, den imposanten Fackelzug und das fröhliche Treiben der Kinder und Großen in den Hauptstraßen Buers sah. konnte sich dieser unmittelbaren, spruoelnden Freude kaum verschließen. Es wir der Abschluß des Kinderfestes der evgl. Schule 2 bei Möllersbauer. Achthundert Kinder sogen erwartungsvoll aus, das Her; so leicht und die Körbe von Geschenken schwer, um im Grünen mit Eltern und Lehrern bei Spiel und Sport frohe Stunden zu verbringen. Bald war der Westerholter Wald erreicht, der schon die ersten bunten Farben des Herbstes zeigte. Herbst hin, Herbst her: Die Stimmung war durchzlüht von Hochsommersonne, zumal Jupiter Pluvius aus eitel Sympathie sein Benefiz abgeblasen hatte. Frohe Wanderlieder flatterten durch die Mittagsstille des Waldes, und die Mündchen der Kleinen formten „Tausend Worte Freude". Da wurde praktischer heimatkundlicher Unterricht getrieben, der Liebe und Interesse am Großen und Kleinen in der Natur wecken will Dann folgte der„Sturm auf die Bastille", als Möllersbauer— im idyllischen Winkel des Waldes gelegen— mit seinen Tischen und Stühlen sichtbar wurde. Nicht ein Platz blieb leer, und Tassen und Hände füllten sich. Des Kindes Hand ist leicht gefüllt, besonders wenn Liebe und Mitgefühl die Spenderinnen sind. Und so wurde das Auto von Alsberg mit Jubel begrüßt, das den duftenden Kuchen gratis herausgab. Ja, es war wie im Märchen, etwas modern allerdings mit Benzin und Pneumatik. Aber ein Kind fühlt sich rasch in jede Situation hinein, fragt nicht, woher und wohin; und so waren Kaffee und Kuchen gar bald verschwunden. Schon lockten Schaukel und Wippe und Karussel und vor allem die prächtige Spielwiese. Ein Chorgesang leitete den Spielbetrieb ein; und dann... dann hatten die Beine das Wort. Kinder legen ihr Herz, ihr ganzes Gefühl in diese Beine hinein, besonders wenn es gilt, solche verlockenden Preise zu erobern. Und so wurde gesprungen, gelaufen, daß selbst„Nurmi“ seine helle Freude daran gehabt hätte Aber auch erakte turnerische Vorführungen durften nicht sehlen. Ein Pfiff!... Und Hunderte von Beinen machten dieselgen Bewegungen; und wieder ein Pfiff, und unzählige Hände steilten ihr Lichtgebet. Darauf ergriff— mitten im Kreis der Jugend und Eltern— der stellvertretende Schulleiter, Konrektor Berg, das Wort Er führte aus, daß die grauen Wände der Schulstube hin und wieder mit diesen grünenden Kulissen ausgewechselt werden müßten. Schule und Elternhaus sollten immer zusammenarbeiten in dem schwierigen u. edlen Werk der Jugenderziehung. Besonders gerade in dieser Zeit habe unser Vaterland einen gesunden, wohlgebildeten Nachwuchs nötig. Ein Hoch auf die deutsche Republik und das Singen des Deutschlandliedes beschlossen die Ansprache. Darauf sprach Schulrat Dr. Appens zu den lauschenden Eltern und Kindern. Er gab seiner Freude Ausdruck über den schönen Verlauf dieses Kinderfestes und hob das harmonische hältnis zwischen Eltern und Lehrerschaft hervor. Nur unter dieser Voraussetzung sei ein erfolgreiches Arbeiten möglich im Interesse unserer Kinder, zum Wahle Deutschlands. Stadtinspektor Littek der Vorsitzende des Elternbeirats, dankte allen Damen und Herren, die in mühevoller Kleinarbeit alle Vorarbeiten geleistet hatten, ohne die ein solch glänzender Verlauf des Festes nicht möglich gewesen ware. Er schloß mit einem dringlichen Appell an die Eltern, eine solche Anteilnahme immer zu zeigen. Was wäre eine waldumwobene Wiese, wenn nicht die Mädel gleich Eljen ihre lockenden Reigen darauf ausführten! So folgten Volkstänze und Reigen; und das rhythmische Spiel der Glieder paßte sich vortrefflich dem landschaftlichen Ausdruck an. Auch das„spekulative Interesse“ wurde voll und ganz befriedigt. Dafür sorgte die Lotterie, die große und kleine Preise unter die Menge brachte. Wie immer war auch hier Fortuna launisch: Wer nur ein Los nahm, hatte einen Treffer. Und wer das Glück zwingen wollte, bekam mit zehn Röllchen— zehn Nieten. Der Weise ließ sich trösten mit Shakespeares Wort:„Hoffnung auf Gewinn ist fast so viel als schon genossener Gewinn".— Viele Geschäftsleute Eltern und Freunde hatten Geld und Geschenke gestiftet, um die Freude der Kinder zu erhöhen. Leise und unbeachtet ließ die Dämmerung ihre ersten Schleier gleiten... Da war auch bald zur Stelle— vom Städtchea die Kapelle. Es fehlte sogar die Pauke nicht. Ein Tusch!! Und die Lichter klummten in unzähligen Fackeln auf.„Sonne, Mond und Sterne: Laterne! Luterne!" Rasch war die Aufstellung beendet Dann ging der bunte Lichterzug durch den abenddunklen, schweigenden Wald, als wenn tausend Kobolde und Irrlichter tanzten und glühten..“.“ Und die alten Häuser rückten zusammen, nahmen verwundert den Glanz und den Klang in sich auf und ein sorgenfreies, frohes Kinderlachen... Als auf dem Schulplatz der Zug sich auflöste, sah ich in zwei leuchtenden Kinderaugen einen Glanz, der nicht vom Fackelschein herrührte. Eine kleine Hand lag warm und bebend in der meinen wie ein gefangen Vögelchen... Dann ging auch ich nach Hause. Drel Jahre Lehrerfortbildung Die Arbelt der Akademischen Kurse für Lehrerfortbildung in Gelsenkirchen-Buer 1 Großer Erlolg der Sonderveranstaltungen Das neue Semester (*) Es sind nun schon drei Jahre her. seit die Akademischen Kurse für Lehrerfortbildung in Buer ins Leben gerufen wurden. Sie sind in diesen drei Jahren zu einer Bildungsorganisation gewachsen, die sich auf die Stadtteile Gelsenkirchen und Buer erstreckt und rund 20 Prozent der Gelsenkirchener Gesamtlehrerschaft unserer Stadt zu ihren Hörern zählt. Die Lehrerschaft leistet hier an sich eine Fortbildungsarbeit, deren sie sich freiwillig, aus einem lebendigen Verantwortungsbewußtsein gegenüber ihren Berufsaufgaben unterzieht. Die Nachkriegsjahre rückten reformpädagogische Bestrebungen in den Vordergrund eines Interesses, das nicht von Seiten der Lehrerschaft, sondern auch von einen großen Teil der Allgemeinheit bekundet wurde. Die Einrichtung der Pädagogischen Akademie als die neuen Ausbildungsstätten des Lehrernachwuchses bedeutete gegenüber dem alten Seminar einen wesentlichen Forlschritt, dessen wichtigstes Merkmal die Betonung der Zusammenhänge im gesamten Bildungsgeschehen darstellt. Beide Tatsachen— keineswegs die einzig ausschlaggebenden— weckten in der deutschen Lenrerschaft den Drang und den Willen nach einer vertieften philosophischen, pychologischen und pädagogischen Aus und Weiterbildung. Auch in Buer erwachte schnell eine lebendige Initiative. Rektor Schumacher erlangte nicht nur die Zustimmung des Deutschen Lehrervereins, Buer für seinen Plan zur Einrichtung von Akademischen Kursen für Lehrerfortbildung in Buer, sondern fand auch alle übrigen Lehrerorg.. nisationen bereit, seine Vorschläge zu verwirklichen. Als die Stadtverwaltung Buer einen jährlichen Zuschuß von 3000 Mark für diesen Zweck bewilligte, war der Vorstand der Kurse aus je zwei Vertretern der beteiligten vier Lehrerorganisationen. den Schulräten und dem Vertreter der Im Sturm gestrandet Ein Opfer des schweren Sturmes im Kanal, der nor wenigen Tagen zahlreiche Dampfer, große Segelschiffe und Fischerboote an den Kusten Süd=Englands, der Bretagne und der Normandie stranden ließ, wurde auch der französische Schoner „Madeleine Tristan“. Stadtverwaltung gebildet. Oberbürgermeister Zimmermann übernahm das Protektorat der Kurse. Die Akademischen Kurse begannen mit dem Sommersemester 1927. Mit 176 Hörern, die rund 33 Prozent der Gesamtlehrerschaft von Buer repräsentierten, wurde an einem Mittwochnachmittag das 1. Semester eröffnet. Professor Dr. Kutzner=Bonn las als erster Dozent der Kurse über„Einführung in die Philosophie". In zweiten Semester kam Professor Behn hinzu, der über„Logik" und Ethik“ sprach. Beide Dozenten bestritten mit 2#r. trägen über„Geschichte der Pädagogi!“ (Behn) und„Pädagogische Psychologic“ (Kutzner) auch das 3. Semester. In den folgenden Semestern rückte die Behandlung von schulpraktischen Fragen immer stärker und bedeutungsvoller neben die rein theoretischen Darlegungen. Damit wurde eine Entwicklung der Kurse angebahnt, die sich als äußerst glücklich und segensreich erwies. Der Vorlesungsplan des 6. Semesters zeigte als deutlichsten Riederschlag dieser Entwicklung eine Aufteilung der Vorlesungen in eine wissenschaftliche und eine schulpraktische Reihe. Von den mehr wissenschaftlichen Keihen in den letzten drei Semestern seien angeführt: Prof. Dr. Behn:„Theorie der Bildung". Prof. Dr. Kutzner:„Milien und Kind“, Privatdozent Dr. Clostermann„Willenspsychologie“, Professor Dr Janssen„Einführung in die Ethik“ und Dr. Clostermann„Ethische Uebungen“ Schulpraktische Fragen erörterten und demonstrierten Dr. Martha Muchow„Schulerbeobachtung und Schülerauslese“. Rektor Aßhauer„Psychologie des Grundschulkindes" und„Die Idee der Arbeitsschule und ihre Verwirklichung". Dr. Clostermann„Experimentalpsychologisches Praitikum", Pros. Dr. Backer„Der gegenwärtige Stand der staatsbürgerlichen Bildung“ Im 6. Semester hielten auch swei Dozenten aus Buer Vorlejungen im Rahmen der Kurse. Rektor Schumacher hielt sechs Vorträge über„Grundfragen der Wahrnehmungs. psychologie“, wahrend Rektor Busse Fragen des staatsbürgerlichen Unterrichte in Theorie und Praxis behandelte. Als am 1. April die Stadte Gessenkirchen und Buer zu einer Gesamtstadt vereinigt wurden, vollzog sich die Einrichtung der Akademischen Kurse im Stadtteil Gelsenkirchen ohne besondere Schwierigkeiten. Man begann hier im Winter 1928•29 das erste Semester mit Vorlesungen von Dr Brunnenaräber über„Philosophiesche Pädagogik“. Ferner lasen Dr. Clestermann(„Willenspsychologie“) und Rektor Aßhauer(„Psychologie Grundschulkindes"). Das 2. und 3. Semester brachte in Gelsenkirchen mit zwei Ausnahmen die gleichen Vorträge wie in Buer. Von besonderer Bedeutung für die Schulpraxis war ein sich auf drei Semester erstreckender musikpädagogischer Lehrganz von Prof. Fritz Jöde, der sich die Wiedererweckung des Volksliedes zum Ziel gesetzt hatte. Der Lehrgang sand in Gelsenkirchen statt. Im Rahmen ihrer Fortbildungsarbeit kamen die Akademischen Kurse mit einer stattlichen Zahl von Sonderveranstaltungen heraus, zu denen die großen Forscher der verschiedenen Gebiete selbst als Redner verpflichtet wurden. Diese Veranstaltungen hatten einen außerordentlich starken Erfolg. der weit über das Stadtgebiet hinausreichte. Für die erste Sonderveranstaltung, die im Wintersemester 1927=28 stattfand, war der Begründer der Inoividualpsychologie Dr. Alfred Adler=Wien verpflichtet, der in Buer vor 350 Hörern über„Individual= psychologie und Erziehung“ sprach. Im gleichen Winter führte Pfarrer Dr. Oskar Pfister(Jürich) 750 Hörer an drei aufeinanderfolgenden Abenden in die Gedankengänge der Psychoanalyse und ihrer Erziehungsgrundsätze ein. Ein Vortrag des Jesuitenpaters Professor Dr. Lindworsky nahm im folgenden Semester kritisch zu den Anschauungen der Individualpsychologie und der Psychoanal##### Stellung. Eine Veranstaltung von ganz besonderer Bedeutung waren die Vorträge von Prosessor Dr. Spranger über„Psychologie des Jugendalters". Se waren jedesmal 1300 Hörer— eine für Buer noch nie dagewesene Hörerschaft— bei einem wissenschaftlichen Vortrag— in der Schauburg versammelt. Im letzten Winter endlich sprachen Dr. Alfred##dler an drei Abenden über schwer erziehbare Kinder und Professor Dr. William Stern an weiteren Abenden über das für alle Erzieher hochbedeutsame Them„Jugendliche Zeugen". Die Gesamtzahl der Hörer betrug bei den Sonderveranstaltungen 4950. Ein weiteres Ziel der Akademischen Kurse für Lehrerfortbildung ist die„Padagogisierung der Elternschaft". Der erste und bisher einzige Versuch nach dieser Richtung war ein Vortrag von Rektor Ebel=Dortmund üder die neue Schule im Winter 1928=29, der aber trotz einer starken Propagande bei der Elternschaft nur wenig Interesse fand. Die Kurse werden in Zukunft noch weitere Versuche nach dieser Richtung machen. Als Redner ist Dr. Alfred Adler in Aussicht genommen. So haben die Akademischen Kurse für Lehrerfortbildung in Gelsenkirchen und Buer eine in solchem Ausmaß kaum vorausgeahnte Bildungsarbeit geleistet, die sich nicht allein auf Lehrerschaft, sondern auch auf andere Kreise erstreckt hat. Sie sind mittlerweile ir das 7. Semester eingetreten, das der Erörterung des Themas „Die Arbeitsschule in Idee und Gestaltung" in zwei Parallelkursen in Gelsenkirchen und Buer dienen wird. Ein nicht Rotlandung eines Sportflugzenges in Buer=Erle (*) Gestern nachmittag gegen 15.50 Uhr m ßte das Sportflugzeug D 1913 aus Verlin in Buer=Erle, auf dem freien Celande westlich der Bismarckstraße wegen Benzinmangels eine Notlandung vornehmen. Das Flugzeug ist Eigentum des Reichsverkehrsministeriums in Berlin und wurde vom Oberregierungsrat Dr. Geyer geführt Das Schauspiel hatte ca. 4000 Personen angelockt. Die Polizei mußte die Ordnung aufrecht erhalten und das Flugzeug vor Beschädigungen schützen. Gegen 17 Uhr konnte es seinen Flug nach Berlin fortsetzen. ( D r e i F a h r r ä d e r, e i n D i e d. I n W e sterholt wurden am 22. September, gegen 12 Uhr zwei Damenfahrräder an der Steinstraße und an der Bahnhofstraße am Konsum gestohlen. Gleichzeitig hat der Dies ein altes Fahrrad an der Stelle hingesteilt, wo er das erstere, nämlich an der Bahnhofstraße, gestohlen hatte. An der zweiten Stelle, nämlich an der Steinstraße, ließ der Dieb das Damenfahrrad stehen, welches er am Konsum Eintracht gestohlen hatte. De aber auch das erste alte Fahrrad aus einem Diebstahl in Resse stammt, kommt für alle drei Diebstähle derselde Täter in Frage. Es fehlt nun noch die Feststellung des Verbleides des Damenfahrrades, Marke Mifa, Nr. 341 496 Saure Wieren mit Kart.- Mus 70 EFIHAIRLK ILELETL VIII XXI Krattbrühe Vermicellen Gek. Rinderbrust m. Tunke Wireing u. Soullionkarton. Vanilie-Creme oder Alse Nummer 263 Freitog, den 26. September Jahrgang 1330 Zwangsweise Vorführung des Reichstagsabg. Florian? Er erschien nicht zum Terwin (*) Am gestrigen Morgen stand vor dem Amtsgericht Buer ein Prozeß an, der da# Interesse weiter Kreise erregte. Das bewies schon der überfüllte Zuhörerraum der Sitzungssaales. Es handelte sich um eine Beleidigungsklage, die der Hauptschriftleiter Diebold, Buer, gegen den jüngst zum Reichstagsabgeordneten gewählten nationalsozialistischen Gauleiter Florian Düsseldorf, früher in Buer wohnhaft, angestrengt hatte. Die Zuhörer kamen jedoch um ihre Sensationen, die sie vielleicht erhofft hatten, denn die Angelegenheit konnte nicht ausgetragen werden, weil der Beklagte nicht erschienen war. Der Vertreter des Klägers, Rechtsanwalt Schauenberg, beantragte darauf, unter Hinweis auf die demnächst eintretende Immunität des Beklagten, baldige Anberaumung eines neuen Termines, und zwangsweise Vorführung Florians. Das Ge richt gab diesem Antrage statt. * Nachträglich geht uns von der Nationalsozialistischen Partei Gelsenkirchen=Buer folgende Mitteilung zu: Wir haben unwegen des Richterscheinens des Herrn Florian zu dem heutigen Termin mit dem Parteibüro in Düsseldorf in Verbindung gesetzt. Dieses teilte uns mit, daß Herr Florien sofort nach den Reichstagswahlen eine Werbereise durch Ostpreußen angetreten habe. Eine feste Adresse habe er nicht hinterlassen und es sei ganz unmöglich, ihn täglich, schriftlich oder sonstwie zu erreichen. Weiter müsse darauf hingewiesen werden, daß die Vorladung zu diesem Termine den Beklagten überhaupt nicht erreicht habe. Sie sei am 30. August einer Hausangestellten in der früheren Florianschen Wohnung in Buer zugestellt worden nachdem der Beklagte schon seit mehreren Wochen selbst in Düsseldors Wohnung ge nommen habe. Umstände mannigfacher Art, die absolut nicht dem Verschulden Herrn Florians zuzuschreiben seien, hätten dann dazu geführt, daß die Vorladung nicht in seinen Besitz genkommen sei. * Wir können natürlich nicht feststellen, wie weit diese Benachrichtigung de: Tatsachen entspricht, sind aber der Ansicht, daß es nicht im Interesse irgend einer Partei ganz gleich welcher, liegen kann, wenn ihre Vertreter bzw. Führer in Händel solcher Art verwickelt werden und dann nachher den Klarstellungen aus dem Wege gehen Damit soll nicht gesagt werden, daß Herr Florion diesem Rezept nachgekommen ist, ein Wohnungswechsel, die Wahlkampagne die seine fost ständige Adwesenheit auch von seinem heutigen Wohnsitz bedingte, sowie mancherlei andere Umstände, sprechen in der Tat dafür, daß sein Richterscheinen zu diesem Termin ohne Absicht geschehen ist. Noch einmal„Schloß Lichterglanz“? Renovierung des Hauses ohne Wissen der städtischen Körperschallen?# Ein alles Buersches Lelden Tauclt wieder aul7 (“) Wem gehört die Wiederholt ist darauf hingewiesen worden, daß hier ein Betrüger, der sich Alex Werner nennt, umhertreibt, der as verstehr, Schreiner zu einer leihweisen Ueberlassung einer Karre zu überreden, die er dann billig an den Mann zu bringen sucht. So hat er auch bei einem Buerschen Schreinermeister eine Karre zum Preise von 25 Mk. verkauft. Erst nach dem Kauf kam dieser auf den Gedanken, zumal vor dem Betruger gewarnt war, daß die Karre aus einer strafdaren Handlung herrühre und erstattete daraushin Anzeige. Es handelt sich um folgende Karre: Schreinerkarre mit gefedertem Eisengestell, Patentachsen, vorne Stützen, Unstrich rotdraun. An den eisernen Bäumen, die mit Holzgriffen versehen sind, defindet sich ein Schild mit der Aufschrift: Westsälische Handfuhrgeräte=Fabrik, Inh. Karl Ley, Siegen. Eigentümer können sich im Polizeiamt Buer, Zimmer Nr. 119, melden. (*) Allen Buerschen Bürgern ist Schloß Lichterglanz wohlbekannt, obwohl die Zahl der Burgen und Schlosser in Buer nicht gerade klein ist. Aber Schloß Lichterglanz ist trotz seiner Jugend berühmt geworden. Knüpft sich doch daran eine Geschichte, die eins der unklarsten Kapitel der Buerschen Kommunalgeschichte ist. Vor einigen Jahren, als Buer noch selbständig eine Geschichte lenkte, tauchte plötzlich in den Stadtverordnetenversammlungen eine Angelegenheit auf, die trotz des größten Bemühens vieler Stellen nicht tot zu kriegen war. Es wurde nämlich bekannt, daß für den Direktor des städtischen Lichtwertes an der Essener Straße in Buer still und heimlich ein Haus gebaut worden war, das in seiner Ausstattung und Aufmachung weit über den Nahmen dessen hinausging, was die Stadtverordneten einen Beamten vom Range eines Lichtwerksdirektors zugestehen wollten. Außerdem wurde bekannt, daß beim Bau dieses Haues mit Lichtkörpern eine geradezu horrende Verschwendung getrieben worden war. Nähere Angaben über das Innere des Hauses erregten nicht nur in der Burgerschaft, sondern auch in der Stadtverordnetenversammlung ungeheures Aufsehen und große Empörung, zumal der Kostenvoranschlag beim Bau dieses Hauses weit überschritten worden war. Es ist dann über dieses Haus, das wegen seines struhlenden Innern und Aeußern von uns den Namen„Schloß Lichterglanz“ erhielt, ein Spitzname, der sich sehr schnell einbürgerte, viel geredet und geschrieden worden. Die Stadtverwaltung sagte dumals restlose Aufklärung der Angelegenheit zu. Oberbürgermeister Zimmermann stellte sich schützend vor seinen Lichtwerkodirektor, indem er erklärte, das Haus entspräche im großen und ganzen den Anforderungen, die ein Lichtwerksdirektor an ein Wohnhaus zu stellen berechtigt sei. Ader auch er konnte damit den schlechten Eindruck den diese eigenmächtige Handlung von untergeordneten Stellen, die übrigens in der neueren Zeit nicht ohne Nachfolge geblieben zu sein scheinen, nicht in dem Maße abschwöchen, daß der Name Schloß Lichterglanz von seinem üblen Beigeschmack befreit worden wäre. Eine restlose Klarstellung der ganzen Sachlage ist damals nicht erfolgt, obwohl noch Jahre nachher die Frage wiederholt in der Stadtverordnetensitzung behandelt worden ist. Und nun pukt dieses Schloß Lichterglanz wieder einmal in den Köpfen Buerscher Bürger. Eheißt, daß dieses sogenannte Schloß Lichterglanz in der letzten Zeit gründlich renoviert worden ist, aber so, daß niemand von den Bürgerschaftsvertretern etwas davon gemerkt hat. Für die Renovierungsarden ten sollen etwa 8000 Mart ausgegeben worden sein, eine Summe, die von keiner städtischen Körperschaft für diese Arbeit bewilligt worden ist. Man frägt deshald in der Bürgerschaft mit Recht, ob denn dieses Alpgespenst der Buerschen Kommunalpolt= tik wieder einmal sein Unwesen treiben oll? Ob hier wiederum Eigenmächtigkeiten von Stellen vorliegen, die sonst im Geldausgeben eine weniger offene Hand haben, sondern das Geld der Bevölkerung in seinem Werte wohl zu schätzen wissen? Angesichts der Preispolitik der städtischen Lichtwerke würde man es— na sagen wir einmal— merkwürdig finden, wenn man für die Renovierung eines verhältnismäßig neuen und schon während seines Baues mit aller Sorgfalt ausgeführten Hauses die Summe von mehr als 8000 Mk ausgegeben hätte. Jedenfalls sind 8000 Mt kein Pappenstiel, zumal in einer Zeit, wo Wohnhäuser, die mit mehreren Familien besetzt und dem Einsturz nahe sind, nicht renoviert werden können, weil kein Geld da ist. Es ist unbedingt erforderlich, daß die Stadtverwaltung über diesen neuen Schatten, der das Schloß Lichterglanz umschwebt, Auskunft gibt, damit endlich einmal Ruhe wird um dieses Haus. Handwerker in Not Ohne Geld. ehne Arbell. ehne Brei Fleishspelsen werden unbehannte Beprilte Das Wohlfahrts(“) Aus Handwerkerkreisen wird uns geschrieben: Auf dem Neumarkt in Buer eine Erwerbslosenversammlung, einberufen von der kommunistischen Partei. Der Redner verkündet seinen Zuhörern die bekannten kommunistischen Heilslehren, die ihren höchsten Trumpf in dem Glaubenssatz ausspielen: Nur in der Sowjel=Union liegt Heil und Segen! Der nichtkommunistische Zuhörer und Beobachter wundert sich nicht darüber, ihn setzt es auch keineswegs in Erstaunen, daß mancher der Lauchenden dem Redner begeistert zust mmt. Weiß doch jeder denkende Mensch, daß heute der Kommunismus ein verhältnismäßig leichtes Spiel hat bei den Millionen die in bitterer Enttäuschung vielsach schon seit Jahr und Tog der Stunde harten. mo ihnen die Möglichkeit wieder gegeben wird, durch ehrliche Arbeit das Notwendigste zum Leben zu erwerden, wo sie nicht mehr stempeln gehen müssen. Weiß doch jeder, wie die Verzweiflung, die in den Herzen dieser Enttäuschten wohnt, mit der Zeit wohnen muß, dem Haß die Rabrung gibt, der stärker und stärker in diesen Herzen Wurzel saßt gegen alle, die den Hunger noch nicht kennen gelernt haben. Also mon wundert sich nicht über das Bild im aUgemeinen, man wundert sich vielleicht nur über etwas im Nahmen dieses Bildes Das ist der Umstand, daß man bei dieen Veranstaltungen nach und nach immer mehr Leute findet aus Kreisen, die dem kommnnistischen Gedanken innerlich vollständig fernstehen. Handwerker sind er, bescheidene kleine, solide Handwerker, die noch vor wenigen Monaten jedweder Politik fost vollständig fernstanden und zufrieden waren, in fleißiger Arbeit für sich und ihre Familie das tägliche Brot verdienen zu können und denen vor allem der Sowjetgedanke sern lag wie die Sonne der Erde. Nun stehen sie dier und glauben, die Sonne der Zukunft zu finden, und mancher, der vorüber geht und den einen oder anderen kennt, fragt sich, wie ist es möglich, daß der Mann dort zu sehen ist? Es ist dieselbe Frage, die schon vor den Wahlversammlungen gestellt wurde angesichts der Tatsache, daß die Versammlungen der extremen Parteien, vor allem aber der Nationalsozialistischen Partei, einen besonders starken Zulauf aus Handwerker= und sonstigen Mittelstandskreisen sonden. Es eu dieselde Frage, die man sich dann stellte als das Wahlergebnis bekannt wurde und man fassungslos vor dem unverhofften Sieg des Nationalsozialismus stand. Ein Sieg, wie er in den Parlamentswahlen aller Zeiten und Völker kaum seinesgleichen hat: herdeigeführt zum nicht geringen Leil durch deutsche Handwerker oder Mittelständler. Daran ist nicht mehr zu zweiseln. Doch damit ist die Frage nich der Ursache des wachsenden Radikalismu im bisher friedlichsten Stande des deutschen Volkstums noch nicht beantwortet. Indessen liegt die Antwort sehr nahe: Abgesehen von der jahrelangen Enttäuschung, hervorgerufen durch immer neue, nicht erfüllte Versprechungen der Regierung. ist es die bitterste Not, die heute in Handwerkerkreisen herrscht, ist es das bis zur hemmmegslosen Verzweiflung treidende Gefühl, keine Möglichkeit zu sehen, em nächsten Tage noch Brot für die Kinder kaufen zu konnen, die ven Handwerker zu solchen Schritten ver mlosten. Man muß wissen, daß viele kleine, selhständige Handwerksmeister heute schlimme: daran sind als Erwerbslose, die doch immerhin noch eine gesetzlich festgelegte Unterstützung bekommen. Anders steht es mit dem selbständigen Handwerker. Er kann als Arbeitgeber nur das Wohlfihrtsamt in Anspruch nehmen, und wenn schon vielen Arbeitnehmern der Weg zum Arbeitsamt schwer fällt, wenn ihnen das„Stempeln“ im wahren Sinne des Wortes seelische Qualen bereitet, in es da erstannlich, daß dem Handwerkomeister der Garg zum Wohlfahrtsamt fast unmöglich ist. Man kann es in der Lat begreisen, ohne Isychologe zu sein, daß viele lieber hungern, als diesen Gang zu tun. Und wer sich einmal der Mühe unterziehen wollte, eine Anzehl Handwerkerjamilien zu besuchen, der würde geradezu erschütternde Feststellungen ma chen konnen: Der letzte Groschen seit Monaten verzehrt, seit Monaten keine hiareichende Beschäftigung, um auch nur des Allernotwendigste zum Leden zu verdienen! Fleisch gehört in vielen Fawilien schon längst zu den unbekannten Begriffen. Unterernährung bei den Kindern und Eltern und infolgedessen Krankheiten sind an der Tagesordnung. Man soge nicht, das sind übertriedene Schilderungen, leider sind sie nur allzuwahr. Und die vielen Familientragödien, von denen man alltäglich liest, sind die furchtdaren Beweise. Wo aber ist Rat und Hilse? Man spricht von 3 Millionen Erwerdslosen und denkt nicht an die hunderttausende Handwerkomeister, die in der Zahl nicht einbegriffen sind, weil sie in den Registern der Arbeitsämter nicht geführt werden. Auch für sie muß etwas gescheyen, und zwar recht dald. Das Wohlfahrtsamt allein kann unmöglich hier helfen. Aber die Födtischen Wohlfahrtsämter, die wenigstens zeilweise über die Verhältnisse der notleidenden Handwerkersomilien durch die Försorgebeamten aufgeklärt sind, könnten neden der geldlichen Unterstützung ein Weiteres tun. Sie könnten die Stadtverwaltung auf diese Rot.eidenden aufmerksam machen, damit sie bei Vergedung von städtischen Arbeiten Berücksichtigung finden. Ferner könnte die Stadtverwaltung hier Hand in Hand mit den bester gestellten und nicht gotleidenden Kreisen arbeiten und Sorge tragen, daß estl. zu vergebende private Arbeiten die richtige Verteilung finden. Vielleicht wäre zu erwägen, ob nicht für die kommenden, wahrscheinlich der Not. eine planmätzige private Fürsorgearbeit in Verbindung mit der Stadiver waltung und allen in Frage kom menden Behörden einsetzen kann. Jeder, der es eben kann, muß mitarbeiten, die Not des Hondwerkerstandes zu lindern, sei es durch Vergabe von Arbeiten, sei es durch Spenden, die den Einkünften ungemessen sind. Natürlich müssen diele Spenden nur durch absolut vertrauenswürdige Stellen in einer möglichst das Emn#inden der Notleidenden achtenden Form weitergeleitet werden. Jedenfalls ist die Frage brennend, sie muß eine Lösung finden, ehe es zu spät ist. Aus dem Buerschen Gericht Ein Zeichen der Zeit (*) Mit seinen Eltern hatte sich der Stellmacher N. aus Horst entzweit und mußte aus dem elterlichen Hause. So lange er noch arbeitete und regelmäßig Geld bekam, konnte er als Kostgänger bei fremden Leuten gut auskommen. Anders war es aber, als er erwerbolos wurde. Mit der Unterstützung kam er nicht aus und so öffnete er mit einem Nachschlüsse! den Schrank eines Schlafkollegen. Von dem dort liegenden Geld nahm er 20 Mark und bezahlte damit seine Miete. Als er wieder einmal Geld nötig hatte, entnahm er dem gleichen Schrank 35 Mark. Obwohl er das Geld bitter nötig hatte, verjubelte er es in Essen mit einer bald gefundenen Freundin. Länger auf dieser Stelle## bleiben, war ihm zu gewagt und er verschwand unter Zurücklassung seiner Kostschuld. An einer zweiten Schlafstelle mietete er sich unter der Zusicherung, feste Arbeit zu haben, ein. Jeden Morgen ließ er sich um 7 Uhr wecken und kam erst abendzurück. Auch hier erbrach er den Koffer eines Schlafkollegen und nahm daraus 10 Mark. Als seine Vermieterin ihn zu sehr auf Zahlung der rückständigen Kostschuld drängte, verließ er das Haus bei Nacht und Nebel. Wegen schweren Rückfalldiedstohls in drei Fällen und Betrugs in zwei Fällen stand er nun vor dem Richter. In bewegten Worten schilderte der noch jungN. seine„Not und machte die mißlichen Arbeitsverhältnisse allein für sein Tun verantwortlich. Das Gericht glaubte ihm das auch und billigte ihm mildernde Unnstände zu. 9 Monate Gefängnis erhielt er wegen obiger Straftaten. Die Untersuchungshaft von 3 Monaten wurde ihm angerechnet. (*) Monatsversammlung des Hasseler Gartenbauvereins. Am Sonntag, dem 28. September, nachmittags 3 Uhr, findet die Monatsversammlung des Hasseler Gartenbauvereins im Vereinslokal Heihoff statt. Ostpr. evangel. Gebetoverein Vuer=Hassel Evangel. Volksschule Märfeldstraße 2 Uhr nachmittags Stiftungsfest der Gebetsvereins. Ansprache halten Prediger Krogoll und Prediger Kanschat. Anschließend Nachfeier in der Volksschule. Gbe. ind ahst Verein heimartteuer Oß= und Westpreugen C. B. Buer=Mitte Zur Teilnahme am 10jährigen Stiftungsfest der Sachsen und Thüringer versammeln sich die Mitglieder Sonntag, den 28. Sept., nachm. 2.30 Uhr, im Vereinslokal Kaldewey und marschieren geschlossen zum Festlokal. :: Im Faltbooot nach Tenerissa. Wie Havas aus Lissabon berichtet, ist der Deutsche Poserichter vorgestern allein an Bord eines kleinen Faltbootes mit Segelsetzung nach Tonerissa in See gegangen. Kunst im Emscher-Lippeland Ein Ibsen=Drama als Auftakt zum Ein glänzender Auftakt, als Rezieleistung und nach der Seite des Besuches hin, war Ibsens Baumeister Solneß in der Inssenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses. Wenn gleichwohl der Abend unbefriebigend blieb, so hatte das tiesere Gründe, die mit einer glänzenden Aufführung nicht verdeckt werden. Ein Srenzahgrund der Düsseldorfer Bühne wurde oftenbar: Wer gekommen war, um Zeittheater zu sohen, der wunderte sich, antike und dem modernen Empfinden nicht mehr zugängliche Gestalten in moverner Aufmachung, modernen Räumen, moderner Kleidung, zu sehen. Der Liebhaber des Traditionstheaters, der mit dem Ramen Ibsen gleich die fin=de=steele=Stimmung verbindet und gewisse Vorstellungen mitbringt, fühlte sich durch die Zeitnähe der Aufmachuna irritiert. Trotz Unerkennung der glänzenden Jusgenierung blieb es bei einem Undehagen, bei einem Nicht=GepacktSeim das nur bei zugespitzter Handlung im Leitton Mkt intensiver Anteilnahme wich Bezeichnend war das Sich=Zurück. leynen un die Stühle jeder Mal, wenn eines der vielen Zwiegespräche kam. Man war eden nur teilweise interessiert. * Idsens Baumeister Solnetz ist für unsere Zeit ein Grad mit einem schweren Marmorkrenz. Wir verstehen nicht mehr die Menschen mit dem„slechen Gewissen“. die sich in Widersprüchen verzehren. Eben weil auch wir Menschen mit Widersprüchen sind und keine behaglich=umfriedete Bürger, in denen der Konflikt nur wie ein Irrlicht zaubert, eben deshalb verstehen wir nicht den Baumeister, der vor lauter Bedenken zum Schwächling wird. Und was die verkorkste Ehe des Baumeistere mit seinem pflichtliebenden Weibe— Pflicht ist in dem Drama Ibsene schlechter Ersatz für frische Herzhaftigkeit— andetrifft, so sind uns die Gründe zu tief geworden: Wir langen nicht mehr an die Wurzeln heran und sicher dann nicht mehr, wenn die Mustik des Nordens in modernem Glanz aufgeht, wie es in Selsenkirchen der Fall war. * Von don Menschen des Dramas fesselt uns, mohr als der grüblerische Baumeister und sein spolisch=abgestordenes Weid. Hilde Wangel, das junge Madchen, das Licht in das verödete Heim bringt. Ihr hat der Baumeister vor zohn Jahren ein Königreich versprochen und sie in gekommen, das Königreich zu holen. Wichtiger als dies ist der Einfluß, der von ihrem„rodusten Gewissen“ auf den Baumeister übergeht, Solneß wird, als Verrückter von seinem Weibe und dem Hausarzt betrent, als Held von der Liebenden verehrt, noch einmal zum freien Helden als er den Kranz an dem neuen Heimbau aufrichtet und dabei abstürzt. * Die Aufführung der Düsseldorfer, die als eigentliche Ibsen=Interpreten ihren Ruhm begründeten, war tegietechnisch der hachsten Lodes würdig. Vielleicht hätte der Stimmungscharakter besser gewahrt dleiden können, die Aufführung ging zu sehr in Einzelheiten auf: Man ging in der Anpassung an die Gegenwart— solche Anpassung ist bei Baumeister Solneß letztlich ein verfehltes Experiment— zu weit. Das zeigte sich auch bei den einzelnen Schauspielerleistungen, die in der Gestaltung von innen heraus zu wünschen übrig ließen. Die stärkste Leistung war die Fritz Valke als Baumeister Solneß. Im Vialog Kline=Hilde Wangel erreichte Susanne Engelhart als Aline einen bemerdenswerten Höbepunkt: hier gelang ihr am besten die Identifikation mit der vermürbten Baumeistersfrau. Bei August Weder ale Hausarzt Herdal gefiel die sompathische Reiengebung. Zouise Nalner hatte ale Hilda Wangei leichtes Spiel, die Zuschauer auf ihor Seite zu dekommen. Ihre durschikose Jungenhaftigkeit, das Adrupte ihres Wesens in der Darstellung des halbflüggen Mädchens hatten Wirlichkeitonähe. Für die Negie zeichnete Gustav Lindemann verantwortlich. Die guten Bühnenbilder schuf Eduard Sturm. Von besonders Ktarker Wirksamkeit war der Antwortrut aus der Ferne:„Baumeister Solneß ist tot!“, der als Höhepunkt gut vorbereitet war. Der Beifall war im ganzen etwas zurückhaltend und nur bei einem Teil der Zuschauer ausgesprochen herzlich und warm. Und trotz aller Einschränkungen: Die Art der Aufführung war eine Tat. Dr. K. 2. (*) An Mittwoch, den 1. Oktober. abends 8 Uhr, findet des enste biesjährige Operetten=Gastspiel des Stadttheaters Hamborn statt. Als erste Operette gelungt „Der Zigeunerdaron“ zur Aufführung Diese Operette ist wohl als Höchstleistung von Johann Strauß zu bezeichnen Die Aufführung der äußerst anspruchsvollen Werkes erfordert den gesamten Apparat des Theaters und gibt der Direktion sowie sämtlichen Darstellern Gelegenheit, sich von der besten Seite zu zeigen. Die Negie dieses Wertes liegt in den Händen des Direktors Theo Bachenheimer. die musikalische Leitung hat Herr Kapellmeister Wilhelm Bachenheimer übernommen. Die anspruchsvolle Partie der Sandor Barinkan(Zigennerdaron) singt der bekannte Berliner Tenor Georg Winter. Die prachtvollen Kostume slammen aus dem eigenen Atelier des Hamborner Stidt= theaters. Die Dekorationen sind nuch den Entwürsen des Herrn Otto Kolbe angefertigt. Trotz der enormen Unkosten sind die Eintrittspreise auf 1 bis 3.50 Reichsmark festgesetzt. Die Karten sind ab heut: im Vorverkauf im K.=B.=Theater Buer Fernruf 30855, und zwar von 10—1 Uhr und nachmittags ab 3.20 Uhr erhältlich Da gerade für Johann Strauß Reisteroperette„Der Zigennerbaron“ in den weiteiten Kreisen das größte Interesse herrscht. ist es angebracht, sich recht deld Karten zu sichern. Eine Wiederholung dieser Auf(=) Niedrige Preise für kommermußte. lische Morgenseiern. Die vor einiger Zeit bekanntgegebenen Preise für die im Laufe des Konzertwinters in der Aula des Symnasiumo im Stadtteil Selsenkirchen kattfindenden 4 kammermusikalischen Morgenfeiern betragen nicht wie frrtümlich mitgeteilt 15, 19, 6 und 3 NM. sondern für alle 4 Konzerte nur 3 RM für den 1. und 1.30 RM. für den 2. Platz. 358 M S S971. Durch Schuld zum Cnlück Romes von Hatrr Scheil Copyricht by„Brückenberg Verlag“, Zwickau i. Sa 48. Fertsetzung Man übergab mir den Fall zur weihastung war an der Mitschuld des ungeratenen Sohnes nicht zu zweiseln, erseigen sollte. Ich begad mich noch einmal nach Londen, um mir die notwendige schriftliche Order zu holen. Ader als i# am nüchtten Morgen nach der Insel kehrte, konnte ich nur noch Rudpard Kidmoster dingsest machen. Die Rothaarige war spurles verschwunden. Gie wurde natürlich energisch verfolgt, aber es war nicht sestzustellen, wohin sie sich gewandt hatte. Uebrigens zog man acht Tage später aus der Themse ven Leichnam eines rothaarigen Mädchens. Er war von den Schaufeltädern eines Dampfers arg zugerichter und sast undekleidet. Wir waren damals in Scotland Pard alle der Meinung, daß die Bridget ihrem Leden seldst ein Ende zemacht habe. Die Nachforschungen nach ihr wurden eingestellt.— Reine rzählung scheint Sie ein wenig anzugreien. Herr Banner, sehr begreiflich. Sie schandern bei dem Gedanken, dieser Elenden die Hand gereicht, mit ihr an demselden Tisch gesessen zu baden.“ „Sind Sie zu Ende, mein Herr?“ fragte Rolund mit geprezter Stimme „Noch nicht ganz. Ich muß Ihnen i## noch erzählen, wie wir von der Wiederauferstedung der Dame Renninis erhielten. Das trug sich namlich folgendermaßen zu: Rudpard Kidmaster wurde vor die Assisen gestellt, er war geständig, versuchte oder nutürlich die Hauptschuld auf die Bridget zu chieden. Er mag in diesem Falle aud nicht gelogen haben. Man verurteilte ihn zu jünf Jahren Zuchthaus. Als er seine trafe abgedüht hat, fand er seine Mutter nicht mehr am Leden. Sie hat sich von den Folgen des an ihr begangenen ruchlosen Verdrechens uie wieder erholt. Den Rest gad ihr der Gram über den mißratenen Sohn. Run, Rudyard Kidmaster wird sich wohl damit getrostet haben, daß er sogleich die reiche Erdschaft antreten konnte. Er begann ein verschwenderisches, ausschwelsendes Leden, wurde wieder zum Bettler, am wegen eines Betruges wieder auf ein Jahr in das graue Haus. Er blied dann unter Polizeiaussicht und diesem Umstande verdanken wir, daß wir in Scotland Dard ein Ledenszeichen der Bridget erhielten. Es wurde nämlich ein aus Deutschland an Kidmaster adressierter Brief aufgesangen. Da wir berechtigerweise begierig waren, zu erjahren, welche Art von Korresponden; der Mann mit dem Ausland unterhalte, öffneten wir den Brief und sanden zu unserer Uederraschung, daß die Bridget noch lede. Durch einen Zufall, den wir vorläufig nicht feststellen konnten, muß sie erfahren haden, daß ihr ehemaliger Geliedter seine Mutter deerdt hade, es gelüstete die offendar an diesem Glückssall teilzunehmen, denn sie schrieb Kidmaster, ag sie zu ihm nach London kommen wolle, und sie liede ihn noch immer und sie wisse ja, daß sie zusalimengehörten, übrigens würde ne nicht mit leeren Händen kommen. Gie habe hier einen alten. seinreichen Gimpel in der Ardeit, von dem sie eine bedeutende Entschädigung erhoffe, auch sei ihr ein Geheimnis der Familie, in welcher sie sich bis vor kurzem in angeshener Stellung defunden habe, bekannt. ieses Geheimnis müsse und werde ihr mit einem Sessel, er betupfte leine Stirn, von welcher der Schweiß perlte, mit seinem Taschentuch Doch versicherte er dem Engländer, daß nur ein vorübergehandes Unbehagen, wahrscheinlich durch eine starke Zigarte verleichten Schwindelenfall sich sogleich rück. nicht länger Kören, ie gestatten, werde ursacht, iom einen verschafft habe Mister Brigdt erdod sichisvon werde n1 Herr Banner, wenn Sie gestatten, werde ich in den nächsten Tagen wieder verspreder. Mochte ich doch von Ihnen so mano dören, was sich auf den Aufenthalt der Bridget in ihrem Hause bezieht. Die Geschichte mit dem wertvollen Geheimnis, welches sich auf Ihre Familie beziedt. ist natürlich Lug und Trug. Wahrscheinlich wollte sie Kidmaster damit ködern. „Selbstverständlich, mein Herr. Am welches Geheimnis sollte es sich denn dandeln?— Aber was gedenken Sie jetzt in gedenken Sie jetzt der Sache mu tun, welches werden Ihre nächsten Schritte sein?“ „Nun, ich denke, die sind klar und gegeden. Ich werde die roihaarige Verrecherin suchen und finden, verhaften und nach London zurückbringen, we sie ihr altes Konto mit Zins und Zinseszins degleichen mutz Uebrigens din ich fest davon überzeugt, daß sie diese Stadt nicht verlassen hat.“ „Sollte sio nicht geflüchtet sein? Ee ware doch eher anzunehmen, daß sie ihren Wirlungskreis schleunigst in Gediete verlegt hat, in denen man sie nicht kennt" Der Engländer schüttelte das Haupt. „Der von uns ausgefangene Brief“, antwortele er, jedes einer Worte abwägend, „ist erst vor fünf Tagen in der Residenz aufgegeben. Sie wünschte Kidmasters Antwort postlagernd unter dem Schlagwort „English Lady. Ich hoffe sie bei dem Versuch, den erwarteten Brief zu erheden, festnehmen zu können. Ferner glaude ich, daß te. sich deher von dier noch nicht zuisernt I. weil ihre Angelegenheit mit dem alten, reichen Herrn, den sie rupfen will, noch nicht erledigt ist— nein, sie ist hier, und hier wird sie mir ins Garn gehen.“ Ein neuer Anfall schien den Schriftsteller um Halse zu wurgen, er atmete schwer. Mister Bright war taktvoll genug, sich zu empfehlen. Er dat Roland, ihn nicht zur Tür zu begleiten, er fände schon den Weg. Roland Banner blied, nachdem der Engländer ihn verlassen, wie erstatrt stehen. Seine Blicke irrten umher, als suchten sie einen jesten Punkt. Sie blieden an dem großen Gemälde haften, das die eine Wand seines Arbeitszimmers zur Hälfte bedeckte „Der Totentanz“, murmelte er mit bleichen Lippen.„Ha, streiche nur deine Fiedel mit tnöchernen Händen— schreite voran ins Wesenlose, abscheuliches Gerippe. Spiel auf zum letzten Tanz— wir müssen dir alle folgen— alle, wer weiß, wie bald auch ich!“ Er wandte sich ab, trat zum Schreidtisch, stügte sich mit beiden Handen auf die mit dunkelrotem Tuch überzogene Platte, und wie er so sand und sann, schienen eine Blicke nichts von seiner Umwelt mehr zu sehen, sondern tief in sein Inneres gerichtei zu sein. „Sie noch einmal sehen— sie warnen — keiten— sie, die mein Leden vergiftet hat? Acg, könnte ich sie zerschmettern, in einen Abgrund stoßen, aus dem sie nicht mehr auftauchen könnte, die rothaarige Dämonin! Und doch— ich. den sie zugrunde gerichtet hat— ich mun tar die Hand zur Rettung dieten— nur Ihre Flucht. ihr schnelles, glückliches Verschwinden kann mich selbst— wer ist da, wer— ah. du Heinrich, was willst du?“ Heinrich Burger war durch eine Seitentur eingetreten „Verzeihen Sie, Herr“, sagte er mit leiser, zogernder Stimme:„Gegen meinen Willen, das dürfen Sie mir glauben, habe ich im Redenraum alles angehört, was hier verhandelt wurde. Der fremde Derr prach ziemlich laut. Bielleicht brauchen Sie mich jetzt. Herr, ich will alles für Sie tun, was in meinen Kräften steht. Ich din Ihnen ja so dankdar für alle Güte. die Sie mir erwiesen haben und mir ist es. als drohe Ihnen eine Gefahr, Herr, Ihnen und diesem ganzen Hause. „Du könntest recht haben“, antwortete Banner,„aber was vermöchtest du für mich zu tun?“ „Ich könnte Ihnen zum Beispiel sagen, Herr, wo sich die Dame verbirgt, von welDer zwischen Ihnen und dem Herrn aus England die Rede war.“ „Das wüßtest du?“ stieß Roland im Tone höchsten Erstaunens hervor. Und sich abwendend, flüsterte er leise vor sich hin, „das wäre ein Fingerzeig des Schicksals. „Sie erinnern sich des Morgens. Here Banner, an welchem Miz Beidget uner Haus verließ. Es war noc sehr früh. es war kaum hell geworden, alles schlief noch, aber ich din ein Frühaussteher. Ich stand unten auf der großen Treppe, um frische Lust zu schöpfen. Da trat Miß Bridget im Mantel und Hut heraus. Es schien ihr nicht unangenehm zu sein, mir zu degegnen.„Wollen Sie mir einen kleinen Dienst erweisen?" fragte sie mich.„so besorgen Sie eine Droschte und tragen Sie dann mit dem Kutscher meine Koffer herab.“ Ich war ein wenig detrossen, denn ich wußte nicht, daß über Nacht etwas vorgegangen war, was die Dame zwang, dus us fur immer zu verlassen. Aber ich machte mich auf, ihre Wünsche zu erfüllen und kehrte bald mit einem Wagen zurück. Dann holten wir zwei große Koffer, der Kutscher und ich, und während ich zurücktrat, hörte ich, wie die Dame dem Kutscher e e er ie u e. raße". Dann wandte sie sich um, und als e mich noch in ihrer Nähe erblickte, schrak eleicht zusammen. Es war ihr offenbar unangenehm, daß ich das Ziel ihrer Fahrt gehört hatte. Dann wollte sie mir ein Trinkgeld in die Hand drücken, ader ich lehnte dankend ab. Sie stieg ein, der Wagen rollte mit ihr davon.“ „Ich danke dir, Heinrich“, rief der Schriftsteller mit mühsam deherrschter Erregung. „Jetzt bringe mir Hut und Mantel, i# will ausgehen. Bald darauf hatte Roland Banner das Haus verlassen. 17. Im Hinterzimmer des„Goldenen Pelikan“ standen die Bewohner dieses elenden Gelasses. Max Glimmer, der Sohn der Souffleuse und sein Freund August Brösike einander gegenüder. Auf dem Tische ig ein Taschentuch und ein Briesdogen, der mit den Schriftzügen einer Damenhand bedeckt war. Der alte Zuchthäusler Brösike sah heute keineswegs so schadig aus wie gewöhnlich. Er hatte seinen breiten, schwammigen Oberkörper in einen ganz leidlichen, dunklen Gehrock gezwängt, der allerdings für einen weit Schlankeren erdacht worden war, eine Modedese, leidliche Stiefeletten, ein sauderer Kragen und eine tadellos gedundene Krawatte ließen ihn, äußerlich wenigstens, als ein ganz annehmbares Mitglied der menschlichen Gesellschaft erscheinen. Sein grauer Bart war gewachsen und umgab das gedunsene Gesicht mit der fleischigen, stark hervorspringenden Nase, in recht kleidsamer Weise. „Nee. sieh mal, Märchen," flüsterte Brösike seinem Gegenüber zu,„mir ist die Sache klar wie Kloßbrühe. Mit dem Brief hier is was anzusangen. Und das Taschench mit den verdächtigen Flecken— Blut is ei, da beißt die Maus keenen Faden ab, das is doch nich von ohne. (Fortsetzung folgt.) Jahrg. 1930. Freitag. 26. September DIE PLAUDERNTUNDE BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FUR OAS EMSCHER-LIPPELAN D. Erkämpftes Glück Roman von Rudolf Nchls7 Copyricht by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) 5 26. Fortsetzung Maja war, bevor der Zug abfuhr, bei der Firma gewesen; aber die Nachricht, die dort erhielt, war so niederschmetternd, t sie sich nicht getraute, ihrem Chef darüber Bericht zu erstatten. Sie fürchtete, wenn sie Nieburg erzählte, daß der Direktor die Bankguthaben abgehoben habe und geflüchtet sei, würde ihn dies sehr aufregen. Denn nach Aussage der Buchhalterin waren weder Lagervorräte noch andere Werte vorhanden. Das Geld, das Nieburg zu verlangen hatte, war verloren, wenn es nicht gelang, den flüchtigen Direktor Warren zu verhaften. Deshalb war ja auch, nach den Aus agen der Buchhalterin, Dickens, der Prokurist, sofort nach Kopenhagen nachgereist, um den Direktor zu finden, oder aber wenigstens feststellen zu können, wohin er sich gewandt hatte. Welche Folgen der große Verlust aber für die Firma haben würde, konnte sie nicht 0 ohne weiteres übersehen; das mußte sie mit Herrn Jensen besprechen Die Reise verlief ohne Zwischenfälle. Während der Expedient in Berlin vom Bahnhof aus ins Geschäft fuhr, brachte Maja Niedurg nach seiner Wohnung. Niedurgs Wirtin war schon am Tage vorher von Herrn Steifens benachrichtigt worden. Ihre Bestürzung war nicht gering gewesen, als sie die traurige Botschaft erhielt Noch mehr aber traf der Schlag Loni. Lange war sie am Abend noch wach gewesen und hatte mit Frau Ahlers überlegt. ob der Unfall für Niedurg wohl ernstliche Folgen haben könnte. Frau Ahlers, die nicht anders glaubte, als daß Riedurg einen richtigen Schlaganfall erlitten hatte, sah sehr schwarz. War ihr Mann doch Jahre hindurch gelähmt gewesen, bevor er stard. Die Erzählung von seiner Krankheitsgeschichte machte Loni ganz mutlos. Als Loni allein in ihrem Zimmer war. barg sie das Gesicht in ihre Kissen und weinte in heißem Schmerz. Es war ihr klar geworden, daß sie Niedurg liebte. War es denn immer ihr Schicksal, daß sie nicht froh werden sollte? Wie glücklich war sie die Zeit über gewesen, da sie genesen und das süße Gefühl in sich keimen fühlte, das ganz von ihr Besitz genommen. Sollte sie ihn, zu dem ihr Herz sich hingezogen fühlte, wieder missen? Sollte es nur ein kurzer Traum von Glück gewesen sein, der so schnell vorüber war? Als sie, wie immer, ihr Abendgebet prog, betete sie, dag er ihr moge erhalleiben. Am nächsten Tage. Frau Ablers hielt noch ihren Mittagsschlaf. Loni sah ein Auto vor dem Hause halten. Neugierig schob sie die Gardinen beiseite und spähte durch die Scheiben; ihre Ahnung hatte sie nicht getäuscht: Nieburg stieg aus Sie nahm sich gar nicht erst die Zeit, sich etwas überzuziehen, sondern eilte hinaus, um ihn zu begrüßen. Loni hatte erwartet, daß er sich gar nicht ohne fremde Hilfe bewegen könne, und war hocherfreut, als er elastisch, wie immer, den Wagen verließ. Eilig ging Loni den kurzen Niesweg des Vorgartens entlang. Als Nieburg die kleine Pforte öffnete, trafen sie sich beide. Schon hatte sie ein freudiges Wort auf den Lippen, als sie zu ihrem Erstaunen bemerkte, daß Nieburg nicht allein gekommen war. Hinter ihm ging ein junges Mädchen. Da sahen ihre Augen an Nieburg vorbei. Starr vor Staunen, blickte sie auf Nieburgs Begleiterin. Doch auch diese war nicht weniger überrascht, als sie selber. Maja eilte auf das junge Mädchen zu „Loni, bist du es wirklich!“ rief sie freudig. So sehr Loni sich auch wohl freute, Maja wiederzusehen, die ihr so viel Gutes erwiesen, so konnte sie doch nicht ihr Befremden verbergen. Maja in Nieburgs Gesellschaft zu sehen. Sie vergaß ganz, daß sie doch gekommen war. um Nieburg zu begrüßen. Ihre Augen gingen von einem zum anderen. Maja war ja auch erstaunt, daß Loni mit Nieburg in gleichem Hause wohnte. Se hätte auch gern Fragen stellen mogen; aber das hatte ja alles Zeit. „Laß uns ins Haus gehen. Loni. Herr Nieburg muß sich schonen“, sagte sie. Ach ja, sie hatte ganz vergessen, daß sie noch im Vorgarten standen. „Ach, entschuldigen Sie“, wandte sie sich an Nieburg, und wollte schnell das Versäumie nachholen, ihm die Hand reichen; ch Nieburg ging schon an ihr vorbei ins Haus. Wie erstarrt stand Loni da und blickte ihm nach, unfähig, sich zu rühren. Es war ihr, als wenn eine kalte Hand nach ihrem Herzen griff. Er hatte sie gar nicht beachtet! Wie kam es, daß er mit Maja vorgefahren kam, die er unbedingt kennen mußte? In welchem Verhältnis stand sie zu ihm? „Komm, Loni,“ laß uns hineingehen!“ Als sie Lonis starres Gesicht sah, fuhr sie „Die Krankheit ist nicht gefährlich. Nieburg muß vor allen Dingen Ruhe fort:„ Herr Ni haben.“ Loni folgte Maja, die ins Haus ging: aber sie brachte es noch immer nicht fertig. ein Wort zu sagen. Schon im Vorraum hatte Nieburg Frau Ahlers getroffen, die ihn herzlich begrüßte Gerade, als sie Fragen an ihn stellen In der Ansei, sogte wollte, kam Maja herein. nahme, daß es Nieburgs Wirti Maja: „Enädige Frau, Herr Nieburg kann leider noch nicht antworten. Er muß sich vorläufig noch schonen. Es wird gut sein, wenn Herr Nieburg sich vorläufig nicht aufregt.“ Sie merkte ihm an, daß er abgespannt aussah. Die Reise hatte ihn doch etwas angegriffen. Nieburg antwortete nicht, schüttelte Frau Ahlers aber freundschaftlich die Hände. Maja sah, daß Nieburgs Wirtin sie anschaute, als erwarte sie eine Erklärung, wer sie sei. And so sagte sie: „Ich bin Herrn Nieburgs Privatsekretärin und gestern nach Hamburg gefahren, um selber nachzusehen, ob es möglich sei, Herrn Nieburg nach hier zu bringen. Nach der ersten Meldung war anzunehmen, daß Herr Nieburg sich nicht selber helsen könnte; doch diese Befürchtungen haben sich Sott sei Dank nicht bewahrheitet.“ Niedurg hatte sich auf das Sofa gesetzt und lehnte sich müde zurück. Frau Ablers hatte sich einen Sessel herangezogen. Vorsichtig stellte sie Fragen, um festzustellen, ob er sie auch wirklich verstand. Maja war zu Loni gegangen, die ganz einsam am Fenster stand und teilnahmslos hinausblickte. „Aber Loni“, sagte sie,„welch Zufan, daß wir uns treffen! Wie kommt es, daß du hier bist? Ich hatte immer gehojft, daß du wieder zu mir kommen würdest; aber du kamst nicht.“ Ihr Ton klang herzlich. Sie erwartete, daß Loni in gleicher Weise antworten würde. Doch Loni schien vergessen zu haben, daß Maja ihr damals geholfen hatte. Loni gab nicht einmal Antwort. Befremdet sah Maja die Freundin an. Warum sprach Loni nicht mit ihr? „Loni, was hast du?“ forschte Moja. Als Loni nur immer wie in tiefem Schmerz vor sich hinstarrte, sagte sie:„Geht es dir so nahe, daß Herr Niedurg den Unfall erlitten hat? Mußt dich nicht so sehr sorgen: es wird wieder besser werden.“ Statt einer Antwort lösten sich schwere Tropfen von Lonis Wimpern. Ihr Körper bebte, wie von verhaltenem Schluchzen Frau Ahlers sah, daß die beiden jungen Mädchen miteinander sprachen, und kam zu ihnen. Sie ahnte gleich, weshalb Loni so reserviert war. „Sie haben Herrn Nieburg von Hamburg abgeholt?“ fragte sie.„Ich denke. der Expedient war noch bei ihm?“ „Ja!“ entgegenete Maja.„Aber er wuzte sich nicht zu helfen, deshalb fuhr ich.“ Frau Ahlers streifte Maja mit einem langen Blick. „Nun, Fräulein, jetzt ist Herr Nieburg a in guten Händen. Er hat Loni und mich, die sich beide um ihn sorgen. Ich werde morgen bei der Firma anrufen und Herrn Steffens Bescheid geben, wie er rem Chef geht. Ich will Sie nicht länger vom Geschäft abhalten. Sie werden unbedingt Ihre Arbeit haben, die auf Sie wartet“ Maja war bei den Werten der alten Dame zusammengezuckt, wie unter einem Peitschenhied. Sie fühlte die Abwehr. die in ihren Worten lag. Nieburgs Wirtin sagte ihr mit anderen Worten: sie solle gehen und sich um ihre Arbeit kümmern. Als ob sie nicht selber wüßte, was sie zu tun hatte! Morgen wollte sie im Geschäft anzufen und dem Prokuristen Bescheid geben. Damit meinte sie deutlich, daß sie ihren Besuch nicht wieder wünschte. Aber warum war die Frau nur so abweisend gegen sie?, Maje wußte vor Verlegenheit nicht, was sie antworten sollte. Sie wollte erst noch mit Loni reden und sie fragen, ob sie sich nicht einmal sprechen könnten. Loni jedoch verließ das Zimmer. Da grüßte Maja kurz und ging, nachdem sie noch einen langen Blick auf Nieburg geworfen hatte. Nummer 263 Freitag, den 2. September HANDELUND JNDUSTRIE Die Wirtschaftslage der deutschen Herd= u. Ofenindustrie Ueber die Wirtschaftslage der deutschen Herd und Ofenindustrie, die auch im Lahn= und Dillgebiet stark vertreten ist, erfahren wir, daß entgegen dem Vorjahre trotz der Nähe des Winters eine nennenswerte Belebung des Geschäftes noch nicht zu verspüren ist. Die Folge davon ist, daß die Herd= und Ofenindustrie nur mit 50 bis 60 Prozent der normalen Leistungsfähigkeit beschäftigt ist. Als Ursache der unbefriedigenden Geschäftslage ist vor allem die geringe Bautätigkeit zu nennen, dann aber neigen auch die Händ ler zu immer größer werdender Zurückhaltung. Dte meisten Oesen werden auf Abzahlung verkauft. Auch die übertriebenen Nachrichten von Preissenkungen haben auf das Geschäft hemmend eingewirkt, so daß sich der Verband Deutcher Eisenofen=Fabrikanten veranlaßt sah, eine Erklärung zu veröffentlichen, in der es heißt, daß eine weitere Preissenkung bei dem derzeitigen niedrigen Preisstand vorläufig nicht in Frage komme. Wie aus Kreisen der Herd= und Osenindustrie weiter mitgeteilt wird, würde sich das Geschäft auch bei der Durchführung des Wohnungsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung nicht wesentlich beleben, weil sowohl die Industrie als auch die Händlerschaft noch über große Lagervorräte verfügen. Keine Betriebseinschränkungen bei den Glanzstoffwerken Nach einer Pressemeldung, wonach die Werke der neuen Glanzstoffwerke A.=G. in Breslau und die Spinnfaser A.=G. zu Elsternberg, die durch die kürzliche Fusion auf die Vereinigte Glanzstoffwerke A.=G. übergegangen sind, wahrscheinlich ganz oder teilweise stillgelegt werden und tung sand die Devisenbestände bankauswets für die 31.8 Millioven RM starte Abnahme der Goldm dem heute erschienenen Reichsdritte Bei daß eine starke Betriebseinschränkung bereits auf beiden Werken erfolgt sei, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß diese Meldung unrichtig ist. Es ist nicht beabsichtigt die Werke ganz oder teilweise stillzulegen. Ebenso wenig ist auf den beiden Werken eine Betriebseinschränkung erfolgt. & Co., Mannheim.— Erwerb jerität der H. Römmler A.=S., und der Kontakt Die Generalversammlung der H. Römmler L.=C., Berlin=Spremberg, beschloß, den infolge erhöhter interner Abschreibungen sich ergebenden Verlust von 248 865 RM vorzutragen. Wie mitgeteilt wurde, ist der Umsatz gegen das Vorjahr erheblich gestiegen. Die Verkaufspreise seien jedoch stark gedrückt. Die Universalbeteiligung on der Kontakt A.=G., Frankfurt a. M.. wird an die zum Brown, Boveri=Konzern gehörige Stotz G. m. d. H., Mannheim=Neckarau, abgegeben. Bezüglich des zurückliegenden Teils der senden Geschäftsjahres wurde mitgeteilt, daß der weitere Ausbau des Werkes zum Abschluß gebracht worden sei. Der zur Herstellung der nichtbeständigen Massen errichtete Neubau sei bereits bezogen worden, und die Fabrikation befinde sich in vollem Gange. Der vorliegende Auftragsbestand sichere für mehrere Monate volle Beschäftigung. Der bisherige Aussichtsrat trat geschlossen zurück. Neugewählt wurden Direktor Dr. Nobert Boveri, Mannheim, Dr. Alhard von Burghoff, Generalkonsul Hugo von Netzler, Frankfun a. M., Bankdirektor Dr. Engelmann, Heidelberg. Kommerzienrat Poensgen.,„Düsseldorf, Dr. Kurt Poensgen, BankdirekKurt Sobernheim, Berlin, u. Dr. Schnetzlen, Heidelberg. Die Generalversammlung der Kontakt A.=G., rankfurt a. M., genehmigte den Abschluß für der nach Vornahme außerordentlicher Abreibungen 123 295 RM. Verlust ausweist. Im usenden Geschäftsjahr ist der Umsatz trotz der Wirtschaftsdepression nur unwesentlich gegen das Vorjahr zurückgegangen. Der Auftragsbestand dielt sich aus Vorjahrshöhe. Bei den beiden Tochtergesellschaften sind folgende Veränderun gen eingetreten: Die Elektro=Einheitsmaterial m. b. H., Salzburg, wurde in die KontaktStotz G. m. b. H. umgewandelt und das Kapital auf 200 000 Schilling erhöht Die ElektroKontakt G. m. b. H., Komotau, wurde im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung auf 5 Mill. Kronen in die Böhmischen Kontaktwerke A.=G., Komotau, umgewandelt. Beide Gesellschaften haben günstig gearbeitet und sind gut beschäftigt. Der Geschäftsbetrieb der Konst A.=G. wird von der Stotz G. m. d. H., Mannheim=Reckaran, übernommen. Die Gesellchaft selbst bleibt bestehen zum Zwecke des Erwerbs und der Verwertung von Patenten und gewerblichen Schutzrechten aller Art. Außerordentliche Generalversammlung der ARU Heute vormittag fand in Amsterdam die außerordentliche Generalversammlung der Allgemeinen Kunstseide Unie(AKU) statt, deren Einberufung bekanntlich wegen der Beschlußunfähigkeit der ersten am 10. September stattgefundenen Generalversammlung notwendig geworden war. In der heutigen Sitzung, in der ein Kapital von 24 980 600 Gulden vertreten war, wurden alle vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Satzungsänderungen einstimmig angenommen, nachdem vorher schon in zwei besonderen Sitzungen, die ebenfalls mit Einstimmigkeit erteilte Genehmigung der Inhaber der Vorzugs= und Prioritätsaktien eingeholt worden war. Da kein Teilnehmer an der Versammlung das Wort verlangte, wurde die Sitzung ohne weitere Erklärungen von Seiten des Verwaltungsrates durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Fentener van Vlissingen geschlossen. Die Anträge des Verwaltungsrates bezwecken in erster Linie die Satzungen mit den Verpflichtungen in Einklang zu bringen, die die Gesellschaft seinerzeit bei der bekannten Unterbringung der 18 Millionen Vorzugsaktien in England einer englischen Gruppe gegenüber übernommen hatte. Aus diesem Grunde wird in Artikel 5, Absatz 2 und 3 bestimmt, daß die Generalversammlung nur befugt sein soll, die Erhöhung des Vorzugsaktienkapitals über den Betrag von 60 Millionen Gulden hinaus zu beschließen, ohne daß vorher die Versammlung der Inhaber der Vorzugsaktien ihre Zustimmung dazu erteilt haben. Eine gleiche Bestimmung soll auch für eine über den Betrag von 25 Mill. Gulden hinausgehende eotl. Erhöhung des Betrages der ausstehenden Obligationen erforderlich sein. Weiter wird bekannt, daß die erwähnte Genehmigung der Vorzugsaktionäre in einer besonderen Versammlung mit mindestens Dreiviertelmehrheit erteilt werden müsse. Die weiteren Satzungsänderungen beschäftigen sich mehr mit internen Angelegenheiten, wie namentlich der Verteilung des Gewinnes und der“ simmungen bei Generalversammlungen. Börsen Berlin schwach. ds Berlin. 26. Sept. Zu Beginn der gestrigen Börse gingen die Kurserholungen der beiden letzten Tage bei den meisten Papieren wieder verloren noch unter die vorbörslichen Taxen nach. Rück gänge bis zu 3 Prozent waren die Regel Werte wie Farben, Linoleum, Bergmann, Allgemeine Lokal und Kraft, Schlesische Gas, Thüringer Gas, Siemens, Karstadt, Polyphon und Berger verloren bis zu 6.5 Prozent, Kaliwerte und Schubert und Salzer lagen bis zu 11¾ Prozent gedrückt und Spritwerte, die mei: schienen und bei denen man von Exekutionen sprach, gaben bis zu 20 Prozent nach. Lediglich Gebrüder Körting haben plus 2 Prozent, Wickin plus 1 Prozent und Lahmeyer plus sieden Achte Prozent schwache Besserungen aufzuweisen. Im Verlause blieb die Tendenz weiter schwach. Die Kurse gaben erneut zirka 2 Prozent nach, u# zelt waren auch größere Abschläge festzustellen und Berger büßten erneut 8 Prozent ein. Gegen 1 Uhr konnten Schultheiß nach ihrem sast 20prozentigen Anfangsverlust 1.5 Prozent ausholen. Anleihen leicht gedrückt, von Ausländern Mextlaner bis ¾ Prozent schwächer. Psandbriefe teilweise etwas erholt, Stadtanleihe meist schwächer. Reichsschuldbuchsorderungen bis zu 1 Prozent nachgebend. Devisen ruhig. Pfunde etwas leichter Spanien fteundlicher. Am Geldmarkt zog der Satz für Tagesgeld auf 3—5 Prozent an. Privatdiskont unverändert. Festverzinsliche Wertpapiere. 8 Proz. Pr. Ld. Pfd. N 4 100¾; 8 Proz. Pr Ld. Pfd. N 13 101; 3 Proz. Pr. Ld. Pfd. R 17 und 18 101; 7 Proz. Pr. Ld. Psd. N 10 97½ 8 Proz. Pr. Obl. N 14 98; 7½ Pr. Psddr. Ctr Bod. Cr. Em. 1 99, 7½ Proz. Pr. Pfddr. Komm Em. 1 97; Otsche. Wertbest.—; Ablösungssch 59 2, dto. ohne 6,7; Dtsche. Reichsanleihe 88¼. dot. Wertbest. A. 100, dto. Schutzgebietanleihe 2 fünf Achtel, Pr. Kalianleihe 7,8. Köln abgeschwächt. Köln, 26. Sept. Die Börse eröffnete gestern in stark abgeschwächter Haltung. Es kam an ver schiedenen Märkten Ware heraus, welche, da die Deckungen anscheinend aufgehört haben, auf das Kursniveau drückten. Die Spekulation bekundete ebenfalls Abgabeneigung. Die unsichere innerpolitische Lage und der schwächere Neuyorker Börsenschluß trugen ebenfalls zu der schwächeren Stimmung bei. J. G. Farben gingen zunächst um 2 Prozent und kurz darauf um weitere 1¾ Proz zurück. Am Montanmarkte büßten Rheinstahl 3½, Ver. Stahl 1¾, Mannesmann 1¾, Rhein Braunkohlen und Deutsch=Erdöl 2 Prozent ein Am Elektromarkte gaben Schuckert um 2½ Proz. und Felten um 1¾ Prozent nach. Bankaktien ebenfalls schwächer. Danatbank minus 226 Proz., Commerzbank minus 1° Proze und Dresdener Bank minus 1 Prozent. Im Verlaufe ergaben sich bei kleinen Umsätzen gegenüber Anfang weitere Kursverluste bis zu 2½ Prozent. Der Einheitsmarkt hatte im Einklang mit Ultimo schwächere Tendenz. Versicherungen geschäftolos. Pfandbriefe stärker angeboten und überwiegend schwächer. Die Börse schloß lustlos. Basalt 31¾, Bonner Berg 127. Braunk. Zuk. 83. Kalker Brauerei 100, Kabel Rheydt 160. Kölner Dampf 198. Rhein. Brannk. 184 fünf Achtel, Stollwerck di" Berliner Metallbörse. Tememnbermons— Elektrolytkupser,(wirebars) prompt, vernatimiamama ner- Hamburg, Bremnen oder Notterdam für 100 malem Angebonr und nicht zu großen Umsätzen RM. 100.76; Raffinadekupfer, loco 91———9, gaben die Kurse infolge sehlender Aufnahmelust Standardkupfer, loco 91.50—93.50; StandardEiener —— Vernhigung stische Verhälmisse entscheidend. Die Eutsched= wieder schwächer. Am Terminmarkt waren Umdlf. Essen, 26. Sept. Die ge Börse war nach der letzttägigen der volksparteilichen Reichstagsfraktion, die irgendwelche Kompromisse mit sozialdemokratischen Gedankengängen für untragbar bezeichnet, ließ die Regierungsbildung wesentlich erschwert erscheinen, weiterhin waren das erneut angewachsene Defizit des Reiches, der Beschluß des Reichskabinetts, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 6.5 Prozent zu erhöhen, die Ausführungen Hitlers als Zeuge vor dem Reichsgericht und die schwächeren Auslandsbörsen verstimmende Momente. Auch der herannahende Ultimo blieb nicht ohne Einfluß, de für die morgige Pramienerklärung noch Angebot erwartet wird, und nur noch in einigen Bankaktien Ware zur Schiedung hereingefucht wird. sätze in Wintershall minns 4 Prozent, Rheinstahl minus 2 Prozent, Karstadt minus 3 Proz., Mannesmann minus 2 Prozen, Gelsenkirchen minus 1 Prozent, Hoesch minus 3½ Proz., Stahlverein minus 1 Proz. und Barmer Bank minus 2 Prozent zu verzeichnen. Der Industrieaktien= und Kuxenmarkt war ebenfalls schwach. Burbachaktien verloren 4 Prozent, Heinrich=Kuxen on 500 RM. Hope 250 RM. während Lothringen. Hallesche Salz, Kabel=Rheydt=Aktion und Beienrode=Kuxen auf niedriger Basis umgesetzt wurden. Gute Nachfrage bestand auch heute für elsässische Werte. Die Börse schloß beruhigter. Blei per September 34,25—35.25; Original= Hütten=Aluminium, 98—99 Prozent, in Blöcken 190, desgl. in Walz oder Drahtbarren 194; Banka=, Straits=, Australzinn in Verkäuferswahl 136; Reinnickel, 98—99 Prozent, 350: AntimonRegulus 53—56; Silber in Barren ca. 1000 sein per kg. RM. 50—52; Gold Freiverkehr per 10 Gramm 28—28.20; Platin Freiverkohr por 1 Gramm 3—6. Märkte Berliner Produktenbörse. Weizen, 75—76 kg, märk, ab Station, 228 bis 230, ruhig; Roggen, 70—71 kg, märk. ab Station, 138—162, unregelmäßig, gestützt, meckl. u. schles. Roggen, Kahn, 166 cif Berl. bezahlt; Gerste, ab Station, 202—222, 176—188; Hafer, märk. ab Station, 150—100, ruhig; Weizenmehl 27—45¼, Noggenmehl 22,88—26,50, Weizenkleie 8—8 ½, Roggenkleie 7¾—8; Viktoriaerbsen 30 bis 34, Futtererbsen 19—21, Peluschken 20—21, Ackerbohnen 17—18, Wicken 20—22; Napokuchen. Basis 88 Prozent, 9,80—10,20; Leinkuchen, Basis 37 Prozent, 17,30—17,00; Soyaextractionsschrot, Basis 45 Prozent, 14—14,80; Speisekartoffeln, weiße, 1,20—1,30, rote 1.40—1,50, Odenwälder, blaue 1,20—1,30, gelbfleisch. 1,60—1,70, Fabrikkartoffeln 9 Npf.; in Berlin sehr geringe Nachfrage. Allg. Tendenz: uneinheitlich Weizen, mit Normalgewicht 755 ar. poo L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin, September 244. Okt. 245, Dez. 25615—256, März 256 ¾, Geld Roggen, mit Normalgewicht 712 gr. pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin. Sept. 176—173. Okt. 178—173¾—173. Dez. 187. März 198 3; Haser, mit Normalgewicht 475 gr. pro L. vom Kahn oder vom Speicher Berlin, Sept. 154, Okt. 156—155½, Dez. 168. März 180. Mannheimer Produkten. Weizen inl. 243—25, do. ausl. 299—304, Roggen inl. 16¾—17. Haser inl. 15¾—17. Braugerste, bad. u. württemb. je nach Qual. u. Erzeugergebiet 21½—23¾, Futtergerste 17—18. Weizenmehl Spez 0 Sorte 1 Sept.=Dez. 40, Weizenmehl südd. Auszugsmehl Sept.=Dez. e4. südd. Weizenbrotmehl Sept.=Dez 26, Roggenmehl 70—60 Prozent Ausm. 272—28¾, Kleie seine 6—69, Biertreber mit Sack 10—10½, Raps neuer 28. Leinsaat 33½. Tendenz: äußerst Moiseikkurse Canode 1 Can. D. Stambul 1 9. England New Pork 1 D. Au or„Onerto“. Uruguan 1 Stopf. Holland 100 Guld. Athen 100 Drach. Belgien 100 Belga Budapest Danzig 100 Guld. eeland 100 M. ten 100 Lixe 1002 Lissabon 100 Edc. Oelo 100 Kr. Paris 100 Fr. Prag 100 Kr. Riga. Schweiz 100 Frk. Sofia 100 Leva Spanien 100 Pes. Schweden 100 Kr. Talien(Estland 100 Schill. 25. Sept. I 24. Sept.## Geld Brief 1.507 4.199 2.078 20.3 Geld Vrief 1.51 M 1.508 1.512 4.2071 4.196 4.204 2.0821 2.073 2.077 20.90 20. 20.387 20.42720.381 20.421 4.194 4.202 0.433 0. 3.427 2. 109.41 5.435 5.4455 73.6 81.68 10.58 22.02 7.444 4.19F 4.203 0 438 0.4-40 3.427 3.433 169.16 160.50 5.445 5.455 58.47 73.42 91.52 10.56 21.98 7.430 112.26 112.49 18.89 18.87 112.23 112.45 16.465 16.505 12.455 R2. 475 80.82 80.98 831.40 81.56 3.039] 2045 45.00 45.10 112 60 112.91 111 85 112.07 9.21 30.33 73.41 78.51 81.52 91.68 10.555 10.575 21.96 22.00 7.430] 7.444 112.23 112.45 18.83 18.87 112.17 112.39 6.465 56.505 12.45 M.47 20.80 80.96 81.37 82.53 3.039 3.045 44. 1 44.79 112.64 112.86 112.07 59.215 1.87 18.45 1 126 81.70 1 81.00 81.00 81.05 81.00 112.64 111.86 59.195 4.00 110.50 81 00 65.60 91.00 84.70 81.00 112.50 Berliner Börsenkurse vom 25. September 1930. Oie 25. 9. 24. 9. R R-Anle kons. An. Cemn u. Jankver Hand.-Ces Hyp.-Bank u. Priv.-Bk. Oermst. u. N. Deuteche Bank Dr Hyp.-Bank Dickonto Komm. Dresdner Bank Mitteid Creditb. Preuß. Bod.-Bu Prs. Centr.-Bd. vp. A.-B. 87.25/87.25 109.01 131.3132.8 210,0s210,0 121.3|122.0 65.5/169.0 118.0s118. 137.0 1 113.81119.0 153.0 151,0 87.01187.0 70.5720 79.00 81.37 „Dechd Dis. 25. 8 24. 9. Adeunae Norda Lloyd Eisenbahn Reichsbahn V.-A. Schantungbahn Hannov. Ströb Ereuereien Schultn. Patzenh Dortm. Akt. Dortm. Pltter Dortm. Unton Nuser Schlegel Scharp. Wickuler Kupper Seratige Industrie-Papier: Accumul.-Fabr Adl. Portl. Zem Allg. Fleistr.-Ges Annener Qußet Aussb.-Nürnd. Baicke Waschin. 0 S 79.87 81.87 26. 2. 24. 2. N. 2.8 2L.E Dtv. 26. 2. B#rag Basalt A. G. Bemb I. P. Berger I. Tiefd ann Elektr Geb. Hutt. 8 10 9 0 6 10 0 0 3 2 16 89.75/90.00 85.00 87.00 190.0/208.0 04.0196.5 217.0/219,0 212.0s218.0 154.0/— 195.5/196.0 113.91150 38.00/38,0 123.01126.5 umegse 13.51135 41.5041.50 31.00/32.00 80.25 149.0 158.5 165.01166.0 77. 5090, 240.0 151.0 Berl. Karter ind. Berthold Mezag. Bösperde Walz Braunk. u. Brik Buderus Eisen Byk Guldenw. Charlb. 9 asser hern. Ind. Gelck Cont. Caoutech Daimler Motor Dessauer Garg. Deutsch. Erdhl Otsch. Kabelwer. Otsch. Eisenhdig. Oynamtt A. Node Elektr. Lieferg. El. Licht u. Krat Eschw. Berg. ssen Steink. I. G. Parbenind Feldmuhle Pap heiten* Gutll Frktt. Masch. P. a W Friedrich nitte Geisenk. Berg Germania Zem Ges. f. elekt. Unt T. Goldschmidt ruschw. Jent utmann, M. l#chethal Draht 0 50,50 52.00 A 28.,0079.0 5[37.50/37.25 10 1146,51146.5 6 /33.7555.25 6 45,00/46.25 7½83.75178.0 5 49.50/50.00 9 0 0 6 0 7 ∆ 10 10 3 12 137.0 12 /122.3 7¼98.75 4 /20,00 126.8/130.5 26.00/25.87 18.51123,0 64.75 66.50 61.25/63.50 4955 50 63.0)/67.30 18.5/120.5 126.0s1310 205.0/212,3 41.3 125.0 101.8 9— 8 99.25 4 /93.00 10 126.5 3 444.62 100 93.0091.25 131.0 146.87 5 68,50 58.00 0 17.30 17.50 8 71.00172.50 #4. 2 A HammertenF Hannor Masch. Harpener Bergb Hilger Verzinkerei Iülpert Masch. irsch. Kupfer oech Eis. St olzmann Pha Horchwerke lutschenr C. M lutschenr Lor llse Bergbau Industr aabau Kahla Per all Ascherslen Karstadt Rud. Klockner Wk. Köln-Lindentn. M Köln-Neuene. 5 Köln Gas u. El. Kärting, Gebr. Kronschröd G (Agperednerh Lahmeya& Co. aurahutte Lindes Liem. Lindström. Car dewe& C udensch. Met. MaLdb. 86.00/85.00 102.3/1025 —.— 88.00/93.25 52.0052.00 76 88 76.75 190/—.— 76.00/80.25 75,75/77.00 34.25/34,12 6¼53.00/52.50 77.0077.00 214.8/214.5 —.— 35.005.0 19 92, 7½77.50/80,87 (53,00525 37.00 30.00 103.8 101.3 104.51106,0 41.31145 801825 49.3s14 470.0·470,0 49.00 K 30 Ia 00 20 00 Hagirus E. O. Wannean.-Röhr Mannsteld. Bergy) Mech. Web.-Lind let-Bk. u. Meta Neyer H. a Ce Wir& Cenest. otoren Deutz Mülheim. Bergb. Tational-Aut. adonzellstott eck uwerke vordd. Kabel „ Wallk vor dw. Kraftw. Oberschl. Eb. Bd „ Kol: renst. à K. Peter: Union Phoenin Braunk. olyphonwerke Prestowerke Reisn. Paptert. hein. Braunk. " Elektrizttst " T. Eiahn. " c.Kalv. „ V. Sprget chein Stahlw. 0 7 7 10 8 12 8 3 8 0 10 9 10 8 7 6 7 6 0 6 20 0 10 10 10 8 17.5017 250 74.37/74,87 0 78,75/78.00 975090 2.0112 128,0s128.0 69.00/60,00 85,0/65.50 11.871250 60.000,00 121.0/121,0 31,0s13½ 65,0/6700 157,0156.0 41.00.25 78.00 51.00/52.00 75,25/78, 51.00152 eigedgn 155.5 6 1c 10P 05.5 153.5 78.75 74.00/00.50 184.0 125.0 105. 132.0 At 25 Kochdergraben Rutgeruwerke Sachsenwerk * Th. Portl. 2. Satzdett. Kan Sarott. Saxbdis Port1.-7. Schering chem. Schubert-Salz Schuckert& Co Se weim. Eisen dlemene Stollberg, Zinich Stollwerck Thert’s V. Oel. Tietz, Leouhard Ver. D. Nickelu " Glansst. Elb Stahlwerke & Haeffn Warstein, Gebr Wamerw. Geis. Westerregein Alk. West. Diunend. Wieking. Pr41.-7. WitteneLellston W. Vost 153.0 141.8 125.5s125,5 9104810 75,0/181/8 63,0061 0 ∆94.0 KLe 90 123.5122 13 190.01105 71,007125 1501. Kummer 263 Freitag, den 28. September Jahrgang 1930 Aufgehobene Stillegung in Gelsenkirchen Die Gelsenkirchener Wagenwerksstätte bleibt beslehen (—) Untagst berichteten wir über das Vorhaven der Eisenbahndirektion Essen, die Wagenwerkstätte Gelsenkirchen=Hbf. zum 1 Oktober zu schließen. Wir haben gleich, darauf hingewiesen, daß dieses nur eine Maßnahme vom grünen Tisch aus eir könne, da ein jeder weiß, daß bei einen täglichen Wagenaufkommen von 70 Stück eine Unrentabilität bei etwa 30 Arheitskräften nicht vorgeschützt werden kann. Wer die Wagenwerkstätte im Hauptbahnho# Wanne Eickel kennt, weiß, daß diese nicht nur allein schlecht gelegen, sodern sogir räumlich unpraktisch ist. Leider sind durch die Stillegungsverfügung bereits einige Belegschaftsmitglieder zur Entlassung gekommen. Wie wir erfahren konnten, baben sich die hiesigen an der Stillegung interessierten Kreise gegen die völlig ungerechtfertigte Maßnahme der Direktion gewandt und erreicht, daß die Stillegung nunmehr wieder ausgehoden wurde. Es wäre zu wünschen, ong die bereits entlassenen Arbeitskräfte sofort wieder eingestellt werden, um die soziale Noi nicht noch zu vergrößern. Neue Ausstellung in Gelsenkirchen Frösfnung der Hogiene-Ausselung (=) In der Langhalle der Gelsenkirchener Ausstellungshallen findet gegenwärtig eine Ausstellung der Landesversicherungsanstalt Westfalen statt. Die Ausstellung, die ge stern vormittag vor einem Kreis geladener Gäste durch Stadtarzt Dr. Weih der Oeffentlichkeit übergeben wurde, versucht an Hand von Bildern und Plastiken eine Uebersicht über hygienische und anatomische Fragen zu geben. Sie ist in mehrere Abteilungen gegliedert, die in klater und einfacher Fo.ge dem Beschauer ein gutes Bild über Vorgänge bieten, die geeignet sind. dem Menschen an seinem Körper und an seiner Gesundheit zu schädigen. Gleichzeitig läßt sie es auch nicht an eindringlichen Belehrungen und Verhaltungsmaßregeln sehlen, wie dem Unheil, das dem Körper droht, gesteuert werden kann. Die Ausstellung, die in dem ihr gegebenen Rahmen gutes Anschauungsmaterial bringt, verdient den Besuch aller, denen der Schun der eigenen sowie der Gesundheit der Mitmenschen des Nachdenkens wert ist. Die salsche Amerika=Erbschaft Jeknahme eies Heiratsschwindlers und Barlehusbettügers (— Am 12. September 1930 wurde in Selsenkirchen der Arbeiter Karl Hilscher, #ed. 19. 2. 79, Bad Kösen, festgenommen. Hilscher war bis vor einem Monat in Erfurt, Bülowstraße 1, bei seiner Ehefrau Martha ged. Wehrdorser, polizeilich gemeldet, hat sich aber hauptsächlich in Weißenfels a. d. S., Seibelstraße 19, bei einer Frau Hofmann, der er die Ehe versprochen hatte, aufgehalten. Nach seinen eigenen Angaben hat Hilscher in der Umgebung von Weißenfels und in Berlin zahlreiche Personen um Beträge in einer GesamtDie Straßenbahn fährt durch Die Unterführung bei Schalbe-Nord vollendet## Die Wagen der Oestischen jahren bis zum Hauplbahnhof Gelsenkirchen Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn endet vorläulig noch am Bahnhol Schalke-Nord# Wo blelbt der Viertelstundenverkehr? (=) Mit dem gestrigen Tage wurde ein Werk vollendet, dessen Entstehung und Bau die Gemüter der Stadtbürger lange Zeit beschäftigt hat, nämlich die Unterführungam Bahnhof Schalle=Nord. Dadurch ist es möglich geworden, eine direkte Straßenbahnverbindung zwischen Buer und Gelsenkirchen über Schalle herzustellen. Die„Vestische“ hat den Betrieb auf dieser Linie gestern ausgenommen. Die Wagen der Linie 12, der längsten Linie im Netz des Bestischen Kleinbahnen, fahren nunmehr bis zum Hauptbahnhof Gelsenkirchen. Damit ist eigentlich eine große Nord=Süd=Verbindung quer durch das ganze Emscher=Lippeland geschaffen worden. Andererseits aber bringt diese Linie nicht die Verkehrsverbesserungen, die man nach der Fertigstellung der Unterführung erwartet hatte. Die Wagen der Bestischen verkehren vorläufig nur jede halbe Stunde. Die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn läßt ihre Linie 1 noch immer ein Bahnhof Schalle Nord enden, so daß man von einer Verkehrsverbesserung noch nicht reden kann. Schließlich ist die Unterführung doch hauptsächlich zu dem Zweck gebaut worden, endlich einmal die unmöglichen Verkehrsverhältnisse zwischen Gelsenkirchen und Buer zu beseitigen, eine Vorbedingung für das allmähliche Zusammenwachsen der beiden Stadtteile. Außerdem ist die Linie die große Zubringerlinie für die Ausflugsgebiete jenseits des Kanals. nämlich der Grünanlagen rund um Buer. Gerade um dieses edlen Zweces willen ist es notwendig, daß sich auch die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen zu einer baldigen Durchführung ihrer Wagen über Schalle Nord hinaus bereitfinden Verhandlungen sind dieserhalb schon im Gange. Um die Wagen der Vestischen mit Anhänger bis zum Hauptbahnhof Gelsenkirchen durchleiten zu können, ist es notwendig. am Hauptbahnhof einen neuen Gleisverbinder einzubauen, um das Umrangieren der Wagen zu ermöglichen Wenn aber die neue Durchgangsverbindung für alle Teile, auch für die Bevölkerung, nutzbringend sein soll, ist es notwendig, daß man die Tarise auf dieer Strecke einer Reoilion unterzeht. Zwar ist die Vestische mit ihren jetzigen Preisen etwas heruntergegangen, da man für die Strecke von Buer bis zum Hauptbahnhof heute 10 Pfg. zahlt. Aber auch dieser Satz ist noch zu hoch. Ein Näherkommen der Bevölkerung der beiden Großstadtteile Buer und Gelsenkirchen wird nur möglich sein, wenn der Fahrpreis so niedrig ist, daß er für alle Bevölkerungsschichten tragbar ist. Erst dann wird sich ein reger Wechselverkehr entwickeln können. Außerdem ist aber notwendig, daß die Zahlstreckeneinteilung auf dieser Linie geändert wird. Jetzt ist es so, daß man für die ganze Strecke den Preis von 40 Pfg. zahlt, von Buer bis Schalle Markt aber auch 40 Pfg., so daß man das letzte Stück eigentlich umsonst fährt. Die 30=Pfg.Zahlgrenze ist aber schon an der Hasenschenke, so daß, wer etwa zum Bahnhof Schalke Nord will, für die weitere Strecke von etwa 800 Metern noch einen Groschen hinzu zahlen muß. Das sind natürlich unmögliche Zustände. Die Zahlgrenze an der Hafenschenke muß beseitigt werden, und dafür am Bahnhof Schalle Nord angesetzt werden. Das wird wird sich auch für die vielen Buerschen Besucher der Spiele auf der Kampfbahn Glückauf nur vorteilhaft auswirken. Außerdem würden die Scharen Ausflügler aus Gelsenkirchen, die nach Buer fahren wollen, diese Zahlgrenzenfestsetzung nur freudig begrüßen. Heute ist es doch so, daß viele, jo sehr viele den Weg vom Bahnhof Schalle Nord zur Hasenschenke machen, um nicht den Groschen Fahrgeld für das kleine Stück zahlen zu müssen. Die Arbeiten an der Unterführung sind natürlich noch nicht so weit hergestellt, daß der allgemeine Verkehr durch die Unterführung hätte geleitet werden können. Das wird noch einige Tage dauern. Ueberhaupt wird hier in dieser Gegend noch viel zu tun sein, da noch manches einen halbfertigen Eindruck macht. Um die Ost=West=Verbindung Schalber Aerzte sordern eine Autobusverbindung (—) Vor mehreren Schalker Aerzten erhalten wir folgende Zuschrift: Wir haben die in der letzten Zeit durch die Presse veröffentlichten Artikel, die sich mit der Ost=West=Verbindung durch Schalle befassen, mit großem Interesse gelesen und können die darin geltend gemachten Forderungen nur Wort für Wort unterschreiben. Die unhaltbaren Zustände, die sich in den nördlichen Stadtbezirken durch das Fehlen einer jeglichen Querverbindung herausgebildet haben, werden namentlich von den Aerzten sehr unangenehm empfunden. Fast täglich ereignet es sich, daß man gu einem Kranken gerusen wird, der etwa in Heßler oder Bismarck wohnt. Nicht alle Kollegen sind im Besitze eines Privat= wagens. Wir dürfen wohl behaupten, daß es sogar Ausnahmen sind. Der größte Teil ist auf die Straßenbahn angewiesen, und was das bei der Umständlichkeit der Verbindung über den Stadtmittelpunkt gerade für Aerzte bedeutet, braucht hier wohl nicht weiter dargelegt zu werden. Die Aerzteschaft würde es darum lebhaft begrüßen, wenn wenigstens durch die Inbetriebnahme einer Autobuslinie mit regelmäßigem Fahrplan eine solche Erleichterung geschaffen würde. Wir sind der Ansicht, daß dieser Rotbehelf unter allen Umständen sofort eingerichtet werden muß. früher oder später wird doch der Zeitpunkt kommen, an dem sich der Bau einer Strabenbahnlinie als unumgängliche Notwendigkeit erweist. Die dahingehenden Forderungen der Wirtschaftlichen Vereinigung Schalker Bürger finden unsere volle Unterstützung und Befürwortung. Zusammenkunft der Koblenzfahrer. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Letzter kermin zur Anmeldung und Zahlung der Gelder.— Spottlehrabteilung: Die Kamer=den nehmen geschlossen an der Besprechung der Ortsgruppe teil.— OG. Ueckendorf=Neustadt: Sonntagvormittag 11 Uhr im eogl. Gemeindehaus, Scharnhorststraße, Avoell sämtlicher Koblenzjahrer in Uniform. Niemand darf fehlen. (—) Motorradfahrer rast gegen den Bordstein. Am Mittwochabend befuhr der Motorradfahrer Johann Kitthöfer, aus Wanne die Alleestraße in Richtung Rotthausen. In der Nähe des Hauses Leithe gelang es dem Motorradfahrer nicht, die Kurve zu nehmen. Er fuhr gegen den Bordstein und wurde mit schweren Kopfverletzungen ins kath. Krankenhaus übergeführt. Lebensgefahr besteht zurzei nicht. Nach den polizeilichen Ermittelungen ist K. zu schnell gefahren. (—) Ein„Abend des schassenden Volles“ in Gelsenkirchen. Samstag, den 27. September, nachmittags 6,30 Uhr, veranstaltet der Zentralverband christlicher Fabrik= und Transportarbeiter Deutschlanos im Kath. Vereinshaus Rotthausen, KarlMeierstraße, einen„Abend des schaffenden Volkes", bestehend aus zwei Filmvorführungen und einer Ansprache des Zentralvorsitzenden Peter Tremmel, M. d. R. Zur Aufführung gelangt zum zweiten Male der packende Arbeiterfilm:„Gesprengte Fesseln", ferner das 2. Reichsjugendtreifen der Christlichen Gewerkschaften in Köln 1929 Nus To### Ein Kennbahnbesucher zweimal bestohlen Die Diebe entkommen O Einem auswärtigen Besucher der Rennbahn wurde bei den Rennen am Sonntag ein Wettikett eines Siegerpferdes gestohlen. Die Gewinnquote betrug 10:150 Am Mittwoch=Rennen wurde derselbe Besucher wiederum bestohlen, und zwar wur den ihm aus der Manteltasche 60 Maik entwendet. Es wurden 2 Perionen verdächtigt und dauernd beobachtet. Es gelang auch, sie dabei abzufassen, wie sie erneut ein Opfer bereaben wollten. Sie wurden festgenommen. Es handelt sich um 2 Personen aus Bochum. höhe von über 30.000 RM betrügerisch geschadigt. Er gab sich den Darlehnssuchenden als reicher Mann aus, der in Amerika (Newyork) eine große Erbschaft für sich festliegen hade. Das Geld sei aber augenblicklich gesperrt, deshalb benötigte er Vorschüsse, um die Erbschaft flüssig zu machen. Um diese Vorschüsse war es ihm lediglich zu tun, denn er hat seinen Opfern Beträge in Höhe von 800 bis 8000 RM abgenommen. Er ist auch in zwei Fällen(Weißensels und Leipzig) als Heiratsschwindler aufgetreten. Im ersten Falle hat er eine Frau(Witwe) vollständig hörig gemacht. Diese selbst hat ihm ebenfalls, weil er ihr die Ehe versprochen hatte, nach und nach Beträge von über 10000 RM gegeben, welche sie sich teilweise auf Grund des Eheversprechens von ihren Verwandten geliehen hatte. Im zweiten Falle will er lediglich Frauen unterstützt haben. Mißtrauische Darlehnssuchende verstand er dadurch zu gewinnen, dan er die Vorschüsse an eine fingierte Adresse und mit seinem Absender z. B. nach Bremen schicken ließ. Dort war der Empfänger nicht zu ermitteln und somit gelangte das Geld nach einigen Tagen wieder an den Absender (Hilscher) zurück, der es nunmehr in Empfang nahm. Die Geschädigten ließ er aber im Glauben, daß der Empfänger das Geld erhalten hätte. Diese hatten je auch den Postabschnitt an sich genommen. Hilscher lat nach eigenen Angaben seine Betrügereien bereits seit 1925 begangen. Wilde Stoffhändler in Gelsenkirchen Eine Barnung des Junungsausschusses (—) Der Innungsausschuß Ges#enkirchen schreibt uns: Wir bringen soeben in Erfahrung, daß zurzeit in Gelsenlirchen Stoffhandler an den Türen vorsprechen und unter Anwendung von den verschiedenartigsten Tricks versuchen, ihre Stoffe abzusetzen. In dem uns gemeldeten Falle rat ein Händler auf, der Herren= und Damenstrümpfe zum Kauf anbot. Das Paar Herrenstrümpfe sollte 0.20 und Damenstrümpfe 0.40 RM. kosten. Nachdem der Händ'#r mit so geringen Preisen Einlaß bei den Familien gefunden hatte, erzählte er mit dem Hinweis auf mitgeführte Herren= und Kleiderstoffe, daß er englischer Soldat gewesen sei und daß er aus dem Nachluß des Besatzungslogers der englischen Armee eigroße Menge Stoffe zu verkaufen habe Er versuchte sodann, den Stoff an den Rann zu bringen, lieferte auch die Stoffe gegen Bezahlung prompt, verzögerte aber die Lieferung der Damen= und Herrenstrümpfe die ja lediglich als Lockmittel für den Stoffkauf mitgeführt wurden. A. E. werden die Strümpfe überhaupt nicht geliefert. Es ist dieses einmal wieder die bekanrte Art der wilden Händler, ihre Waren an raffinierte Weise zu veräußern. Wir haden von hier aus die verschiedensten Warnungen an die Bevölkerung ergehes lassen. (—) Sonderkurse an der Gewerbeschule Gelsenkirchen. Die Gewerbeschule Gelsenkirchen wird ab 1. Oktober einen Sonder kursus für Stickerei und verwandte Techniken einführen. Damen, die Inseresse an selbständiger künstlerischer Arbeit haden, ist dazu Gelegenheit gegeben. Meldungen nimmt das Büro der Gewerbeschule in Gelsenkirchen an. —) Turn= und Sportabzeichen für Gelsenkirchener Sportler. Vom Reichsausschuß für Leidesübungen wurde nach Erfüllung der 5 Leistungsgruppen den Sportlern August Hedrich, Eichenkrenz Hüllen, Wilh. Breckenkamp, Paul Kulick, Willn Seega und Willi Kapteina von Schalte=West=Heßler das Deutsche Turn= und Soortabseicher verliehen. Das Reichsjugendabzeichen erhielt Ernst Adam, C. V. 1. M. Gelsenkirchen und Hermann Erzanna, Eichenkreuz= Schalke=Heßler. (—) Messerstecherei in Bulmte. Am Mittwochabend gerieten in der Heysestraße in Gelsenkirchen=Bulmke drei betrunkene Personen miteinander in Streit. Einer der Beteiligten, der Bergmann Gustay K. aus Gelsenkirchen=Ueckendorf wurde durch wei Meiserstiche verletzt und mußte zum Krankenhause geschafft werden. —) Der Stahlhelm. V. d. J. Sellenkirchen, Gau Gelsenkirchen: Montagabend 8.30 Uhr bei Nettedeck Ortsgruppentüb erbesprechung. Von jeder Einheit muß ein Vertreter anwesend sein.— Och. AltstadSonntagvormit tog 11 Uhr bei Oehler letzte O Ein schönes Pflänzchen. Der Fürsorgezögling K. aus Horst, der wiederholt mit den Strafgesetzen in Konflikt geraten ist, befand sich bis vor einigen Tagen in einer Fürsorgeanstalt. Hieraus entwichen, räumte er seinen Stiefeltern in Horst nachts den Keller aus. Die Diebesbeute bestand zum großen Teil aus Lebensmirteln. Die Beute wurde zu einer bekannten Familie transportiert und hier restlos verzehrt. Der Einbruch in die Trinkhalle an der Schrebergartenkolonie kommt auch auf sein Konto. Verantwortlich für Politik. Provinz und Vermischtes: Will! Witt: für Lokales. Sport und Feuilleton: Paul Klose: für Theater. Konzerte und bildende Kunst: Dr Devenheuer: für den Anzeigenteil: Rudolf Heing: sämtlich in Gelsenkirchen=Buer. Berliner Schriftleitung: Karl Fischer Berlin. Wilbelmstraße. oe Das Haus des„Jao Süß“ wird Einem Straßendurchbruch in der Stuttgarter Innenstadt wird ein Haus, das in der Geschichte Stuttgarts und Württembergs einst eine große Rolle gespielt hat, zum Opfer fallen: das Katharinenstift— einst das Palais des„Juden Süßz“. der in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderto als württembergischer Finanzminister eine unheilvolle Rolle spielt konnte, bis ihm der Prozeß gemacht wurde und er da wir nicht nur überzeugt sind, ondern auch in den meisten Fällen die Erfahrung machen mußten, daß der Käufer stark üdervorteilt war. Einem Laien wird troß seiner Meinung, auch Stoffe beurteilen zu können, in den häufigsten Fällen ein wehl gut aussehender, aber in der Qualität und Haltbarkeit minderwertiger Stoff von den wilden Händlern in die Hand gedruckt. Die Erfahrung aber machen sie erst dann, wenn sie dem Stoff einem Schneidermeister ode: einer Schneiderin zur Verarbeitung geben und ihnen vom Fachmann über die Anderwertigkeit der Qualität Aufschluß gege den wird. So ist es vorgekommen, daß der Fachmann glatt erklärte, daß es zu###de für den Machelohn und für die Zutaten sei, den Stoff zu verarbeiten. Bedauerlicherweise trifft aber dieser Verlust in den meisten Fällen gerade die minderbenittelte Bevolkerung, die den größten Wert darau legen sollte, gute, haltbare Kleidungsstücke zu kaufen Wir richten auch heute mit dem Hinweis auf odige Ausführungen eine Wir nung an die Bevölkerung, doch dem wilder Händler die Türe zu weisen und von disem nichte zu kaufen. Gleichzeitig ader sprechen wir die Bitte aus, stetg beim Fachmann zu kausen, z. B. Stoffe bei dem Schneider over der Schneiderin, die ihrerseits auch wieder die Gewähr für die Qualttät leisten und in der Preisgestal tung bestimmt don Stoffhändlern unter Berücksichtigung der Qualität weit üderlegen sind. In Amerika begeistert empfangen Diese Genugtuung hatte der amerikanische Zeitungskönig William Randolph Hearst (Mitte— im hellen Anzug). Bei einem Besuch in Paris wegen der Veröffentlichung des französisch=englischen Flottengeheimvertrages aus Frankreich ausgewiesen. wurde er bei seiner Rückkehr nach Amerika in Newnork wie ein Tr•:= sangen. Rummer 263 Freitag, den 26. Geptember Jahrgang 1330 Haken u. Schwinger Bouring Geveisberg— 30 Schalbe 00 6:6 Der Verlauf der Nevanchekämpfe Die Boxabteilung des Westdeutschen Meisters Schalke 04 konnte den Boxring Gevelsberg 1927, bei dem sie am vergangenen Samstag als Gast weilte, diesmal nur ein Unentschieden abringen. Nach einem Einleitungskampf im Jugendpapiergewicht zwischen Hoppe 3 und Flüsse, der unentschieden endete, stellten sich dem Ringrichter zum ersten Klubkamp Hoppe 1(Gevelsberg) und Niese (Schalke). Trotzdem Hoppe mindestene 5 fund Uebergewicht hatte, lieferte Niese einen scharfen Kampf, welcher von Hoppe knapp nach Punkten gewonnen wurde. Im Bantamgewicht starteten Misch (Gevelsberg) und Kowalek(Schalle). Der junge Kowalek, der als Ersatz für Nickel kämpfte, gab sich erst nach der dritten Runde nach Punkten geschlagen. Den ersten Sieg für Schalte 04 erkämpfte im Federgewicht Plewa gegen Tonetti(Gevelsberg). Alsdann kletterten im Leichtgewicht Rinker 1(Gevelsberg) und Rogall(Schalke) durch die Seile. Der Schalker schlug aus allen Lagen, zeigte jedoch in der dritten Runde etwas Luftmangel, so daß der Kampf unentschieden endete. Es folgten zwei Einlagekämpfe. Der erste zwischen Streutzner(Hagen) und Henkel(Gevelsberg) endete unentschieden. Den zweiten Einlagekampf bestritten Hennemann(Hagen) und Sommer (Gevelsberg). Sieger durch Aufgabe Sommer. Im weiteren Verlauf des Kludkampfes traf im Mittelgewicht Rinker 2 (Gevelsberg) auf Kalina(Schalle). Kalina, entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten, griff den Gegner gleich stark an und konnte auch verschiedentlich gut rechts landen. Jedoch war der Gegner auf der Hut, und zog durch Aufwärtshacken wieder gleich Im letzten Kampf, Weltergewicht, standen sich gegenüber Hannke(Gevelsberg) und Murach(Schalke). Murach konnte den letzten Kampf des Abends für sich verbuchen. Die Gevelsberger stellten keinen Halbund Schwergewichtler, so daß Niedzolka 2 und Wollmann nicht anzutreten brauchten. Die Boxabteilung des Fußballklubs Schalle 04 hält jeden Dienstag und Freitagabend ihre Trainingsstunden ab, wozu sämtliche Sportfreunde herzlich eingeladen sind. Im übrigen kommt die Boxabteilung in allernächster Zeit mit einer großen Trainingsveranstaltung heraus. An dieser Stelle sei schon jetzt bemerkt, daß der erste Klubkampf der Boxabteilung des Fußballklubs Schalle 04 am 11. Oktober d. J. um 8 Uhr abends in der Ausstellungshalle gegen den Voxsportklub Herne stattfindet. Unsere Veraussagen beppegerten 1. Rennen: Schwarzdorn— Ate— Rosmarin. 2. Rennen: Lystas— Silberling— Rosenau. 3. Rennen: Lehnsherr— Metrodorus — Tenerisse. 4. Rennen: Fandem— Wasserquelle Heidekönigin. 5. Rennen: Boniburg— Herakles— Reichsmark. Momentbllder von der Horster Rennbahn Das Horster September=Meeting hat mit seinen zwei Renntagen einen Verlauf genommen, der in gewisser Hinsicht als sensationell zu bezeichnen ist. An beiden Renntagen wurden in den Hauptprüfungen Außenseiter Sieger. Unser Photograph hat einige interessante Bilder aus dem September=Meeting festgehalten, die blitzartig verschiedene Momente aus den beiden Veranstaltungen beleuchten. Bild 1 gibt einen interessanten Ueberblick über die 1. Tribüne während des Rennens. Man sieht, mit welchem Interesse die Besucher den Verlauf des Rennens verfolgen und in welchem Maße sie an dem Ausgang „beteiligt“ sind. Im zweiten Bild steht man einen gut gelungenen Augenblick vor dem Start zum Bungard=Ausgleich. Neun Pferde stehen vor der australischen Startmaschine in einer Linie und werden gleich vom Start abgelassen. Das dritte Bild gewährt einen Einblick in den„Betrieb" vor dem Rennen. Die Reiter werden durch ein Glockenzeichen zum Ring gerufen. Auf dem Bild steht man ganz vorn den Jokey Pinter, der am Mittwoch vier Siege errang. Dahinter geht Trainer Morawez mit dem Jokey Rastenberger. Das vierte Bild bringt eine Szene vom letzten Sonntag, wo Volumnius die Horster Meile mit Pinter gewann. Das Bild zeigt Volumnius kurz vor dem Ziel. Pholo Ahron, Buer Wollen Sie lange und angenehm ieben?. bann: Immer mit Ruhe und Kaffee Hag! Schauburg, Buer Im 1. Oktober, abends 8 Uhr: Zigeunerbaron Meisteroperette von Johann Strauss 3.30 Uhr 10— 1 Uhr KV. 206 55. Billige Lebensmittel! Wefff. Plockwurst vm 1.45 Blasen=Schmalz## 0.68 Amerik. Schmalz#m 0.65 Tafelscr Pfud 0.34 Salatöl su 0.54 Erdnußöl au 0.78 Spec durchwachsen Pfurd 1.13 Margarine....... F 0.34 Zuce Pn# 0.24 Mengenabgabe vorbehalten! Sammeln Sie unsere Rabattmarken! Röper Kleinschnitiger 125 Verkaufsstellen Magen= und Darmschwäche 1 Reichele feine 8an — Zeitiang wurd — Belebung Apocheten „Meste Medice“. Autfübrundsseilen 2,45, 5, 54, 6.55 Uhr Das Experiment ist gelungen! Neuschen am Sonntag Ein Sonntags-Liebeseriehnis am Wannsee bei Berlin. 6 Akte Musik ohne Instrumente Ein Kurzionfilm. Losispiel— Wochenschan— Kutburihn Ein Fim um de Bewährungstrist, sehr seitgernäß, die ganse Welt sicht eugenblicklich mit einem Fuß Iin der Bewährungstrist. Selfe Geisenkirchen, Bahnhofstr. 53, neben Alsberg Heute die große Tonfilm-Premiére! Capitol- Besucher fliegen diese Woche über Gelsenkirchen nach Köln oder sonst wohln nach treier Wehl des Gewinners Jeder 300. Besucher erhält während der Leutzeit des Fllmes Z 1044 an unserer Kosse einen Freiflugschein der deutsch. Lufthansa Essen Jeder Gewinner kann noch seiner Wahl einen Freitlug eustühren. und hören de in Dreufführung für spannend, ergreitend hinreibend, wuchtig Z1044letzteFahrt Kapitän Halls große Liebe Die Sturmfahrt des Luftschittes durch Schnee und Eis zum Südpol! Wie seinerzeit bei Nobile s0 auch hier wieder: Schiff und Mannschaft verloren, wie durch ein Wunder nur 2 Mann gerettet. Eine Spitzenleistung In jeder Beziehung, die,— wie sellen ein Film— den ungetellten Beifall vom Publikum finden wird Dieser Film bleibt ein einziges großes Erlebnis Freiheit in Fesseln (Gewöbrungstrist) mit: Apollo-Theater Gelsenkirchen Sprechu. Tonfilm-Première! Gretl Theimer, Ernst Verebes, Camilla von Hollay, Paul Vincenfi, Albert Paulig. Julius Felkenstein, Leo Peukert u der 1o0Sigen Tontiülmopereite uus der — S5r Jeee ieuTecmfeserette (Ich hab’ im Treum deine Liopen besessen) 10 wundervolle Akte nach der bekannten gleichnemigen Operette LIAREEPPA EARA Eine Geschichte, die teigi. wie man un Sailel und bei Franen das Rennen mecht. Herrliche Aufnahmen aus der Pussta mit einem spannenden Celkoerennen— Csardasklänge! Baronese Terka ist die schönste Majoratsberrin von ganz Ungern. Ste verliert Ihr Herz an einen unbekannten Reiknecht, der Nummer 263 Freiteg, don 26. September Jahrgang 1330 Buer, gegenüber dem Retheus, Tel. 30655 Wir fahren mit den Großdarbletungen fort und bringen eb Freiteg, den 26. September, den 100sigen Ton- und Sprechtlim OaS-BAEINLANOmGOEE mit Grell Berndt, Lucie Englisch, Werner Fütterer u. 8. ALICE TERNV· NAN PETROVITCH: SWP P n Ein Film voller Spennung, ein Fllm, den jeder gern sicht Das große Belprogramm m Palast-Café Buer Dle prominente Unterhaltungsetätte Heute ab 8 Uhr auf vielseltigen Wunseh u. des großen Ertolges wegen W ederrholung des Rheinischen Stimmunosabends verbunden mit Wunsch-Abend U. s. Die große Weltfahrt des Graten Zeppelln In den Räumen des Palast-Cafés. Neue Sonsallon für Buer! Ausgetünrt von dem führenden und Thee Straherg erlolgreichen Künstler- Orchesie, UNeU Staberg Oratisvertellung von Ballons, Liedertexten, Studentenmützen usw. Kunst— Gesang— Stimmung— Humor Nöch nie Se Silli! M W Felnsias Erümass-Taleia 95. a Mar garien mail Sair * Hich ger isc iint omt ****„ p r o P l u n d a Margarins ohne Saz 17 pro Pfund—“ Kohosten, Marhe Howinel 93 go Pfund Fer Grobverbraucher und Wiederverkäuter Seilen-Schälzlein Zurück Dr. Caro Buer, Giedbecher Straße 12 Bekanntmachung Die Hebelisten über die für das Rechnungsjahr 1930 zu entrichtenden Handwerkskammerbeiträge liegt für den Stadtteil Gelsenkirchen im Hanz=Sache=Haus Zimmer 407. für den Stadtteil Buer im Rathaus Buer. Zimmer 52, für don Stadtteil Horst im Nathaus Horst. Zimmer 24. vom 29. September dis 13. Oktober d. J zur Einsichtnahme der Beteiligten während der Dienststunden aus Gelsenkirchen, den 24. Sept. 1930 Der Oberbürgerweister. Ihre Jumge sättigt.. nährt sie abber auch? Suppe sollte mehr leisten, als bloß den Magen zu füllen. Verwenden Sie die nahrhafte, wohlschmeckende Rama Margarine zur Zubereitung! Erst zum Andicken und dann noch ein Stück in die brodeinde Suppe! Aber Rama allein ohne Belmlschung anderer Fette, denn sie enthült die wertvollsten Aufbaustoffe In reinster und verdaulichster Form. So erzielen Sie eine schmackhafte Suppe, von der jeder einzeine Löffel Kraft und Gesundheit gibt Apollo-Theater Buer Unser Progremm sich: im Zeichen eines der aröbten und spennendsten Fllmwerke dieser Seison Unter dem Protek loret der Deutschen Ligs für Menschenrechte. zeig Peter Martin Lampel Giftgas Menuskript, N. Archl, Vertasser von„Mutter“ und„Des Ende von St. Petersburg“. Mit Hans Stdwe, Lisel Arne, Frits Kortner Vere Berenowskale und Altred Abel Einen der gröbten deutschen Schwinke mit der prominentesten Besetzung zeigen wir unter dem Titel: Eine folle Nacht Ossl Oewelda. Horry Liedtke. Mire Hildebrandt, Hermenn Picha. Helle Kürthp. Henry Bender Peul Vestermeyer. Vilhelm Bendort. Ferdmand Donn und Bobby Bend Wie stets das gute Beiprogremm heutige Rundfunkprogramm Rundsunk=Vrogramm Roln 1227 und Laugenb=“: 73) Zwischensender: Auchen 227. und Münster(227). Gleichbleibenbes Ab. tiege v. eut lam. 6.45: Leibes übu O 7: Schallvlatten. v 1015. Schallplatten. S 10.30 — Schulsunk(auber Mo. u nde 11.20: Schulsunk laußer Di.) O 12.10: 43 platten S 12.50: Wetter. 12.55: Nauener Zeit. O 13.05: Mittagskonzert. c 15.30: Wirtschaftsberichte c 16.25: Zweite Wirtchaftsmeldungen laußer Samstags) O 18.50: Vom Tage(auder Sa.,# 19: Wirtschaftsmeldungen und Wetter. Freitag. 26 September. 7.30: Brunnenkonzert aus Bad Salzuflen. 11.20: Schulfunk: Englische Untervallung. 15.00: Els Vordemberge: Bastelstunde für die Kleinnen. 15.50: Dr. Hans Behle: Mitteilungen aus dem Schulfunk. 16.00: Meister des Reiseberich ks. Thomas Mann: Unterwegn 16.25: Baul Westheim: Wozu neue Kunst? 16.45: Jugendfunk. 17.30: Vesverkoniert: Für Jeden etwas. 18.30: Pros. Dr. Gumbel: Betrachtungen zur Strafvollzugsstat 19.15: W. Stern: Kommunale Aufgaben und Jiele im lungsbau. 19.40: Universitätsorofesson Dr. Kuske: Die außertrovischen der Südamerikas. 20.00 Musikolisches Durcheinander. Anschl.: Nacht musik und Tanz. Vegen der enormen Unkosten für dieses Prosramm, haben wir die Eintrittspreise wie loigt erhöhen müssen: Erwerbelose Mk. 0.40 und 0 60. Einheitspreise Mh. 0.30, 1.00 Heute nechmittag 16 Uhr wird im städt. Mussum Georgsheus. Geisenkirchen eine Slädusche Kunslausstellung Miinininnsantinstiintinnmmmnmmmm mit Gemnälden des heimischen Melers Nengelken eröftnet. Die Ausstellung deuert bis einschleblich Sonnteg. den 19. Oktober 1930 und ist geöttnet Sonnteg: von 11 bis 13 Uhr Werktags von 16 bis 19 Uhr Modernes Theater Buer Das Don-Kosaken-Lied: Kaufhaus Pleite Lustepiel Kulturflim Wochenschen 7 Eintrittspreise 0.50, 0.80, 1.00 Mh., Erwerbelose 0.30 Mk Stadt-Haffee Buer Somsteg Heiterer Abend, Konsert und Tans/ Kopellmeister Wegner mit seinen Sollaten, Dortmunder Union-Bier Mabige Preise Jahrgang 1330 den 29. September USTEEE AE TON KNESEIE UHN RA IEEEITE MRRTANAIBNILT AENE SERLRNU KCE S TLANSE TEE IE AII AENE EIEMMETEE UIIE AZTESLLALRTKRIT HENE NETTE HAE IIEFRANSTEAN I Ae ANE EESEN K Billige Lebensmittel Frisch-Fleisch Suppentleisen. Pfund 907. Bratentleisen. Piund 1.10 Roastbeef.. Pfund 1.40 Schwoinebauch.. Pfund 9On Schinken Plund 1.08 Kotcletten Fiund 1.20 Täglich trisches Obst u. Gemüse zu billlasten Preisen IU Göanet mir die ew'ge Rah. Denkt vas in gelltien habe Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unertorschlichen Ratschlusse getallen. heute morgen 1.30 Uhr meine liebe Gattin, unsere gute Mut“er, Schwiegermutter. Grobmutter. Schwester, Schwägerin u. Tante, die wohlechtbare Frau Elisabeth Thlel geb. Echert zu sich in ein besseres Jenseits abzuruten. Sie stard nach langem, schwerem Leiden. im Alter von Ss jahren, ruhig und gottergeben. In tieter Treuer Fritz Thiel, nebst Kinder und Anverwandte. Buer. Saarbrücken. Essen, Karnep, Sterkrade. den 24. September 1930. Die Beerdigung ündet stalt am Samstag, den 27. September 1930. nechmittags 3.30 Uhr, vom Treuerhause. Horster Strabe 13, aus. Allen, denen aus Versehen keine Nachricht zuging. diene diese als solche Ein treues Mutterber: hat aufgehört zu schlagen. Hierdurch die traurige Nachricht, daß unsere liebe gute Mutter. Grobmutter und Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die Witwe Karoline Meuz Im Alter von 77 Jahren, in lesten Gleuben an Ihren Heiland, heute morgen um 3.45 Uhr santt verschieden lst. Um stille Teilnehme bitten die treuernden Femilie W. Heilma Familie Fr. Fischer Familte A. Klpp und essen. 1930 27. 15.63 UDr. vom T 46. aans sio!. eus Versehen keine Goft dem Allmächtigen hat es in seinem unertorschlichen Ratschlusse getallen, Mittwoch abend 12 Uhr. unser Innigstgeliebtes Töchlerchen, mein liebes Schwesterchen, Enkelchen, Nichtchen und Cousinchen Ingeborg Hessler nech plötzlicher, kurzer Krenkheit im Aller von 8¼ Jahren schnell und unerwartet au sich zu nehmen. Um stille Tellnahme bitten die treuernden Hinterbliebenen: Heinz Kessler u. Frau Auguste geb. Halzmann Wilme Kessler nebet Angehörige. Herten, den 24. Septemnber 1930. Die Beerdigung findet am Samstag. den 27. Sept., nechmittags 4 Uhr. vom Sterbehause Ewaldstraße 94 aus stalt Hausandecht ½ Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Evangel Frauenverein Duer=Dachhausen Die Beerdigung unseres Vereinsmitgliedes Ehefrau Güsad. Thiel, geb. Eckert, findet Samstag, d 27.9 statt 3 30 Uhr v. Trauerhause Horster Str. 13 (4 Uhr auf dem Friedhof in Beckhausen.) Der Vorstand. Erleger und Landwehr=Verein Einladung zur versammlung am Sonntag, 28. Sept., 11 Uhr vormittags, im Vereinslokal Hotel zur Post Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorsiand. (usmetne) Industriekartoffeln hat ruten= und zentnerweise abzugeben Franz Wiedringheus Buer=Hassel. Tel 30728 Günstiges Angebel a Fanos In allen Preislag. dar unter last neue Resoval- Plano: preisw. unt. günst. Zahlungs beding. abaugeben. Kulchachen Hotpianofabrik. ( Hostpeische) Sache gate Einkellerungs. kartoffeln nur wenn Markenfahrrad, welches billig abgegeden wird, in Jahlung genommen wird. 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