Jahrgng m# deunerslag den 29. Ma merkleid irt gemustert. Kunst. Georgette. rnster Aus** Berge 1en- Buer nillenlokal ab 3.30 Uhr zert Himmelfahrt) bei lorgens ab 7 Uhr onzert Matinee. 3.30 Uhr nkonzert. anda lusik. ermalbad— born Unna-Königsborn S. Okt. Beste Hellimatismus, Ischias. itis Erkrankungen erz-, Nerven- und zeitl. Sole-Inhalat. rkunft und Bäder. mentgeltlich durch Unna-Königsborn. nast kaufmann sucht chaft Bei gegenseitio, die ehrenwörtunter Nr. 870 an nkirchen, Klosterbeten. 0 busch 1930 ekirme: Rollende -Theater, 1.20, Anzeigen 1 immn 5 # um breiten Spalte O.14E wenswartt 0.30 R.=M Diese Zeftung erscheint tägl.(auch henntags) Bezugspreis durch die boten frei Haus haldmonatlich 2. Anzeigen 1 m Höhe in der von 0.40, u. 30 R.=M. Steflennsuche 29%— Dls am Kopfe Zeitung bekannigegebenen sellenpreise sind für Inserenten ##d Verlag rechtsverdindlich. pangsweiser Beitreidung oder onkurtverfahren ist der bewiligte kabatt hinfählig. Druck u. Verlag Boersche Druckereionts. G.=Buer General=Anzeiger für Gelsenkirchen=Buer und das Emscher=Lippeland Amtsblatt für den Stadttreis Geisenkirchen=Duer, Amt Westerhoft u. Gemeinde Dotsam. Verordaungsbiatt des Amtsgerichtsdepris Geisenkirchsn=Duer=A. Nr. 146/ 4d. J0. 7 19 Geschäftostellen: Gessenkirchen; Klosterstraße 13, Telephon 24439 Buer, de la Chevalleriestraße Telephon Horst=Emscher 43 u. 44 Horst=Emscher, Essener Str. 14 Tel. 347. Bankkonten: Commers und Privat=Bank A.=G., Flliak Gels.=Buer u. Spark. des Amtet Horst=Emscher. Keine Gewähr fl das Erscheinen der Anzeigen an bestimmten Tagen und Pätzen. Anfall=Unterstätzung in Höhe von 230 R.=M.— bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabder Versicherungs=Bedingungen Ruhe in Vombay hungerstreik der Anführer Ungenießbares Essen London, 28. Mai.(Drahtber.) Ueber die Lage in Indien berichtet Neuter: In Bombay herrschte gestern am späten Abend wieder völlige Ruhe. Bei Dharasana sind gestern abend zwei neue Abteilungen von Freiwilligen eingetrossen. 25 Freiwillige, die nachmittags auf der Station Dungart bei Dharasana verhaftet vorden waren, wurden später mit Ausnahme ihrer Führer nach Surat gebracht und dort freigelassen. Sie erklären aber, sie würden heute nach Dharasana zurückkehren. Die verhafteten Anführer der Freibilligen, die das Salzlager von Dharasana angegriffen hatten, Ambalal, Patel und Dr. Tribhurandas haben einen Hungerstreik begonnen und das ihnen gebotene Essen für ungenießbar erklärt. Dürre in Südwest Zwel Jahre der Hot Im ehemallgen Deutich-Südwehlatrika Hothandsmaßnahmen Schulerige Ablatzverhältnille für die Farmer Graf Zeppelins Weiterflug Sonnabend in Lakehurst Lebhafte Tätigkeit in Pernambuco :: Newyork, 28. Mai.(Drahtber.) Der Start des Luftschiffes„Graf Zeppelin“ in Pernambuco nach Havanna ist nach einer neuerlichen Mitteilung Dr. Eckeners auf heute früh 7 Uhr festgesetzt. Je nach der Wetterlage wird das Luftschiff in Havanna zwei bis vier Stunden bleiben. In Lakehurst ist ein Aufenthalt von zwei Tagen vorgesehen. Die Einzelheiten der Havanna=Route sind noch nicht bekannt, jedoch nimmt man an, daß das Luftschiff, un die Sturm= und Hitzezone in der Gegend der Amazonas=Mündung zu vermeiden, die Küste bei Natal verlassen und bis m 200 Meilen oberwärts der Mündung uuf nördlichem Kurs fahren wird. Mit der Ankunft in Latehurst wird am Sonnebend gerechnet. Auf dem Landungsplatz bei Pernam#o herrschte während der kühleren Abendkunden eine sehr lebhafte Tätigkeit. Brenn#off. Ballast. Lebensmittel und Post wurden an Bord genommen und das Gas tisch aufgefüllt. Die Gasauffüllung beenspruchte infolge der örtlichen Verhälteisse längere Zeit. Sorgen um den Bölkerbund " London, 28. Mai.(Drahtber.) Wie der diplomatische Korrespondent des Laily Telegraph" berichtet, ist man in Lölkerbundskreisen wegen der eotl. Wirkung der Denkschrift Briands auf den Völlerbund besorgt, da bei einer übertriebeen Europäisierung die südamerikanischen ind asiatischen Mitglieder ihr Interesse an en Bund verlieren könnten. Infolgedesin ist nach Behauptung des Korrespondenein schon früher einmal von Sir Eric Lkummond aufgestellter Plan wieder in Gesichtskreis der Betrachtungen gekuckt. Er sah im wesentlichen vor, daß entbrechend der Anzahl der Kontinente. eine Inzahl ständiger Ausschüsse der VölkerAndsversammlung geschaffen wird. d. h. Aondere Ausschüsse für europäische, asiaIsche und amerikanische Fragen. Diese Ausschüsse würden die Aufgabe haben, solFragen zu regeln, die nur die Staaten ees bestimmten Kontinents interessieren Bagner-Triumphz in Baris Vorstellungen in deutscher Sprache Paris, 28. Mai. Die deutschen Vigner=Vorstellungen an der Großen Der haben mit der gestrigen Aufführung „„Valküre", die den beteiligten Künsti einen beispiellosen Triumph brachte, Abschluß gefunden. Der Eindruck det erstmaligen Vorstellungen in deutSprache ist so stark und nachhaltig, nan damit rechnen kann, daß sie eine Einrichtung in den kommenden Ichren werden. Der gestrigen Auffühwohnte u. a. der französische UnterBeminister Marrand bei. Dertmund, 27. Mai. An der Türklinke „. In den Nachmittagsstunden hat „ de Ehefrau P. aus der Schlosserstraße # Türklinke ihrer Wohnung erhängt. gedlich sollen Ehezwistigkeiten der 70 zur Tat sein. Der Ebemann kam ## enstag fruy von der Nachtschicht nach und hatte einen starken Auftritt mit rar. Als er sich schlafen gelegt führte die Frau ihr Vorhaben, freidem Leben zu scheiden, aus. Die Deutsche Kolonialgesellschaft schreibt uns: Die zweite Session des zweiten Landesrates für Deutsch=Südwestafrika wurde am 25. April mit einer Ansprache des Administrators Werth eröffnet, in der er über die Maßnahmen der südafrikanischen Mandatsverwaltung gegen die durch die Dürre entstandene Notlage im Mandatsgebiet berichtete. Der Administrator führte aus, daß Südwestafrika nach einer Zeit der Wohlfahrt und aufsteigender Entwicklung nunmehr infolge des Ausbleibens des jährlichen Regens schon zwei Jahre nacheinander durch eine Zeit der Not gehe, die die Mandatsverwaltung zu umfassenden Notstandsmaßnahmen zwinge. Von der herrschenden Dürre sind besonders die Distrikte Warmbad, Aroab, Bethanien. Maltahöhe, Gibeon, Rehoboth, Windhuk, Okahandja, Karibib und Omaruru betroffen worden. Den notleidenden Farmern sind von der Regierung in den Distrikten Otjiwarongo und Eibeon neue Weideplätze zur Verfügung gestellt worden. Es ist die Gründung von Genossenschaften geplant. die Mittel für die Liquidierung der Schulden derjenigen Farmer bereitstellen sollen, die durch die Dürre besonders gelitten haben. Auch die Eingeborenen sind von der Trockenheit sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Besonders kritisch ist die Lage im Ovambo=Land. Die Mandatsverwaltung fürchtet ähnliche Zustände, wie sie durch die große Dürre in den Jahren 1915 und 1916 verursacht worden sind, und sie hat sich daher entschlossen, beträchtliche Geldmittel für Meliorationszwecke zur Verfügung zu stellen. Man hatte bereits im Jahre 1929 mit einer wirtschaftlichen Depression infolge der Trockenheit gerechnet und daher auch strengste Sparsamkeit in den öffentlichen Ausgaben geübt, so daß das Jahr 1929 sogar. mit einem kleinen Ueberschuß abschloß. Infolge der Depression in der ganzen Welt und der Dürre in Südwest wird der Etat des Mandatsgebietes im Jahre 1930 jedoch keinesfalls abermals einen Ueberschuß bringen und da auch der Diamantenmarkt zeitweilig zusammengebrochen ist, wird sich die Mandatsverwaltung genötigt sehen, ihre Ausgaben außerordentlich einzuschränken. Besondere Sorge machen der Mandatsverwaltung die geringe Aufnahmefähiakeit des Weltmarktes für die Erzeugnisse der südwestafrikanischen Farmwirtschaft und die schwierigen Absatzverhältnisse in der südafrikanischen Union, des gegenwärtig wichtigsten Marktes für die Kolonie. Es ist daher geplant, eine Kommission zur Prüfung der Absatzverhältnisse in die anderen Länder an der Westküste Afrikas zu entsenden, um die heute noch geringen Handelsverbindungen Südwests mit dem übrigen Westafrika nach Möglichkeit zu verstärken. Eine gewisse Hoffnung für den Wiederaufbau der südwestafrikanischen Diamantenindustrie bietet das am 1. Januar nächsten Jahres in Kraft tretende Uebereinkommen zwischen den großen Diamantengesellschaften einschließlich der Union###egierung, durch das die Menge der jährlich abzusetzenden Diamanten beschränkt und eine wirksamere Kontrolle als bisher erwirkt wird. Wesentlich ist, daß durch dieses Abkommen Südwestafrika in Zukunft eine größere Quote als gegenwärtig zuerteilt bekommt. Am Schluß seiner Ausführungen hebt der Administrator hervor, daß, obgleich die unmittelbare Zukunft für Südwest dunkel sei, das Land ohne Zweifel über die gegenwärtige Zeit der Depression herüber kommen und einer besseren Entwicklung wieder zugeführt werden könne. 3000 Ruderer in 600 Booten Eine Parade von 3000 Ruderern des Deutschen Ruderverbandes, die mit ihren 600 Booten am 24. Mai auf der RegattuStrecke von Grünau bei Berlin vor dem in Berlin tagenden Olympischen Komitee vorbeidefilierten. Deutsch-polnische Spannung Folgen des blutigen Grenzzulichenfalles Darhellung gegen Darhellung Allerhand soinliche wmkürlichkelten A Berlin, 28. Mai.(Drahtber.) Aus kleinen Grenzzwischenfällen sind wiederholt schon Kriege entstanden. Der deutsch=polnische Grenzzwischenfall wird zwar nicht zum Kriege führen, aber zu einer Spannung, die das deutsch=polnische Verhältnis auf lange Zeit stark beeinflussen kann. Schon jetzt heißt es, daß zufällig zeitlich die Verhandlungen über die Ratifizierung der Genfer Konvention und über die Ein= und Ausfuhrverbote ergebnislos abgebrochen seien. Weitere Spannungen werden folgen, da angeblich Polen eine Note an Deutschland vorbereitet und Deutschland schließlich nicht ganz schweigen kann. Polen behauptet, die deutschen Grenzbeamten hätten die Grenzrechte verletzt. Sie geben eine Darstellung, die von der deutschen erheblich abweicht und die sick in zwei Tagen auch wesentlich widerspricht. Deutscherseits wird augenblicklich eine genaue Untersuchung geführt, denn wir pflegen, in Anbetracht unserer Lage, keinen Streit vom Zaune zu brechen und unsere Schwierigkeiten nicht zu erhöhen. Es ist auch nicht anzunehmen, daß deutsche Beamte eigenmächtige Handlungen vornehmen, aus irgend einem Aerger oder Haß sich vergessen und die deutsche Ruhe in Gefahr bringen. Da wird mit unseren Grenzbeamten die besten Erfahrungen gemacht haben, hat man alle Ursache von vornherein das Recht auf deutscher Seite zu suchen und die Vorstöße Polens ruhig abzuwarten. Soweit eine deutsche Schuld überhaupt festgestellt werden kann, wird Deutschland Genugtuung geben. Wir werden aber auch verlangen können, daß Polen sich nicht aufs hohe Pferd setzt, sondern die Untersuchung im Geiste der Verständigung führen läßt und das Recht suchen hilft. Schließlich: es hat im Laufe der Jahre so oft deutsch=polnische Grenzzwischenfälle gegeben. Die Schuld lag immer auf polnischer Seite. Polen hat bisher selten eine große Achtung vor deutschen Hoheitsrechten gezeigt. Polnische Flieger haben sich so oft über die deutschen Grenzen„verirrt", daß man den folgenden Entschuldigungen nicht mehr recht glauben konnte. Besonders die Korridorgrenzen scheinen den Polen nicht sonderlich zu behagen, denn hier spielten sich die meisten Reibungen ab. Das scheint uns der Beweis zu sein, daß der Korridor, dieses Kuckucksei des Friedensvertrage, immer Brandherd bleiben wird und daß die deutsche Bewegung einmal Erfolg haben muß, den Korridor zu beseitigen. Richt nur freilich, um die Zwischenfälle aus der Welt zu schaffen, sondern um dem deutschen Lande wieder Zusammenhang zu geben und den Polen die Hoffnung zu nehmen, einmal könnte der Tag kommen, daß das Gebiet jenseits des Korridors mühelos in ihren Schoß falle. Man wird sich auch im Auslande mit diesem neuen Zwischenfall beschäftigen, wird diesmal vielleicht eine Karte zur Hand nehmen und die geographischen Begriffe etwas verbessern, deren Fehlen je allein die Ursache der Korridorschöpfung ist. Im Laufe der Zeit hat man bereit: in Frankreich Stimmen hören können, die die Korridorfrage als eine drennende Angelegenheit ansuhen und in dieser Schopfung der vier Weisen von Paris den größten Fehler des Friedens. vertrages erkannten und die Brennfackel eines kommenden Krieges. Deutschland wird den Krieg nicht vom Zaune brechen, wenn man auch in der französischen Presse bedenklich ist und von drohenden Wetterwolken am Friedenshimmel faselt. Deutschland wird aber vor allet Welt erklären müssen, daß es Wert darauf lege, die deutsch=polnische Grenzfrage ein für alle Mal klarzustellen. Es muß überraschen, daß seitens des deutschen Außenministers noch nicht die ernste Sprache gesprochen wird, die hier am Platze wäre. Wir denken uns, er hatte sofort die vielen volnischen Grenzverletzungen aufzählen und sie dem einen Fall entgegenhalten müssen, der jetzt den Deutschen zur Last gelegt wird. Ganz gleich, ob die Untersuchung zu Gunsten oder Ungunsten Deutschlands ausfällt. Die Welt müßte endlich wissen, wie willkürlich Polen mit den Grenzrechten verfährt, daß Uebertritte an der Tagesordnung sind, daß selbst geschlossene polnische Militärformationen schon über die Grenzen kamen, Gehässigkeiten immer wieder den Deutschen am Korridor begegnen und ein gewisses System darin liegt, Deutschland mit neuen Verletzungen herauszufordern. Es hat eine Zeit gegeben, da man in Deutschland sagte, zunächst müsse die Westfrage bereinigt werden, deshalb drücke man im Osten am besten ein Auge zu und warte ab, bis die Gelegenheit günstiger sei, die deutschen Rechte an der Ost grenze zu wahren. Jetzt sind wir wohl so weit, daß wir Ostpolitik machen können. Diese wird sich nicht allein durch sanfte und liebenswürdige Verhandlungen einleiten lassen, nicht allein durch dauerndes Nachgeben und Leisetreten, sondern durch einen energischen Schritt, so daß Polen erkennt, es sei besser, mit Deutschland an einem Verhandlungstisch Völkerrecht zu unterschreiben und die Unebenheiten der Ostgrenze zu revidieren, die vielleicht am meisten Gegenstand von Unhelligkeiten waren. Am besten wäre es schon, es gelänge Polen zu der Einsicht zu bekehren, auf den Korridor zu verzichten. Das deutscherseits hierfür Konzessionen notwendig sind, ist angesichts der Weltstimmung und der polnischen Einstellung selbstverständlich. Aber es müßte zunächst die Möglchikeit gefunden werden, das Korridorproblem überhaupt einmal zu einem Verhandlungsgegenstand zu machen. Bisher hat Polen alle Andeutungen, die auf deutsch=polnische Verhandlungen zur Behebung der Korridorschwierigkeiten hinwiesen, brüsk abgelehnt. Schließlich ließe sich aus Verhandlungen über einen Grenzzwischenfall, wie wir ihn vor uns haben, eine Ausdehnung dieser Verhandlung auf den ganzen Korridor ausdehnen. So sehr auch Polen einen steifen Nacken zeigt, geschickte Unterhändler könnten es schon dazu bewegen, das Problem anzuschneiden. Und wie im Westen ja nur in langen Verhandlungen, in stückweiser Berennung der fesselnden und knechtenden Verträge die endgültige Friedensabmachung zustande kam, so müßte es möglich sein, auch im Osten durch langsames Vorschieben deutscher Interessen die Beseitigung des Korridors zu einer aktuellen und schließlich reifen Angelegenheit zu stempeln. Zunächst haben wir uns entschieden, die polnische Entrüstung zu verbitten, selbst wenn das Recht nicht auf unserer Seite liegt. Wir sahen uns in mehr als einem Dutzend polnischer Grenzverletzungen im Recht und sind dabei nicht aus der Rolle gefallen, sondern haben den Verzeihenden gespielt, haben nicht von Konsequenzen gesprochen, sondern den Versicherungen in Warschau geglaubt, obwohl wir wußten, daß es nicht die letzte Entschuldigung sein werde und daß der„Irrtum“ sich bald wiederholen werde. Wie gesagt, ist die Liste der polnischen Uebergriffe so groß, daß der polnische Protest die deutsche Regierung nicht in Verlegenheit bringen kann. Sollte sich aber sogar herausstellen, daß auch dieser neue Fall nicht Ursache auf deutscher Seite hatte, so wird unser Auswärtiges Amt sich nicht mehr mit der alten Art der polnischen Grenzverletzungen begnugen können, sondern die Polen an den Tisch fordern müssen, um die Frage zu ventilieren. Was ist euch der Korridor, was wollt ihr mit den Grenzverletzungen? Deutschland hat etwas zu stark seinen Friedenswillen betont. Das hat den Polen zu großen Mut gemacht und dieses Mütchen muß doch einmal gekühlt werden, denn immer noch ist Deutschlands Großmacht und immer noch hat es sein Recht auf verlorenes Ostgebiet nicht aufgegeben. : Eisenbahnunglück infolge Wirbelsturmes. Durch einen Wirbelsturm wurde ein Schnellzug unweit Sahebpur Kamal (Bengalen) zum Entgleisen gebracht und stürzte um. Zwei Wagen 3. Klasse fielen die Böschung hinab. Zwei Personen wurden getötet und veer schwer verletzt. isanlagen Nummer 146 Donnerstag, den 29. Mai Jahegang 1333 Nummer 165 Der Vampyr Jahr. Kein Sonntagskleid. Nur einmal, vor kurzem, hat sie einen hellgelben Re genmantel bekommen. Dieser hellgelbe Regenmantel lockte dann den Vampyr, als er schon auf der Flucht war, zu einem Keiner der Nachbarn Peter Kürtens kann ihn genau beschreiben 7 Die Rendezvous auf den Rochusplatz. Dort ha „„„„ lben 1= ihn überwaltigt, zwolf Mann KriVislon des Kriminalisten 7 Eine verblüttende Vorstellung des Mörders minalpolizei... Sie muß aber einen be stimmenden Einfluß auf den Vampyr ge habt haben. Anfangs, als sie darauf kam, bewußt, einer, der viele Monate lang neben vergrub. Die Schaufel, mit der er arbei= daß er sie mit jeder herumgelaufenen Perdem Massenmörder arbeitete. Zugleich tete, haben sie in seiner Wohnkammer ge= son betrog, wollte sie sich scheiden lassen. muß er auch eine Art Haremspascha ge= funden. Ausführlich spricht er von der Da schrieb er ihr aus dem Zuchthaus: wesen sein. Täglich wies er mit sicht= Begegnung mit der kleinen Rosa Ohliger,„Wenn du mich auch verläßt, ist es aus barem Stolz eine neue Photographie vor deren mit Petroleum übergossene bren= mit mir!“ und so hat sie ihn, nicht verlasoder gar ein neues Medaillon. Die Pho= nende Kinderleiche hinter einem Bretter= sen. Nichts war sie im Cafe und nichts Rudolf Trutz schreibt im„Frankf. General=Anzeiger“: Wie sieht er eigentlich aus? Die ewige Problematik aller Zeugenaussagen wird dem Besucher des Düsseldorfer Vorstadthauses, da die Bestie ihr trautes Heim hatte, schauerlich klar. Im Erdgeschoß dieses Hauses Mettmannstraße Nr. 71 wird Peter Kürten als dunkelblond bezeichnet, im ersten Stock ist er tief schwarz und brünett im zweiten. Im Erdgeschoß rühmt man ihm, etwas unbeholfen, sein „markantes Profil“ nach, eine Treppe höher wird versichert, die Harmlosigkeit seines Aussehens grenze schon ans Ausdruckslose, indes den Mietern der zweiten Etage der stechende Blick dieser tückischen schwarzen Aeuglein— es können übrigens auch schwefelgelbe sein— schon längst als besonderes Kennzeichen aufgefallen war. Nein, es ist wahrhaftig kein Verlaß auf Zeugenaussagen. Nicht einmal die einsachsten objektiven Merkmale einer Personenbeschreibung lassen sich übereinstimmend feststellen, obwohl die Befragten seit Jahren mit dem Mörder unter einem engen Dach hausen. So ist es begreiflich, daß geübte Kriminalisten sich lieber selbst, aus instinktiv=schopferischer Phantasie, ein Bild vom Vampyr machen, als daß sie sich auf die Phantastereien der Nachbarn stützen, die hinsehen, ohne zu schauen. Merkwürdig aber wahr: seit vielen Monaten schon, noch längst, ehe man von der Identität des Massenmörders eine Ahnung hatte, hatten sie im Düsseldorfer Polizeipräsidium— dessen wahrhaft bewunderungswürdige Gesamtleistung in dieser umfassendsten Verbrechersuche unserer Zeit noch viel zu wenig gewürdigt ist— Ahnungen, wie der Mann, auf den sie Jagd machten. wohl aussehen müsse. Ahnungen... Anders läßt es sich nicht erklären, daß einer der führend beteiligten Kriminalisten mir schon vor Monuten sagen konnte: der Mann ist kräftig gedrungen gebaut, aber beinahe zierlich in seinen Bewegungen(die Art der Stichwunden, die die Opfer trugen, bezeugen solche blutige Zierlichken). Er hat einen faseinierenden Blick, unsereinem erscheint dieser Blick irr, einer Hausgehilfin wohl betörend. Er ist sehr blaß, frauenhaft gepflegt. Er macht kleine, trippelnde Schritte, tänzerisch möchte man beinahe sagen. Seine ganze Art ist gekennzeichnet von liebenswürdig schauspielernder Brutalität... Ich wiederhole: es war kein Hellseher, sondern ein in langen Dienstjahren ergrauter preußischer Beamter, der sich auf der Mördersuche von solcher Vision leiten ließ. Merkwürdig. nicht wahr? Das Merkwürdigste aber ist: wie sehr die Gesichte des preußischen Polizeibeamten und das Gesicht des Mörders übereinstimmen. tographien waren geschenkt, die Medaillons gewöhnlich gestohlen. Beide aber beweisen unwandelbare Liebe,— die dennoch, ach so wandelbar ist. Pascha zaun auflodernd, den Mörderschrecken in wußte sie von seinen Nächten. Bis er eindie Stadt trug. Emma Schulte, das letzte mal— da hatte er vergessen, sich unter der Opfer, eines der wenigen übrigens, das Wasserleitung abzuwaschen—, lehmbedeckt mit dem Leben davonkam, begrüßt er bei und blutbespritzt im Morgengrauen in die Peter verkaufte, unmittelbar, bevor er der Konfrontierung mit einem lächelnden eheliche Mansardenkammer heimkam. Die seinen Arbeitsplatz verließ, sein Mädchen„Guten Tag, Fräulein!" Diese drei Worte Aussprache drang in wirren Tönen durchs von damals für zwei Pfund Pfeifentabak, haben ihn gerichtet. Die Emma Schulte, ganze Haus. Es war ein grauenhaftes netto Kasse, einem Immerhin waren Geschäftsverbindungen mit ihm nicht ganz ungefährlich. Einmal gab es eine Auseinandersetzung um ein Stück Formsand, und Peter, der Sanguiniker, führte sie mit Messer und Schlagring. Sanguiniker haben Glück bei den Frauen.„Ganz verrückt sind die Weiber nach ihm gewesen!" erzählt mein Gewährsmann.„Und er war verrückt nach ihnen", wiederholt er„Besonders, wenn sie so um sechzehn waren.. Leporellos Katalog des Grauens Rosa, Emma, Anna, Marie... wer weiß, wie die ermordeten Menschenkinder alle heißen. Er selbst weiß es nicht mehr jüngeren Kollegen. die sich bisher bei allen Gegenüberstellun= Morgengrauen. Seit jener Früh ist sie gen sehr zurückhaltend benahm, schrie beim wohl seine Mitwisserin. Seine Mitschul Klang der Stimme auf:„Er!“... dige mögen die Juisten sagen. Beim VerDie anderen Mädchen schreien nicht hör brach sie zusammen. Jetzt lallt die unmehr auf. Zehn junge Geschöpfe sind still interessante Putzfrau wirre Worte in der geben. Vielleicht sogar verschiedene Mörder Der Blutrausch von Düsseldorf war je durchaus danach angetan, die Mordinstinkte von Pathologen und Sexualverbrechern zu wecken. Die geisteskranke Straußberg ist auf die Kunde von den Massenmorden auch eigens nach Düsseldorf gereist. So kann man immer noch annehmen, de'; der Vampyr nicht der einzige Peter Kurten allein ist, obwohl die Polizei hofft, daß sie das Untier nun unschädlich gemacht hat. Aber die Bestie ist am Leben, solange Menschen lebendig sind. Bestialische menschen Vier Kühen den Bauch ausgeschlitzt geworden Und der alte Invalide Scheer, der offenbar etwas gewußt hat, ist auch längst eingescharrt. Noch vor seiner Verhaftung zeigte der Vampyr in einem Gespräch über den„Düsseldorfer Massenmör= der“, wie er sie mit besonderer Lust führte, Irrenanstalt. Der Arzt versteht immer wieder nur diese beiden Worte:„Gelber Regenmantel". Der war die Attrape, die den Vampyr ins Garn lockte. Uebrigene dürfte auch ihr der Tod bestimmt gewesen sein. In einem der berühmten Mörder* Schwerte, 28. Mai. Dem Gutsbesitzer Köther aus Oberberge wurde ein übler Streich gespielt. Unbekannte Burschen schlitzten am hellen Tage vier wertvollen Milchkühen, die sich in unmittelbarer Nähe des Gutshoses auf der Weide befanden, den Bauch auf. Ein Tierarzt hat bei drei Tieren die Wunde vernäht, doch ist es fraglich, ob die Kühe mit dem Leben davonkommen. Das vierte Tier mußte auf der Stelle abgeschlachtet werden. Man nimmt an, daß es sich um einen Racheakt handelt. Die Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden. die Stelle, da der gemeuchelte alte Mann briefe schrieb der Mann:„Irgendwo lebt lag. Die Frau in seinem Leben ein Wesen, an Art und Moral keinem zweiten vergleichbar. Bis ich diese trefse hat sich mein Schicksal erfüllt.“ Im Musikcafe kennt sie keiner. Keiner hat sie beachtet: eine Putzfrau, wie jede ganz genau, obwohl jede seiner„Erobe= andere von diesen reizlosen Geschöpfen auch, rungen“ sorgfältig registriert ward. Nicht die von sechs Uhr abends bis vier Uhr ohne Stolz— aus der geheim geführten früh Zigarrenasche wegkehrte und verschüt= Worte geschrieben haben? Das ist hier die Untersuchung dringt diese Mitteilung hin=stetes Bier aufwischte. Der hennablonden letzte Frage, die letzte und entscheidende Die letzte Frage Kann der Hilfsarbeiter und Maurer gehilse Peter Kürten solche apokalyptische Man möchte ihm die Halbbildung, die aus aus— reiht er einen Fall an den andern. Sitzkassiererin haben sie gehuldigt Ableugnen? Im Gegenteil!„Auf der Indes die Putzfrau Kürten sich darauf be= diesem Satz und aus ähnlichen spricht, nicht Polizei haben sie Mühe, die Geständnisse, schränkte, die Frau in des Massenmörders zutrauen, trotzdem bekannt ist, daß er die er dazulügt, von den grauenerregen- Leben zu sein. Das ist sie auch wirklich den zu unterscheiden. Liebevoll versenkt gewesen. Unscheinbar und verschlossen nach er sich in Einzelheiten, wenn er berichtet, außen. Niemals Unterhaltung mit den wie er die Marie Hahn bei Papendell Nachbarinnen. Kein Sonntag im gaitzen gerne Brocken ausgeschnappter Gelehrsamkeit und Bildung verwendete. So daß die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, es könnte noch einen anderen Mörder * Hagen, 28. Mai. Freiwilliger Tod auf den Schienen. Am Dienstagmorgen wurde auf der Eisenbahnstrecke Hagen— Haspe ein Arbeiter vom Zuge überfahren und getötet. Wie auf einem Zettel stand, wollte der Arbeiter mit seiner Braut gemeinsam aus dem Leben scheiden, doch muß die Braut im letzten Augenblick Angst bekommen haben, denn sie kam nur mit einigen Hautabschürfungen davon. Der Getötete stand im Alter von 26 Jahren. Der schöne Peter Die Arbeitskollegen auf dem Bau nannten den Maurer Kürten den„schönen Peter“. Eine etwas ungewöhnliche Bezeichnung für einen 47jährigen Hilfsarbeiter. Das Epitheton ornas ist auch ironisch gemeint. Nicht die kümmerliche Pracht der kaum mittelgroßen und sehr reizlosen Erscheinung ist es gewesen, sondern die Weibernarrheit, derenthalben er bekannt war. Maurer und Bauarbeiter dürften die Sache, die man Liebe nennt, nach einigermaßen freien Gesichtspunkten beurteilen. Was aber der schöne Peter trieb, wenn irgendein Frauenzimmer sich dem Bau näherte, schien ihnen reichlich merkwürdig.„Er war ein Vulkan“, erklärt, interviewt und der Bedeutung des 9350 Selbstmörder in Preußen Durchichnittlich gingen Im Jehre 1928 täglich 26 Perlonen freiwillig in den Tod der Selbltmorde Mehr verheiratete als ledige Selbitmörder Art und Urlachen Berlin. 28. Mai.(Drahtbericht.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst an Hand der„Statistischen Korrespondenz“ mitteilt, starben im Jahre 1928 durch Selbstmord 9530(6690 männliche und 2840 weibliche) Personen, und zwar in den Städten 6413(4184 m., 2029 w.), auf dem Lande 3117(2306 m., 811 w.). Durchschnittlich gaben sich 26 Personen an jedem Tage des Jahres freiwillig den Tod. Nach dem vorjährigen Rückgang der Zahl der Selbstmorde ergab sich im Berichtsjahre wieder eine geringe Zunahme, jedoch wird die vorjährige Höhe der Selbstmordsterbeziffer trotzdem nicht ganz erreicht. Die Abnahme der Selbstmorde der Männer in Städten und auf dem Lande hielt auch im Berichtsjahre an, während bei den Frauen in den Städten eine geringe. auf dem Lande aber eine etwas größere Zunahme festgestellt werden mußte Auf 100000 Lebende berechnet, betrug die Selbstmordsterbeziffer im Staat 1928 21.14(35.27 m., 14 18 w.), gegen 24 45 (35.63 m., 1388 w.) 1927. in den Städten 29 03(41.39 m., 1765 w.) gegen 29.13 (11.73 m., 1757 w.) und auf dem Lande 1844(2751 m. 9.51 w.) gegen 18 48(28.10 m., 9.03 w.). In den Provinzen Ostvreußen. Grenzmark. Oberschlesien, Westfalen. Augenblicks in seiner Ausdruckweise wohl Rheinprovinz und in den Hohenzollernschen Landen war die Selbstmordsterbezifser geringer als im Staatsdurchschnitt für das Land, während die Provinzen Sachsen und Schleswig-Holstein je Staatsdurchschnitts„Ier der Städte, die um 33 v. H. höher lag als die des Landes, noch übertrafen. Berlin erreichte sogar das anderthalbfache der Städte. Die hohe Selbstmordsterbeziffer der Provinz Schleswig=Holstein ist zum Teil auf ortsfremde Selbstmörder zurückzuführen. Die Selbstmordsterbeziffer ging in allen Altersklassen mit Ausnahme der Fünfzehnbis Dreißigjährigen bei beiden Geschlechtern zurück. Die häufigste Art des Selbstmordes war auch im Berichtsjahre bei beiden Geschlechtern das Erhängen. Von den männlichen Selbstmördern schieden auf diese Art fast die Hälfte(3067), von den weiblichen fast ein Drittel(823) aus dem Leben. Was die Jahreszeit anbetrifft, in der die Selbstmorde verübt wurden, so zeigt sich, daß die meisten Selbstmorde beider Geschlechter im Monat Mai, die wenigsten dagegen im Dezember erfolgten. Die Angabe über die jeweilige Ursache des Selbstmordes ist teils unvollständig, teils willkürlich von den Angehörigen angegeben, so daß sie nur bedingten Wert belitzen. Bei 38 v. H.(34 m., 47 w.) aller Selbstmörder waren Geistes= und Nervenkrankheiten, bei 26 v. H.(.27 m., 24 w.) Gemütsbewegungen(Trauer, Kummer, Reue, Scham, Aerger usw.), bei 12 v. H (12 m., 13 w.) sind körperliche Leiden, bei 8 v. H.(10 m., 4 w.) wirtschaftliche Not und bei 3 v. H.(3 m., 2 w.) war Lebensüberdruß als Todesursache angegeben, während bei dem Rest die Ursache als unbekannt bezeichnet oder überhaupt keine Angabe vorhanden war. Gemeinsam in den Tod gingen 28 Ehepaare, 48 Braut= und Liebespaare und 38 andere Personen, während 97 Personen sich das Leben nahmen, nachdem sie vorher eine oder mehrere Personen getötet haben. Nach dem Familienstande waren 3622 Selbstmörder(2547 m., 1055 w.) ledig, 4359(3195 m., 1164 w.) verheiratet, 1287 (756 m., 531 w.) verwitwet, 183(122 m., 61 w.) geschieden und 79 ohne Angabe des Standes. Ihrer Religionszugehörigkeit nach waren 6865 Selbstmörder(4716 m., 2149 w.) Ahänger der evangelischen Landeskirche, 1827(1337 m., 490 w.) Anhänger der katholischen und 175(107 m., 68 w.) Juden. Aufallend hoch war die Zahl der Dissidenten mit 374(296 m., 78 w.). Der Rest bestand aus Freidenkern, sonstigen Christen und den als unbekannten oder unbestimmten Bekenntnisses Bezeichneten. * Münster, 28. Mai. Handtaschendiebstahl in der Kirche. In der St. Antoniuskirche erschien in den Nachmittagsstunden ein der äußeren Aufmachung nach als mondän zu bezeichnendes Pärchen und vertiefte sich anscheinend in die Betrachtung des Kircheninnern. Plötzlich riz der„Kavalier“ einer Beterin die Handtasche fort und stürmte im Laufschritt ins Freie, gefolgt von seinem Verhältnis. Mit Hilfe von Passanten konnte die bestohlene Irau die beiden anhalten. Auf die Frage, wie er zu dem Diebstahl komme, erklärte der Died:„Ich dachte, Sie waren meine Tante, da wollte ich mir mal einen Sche## erlauben!" Das umstehende Publikun glaubte den Aussagen des falsch glauben den jungen Mannes und ließ das Pärchen laufen. * Dortmund, 27 Mai. Festnahme eine: Sittlichkeiteverbrechers. Von der Krimu nalpolizei festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt, wurde der An beiter Karl W. aus Dortmund=Marten W. hatte am 13. Mai ds. Is. ein 15jährtges Mädchen aus Dortmund=Marten. das sich mit dem Mittagessen auf dem Wegzur Zeche„Germania" befand, auf der Martener Straße überfallen und vergewaltigt. Es ist billiger wenn Sie Ihre Liköre mit Reichel=Essenze sch zu Hause selbst machen. Dabei schmecken sit so gut. Es gibt 133 Sorten. Versuchen Sie einmal. Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie oder Apoth. Dr. Reichels Rezept büchlein geben, es kostet nichts. Wo nicht erhältl., durch Otto Reichel, Berlin=Neukölls Der größte Staffellauf der Welt Endkampf einer 3-Wochenfahrt Der 23. Stafsellauf Potsdam—Berlin, die größte Veranstaltung der Berliner Leichtathletik und der größte Staffellauf der Welt, wurde in traditioneller Weise am 25. Mai gelaufen. Nach erbittertem Ringen fiel der Sieg an den Sportklub Charlotten= burg. dessen Schlußmann Schmidt im Ziel auf unserem Bilde rechts gezeigt wird.— Der Endkampf der Deutschlandfahrt, die von den besten deutschen Berufsstraßenfahrern auf einer Strecke von 2500 Kilometern in drei Wochen durch ganz Deutschland gefahren wurde und am 25. Mai im Berliner Grunewald=Stadion endete: die Spitzengruppe passiert cas Zielband.— Sieger wurde Buse(dritter von. ks). Vom zur 2 neue im Regier! Das Laien wachsenden Ueber lerisch und erziehl ten= und Vereins rung dringend no lehrgänge der be immer das Inter den; in besondere Wochenendtreffen der bewußten Fi Laienspielpflege wesen. Die grof (112 Teilnehmer) für das gute Lai# in fast allen Ver in Stadt und Lar Werkwoche zur P Laienspiels erwü Der Regierungspi Laienspiel=Lehrga Juni bis 22. Ju nommen. Angest Einführung der Schulung der Fo Leitung von Dr. Referenten des gaben mit den Es sollen einige nommen und ein ßeres Spiel durch ses soll in Form „Narren Tuvielg schuh) von allen die kleineren Sti arbeit durchführe kommt es dem L mittelbare Bereit Spielformung hi bei die Aufgaben meinsam erarbeit fruchtbaren Entn gewiesen werden. der genaue Arbe teilt werden. E liche Spieler un führer und Lehr sich der Gemein bereit sind ernsth zur Teilnahme a pflichten. Die E soweit notwendig Zeit: Lehrgai 15. Juni, Lehre 22. Juni, mittag in den Baumber reichen über Hal Coesfeld) oder Münster=Dülmen beitrag: Für Un Lehrbeitrag wir von 25 Mark erk gedeckten Kosten präsidenten über sind baldmöglich Juni 1930, an gendämter und tungspräsidenten 10 Mark an Buchhalterei 2, Nr. 247) einzuz gangsbeitrag an soweit nicht bes eine Ausnahme nahme verfallen. der 3. d. Reichskonferenz schaf und Ki Samsta 1. Juni statt. 1 des beko stellten: mittags Donnerstag, den 29. Mai Jahrgang 1930 Jahrgang 1330 verschiedene Mör. Düsseldorf war je die Mordinstinkte xualverbrechern zu ke Straußberg is Nassenmorden auch gereist. So kann ten, de'; der Vamter Kurten allein hofft, daß sie das gemacht hat. Aber solange Menschen stenschen zuch aufgeschlitzt I. Dem Gutsbesitrge wurde ein übnbekannte Burschen ge vier wertvollen unmittelbarer Nähe Beide befanden, den irzt hat bei drei rnäht, doch ist es mit dem Leben date Tier mußte auf tet werden. Man um einen Racheakt onnten bisher noch Freiwilliger Tod m Dienstagmorgen bahnstrecke Hagen— im Zuge überfahren einem Zettel stand, it seiner Braut geen scheiden, doch muß Augenblick Angst beie kam nur mit einidavon. Der Getön 26 Jahren. ai. HandtaschendiebIn der St. Antoden Nachmittagsen Aufmachung nach zeichnendes Pärcen cheinend in die Beinnern. Plötzlich rih Beterin die Handte im Laufschritt ins nem Verhältnis. Mit konnte die bestohlene lten. Auf die Frage, stahl komme, erklärte e. Sie wären meine nir mal einen Scher# mstehende Publikun n des falsch glauben und ließ das Pärchen Mai. Festnahme eine: s. Von der Krimiien und dem Unterführt, wurde der s Dortmund=Marten ds. Is. ein 15jährtortmund=Marten. das gessen auf dem Wege a" befand, auf der berfallen und vergebilliger e mit Reschel=Esseneg en. Dabei schmecken sie Is Sorten. Versuchen in Sie sich in Ihrer ). Dr. Reicheis Rezept: ostet nichts. Wo nicht leichel, Berlin=Neukölls fahrt sstraßenfahrern Deutschland geendete: die er von. ks). Jolte Nummer 165 Wohin treiben Wir im Ruhrbersbau: Die wachlende Krlle Soziale und kulturelle Schäden 60 000 Berparbelter Jollen Insgelamt abgeSaut werden? Die Malchine verdrängt den Arbelter Vom Laienspiel zur Volkskunst Neuer Lehrgang im Regierungsbezirk Münster &a Das Laienspiel hat bei dem stetig wachsenden Ueberhandnehmen einer künstlerisch und erzieherisch wertlosen Dilettanten= und Vereinsbühne Pflege und Förderung dringend notwendig. Die Laienspiellehrgänge der beiden letzten Jahre haben immer das Interesse weiter Kreise gefunden; in besonderem Maße ist das letzte Wochenendtreffen im März d. J. im Sinne der bewußten Förderung der gesamten Laienspielpflege des Bezirks wirksam gewesen. Die große Zahl der Teilnehmer (112 Teilnehmer) zeigt, daß das Interesse für das gute Laienspiel im ganzen Bezirk, in fast allen Verbänden der Jugendpflege in Stadt und Land lebendig, und daß eine Werkwoche zur Pflege und Förderung des Laienspiels erwünscht und notwendig ist. Der Regierungspräsident hat deshalb einen Laienspiel=Lehrgang für die Zeit vom 15. Juni bis 22. Juni 1930 in Aussicht genommen. Angestrebt wird neben einer Einführung der Anfänger eine besondere Schulung der Fortgeschrittenen, die unter Leitung von Dr. Gentges, dem LaienspielReferenten des BVB., Berlin, Regieaufgaben mit den Anfängern durchführen. Es sollen einige kleinere Stücke durchgenommen und ein zusammenfassendes größeres Spiel durchgearbeitet werden. Dieses soll in Form eines Steggreisspiels(des „Narren Tuvielgut“ von Peter Bundtschuh) von allen gespielt werden, um dann die kleineren Stücke in der Sonderregiearbeit durchführen zu können. Vor allem kommt es dem Leiter darauf an, die unmittelbare Bereitschaft der Teilnehmer zur Spielformung hinzuleiten. Es sollen dabei die Aufgaben der Laienspielpflege gemeinsam erarbeitet und Wege zu einer fruchtbaren Entwicklung des Jugendspiels gewiesen werden. Den Teilnehmern wird der genaue Arbeitsplan rechtzeitig mitgeteilt werden. Es wollen sich nur eigentliche Spieler und Spielerinnen, Jugendführer und Lehrer(=innen) melden, die sich der Gemeinschaft einzufügen wissen, bereit sind ernsthaft mitzuarbeiten und sich zur Teilnahme an der ganzen Woche verpflichten. Die Schulräte sind ermächtigt, soweit notwendig, Urlaub zu erteilen. Zeit: Lehrgangsbeginn: Sonntag, den 15. Juni, Lehrgangsschluß: Sonntag, den 22. Juni, mittags. Ort: Jugendherberge in den Baumbergen bei Nottuln. Zu erreichen über Havixbeck(Strecke MünsterCoesfeld) oder Appelhülsen(Strecke Münster=Dülmen=Haltern). Teilnehmerbeitrag: Für Unterkunft, Verpflegung und Lehrbeitrag wird ein Teilnehmerbeitrag von 25 Mark erhoben. Die hierdurch nicht gedeckten Kosten werden vom Regierungspräsidenten übernommen. Anmeldungen sind baldmöglichst, spätestens bis zum 5. Juni 1930, an die Kreis= und Stadtjugendämter und gleichzeitig an den Regietungspräsidenten zu richten. Zugleich sind 10 Mark an die Regierungshauptkasse, Buchhalterei 2,(Postscheckkonto Dortmund Nr. 247) einzuzahlen, die auf den Lehrgangsbeitrag angerechnet werden, aber— soweit nicht besondere Billigkeitsgründe eine Ausnahme zulassen— bei Nichtteilnahme verfallen. der 3. d. A. lagt in Bochum Reichskouferenz der Bergbau= und Knappschafts=Angestellten K Eine Reichskonferenz der Bergbauund Knappschafts=Angestellten findet am samstag, den 31. Mai, und Sonntag, den 1. Juni 1930, in Bochum im Parthause statt. Ueber die Tagesordnung ist folgendes bekannt: 1. Tagung der Bergbauangestellten: Samstag, den 31. Mai 1930, nachnittags 5 Uhr. Vorläufige Tagesordnung: Larifbewegung, Knappschaftsversicherung; Organisationsfragen und Werbearbeit. 2. Gemeinsame Tagung der Bergbau= und Inappschaftsangestellten: Sonntag, den 1. Juni 1930, vormittags 9 Uhr. Vorläufige Tagesordnung: Der deutsche Bergbau(seine zegenwärtige Lage und die Aussichten seider Entwicklung): Die Sozialversicherung Pr Bergbauangestellten. 3. Tagung der Tnappschaftsangestellten. Sonntag, den 1. Juni 1930, nachmittags 3 Uhr. Vorläufige Tagesordnung: Der neue Reichstarifverktag; Organisationsfragen und Werbeerbeit. An der Haupttagung am Sonntagmor= können außer den Delegierten interesseite Kollegen aus beiden Fachgruppen in Indegrentzer Zahl als Gäste teilnehmen. die beiden Sondertagungen ist in beschränktem Maße die Teilnahme von Gäen der betreffenden Fachgruppe möglich. Zur Wirtschaftskrise, die sich besonders im Bergbau noch weiter zuspitzt, erhalten wir folgende Zuschrift: Die staatlichen Bergwerke haben nun im Mai insgesamt 5 Feierschichten eingelegt, nachdem auch in den vergangenen 3 Monaten je 4 Feierschichten notwendig waren. Dabei wissen Eingeweihte zu berichten, daß trotz dieser Feierschichten der Absatz schlecht sei und fortdauernd Kohlen auf Lager genommen werden müßten. In dieser Situation steht allerdings der Staatsbergbau nicht allein, sondern der gesamte Bergbau ist von dieser Krise betroffen. Die Arbeiterschaft wird naturgemäß von dieser Krise am härtesten betroffen, wirken sich doch die Feierschichten für sie praktisch in einer Lohnkürzung von 15—20 Prozent aus. Ableitend werden Handel und Gewerbe von der Krise getroffen; denn unsere gesamte Geschäftswelt spürt die Feierschichten und den damit verknüpften Lohnausfall. Aber auch die Werke selbst suchen, wenn es eben geht, Feierschichten zu vermeiden. Hat doch jede größere Zeche an jeder Feierschicht etwa 10.000 Mark unproduktive Unkosten. Es bereiten sich daher die meisten Werke wieder zu größeren Einschränkungsmaßnahmen vor, um die Förderung mit der Absatzmöglichkeit in Einklang zu bringen. Durch die Entlassungen der letzten Monate hat sich die Belegschaft im Ruhrbergbau stark verringert. Im Januar 1930 beschäftigte der Ruhrbergbau 383 478 Mann, im Februar waren es noch 379 909 und im März noch 366 955 Mann. Die Belegschaftszahlen für April sind noch nicht veröffentlicht, doch kann man damit rechnen, daß die Belegschaft im April höchstens 360000 Mann betrug und nach den weiteren Entlassungsberichten wird sie Ende Mai auf mindestens 355000 Mann gesunken sein. Das wäre in rund 4 Monaten eine Belegschaftsverminderung von rund 29000 Mann oder beinahe 10 Prozent. Dabei ist, wie schon oben betont, eher ein Zunehmen als ein Abflauen der Krise zu beobachten, so daß damit zu rechnen ist, daß mindestens weitere 30000 Mann zum Abbau kommen werden, so daß im Die Presseabteilung von„Arbeitnordwest", berichtet: Der nunmehr vorliegende Jahresbericht 1929 des Arbeitgeberverbandes der nordwestlichen Eisenindustrie begegnet schon im Hinblick auf die derzeitigen entscheidungsvollen Verhandlungen gesteigertem Interese. Außerdem nimmt dieser Bericht, da das verflossene Jahr äußerlich durch Tarifruhe gekennzeichnet ist, Gelegenheit, ausführlicher auf einige Grundprobleme der Zeit einzugehen. „Sozialpolitik und allgemeine Politik stehen, wie dargelegt wird, im heutigen Staatswesen mehr denn je in engstem Zusammenhang. Nicht das soziale Ziel, die soziale Wirkung, die gleichzeitig wirtschaftlicher Gewinn sein sollte, sondern das politische Machtstreben bestimmt die Wegrichtung auch in der Sozialpolitik. Dieser auf absehbare Zeit festgelegte„Vorrang der Politik“ zeigt sich zu Anfang des Berichtsjahres in der bekannten Entscheidung Severings zum Eisenkonflikt 1928, wo die „aktive Lohnpolitik“— entgegen dem Sinn der Schlichtungsgesetze und der wirtschaftspolitischen Grundsätze der Verfassung— grundsätzlich als staatliche Funktion neu verkündet wurde. Er zeigte sich weiter in den Versuchen zur Reform der Arbeitslosenversicherung in ihrer heutigen, die Finanzhilfe des Reiches unbeschränkt in Anspruch nehmenden Form und Ausdehnung eine ideelle Rückendeckung der Gewerkschaften für ihre wirtschaftsfeindliche, Millionen von Arbeitern aus dem Produktions= prozeß ausschaltende Lohnpolitik war. Er ist auch zu erkennen in der Finanzreforn., die so lange keine Gestalt gewinnen kann. als nicht eine des Charakters der lohnvolitischen Rückversicherung entkleidete Arbeitslosenversicherung eine schleunige Wirtschaftsankurbelung durch LastenerleichteRuhrbergbau insgesamt etwa 60 000 Berg= arbeiter der jetzigen Kohlenkrise zum Opfer fallen werden. Mit einer solchen Zahl rechneten auch die Organe des Bergarbeiterverbandes schon vor Monaten. Angesichts dieser Entwicklung ist die Frage berechtigt:„Wohin treiben wir?“ Wir treiben einer schweren Zukunft enrgegen, wenn es nicht gelingt, diese Entwicklung umzubiegen und in ein anderes Fahrwasser zu leiten. Das Ungewisse der Zukunft und die Unsicherheit des Lebens entnervt und zermürbt den Menschen und beraubt ihn der Arbeits= und Lebenslust. Die sich ständig verringernde Arbeitsbasis hemmt die Ausbildung und die Arbeitsfähigkeit der heranwachsenden Generation, sie untergräbt Familiensinn, Sitte und Moral. Alle maßgebenden Menschen im öffentlichen und kulturellen Leben haben die drohende Gefahr dieser Entwicklung erkannt. Dazu kommt noch, was gerade für den Bergbau so typisch ist, der drohende Zusammenbruch der sozialpolitischen Entwicklung. Um als Beispiel beim Bergbau zu bleiben, war bisher bei allem Abbau immer die Reichsknappschaft ein solider Kugelfang. Das heißt, man suchte beim Abbau in erster Linie solche Leute heraus, die Knappschaftsinvaliden werden konnten. Doch es wird bei dieser Entwicklung einmal der Zeitpunkt kommen, bei dem die Knappschaft die Lasten nicht mehr tragen kann. Auf der einen Seite wird die Zahl der Leistungsbezieher immer größer, auf der anderen Seite die Zahl der aktiven Beitragszahler immer kleiner. Die Knappschaft wird in einer weiteren Phase dieser Entwicklung zusammenbrechen. Aehnlich ist es auch bei anderen Versicherungszweigen, was sich ja praktisch in der jüngsten Vergangenheit bereits bezüglich der Arbeitslosenversicherung gezeigt hat. Alle diese Gründe verdichten sich zu dem zwingenden Wunsche, diese Entwicklung zu beeinflussen. Nur über den Weg gehen die Ansichten weit auseinander und sie sind hauptsächlich in der Lebensstellung, in der Lebens= und Weltanschauung verankert. Am schroffsten stehen sich die Ansichten rung, im Interesse der Wiederbeschäftigung der Arbeiter notwendig macht. Dieses staatspolitische und sozialpolitische laissez faire muß eine gemeinsame Grundwurzel haben. Man hat sie oft in der sozialistischen Weltanschauung zu finden geglaubt. Aber bei näherem Zusehen kennzeichnen nicht Sozialismus und Marxismus das politische Gesicht der Zeit, sondern ein Staatssozialismus, der mit Sozialismus nur noch das Wort gemeinsam hat. Dieser Staatssozialismus verantwortet nicht mehr(was auch der praktische Sozialismus jeden Augenblick muß)— er verzehrt nur.„Er bedeutet nicht mehr wirtschaftliche Tat, sondern wirtschaftliche Ausbeutung. Nutznießung". Das hat tieferliegende Gründe:„Wir haben den Interessenstaat, der Staat, das eigentliche Staatsinteresse ist vogelfrei; es gilt nur, Parteiinteressen, Gruppeninteressen. Klasseninteressen mit Hilfe der Staatsallmacht und auf Kosten des Gemeinwohls zu fördern und durchzusetzen“. Siehe die Not der seit Jahren vernachlässigten Landwirtschaft! Es ist der Pfründengeist, die Idee des Rentner= und Versorgungsstaats und die daraus fließende Willenslähmung, die den wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg belastet, dafür aber einen endlosen inneren Hader, eine innere Vergiftung, einen niederen unproduktiven Kampf um die Verteilung der Güter im Volke verzichtet und unterhält. Die Pfründen sind im staatlichen Bereich die Parteibürokratie, die von den Parteien beherrschte Staatsbürokratie und die Sozialbürokratie. Von dem Geiste des Selbstzwecks, der Inzucht, der Bürokratie sind auch die Gewerkschaften erfaßt worden, deren Lohnvon Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die praktisch die markantesten Faktoren der Wirtschaft sind, gegenüber. Die Arbeitgeber wollen über einen allgemeinen Lohnabbau, über eine verlängerte Arbeitszeit, über einen Abbau der öffentlichen Lasten und einen Abbau der nach ihrer Ansicht sozialen Gesetzgebung zur Gesundung der Verhältnisse kommen. Die Arbeitnehmer verlangen im Gegensatz hierzu eine Verkürzung der Arbeitszeit, möglichst hohe Löhne und betonen dabei, daß bei einer solchen Entwicklung die Senkung der öffentlichen Lasten und der Soziallasten nur eine Frage der Zeit wäre. Vorerst kann festgestellt werden, daß in Arbeiterkreisen die Ansicht besteht, daß viele Arbeitgeber bewußt auf die Wirtschaftskrise hingearbeitet haben. Tatsache ist, daß die Rationalisierung, die Modernisierung und Mechanisierung der Betriebe viel Geld verschlungen hat und daß die sogenannten fixen Kosten, d. h. die Verzinsungen und Amortisationen der Maschinen und Neuanlagen immer mehr steigen. Um als Beispiel die Vereinigten Stahlwerke heranzuziehen, darf in diesem Zusammenhange darauf hingewiesen werden, daß dieselben mit einem Aktienkapital von 800 Mill. Mark zu Buch stehen. In der kurzen Zeit seit Bestehen dieses Riesentrustes(seit 3½ Jahren) wurden 281 Mill. Mark abgeschrieben, 300 Mill. Mark für Verbesserungen der Werksanlagen und Neubauten ausgegeben und 144 Millionen Mark an Dividenden ausgeschüttet. Insgesamt wurden also in 3½ Jahren bei einem Aktienkapital von 800 Mark 725 Mill. Mark für Abschreibung, Verbesserungen, Neuanlagen und Dividenden verwendet. Das sind pro Jahr rund 204 Mill. Mark oder rund 25 Prozent des Aktienkapitals. Diese Summe erscheint angesichts der fortgesetzten Wirtschaftskrise in den letzten Jahren reichlich hoch, besonders wenn man bedenkt, daß nach Ansicht der Arbeiter beinahe die Hälfte der Summe dazu verwendet wurde, durch Maschinenkraft die menschliche Arbeitskraft zu ersetzen, den Menschen also im Arbeitsprozeß auszuschalten. J. politik der letzten Jahre ganz auf ihre eigenen Interessen abgestellt war. Ursprünglich aus liberalem und sozialem Boden kommend sind die Gewerkschaften durch Versoppelung mit der Staatsallmacht(Gewerkschaftsmonopol!) ganz in den staatssozialistischen Bereich eingegangen.— Die Produktionswirtschaft ist es, die alle diese staatlichen und halbstaatlichen Bürokratien zu unterhalten hat, der das für ihre eigenen produktiven Zwecke so dringend benötigte Kapital nach tausend Verzehrsrichtungen hin entzogen wird.„Die Arbeiter= schaft sucht heute noch ihre natürlichen Gegner in der Produktionswirtschaft statt in den Nutznießern der Demokratie". Das Jahr 1929 blieb trotz ernster Wirtschaftsstockung, die längst Lohnabbau, zum mindesten aber Lohnstillstand erfordert hätte. ein Jahr der Lohnbewegungen. Wo Tarifverträge fällig werden, werden auch die Löhne erhöht. Das Ausmaß der Erhöhung verringert sich zwar,„die Steigerungskurve flacht ab“, aber den konjunkturellen Notwendigkeiten wird nicht entfernt Rechnung getragen. Zur Begründung von Lohnerhöhungen wird, nachdem der Lebenshaushaltsindex und die Kaufkrafttheorie abgewirtschaftet, die ebenso hinfällige Theorie von der Nationalisierungsernte immer wieder neu aufgelegt. Mittlerweile schleicht das Uebel der Massenarbeitslosigkeit weiter. So wird eine chronische Wirtschaftskrankheit. Die zu ihrer Ueberwindung aufgestellte Forderung der Arbeitszeitverkürzung überzeugt niemanden mehr. Der Arbeiterschaft wird der Krebsschaden dauernder Arbeitslosigkeit in dem Maße bewußter, wie auch hochwertigste Arbeiterschichten davon betroffen werden. d. h. solche, die sich bisher mit allen Kräften in Arbeit gehalten haben und deren gesunder Schaffens= und Verantwortungssinn sich in keiner Weise damit abfindet, dauernd zur Untätigkeit verurteilt zu sein. „Die Arbeitslosenversicherung hört nun auf. der wohlfunktionierende Puffer zu sein, der die schweren Schläge aufzufangen und für die Arbeiterschaft schmerzlos zu machen hatte, die der Wirtschaft von gewerkschaftlicher und staatlicher Lohnpolitik versetzt wurden". Die Arbeiterschaft hat auch das Rechnen nicht verlernt: einige Pfennige diktierter Tariflohnerhöhungen bei Ablauf der Verträge nutzen ihr nichts. wenn sie durch regelmäßige Feierschichten laufend die empfindlichsten Verdienstausfälle erleidet und wenn sie durch immer neue Entlassungen in ihrer Gesamtkaufkraft von Woche zu Woche zurückgeht. Der Verabau ist heute bei einer Feierschicht je Woche und Arbeiter angelangt. Das bedeutet für den Bergarbeiter einen Verdienstausfall von über 15 Prozent. In der Eisenindustrie, deren Beschäftigung seit Dezember 1929 rapide zurückgegangen ist, können trotz starker Entlassungen, besonders in den letzten Monaten, die Arbeiter nicht voll beschäftigt werden und müssen gleichfalls wachsende Feierschichten in Kauf nehmen. Dabei sind Feierschichten immer nur ein vorläufiger Notbehelf. Wenn der Absatz nicht gehoben werden kann, wachsen die zinsenfressenden Vorräte der Werke, und diese Vorratswirtschaft hat immer sehr bald eine äußerste Grenze erreicht, so daß zu Entlassungen geschritten werden muß. Sehr richtig ist denn auch im christlichen Gewerkschaftslager erkannt worden, daß es in dieser Lage nur auf eine Belebung der Konjunktur, auf eine Hebung des Absatzes durch Preissenkung ankommen kann.“ Deutschland steht längst isoliert außerhalb einer alle Warenmärkte der Welt erfassenden Angleichung an die Vorkriegspreise. Ohne die Gefahr gänzlicher wirtschaftlicher Erstarrung kann das nicht so weiter gehen. Mehr und mehr sieht man allgemein ein, daß es nur noch mit Preiszugeständnissen möglich ist, in die Märkte erfolgreicher hineinzukommen. Am Binnenmarkt würde man sich von einer Preissenkung die günstigsten Wirkungen; auf den Absatz versprechen dürfen. Auch die Bewegungsfreiheit an den Auslandsmärkten würde bei belebtem Binnenmarkt größer werden. „Ist das aber der Fall und folgt man den Forderungen der christlichen Gewerkschaften, so bleibt nur zu untersuchen, unter welchen Bedingungen Preissenkungen möglich sind. Stellt sich dabei heraus, daß eine Industrie bei der heutigen bedrängten Selbstkostenlage, bei ungenügenden Abschreibungen, Rückstellungen und bei unzureichender Rentabilität jede Preissenkung von einer Selbstkostenverminderung abhängig machen muß— und das ist in der Eisenindustrie bei einem Index von nur 127,8 wie in keiner anderen Industrie der Fall— so ist man bei dem Problem der Selbstkostenminderung angelangt. Unter den Selbstkosten sind nun heute die Lohnkosten nicht nur der ausschlaggebende sondern auch der einzig bewegliche Faktor, denn auf Aenderung steuerlicher und anderer öffentlicher Lasten kann die Wirtschaft nicht warten. Nur von einer Lohnsenkung kann daher die Erleichterung der Selbstkosten ausgehen. Eine verantwortungsbewußte und folgerichtig auf ihr Endziel: Linderung der Arbeitslosigkeit, volle Verdienste der Beschäftigten hinsteuernde Gewerkschaftsleitung kann nicht umhin, sich mit einer solchen Lohnsenkung, die sich natürlich auch auf die Angestelltengehälter erstrecken müßte, zu befreunden. Sie würde dann endlich einmal der Arbeiterschaft über die Wirtschaft einen Dienst, d. h. einen echten und wirksamen Dienst erweisen. Der Arbeiter würde sich bei einer Lohnminderung, die mit vollerer Beschäftigung verbunden ist, besser stehen als heute, wo er durch Feierschichten einen außergewöhnlichen Verdienstausfall erleidet. Das Einkommen der Gesamtarbeiterschaft würde sich noch darüber hinaus verbessern, wenn Entlassungen gestoppt und nach und nach Wiedereinstellungen vorgenommen werden könnten. Der Bericht erörtert auch die Notwendigkeit einer frei beweglichen übertariflichen Lohnbildung. Wirtschaftliche wie soziale Gründe sind hierfür entscheidend.„Ein tariflicher Eingriff in die Leistungslöhne muß auf die Dauer zur Folge haben, daß in Zeiten guter Konjunktur der wirtschaftlich höchstmögliche Lohn nicht gezahlt wird aus der Befürchtung, daß in Zeiten der Depression die hohen Konjunkturlöhne nicht den veränderten Markt= und Preisverhältnissen Arbeitnordwest berichtet Siaatsiozialismus als Grundkraft poliilichter und Jazialpsiitlicher Entwichlung] Gewerkichaftsdämmerung Lohn und Preis Zum Zähneputzen merkt Euch wohl, nimmt man die Pasta von ODOL Nummer 146 Donnerstag. den 29. Mai Jahrgang 1939 11 A 1.1 entsprechend herabgesetzt werden können. Es wird somit zwangsläufig durch eine kollektive Regelung der Leistungslöhne die sozialpolitisch unerwünschte Akkorddrückerei großgezogen“. Von Lohnsenkung und Preisabbau wird eine allgemeine Wirtschaftsbelebung zu erwarten sein. Der Eisenindustrie müßten allerdings, wenn volle Wirksamkeit erreicht werden soll. andere Urstoffindustrien und Schlüsselgewerbe wie die Baustoffindustrie, die Eisenbahn usw. folgen. Der Bericht schließt mit einem Rückblick auf das düstere politische Gesicht des Jahres 1929 und mit der Vermerkung einer ersten, auch politischen Morgendämmerung sowie mit der Hoffnung, daß sich das Erwachen der Arbeiterschaft fortsetzen möge und daß die fortschrittlichen Erkenntnisse im Lager der christlichen Gewerkschaften sich bald in erlösende und befruchtende Taten umsetzen mogen. Jubiläum beim 9. B. B. Wilhelm Flügel, 10 Jahre Bundesvorsitzender des 2BB. 6 Am 28. Mai werden es 10 Jahre, seitdem Wilhelm Flugel an der Spitze des Deutschen Beamtenbundes, der größten Beamtenorganisation der Welt und der zweitgrößten Gewerkschaftsorganisation Deutschlands, steht. Nach dem Kapp=Putsch fand am 26.—28. Mai 1920 in Berlin ein außerordentlicher Vertreterlag des Deutschen Beamtenbundes statt. Am letzten Verhandlungstage, am 28. Mai 1920, wurde der Vorsitzende des Berliner Lehrervereins, zugleich Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses des Deutschen Lehrervereins, Wilhelm Flügel, zum Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes gewählt. Wilhelm Flügel wurde am 25. November 1878 zu Göttlin(Kreis Jerichow 2) geboren, besuchte bis zum 12. Lebensjahr die zweitklassige Volksschule in Brust in Westpreußen, dann einige Jahre das Realprogymnasium in Dirschau. Die wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Pflegeeltern ließen ein weiteres Studium nicht zu. Wilhelm Flügel entschloß sich daher mit 15 Jahren Volksschullehrer zu werden. besuchte von 1894—1896 die Präparandeen= anstalt in Preußisch=Stargard, dann bis 1899 das Lehrerseminar in Marienburg. Nach seiner ersten Schuldiensttätigkeit in Westpreußen wurde er am 1. Oktober 1904 in den Schuldienst der Stadt Berlin berusen, widmete sich zugleich in der Reichshauptstadt volkswirtschaftlichen und historischen Studien, betätigte sich stark am Organisationsleben der Lehrerschaft und darüber hinaus der Beamtenschaft. Die deutsche Beamtenschaft weitz, daß Wilhelm Flügel ganz in der Sorge für das Wohl und die Freiheit der Beamtenschaft aufgegangen ist und für die Erhaltung des Berufsbeamtentums sich eingesetzt hat. Bei dem 6. Bundestag des Deutschen Beamtenbundes im Oktober 1928— der Bundestag findet alle zwei Jahre statt— wurde Wilhelm Flügel zum fünften Male zum Bundesvorsitzenden gewählt. Unsichtbare“ Schranken Eln Untall auf der Landstraße Ellen-Buer vor dem Reichsgericht Die Hattung der Bahn bel ungenügender Beleuchtung Pflichten des Autolenkers 45: Am Abend des 9. März 1926 holte der Fabrikant Hoffmann in Essen in seinem selbstgesteuerten Zweisitzer den Reichstagsabgeordneten und Apotheker Gregor Straßer=München vom Hauptbahnhof in Essen ab. Straßer sollte zu einer auf 20 Uhr in Buer festgesetzten Versammlung gebracht werden. Es herrschte regnerisches und stürmisches Wetter. In der Alten=Essener Straße fuhr der Kraftwagen gegen die geschlossene Schranke der Grubenanschlußbahn der Köln=Neuessener Bergwerk=Vereins A.=G. Der eine Teil der Schranke gab dem Anprall des Kraftwagens nach, Schranke und Kraftwagen wurden von einem von rechts herankommenden Kohlenzuge erfaßt. 30 Meter weit geschleift und zertrümmert. Straßer sowie Hoffmann wurden verletzt. In der gegenwärtigen Klage nimmt Straßer die KölnNeuessener Bergwerks A.=G. auf Schadenersatz in Anspruch.(Hoffmann verfolgt seine Ansprüche in einem anderen Rechtsstreit.) Das Landgericht Essen erkannte auf Abweisung der Klage, indem es höhere Gewalt als Unfallursache annimmt. Das Oberlandesgericht Hamm verurteilte die beklagte Köln=Neuessener Bergwerks A.=G als Betriebsunternehmerin und wegen Verschuldens aus§ 823 BGB. Dem Urteil des Oberlandesgerichts ist das Reichsgericht insoweit beigetreten, als die Verurteilung der Beklagten auf Grund des Reichshaftpflichtgesetzes ausgesprochen ist. Dagegen hat der C Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes des Urteil der Vorinstanz soweit aufgehoben, als die Verschuldenshaftung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch in Frage kommt. In diesem Umfange ist die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das OLG. zurückverwiesen worden. Den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen sind die folgenden verkehrswesentlichen Richtlinien zu entnehmen: Die heruntergelassenen Schranken ruhten an der Spitze nur auf einer an den Schranken selbst befestigten Stütze. Sie waren lediglich durch eine einige Meter vor der Schranke über der Straßenmitte hängende Bogenlampe der Stadt Essen und an der östlichen Seite von einer im Eigentum der Beklagten stehenden an einem sechs Meter hohen Mast hängenden Bogenlampe des Eisenbahnkörpers beleuchtet. Vor dem Bahnübergang stand eine unbeleuchtete Warnungstafel mit schwarzer Schrift auf grauem Grunde. Der Anstrich der Schranken selbst war verschmutzt und schlecht erkennbar. Dazu kam, daß die Lampen so angebracht waren, daß sie am Unfallabend vom Winde stark hin und her bewegt wurden, so daß der Lichtkegel nicht immer auf die Schranken fiel. Nach alledem kommt das OLG zu dem Schluß, daß neben dem unstreitig vorliegenden Betriebsunfall auch eine Haftung der Beklagten nach den Vorschriften der§§ 823 ff. B6B. gegeben ist. Es war Sache der Beklagten für ausreichende Erkennbarkeit der Schranken zu sorgen Die Vorstandsmitglieder der Beklagten hätten sich bei Anwesenheit der erforderlichen Sorgfalt sagen müssen, daß ihre Maßnahmen nicht ausreichten, den Verkehr über den Bahnübergang— insbesondere den Kraftwagen= verkehr— hinreichend gegen Betriebsgefahren zu schützen Das OLG. hat aber nicht genügend untersucht, ob nicht ein Verschulden des Kraftwagenlenkers für den Unfall ursächlich geworden ist. Dieses Verschulden würde der Kläger insoweit zu vertreten haben, als die Beklagte aus§ 823 BGB. in Anspruch genommen wird; evtl. könnte dieses Verschulden ganz oder teilweise das Verschulden der Beklagten beseitigen. Aus diesem Grunde mußte die Zurückverweisung der Sache an die Vorinstanz erfolgen.„Reichsgerichtsbriefe".(VI 562=29. — 17. April 1930.) Herrscher der Herrlichkeit Aus der Gelchichte der Herrlichkeltsgemeinden Elwas von Gemeinderäten und Amtmännern Wer hat die Herrlichkelt früher reglert? Wichtige volkswirtschaftliche Erhebung Schweinezwischenzählung am 2. Juni 1930 Auf Anordnung der Reichsregierung findet am 2. Juli ds. Is. eine Schweinezwischenzählung statt. Bei dieser Zählung werden in Preußen zur Klärung der Frage über die Produktions= verhältnisse der Schweinezucht die von den einzelnen viehhaltenden Haushaltungen selbst bewirtschafteten landwirtschaftlich genutzten Flächen und das Ackerland erfragt. Außerdem werden die Hausschlachtungen von Schweinen, die im Zeitraum vom 1. März 1930 bis einschl. 30. Mai vorgenommen wurden, ermittelt. Durch diese Zählung soll ein Aufschluß über den wirklichen Stand, den Entwickelungsgrad und die landwirtschaftlichen Voraussetzungen der Schweinehaltung in allen Teilen des Landes gewonnen werden. Daran sind sowohl die Reichs= und Staatsverwaltung wie die breiten Kreise der Oeffentlichkeit interessiert. Aus diesem Grunde soll die Zählung mit ganz besonderer Sorgfalt geschehen. Die Ergebnisse der Zählung dienen lediglich allgemeinen volkswirtschaftlichen und statistischen Zwecken. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Angaben nicht zu Steuerzwecken benutzt werden dürsen. Westalens Spareinlagen im Monat April Nach der Eildienststatistik der preußischen Sparkassen für den Monat April 1930 betrugen im Regierungsbezirk Munster die Spareinlagen am Ende des Vormonats 231 059 000 RP., am Ende des Berichtsmonats 232 184000 RM, mithin Juwachs im Berichtsmonat 0,5 v. H. Der Zuwachs vom 1. 1. 1930 bis 30. 4. 1930 beträgt 8.4 v. H. (!) Gemeindevorsteher und Gemeindevertretungen gibt es in den Gemeinden der Herrlichkeit Lembeck erst seit dem Jahr 1841, dem Jahr der Einführung der westfälischen Gemeindeordnung. Da kam auch die Bezeichnung„Amtmann“ auf im Gegensatz zum früheren„Bürgermeister". Mit der Erweiterung des Aufgabenkreises des Amtmanns gingen in der Verwaltung der Gemeinden grundlegende Aenderungen vor sich. Zur Erleichterung der Amtmannsgeschäfte erhielt jede Gemeinde einen Vorsteher und eine Gemeindevertretung. Die Vorsteher ernanni der Landrat auf sechs Jahre. Die Gemeindeverordneten wurden ebenfalls auf sechs Jahre gezählt, und zwar von den Meistbeerbten, das waren die in der Gemeinde wohnenden mit einem bestimmten Prinzival=rundsteuersat belasteten Eingesessenen. Die Ritterreichend bekannt; zum Amte Lembeck gehörten: Lembeck, Wulfen, Hervest, zum Amte Altschermbeck: Altschermbeck, Holsterhausen, Rhade und Erle. Vor der napoleonischen Zeit bildete die Herrlichkeit nur eine Gemeinde mit Bauerschaften. Im Jahre 1810 nahm Navoleon das Lippeland in Besitz. 1812 wurden Lembeck, Wulfen, Hervest, Altschermbeck, Erle, Rhade und Holsterhausen aus den bestehenden Bauerschaften zu politischen Gemeinden vereinigt; zu dem Zeitpunkt erfolgte auch der Zusammenschluß der Aemter Lembeck und Altschermbeck. Um 1850 wollte sich das Amt Altschermbeck vom Amte Lembeck lostrennen; die Aufsichtsbehörde ließ es jedoch nicht zu. Wer die ersten Amtmänner in den beiden Aemtern waren, soll hier nicht aufGrößere Inserate für die Sonntagsnummer vinnennnnmmmmrnntinnannat bitten wir im Interesse einer sorgfältigen Ausführung rechtzeitig autzugeben Machen Sie sich die gTOße Verbreitung dieser Zeltung im Emscher- Lippeland zunutze Sonnlag sind die Geschäfte von 13-18(1-6) Uhr geöttnet gutsbesitzer waren sogenannte„gedorene“ Ger Die 1841 eingeführte westsälische Gemeindeordnung ermöglichte auch die dann erfolgte Bildung der Aemter, denen der Amtman mit der Amtsversammlung vor: stand Die Vorsteher der Gemeinden waren Mitglieder der Amtsversammlung Die Amtsverordneten wurden von der Gemeindevertretung gewahlt. Ebenfalls waren die Rittergutsbesitzer(Merveld: und Hagenbeck) Amtsverordnete Welche Gemeinden zu den Aemtern Lemdeck und Altschermbeck gehörten, ist bir geführt werden. Von 1812—1841 hatte jedes Amt Gemeinderäte. Im Amte Lembeck waren es 20, die fungierten: Jacob Droste, Albert Holtrichter, Albert Kötting. Josef Meiners, Joh. Heinrich Dohlhaus, Bern Große=Arndt, Joh. Heinr Adel. Joh. Bern. Becker, Jacob Allhaus, Albert Kremer, Ludwig Hortmann, Joh. Schwarzendrock. Heinrich Tüshaus, Franz Einhaus. Heinrich Tenderich, Leopold Funke, Johann Schrude. Withelm Flintrop, Heinrich Fust, Joh. Heinr. Punsmann. Beigeordneter für das Amt Lemdeck war Jodokus Brunn(Wulsen). In der Bürgermeisterei Altschermbeck fungierten als Gemeinderäte: Konstantin Burbaum, Wilh. Rößmann, Heinrich Bremer, Joh. Berger, Franz Bruns, Otto Duesberg, Heinrich Sundorf, Dietrich Husmann, Anton Rave. Bernard Böckenhoff. Der Beigeordnete war der frühere Leutnant Franz Schwarzenbrock(Rhade). Im Laufe der Jahre verstarben einige der Gemeinderäte, neue wurden nicht immer ernannt Die Bürgermeisterei Altschermbeck hatte durch das Anwachsen der Bevölkerung auf über 2500 Seelen nach und nach ein Anrecht auf die doppelte Zahl der Vertreter und mußte daher gemaß höherer Anordnung eine Vervollständigung vorgenommen werden Gegen Ende des Jahres 1839 waren in der Bürgermeisterei Lembeck Gemeinderäte: Sondermann(Endeln), Albert Holtrichter(Lembeck), Groß=Arndt(Beck), Mecking(gnt Lemberg(Wulfen), Franz Brüggemann(Wulfen), Johann Koch (Lasthausen), Abel gnt. Beckmann(Strock), Albert Cosanne(Lembeck), Schwarzenbrock(Deuten), Max Tüshaus(Deuten), Albert Kremer(Wulfen), August Großesender(Deuten), Adolf Rickert(Köhl), Christian Sauer(Wulfen), Franz Einhaus (Hervest), Schulte=Tenderich(Hervest), Fust sen.(Wenge), Friedr. Funke(Orthöfe), Leopold Funke(Hervest), Heinrich Feller(Wulfen). Zur selben Zeit regierten in Altschermbeck: Schulte sen.(Holsterhausen), Johann Linneweber sen.(Holsterhausen), Josef von Naesfeld(Hohenkamp), Johann Ammenwerth(Holsterhausen), Heinrich Scholtholt (Emmelkamp), Heinr Timmermann (Rüste), Wilh. Rößmann(Altschermbeck), ilh. Uhsmann(Uefte), Johann Grüter (Altschermbeck), Heinr. Hühnerschulte gnt. Hortmann(Emmelkamp), Josef Sundorf (Erle), Gerh. Bente gnt. Böckenhoff(Erle), Tillmann(Erle), Heinrich Heßling(Erle), Franz Benning(Erle), Johann Küper gut Stegerhoff(Erle), Heinrich Heßling (Rhade), Heinrich Krampe(Rhade), Roß (Rhade), Bernard Westhoff(Rhade). In der Bürgermeisterei Lembeck war zu der Zeit Jodokus Brunn(Wulfen) Beigeordneter und in Altschermbeck Joh. Köster sen. Wie schon eingangs erwähnt, wurden mit der Einführung der westfälischen Gemeindeordnung im Jahre 1841 für jede Gemeinde der Gemeinderat gewählt. Dabei blieben aber die Bürgermeistereien Lembeck und Alschermbeck als selbständige Aemter bestehen und erhielten auch ihre Amtsvertreter. Lembeck hatte 9 Amtsverordnete, dazu kam Rittergutsbesitzer Graf von Merveldt: Altichermbeck hatte eußer dem Vertreter des Rittergutes Hagenbeck 8 Verordnete. Die ersten Amtsverordneten(1841) wiren in Lembeck: Prunn(Amtmann und Vorsteher von Wulfen), Cosenne 1(Vorsteher von Lembeck). Einhaus(Vorsteher von Hervest). Ccanze 2. Schultjan, Punsmann. Humbert. Schulte=Tenderich, Wolberg, Abel. In Altschermbeck waren es: von Raesfeld(Vorsteher von Holsterhausen), Knottenberg(Vorsteher von Altschermbech). Heßling(Vorsteher von Erle), Krampe (Vorsteher von Rhade), Köster, Jostmann, Korte, Ammenwerth, Wild. Lembeck als Gemeinde erhielt 12 Gemeindeverordnete,(dazu den Rittergutsbesitzer), Wulsen 9, alle übrigen Gemeinden aber 6. Lembecks Gemeindevertreter waren: Cosanne(Vorsteher), Hensengerth, Sondermann, Schulte=Huxel, Lohkamp, Punsmann, Beckmann, Holtrichter, Hecking, Abel, Koch, Lemberg. Wulfen: Brunn(Amtmann und Vorsteher), Schwarzenbrock, Humbert, Schulte=Spechtel, Pörtner, Diemke, Duwe, Vennhoff, Bartmann. Hervest: Einhaus(Vorsteher), Schulte=Tenderich, Flentrup, Linneweber, May gnt. Holtkamp, Weckmann. Altschermbeck: Knottenberg(Vorsteher), Scholtholt, Ufermann gut. Rittmann, Brüggemann, Bartelt, Gertz. Erle: Heßling(Vorsteher), Brandt, Bente, Tellmann, Lackmann, Jostmann. Holsterhausen: von Naesfeld (Vorsteher), Linneweber, Ammenwerth, Evelt gnt. Berger, Burbaum gut. Tewes, Kalde. Rhade: Krampe(Vorsteher), Heßling, Bramert. Hülsken, Matz, Köster. Mit der Gemeindeverfassung von 1841 war die Bevölkerung nicht zufrieden; in der Revolution 1848 verlangte man eine freiere Gemeindeverfassung. 1850 wurde dann diese erlassen. Aber nur einzelne Gemeinden führten sie ein, weil sie den meisten auch jetzt noch nicht wunschgerecht war. Jedenfalls kam sie in den Aemtern Lembeck=Altschermbeck nicht durch. In Jahre 1856 endlich trat die Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen in Kraft. Diese Landgemeindeordnung ist mit einigen Aenderungen(so die sogenannte kleine Reform vom 27. Dezember 1927 noch in Gültigkeit. Nach der Einführung der WLO(1856—1857) wählte man folgende Gemeindeverordnete: Lembeck: Cosanne(Vorsteher), Dahlmann, Lochum, Schultjan, Jüttermann, Punsmann, Abel, Hengsengerth, Hecking, Kreyenberg, Wildt, Kuhmann. Wulfen: Brunn(Amtmann und Vorsteher), Schulte=Spechtel, Humbert, Vennhoff, Wolberg, Diemke, Schäper, Heyming. Pörtner. Hervest: Funke(Vorsteher), SchulteTenderich, Nienhaus, Funke, Aldenhoff, Westhoff. Altschermbeck: Ringenberg(Vorsteher), Grüter, Wecking, Hinnebusch, Hennewig, Tellerhoff. Holsterhausen: von Raesfeld (Vorsteher), Ammenwerth, Kalde, Burbaum, Evelt, Linneweber. Rhade: Matz(Vorsteher), Mecking, Elskamp, Korte, Wanning, Wallenkamp. Erle: Tellmann(Vorsteher), Bente, Heßling, Wilms, Jostspann, Kock. Am 1. April 1887 fiel das bisher den Rittergutsbesitzern zustehende Stimmrecht in den Gemeindevertretungen fort, sie gehörten für die Folge nur dann zur Gemeindevertretung, wenn sie sich wählen ließen. Eine gänzliche Neuwahl mußte deshalb in den beiden Gemeinden Lembeck und Holsterhausen, welche bisher der Rittergutsbesitzern je eine Stimme überlassen mußten, stattfinden. Die Wahl fand statt am 23. November 1886 und hatte folgendes Ergebnis: Lembeck: Holtrichter(Vorsteher), Schuster Franz Strock, Weber Bernard Jüttermann, Landvoirt Vernard Loick gm. Oesing, Rentmeister Franz Matenaet, Landwirt Hinrich Große, Lasthaus, Landwirt Bern. Haane gnt. Schultjahn, Landwirt Franz Harde, Landwirt Berna## Linnemann, Landwirt Heinr. Thier gm. Ortmann, Kaufmann Heinrich Rößmann, Kolon Bern. Große=Arndt, Gärtner Jose Schmitz. Holsterhausen: Schulte(Vor steher), Landwirt Hermann Hortmant, Wirt Heinr. Duwe, Wirt Johann Duwerbeck, Kolon Franz Wipping, Rittergutbesitzer Karl von Naesfeld, Landwitt Johann Delsing gnt. Duwenbeck. Etwas Besonderes trat dann im Jadlt 1899 in der Gemeinde Hervest ein. Sit erließ ein Gemeindestatut, welches Genes# migung sand. Danach sollte die Zahl det Gemeindevertreter aus 6 außer dem Vor' steher bestehen; von den gewählten meindeverordneten mußte je 1 Vertreiet im Dorfe Hervest, sowie in den Bauet schaften Orthöve und Wenge seinen Wohnsitz haben. 1909 wurde das Statt in der Weise abgeändert, daß 9 Gemeinde vertreter gewählt werden mußten. Ant einmal wurde eine Gemeinderats##### angesochten im Einspruchsverfahren, es wai dieses in Hervest wegen der Beschränkunt. daß die obenbenannten Ortsteile je einen Vertreter haben mußten. Der Einsor## erfuhr Ablehnung; denn das Ortsstaft bestand durch die Genehmigung durch!“ Aufsichtsbehörde zu Recht. Jetzt, nach der Wahl vom 17. Novem ber 1929 erfolgte ein Einspruch gegenn Gemeinderatswahl in der GemeinRhade. Das Verfahren läuft aber noc Bis zur endgültigen Entscheidung kann? noch gute Weile haben. STO BiS Plingsen kaufen Sie Werimöbel mu , d i e S i e u n b e d i n a t w a h r n e h m e n m ü s s a n langj. Garanlie, auch bei Zahlungserleicht. um 1 billiger Sondenaban Prüfen Sie diese Preisunterschiege— es verlohnt sich! 8 8 ∆ E □ VICKYVAN von E. Plbqutt-Orohs Copyrlabt by Merle Drdsmenn, München geringsten dagt 19. Fortsetzung Ich betrachtete den Jungen mit wachsendem Interesse. Er war eine ganz eigentümliche Mischung von einem Gassenjungen und einem Spürhund. Seine bewegichen und stechenden Augen standen nie still, sondern waren stets vorsichtig darauf bedacht, die Bedeutung jeder geringsten Regung bei mir zu erhaschen. Es war mir, als ob er in meinem Innern lesen könnte, und ich wäre nicht im überrascht gewesen, wenn er mir ge hätte, daß er um mein kürzliches Zusam mentreffen mit Vicky wisse. Ader ich sagte nur:„Dann bist du ja sozusagen Mister Stones rechte Hand?“ „Dafür gebe ich mich aus, je. Aber eigentlich din ich sein Lehrling, denn ich lerne erst sein Geschäft. Ich studiere seine Methode und gebe meine eigene Grütze dazu, und wenn ich ihm helfen kann, din ich froh und glücklich. Jedenfalls lerne ich immer dabei. „Und das Gerede über deine Lügen, ist das dein voller Ernst?“ „Wenn ja, wie könnten Sie dann glauden, was ich Ihnen erzähle?“ fragte er verschmitzt.„Aber ich war früher ein gewaltiger Lügner. Doch kam ich durch meinen Eintritt bei Fleming Stone darauf, wie unrecht es ist, zu lügen— gewohnheitsmäßig nämlich—, und deshalb tue ich es jetzt nicht mehr— wenigstens nicht oft, und gerade nur dann, wenn es eben sein muß.“ „Wie weiß es Mister Stone aber dann. wann du die Wahrheit sprichst?“ „Mein Gott, ihn beluge ich doch nicht, das tue ich doch nicht, und wenn ich es täte, wurde es mir ja nichts nützen! Er durchschaut einen schneller, als man denkt. Aber, wirklich, ich möchte ihn gar nicht belügen! Sehen Sie, er ist ja mein Abgott, wirklich, Herr! Mein Abgoit ist der Mann! Nun aber, Mister Calhoun, da Sie mir alles gesagt haben, was Sie von Ihrem Vorrat an Informationen preisgeben wollen, könnten wir beide uns ja trennen!“ „Woher weißt du, daß ich nicht alles verraten habe, was mir über den Fall bekannt ist?" fragte ich „Oh. ich lese in Ihren veränderlichen Zügen, daß Sie etwas zurückhalten. Aber das tur nichts! Fleming Stone wird dies schon feitstellen, wenn er einmal soweit ist. Was ich von Ihnen wollte, war hauptsächlich, daß Sie mir sagen, wie diese Dame Julie aussieht. Und ich glaube, daß ich das jegt weiß! Aber, noch etwas! Welche von Miß van Allens Bekannten ist eine Malerin?“ „Miß Gale= Miß Ariadne Gale.“ „Danke, Berr. Und würden Sie so freundlich sein, mir Ihre Adresse zu gen?“ Das tat ich, ich ging dann weg, bei ich darüber nachdachte, was für ein sonderdarer Detektio Fleming Stone sei, daß er einen so ungebildeten, unkultivierten Burschen wie Fibdso als Helfer habe. Schon der Name genügt, ihn zu verurteilen! Aber je länger ich über den kleinen Kerl nachdachte, desto klarer wurde mir, daß sein Geplauder einen hellen Kopf zeigte und zielbewußt war; außerdem bewies er Klugheit und Scharfsinn. Es war zwar spät geworden, aber nach dieser Unterredung hatte ich doch das Bedürfnis, Ruth zu sprechen, und deshalb trat ich in das Haus Schuyler ein. Sie begrüßte mich herzlich, und schien erfreut, mich zu sehen. Winnie war immer noch als Sekretärin bei ihr beschäftigt, aber da der Ansturm von Briefen und Kondolenzen vorüber war, und Ruth wieder gesellschaftliche Einladungen ausgab und annahm, gab es nicht so viel Arheit für Winnie als anfangs. Doch die beiden waren enge Freundinnen geworden und Winnie erzählte mir, wie sie oft lange beisammen saßen und über verschiedenes angenehm plauderten. Ich sprach zu Ruth von dem sonderbaren Jungen in Vicky Vans Hause. „Ja“, sagte sie,„ich habe von ihm gehört! Mister Stone hat ihn irgendwo aufgegriffen und benutzt ihn gewissermaßen als auswärtigen Kundschafter. Er setzt volles Vertrauen in ihn, obwohl der kleine Kerl, wie ich glaube, den Namen Fidber (Lügner) hat!“ „Fibsy“, verbesserte ich.„Er ist sicherlich ein heller Kopf, und beabsichtigt, Miß van Allen durch ihre Dienerin Julie ausfindig zu machen.“ „Sind sie beisammen?“ „Wir vermuten es nur. Es ist wahrscheinlich, daß Miß van Allen die Hilfe, wenn nicht den Schutz ihrer Dienerin braucht. Julie ist eine äußerst tüchtige rson und ihrer Herrin sehr ergeben.“ „Ja, Miß van Allen wird auch eine solche Person gebraucht haben, da sie, wie man mir sagte, allein wohnte. Meine Schwägerinnen sind ganz verliebt in das Haus der van Allen. Sie beide und auch Winnie haben heute morgen ein Loblied darüber gesungen, es scheint, daß Vicky Van eine Dame von äußerst verfeinertem Geschmack ist.“ „Das ist sie sicherlich!. Ich kann mir nicht helfen, aber ich denke, wenn Sie einander unter günstigen Verhältnissen kennengelernt hätten, würden Sie gewiß Freundinnen geworden sein.“ „Mag wohl sein! Ich habe übrigens das sichere Gefühl gehabt, daß sie die Schuldige sei; aber mein Wunsch, man möge sie nicht finden, hat sich jetzt geändert. Ich wünsche, man fände sie. Mister Schuylers Schwestern haben mir bewiesen, daß mein Zögern oder das außer acht lassen irgend eines Mittels zu ihrer Entdeckung ein großer Unrecht wäre. Deshalb bin ich froh, daß Mister Stone die Sache in der Hand hat, und ich hoffe, er wird in seinen Nachforschungen erfolgreich sein.“ „Die Gerechtigkeit treibt mich mehr dazu als meine persönliche Ueberzeugung", fuhr Ruth fort.„Ich will nicht leugnen, Mister Calhoun, daß der Tod meines Gatten mich gewissermaßen von verschiedenen Einschränkungen, die mich hemmten und verbitterten, befreit hat. Ich sollte das Ihnen gegenüber vielleicht nicht erwähnen, aber ich weiß, die Schwestern haben Ihnen schon davon gesprochen, daß ich in mancher Weise den Wünschen Mister Schuylers entgegenhandle, seit ich selbständig verfügen'ann. Es ist wahr, er und ich waren sehr verschiedener Meinung bezüglich mancher Haushaltungsangelegenheiten und meines persönlichen Behagens sowie meiner Bequemlichkeit. Jetzt, wo ich tun kann, was ich will, richte ich mein Leben ganz anders ein. Das ist doch natürlich, aber die Damen Schuyler denken, ich hätte anstandshalber damit noch etwas warten sollen. Ich sage das nicht zu meiner Entschuldigung. sondern weil ich möchte, daß Sie mich verstehen Ruth sah sehr lieb und nachdenklich aus, als sie um meine Sympathie ward. Neuerdings machte sie durch die sanfte Blässe ihres Gesichts und die entzückende Klarheit ihrer grauen Augen einen tiefen Eindruck auf mich. Ich verglich ne mit Vicky Van. Die eine, die Verkörperung des Lebens und der Heiterkeit, die andere eine freundliche, sanftmütige Persönlichkeit, die aber doch etwas wie eine verdorgene Leidenschaft verriet. Ich glaube, daß Ruth Schuyler von ihrem rohen Gatten derart unterdrückt und beherrscht worden war, daß sie ihre Natur bisher niemals ganz entfaltet hatte. Und wie das blendende Aufleuchten eines Blitzes, kam mir die Erkenntnis, daß ich sie liebte; es war kein Zweifel. Diese Tatsache durchkreuzte meinen Sinn mit überwältigender Macht und mein Herz erbebte in Wonne. Ich wagte kaum, sie anzublicken. Noch konnte ic es ihr nicht sagen. Ich hatte ja gar keinen Grund, anzunehmen, daß sie tieferes Interesse an mir nahm. Doch hoffte ich im stillen, ich möge ihr nicht gleichgültig bleiben. Ich dachte an Vicky Van— arme, kleine Vicky! Sie hatte mich interessiert, interessierte mich noch, aber nur in freundschaftlicher Weise. Tatsachlich war mein Interesse für sie bloß durch das Mitgefühl für ihre unglückliche Lage und durch das Vertrauen, das sie in mich gesetzt hatte, hervorgerufen worden, und das würde mir immer heilig sein. Ich wollte nie ein falsches Spiel mit Vicky Van treiben. Aber von nun an gehörten mein Herz und meine Seele meiner Gebieterin mit dem Engelsantlitz. „Was ist s. Mister Lalhoun?“ hörte ich sie fragen, und indem ich aufblickte, sah ich, daß sie mich lächelnd, fast heiter anschaute.„Ihre Gedanken scheinen tausend Meilen weit entfernt zu sein!“ „Oh. so weit wohl nicht", protestierte i ch Eine berauschende Glückseligkeit durchströmte mich. Jetzt wollte ich ihr gegenüber noch nicht von meiner Liebe sprechen. Es genügte mir, sie heimlich verehren zu können, und ich frohlockte in dem Bewußtsein, sie zu gewinnen. Ich sah ihr lächelnd in die lieben Augen, als ich fortfuhr:„Sie waren wirklich nur um die Ecke in Vicky Vans Hause.“ Zu meinem Entzücken schmollte sie ein wenig.„Sprechen wir von etwas anderem", sagte sie.„Ich zweifle nicht, daß Miß van Allen entzückend und ihr Haus ein vollkommenes Juwel ist, aber ich gestehe auch, es ist für mich nicht so interesant, immer und mit jedermann nur über sie zu sprechen.“ „Meinerseits sollen sie davon ferner verschont bleiben", versprach ich.„In Zukunft soll ihr Name zwischen uns nicht mehr genannt werden. Sie selbst mögen unseren Gesprächsstoff bestimmen.“ „Dann wollen wir also von mir sprechen! Sie wissen, Mister Calhoun, Mister Bradbury besucht mich nie; deshalb müssen Sie mein Rechtsbeistand sein. Erstens und das ist sehr wichtig, wünsche ich, nicht mehr länger mit den Damen Schuyler zusammenleben zu müssen. Unsere Ansichten sind vollkommen entgegengesetzt und wir haben auch keinerlei gemeinsame Interessen.“ Ruth lächelte und ich war abermals darüber erstaunt, wie sehr dieses kurze, leise Lächeln ihr Gesicht belebte.„Auch sie wollen nicht mehr mit mir zusammenwohnen“, fuhr sie fort.„So wären wir also alle leicht zufriedenzustellen. Was das Haus und die Einrichtung anbelangt, gehört alles mir; wenn es aber die Schwestern vorziehen, hier zu leben und mich anderswo hingehen zu lassen, din ich gewillt, ihnen das Haus samt Inhalt zu schenken.“ „Ich weig, Ihre jetzige Wohnung gefällt Ihnen nicht“, sagte ich.„Miß Schuer erwähnte gestern, als wir Vicky Vans Haus besichtigten, dieses würde mehr Ihrem Geschmack entsprechen.“ „Oh, ich glaube nicht, daß mir ihe Haus gefiele! Es ist sicher zu klein und Autiacht „Es ist auch nicht prächtig genug für Sie. Aber haben wir nicht ausgemacht, nicht mehr von dem Mädchen zu sprechen?“ Sie lächelte wieder und fuhr fort:„Nun möchte ich, daß Sie die Schwestern Schutzler über ihre Wünsche befragen. Wenn ich mit ihnen davon spreche, sagen sie mir nur, ich möge warten, bis das Geheimnis gelöst und all die fürchterlichen Dinge zu Ende wären. Ich möchte mich aber jetzt von ihnen trennen. Ich wünsche, daß Mister Stone mit Erfolg seines Amtes waltet, und ich hoffe, er wird alles klarstellen; aber ich kann es nicht mehr ertragen, in dieser Atmosphäre von Detektivs, Berichterstattern und Polizeileuten zu leben. (Fortsetzung folgt.) Donnerstag, den 29. Mai DIE PLAUDERNTUNDE BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FÜR DAS EMSCHER-LIPPELAN D. Siegerbis zuletzt Roman von Erdies Riedbere# Coppricht by Martin Feuchtwander, Halle(Saalc) 23. Fortsetzung „Gott sei Dank, gnädige Frau! Es ist die höchste Zeit! Die Kranke muß zur luhe kommen!“ Sie war schon gesehen worden. „Gabriele! Sprichst du do? Komm schnell!“ Ein erschreckend verändertes, spitzes Fiebergesicht hob sich von den Kissen ab. Das Blut jagte so rasend durch die Adern, daß man am Halse das Klopfen sah. Der feine Batist des Nachtkleides bewegte sich auf und nieder. Die fliegenden Hände streckten sich nach der jungen Frau aus, faßten ihren Arm und zogen sie auf den Bettrand. Heiß wehte ihr Atem über Gabrieles Gesicht. „Komm, daß keiner uns hört! Georg! Um alles in der Welt, er darf nichts wissen! Schwester, bitte stehen Sie nicht so auf Wache! Mir passiert nichts! Meine liebe Schwägerin ist da. Erholen Sie sich nur etwas. Ich bin in bester Hut.“ Ungeduldig folgte ihr flackernder Blick der Pflegerin, bis diese im geöffneten Nebenzimmer verschwand. „Endlich! Dies Gesicht in seiner Ruhe und Geduld hat mich fast wahnsinnig gemacht. Wenn man es selbst wie Feuer im Leibe hat. Und eine Angst! Eine Angst! — Höre— nein, komm nahe, ganz nahe, kein Mensch darf es wissen! Nur du! Du mußt helfen! Ich ersticke, verbrenne— sterbe sonst Gabriele! Ich have wieder gespielt! Ich mußte, mußte! Zucke nicht so; ich mußte! Und wenn ich diesmal gewann, dann hätte ich alle Schulden bezahlt und hätte keine Karte mehr angerührt, bei Gott nicht! Und da hatte ich gewonnen, viel, viel! Ich konnte dem Wucherer sein Geld schicken. Verrückt hat mich das gemacht! Mich gehetzt wie ein Wild— nun hatte ich das Geld. Und da, da, wie schon der goldene erg vor mir lag, da packte mich der husinn— und ich fing wieder an und verlor— verlor alles, alles! Und wie der leere Tisch vor mir steht und ich nichts, nichts mehr hatte, da kam eine Hand über meine Schulter, und ein Bündel Banknoten fällt vor mir nieder, und eine Stimme sagte:„Mein Dank, Frau Veral“. Es war Zurpfortens timme. Ich schrie auf und wollte das Geld nicht— und nahm es doch. Ich verspielte dieses ebenfalls— und—“. Sie richtete sich noch höher auf. Sie kroch förmlich an die junge Frau heran, umstrickte sie mit ihren heißen Armen, ihre Brust flog förmlich unter den stoßenden Atemzügen:„Du mußt Zurpforten das Geld wiedergeben! Du— du! Nein, bebe nicht— du mußt. Ich will nicht mit der Schuld ins Grab! Ich kann nicht! Versprich es heilig hier in meine Hand! Du hast dein eigenes Geld— du wirst es tun! Du bist reich und gut, du wirst die Schuld an Zurpforten nicht auf mir sitzenlassen. Und für Berner— das Geld gibt Lenken, der weiß dann schon Bescheid; der bringt das in Ordnung. Nur Georg, der darf im Leben nie etwas davon erfahren, nie, niemals Ich schäme mich noch im Grabe! Versprich es, nie darf er es wissen! Gib mir die Hand! So, nun weiß ich, daß du es machst. Und gleich morgen! Gleich morgen! Namentlich mit Berner! Das mußt du gleich Lenken sagen, sonst merkt es doch der arme Georg. Er hat mich doch immer so lieb gehabt!“ Ihre Stimme war immer schwächer geworden. Ihre klammernden Arme lösten sich. Es ging wie ein Sinken und Dehnen durch die fiebernden Glieder. Behutsam ließ Gabriele den abgemagerten Körper in die Kissen zurückgleiten. Wild und empört jagten sich ihre Gedanken. Was mutete man ihr zu? Galt sie für so stark, daß man unbedenklich auf ihr armes Herz einschlug? Fiel denn niemandem ein: Es gibt noch Wunden unter Narben? Sie sah auf die gebrochene Frau vor sich. Zu Schanden geworden durch ihre Leidenschaft. So viel feine, glückverheißende Gaben vernichtet durch diese Leidenschaft. Und damit dies Wesen, das so viel geliebt, und so heiß bewundert wurde, nun ruhig sterben, makellos im Grabe ruhen konnte, sollte sie mit eigener Hand noch einmal in ihr Herz greifen und, wenn auch nur durch eine dritte Person, in Berührung kommen mit— Klaus von Zurpforten? Gabriele war in allen ihren Gefühlen stark. Sie empfand einen großen und gerechten Zorn. Ihre ganze Seele wehrte sich gegen solche Opfertat. Aber wie der Quell der Güte gerade die Stärke ist, so fühlte sie als Unterstrom des Zornes schon heimlich Mitleid, bereit zu tun, um was die Hilflosigkeit bat. Die Schwester war auf das Verstummen des fieberhaften Flüsterns hin eilig an das Bett getreten. Beide beugten sich angstvoll über das spitze Krankengesicht. Gabriele in Schrecken darauf gefaßt, von der erfahrenen Pflegerin das bittere Wort:„Es geht zu Ende“. zu vernehmen. Sie horchten lange. Und schließlich sahen sie es: In die scharfen Züge kam etwas wie Ruhe. Ein kaum merkbares und dennoch unzweifelhaftes Lösen der krankhaften Spannung. „Ich glaube, wir können hoffen. Der furchtbare Druck scheint von ihrer Seele genommen“, sagte die Schwester leise. Und ein paar Stunden später erklärte der Arzt: „Sie haben Wunder gewirkt, gnädige Frau! Ich denke, wir bringen die Kranke durch, trotz des Ruins ihrer Nerven.“ Eilig empfahl sich der bewährte Professor, es Gabriele überlassend, den Oberregierungsrat von der neuen, hoffnungsvollen Situation zu unterrichten Gabriele fand Rehdern noch in fast derselben Stellung in seinem Sessel. Bei ihrem Bericht hob er den Kopf. Sein Gesicht war von einem grübelnden, dumpfen Kummer ganz entstellt. Er hörte ihr zu, ohne eine Silbe zu erwidern. Als sie schwieg. in der Erwartung, es müsse nun doch eine befreiende Freude hervorbrechen, faßte er wieder mit der angstvollen, gehetzten Miene, in der schon ein düsteres Drohen hämmerte, ihre Hand. „Sag, was wollte sie mit Zurpforten?“ Gabriele hatte die Frage erwartet, und doch fiel der Name wie ein Hammer auf ihr Herz. Sie machte sich mit einem Ruck von seinen sie umklammernden Händen frei. „Fieberphantasien!“ Mit dieser halben Barmherzigkeitslüge ging sie hinaus. Kurze Zeit ruhte sie in Veras verstaubtem, weißem Salon. In tiefer Abgespanntheit zitterten ihre Nerven. Sie zwang sich, gelassen zu überlegen. Es mußte doch gehandelt werden, und zwar schnell! Die notgedrungene Heimlichkeit erschwerte ihr Tun sowieso nach jeder Richtung. Zuerst mußte Lenken benachrichtigt werden. Sie mußte eine Unterredung mit ihm haben; schriftlich ging das alles unmöglich. Aber wo? Hier in Rehderns Wohnung war das ausgeschlossen. Der Oberregierungsrat würde auf den Freund Zurpfortens sofort seine eifersüchtigen Verdächtigungen häufen. Am besten, sie trafen sich außerhalb. Gabriele besaß in Berlin noch eine alte Verwandte, eine Kusine ihres Vaters, Fräulein von Werder, die in der Riesenstadt ein bescheidenes, von aller Welt vergessenes Dasein führte. Dorthin wollte sie Lenken bestellen. Und während sie so an der Ehrenrettung der leichtsinnigen Frau arbeitete, hatte sie Georg Rehderns verstörtes, drohendes Gesicht vor Augen, und begriff: Glück und Vertrauen war zwischen den beiden doch dahin. Ihre Gedanken gingen zu Albrecht Kampen, ihrem Gatten. Er hatte bei den letzten erheblichen Geldopfern für Vera geschworen:„Nie wieder einen Pfennig! Dies ist das letzte Geld!“ Und Vera und sie selbst wußten: er hielt dies Wort. Schwer fiel ihr die Notwendigkeit auf das Herz: Nie darf er von Zurpforten bei dieser Unglücksangelegenheit wissen. Niemal; ahnen, wem seine Schwester Geld schuldete und wer diese Schuld tilgte. Vor solchem Wissen wurde seine Ruhe fliehen. Also schweigen! Und ein Geheimnis tragen zwischen Vera, ihr und den beiden Männern * Einige Stunden später saßen sie sich in dem altmodischen Stübchen des bejahrten Fräuleins von Werder gegenüber. Wie Schatten lagerte die frühe Dämmerung in den Winkeln. And alle diese Schatten schienen den Namen zu flüstern, den Gabrieles widerstrebenden, blassen Lippen hart und rauh hervorgestoßen, in dem vergeblichen Bemühen, gelassen Festigkeit zu heucheln, wo Zittern und Beben wie Wellen über ihre Seele gingen. (Fortsetzung folgt.) iV auf-dent Halfechge gomier. Karriere eines rumänischen Hochstaplers. Von Peter Greifenthal. Emil Stein heißt der Mann, dessen schicksalsreicher Lebensweg einen spannenden Roman oder sogar einen Film mit großem Publikumserfolg füllen könnte. Geboren wurde Emil Stein zu Klausenburg, einer ehemals zu Ungarn, jetzt zu Rumänien gehörenden Stadt. Wo er sich herumgetrieben hat, bis er die arabische Universität in Palästina mit seiner Anwesenheit beehrte, bis er den Doktorgrad erwarb, weiß man nicht, hat man auch nie ergründen können. Der Weltkrieg sah diesen Mann in den Reihen der k. und k. Armee als ... Feldrabiner im Range eines Hauptmanns, auch was den Sold betrifft. Stein war außerordentlich fleißig. Er wird Oberrabbiner. Noch während des Krieges tritt er zum Christentum über. Er wird römischer Katholik, geht aufs Ganze los und tritt in einen Wiener FranzisSie konnten ihm nichts annauen. inerorden ein. Bei Nacht ist er nur Mönch, der Frömmsten einer, geradezu ein reuiges Schaf im Schoße der Kirche. Aber bei Tag! Ja, bei Tag ist er Hochstabler, und man kann sagen ein erfolgreicher. Dieses Doppelleben aber konnte dieser Vielseitige nicht in alle Ewigkeit führen. Der Wiener Boden wird zu heiß, und nunmehr werden Franziskanermönch und Mönchsleben endgültig liquidiert. Und Czernowitz, die Hauptstadt der heute zu Rumänien gehörigen Bukowina, wird der neue Schauplatz Stein'scher Tätigkeit. In Czernowitz ist man fromm. Ein ausgesucht guter Boden für fromme Männer. Und Stein ist doch fromm, aber nicht mehr der einfache Stein, sondern Oberrabbiner Dr. Emil Stein. Er wird berühmt, dieser aus der Fremde zugewanderte Oberrabbiner, den man bald als Wunderrabbi verehrt. Mit einer Schnelligkeit strömt ihm das Geld nur so zu, wie es sich dieser Tüchtige kaum jemals vorzustellen wagte. Wie die Katze das Mausen nicht lassen kann, so konnte Stein das Hochstapeln nicht lassen. Und diese fast angeborene Neigung zur Hochstapelei wurde ihm zum Verhängnis, diesem Wunderrabbi. der fast unbegrenztes Vertrauen sich erworben hat. Es geht ihm gut, sogar sogar ganz ausgezeichnet, so daß dieser sonst so schlaue Fuchs vergißt, rechtzeitig die Czernowitzer Zelte abzubrechen. Das, Verhängnis schreitet schnell in der Gestalt einer Dame der höchsten Czernowitzer Gesellschaft, der er gegen das Versprechen, sie in die Geheimnisse der magischen Missenschaft einzuweihen, viel, sogar sehr viel Lei abgenommen hat. Auf ein volles Jahr wandert der sonst so vorsichtige Stein ins Gefängnis, vor dem ihn nicht sein Doktortitel. noch sein Wirken als Oberrabbiner, auch nicht seine Gelehrsamkeit, ja nicht einmal sein„so sauer erworbenes“ Geld erretten konnte. Ein Jahr hinter schwedischen Gardinen. Endlich wieder in Freiheit! Aus dem Sträfling wird wieder ein seiner Mann, aber nicht mehr in Czernowitz. Vier Jahre lebt Stein unungelostet und ruhig. Die Zeit hat die Spuren seiner Abenteuer und auch die Kerkerzeit verwischt. Den Ruhelosen zieht es nach der rumänischen Hauptstadt, nach Bukarest, diesem Dorado balkanischer und sonstiger Hochstapler. Er taucht dort plötzlich auf. Stein, der aber? Das kann man nicht sagen. Stein, der der Meinung ist, daß seine Vergangenheit vergessen ist, wird von der Polizei erkannt und festgenommen, ehe er seine wahrscheinlichen Geschäfte abwickeln konnte. Und die Polizei? Die machte richtige Ochsenaugen, denn sie konnte diesem Tüchtigen nichts, aber wirklich nichts anhaben, der gewappnet und nicht in Verlegenheit zu bringen ist. Mit der größten Seelenruhe kramt er in seinen Taschen herum, zieht zum allergrößten Erstaunen der Polizei unwiderlegliche Dokumente heraus, die bestätigen und beweisen, daß der zu Klausenburg gedorene Emil Stein. Doktor der arabischen Universität zu Palästina— und nicht zu vergessen, ehemaliger k. und k. Feldrabbiner und Exoberrabbiner und Franziskanermönch, auch wegen Betruges und Hochstapelei zu einem Jahr Gefängnis verurteilt gewesen, nunmehr bei der Präsektur seiner Vaterstadt Klausenburg eine hohe Beamtenstelle bekleidet und er anzusehen sei... als untadeliger Staatsbeamter. „Baba Anuika“ die Hexe mit dem Goldgebiß. Im südslawischen Banat, in dem Dorfe Vladimirovac, lebt die 92jährige wohlhabende Anna Pistova, die„Hexe von Vladimirovac“, bekannt unter dem Namen„Baba Anujka". Darüber zu schreiben wäre gewiß nicht interessant, denn„Babas"(aus dem Türkischen: Großmütterchen) gibt es unzählige, und auch das kleine von Serben und Rumänen bewohnte Dorf Vladimirovac, das einstmals zu Ungarn und jetzt zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gehört, hat wenigstens bisher in der Weltgeschichte keine Rolle gespielt. Aber die unzähligen Giftmorde der„Baba Anujka“ werden die Welt aufhorchen lassen, denn der Prozeß, der dieser„Hexe von Vladimirovac“ bald gemacht wird, dürfte einer der aufsehenerregendsten Giftmordprozesse der Neuzeit werden. Vorausgeschickt sei, daß„Baba Anujka“ bereits im Untersuchungsgesängnis zu Pantschowa, einem kleinen, an der Mündung des Temeschflusses in die Donau gelegenen Städtchens, sitzt und mit ihren vielen Mitschuldigen auf Verurteilung wartet. Recht regsam und betriebsam war Baba Anujka. Seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten hat sie, wie es sich jetzt herausstellt, ihr einträgliches Mordgewerbe ausgeübt. Wie viel Menschen sie ins Jenseits befördert hat, kann man jetzt noch nicht sagen. Es können 100, vielleicht noch mehr sein. Und ihre Opfer? Nur Männer, die durch ihre Frauen aus erotischen Gründen oder durch die Verwandten aus Geldgier mit Hilfe dieser Giftmischerin ihr Leben lassen mußten. Schon lange ist man auf der Spur dieser Verbrecherin, aber erst kürzlich konnte man sechs Personen, alles Frauen, verhaften, die gestanden, Giftmorde mit dem von„Baba Anujka" erhaltenen Gift begangen zu haben. Diese moderne Hexe leugnet mit einer Hartnäckigkeit und Kaltschnäuzigkeit, die selbst die erfahrensten Richter erschauern läßt. Ja, Anujka rühmt sich, Wohltäterin des Volkes zu sein, das sie durch zahllose Heil= und Geheimmittel von Krankheiten aller Art befreit haben will. Man hat nun mehrere Leichen enterdigt, dem Belgrader chemischen Institut zur Untersuchung übergeben, das in allen Leichen große Mengen von Arsenik feststellte. Man wird noch mehr Leichen ausgraben und Wieviel Menschen sie ins Jensetts befördert hat, kann man gar nicht sagen... untersuchen lassen und dann noch mehr aufsehenerregende Verhaftungen vornehmen. Bisher erregte das allergrößte Aufsehen die Exhumierung der Leiche eines im Jahre 1910 angeblich an Fleischvergiftung verstorbenen Beamten einer damals noch südungarischen Gemeinde. Jetzt stellt es sich heraus, daß die eigene Frau dem Mann im Jahre 1910 Gift, Marke„Baba Anuika", gereicht hat, das sie eingestandenermaßen von Baba Anujka erhalten hat. Neunzehn Jahre ruhte die Leiche im Grabe und jetzt, beim Oeffnen des Sarges stellte man erschaudernd fest, daß die Leiche so gut, ja frisch erhalten ist, als wenn sie eben der Erde übergeben worden wäre. Die Untersuchung ergab: Arsenik in großen Mengen. Die verbrecherische Frau, deren Name bekannt und in aller Munde ist, die ihr Geheimnis so lange Jahre hüten konnte und die ganze Zeit hindurch, ohne von Gewissensbisse geplagt zu sein, in der tonangebenden Gesellschaft eine große Rolle spielte, ist nunmehr unter den erdrückenden Beweisen der Schuld vollkommen zusammengebrochen und wartet auf den Strick. Denn gar streng sind im Lande die Gesetze. Auch Frauen werden dem Henker überliefert. Und„Baba Anujka“, die„Hexe von Vlc oimirova“? Die sitzt ruhig und mit stoischer Gelassenheit im Gefängnis und wariet auf die Verhandlung, die sie als Anstifterin und Helfetin so vieler furchtbarer Mordtaten brandmarken wird. In aller Ruhe ja mit vollkommener Gelassenheit wartet sie auf das Schuldurteil, das nur auf„Tod durch Erhängen“ lauten kann und wird. Der Strick ist ihr sicher. Die Kapitalverbrecherin läßt es sich bis dahin recht gut gehen. Geld hat sie ja, das viele Geld, an dem das Blut so vieler unschuldig Gemordeter klebt. O, sie läßt es sich im Gesängnis gut gehen. Die Hexe von Vladimirovac versteht auch hinter Gefängnismauern, durch Aufbesserung der Gefängniskost, zu leben. Baba Anujka, die, wenn sie in die Hände des Volkes fallen würde, ohne weiteres gevierteilt oder zerrissen würde, hat ein Gemüt ganz besonderer Art. Diese bisher zahnlose Zweiundneunzigjährige hat sich, um besser kauen zu können, im Gefängnis ein Goldgebiß anfertigen lassen, denn sie hat ja das viele Geld, die„Baba Anujka“, die„Hexe von Vladimirovac“ mi: dem Goldgebiß. 14 „Hübsche Mumie gefällig...?“ „Coledonian Markel“— Londons großer Ramsch-und Trödelmarkl Von Dr. I. Warschauer-London „Buy a nice mummy, sir? Hübsche Mumie gefällig? Garantiert echt, 18. Dynastie, Rase etwas lädiert— Preis nur 15 Schilling!" Wo ist mir diese eigentümliche Offerte gemacht worden? In Kairo, in Luxor oder in Assuan? Nein, das nicht; wohl aber eine knappe halbe Stunde mit der Untergrundbahn vom Zentrum Londons, auf jenem Caledonian Market, wo— wie Schiller so treffend bemerkt—„andere Dinge noch in Ware sich verwandeln.“ Das ist nämlich ein Markt wie es keinen zweiten gibt, und wer ihn nicht besucht hat, der kennt sein London noch nicht; es ist ein Karneval, ein Volksfest, das billigste Amüsement, das zu haben ist, und zweimal die Woche wird er abgehalten, bei einem Menschenzudrang von Tausenden und Abertausenden. Alles, aber tatsächlich alles, kann man dort finden, meist antiquarisch, teilweise auch neu, und das Allerangenehmste ist, plan= und ziellos auf diesem Riesenplatz herumzuschlendern, denn ganz plötzlich— das ist bombensicher— wird einem etwas ins Auge fallen, von dem man sich sofort sagt, „Das nimmst du mit!“ das merkwürdigste Konglomerat der verschiedensten Artikel. Jeden Montag und Dienstag finden diese Saturnalien statt, denn eigentlich ist der Caledonian Market dem Viehandel geheiligt; aber an diesen zwei Tagen verwandelt sich die Szene. und statt Jerseykühen, blökenden Schafen und grunzenden Schweinen sieht man kunterbunt durcheinander geworfen das merkwürdigste Konglomerat der verschiedensten Artikel. Die Mehrzahl der Verkäufer haben nicht einmal Tische für ihre Waren, sie breiten sie einfach auf dem Pflaster unter freiem Himmel aus. Hier steht ein Regiment vertretener, notdürftig geflickter Schuhe, da ein großer Korb abgetragener, staubiger Damenhüte zu einem Penny das Stück, dort lagert ein verworrener Kram alter Teller, rostiger Messer, Gabeln, denen meist eine Zinke fehlt, zerbrochenen Hausgeräts, verschimmelter Bilder, zerschlissenen Bettlinnens; ja, die intimsten Toilettengegenstände in traurigster Verfassung, die Trümmer von hunderten von Häuslichkeiten, werden hier aufgestellt, feilgeboten und finden schließlich doch noch einen Käufer. Wenn man bedenkt, daß jemandem alle diese Stücke einmal lieb und wert gewesen sind, kann einem recht weh' ums Herz dabei werden. Ein jeder, der da will, kann sich für wenige Schillinge einen Platz für den Tag mieten, und ich habe selbst gesehen, wie einige Studenten ihre abgelegte Garderobe scherzenshalber höchsteigenhändig dem verehrten Publikum verkauften, und neben dem Spaß noch etwas Geld dabei herausschlugen. Das besagte Publikum, das den Caledonian Market besucht und in seinen endlosen Gängen auf= und ebwandert, gehört natürlich hauptsächlich der arbeitenden und kleinbürgerlichen Schicht an. Das ganze Getriebe trägt, wie gesagt, den Stempel eines populären Fstes. man schiebt und wird geschoben, ergattert hier etwas anscheinend besonders Preiswertes, und sieht wie einem da ein noch preiswerteres Stück vor der Nase weggeschnappt wird. Dabei überall guter Humor, kein Gezänk, nirgends ein grodes Wort. Man geht von einem zum andern: hier gibt es ganz anständige alte Möbel, dort ist eine Unmenge von Büchern aufgestapelt— jedes nur zwei Pence— unter denen man vielleicht doch einen„Fund“ machen könnte; nebenan stehen Dutzende wackliger Fahrräder. gegenüber verkauft man altmodische Broschen. Armbänder, Uhren. Ketten— es nimmt kein Ende. Es lohnt sich der Mühe, die Besucher dieser Ausstellung zu beobachten. festzustellen, wer unter ihnen hier ist, um Einkäufe zu machen, wer. um sich an dem Schauspiel zu weiden. Man greift hinein ins volle Menschenleben, und mo man's anpackt, ist's interessant Hin und wieder sieht man einen Typ, der von dem Gros sichtbar absticht. Sie gehören einer anderen Gesellschaftsklasse an, gehen an den meisten Buden vorüber, ohne sie eines Blickes zu würdigen; zielbewußt suchen sie zwei, drei ganz bestimmte Plätze und Verkäufer auf — Antiquitätenhändler, die mit allerhand seltenen und wertvollen Dingen auf den Markt ziehen. Ein gerissener Junge. verrauft kunstseidene Seidenstrümpfe und ruft mit heiserer Kehle und listigem Augenzwinkern:„Alle diese Ware, verehrte Hrrschaften, ist gemaust; hätten wir sie nicht in erster Linie stiebitzt, so könnten wir sie nicht zu eins— und neun(1,75 Mark) das Paar anbieten!“ Sagt ein lachsköpfiges Dienstmädel— niedlich aber blitzdumm— zu Freundin:„Du, Mildred, ob das wohl wahr ist?“ Ein Eckchen weiter, da ist ein großer Auflauf, und kein Wunder: Zu wahren Schleuderpreisen wird hier Wachsleinwand an den Mann — oder vielmehr an die Frau— gebracht, und zwar mit einer Beredtsamkeit, einem glühenden Enthusiasmus für die Sache! Der Kerl versteht sein Handwerk, denn Handwerk und Mundwerk sind bei ihm ein= und dasselbe. Er redet unaufhörlich, macht Witze, setzt seine Preise herab, wenn er nicht gleich Abnehmer findet, und wird so im Schweiße seine Angesichts ein Stück nach dem anderen los. Schnell geht's bei ihm. Und am nächsten Markttag wird er wieder an seinem gewohnten Platze stehen, mit neuem und immer wieder neuen Rollen Wachsleinwand, stets bei guter Laun — ein geborener Verkäufer! Was ist denn hier für ein angenehmer Geruch? Lavendel, nicht wahr? Wo kommt das her? Ach so, ja, da steht ein kleiner Japaner, der Lavendelwasser eigenen Fabrikats anbietet und sich eines großen Zuspruchs erfreut, denn dieses kräftige, heilsame Aroma ist hierzulande sehr beliebt. Auch er redet fort und fort in einem merkwürdigen Englisch und erklärt sein Fabrikat; Hauptsache aber ist, daß er alle paar Minuten sich eines großen Zerstäubers bedient und eine wahre Wolke von Wohlgeruch verbreitet, der ihm immer wieder neue Kunden zuzieht. Hier aber, von hoher Tribüne herab, spricht ein salbungsvoller Herr: kein gewöhnlicher Marktschreier, sondern ursprünglich einmal ein Arzt— Member of the Roval College of SurDie Trümmer von hundert Häuslichkeitgen werden hier ausgestellt. geons, Licentiate of the Royal College or Physicians: er ist wohl um irgendeines Fehltritts willen aus seinem Beruf ausgestoßen worden und vertreibt jetzt ein unfehlbares Lungenelixir, nach seinem eigenen Rezept zubereitt. Wie er die Menschheit und ihre Schwächen kennt! Denjenigen nämlich, welche die große Flasche kaufen, verspricht er als Gratiszugabe ein wunverbares, belehrendes Buch, welches sie aber um Gotteswillen keinem jungen Menschen unter 18 Jahren in die Hände fallen lassen sollen, denn es handle sich um Geheimnisse, um Aufklärungen, um ein Wissen... Jawohl, das schafft's; als er seine Anrede beendigt und zum Verkauf seines Elixiers schreitet, werden fast ausschließlich große Flaschen verlangt, mit der wertvollen, aufklärenden Gratiszugabe! So, jetzt haben wir uns beinahe drei Stunden auf dem Marktpflaster herumgetrieben, haben vielleicht ein Zehntel des zu Sehenden gesehen, werden aber nu mude und denken ernstlich an den Heimweg; wie schön wird es sein, aus diesem Trudel herauszukommen und uns mit Tee zu erfrischen. Da, nahe am Haupteingang, hockt immer noch der Mann mit der Mumie und anderen Absonderlichkeiten in seinem kleinen Zelte— er scheint heute wenig Glück zu haben. „Buy a nice mummy. Sir?“ Bedaure— nein, mein Bedarf an Mumien ist augenblicklich gedeckt! Rummer 146 Donnerstag, den 29. Mai Jayrgang 1930 Gerda müller singt in der Schauburg Konzert der einheimischen Künstlerin (*) Die Buersche Altistin Gerda Müller, die schon in vielen Konzerten, u. a. auch in Köln und Quisburg, durch ihre große Altstimme große Erfolge hatte, gibt auf Wunsch weitester Kreise in ihrer Geburtsstadt am 12. Juni im Saale der Schauburg Buer einen Lieder= und Artenabend. Die Begle; g hat Musikdixektor Franz Plantenberg secklinghausen, übernommen. Zum Vr. lag gelangen Lieder und Arien von Händel. Schubert, Schumann, Franz, Brahms und Strauß.— Karten zu 1,50, 2,50 und 3.50 Mark einschließlich Programm sind zu haben im Porverkauf beim Verkehrsverein Buer, de la Chevalleriestraße und an der Theaterkasse der Schauburg. Etatsablehnung und Bürgerschaft Machen es lich die Stadtväter zu lelcht Hat auch ein Zwangsetat gute Seiten? (*) Uebungsstunden bei der Vestischen Nusikschule. Auf vielfache Anregung hin hat die Vestische Musikschuie durch Anschaffung von Klavieren eine begrüßenswerte Neueinrichtung geschaffen. Für solche Klavierschüler, die durch die hohen Anschaffungskosten zurzeit nicht in der Lage sind, sich ein Klavier zuzulegen, stehen Uebungsklaviere zur Verfügung, die gegen eine geringe Vergütung täglich benutzt werden können. Diese Einrichtung kann vom 1. Juni ab in Anspruch genommen werden. Anmeldungen dazu sind möglichst schon vorher erwünscht, da die Uebungsstunden eingeteilt werden müssen. (*) Der Verein ehemaliger Jäger und Schützen, Buer, veranstaltete am Sonntag eine Fußwanderung von Deuten nach Wulsen am Schloß Lembeck vorbei. Mittags 1.13 Uhr fuhren die Mitglieder von Gladdec bis Deuten. Von hier aus begann dann der Fußmarsch am Wildgatter des Ahrenbergschen Forstes vorbei nach Wulsen. Nach zweistündigem Marsche wurde Wulsen erreicht. Hier wurde der Einladung der Rose=Brauerei gern Folge geleistet und die Brauerei besichtigt. (“) Der Internationale Artistenverband „Sicher wie Jold“ hielt am Samstag unter dem Vorsitz des 2. Vorsitzenden Max Otto eine Nachtsitzung ab. Die Sitzung war sehr gut besucht. Max Otto sprach Vorte der Begrüßung. Darauf sang H. Wilmsen den Begrüßungskantus. Großen Leifall fand Herr Sonderland mit seinem Couplet„Stadt und Land“, sowie Herr Weintech mit„Ich mach mir nichts draus". Die Kapelle Töne Kochum sorgte dann für die nötige Stimmung. Die nächste Sitzung ist Donnerstag, den 29. 5., nachmittags 2 Uhr im Lokale Albert Krüger(Künstler= klause). & Wir erhalten folgende Zuschrift: Wenn man es sich recht überlegt, so ist die sang= und klanglose Abrechnung des Etats durch die Stadtverordnetenversammlung und der scheinbar einzige Ausweg der Zwangsetatisierung eigentlich ein recht beschämendes Zeugnis für das System der Selbstverwaltung. Wenn ich von einer sang= und klanglosen Ablehnung spreche, so denke ich nicht an die„munteren Reden, die sie begleiteten“; denn an lustig plätschernden Bächlein des Redeflusses hat es bei der Ablehnung wirklich nicht gefehlt, aber alles Gerede blieb doch an der Oberfläche, alle redeten doch hübsch behutsam um den Kern herum. Der Etatsvoranschlag der Stadtverwaltung wurde abgelehnt und damit basta. Diese ganze Art und Weise der Selbstverwaltung, die leider in den letzten Jahren zur Methode zu werden droht, beleuchtet blitzlichtartig die bequem gewordene Parteibürokratie. Man macht sich die Sache doch zu leicht. Wenn man den Etatsvorschlag der Stadtverwaltung schon ablehnen muß, so darf die Begründung dieser Ablehnung sich nicht in allgemeinen politischen, wirtschaftlichn und sozialen Redewendungen ergehn. Es hat auch keinen Zweck, bei etwaigen Vorschlägen sich über die gesetzlichen Grundlagen hinwegzusehen; denn Kommunalpolitik ist nur auf einschlägiger Gesetzesgrundlage wirksam. Bei einer sachlichen Begründung der Etatsablehnung muß vor allem die Materie eingehend zerpflückt und beleuchtet werden. Bei jeder einzelnen Position muß der genaue Grund der Ablehnung erläutert und ein anderer Vorschlag mit Begründung präsentiert werden. Eine Versammlung von Vertretern, diee nur„Nein" oder„Ja“ sagt, ist nicht der Sinn der Selbstverwaltung. Einer solchen Vertretung der Bürgerschaft kann man den Vorwurf nicht ersparen, daß sie ihr Amt doch so leicht auffaßt. Der Etatsvorschlag der Stadtverwaltung war früh genug bekannt, die maßgebenden Parteien konnten sich hinreichend damit befassen. Hinter der Ablehnung mußte von jeder einzelnen Partei ein fix und fertig ausgearbeiteter und begründeter Gegen=Etatsvorschlag stehen. Auf diese Art und Weise mußte es möglich sein, die Mehrheit im Stadtparlament für einen Etat zu finden, mit dem auch die Stadtverwaltung schließlich zu arbeiten imstande war. Eine solche Methode setzt allerdings Sachkenntnis, Verantwortungsgefühl und den Mut voraus, dem Bürger oder vielmehr den Parteianhängern gegenüber auch unangenehme Notwendigkeiten zu vertreten. Alle gesetzlichen Leistungen der Stadt sind scharf umrissen, an ihnen ist nicht zu drehen und zu deuteln. Für die Deckung dieser Leistungen muß gesorgt werden und wenn es auch zum Zwangsetat kommt. Alle darüber hinausgehenden Leistungen dürfen dann erst beschlossen werden, wenn gleich dabei auch eine ausreichende Deckung genehmigt wird. Und gerade in dieser Beziehung machten es sich verschiedene Stadtväter, nicht allein bei uns, wirklich leicht. Sie brachten Anträge über Anträge ein, die gut gemeint waren, die sich auch mit der wirtschaftlichen Lage oder der sozialen Zweckmäßigkeit begründen ließen, bei denen man aber die Deckung vergaß In diesem Lichte besehen, hat vielleicht auch die Ablehnung des Etats ihr Gutes, indem sie die Geister doch etwas zur Einkehr und zum Nachdenken zwingt. Es würde mich freuen, wenn von maßgebender Seite ein Gegen=Etatsvorschalg ausgearbeitet, veröffentlicht und damit zur Diskussion gestellt würde, dadurch würde sich unser ganzes kommunalpolitisches Leben neu befruchten und das Interesse der Bürgerschaft an kommunalen Vorgängen neu geweckt. Damit hätten auch diese Zeilen ihr Ziel erreicht. J. 6 Menschen in einem Zimmer Blld vom Wchnungselend in Buer-Erie Elne Dachluke das einzige Fenster Kelne Inklanz wagt einzugrelten E. Neue Kräfte beim Düsseldorfer Schauspielhaus. Hans Mierendorff. Berlin, der auch durch seine bemerkenswerten bestaltungen im Film weithin bekannt geworden, und Leo Reuß vom Theater am Bülowplatz(Berlin), vorher am Stadtheater Berlin, gehören ab 1. September 9. Is. dem Verband des Düsseldorfer Schauspielhauses an. Leo Reuß wird auch hier— wie in Berlin— Inszenierungen leiten. E; Neue Polizeiverordnung für Fleischbeschauer. Die Pressestelle der Regierung teilt mit: Um der Unterschiebung von sichtuntersuchtem Fleisch vorzubeugen, hat der Regierungspräsident in Münster durch Polizeiverordnung vom 10. Mai 1930 angeordnet, daß auch die Schlachttiere, die für Privatpersonen in den Schlachträumen von Metzgern geschlachtet werden, der imtlichen Fleischbeschau und Trischinenschau unterliegen. Dieselbe Anordnung haben auch die Regierungspräsidenten in Minden und Arnsberg erlassen. (*) Die Klagen über Wohnungsmangel sind in der letzten Zeit etwas verstummt, obwohl nicht genug Wohnungen in den letzten Jahren gebaut worden sind, daß alle Wohnungssuchende hätten untergebracht werden können. Lauter als die Klagen über den Wohnungsmangel sind jetzt die Klagen über zu hohe Mieten in den Neubauten, die es vielen, die menschenunwürdig untergebracht sind, unmöglich machen, so gern sie es auch möchten, in eine der neuen Wohnungen zu ziehen. Daß es trotz der wegen ihrer hohen Mieten nicht begehrten teueren Wohnungen noch eine Wohnungsnot gibt, erfährt man zuweilen bitter, wenn man durch Zufall bei irgend einer Nachfrage plötzlich in ein Haus, in eine Wohnung kommt, wie es uns vor einigen Tagen in Buer=Erle auf der Knappenstraße 11 geschah. Wir suchten jemanden und gerieten hoch unterm Dach in eine enge Kammer, in der wir so etwas wie einen„Kostgänger“ vermuteten und zu unserem Schrecken entdecken mußten, daß hier eine ganze Familie lebt. Der Raum ist drei mal drei Meter groß. Fenster weist er nicht auf, Licht und Luft erhält er durch eine Dachlucke. In diesem engen Raum nun lebt eine ganze Familie: ein Ehepaar mit 4 Kindern im Alter von 3 Wochen bis 11 Jahren. Im Zimmer stehen zwei Betten, ein Tisch, ein kleiner Herd. Nachts müssen für zwei Kinder Lager auf dem Fußboden bereitet werden. Wie uns der Wohnungsinhaber erzählt, ist es ihm. trotzdem er schon drei Jahre die rote Wohnungskarte hat, noch nicht gelungen, eine andere Wohnung zu erhalten. Besonders tragisch ist, daß ihm schon achtmal eine Wohnung in Aussicht stand, aber jedesmal beschlagnahmte die Obdachlosenpolizei die Wohnung und setzte andere Leute hinein. Dann wieder machten Hausbesitzer einen Rückzieher, wenn sie hörten, der Wohnungssuchende habe vier Kinder. Von der Gesundheitspolizei, an die sich der Mann, ein Maurer, gewandt hat, wurde er an die Wohnungspolizei verwiesen, der wiederum durch die Verhältnisse die Hände gebunden sind. So schleppt die Familie die Kette der Wohnungsnot durch die Jahre hin, ohne eine Aussicht zu haben, in absehbarer Zeit eine ihrer Kopfzahl entsprechende Wohnung zu erhalten. Bedrückt verlassen wir die Wohnung— denn wir wissen, dieses Bild ist nur eines aus der langen Reihe noch viel trüberer Bilder der Wohnungsnot, unter der leider große Teile unserer Bevölkerung leiden. Kino-Varieté Duer, gegenüber dem Rathaus Telephon Horlt-Emicher 2133 6 der 100°igen Ton- u. Sprechtilm-Operette Besinn der Vorstellung 3 Uhr Anlangszeiten für Liebeswalzer 3.55 Uhr, 6.25 Uhr u. 6.55 Uhr tung und Nächstenliebe. Es wird nicht gefragt, wer sie fordert. Jedem Bedürftigen wird sie zuteil. Die Neutralität ist das oberste Gesetz in der Satzung des Roten Kreuzes. Der Rotkreuztag wird auch in unserem Orte gebührend begangen. 364 Tage im Jahre arbeitet das Rote Kreuz ganz in der Stille, tritt es nicht hervor mit seinen Zielen und Einrichtungen. Während des ganzen Jahres erleben je nach der Größe des Ortes Hunderte und Tausende das Wirken des Roten Kreuzes in jeglicher Not. Diese Hunderte und Tausende und nicht nur die Angehörigen und Mitglieder des Roten Kreuzes sollten an dem einen Tage, an dem das Rote Kreuz nicht für sich, sondern immer nur für die Hilfsbedürftigen an die Oeffentlichkeit tritt, zusammenströmen und Zeugnis ablegen für das, als was das Rote Kreuz sich ihnen erwies. Auch in diesem Jahre wird der Rotkreuztag wiederum mit einer öffentlichen Sammlung verbunden sein. Jeder Groschen, der in die Sammelbüchsen fällt, bedeutet ein Stück Hilfe und Linderung aus menschlicher Not. Diese Not kann eines Tages auch den befallen, der heute, weil er die Not und die Sorge noch nicht an seinem eigenen Leibe erfahren hat, an den Sammelbüchsen— vorübergeht. Der Sandbau in der Haard beginnt Ein Stichkanal vom Lippe-Seltenkanal zur Haard geplant Seen lollen In der Haard entstehen Beunruhigung unter den Haturtreunden Brieskasten . S. F. 200. Wenn der Mieter keine Schönheitsreparaturen trägt, aber den Itsprechenden Aufschlag(126 Prozent) der Sriedensmiete bezahlt, müssen Sie die Schönheitsreparaturen ausführen. Ob Aerdings im vorliegenden Falle ein Klagegrund vorliegt, können wir von hier aus nicht beurteilen. 9. 100. Sie werden schon zahlen müses ist nicht Sache des Reisenden, fest#stellen, ob Sie Wohnungsinhaber sind der nicht. Auch wenn Sie es nicht sind, i es Ihnen frei, Radioapparate zu laufen. Nach Buer=Scholven. Es kommt darA an, welches Einkommen die Mutter ur, ferner wird das Fürsorgeamt darauf Anweisen, daß der Sohn jetzt von der Nutter nicht mehr beköstigt wird. Die Tontilm-Schlager „Lebeswalzer“ bet das süßeste Mädel der woll“ Schallplatten vorrätig Musikhaus Pieneck Juer, Marienstraße 15 Nachdem vor kurzer Zeit durch einen Teil der Presse, anknüpfend an entsprechende Mitteilungen im Jahresbericht des Bergbaulichen Vereins die alarmierende Mitteilung gegangen war, daß die Absicht der Bergbauindustrie, den fehlenden Bergeversatz durch Ausschöpfung der Sandmengen der Haard zu gewinnen, vor der Verwirklichung stehe, wird jetzt von industrieller Seite die Richtigkeit dieser Mitteilung zugegeben, indessen die Versicherung dara geknüpft, daß einstweilen an eine Großausbeutung der Sandmengen in der Haard und in den Borkenbergen keinesfalls gedacht werde. Für dieses Jahr seien lediglich Sandtransporte zu den Zechen Emscher=Lippe und Gneisenau vorgesehen, die auf dem Wasserwege erfolgen sollen. Wie seinerzeit bekannt geworden ist, hat man zur Organisierung der Sandausheutung in der Haard und in den Borkenbergen die Forstbetriebs= und Sandverwertungs A.=G. Haard ins Leben gerufen, der außer den daran interessierten Zechen auch der Ruhrsiedlungsverband und der Landkreis Recklinghausen angehören. Die Zugehörigkeit der letztgenannten Behörden soll dem Zwecke dienen, eine Naturverschandelung in der Haaro durch die industrielle Ausbeutung der Sandmengen zu verhindern und den Abbau der Sandbüge! derart vorzunehmen, daß eine Beeinträchtigung der Naturschönheiten des Berg=, Wald= und beidegebietes der Haard verhindert wird. Wie wir hierzu von maß gebender Seite erfahren, geschieht der jetzt beabsichtigte Abbau im engsten Einvernehmen mit den genannten Behörden. Es ist beabsichtigt, von dem in diesen Tagen in Betrieb zu nehmenden Lippe=Seiten. kanal von Flaesheim einen Stichkanal unmittelbar bis an die Haardberge heran zu schaffen, um den Abtransport der gewonnenen Sandmengen auf dem Wasserwege moglichst billig zu gestalten. Von führenden Männern in der Naturhutzbewegung wird versichert, daß der obau von Sandhügeln in der Haard, wie er jetzt erfolgen soll, keineswegs geeignet seit wird, das natürliche Bild der heutigen Haard irgendwie zu beeinträchtigen. Erfahrungsgemäß sammelt sich nach der Abtragung von Sandhügeln in den so entstehenden Vertiefungen das Grundwasser an und man hofft, auf diese Art und Weise dem Bild der Haard neue Reize durch entstehende Wasserbecken, vor allen Dingen durch ein großes seeartiges Wasser. becken, hinzuzufügen. Die Schaffung derartiger Wasserbecken ist aus einem anderen Gesichtspunkte heraus wünschenswert. In der Haard besteht zurzeit ausgesprochener Wassermangel und es fehlt dem dort stehenden Wild vielfach an Tränk= und Suhlgelegenheit, vor allen Dingen dem in der Haard ausgesetzten Rot= und Rehwild. Schon aus diesem Grunde heraus sei das Entstehen von Wasserbecken durchaus zu begrüßen. Diese Mitteilungen dürften zweifellos in Naturfreundekreisen Beruhigung hervorrneen 7-d=sen enthebt diese Beruhigung die g. u. Behördenstellen nicht der Verpflichtung, den einsetzenden Abbau von Sandhügeln in der Haard auf das Genaueste zu beobachten und weiterhin dahin zu wirken, daß jede Beeinträchtigung der Naturschönheiten in der Haard unter allen Umständen vermieden wird. Rofkreuztog 1930 Am Sonntag, den 1. Juni Einmal im Jahr ruft das Deutsche Rote Kreuz seine große Gemeinde zu gemeinjamer Kundgebung auf. An einem bestimmten Tage, diesmal am Sonntag. den 1. Juni, rüsten sich im ganzen Reiche die tausende von Rotkreuzvereinen und die über 1 Million Mitglieder des Roten Kreuzes zu Gedenkfeiern für die Mission und das Wirken des Roten Kreuzes. Der Rotkreuztag ruft jeden einzelnen zur Hilfe am Nachsten auf! 1 Million 300 Tausend Mitglieder zählt heute das Deutsche Rote Kreuz. So viel Hände und Herzen strecken sich allen, die danach verlangen, zur Rotkreuzhilfe aus. 7000 Rotkreuz= schweseern bieten in Krankenanstalten. Heilstätten, Säuglig=sheimen, Erholungsheimen, Siechenheimen, Altersheimen usw. an insgesamt 17000 Betten den Leidenden. Siechen und Erholungsuchenden Pflege und Betreuung. Die Sanitätsmänner, die bei jedem Unglück, wo es sich auch ereignen möge, ganz freiwillig dabei sind, um erste Hilfe zu leisten gehören ja zu den vopulärsten Erscheinungen unseres öffentlichen Lebens. Wo das Rote Kreuz auf weißem Grunde erscheint, da erscheinen Hilfe, RetFür heimische Kurzschrifller Stenographentagung in Mülheim=Ruhe # Der Westdeutsche Verband für sche Kurzschrift DK.(Nationalstenographie) hält seinen diesjährigen Verbandstag am kommenden Sonnabend, dem 31. Mai und Sonntag, 1. Juni in Mülheim=Ruhr im Hotel=Restaurant„Ruhrschlößchen“, gegenüber der Mülh. Stadthalle, ab. Während der Sonnabendnachmittag Sitzungen des Vorstandes und Vereinsvertreter vorbehalten ist, bringt der Sonntagvormittag die Haupttagung, mit der ein Wett= und Prüfungsschreiben verbunden ist. Gleichzeitig veranstaltet der Ruhrgau für Deutsche Kurzschrift DK seine Frühjahrstagung im gleichen Lokal. Nach dem gemeinsamen Mittagessen und einer Besichtigung der Mülheimer Stadthalle unternehmen die Teilnehmer eine Dampferfahrt nach Mintard. Den Schluß der Tagung bildet eine Abendveranstaltung im Ruhrschlößchen. Die begehrte Fortsetzung Ein Kavalier, der sich zu helfen weißt Ein reicher Ausländer machte einer reizenden Pariser Schauspielerin den Hof. Da er sich nicht darüber schlüssig werden konnte, was für ein Geschenk er ihr schicken sollte, nähte er zehn Banknoten zu tausend Franken zu einem Büchelchen zusammen und ließ es der Angebeteten zukommen. Am nächsten Tage sagte die Schauspielerin zu ihm:„Ihr Büchlein ist reizend. Es hat mich sehr interessiert. Mit Ungeduld erwarte ich die Fortsetzung der Erzählung." Das war doch nicht ganz nach dem Sinne des Verehrers und so fragte er einen Freund um Rat.„Kannst du", erkundigte sich dieser,„ihr noch einmal zehntausend Franken schicken?"— „Gewiß, aber ich möchte doch, daß es die letzten wären.“—„Gut. Gib mir die Summe." Der Freund bekam die zehn Tausendfrankennoten, nähte auch sie zu einem Büchelchen zusammen, fügte aber ein weißes Blatt Papier dazu, auf das er schrieb:„Ende des zweiten und letzten Bandes.“ Die Schauspielerin war, als sie diese Sendung bekam, zuerst wütend, aber dann mußte sie doch über diese witzige Entgegnung lachen. Verantwortlich für Politik. Provinz und Vermischtes Will: Witt. für Lokales. Sport und Feuill ton Baul Kleie: für Theater sonzerte und bildende Kunst: Gerhark II für den Anzeigenteil: Rudol J.ing: sämtlich in Gelsenkirchen= Buer. Berliner“ Schriftleitung: Karl Fischer Berlin Wishelmstraße. Was uns in Deutschland am meisten gefällt... Eine Frage an prominente Ausländer. Der Italiener: Theater, Thealer——— Von Ludwig Pirandello, dem berühmten italienischen Dramatiker. Was mir in Deutschland am meisten gefällt? Das Theater. das herrliche deutsche Theater! Meine Bewunderung für die großen deutschen Regisseure und Schauspieler! Ich verehre Werner Krauß, Kortner, Bassermann, Klöpfer, die Straub, Pallenberg, Franziska Kinz und die vielen anderen. Das ist das großartige in der deutschen Theaterkunst: das wunderbare Ensemble. Ich finde keineswegs, wie so oft behauptet wird, daß der große Schauspieler. der „Star“, wie er oft von denen, die seine Bedeutung verkennen, genannt wird, der Gesamtwirkung des Ensemblespieles Abbruch tut. Im odese Stadt mit ihrem individuellen Gepräge, mit ihrer Tradition und dem Leben unter der Oberfläche hat einen starken Eindruck auf mich gemacht. Was mir am besten gefallen hat? Manche sagen, das deutsche Bier. Manche glauben, die Würstchen. Manche sind der Ansicht, daß ich am begeistertsten von den Gurken bin. Gewiß, das Essen in Deutschland finde ich ausgezeichnet. Es erinnert mich an meine Kindheit, denn bei uns zu Hause in Philadelphia wurde so ähnlich gekocht wie in Deutschland. Aber wenn ich ehrlich und überzeugt sagen soll, was mir hier am besten gefallen hat, so kann ich nur immer wiederholen: die Menschen Diese Tüchtigkeit, dieser erstaunliche Lebenswille eines Volkes, das einen Krieg verloren hat, ist wirklich bewundernswert. Wenn man die deutschen Menschen und das Land kennen lernt, dann weiß man, daß Deutschland die Erfolge wirklich verdient, die ihm in letzter Zeit auf den verschiedenartigsten Gebieten zuteil geworden sind und die es sich durch seine Leistungen erarbeiter hat. Als besonders angenehm ist mir die Sauberkeit in Deutschland aufgefallen und die Freundlichkeit der Menschen. Ich habe nicht geglaubt, daß man mich hier so herzlich aufnehmen würde, wie es der Fall war, und diese Tatsache allein würde genügen, um mich in Zukunft immer mit sehr viel Freude an meinen Resuch in Deutschland zurückdenken zu lassen. Gegenteil, ich glaube, daß der große Schauspieler die anderen mitreißt, daß er das Spiel der „petit acteurs“ hebt. Ueber die dramatische Produktion Deutschlands kann ich zu meinem Bedauern nicht viel sagen— ich kenne sie zu wenig. Es ist bisher leider nur sehr wenig deutsche Literatur ins Italienische übersetzt. Sehr schätze ich die Werke der zwei Autoren, die hiervon eine Ausnahme machen: Georg Kaiser und Fred Angermayer. Beide Autoren sind übrigens auch schon in Italien aufgeführt worden. Vielleicht wird man in diesem Zusammenhang noch wissen wollen. ob ich den deutschen Film liebe, und da muß ich leider etwas Bitteres sagen. So wie der deutsche Film sich heute darbietet, kann ich ihn nicht anerkennen, und schon die Art der Produktion gefällt mir nicht. Die große Gelegenheit zur Schaffung einer neuen Kunst, die der Tonfilm gab, scheint mir bereits verpaßt zu sein. Die Amerikaner haben hier einen großen Vorsprung gewonnen: sie weisen bereits Leistungen auf. die den Tonfilm für alle Schichten der Welt genießbar machen, daß der europäische, speziell auch der deutsche Tonfilm, zeigt noch nicht einmal einen Ansang. Mein Urteil klingt sicherlich sehr hart, aber es entspringt meiner Ueberzeugung. Schade, daß es so ist: denn gerade Deutschland wäre durch sein reiches Material an hochqualisizierten Künstlern dazu prädestiniert, in der Kunst des Tonfilms erfolgreich mit Amerika zu tonkurrieren. Der Amerikaner: Die deutschen Menschen. Von George Bancroft, dem berühmten amerikanischen Darsteller, der Deutschland kürzlich besucht hat. Ich habe die„Unterwelt“ von Berlin gesehen. Sie war sehr amüsant und hat mich sehr interessiert, trotzdem sie sehr zahm ist im Vergleich zu Chikagos Unterwelt. Ich habe den Spreewald gesehen. Und ich muß gestehen, daß ich von der Romantik dieser Gegend entzückt war. Vor allem ist mir ein Der Holländer: Deutsche Arbeit. Von Jaap Speyer, dem bekannten holländischen Regisseur. Was mir in Deutschland am meisten gefällt? Um es vorwegzunehmen: die Arbeit. Ich din nun seit fast vierzehn Jahren in Deutschland und habe die Entwicklung der Filmindustrie gesehen und miterlebt. Was ich dabei bewundert habe, ist der rastlose Eifer an seiner technischen und künstlerischen Vervollkommnung. Dieser Arbeitsrhythmus, dieses Tempo in Deutschland ist geradezu begeisternd. Es reißt mit und spornt zu immer neuen Taten an. Ein Glied fügt sich in das andere, und es ist sicher falsch, von Amerikanismus in Deutschland zu sprechen, so deutsch, urdeutsch, ist deutsche Arbeit. Ich habe auf meinen Filmexpeditionen fast ganz Deutschland kennengelernt; und ich könnte von den Schönheiten dieses Landes sprechen, von den Bergen und von der See. Aber das ist nicht das Deutschland, das ich ausschließlich liebe, Schönheiten gibt es überall in der Welt. Nirgendo aber sitzt ein solcher Arbeitsrhythmus Hochzeitszug in Erinnerung geblieben, dessen reizvolle Eigenart ich nicht so leicht vergessen werde. Ich habe Hamburg gesehen, seine Docks. sein Hafenleden und natütlich seine Unterwelt. Auch In Deutschland dagegen sendet bereits sei“ acht Monaten der Witzlebener Sender Bilder. Das ist nur der spezifisch deutschen Fähigkeit, aussichtsreiche Dinge zu erkennen und dann mit der entsprechenden Zähigkeit an ihrer Verwirklichung zu arbeiten, zu verdanken. Noch etwas liebe ich an Deutschland sehr: das ist der stark ausgeprägte Sinn für Normung. Die Deutsche Reichspost, der das Rundfunkwesen untersteht, und die diesem Prinzip in weitestem Maße huldigt, hat damit sehr viel Gutes geleistet. Man soll das nicht mit Bürokratismus verwechseln. Amerika, doch gewiß kein bürokratisches Land, wird, wenn erst dort einmal das Fernsehen Wirklichkeit geworden ist. kaum anders können, als das deutsche Prinzip zu übernehmen. Als ich noch in Ungarn das Gymnasium besuchte, sagte mein Vater zu mir: Wenn du Techniker werden willst, dann mußt du später einmal nach Deutschland gehen. Ja, Deutschland ist ein ideales Land für Erfinder! Ich bin überzeugt davon, daß Deutschland in den nächsten hundert Jahren führend sein wird auf kulturellem Gebiet, und vor allem auf dem Gebiet der Technik. Und technischer Fortschritt bedeutet Macht und Ansehen. Nicht daß ich an einen neuen Krieg denke— im Gegenteil, ich glaube, je vollkommener die Technik wird, um so weiter entfernt sich die Möglichkeit eines Krieges. Wenn die Völker die ungeheuren technischen Möglichkeiten gegenseitiger Vernichtung kennen, die in Zukunft vorhanden sein werden, wird kaum ein Volk gegen einem Volke im Blute wie in den deutschen Industriezentren. Seht euch die Hütten und Hochöfen, die Maschinensäle der großen Fabriken an, und ihr werdet ehrfürchtig den Hut ziehen vor der Schaffenskraft dieses 70 Millionenvolkes. Der Unger: Ordnung, Disziplin, Ausdauer. Von D. von Mihaln, dem erfolgreichen Fernseh=Erfinder. Nebst dem ausgeprägten Sinn für Ordnung und Disziplin, den ich an den Deutschen bewundere, gefällt mir am besten ihre unerhörte Ausdauer, ihre Zähigkeit in der Verfolgung eines Zieles, an das sie glauben. Ich selbst habe es ja erlebt, wie dieser unglaubliche Fleiß und dieses Aushartungsvermögen die Lösung eines Prodlems haben verwirklichen helsen, das vielen unlösbar erschien: die praktische Umwertung und Anwendung meiner Erfindung, des Fernsehens. Es war ähnlich wie mit dem Zeppelin: die ganse Welt glaubte nicht an die Verwirklichung dieser „Utopie“— bis sie eines Tages da war. Was in England und Amerika bisher noch nicht gelang— in Deutschland wurde es möglich. In Amerika defindet man sich, was das Fernsehen detrifft, noch bei Laboratoriumversuchen. in England ist man noch nicht einmal da angelangt. K 1822 ein anderes„in den Krieg ziehen" wollen. Kriege werden überflüssig sein. Sie werden vielleicht durch eine Art Wettkampf der Technik ersetzt werden... Der Japaner: Das Volk der Zukunft. Von K. Kanokogi. Professor an der kaiserlichen Kyushu=Universität, Fukucka, ehemaliger Leiter des Japan=Instituts, Berlin. Als Student lernte ich bei meinem dreijährigen Aufenthalt in Deutschland das alte deutsche Kaiserreich aus unmittelbarer Nähe kennen. Deutschlands große Gelehrsamkeit, die Kunst und Musik und der damals noch lebendige preußische ritterliche Geist berauschten und bezauberten die fernöstliche, jugendliche Seele. Die Aehnlichkeit der historischen Lage des preußischen Aufstiegs mit dem Japans, eine gewisse historische Schicksalsgemeinschaft vertieften nur noch meine Sympathie für Deutschland. Ein beispiellos frischer Lebenswille des deutschen Volkes, der sich in Fleiß und Arbeit, in der Liebe zur Genauigkeit und Ordnung offenbarte. erschien mir als Vorbild für mein eigenes Volk. Nach dem Kriege, im Mannesalter diesmal, immer als ein treuer Freund, hatte ich die Gelegenheit, die entsetzliche Not und deren Ueberwindung miterleben zu dürfen. Es war mir wunderbar zumute, zu beobachten, wie das politisch zerspaltene, fast führerlose deutsche Volk, niedergehalten von den Fesseln des Versailler Vertrages, umgeben von Haß und Mißgunst. sich seinen unaufhaltsamen Wiederaufstieg erkämpfte. Was für eine ungeheure physischgeistige Energie muß in dem Volk stecken! Die Größe des Deutschen Reiches scheint in seinem tiefen, ich möchte fast sagen: unterirdischen Wesen zu liegen— Zum dritten Male, jetzt als Kulturvermittler zwischen Deutschland und Japan, mußte ich das Amt verwalten, den japanischen Geist und seine Kultur dem deutschen Volke verständlich zu machen, und in Deutschland zu verbreiten, um so die tiefe und breite Grundlage zu schaffen für die deutsch=japanische Freundschaft. Dabei habe ich reichlich Gelegenheit gehabt, nach eigener Erfahrung einen tiefen Blick in das Gefüge, das Wesen und in die Eigenart des deutschen Volkes zu tun, was mich noch mehr in meiner Ueberzeugung bestärkte. ein großes junges, europäisches Volk der Zukunft vor mir zu haben. Die Mannigfaltigkeit der deutschen Kulturzeutren, die Vielseitigkeit der deutschen Geistigkeit und der deutschen Wesensart, die Vielschichtigkeit der deutschen historischen Tradition und das gewaltige Fortschreiten der modernen Technik, alles das gefällt mir an Deutschland so sehr, daß es mir zu einer zweiten Heimat wurde. Jedes Land hat seine Vorzüge. Von Behudi Meauhin, dem 12jährigen amerikanischen Geiges. In allen Ländern, durch die wir bei meinen Konzerten gekommen sind, habe ich diese Beobachtung gemacht: jedes Land hat ganz bestimmte Vorzüge, die nur ihm eigen sind. In Deutschland gefällt mir natürlich am meisten die Musik und das musikalische Leben. So etwas gibt es in der ganzen Welt nicht. Ich habe mir hier einige Konzerte angehört, die sehr schön waren, und dann habe ich mir die Aufführung der„Fledermaus" bei Reinhardt an gesehen; davon war ich ganz begeistert. Von den deutschen Städten hat mir eigentlich München am meisten gefallen. Berlin ist ja auch ganz schön, und das Leben in den Straßen, die vielen Autos, Lichtreklamen, das erinnert manchmal ein bißchen an Amerika. Aber bei uns in Amerika ist das dann doch ganz anders. Z. B. ist mir aufgefallen, daß in Berlin viele Autos ein wenig altmodisch aussehen: das gibt es bei uns nicht. In München haben mir die schönen Bauten sehr gut gefallen, aber viel mehr und mit am besten von allem in Deutschland hat mir das Deutsche Museum in München gefallen. Was es da alles zu sehen gibt! Papa und ich waren fast jeden Tag dort.„Nebst der Musik interessiere ich mich am meisten für mechanische und optische Dinge. And da gibt es sehr viel Interessantes im Deutschen Museum zu sehen. Auch die vielen schönen Musikinstrumente, die ausgestellt sind, haben wir uns angesehen. Vor allem wegen des Deutschen Museums bin ich so gerne in München. Was mir in Deutschland und überhaupt in Europa gar nicht gefällt, ist, daß ein Polizist, wenn er von Papa nach irgend etwas gefragt wird, ihn meistens gleich böse ansieht. Das gibt es bei uns in Amerika nicht. Bei uns sind die Menschen alle viel freundlicher zueinander. Die Französin: Erste Eindrücke von Deutschland. Von Colette. Die auch in Deutschiand viel ge-7 lesene Schriftstellerin hält sich gegenwärtig in Berlin auf. Es ist immer sehr schwer, zu sagen, war einem in einem Lande am meisten gefällt. Besonders schwer aber ist es dann, wenn man dieses Land erst wenig kennt. So kann ich nur sagen, was mir hier sehr gut gefällt. Und das tue ich gern— gibt es doch unter den ersten Eindrücken, die man in einer neuen Umgebung empfängt, stets einiges besonders Hervorstechende. So fiel mir zum Beispiel bei meiner Ankunft in Berlin sofort auf. welche herrlichen Gärten und Parkanlagen diese Stadt besitzt. Davon weiß man eigentlich viel zu wenig. Ich war von dem herrlichen Grün, von den vielen Bäumen, von dem Tiergarten, der mitten in der Stadt liegt, ganz entzückt. Darf ich nun noch, ohne mich bei meinen deutschen Freunden unbeliebt zu machen, etwas erwähnen, was mir in Deutschland nicht gefällt? Man hat mich hier gezeichnet, sofort nach meiner Ankunft. Wie man mir erzählte, ist der Zeichner ein hervorragender, ganz bekannter Künstler. Aber ich finde, daß d.: Karikaturistische, das er in die Zeichnung hineinbrachte— und ich habe mir sagen lassen, daß das bei flüchtigen Momentskizzen hierzulande allgemein so üblich ist— keineswegs geeignet ist, das Charakeristische eines Gesichts hervorzuheben. Ich din nicht eitel, wenn ich auch eine Frau bin. aber ich finde, daß durch diese Manier zu zeichnen, durchaus wesentliche Züge verzeirt werden Und das gefallt mir nicht— an den deutschen Zeichnern. Rummer 146 Donnerstag, den 29. Mai Jahrgung 1939 Ein glückbringender Stein Das Geschenk einer verurteilten Hexe Kapitän Graeme und seine Frau in Aberuthven bei Inchbrakie(Schottland) zeigten dieser Tage die Geburt eines Sohnes an, wobei sie an den Schluß der Anzeige, die diese Mittellung enthielt, zwischen Anführungszeichen setzten:„Prophezeiung der Hexe von Monzie“. Ein Berichterstatter der„Daily Mail“ machte sich nach Averuthven auf und befragte den glücklichen 5jährigen Vater, dem seine Gattin vorder zwei Töchter geschenkt hatte, über den Grund des rätselhaften Zusatzes von der Here von Monzie. Kapitän Graeme“ erzählt ihm folgende Legende: Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde eine Frau, die als die Hexe von Monzie bekannt war, auf dem Scheiterhaufen verdrannt. Während die Flammen aufloderten, verfluchte sie das Volk von Monzie, das sie zum Tode verurteilt hatte. In diesem Augenblick sah sie einen Mann, Graeme aus Inchbrakie, der gekommen war, um einen Versuch zur Rettung der Frau zu machen. Die Hexe trug eine Halskette aus Steinen. Obwohl sie am Pfahl angebunden war. gelang es ihr, einen Stein loszureißen, und zwar mit den Zähnen, und dann spuckte sie den Stein gegen Graeme hin aus und rief, daß der Familie Graeme, solange sie in Inchbrakie wohne und den Stein aufbewahre, stets ein Erbe geboren werden würde. Vor ungefähr 40 Jahren wurde das Landgut der Familie Graeme verkauft und der Stein, der in einem Ring gefaßt war, wurde im Bureau eines Advokaten in Edinburg hinterlegt. Seit dieser Zeit, erzählte Kapitän Graeme, wurde in der Familie kein direkter Erbe mehr geboren. Das letzte Haupt der Familie, ein Neffe meines Vaters, starb vor einigen Jahren kinderlos. Mein Vater ist tot und mein Bruder stard ohne Nachkommen. Vor einiger Zeit konnte ich einen kleinen Teil des alten Landgutes dicht bei Inchbrakie, auf dem ein Haus stand, zurückkaufen. Dann konnte ich auch den Ring wieder in meinen Besitz bekommen. Da ich ein Schotte din, glaube ich an solche Familienlegenden. Ich nahm also den Stein ins alte Haus bei Inchbrakie und vergrub ihn dort unter dem Fußboden. Die Legende hat sich nun als wahr erwiesen, denn in meinem alten Hause wurde ein Sohn geboren Neiner Frau und meinem Jungen geht es gut. Der Stein, den die Hexe schenkte, ist eine Art Mondstein, genannt SaphirMudstein. Von Kampfbahn und Spielplatz der gesälschte Buckel Die Schatzkammer eines Geizigen Die Mailänder Blätter berichten von Ende eines sonderbaren Heiligen und Geizhalses, der seine Schätze zeitlebens in einem falschen Buckel verborgen hielt und jetzt den Hungertod erlitt. In einer armseligen Herberge in Palma di Majorla war ein anscheinend invalider Fremder abgestiegen, der, mit einem Buckel behaftet, einen Mitleid erregenden Anblick bot. Da er fast keine Nahrung zu sich nahm, er buchstäblich des Hungers gestorben. Als man den Toten näher untersuchte, stellte sich heraus, daß sein Buckel gefälscht war und als Behälter für einen großen Schatz diente, der in zusammengerollten Banknoten und Devisen einen Wert von üder zehn Millionen Lire darstellte. Seine Papiere wiesen ihn als einen Deutschen namens Georg Bernstein aus, der von Alzier ohne jegliches Gepäck herübergekomnen war. Schwelm, 28 Mai.„Wir haben die dich....“. In einem hiesigen Gasthof hatten sich zwei Fremde eingemietet. Als der Wirt morgens auf Klopfen hin keine Antwort erhielt, erbrach er die Tür. Die beiden Fremden hatten sich mit Morphium bergiftet und auf den Tisch einen Zettel nit der Aufschrift:„Wir haben die Abs9ht, gemeinsam aus dem Leben zu gehen!“ Ainterlassen. Die Selbstmordkandidaten burden dem Krankenhause zugeführt. Man hofft, ihnen das Leben erhalten zu können. Fußball Großkampt auf der Löchterbeide Buer 07 1. M.— Schwarz=Weit Essen 1. (Ruhrbezirkszweiter.) Unter den Fußballergebnissen des morgigen Himmeljahrtstages ist wohl das Bedeutendste in Buer das Treffen dieser beiden alten bekannten Vereine. Jahre hindurch gehörte ein Zusammentreffen mit Schwarz=Weiß Essen—. Buer 07 zu den zugkräftigsten Spielen des Ruhrbezirks. Die Schwarz=Weißen waren stets in Buer gern gesehene Gäste. Obwohl auch spielerisch Buer 07 dem langjährigen Exmeister in keiner Weise nachstand, hat es doch nie zu einem Siege gelangt. Trotzdem Göhlert und Röchner mit ihren Mannen damals fast unbesiegbar galten, hatten die Gäste immer noch das Plus eines rasanten Endspurts, der ihnen auch regelmäßig den verdienten Sieg brachte. Dann kam ein plötzlicher Abstieg der Buerschen Spielkraft, der so rapide einsetzte, daß die einst so gute Elf in die 2. Klasse zurückging. Dagegen hat sich der alte Pionier, Schwarz= Weiß weiter an der Spitze des Bezirks gehalten und gehört heute zu den stärksten Vereinen Westdeutschlands. Die Gäste treten Morgen in der stärksten Aufstellung gegen Buer 07 an. Namen, wie Riegels, Heuken, Kalveram, Wächter, Kasnitz und der Süddeutsche Kreß bieten Gewähr für einen interessanten Kampf. Für den nach Schalle 04 übergetretenen Kellner spielt der Stuttgarter Holisch. Auch Buer 07 hat seine Mannschaft gut zusammengestellt und auch einige neue gute Kräfte heran gezogen. Beginn des Spieles 4 Uhr auf der Löchterheide. Die 2. Mannschaft tritt gegen die gleiche von Rot=Weiß Wattenscheid=Leithe in Leithe an. Treffpunkt 12,30 Uhr Rathaus. Jugendabteilung: Buer 07 1. Jugend— Schwarz=Weiß Essen 1. Jgd. Anstoß 2,45 Uhr auf der Löchterheide.— Buer 07 2. Jugend— B. V. Marl 2. Jgd Anstoß 1,45 Uhr, Löchterheide.— Buer 07 1. Schüler— B. V. Marl 1. Schüler, Anstoß 12,50 Uhr, Löchterheide. Schalke 04 Vorschau für Donnerstag, den 29. Mai (Himmelfahrtstag). Ligamannschaft 6 Uhr Training. Reisemannschaft gegen S. V. Brilon, Treffen 6 Uhr morgens Schalker Markt. 1b und 2. Mannschaft gegen BlauWeiß Essen. Treffen 12 Uhr 30 Schalker Markt. Gemeinsame Abfahrt per Omnibus. Alte Herren=Training ab 4 Uhr auf dem Platz.— Handballabteilung: 1. und 2. Mannschaft Rückspiele in Velbert gegen 07. Gemeinsame Abfahrt 12 Uhr vom Vereinsheim. 1. und 2. Handballjugend gegen Schalker Verein auf dem Platz an der Bulmker Straße. 2. Jugend 10 Uhr. 1. Jugend 11 Uhr. Treffen 9 bezw. 10 Uhr Schalker Markt. S. C. Buer=Hassel— Westfalia Scherlebeck Am Donnerstag(Himmelfahrt) findet das Retourspiel gegen Westsalia Scherledeck statt. Das Rückspiel welches im vorigen Jahre in Hassel stattfand und zu dem Scherlebeck statt der 1. Mannschaft die 2. Mannschaft nach Hassel schickte, wurde von S. C. mit 7:0 gewonnen. Das Rückspiel mit der 1. Mannschaft findet nunmehr am Donnerstag bestimmt um 4,30 Uhr auf dem Sportplatz Katharinawäldchen statt. Morgens 10 Uhr Monatsvelsammlung. Sp. V. Hansa— Preußen Steele Die beiden Mannschaften stehen sich am Donnerstag auf dem Sportplatz an der Feldhauser Straße im Freundschaftsspiel gegenüder. Anstoß 3.30 Uhr. Vorher spielen die unteren Mannschaften. D. H. V. Gelsenkirchen — S. C. Gebr. Soldblum, Selsenkirchen tag(Himmelfahrt) um 2 Uhr auf dem Sportplatz an der Hohenfriedbergerstraße. D. H. V. Gelsenkirchen — D. H. V. Duisburg 5:0 Die Gelsenkirchener enttäuschten nach der angenehmen Seite, indem sie die Gäste mit 5:0 schlugen. Pokallpiele In Herten-Dinein Spo. Herten 1912— Spo. Hochlar Die vier Vereine tragen am heutigen Himmelfahrtstage auf dem Sportplatz am Spanenkamp die angekündigten Pokalspiele aus. Die beiden Sieger aus diesen Spielen, voraussichtlich B V. Westfalia Scherlebeck und Sp. V. Herten 12, treffen sich dann am Sonntag, dem 1. Jun., nachmittags 4 Uhr, auf dem Sportplatz am Spanenkamp und spielen um den schönen Pokal, der bis Mittwoch in Scherlebeck und von Donnerstag bis Sonntag in der Metzgerei Kunieziak in Disteln im Fenster ausgestellt ist. Die Sp. V. Herten 12 und Westfalia Scherlebeck werden mit ihren ersten Mannschaften und Reserven kombiniert in stärkster Aufstellung spielen. Vorher spielt Herten=Disteln 2. gegen Haltern 2. am Donnerstag um 13 Uhr und am Sonntag, dem 1. Juni um 14,30 Uhr vor dem Pokalspiel die 1. Mannschaft gegen die 1. Liga von Preußen=Hochlarmark Der Sp. V. Herten=Disteln spielte am rm 14 Uhr mit den anderen Bezirksvereinen auf dem Spielplatz des Langenberger Turnvereins einige Stunden des Frohsinns. Rückkehr gegen 21 Uhr. Musikinstrumente und Liederbücher mitbringen. TurnerLund Buer=Beckhausen Der Turnerbund unternimmt am Donnerstag, den 29. Mai(Himmelfahrtstag), seine alljährliche Götzwanderung. Abfahrt ab Buer=Süd 5,54 Uhr. In Feldhauen um 7 Uhr gemeinschaftlicher Kirchgang. Es ist Pflicht der Turnerinnen und Turner an der Wanderung teilzunehmen. Der knatternde Motor Internatlonale Meister starten Dirt=Track=Großkämpfe in Oberhausen Das Stadion Niederrhein in Oberhauen steht am Himmeljahrtstage im Zeichen der Großkämpfe, wie sie in diesen Ausmaßen auf bisher keiner westdeutschen Bahn stattfanden. Das Programm weist eine kaum zu überbietende internationale Besetzung auf und nennt neben prominenter inländischer Gefolgschaft allein zwei ausländische Landesmeister, und zwar den Sonntag gegen den Sp. V. Halver und englischen Meister Arthour Jerwis und den brachte einen 3:1=Sieg mit nach Hause. Aus dem Türner-Lager Fauftball der Turner im Gau um Aufstieg und Abstieg Die Vorundenspiele sind durchgeführt, und nach harten Kämpfen haben sich für die Zwischenrunde 8 Mannschaften qualifiziert. Bedauerlicherweise ist unter diesen keine einzige des 1. Bezirks. Die übrigen 16 Mannschaften, ermitteln in zwei Gruppen und einer Hinspielserie die Abstiegkandidaten, das sind in jeder Gruppe 2, insgesamt also 4 Mannschaften. Hier interessiert die Gelsenkirchener Turner die Gruppe A. die die Gelsenkirchener und Essener Vereine enthält. Es spieten nämlich hierin Tv. Frillendorf, Tv. Essen 59, Tbd. Essen, Tv. Stoppenberg, Tv. Katernberg, Tv. Heßler, Tv. Ueckendorf und Gelsenkirchen 3. Die Mannschaften spielen am 1. Juni um 9,30 Uhr in Stoppenberg auf dem Platz am Siepen und werden am 2. Spieltag, den 15. Juni, wo noch drei Spiele auszutragen sind, in zwei Gruppen geteilt. Die ersten 4 Mannschaften spielen um 10 Uhr auf dem Platz am Uhlenkrug in Essen und die 4 letzten, Katernberg, Heßler, Aeckendorf und Gelsenkirchen 3, um 10 Uhr auf dem Platz am Abzweig in Katernberg. Die zweite Gruppe dürfte kaum interessieren, da sie nur die Duisburger und Mülheimer Vereine enthält. T. V. Buer=Resse Am Himmeljahrtstage unternimmt der Buer=Resser Turnverein 06(D. T.) die in der Deutschen Turnerschaft zur Tradition gewordene Goetz=Wanderung. Ziel der Wanderung ist die Hohensyburg. Bis Wetter soll die Fahrt im Auto zurückgelegt werden. Abfahrt 7 Uhr morgens vom Vereinslokal. Verpflegung aus dem Rucksack. Fahrtkosten 2,50 RM. Alle aktiven und passiven Mitglieder sind herzlich dazu eingeladen. Goetz=Wanderung der Schalker T. B. 77 Ueber 50 Meldungen liegen zu der Himme.fahrtswanderung bereits vor. Treffpunkt 7,30 Uhr am Jahnhaus. Vom Neumarkt aus geht es mit der Straßen Diese Gegner treffen sich am Donners= bahn nach Steele. Nach einer Wanderung däni chen Meister Kay Hansen. Diesen sowie den Engländern Skid Chicklin und Pointer sowie den Dänen Torskield Hansen und Ingemann Ratzmussen stehen die deutschen Spitzenfahrer Buttler, Hamborn, Fritz Stölting, Hamburg, Bill Kellner, Köln, Roth, Stuttgart u. a. gegenüber. Ein heißes Ringen ergibt der Länderkampf England=DänemarkDeutschland. Bei dem internationalen Handicap sowie dem Verfolgungsrennen handelt es sich um durchaus offene Angelegenheiten, zumal die schwächeren Fahrer bestrebt sein werden, ihre Vorgaben möglichst zu behalten. Das größte Interesse löst natürlich das Mannschaftsrennen aus. Hier bietet sich auch für die„Außenseiter“ eine Gelegenheit, zu einem Erfolg zu kommen, zumal ja bei der Länge des Rennens die verschiedensten Zufälle von auschlaggebender Bedeutung sind. Als besondere Attraktion wird bei Eintritt der Dunkelheit, die Rennen beginnen um 18 Uhr, ein Riesenfeuerwerk unter dem Motto:„Stadion Niederrhein in Flammen“ abgebrannt, das seine Zugkraft auf die Besucher kaum verfehlen dürfte. Der Taubenschlag Wiedersehen, Heßler, mit Uhr; 7. Zajonz F., Vorwärts, Altenessen; 8. Plätz, Frohe Botschaft, Heßler, mit Uhr; 9. Riegel, Union. Gelsenkirchen, mit Uhr; 10. Kowalewsti, Frohe Botschaft, Bismarck, mit Uhr.— In den vorstehenden Preisen sind auch gleichzeitig die drei ersten DerbyPreise gefallen und zwar 1. Jansen Fr., 2. Jasonz F., 3. Kowalewski.— Der nächste Preisflug, offen für alle Tauben, geht am kommenden Sonntag, den 1. Juni von Gardelegen, über 315 Kilometer. Das Einsetzen für diese Tour erfolgt am Freitag, den 30. Mai und zwar: Für Gruppe 1 von 2 bis 3,30 Uhr, für Gruppe 2 von 3,30—5,00 Uhr und für Gruppe 3 von 5 bis 6,30 Uhr. Die Brieftauben= Reisevereinigung Buer und Umgegend sandte am Sonntag, den 25. 5. 30 zirka 5 500 Tauben aller Jahrgänge nach Issenbüttel. Der Auflaß erfolgte um 10,50 Uhr bei südwestlichem Winde; unterwegs Regen und Gewitter. Die erste Taube der Nordgruppe erreichte ihren heimatlichen Schlag um 4,04 nachm., die erste Taube der Südgruppe um 4,13 Uhr. Außerdem erfolgte auf dieser Tour das Derbyfliegen für jährige Tauben. Die ersten 10 Preisträger der Nordund Südgruppe werden hiermit bekanntgegeben: Nordgruppe: 1. Flott, Verein 4, 2. Sperling, Verein 45, 3. Bednarz, Verein 44, 4. Sanders, Verein 9, 5. Spickermann, Verein 36, 6. Tolksdorf, Verein 8, 7. Möllers, Johann, Verein 2, 8. Hermann, Verein 12, 9. Tolksdorf, Verein 8, 10. Wilda, Verein 40. Südgruppe: 1. Schmitz, Verein 14, 2. Zeppa, Verein 18, 3. Lesczenski, Verein 19, 4. Thiel, Verein 30, 5. Penkalla, Verein 18, 6. Gemberg, Verein 22, 7. Simelka, Verein 46, 8. Dolny, Verein 14, 9. Penkalla, Verein 18, 10. Radzijewski, Verein 16. Der Erringer des 1. Derbypreises der Nordgruppe ist Flott vom Verein 4. Der Erringer des 1. Derbypreises der Südgruppe ist Zenpa vom Verein 18. Nächste Tour Gardelegen. Einsetzen nach dem Reiselan. Am Schachbrett Brieftauben=Reisevereinigung Gelsenkirchen 1894 Am Sonntag veranstaltete die Brieftauben: Reisevereinigung Gelsenkirchen 1894 wiederum eiten Preisflug, der für alle Tauben offen, aber gleichzeitig mit einem Derby für Tauben aus 1929 verbunden war. Der Flug ging von Isenbüttel über 260 Kilometer. Der Auflaß erfolgte um 11,10 Uhr, nachdem den in der Morgenfrühe herrschenden schlechten Witterungsverhältnissen die Aufklärung gefolgt war, bei bestem Wetter jedoch sind die Tiere unterwegs in schwere Wetter geraten. Um 4,36 Uhr erreichte die erste Taube ihren Heimatschlag, hat also eine Durchschnitts= Fluggeschwindigkeit von 799,31 Metern in der Minute erreicht. Der Konkurs endete um 6.30 Uhr, ging also über die Zeit von einer Stunde und 54 Minuten. Die ersten zehn Preisträger dieses Fluges sind folgende: 1. Budzinski, Unser Sport, Schalke; 2. Pedzielny, Vereinte Freunde, Schalke, mit Uhr; 3. Baxmeier, Schwalbe, Schalke; 4. Jansen Fr., Hüte Dich, Schalke; 5. Rutinowski, Hoffnung, Sutum, mit Uhr: 6. Gelenbeck, Schachfreunde Buer=Hassel Am Sonntag wurde dieser Verein gegründet. Bis zum 1. Januar 1931 ist ein vorläufiger Vorstand gewählt worden. Den Zeitverhaltnissen entsprechend wurde ein mäßiger Monatsbeitrag festgesetzt. Diejenigen, die bis einschließlich den 30. 6. 30 die Mitgliedschaft erwerben, brauchen keine Aufnahmegebühr zu entrichten. Der Verein beabsichtigt Freundschaftsspiele und ähnliche Veranstaltungen zur Pflege des. Schachspiels auszutragen und sich späterhin dem Schachstadtverband und dem Deutschen Schachhund anzuschließen. Reichliches Material ist vorhanden, so daß die Spielstunden jetzt regelmäßig stattfinden. Am Donnerstag, den 29. d. M., vormittags 10 Uhr beginnen beim Wirt Heihoff, Polsumer Straße, die ersten Spielstunden. Im nassen Element Schwimmverein Buer 24 Die Abfahrt zur Jugendwanderung, die der Schwimmverein Buer 24 am Himmelfahrtstage nach Herdecke=Hohensyburg unternimmt, findet morgens 6,06 Uhr vom Bahnhof Buer=Süd statt. Treffpunkt aller Teilnehmer um 5 Uhr bei Baumeister am Stern. Die Prüfung für das Turn= und Sportabzeichen, Gruppe 5(Radfahren) findet am Donnerstag, den 29. Mai, statt. Diejenigen Bewerber, die die Prüfung ablegen wollen, treffen sich morgens um 8 Uhr in der Wirtschaft May an der Dorstener Straße. Urkundenhefte müssen mitgebracht werden. 6. Antheil:„Transatlantic“ Amerikanische Obern-Uraufführung im Frankfurter Opernhaus Deutschland ist auf musikalischem Gedete wieder führend. Es bildet heute dieder den Schauplatz für alle wichtigen unstlerischen Ereignisse dank seinen ausEseichneten musikalischen Kräften und unt der Tatsache, daß die moderne Musik hier immer mehr Boden gewinnt. So wenige Wochen nach der Premiere “ französischen Oper„Christop“ Colum= * von Claudel und Milhal der ekliner Lindenoper auch Frankzurt am lain, das sich bekanntlich seit einem Jahrlebhaft für die moderne Musik einen hat, mit einem fremdländischen Unenwerk: der amerikanischen Oper Akansatlantie“ von Georg Antheil. In der modernen Oper, die seit kurI“ das Kampffeld für die zeitgenössische seworden ist, lassen sich zwei HauptMungen festlegen. Die eine kommt entungsgeschichtlich vom Wagnerschen Ausitdrama der sie will dur“ d'e Musik * B ü h n e n v o r g ä n g e i l l u s t r i e r e n u n d d i e eenelung pspchologisch darstellen(Arnold Schönberg und sein Kreis). Für die andere Richtung hat die Musik hauptsächlich den Zweck, eine bestimmte Situation anzudeuten, zu umschreiben, wie es Weill in „Mahagonny“ und Milhaud in„Kolum= bus" erstrebt. Gewiß ist die Grenze zwischen den beiden Richtungen nicht haarscharf zu ziehen, es gibt zahlreiche Werke. die auf einer Mittellinie stehen. Hierzu zählt auch„Transatlantic“ Den vielen in die Zukunft weisenden Experimenten der letzten Jahre fügt Antheil keine wesentliche Neuerung hinzu, als sein Werk aus allen möglichen früheren Vorbildern zusammengesetzt ist. Es ist deshalb grundfalsch, wenn man diese Musik als eine spezifische Aeußerung amerikanischen Geistes ansprechen wollte. Einige Stellen der Partitur gemahnen ganz deutlich an Schönberg, andere wiederum an Weill. Diese Musik ist teilweise expressiv, darstellend. teilweise aber auch untermalend und nur vage der jeweiligen Situation angepaßt. Im ganzen fehlt es an wirklich musikalischen Einfällen und an einer komnositorischen Erfindungsgabe. Das Werk setzt sich aus einzelnen Fragmenten zusammen, es zerfällt. Der motorische Impuls ist zu schwach, um eine einheitliche Wirkung zu erzielen. Eine verartige Wirkung wird auch die zentrale Stellung des Jazz erreicht, der die Illusion„Amerika“, hervorrufen soll. Es fehlt ihm jedoch die metallische Transparenz des Klanges In Anlehnung an das dramatische Schaffen unserer Zeit wickelt sich der technische Ablauf der Handlung in einzelnen abgeschlossenen Szenen ab. Ihr Inhalt ist kurz folgender: Der Oelmagnat Ajax hat seinen Freund Hektor aus der Fremde nach Amerika zurückgerufen, um ihn zum Prasidenten der Vereinigten Staaten zu machen. Hiervon erhofft er für seine unlauteren Geschäfte großen Nutzen. Um Hektor nun besser in seiner Gewalt zu haben, soll die Frau seines Freundes Jason, Helena genannt, ihn durch ihre Reize bestricken. Das Resultat ist: Hektor und Helena verlieben sich auf den ersten Blick ineinander. Dies und der Umstand, das Hektor charakterfest und unbestechlich bleibt, treiben Ajax zu dem Entschluß. diesen zu Fall zu bringen, indem er sich für einen anderen Präsidentschaftskandidaten einsetzt. Nach langwierigen Intrigen wird Hektor schließlich doch zum Präsidenten gewählt, er gewinnt Helena, während Aier von der Palteei entlarnt wird Zweifellos ist der Tert des Stücks im ganzen recht minderwertig; er kommt den Adsichten des Dichterkomponisten jedoch insofern entgegen, als er ihm Möglichkeiten gibt, viele neuzeitlichen Errungenschaften der Technik auf die Bühne zu bringen Wie zahlreiche andere moderne Autoren ist auch Antheil dem Iertum verfallen, daß Telephon, Radio, Ozeandampfer, Lift usw. für ein modernes Theaterstück unerläßlich sind. In diesem Punkte und auch in der Verbindung von aktuellem Zeitgeschehen und sentimentaler Liebesromantik eines Kolportageromans spekuliert Antheil auf den Geschmack eines wenig kultivierten Theaterpublikums. Ein guter Theaterinstinkt soll ihm jedoch nicht abgestritten werden, wenn er sich hier auch nur in billigen Effekten kundgibt; die Bühnenvorgänge sind jedenfalls lebendig. ja, es gibt sogar dromatische Momente, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Hinsichtlich der Form des Ganzen ist wichtig, daß auch in dieser Oper ähnlich wie in„Christoph Kolumbus" und in „Mahagonny“ eine Verbindung von Musik, Bühne und Film angestrebt wird. Wir haben es mit einer allgemeinen Zeiterscheinung zu tun, und nie ist nach dem Tode von Richard Wagner das Prodlem des „Gesamtkunstwerks“, so drennend geweser wie gerade heute Inter## auch. de Amerika mit„Transatlantie“ nunmehr einen Beitrag hierzu geliefert hat. Die Aufführung ließ noch recht viele Wünsche offen. Ein derartiges Stück würde auf einem Theater mit modernen bühnentechnischen Anlagen entschieden wirksamer sein. Das Frankfurter Opernhaus war für dies Stück gänzlich ungeeignet. In Anbetracht der geringen technischen Möglichkeiten und der relativ kleinen materiellen Mittel waren die Bühnenbilder Ludwig Sieverts ausgezeichnet. Dr. Herbert Graf hätte noch mehr tun müssen, um die Schwächen des Werks zu mildern. Die mustkalische Leitung H. W. Steinbergs war viel zu matt; alles müßte viel intensiver genommen werden. Von den Darstellern mögen Jean Stern, Robert v. id n Maria Betra erwähnt werden. Else Gentner=Fischer war musikalisch hervorragend, leider ist die Besetzung dieser Partie durch eine hochdramatische Sängerin nicht glücklich. Die Oper fand im allgemeinen eine gute Aufnahme; der Komponist wurde mehrmals hervorgerufen. Am Schluß protestierten einige Leute gegen das Stück durch Pfeisen. ohne jedoch das beifallfreudige Frankfurter Publikum überstimmen zu können So kam wenigstens rein äuerlich ein tererfolg zustande K Nummer 146 Donnerstag, den 29. L.ai iin D gerlag, den 30. SCHREIBMASCHINE Europa Schreibmaschinen A.G. 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Mitwirkende: Kirchenchor„Liedfrauen“ Dortmund(Leitung: Theo Strick), Dr. Paul von SzentGyörgyi(Geige), Bernd Schneider(Orgel) 11,00—11,15 Fred von Zollikofer: Gedichte 11,20—11,15 Leo Matthias: Ein Kuhhandel mit den Teufelsanbetern 11.45—12,05 Frauenstunde. Frauen in anderen Ländern(2). Kläre SchalschaKrüger: Frauen von Südfrankreich 12,05—12,35 Meister ihres Fachs. Dusolina Giannini(Sopran) 12,36—12,55 Der rheinische Lebensraum Der Raum der Kultur. Dr. Joh. Klin kenoerg: Rheinisches Leben zur Romerzeit 13,00—14,30 Mittagskonzert des Musikvereins„La Lyre", Malmedy, Leitung: Edgar Thomas 14,30—1½00 Die Siunde des Arbeiters. Dr. Julian Marcuse: Gesundheitspflege im Arbeiterhaushalt(1) 15,00—15,40 Schallplatten 15.40—16,00 Besuch der 36. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft auf dem Kölner Ausstellungsgelände 16,05—16,35 Heiteres am Nachmittag 16,35—16,55 Besuch auf dem Reit= und Fahrturnier in Köln 17,00—18,00 Vesperkonzert, Leit.: Eysoldt 18,00—18,20 Menschen im Beruf. B. Dierkesmann: Semesteranjang eines Werkstudenten 18.25—19,00 Jugendfunk. Josef=Haydn= Stunde. Quartette und Arien. Mitwirkende: Wilhelm Strienz(Baß), Begleitung Grape 19.00—19,25 Privatdozent Dr. Heinermann: Spanisch 19.25—19.50 Sophie Christmann, M. d. L.: Kinderarbeit in der Landwirtschaft 19.50 Sportvorbericht 20.00 Abendkonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leit.: Buschkötter. Solisten: Irma Weile=Barkay (Mezzosopran), Fritzsche(Flöte), Mittmann, Schneiderhan(Geige). Werke von Bach(H=moll=Suite), Piccini(Rezitativ und Arie aus„Alessandro nelle Indie"), Mahler(drei Lieder mit Orchester) und Marx(Konzert für zwei Violinen mit Orchester) Anschließend: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben. Sportbericht Anschließend dis 24.00 Nachtmusik und Tanz. Leitung: Eysoldt. S. G. V. und Wandervögel kaufen ihre Sportarilkel U.Ruchsäcke nur bei Bünk& Sohn Buer, Am Stern (Mitglied des SGV.) Große Volksbelustigung! Donnerstag, den 29. Mal, Christi Himmelfahrt, am Forsthaus Buer-Erle Große Volksbelustigung. Schaukel, Karussell, Schieß. halle, Verlosung und Verkauf. Großes Ballonauflassen Es laden freundlichst ein Die Veranstalter Suche für sofort ein tüchtiges Mädchen nicht unter 19 Jahren, für alle Hausarbeit. Josef Fleitmann, B.=Resse, Hertenerstr. 96 Ruf 1697 Horst=E. (gietongehate.) Einfaches möbliertes MansardenZimmer zu vermieten. Buer, Breddestr. 129 I. Ladenlokal mit oder ohne Wohnung zu vermieten. Josef Mertens, Duer=Hassel, Dolsumer Straße 176. Möbl. Zimmer mit od. ohne Pension sofort oder später zu vermieten. Buer, Nienhofstr. 8, 2. E (Selenangebote)(Verichleteuss) Graue Haare erhalten Naturfarbe u. Jugendfrische, ohne zu färben. seit 20 Jahren glänz bewährt. 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