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S• P UR " f9 12: SASS S Sas 8 * 0 K 5 2 2.— 23 9 5S2 T 2 —— — SW# S 2 2 Nr. 649— 83. Jahrgang Morgen=Ausgabe Donnerstag, den 22. Dezember 1910 Dortmunder Zeitung Erscheint wochentäglich zweimal, außerdem an Sonntagen einmal. Monatliche Bezugsgebühr 75 Pf., durch die Post bezogen vierteljährlich 2,50 Mark. Anzeigengebühren: Täglich 2 Ausgaben Unzeiger und Handelsblatt Täglich 2 Ausgaben Unabhängiges Organ für nationale Politik, verbunden mit der 25 Pf. für die einspaltige KolonelUe. Annahmeschluß von Inseraten gelle. abends 6 Uhr. Hauptgeschäftsstelle, Redaktion und Druckerei: Karlstraße Nr. 5. Fernsprecher: Nr. 181, 530 und 816. Auf Anruf einer dieser Nummern meldet sich die BetriebsWestfälischen Allgemeinen Zeitung Zentrale, welche die Verbindung mit den einzelnen Geschäftsabteilungen herstellt. Erfüllungsort Dortmund. Amtliches Kreisblatt für den Stadt= und Landkreis Dortmund Gratisbeilagen: De„Vonnlagspost“(illustriertes Unterhaltungsblatt), Mittwochs„Mußestunden“ H. v. Trützschler; für Lokales, Provinz, Gericht und Handel W. Thiemt: für Inserate und Reklamen H. Grävinghoff, sämtlich in Dortmund. Druck und Verlag: C. L. Krüger, G. m. b.., Dortmund. Für Aufbewahrung u. Rücksendung unverlangt eingesandter Manuskripte, sowie für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine VerantworDa#n tung übernommen SSa# Die letzte Ausgabe der„Dortmunder Zeitung“ vor Weihnachten erscheint am Sonnabend morgen. Inserate für diese Nummer werden bis spätestens Freitag abend 7 Uhr entgegengenommen. Geschäftsstelle der„Dortmunder Zeitung“. Hierzu ein 2. Blatt. Reformen im höheren Schulwesen Preußens. Zu diesem Thema wird uns des Weiteren gerieb schrieben Mit der Veröffenrtlichung und Einführung der „-ung neuen Dienstanweisung für die Direktoren und Oberlehrer an den höheren Lehranstalten für die männliche Jugend hat das Kultusministerium einen nicht zu unterschätzenden wichtigen Schritt zu einer Reform getan. Zunächst ist der Verschiedienheit dieser Dienstinstruktionen in den preußischen Provinzen ein Ende bereitet worden. Für ganz Preußen gilt jetzt eine einheitliche Dienstanweisung. Damit beseitigte das Ministerium, das in anerkennenswerter Weise sich auf die Gutachten aus schulfachmännischen Kreisen bei Ausarbeitung dieser Dienstanweisung stützte und ihnen weites Entgegenkommen zeigte, vielerlei Unzuträglichkeiten, die sich aus den provinziellen Verschiedenheiten solcher Dienstinstruktionen ergeben mußten. Gegenüber letzteren zeigt die neue Dienstanweisung eine erfreuliche Vereinfachung der einzelnen Vorschriften und führt eine Sprache, die wohltuend von dem bureaukratischen, manchmal sogar verletzenden Toue der früheren Instruktionen absticht. Nicht sämtliche Wünsche des Oberlehrerstandes sind in Erfüllung gegangen: so tritt namentlich die schärfere Bestimmung der direktorialen Amtsbefug nis gegenüber dem erhofften Kollegialsyimmerhin wesentliche In dem„allgemeinen stem hervor. Doch sind Fortschritte zu verzeichnen. Grundsätzen“ wird die Erwartung ausgesprochen, daß der Direktor den Lehrern gegenüber auch im amtlichen Verkehr das Verhältnis des Vorgesetzten nicht ohne Not betone. Eine ausgedehntere Mitwirkung des Lehrkörpers für alle wichtigeren Fragen des Schullebens ist den Lehrern durch die Erweiterung der Konferenzkompetenz gesichert; aber daß die Konferenz dem Direktor gleichberechtigt zur Seite stehe, wie dies auf den Philologentagungen gefordert wurde, kommt in der Dienstinstruktion nicht zum Ausdruck. In den Anweisungen der Lehrer für die Behandlung der Schüler gelangt manche erfreuliche fortschrittliche Anschauung zum Durchbruch. So heißt es vom Klassenleiter(Ordinarius): Er verteilt im Einverständnis mit den übrigen Lehrern die Klassenämter und kann einen zuverlässigen Schüler als Vertrauensmann der Klasse auswählen, in den mittleren und oberen Klassen auch die Schüler bei der Auswahl beteiligen. Der Gewählte soll den Klassenleiter Merkspruch. will nicht wohnen an der Wasserfälle Brausen, Noch wohnen an der schneebedeckten Berge Grausen. Das alles will ich im Vorübergeh'n beseh'n, Doch meine Wohnung soll im Schatten steh'n. Denn wohl die Seele schwellt Erhabenheit mit Schauer, Doch Anmut nur gefällt und freut auf läng're Dauer. Rückert. Gedenktage. 22. Dezember. 1909 Ermordung des koreanischen Ministerpräsidenten Yi. 1904 Niederlage der Hottentotten bei Koes. 1902 f Hofrat Freiherr von Krafft=Ebing in Mariagrün. Berühmt. Psychiatiker. 1890 f Niels Gade zu Kopenhagen. Dänischer Komponist. 1870 Ausfall der Pariser gegen das sächs. Armeekorps zurückgeschlagen. 1819* Franz Abt zu Eilenburg. Bek. Liederkomponist. Ein Roman von D. Gerard. Genehmigte Übertragung von A. Geisel. (Nachdruck verboten.) Aber es war nicht Janet, die die Tür öffnete, sondern die lange, dunkle Gestalt des Vaters. 'Donnells Schultern erschienen leicht gebeugt, und um die schmale, hohe Stirn lag spärliches, silberweißes Haar. Der Hals schien fast noch länger geworden zu sein, war aber nur abgemagert, und das schlanke Antlitz war noch schmäler geworden. Nur die braunen Augen erschienen unverändert; ebenso mild und kindlich schauten sie unter den jetzt grauen buschigen Augenbrauen hervor wie früher unter den rotgoldenen; aber die Milde war in diesem Augenblick von einer tiesen Erre gung durchbebt.“ „Ach, du bist's Vater!“ Feuella wandte sich dem Eintretenden hastig zu.„Du kommst gerade recht um meln Kleid zu bewundern, wie du versprochen hast. Ich glaubte schon, du hättest es vergessen.“ Sichtlich bestürzt schaute John mit leerem Aus druck auf die bezaubernde Erscheinung.„Ich fürchte ich habe es wirklich vergessen,“ nickte er, und in seiner Stimme klang eine halbe Bitte um Entschul digung durch.„Ich kam nur, um euch zu sagen...“ durch regelmäßige Dienstleistung bei der Erhaltung der Ordnung unterstützen, muß es aber vermeiden, daß Mitteilungen an den Klassenleiter in Angebereien ausarten; im übrigen steht es ihm zu, dem Klassenleiter Wünsche der Mitschüler vorzutragen. Auch hinsichtlich der Schulzucht und der Strafmittel sucht die neue Dienstanweisung jegliche drakonische Schärfe zu vermeiden. Aus den einzelnen Bestimmungen heben wir hervor: Strafen, die ein Lehrer selbständig verhängen kann, sind: Verweis unter Eintragung in das Klassenbuch (Tadel) und Arrest bis zu einer Stunde. Zweistündiger Arrest darf nur mit Zustimmung des Direktors verhängt werden. Kein Lehrer ist befugt, einen Schüler zu sich in die Wohnung zu bestellen. Scheltworte, die das Ehrgefühl verletzen müssen, sind zu vermeiden. Die körperliche Züchtigung ist nur in außerordentlichen Fällen zulässig und im wesentlichen auf die unteren Klassen zu beschränken. Sollte sich ein Lehrer zu einer körperlichen Züchtigung veranlaßt sehen, so hat er vorher oder unmittelbar nachher dem Klassenleiter und dem Direktor davon Anzeige zu machen. Die Strafe der Verweisung von der Schule ist statthaft erst dann, wenn die gewöhnlichen Zuchtmittel der Schule versagt haben oder ein solches Vergehen vorliegt, daß beim Verbleiben des Schuldigen üble Folgen für andere Schüler oder für die Schulzucht zu befürchten wäre; sie wird deshalb bei den Schülern der unteren Klassen nur in seltenen Fällen anzuwenden sein. Bei den nicht staatlichen höheren Lehranstalten gibt der kurze, aber äußerst wichtige Abschnitt über das Verhältnis des Direktors zum Patronat und Kuratorium genügende Gewähr vor unbefugten Eingriffen der Patronate oder Kuratorien in die inneren Schulangelegenheiten. Betreffs der persönlichen Verhältnisse der Direktoren und Lehrer besagt eine Bestimmung, daß zu jeder auch nur vorübergehenden Verlegung des Wohnsitzes außerhalb des Schulortes für den Direktor und die Lehrer die Genehmigung des Provinzialschulkollegiums erforderlich ist. Einer solchen Erlaubnis bedarf es auch bei Übernahme von Nebenämtern oder zum Eintritt in eine gemeindliche Körperschaft. Diese Genehmigung ist stets widerruflich. Gegen das Halten von Pensionären und gegen die Erteilung von Privatunterricht seitens der Direktoren und Oberlehrer hat die Oberlehrerschaft selbst in den letzten Jahren durch ihre Fachpresse weit entschiedeneren Einspruch erhoben, als dies eigentlich in der Dienstanweisung geschieht. Ausnahmen werden selbstverständlich an kleinen Orten für zulässig erachtet, wo nur eine höhere Lehranstalt vorhanden und wo die Unterbringung auswärtiger Schüler in Familien schwierig ist. Völlig ausgeschlossen ist, daß Mitglieder einer Prüfungskommission Privatunterricht an Personen erteilen, die vor dieser Kommission eine Prüfung abzulegen beabsichtigen. Merkwürdiges Vorgehen der Generalkommisson. Genosse Durand. der Sekretär der Kohlenverlader in Frankreich, ist vom Schwurgericht in Rouen zum Tode verurteilt worden, weil er in einer Versammlung einen Antrag eingebracht und zur Verlesung gebracht hatte, daß ein gewisser Dongé, ein Arbeitswilliger,„zum Tode verurteilt“ worden sei. Dongé ist denn auch von Streikenden ermordet worden. Der Konfederation General du Travail in Frankreich ist nun ein Schreiben der deutschen Generalkommission zugegangen, worin diese namens der Arbeiterschaft Deutschlands Protest erhebt dagegen, daß die Richter in Frankreich sich vollständig in den Dienst des Unternehmeriums stellen und durch Urteile wie das von Rouen die Arbeiter zu verhindern suchen, durch Einstellung der Arbeit höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit zu erkämpfen und sich einen größeren Anteil an dem Ertrage der von ihnen geleisteten Arbeit zu suchen. Da hört denn doch in der Tat alles auf! Ein Arbeitswilliger wird in Ausführung eines Beschlusses einer Versammlung von Streikenden erschlagen, der Leiter jener Versammlung und die Seele der ganzen Bewegung wird zum Tode verurteilt; damit haben nach der Generalkommission die Richter verhindert, daß sich die Streikenden bessere Lohnbedingungen sichern. Nun sollen die deutschen Gewerkschaftler noch Protestversammlungen gegen die Verurteilung Durands veranstalten. Schon vor längerer Zeit ist die Erfahrung gemacht worden, daß die Generalkommission, die meist breniste, jetzt mehr Dampf aufmacht als die Parteileitung. Es hat sich ein vollständiger Wandel in der Szenerie vollzogen; der zahme Bruder ist rabiat geworden oder geht wenigstens mit der Parteileitung durch Dick und Dünn. Da hieß es doch früher, daß die Behauptung, Parteileitung und Generalkommission sei eins, ein ausgemachter Unsinn wäre. Jetzt wird niemand in der Generalkommission mehr bestreiten, daß alle Schranken zwischen den beiden Gewalten gefallen sind. Moabit und sozialdemokratische Wahlrechtsforderung. Als am Montag im Moabiter Prozeß ein Steuersupernumerar zu Gunsten der Polizei ausgesagt und dabei bemerkt hatte, daß er persönlich mit den als Helden herumgezeigten Verletzten kein Mitleid gehabt habe, unterbrach ihn der Rechtsanwalt Genosse Heine mit der Frage: „Wie alt sind Sie denn?" Die Antwort des Zeugen„zwanzig Jahre" veranlaßte den Rechtsanwalt Genossen Dr. Cohn zu den leise gesprochenen Worten:„Dann lernen Sie mal erst etwas kennen im Leben!" Der Zeuge hat darauf den Vorsitzenden gebeten, ihn gegen die Kennzeichnung als dummer Junge zu schützen; der Rechtsanwalt Genosse Dr. Cohn wurde in eine Ordnungsstrafe von 30 Mark genommen. Es half ihm nichts, daß er seinen Zwischenruf damit begründete, jene Bemerkung des Zeugen erscheine ihm außerordentlich gehässig und verbunden mit einer außerordentlichen Unreife des Urteils. Der „Vorwärts“ findet die„Qualifizierung dieses Jünglings“ durch den Genossen Dr. Cohn„sachlich sehr berechtigt" und spottet:„Der Herr Supernumerar hat nicht nötig, sich als einen dummen Jungen behandeln zu lassen. Er hat das gerichtliche Attest über diese Tatsache, und das ist für ihn wertvoll.“ im Dieser Zwischenfall und seine Beurteilung Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist für die Würdigung der sozial demokratischen Wahlrechtsforderung äußerst wichtig. Man weiß jetzt: maßgebende Genossen halten in übereinstimmung mit dem„Vorwärts“ die Lebenserfahrung eines Zwanzigjährigen für so unzureichend, daß er nicht imstande sei, auf Grund eigener Beobachtungen ein zutreffendes Urteil über Straßenvorgänge und Tumultuanten zu haben. Dagegen sind nach sozialdemokratischer Anschauung nicht nur jeder zwanzigjährige Jüngling, sonderr auch jede zwanzigjährige Jungfrau die geborener „reifen“ Beurteiler der wichtigsten Angelegenheiten des öffentlichen Lebens! Verlangt doch das sozialdemokratische Parteiprogramm unter den„zunächst" erhobenen Forderungen an erster Stelle: „Allgemeines gleiches direktes Wahl= und Stimmrecht mit geheimer Stimmabgabe aller über 20 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts für alle Wahlen und Abstimmungen.“ Dem Moabiter Zwischenfall und seiner Beurteilung im„Vorwärts“ gegenübergestellt, mutet diese sozialdemokratische Programmforderung an wie eine blutige Selbstironie. Man wird sich ihrer erinnern müssen, wenn die preußische Wahlrechtsfrage zur Erörterung gelangt, und wird sie auch mit der Entrüstung vergleichen, die der„Vorwärts“ über das reichsländische Mehrstimmenwahlrecht für das höhere Alter zur Schau trägt. „Ist etwas geschehen, Vater?" unterbrach Fenella bestürzt den Redenden, indem sie angstvoll in sein verstörtes Gesicht blickte. „Ja, leider ist etwas geschehen; im Schieferbruch hat's ein Unglück gegeben, eine vorzeitge Explosion... Wie die Leute berichten, soll Adam halb tot sein, und Duncan ist ebenfalls verletzt. Ich will sofort hingehen, und ich kam nur, um Fulie zu sagen, daß ich heute abend nichts weiter bedürfe.“ „.“ murmelte Fenella. Sie war heftig erschrocken; aber auch der Gedanke an das abendliche Vergnügen fuhr ihr durch den Kopf und die Möglichkeit, daß der Unglücksfall es stören könnte. „Die armen Schelme!“ bemerkte Albert.„Das ist freilich betrübend für sie.. das heißt," fuhr er dann gleichmütig fort,„wenn's wirklich wahr ist! Wir wissen doch, wie dick die Farben aufgetragen werden, sobald irgend etwas im Schieferbruch vorfällt. Wirklich, Vater, du solltest dir's nicht so zu Herzen nehmen, bist du weißt, wie es in Wirklichkeit dort steht.“ „Was soll er sich nicht zu Herzen nehmen?“ forschte jetzt Julies durchdringende Stimme. Sie erschien neben dem Vater in der Tür, die massiven Schultern und Arme in ein blaues Tüllkleid gezwängt. Hastig erklärte der Pfarrer, was geschehen war. „Jedenfalls wieder die Folge einer Unvorsichtigkeit, Vaten," erklärte Julie gelassen.„Nun erwarten sie gewiß, du werdest die Nacht über bei ihnen bleiben und ihre Wunden verbinden! Du armer, lieber Vater! Es ist deine eigene Schuld, wenn sie dir zu viel aufladen; das weißt du so gut wie wir. Nun, hoffentlich kehrst du vor uns heim; sonst mach' dich darauf gesaßt, daß ich dich hole... Wirklich, der große ungeschickte Adam tut mir leid. Wie mag er's nur angestellt haben... Fenella, hier ist dein Mantel; der Motorwagen wartet bereits. Gib acht, daß du deine Blumen nicht zerdrückst.“ Aber Fenella hatte ihre Blumen vergessen. Ihre brannen Augen hefteten sich ausmerksam auf das Gesicht des Vaters und beobachteten teilnehmend seinen verstörten Ausdruck. Erst ein zweiter lauter Anruf von Julie erinnerte sie an die wichtigere Angelegenheit des Abends. Die nächsten Augenblicke vergingen in hastigem Zusammenraffen von Handschuhen und Fächern, in dem Umnehmen der Mäntel, dem Einsteigen und dem sorgfältigen Unterbringen der Schleppen im Wagen. 'Donnell hatte sich längst schweigend zurückgezogen. Er fühlte sich nicht nur überflüssig, sondern er war sich bewußt, einen Mißton in die Empfindungen seiner Kinder hineingetragen zu haben. Obgleich die drei jungen Gestalten sein eigen Fleisch und Blut waren, bedurften sie seiner in diesem Augenblick so wenig wie er ihrer. 7. Kapitel. Mitternacht war längst vorüber, als John mit müdem Körper und aus tausend Wunden blutender Seele die Stätte des Elends, an welcher er Trost gespendet hatte, verließ und seinem Hause zuschritt. In dem kleinen Schlafzimmer, das er seit dem Tode seiner Gattin inne hatte, sank er erschöpft in den alten Sessel, der vor dem Kamin stand. Er starrte in die Asche, in der nur hie und da, gleich einem feurigen Auge, noch ein Funken aufglomm. Von den Ballschwätmern war noch nichts zu sehen und zu hören. Da aber doch jemand aufbleiben mußte, um sie einzulassen, schickte Mo'Donnell die damit betraute Janet zu Bett und nahm ihren Posten ein. Er wußte, daß er einstweilen doch nicht imstande sein würde, einzuschlafen. Die grausigen Schreckensbilder, die er kaum verlassen hatte, drängten sich noch zu lebhaft in seine Gedanken. Wie er so im Sessel lehnte und feinen in die Hände gestützten Kopf unbewußt hin und her bewegte, fühlte sich John sehr vereinsamt. An dem Abend, an dem er und seine Gattin entdeckt hatten, was sich in der Tiefe ihrer Gedankenwelt hinter jedem von ihnen beiden barg, war diese Vereinsamung, deren geheimes Vorhandensein er schon manchmal leise empfunden und gefürchtet hatte, plötzlich akut und dauernd geworden. Und nachdem er heute den Mann, den er wie einen Bruder liebte, verstümmelt und allem Anschein nach sterbend vor sich hatte liegen sehen und jetzt seiner geschmückten, zum Ball fahrenden Kinder gedacht hatte, da wurde dies Gefühl innerer Vereinsamung fast zum körverlichen Schmerz. Wohl war er erst seit zwei Jahren wirklich ver witwet: aber seit zwanzig Jahren war er allein gewesen. In materieller Hinsicht hatte Ella nichts eingebüßt, als sie sich damals murrend Johns Willen fügte; denn kaum zwei Jahre nach jener Szene an Julies Wiege waren ihr die dreitausend Pfund dennoch zugefallen. Durch eine jener Fügungen, worin das Schicksal sich mitunter gefällt, war jene Verwandte, die Ellas Stelle bei Frau Watson eingenommen hatte, plötzlich gestorben, ohne ein Testament zu hinterlassen, und da Ella die nächste Anverwandte war, erbte sie alles. In Bezug auf das Einkommen des jungen Paares war also keine Schädigung eingetreten; aber in anderer Hinsicht hatte jener Abend beider Leben verarmt und dauernd beeinträchtigt. In den Augen anderer hatten sich ihre gegenseitigen Bezie hungen nicht verändert; allein innerlich war alles anders geworden. Die vorwurfsvollen Märtyrerblicke und Mienen Ellas vermochten Johns so weiches Herz nicht zu rühren. Auch von der„Gehülfin“, die sie ihm einst zu werden versprochen hatte, war nicht mehr die Rede— wie hätte sie auch die Zeit finden sollen, ihm in seinem Berufe Beistand zu leisten, da ihre mütterlichen Pflichten sich vermehrten und sie völlig inAnspruch nahmen? Daß ihrer beider Ansichten hinsichtlich des„Emporhebens“ der Bewohner von Ardloch grundverschieden waren, zeigte sich nur zu bald; Ella hatte dabei die Verfeinerung ihrer Manieren und ihrer Kleidung im Auge, während John sich bemühte, ihre Seelen und ihre Anschauungen zu heben. Nicht daß Johr“ jemals seine Geduld verloren hätte. Die Form, die seine Enttäuschung annahm, war nicht etwa Gereiziheit oder Heftigkeit, sondern nur eine stetig zunehmende Zurückhaltung. Der Stolz hatte daran unleugbar seinen Anteil; denn jeder Blick, den er diese so unwürdige Vertraute hatte in sein Inneres tun lassen, erschien ihn jetzt wie eine Demütigung. Bereits an jenem Abend war ihm klar geworden, daß er fortan seinen Lebensweg allein gehen müsse— und allein war er geblieben, immer mit dem Bewußtsein seiner bitteren Enttäuschung, aber dennoch nicht wirklich unglücklich, da sein Beruf sein Leben völlig ausfüllte. (Fortsetzung folgt.) Die grosse Mode. Illuslon im Leuchtturm.—, 3—..—, 10.—, 15.—. Sümtliche in- und aubländischen Parfümerlen etc. werden bei mir zu den mindest festgesetzten Preisen verkauft Tegssee Partümerie Emil Messling Ostenhen. * Gal * Deutsches Reich. Die Kronprinzessin wird von Kairo aus weiter nach Luksor reisen und dann die Nilreise nach Chartum, Assuan und zurück nach Kairo machen, wo sie vom 18. Januar bis zum 1. Februar weilen will. An diesem Tage erfolgt von Alexandrien aus mit dem Lloydsalon= dampfer„Prinzregent Luitpold“ die Abfahrt nach Palermo. Dann reist die Kronprinzessin auf dem Landwege durch Sizilien, Italien nach Cannes. Prinz Max von Sachsen. Im Vatikan sind zwei Telegramme des Prinzen eingetroffen, worin dieser dem Papst, sowie dem Kardinalstaatssekretär seine nahe bevorstehende Ankunft in Rom mitteilt. Im Vatikan erklärt man, die ganze Angelegenheit sei bereits so gut wie erledigt. Die„Vita“ zieht hieraus den Schluß, der Prinz habe sich zum Widerruf seines Artikels bereit erklärt und gedenke sich der Anordnung des Vatikans zu fügen. Bergbaudeputation. Der Reichsanz. veröffentlicht die Bestimmungen betreffs der Zusammensetzung und Geschäftsführung der Bergbaudeputation. Die hannoverschen Reichstagswahlen. Die Göttinger Verhandlungen der Provinzialvorstände der nationalliberalen Partei und der fortschrittlichen Volkspartei der Provinz Hannover über ein gemeinsames Vorgehen bei den Reichstagswahlen sind ergebnislos abgebrochen worden, nachdem der Vorstand der Nationalliberalen erklärt hatte, daß er, abgesehen von dem im fortschrittlichen Besitz befindlichen Wahlkreis Emden, keinerlei Zugeständnisse machen könne. Wohltätige Stiftungen. Der Prinzregent von Bayern stellte in einem Handschreiben an den Kriegsminister, in Anerkennung der in den letzten Feldzügen bewiesenen Kriegstüchtigkeit und hingebenden Opferwilligkeit der bayrischen Armee, 100000 K zur Unterstützung der Kriegsveteranen von 1870/71, sowie aus früheren und späteren Kämpfen, und 100000 M als Grundstock einer Stiftung für ein Erholungsheim für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften zur Verfügung. Fortschrittler und Sozen. Sieben sozialdemokratische Stadtverordnetenmandate sind in Liegnitz von der dortigen Stadtverordnetenversammlung für ungültig erklärt worden. Ist dies auch unter ausführlicher Begründung geschehen, so zeigt doch der Vorgang aufs Neue— das Liegnitzer Stadtverordnetenkollegium ist überwiegend volksparteilich zusammengesetzt—, wie energisch der Freisinn gegen die Sozialdemokratie vorzugehen pflegt, wenn sie ihm unbequem zu werden beginnt. Tun das andere Parteien, dann ist der Freisinn stets gern mit absprechender Kritik zur Hand. Ausland. Österreich= Ungarn. Soziales Vermächtnis. Der verstorbene Bergwerksbesitzer Adolf Schneider in Teplitz hat für die Errichtung eines Waisenhauses testamentarisch vier Mill. Kronen hinterlassen. Wohnungsfürsorge. Das Weirenhaus nahm die Vorlage betreffs Schaffung eines Wohnungsfürsorgefonds an. Im Verlaufe der Debatte begrüßten Baerenreither und der frühere Minister Klein die Vorlage, die den ersten Schritt zur Lösung der sozialen Frage und zur Bekämpfung der Wohnungsnot bilde. Frankreich. Deutsches Kriegerdenkmal. Die Gemeindeverwaltung von Dijon hat das deutsche Kriegerdenkmal, das vor einiger Zeit böswillig beschädigt worden war, wieder instand setzen lassen. England. Zur Ermordung des Polizeibeamten Houdiditch. Wolffs Tel. Bur. verbreitet nachstehende Meldung aus London, 21. Dezember: Die Jüdinnen Klara Traßgowski und Laura Milstein sind vom Polizeigericht der Guildhall angeklagt, Mitschuldige an der Ermordung des Polizeibeamten Houdiditch zu sein, indem sie den Verbrechern zur Flucht verhalfen. Sie werden ferner beschuldigt, mit den Verbrechern den Einbruch in den Juwelierladen verabredet zu haben. Der Prozeß wurde auf den 29. Dezember vertagt. Rußland. Studentenkrawall. Gestern früh wurde in der Universität zu Odessa eine unerlaubte Studentenversammlung abgehalten. Mittags erschien die Polizei und for derte die Studenten auf, auseinanderzugehen Die Studenten leisteten keine Folge. Ein Student schoß auf die Polizei. Kosaken umzingelten darauf die Universität. Türkei. Ministerkrise. Der Minister der frommen Stiftungen hat seine Entlassung eingereicht, wie offiziell verlautet, aus Gesundheitsrücksichten. Zu seinem Nachfolger wurde der Vizepräsident der Kammer Cheiri nannt. Die Stellung des Ministers des Innern soll erschüttert sein. Als sein Nachfolger wird der Obmann der jungtürkischen Partei genannt. Das Verhältnis zu Deutschland. In Besprechung der äußeren Politik führt „Tanin“ aus:„Alle das Vaterland liebenden Ottomanen sind höchst befriedigt über Deutschland, das durch den Anleiheabschluß der Türkei einen siegreichen Kampfesansgang in der Wahrung der Würde und Unabhängigkeit sichert. Das kann andere Mächte nicht verstimmen. Die Gefühle diesen gegenüber sind durch die jetzige Stellung Deutschlands im Orient ungeschwächt.“ China. Der Reichsausschuß entwarf eine Denkschrift, die die härtesten Strafen, mit Ausnahme der Todesstrafe, gegen das Opiumrauchen befürwortet und Belohnungen für diejenigen aussetzt, durch deren Mitteilung die Be strafung der Schuldigen ermöglicht wird. Die Denkschrift, worin die Mitglieder des großen Rats angeklagt sind, wurde als nicht scharf genug verworfen und der Entwurf einer neuen Denkschrift angeordnet. aller Welt. Bürgermeister und Schneeschipper. Über eine amüsante Polemik zwischen einem Bürgermeister als Arbeitgeber und einer Vertretung von Arbeitnehmern berichtet das italienische Blatt„Avvenire'Italia“ aus Bologna. Dort hatten sich die Straßenreiniger, die im Winter den Schnee von den Straßen wegzuräumen haben, zusammengetan und dem Sindaco für den bevorstehenden Winter folgenden Tarif vorgelegt: „Arbeitszeit: Von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags(also 10 Stunden). Lohn 1 Lire(80 Pfg.) für die Stunde, wenn es nichtsregnet oder schneit, d. h. 10 Lire pro Tag; wenn es regnet oder schneit, 1 Lira 50 für die Stunde oder 15 Lire pro Tag; nach 5 Uhr nachmittags 25 Prozent Aufschlag zu den oben festgesetzten Tarispreisen.“ Nachdem der Bürgermeister Marchese Tanari diesen erstaunlichen Tarif, der die Kosten der winterlichen Straßenreinigung für Bologna ins Fabelhafte zu steigern beitskammer rufen, um sie zu fragen, ob das alles wirklich Ernst oder aber ein verfrühter Karnevalsscherz wäre:„Sagen Sie, meine Herren," begann er,„ist dieser Tarif richtig?“—„Ganz richtig, Herr Bürgermeister.“—„Na, dann leben Sie wohl— und auf Wiedersehen!" Ein paar Stunden später richteten die so kurz verabschiedeten Vertreter der Schneeschipper an den Bürgermeister ein geharnischtes Schreiben, in dem es u. a. hieß:„Nachdem Sie uns wegen des Tarifs zu einer dringenden Unterredung eingeladen hatten, hatten Sie mindestens die Pflicht, mit uns über die Angelegenheit zu unterhandeln, sonst hätten Sie uns gefälligst unserer Tätigkeit nachgehen lassen sollen. Sie glaubten vielleicht, recht geistreich zu sein, als Sie uns so entließen: wir erklären Ihnen aber, Herr Marquis, daß uns Ihr Verhalten nur als ein Beweis von Unhöflichkeit und mangelhafter Erziehung erschien.“ Der Bürgermeister sandte mit wendender Post den Brief mit nachstehender Randbemerkung zurück:„Der mir vorgelegte Tarif erschien mir so unwahrscheinlich, daß ich mir gestattete, Sie zu mir rufen zu lassen, um aus Ihrem Munde zu erfahren, ob dieser Tarif wirklich richtig wäre. Auf eine Diskussion ließ ich mich deshalb nicht ein, weil ich es nicht nötig habe, zu handeln wie die bekannten Verkäufer sog. echter Perserteppiche, die von Kaffeehaus zu Kaffeehaus gehen und hundert Lire verlangen, um sich dann mit 1 Lire zufrieden zu geben. Sie, meine Herren, stören mich so oft aus meiner Ruhe auf, daß ich mir die Freiheit genommen habe, einmal auch Sie zu stören und zu mir zu bitten: wenn Sie nicht gerade plötzlich Granden von Spanien geworden zu sein glauben, können Sie mir das wohl nicht übelnehmen.“ Die Frage ist nun was in Bologna in diesem Winter mit dem Schnee geschehen wird, und wie die Schneeschipper, denen man den Stuhl vor die Tür gesetzt hat, Beschäftigung finden werden. Ein chemisches Diner. Ein Diner, wie man es wohl noch kie und nirgends gesehen hat, ist vor einigen Tagen in Neuyork serviert worden. Alle Speisen, mit Ausnahme des Fleisches, der Austern und des Salats, waren auf chemischem Wege hergestellt worden. Im Speisesaale standen auf einem großen Tisch, wie man ihn in chemischen Laboratorien findet, Retorten, Apparate zur Dosenmessung, Präzisionswagen, Glasfilter und eine ganze Anzahl Flaschen mit Pülverchen und Flüssigkeiten, auf die das violette Licht eines Bunsenbrenners fiel. Als gemeldet wurde, daß das Essen beginnen könne, begann ein Chemiker, der die Rolle des Kochs spielte, allerlei merkwürdige Manipulationen vorzunehmen. Eine Mischung von„Absinthin", Alkohol und Eis, der noch ein wenig Anilingelb beigefügt wurde, lieferte den Gästen einen ausgezeichneten(?) Cocktail. Wir können— so plaudert ein Mitarbeiter des„Figaro“— das Menu nicht bis ins Einzelne durchnehmen. Es sei nur gesagt, daß der Wein aus Weinsäure, Alkohol, Essigsäure, Glukose, destilliertem Wasser, Saccharin, Natriumbikarbonat, Kasein und Natriumphosphat bestand. Am meisten erstaunt aber waren die Gäste über die Zubereitung des Gefrorenen. Der„Giftmischer“ nahm zuerst ganz gewöhnliches Baumwollenöl und mischte es mit Wasser. Die Mischung brachte er in eine Zentrifuge, die sich eine Zeitlang mit einer Geschwindigkeit von dreitausend Umdrehungen in der Minute drehte. Aus der Maschine kam dann eine Creme von prächtiger Farbe; diese Creme wurde künstlich kalt gemacht und zuletzt mit Vanille, Glyzerin und Nitrobenzol gewürzt.... Ob die beneidenswerten Herrschaften, die sich an diesem herr lichen Essen beteiligen durften, vorher ihr Testament gemacht haben, wissen wir nicht. Das Boltoner Grubenunglück. Aus Manchester, 21. Dezember, nachmittags, wird ergänzend berichtet, daß sich eine Explosion unter Tage ereignete, die die Grube in Brand setzte. Bisher wurden 8 Mann lebend gerettet, 5 wurden als Leichen geborgen. Das Feuer wütet fort. Die Explosion ist, wie gemeldet wird, durch Anzünden eines Zündholzes oder Zerbrechens einer Lampe hervorgerufen worden, da die Grube eine der sichersten des Landes war. Ein Unterdirektor, der sich ohne Apparat an den Rettungsarbeiten zu beteiligen versuchte, ist erstickt. Ein Mann der Rettungsabteilung sprach die Ansicht aus, daß fast keine Hoffnung bestehe, die eingeschlossenen Bergleute zu retten, da es der Rettungsmannschaft unmöglich sei, in die Grube einzudringen. Die Zahl der zur Zeit der Explosion in der Grube befindlichen Bergleute wird auf 350 angegeben. Spionageprozeß. w Leipzig, 21. Dezember. (Fortsetzung.) Um 12 Uhr 25 Min. wird die Sitzung wieder aufgenommen. Der Sachverständige Korvettenkapitän Taegert verliest die bei der Haussuchung imHotel aufgefundenen Aufzeichnungen, die sich auf Brunsbüttel und die Nordseeinseln beziehen. Der Sachverständige zitiert u. a. die Stellen aus dem englischen Exerzierreglement, die sich auf die Landung an feindlichen Küsten beziehen und erläutert, daß sie von den beiden angeklagten Offizieren auf das genaueste befolgt wurden. Zunächst wurden dann die Aufzeichnungen von Brunsbüttel, Amrum, Sylt und Föhr besprochen. Die Angeklagten haben ihre Notizen sehr genau geführt; besonders über die Geschützstellungen und Landungsbrücken. Von den Landungsbrücken ist sogar die Länge, die Wassertiefe u. a. m. näher angegeben. Auch die von diesen Brücken ausgehenden Eisenbahnen sind vermerkt. Der Sachverständige erklärt, daß diese Notizen, besonders die ausführlichen genauen Tiefenmessungen nur gemacht werden könnten, um festzustellen, wie große Kriegsschiffe hier anlaufen können, um Truppenlandungen auszuführen. In Frage kommen Torpedoboote und kleine Kreuzer. Darauf setzt der Sachverständige die Einzelheiten an einer Karte auseinander und weist auf die Wichtigkeit der einzelnen Anlagen hin. Als Beweis der Sorgfältigkeit, mit der die Aufzeichnungen von den beiden Offizieren gemacht worden sind, führt er an, wie einmal sogar angegeben wird, daß am Anlegeplatze eiserne Ringe zur Befestigung von Tauen vorhanden sind. Der Sachverständige, Korvettenkapitän Taegert, verlas weiter Notizen der Angeklagten über Kuxhaven, die Angaben über Wellenbrecher, Kohlenschuppen und weiße Klippen, die bei der Flut unsichtbar sind, enthalten. Er verlas weiter Fragebogen über Norderney; einer handelt von einem „geschlossenen Gebäude, nach dem Bericht von 1907 Militärzwecken dienend.“ Bei Kiel wurde eine hochbedeutsame Scheinwerferstellung erkundet. Die Landungsflotte erkenne daraus, woher das erste Geschützfeuer zu erwarten sei. Außerdem ist eine Haubitzenbatterie in die Handkarte eingezeichnet, Skizzen und Photographien von Friedrichsort und Kuxhaven sind vorhanden. In die Skizzen sind die Batteriestellungen eingezeichnet, u. a. mit dem Kompaß festgestellt. Die Messungen wurden von Sachverständigen als außerordentlich exakt befunden. Eine Skizze zeigt eine Schnellfeuerbatterie auf Helgoland, die Lage der einzelnen Geschütze und die Kommandeurstellung, und bezeichnet ferner eine Batterie am Südostrand, Kasernen, Magazine und zwei Geschütztürme in der Nordwestecke. Die Angeschuldigten beschrieben die Ausschachtungen für die Neuanlagen in den Befestigungswerken genau. Der Verteidiger wies darauf hin, die große Batterie auf Helgoland befinde sich unmittelbar an der Promenade, und alle Erkundigungen könnten von öffentlichen Wegen aus geschehen sein. Korvettenkapitän Taegert fährt fort, von den Befestigungen in Wangeroog wurden genaue Aufnahmen gemacht und alle Messungen mit Benutzung von Baken, Leuchtfeuern, Leuchttürmen und hervorragenden Geländeobjekten vorgenommen. Eine Notiz besagt, eine bestimmte Bake habe telegraphische Verbindung mit der Insel. Dies ist bedeutungsvol, da diese Bake die Annäherung der feindlichen Flotte melden soll. Die Aufzeichnungen erstrecken sich auf die kleinsten Einzelheiten, wie den Viehbestand, die Gebäudezahl und die Lebensmittelversorgung. Eine weitere Notiz lautet: Keine Gebäude gesehen, die Minen enthalten können: Lage der Kabel genau bezeichnet.— Hierauf wurde die Verhandlung auf morgen früh vertagt. den Gerichtssälen. Dortmund, 21. Dezember. Zweite Strafkammer. Vorsitzender Herr Landgerichtsdirektor Dr. Norden. Vertreter der Anklagebehörde Herr Staatsanwalt Dr. Conzen. Eine häßliche Familienszene ereignete sich am 28. Juli v. J. in der Familie des Berginvaliden Wulff zu Hörde. Die Leute hatten sich mit ihrem einen Sohn, dem Zuschläger Fritz Wulff, veruneinigt und am genannten Tage wies Frau Wulff diesem sogar die Türe. Fritz Wulff trat hierauf seiner Mutter vor den Leib und entfernte sich auch nicht, als er von seinem Vater streng aufgefordert wurde. die Wohnung zu verlassen. Schließlich wurde er von Vater und Bruder hinausgeprügelt. Auf der Straße riß Fritz Wulff eine Zaunlatte los, die er auf den Kopf seines Vaters niedersausen ließ, so daß dieser eine heftig blutende Wunde davontrug. Das Schöf sengericht Hörde verurteilte den rabiaten Sprößling seiner Eltern zu 5 Monaten Gefängnis. Der also Bestrafte legte Berufung ein und hatte unbändiges Glück. Die Eltern hatten sich wieder mit ihrem Sohn trotz des ihnen zugefügten Unbills versöhnt und Frau Wulff hatte ihrerseits den von ihr gestellten Strafantrag wegen einfacher Körperverletzung zurückgenommen. Das Gericht sah ferner die Sache außerordentlich milde an, hob das erstinstanzliche Urteil auf und erkannte wegen gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs nur auf eine Geldstrafe von 120 M. Neun Tauben stahlen am 9. Oktober d. J. der 1895 geborene Zechenarbeiter Fritz Sieberg und der 1891 geborene Schmiedegeselle Wilhelm Klute einem Nachbar. Sieberg erhielt, da noch jugendlich, 14 Tage, Klute 3 Monate Gefängnis zuerkannt. Das Gericht beschloß, die beiden Angeklagten auf die Liste A zu setzen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde verhaudelt gegen den 1894 geborenen Kutscher Johann Domagalla aus Habinghorst wegen Verbrechens gegen Paragraph 176, Abs. 3. Der junge Mann wurde zu 1 Monat und 3 Tagen Gefängnis verurteilt. * rz Leipzig, 20. Dezember. Eine Schießerei im Dunkeln. Vom Landgerichte Paderborn ist am 5. Oktober der Tagelöhner Anton Peters wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden. Er befand sich in der Nacht des 7. August mit anderen auf der Landstraße. Da die anderen lärmten, rief er: Seid ruhig, ihr Schweinehunde, sonst schieße ich euch nieder! Ein gewisser M. zündete ein Streichholz an und rief: Wenn du Lust hast, so schieße nur. Dann ging das Wortgeplänkel weiter, bis Peters aus seinem Drilling einen Schuß abgab, der niemand traf. Jetzt ging auch der Zeuge F. an den Angeklagten heran, um dem M. zu Hilfe zu kommen. Peters schoß wieder und traf F. am linken Unterarm. F. hat sehr schwere Verletzungen erlitten. Der Arm wird voraussichtlich nicht wieder voll gebrauchsfähig werden und F. wird um ein Drittel in seiner Erwerbsfähigkeit gemindert sein. Daß Peters in Notwehr gehandelt hätte, konnte nicht angenommen werden.— Die Revision des Angeklagten wurde heute vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. m Dortmund, 21. Dezember. Der Kreisausschuß verhandelte heute vormittag unter dem Vorsitz des Herrn Regierungsassessors von Heimburg in folgenden Verwaltungsstreitsachen: Der Holzlieferant der Gewerkschaft„Dorstfeld“, Herr Heine aus Stadthagen, klagte gegen den Gemeindevorstand Dorstseld, weil dieser ihn für dieses Jahr mit 455.20 M zur Gemeindeeinkommensteuer herangezogen habe. Die Gewerkschaft„Dorstfeld“, hat dem Kläger für das zu liefernde Holz einen größeren Platz zur Verfügung gestellt, auf dem Kläger auch einige Arbeiter mit dem Sortie ren des Holzes beschäftigt. Die Gemeindevertretung erblickt hierin einen Gewerbebetrieb. Der Kreisausschuß entschied zu Gunsten des Klägers, weshalb der Klage stattgegeben wurde. Der Kläger hat bereits 333,20 A bezahlt. Zur Umsatzsteuer im Betrage von 7200 A zog die Gemeinde Sodingen die Gewerkschaft„Mont Cenis“ heran, nachdem diese von dem Gutsbesitzer Schulte=Uhlenbruck Grund und Boden im Werte von 360000 A erworben haben sollte. Die Gewerkschaft wurde gegen die Gemeindevertretung Sodingen klagbar, da der Kaufpreis für die Grundstücke nicht 360000 M. sondern 230000 M betrage. Seitens der Klägerin wurde noch angeführt, sie habe an Schulte=Uhlenbruck 130 000 A als Vergütung für Bergschäden gezahlt, welche Summe nicht besteuert werden könne. Der Kreisausschuß machte den Parteien den Vorschlag, sich im Wege des Vergleichs zu einigen, da sonst eine umfangreiche Beweisaufnahme stattfinden müsse. Der Vertreter der Klägerin erklärte sich bereit, 5500 M Umsatzsteuer zu zahlen, womit auch der Vertreter der Beklagten einverstanden war, aber nur mit der Bedingung, daß auch die Gemeindevertretung von Sodingen ihre Zustimmung gebe. Zum Schutze des in Lütgendortmund angelegten Volksgartens hat sich die dortige Wegepolizeibehörde veranlaßt gesehen, einen an der Besitzung des Vollziehungsbeamten Fr. Rensinghoff gelegenen Weg einzuziehen, wogegen Rensinghoff protestiert, da er sowohl, wie mehrere Anwohner infolge der Einziehung des Weges einen großen Umweg machen müssen, um zu ihrem Besitz zu gelangen. Kläger behauptete, die Polizeibehörde habe gar kein Recht, den Weg einzuziehen, da es sich nicht um einen öffentlichen, sondern um einen Privatweg handele. Der Vertreter der Beklagten behauptete das Gegenteil und bemerkte, der vom Kläger angegebene Umweg betrage nur 397 Meter. Der Kreisausschuß beschloß, eine Ortsbesichtigung vorzunehmen. Kunst, Wissenschaft und Leben. Professor Dr. Richard Dedekind, der berühmte Mathematiker der technischen Hochschule zu Braunschweig, ist vom Herzogregenten von Braunschweig das Verdienstzeichen für Kunst und Wissenschaft in Gold verliehen worden. Der um die Förderung der mathematischen Wissenschaften hochverdiente Gelehrte ist Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften zu Paris, Ehrendoktor der Universität Christiania und Ehrendoktor der Mathematik des Polytechnikums in Zürich. * Der Dortmunder Frauenchor, der in diesem Jahr durch Herrn Robert Schirmer ins Leben gerusen wurde uno bereits über hundert Mitglieder zählt, wird, wie uns mitgeteilt wird, am 6. Februar in seinem ersten Konzert an der Kronenburg die Feuerprobe bestehen. Das Programm enthält etliche der schönsten Frauenchöre, die in Dortmund zum erstenmal zu Gehör gebracht werden. * Gegen die Unsittlichkeit der Pariser Bühnen. Gegen die zunehmende Verrohung insbesondere der kleinen Boulevardtheater, die ausschließlich das Gebiet der Zote pflegen, wendet sich ein Erlaß des französischen Ministers der Künste Faure. In dieser Verfügung wird angedroht, daß alle jene Bühnen, bei denen nachgewiesenermaßen Aufführungen stattfinden, die ohne jeglichen künstlerischen Zweck, rein vornographische Interessen verfolgen, behörlich gesperrt werden sollen. Die Verfügung wurde durch zahlreiche Klagen von der englischen und amerikanischen Kolonie veranlaßt. Tatsächlich wird auf den Pariser Vorstadttheatern ein Genre betrieben, das seit den letzten Jahren alle Grenzen des Statthaften überschritten hat. Obszönitäten, die nicht zu beschreiben sind, werden fast ausschließlich gepflegt. Hoffentlich tritt jetzt eine heilsame Anderung ein. * Millionäre im alten Rom. Sowie Rom sich einer neuen Provinz bemächtigte, fiel der größte Teil des von den tapferen Kriegsleuten erbeuteten Geldes, der eroberten Ländereien, der Bergwerke, der Sklaven in die Hände einer unersättlichen Geldaristokratie, die sich gierig auf alle Vermögensobjekte stürzte und ungeheure Reichtümer aufspeicherte. Atticus, der Freund des Cicero, verfügte über ein Jahreseinkommen von fast drei Millionen. Der Augur Lentulus, der zur Zeit des Augustus lebte, hatte sich die Kleinigkeit von hundert Millionen „erspart"; fast ebensoviel besaß Narcissus, der berühmte oder berüchtigte kaiserliche Freigelassene; etwas weniger hatte Seneca, der Philosoph, zusammengerafft; er hinterließ, als er starb,„nur“ 65 Millionen. Zur Zeit der ersten Kaiser— so schreibt Paul Louis in einer im„Mercure de France“ veröffentlichten Studie über den Kapitalismus im alten Rom— besaßen die reicheren Senatoren Jahreseinkommen, die sich zwischen drei und vier Millionen bewegten. Die großen Staatsmänner jener Zeit hatten bei den Bankiers bedeutenden Kredit: Cäsar bekam sieben Millionen geborgt, Antonius zehn Millionen und Milo sogar siebzehn Millionen. Jeder, der die Geschichte der Kaiserzeit kennt, weiß, daß die Millionäre der Siebenhügelstadt ungeheure Summen vergendeten: die Diners gewisser Feinschmecker bedeuteten oft den Ruin einer ganzen Anzahl Familien, die im Schweiße ihres Angesichts das Geld für die ertravaganten Schleckereien der Reichen auf* bringen mußten; bezahlte man doch für gewisse exotische Fische bis zu 2000 Mark pro Stück! Daß bei solchen Verhältnissen auch der Wucher in Blüte stand, kann man sich denken. Wucherzinsen im Betrage von zwei, drei und vier v. H. pro— Monat waren etwas ganz. Normales. Brutus, der als hochachtbarer in geschätzt wurde, verlangte von seinen Schuldnern 48 Prozent, und Atticus verborgte sein Geld auch nicht billiger. Für 125 Millionen, die sie unter Sulla von Wucherern geborgt hatte, zahlte die Republik nach zwölf Jahren ihren Gläubigern 750 Millionen zurück! * Crispis Doppelehe. Das Erscheinen von Crispis Memoiren gibt dem italienischen Journalisten Mongiardini Veranlassung, in der„Rivista di Roma“ unbekannte Einzelheiten aus dem Leben des großen Staatsmannes zu erzählen: er will sie von Rosalia Montmasson erfahren haben, der stolzen Savoyardin, die mit Crispi den Zug der Tausend mitmachte, mit ihm in Paris die bitterste Not teilte und später in Malta vor Gott seine Frau wurde. Sie war in den ihr angetrauten Mann bis zur Raserei verliebt und so eifersüchtig, da sie einmal bei Tisch in Gegenwart mehrerer Gäste aus Eifersucht ein Messer ergriff, um sich die Pulsadern zu durchschneiden; mit Mühe nur konnte man ihr das Messer wieder entreißen. Als sie Crispis Beziehungen zu Donna Lina, seiner späteren Gattin Nr. 2, zu ahnen begann, spürte sie so lange umher, bis sie die kompromittierenden Liebesbriefe gefunden und gelesen hatte. Nun war für sie alles zu Ende. Sie verließ sofort das Haus des Mannes. dem sie ihr Leben geopfert hatte, und mielete sich ein kleines Zimmer, in dem sich auch nicht ein einziges Möbelstück befand. so daß sie den ersten Taa auf der Erde sitzen und schlafen mußte. Erst als Garibaldi und andere sich einmischten, gab ihr Crispi ein Bett, einen Stuhl und einen Tisch; später fügte er noch eine kleine Monatspension hinzu. Rosalia hatte sich auf Malta mit Crispi nur kirchlich trauen lassen und nie daran gedacht, der Trauungsurkunde auch in Italien Geltung zu verschaffen; als sie dann erfuhr, daß Crispi, der sich inzwischen mit Donna Lina standesamtlich und infolgedessen rechtsgültig hatte trauen lassen, dem, der ihm die maltesische Tranungsurkunde bringen würde, 30.000 oder gar 40000 Lire versprochen hatte, hielt sie das wichtige Dokument sorgsam hinter Glas verborgen. Noch einmal machte die Montmasson von sich reden. Als der Fürst von Linguaglossa Crispis Toch ter als Gattin heimführte, wünschte er, daß auch sein Schwiegervater Crispi sich noch nachträglich mit Donna Lina kirchlich trauen lassen sollte. Rosalia Montmasson erfuhr das und schickte eine mit ihr befreundete Dame zum Kardinal Parrocchi, dem Vikar von Rom, um ihm die eifersüchtig gehütete maltesische Trauungsurkunde zu zeigen; der Kardinal sah sich die Urkunde genau an und erklärte dann, daß die katholische Kirche nie zwei kirchliche Eheschließungen ein und desselben Mannes mit zwei noch leben den Frauen einsegnen würde. Mit einer gewissen Genugtuung fügte Rosalia, als sie diesen Vorfall erzählte, hinzu:„Der Papst beugt sich nicht vor Crispi!“. In der letzten Zeit seines Lebens scheint sich Crispi jedoch mit seiner Gattin Nr. 1 ausgesöhnt zu haben: er schickte ihr wenigstens sehr oft Blumen, Geschenke und Geld. Als sie eines Abends schwer krank in ihrem finstern Zimmer lag, hörte sie jemand eintreten.„Wer hat sich an mein Bett gesetzt?“ fragte sie.—„Dein Mann!“„In diesem Augenblicke fühlte sie sich für die langen Leiden, die sie erduldet hatte, wenigstens ein klein wenig entschädigt. Westfalen und benachbarten Provinzen. Bonn, 20. Dezember. Defraudant geflüchtet. Der bertelegraphenassistent Hunattus hat als Buchfüh des Telegraphenamts seit längerer Zeit Gelder nterschlagen und die Unterschlagung durch falsche uchungen verschleiert. Bei einer unvermuteten Re ision entfernte er sich gestern und flüchtete. Bis tt ist das Fehlen von etwa 10000 A festgestellt woren; wahrscheinlich handelt es sich aber um eine och größere Summe. bühren und anderen Zahlungen an die Post durch Postscheck und über die Einrichtung eines inter nationalen Postgiroverkehrs zwischen Deutschland, Österreich, Ungarn, der Schweiz und Belgien. th Dortmund, 21.=Dezember. Patente wurden angemeldet: auf ein„Wasserstandsglas mit Dich tungsring" von Herrn Heinrich Rohde, hier, Rheinische Straße 3; auf eine„Vorrichtung zum Entladen von Wagen“ von Herrn August Dawin, Marten. Erteilt wurde ein Patent: auf einen „Verschluß zur Abdichtung von Hohlräumen, in die Drahtmeldungen der Dortmunder Zeitung. Schwer gebüßte überschreitung eines Verbotes. w Breinen, 22. Dezember. Als gestern nachmittag um 5½ Uhr der nach Bremen fahrende Personenzug 703 den Eisenbahnübergang der Johannisstraße in Hemelingen passierte, hoben vier aus Hemelingen stammende Mädchen im Alter von 9 bis 13 Jahren Druckwasser zur Gewinnung der Kohle und zur den einen Schrankenbaum auf und versuchten trotz der Handel und Industrie. 5 Gewerkschaft Kaiser Friedrich bei Barop. In er gestern abend in Mülheim an der Ruhr unter em Vorsitz des Geh. Bergrats Dr. Weidtman abehaltenen außerordentlichen Gewerkenversammung waren 945 Kuxe vertreten. Die vorgeschlagene nderung der Satzungen wurde einstimmig genehtigt. Der Vorsitzende erklärte dann, daß er soohl, wie die übrigen Mitglieder des Grubenvorandes mit Schluß der heutigen Gewerkenverammlung ihr Amt niederlegten mit Rücksicht auf en inzwischen zum größten Teil durchgeführten lnkauf der Kuxe der Gewerkschaft durch die deutsch uremburgische Bergwerks= und Hüttenaktiengesell haft. Es wurde dann ein neuer Grubenvorstand ewählt, bestehend aus Kaufmann Hugo Stinnes Mülheim an der Ruhr), Bergwerksdirektor Knupe Linden) und Bergwerksdirektor Knepper(Bo hum), beides Vorstandsmitglieder der deutsch luxemburgischen Gesellschaft, Amtsrichter a. D. khomas(Mülheim an der Ruhr), Bevollmächtigter es Herrn Stinnes, und Generaldirektor Eigen rodt, bisher Leiter der Differdinger Abteilung er deutsch=luxemburgischen Gesellschaft und jetziger Zeiter der Dortmunder Union. Herr Rechtsanwalt stempel aus Dortmund, Vertreter der Minderheit ion Gewerken, die vor einiger Zeit gegen den rüheren Beschluß der Gewerkenversammlung auf Verkauf des Bergwerkseigentums an DeutschLuxemburg Klage angestrengt hatten, beantragte sann, den letzten Punkt der Tagesordnung: Be hluß über die Einziehung von Zubußen, von der lagesordnung abzusetzen. Mit der von ihm verretenen Gruppe und der Käuferin der Gewerkhaft der Zeche Kaiser Friedrich schwebten Verandlungen, eine Einigung stehe vor der Tür. lus diesem Grunde erscheine ein Beschluß über ie Einziehung von Zubußen heute nicht angenacht. Die Versammlung beschloß, den betr. Punkt zu vertagen. Im Anschluß hieran erfahren vir noch, daß die vorerwähnte Einigung der klaenden Gewerken, die den Ankaufsbeschluß der üheren Gewerkenversammlung angefochten haben, uf der Grundlage zustande kommen soll, daß diese ewerken ihre Kuxe zu einem Preise von 4500 A ro Kux der deutsch=luxemburgischen Bergwerksnd Hüttenaktiengesellschaft zur Verfügung stellen verden, wobei dann die noch ausstehende 200 A Zubuße nicht eingezogen werden soll. Der frühere Verkaufspreis betrug nur 3500 K pro Kux, einchließlich 300 A bereits gezahlter Zubuße. Dar us gehe hervor, daß die klagenden Gewerken nicht nbeträchtliche Erfolge zu verzeichnen haben. ° Phönix, Akt.=Ges. für Bergbau= und Hüttenetrieb, Hörde. Aus Essen wird der Frkf. Ztg. geschrieben:„Der Phönix hat auf seinem Hüttenerk in der Nachbargemeinde Kupferdreh den sweiten Hochofen wieder angeblasen. Der Ofen atte längere Zeit stillgelegen. Bisher sind über Arbeiter neu eingestellt worden. Der Betrieb er Hütte in Kupferdreh ist auf Roheisen und hämatit gerichtet. *9 Gewerkschaft der Zeche Blankenburg im sammertal. Die Verwaltung teilt den Gewerken itt, daß für das vierte Quartal nur eine Aus eute von 25 A für den Kux zur Verteilung geangt. Die Verminderung der Ausbeute ist ledig ich durch erhöhte Syndikatsumlagen, durch Preis mäßigungen und durch Absatzmangel begründet. licht etwa dadurch, daß die Grubenverhältnisse sich verschlechtert hätten. Diese würden sich vielmehr ach Inbetriebnahme eines Unterwerksbaues An sang nächsten Jahres etwas günstiger gestalten. : Allgemeine übersicht über den Viehmarkt. Auf den Rindermärkten des europäischen Aus landes hat sich die Geschäftslage im allgemeinen wieder befestigt. Hier erlitten die Preise nur in kopenhagen eine geringe Einbuße. In Paris und London wurde höher gehandelt. Auch der Markt in Chicago war fest, während auf den westameri kanischen Märkten die Preise etwas nachgaben. Die Preise für Schafe stiegen in London, sie sielen in Paris, und blieben unverändert in Wien und Rotterdam. Auf den Schweinemärkten des europäischen Auslandes war die Stimmung im allgemeinen iecht matt. Preisrückgänge fanden in Kopenhagen kotterdam und für Fleischschweine in Wien statt. dagegen zogen die Preise in Chicaga weiter an. Auf den inländischen Rindermärkten hat sich die Geschäftslage weiter verschlechtert. Die Preise sielen allgemein in Danzig, Posen, Hamburg Frankfurt a.., Köln, teilweise in Dresden Leipzig, Zwickau und Mannheim. An den übrizen Märkten blieb die vorwöchentliche Notiz maß gebend. Auf den Schafmärkten weist die Preisgestal tung wieder wenig Veränderungen auf. In Hannover, Hamburg, Zwickau und Chemnitz zogen die Preise etwas an, während sie in Magdeburg, köln und Plauen fielen. Auf einer größeren Anzahl der Schweinemärkte des Inlandes haben sich die Preise wieder erholt. So stiegen sie in Berkin, Essen, Elberfeld, köln, Frankfurt a.., Leipzig und Mannheim. in Danzig. Zwickau und Plauen wurde unverändert gehandelt. An den übrigen Plätzen trat ein kückgang der Preise ein. k Neuerungen im Postscheckverkehr. Die dem Lostscheckverkehr neu beitretenden Kontoinhaber haben es bisher als einen Übelstand empfunden, daß die seit Erlaß der Postscheckordnung vom k. November 1908 eingetretenen Neuerungen nicht einer zur näheren Belehrung dienenden Druck schrift zusammengefaßt waren. Diesem Mangel ist Kti abgeholfen worden. Den neuen Kontoinhabern vird fortan bei Eröffnung des Kontos ein Aus jug aus den wichtigeren, den Postscheckverkehr be keffenden Verfügungen vom Postscheckamt unent seltlich übersandt. In dem Auszuge sind u. a. fol sende Punkte behandelt: Die Überweisung der für kontoinhaber durch Postauftrag oder Nachnahme ingezogenen Beträge mittels Zahlkarte auf das Lostscheckkonto; die Verwendung von Sammel hecks zu Barzahlungen an mehrere Empfänger; de Erteilung von Einlieferungsbescheinigungen burch die Postscheckämter über die durch Postscheck dder Überweisung gegebenen Aufträge; die Ver hindung des Postscheckverkehrs mit dem Reichs bankgiroverkehr, namentlich die Überweisungen von Postscheckkonto auf Reichsbankgirokonto, die Begleichung von Einzahlungen auf Zahlkarte nittels roter Reichsbankschecks und die Übertra bung von Zahlungsanweisungen auf Reichsbank zirokonto. Ferner werden mitgeteilt die Bestim nungen über die Begleichung von Fernsprechge Verhütung von Kohlenstaubbildung geleitet wird. Herrn Hermann Rudolph, Brackel bei Dortmund. — Gebrauchsmusterschutz wurde erteilt: auf eine „nagellose Riesellattenbefestigung für WarmwasserKühltürme“, Herrn Joh. Radau, hier, Bornstraße 187; auf eine„Siebreinigungsvorrichtung“ Frau Hedwig Martin, hier, Kaiserstraße 124; auf eine„Reinigungsvorrichtung für Spülsteine“ Herrn Wilhelm Berschel, hier, Friedrichstraße 21; auf eine haus gebracht. „selbsttätige Beschickungsvorrichtung für Azetvlen apparate“ Herrn Louis Stein, Mengede. w Berlin, 21. Dezember. In der heutigen Auf sichtsratssitzung des Kalisyndikates wurden die Formalitäten für den Kontrakt der Gewerkschaft Amelie zwecks Anschluß an das Syndikat, sowie diejenigen mit den Sonderfabriken erledigt. Der am heutigen Nachmittag stattfindenden Gesellschafterversammlung„waren neben diesen Verträgen auch einige geschäftliche Angelegenheiten, so Verträge mit den österreichischen Abnehmern, und der Syndikatsetat für 1911 vorgelegt worden. liber den Absatz wurde bekannt gegeben, daß dieser sich weiterhin zufriedenstellend entwickelt hat. Der Voranschlag des Syndikats für Dezember sei um 20 Prozent überstiegen worden. Der gesamte Jahresmehrabsatz sei auf ca. 30 Millionen Mark zu schätzen, worin allerdings der Absatzwert der Outsiderwerke enthalten sei. Es wurde anderwei warnenden Zurufe des auf der anderen Seite stehenden Bahnwärters die Gleise zu überschreiten. Der in diesem Augenblick von Bremen kommende Eilgüterzug 6012 erfaßte die Kinder, von denen drei auf der Stelle getötet wurden, während das vierte schwere Verletzungen erlitt. Es wurde ins KrankenDie älteste Frau Sachsens w Zittau, 22. Dezember. Gestern nachmittag starb die älteste Frau Sachsens Eleonore Geier, geb. Becker, kurz vor Vollendung des 105. Lebensjahres. Von Räubern erschossen. w Myslowitz, 22. Dezember. Gestern nachmittag drangen drei augenscheinlich russische Räuber in die Räume der polnischen Bank Markowski, früher Köhlen und Janischewski, und erschossen den Buchhalter Antol. Ob Geld geraubt wurde, ist noch nicht festgestellt. Die Räuber entkamen. 15 Jahre Kerker. w Wien, 22. Dezember. Der Zugführer der Kai serjäger Lanthaler, der wegen Ermordung eines russischen Advokaten zum Tode verurteilt, aber vom Kaiser begnadigt worden war, ist gestern vom Kriegstigen Meldungen gegenüber festgestellt, daß der europäische Auslandsabsatz, insbesondere der eng=l gericht zu 15 Jahren Kerkers verurteilt worden. lische Absatz, sich günstig entwickelt hat. Die amerikanischen Orders dauern fort. Der Jahresabsatz für 1910 wird für das Kalisyndikat ein Plus von 7 bis 8 Millionen Mark ergeben. Mit Rücksicht auf die Außenseiterverkäufer zu Syndikatspreisen berechnet, wird der Mehrkonsum an Kali für das Jahr 1910 etwa 25 Millionen Mark ausmachen brannte, und der wegen dringenden. Verdechts der Ein 11jähriger Junge als Brandstifter. * Zürich, 22. Dezember. In der Gemeinde Buch brannten in kurzer Zeit fünf große Bauerngehöfte nieder, ohne daß der Brandstifter festgenommen wer den konnte. Gestern vormittag gestand der 11jährige Sohn eines Landwirtes, dessen Haus zuerst ab(Schluß.) Tendenz von Scotsa21. Dezbr. Scotsch Warrants Kassa,— s.— d. Glasgow, Warrants: Willig. Scotsch Warrants Monat— s.— d. Middlesborongt Warrants Kassa 49 g. 10 d. Geld. Middlesborough Warrants Monat 50 s. 1 d. Geld. Tend. v. Middlesborough: Stetig. Stand von Scotsch Warranid: Fest. London, 21. Dezür. Metalle.(Ansang.) Chili Kupser 57 L. 1 s. 3 d. Chill Kupfer per 3 Monate 57 L. 17 s 6 d. Ruhig. Zinn Straits 172 I. 10 s.— d. Zinn Stralts per 3 Mon. 172.. 10 s.— d. Matt. Zink gewöhnliche Marken 23 L. 17 s. 6 d. Zink, spezielle Marken, 25 L. 5 s.— 4. Ruhig. Blei, spanisch, 13 L. 5 g.—., Blei englisch, 13 L. 12 s. 6 d. Ruhig. London, 21. Dezbr. Metalle.(Schluß.) Chill Kupser 57 1.— g.— d. Chill Kupser per 8 Monate 57 d. 15 s — d. K. stetig. Zinn Straits 172 L.— s.— d. Zinn Stralts per 3 Mon. 172 L. 5 s.— d. Flau. Zink, gewöhnliche Marken, 23 L. 17 s. 6 d. Zink, spezielle Marken. 25 L. 5 s.— d. Ruhig. Blei, spanisch, 13 L. 5 s.— d. Blei. englisch, 13 L. 11 s. 3 d. Ruhig. Paris, 21. Dezember. Getreidemarkt.(Schluß.) Haser per Dezbr. 19,15, per Januar 19,25, per Januar= April 19.40, per März=Juni 19,70. Ruhig. Roggen per Dezember 17,65, per Januar 17,10, per Jan.=April 17,65, per März=Juni 17,90. Ruhig. Weizen per Dezember 27.55, per Jannar 27.60, per Januar=Avril 27,60, per März= Juni 27,55. Ruhig. Mehl per Dezember 37,25, per nuar 87,15, per Januar=April 37,15, per März=Juni 36,95. Matt. Rüböl per Dezember 64¼, per Januar 64¼. per März=Juni 64¼, per Mal=Aug. 64½. Ruhig. Spiritus per Dezember 46, per Januar 47, per Januar=April per Mai=August 49. Ruhig. Leinöl per Dezember 93¾, per Mai=August 82¼. Ruhig. Wetter: Bewölkt. Paris, 21. Dezember. Zucker.(Schluß.) Rohzucker 27—27¼. Ruhig. Weißer Zucker per Dezember 29 7/8. per Jan. 80, p. März=Juni 30%, p. Mat=Ang. 30 7/8. Ruhig. Neuyork, 21. Dezember.(Schluß.) Dividende vor, gegen 23 Prozent im Vorjahre. Von der beabsichtigten Kapitalserhöhung wurde Abstand genommen. w Boston, 21. Dezember. Die Vertreter der größten Baumwollspinnereien in Neuengland ha ben beschlossen, falls sich die Zustände nicht bessern, im Januar Schritte zu einer gemeinsamen Betriebseinschränkung zu unternehmen. Schiffahrt. Norddeutscher Lloyd, Bremen. Neuste Dampferbewegungen: Dampfer„Frankfurt", nach Neuyork, 18. Dezember Lizard passiert.„Chemnitz", nach Baltimore, 17. Dezember in Philadelphia.„Hannover“, nach Galveston, 16. Dez. von Havana.„Borkum", nach Cuba, 19. Dez. Dover passiert.„Heidelberg", nach Brasilien, 16. Dez. von Pernambuco.„Halle", nach Brasilien, 18. Dez. in Antwerpen.„Wittenberg", nach La Plata, 18. Dez. Quessant passiert.„Zieten", nach Australien, 15. Dezbr. in Szdnev.„neisenau“, nach 16. Dez. von rcurtrr, 18. Dez. in Sy asien, 19. Dez. von Shanghai. „Gneisenau“ „Göttingen“ nach nach Australien, 16. Dez. von Aden.„Gollingen“. Australien, 18. Dez. in Sydney.„Goeben“. nach Ost„Sstlom“, asien, 18. Dez. in Colombo.„Derfflinger nach Ostnach OstU— pan, 17. Dez. von Sydney.„Stambul“, nach Batum, 19. Dez. von Catania.„Friedrich der Große", nach Bremen, 18. Dez. in Bremerhaven.„Main" nach Bremen, 16. Dez. von Baltimore.„Cassel“, nach Bremen, 17. Dez. von Galveston.„Würzburg", nach Bremen, 16. Dez. von Las Palmas.„Crefeld“, nach Bremen, 15. Dez. von Pernambuco.„Oldenburg", nach Bremen, 19. Dez. in Bremerhaven.„Gotha", nach Bremen, 16. Dez. in Buenos Aires.„Seydlitz", nach Bremen, 16. Dez. Gibraltar passiert.„Westfalen“, nach Bremen, 17. Dez. in Bremen.„Greifswald“, nach Bremen, 16. Dez. in Antwerpen.„Franken“, nach Bremen, 18. Dez. in Aden.„Prinzeß Alice“, nach Bremen, 17. Dezbr. von Gibraltar.„Kleist“, nach Bremen, 18. Dez. in Singavore.„Lützow“, nach Hamburg, 17. Dezbr. in Aden. „König Albert“, nach Genua, 17. Dezbr. in Genua. „Prinz Heinrich“, nach Marseille, 17. Dez. von Neapel. „Therapia“, nach Marseille, 17. Dez. Galata passiert. Weihnachtsfeier. In der geräumigen Aula der hiesigen Handwerkerund Kunstgewerbeschule veranstalteten gestern abend Lehrerkollegium, Schüler und Schülerinnen gemeinsam mit ihren Angehörigen und Gönnern der Schule eine Weihnachtsfeier. Ein Riesentannenbaum mit zahlreichen Lichtern gab der Veranstaltung das feierliche Gepräge. Eingangs der Feier begrüßte Herr Direktor Regling in liebenswürdigen Worten die Anwesenden und sprach seinen Dank aus für das zahlreiche Erscheinen; die große Aula war bis auf den letzten Platz besetzt. Herr Busch hielt dann einen längeren, instruktiven Vortrag über„Die Dar stellung der Geburt Jesu Christi in der Kunst". An Hand von zahlreichen Lichtbildern zeigte der Vor tragende, wie die Geburt Christi den Malern und sonstigen Künstlern zu allen Zeiten ein willkommenes Motiv für ihre Schöpfungen gewesen sei und daß von den italienischen Künstlern der geniale Michel Angelo, von den Niederländern Rembrandt und von den Deutschen der größte Künstler unserer mittelalterlichen Kunst Albrecht Dürer es am meisterhaflesten verstanden hätten, die Geburt Christi ihrer Kunst nutzbar zu machen. Diesem beifällig aufge nommenen Vortrage folgten Liedervorträge. Frau Direktor Regling erfreute mit einem Sopransolo „Also hat Gott die Welt geliebt“. Der nicht enden wollende Beifall zeigte, daß sich die Vortragende die volle Gunst der Anwesenden schnell erworben hatte. Mit einer weichen und sympathischen Sopranstimme brachte Frau Busch ein Weihnachtslied zum Vortrage. Ihr folgte mit nicht minder gutem Erfolge Herr Göpel, der mit seiner weittragenden, kräftigen Baritonstimme drei Lieder sang,„Der Wanderer“(Schu bert),„Minnelied“(Brahms) und„Gebet“(Wolf) Die deutliche Aussprache ermöglichte es, daß sein Ge sang auch in der entferntesten Ecke gut verstanden wurde. Zwei Klaviervorträge(Präludium Es=moll von Bach und Aufschwung von Schumann) gaben Herrn König Gelegenheit, seine Kunst am Klavier zu zeigen. Außerdem gelangten noch zum Vortrage das Duett für Sopran und Alt„An den Abendstern“ von Schumann(Frau Regling und Frau Busch) und ein Duett aus der„Schöpfung“ von Haydn(Herr Göpel und Frau Busch). Alle Vortragenden ernteten für ihre Darbietungen lebhaften Beifall. Die Begleitung am Klavier zu den Liedern hatte in liebenswürdiger Weise Herr Busch übernommen. Er entledigte sich seiner Aufgabe in geschickter und feinfühliger Art. Das Schlußwort sprach dann Herr Direktor Reg ling; er wünschte, daß alle die beste Erinnerung mit fortnehmen und auch weiterhin der Schule ihr Wohl wollen angedeihen lassen möchten. Der gemeinsame Gesang„O du fröhliche“ schloß die schöne Feier. R. Täterschaft festgenommen worden war, alle fünf Gebäude in Brand gesteckt zu haben. Hochwasserschäden. w Lorient, 22. Dezember. Das Unwetter und die Überschwemmungen dauern an. Ein Haus stürzte ein und tötete drei Personen. Automobilunglück. w Bukarest, 22. Dezember. Der Generalsekretär im Unterrichtsministerium Theodoru wurde gestern bei Hufi am Pruth gelegentlich einer Inspektions= reise bei einem Automobilunfall getötet. Cholera. w Konstantinopel, 22. Dezember. In den letzten 24 Stunden sind 43 Erkrankungen an Cholera und 20 Todesfälle festgestellt worden. Feuersbrunst. * Neuyork, 22. Dezember. In Cincinnati brach in einem Fabrikrevier Feuer aus. Der Schaden beträgt zwei Millionen Dollars. Viele Feuerwehrleute wurden verletzt, zwei wurden getötet. 30 Arbeiter verschüttet. Nikolajew(Gouv. Cherson), 22. Dezember. Beim Einsturz eines Getreidespeichers wurden 30 Arbeiter verschüttet. Bisher wurden 5 Leichen geborgen. Der chinesisch=russische Zwischenfall. w Peking, 22. Dezember. Von chinesischer Seite wird offiziell erklärt, die in Sachalin bei Blagoweschtschensk verhafteten Russen hätten in trunkenem Zustande die Ruhe gestört. Die Verhaftung erschien geboten, um eine volle Untersuchung und eine Bestrafung der Ruhestörer herbeizuführen. 5 w Weimar, 22. Dezember. Oberbürgermeister Pabst ist gestern nachmittag am Herzschlage gestorben w Eisleben, 22. Dezember. Der Oberberg= und Hüttendirektor Bergrat Vogelsang wurde vom Handelsminister in die Bergbaudeputation berufen w Rom, 22. Dezember. Der Ministerpräsident brachte in der Kammer einen Gesetzentwurf zur Wahlreform ein. w Heidarabad, 22. Dezember. Gestern reiste der deutsche Kronprinz nach Bombay ab. * Belgrad, 22. Dezember. Kronprinz Alexander hat sich von seiner Krankheit soweit erholt, daß er täglich im Automobil Ausflüge in die Belgrader Umgebung unternehmen kann. Nach den serbischen Weihnachten wird der Kronprinz zu mehrwöchigem Erholungsaufenthalt nach der Riviera fahren. Schweinezufuhren im Westen 71000, davon in Chicago 24000 Handelstelegramme. Hamburg 21. Dezember, nachmittags 8 Uhr. Kaffee chminagsbericht.! Goad average Santos per Dezbi. 56¼. per März 56½, per Mai do, per Septbr. 55 1 Gd Tendenz: Stetig. Hambura, 21. Dezember. Zuckermarkt.(S richt.) Rüben=Rohzucker 1. Produkti Basis 88% vrenosment neue Usance frei an Bord Hamburg per Dezembei .00, per Jan..00, per März.07½. per Mai.20, per August.37⅛ per Okt.=Dezbr..40. Tendenz: Matt. Frankfurt a.., 21. Dezember. Effekten=Soztetät.(Anfang. Stetig. 4% Svanier— 4% Türken nuif....— Türkenlose— Berliner Handel 170¼ Darmstädter Bank 190% Deutsche Bank 260¼ Dresdner Bank 162 1 Disc.=Kommandit 194 National=Baur— Oesterreich. Kredit 210¼ Frankfurt a.., 21. Dezember. Effekten=Sozletät.(Schluß.) Ruhig. Schaaffhausen— Franzosen 160¼ Lombarden 21½ Baltimore 1065 Hamburger Paket. 1423 Nordd. Llono 1064 Bo humer Gußstahl 223 Gelsenkirchen 2121 arbener***"""— aurahlttte."— 4% Spanter— 4% Türken— Türkenlose— Berliner Handel...— Darmstädter Bank..— Deutsche Bank— Dresdner Bank— Disc.=Kommandit 194 National=Bank— Oesterreich Kredit. 210% *** **** Schaaffhausen Franzosen Lombarden Baltimore Hamburger Paket Nordd. Lloyd Bochumer Gußstahl Gelsenkirchen Harpener Laurahütte 1606 21% *** *** Glasgow, 21. Dezbr.(Anfang.) Tendenz von ScotschWarrents: Willig. Scotsch Warrants Kassa,— s.— 4 Scoisch Warrants Monat— a.— d. Middlesborough Warrants Kassa 49 g. 10 d. Geld. Middlesborough Warrants Monat 50 g. 2 d. Geld. Tend. v. Mideles borough: Stetig. Stand von Scotsch Warrants: Fest. Witterungsbericht von der meterologiichen Beochachtungsstation Kaiser Wilhelm=Hain in Dortmund am 21. De ember 1910. Eingesandt. Weihnachten im Blindenverein für Dortmund und Umgegend. Die diesjährige Feier mit der seit Jahren üblichen Bescherung armer Mitglieder und deren Angehörigen findet am Mittwoch, den 28. Dezember, im Haussaale des Reinoldushofes abends statt. Das diesmal reichhaltige Programm des offiziellen Teiles, beginnend 8 Uhr, zu dessen Erledigung das beliebte Quartett Hackenberg und die Solosängerin Frl. Lydia Brose ihre Mitwirkung zugesagt haben, verspricht einen interessanten Abend. Näheres im Inserat am Dienstag. * Der Verein ehemaliger Kameraden der kaiserlichen Schutztruppen, Dortmund und Umgegend, Vereinslokal „Zum Afrikaner", Friedrichstraße 8, ist als Kriegerverein anerkannt worden und tritt dem Landeskriegerverband bei. Der Verein nimmt Kameraden auf, die in den deutschen Kolonien bezw. Schutzgebieten gedient haben. Was ist. Ruhm? Roman von Max Kretzer. Kritiken im Auszug. „Es kann mit Recht behauptet werden, daß jedem neuen Werke des„Berliner mit dem größten Interesse entgegengesehen wird, da er seit langem zu den schriftstellerischen Größen gehört, deren Schöpfungen von vornherein einen litterarischen Genuß versprechen.“ (National=Zeitung.) „Kretzer hat in diesem bis ans Ende lebendig spannenden Roman fesselnde Bilder der verschiedenartigsten, lebenswahr geschilderten Künstlerindividualitäten gezeichnet und das Milien sowohl in den Kreisen der einsam, im Dunkeln Großes schaffenden, wie die im Glanze des Tages sich sonnenden, aufgeblasenen Modegötzen prächtig getroffen."(Leipz. Neueste Nachr.) Von diesem spannend geschriebenen Werke des so beliebten Autors haben wir einen Posten Remittenden=Exemplare erworben und den Preis bedeutend ermäßigt. Statt 5 Mk. nur 95 pfg. Elegant gebunden nur.50 mi. Nach auswärts gegen Einsendung von.25 A resp..80 M franko: gegen Nachnahme 20 Pfg. mehr. C. L. Krüger, 6. b.., modern. 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Die Son Es naht des Jal Zwölften. Mit zwölf Tage und Halle. Auf dem Bänke endigten, die getreue Gattit sippen. Opferduf die Stunde des die Götter zu eh kampfesfrohen Hi nicht eher zu ruh liger Mut erfüllt unter den kühnge die Mannen näh bei Sang und# Schmaus zu feie von Bank zu B trunk und füllen trunk entbietet d Trinkhorn. Laute Lippen der Man Becher dem edlei Bringt den Ebei nachdem zuvor n len und das In Opfertieres den Glut geweiht. schmaust und tri winkt! Wenn sich der sich dann nisonnenwendefeier Sitten und Brät mit dem Weihna hältnisse herüber □ Ein guter vor der Tür. B zum Mitteilen! Wink. 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Das Ideal ist es doch sicherlich, wenn daheim im traulichen Kreis der Familie gelesen wird. Aber wenn die Kinder nicht in wünschenswerter Weise erzogen werden, wenn die Familienverhältnisse aus sittlichen oder wirtschaftlichen Gründen zerrüttet sind, wenn die Wohnung eng, ungesund und unsauber ist, wo soll die Jugend hin? Auf die Straße, um anderweitigen Versuchungen und Verführungen ausgesetzt zu sein? Was soll ihre geistige Nahrung sein? Der Schmutz in Wort und Bild, wie er ihr auf Schritt und Tritt entgegentritt? So scheint tatsächlich die Errichtung von Jugendlesehallen in unserer Zeit Notwendigkeit zu werden. Allein durch Institutionen ist niemals in der Welt en unter der Leitung tüchtiger Persönlichkeiten stehen, die Leitung— Sinn und Verständnis für unsere Jugend haben. etwas gebessert worden, sondern nur durch Persön lichkeiten. So auch hier. Diese Institute müsse Persönlichkeiten steh Jugend Sie dürfen nicht riesengroß, unübersichtlich, lärmvoll sein; sie müssen klein, leicht übersehbar, traulich sein, damit der Einfluß des Leiters oder der Leiterin auf jedes Kind auregend, erziehend, wärmend wirkt. Sie dürfen nicht schulmeisterlich, pedantisch, langweilig verwaltet werden, sondern freudig muß man nicht nur dem Lesehunger und dem Wissensdurst, sondern auch dem Spielbetrieb und dem Unterhaltungsbedürfnis der Jugend entgegenkommen. Überall in den verschiedensten Stadtteilen müssen solche Jugendheime entstehen. Es ist klar, im Winter sind Jugendlesehallen notwendiger als im Sommer, für die konfirmierte Jugend notwendiger als für die Schuljugend, für die Großstadt notwendiger Kleinstadt. wickeln? Wie wird sich als für die die Sache weiter entDr. S. n. Stadt und Land. Dortmund, 22. Dezember. 1 W i n t e r s A n f a n g. A m 2 2. 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Wodans wildes Heer kündet die Wiederkehr des Lichtes an. Der Jahres kürzester Tag ist erreicht. Die Sonne wendet sich wieder nordwärts. Es naht des Jahres hochheilige Zeit, die Zeit der Zwölften. Mit Sang und Klang feiert man sie zwölf Tage und Nächte. Festlich geschmückt ist die Halle. Auf dem Hochsitze, nahe am Herd, wo die Bänke endigten, saß der Edeling, ihm zur Seite die getreue Gattin und rings die Mannen und Gesippen. Opferduft erfüllte den Raum. Doch ehe die Stunde des feierlichen Mahls begann, galt es die Götter zu ehren. Nur edle Taten geloben die kampfesfrohen Helden jederzeit zu vollbringen und nicht eher zu ruhen, bis der Sieg ihnen winkt. Heiliger Mut erfüllte alle, und hell blitzten die Augen unter den kühngeschwungenen Brauen. Dann rücken die Mannen näher zusammen, um das Jubelfest bei Sang und Klang, bei fröhlichem Gelage und Schmaus zu feiern. Vielgeschäftig eilen die Mägde von Bank zu Bank mit des Metes süßem Labetrunk und füllen die Becher. Frohen Willkommentrunk entbietet des Hauses Herr im reichverzierten Trinkhorn. Lauter Heilruf schallt von den bärtigen Lippen der Mannen, und alle heben den gefüllten Becher dem edlen Herrn und der Herrin entgegen. Bringt den Eber herein! so ruft der Gastgeber, nachdem zuvor mit dem Blute des Tieres die Ed len und das Ingesinde genetzt und das Herz des Opfertieres den Göttern auf gierig verzehrender Glut geweiht.„Nun trinkt und schmaust, und schmaust und trinkt, der Eberkopf, der Metkrug winkt! Wenn sich das holde Licht erneut, ach elend, der sich dann nicht freut!“ Das war die Wintersonnenwendefeier unserer Altvordern! Mancherlei Sitten und Bräuche aus jener grauen Vorzeit sind mit dem Weihnachtsfeste in unsere christlichen Verhältnisse herübergekommen. □ Ein guter Weihnachtsrat. Weihnachten steht vor der Tür. Wie viel Gelegenheit zum Wohltun, zum Mitteilen! Heute nur ein kleiner Rat und Wink. Es sollte niemand auf dem Boden und in der Rumpelkammer Spielsachen und Bücher, alte Kleider und Möbel verstauben und verderben lassen,„weil er sie doch noch einmal brauchen könnte", statt sie zum Gebrauch weiterzugeben. Gerade in unserer schnellebigen Zeit veraltet alles sehr bald; deshalb empfiehlt es sich doppelt, rechtzeitig alles Unnütze abzustoßen. Waisenhäuser und Krüppelheime bitten um Spielsachen, und auch an seinem Ort kann jeder Verwendung für nutzlose Sachen finden, von denen er sich trennen sollte. Auch unsere Kinder, die so gern schenken, müssen früh lernen, daß es recht und billig ist, vom Überfluß abzugeben und allerwenigstens das weiterzureichen, was man nicht mehr für sich braucht. Ist es ihnen überhaupt gut und nützlich, Puppen, Spiele, Bücher dutzendweise zu besitzen? Würden sie durch wenige, aber solide Sachen nicht auch ordentlicher und sorgfälriger, anspruchsloser und kindlicher bleiben und zugleich den späreren Wechselfällen des Lebens besser gewachsen sein? ** Vom Dortmunder Hafen. Wie wir mitteilten. haben die Stadtverordneten am Dienstag abend in der geheimen Sitzung beschlossen, für den Ankauf des Hafens Hardenberg, für Ablösung des staatlichen Anteils am Dortmunder Hafen und für den weiteren Ausbau dieser Anlagen 1900000 M bereit zu stellen. Für den Dortmunder Hafen sind bis jetzt 8685000 M ausgegeben worden, davon hat die Stadt 7360000 m aufgebracht, während der Staat sich mit 1325000# beteiligte. Alljähr lich mußte der beim Hafenbetrieb erzielte Rohge scheint auch kein besonderes Interesse an der weiteren Mitbeteiligung zu haben, und so ist denn zwi chen Fiskus und Stadt ein Abkommen zustande gekommen, nach dem der Fiskus seinen Anteil an die Stadt abtritt. Die Einlage des Staates und auch die der Stadt haben bisher nur zwei Prozent Zinsen jährlich gebracht, dieses ist beim Ankauf berücksichtigt worden und deshalb erhält der Fiskus für die angelegten 1325000 K nur 757142 M. An den Verkauf knüpfte er außerdem die Bedingung der Übernahme des Hafens Hardenberg für 900000 M. Auch dem hat die Stadt bezw. das Kollegium zugestimmt. Der Hafen Hardenberg ist einerzeit von der Dortmund=Enscheder Bahn angelegt worden, nachdem sich Verhandlungen zwichen der Stadt und jener Eisenbahngesellschaft wegen Führung einer Bahnlinie von der Dortmund=Enscheder Strecke nach dem städtischen Hafen zerschlagen hatten. Der Hardenberger Hafen konnte zeitweise dem Stadthafen große Konkurrenz machen und hat das wohl auch besorgt, so lange der Stadthafen keine direkte Verbindung mit dem Eisen= und Stahlwerk Hoesch und sonstigen Werken besaß. Mit Anlage der städtischen Kleinbahn ist das anders geworden. Nun gehen beide Häfen in den Besitz der Stadt über. Und wenn erst die Verbindung Dortmunds mit dem Rhein hergestellt sein wird, dann ist auf eine ganz gewaltige Steige rung des Verkehrs in Dortmunds Häfen zu rech nen. Diese Verkehrsvermehrung hat wahrscheinlich auch zur Folge, daß hier so manche neue industrielle Anlage ersteht. Da ist es denn für alle Fälle gut, wenn die Stadt in der Nähe des Hafens und der Eisenbahnen eventl. Bewerbern Gelände zu nicht auzuhohen Preisen anzubieten vermag. Unter diesem Gesichtspunkte ist auch der von den Stadtverordneten beschlossene Erwerb des 64 Morgen großen, den Erben Hüttemann in Bielefeld gehörigen Geländes im hintersten Westerholz zu be trachten. Die Besitzer verlangen zwar 527450 K, die Stadtverordneten haben den Ankauf unter der Bedingung genehmigt, daß der Preis auf 500000 Mark herabgesetzt wird. Einen besseren Käufer als die Stadt werden die Besitzer kaum finden, und dann werden sie auch bedenken, daß, falls der Verkauf nicht zustande kommen sollte, sie mit jedem Jahre 20000 A an Zinsen verlieren. ** Maul= und Klauenseuche. Eine Sonderaus gabe des Amtsblattes der Regierung veröffentlicht landespolizeiliche Anordnungen zur Maul= und Klauenseuche im hiesigen Bezirk. Sämtliche in dem verseuchten Bezirk befindlichen Wieder käuer und Schweine unterliegen der Stallsperre. Als verseuchter Bezirk(Sperrbezirk) gelten z zeit: 1. die Gemeinde Kirchderne, und zwar der Teil südlich des Dortmund=Gronauer Eisenbahndammes, 2. die Gemeinde Wambel, und 3. die Gemeinde Brackel, und zwar letztere beide für die Teile nördlich des Köln Mindener Eisenbahndammes. Die Abgabe roher Milch aus den verseuchten Gehöften ist verboten. Die Ausfuhr von Klauenvieh aus dem Sperrbezirk, die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk, sowie das Durchtreiben solcher Tiere und das Fahren mit Rindvieh durch den Sperrbezirk ist verboten. Um den Sperrbezirk wird ein Beobachtungsgebiet gebildet, in dem alle Wiederkäuer und Schweine unter polizeiliche Beobachtung gestellt werden. Das Beobach tungsgebiet umfaßt folgende Gemeinden: Kirchderne, Altenderne=Oberbecker, Altenderne=Niederbecker, Vostedde, Grevel, Wambel und Brackel, soweit sie nicht chon Sperrbezirk sind. Aus dem Beobachtungsgebiet dürfen Tiere der bezeichneten Gattungen ohne ausdrückliche Genehmigung des Landrats nicht entfernt werden. Die Erlaubnis darf nur für Schlachtvieh und nach tierärztlicher Untersuchung des ganzen viehbestandes des betreffenden Gehöftes auf Grund eines tierärztlichen Attestes gestattet werden, das nur 24 Stunden Geltung hat. Das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen durch das Beobachtungsgebiet ist verboten, ebenso auch das Fahren mit Rindvieh. B r Neue Stationsbezeichnungen. Infolge Eingemeindung erhält vom 1. Januar 1911 ab die an der Strecke Essen Hauptbahnhof—Werden-Düssel; dorf gelegene Personenstation Rellinghausen=West die Bezeichnung„Essen=Stadtwald“ und der an der Strecke Mülheim—Heißen—Dahlhausen(Ruhr) gelegene Bahnhof Rellinghausen=Nord die Bezeichnung„Essen=Rellinghausen.“ k Ein Vertrauensseliger. Ein Arbeiter mit einer Löhnung von 60 A in der Tasche traf gestern einen früheren Arbeitskollegen, der ihn zu einem Glase Bier einlud. Man zechte stark, und schließlich bot der frühere Arbeitskollege seine Wohnung als Nachtquartier an. Als der Arbeiter am nachMorgen erwachte, war der frühere Arbeitseinen Besuch ab und nahmen Schokolade, Kakao, Kaffee, Zuckerwaren und Fruchtsäfte in erheblichen Mengen mit.— In der Bornstraße stahl man aus einem Hause ein Portemonnaie mit Inhalt, ein goldenes Medaillon, einen Siegelring und diverse andere Sachen.— Es sind wieder Diebe an der Arbeit, die sich in Geschäftshäuser und Restaurationen einschleichen, an den Klosetts die Bleileitungen abschneiden und stehlen.— Aus einem Hause am Hiltropwall wurden gestern nacht mittels Einsteigens diverse Herren= und Damenkleidungsstücke gestohlen. Als die Bestohlenen erwachten und den Dieben nachsetzten, suchten diese ihr Heil in der Flucht und ließen auf der Straße die gestohlenen Sachen fallen. pp Einbruch. Im hiesigen Brüderkrankenhause ist ein Einbruch verübt worden, und zwar anscheinend von einem dortigen Rekonvaleszenten. Der Einbrecher ist mittels Leiter durch das Bureau fenster eingestiegen, hat aber nur ein Taschen messer mit brauner Hornschale und zwei Kisten Zigarren erbeutet. ny Ein rabiater Messerheld. In vergangener Nacht wurde in der Münsterstraße der Arbeiter Albert Brosterhaus von dem Stuckateur Heinrich Brockmann durch zwei Messerstiche in die Brust und in den linken Oberarm schwer verletzt Der Täter setzte seiner Festnahme ärgsten Widerstand ent gegen, so daß er mit Mühe und Not festgenommen werden konnte. Im Polizeigewahrsam dauerte es noch lange Zeit, ehe der Wüterich sich beruhigte. §§ Wirtschaftsverkauf. Die Gastwirtschaft von Haarmann, Heiligegartenstraße Nr. 34, ist zum Preise von rund 125000 A mit allem Inventar an den Restaurateur Albert Beckmann verkauft worden. sten Mitnahme der Uhr, kollege verschwunden unter sowie des gesamten Geldes. ** Personalien. Zur weiteren dienstlichen Verwendung sind überwiesen worden: der Regierungsassessor Friedrich Schmidt in Hörde der königlichen Regierung in Königsberg, der Regierungsrat Keller in Arnsberg der königlichen Regierung in Liegnitz— Der bisherige zweite besoldete Beigeordnete Franz Dieckmann in Münster ist als erster besoldeter Beigeordneter(zweiter Bürgermeister) der Stadt Münster auf zwölf Jahre bestätigt worden.— Der Geheime Regierungsrat Haeckermann in Königsberg ist der königlichen Regierung in Minden, der Regierungsrat Voigtel in Münster der königlichen Regierung in Merseburg, der Regierungsrat Dr. Freiherr von Gaudy in Minden der königlichen Regierung in der Gols ir Berlin der königlichen Regierung in Münster zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden.— Der neuernannte Regierungsassessor Dr. Sommer aus Kassel ist der königlichen Polieidirektion in Saarbrücken zur dienstlichen Verwendung überwiesen worden.— Der bisherige besoldete Beigeordnete(zweite Bürgermeister) Dr. Rudolf Stapenhorst in Bielefeld ist als erster Bürgermeister der Stadt Bielefeld auf zwölf Jahre bestätigt worden. Zugleich ist ihm der Titel„Oberbürgermeister" verliehen worden. — Ein Weihnachtsgeschenk für Eisenbahner. In einer am 11. d. M. vom Elberfelder Eisenbahnerverband in Elberfeld einberufenen Versammlung erklärte der anwesende Vertreter der kgl. Eisenbahndirektion Elberfeld, Herr Oberregierungsrat Schneider, daß den Eisenbahnarbeitern ab 1. Dezember dieses Jahres eine Lohnerhöhung seitens der Verwaltung bewilligt sei. Für den Direktionsbezirk Elberfeld betrage die jährliche Mehrausgabe an Löhnen 450000 M und für das gesamte preußisch=hessische Verwaltungsgebiet 12200000 A. Ebenso soll nach den Ausführungen des genannten Vertreters der Verwaltung in der Elberfelder Versammlung in Zu kunft auch den Eisenbahnoberbauarbeitern unter gewissen Voraussetzungen Erholungsurlaub gewährt werden. m Diebstähle. In einem Warenhause stahl man winn nach dem Verhältnis der Beitragsleistung einer auswärtigen Dame im Gedränge ein beiseite geteilt werden. Die Stadt hat ein Interesse daran, gelegtes, silbernes Handtäschchen.— Diebe statteten alleinige Besitzerin des Hasens zu sein; der Fiskus dem Kaffeegeschäft von Tengelmann, Hohestraße, Hörde, 21. Dezember. Eingemeindungskommis sion. Magistrat und Stadtverordnete sind für Frei tag zu einer gemeinsamen Sitzung einberufen, auf deren Tagesordnung die Bildung einer Eingemeindungskommission steht. Nachdem in Dortmund eine solche Kommission eingesetzt worden ist, wurde solches auch für hier als zweckmäßig erachtet. (?) Dorstfeld, 21. Dezember. Aus der Fürsorge entwichen. Der am 10. August 1891 in Rixdorf bei Berlin geborene Max Knoll entfloh im April d. I aus der Fürsorgeerziehungsanstalt Zülsdorf in Pommern. Als Gelegenheitsarbeiter und Bettler kam er bis nach hier und nahm bei dem Landwirt D unter Vorzeigung falscher Papiere Arbeit an. Er verriet sich schließlich selbst und wurde heute, als er flüchten wollte, vom Gendarmeriewachtmeister Kuhnke festgenommen. s Marten, 21. Dezember. Ein bedauerlicher Un glücksfall ereignete sich gestern auf dem neuen Schacht der Zeche„Germania II“. Beim Aussteigen aus dem Kübel rutschte der Schachthauer Heinrich Renkhoff aus Somborn aus und fiel durch die Schachtplatte aus beträchtlicher Höhe herab. Der Beklagenswerte wurde tot vom Platze getragen. k Lütgendortmund, 21. Dezember. Pfarrereinfüh rung. Der zum dritten Geistlichen gewählte Hilfs prediger Nolting aus Stüter bei Hattingen wird am 5. Februar n. J. in sein hiesiges Amt eingeführt werden. k Derne, 21. Dez. Eine große Weihnachtsfeier veranstaltete am Sonntagabend der Männerverein der evangelischen Kirchengemeinde Derne im Langerbeinschen Saale hier. Das geräumige Lokal konnte die Erschienenen kaum fassen. Mit dem ge meinschaftlichen Gesang: Jauchzet ihr Himmel... wurde die Feier eröffnet. Eine Schülerin der hie sigen Wilhelmschule sprach hierauf einen stim mungsvollen Prolog. Die Festansprache hielt dann der Vorsitzende des Vereins Herr Hauptlehrer Vieler über:„Die Bedeutung des Weihnachtsfestes für uns Deutsche, sowie über Weihnachtssitten und =Gebräuche.“ Hierauf folgten Gesangvorträge von den Kinderchören der Luther=, Bismarck= und Wilhelmschule, sowie von der Gesangabteilung des Männervereins, die sämtlich von den Zuhörern mit Beifall ausgenommen wurden. Besonderen Beifall aber ernteten zwei Chöre, die von der Gesang abteilung gemeinsam mit dem Kinderchor der Wilhelmschule unter der Leitung des Lehrers Herrn Klinkmann vorgetragen wurden. Die Zwischenpausen wurden durch gemeinsame Lieder und durch zwei Festspiele:„Die Hirten auf dem Felde" und „Unverhoffte Weihnachtsfreude" ausgefüllt. Letz tere wurden von Schülern der Wilhelmschule aufgeführt, die sich mit Geschick ihrer Aufgaben ent ledigten. Auch diesen blieb der Dank der Zu schauer nicht vorenthalten. Den Höhepunkt der Feier bildete die Kinderbescherung. Mehr als 600 dieser kleinen Erdenbürger hatten sich aus dem ganzen Bereiche der hiesigen Kirchengemeinde ein gefunden und für alle hatte der Verein den Weih nachtstisch gedeckt. Mit dem gemeinsamen Gesang „Ich bete an die Macht der Liebe“ fand die erhebende Feier einen würdigen Abschluß. 0 Altenderne, 20. Dezember. Die Gesellschaft Verein veranstaltete gestern abend bei guter Beteiligung einen prächtig verlaufenen Unterhaltungsabend unter strahlendem Weihnachtsbaume. Nur zu rasch waren die schönen, gemütlichen Stunden entschwun den, aber noch lange werden sie in aller Erinnerung bleiben. r Horstmar, 21. Dezember. Hauptlehrer em. Stüwe*. Im Alter von 76 Jahren ist heute vormittag der älteste Bürger unseres Ortes, Herr Hauptlehrer em. Friedrich Stüwe gestorben. Vor der im Jahre 1899 erfolgten Versetzung in den wohlverdienten Ruhestand hat der Verstorbene fast volle 40 Jahre in segensreicher Tätigkeit bier gewirkt. Der bis zu seinem Ableben stets rüstige und muntere Greis genoß die Achtung aller Bevölkerungskreise in vollstem Maße. Das Vertrauen der Gemeindeeingesessenen hat ihn auch nach der Pensionierung zum Schulvorstandsmitglied berufen. Dieses Amr hat er bis zu seinem Lebensende verwaltet, wobei er für die Angelegenheiten der Schule stets ein reges Interesse gezeigt hat. Er ruhe in Frieden! 1 Lünen, 21. Dezember. In arger Weise bestohlen worden ist der Unternehmer H. im süd lichen Stadtteile von seinem Fuhrtnecht W. Bei einer vorgenommenen polizeilichen Haussuchung in der Behausung des W. wurde ein großer Posten Bauholz, Spalierlatten, Hafer= und Zementsäcke, und noch mehrere andere Sachen vorgefunden. Der Dieb wurde verhaftet.— Spät gefunden. Die hiesige Polizei beschlagnahmte bei dem Schäfer G. hier ein Jagdgewehr im Werte von 150 M. das im Jahre 1903 dem Fabrikbesitzer P. hier gestohlen worden ist.— Entlaufen aus der Fürsorgeerziehung in Coesfeld ist die 17jährige K. von hier; sie hält sich schon seit einiger Zeit im Hause ihrer Eltern verborgen.— Ein Milchfuhrwerk kollidierte mit einem Straßenbahnwagen. Der Milchwagen wurde beschädigt, die Milch floß in den Rinnstein. h Wellinghofen, 21. Dezbr. Unfall. Gestern stürzte ein Maurer vom Gerüst eines Neubaues der Zeche„Admiral“ aus beträchtlicher Höhe in die Tiefe. Der Unglückliche hat infolge des Sturzes Arm= und Beinbrüche und mehrere Verletzungen am Kopfe erlitten, die seine Überführung ins Krankenhaus erforderlich machten. g Kirchhörde, 21. Dezember. Arbeitskarte. Es dürfte jedenfalls nicht überflüssig erscheinen, die Eltern, die ihre Kinder, die noch schulpflichtig sind, zu gewerblichen Beschäftigungen hergeben, daran zu erinnern, daß solche Kinder eine Arbeitskarte, die ihnen am Amte unentgeltlich verabfolgt wird, haben müssen. Die Arbeitgeber, die solche Kinder ohne eine solche Karte beschäftigen, machen sich des Vergehens gegen das Strafgesetz schuldig. Auch dürfen derartige Kinder von abends um Uhr bis morgens um 8 Uhr nicht beschäftigt werden. g. Großholthausen=Kirchhörde, 21. Dezember. Bestanden. Herr Hirzebruch, der vor einiger Zeit das Staatsexamen mit Auszeichnung bestand, erwarb am 19. dieses Monats den philosophischen Doktorgrad mit dem Prädikat: Summa cum laude. § Schwerte, 21. Dez. Die alte katholische Kirche wurde in der letzten Sitzung der kirchlichen Ver tretungen an den Bauunternehmer Dittrich zum Preise von 100 Mark auf Abbruch verkauft. p Westhosen, 21. Dez. Volkszählung. Das Ergebnis der letzten Volkszählung ist für die einelnen Gemeinden des Amtes Westhofen folgendes: Pesthofen 1224 männliche und 1057 weibliche Peronen, Syburg 391 männliche und 355 weibliche, Garenfeld 257 männliche und 260 weibliche, Holzen 1194 männliche und 1097 weibliche, Wandhofen 361 männliche und 330 weibliche, Villigst 142 männliche und 126 weibliche, Geisecke 176 männliche und 158 weibliche und Lichtendorf 595 männliche und 502 weibliche Personen. b Menden, 20. Dez. Ausbau der höheren Stadtschule. In der Stadtverordnetensitzung stand als einziger Punkt auf der Tagesordnung der Vortrag des Geh. Regierungs= und Provinzial chulrats Dr. Hechelmann aus Münster über den Ausbau der hiesigen höheren Stadtschule. Reb ner erörterte zunächst die Bedürfnisfrage. Die setzige Rektoratschule zähle in vier Klassen 103 chüler, wovon die einheimischen 70 K und die auswärtigen 80 M Schulgeld zahlen. Der Ausbau würde von dem Stand der städtischen Finanzen abhängen, da er einen Zuschuß von 50000 Mark zum mindesten erfordern würde. Auf einen Staats uschuß sei wohl kaum zu rechnen. Die Umwand lung der Rektoratschule in eine höhere berechtigte Lehranstalt sei also kostspielig. Die Angliederung an eine benachbarte höhere Lehranstalt— Iser lohn oder Unna— sei die billigste Art der Um wandlung. Vielleicht könnte dann der Lehrkörper der jetzigen Rektoratschule mit übernommen wer den. Nach kurzer Diskussion wurde von einer Be schlußfassung abgesehen, da vor Ostern 1912 doch nicht die Umwandlung verwirklicht werden könnte. Mit Dankesworten an den Referenten schloß der Vorsitzende Bürgermeister Dr. Overhues die Ver sammlung. p Menden, 21. Dezember. In der geheimen Sit zung der Stadtverordneten wurde als Direktor des städtischen Gas= und Wasserwerks Herr Wasserwerks ingenieur Schindner(Iserlohn) gewählt. Aus Westfalen und benachbarten Provinzen. b Hemer, 21. Dezember. Die Amtsversammlung setzte den Etat in Einnahme und Ausgabe auf 140 500 M fest. Zum Amtskassenrendanten wurde Herr Steffen gewählt; der bisherige Rendant Mi chels tritt in den Ruhestand. &am Fröndenberg, 21. Dezember. Der Gemeinderat setzte den Etat für 1911 auf 161 100 M fest und die Steuerzuschläge auf 250 Prozent(im Vorjahr 300 Prozent). Essen, 19. Dezember. Von der Emscher. Bei Ge legenheit des Festes der Emschergenossenschaft vor einigen Tagen wurde bekanntlich das Wasser der Emscher vorläufig in den neu hergestellten Lauf der Emscher eingelassen. Dies geschah durch Entfernung einiger Balken aus dem Staudamm, der den alten von dem neuen, wesentlich tiefer gelegenen Lauf trennt. Dauernde Überführung des Wassers in den neuen Lauf konnte noch nicht erfolgen, weil Anlieger am unteren Lauf gerichtlich gegen die Emschergenos senschaft vorgegangen sind. Man wollte erst die Ent scheidung des Gerichts abwarten. Der Damm ist nun, wie uns die Genossenschaft mitteilt, infolge Hochwassers eingestürzt, und so kann der Wille der Genossenschaft einstweilen nicht erfüllt werden. Schaden ist dadurch, daß die Emscher nun den neuen Lauf benutzt, nicht entstanden. r Eiberg bei Steele, 20. Dez. Für 25jährige treue Dienste. Zu Ehren ihres Steigers Kaßler, so wie der Bergleute Boussard, Koppe, Quade, Ructes, Scherkamp, Schirmann, Steindrescher, Ste mann und Tome, die auf eine ununterbrochene 25jährige Tätigkeit bei ihr zurückblicken, veranstal tete die Zeche Eiberg eine größere Festlichkeit im Kasino. Die Leute erhielten wertvolle Taschen uhren und ein namhaftes Geldgeschenk. r Linden a. d. Ruhr, 20. Dez. Für die neu gegründete 3. evangel. Pfarrstelle wurde der Hilfs prediger Ludwig Weber aus Rhein=Eschendorf gestern einstimmig zum Pfarrer gewählt. Brakel(Kreis Höxter), 20. Dezember. Ein großes Schadenfeuer brach gestern abend gegen 5 Uhr auf der benachbarten Hinnenburg aus. Das Feuer brannte die ganze Nacht hindurch und äscherte die Wirtschaftsgebäude, das Renteigebäude, die Förster wohnungen und die Halle für die Kutschwagen ein. Ein Reitpferd, das von einem Herrn, der zur Teil nahme an einer für den nächsten Tag vorgesehenen Jagd eingetroffen, dort untergebracht war, ist in den Flammen umgekommen. Da die von dem Feuer be troffenen Gebäude etwas abseits lagen, war das Schloß selbst nicht gefährdet. Düsseldorf, 20. Dez. Verleihung des Ehrenbür gerrechts an Oberbürgermeister Marx. Eine außer ordentliche Sitzung der Stadtverordneten ist auf Donnerstag, 22. Dezember, anberaumt. Auf der Tagesordnung steht als einziger Gegenstand: Ver leihung des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Düssel dorf an Herrn Oberbürgermeister Wilhelm Marx. In Dortmund sind am 22. und 23. Dezember die kaufmännischen ## 9 Uhr abends und am 24. Dezember bis 10 Uhr abends geöffnet. #9 Die letzte Generalversammlung der Gewerkschaft Tremonia. In der gestern in Mülheim=Ruhr abgehaltenen außerordentlichen Gewerkenversammlung waren unter dem Vorsitz des Bergrats Tillmann(Dort mund) 8 Gewerken mit 918 Kuxen vertreten. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte der Vor sitzende Bergrat Tillmann, das Mitglied des Vor standes Konsul Hagedorn in Essen habe seinen Austritt aus dem Grubenvorstand erklärt. Auch die übrigen Mitglieder des Grubenvorstandes würden nach Schluß der Gewerkenversammlung ihr Amt niederlegen. Im Anschluß hieran führte der Vorsitzende aus: Den Gewerken sei ja bereits durch Rundschreiben mitgeteilt worden, daß die Verhandlungen wegen des Verkaufes der Zeche „Tremonia“ an die deutsch=luxemburgische Berg werks= und Hüttenaktiengesellschaft vor einiger Zeit zu dem Ergebnis geführt hätten, daß auch der Grubenvorstand einem Verkaufe zugestimmt und zu diesem Zwecke seinen Kuxenbesitz von 230 Stück zur Verfügung gestellt habe. Die Gewerkenver sammlung genehmigte hierauf mit allen gegen die die Stimmen eines Gewerken, den Grubenvor stand zu ermächtigen, das gesamte Bergwerks= und sonstiges Eigentum an Deutsch=Luxemburg zu verkaufen. Der Verkauf erfolgt mit Wirkung vom 1. Januar 1910 ab. Der Kauspreis beträgt 5 Mill. Mark. Es steht den Gewerken frei, statt der Barzahlung von 5000 M, für je zwei Kure der „Tremonia“ je 5000 A Aktien der deutsch=luxemburgischen Bergwerks= und Hüttenaktiengesellschaft, mit Dividendenberechtigung vom 1. Juli 1910 ab, zu beziehen. Die Vergütung für den Grubenvorstand wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1911 ab auf insgesamt 1000 M. und die Zahl der Mit glieder des Grubenvorstandes auf drei festgesetzt. Neu in den Vorstand wurden gewählt: Kaufmann Hugo Stinnes(Mülheim=Ruhr), die Bergwerksdirektoren Knupe in Linden und Knepper in Bochtrn. Weihnachtsfeier für die Veteranen und Veteranenwitwen. Ein großes Kaffeetrinken veranstaltete gestern nachmittag im großen Saale des Reinoldushofes die hiesige Ortsgruppe vom roten Kreuz. Herr Karl Trachte begrüßte mit herzlichen Worten die überaus zahlreich erschienenen Veteranen und Veteranenwitwen, und betonte, daß man die Feier eigentlich dem leider allzu früh verstorbenen Oberbürgermeister Geheimrat Dr. Schmieding verdanke, der die Anregung zu ihr gegeben und auch s. Z. versprochen habe, selbst bei dieser Gelegenheit zu den Veteranen zu sprechen. Redner schloß mit dem Wunsche, alle Anwesenden möchten heute noch einmal recht dankbar sein für das, was Gott an unserem Volke getan habe. Hierauf sang der Chor des kgl. Gymnasiums unter der persönlichen Leitung des Herrn Gymnasialdirek= tors Dr. Preising, ein Schüler deklamierte das Krippenlied von Handel Mazetti, und Frl. Wienhold sprach einen hübschen Prolog, den Herr Prof. Sartorius in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hatte. Herr Rektor van Ekeris hielt eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Noch bevor das alte Jahr zur Rüste gegangen ist, hat hier herzliche Liebe und unauslöschliche Dankbarkeit ein Fest bereitet, das der vierzigjährigen Erinnerung an ruhmreiche Zeiten gewidmet sein soll. Sie, meine Herren Veteranen, besitzen Erinnerungen, um die man Sie beneiden könnte. Bei einem Rückblick auf Ihr Leben müssen Sie an jene Kämpfe denken, die Sie siegreich für König und Vaterland erfochten und die Bewunderung der ganzen Welt erregten. Sie werden sich auch jener Stunden erinnern, da Sie auszogen, um die alte Schmach vom deutschen Vaterlande abzuwaschen, um diesem ein durch Blut und Eisen gefestigtes Fundament zu geben. Was Sie unter der glorreichen Führung Kaiser Wilhelms I. und seiner Paladine mit erstrit ten haben, ist so groß und so herrlich, daß Ihnen und auch uns die Freude an diese Tage kein Nöraler aus der Brust und aus dem Herzen herauszureißen vermag. Im Mai dieses Jahres besuchte ich die Spicheren Höhen und die Schlachtfelder von Gravelotte und St. Privat, und überall war es mir, als hörte ich den Ruf, den auch einstens Moses vernahm: Ziehe deine Schuhe aus, denn hier ist ein heiliges Land". Wahrlich, ein heiliges und geweihtes Land durch den Todesopfermut vieler deutscher Jünglinge und Männer, durch die Ströme von Herzblut der unzähligen Gefallenen. Und als ich von Straßburg heimkehrte, da dankte ich in meinem Herzen unserem Kaiser, daß er einmal das Wort gesprochen hat: „Lieber lassen wir unsere sämtlichen achtzehn Armec korps auf der Wahlstatt zurück, als daß wir einen Stein von dem herausgeben, was wir errungen haben.“ Das Weihnachtsfest steht vor der Tür, und wieder scheint sein Licht auch in die dunkelsten Hütten. Möge es auch denen Trost und Frieden bringen, die den treuen Freund und Lebensgefährten verloren haben. Ich meine besonders die Witwen, die ihren Gemahl nunmehr auf dem Felde des Friedens ver lieren mußten. Und sollte wieder einmal ein ränke voller Feind wider uns dräuen, dann gebe es Gott, der Herr, daß der Feind ein Geschlecht auf deutschem Boden antreffen möge, auf das das Wort paßt: „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles setzt auf ihre Ehre.“ In das von Herrn Rektor van Ekeris ausgebrachte Kaiserhoch stimmten alle begeistert mit ein. Vier Herren des philharmonischen Orchesters tru gen Haydns Variationen über„Gott erhalte Franz den Kaiser" und verschiedene andere Sachen vor. Herr Zimmermann, der Vorsitzende des Vetera nenvereins, dankte dem roten Kreuz und insbesondere Herrn Trachte. Schließlich wurde noch folgendes Telegramm an den Kaiser abgesandt: „Ew. Majestät senden 1000 Kriegsveteranen und Veteranenwitwen der Stadt Dortmund, die zur Feier der 40jährigen Wiederkehr ruhmreicher va terländischer Gedenktage versammelt sind, ehr furchtsvollen Gruß mit dem Gelübde unwandelba rer Liebe und Treue zu Kaiser und Reich.“ An die bedürftigen Veteranen wurden 8 K aus gezahlt, während die bedürftigen Veteranenwitwen 10 M erhielten. Es waren 460 Meldungen einge gangen. Ein strahlender Weihnachtsbaum gab der Feier auch äußerlich das Gepräge. (Für Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich.) Eine Kölner Firma vertreibt hier durch einen Agenten ein illustriertes Werk„In Luft und Sonne“ mit der Angabe, daß ein Deil des Reingewinns für wohltätige Zwecke, Unterstützung der Ferienkolonien usw. Verwendung finde. Der Agent bezieht sich auf den Wohltätigkeitsverein als Referenz. Wie wir von zutändiger Seite erfahren haben, handelt es sich um ein Privatunternehmen, dessen Absicht in erster Linie jedenfalls darauf gerichtet ist, für sich ein Geschäft zu machen. Einen Teil des Gewinnes mag die Firma wohl für wohltätige Zwecke zurückstellen; ob dieses gechieht und wie viel abgeführt wird, ist unkontrollierbar. Der Wohltätigkeitsverein hat es deshalb auch abgelehnt, den Agenten, ein von ihm gewünschtes Empfehlungsschreiben einzuhändigen. Daß der Agent nun dazu übergeht, den Wohltätigkeitsverein als Referenz anzugeben, ist ungehörig und entgegen der Absicht des Wohltätigkeitsvereins. Sport. Fußballsport. Um den Freunden gesunder Leibesübungen an den Festtagen auch etwas zu bescheren, hat der Dortmunder Fußballklub für den ersten Feiertag die erste Mannschaft des Elberfelder Spiel= und Sportvereins verpflichtet. Das Spiel beginnt um 2¾ Uhr nachmittags. Siehe Inseratenteil. Fußballsport. Es ist dem hiesigen Sportklub„Alemannia 1905“ gelungen, zum 2. Weihnachtstage die erste Mannschaft der F. V. Rood=Wit aus Enschede zu einem Wettspiel nach hier zu verpflichten. Diesem Spiel wird aus Sportkreisen schon jetzt das größte Interesse entgegengebracht. Denn wer vor kurzem dem Länderwettkampf Deutschland gegen Holland in Kleve beigewohnt hat, wird sicher erstaunt gewesen sein über die flache Kombination und die besonders faire Spielweise der Holländer. Daß auch dem hiesigen Publikum am 2. Weihnachtstage ein interessantes und einwandfreies Fußballspiel vorgeführt werden wird, dafür hürgt schon allein der gute Ruf der Gäste. Das Spiel beginnt um 2½ Uhr auf dem Sportplatze an der Hoberts burg. Todesfälle. Karl Plum, Kaiserstraße 160, 10 M. Gerhard Joost, Weißenburger Straße 8, 11 Mon. Klara Hasse, Nordstraße 38, 8 J. Bergmann Theodor Schulze, Kamener Straße 26, 32 J. Olympiatheater Dortmund. Heute Donnerstag 8 Uhr ist die vorletzte Aufführung des glänzenden Militärstückes„Kasernenluft.“ Morgen Freitag 8 Uhr: Große Abschiedsvorstellung. Sonnabend, 24. Dezember(Heiligerabend) geschlossen. Sonntag, den 25. Dezember(1. Feiertag) beginnen die großen Spezialitätenvorstellungen. Olympiatunnel. Heute Donnerstag 6 Uhr ringen Verona gegen Winter— Maske gegen Woldau— Stunge gegen Nelson. Außerdem das brillante Programm. Entree 15 Pfg. wird seit beinahe 20 Jahr. ständig v. Aerzten u. Zahnärzten empfohlen (Schluß des redaktionellen Teils.) Standesamt Dortmund. Anmeldungen vom 21. Dezember 1910. I. Kutscher H. Thohr———— Uffenkamp geb. Kipp. Bergm. Josef Malessa mit Emma Aufgebote. mit Hedwig Brauereiarb. Martin Daugsch. Eheschließungen. Wloch mit Elise Enders.„„ Geburten. 1 Sohn: Puddler Arens, Neue Beurhausstr. 22. Kaufm. Klein, Rheinischestr. 60. Post schaffner Elbracht, Neuer Graben 62. 1 Tochter: Hilfsschaffner Hofmann, Altermühlen weg 28. Schlackenarb. Cichosz, Neue Radstr. 8. Eisen werkarb. Prylowski, Ritterstr. 18. Expedient Kluse mann, Arneckestr. 40. Schuhmachermstr. Schnider, Huckarderstr. 102. Todesfälle. Ehefrau Henriette Leisten, Bis senkamp 1a, 68 J. Lehrerin Klara Trivoni, Betenstraße 21, 78 J. Tagelöhner Franz Murawski, Adlerstraße 80, 40 I. Bureaugehilfe Otto Pfeifer, UnionVorstadt=Straße 15, 22 J. Reichsinvalide Karl Gosebruch, Redtenbacherstraße 25, 73 J. 1I. Aufgebote. Platzarbeiter L. Boeckenbrink mit Martha Einig. Staatsanwalt Gustav Eilkes mit Else Lueg. Eheschließungen. Reisender Aug. Peters mit Sophie Klein. Geburten. 1 Sohn: Schneider Schäffer, Holsteiner Straße 10. Bauarbeiter Velkers, Holländische Straße 19. Kaufmann Werner, Heilige Gartenstr. 10. 1 Tochter: Verlader Walter, Borsigstraße 50. Eisenwerkarbeiter Kowalewski, Schlägelstraße 60. Grosse Tube: 1 Mark. z Der neugegründete Kirchenchor Wambel=Körne veranstaltet am Neujahrs=Nachmittag im Gemeinde. hause zu Wambel ein Konzert, wozu in liebenswürdiger Weise Frau Bürgermeister Saarmann und Herr Knoke aus Dortmund ihre Zusage erteilt haben. Mit Rücksicht auf die Darbietungen(Euch ist heute der Heiland geboren, Weihnachtsoratorium von Degen) und des niedrigen Eintritts ist ein reger Besuch zu erhoffen. Näheres wird durch Programm bekannt gegeben. Kein Weihnachtsgeschenk ohne Weihnachtsgebäck. Aber womit soll man backen? Butter ist zu teuer, Schmalz und anderes zu gering. Da scheint es angebracht, auf die beiden Produkte der Firma Schlinck& Co.,.=., hinzuweisen: Palmin das sich infolge seiner Reinheit und seines außerordentlich billigen Preises von Jahr zu Jahr, besonders bei der Weihnachtsbäckerei steigender Beliebtheit erfreut! Palmin hat vor anderen Fetten den Vorzug, daß es vollkommen geruch= und geschmacklos ist und deshalb den natürlichen Geschmack des Gebäcks und der Zutaten in keiner Weise beeinflußt. Auch bleibt das mit Palmin sowohl als mit Palmona(Pflanzen=ButterMargarine) hergestellte. Gebäck länger haltbar, weil diese Produkte nicht wie selbst Naturbutter, Schmalz usw. einen gewissen Prozentsatz freier Fettsäure enthalten. Palmona ist der beste Ersatz für Backbutter. Dortmunder Adressbuch für das Jahr 1911. Nach amtlichen Quellen bearbeitet. Mit einem Plane der Stadt Dortmund. Preis 6 Mark. C. L. Krüger, G. m. b. H. Buch- und Musikalienhandlung. Westenhellweg 43. Altere Kakao-, Schokoladenund Zuckerwarenfabrik im Industriebezirk sucht 2 Reisende zu engagieren, welche bei der einschlägigen Kundschaft gut eingeführt sind und sich über ihre Erfolge ausweisen können. Selbigen ist Gelegenheit geboten, sich angenehme, hochbezahlte Lebensstellungen zu erwerben. Ausführliche Angebote mit Angabe der Gehaltsansprüche, der bisher besuchten Plätze und wann Eintritt erfolgen könnte unter 13889 an die Geschäftsstelle der Dortmunder Zeitung erbeten. 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Heute morgen 2½ Uhr verschied sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Bürogehülfe Otto Pfeifer im jugendlichen Alter von 22 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Dortmund, Witten, den 21. Dez. 1910. Die Beerdigung findet Samstag morgen 9½ Uhr vom Trauerhause, Union-Vorstadt,-Strasse 15, Sollte jemand aus Verschen keine besondere Nachricht erhalten, diene diese als solche. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen ½8 Uhr meinen innigstgeliebten guten Mann. unsern lieben, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel, den Lehrer a. D. Friedrich Stüwe nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden im 77. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Mit der Bitte um stille Teilnahme zeigen dieses tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Horstmar. Neuenhagen, Derne, Dortmund, Barmen, Elberfeld, Danville(Nord-Amerika), Datteln, Vormholz, Lünen, Heilbronn, Wanne, den 21. Dezember 1910. Die Beerdigung findet am Sonnabend nachmittag vom Sterbehause Sollte jemand aus Verschen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene dies als solche. Verlobte und Interessenten sollten nicht versäumen, die wegen ihrer unübertroffenen Preiswürdigkeit renommierte Möbelausstellung E. Scheidt — Dortmund Markt 18 zu besuchen. Envielle u Weihnachten: LT Herren-Oberhemden und Nachthemden W 2PPRD Damen- und Kinder-Wäsche, TischIrdeche gedecke, Bettwäsche, Taschentücher. Echte Brüsseler Spitzen-Jabets und Echarpes, Schlafdecken, Plaids, Kaffeedecken, Reise- und Autodecken. Sehr aparte kl. Decken für s der Aeusserst preiswerte Auswahl in allen Artikeln. smus-Gantenberg Dortmund, Betenstr. 7. Puppen- Ausverkauf wegen Aufgabe meiner Puppen-Klinik Eine Partie = Kleider und Wäsche= gebe für die Hältte des Wertes ab. 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Februar 1911 bei den betreffenden Ortsbehörden behufs Aufnahme in die Rekrutierungsstammrolle persönlich oder bei attestierter Krankheit usw. durch ihre Eltern, Vormünder, Verwandten oder Dienstherrschaften unter Vorzeigung ihres Geburtsattestes bezw. des früher empfangenen Losungs= oder Gestellungsscheines anzumelden.„„ Etwaige Reklamationen gegen die Einstellung sind ebenMilitärsflichtige welche die rechtzeitige Meldung unterlassen, werden mit Geldbuße bis zu 30 A oder verhältnismäßiger Haftstrafe belegt. Sie verlieren außerdem die Berechtigung, an der Losung teilzunehmen und den aus etwaigen Reklamationsgründen erwachsenen Anspruch auf Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienste und können vorweg zum Militärdienst herangezogen werden. Dortmund, den 10. Dezember 1910. Der Königliche Landrat. I..: v. Heimburg, Regierungsassessor, Bekanntmachung. städtische Krankenhaus in Minden sind als berechtigte Stellen zur Auahildung von Hilfsschwestern vom Roten Kreuz— gemäß den BeDortmund, den 16. Dezember 1910. Der Landrat. J..: v. Heimburg, Regierungs=Affessor. Violetta-Parkümerie Brückstr. 39, Im Neubau des Wintergarten. Vornehme und beliebte Weihnachts-Geschenke! als Karton Toilette-Seifen— Parfümerien— Toilette-Artikel als Bürsten-Garnituren— Manicuren— Celluloidwaren Fächer— Damenhandtaschen in feinsten Lederarten Rasier-Garnituren— Rasier-Apparate— Zerstäuber— Kopfbürsten aller Art bis echt Schildpatt— HaarschmuckGarnituren bis aparteste Zeichnungen In ccht — Schildnatt, sowie alle sonstigen Waren bis Sonnabend zu Vorzugspreisen. Eau de Cologne u. Parfümerien in feinster Aufmachung. Zöpfe in grosser Auswahl besonders billig. Glückwunschkarten mit Namenaufdruck. G. m. b.., C. L. Krüger, Buch- und Kunstdruckerei, Karlstr. 5. Bestellungen möglichst frühzeitig erbeten. 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Abt. für Kirchen= u. Schulwesen gez. Rave. Margarine-Versand dir per Nachn., Garantie für gute, ein: wandfreie Ware, Postkolli 9 Pfd. Mk..— oder 9 Pid Mk..85 frko: Hans Otte. m. b.., Minden I. W. Lebende Karpfen 'fd 100 Pf. (Weihnachtsbestellungen rechtseitig erbeten.) Endl. Natives Austern Dtrd 220 Pf. Cavlar ¼ Pfd. Mk.— bis Mk. 650. no.Rollen E Scbackfelnetc. Vortellb. a.###Fackmaterial; Isoliermittel. Carl Lampmann Söhne 830). Kbin-Ehrent Gegen Einsendung von 30 Pf. senden wir jedem eine Probe elbstgekelterten Rot- und Weisswein nebst Preisliste. Kein Risito, da wir Nichtgefallendes ohne Wetteres aufranklert zurücknehmen.— 18 Morgen eigene Weinberge an Uhr z. Rhein. Gebr. Both. Ahrweiler. Täglich Eingang frischer Räucherwaren. Räucheraal, Pfd. 150—220 Pf. Feinste Kieler Bücklinge feinste süsse Ware) Kiste 140 Pf. Größte Auswahl in feinsten Marinaden und Fischkonserven. (Zu Geschenkzwecken geeignete kleine’ackungen.) Sonnabend emtretfend: Lebende Hummer. 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Das gegen den fällte Urteil von 1 gung des Landr merschen Kreise G Kapitel über Rechl ten Abschnitt hinzt einem ganzen Jah nen konservativen Ein Roma Genehmigte 1 16) Wohl brachte schungen und oft k hat stets den groß daß schon die Anst nie zu befriedigen! ein offenbarer Feh drücken vermag. 2 äußerlicher, währer Felde zu arbeiten, Unter den geg auch das Heranwa Vereinsamung nich gar schärfer empfir erhielten sie einen seinen Kindern e Kampf hätte er si zuführen können. lichen Zwiespaltes hatte auch hier die die Oberhand beh fühlte, wie mit jel die ihn von seiner mehr auch zwischen Als er dann m spät, die Schranke ihm wenigstens so. seit Ellas Tod ve in dem Verhältnis ändert. Er blickte nung sehnend nach war und blieb er ihnen ein Gegensta Verehrung, die ei nem halb verächtli genannten„vernün ren Schätzung irdi weicht Dennoch waren nicht nur bitterer gar nicht ohne Ge zig und allein ih nicht zu der ideal finden hoffte, ent mehr der seinige, hatte, als zu gew