venstag, den 27. Mol giese Zeiung ericheint ihgl sench Sonntags) Bezugspreis durch die Beten frei Haus halbmonatlich 1.20 Anzeigen 1 mm Höhe in der 2s mmn breiten Spalie 0.10, für auswärts 0.12, Reklamen 0.40, für auswärts 0. 30 R.=M. Stellengesuche 25%— Die am Kopfe Zeihung betannigegebenen Zeilenpreise sind für Inserenten und Verlag rechtsverbindlich. Bei zwangsweiser Bestreibung oder Konkursverfahren ist der dewilligte Radat hinfällig. Druck u. Verlag Aueriche Oruckereionbds.= Ouer General=Anzeiger für Gelsenkirchen=Buer und das Emscher=Lippeland Amtsblatt für den Stadttreis Gelsenkirchen=Zuer. Amt Westerholt u. Gemeinde Poifum. Verordnungsblatt des Amtsgerichtsbeziris Geisenkirchen=Buer=R. Nr. 144 1 49. J6.J 1930 Geichnlossellen: Oesenfachen Klosterstraße 13, Telephon 24439 Buer, de la Chevalleriestraße 22 Lelephon Horst=Emscher 43 u. 44 Horst Imscher, Essener Str. 14 Tel. 347. Bankkonten: Commerz= und Privat=Bank A.=G., Filigl Geis.=Buer u. Spark. des AmteHorst=Gmscher. Keine Gewähr fl das Erscheinen der Anzeigen an bestimmten Tagen und Pätzen. Unfoll=Unterstützung in Höhvon 230 R.=M.- bei tödlichen Berufs=Unfällen nach Maßgabe der Versicherungs=Bedi Ist Kürten der Massenmörder? Mittellungen des Düsseldorter Pollzeipräsidums# Die Schritt vergleichung der Mörderbriefe noch nicht abgelchlossen 7 Bisherige Vergleiche ergeben eine völlige Uebereinstimmung] Zwel Fälle einwandtrei erwiesen## Der Verdacht, auch die anderen Verbrechen begangen zu haben, verstärkt sich welter Zwei Fälle einwandfrei erwiesen das Ergebuis von Briesproben (Düsseldorf, 27. Mai.(Drahtb.) Das Polizeipräsidium teilt mit: Das Ergebnis der umfangreichen Arbeiten, die die Schriftvergleichung der Mörderbriefe ersorderte, kann noch nicht als abgeschlossen bezeichnet werden. Es ist bekannt, daß Peter Kürten eine Anzahl Briese geschrieden hat, in denen er auf seine Tätigkeit aufmerksam machte. Er selbst hat angegeben, daß er diese Briefe geschrieben hat in der Erwartung, dadurch große Beunruhigung in das Düsseldorfer Publikum hineinzutragen. Es ist bemerkenswert, daß Kürten seinen ersten Brief angeblich Ende September 1929 an den Düsseldorfer Stadtanzeiger geschrieben und selbst in den hausbriefkasten der Redaktion geworfen bet. Es handelt sich hier um den Brief, den er in dem nächsten, an die Polizeiverwaltung adressierten Brief erwähnte. Jener erstgenannte, an den Stadtanzeiger gerichtete Brief ist niemals zur Kenntnis der Polizei gekommen. Ehe in die eigentliche Schriftvergleichung eingetreten wurde, legte gestern der Schriftsachverständige Dr. Schneickert auf Grund seines genauen Studiums der Briefe dem Peter Kürten ganz bestimmte Fragen vor über besondere Merkmale dieser Briese, die nur dem Schreiber der Briefe bekannt ein konnten. Diese Fragen hat Kürten n einer Weise beantwortet, die seine Urheberschaft an den Briefen zweiselsfrei en scheinen läßt. Kürten wurde dann durch den Sachverständigen veranlaßt, den Text einer Briefe unter gleichen Bedingungen, 2. h. aus ähnlichem Einwickelpapier, mit Blaustift niederzuschreiben. Die dann vorzenommene Vergleichung der Originalbriefe mit dem von Kürten neu hergestellten Briefproben ergab völlige Uebereinstimmung und bestätigte in jeder Hinsicht den vorerwähnten objektiven Besund. Da der Schreiber der bekannten Mörderbriefe kach dem Inhalt der Briefe nur der wirkliche Mörder im Falle der Martha Hahn und der Gertrud Albermann sein kann, so erscheint er auch durch das Ergebnis der Arbeiten des Schriftsachverständigen Dr. Schneickert, neben den sonstigen durch die Vernehmung geführten Beweise, als Täter in diesen beiden Fällen einwandfrei öberführt. Das Netz zieht sich enger die Schaufel von Bavenden in Kürtens Wohnung gefunden 6 Düsseldorf, 27. Mai.(Drahtb.) das Netz zieht sich enger und enger um den Düsseldorfer Mörder zusammen, der ein Jahr lang Düsseldorf unsicher machte. es bisher immer noch Skeptiker, die den vielen Mißerfolgen der Polizei keneigt waren, auch diese Verhaftung für einen Fehlgriff zu halten, so nähert sich Zahl dieser Ungläubiger jetzt dem Aullpunkt, nachdem Kürten, der MassenLorder, an fünf verschiedenen L0torten ebenso viele Mordkaten und Ueberfälle so genau seschildert hat, wie nur der Täter 69st es vermag. Bezeichnenderweise ist nan jetzt in maßgeh den Kreisen der JuEeihshörden der Meinung, daß wohl alle beständnisse Glauben verdienen— bis auf ?“ Morde, die Stausberg ausgeführt eeden soll. Diese reservatio mentalis auch diesem Augenblick noch spricht Bände er den Starrsinn, mit dem man einen Kklorenen Posten zu verteidigen gewillt 5 Denn stimmen die übrigen Geständ#e, dann gibt es keinen Grund in der warum der Mörder nun ausgerechzwei weitere Morde zugeben sollte, * er nicht begangen hat. Nach der Verinstsrechnung muß man dann schon zuseben, daß auch diese beiden Geständnisse n sind— selbst wenn es der Staats##ltschaft gegen den Strich geht! „Die Vernehmungen des Massenmörders gig* fortgesetzt. Trotz des„hermePaer: Ausschlusses der Oeffentlichkeit Bdei die Presse, was sie erfahren will. Offenes Spiel wäre der Behörde dienlicher und würdiger. Kürten war anscheinend schon in den letzten Wochen mit seinen Nerven zu Ende. Das dauernde Gefühl, gehetzt zu sein, hat ihn wohl zermürbt. Dazu kam, daß er schon am Donnerstag merkte, daß man ihm auf der Spur war. An diesem Tage versäumte er zum erstenmal das„Stempeln", und am selben Tage gestand er seiner Frau, daß er der Düsseldorfer Mörder sei. Wie die Frau angibt, hat sie früher nie geahnt, daß ihr Mann etwas mit den Taten zu tun hatte. Erst bei seinem Bekenntnis sei ihr aufgefallen, daß er an einem Augustmorgen mit lehmigen Schuhen und blutbefleckten Kleidern nach Hause gekommen sei.(Wahrscheinlich der Fall der Maria Hahn, die er bei Papendell vergrub.) Bei allen seinen früheren Taten hat der Mörder die Opfer, von denen er wiedererkannt zu werden fürchten mußte, gegefallen sind, eine stoische Ruhe in ihm ausgelöst zu haben. Mit der Ruhe eines Götzen sitzt er bei den Vernehmungen da und läßt sich eine ihm gelegentlich gereichte Zigarre munden. Er antwortet auf alle Fragen klar und kurz. Nur einmal gingen die Nerven mit ihm durch. Zusammenzuckend sagte er plötzlich: „Ich habe mich an der Menschheit rächen wollen!(den Kopf zurückwersend, lauter): Ich wollte, ich bekäme gleich den Kopf ab!“ Im Verlauf der Vernehmungen gab Kürten auch zu, die beiden Mörderbriefe geschrieben zu haben. Schon im Alter von 17 Jahren hat übrigens Kürten in der Nähe des Grafenberger Waldes ein Sittlichkeitsverbrechen begangen. Sein Schulfteund war der Raubmörder Stankewitz aus Gerresheim, der im Alter von 18 Jahren hier hingerichtet wurde. Da Kürten seine Jugend in Grafenberg und Gerresheim verlebt hat, so ist jene auffallende Ortskenntnis vor Mörders Kürtens eingehenden Untersuchungen, die sich bis in die nächsten Tage hinziehen dürften. Die am 25. Oktober 1929 überfallene Frau Meurer. die durch einen zufällig die Ueberfallstelle passierenden Radfahrer gerettet wurde, hat ebenso wie die Hausangestellte Schulte Kürten einwandfrei als Täter wiedererkannt. Die mit Arbeit überlastete Polizei ist der Presse gegenüber äußerst schweigsam. Kriminalkommissar Klingelholler, der von Anfang in der Mordsache tätig ist, versicherte unserem Mitarbeiter gegenüber, daß aller Skepsis zum Trotz der wohlbegründete Verdacht gegen Kürten sich weiter verstärkt habe. In Kreisen der Düsseldorfer Polizei wird erwogen, die Berliner Mordspezialisten, die seinerzeit in der Düsseldorfer Mordsache tätig waren, nach Düsseldorf zu berufen. Eine Entscheidung ist allerdings in dieser Frage noch nicht gefallen. Es handelt sich um Kriminalrat Gennat. die Kommissare Bußdorf und Braschwitz sowie evtl. Regierungsrat Dr. Kopp, Neue Mordgerüchte in Düsseldorf Ein 10jähriges Mädchen durch einen zu fest gebundenen Schal erstidt### Die Leiche zur genauen Feststellung der Todesurlache beschlagnahmt ( Düsseldors, 27. Mai.(Drahlb.) Die Polizei erhielt gestern nachmittag die Mitteilung, daß in der Hildener Straße ein Kind ermordet worden sei. Nach den ersten Feststellungen der Mordkommission gelangte man aber zu der Ueberzeugung, daß nicht Mord, sondern höchstwahrscheinlich ein tragischer Unfall vorliegt. Ein zehnjähriges Mädchen hatte sich aus bisher unbekanten Gründen einen Schal derart fest um den Hals gezogen, daß es erstickte, ohne daß jemand hätte Hilfe bringen können, da es allein in der Wohnung war. Die Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Von der Kriminalpolizei in Düsseldorf wurde Montagabend hierzu offiziell mitgeteilt: Am 26. Mai 1930 wurde die Kriminalpolizei davon verständigt, daß im Hause Hildenerstraße 76 ein Mädchen mit einem Schal um den Hals erdrosselt aufgefunden worden war. An Ort und Stelle wurde in Gegenwart der Staatsanwaltschaft und des Gerichtsarztes festgestellt. daß es sich um die zehnjährige Adelgunde Ortmann handelt. Das Kind war gegen 13,15 Uhr von der Schule nach Hause gekommen. Die Mutter war in der Waschküche beschäftigt. Das Kind aß zu Mittag, räumte, so gut wie es ging, auf und zog sich dann um, wahrscheinlich um zu spielen. Beim Umziehen hat das Kind als letztes einen seidenen Schal, der schon vielfach als Halstuch benutzt worden ist, umgebunden. Der Schal war einfach um den Hals geschlungen und vorn in einen Knoten mit einer Schleife zusammengebunden. Da irgendwelche Merkmale oder Hinweise auf ein Verbrechen nicht vorhanden waren, ist anzunehmen, daß der Schal zu fest um den Hals geschlungen war und auf diese Weise, zumal Hilfe nicht zugegen war, den Erstickungstod des Kindes herbeiführte. Zur genauen Feststellung der Todesursache wurde die Leiche dem gerichtsärztlichen Institut zugeführt. tötet oder wenigstens zu töten verucht. (Fall Schulte.) Bei dem Dienstmädchen, das er am 14. Mai in seine Wohnung nahm, und nachher im Grafenberger Wald vergewaltigte, machte er zum erstenmal eine Ausnahme. Nach der schändlichen Tat fragte er das jammernde Mädchen, ob es wohl imstande sei, seine(Kürtens) Wohnung in der Stadt wiederzufinden. Das Mädchen erwiderte klugerweise verneinend. Damit begnügte sich der Mörder und ließ das Mädchen leben, das dann die Kripo zu seiner früheren Wohnung führte. Die Festnahme des Massenmörders wurde auch ermöglicht durch die Tatache, daß seine Frau sich von einem Kriminalbeamten überrumpeln ließ und im ersten Schreck zugab, daß ihr Mann der Mörder sei. Sie treffe ihn am Samstagnachmittag an der Rochus=Kirche. Bei dieser Gelegenheit wurde Kürten bekanntlich festgenommen. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Kürten fand man über ein Dutzend Windjacken, die sämtlich Spuren häufigen Waschens mit scharfen Laugen aufwieen. In einem Winkel versteckt sand man weiter eine braune Schaufel. Kürten gab zu, daß er damit die Leiche der Maria Hahn bei Papendell vergraben hatte. Der Massenmörder ist ein belesener, für seinen Stand intelligenter, geistig regsamer Mensch. Er war ein fleißiger Arbeiter und fiel seinen Arbeitskollegen dadurchauf, daß er nie Nachtschicht machen wollte. Er war nebenbei ein großer Schürzenjäger, der im Falle einer Weigerung den Mädchen gegenüber brutal wurde. Einem Mädchen drohte er: „Du darfst mir bloß nicht mal im Dunkeln allein begegnen, da kenne ich keinen Pardon!“ Während nach den Angaben der Nachbarn der Morder in der letzten Zeit mehr und mehr zum tiessinnigen Grübler#geworden war. scheint die Taisache, daß setzt die Würfel handen, die allein das Verbrechen an der Maria Hahn und das unbemerkte Vergraben der Leiche erklärlich machen kann. Im übrigen hat Kürten auch die beiden Brandstiftungen auf Gut Papendell eingestanden. Mit Vorliebe streifte Kürten in der Nähe des Zoo, des Torfbruches und in der Gegend von Gerresheim herum. Kürten ist seelisch vollständig zusammengebrochen. Es dürfte immerhin eine Woche vergehen, bis sämtliche Beweisstücke, die das Geständnis erhärten, herbeigetragen und aktenkundig aufgezeichnet worden sind. Wie weit die Ehefrau des Kürten von den Verbrechen ihres Mannes gewußt hat, bedarf noch der restlosen Aufklärung. Tatsache ist, daß sie zwei Tage vor der Festnahme ihres Mannes in ein längeres Kreuzverhör genommen werden mußte, um den ungefähren Aufenthaltort ihres Mannes aus ihr herauszubekommen. Nachdem sie festgenommen worden war, hat sie unter dauernder polizeilicher Bewachung gestanden. Am Samstag, kurz vor der Festnahme ihres Mannes, hat sie sich mit einem Paket unter dem Arm zu der Rendezvousstelle hinter der Rochuskirche begeben, wo ihr Mann dann zur festgesetzten Zeit eintraf. Die Frau war in einem Düsseldorfer Cafe als Spülfrau beschäftigt; sie wird als sehr fleißig und arbeitssam geschildert. Die überlastete Polizei ist äußerst schweigsam Heranziehung der Berliner Mordspezialisten? Düsseldors, 27. Mai.(Eig. Drahtb.) Der Montagvormittag wurde ausgefüllt durch weitere Vernehmungen Kurtens, einer Reihe von Zeugen und durch Gegenüberstellungen. Inzwischen ist der bekannte Berliner Schriftsachverständige Kriminalrat Dr. Schneilert in Düsseldorf eingetrossen und unterzieht Schriftproben des den Berliner Spezialisten für aus sadistischen Neigungen herrührende Verbrechen. Frau Kürten, die zunächst in Schutzhaft genommen wurde, ist auf freien Fuß gesetzt, jedoch polizeilicherseits auswärts untergebracht worden, um sie vor Belästigungen zu schützen. Von der Polizei, die sich bezüglich der ersten fünf Morde, die im Vorjahre verübt wurden. auf den Geisteskranken Stausberg als Urheber festgelegt hatte, konnte noch keine offizielle Auslassung darüber erlangt werden, wie weit Kürten auch hierbei in Frage komme. Ein Geständnts Kürtens auch in diesen Fauen liegt jedenfalls vor und wird nachgeprüft. Bekanntlich gingen in diesen Fällen— es handelt sich um fünf— die Ansichten selbst bei den Polizeiinstanzen stark auseinander. Kriminalrat Gennat hat sich von der Schuld Stausbergs in vollem Umfange niemals überzeugen lassen. Ohne Zweifel dürfte es in deia Falle Stausberg jetzt zu dem latige verweigerten Wiederaufnahmeverfahren komdie Umsicht einer Mutter brachte den Stein endlich ins Rollen Ueber die näheren Umstände, die auf die Fährte des Massenmörders lenkten, erfahren wir noch folgende interessante Einzelheiten: Nachdem das im Grafenberger Wald überfallene Mädchen sich aus seiner Ohnmacht erholt hatte, flüchtete es sich in eine benachbarte Wirtschaft. Hier bat es, die Toilette benutzen zu dürfen. Die Wirtsleute sahen furchtbare Strangulutions= und Würgmerkmale am Halse und fragten das Mädchen nach der Ursache. Weinend erzählte das Mädchen sein Erlebnis. Auf die Bitte der Wirtsleute, doch unter allen Umständen der Polizei sofort Mitteilung von dem Vorfall zu machen, erklärte das Mädchen, daß es mit der Polizei nichts zu tun haben wolle. Am anderen Tage schrieb es einen Brief an seine Freundin, die es bei dem Rendezvous verpaßt hatte. Der Brief wurde von der Mutter der Freundin geöffnet. U. a. hatte das überfallene Mädchen geschrieben:„Bald wäre ich ein Opfer des Massenmörders geworden". Als die Mutter diese Worte gelesen hatte, übergab sie sofort den Brief der Polizei. Der Umsicht dieser Frau ist es also zu danken, daß der Mörder endlich gefaßt werden konnte. „Ich wollte Sie eben ermorden“ Fran Meurer fragt Peter Kürten Eine aufschlußreiche Gegenüberstellung Eine äußerst interessante Darstellung veröffentlicht der Düsseldorfer„lllag“ über eine Gegenüberstellung der Frau Meurer und des Düsseldorfer Massenmörders im Polizeipräsidium Düsseldorf. Frau Meuter wurde bekanntlich am 25. Oktober des vorigen Jahres in der Nähe ihrer Wohnung überfallen und verdankt es nur der Verkettung glücklicher Umstände— ein Radjahrer kam gerade des Weges— daß sie mit dem Leben davon gekommen ist. Wir entnehmen der Darstellung des„Mittag“ folgende Ausführungen: „Unser Mitarbeiter suchte diese wichtige Kronzeugin gestern auf, um von ihr zu erfahren, ob sie tatsächlich in dem Verhafteten den Begleiter an jenem unheimlichen Abend vermute. Dabei erfuhr unser Mitarbeiter, daß Frau Meurer am Sonntagmorgen zu einer Gegenüberstellung mit dem verhafteten Peter Kürten in das Polizeipräsidium gerufen worden ist. Ueber diese Gegenüberstellung gibt Frau Meurer, eine resolute und intelligente Frau, die von ihrer damaligen Verwundung wieder vollkommen genesen ist, folgende Darstellung: Als sie in das Vernehmungszimmer trat, sand sie sich etwa zwanzig Personen gegenüber, aus deren Reihen Frau Meurer, um jede Beeinflussung ihres Urteils durch einseitige Verdachtsgründe gegen eine bestimmte Person von hornherein auszuschließen, den Täter herausfinden sollte. Schon immer hatte Frau Meurer angegeben, daß sie den Täter jenes Abends an besonderen Eigentümlichkeiten seiner Sprache, seines Diolekts und des Tonfalls seiner Stimme wieder erkennen würde. Denn in der Dunkelheit des Abends, an dem sie überfallen worden war, hatten sich ihrem Gedächtnis weniger die Einzelheiten in den Gesichtszügen und überhaupt in dem Aeußeren ihres Begleiters als vielmehr die eigenartige Tonfärbung seiner Stimme eingeprägt. Frau Meurer sah sich nun in den Reihen der ihr gegenüber gestellten Personen um, von denen jeder ein paar Worte zu ihr sprechen sollte. Wer mochte der Täter sein? An dem ersten ging Frau Meurer ohne Zögern vorbei, er war es bestimmt nicht. Auch der zweite kam für die Tat nicht in Frage. Nun kam der dritte an die Reihe. Wenige Worte nur hatte er gesprochen, da hatte ihn Frau Meurer schon erkannt: „Der hier ist er gewesen! Seine Stimme, seine Figur seine Gesichtszüge, es kann kein anderer sein!“ Und den sie herausgegrissen hatte, war Peter Kürten. Nach der ersten Erregung bat die schnell gefaßte Frau die anwesenden Kriminalbeamten um die Erlaubnis, einige Fragen an Peter Kürten stellen zu dürfen. Und so begann sie: „Was haben Sie denn nun eigentlich an jenem Abend mit mir vorgehabt?“ fragte sie, ohne besondere Erregung zu zeigen. Ohne Zögern gab Peter Kürten ganz einfach die Antwort: „Ich wollte Sie——— ermorden!!" Nach kurzer Pause begann wieder Frau Meurer:„Ja, aber weshalb denn eigentlich?! Sie haben doch gar keinen Grund dazu gehabt! Wie kamen Sie denn dazu?“ Die Antwort fiel dem Angeschuldigten nicht ganz so leicht wie die vorige. Zögernd und stockend brachte er hervor: „Ja, der Grund“, begann er nachdenklich und senkte den Kopf dabei„der Grund dafür—— den eigentlichen Grund, den Rummer 144 Dienstag, den 27. Mai Jahrgang 1o23 Ammer 10 werden Sie doch nicht verstehen können. Kein Mensch wird das verstehen, nicht einmal die Kriminalbeamten hier. Denn das ist alles so merkwürdig und schwer zu verstehen.“ Und nach einer Pause wieder: „Ich weiß selber nicht—— ich wollte Sie eben ermorden!!" Als Peter Kürten diese Worte gesprochen hatte, war es einen Augenblick ganz still in dem Zimmer. Was mochte wohl jeder denken?! Dann— nach einer Weile unterbrach Frau Meurer das Schweigen und fragte: „War es denn nun eigentlich so richtig, wie ich damals die Ereignisse an dem Abend geschildert habe, oder habe ich mich in einigen Punkten doch geirrt?“ Nun begann Peter Kürten schnell und lebhaft von jenem Abend zu sprechen. Man konnte ihm anmerken, daß ihm die Vorgänge noch ganz deutlich in Erinnerung waren, man mochte meinen, er erlebte sie in diesem Augenblick noch einmal in allen Einzelheiten. Er sprach hintereinander: „Im großen und ganzen haben Sie ja alles ganz richtig angegeben. Aber etwas haben Sie doch falsch gemacht, den Ort, an dem ich Sie geschlagen habe, haben Sie nicht richtig angegeben! Das war so: Wir gingen schon eine ganze Weile nebeneinander, und ich wartete auf den Augenblick, in dem ich die Tat ausführen konnte. Ich trug in der rechten Tasche einen Hammer, mit dem ich Sie umbringen wollte. Wir kamen schon in die Nähe der Brücke, und ich hatte immer noch keine Gelegenheit gefunden. Denn jedes Mal, wenn ich ein paar Schritte hinter Ihnen zurückblieb, um Sie in einem unbeobachteten Moment von hinten zu treffen, sahen Sie sich ängstlich nach mir um, so daß ich wieder mit Ihnen weitergehen mußte. Ueberhaupt waren Sie furchtbar mißtrauisch. Aber dann tat ich es doch. Und zwar nicht gerade an der Brücke, wie Sie gesagt haben, sondern schon ein ganzes Stück vorher. Ich weiß noch genau, da lag ein Steinhausen am Weg, über den Sie stolperten. Diesen Augenblick erwischte ich und versetzte Ihnen ein paar Schläge auf den Kopf. eiß Ihnen die Aktentasche aus der Hand und lief weg.“ Es lag tatsächlich etwas ganz Unheimliches in dieser kühlen und doch wieder so lebhaften Erzählung. Und Frau Meurer war unter dem Eindruck dieser Schilderung, die ihre ganzen furchtbaren Erlebnisse in jener Nacht wieder belebten, in Erregung gekommen. Jetzt machte der Mörder eine Pause, und alle schöpften tief Atem. Dann fuhr Peter Kürten fort: „Ich kam dann nach Hause und zeigte meiner Frau die Sachen, die in Ihrer Tasche gewesen sind, die beiden Strickjacken und die Wolljacke und das Kleid. Aber meine Frau hat furchtbar geschimpft und mich mit den Sachen rausgeschmissen!"—— „Uebrigens auch die Sache mit der Maria Hahn damals war nicht ganz so, wie man immer erzahlt hat. Wir saßen zusammen in Stintermühle, genau an dem Platz, wie es in der Zeitung gestanden hat. Das war alles ganz richtig. Aber falsch war, daß ich an dem Tage eine Brille aufgehabt hatte, die habe ich niemals getragen!“ Peter Kürten erzählte dann, daß er Frau Meurer auch später noch öfter in der Gegend, in der sie wohnte, gesehen habe. Sie sei wiederholt mit dem Rad an ihm vorbeigefahren!! Auch dabei blieb Peter Kürten vollkommen ruhig, wie im Verlauf der ganzen Unterhaltung mit Frau Meurer, dem Opfer, das seinen Händen entgangen ist—— ihm war nicht die geringste Aufregung anzumerken. Von Anfang an behielt er seine Gelassenheit, die er bisher während des ganzen Verlaufs der Untersuchungen geseigt hat. Er hatte übrigens Frau Meurer gleich bei ihrem Eintritt in das Vernehmungszimmer erkannt! In demselben Augenblick, in dem Frau Meurer zur Tür hereingekommen war, war es ihm halblaut entfahren:„Ach, da ist je auch die Frau Meurer!" Ein äußerst brutaler Mensch Ein Milgefangener Kürtens bezeichnete Kürten schon einmal als den Düsseldorfer Mörder Im Sommer 1928 verbüßte Kurten eine Gefängnisstrafe, die er wegen Bedrohung eines Mädchens und Betruges erhalten hatte. Kürten fungierte damals im Gesängnis als Kalfaktor. In dieser Eigenschaft war er mit einem Untersuchungsgefangenen, der ebenfalls als Kalfaktor tätig war, in eine Zeue zusammengelegt worden. Kürten, der im allgemeinen als sehr schweigsamer Mensch hingestellt wird, war durch die Langeweile der Haft sehr gesprächig geworden. Seinem Mitgefangenen erzählte er die intimsten Dinge. U. a. schilderte er eingehend, in welcher Weise er gegen Mädchen, die ihm nicht willens gewesen wären, mit Gewalt vorgegangen sei. Als er einmal mit einem anderen Mitgefangenen in Streit geraten war, kam er mit wutverzerrtem Gesicht in die Haftzelle zurück. Der Blick, sagt sein Mitgefangener, war derart, daß man sofort sehen konnte, daß Kürten ein außers brutaler Mensch sein kann, dem alles mögliche zuzutrauen I. Besonders mißtrauisch wurde der Zellengenosse des Kürten aber. als ihm Kürten die Tat, für die er im Gesängnis saß, schilderte. Dabei machte er die Bemerkung: „Wenn ich wieder draußen bin, dann wird Düsseldorf eine Sensation erleben“ Daß mit diesen Worten nur ein Verbrechen gemeint sein konnte, war dem Mitgefangenen sofort klar. Als die Morde in Düsseldorf sich häuften, ging der damalige Untersuchungsgefangene zur Polizei, um seine Vermutungen, daß Kürten der Mörder sein müsse, zu Protokoll zu geben. Anscheinend ist Kürten daraufhin auch beobachtet worden, aber die Fülle von Verdächtigungen, die damals gegen bestimmte Personen ausgesprochen worden ist, hat es wohl verhindert, daß dieser Vermutung des Haftgenossen weiter nachgegangen worden ist. Als sich der Verdacht gegen Kürten in der letzten Zeit verdichtete, erinnerte sich die Polizei auch wieder der Angaben des damaligen Zellengenossen des Kürten. Der Zufall hatte es gefügt, daß der Zeuge am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr den gesuchten Kürten auf einer Bank in den Anlagen am Graf=Adolf=Platz sitzen sah. Er ging ihm aus dem Wege. Am Samstag erschien dann die Polizei bei ihm und forderte ihn auf, mit zum Rochusplatz zu kommen, da er ja in der Lage war, Kürten, mit dem er monatelang zusammengesessen hatte, wiederzuerkennen. Er hat ihn auch sofort wiedererkannt. Die phanlastischen„Mörderbriese“ werden von Hürten zugegeben Im Laufe der Vernehmungen gab Kürten auch zu, jene geradezu phantastisch anmutenden„Mörderbriefe“, geschrieben zu haben, in denen er jede nicht innerhalb 24 Stunden entdeckte Mordtat gewissermaßen„reklamierte"— so im Fall der Maria Hayn, deren Leiche erst auf seinen Brief hin bei Papendell ausgegräben wurde, und im Fall der kleinen Albermann, deren Leiche man nach seinem Brief an der Mauer von Haniel und Lueg fand. * Schilderungen über Kürten Er wollte nie Nachtdienst machen Ein„großer Schmuser" und„Angeber“ — Düsseldors, 27. Mai.(Eig. Drahtb.) Die Persönlichkeit Kürtens wird von seinen Arbeitskollegen und Hausbewohnern sehr verschieden beurteilt. Bei den Arbeitern der Firma Schieß=Defries galt er als strebsam und intelligent. Jedenfalls genoß Kürten das Vertrauen und die Achtung seines Meisters. Aus diesem Grunde wurde er bei den wegen des Auftragmangels erfolgten Massenkündigungen immer zurückgestellt. Erst im April gelangte Kürten zur Entlassung. Er war längere Zeit in der Formengießerei beschäftigt. Jetzt ist es erklärlich, warum er sich weigerte, Nachtdienst zumachen. Hausbewohner schildern ihn nicht so günstig wie seine Arbeitskameraden. Man munkelte schon seit längerer Zeit, daß er es mit der ehelichen Treue nicht so genau nehme und er mit Frauenspersonen anzubändeln liebe. Eine Nachbarin schilderte ihn als einen„großen Schmuser" und als einen„Angeber“. Andere erklären jetzt, daß sie ihn stets für einen raffinierten Menschen gehalten und ihm niemals getraut hätten. Er sei immer„stikum" gewesen. Merkwürdig ist jedenfalls, daß seine Arbeitskollegen und die Hausbewohner nichts von den schweren Vorstrafen Kürtens gewußt haben. In seinem Auftreten zeigte sich Kürten von einer gewissen Gewandtheit. Er hatte gute Umfangsformen und war in seiner Ausdrucksweise sehr geschickt. Ueber die sexualpathologische Seite der Angelegenheit liegen bisher nur Vermutungen vor. Sicher ist jedenfalls, daß es sich bei dem Düsseldorfer Vampyr um ein Individuum mit schweren Defekten handelt. Bisher sind jedoch noch keine Zweifel an seiner vollen Zurechnungsfähigkeit aufgetaucht. Kürten hat zwei Brüder und eine Schwester, die in Düsseldorf wohnen. Der Bruder Kürtens äußerte sich dahingehend, daß in seiner Familie bisher niemals bei irgendeinem Mitglied sexuelle Anomalien beobachtet worden seien. Sein Bruder Peter(der Vampyr) neige allerdings zum manischen Wahn, von dem Menschen. die seinem Bruder ferner gestanden haben, nichts hätten merken können. Er habe Reigung zu einem„Nachtschwärmerleben“ gehabt. Aussage gegen Aussage Die Untersuchung der Miswirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung##„Die Kommunisten habe Ich in der Tasche“# Hcch weltere Provislonsläger Im Hintergrunder## Boeß bestätlgt, 20 000 Mark für seinen Fonds erhalten zu haben Berlin, 27. Mai.(Drahtber.) Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags zur Prüfung der Mißwirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung setzte am Montag seine Beratungen fort. Der Inhaber eines Korrespondenzbüros Redakieur Wolter, sagte aus, er habe wegen des Grundstücks Bellevuestraße aus beruflichem Interesse Besprechungen mit Vertretern aller Parteien gehabt. Die Kommunisten hatten erklärt, sie seien gegen den Ankauf des Grunostücks, wahrend Stadtrat Busch sagte, die Sache gehe glatt. Auf die Frage des Zeugen, wie er das denn machen wolle, habe Busch erwidert:„Die Kommunisten habe ich in der Tasche.“ Der Zeuge hat von diesen Besprechungen auch dem Oberbürgermeister Boeß Mitteilung gemacht. Eines Tages sei zu ihr ein Kollege Karus, dessen wahrer Name sich später als Günther herausstellte, gekommen und ihm eine 300 Seiten lange Denkschrift angeboten, durch die der Magistrat über fünf Millionen Mark hereinholen könnte, wofür er aber 500000 Mark Provision verlangte. Da er dem Zeugen erklärte, auch er, der Zeuge. könne dabei etwas erübrigen, wies ihn der Zeuge mit dem Hinweis darauf ab, daß er solche Geschäfte nicht mache. Günther hat dann weiter noch Stadtverordnete und Magistratsmitglieder bezichtigt, über die er, der Zeuge, in öffentlicher Sitzung jedoch nichts aussagen werde. Auch ein Bankbeamter Linde habe ihm Material gegen Busch und Katz gegen Entgelt angeboten. Ein Gutsdirektor aus Potsdam behauptete ebenfalls, wertvolles Material gegen Busch zu haben. Dem Magistrat sollte ein Gut für drei Millionen Mark angeboten werden, wovon Hiller eine Million Mark Provision erhalten sollte. Der Zeuge habe diese Angaben sofort dem Magistrat zu Protokoll gegeben. Der Vorsitzende Schwenk(Komm.) verlangte hierauf unter Hinweis auf seinen Eid, die Namen der Stadtverordneten zu nennen. Na, einigem Zögern erklärte der Zeuge, daß der Name des Stadtbaurats Hahn und des Stadtrats Panschow genannt worden seien, die beide Provisionsscheine in der Tasche haben sollten. Gegen diese Art der Vernehmung protestierte erregt Dr. Deerberg(D. N.) In nicht öffentlicher Sitzung wurde hierauf festgestellt, daß die Gerüchte über die Beteiligung weiterer Stadtverordnetenkreise als unbewiesen gelten. Der nächste Zeuge, Redakteur Kurt Sochaczewski, der von den Herren Falz und Degener von der Schweigepflicht entbunden wurde, erklärte, die erste Mitteilung, daß Kommunisten Geld erhalten haben sollen, habe er von Dr. Falz erhalten. Schlesinger habe ihm erklärt, nicht er, sondern Mens habe das Geld bekomden.— Der Sozius von Sochaczewski, Levy genannt Lenhardt, erklärte, die Nachricht, daß gegen Katz Beschuldigungen erhoben seien, habe er von Dr. Falz und nicht von den Kommunisten erhalten. Herr Degener habe ihn im Büro angerufen und mitgeteilt, daß nicht er, sondern Mens Geld bekommen habe. Nach einer Stunde rief auch Gäbel an und erklärte, er komme nicht in Betracht, es solle sich um Geld handeln aber er glaube persönlich nicht, daß Mens Geld erhalten habe. Zeuge Dr. Falz sagte aus. Herr Levy habe ihm mitgeteilt, daß die Beschuldigungen sich bestätigten. Er, der Zeuge, habe aber niemals behauptet, daß das Geld in Gegenwart von Frau Mens gezahlt worden sei. In der weiteren Vernehmung beziehen sich die Zeugen auf das Redaktionsgeheimnis und es wird beschlossen, darüber weiter in nichtöffentlicher Sitzung zu beraten. Der nächste Zeuge, Stadtrat Degener, erklärt zu der Frage, daß er 40 000 Mark für die Kommunistische Partei erhalten habe, er habe sofort wegen dieser Meldung beim Büro Sochaczewski angerufen und zum Ausdruck gebracht, daß er keine Lust habe, sich unberechtigter Weise durch die Presse schleifen zu lassen. Auf den Vorhalt, er habe zum Zeugen Sochaczewski gesagt: Nicht ich habe das Geld erhalten, sondern Herr Mens, erklärt der Zeuge, wenn Sochaczewski das ausgesegt habe, dann habe er einen Meineid geleistet. Der Zeuge Sochaczewski bittet erregt den Ausschuß, ihn gegen derartige Anpöbeleien in Schutz zu nehmen; im übrigen halte er seine Aussage aufrecht.— Der frühere kommunistische Stadtrat Mens sagt aus, es sei ihm niemals von irgend einer Seite ein Betrag angeboten worden, auch hätte er niemals Geld erhalten, um seine Fraktion zu beeinflussen. Auch der Stadtverordnete Roth(Komm.) bestreitet energisch, daß ihm irgendwelche Mittel zur Verfügung gestellt worden seien. Zeuge Oberbürgermeister Boeß erklärte noch, daß er bei dem Grundstücksgeschäft den Standpunkt vertreten habe, daß es auch im Interesse der Verkehrsverhältnisse am Potsdamer Platz besser wäre, wenn Wertheim berücksichtigt würde und nicht die Firma Lafayette. Der Zeuge bestätigt im übrigen, daß er nach Abschluß des Geschäfts für seinen Fonds 20000 Mk. von dem Makler Sachs im Auftrage der Kanada=Land A.=G. erhalten habe. Hierauf vertagte der Ausschuß die Weiterberatung auf Dienstag. Krediterleichterung vom Reichstag beschlossen Lebhafte Relchstagssitzung# Die umstrittene Moldenhauer-Rede Die Wirtschaftspartel hat Bedenken Und drohend im Hintergrund S 48 :: Berlin, 27. Mai.(Drahtber.) Auf der Tagesordnung der Montagsitzung. der 173. Sitzung des Reichstags, stand die zweite Beratung der Vorlage eines Ermächtigungsgesetzes zur Erleichterung der Kreditversorgung und der Vorlage über die Liquidierung der Bank für deutsche Industrieobligationen. Verbunden damit ist die Beratung der Anträge des Zentrums und der Sozialdemokraten auf Aufhebung der sogenannten Warenhaussteuer und des demokratischen Antrags auf Aussetzung der Erhebung dieser Steuer. Abg. Dr. Hilferding(Soz.) begründet einen Antrag, die beabsichtigten Maß nahmen zur Krediterleichterung nicht auf dem Wege des Ermächtigungsgesetzes, sondern der ordentlichen Gesetzgebung vorzunehmen. Der Redner wendet sich scharf gegen die letzte Rede des Reichsfinanzministers Moldenhauer in Köln. Dr. Moldenhauer, so erklärt der Redner, hat über das Recht des Parlaments mit Worten gesprochen, die wir von Hitler oder Hugenberg erwarten konnten. nicht aber von dem Minister einer parlamentarischen Regierung. Wir legen gegen diese Art der Behanhlung von Verfassungsfragen Verwahrung ein.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die Regierung will offenbar den Reichstag an Ermächtigungsgesetze gewöhnen. um ihn allmählich ganz auszuschalten, Abg. Fischer= Köln(Dem.) weist darauf hin, daß die Vorlage von der früheren Regierung Hermann Muller stammt. Wenn auch die verfassungsrechtlichen Bedenken des sozialdemokratischen Redners nicht zutreffen, so sei doch zu überlegen, ob für die vorliegenden Maßnahmen nicht der Weg der ordentlichen Gesetzgebung besser ware. Unser Eintritt in die Regierung war wesentlich von der Absicht dittiert, ein Regieren mit dem Artikel 48 der Reichsverfassung zu verhindern. Wir beantragen, daß bei der Aufhebung der Si#uron die wundervolle goldklere Haarwsschseife für jeden Haar, auch ale Shampeen Für 30 Kapitalertragssteuer die Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahngesellschaft den festverzinslichen Wertpapieren gleichgestellt werden. Wir hoffen, daß es möglich sein wird. die Kapitalertragssteuer schon am 1. Oktober aufzuheben und die einzelnen Maßnahmen auf dem Wege der ordentlichen Gesetzgebung zu erledigen. Präsident Löbe teilt mit, daß von der Wirtschaftspartei ein Aenderungsantrag eingegangen sei zu den Anträgen des Zentrums und der Sozialdemokraten auf Aufhebung der Warenhaussteuer. Nach dem Antrag der Wirtschaftspartei soll ganz allgemein die Erhöhung der Umsatzsteuer wieder beseitigt und auch die Mineralwassersteuer aufgehoben werden.(Heiterkeit.) Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer erklärt, der Bericht über seine Kölner Rede könne bei flüchtigem Ueberlesen zu Mißdeutungen führen. Er habe gesagt, die Regierung wolle ihr Programm mit allen Mitteln durchsetzen, und wenn der Reichstag versage, werde sie an die Wählerschaft appellieren. Der Reichstag hat die Aufgabe der Gesetzgebung und der Kontrolle der Regierung. Er ist aber nicht berufen, zu tegieren. Das ist die Aufgabe dür Regierung. Der Minister weist dann, wie schon im Ausschuß, die verfassungsrechtlichen Bedenken des Ab. geordneten Dr. Hilferding gegen das Ermächtigungsgesetz zurück. Er verweist auf eine Reichsgerichtsentscheidung, wonach eine Uebertragung der Gesetzgebungsrechte des Reichstags auf die Regierung gar nicht verfassungswidrig sei, wenn sie sachlich so eng begrenzt sei, wie im vorliegenden Falle. Die Vorlage des Ermächtigungsge. setzes ist doch durch die frühere Regierung Hermann Müller ohne Widerspruch der Sozialdemokraten eingebracht worden. Die Aufhebung der Kapitalertragssteuer solle sich nach dem Willen der Regierung auch auf die Vorzugsaktien der Reichsbahn erstrecken. Die Aufhebung könne aber nicht schon am 1. Oktober erfolgen, weil die Regierung in diesem Etatsjahre einen solchen Einnahmeausfall nicht ertragen könnte. Aus demselben Grunde könne auch die Regierung keine Wiederaufhebung einzelner Steuern aus dem Deckungsprogramm genehmigen. Darüber werde man sich im Ausschuß weiter unterhalten müssen. Aba. Ende(Komm.) bezeichnet die Vorlage als eine Herausforderung der werktätigen Bevölkerung. Hier solle der besitzenden Klasse ein Steuergeschenk gemacht werden, in derselben Zeit, in der die arbeitenden Massen aufs schwerste belastet werden. Abg. von Sybel(Christl.=Nat.) widerspricht der Auffassung, daß das vorliegende Ermächtigungsgesetz verfassungsändernd sei. Die Förderung der Kapitalbil= dung liege auch im Interesse der arbeitenden Massen. Die Liquidation der Bank für Industrieobligationen sei zu begrüßen. Die Maßnahmen zur Milderung der Grunderwerbssteuer berücksichtigen leider nicht den Verkehr mit landwirtschaftlichen Grundstücken. Abg. Pfleger(Bayr. Vp.) spricht seine Freude darüber aus, daß durch die heutigen Ausführungen des Ministers das Bild verändert worden sei, das man von seiner Kölner Rede gehabt habe. Bei dem vorliegenden Ermächtigungsgesetz halte die Bayrische Volkspartei eine verfassungsändernde Mehrheit nicht für nötig. Abg. Dr. Hertz(Soz.): Man muß Zweifel daran hegen, daß der Minister in allen Teilen seiner Rede so gründlich mißverstanden werden konnte, angesichts der Tatsache, daß inzwischen schon ein zweiter Bericht über eine zweite Rede des Ministers, die ganz dieselben Gedankengänge enthält, erchienen ist. Man müßte danach annehmen, daß es in Deutschland keinen Berichterstatter gibt, der imstande wäre, den einfachen, klaren Gedanken des Ministers zu folgen. Abg. Reinhold(Dem.): Die Annahme der Sonderumsatzsteuer war wirtschaftspolitisch und steuerpolitisch ein Fehler. Der leidende Teil bei dieser Steuer sind nicht die Großbetriebe, sondern gerade die Kreise des Mittelstandes. Auf die Dauer ist es aber kein erfreulicher Zustand. van der Reichsfinanzminister im Lande heromreist und immer wieder mit Worten eine statte Regierung sordert. Wir wünschen starke Führung zur Stabilisierung unserer Finanzen. Der Minister wird unsere Gefolgschaft haben, wenn er nur führt. Abg. Colosser(Wirtschaftspartei): Ueber die Wirkung der Sonder=Umsatzsteuer ist nach der kurzen Zeit ihres stehens noch gar kein Urteil möglich. Im Mittelstand ist unserer Vorstoß gegen die Warenhäuser und Konsumvereine sehr begrüßt worden, weil hier zum erstenmal der soziale Gedanke auch für den Mittelstand zur Geltung gebracht wurde. Die in der sozialdemokratischen Presse gegen den Mittelstand getriebene Hetze wird die gute Wirkung haben, auch diejenigen Kreise des Mittelstandes aufzuwecken, die jetzt noch schlafen. Abg. Dr. Wienbeck(Dnatl.): Die in letzter Stunde aus dem Lager der Regierungsparteien gekommenen Anträge zeigen die Regierungskoalition in merkwurdiger Beleuchtung. Wenn das Zenrrum für die Aufhebung der kaum beschlossenen Sonder=Umsatzsteuet den Herbst als Termin in Aussicht nahm, so kommt man fast zu dem Eindruck, als olle dann am Bußtag ein Sühneopfer gebracht werden, um die Sozialdemokraten wieder für die Koalition zu gewirnen. Die Wirtschaftspartei hat ihre Regierungstätigkeit damit begonnen, daß sie den Mittelstand nicht entlastetete, sondern mit neuen Steuern belastete. Auch die von ihr durchgesetzte Sonder=Umsatzsteuer trifft nicht die Warenhäuser, sondern wird auf den Mittelstand abgewälzt. Abg. Drewitz(Wirtschaftspartei weist die Angriffe des Vorredners#### die Wirtschaftspartei zurück. Damit ist die Aussprache beendet. Der sozialdemokratische Antrag, der### gegen die Form der Ermächtigungsgeser gedung richtet, wird im Hammelsprung mit 174 gegen 156 Stimmen abgelehnt. Abgelehnt werden zuch Lie übrige Aenderungsanträge der Sozialdemokrates, angenommen ein demokratischer Antraß. wonach die Kapitalertragssteuer auch far Reichsbahnobligationen wegfallen soll Mit dieser Aenderung wird die Kredit erleichterungsvorlage und darauf auch die Vorlage zur Liquidation der IndusteicHeimat ins Sch Noch zwei Fahrt (:) Der Verkehrs jet im Auftrage des sier von Westdeutsch noch zwei Sonderzug und zwar am 1. Fahrpreise betragen Görlitz 18,40 Mark Hirschberg 20,30 M —Dittersbach 21,50 Hbf—Königszelt 22.: H5f.—Breslau 23.40 Der Fahrpreis aus bis zu den ge der gleiche wie von Von Essen=Hbf. aus allgemeinen 10 Pig. Fahrtkosten wird für bendes ein Unkosten für Nichtmitglieder Die Abfahrts= be Züge sind an beid wie folgt: ab Essen=Hbf. ab Gelsenkirche ab Wanne=Eicke an Görlitz an Hirschberg an Dittersbach an Breslau Fr Anmeldungen zu für Gelsenkirchen=Bu folgen in der B Herden, Buer=E und zwar zu dem päiestens bis zum am 28. August spät Nährend dort Anmi nen, gehen die Fal an den Essener Verk bahnhof). Sofort m eine Anzahlung vo ganze und 5 Mark entrichtet werden. T eine Woche vor Al Händen des Essener Bei Nichtinnehaltung sten verfällt das An 58 neue Sai Vestische Saniti amp; Nachdem im V in Recklinghausen. 2 Gruppenführerprüfui nitätskolonnenverbat ten, fanden die Ei Führerschaft mit der abgeschlossenen Zugfi Lestischen Verwaltu Recklinghausen ihre Konrettor Reuter hause noch am gleich deren Unterricht ert sungskommission setz Herren zusammen: oberarzt a. D. Sanit stein(Herten), Dr. beck), Dr. Cram Averdung(Reckl Hiltenkamp(Ge Beirat Holtwies lonnenführer Kuh rektor Reuter(H schußinspektor Lam linghausen). Außer Prüfung für den S linghausen Stadtrat als Vertreter des I bestischen Sanitätsko syndikus Heitma Grund der schriftlich 14 Prüflinge von de führen die tungsmasc Kan Bedenken des Abgegen das ErEr verweist auf ung. wonach eine ebungsrechte der erung gar nicht in sie sachlich so im vorliegenden Ermächtigungsge. ühere Regierung Widerspruch der icht worden. ragssteuer solle Regierung auch Reichsbahn erkönne aber nicht en, weil die Rehre einen solchen rtragen könnte. ine auch die Renzelner Steuern rogramm rde man sich im en müssen. bezeichnet die isforderung evölkerung. lasse ein Steuerderselben Zeit, Massen aufs hristl.=Nat.) widaß das vorlieverfassungsänder Kapitalbil= sse der arbeitenition der Bank sei zu begrüßen. Milderung der sichtigen leider dwirtschaftlichen r. Vp.) spricht , d a ß d u r c h d i e Ministers das , d a s m a n v o n habe. 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Zu diesen Fahrtkosten wird für Mitglieder des Verbendes ein Unkostenzuschlag von 1 Mark, für Nichtmitglieder von 2 Mark erhoben. Die Abfahrts= bezw. Ankunftszeiten der Züge sind an beiden genannten Tagen wie folgt: ab Essen=Hbf. 10,08 Uhr ab Gelsenkirchen=Hbf. 10,30 Uhr ab Wanne=Eickel=Hbf. 10,40 Uhr an Görlitz nachts 1,14 Uhr an Hirschberg 2,52 Uhr an Dittersbach 3,52 Uhr an Breslau Fr. Bhf. 5,25 Uhr Anmeldungen zu diesen beiden Zügen für Gelsenkirchen=Buer und Umgegend erfolgen in der Buchhandlung Heinrich Herden, Buer=Erle, Bismarckstr. 199, und zwar zu dem Zuge am 7. August pälestens bis zum 27. Juli, zu dem Zuge am 28. August spätestens am 17. August. Nährend dort Anmeldungen erfolgen können, gehen die Fayrgeldsendungen direkt an den Essener Verkehrsverein(am Hauptbahnhof). Sofort mit der Anmeldung muß eine Anzahlung von 10 Mark für die ganze und 5 Mark für die halbe Karte entrichtet werden. Der Rest muß spätestens eine Woche vor Abgang des Zuges in Händen des Essener Verkehrsvereins sein. Bei Nichtinnehaltung der festgesetzten Fristen verfällt das Anrecht auf die Mitfahrt. 58 neue Sanitätszugführer Vestische Sanitätsführer=Prüsung Nachdem im Verlaufe des Frühjahrs in Recklinghausen, Buer und Gladbeck die Gruppenführerprüfungen im vestischen Sanitätskolonnenverbande stattgefunden hatten, fanden die Eignungsprüfungen der Führerschaft mit der am gestrigen Sonntag abgeschlossenen Zugführerprüfung in der Vestischen Verwaltungsbeamtenschule in Recklinghausen ihren Abschluß nachdem Konrettor Reuter(Herten) im Kreishause noch am gleichen Tage einen besonderen Unterricht erteilt hatte. Die Prüfungskommission setzte sich aus folgenden Herren zusammen: Inspekteur Generaloberarzt a. D. Sanitätsrat Dr. Loewenkein(Herten), Dr. med. Lutter(Gladbed), Dr. Cramer(Bottrop), Dr. Averdung(Recklinghausen), Professor hiltenkamp(Gelsenkirchen), technischer Beirat Holtwiesche(Gladbeck), Kolonnenführer Kuhfuß(Bottrop), Konrektor Reuter(Herten) und Kreisausschußinspektor Lampfermann(Recklinghausen). Außerdem waren bei der Prüfung für den Stadtkreisverband Recklinghausen Stadtrat Dünnebacke und als Vertreter des Landrats und für den bestischen Sanitätskolonnenverband Kreissyndikus Heitmann zugegeben. Auf Grund der schriftlichen Arbeiten konnten 14 Prüflinge von der wissenschaftlich=mündBergarbeiter und Zeitfragen Ursachen der wirtscaltskrisis licher Bergarbelter Der Standpunkt der Unter nehmer a Eine bedeutungsvolle und stark besuchte Bezirkskoi erenz des Gewertvereins christlicher Bergarbeiter, Bezirk GladbeckBuer=Bottrop=Dorsten, fand am vergangenen Sonntag im großen Saale des katholischen Gesellenhauses in Gladbeck statt. Gewerkschaftssekretär Budke eröffnete und leitete die Konferenz. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Vierteljahrskonferenz gab der Bezirksleiter Engeln einen Bericht über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage und die gewerkschaftliche Tätigkeit im ersten Vierteljahr 1930. Der Redner wies einleitend darauf hin, daß das erste Vierteljahr 1930 für die Bergarbeiterschaft das denkbar ungün stigste war. Feierschichten und Belegschaftsabbau setzten derark stark ein, wie sie der Bergbau selten erlebt hat. Die Gesamtwirtschaftslage wurde von einer immer größer werdenden Zahl Arbeitsuchender schwer belastet. Während Ende 1928 rund 2444310 Arbeitsuchende vorhanden waren, zählte man Ende 1929 rund 2 894 798 und Ende Februar 1930 rund 3 407 696 Arbeitsuchende. Im Monat März wurde zwar die Arbeitslosigkeit durch Einstellung von etwas über 76000 Bauarbeitern etwas gemildert. Dagegen wurde die Zahl der Arbeitsuchenden im Bergbau immer größer. Hier gab es Ende 1929 rund 21523 und Ende März 1930 rund 37782 Arbeitsuchende. Das ist ein Mehr von 16 259 gleich 75,1 Prozent. Die gedrückte Arbeitsmarktlage im ersten Vierteljahr 1930 und die damit verbundenen Absatzschwierigkeiten sind die Auswirkungen der durch überspannte Rationalisierung, Technisierung und Antreiberei der Bergarbeiter herbeigeführten Ueberproduktion. Sie ist ferner die Folge der im Jahre 1929 gemachten Retordförderung. Es werden mehr Kohlen gefördert, als die Wirtschaft und die Menschheit braucht. Die Steinkohlenförderung der Welt war 1929 um 76 Millionen Tonnen größer als 1928 und 94 Millionen größer als 1913. Angebot und Nachfrage stehen auf dem Kohlenmarkt im ungesunden Verhältnis zueinander. Wir stehen als christliche Gewerkschaftler auf dem Standpunkte, daß die Zeit gekommen ist, wo der Kohlenbedarf der Weltvölker in einer Schichtzeit von sieben Stunden unter Tage und acht Stunden über Tage gedeckt werden kann. Die Verluste, die durch die Feierschichten und den Belegschaftsabbau nicht nur die Bergmannsfamilien sondern auch die Allgemeinheit erlitten hat, sind sehr groß. In der Zeit vom 29. Dezember v. Is. bis 5. April ds. Is. betrug die Zahl der Feierschichten im Ruhrbergbau insgesamt 2 405 559. Der Lohnverlust beträgt rund 21 Millionen Mark. Geradezu empörend muß es wirken, daß einige Zechen dazu übergingen und ließen an Feierschichten vollsetzen. Dazu hat das Antreibersystem in bedenklicher Weise zugenommen. An den Tagen, an denen gearbeitet wird, wird das letzte aus dem Bergmann herausgeholt. So konnte auch im ersten Vierteljahr 1930 wieder eine Leistungssteigerung pro Kopf und Schicht festgestellt werden. Es gibt Schachtanlagen im Verwaltungsbezirk Gladbeck, die einen Hauereffekt von 4,60 Tonnen, einen Untertageeffekt von zwei Tonnen und einen Gesamteffekt von 1,7 Tonne pro Arbeiter und Schicht haben. Unsere Ausgabe für himmelfahrt(DonBezirkskonterenz christ- nerstag) erscheint schon am millwochnachmittag. Anzeigen für die Donnerstagsausgabe erbitten wir bis mittwochvormittag 11 Uhr. Die Geschäftsleitung. Dabei ging aber der Hauerdurchschnittslohn zurück. Der Redner ging dann auf die gewerkschaftliche Tätigkeit im Verwaltungsbezirk Gladbeck näher ein. Die Hauptarbeit entfiel auf die Durchführung der Betriebsratswahlen. Hier hat der Gewerkverein gut abgeschnitten. Trotz Belegschaftsabbau konnte die Stimmenzahl gegen das Vorjahr erhöht werden. Die Rechtsschutztätigkeit war ebenfalls sehr rege. Der Rechtschutz wurde von 936 Mitgliedern in Anspruch genommen. Der Barerfolg beträgt insgesamt 13.080,79 Mk. Die agitatorische Tätigkeit der Vertrauensleute war befriedigend. Trotz der vielen Feierschichten ging es in der Mitgliederbewegung vorwärts. Sehr rege war die Versammlungstätigkeit. Die große Zahl der Versammlungen war nur möglich, weil sich auch eine Anzahl Kollegen aus dem Arbeitsverhältnis Sonntag für Sonntag als Referenten, zur Verfügung stellten. Endlich ging es auch in der Jugendbewegung vorwärts. Erfreulich ist besonders, daß die Zahl der jugendlichen Funktionäre immer größer wird. Zum Schluß seiner Ausführungen betonte der Redner, daß es Aufgabe aller Mitarbeiter sein muß, den Gewerkverein nach innen und außen zu stärken und zu festigen. Wenn das geschieht, werden die Bergarbeiter die Stürme der kommenden Zeit überwinden. Dem Bericht schloß sich eine lebhafte Aussprache an, die ihren Niederschlag in zwei Entschließungen fand, die zur Wirtschaftskrise und zur Arbeitszeitfrage Stellung nahmen. war einmal ein Flugplatz.. Vor fünf Jahren wurde der Flugplatz In der Herrlichkelt eingewelht Kaum gedacht, ward der Lust ein End gemacht... Unsere Zeit ist schnellebig. Wer erinnert sich, ohne daß man ihn besonders darauf aufmerksam macht, noch daran, daß just vor fünf Jahren mitten in der Herrlichkeit an der Chaussee Freudenberg—Erle mit viel Aufwand ein Flugplatz der Luftverkehrsgesellschaft„Ruhrgebiet“. AG(Lurag) eingeweiht wurde? Wohl kaum jemand. Es verlohnt sich daher wohl, die kurze Herrlichkeit des„Herrlichkeit"=Flugplatzes noch einmal ins Gedächtnis zurückzurufen. Wegen der Besatzung der Feindmächte im Kerne des rheinisch=westfälischen Industriegebietes war der Anflug des von der Lurag als Flugplatz in Aussicht genomlichen Prüfung befreit werden, hatten sich aber der praktischen und ärztlichen Prüfung zu unterziehen. Sämtliche 58 Prüflinge bestanden. Vier Prüflingen wurde das Prädikat„Sehr gutt“ verliehen. Folgende Kolonnen hatten u. a. Prüflinge gestellt: Gelsenkirchen=Rotthausen, Marl, Haltern, Buer=Erle, Westerholt, Disteln, Buer=Beckhausen, Buer=Resse, Herten. Buer=Hassel, Buer=Mitte, GelsenkirchenAltstadt, Kirchhellen, Buer=Scholven. menen Geländes in Essen=Mülheim mit Schwierigkeiten verbunden. Im Frühjahr 1925 pachtete die Gesellschaft kurzerhand auf drei Jahre von der Gräfl. von Merveldtschen Rentei zu Schloß Lembeck ein Gelände in der Uefter Mark bei Erle. Geographisch lag der Flugplatz in der Gemeinde Altschermbeck. Die Entfernungen betrugen von Altschermbeck 5 Klm., von Erle 3 Klm. und vom Bahnhof Rhade durch Feldwege 3½ Klm. Trotzdem der Platz von Dorsten 10 Klm. entfernt lag, nannte man ihn„Flugplatz Dorsten", eben weil Dorsten der nächst gelegene größere Ort und die nächste Stadt war. Die Lage an der Provinzialstraße Freudenberg—Erle in Klm. 109,4—110,2-50 ermöglichte einen guten Zubringerverkehr per Auto vom Industriegebiet. Viele Flugreisende ließen sich auch vom Bahnhof Dorsten zum Flugplatz bringen. Nachdem der Platz mit großem Aufwande unter Zuhilfenahme vieler erwerbsloser Kräfte aus der Herrlichkeit eingeebnet und gewalzt war, fand am 10. Mai 1925 die feierliche Einweihung und Inbetriebnahme statt. Die Bevölkerung von Nah und Fern beteiligte sich rege an den Einweihungsfeierlichkeiten. Bei dem ausgesprochenen Flugwetter herrschte regster Betrieb auf dem Platze, wurde doch den Bewohnern der Herrlichkeit so etwas nicht jeden Tag geboten. Bei der von dem Beigeordneten Meurer(Essen) vollzogenen Einweihung fanden zahlreiche Passagierflüge über dem Flugplatz und die nähere Umgebung statt, wobei auch mancher Herrlichkeitsbewohner die alte Herrlichkeit von oben besehen konnte. Der regelmäßige Flugverkehr wurde nach Aufstellen von großen Hallen, UnterkunftsEmpfangs= und Erfrischungsräumen nach verschiedenen Richtungen durchgeführt.— Täglich sahen die Bewohner der Herrlichkeit die großen Sommervögel mit gewohnter Pünktlichkeit an= und abziehen. Besonders die Erfrischungsräume waren stets gut besucht, sie waren das Ziel vieler Ausflügler und Neugieriger. Aber lange währte der Betrieb nicht. Die Gesellschaft verließ unter Mitnahme ihrer Habe mit dem Aufhören der Besetzung den Platz und siedelte nach dem festen Stand Essen=Mülheim über. In der ersten Zeit überflog noch manches Flugzeug die verlassene Herrlichkeit, gleich, als suche es das„ausgeplünderte Nest“. Das Gelände, das die Gräfl. von Merveldtsche Forstverwaltung sauber einplaniert zurückerhielt, wurde seitens der Forstverwaltung mit Kiefernsamen eingesät. Heute sind die Kiefernpflanzen schon ganz gut herangewachsen. Nach einigen Jahren werden sie das ehemalige Fluggelände mit einem stattlichen Baumbestand verdeckt haben. Reste von stehengebliebenen Fundamentmauern zeigen noch den ehemaligen Stand der Gebäulichkeiten an. Nach Jahren noch werden die Ruinen aufzufinden sein, und wenn nach hundert Jahren Forscher hier buddeln, werden sie vielleicht ein altes Römerkastell vermuten, Ein Aprilscherz in einer Tageszeitung übrigens, der von der Anlage eines Flugplatzes flunkerte, war also schnell Wirklichkeit geworden, denn schon ein paar Tage später hörte die erstaunte Herrlichkeit, daß der Flughafen tatsächlich„in der Mache“ war. Es ist nur bedauerlich, daß der Spaß nur von kurzer Dauer war, aber mit Stolz denkt man noch an den Flugplatz in der Herrlichkeit zurück. Eine kleine Fehde gab es, wie erinnerlich, mit Dorsten wegen der Platzbezeichnung, aber dieses Uebel war nicht so schlimm als das Verhängnis für die vielen Zuschauer, welche den Flugplatz nun auch in Dorsten suchten und erst— zehn Kilometer abseits sanden, und zum„Hinfliegen“ keine Gelegenheit hatten. Gibt es eine Ferien-neuordnung? Eine Stellungnahme der Kath. Schulorganisation Deutschlands 6 Die gegenwärtig von bestimmten Kreisen vertretene Forderung, die im wesentlichen darin gipfelt, die sogenannten „kleinen Ferien“ möglichst einzuschränken, die Sommerferien hingegen möglichst auf zwei Monate auszudehnen und den Schluß des Schuljahres auf den Beginn der Sommerferien zu verlegen, hat in den Reihen der katholischen Elternschaft eine lebhafte Aussprache ausgelöst. Die katholische Schulorganisation Deutschlands hat auf Grund einer Aufforderung betr. Stellungnahme zu einer Abänderung der geltenden Ferienordnunng und Neueinteilung des Schuljahres in einem Schreiben an das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ihre vom grundsätzlichen Standpunkt aus ernsten Bedenken gegen die oben bezeichneten tiefgreifenden Reformvorschläge zum Ausdruck gebracht, die in Folgendem zusammengefaßt sind: 1. Wir unterstreichen die Forderung nach Beibehaltung der um die großen christlichen Feste gruppierten Ferien. 2. Für die Sommer= und Herbstferien erscheint uns eine weitgehende Anpassung an die klimatischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der einzelnen Landschaftsgebiete notwendig. 3. Eine Ausdehnung der Sommerferien über den Zeitraum von sechs Wochen hinaus sowie eine Verlängerung der gegenwärtig geltenden Gesamtdauer der Ferien überhaupt können wir nicht befürworten. Bezüglich des Schuljahrschlusses heißt es in dem Schreiben:„Was die Forderung A Führen die zarten schmiegsamen Tabakblätter den Bearbeitungsmaschinen zu, damit keine Blätter verletzt werden und der edle Lang-Schnitt erzielt wird. M Als moderne CATmen, sorgen die OVA-MADCHEN für die Qualität der Herstellung ihrer REEMTSMA CIGARETTE 64 Sä Rummer 144 Dienstag, den 27. Mai Nummer 144 nach der Festlegung des Schuljahrschlusses auf den Beginn der Sommerierien anbetrifft, so ist diese Forderung ursächlich verknüpft mir der gleichzeitig erhodenen Forderung nach wesentlicher Verlängerung der Sommerjerien; mit unsern Bedenken gegenüber einer tiefgreisenden Neuordnung der Ferien ist darum auch unsere Stellungnahme zu dieser Frage charakterisiert. Die Frage de jahres schein: zu sein, andere tig noch nicht wendig sein, d suchung und P Kreisen der— allem der Elle Mannigjache r N e u f e s t l e g u n g d e s S c h u l uns von großter Bedeulung reits ist sie aber gegenwärspruchreif. Es wird not aß eine gründliche Unterrüfung dieser Frage in den hule, der Wirtschaft und vor roschaft vorgenommen wird. Schwierigkeiten schultechnischer und wirtschaftlicher Art würden u. E. iaon#n geraumt oder doch wenigstens gemindert sein, wenn die vielfach ausgesprochene Forderung nach einheitlicher Festiegung des Schuljahrbeginnes alljährlich auf den 1. April allgemein verwirklicht würde.“ Fragen nicht soviele unpraktische Ibeologen und leider auch„Ichsologen beschäftigen wollten, und wenn man ferner die besten Kräfte nicht mit P.rieigezank und ähnlichem Brimborium zum Teusel schickte. Es sind viel zu viel unm ßgebliche Stimmen, die darüver beraten, wie man dem abgebauten Bergmann und allen anderen Erwerbslosen wieder Arbeit und Brot ver chafft und der übermäßigen Sorge in Wochenendgang nach Buer-Hassel Zöune, Brachland und Schate# Neu-Jerusalem/ Eine Wohnung pefällig?# allerlel Probleme oylle In den Bergmannsglücker Rolonlestraßen## Der Mai geht lachend aurch die Straßen Der lehlende Hellige an St. Urban langt bei Vatern noch nicht zur Anschafung neuer Kleider. deutschen Landen den Garaus bereitet. Wieder mal Wochenend. Und draußen ist besonders bei Regenwetter recht pfützen der Mai als überwältigender Sieger. keich. Mutter Erde im aller=aller chönsten Kleid. Wer mag da drinnen b'eiven, zwischen den vier Mauern. Aber der Himmel, dieser zweifelhafte Himmel! Obwohl die Sonne erst seit wenigen Stunden und obendrein ohne sonderliche Kraftanstrengung ihre Wärmekalorien entsandt hat, schaut der Himmel ganz gewitterbrummig drein. Was tun? Gehen oder nicht gehen? Mich dos fragend, stehe ich am Straßenstern der Freiheit und— gehe schon geradeaus. Hoffentlich wird Petrus die Schleuen dicht halten oder wenigstens nicht allzusehr öffnen. Na, wenn schon, Maienregen ist gesund. Mein Ziel heute? Ja, wenn ich das wußte. Vorab schreite ich die Polsumer Straße entlang, sehe links und rechts hohe Breiterzäune gewaltiger Baumaterialienläger und frage mich, wann mag die Zeit kommen, daß hier, hundert Meter vor der City, das Gelände baulich erschlossen, und daß dort, einige 100 Meter vor mir, der neue Bahnhof Buer=Nord erstehen wird, der die Linie Hamm—Osterfeld mit der seit langem sehnsuchtsvoll erwarteten Linie Essen Buer—Haltern aufnimmt. Ja, wann mag die Zeit kommen, hier das Städtebild zu schaffen, was man schon vor dem Kriege plante? Vorläufig grast hier noch auf Brachland am Wandelsweg eine Zaum, keine Grünanlege! Das soll erst noch alles angelegt werden; hoffentlich reicht's Geld. Mach dir klare Augen eigen, alles wird] Um mich mit der Tatsache abzufinden, sich herrlich zeigen, sagte Ernst Friedrich daß hier fast 400 Wohnungen monatelang von Feuchtersleben. Der Mann mag Recht zinsverschlingend leer standen, zu Lasten haben, aber bestimmt nicht immer. Wenn des Allgemein'äckels oder derjenigen, die er noch lebte und ich hätte Gelegenheit sie jetzt beziehen(es sind zirka 120 von den dazu, würde ich ihn nach„Neu=Jerusalem“ 380 Wohnungen bis jetzt vermietet), suchte in Löchter führen und ihn bitten, mir hier ich mir das Bild vorzustellen, welches die das Herrliche zu zeigen. Ich habe mich Gesamtanlage bietet, wenn die Straßen, bemüht, das Bild mit möglichst klaren Au= Vorgärten und geplanten Grünplätze fergen aufzunehmen; vergebens! Herrliches tiggestellt sind. Zweifellos wird dann der konnte ich nicht finden. anderes als kasernenmäßig. chön ist was Gesamteindruck freundlicher sein; es wird Man kann sich sich auch nicht übel machen, daß die StraIm Löchterschen Hohlwege begegnen mir drei Vergleute, die haben sich den Kohlenstaub und die Sorgen ein wenig heruntergespült, sind fröhlicher Dinge. Bitte, keine Entrüstung Frau Moral. Gewiß, die Groschen sind knapp und das Bier ist teuer. Aber wer will es den Leuten verargen, wenn sie auch mal ein Stündchen Vergessen suchen. Vielzuviel„Spülwasser“ war es sowieso nicht, angesichts der knappen Grochen und des Umstandes, daß der Magen dem nicht gewachsen ist. Allerdings kommt morgen wieder die Ernüchterung, und man schaut der Frau Sorge wieder ins hämische Antlitz. Daß aber unser Bergmann sich nicht so leicht unterkriegen läßt und daß darum noch längst kein Grund vorliegt mit hoffnungslosem Pessimismus der Zukunft entgegenzuschauen, soll ich bald nachher erkennen konnen. Ich habe meinen Weg durch die Straße „Am Schlagbaum“ genommen, jenem Teil des Gefühls nicht erwehren, daß es man=ßen anscheinend niedriger liegen, als die der östlich der Schachtanlage Bergmannschen unser behördlich protektierten Siedlungsgesellschaften weniger darauf ankommt, Siedlungsmöglichkeiten im moderHäusersockel und die Vorgärten etwas ansteigend, terrassenförmig angelegt werden müssen. Aber die Ueberzeugung, daß hier nen und schönen Sinne zu schaffen, als zu eine volkswirtschaftlich kluge, eine wirkglück gelegenen Siedlung, dessen Häuser während des Krieges und nach dem Kriege errichtet wurden. Das Herz geht mir auf, wie ich die Sorgfalt sehe, mit der hier die So jetzt hat mich in der Pawickerstraße über allem Bewundern und Sinnieren das Maigewitter erwicht. Gerade überlege ich, ob ich nicht die Bergmannsglücker. straße nordwarts weiterwandern soll auf Lüttinghof zu, denke an die alte Picksmühle und den Picksmühlenteich, der vor 40 Jahren so oft das Ziel unserer Knabensehnsucht war, denke an den alten idyllischen Heideweg, der uns weiter brachte nach dem Hauptziele Lüttinghof, und spüre bei allen Gedanken plötzlich, daß es„dröppelt“. Und wie ich auf chaue, da steigt hinter dem Riesen, asbehälter von Bergmannsglück ein Gewitterchen auf, das mir doch Respekt einflößt, und vor dessen wahrscheinlichen Regenmassen mich mein wasserdichter Stock bestimmt nicht retten kann. Also schleunigst verschwinden im sauberen, alkoholfreien Zechen=Ausschank an der Pawickerstraße. Dort sitze ich nun im Trockenen, während draußen groß und klein überrascht von den Regenmassen nach Hause eilt, lachend sehe ich, wie eine Ziege beschleunigten Tempos zum Stall eilt, dahinter watscheln zwei Gänse, dahinter zwei nacktfüßige Buben, die wiederum zwei Ziegenmütter mit ihren Kindern hinter sich herziehen. Ein putziges Bild und doch birgt es viel Ernst in sich. Es gemahnt mich an die sorgsame Bedachtsamkeit mit der man in vielen dieser hier wohnenden Familien schaltet und waltet. Diese sauber gepflegten Kleintiere, deren Produkte der Mutter den Haushalt verbilligen helfen, bilden den Beweis dafür. Wildpferdefang im Meerfelder Bruch dem Schafherde.(Sonderbar, daß ich jeden Wochenendtag darauf stoße, haben wir in Buer soviel Schafe oder sind es immer dieselben?) Es ist merkwürdig, wie viel Brachland wir im Stadtbezirk heute vorfinden, zumeist Land, das noch vor wenigen Jahren fruchtbarer Acker war, und um das man sich im Kriege die Beine abgeleufen hätte. Heute lohnt es sich nicht mehr, es zu beackern. Oder ist man zu bequem geworden? Fast muß man das letztere annehmen, denn angesichts der Tatsache des verlorenen Krieges, sollte man auch den letzten Zipfel Ackers im deutschen Vaterlande zur Bebauung heranziehen, um möglichst wenig Früchte aus dem Auslande einführen zu müssen. Vergessen wir nicht, daß wir an Holland allein jährlich 500 Millionen Mark für Gemüse opfern müssen. Von der Freiheit bis zum Bahndamm ist die Polsumer Straße fast nur mit Zäunen„geschmückt". Doch während die Privatzäune der beiden Baufirmen Gladen einen durchaus ertragbaren Anblick bieten und in bestem Zustande sind, spottet die Umzäunung des vor dem Bahndamm liegenden Sportplatzes aller Beschreibung. Schief und krumm, mit großen Lücken, vielfach nur noch ein schmutziges Zaunfragment, grüßt dieser sogenannte Zaun die zahlreichen Passanten einer der Hauptverkehrsstraßen nach der City. Man sollte doch glauben, daß es möglich wäre, hier eine Abänderung zu treffen, besser kein Zaun als ein derartiges Getrümmer. Schließlich bringt der Platz doch allerlei Pachtgelder im Jahre ein, zumal die Kirmessen auf ihm stattfinden, und er außerdem fast jedes Jahr mehrere Tage hindurch an größere Schau=Unternehmungen verpachtet ist. Auch der kleinen Grünanlage um den Gedenkstein des kriegsgefallenen Baurats Eger am Egerplatz könnte man sich ein wenig mehr annehmen. Der Liguster sieht teilweise arg mitgenommen aus, scheint im Absterben zu sein, ebenso sind einige der den Gedenkstein umrahmenden Nadelbäumchen krank, ihnen hat es der vorletzte kalte Winter angetan. Am Samstag fand in den Herzog von Croyschen Wäldern der Wildpferdefang statt, zu dem sich Zehntausende einfanden. Wir berichteten gestern eingehend über den Fang und bringen heute zwei Bilder davon. Photo: Ahron, Buer. Ein„Wildpferd“ wird gefangen Wann mögen wohl die Straßengräben ver chwinden, die sich hier hinter dem Bahndamm bis zur nächsten Straßenkreuzung bauen. Denn— wird gebaut, rollt der Rubel. Es sei denn, die Quellen sind plötzlich verstopft, wie es bei der Löchtersiedlung fast ein ganzes Jahr der Fall war. Rollt aber der Rubel, so sind auch diese gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften in der Lage, ihre teilweise sehr pompos eingerichteten Büros mit dem reichen Beamtenstab zu unterhalten, und die unbedingt noch auf beiden Seiten der Polsumer notwendigen Autos elbstverständlich auch: Straße hinziehen, und sich besonders auf auch das was sonst noch zum guten Leben der östlichen Straßenseite recht unliebsam gehröt. Wirklicher Idealismus scheint mir bemerkbar machen? Denn hier fehlt der Bürgersteig fast gänzlich, und doch ist er auf der vom Kraftwagen= und Straßenbahnverkehr stark beanspruchten Straße so dringend notwendig. Wieder einmal muß ich bei dieser Fragestellung den Bewohnern von Buer=Nord Recht geben, in ihrer Behauptung, ihr Stadtteil würde manchmal etwas stiefmütterlich behandelt. Na, wenn die Stadt mal wieder Geld hat und keinen Zwangsetat und wenn drüben die Löchterkolonie, genannt Neu=Jerusalem, erst vollständig fertiggestellt sein wird. wenn also dort 1500 bis 200) Menstten derartige Siedlungen nicht zu schiffen, auch kein wirklicher Sozialismus. Beide würden z. B. nicht gebaut haben, bevor nicht alle Fragen bis ins Kleinste geklärt waren, vor allem aber die Geldfrage. Hier aber scheinen Kräfte am Werk gewesen zu sein, die mit geradezu ungeheuerlickem Optimismus(gelinde ausgedrückt), zur Tat schritten, unter der heute alle zu leiden haben, die gezwungen sind, hier eine Wohnung zu nehmen. Das oll 17,50 Mark kosten, wie ich hörte, für Bergleute 14,50 Mark. Also 29 Mark lich ideal=soziale Tat geschaffen ist, kann ich nicht gewinnen; dazu werden mich auch kaum die heute so beliebten Rechtfertigungskünste bringen, die man so meisterhaft anzuwenden versteht. Das Gefühl will auch bei Kaffee und Bauernstuten nicht verschwinden, die ich mir nach„Neu=Jerusalem“ bei Möllersbauer munden lasse. Mir schießt durch den Sinn, daß heute mit dem Wort„gemeinnützig“ eben oviel Unsug getrieben wird, wie mit dem Wort „rat onalisieren“. Beide sind sehr problematischer Natur und man stöß: leider nicht selten auf einen stark egoistischen Kern in ihnen. Daran denkei ich noch, als ich auf dem alten, weltabgeschlossenen Löchterschen Hohlweg nach der Pollumer Straße zurückgehe. Es ist einer der wenigen Bauerchaftswege im Bereiche des alten Stadtbezirkes Buet, die noch in unveränderter Ursprünglichkeit an die Zeiten gemahnen, wo man das Wort Gemeinnützigkeit nicht soviel im Munde führte und Rationalismus eine unbekannte Größe war. Es gab noch nicht soviel Maschinen die zum Rafür eine Zwei, mmerwohnung! mehr wohnen, die fast tagtäglich auf der Woher soll der Bergmann das Geld nehPolsumer Straße einhergehen, dann wird men, zumal eine Zweizimmerwohnung in tionalismus zwangen. Heute gibt es ent= dung zu man gewiß(selbst mit Zwangsetat) dazu den wenigsten Fällen genügt? Dazu weder zu viel Maschinen oder— zu viel kommen, die Gräben zuzuwerfen. Und müssen die Mieter vorab noch durch den Menschen, denn sonst müßten letztere doch vielleicht bessert man dann auch die Stra= Sand waten, oder beim Regenwetter durch alle Brot und Arbeit finden auf der Muthenkreuzung vor der Wirtschaft Grothoff den Schlamm. Denn keine Straße, kein ter Erde. Sie fänden es wahr cheinlich doe und Röckchen ein wenig aus, sie hat es sehr notwendig, Platz ist fertiggestellt, kein Strauch, kein auch, wenn sich mit der Losung der sozialen mente, zwar muhevoll geflickt, aber es Vorgärten gepflegt sind, wie peinlich sauber jede Wohnung bis auf das blitzende Namensschildchen der Haustür gehalten ist. Wochenendruhe! Hier steht ein Vater, der sein Jüngstes liebkosend auf den Armen wiegt, dort sitzt ein junges, blühendes Menschenpaar vor der Tür und hätschelt mit dem Erstgeborenen. Jetzt kommt der Mann mit dem— Eiswagen. Eins, zwei, drei, vier paar Beinchen strampeln hinterher, aufgeregt halten die kleinen, glücklichen Besitzer dem Eismann das Fünfpfennigstück entgegen, strahlende Erwartung in den Augen. Aahl zetzt gibts ein gefülltes Hörnchen mit Eiscreme. Doch gut, daß Lohntag war, denn an anderen Tagen hat die Mutter oft keine fünf Pfennig übrig, mag sie auch noch so gern den Bitten ihrer Sprößlinge willfahren wollen. Der Eismann will weiterfahren, aber ganz entsetzt schreit ein Zweijähriges hinterher: Tehn beiben, muß nich wegfahn! Er gehorcht und gleich darauf eilt die Mutter des kleinen Rufers aus dem Hause, um das verlangte Fünfpfennigstück zu bringen. Ein Idyll in der Idylle. Denn trotz der nahen Schachttürme, trotz der rauchenden Schlote dort, der schwarzen Schlackenhalden, gehört dieser Teil der großen Kolonie Bergmannsglück zu den schönsten der musterhaften Anlage. Besonders um die jetzige Jahreszeit lohnt es sich, einen Gang durch die Straßen zu machen, die nach den großen Leuten des Freiheitskrieges benannt sind(Blücherstraße, Hardenbergstraße, Körnerstraße usw.). Jawohl, das Herz geht einem auf, wenn man die musterhaft gepflegten Vorgärten sieht, und die nicht minder vorzüglich gehaltenen kleinen Gemüsegärten. Linden, Eichen, Birken, Akazien, blütenübergossener Rotdorn und andere Baumarten, wetteifern hier miteinander in der Gestaltung des frühlingfrohen Bildes und mit den Bewohnern in dem Bestreben, die Gärtchen zu verschönern. Man sieht wahre gartenkünstlerische Leistungen, die verraten, daß hier neben der Liebe zum Heim auch die Liebe zur Mutter Natur wohnt. Warum mußte der furchtbare Krieg kommen, an den mich die Giebelinschrift eines der Häuser erinnert:„In dem großen Weltenbrand. Fest stehe Haus und Vaterland“. Erbaut 1916“ lese ich. Fest stehe das Vaterland, so grübele ich, damit es diesen Leuten hier auch wieder bessere Zeiten bringt, damit sie wieder in die Lage kommen, ihren Kindern ausreichend aufzutischen und ihnen heile und ganze KleiDenn. auf manchem der kleinen Antlitze hat Küchenmeister Schmalhans seine Spuren eingeschrieben und sind nur noch FragDas Gewitter hat sich verzogen. Aber die Abendzeit und das zweifelhafte Himmelsanlitz raten mir zum Heimweg. An der kilometerlangen Schachtanlage vorbei geht es wieder auf Buer zu. Ich denke an die Zeiten, 30 Jahre sind es her, wo hier links und rechts des schmalen Feldweges, wogende Aehrenfelder den Wanderer begrüßten, wo drüben auf Haus Uhlenbrock ein tüchtiger Landwirt schaltete und waltete, und wo hier an der Dillbrinkstraße noch ein weiteres Wassermühlchen zu finden war. Dann werfe ich noch einen kurzen Blick in die sogenannte Beamtenkolonie, freue mich auch hier der wundervollen Gartenpracht, die weil sie größer in ihren Ausnaßen ist, von mir nicht so heimelig empfunden wird, als jene in den Freiheitsstraßen hinter der Schachtanlage und stehe endlich wieder jenseits des Bahndammes. An den beiden alten Friedhöfen vorbei, lenke ich die Schritte, grüße die Toten, die dort nun schon seit Jahrzehnten ruhen, und der Gedanke kommt mir: Was würden die dort Augen machen, wenn sie die heutige Stadt Buer, vielmehr Gelsenkirchen=Buer, sähen; was würden sie erst verplex sein, wenn sie von all den modernen gemeinnützigen, rationalistischen und ähnlichen=istischen Dingen hörten. Sie sagten wahrscheinlich, danke schön, es genügt, wir verzichten, freuen uns zwar über das Wachstum der Stadt, kennen uns aber in dem Getriebe nicht mehr aus, wir gehen wieder schlafen. Von St. Urban ertönt Festtagsgeläut, morgen geht die alte Urbanusprozession ihren altgewohnten Weg. Unwillkürlich richtet sich mein Blick auf das herrliche Gotteshaus und da fällt mir mal wieder auf, daß am nördlichen Giebel des Kreuzschiffes immer noch der Heilige fehlt. Das Piedestal dafür ist beim Bau der Kirche angebracht worden. Damals, 1893 war es, im April, hat man auf den gegenüberliegenden Südgiebel St. Urbanus heraufgezogen, aber seit 37 Jahren fehlt dem Nordgiebel immer noch der St. Rochus. Oder soll's St. Lucia oder St. Agatha werden? Jedenfalls sieht man an dem leeren Piedestal, daß dort etwas fehlt und zur Vervollständigung der Harmonie trägt das gerade nicht bei, wenngleich es auch keine Verschandelung bedeutet. Ich tröste mich mit dem Gedanken, wenn mal das Geld nicht mehr fehlt, wird man auch Sorge tragen, daß St. Urbanus dort oben einen Nachbarn oder eine Nachbarin bekommt, vielleicht gelingt es bis zum 40jährigen Gedenktage des Kirchenbaues. Lbr. Zegenschirme in bester Ausführung äußersl preiswert bei FAMNEE 5 Der We Schwarz-Welß Glad Buer ge Am Sonntag Gladbeck zum Au es Mal ein Einsel schonste Tenniswe zu sagen, daß d Schwarz=Weiß sie Wanne wieder r ihr, von den 12( stalten, und zwar mester, Dr. Roß, Dr. Voigt, Pu Schonnefeld. DiUllrich und Balt letzterer nach ein Von den Gladbe erwähnen, der g Spiel zeigte, mit fast verlorenen erst im 3. Satz anterlag. Im gleichheit. Von wannen Frl. Ei Ruhr und Frau Ahlen und Frl. Spitzenspielerinn. gewannen in zw becker Damen# Thrien gewanne im 3. Satz. J Schwarz=Weiß vr winnen. Es sie Buhrmester=Senk Jost=Samnee, D Dr. Keuthen=Sa wann Meier=Ba kämpft wurde, fünf von den sec entschieden wurd pel gelang es? sieben Punkten Von Schwarz=T Paare: Frl. Sai ring=Buhrmester nee. Von den Frl. ScholvenPreuß, Frl. Kor mann=Hegener. Gesamtresulte Sätze, 431 Spie 31 Sätze, 357 S Her (Gladbeck Dr. Ullrich Preuß— Senk Buhrmester 3:6, 5.7, 10:8, 3:6. 1:6. Wolters Gehner— Recki Dr. Voigt 1:6, 1.6. Berneisen Balter— Dt. Meier— Schor Dar Frl. v. Ahl 6:1. Frl. Sch6:3, 6:1. Frl. 1:6, 8:10. Frl nig 3:6, 2:6. 6:8, 3:6. Frl. 4:6, 2:6. Frl. 6:2, 6:0. Fr 6:2, 326, 715. Her Dr. Allrich mester 7:5, 4:6 — Dr. RoosRook=Gehner Hegener=Wolte 8.10, 6:3, 6:8 Keuthen=Samn Balter— 2 9•7, 3.6, 6:0. v. Ahlen=D piel 7:5, 4:6, — Schniering= ven=Rook— Bergermann= 7:5, 1:6, 6:3. Meyer=Dr. Be — Fr. Dr. Dreckmann=He 7•5, 6:3. Im na Sch Derbildtt a Anchwimm Jahegang 10. icht zur Anschaf. r Pawickerstraße d Sinnieren das serade überlege ergmannsglücker. sandern soll auf alte Picksmühle der vor 40 Jah. rer Knabensehn= alten idyllischen er brachte nach f, und spüre bei in es„dröppel!“. steigt hinter dem egmannsglück ein ir doch Respekt wahrscheinlichen asserdichter Stock Also schleunigst n, alkoholfreien Pawickerstraße. ockenen, während verrascht von den eilt, lachend sehe unigten Tempos watscheln zwei üßige Buben, die tter mit ihren hen. Ein putzies viel Ernst in an die sorgsame man in vielen amilien schaltet gepflegten Kleiner Mutter den fen, bilden den verzogen. Aber peifelhafte HimHeimweg. An chtanlage vorbei zu. 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Spielplatz Der weiße Sport Schwarz-Welß Buer— Tennisklub Gladbeck 22:11 Buer gewinnt überlegen Am Sonntag kam das Turnier gegen Gladbeck zum Austrag. Petrus hatte dieses Mal ein Einsehen, und so hatte man das schonste Tenniswetter. Zu den Spielen ist zu sagen, daß die Herrenmannschaft von Schwarz=Weiß sich nach der Schlappe in Wanne wieder rehabilitierte. Es gelang ihr, von den 12 Spielen 10 siegreich zu gestalten, und zwar fiegten: Senkpiel, Buhrmester, Dr. Roß, Jost, Samnee, Reckmann, Dr. Voigt, Puls, Dr. Keuthen und Schonnefeld. Die Gladbecker Herren Dr. Ullrich und Balter gewannen ihr Spiel. letzterer nach einem langen Dreisatzkampf. Von den Gladbeckern ist ferner Rook zu erwähnen, der gegen Dr. Roh ein gutes Spiel zeigte, mit äußerster Zähigkeit den sast verlorenen 2. Satz noch gewann. und erst im 3. Satz nach tapferer Gegenwehr unterlag. Im Dameneinzel ist Punktgleichheit. Von den Schwarz=Weißen gewannen Frl. Eickmeier, Frl. König, Frl. Ruhr und Frau Dr. Meyer. Frl. van Ahlen und Frl. Scholven, die Gladbecker Spitzenspielerinnen spielten vorzüglich und gewannen in zwei Sätzen. Auch die Gladbecker Damen Frl. Dreckmann und Frl. Thrien gewannen ihr Spiel, letztere mapp im 3. Satz. Im Herrendoppel konnte Schwarz=Weiß von sechs Spielen fünf gewinnen. Es siegten die Kombinationen: Buhrmester=Senkpiel, Reckmann=Dr. Roß, Jost=Samnee, Dr. Voigt=Schürmann und Dr. Keuthen=Samnee. Von Gladbeck gewann Meier=Balten. Daß hier hart gekämpft wurde, geht daraus hervor, daß fünf von den sechs Spielen erst im 3. Satz entschieden wurden. Im gemischten Doppel gelang es den Gladbeckern, von den sieben Punkten vier für sich zu buchen. Von Schwarz=Weiß gewannen folgende Paare: Frl. Samnee=Senkpiel, Frl. Schniering=Buhrmester und Frau Dr. Disse=Samnee. Von den Gladbecker Pauren siegten: Frl. Scholven=Rook, Frl. BergermannPreuß, Frl. Korn=Norpoth und Frl. Dreckmann=Hegener. Gesamtresultat: Buer: 22 Punkte, 49 Sätze, 431 Spiele. Gladbeck: 11 Punkte, 31 Sätze, 357 Spiele. Herren=Einzelspiele (Gladbeck ist zuerst genannt) Dr. Ullrich— Schürmann 6:0, 6:4. Preuß— Senkpiel 3:6, 4:6. Norpoth— Buhrmester 3:6. 2:6. Root— Dr. Roos 5.7, 10:8, 3:6. Schellewald— Jost 0:6, 1.6. Wolters— Samnee 6:3, 1:6, 0:6. Gehner— Reckmann 1:6, 1:6. Hegener— Dr. Voigt 1:6, 1:6. Hasper— Puls 1:6, 1:6. Berneisen— Dr. Keuthen 5:7, 5:7. Balter— Dr. Hesselmann 12:10, 2:6, 6:3. Meier— Schonnefeld 3:6, 6:3, 1:6. Damen=Einzelspiele Frl. v. Ahlen— Frl. Samnee 10:8, 6:1. Frl. Scholven— Frl. Schniering 6:3, 6:1. Frl. Duhme— Frl. Eickmeier 1:6, 8:10. Frl. Bergermann— Frl. König 3.6, 2:6. Frl. Korn— Frl. Ruhr 6:8, 3:6. Frl. Nölker— Fr. Dr. Meyer 4:6, 2:6. Frl. Dreckmann— Fr. Dr. Disse 6:2, 6:0. Frl. Triehn— Frl. 6:2, 326. 715. Herren=Doppelspiele Dr. Allrich=Preuß—. Senkpiel=Buhr= mester 7:5, 4:6, 2:6. Schellewald=Norpoth — Dr. Roos=Reckmann 6:4, 1:6, 3:6. Rook=Gehner— Jost=Samnee 3:6, 4:6. Hegener=Wolters— Schürmann=Dr. Voigt 5.10, 6:3, 6:8. Kasper=Verneisen— Dr. Keuthen=Samnee 6:4, 3:6, 2:6. MeierBalter— Dr. Hasselmann=Schonnefeld 9•7, 3.6, 6:0. Gemischte Doppelspiele v. Ahlen=Dr. Allrich— Samnee=Senk= viel 7:5, 4:6, 10:12. Duhme=Schellewald — Schniering=Buhrmester 5.7, 6:8. Scholven=Rook— Eickmeier=Jost 2:6, 6:4, 6:4. Bergermann=Preuß— König=Dr. Roo7:5, 1:6, 6:3. Korn=Norpoth— Fr. Dr. Meyer=Dr. Voigt 6:1, 7:5. Völker=Casper — Nr. Dr. Disse=Samee 3:6, 6:2, 3:6. Dreckmann=Hegener— Zwecher=Samnee 7:5. 6:3. Im nassen Element Vom Westerholter Schwimmsport Derblldliche Weise hat da der SV. Westerholt in diesem Winter eine Arbeit auf lange Sicht geleistet. Durch Fühlungnahme mit den sportinteressierten Lehrkräften der Westerholter Volksschulen hat er es erreicht, daß eine große Anzahl Jugendlicher unter 14 Jahren seine Trockenschwimmkurse besuchte, die er im Lause der Wintermonate im Jugendheim veranstaltete. Der moderne Schwimmunterricht arbeitet gerätelos. Die Angel und andere Hilsgeräte kennt man im neuzeitlichen Schwimmbetrieb nicht mehr. Durch geeignete Trockenschwimmübungen wird der Schüler mit den Schwimmbewegungen vertraut gemacht; scherzhafte Wasserspiele machen ihn in den ersten Schwimmstunden mit dem fremden Element bekannt; gleicham spielend wird dann auf Grund der aus Trockenunterricht mitgebrachten Kenntnisse das eigentliche Schwimmen erlernt. In diesen Tagen nun beginnt der Schwimmverein Westerholt damit, seine in den vergangenen Monaten vorgebildeten Schüler in das Wasser zu bringen. An dem Kursus nehmen etwa 35 Volksschüler teil. Der Unterricht wird kostenlos erteilt; außerdem trägt der Verein die Eintrittspreise für das Schwimmbad. Durch diese vorbildliche Jugendpfiegearbeit wird er bestimmt einen guten Stamm für seine Jugendmannschaft gewinnen. Am nächsten Samstag, abends um 7 Uhr, veranstaltet der SV. Westerholt in der Resser Schweiz sein offizielles Frühjahrs=Anschwimmen; die Trainingsstunden liegen während des Sommers jeden Mittwoch und Samstag von 7 bis 9 Uhr abends. Wer will Lebensretter werden? Lehrkursus der Deutschen Lebens=Rettungs=Gesellschaft Anfang dieses Monats wurde durch die örtliche Presse ein öffentlicher Lehrkursus der Deutschen Lebens=Rettungs=Gesellschaft ausgeschrieben, der vom Bezirk 12 der DLRG. veranstaltet wird. Der Kursus ist kostenlos und schließt mit den Prüfungen der DLRG.(Grundschein oder Prüfungsschein) ab. Der praktische Teil findet an zwei oder drei Wochenabenden (insgesamt zehn Uebungsabende) in dem Freibad„Resser Schweiz“ in Resse statt. Beginn des Kursus Mittwoch, den 28. Mai; die Teilnehmer versammeln sich abends 7,45 Uhr auf dem kleinen Hof des Gymnasiums Buer. An dem Abend erfolgt die Festlegung der Uebungsstunden; weiter wird ein Lichtbildervortrag„Aus dem Arbeitsgebiet der DLRG.“ gehalten. Die nächsten beiden Uebungsstunden werden wahrscheinlich noch theoretische Arbeit umfassen und in der Turnhalle des Gymnasiums Buer(Breddestraße) stattfinden. Da der Kursus noch nicht voll besetzt ist, können am Mittwochabend noch weitere Anmeldungen entgegengenommen werden. Auftaht im Buerschen Schwinmisport Anschwimmen in der„Resser Schweiz“ Sonntag eröffnete der Schwimmverein Buer 24 durch sein traditionsmäßiges Anschwimmen in dem Freibad„Resser Schweiz“ seine diesjährige Sommersaison. Trotz des verhältnismäßig kühlen Wettero hatten sich doch etwa 50 Sckhwimmer eingefunden, die ihre ersten Bahnen in diesem Jahre schwammen. Von heute an beginnen wieder die regelmäßigen Trainingsstunden des SV Buer 24, die Montags und Freitags, abends von 7—9 Uhr stattfinden. In dieser Woche muß noch fleißige Arbeit geleistet werden, da um kommenden Sonntag bereits der erste Klubkampf gegen den Schwimmverein Essen=Altenessen, einen nicht zu unterschätzenden Gegner, stattfindet. Entsprechend der neuen Gepflogenheit wird dieser Wettkampf weniger Einzelkämpfe, dafüt aber mehr große Staffeln enthalten, so daß nicht mehr die „Kanonen“, sondern der bessere Vereinsduchschnitt aussc laggebend ist. Fußball Anschwimmen in der„Resser Schweiz“ Der Schwimmverein Westerholt hat sich 9 den drei Jahren seines Bestedens recht kräftig entwickelt. Als Sommerbad=Vere leidet er natürlich ebenso wie sein Nachdarverein m Buer unter dem ManRl, daß die Wintermonate für ihn einen (weren Ausjall bedeuten. In erfreulicher Nach Wiederanstock hatten die Tabulente dauernd Uebergewicht und belagerten das gegnerische Tor. Goldblum verteidigte mit 7 bis 8 Mann, um so einen Torschuß der Tabuleute zu verhindern. Trotzdem war einige Minuten vor Schluß der Ausgleich erzielt. Im letzten Moment gelang den Gegnern ein Durchbruch, die Verteidigung von Tabu versagte und das Führungstor war für Goldblum gefallen. Am 29. Mai(Christi Himmelfahrt), vormittags 11 Uhr, spielt die 1. Mannschaft des SC. Tabn gegen gleiche der Sportvereinigung Zeche Wilhelmine Viktoria Gelsenkirchen, auf der Kampfbahn Lochterheide. Cv. u. Sp. Racklinghausen 1. Jod. 2:3 Die 1. Jugend des VV. Buer 07 trug am Sonntag das Zwischenrundenspiel im Jugendpokalturnier in Datteln gegen Sp. u. Sp. Recklinghausen aus und wurde hier überreschend geschlagen. Da man am vergangenen Sonntag den stärksten Gegner aus dem Felde schlug, wurde dieses Spiel etwas leicht genommen, zumal Recklinghausen schon vor einigen Sonntagen von Buer besiegt wurde. Buer 07 2. Jgd.— Preußen Gladdeck 2 Jugend 3:1 Buer 07 3. Jugend— Westfalia Buer 3. Jugend 0•2 Buer 07 1. Schüler— SpVg. Herten 1. Schüler 2•0 34. S. S. Selsenkirchen— SC. Tobn 1.(Th. Althoff Buer) 4: 3 Auf dem Alemannia=Platz in Gelsenkirchen trafen sich diese Mannschaften zum fälligen Rückspiel. Goldblum trat mit verdarkter Mannschaft an und konnte die erste Halbzeit mit 3:1 für sich entscheiden. Arbeltersport im Emscher-Lippeland Sportfreunde Buer=Hassel— Sportfreunde Wanne=West 3:0 Buer=Hassel spielte wie aus einem Guß. Der Anstoß bringt sofort brenzlige Momente vor beide Tore. Wanne versteht es geschickt, unter Führung des Mittelstürmers, dem Tore der Hasseler Besuche abzustatten, doch kann nichts erreicht werden. Hassels Linksaußen bekommt das Leder, geht durch, ein kurzes Zuschieben zum Halblinken, und der kann mühelos einsenden. Kurz darauf stellt der Mittelstürmer auf 2:0. Wanne versucht sich in Durchbrüchen, doch will ihnen nichts gelingen. Nach der Pause verstehen es die Wanner, sich zeitweise in des Gegners Hälfte festzusetzen. Buer=Hassel kommt langsam aber sicher wieder vor, und der Halbrechte kann aus einem Gedränge zum dritten Tore einsenden.— Die zweiten Mannschaften trennten sich mit 3:0 für die Wanner. Freie Spielvereinigung Bertlich— Buer=Scholven 3:4 Technisch stellte Bertlich die bessere Mannschaft. Buer=Scholven weiß sich durchzusetzen, und schon darf der Torhüter um sich greifen. 1.0 führt Buer=Scholven. Bertlich geht scharf vor und der Ausgleich Bertlicher durch einen Bombenschuß das Ergebnis auf 2:1. Nach der Pause setzt sich Buer=Scholven in der Hälfte des Platzvereins fest. Vornssia Buer=Scholven— Vorwärts Bottrop 5:3 Die erste Mannschaft von Borussia konnte am Sonntag gegen die erste Mannschaft des A=Klassen=Vertreters Vorwärts Bottrop einen 5:3=Sieg erringen. Am Schachbrett und heute—- haber. abselr FeolenPP esse erregt hier das Zusammentreffen des Meisters vom Vestischen Schachkreis Stoffers mit dem 2. Sieger aus der Stadtmeisterschaft Gelsenkirchen=Buer, Wilzek. Beide gelten auch hier wieder als Favoriten. B=Klasse: Halbeisen— Kober, Kreimer— Hübner, Courte— Kraft, Steinbach— Bohn, Wimmelmann— Conrad. Am Freitag, den 30. Mai, abende 8 Uhr, spielt bei Düker ihre 5. Runde die C=Klasse: Tewes— Zwackhoven, Domhöfer— Haltermann, Dietzel— Grothoff, Petznik— Persch, Worgull— Kloß. Die Erstgenannten haben immer Weiß. Den Buerschen Schachfreunden ferner noch zur Kenntnis, daß im Cafe Brinkhaus täglich in den Abendstunden der Schachverein Buer freien Schachverkehr unterhält. Der Taubenschlag Schachverein Buer 1921 Das mit Spannung erwartete Turnier hat begonnen. Die erste Runde brachte keine Ueberraschungen. Einige Spiele sind noch nicht zu Ende geführt worden. Dus Ergebnis kann also erst später bekanntgegeben werden. Am kommenden Sonntag, den 1. Juni, morgens 10 Uhr, wird bei Feldmann die zweite Runde ausgetragen. Es spielen: A=Klasse: Dölle— Gohrmann, Stoffers— Wilzek, Trier— Straup, Müller— Ortmann. Besonderes InterReisevereinigung Necklinghausen und Umgegend, Gruppe: Herten Der Preisflug Gardelegen, gleichzeitig Derbyflug für jährige Tauben, brachte wenig Erfreuliches. Die Tiere konnten des schlechten Wetters wegen erst um 10.20 Uhr geworsen werden. Um 4,32 Uhr zeigte Berneke, Verein Club Herten, die eiste Taube mit 832 Kilometer Fluggeschwindigkeit an. Um 5.24 Uhr waren 490 Preise vergriffen. Weitere frühe Preisträger sind: Brinkmann, Siegeslust, Herten; Michael, Ohne Furcht, Scherlebeck; For Ohne Furcht, Scherlebeck; Uhmann, Reiselust, Scherlebes; Müller, Hüto dich, Herten; Jakubzik, Heimattreue, Langenbochum; Wissing. Ohne Furcht, Scherlebeck; Freundlieb, Vereinigte Freunde, Herten: Haseneier. Ohne Furcht Scherledeck. Der nächste Preisflug bringt die Tiere nach Nathenom. Die drei Gruppen der Reisevereinigung reisen dann erstmalig in diesem Jahre zusammen. Die R.=V. Hervest=Dorsten und Umgegend schickte am Sonntag gemeinsam mit der Reisevereinigung Haltern über 1000 Tauben auf die Tour Oebisfelde. Das WSV-Parlament tagt Neue Mönner in den Auslchüssen Füßballsperre vom 15. Juni bis 9. August Da die Wahlversammlung des Westdeutschen Spiel=Verbandes am Samstag infolge ihrer reichhaltigen Tagesordnung nicht zu Ende geführt werden konnte, wurde dieselbe am Sonntagvormittag fortgesetzt. Bei den Wahlen der einzelnen Ausschüsse ging es teilweise recht lebhaft zu, doch konnten sie schließlich unter Dach und Fach gebracht werden, so daß sich folgendes Bild ergab: Spruchkammer: Obmann: Kaiser, Gelsenkirchen: Dorr, Münster; Daheim, Duisburg; Schröder, M.Gladbach und Joke, Kassel. Verbands=Fußball=Ausschuß: Obmann: Knehe, Duisburg: Tillmann, Quisburg und Schug. Essen. Verbands=Leichtathletik=Ausschuß: Obmann: Obmann: Schloßmacher, Dortmund und Bedarft, Dortmund. Verbands=Handball=Auschuß: Obmann: Wichnewoky, Hagen; Sommer, Siegen und Klaeß, Köln. Im weiteren Verlauf der Tagung gab es über einzelne Punkte längere und heftige Debatten. Die Fußball=Sommer= Spiel=Pause wurde vom 15. Juni bis zum 9. August 1930 anberaumt. Turnier der vestischen Reiter Relter-Kreisturnier der Jungen des Emster-Lippelandes Beachlenswerte L#Unter Anwesenheit der Kommission für Leistungsprüfungen in der Provinz Westfalen ging am Sonntag dus große Kreisturnier der Reitervereine im EmscherLippeland, bestehend aus Reit=, Fahr= und Sprungkonkurrenzen auf der Wiese des Gutsbesitzers Schulte in Kirchhellen vonstatten. Gegenüber früheren im EmscherLippeland stattgefundenen Leistungsprüsungen stellte das Preisgericht, bestehend aus den Herren Graf von Wedel, Ewald Bischof=Frohnhof, Gutsbesitzer Wolbeck und Freiherr von der Horst(Münster), fest, daß die Leistungskurve unserer heimischen Zucht nunmehr auf einem beachtlichen Stand steht. Wertvolle Preise fielen nach Recklinghausen, Dorsten, GelsenkirchenBuer, Emscherdruch, Pollum, Haltern. Relativ konnten die Reiter von Dorsten insgesamt neun Preise erringen. Alsdann kam die Elite von Gelsenkirchen=Buer, die es auf sechs Preise brachten, gefolg: von Recklinghausen und Kirchhellen. Die Leistungsprüfungen gestalteten sich hinsichtlich der an Roß und Reiter gestellten Ansprüche recht schwer. Nicht weniger als zohn Hindernisse waren jeweils zu nehmen. Ganz besondere Bewunderung weckten die Aktionspferde des Reitervereins Kirchhellen. Daß die Kinder unserer einheimischen Landwirte das Reiten verstehen, dofür erbrachte die Vorführung der Jugendabteilung aus dem Emscherbruch den besten Beweis. Die zwischen 9 bis 13 Jahre alten Jungen bestritten unter sich ein scharfes Flachrennen. Beifall erntete auch die fünfjährige Else Thiel von Herten mit dem Gespann Westfalenstolz und Westfalentreue. Der Besuch mit 6000 Personen darf als ein Rekord zu werten sein, da die früheren Rennen in der schwarzen Heide höchstenv 3000 Personen aufwiesen. Vielseitigkeitsprüfung mit Einzelwertung(als Preise die Staatsbeihilfe des preußischen Landwirtschaftsministerium): 1. Th. Möllenbeck(Recklinghausen) auf Amat; 2. Rotthoff(Kirchhellen) auf Liane; 3. Jos. Wienhöfer(Recklinghausen) auf Gallant; 4. Willi Vork(Datteln) auf Milo. Jugdspringen(Klasse 2): 1. Jos. Tappehorn(Dorsten); 2. Hermann Meuser(Gelsenkirchen=Buer); 3. Heinrich Brügger (Gelsenkirchen=Buer); 4. H. Heiming(Recklinghausen); 5. Grümer(Dorsten). Trabfahren(1400 Meter): I. Franz Schulte=Kellinghaus(Gelsenkirchen=Buer): 2. Bußmann(Kirchhellen); 3. Witwe Verkel(Polfum), Reiter Averdunk: 4. J. Schlüter(Haltern). Eignungsprüfung für Reitpferde m. W. (Staatsbeihilfe des preußischen Landwirtschaftsministeriums): 1. Th. Rotthoff(Kirchhellen); 2. H. Möllendeck(Recklinghausen); 3. Herm. Meuser(Gelsenkirchen=Buer); 4. Hagemann(Kirchhellen); 5. SchalteKellinghaus(Gelsenkirchen=Buer). Eignungsprüfung für Wagenpferde (Einipännet): 1. J. Breil(Dorsten): 2. Joh. Hachmann(Gladbeck); 3. Th. Heger(Datteln): 4. Jos. Hellkuhl(Haltern). Jaodspringen(Klasse A. Abt. B: 1. Fel. Breil(Dorsten): 2. Heiming(Recklinghausen); 3. Fahnenbrock(Kirchhellen): 4. H. Brügger(Gelsenkirchen=Buer). Eignungsprüfung für Wagenpferde (Zweispänner): 1. Th. Möllenbeck(Recklinghausen); 2. Jos. Tapphorn(Dorsten): 3. Fel. Breil(Dorsten); 4. Eickhoff(Sio deck). Jagd mit Auslauf(1500 Meter Jagdgalopp, 500 Meter Auslauf): 1. Jos Wienhofer(Recklinghausen); 2. Joh. SchalteRepel(Dorsten); 3. Jos. Prost(Pollum): 4. Herm. Peters(Emscherbruch). Chamxeellement bringt die höchtte Quote 70: 10 1. Nenuen: 1. Nocsette, 2. Bostereuse, 3. Lactose. Toto: 30, 12, 17, 16. 2. Rennen: 1. Greta Garbo, 2. Jolli Giel, 3. Crix de Pierra. Toto: 54, 18, 16. 17. 3. Nennen: 1. Sang Dragon, 2. Lord Snod. 3. Anneau. Toto: 42. 21, 16. 4. Rennen: 1. Champellement, 2. Javeleur, 3. Quart de Chaume. Toto. 79. 35, 60, 67. 5. Rennen: 1. Cnospin, 2. Cordiol, 3. Bartolo. Toto: 38, 16, 16. 6. Rennen:, 1. Bataille, 2. Ginzdaurg, Philidor. Tota. 43, 18. 22, 31. 5 C S IE 194 VICKYVAN Krimidatroman von E. Ploquet-Grohs Copyricht by Marle Brüsmenn, München 17. Fortsetzung Es in nicht die Absicht eines berufslosen Malers, sondern wahrscheinlich hat Miß von Allen den Schaden selbst ausgebessert.“ „Mein Colt!“ rief Winnie aus.„setzt sehe ich das alles auch, nachdem Sie es mir sagen; aber ich hatte an all das vor: her nie gedacht! Bitte fahren Sie fort!“ „Dann die Bilder, die so gut gewühlt und angebracht sind, daß sie ein Teil der Wande zu sein scheinen; es sind, wie Sie bemerken, nur figurele Bilder gar keine Landschaften. Das bedeutet, daß Miß van Allen keine ausgesprochene Naturliebhaberin ist, sondern die Menschen der Gesellschaft vorzieht. Das läßt auf Lebensfreude schließen und auf Vorliebe für geistige Beschaftigung. Jede Naturliebhaberin wurde hier Bilder von Blumen oder schonen Landschaften angebracht haben. Sie sehen also, um durch die Zungen der Wande belehrt zu werden, müssen Sie ihnen nicht nur zuhoren, sondern auch ihre Sprache verstehen.“ Und dann begann Stone von allem übrigen im Speisezimmer zu sprechen. Auf dem Tische waren weder Porzellannoch Glasgegenstände zu sehen; die Leute des Lieferanten hatten alles in großter Eile abgeräumt und mit fortgenommen. Nur die Leuchter und Aussatze, die Vicky gehörten, standen noch dort. Sie waren aus plattiertem Silber, aber nicht echt, wie Stone bemerkte. Das mit Spitzen besetzte Leinentischzeug jedoch war von feinster und gediegenster Qualität. „Eine ruchlose Geldverschwendung!“ erklarte Rhoda Schuyler, als sie die wunderbaren Monogramme„V. v. u.“ betrachtete, welche auf die Servietten gestickt waren. Ich aber blickte traurig auf den teilweise abgedeckten Tisch, der für Vickys Geburtstags=Essen so fröhlich geschmück wor: den war Als Stone die Kredenz prüsend anschaute, bemerkte er das Fehlen des kleinen Messers. Ich sagte ihm, daß ich es auch vermißt und bereits danach gesucht hatte. „Haben Sie die Leute des Lieferanten gefragt, od sie es etwa aus Versehen mitgenommen haben?" erkundigte sich der De tektiv. „Rein,“ sagte ich beschamt darüber, daß ich nicht daran gedacht hatte, und versprach nun, es zu tun. Als Stone dastand und schweigend die Stelle betrachtete, wo Randolph Schuyler seinen Tod gesunden hatte, trat ich in die Halle hinaus. Ich hatte keinen mir bewußlen Grund dafur, ich tat es unwillkürlich, und als ich zufällig einen Blick gegen die Treppe warf, konnte ich nur mit Mühe einen Ausruf unterdrücken Etwa in halber Hohe der Treppe stand Vicky Van! Ich war sicher, es war keine Sinnestauschung; ich sah sie wirtklich! Sie lehnte sich über das Gelander und horchte auf das was Stone sagte. Doch plötzlich, während ich sie noch betrachtete, rannte sie die Stufen hinauf und verschwand. War sie in Sicherheit? Konnte sie vielleicht über eine Hintertreppe entschlüpfen, oder konnte sie es bewerkstelligen, uns auszuweichen und auf irgendeine Art wegzukommen? Da regte sich plogzlich mein Gewissen. War ich einverstanden mit dem Entkommen einer Schuldigen? Wollte ich das ruhig geschehen lassen? Ich wute er nicht, etwas sagte mir, ich müsse sofort ihre Anwesenheit verraten, und doch war es mir slich. mer noglich. Ich ging also zurück in das Speisezim. und Miß Sarah sagte eben:„Das ist also die Stelle, wo Randolph getötet wurde von jener fürchterlichen Person! Mistee Stone, Sie müssen sie ausforschen! Auge um Auge— Leden um Leben! Sie muß die Strafe für ihre Schuld erleiden!“ Winnie hörte, mit Tränen in den Augen zu. Gleich Ruth Schuyler, deren Auffassung sie zweissellos teilte, war Winnie nicht so rasch geneigt, Vicky Van ungehört zu verdammen, wie die beiden Schwestern. Sie schauten beständig Fleming Stone an, als ob sie erwartete, er könne Vicky sofort und an Ort und Stelle zum Vorschein bringen, und ich zitterte bei der Vorstellung, was geschehen würde, wenn er wüßte, daß das Mädchen in diesem Augenblick mit uns unter demselben Dach weilte! Aber Stone vollendete die Besichtigung des Speisezimmers und ging dann zunachst die Treppe hinauf. Ich sturmte vorauf, im eifrigen Bestreben, ihm zuvorzukommen, selbstverständlich mit dem unbestimmten Wunsche, Vicky zu schützen. Ich stand schon in der oberen Halle, als die anderen erst heraufkamen, und ich bildete mir ein, daß Stone mir einen eigentümlichen Blick zugeworfen hatte, als er meine sichtliche Verlegenheit bemerkte. Aber Winnie stürmte in das Musikzimmer und die Schwestern Schuyler folgten ihr rasch. Wieder prüfte Stone die Wande, aber die matellosen weiß=goldenen Flachen des Musikzimmers sagten mir nichts Besondeces, und ob sie zu ihm sprachen, daruber außerte er sich nicht. Die Damen waren außer sich über den wunderschinen Raum, und da Stones., Untersuchung hier nur flüchtig war, gingen wir weiter, zu Vickys Schlafzimmer. Ich sah und hörte nichts von ihr, und atmete freier auf, als wir sie weder dort noch in ihrem Ankleidezimmer fanden. Dieses Ankleidezimmer, ganz in rosafarbigem Atlas gehalten und mit weißlackierten Korbmobeln versehen, rief neuerdings Winnies Entzücken hervor, und sogar Rhoda Schuyler drückte, wenn auch etwag mürrisch, ihre Bewunderung aus. „Es ist wunderschön“, aab sie zu.„Ich wollte doch, Ruth ware mitgekommen. Sie hat verlei Robel gern. Erinnerst du dich, Saruh, sie wollte, daß Randolph für ihr Zimmer Korbmöbel anschaffe!" „Ja, aber ihm gefielen sie nicht.“ „Oh. seht doch diese Kleider an.“ Fleming Stone hatte einen Kleiderschrank geöffnet und die Kleider darin, obwohl nicht zahlreich, waren wunderbar in Farbe und Musterung. Winnie, unfähig, der Versuchung zu widerstehen, berührte sie liebevoll und lenkie meine Aufmerksamkeit auf einige besonders entzückende Toiletten. „Was trug sie in der Nacht des Verbrechens?“ fragte Stone, und ich gab Auskunft darüber. Da ich Winnie zur Schwester habe, kann ich Damenkleider ziemlich gut beschreiben, und entwarf ein lebhaftes Bild von Vickys goldbefranstem Abendkleid. „Fransen?“ sagte Stone neugierig. „Tragen denn die Damen heutzutage Fransen?“ ja“, antwortete ich.„Aber es waren lange Fransen aus Goldperlen. Halt — ich habe eine davon!“ sagte ich, und nahm meine Brieftasche heraus.„Sehen Sie, hier ist sie! Ich fand sie eingeklemmt in den Blättern in der unteren Ecke des Spiegelrahmens jenes hohen Ankleidespiegels.“ Alle blickten auf den Spiegel, der flach an der Wand hing; sein mit Blattwerk verzierter Florentinerrahmen war voll unregelmäßiger Erhöhungen. Fleming Stone studierte die Strähne der Goldfrause. Sie bestand aus winzigen Perlen von verschiedenen Formen, und hatte bereits begonnen, sich aufzulösen. „Das werde ich behalten“, sagte er, und— nolens volens— verler ich mein kleines Andenken an Vicky Van. Abee wenn er es als Beweisgegenstatd beitrachtete, mußte ich es abgeben, und das entlastele einigermaßen mein Gewissen von der Schuld, ihm Vickys Anwesenheit in ihrem Hause verheimlicht zu haben. Und doch mußte ich mir gestehen, daß Mister Stone sie finden werde. Sicherlich bringt ein Detektiv von solchem Rufe das fertig, ohne die Hilfe eines bescheidenen Alltagsmenschen in Anspruch nehmen zu müssen. Ich verhielt mich deshalb schweigend. Weitere Nachforschungen im nächsten Stockwerk und spater in den unteren Räumlichkeiten ergaben kein Anzeichen von Vickys Anwesenheit oder ihrem Weggehen. Nachdem wir in Vickys Ankleidezimmer zurückgekehrt waren, wo ihr kleines pult stand, begann Fleming Stone die darin befindlichen Briese und Dotumente zu lesen. Es war verschlossen gewesen, aber er hatte das schwache Schloß erbrochen, und nahm ruhig seine Arbeit in seiner gewohnlichen raschen und gründlichen Weise auf. Ich blieb bei iym, während die drei Damen noch einmal das Haus durchsuchten. Er durchflog die Briefe, besah flüchtig ein Bündel Rechaungen, und prüfte Federn, Tinte und Papier. „Es ist so viel Charakteristisches an einem Pult,“ sagte er, als er den Federwischer, die Marten, den Federbehälter, und besonders die Bleistifte betrachtete. „Mir ist jetzt wirklich, als ob ich Miß van Allen so gut kennen würde wie Sie, Mister Calhoun, wenn nicht vielleicht noch besser!“ „Wenn dies der Fall ist, dann konnen Sie sie nicht für schuldig halten!“ versetzte ich rasch; denn die bloße Atmosphäre dieses trauten kleinen Raumes machte mich mehr als je zu Vickys Freund. „Ja, sehen Sie“, sprach er fast traurig, „was ich von ihr erkenne, ist das echte Weib! Ich kann mich nicht täuschen lassen durch List oder Koketterie. Ich sehe nur die tatsächlichen Spuren ihres wirklichen„Ichs“.“ Ich wußte, was er meinte und gab ihm recht. Denn Vicky war und blieb rätselhaft, und man konnte durchaus nicht sicher sein, ob sie einen nicht täuschte, wenn sie es für gut fand. So gern ich das Mädchen hatte, und so sehr ich sie bewunderte, mußte ich dennoch glauben, daß sie nicht gänzlich schuldlos war. Sie war klug genug, jeden täuschen zu können. „Ist sie schuldig?“ seufzte ich „Das kann ich noch nicht sagen; aber ich habe nichts gefunden, was ihre Schuld absolut ausschließt. Im Gegenteil, ich habe Dinge bemerkt, welche, wenn sie chuldig ist, beitragen werden, es zu beweisen.“ Das klang eiwas rätselhaft; aber Stone war so tiefernst, daß ich mich nur an die allgemeine Bedeutung hielt und um keine nähere Aufklärung bat. „Dann gefällt Ihnen also Vicky Van“, sagte ich rasch, durch einen gewissen bedauernden Ton in seiner Stimme dazu veranlaßt. „Jeder Mann würde Gefallen finden an einer Frau mit solchen Charakterzügen. Sie beweist entzückenden Geschmack; sie ist barmherzig, ihre Aufzeichnungen weisen Summen auf, die sie klug für wohltätige Zwecke verausgabt hat. Und Briefe von Freunden bestätigen ihren wirklich treuen und liebenswürdigen Charakter.“ „Sagen Sie das nicht! Jeder ist eines Verbrechens fähig! Aber bei einer solchen Natur würde es einer sehr starken Provokation und verzweifelter Umstände bedürfen. Diese vorausgesetzt, ist es durchaus nicht unmöglich. Nun bin ich für heute fertig! Aber, bitte, ich möchte den Schlüssel des Hauses behalten! Nachdem der Fall jetzt in meiner Hand liegt, werden Sie wohl nichts dagegen haben?“ (Fortsetzung folgt.) Dienstag, den 22. Mai BEILAGE ZUM GENERALANZEIGER FÜR DAS EMSCHER-LIPPELAN D.F 21. Forisetzung Ihn verlangte nach heiteren, einfachen Menschen. Er handelte halb unbewußt, denn er ging wie im Traum umher Lose hing der Mantel um seine Schultern. Der eisige Wind durchtältete ihn bis ins Mark. So war er, fast ohne sein Wissen und Wollen, treppan zu Frau Heiner gestiegen, um sich Gedanken und Kopfschmerzen fortzutanzen. * Es lag heute nicht die##are, wohltuende Luft über Kampen. Man sagte nichts, ließ sich nichts merken und fühlte doch: der sonnige Glanz war nicht da. Wie groß mußte der Segen sein, den Gabriele um sich verbreitete, wenn ein so geringfügiges Nachlassen ihres selbstlosen Strebens. nur für andere da sein zu wollen, schon Verstimmung hervorrief. Am Morgen war ein Brief aus Berlin gekommen; von Marie Griesbach, die dort wieder ihrem Bruder. dem stillen Gelehrten, das Haus führte Gabriele nannte diese langen, ausführlichen Berichte lächelnd„Bekenntnisse einer schönen Seele“, denn Marie hatte sich nach ihrem Aufenthalt in Kampen angewöhnt, in Tagebuchform an Gabriele zu schreiben Sie schwelgte in hohen und schönen Gefühlen. Sie pries die blühenden Blumen und schattigen Bäume— sie zu pflanzen und zu hegen, daran dachte sie nicht. Trotz ihrer, vielleicht auch wegen ihrer großen Verschiedenheit hatten sie sich immer viel zu sagen, obwohl es Gabriele bedeutend schwerer wurde, ihren Gefühlsäußerungen Worte zu verleihen. Die Posttasche kam, als Albrecht mit Frau und Mutter an. Frühstückstisch saß. Gabriele machte gerade für die Wirtschafterin einige Notizen und öffnete darauf Maries Brief mit der heiteren Miene, mit der man liebe und gute Nachrichten zu lesen beginnt Albrecht, seiner Frau gegenübersitzend, hatte schon mit einem kleinen Groll das dickleibige Kuvert beobachtet. Er war ganz im geheimen eifersüchtig auf diesen regen Gedankenaustausch. Er fand, es wäre selbstverständlich gewesen, wenn Gabriele ihm. ihrem Manne, die Briefe zu lesen gäbe; daß sie es niemals tat und über ihren Inhalt schwieg. schien ihm Beweis, daß Dinge erörtert wurden, mit denen Gabriele vor ihm zurückhielt. Vielleicht Entläuschungen, leise Nachklänge alten Leides; jedenfalls Dinge, die ihm aus Zartheit verschwiegen wurden. Sein langes, vergebliches Werben um die geliebte Frau, die Qual, als er sie verlor, schwere Jahre des Kämpfens, die ganze freudlose Jugend hatten ihn bitter und mißtrauisch gemacht, ihn von seinem Selbstvertrauen immer wieder einbüßen lassen. Kein Mensch ahnte, wie oft sich ätzende Tropfen des Zweifels, der Eifersucht in die Wonne des Besitzes mischten. Wie er sein offenes, klares Weib belauerte, um hier einen trüberen Blick, dort einen dunkleren Tonfall der Stimme zu gewahren, der noch ein Nachhall sein könnte des Vergangenen, noch nicht Ueberwundenen An seiner eigenen, nie endenden Leidenschaft ermaß er die Unmöglichkeit, wahre Liebe je zu überwinden, zu vergessen. Sicher— dafür kannte er sie—. Gabriele war nach heiligster Ueberzeugung fertig mit ihr gewesen. Aber, das war es ja eben: er begriff aus seiner eigenen Natur heraus nicht, wie man überhaupt damit fertig werden konnte. Damals, als sie ihn gerafen, als er ihr klares Auge, die heitere Stirn gesehen, ihre lieben Worte gehört, hatte er nichts als seligen Jubel empfunden. Dann, gerade wo der Besitz ihn hätte beruhigen sollen, kam der Zweifel, die versteckte Eifersucht. Er war nicht imstande, an die Dauer solchen Glücks zu glauben. Seine Phantasie, stets bereit. Schrecken und Gefahren zu entdecken, schuf sich in solchen Momenten Bilder über Bilder von sicherem Verlust und bevorstehendem Herzeleid. Er wollte. Gabriele sollte ihm keine Falte ihrer Seele verbergen; gerade ihre innersten Gedanken sollten ihm, ihm allein gehören. So wurde ihm der briefliche Gedankenaustausch mit der Fremden, der noch unzweifelhaft tiefere Gründe berührte, zur Pein. Er sagte sich nicht, daß es Gabrieles Feingefühl verbot, Briefe preiszugeben, in denen eine ihrem Gatten Fernstehende von eigenen Schicksalen und Lebenserfahrungen sprach. Heute war es ein besonders langer Brief. Gabriele las ihn vertieft, mit versonnenem Ernst— offenbar fern von Kampen mit allen Gedanken und Gefühlen. Albrecht beobachtete sie verstimmt. Ob sie mir wieder nichts von dem Inhalt sagen wird?, dachte er eifersüchtig, wenn Gabriele manchmal lange auf eine Stelle der feinbeschriebenen Bogen niedersah. Er bemerkte, wie sie einige Zeilen des Briefes, die sie besonders nachdenklich gelesen hatte, mit dem Blaustift anstrich. Das reizte ihn, weil er den Wortlaut für sein Leben gern gelesen hätte und doch nicht fragen mochte Er grübelte und beobachtete weiter und kam schließlich in eine so miserable Laune, daß er Gabriele plötzlich heftig anfuhr. „Herrgott, ist das Geschreibsel denn noch nicht zu Ende?" Seine Mutter rief leise mahnend: „Albrecht!“ Gabriele fuhr erstaunt auf und sah ernst und zurückweisend in sein ärgerliches Gesicht. „Wünschest du etwas von mir? Bitte, ich kann nachher weiterlesen“ Er stand auf. zitternd vor Aerger und Beschämung über sich selbst. Im Vorübergehen nahm er die Zeitung und stellte sich an das Fenster Bald erhob sich auch Gabriele. Er sah. wie sie die Briefblätter lose in eine Mappe auf ihrem Schreibtisch legte. Von Gabriele gestützt verließ auch die Mutter das Zimmer Albrecht horchte, bis die Schritte im Vestibül verhallt waren, dann hielt er sich nicht länger Rot vor Scham, aber von einem dräugenden, unwiderstehlichen Willen getrieben, nahm er den Brief aus der Mappe. Aus Berlin! Ja, das hatte er gewußt; von dort, wo Zurpforten war. Kein Sportblatt konnte man ja in die Hand nehmen, ohne auf seinen Namen zu stoßen. Hier die Stelle: Das ist gewiß, ist mir klar wie die Sonne am Himmel, man ist sich der ewig lebendigen Kraft der Liebe nicht unablässig bewußt. Oft denkt man sie schläft, oft ist sie wirklich verschüttet unter Alltag-Jörgen Aber ein Klang. ein Wort, ein Duft — und sie ist wieder da! Zeigt uns, daß sie immer in uns war und sein wird, als ewiger, unveräußerlicher Besitz. Und wenn uns das plötzlich ganz unvorhergesehen klar wird, dann sind wir bis zum Sterben erschüttert— und doch reich, reich Ich habe ihn wiedergesehen. Gabriele! Als Gatten einer anderen, als Voter von Kindern, die nicht die=meinen sind— und es ist mir ergangen, wie ich beschrieb. Ich hasse ihn nicht— ich leide, wie ich ewig um ihn litt. Wie dürfte ich den zu hassen wagen, der einst das Diadem der Liebe hat getragen? Albrecht ließ den Bogen sinken. Auf dieser Stelle hatten ihre Blicke so lange, so tief versonnen geruht. Warum? Warum? Empfand sie wie Marie Griesbach, als sie den Treulosen wiedergesehen? Waren ihr die Worte nur eben schönund edelklingende Worte? Deshalb wert, angemerkt, behalten zu werden? Er hatte während ihrer Ehe keinen Laut der Sehnsucht, keine Gemütserschütterung wahrgenommen. Sie kam ihm glücklich und wunschlos befriedigt vor. Konnten das alles Trugschlüsse gewesen sein? Und wenn wirklich die Vergangenheit in ihr noch nicht ganz gestorben war—? Wenn Gabriele noch manchmal an das kurze Glück zurückdachte, warum konnte er sich nicht genügen lassen an dem, was sie ihm gab? Wären es auch nur Reste gewesen, bedeuteten die für ihn nicht doch noch beglückende Fülle? Hatte er nicht vorher längst auf alles verzichtet gehabt? Warum ruhte er nicht, bis er in den vollen Glücksbecher den bitteren Tropfen geträufelt? Draußen näherten sich Schritte. Im ersten Impuls wollte er die Papiere zusammenraffen, in die Mappe zurücklegen. Es war bereits zu spät. Gabriele stand schon auf der Schwelle. Da richtete er sich auf und sah ihr entgegen. (Fortsetzung folgt.) Jahrg. 1930. L Dienstag, den 27. Mai Jahrgang 19 * 2 1 8 5S S —** S 5 *** 2I#E S 55 **— Z S C•S S 5 0 SS059 S E%. 5 E SES — E 9 2 . * 2 hg• 2 T#EE 6.1•0 SE5 S S 8 8 55 SEES " 50— S 90 S 5 i„ U U 9— 1 22.9•3 S LS 5 *— P•= 9 S.= O. — 0• 5 —.—— SS 95 • S 5 8 G S• 3 • 8* * 0 9— FS•e == # O 2 9 " S 4— 9 S 5.5 *—** S 9I• P•8 UA=□— S 955 SSE 8 5 ####S 15 S 55585 2 5EE" 9 E""—• —— FATE * S— S S S8.57.85. S 5.•3•— K on210 SEEEE S 3.2— PSEPTS S SSS.S9S 3 22 93•12 SS S SS 5: Sep 5Jex# ET 2 2** * 0.SN B2E“ *** P 5x S S SSSTRSE3 —B b 2· 3 S* e. 3 s 255 35 S S ASeeT Se SSS 2 3555 B 35•FE2 SS S: 80 155 s 85 8 PE 85056 S 9—**.* 2588.** ## S KS 305 G6 Graphologie der Kinderschrift Zwei interessante Vorträge in tatholischen Gesellenhaus in Selsenkirchen Schriftdeutungen sind allmählich Modesache geworden. In einer großen Gruppe von Zeitschriften erscheinen kegelmäßig Deutungen von eingesandten Schriftproben. Viele Unberufene glauben aus Schriftformen auf den Charakter schließen dürfen, ohne über die nötige Vorkenntnisse zu verfugen. Ludwig Klages, der anerkannte Schöpfer und Meister einer wissenschaftlich fundierten Graphologie weist ausdrücklich in seinem Buche„Handschrift und Charakter“ darauf hin, daß erst nach jahrelangem Studium und nach einer Erfahrung, die sich auf eine Unmenge von Deutungen erstrecken muß, die Voraussetzungen gegeben sind, als Graphologe aufzutreten. Die Graphologie vermochte in den letzten Jahren mehr und mehr unter Beweis stellen, daß sie als ernsthaft zu nehmende Wissenschaft zu werten ist. Zu Gerichtsprozessen z. B. Hußmann=Prozeß, Düsseldorfer Mörder) wurden Schriftsachverständige und Graphologen zur Begutachtung und Deutung der Schriftproben herangezogen. In allen diesen Fällen handelt es sich um die Deutung von Schriften von Erwachsenen bezw. Jugendlichen, also von mehr oder weniger ausgereiften Charakteren. Der Hamburger Minna Becker ist es vorbehalten geblieben, die vor allem von Ludwig Klages gewonnenen Erkenntnisse auch auf die Kinderschrift in Anwendung zu bringen. Sie selbst schreibt in ihrem Buche„Graphologie der Kinderschrift"(Niels=Kampmann=Verlag) über die Bedeutung der Graphologie für die Erziehung folgendes: „Oft steht der Jugendleiter zunächst vor der Kindesseele wie vor einer verschlossenen Tür, namentlich dann, wenn ihm das Kind erst in einer Lebensperiode anvertraut wird, in welcher der Charakter bereits der Eigenständigkeit entgegengreift. Richt immer sind Zeit und Gelegenheit gegeben, die psychischen Vorgänge durch sorgfältiges und verständiges Abtasten in ihrer ganzen Tiefe zu untersuchen. Die Handschrift liefert hierzu einen, ja bis zu einem gewissen Grade den einzigen, untrüglichen Wegweiser. Für die Richtigkeit dieser Behauptung sprechen die Erfolge der Praxis. In zahlreichen Fällen habe ich, fußend auf graphologischer Erkenntnis, klärend, schlichtend und fördernd zwischen Erziehern und Kindern wirken können.“ Den Akademischen Kursen für Lehrerfortbildung ist es gelungen, Minna Secker zu 2 Vortragen, in denen, unterstützt durch Lichtbilder, vor allem die Erotierung der hohen Bedeutung der Graphologie für Unterricht und Erziehung in den Mittelpunkt gestellt werden wird, zu verpflichten. Daß Minna Becker als ernst zu nehmende Forscherin bewectet werden muß, geht aus den Worten hervor, die der Meister auf dem Gebiete der Charakterologie. Ludwig Klages, dem Buche Minna Beckers in dem Geleitwort zu demselben widmet. „Aus der großen Reihe mittelmäßiger oder gar minderwertiger Veröffentlichungen von sonst unbekannten Neulingen der letzten Jahre nun ragt die vorliegende Arbeit durch drei kaum zu überschätzende Eigenschaften hervor: durch kritische Ververtung des tatsächlich Brauchbaren aus der Fachliteratur, durch methodisch geschulte Besonnenheit in der Behandlung des Gegenstandes und durch den Versuch, die bisherigen Erfahrungen an der band eines jahrelang gesammelten Beodechtungsstoffes zu erweitern.“ Die Akademischen Kurse laden zu den hochinteressanten und bedeutsamen Vorträgen herzlichst ein. Die Dauerkarte kostet im Vorverkauf Gelsenkirchen: Lohde und Müller, Buer: #renhold und Urbanusbuchhandlung) 2,50 Nark, an der Kasse 3,00 Mk. Die Einzelkarte kostet 1,50 Mk. Lanten- und Singkursus des städtischen Jugendamtes Selsenkirchen=Buer —) Es wird ein neuer Lautenkursus Unter Leitung von Robert Kothe in Gelliichen eingerichtet. Interessenten wollen si# heue, Dienstag, den 27. Mai, abends Uhr, in der städtischen Frauenschule im Neumarkt bei Herrn Robert Kothe Lelden Die Singstunde von Heren Rodert Kothe wird heute um 8 Uhr in der chen Frauenschule Gelsenkirchen abgedalten. as können noch einige Teilnehmer sich melden. "(—) Wasserrohrbruch auf der Bismarckkage in Gelsenkirchen. Gestern abend ergnete sich auf der Bismarckstraße in der lahe der Florastraße ein Wasserrohrbruch. Eine hohe Wassersäule schleuderte bis zur Sosperrung erhebliche Wassermengen auf Fahrdamm der Straße, wodurch der verkehr gestort wurde. Die Straßenbahn Bismarck nach Gelsenkirchen wurde auf linke Gieise umgeleitet. —) Städtischer Musikverein Selfenkirs. Heute. Dienstag. keine Prode, daeegen 20.30 Uhr gemeinschaftliche VorbeBechung im Vereinsheim Monopol. bürgeringend auf Schloß Horst Jugendwerbetag des Gauverbandes Westsalen=Rheinland (=) Trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens veranstaltete die Ortsgruppe Gelsenkirchen=Buer der Deutschen Bürgerjugend am Sonntag auf Schloß Horst einen Jugendwerbetag. der in allen Teilen als erfolgreich gelungen bezeichnet werden konnte. Aus den benachbarten Städten hatten sich zahlreiche Vertreter der einzelnen Ortsgruppen eingefunden, die zusammen mit den heimischen Mitgliedern und ihren Gästen den Schloßkeller dicht füllten. Gegen 4 Uhr konnte der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Kerl jun., die Tagung mit der Begrüßung der Erschienenen eröffnen. Er gab seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck, der erneut Beweis für das Erwachen der Mittelstandsjugend sei. Nach weiteren Begrüßungsworten durch die Herren Lücke=Buer und Rohmert= Horst brachte Herr Kurt Gückler eine beifällig ausgenommene Rezitation „Die Lüge" zu Gehör, der sich Herr Schwarre= Gladbeck mit seinem Hauptreferat:„Wesen und Wollen der Deutschen Bürgerjugend“, anschloß. In längeren Ausführungen schilderte der Redner die sprunghafte Entwicklung der BürgerjugendBewegung in allen Teilen des Reiches. Auch die mittelständlerische Jugend habe einsehen gelernt, daß die Notwendigkeit eines organisatorischen Zusammenschlusses gegeben war. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine interessanten Ausführungen, die Herr Schuh=Buer noch vorteilhaft ergänzte. Im Anschluß an diese lehrreichen Ausführungen kam der unterhaltende Teil der Tagung zur Geltung. In bunter Reihenfolge wechselten unter den Klängen der Hauskapelle Darbietungen aller Art ab, von denen insvesondere die musikalischen Vorträge von Herrn Kruska und die humoristischen Vorträge von Herrn Franke reichen Beifall sanden. Alle Darbietungen wurden hierbei von Mitgliedern der Ortsgruppe ausgeführt. Ge gen 8 Uhr dankte Herr Kerl in seinem Schlußwort allen, die zum guten Gelingen des Werbetages beigetragen hatten, und schloß mit einem„Gut Werk“ die erfolgreiche Tagung. Gefallenen-Ehrung in horst Ausklang des Horster Kriegerfestes O Das Horster Kriegerfest hat gestern trotz des regnerischen Wetters einen imposanten Abschluß gefunden. Zum Frühschoppen hatten sich die Mitglieder der Horster Kriegervereine in recht stattlicher Anzahl eingefunden. Ehrenvorsitzender Hermann Erker gab der Hoffnung Ausdruck, daß trotz des Regens die„alten Krieger" treu zur Stange hielten und sich recht stark an der Gefallenenehrung auf dem Ehrenfriedhof beteiligten. Gegen 3 Uhr nachmittags hatten sich die Mitglieder der Horster Vereine, ganz besonders stark aber der festgebende Verein, im Festzelt eingefunden, um an dem geschlossenen Abmarsch zum Friedhof teilzunehmen. Die Gedächtnisrede auf dem Ehrenfriedhof wurde von Rektor Urselmann gehalten, der in warmen Worten insbesondere der Toten des letzten Weltkrieges und der verstordenen Veteranen von 1870 gedachte. Nach einigen dem feierlichen Akt auf dem Ehrenfriedhof angepaßten Musikvorträgen wurde von zwei Mitgliedern unter dem Feldkreuz ein prächtiger Kranz niedergelegt. Vom Friedhof marschierte man geschlossen zum Festzelt zurück, wo inzwischen von seiten des Vereins eine Bescherung der Horster Waisenkinder vorgenommen wurde, Kino-Variete Buer, gegenüber dem Rathaus) Telephon Horst-E. 2155 ssssr Nur noch 3 Tage den größten Weltertolg. die 100%ige Ton- u. Sprechtilmoperette Liebeswalzer Täglich ab 4 Uhr für die die Oberin dem Verein aufs wärmste dankte. O 85. Geburtstag eines alten Horster Bürgers. Am gestrigen Montag feierte Herr LeonhardsWinners, Alleestraße, seinen 85. Geburtstag. W. zählt zu den ältesten Bürgern von Horst. Er kam schon im Jahre 1874 nach Horst. Er ist der Vater eine stattlichen Turnerfamilie da seine Kinder u.n. Teil noch aktiv in der Turnund Sportbewegung stehen. An seinem Geburtstage konnten ihn sieben Kinder beglückwünschen, des weiteren 16 Enkelkinder und vier Urenkel. Horst’s Rektoratschule aufgehoben? Beschluß des Hauplausschusses## Die Herster Bürgerschalt beunruhigt O Aus Horster Bürgerkreisen wird uns geschrieben: Nach dem Bau der neuen Horster Rektoratschule hat die frühere Amtsverwaltung und die Gemeindevertretung Horst den allergrößten Wert darauf gelegt, die Rektoratschule, sowohl die Knaben wie die Mädchenabteilung, als Vollanstalt auszubauen. Dieser Wunsch der Horster Bevölkerung ist auch im Eingemeindungsvertrag mit der Stadt Gelsenkirchen=Buer festgelegt worden. Bei der Erläuterung der Horster Schulwünsche im Stadtparlament von Gelsenkirchen=Buer bezeichnete Beigeordneter Dr. Schumacher die Rektoratschule in ihrer jetzigen Form als einen Torso. Um so mehr ist man deshalb erstaunt, daß im Hauptausschuß der Beschluß gefaßt worden ist, die Horster Mädchenschule aufzuheben. Man sagt, aus Sparsamkeitsrücksichten zu einer Aufhebung der Mädchenschule veranlaßt zu sein und die Ueberleitung der Schülerinnen in die Anstalten von Buer und Gelsenkirchen anstreben zu müssen. Tatsächlich liegen die Verhältnisse nun so, daß die Mädchenschule noch in dem alten Rektoratschulgebäude untergebracht ist, das schon vor Jahren als für den Schulunterricht ungeeignet bezeichnet wurde. Es wurde dann eine umfassende Renovierung aller Schulräume vorgenommen, so daß der Unterricht in einwandfreier Weise durchgeführt werden kann. Natürlich hatte man immer noch die Hoffnung, daß bei Besserung der Verhältnisse der Neubau des Mädchenflügels vorgenommen würde, damit die höhere Mädchenschule in den Neubau der Rektoratschule übersiedeln könne. Durch den Beschluß des Hauptausschusses wird diese Hoffnung zerstört. Durch die praktische Ausführung dieses Beschlusses würden große Schwierigkeiten entstehen. Man denke nur an den erheblichen Verlust an Zeit, der den Schülerinnen durch die tagliche Fahrt nach Buer bzw. Gelsenkirchen entsteht, des weiteren an die Unkosten, die den Eltern durch diese Ueberleitung in andere Stadtteile entstehen. Nach den augenblicklichen Stundenplänen wäre an manchen Tagen eine viermalige Fahrt zur Schule notwendig. Eine andere Schwierigkeit entstände auch durch die Ueberleitung der Lehrkräfte. Das Lehrerkollegium der Horster Mädchenschule müßte nach ihrer Aufhebung durchweg an andere höhere Schulen im Stodtgebiet übernommen werden bzw. es ergibt sich die Notwendigkeit, neue Lehrkräfte anzustellen. Es steht nämlich fest, daß an den meisten höheren Schulen die Klassenfrequenz erreicht, wenn nicht sogar überschritten ist. Interessant ist bei Beleuchtung des Beschlusses auch, daß die Regierung in Münster von Anfang an(solange also eine Mädchenschule an der Rektoratschule bestand) für den Ausbau dieser Schule eingetreten ist und nicht einen Augenblick gezögert hat, für die Errichtung eines Knaben= und Mädchensystems beim Neubau der Horster Rektoratschule zu stimmen. Grundsätzlich ist die Regierung auch nicht gegen die direkte Inangriffnahme des Mädchenflügels am Neubau der Rektoratschule gewesen. Nur der Umstand, daß augenblicklich die höhere Mädchenschule entsprechend ihrem Umfange in dem alten Schulgebäude hinreichend untergebracht ist und durch den Bau der höheren Knabenschule schon hohe Baukosten entstanden, bewog, den Bau des Mädchenflügels. für den zweiten Bauabschnitt vorzuschlagen. Durch den Beschluß des Hauptausschusses wird dieser zweite Bauabschnitt nun ganz hinfällig. Hinzu kommt noch, daß nach der Bestätigung der Horster Rektoratschule zum Prorealgymnasium von seiten des Lehrerkollegiums nachdrücklichst auf die höhere Mädchenschule hingewiesen wurde und man den augenblicklich schlechten Besuch darauf zurückführte, daß nicht auch für die Mädchenschule eine ähnliche Bestätigung eingegangen sei. Würde der Beschluß des Hauptausschusses durchgeführt, kann man ohne weiteres damit rechnen, daß zum nächsten Schuljahr kaum noch die Eltern Lust verspüren werden, ihre Mädchen zur höheren Schule zu schicken. Wie wir erfahren, wird im Lause dieser Woche der Elternbeirat der Horster Rektoratschule zusammentreten und zu der Angelegenheit Stellung nehmen. Geplant ist eine Eingabe an die Stadtverwaltung und an die Stadtverordneten, in der um Ablehnung des Beschlusses des Hauptausschusses nachgesucht wird. auf dem Sofa liegen sah, übermannte sie der Haß. Sie faßte den Entschluß, Johann zu töten. Mit einem Beil, das sie aus dem Keller geholt hatte, erschlug sie den Bruder. Sie schaffte die Leiche dann in den Keller. Schließlich sei sie auf den Gedanken gekommen, die Leiche in den Kanal zu werfen. Mit Hilfe der Mutter schaffte sie die Leichenteile an den Kanal, wo sie versenkt wurden. Brand im Ausflugslokal Sämtliche Gebäude vernichtet — Frankfurt a. M., 27. Mai.(Drahtb.) In den„Bürgerlichen Schießständen", einer vielbesuchten Ausflugsgaststätte im Frankfurter Stadtwald, brach heute kurz vor Mitternacht ein Feuer aus, das sämtliche Gebäude bis auf die Grundmauern niederlegte. Personen wurden nicht verletzt. Der Schaden ist ziemlich beträchtlich. Ueber die Ursache des Brandes ist noch nichts bekannt. Schweres Anwekter am Riederrhein Menschen und Tiere vom Blitz getrossen * Wesel, 26. Mai. In den heutigen Nachmittagsstunden ging hier ein schweres Gewitter nieder. Der Blitz schlug an mehreren Stellen ein. Bei einem Blitzschlag wurden die in einem Zimmer sich aufhaltenden Personen zur Erde geschleudert, aber nicht schwerverletzt. Ein Mädchen erlitt Brandwunden an den Beinen. Arg mitgenommen wurden auch die Fernsprechleitungen. Der Flügel einer Windmühle geriet durch Blitzschlag in Brand, doch konnte dieser schnell gelöscht und die Mühle gerettet werden. Von den auf den Weiden grasenden Kühen wurden viele vom Blitz erschlagen. Der Landwirt Schürmann, der während er schweren Gewitter auf dem Felde arbeitete, später aber hinter einer Hecke Schutz gesucht hatte, wurde vom Blitz getroffen und betäubt. Seine Kleider gerieten in Brand, so daß er später mit schweren Brandwunden aufgefunden wurde. In hoffnungslosem Zustand brachte man ihn ins Krankenhaus nach Dinslaken. Emma Kirchner vor den Geschworenen Die Brudermörderin aus Gelsenhirchen hat sich heute wegen Ihrer grausigen Tat zu verantwer len# Den Bruder erschlagen und die Leiche zür Seite geschafft An heutigen Dienstag beginnt vor dem Schwurgericht in Essen der Prozeß gegen die Emma Rirchner ius Gelsenkirchen, die ihren Bruder Johann Kirchner erschlagen und dann die Leiche beseitigt hat. Ben Vorsitz führt Landgerichtorat Thedieck, Vertreter der Anklage ist Staatsanwalt Brenner 0 Am 3. Februar wurde ganz Gelsenkirchen=Buer durch die Kunde von einem schrecklichen Fund in Unruhe versetzt. Im Rhein=Herne=Kanal gegenüber der Hafenschenke wurde von einem Arbeiter aus Westerholt, der mit seinen Kindern einen Spaziergang nach Gelsenkirchen machte, ein Sack gesichtet. Es gelang, ihn ans Ufer zu schaffen. Im Sack befanden sich Teile eines menschlichen Körpers, an dem der Kopf, der linke Arm und beide Beine fehlten. Die Ermittelungen gestalteten sich schwierig, da keinerlei Anhaltspunkte vorhanden waren. Ersichtlich war nur, daß ein Nord geschehen war. Die Polizei nahm von dem Toten Fingerabdrücke und schickte sie an die Zentralstelle, die sich bdeim Berliner Polizeipräsidium befinvet. Dort befinden sich die Fingerabdrücke aller Personen, die schon einmal etwas mit der Polizei zu tun gehabt haben. Schließlich ging bei der Gelsenkirchener Kripo ein Funkspruch vom Berliner Erkennungsdienst ein, der besagte, daß es sich um die Leiche des 21 Jahre alten erwerbolosen Johann Kirchner handele, der in Gelsenkirchen, Kirchstraße 46a, gewohnt habe. Dort wohnte die Witwe Kirchner mit ihren drei Kindern, und zwar der 23jährigen Emma, dem 21jährigen Johann und dem 16 Jahre alten Gerhard. Hier setzten die weiteren Ermittelungen der Kriminalpolizei ein. Die Kripo stattete der Familie Kirchner einen Besuch ab. Bei dem Kreuzverhör verwickelten sich Emma Kirchner und ihre Mutter alsbald in Widersprüche. Auch waren in ihrer Wohnung sehr verdächtige Spuren gefunden worden, die sich bei näherer Untersuchung als Blutspuren erwiesen. Auf Grund dieser schwer belastenden Tatsachen wurden Emma Kirchner und ihre Mutter von der Krimnalpolizei verhaftet. Zunächst neten beide hartnäckig. Nach einem ca. achtstündigen Kreuzverhör brach Emma Die Tonfilm-Schlager Lebennaie „D bist des süßesin Mädet der welt auf Schallplatten vorrätig Musikhaus Pleneck Buer, Marienstraße 15 Kirchner seelisch zusammen und legte ein umfassendes Geständnis ab. Emma Kirchner ist von Geburt an mit einem chronischen Blasenleiden behaftet und hat deshalb auch nie eine Schule besucht. Ihr Vater ist 1919 gestorben. Da ihre Mutter leidend ist, hat sie für den Unterhalt ihre Familie sorgen müssen. Ihr Bruder Johann ist ein Taugenichts gewesen. Schon mit 17 Jahren ist er in einer Fürsorgeerziehungsanstalt untergebracht worden. Als Zeitungsträgerin hat sie monatlich 70 bis 80 Mark verdient, wovon ihre Mutter, der 16jährige Gerhard und sie gelebt hätten. Mit diesem Gelde wären sie auch einigermaßen ausgekommen, wenn ihnen nicht ihr Bruder Johann nach seiner Entlassung aus der Erziehungsanstalt einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Er arbeitete nie Fortgesetzte heftige Streitigkeien seien üblich gewesen. Die ganze Jamilie hatte dauernd unter seinen Gewalttätigkeiten zu leiden. Am 31. Januar benahm Johann sich wieder einmal sehr wüst. Mit dem jüngeren Bruder Gerhard bekam er Streit. Gerhard hat dann aus Angst das Haus verlassen und sich zu einem Onkel begeben. Als Emma nach dem Mittagessen Johann wegen seines üblen Benehmens Vorhaltungen machte, zertrümmerte er das gesamte Porzellan und legte sich auf das in der Küche stehende Sosa. Als ihn Emma schlafend Rach hundertjährigem Geschäftsjubiläum Stillegung bei der Pianosabrik Adam * Wesel, 26. Mai. Die Pianofabrik Gerh. Adam, die erst vor zwei Jahren ihr 100jähriges Bestehen feiern konnte, vor dem Kriege 125 Mann beschäftigte und sich nach dem Kriege noch vergrößerte, sieht sich gezwungen, ihren Betrieb vorläufig auf einen Monat wegen Luftragsmangel still zu legen. Sollten sich die Verhältnisse bessern, sollen die Arbeiter nach und nach wieder eingestellt werden. Wissen Sie schon...? Wie hießen die sieben Hügel Roms? Palatinus, Capitolinus, Quirinalis, Caelius, Aventinus, Viminalis, Esquilimus. Wieviele bekannte Schlachten wurden bei Tannenberg geschlagen? Zwei. Die der Polen gegen die deutschen Ritter(1410) und die im Weltkrieg (1914). In welcher europäischen Stadt werden keine Pferde benutzt? In Venedig.— Welche italienische Stadt gab einer Waffe den Namen? Pistoja der Pistole. Nach welchem Manne heißen in der USA die meisten Städte? Nach Benjamin Franklin(33 Städte). In welcher Stadt liegt das Hauptbüro des Weltpostvereins? In Bern. Wieso ist„Automobil“ eine krüppelhafte Wortbildung? Weil sie aus dem Griechischen(uto) und aus dem Lateinischen(mobil) gemischt ist. Einheitlich gebildet müßte es Ipsomobil(lat.) oder Autochinethon(griech.) heißen. K 19 94 4 Nummer 144 Jahrgang 1a3. Dienstag, den 27. Mai s#umer 1#1 aus Bum Immer mit der Ruhe!“ Süßigkeiten sind noch begehrt Erweiterungen bei der Schotoladensabrik Brenner in Buer (*) Bei aller Schwere der Zeit, welche heute wohl in allen Städten Deutschlands ohne Unterschied Tausende und Zehntausende brotlos und elend macht, ist es gar nicht genug zu begrüßen, daß in Buer die Schokoladenfabrik Brenner immer noch das Glück hatte voll beschäftigt zu sein. Es wirft auf die beiden Inhaber wie auch auf die technische Leitung wohl das beste Licht, wenn sie es verstanden haben, in einer Zeit, in der die meisten Schokoladen= sebriken nur Kurzarbeit leisten, den Betrieb nicht nur auf seiner bisherigen Höhe zu erhalten, sondern denselben immer mehr zu vergrößern. Wie uns mitgeteilt wird, richtet die Firma jetzt noch ein türkisches Laboratorium ein, so daß auch darin eine größere Anzahl Leute ihre Existenz finden werden. Durch enges Hand in Hand arbeiten mit der technischen Leitung und nicht zuletzt mit einem langjährigen festen Belegschaftsstamm, besitzt die Firma Brenner trotz ihres erst sechsjährigen Bestehens bereits einen guten Ruf und liefert ihre Spezialartikel bis in die entferntesten Plätze Deutschlands. Was dieses für einen Ort wie Buer, welcher außen den beiden Betrieben Brenner und Sapora sonst so gut wie keine Kleinindustrie hal, bedeutet, das dürfte auf wirtschaftlichem Gebiete wohl nicht näher erörtert werden brauchen. Und wenn die Waren den Namen Brenner in alle Welt verbreiten, dann klingt auch der Name Buer dabei mit. Dazu kommt, daß sich die Fabrikleitung bei Benennung ihrer Artikel stark vom Heimatsgedanken leiten läßt, indem sie sich mit Erlaubnis der Besitzer die Namen„Schloß Horst",„Schloß Westerholt",„Schloß Lüttinghof“ etc. für ihre Markenartikel schützen ließ. Die Stadtverwaltung zu der Frage der Lieferung des Büromaterlals 7„Es war alles halb so schlimm“ Schädigungen des Ansehens der Stadt durch die aufgebauschten Meldungen leichtes, ganz aus Holz gebautes, bereite etwas abgenutztes Boot, das den Namen „Asta“ trägt, außen grün und innen rei gestrichen: und eine Länge von ungefähr fünf Metern hat. Urwelt im Urwald Kulturfilm=Vorführung in Buer (*) Die Bildstelle Buer des städtischen Jugendamtes hat den Kulturfilm welt im Urwald; zur Vorführung erworben und wird den in einer Sondervor stellung allen Kreisen der Bevölkerung des Stadtteils Buer zugänglich machen. Die Vorstellung findet am Sonntaa, den 1. Juni, um 11,15 Uhr im K.=V.= Theater in Buer statt. Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene 0,80 und 0,50 Mark und für Jugendliche 0,20 Mark. Der großangelegte Film führt den Beschauer in die Geheimnisse des Urwaldes, der sich zu beiden Seiten des Amazonenstromes in Brasilien ausdehnt. Er ist das Ergebnis einer Forschungsreise des Freiherrn von Dungern zum Amazonas und zeigt nicht nur die märchenhaft üppige Flora des Urwaldes, sondern auch die bunte und seltsame Tierwelt des Urwaldes, des Amazonenstromes und der Lüfte in glänzenden und eigenartigen Aufnahmen. Der Film wird auch in einer Reihe von Schülervorstellungen vorgeführt, von denen die erste heute um 2,15 Uhr im K=V.=Theater in Buer stattfindet. Der Eintrittspreis beträgt 0,15 Mark. (=) Das Städtische Presseamt teilt mit: Die Stadtverwaltung muß gegen die Art und Weise, mit der die Angelegenheit betreffend die Beschaffung von Büromaterial vielfach in der Oeffentlichkeit behandelt wird, schärfste Verwahrung einlegen, Sie wird sich weder hierdurch noch auch durch den Konkurrenzeifer der Interessenten, noch durch die Geschäftigkeit rivalisierender Parteipolitik davon abbringen lassen, in sachlicher und unparteiischer aber gleichwohl entschiedener Weise mit der gebotenen Beschleunigung für Aufklärung zu sorgen, obwohl ihr die unbegründeten Eingriffe in die schwebenden Verhandlungen die Arbeit außerordentlich erschwert haben. Die Verwaltung hat seit langem alles getan, was zur Neuregelung des Vergebungswesens und zur Aufklärung etwaiger Mißgriffe möglich war. Sie hat ihrerseits den Weg geöffnet, um das seit längerem anhängige Streitobjekt der Vergebung zu klären, indem sie bereitwilligst den Vertretern der Interessenten, sowohl Herrn Stadtverordneten Feldmann als auch den von ihm hinzugezogenen Vertretern der Papierhändler=Vereinigung Gelsenkirchen das gesamte Material zur Verfügung stellte und die Beamten anwies, den genannten Herren in alle Unterlagen vollen Einblick zu gewähren, um auf diese Weise die Auffassung einer zwar interessierten, aber sachkundigen Gruppe kennen zu lernen. Erst durch dieses weitgehende Entgegenkommen der Verwaltung die nichts zu verbergen hatte und die ihrerseits das lebhafteste Interesse an einer sachlich=einwandfreien Klärung hatte, wurde die Denkschrift vom 28. März überhaupt erst ermöglicht, die von der Zentrumsfraktion Gelsenkirchen durch Herrn Stadtverordneten Feldmann der Verwaltung übereicht worden ist. Auf Grund der in der Denkschrift erwähnten Unterlagen hat die Verwaltung alle sich daraus ergebenden erforderlichen und möglichen Schritte unternommen. Die in der Denkschrift beanstandeten Punkte wurden nachgeprüft. Da die Vergebung des Bürobedarfs zur Zeit getrennt durch die allgemeine Verwaltung und durch die Schulverwaltung erfolgt, befaßten sich diese beiden Abteilungen getrennt mit der Nachprufung. Der hierbei festgestellte Tatbestand stimmt nicht in allen Teilen mit dem in der Denkschrift niedergelegten überein. Soweit zweiselhafte Punkte bei der allgemeinen Verwaltung vorlagen, wurden dieselben in einer Besprechung vom 14. 4. erörtert. An dieser Besprechung nahmen teil von der Verwaltung Bürgermeister Sprenger, Stadtoberinspektor Steven und Stadtinspektor Ortmann und von den Interessenten Stadtverordneter Feldmann. Kaufmann Strickling. Kaufmann Blömeke sowie Kaufmann Ferdinand Neuhaus. Herr Neuhaus sagte zu, sich bis nach Ostern schriftlich zu den Beanstandungen zu äußern, worauf neu verhandelt werden sollte. Diese Aeußerungen haben der Verwaltung bisher noch nicht vorgelegen. Auf Grund der jetzt in der Oeffentlichkeit geführten Auseinandersetzungen hat Herr Neuhaus nunmehr die Abgabe seiner Erklärungen für Montag, den 26. Mai in Aussicht gestellt. Die Neuhaus'schen Erklärungen werden unverzüglich zum Gegenstand einer erneuten Prüfung unter Hinzuziehung von Sachverständigen gemacht werden. Die Beanstandungen bei den Vergebungen des Schulamtes werden in einer Sitzung am Montag, den 26., gemeinsam mit den sachverständigen Interessenten nachgeprüft werden. Im übrigen betont die Verwaltung mit allem Nachdruck, daß die einwandfreie und gewissenhafte Nachprüsung der Unterlagen eine erhebliche Zeit in Anspruch genommen hat und daß die Verwaltung infolge der Etatsberatungen alle verfügbaren Kräfte auf die Etatsarbeiten verwenden mußte, daß ferner Stadtdirektor Köhler bis vor kurzem schwer erkrankt war. Auf Grund dieses Sachverhaltes konnte erwartet werden, daß jeder objektiv Denkende anerkennen mußte, daß die Verwaltung mit dem erforderlichen Ernst aber auch mit der erforderlichen Beschleunigung gearbeitet hat, um zu einem wirklich einwandfreien, objektiven Ergebnis zu kommen. Vor Abschluß eines solchen Ergebnisses aber einen Geschäftsmann durch ein gerichtliches Verfahren zu diffamieren oder einen Beamten in ein ehrenrühriges Verfahren zu verwickeln, mußte die Verwaltung ablehnen. Wer positivere Anhaltspunkte vorzubringen in der Lage ist, als die bisher durch die Ermittelungen objektiv festgestellten, mag dieselben mitteilen, damit die eventuell Schuldigen zur Rechenschaft gezogen oder unbegründete Verdächtigungen abgewehrt werden können. Es schädigt die Stadt und die Behandlung der Sache dagegen aufs Schwerste, wenn, wie es geschehen ist, öffentlich von einem entstandenen Schaden von 60 000 Mark gesprochen wird, während die Denkschrift nur von einer Gesamtauftragserteilung von 60 000 Mark spricht, oder wenn unbewiesene Vermutungen und Verdächtigungen allgemeiner Art ausgestreut werden. Im übrigen hat auch nach dieser Richtung hin die Verwaltung gearbeitet, indem sie in einem Falle, in welchem gegen die bei der Vergebung beteiligten Beamten der Verdacht der Bestechung ausdrücklich ausgesprochen wurde, bereits Anfang Mai die Angelegenheit der Staatsunwaltschaft zur Untersuchung unterbreitet hat. Aber auch in der Richtung der Neuorganisation des Vergebungswesens haben maßgebliche Besprechungen zwischen der „Interessengemeinschaft der Papier= und Burobedarfshändler Gelsenkirchen=Buer" und der Verwaltung stattgefunden, die von dieser Vereinigung am 6. Mai„mit bestem Danke für das ihr gegenüber gezeigte Verständnis“ bestätigt worden sind. Schließlich kann noch mitgeteilt werden, daß sich eine Fraktionsführerkonferenz am Dienstag, den 27. Mai mit der Angelegenheit befassen wird. Die Stadtverwaltung spricht die Erwartung aus, daß die öffentlichen Erörterungen bis zum endgültigen Abschluß der im Gange befindlichen Verhandlungen unterbleiben oder doch zum mindesten in Formen geführt werden, die geeignet sind, das Ansehen der Stadt nicht zu schädigen. Polsums Parlament tagt Elne ereignislose Sitzung 1 Ein hnanpes Dutzend Vertagen#. Die zurügerogene Erhöhung der Volksbäderpreise (*) Die 3. Kmpagnie des Schützenvereins 1826 Buer veranstaltete am Sonntag, den 25. Mai bei Klopries ein Preisschießen für die Schützen, verbunden mit einer Familienfeier und Kinderbelustigung. Trotz der unfreundlichen Witterung war die Beteiligung an der Feier sehr gut. Während die Schützen am Schießstande um die ausgesetzten Preise kämpften, die Konkurrenz war stark, unterhielt Feldwebel Dreyer die Damen und Kinder auf der Wiese mit Spielen. (*) Alter schützt vor Torheit nicht. Am 25. Mai, in der Mittagsstunde, gerieten zwei Invaliden im Alter von 62 und 70 Jahren, in dem Versorgungsheim in einen Wortwechsel, der dann in eine Schlägerei ausartete. Sie bearbeiteten sich gegenseitig mit einer Eisenstange bzw. mit einem Messer, so daß einer der Invaliden dem Krankenhause zugeführt werden mußte. (*) Ein schwerer Verkehrsunfall ereig nete sich am 25. d. M., gegen 23.15 Uhr auf der Bochumer Straße in Buer in der Höhe der Wirtschaft Ridderskamp Als ein Personenkraftwagen die Bochumer Straße in Richtung Erle befuhr, stieß er an der vorgenannten Stelle auf einen dort stehenden unbeleuchteten Anhänger der Essener Straßenbahn. Hierdurch wurde das Auto stark beschädigt und eine Person im Gesicht verletzt, daß sie dem Krankenhause zugeführt werden mußte. (*) Geschäftsjubiläum in Buer=Hassel. Der Friseurmeister Wilhelm Ewald aus Buer=Hassel kann heute auf eine 25jahrige Tätigkeit in seinem Beruf zurückblicken. Beschlußgemäß geht neuerdings die Gemeindevertretung Polsum„auf Reisen". Bislang war es allerdings schon ähnlich, abwechselnd sanden nämlich die Sitzungen bei Heitfeld in Polsum und im Gemeindegasthaus Bertlich statt. In Zurunft soll ein größerer Kreis von Gastwirtschaften berücksichtigt werden, und so tagte man denn gestern erstmalig bei Wegener. Der Sitzung wohnte erstmalig auch Beigeordneter Mathaei von der Amtsverwaltung Marl bei. Die Sitzung selbst enthielt keinerlei Stoff, der Anlaß zu ausgedehnteren Debatten hätte geben können. Die einzige Vorlage, die dazu hätte vielleicht führen können.— Erhöhung der Volksbäderpreise— war von der Verwaltung vernünftigerweise zurückgezogen worden. Es bleibt also, und darüber wird man sich in dieser ohnehin schon schweren Zeit in allen Kreisen, vor allem der arbeitenden Bevölkerung, herzlich freuen, bei den alten Preisen. Wie die Sitzung im übrigen verlief, möge man aus dem folgenden Bericht ersehen: Der Sitzungsverlauf Schöne weiße Zähne.„Auch ich möchte nicht verfehlen. Ihnr—. ve grö fehlen, Ihnen meine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die„Chlorodont=Zahn= paste“ zu übermitteln. Ich gebrauche„Thlorodont“ schon seit Jahren und ich werde ob meiner schönen ndes nur ähne oft beneidet, die ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch Ihrer„ChlorodontZahnpaste erreicht hade.“ C. Reichelt, Schwerz Amt Niemberg, Saalkreis.— Chlorodont: Zahnpaste, Jahnbursten, Mundwasser Einheitspreis 1 M. bei höchster Qualität. In allen Chlocodont Verkaufsstellen zu haben. Die Sitzung wird um 16,30 Uhr durch Gemeindevorsteher Wegener eröffnet, der vor Eintritt in die Tagesordnung den neuen Beigeordneten des Amtes Marl, Herrn Mathaei, herzlichst begrüßt. Nach Verlesung und Annahme des Protokolls tritt die Versammlung in die Beratung der Tagungspunkte ein. G.=V. Hofmann(KPD) wendet sich gegen den Vorschlag der Verwaltung, in diesem Jahre keine Verteilung der Hauszinssteuermittel vorzunehmen, sondern die einkommenden Gelder zur Tilgung des seinerzeit zu hohen Zinsen ausgenommenen Wohnungsbaudarlehns zu verwenden. Er beantragt namens seiner Fraktion, die Tilgung des Darlehns aus dem Ausgleichs fonds vorzunehmen. Es gehe nicht an, daß man bei der derzeitig großen Wohnungsnot ein ganzes Jahr lang auf Hauszinssteuerbauten verzichte. G.=V. Waschke(Itr.) plädiert für eine Ueberprüfung der Verwaltungsbeitragskosten durch die kommende Rechnungskommission, tritt aber im übrigen für die Vorlage ein, da die Gemeinde unter der Zinsenlast erdrückt werde. G.=V. Müller(SKD) spricht, wie der kommunistische Redner, für eine Abstoßung des Darlehne durch die Mittel aus dem Ausgleichsfonds. Nachdem sich noch G.=V. Prinz (KPD) im Sinne seines Fraktionsfreundes Hoffmann geäußert hat, wird die Verwaltungsvorlage gegen die Stimmen der beiden Linksparteien angenommen. Nach Erledigung einiger Grundstücksund Darlehnsangelegenheiten im Sinne der Verwaltungsvorlagen wird eine Reihe von Abrechnungen mit Ueberschreitungen angenommen. Bei der Vergebung der Anfuhr von Heizmaterial für die Schulen entspinnt sich eine Debatte über die drei vorliegenden Angebote, von denen zwei von verschiedenen Gemeindevertretern als zu niedrig einkalkuliert angesehen werden. G.=V. Waschke(Ztr.) beantragt, für den Fall, daß das Angebot Mettaen. dem auch die Baukommission zugestimmt hat, auf die Dauer undurchführbar ist, dem Gemeindevorsteher die sinngemäße Weitervergebung der Anfuhren zu überlassen. Sowohl der Antrag der Baukommission wie auch der Antrag Waschke(Ztr.) wird angenommen. Die neugewählte Rechnungsprüfungskommission, in die auf Beschluß der Gemeindevertretung außer dem Gemeindevorsteher fünf Gemeindevertreter entsandt werden, hat außer dem Gemeindevorsteher folgende Mitglieder: Aloys Wegener (Itr.). Waschke(Itr.), Beyer(SP0), Hoffmann(KPD), Hampel(Evgl. Vag.). Im weiteren Verlauf der Sitzung teilt die Verwaltung mit, daß sie ihre Vorlage betr. Erhöhung der Volksbaderpreise in Polsum und Bertlich zurückgezogen habe. Zu der Vorlage„Umwandlung eines Darlehns in eine Hauszinssteuerhypothek“ beschließt die Gemeindevertretung auf Antrag Wegener(Ztr.), allen restlichen Baudarlehnsinhabern die Zusicherung zu geben, daß sie bei einer Unmöglichkeit der Umwandlung in eine Hauszinssteuerhypothek keine höheren Zinslasten zu tragen haben als diejenigen Bauenden, deren Darlehen in Hauszinssteuerhypotheken umgewandelt sind. Nach Zustimmung zur Einrichtung einer Fernsprechstelle in Transvaal(bei Saake) und Erledigung einiger kleinerer Vorlagen debattiert die Versammlung außerhalb der Tagesordnung über die abgelehnte Beihilfe für den Arbeiter=Turn= und Spielverein Bertlich. Zu Ende der Debatte beschließt die Gemeindevertretung. einige noch fehlende Turngerätschaften für die Gemeinde anzuschaffen. Edenfalls außerhalb der Tagesordnung Tragödie am Straßenbahngleis Eine Frau aus Brassert nahm sich das Leben Sich weinend vor die Straßenbahn geworfen mit ausgebreiteten Armen dem Tode enigegen In betrunke##em Zustand überfahren ) Der 24jährige Bergmann Josef S., der in der Düppelstraße wohnhaft ist, hatte am Sonntag bis kurz vor 1 Uhr mit zwei Freunden in einer Bottroper Wirtschaft verweilt. Anschließend wollten die drei in einer Wohnung des Bruders von S. weiterzechen. Auf dem Wege dorthin torkelte S. in der Horster Straße plötzlich von dem Bürgersteig aus den Fahrdamm. Mit ausgebreiteten Armen lief er auf ein herannahendes Auto zu, dessen Führer auf die zu kurze Entfernung unmöglich mehr den Wagen zum stehen bringen konnte. S. wurde von dem Auto überfahren, trug einen komplizierten Schädelbruch davon und wurde auf der Stelle getötet. Ein Bottroper Arzt, der in dem betr. Kraftwagen saß konnte nur noch den Tod des S. feststellen. Die Kriminal= und Schutzpolizei war sofort zur Stelle und nahm den Tatbestand auf. Nach den polizeilichen Ermittelungen kann es keinem Zweifel unterliegen, daß den Getöteten selbst die Schuld trifft. S. ist ledig. Freies Wort Das Rätselraten um den Stadthaushalt habe. Die Gemeindevertretung stimmt der Aenderung zu. Nach Erörterung einiger weiterer kleiner Anfragen wird dann die öffentliche Sitzung um 18,30 Uhr geschlossen. Eine in der Koloniestraße in Bras sert wohnende Frau wurde am Montagmorgen gegen 9.40 Uhr von dem Straßenbahnwagen Nr. 143 der Linie 6, der in Richtung Dorsten fuhr, bei Kilometerstein 12,0 in der Nähe der Wirtschaft Breuing überfahren und auf der Stelle getötet. In der Nähe befindliche Schutzpolizeibeamte waren sofort zur Stelle und hielten die Zeugin des Unfalles. eine Radfahrerin aus Brassert, bis zum Eintreffen der Kriminalpolizei fest. Letztere kam mit einem Kraftwagen angefahren und stellte sofort die erforderlichen Ermittelungen an. Diese ergaben, daß zweifellos Selbstmord vorliegt. Die Frau war von der Zeugin des Unfalles gesehen worden, wie sie in der Nähe des Straßenbahngleises weinend auf und ab ging. Als der Straßenbahnwagen Nr. 143 in voller Fahrt nahte, warf sich die Frau, die von dem Straßenbahnführer erst im letzten Augenblick bemerkt wurde. plötzlich vor den Wagen. Vergeblich versuchte der Führer, den Wagen zum Halten zu bringen. Die Frau wurde in völlig zersetztem Zustande unter dem Wagen herausgeholt. Bezüglich des Motives der Tat und Ermittelungen in die Wege geleitet. Herr Brüntink fühlt sich berufen, in Nr. 132 dieser Zeitung vom Donnerstag, den 15. Mai d. Is. für den Herrn Oberbürgermeister in die Bresche zu springen und eine Lanze zu brechen. Herr B. versteht unter Verantwort: den Etat so, wie er von der Stadtverwaltung präsentiert worden ist, unter allen Umständen anzunehmen, weil sonst die Selbstverwaltung geführdet würde. Gehört denn nicht ebenso viel Verantwortungsgefühl dazu bei Erkenntnis der Wirtschaft, die in den letzten Jahren in vielen Dingen getrieben worden ist, um Herrn Reifenraths Worte anzuführen: Nicht mehr mitzumachen und alles abzulehnen?! Ist denn das der Weisheit letzter Schluß, alles zu schlucken, was einem vorgesetzt wird? Worin besteht nun die Verantwortung des Herrn B.? Er tritt dafür ein, daß Lohnsummensteuer, Gewerbesteuer und dergleichen Steuern erhöht werden, weil er der großen Masse vormachen zu können glaubt, daß damit die Kapitalisten getrosfen werden. Hat denn Herr B. immer noch nicht begriffen, wen alle diese Steuern letzten Endes treffen? Reden denn die Arbeiterentlassungen in unserer heimischen Industrie keine zu deutliche Sprache? Herr Weiser vom Buerschen sagte mit großer Berechtigung: Wenn wir schon zum Aufhängen verurteilt werden, so wollen wir das nicht selbst tun, sondern es lieber anderen überlassen! Zur Stellungnahme von Dr. Hoffmann (D. Vp.), der nicht für die Erhöhung der Lohnsummensteuer eintrat, sagte Herr B.: Wenn belastet werden soll, dann müssen alle Bevölkerungsteile und die stärksten Schultern am meisten belastet werden. Danach soll man also ruhig von jetzt 2900 auf 4000 Prozent Lohnsummensteuer oder noch darüber gehen. Was geschieht aber dann? Wie bei jeder Lohnerhöhung wird es auch hier sein: die Industrie baut denselben Prozentsatz, den sie mehr bezahlen muß, an Arbeitern ab, damit die Lohnsumme nicht erhöht zu werden braucht. Das nennt dann Herr B. die starken Schultern. Herr B. bemüht sich, eine Verständigung zwischen regierungsfähigen Parteien zu bilden. Er liebäugelt dabei mit dem Zentrum und der Deutschen Volkspartei. Baddelunglück in vorsten? Musteriöser Fund in der Lippe wird beschlossen, dem Gemeindevorsteher die Vergebung der notwendig gewordenen Anstreicherarbeiten für die Gemeindehäuser zu überlassen. Amtsbaurat Birkenfeld macht Mitteilung, daß der Ruhrsiedlungsverband den vorgeschlagenen Plan auf Abrundung der Kreuzung der Kreisstraßen Polsum—Herveit und M=l—Dorsten ein wenig geändert * Am Sonntag in später Abendstunde — etwa um 22,15 Uhr— sah ein Arbeiter auf der Lippe in der Nähe der Brucken ein herrenloses Padi lboot treiben. Da der Besitzer des Bootes bieher nicht ermittelt werden konnte und auch noch keinerlei Anhaltspunkte über die Herkunft des Booter vorliegen, ist man geneigt, ein Unglück anzunehmen, dem vielleicht der Besitzer des Bootes zum Opfer gefallen ist. Es handelt sich bei dem mosteriösen Fund um ein Ist es denn Herrn B. bei den letzthin vorgenommenen Streichungen verschiedenet Ausgabeposten im Haushaltsplan gar nicht zum Bewußtsein gekommen, daß auch jetzt wieder mit dem Hohen Hause Schindluder getrieben wird? Ist ihm die Erleuchtung, was er unter Selbstverwaltung zu verstehen hat, immer noch nicht gekommen? Er müßte doch merken, welche Tendenz jetzt nach Ablehnung des Etats von der Verwaltung verfolgt wird. Glaubt denn außer dem Hohen Hause ernstlich wirklich jemand daran, daß sich solche Maßnahmen verwirklichen lassen, wie: Einstellung der Straßensprengung. Einschränkung bei der Straßenreinigung, Einstellung sämtlicher Hoch= und Tiefbauten usw.? Es ist bezeichnend für den Geist und die Auffassung des Hohen Hauses, das sich so etwas miderspruchslos bieten läßt. Hiervon sagt Herr B. nichts in seinem Rätselraten. Schlimmer als es jetzt ist, kann es auch beim Zwangsetat nicht werden, auc unter dei Befürchtung. die herr B. hat, daß der Staat die Steuersätze festsetzen und erhöhen kann. Einen anderen Rat kann ja Herr B. auch nicht geben. Dr. Meyer, Stadtverordneter. Verantwortlich für Politik. Provinz und Vermischtes. Willi Witt: für Lokales. Sport und Feuilleton: Baul Klose: für Theater Konzerte und bildende Kunst: Gerhard KiII. für den Anzeigenteil: Rudols Heing: sämtlich in Gelserkirchen= Buer. Berliner Schriftleitung: Karl Fisches, Berlin, Wildolmstra#### ligationsbank in zu BnRTMAMMON gratung angenommen. Präsident Loebe daß die Krediter u mit einfacher Met #orden sei. die Anträge zur ##den dem Steueraus Gegen 19 Uhr ver uf Dienstag 3 Uhr. hung stehen der Haush binsteriums. Erenzve durch polnisa Ein Toter bei ein — Marienwer Der Regierungspräsid 24. Mai, 21 Uhr, erst lesung durch polnisch bosen. Zwei polnisch ind sestgenommen. geleisteten Widerstand steiungsversuch seiten #eamten wurde ein d nicher Beamter durch pundet. Zu dem deutsch=p schenfall erfahren wi Reichsseite, es sei fes les sich auf deutscher S olbeamte handelt, so Grenzpolizeibeamte. preußischer Seite wirk geteilt: Am 24, Mai, wwei polnische Grenzz bejugter Weise die hatten und in das amt in Neuhöfen, eingedrungen waren den. Sie widersetzte tung und schossen a amten, wobei sie ein ten. Die deutschen auch von der Schuß verwundeten einen schwer. Andere vol den beiden Verhafte ternahmen einen B ercfneten auf das starkes Feuer, mußt richteter Dinge abzi gen des deutschen 2 getroffen wurde, si eine festgenommene einen Bauchschuße um 11,45 Uhr fei wurde, ist er diese in Marienwerder, u hatte, erlegen. Die zelnen noch von Re tatsächlichen Feststel von Preußen durch Reich keine Amtsst schenfalles hat. D von der vorgesetzt polizei, dem Regier tienwerder, geführt Wie wir weiter sicht, wie in der hauptet wird, um dern um einfache Grenzkorps angehö tärisch organisiert Waffen. Im Ge deutschen Grenzbe und daher weder 1 ret. Sie tragen! verteidigung einen en Grund der E lichts in Erfahrus Der Reichsmin Dr. Curtius, ließ Abschluß der Ber ausschusses über! ten Amtes über Grenzzwischenfall Das Auswärti der Verbindung gierung steht, u alles verlangen, tatsächlichen und tung klar zu stell deln. Eine volni zu dem Warschau, 27 Die die Blätter Regierung beabs kegierung eine der die Befreiun Bestrafung der nung gefordert seits sei man, wi den. einverstande deutsch=polnische stelle der Verl. stellt werde. Jahrgang tu31 Dienstag, den 27 Mai 1913 bautes, bereite das den Namen und innen roi inge von Armen jegen ad überfahren mann Josef S., ohnhaft ist, hatte 1 Uhr mit zwei roper Wirtschaft vollten die drei Bruders von S. sege dorthin torraße plötzlich von fahrdamm. Mit f e r a u f e i n essen Führer auf unmöglich mehr ingen konnte. S. berfahren, trug delbruch davon le getötet. Ein sem betr. Kraftoch den Tod des nal= und Schutzstelle und nahm den polizeilichen keinem Zweifel öteten selbst die ort Stadthaushalt sich berufen, in vom Donnerstag. den Herrn Obersche zu springen n. ter Verantwort: n d e r S t a d t v e r n ist, unter allen weil sonst die et würde. Geviel VerantworErkenntnis der etzten Jahren in worden ist, um rie anzuführen: und alles abzuer Weisheit letz icken, was einem Verantwortung dafür ein, daß besteuer und derwerden, weil er ichen zu können ipitalisten getrosHerr B. immer llle diese Steuern Reden denn die inserer heimischen che Sprache? lerschen Zentrum gung: Wenn wir erurteilt werden, elbst tun, sondern ssen! on Dr. Hoffmann die Erhöhung der , sagte Herr B.: oll, dann müssen ind die stärksten astet werden. Dag von jetzt 2900 immensteuer oder as geschieht aber hhnerhöhung wird dustrie baut denie mehr bezahlen damit die Lohnwerden braucht. die starken Schuleine Verständifähigen Parteien t dabei mit dem chen Volkspartei. bei den letzthin igen verschiedenet altsplan gar nicht en, daß auch jetzt dause Schindluder die Erleuchtung, waltung zu vernicht gekommen? welche Tendenz s Etats von der d. Glaubt denn ernstlich wirklich olche Maßnahmen Einstellung der sränkung bei der ellung sämtlicher sw.? Es ist bend die Auffassung sich so etwas miI. Hiervon sagt Rätselraten. tzt ist, kann es icht werden, auch die Herr B. hat, sätze festsetzen und nderen Nat kann eben. Stadtverordneter. tik. Provinz und tt: für Lokales. Paul Klose: d bildende Kunst: den Anzeigenteil: tlich in GelsenSchriftleitung: Wilbelmstrab# igationsbank in zweiter und dritter bratung angenommen. Präsident=Loebe stellt ausdrücklich daß die Krediterleichterungsvorlage mit einfacher Mehrheit angenommen #orden sei. die Anträge zur Sonderumsatzsteuer perden dem Steuerausschuß überwiesen. Gegen 19 Uhr vertagt sich das Haus Aauf Dienstag 3 Uhr. Auf der Tagesord#ung stehen der Haushalt des WirtschaftsInnnisteriums. Srenzverletzung durch polnische Beamte Ein Toter bei einem Schußgesecht — Marienwerder 27. Mai.(Dr.) der negierungspräsident teilt mit: Am 24. Mai, 21 Uhr, erfolgte eine Grenzverletzung durch polnische Beamte bei Neuhösen. Zwei polnische Grenzwachtbeamte ind festgenommen. Bei dem von ihnen geleisteten Widerstand und einem Befreiungsversuch seitens anderer polnischer seamten wurde ein deutscher und ein volnicher Beamter durch Pistolenschüsse verwunder. Zu dem deutsch=polnischen Grenzzwischenfall erfahren wir von unterrichteter Reichsseite, es sei festgestellt worden, daß es sich auf deutscher Seite nicht um Reichszollbeamte handelt, sondern um preußische Grenzpolizeibeamte. Von maßgebender preußischer Seite wird ergänzend noch mitgeteilt: Am 24, Mai, abends 21 Uhr, sind zwei polnische Grenzpolizeibeamte, die unbejugter Weise die Grenze überschritten hatten und in das deutsche Grenzpolizeiamt in Neuhöfen, Kreis Marienwerder, eingedrungen waren, festgenommen worden. Sie widersetzten sich ihrer Verhaftung und schossen auf die deutschen Beamten, wobei sie einen von diesen verletzten. Die deutschen Beamten machten nun auch von der Schußwaffe Gebrauch und verwundeten einen der beiden Polen schwer. Andere polnische Beamte kamen den beiden Verhafteten zu Hilfe und unternahmen einen Befreiungsversuch. Sie eröffneten auf das Grenzpolizeiamt ein starkes Feuer, mußten aber dann unverrichteter Dinge abziehen. Die Verletzungen des deutschen Beamten, der viermal getroffen wurde, sind ungefährlich. Der eine festgenommene polnische Beamte hat einen Bauchschuß erhalten. Wie gestern um 11,45 Uhr fernmündlich mitgeteilt wurde, ist er dieser schweren Verletzung in Marienwerder, wohin man ihn gebracht hatte, erlegen. Die Sache wird im einzelnen noch von Reichswegen geprüft. Die tatsächlichen Feststellungen müssen aber von Preußen durchgeführt werden, da das Reich keine Amtsstelle am Ort des Zwichenfalles hat. Die Untersuchung wird von der vorgesetzten Stelle der Grenzpolizei, dem Regierungspräsidenten in Matienwerder, geführt. Wie wir weiter hören, handelt es sich sicht, wie in der polnischen Presse behauptet wird, um polnische Offiziere, sondern um einfache Grenzsoldaten, die dem Grenzkorps angehören. Sie sind militärisch organisiert und tragen militärische Waffen. Im Gegensatz hierzu sind die deutschen Grenzbeamten Kriminalpolizei und daher weder uniformiert, noch bewaffret. Sie tragen lediglich zu ihrer Selbstverteidigung einen Dienstrevolver. Ueber len Grund der Grenzverletzung ist noch lichts in Erfahrung gebracht worden. Der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Curtius, ließ sich heute mittag nach Abschluß der Beratungen des Haushaltsausschusses über den Etat des Auswärtiken Amtes über den deutsch=polnischen drenzzwischenfall Bericht erstatten. Das Auswärtige Amt, das in dauernder Verbindung mit der preußischen Regierung steht, wird zusammen mit ihr alles verlangen, um den Fall nach seiner katsächlichen und völkerrechtlichen Bedeutung klar zu stellen und weiter zu behandeln. Eine volnische Protestnote? zu dem Grenzzwischenfall? (Warschau, 27. Mai.(Eig. Draht b.) Wie die Blätter melden, soll die polnische Aegierung beabsichtigen, an die Reichskegierung eine Protestnote zu richten, in der die Befreiung der Festgenommenen, Bestrafung der Schuldigen und Genuglung gefordert werden soll. Polnischereits sei man, wie die Blätter weiter meleen, einverstanden, daß durch die gemischte deutsch=polnische Kommission an Ort und stelle der Verlauf der Ereignisse festgestellt werde. Westfalens Krankenkassen Verbandstag In Bocholt# Aus dem Geschättsbericht kenkassen und Sozialprobleine auch in der Foige der Kampf für die guten Rechte der Bergarbeiterschaft trotz Widerstandes der Arbeitgeber nicht eingestellt werden wird, damit es einmal heißt: Dem Bergmann ist sein Recht widerfahren, das Vorstandswahl und Vorträge über Kran- größte Recht, das Recht auf Erhaltung seines Lebens! ### Der Verband der westfälischen Krankenkassen e. V., Sitz Gelsenkirchen, veranstaltete am Sonntag und Montag im Schützenhause in Bocholt unter starker Teilnahme von Vertretern aus ganz Westfalen seinen diesjährigen Verbandstag, die 16. ordentliche Mitgliederversammlung. Der Verbandsvorsitzende, Kaufmann Karl Koch (Bochum) konnte in seiner Eröffnungsansprache eine stattliche Zahl von Ehrengästen begrüßen. Den Geschäftsbericht erstattete der Verbandsgeschäftsführer Verwaltungsdirektor Reifenrath(Gelsenkirchen). Diesem entnehmen wir folgendes: Nach schwierigen Verhandlungen ist mit dem Gau Westfalen=Lippe des Deutschen Apotheker= vereins der Abschluß eines Vertrags zustande gekommen, der am 1. Juii 1929 in Kraft trat, aber nur für die Verbandskassen im Münsterlande Bedeutung hat. Mit den Krankenhäusern mußte im Berichtsjahre wiederholt, und zwar in der Hauptsache über die Höhe der Pflegesätze, verhandelt werden. Im Verein mit den übrigen vier westfälischen Krankenkassenverbänden sind im Winter 1929=30 wieder Unterrichtskurse für die Krankenkassenangestellten eingerichtet worden. Diese fanden statt in Bestwig, Bielefeld, Bochum, Dortmund. Gelsenkirchen, Hagen, Iserlohn, Münster und Siegen. Dem Verbande gehörten zu Anfang des Jahres 1929 154 Kassen mit 574710 Mitgliedern an. zurzeit sind es 155 Kassen mit 582 400 Mitgliedern. Die Jahresrechnung ergab folgendes Bild: Gesamteinnahmen im Jahre 1929 35 419 RM, Gesamtausgaben 35 930 RM, zurzeit beträgt der Gesamtbestand der Kasse 63 700 RM. Zum Tagungsort der nächstjährigen Mitgliederversammlung wurde mit großer Stimmenmehrheit Soest gewählt. Eine weitere Einladung war noch von Münster ergangen. Den ersten Vortrag über„Wie muß in einer Novelle zur Reichsversicherungsordnung Krankenhilfe und Gesundheitsfürsorge verknüpft werden?" hielt Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Schloßmann, Direktor der akademischen Kinderklinik in Düsseldorf, Mitglied des Reichsgesundheitsrats und des preußischen Landesge sundheitsrats. Der Redner erörterte die Frage, wie die Maßnahmen der Gesunoheitsfürsorge durchzuführen sind. Er forderte die unbedingt hauptamtliche Anstellung der Aerzte, die sich in den Dienst dieser Spezialaufgabe stellen wollen. Schmilzt man die Gesundheitsfürsorge der normalen Selbstversorgungskörper mit der Krankenhilfe der Krankenkassen zusammen, so wird man zweifellos den besten und kürzesten Weg gehen, der zu erwünschten führt. Der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge gehört die Zukunft. Darauf wurde eine Reihe von Satzungsänderungen vorgenommen. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder: Knospe(Münster). Lippe(Hohenlim= burg). Reisenrath(Gelsenkirchen), Schoneweg(Gütersloh) und Steinmann(Lippstadt). Der Antrag des Siegerlandes, die Zahl der Vorstandsmitglieder von elf auf vierzehn zu erhöhen, wurde abgelehnt. In den Nachmittagsstunden wurden die Sehenswürdigkeiten der Stadt Bocholt und des benachbarten Holland besichtigt. Abends fand im Schützenhause ein Begrüßungsabend statt, der ein äußerst abwechslungsreiches Programm bot. Am Montagmorgen wurden die Verhandlungen unter Leitung des Verbandsvorsitzenden Koch(Bochum) fortgesetzt. Reichstagsabgeordneter Becker(Arnsberg) hielt einen Vortrag über„Die Forderungen der heutigen Zeit an die Krankenversicherung". Redner kam auch auf das Arbeitslosenproblem zu sprechen. In Regierungskreisen habe man sich mit dem Gedanken getragen, den bereits auf 4 Prozent erhöhten Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 4½ Prozent zu erhöhen, womit aber diese Versicherung noch nicht saniert sei. Der nächste Reichstag werde daher nicht nur eine sehr erhebliche Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung beschließen müssen, sondern er werde noch ganz andere Steuern machen müssen. Im übrigen werde, da der Etat der Sozialversicherung bald 6 Milliarden erreichen werde, in etwa zwei Jahren auch die Invalidenversicherung sich in einem Chaos befinden und auch dann werde die Frage akut werden: Wie beschafft man Geld für die Sanierung der Invalidenverversicherung? Die Sozialversicherung sei auf Gedeih und Verderb mit der Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft verbunden. Daher hätten wir die Verpflichtung, selbst zu prüfen, wie gespart werden kann. Hierzu gab der Redner folgende Ratschläge: Die Kassen müßten das Bauen in dieser Notzeit einstellen und damit auf die Massenpsyche Rücksicht nehmen. Alle Reisen müßten auf das Allernotwendigste beschränkt werden. In den Krankenkassen müßte jeder einzelne Krankheitsfall individuell erfaßt werden. Wichtig sei die Aufstellung eines ordentlichen Haushaltsplanes, die Nachprüfung der Apotheker= und Arztrechnungen und die Einrichtung eines Aerzteausschusses zwecks Herbeiführung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Kasse. Schließlich betonte der Redner noch die Wichtigkeit einer stärkeren Betreuung der schwachen und leidenden Mütter. Den letzten Vortrag über„Tagesfragen der Krankenversicherung" hielt Oberregierungsrat Sauerborn vom Reichsarbeitsministerium in Berlin. Redner schilderte den Werdegang der Krankenversicherung und die Entwicklung des General= angriffs auf die Sozialversicherung, der aber gescheitert sei, dank der Treue der Versicherten. Der Redner schloß sich den Ausführungen seines Vorredners an und betonte, daß es sehr notwendig sei, daß die Kassen die verschiedensten Probleme einer gründlichen Prüfung unterziehen würden. Den sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen folgte eine rege Aussprache. U. a. wurde noch dem Abschluß einer Unfall versicherung für die ehrenamtliche Tätigkeit der Vorstandsmitglieder des Verbandes zu gestimmt. Nach einem herzlichen Schlußwort des Verbandsvorsitzenden wurde die Tagung geschlossen. Ein Bergmann antwortet... Wieder in Pernambuco „Graf Zeppelins“ Kückfing Glatte Landung und Verankerung □ Pernambuco, 27. Mai.(Drahtb.) Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist auf der Rückfahrt von Rio de Janeiro gestern früh um 8,25 Uhr Ortszeit hier wieder eingetroffen und um 8,25 Uhr glatt gelandet. Um 9,10 Uhr war das Luftschiff wieder am Mast verankert. Weiter wird aus Pernambuco gemeldet: Nach seinem 2500=Meilenflug nach Rio de Janeiro und zurück erschien der „Graf Zeppelin" um 8,25 Uhr örtlicher Zeit über Pernambuco. Zwei Flugzeuge der Aero=Postal=Co. umkreisten das Luftschiff, während es dem Landungsfelde zusteuerte; 20 Minuten später wurden die Ankertaue abgeworfen. Die Landung verlief glatt. Die um 8,53 Uhr begonnene Verankerung beanspruchte nur 17 Minuten. Eine begeisterte Riesenmenge umsäumte das Flugfeld. Der Rückflug von Rio de Janeiro erfolgte bei besserem Wetter als der Hinflug. Mit den Vorbereitungen für den heutigen Weiterflug nach Havanna wurde sofort begonnen. Wie die„Newyork Times“ aus Pernambuco meldet, hat die dortige Stadtverwaltung den Montag aus Anlaß der Ankunft des Luftschiffes„Graf Zeppelin“ amtlich zum Munizipal=Feiertag erklärt. Die Schulen sowie die Geschäfte bleiben geschlossen. Das Offenhalten von Geschäften soll mit 100 Milreis(50 Mark) Geldstrafe belegt werden. heute morgen Weiterstug Nach Havauna und Lakehurst (D Newyork, 27. Mai.(Drahtber.) Wie Assoziated Preß aus Pernambuco berichtet, wird der„Graf Zeppelin“ heute zum Weiterflug nach Havanna starten. Die genaue Stunde des Abfluges wurde noch nicht bekanntgegeben. Das Luftschiff wird in Havanna nur kurzen Aufenthalt zum Zwecke der Proviantaufnahme nehmen. Von Havanna aus wird der„Graf Zeppelin" über die Bahamas nach Lakehurst fliegen. Eckener gedenkt, am 9. Juni wieder in Deutschland zu sein. Die umstrittenen Unfalverhütungsvorschritten im Berpbau pen## Die Bergleute wollen sich belehren lassen Was Zahlen erzählen und verschwelEin alter Bergmann schreibt uns: In Nummer 139 Ihrer werten Zeitung befaßt sich ein Herr aus Arbeitgeberkreisen mit den Unfallverhütungsvorschriften im Bergbau, oder besser gesagt, er läßt andere Leute für sich sprechen. Der Artikel über die Gewährung von 60000 Mark seitens des Preußischen Landtags zur Belehrung von Betriebsräten und Grubenkontrolleuren und über die bessere Verwendung dieser Gelder, sowie über Vorschläge zur Unfallverhütung eines praktischen Bergmanns hat es ihm angetan. Wenn der betreffende Herr aus Arbeitgeberkreisen neue Vorschläge zur Verhütung von Unfällen gemacht hätte, so könnte man mit dem Bewußtsein zur Tagesordnung übergehen, daß man auch im Arbeitgeberlager bemüht ist, das Leben des Bergmanns zu schützen und die Oeffentlichkeit, hauptsächlich der Bergmann hätte diese Vorschläge diskutieren können. So aber beschränkt sich der Artikelschreiber auf einige wenige Bemerkungen— die man auch, ich will es aber nicht tun. weil meine gute Kinderstube es nicht erlaubt, mit einem anderen Ausdruck belegen kann—, die nicht unwidersprochen bleiben können. Der Einsender sagt, daß bedauerlicherweise stellenweise— sehr vorsichtig ausgedrückt— wenig Verständnis für die Bestrebungen zur Verhütung von Unfällen vorhanden wäre, also, mit anderen Worten, wenn jemand eine andere Ansicht hat, so hat er wenig Verständnis. Weiter sagt der Einsender, daß die Behauptung, die Unfälle seien doch nicht zurückgegangen, unrichtig sei und läßt hier Herrn Oberbergeat Schlottmann vom Oberbergamt Dortmund für sich. reden. Der Herr Oberbergrat— den ich übrigens wegen seiner Bemühungen auf dem Gebiete der Unfallverhütung sehr hoch schätze— hat schon recht, zieht er doch nur die tödlich verlaufenen Unfälle heran. Aber weiß der Artikelschreiber denn nicht, daß es auch im Bergbau so und so viele verletzte Personen gibt und daß nicht nur an Ruhr, Emscher und Lippe Bergbau betrieben wird! Gerade so, wie er es macht, daß er das Ruhrgebiet und die tödlich verlaufenen Unfälle heran zieht, genau so kann man ja auch eine einzelne Zeche, auf der kein tödlicher Unfall vorgekommen ist, heraus nehmen. Nun, so liegen die Dinge doch wohl nicht! An der Unfallstatistik ist der ganze preußische Bergbau beteiligt; darum auch die Verteilung der 60000 Mark auf den ganzen Bergbau. Und hier einige Zahlen über die Unfallhöhe der letzten Jahre Unfälle Für das Jahr 1929 liegen die amtlichen Ziffern noch nicht vor; jedoch ist die Zahl der tödlichen Unfälle, die 1928 in runder Zahl 1129 betragen, auf 1178 angestiegen. Erschreckende Zahlen; auf 1000 Bergarbeiter 218 Verletzte; jeder fünfte Mann im Bergbau verletzt. Nach dem Kriege war es jeder dreizehnte. Also, Herr Artikelschreiber aus dem Arbeitgeberlager, es heißt doch immer so schön auf Ihrer Seite: Zahlen beweisen! Sehr interessant ist es serner, daß Herr Oberbergrat Schlottmann— und nicht der Einsender— die Feststellung im Ruhrbezirk gemacht hat, daß pro Tonne Kohlen die tödlichen Unfälle zurückgegangen sind. In einem Artikel vom Jahre 1925 an dieser Stelle von mir über die Zunahme der Unfälle bei erhöhter Förderung und daß auch bei erhöhter Förderung die Unfallziffern nicht steigen durften, antwortete der Bergbauliche Verein, daß erhöhte Förderziffern erhöhte Unfallzahlen bedingten. So dachte man damals über Unfallverhütung im Arbeitgeberlager! Und heute? Mit keinem Wort erwähnt der Einsender die Mitwirkung der Gewerkschaften und Betriebsräte, nur spricht er von bedauerlicher Ueberheblichkeit, die es ablehnt, sich überhaupt noch belehren zu lassen. Nein, so ist es nun doch nicht! Belehren lassen muß sich der Bergmann und wenn er 50 Jahre lang in die Grube gefahren ist und belehren lassen hätte auch ich mich und auf den Artikel nicht geantwortet, wenn der Einsender meine Ausführungen in sachlicher Weise kritisiert hätte. So aber muß er sich belehren lassen— beileibe nicht in bedauerlicher Ueberheblichkeit—. Zeitungsartikel nicht in bedauerlicher Ueberheblichkeit zu schreiben um die Oeffentlichkeit irre zu führen. Was aber die Belehrung über die bergpolizeilichen Vorschriften für Betriebsräte und Grubenkontrolleure, für welche ja die Summe von 60000 Mark ausgeworfen ist, angeht, so habe ich durch Befragung in den interessierten Kreisen feststellen können, daß man voll und ganz meiner Meinung ist. Weiterhin kann ich noch feststellen, daß Knallerbsen Auf dem Gutshof.„Ist denn der Mann da normal? Während der ganzen Zeit, da er das Schaf schert, spricht er ununterbrochen vor sich hin!“— ur war früher Friseur!“ * „Was würdest du machen, wenn du das Gehalt eines Finanzministers hättest?— „Das weiß ich nicht, und das interessiert mich auch nicht, aber ich din neugierig, was er machen wurde. wenn er mein Gehalt hätte?.. „Das wichtigste beim Geschäft ist die Reklame. Denken Sie zum Beispiel an die Ente. Wenn sie ein Ei gelegt hat, bleibt sie ganz still. Das Huhn dugegen gackert es laut in alle Welt hinaus. Was ist der Erfolg? Die Nachfrage nach Hühnereiern ist bedeutend größer alt die nach Enteneiern!“ * „Also, mein Mann ist ohne mich vollkommen hilflos.“—„Genau wie meiner! Ob er nun einen Knopf annäht oder Strümpfe stopft, jedesmal muß ich ihm erst einfädeln helfen.“ * „Ich habe mal einen außerordentlich klugen Hund gehabt. Der konnte ganz genau zwischen einem Vagabunden und einem anständigen Menschen unterscheiden.“— „Und, was ist aus ihm geworden?“— habe ihn weggeben müssen. Er hat mich gebissen.“ * Dame:„Ich habe Ihnen zehn Leintücher zum Waschen gegeben, und Sie bringen nur neun.“ Wäscherin:„Mein Gott, gnädige Frau, Sie wissen doch, wie Leinwand in der Wäsche eingeht.“ * „Und wo hat Sie das Auto, das Sie angefahren hat, getroffen, Fräulein?"— „Herr Kommissar, wenn ich— hm— ein Nummerschild getragen hätte, wäre es schwer beschädigt worden.“ Im ersten Jahrzehnt nur NIVEA KINDERSEIFE — Sie in noch ärztliches Vorschrift besonders für die empfindliche Haur des Kindes hergestellt. 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(Seuumuctae) Bekanntmachung der Stadtverwaltung Die Lieferung des Schulbedarfs der Volks= und Mittelschulen der Stadt Gelsenkirchen=Buer für das Rechnungsjahr 1930 soll vergeben werden. Vergebungsbedingungen und Vordrucke für das Angebot sind gegen Zahlung von 1 Mark Verwaltungsgebühr bei der städtischen Schulverwaltung, Buer, Rathaus, und bei der Verwaltungsstelle Gelsenkirchen. Hans=Sachs=Haus. Zimmer 309. in Empfang zu nehmen. Gelsenkirchen=Buer, den 23. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. verdienen nachw. meine Relsenden f. Stadt u. Land Einstellung kann sofort erfolgen. Willibald Pottere Bestecke= und Schilder= Fabrik Barmen Gegr. 1894. Hausmädchen nicht unter 18 Jahren, für sofort gesucht. Albert Hesse Recklinghausen. Oeffentlicher Vortragsabend Mittwoch, den 28. Mai 1930, abends 8 Uhr, im Hotel „Jur Dost“ Herten, Kaiserstr. I. Vortrag des Herrn Redakteurs Heinrich Stader aus Krefeld: „Was bedeutet die Aufhebung der Kurierfreiheit für das deutsche Volk? Warum kämpfen wir gegen den Impfzwang?“ 2. Vortrag des Herrn Heinrich Wilmsen aus Krefeld: „Arterienverkalkung, deren Ent stehung, Verhütung, Behandlung und Heilung. Wie schützen wir uns vor Schlaganfällen? Eintritt frei! (Selengeluche.) Suche für meine Tochter 18 Jahrealt, Stellung als Verkäuferin Selbige hal Erfahrung im Haushalt u. Geschäft. Angebote an Frau J Bausch, Gelsenkirchen, Königstraße 9 Büfettfräulein ang. Aeußere, 20 Jahre, 10 Zeugn. u. langs. Erfahrung, sucht p. 1. Juni Stelle am Büfett. Lotte Lothar. Herten, Ewaldstraße 104— 4. (Mietongehete.) Altwodnung Abgeschl. 3=Zimmerwohnung mit Dalkon, Keller, Stall u. 20 Ruten Gartenland geg. Uebernahme einz. Möbel und Amzugkosten zu vermiet. Rote Karte Bedingung. Näheres B.=Beckhausen, Sutumerfeldstraße 23 I, I. f. zu verged. Daselbst 1 Handwagen zu verk Näheres in der Geschäftsstelle Buer, de la Chevalleriestraße 27. Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz Zweigverein Herten Bekanntmachung Am Dienstag, den 17. 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Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft 12.50 Erster Wetterbericht 12,55 Nauener Zeitzeichen, anschließend bis 13.05 zweite Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten 13.05—14,30 Mittagskonzert, Leit. Eysoldt, Solist Otto Stier, Flöte 13.30 Unterbrechung des Mittagskonzertes durch Programmbemerkungen 14,30 Funkwerbung: Ratschläge fürs Haus 15,00—15,30 Kinderstunde. Els Vordemberge: Märchen und Musik 15.30 Wirtschaftsberichte 15,50—16,10 Dr. Viktor Meyer=Eckhardt: Wallfahrt nach Ejub 16.10—16.30 Die Welt im Buch. Willi Schäferdiek: Ungarische Erzähler der Gegenwart. Rodion Markovits:„Sibirische Garnison“— Bela Illes:„Die Generalprobe“.— Iligmond Moricz:„Die Facke!"— Desider Kosziolanyi:„Der schlechte Arzt“ 16.30 Zweite Wirtschaftsmeldungen 16.35—16,50 Dr. Hans Behle: Mitteilungen aus dem Schulfunk 16,50—17,30 Aus dem Leben der höherer Schule. Un versitätsprofessor Dr. Steffes: Die geistigen Bewegungen der Gegenwart und ihre Bedeutung für der Religionsunterricht 17,30—18,30 Vesperkonzert des Städtische Orchesters Münster, Leit.: Winkler 18.15 Unterbrechung des Vesperkonzert# durch Programmbemerkungen 18,30—18.50 Wirtschaftspolitische Umschar. Dr. Richard Wichterich: Deutscher Außerhandel und deutsche Handelspolitik 1925 bis 1929 18,50 Vom Tage Anschließend Wirtschaftsmeldungen, zwei ter Wetterbericht und Sportvorbericht 19.15—19.40 Lektor Le Bourgeois— Leitor G. Perrot: Französische Unterhaltung 19.40—20,00 Der Westdeutsche Wirtschaftsraum. Universitätsprofessor Dr. Kuske: Städte und Wirtschaftsentwicklung u Westdeutschland 20,00 Abendkonzert des kleinen Orchesterdes Westdeutschen Rundsunks, Leitung: Eysoldt. Werke von Leoncavallo, Waldteufel. Schwada, Södermann und Zinmer. Intermezzo(Uraufführung): MaiKantate für Soli, Chor, Orchester und Mandolinenorchester. Vier Bilder nach deutschen Volksgebräuchen von Franz Peter Kürten. Musik von Gustav Kneip 1. Welches Mädchen wird Maikönigin? — 2. Das Ausrufen der Maipaare— 3. Maistecken— 4. Maitanz am ersten Maisonntag. Mitwirkende: Kammer=, Konzertchor und Orchester des Westdeutschen Rundfunks, Die Mandolinen=Konzertgesellschaft Harmonie, Köln(Leitung: Musikdirektor Schneider) Musikalische Leitung: Zimmermann. Solisten: Berger(Sopran). Schupp(Tenor), Rodens(Bariton), Strienz(Baß), Schneider(Baß) Anschließend: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht — Funkstille— Guterhaltene Bettstelle mit Matratze und großer Tisch Eiche) billig zu verkauf Buer=Erle, Heistr. 81 Gestell Aquarium 62X30, tadellos erhalt. zu verkauten Buer, Essener Str. 111 Hausstanduhren kauft man am besten da, wo sie hergestellt werden. Schwenningen, die gröbte Uhrenstedt der Welt, bietet ihnen Gelegenheit, direkt vom Herstellungsort zu kauten. 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